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„Gewaltige Auswirkungen auf die Geschichte der Menschheit“: Ältester Schmuck der Welt aus der Steinzeit ist 150.000 Jahre alt!

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"Gewaltige Auswirkungen auf die Geschichte der Menschheit": Ältester Schmuck der Welt ist 150.000 Jahre alt! (Bilder: A. Bouzouggar / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)
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„Gewaltige Auswirkungen auf die Geschichte der Menschheit“: Ältester Schmuck der Welt ist 150.000 Jahre alt! (Bilder: A. Bouzouggar / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)

Und wieder schreibt ein Fund aus der Steinzeit die Geschichte der Menschheit um, wie es die verantwortlichen Archäologe selber bekannt gaben. Denn archäologische Funde aus Marokko entpuppten sich als bisher ältester bekannter Schmuck der Erde. Sie seien bis zu 150.000 Jahre alt und das haben große „Auswirkungen auf die Geschichte der Menschheit“.


Sensation aus der afrikanischen Steinzeit

Vor allem französische und spanische Medien berichten derzeit über einen spektakulären Fund in Marokko in Nordafrika, der sich erst bei genaueren Hinsehen als Sensation der Steinzeit herausstellte.

Es handelt sich um etwas mehr als 30 kleine Muschelgehäuse von Meeresschnecken, die in der Höhle von Bizmoune in der Provinz Essaouira ausgegraben wurden. Die Ausgrabungen selber wurde von einem internationalen Team des „National Institute of Archaeological and Heritage Sciences“ der University of Arizona (USA) und des „Mediterranean Laboratory of Europe-Africa Prehistory  in Frankreich durchgeführt. Gefunden wurden die Stücke bereits zwischen 2014 und 2018.

Inzwischen präsentierten die Forscher ihre ersten Ergebnisse. Demnach stellte es sich bei den Muscheln schnell heraus, das diese künstliche manipuliert worden waren. Sie wurden einstmals durchbohrt, um sie als Kette oder Armbänder zu tragen. Diese Form des primitiven Schmuck findet sich weltweit aus unterschiedlichen Zeiten. In diesem Fall jedoch zeigten die Datierungen der Objekte, dass diese 142.000 bis 150.00 Jahre alt sind!

Damit sind die Fundstücke der frühen Steinzeit der älteste Schmuck in der Menschheitsgeschichte, der bisher gefunden wurde.

„Diese Entdeckung hat enorme Auswirkungen auf die Geschichte der Menschheit„, so der leitende Archäologe Professor Abdeljalil Bouzouggar. André Azoulay betonte dazu, dass die Funde „die ersten Anzeichen der Menschheit sind, die die Existenz von strukturierten“ Beziehungen zwischen Gruppenmitgliedern oder Mitgliedern verschiedener Gruppen sind. Hier muss die Existenz einer einheitliche Sprache Voraussetzung gewesen sein. Ebenso „die Fähigkeit dieser Region, Begegnung, Dialog, Andersartigkeit und Geselligkeit zu fördern“, wie es „Le Matin“ in einer Meldung schreibt.

Symbole der Steinzeit

Anhand der Datierung der Objekte können „wichtige Informationen über den Ursprung des symbolischen menschlichen Verhaltens“ gezogen werden, ist Bouzouggar überzeugt. „Es handelt sich um symbolische Gegenstände – und Symbole können im Gegensatz zu Werkzeugen nur über die Sprache weitergegeben werden“, so der Forscher Bouzouggar. 

Indem er Ornamente benutzte und verbreitete, schrieb der Homo Sapiens in Bizmoune vor 150.000 Jahren erstmals einen Großteil der Geschichte des symbolischen Verhaltens der gesamten Menschheit. Da ist die Symbolik, die Präsenz einer Sprache und Identitäten, die zu dieser Zeit existieren. Sie sind die Vorfahren dessen, was wir erleben, und teilen sich jetzt alle Marokkaner, alle Glaubensrichtungen und alle Herkunft.“

Mitglieder-Video vom 26. Oktober 2021 auf Mystery Files

So Professor Abdeljalil Bouzouggar begeistert. Tatsächlich gibt es sehr ähnliche Funde im gesamten Nahen Osten und Afrika. Deren ältesten Funde wurde aber bisher auf „nur“ 135.000 Jahre datiert. Andere Schmuck-Objekte dieser Art sind sogar erst 35.000 Jahre alt und archaische Gesellschaften fertigen Stücke dieser Art teilweise noch bis heute an.

Das Kulturministerium von Marokko ist derzeit bemüht, dass die Fundstätte von Bizmoune in die Liste der prähistorischen Stätten der UNESCO aufgenommen werde. Denn neben dem Schmuck fanden sich dort auch Werkzeuge aus Knochen und Stein, die vor 120.000 Jahren zur Herstellung von Kleidung dienten. Auch sie sind die ältesten Funde ihrer Art, die bisher bekannt sind.

Stammeszeichen – oder nur Modeschmuck?

Die an den Grabungen beteiligte Universität Arizona berichtete bereits am 22. September 2021 über diese Funde. Steven L. Kuhn, Professor für Anthropologie am „College of Social and Behavioral Sciences“ der Universität, ist nach seinen Ausgrabungen in Marokko ebenso begeistert.:

Sie waren wahrscheinlich Teil der Art und Weise, wie Menschen mit ihrer Kleidung ihre Identität ausdrückten. Es ist die Spitze des Eisbergs für diese Art von menschlicher Eigenschaft. Sie zeigen, dass sie sogar vor Hunderttausenden von Jahren vorhanden war und dass die Menschen daran interessiert waren, mit größeren Gruppen von Menschen als ihren unmittelbaren Freunden und ihrer Familie zu kommunizieren.“

Kuhn, der zusammen mit seinem Kollegen Bouzouggar die Ausgrabung leitet, ist überzeugt, dass diese Perlen sogar eine Art grundlegender Kommunikation waren. Andere Urmenschen der Steinzeit sollten sie sehen:

Wir wissen nicht, was sie bedeuten, aber es handelt sich eindeutig um symbolische Objekte, die so eingesetzt wurden, dass andere sie sehen konnten.

Es ist eine Sache zu wissen, dass die Leute in der Lage waren, sie zu machen. Aber dann stellt sich die Frage: ‚Okay, was hat sie dazu bewogen?‘

Weiter spekuliert Kuhn, dass eine wachsende Bevölkerung in Nordafrika damals Sippen oder Gemeinschaften dazu veranlasste, sich durch diese Art Schmuck zu identifizieren. Womöglich auch zu distanzieren. Ob das so war, oder der Mensch es einfach chic fand, werden wir wohl nie wirklich herausfinden können. Auch wenn Kuhn betont, dass er und seine Kollegen nun ermitteln wollen warum die Bewohner „die Notwendigkeit verspürten, die Perlen zu machen, als sie es taten“, so die Universität Arizona in ihrer Mitteilung.

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Video vom 24. September 2021 auf Mystery Files

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Video vom 27. August 2021 auf Mystery Files

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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