Der Riese von Winnemucca: Angeblich war er über 3,30 Meter groß – Spannende Hintergründe einer Zeitungsmeldung! (+ Videos)

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Der gefundene Riese von Winnemucca: Angeblich war er über 3,30 Meter groß! (Bilder: gemeinfrei [Schädel: Symbolbild] / Montage: Fischinger-Online)
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Der gefundene Riese von Winnemucca: Angeblich war er über 3,30 Meter groß! (Bilder: gemeinfrei [Schädel: Symbolbild] / Montage: Fischinger-Online)

Vor fast 120 Jahren erfuhren die Leser einer australischen Zeitung, dass nahe eines Ortes namens Winnemucca in den USA zufällig die sterblichen Überreste eines 3,35 Meter großen Menschen gefunden wurden. Einem wahrlichen Riesen, wie es die knappe Zeitungsmeldung behauptete. Dahinter jedoch verbirgt sich weit mehr, als es auf den ersten Blick den Anschein hat, und wie Ihr es hier erfahrt.


Skelett eines Riesen gefunden

Am 24. Februar 1904 werden die Leser der Zeitung „The Goulburn Herald“ in Australien sicherlich gestaunt haben. Denn auf Seite 4 der Zeitung erfuhren sie in einer kleinen Meldung von einem „riesigen Skelett„, dass in Nevada, USA, von Arbeitern zufällig metertief in der Erde entdeckt worden sein soll.

In der Meldung hieß es weiter, dass ein Dr. Samuels die in fast 4 Metern Tiefe gefundenen Knochen untersuchte, der sie daraufhin einem Mann von „annähernd 11 Fuß“ Größe zuordnete. Damit wäre das Individuum rund 3,35 Meter groß gewesen und zweifellos ein Riese! Einer jener Titanen der Vorzeit, von denen schon das Alte Testament kündet.

Solche frühen Zeitungsmeldungen sind überaus zahlreich und wurden hier auf Mystery Files bereits mehrfach thematisiert. In Blog-Artikeln und YouTube-Videos. Denn in der Vergangenheit sollen diesen Berichten nach unzählige Spuren von Riesen entdeckt worden sein, die bis heute für Spekulationen sorgen. Unter „alternativen Historikern“ ebenso wie in den Reihen der Prä-Astronautiker.

Und derartige Berichte, Spuren oder Funde mutmaßlicher Knochen und archäologischer Relikte von einstigen Riesen gibt es weltweit, wie HIER umfangreich dargelegt und berichtet. Handfeste Beweise fehlen jedoch bis heute. Vielfach wird deshalb vermutet, dass diese Skelette und Knochen von Riesen in diversen Instituten und Museen in dunklen Archiven verschwanden. Wahrscheinlich auch nicht ganz zu unrecht.

Doch hinter der kurzen Meldung im australischen „Goulburn Herald“ verbirgt sich eine spannende wie auch seltsame Geschichte.

Ein 3,35 Meter großer Riese

Die australische Zeitung hatte sich den Bericht nicht ausgedacht, sondern aus den USA übernommen und in Kurzform selber publiziert. Denn ursprünglich erschien diese Meldung am 15. Januar 1904 auf Seite 6 der „The Evening News“ aus den USA. Unter der Überschrift „Knochen eines Riesen werden ausgegraben“ schrieb die kalifornische Zeitung damals folgendes:

Arbeiter, die mit dem Ausgraben von Kies beauftragt sind, haben in einer Tiefe von 12 Fuß (etwa 3,66 Meter, Anm. LAF) eine Menge Knochen freigelegt, die einst Teile des Skeletts eines gigantischen menschlichen Wesens waren.

Joseph Rougon, der die Arbeit leitete, untersuchte die Knochen und befand direkt, dass sie zu einem Mann oder einer Frau gehörten. Sie wurden zu Dr. Samuels gebracht, der sie sorgfältig untersuchte und die Knochen für diejenigen eines Mannes erklärte, der eine Größe von annähernd 11 Fuß (etwa 3,35 Meter, Anm. LAF) gehabt haben muss.

Die Mittelhandknochen messen 4,5 Inches (11,43 Zentimeter, Anm. LAF) in der Länge und haben große Proportionen. Ein Teil der Ulna (Arm-Elle, Anm. LAF) wurde gefunden, die in vollständigem Zustand zwischen siebzehn und achtzehn Inches (rund 43 und 46 Zentimeter, Anm. LAF) in der Länge messen würde. Nach dem restlichen Teil des Skeletts wird gesucht.

Eine mehr als kuriose Story, könnte man meinen. Und doch reiht sie sich nahtlos in die unzähligen Berichte über Riesen-Funde ein, über die frühere Zeitungen und Magazine immer wieder berichteten. Vor allem im 18. und 19. Jahrhundert waren solchen Meldungen alles andere als ungewöhnlich. Und praktisch immer verschwanden die Funde „in dunklen Kanälen“. Was übrigens, wie in diesem Mystery Files-Video HIER in einem Beispiel gezeigt, auch in unseren Breiten geschehen sein soll (1. Video unten).

Die Riesen der „Lovelock Cave“

Der angebliche Fund bei dem Ort Winnemucca in Nevada ist aber in vielerlei Hinsicht interessant. Nicht nur deshalb, da Kalifornien, wo die Zeitung „The Evening News“ in San José erschien, in unmittelbarer Nachbarschaft liegt. Die kleine Ortschaft Winnemucca selber liegt nur rund 120 Kilometer nordöstlich der „Lovelock Cave“ nördlich von Stillwater.

Genau diese Höhle sorgte schon seit über 100 Jahren für Spekulationen um die zahlreichen archäologischen Funde, die in ihr gemacht wurden. Zehntausende Artefakte, die von Tierknochen bis Kunstwerken von Menschheit reichen, die hier vor tausenden von Jahren lebten. Besonders spannend sind hier allerdings jene Funde, die von etablierten Archäologen abgelehnt werden. Denn seit 1911 die Arbeiter David Pugh und James H. Hart dort Reste von Riesen entdeckt haben wollen, steht diese Höhle im Fokus all jener, die nach den Titanen der Vorzeit fahnden.

Trotz mehr als erstaunlicher Funde, die von einem gigantischen, für normal große Menschen nicht nutzbaren Korn-Mahlstein, über einen rund 60 Zentimeter riesigen Mokassin bis zu Skeletten von Riesen reichen, wollen etabliert Archäologen von diesen nichts wissen. Obwohl unter anderem Dr. Eugene M. Hattori, Kurator für Anthropologie des „Nevada State Museum“, schon 2010 bestätige, dass es diese Knochen und Skelette gab (mehr HIER).

Auch der weltbekannte Kryptozoologe und Autor Karl P. Shuker dokumentierte schon 1996 in seinem Standartwerk „The Unexplained“ den zerstörerischen und ablehnenden Umgang der anerkannten Forschung rund um die Funde aus der „Lovelock Cave“. Selbst im „Nevada State Journal“ war 1952 (3. August) und 1953 (22. Februar) zu lesen, dass im „Nevada Historical Society’s Museum“ in Reno 38 Zentimeter riesige Sandalen aus der Höhle zu bestaunen waren.

Si-Te-Cah

Was die Geschichtsforscher und Archäologen sauer aufstoßen dürfte, sind Legenden der Ureinwohner dieser Region. Angeblich nicht reale Mythen, die auch Shuker diskutiert. Denn die Paiute (auch Piute) erzählen in ihren Überlieferungen von genau einem solchen Volk von Riesen, dass hier in grauer Vorzeit gelebt haben soll. Nicht viel anders, wie es auch andere Völker in anderen Teilen der Erde überliefern. Die Paiute nennen dieses verschwundene beziehungsweise ausgerottete Volk Si-Te-Cah.

Die Angehörigen dieses Volkes seien, so die Legenden, riesengroß gewesen und hätten rote Haare gehabt. Wie einige der menschlichen Funde dieses Gebietes ebenso. Wobei die roten Haare auch dahingehend erklärt werden, dass chemische und biologische Prozesse die Haare der Verstorben rot färbten. Die Legenden der Paiute indes beharren darauf, dass es die Si-Te-Cah gab und ihre Ahnen mit diesen Riesen in einer Art Feinschaft lebten.

Mehr noch. Wie Llewellyn L. Loud und M. R. Harrington schon 1929 in ihrem Buch „Lovelock Cave“ berichten, seien diese Si-Te-Cah sogar Kannibalen gewesen. Si-Te-Cah und Paiute bekämpften und schikanierten sich über lange Zeiten hinweg. Bis es eines Tages zu einem entscheiden und letzten Kampf kam. Die letzten der Si-Te-Cah wurden in die „Lovelock Höhle“ getrieben und dort mit Feuer und Rauch im wahrsten Sinne des Wortes ausgeräuchert. Alle kamen um.

Interessanterweise hat schon James H. Hart, einer der beiden Arbeiter, die 1911 die ersten „Riesen-Knochen“ in der Höhle entdeckt haben wollen, in einem Bericht davon gesprochen, dass er rothaarige Mumien vorfand. So Loud und Harrington in ihrem Buch. Nicht minder interessant ist der Umstand, dass 1924 bei Ausgrabungen in der Höhle drei menschliche Knochen entdeckt wurden, die aufgebrochen wurden. Und zwar, „um das Knochenmark zu extrahieren, so wie man Tierknochen spaltet“, so Loud und Harrington. Dies „deutet wahrscheinlich auf Kannibalismus während einer Hungersnot hin“.

Nur Tierknochen und Gerüchte?

In ihrem Buch „Fossil legends of the first Americans“ schrieb Adrienne Mayor 2007, dass es nichts mit diesen Riesen aus der Region auf sich habe. Vielmehr haben windige Geschäftemacher diese Geschichten die Welt gesetzt, um Touristen und damit Geld in die Wüste zu locken. Auch vermutet Mayor, dass gefundene Fossilien von Mammuts und Höhlenbären, die etwa 60 Kilometer nördlich gefunden wurden, zu diesen Berichten über Riesen-Knochen anregten. Durch reine Verwechselungen der gefunden Tierknochen mit jenen von titanenhaften Menschen.

Von der Hand zu weisen ist es nicht, dass entdeckte Knochen von Tieren der Megafauna für Reste von Riesen gehalten wurden. Selbst in Deutschland gibt es dafür Beispiele.

An den Legenden der Paiute über das riesenhafte und feindliche Volk mit den roten Haaren ändert das nicht viel. Ebenso wenig wie an den Relikten, Knochen und Artefakten, mit denen alles andere als sorgsam umgegangen wurde. Am 27. Juni 2002 schrieb Whyte Eagle unter der Überschrift „Die Si-Te-Cah – Die weißen Feinde der Amerikaner nach indianischem Glauben“ auf der Plattform „Ancient Lost Treasures“, dass die Forschung ignorieren würde, dass die Si-Te-Cah nicht zu den indigenen Völkern und Kulturen Amerikas („Amerinden“) gehörten:

Im Museum von Lovelock gibt es heute eine kleine Ausstellung zu den Si-Te-Cah, doch sie ignoriert die Belege, welche anzeigen, dass die Si-Te-Cah keine Amerinden waren. Die Nevada Historical Society stellt ebenfalls einige Artefakte aus der Höhle aus.“

Damit stehen die Si-Te-Cah zumindest in der Mythologie Nordamerikas und vielen Teile der Welt in guter Tradition. Denn solche angebliche Völker oder Stämme von Riesen wurden immer als „nicht-dazugehörig“ beschrieben. Und auch das an dieser Stelle herausgesuchte Beispiel der Funde rund um die „Lovelock Höhle“, dem Ort Winnemucca und diesem Gebiet in Nevada ist nur eines. Reste von Riesen sollen nahezu in ganz Nordamerika (und anderswo) entdeckt worden sein.

Video-Auswahl zum Thema auf Mystery Files

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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