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Der Kölner Dom und die Reliquien der drei heidnischen Esoteriker aus dem Irak: Die Heiligen Drei Könige und die Weihnachtsgeschichte

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Der Kölner Dom: Liegen hier tatsächlich die heiligen drei Könige? (Bild: Public Domain / L. A. Fischinger)
Der Kölner Dom: Liegen hier tatsächlich die heiligen drei Könige? (Bild: Public Domain / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)

Alle Jahre wieder, alle Jahre zu Weihnachten kommen auch sie wieder: Die “drei Weisen aus dem Morgenland”, die dem Jesus-Baby laut “Weihnachtsgeschichte” huldigten. Mysteriöse Männer, die es wirklich gegeben haben soll. Mehr noch, denn seit dem Jahre 1164 sollen in Köln die Reliquien dieser “Heiligen Drei Könige” aus dem Neuen Testament verwahrt werden. Grund genug ab dem 15. August 1248 mit dem Bau des weltberühmten Kölner Dom zu beginnen, in dem diese Knochen bis heute liegen. Aber stimmt das auch? Und wer waren denn diese Könige aus dem Morgenland und warum eigentlich sind sie heilig? Was sagt die Bibel überhaupt über diese Weisen aus dem Nahen Osten? Eigentlich erstaunlich viel und doch nichts, wie Ihr Ihr es hier lesen werdet.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

“Weihnachts-Reliquien” im Kölner Dom

Die katholische Kirche in der ganzen Welt wimmelt von Reliquien und solche, die es sein sollen. Diese heiligen Gegenstände des Christentums reichen dabei von zahllosen Nägeln vom angeblich echten Kreuz Jesus über die Gebeine oder Schädel von diversen Heiligen oder sogar der Großmutter von Jesus in Düren bei Köln bis hin zu Heiligtümern rund um die Gottesmutter Maria (s. a. HIER & HIER).

Bekannt sind hierbei vor allem in der Weihnachtszeit die Reliquien im Dom von Köln, die den “Heiligen Drei Königen” aus dem Evangelium des Matthäus zugesprochen werden. Jene legendären Besucher aus der Weihnachtsgeschichte, die nach der Geburt von Jesus in Bethlehem auftauchten um das Jesus-Kind zu ehren. Jedes Kind kennt sie heute. Und jedes kleine und große Kind kann sie sich zum Spielen oder zur Dekoration in den den unterschiedlichsten Formen und Ausführungen kaufen. An Kitsch gibt es dabei kaum mehr Grenzen – sehr ähnlich wie bei den vermeintlichen “Engeln des Himmels” heute. Vor allem in den Tagen vor Weihnachten.

Das erste Weihnachten vor zwei Jahrtausenden

Bei Matthäus im Neues Testament lesen wir ab Vers 2,1 über diese Ereignisse um die Geburt Jesus Christus und die “Heiligen Drei Könige” vor über 2.000 Jahren. Dort findet sich quasi das erste Weihnachten der Weltgeschichte beschrieben und recht knapp erfahren wird darin über die mysteriösen Könige:

Als nun Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem, die sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande und sind gekommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörte, erschrak er und ganz Jerusalem mit ihm. Und er berief alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammen und erfragte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte. Sie aber sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also steht geschrieben durch den Propheten: ,Und du, Bethlehem im Lande Juda, bist keineswegs die geringste unter den Fürsten Judas; denn aus dir wird ein Herrscher hervorgehen, der mein Volk Israel weiden soll.’

Da berief Herodes die Weisen heimlich und erkundigte sich bei ihnen genau nach der Zeit, wann der Stern erschienen wäre, und sandte sie nach Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet genau nach dem Kindlein. Und wenn ihr es gefunden habt, so tut mir’s kund, auf dass auch ich komme und es anbete. Als sie den König gehört, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen, ging vor ihnen her, bis er kam und über dem Orte still stand, wo das Kindlein war. Da sie nun den Stern sahen, wurden sie sehr hoch erfreut und gingen in das Haus hinein und fanden das Kindlein samt Maria, seiner Mutter. Und sie fielen nieder, beteten es an, taten ihre Schätze auf und brachten ihm Gaben, Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und da sie im Traum angewiesen wurden, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, entwichen sie auf einem andern Wege in ihr Land.”

Das war es dann auch zu den “drei Gästen” aus dem Morgenland kurz nach der Geburt Jesus. Kein anderer Text des Neuen Testaments erzählt von diesem Besuch an der Krippe des Kindes. Dennoch hat die christliche Tradition rund um die drei Weisen aus dem Morgenland einen hinlänglich bekannten Kult entwickelt.

Drei Könige – Drei heilige Könige?

Warum sind es eigentlich drei Besucher? Matthäus schreibt – wie oben gesehen – von einer unbekannten Anzahl von Personen. Es könnten auch zwei oder 200 gewesen sein. Auch nennt er keinen einzige Namen der Gäste von Maria. Ihre Namen Caspar, Melchior und Balthasar erhielten die “Könige” erst ab dem 6. Jahrhundert und sind biblisch nicht belegt.

Aber sie heißen auch nicht in allen Teilen der Welt so, da diese regional unterschiedliche Namen tragen. Die Christen in Äthiopien nennen sie etwa Tanisuram, Mika, Sisisba und Awnison, Libtar, Kasäd. Auch die Reihenfolge der Namen ist nicht immer identisch. Da aber die fremden Besucher mit drei Gaben (Gold, Weihrauch und Myrrhe) dem Kindlein huldigten, ist es natürlich sehr verlockend auch von drei Personen zu sprechen.

Doch aus welchen Königreichen kamen denn diese Könige vor 2.000 Jahren eigentlich? Auch dazu sagt die Bibel (fast) nichts: dort sind sie nicht einmal als “Könige” bezeichnet. “Weise aus dem Morgenland” nennt sie Matthäus in den klassischen Bibeln. Nicht Könige und auch nicht Heilige. Aber “Weise” ist eine interessante Spur …

Esoteriker aus dem Osten

Die Männer kamen aus dem Morgenland und werden konkret in der Bibel “Magoi” genannt, was schlicht “Sterndeuter” und/oder “Magier” sind. Demnach waren es Astrologen und heute würde man diese Personen sicher schlicht “Esoteriker” nennen. Auch ist es bezeichnet, dass die Bibelforschung darauf hinweist, dass im Matthäus-Evangelium in Vers 2,2 zu lesen ist, diese Herren suchen den “König der Juden”.

Diese Bezeichnung wird bei Matthäus (etwa in 29,37) im Neuen Testament ausschließlich für “heidnische” Personen benutzt. Also keine Juden, die nämlich die Bezeichnung “König Israels” (etwa Vers 27,42) verwenden. Folglich, so die Interpretationen weiter, waren die Männer heidnische Esoteriker aus Mesopotamien – dem Morgenland im Osten von Israel. Doch auch diese vermeintlichen “Heiden” der Weihnachtsgeschichte starben natürlich eines Tages und hinterließen dabei natürlich ihre Gebeine. Knochen, die heute als Reliquien noch immer existieren sollen.

Wird im Dom von Köln zu toten Esoterikern aus dem Irak gebetet?

Astrologie ist nicht Astronomie. Gerne wird das vertauscht. Vor Jahrtausenden gab es bei unseren Ahnen hier jedoch keine klare Trennlinie zwischen der Deutung der Sterne im Sinne von “was bringt das Schicksal?” und der Erforschung der Gestirne als rein physikalische Massen im Räderwerk des Kosmos. Heute ist das ganz anders.

Einfach kann man es so ausdrücken: Ein Horoskop anhand von Sternbildern oder sogar “Astro TV” ist Astrologie. Die Suche nach fremden Planeten im All oder auch SETI ist Astronomie. Und jene Personen, die dem kleinen Jesu-Kindlein ihre Ehre erwiesen, waren eben solche Sterndeuter, die vermutlich aus dem Bereich Babylonien im heutigen Irak kamen (“Morgenland”). Und heute sollen die sterblichen Überreste dieser Astrologen/Esoteriker/Wahrsager in Köln ruhen. Aber warum?

Wessen Gebeine liegen seit 850 Jahren in Köln?

Das Thema Reliquien – das nicht nur auf das Christentum beschränkt ist! – ist recht spannend.

Erst am 23. Juli 1164, also vor 850 Jahren, erreichten die angeblich authentischen Gebeine der “Heiligen Drei Könige” nach einer Irrfahrt durch die Geschichte Köln. Da waren diese Sterndeuter also bereits über 1.000 Jahre tot und “ihren Dom” gab es noch nicht. Ursprünglich gefunden wurden sie angeblich von der Heiligen Helena (etwa 250 – 330), der Mutter des legendären römischen Kaisers Konstantin I., in Jerusalem bzw. Israel. Dort hatte die berühmte Helena dem Bischof Maraios im Jahre 326 berichtet, dass sie das Grab Christi gefunden habe, das unter einem römischen Tempel der Göttin Venus von Kaiser Hadrian liege. Heute steht dort die Grabeskirche von Jerusalem als heiligste Stätte des Christentums.

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Weiter heißt es, dass Helena in diesen Tagen nicht nur Teile des Kreuzes von Jesus fand, sondern eben auch Gebeine der Weisen aus dem Morgenland. Fast 1000 Jahre später überreichte Kaiser Friedrich I. (bekannt als “Barbarossa”) diese Reliquien am 23. Juli 1164 Rainald von Dassel, damaliger Erzbischof von Köln. Zwei Jahre zuvor hatte Friedrich Barbarossa diese bei der Eroberung von Mailand gestohlen (wohin 1903 Teile davon zurückgebracht wurden). Doch wer sind die Toten von Köln in Wirklichkeit? Das kann kein Mensch genau sagen und belegen.

Historiker zweifeln an den Reliquien

Wie bei so vielen Reliquien der Welt gibt es auch hier keine lückenlose und unstrittige Geschichte und Historie. Doch Reliquien waren im Mittelalter gleichzeitig auch immer ein boomendes Geschäft. Reliquien-Pilger brachten Geld und damit wirtschaftliches Wachstum in die jeweiligen Städte. Das ist heute nicht viel anders. Es wird wohl in den Tagen von Barbarossa & Co. niemand ernsthaft an der Echtheit bzw. ihrer wahren Natur der Gebeine gezweifelt haben. Heute zweifeln viele Historiker.

Eigentlich ist der Zweifel der Historiker kein Wunder, da schon das Neue Testament unseren heutigen “Drei-Könige-Kult” nicht belegt: Keine Namen, keine Anzahl der Gäste, keine Weisen, keine Könige – und wohl auch keine “Juden” sondern eher “Heiden”. Man kann die Story bei Matthäus 2 eben auch so deuten, dass drei heidnische Esoteriker aus dem Irak kamen, um das Kindlein zu preisen.

Damit wäre die Botschaft der “Weihnachtsgeschichte”, dass damals auch die Nicht-Juden (sprich: “Heiden”) erkannten, wer da von Maria geboren wurde …

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Der Stern von Bethlehem: Ein UFO der Astronautengötter? Falsche Zitate und wirre “Kritik” im Mainstream

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Der Stern von Bethlehem: ein UFO? Falscher Spott und wirre "Kritik" im Mainstream (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Der Stern von Bethlehem: ein UFO? Falscher Spott und wirre “Kritik” im Mainstream (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Forscher und Autoren der Prä-Astronautik, die die Idee verflogen, dass die “imaginären” Götter der Vergangenheit in Wahrheit Außerirdische waren, durchforsten bei ihrer Suche auch die Schriften der Vergangenheit. Auch und vor allem in diesen Überlieferungen und Texten finden sich unzählige Aussagen zu diesen göttlichen Wesen aus dem Himmel. So natürlich auch in der Bibel. Dabei wurde schon vor Jahrzehnten die These aufgestellt, dass der “Stern von Bethlehem” vielleicht ein Fahrzeug dieser “Götter” war. Ein UFO, dass die “drei Weisen aus dem Morgenland” den Weg wies, und über der “Krippe” mit dem Jesus-Kindlein zu sehen gewesen sein soll. Jetzt erschien allerdings eine “Kritik” an der Spekulation um das “Bethlehem-UFO” im Mainstream, dass einem fast die Worte fehlen. Wie Ihr hier lesen werdet, scheint hier die Presse vollkommen am Ziel vorbei geschrieben zu haben.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Jesus Christus und die Aliens

Es ist alles andere als neu, dass Prä-Astronautiker in der Bibel nach Spuren von Astronautengöttern suchen und dabei meistens nur das Alte Testament im Blick haben. Das Neue Testament des Christentums mit den Erzählungen über Jesus Christus wird eher am Rande bei diesen Thesen gestreift.

Dafür gibt es drei ganz einfache Gründe:

Erstens handelt das Neue Testament vor allem von den Taten Jesus und der Welt um sein sein Wirken und ist damit weitaus Jünger als all die mythologischen Geschichten im Alten Testament. Und zweitens enthalten die Schriften des Neuen Testament auf den ersten Blick nicht so viele Hinweise auf mögliche Götter der Sterne.

Vor allem aber gibt es einen dritten Grund. Viele Forscher scheuen davor Jesus Christus irgendwie mit diesen Aliens der Antike in Verbindung zu bringen. Die religiösen Gefühle von Milliarden Christen könnten dadurch mehr als nur ein wenig strapaziert werden. Das sieht man auch an der bekannten TV-Serie “Ancient Aliens”, die bis dato das Thema (und das Thema Marienerscheinungen) komplett ausgelassen hat, wie bereits HIER berichtet. Der amerikanische TV-Sender “History Channel” möchte auf keinen Fall die zahllosen Gläubigen und auch Fundamentalisten in den USA vor dem Kopf stoßen.

Auch Erich von Däniken wurde (meines Wissens nach) bereits vor 50 Jahren mit diesen religiösen Bedenken konfrontiert als er sein erstes Buch “Erinnerungen an die Zukunft” veröffentlichen wollte. Erst nach einer grundlegenden Überarbeitung seines Manuskriptes und der Entfernung der darin enthaltenen Jesus-Themen (u.a.) erschien das “entschärfte” Werk 1968. Dem damaligen ECON-Verlag war es schlicht “zu heiß”.

Das UFO von Bethlehem

Dennoch wurde das Thema “Jesus und Aliens” später in der Prä-Astronautik aufgegriffen. Wjatscheslaw Saizew aus der damaligen UdSSR war sicherlich mit seinem legendären Artikel “Wissenschaft oder Phantasie” in dem Magazin “Sputnik” 1968 (zu finden HIER) einer der ersten Mystery-Autoren. Vor allem aber nachdem das Buch “Jesus Christus – Erbe der Astronauten” von Gerhard R. Steinhäuser 1973 erschien, wurde das “heiße Thema” populärer. “Die Religion aus der Retorte” war ein weiterer provokanter Untertitel von Steinhäusers Buch, dem thematisch einige Autoren im Laufe der Jahre folgten. Beispielsweise Walter Hain, Peter Krassa oder auch Gisela Ermel.

Die These dahinter ist eigentlich vollkommen simpel, wenn man in die Bibel schaut. Die “Weihnachtsgeschichte” erzählt, dass Fremde bzw. Esoteriker aus dem Morgenland – über die in diesem Posting HIER umfangreich berichtet wurde – einem hellen Stern am Himmel folgten, bis sie den Geburtsort von Jesus Christus erreichten. Dieser Stern bzw. das UFO wies den Männern den Weg zu Jesus und blieb dann angeblich über seiner “Krippe” stehen. Hierhin mussten die “Weisen aus dem Morgenland” also ziehen, um das Baby zu finden.

Und da Maria, die Mutter Jesus, von einem Engel aus dem Himmel die kommende Schwangerschaft und Geburt von Jesus verkündet wurde, könnten hier Außerirdische hinter stecken. Noch dazu, da das Neue Testament betont, dass nicht Joseph als Mann von Maria der leibliche Vater des Kindes war – sondern Gott.

Klassische Überlieferungen, die jedes Kind heute kennt. Zumal in wenigen Tagen erneut die Weihnachtsfeiertage anbrechen. Allerdings auch Überlieferungen, die sich fraglos im Sinne der Prä-Astronautik deuten lassen. Auch wenn Astronomen schon seit sehr vielen Jahren den Stern von Bethlehem mit einer besonderen Planetenkonstellation oder anderen astronomischen Besonderheiten am Himmel zu erklären versuchen. Oder aber diese natürlicher Phänomene vor den Besuchern aus dem Morgenland herziehen bzw. ihnen den Weg zeigen können, steht auf einem anderen Blatt.

Damit war zumindest in der Grenzwissenschaft die Spekulationen um ein UFO von Bethlehem geboren. Wie so vieles in der Prä-Astronautik eine reine Hypothese, die sie niemals beweisen lassen wird.

Heute allerdings erschien auf der bekannten Internetseite “Telepolis” von “Heise online” eine “Kritik” an dieser Geschichte vom Bethlehem-UFO. Eine wirre Häme daran, die inhaltlich nicht nur vollkommen unleserlich ist. Sie ist auch noch falsch und mit Unwahrheiten “untermauert”!

Lügenmärchen …

In dem Artikel auf Telepolis vom 22. Dezember heißt es unter der Überschrift “Vom Himmel hoch direkt in die Krippe zu Bethlehem”, dass der Stern von Bethlehem nach einem UFO klingen würde. Auch im Petrus-Evangelium sei dieses UFO zu finden, wo “wiederum ein UFO am Himmel über dem Grab” Jesus stehen würde. Und weiter:

Der Mythos hält sich, obwohl die frühen Redakteure des Neuen Testaments ja genau deswegen das Petrusevangelium rausgeschmissen haben dürften. Es roch ihnen wohl doch — schon damals — zu sehr nach einer Episode aus Star Treck.” (“Star Trek”, so wäre es korrekt, schreibt der Autor in seinem Artikel “Lügenmärchen mit Sci-Fi Einschlag” wirklich mit “ck”)

“Kirk und Spock betreten — als Zeitreisende — eine Szenerie im Nahen Osten der ausgehenden Bronze-Ära”, so seine Häme an der Überlieferung im Petrus-Evangelium. “Das erschien den frühen Redakteuren des Christentums doch ein bisschen weit hergeholt”, heißt es auf “Telepolis” weiter, auch wenn der Text “als Augenzeugenbericht” in der Ich-Form niedergeschrieben wurde. Es sei, da wir das Buch nicht im Kanon der Bibel finden, “Pseudoepigraphisch” und damit “eine Lügengeschichte”.

Natürlich ist es Unsinn und schlicht unwahr zu sagen, dass pseudepigraphische Texte “Lügengeschichten” sind. “Die Qualifizierung einer Schrift als ‘pseudepigraph’ sagt nichts über die inhaltliche oder literarische Qualität aus”, bringt es beispielsweise sogar Wikipedia auf dem Punkt. Vielmehr ist es so, dass Texte außerhalb der Bibel Schatz- und Fundgruben für die Bibelforschung sind. Dabei ist es auch gleichgültig, dass oftmals nicht jene Personen sie verfassten, die als Autor genannt sind. Auch die fünf Bücher Mose hat nicht Moses geschrieben. Und die stehen in der Bibel.

Geburt und Tod Jesus: In der “Kritik” dasselbe

In dem “kritischen Beitrag” zum Bethlehem-UFO geht es erstaunlicherweise nur um das Evangelium des Petrus. Aus dem wird auch zitiert. Bibelzitate zu “Weihnachtsgeschichte” fehlen ganz. Und der gesamte Rest des Artikels ist vollkommen belanglos, da er andere Themen behandelt (recht zusammenhangslos verfasst, übrigens).

Doch es wird aus dem Petrus-Evangelium auch zitiert, um das “Bethlehem-UFO” ad absurdum zu führen:

In der Nacht aber (…) erscholl eine laute Stimme im Himmel, und sie sahen die Himmel geöffnet und zwei Männer in einem großen Lichtglanz von dort herniedersteigen und sich dem Grabe nähern. Jener Stein, der vor den Eingang des Grabes gelegt war, geriet von selbst ins Rollen und wich zur Seite, und das Grab öffnete sich, und beide Jünglinge traten ein.” (Verse 35-37)

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Diese Jünglinge sind jene angeblichen Engel des Herrn, die auch in der Bibel genannt werden. Einige Quellen nennen einen “jungen Mann” oder “Jüngling” und andere zwei, wie in diesem Posting HIER und diesem Artikel HIER auf diesem Blog umfangreich dargestellt. Jene, die der “Kritiker” als die Zeitreisenden “Kirk” und “Spock” aus “Raumschiff Enterprise” bezeichnet.

Nur gibt es einen offensichtliches Problem bei dieser “Schmäh-Kritik”, da diese nichts mit dem Stern von Bethlehem zu tun hat. Eindeutig ließt man schließlich auch von dem Tod oder der Auferstehung Jesus in dem Petrus-Evangelium-Zitat, dass immerhin Telepolis selber anfügt. Was hat das mit der Geburt Jesus und dem besagten Stern zu tun? Richtig – nichts.

Wenn man aber der These des Bethlehem-UFO oder “Jesus Christus – Erbe der Astronauten” (Steinhäuser) untermauert das von dem “Kritiker” angeführte Zitat mit den beiden Himmelswesen diese sogar noch. Eine “laute Stimme” ertönt, “zwei Männer in einem großen Lichtglanz” kommen aus dem sich geöffneten Himmel hernieder und rollen wie durch Zauberhand den Stein vom Grab Jesus beiseite …

Bei all der oft genug gerechtfertigten Kritik an der Prä-Astronautik und den Thesen der Raumfahrt im Altertum ist dieser Beitrag von Telepolis ein Tiefpunkt. Wirr verfasste Häme, die mit einem vollkommen falschen Zitat “untermauert” wurde, dass eigentlich eher für die Idee der Ancient Aliens spricht …

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Engel sind wahrlich keine Engel: Das völlig falsche und verzerrte Bild der lieblichen “Boten Gottes” der Bibel

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Engel – In Wahrheit waren sie alles andere als Engel. Im Gegenteil! (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

In diesen Tagen kurz vor Weihnachten sind sie wieder allgegenwärtig: Die Engel. Niedliche oder besser gesagt kitschige Darstellungen der Boten und Diener Gottes, die wir alle aus der Bibel kennen. Glauben zumindest die meisten Menschen und “Gläubigen”. In Wahrheit sind Engel alles andere als Engel in den alten Schriften und Überlieferungen. Fast alles, was heute als “Engel” gehandelt wird, ist nicht nicht nur falsch und verzerrt, sondern schlicht erfunden und falsch. In diesem Artikel erfahrt Ihr, warum die heutigen Engel schon lange nichts mehr mit ihrem wahren Ursprung zu tun haben – und dass diese Himmelswesen aus dem Hofstaat Gottes das genaue Gegenteil von dem waren, als was sie heute angesehen werden. Eine unangenehme Wahrheit, die von der Kirche längst verdreht wurde …


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Engel sind keine Engel

Jahrtausende alte Schriften und Texte aus dem Nahen Osten erzählen uns von seltsamen Wesen aus dem Himmel. Meistens werden sie darin Himmlische, Söhne Gottes, Gesandte, Göttersöhne, Wächter, himmlische Heerscharen etc. genannt. Heute kennt sie jeder unter ihrem allgemeinen Namen „Engel“.

Das Problem ist nur, dass diese „Abgesandten Gottes“ lange schon ihre wahre Identität verloren haben. Engel von heute sind nur noch Karikaturen ihres wahren Ursprungs. Ein erster flüchtiger Blick genügt hier schon:

Die mythischen Himmlischen sahen in den alten Texten alle ausnahmslos wie wir Menschen aus. Und ohne Ausnahme waren es Männer wie die irdischen Männer. Mit dem Unterschied natürlich, dass ihre Welt eben nicht die Erde gewesen sei, sondern sie vom Himmel kamen. „Engel“ waren demnach alles andere als die asexuellen Gestalten mit Flügeln, Harfe oder Trompete in der Hand, dicken Kinderbäckchen und niedlichen Babygesichtern von heute.

Es ist ein vollkommen verzerrtes oder besser gesagt falsches und erfundenes Bild, dass heute von Engeln in der westlichen Welt vorherrscht. Gerade in der Weihnachtszeit, in der allerorten solche kitschigen Engel-Darstellungen zu sehen sind. Ob in Kirchen, heimischen Wohnungen oder in den Innenstätten: Überall Zerrbilder, die rein gar nichts mit den Engel der alten Schriften zu tun haben.

Gleiches gilt auch für die „moderne“ Art der Engel als Lichtwesen, Schutzengel oder „spirituelle Begleiter“ usw. Solche Ansichten sind ebenfalls Erfindungen und Wunschdenken, die sich aus keinen alten Überlieferungen wirklich herleiten lassen.

Aus diesem Grund lohnt es sich immer mal wieder in Erinnerung  zu rufen, was die alten Texte von diesen Engeln eigentlich so alles erzählen.

Männer sind auch nur Engel

Schauen wir zuerst auf eine spannende Aussage des Propheten Henoch, die wohl kaum jemand kennt. Henoch hält in den nach ihm bekannten Schriften zum Beispiel fest, dass er einst von den „Glorreichen“ von der Erde in die Gefilde des „Höchsten“ entrückt wurde. Engel bzw. „Wächter des Himmels“ nahmen ihn fort und brachten ihn zu Gott. Oder, da Henoch nie den Terminus „Gott“ nutzte, zum „Höchsten“ oder auch den „Alten, des Regenten der Sternenreihen“ (Slawisches Buch Henoch 4,1).

Hier oben im Himmel – außerhalb der irdischen Welt der Menschen – zog er dann die Kleidung der vermeintlichen „Engel“ an, um dann erstaunt an sich festzustellen:

Als ich mich beschaute, war ich wie einer der Glorreichen ohne Unterschied. Furcht und zittern viel von mir ab.“ (Slawisches Buch Henoch 22,10)

Folgerichtig hat der Mensch und Mann Henoch sich nur umziehen müssen, um wie ein Engel auszusehen. Schon das ist mit Blick auf die Engel von heute eine staunenswerte Feststellung.

Eine Ausnahme dieser Männer aus dem All ist aber im Jahrhunderte später entstandenen Koran zu finden. Dort wird von eindeutig weiblichen Engeln gesprochen, die sich sonst nirgendwo finden. So heißt es in Sure 43, Vers 19:

Und sie machen die Engel, die des Gnadenreichen Diener sind, zu weiblichen Wesen.

Solche “weiblichen Engel” sind den älteren Texten des Nahen Osten vollkommen fremd. Eigentlich aber haben Engel im Islam keine festen Körper. Sie seien auch Licht erschaffen worden und damit nicht-materiell.

Thomas von Aquin (1225 – 1274), einer der bedeutendsten Kirchenlehrer und Theologen der Katholischen Kirche, sieht das in seinen Lehren sehr ähnlich. In seinem Werk “Summa theologica, also der “Summe der Thologie” legte r fest, dass Engel immaterielle Wesen des Himmels seien. Sie haben keine Materie, so der Theologe in seinem bedeutenden Standartwerk.

Im Buch Tobit aus dem 2. Jahrhundert vor Christus lesen wir dann aber wiederum, dass die Himmlischen den Menschen glichen. Nicht nur glichen – sie waren identisch mit uns Menschen bzw. den Männern der Menschen:

Tobias ging hinaus, um jemanden zu suchen, der mit ihm nach Medien reisen könnte und dem der Weg vertraut war. Er ging also hinaus und fand Rafaël, den Engel, vor sich stehen. Er wusste aber nicht, dass es ein Engel Gottes ist.“ (Tobit 5,4)

„Junger Mann“ und „Bruder“ nannten Tobias und andere im Verlauf des Textes im Buch Tobit den Engel. Offensichtlich sah er demnach nicht aus, als stamme er nicht der Erde. Flügel, eine Trompete dicke Bäckchen und ein asexuelles und babyhaftes Aussehen war an ihm ebenso wenig zu erkennen. Das wäre Tobias und den anderen Personen der Überlieferung sicherlich aufgefallen.

Engel-Besuch in Sodom

Wie auch bei den drei Engeln von Sodom im 1. Buch Mose.

Laut dem Buch Genesis (Kapitel 18) kamen drei Männer in das Lager von Stammvater Abraham und seiner Frau Sara. Abraham lebte in diesen Tagen als Nomade und Schäfer unweit der verruchten Stadt Sodom. Dass die drei Männer in Wahrheit aber Engel waren, erkannten sie vorerst nicht. Im Gegenteil, da die Familie Abraham die drei Herren erst einmal freundlich als Gäste in ihren Zelten willkommen hieß.

Wie wir wissen, war die zu überprüfende Stadt Sodom eine Stadt voll Sünde und Gotteslästerung. Sie und einige andere Orte der Region wurden letztlich durch den Zorn Gottes vernichtet. Mit fast allen Bewohnern.

Zum Teil wird einer der Männer/Engel später sogar als Gott persönlich angesprochen. Was recht interessant ist, da die Bibelforschung die drei Männer als „Vorzeichen der Dreifaltigkeit Gottes“ deutet. Also Gott, Sohn und Heiliger Geist (was aber eine Erfindung des Christentums ist, die nicht durch die Bibel belegt ist).

Abraham und Sara bewirteten im Folgenden gastfreundlich die drei Engel, die dann weiter Richtung Sodom zogen. Es galt vor Ort zu prüfen, ob die Stadt tatsächlich so sündig und ungerecht sei, wie es den vollkommen menschlichen Engeln zu Ohren gekommen war.

Übrigens sagt die Bibelforschung zu dieser Bewirtung wiederum, dass die Autoren der Geschichte damit lediglich die unter Nomaden verbreitete Gastfreundschaft betonen wollten. Den Umstand, dass Abraham im weiteren Verlauf der Erzählung dann mit Gott/den Engeln um die Anzahl der in Sodom lebenden Gerechten feilscht und handelt – ist nach Bibel-Exegese Ausdruck der im Nahen Osten beliebten Feilscherei …

Zurück zu der Erzählung:

Am Stadttor von Sodom angekommen saß Lot – der Neffe von Abraham – davor (Gen. 19,1ff.). Mit den Worten „meine Herren! Kehrt doch ein in das Haus eures Knechtes“ lud er sie in sein Haus ein. Gastfreundlich eben.

Auf sein Drängen gaben die Engel schließlich nach und kamen mit. Eigentlich wollten sie auf dem Markplatz von Sodom übernachten. Was dann geschah, kennen viele Menschen aus aller Welt:

Noch hatten sie sich nicht niedergelegt, da umringten die Männer der Stadt, die Männer von Sodom, das Haus, vom Knaben bis zum Greis, das ganze Volk von allen Enden der Stadt.

Und sie riefen nach Lot und sagten zu ihm: Wo sind die Männer, die diese Nacht zu dir gekommen sind? Führe sie zu uns heraus, dass wir sie erkennen!“ (Gen. 19,4-5)

Auch hier: Eindeutig vollkommen menschliche Männer diese Engel des Himmels. Immerhin wollten die (männlichen und homosexuellen) Bewohner von Sodom mit ihnen sogar Sex („erkennen“) haben. Selbst als Lot anbot, dass er seine beiden jungfräulichen Töchter zum Sex herausbringen würde, damit man seine Engel in Ruhe ließe, lehnte der Pöbel vor dem Haus ab.

Was sagt die Bibelforschung dazu? Es sei ein indirekter oder verspielter Hinweis darauf, dass Homosexualität gegen Gottes Gebote und eine schwere Sünde sei.

Auf der Suche nach den Engeln der Bibel

Engel des Himmels, die hin und wieder als „Glorreiche“ oder „Wächter“ bezeichnet werden, waren nach diesen Textbeispielen zweifellos Männer. Nicht oder kaum zu unterscheiden von den Männern der Menschen, die damals über die Erde liefen. Und doch glaubt jeder „anständige Christ“ genau zu wissen, was es mit diesen Wesen auf sich hat. Immerhin berichtet ja die Bibel vielfach von ihnen – glauben sie zumindest – und schon die Geburt von Jesus Christus wurde ja von einem Engel verkündet.

Mit diesem „Wissen“ ist die Tatsache erstaunlich, dass man in den Schriften der kanonischen Bibel meist vollkommen vergeblich nach Engeln sucht. Namentlich genannt werden sogar nur vier Männer: Michael, Gabriel, Rafael und den später gegen den Höchsten auflehnenden Rebellenführer Luzifer (s. weiter unten).

Alle Engel von heute wurden später erfunden oder stehen in alten Schriften, die wir heute nicht in der Bibel finden. Wie die Bücher Henoch oder auch das Buch der Jubiläen. Von dort bedienten sich die gläubigen Kirchenväter mit vollen Händen im Pool der Himmlischen. In ihren Lehren oder besser gesagt Irrlehren unterschlagen sie dabei bis heute, was in diesen Texten die Wesen Gottes eigentlich so alles machten.

Sehr umfangreich und im Detail beleuchtet habe ich das im meinem Buch „Rebellion der Astronautenwächter“. Aufgrund des gewaltigen Umfangs des Themas, möchte ich an dieser darauf verweisen.

Der Hofstaat des Herrn

Es soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Bibel ganze Scharen von Engeln kennt. Zwar nennt sie keine Namen, aber immer wieder findet der aufmerksame Leser die „himmlischen Heerscharen“. Einen Hofstaat des Herrn voller Engel, deren Anzahl an keiner Stelle exakt benannt ist. Der „Herr der Heerscharen“, wie Gott im Alten Testament auch genannt wird (z. B. in 1. Sam. 4,4), habe tausende von Engeln unter und um sich gehabt. Sagen zumindest einige Texte außerhalb der Bibel.

Konkreter wird es im bereits oben zitierten Buch Tobit. Dort lesen wir in 12,15 zumindest von sieben Anführern (ohne Namen):

Denn ich bin Rafaël, einer von den sieben Engeln, die vor die Herrlichkeit des Herrn treten dürfen.“

Nur sieben dürfen das? Eine klare Hierarchie der Engel im Himmelreich der Glückseligkeit. Was aber auch nicht von der modernen Bibel-Lehre abgestritten wird. Warum sich aber niemand der Gläubigen fragt, weshalb es im himmlischen Reich Gottes eine Hierarchie unter den Glorreichen geben soll, ist zumindest mir schleierhaft.

Der Hofstaat des Herrn aus seinen Helfern und Helfershelfern ist gleichzeitig eine himmlisches Ratsversammlung. Eine Glaubensvorstellung, die wir von den alten Völkern Mesopotamiens bis zu den Römern und Griechen überall vorfinden: Ein Chef-Gott und ein Stab von Beratern, Unter-Göttern, Himmlischen oder eben Engeln. Dazu mehr in dieser Artikel-Reihe HIER.

Im Neuen Testament ist dazu eine recht interessante Spur zu finden, da dort eventuell die Anzahl der Berater am Himmels-Hof genannt ist. In der Offenbarung heißt es, dass der Herr einen Ältestenrat von 24 Getreuen um sich versammelt hatte:

Und rings um den Thron waren 24 Throne, und auf den Thronen saßen 24 Älteste, bekleidet mit weißen Kleidern, und auf ihren Häuptern goldene Kronen.“ (Off. 4,4)

Solche Überlieferungen passen natürlich auch nicht in das heutige Bild der Engel, die ihren Herrn umgeben. Der Allmächtige bedarf doch eigentlich keinen Ältestenrat, Berater oder überhaupt Boten als Mittler seines Willens. Sollte man denken.

In einem beliebten viel genutzten Handbuch zur Bibelforschung liest sich das so:

Im Alten Testament bedeutet Söhne Gottes immer die Wesen, die zum Hof oder Heer Jahwes gehören ihm dienen und seine Boten sind.“

Beispielsweise im 1. Buch der Könige in Vers 22,19:

Ich sah Jehova auf seinem Throne sitzen, und alles Heer des Himmels bei ihm stehen, zu seiner Rechten und zu seiner Linken.“

Ein Angehöriger des Stabes um Gott war natürlich auch der Engel Luzifer. Bevor man ihn verteufelte. So erfahren wir im Buch Hiob 1,6 über eine Versammlung des Herrn mit seinem Engel-Hofstaat Folgendes:

Es begab sich aber eines Tages, da die Söhne Gottes vor den Herrn zu treten pflegten, dass auch der Satan unter ihnen kam.“

Hier steht die Bezeichnung „Satan“ für den Engel Luzifer.

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Guter Bote …

Göttersöhne“ (s. weiter unten), „Söhne des Höchsten“, „Wächter“ … alle diese Bezeichnungen für Engel und ihren Staat sind zwar selten in der Bibel, aber durchaus vorhanden. Sie finden sich ausführlich bei Henoch & Co. Zugleich sind es eben die Boten Gottes, wie es auch der Name „Engel“ sagt, was vom griechischen „ángelos“ stammt und so viel wie „Bote“ oder „(Ab)Gesandter“ bedeutet. Wer diese Schriften und biblischen Texte auch nur etwas genauer kennt, der weiß, dass die Bezeichnung als „Bote“ durchaus zutreffend ist. Immerhin treten diese Himmels-Männer als Botschafter des Herrn auf.

Im Koran sind Engel ebenfalls Diener. Mittler und Boten Gottes. (z. B. Sure 43:19 Sure 16:2 oder Sure 21:26), was eigentlich nicht weiter verwundern sollte. Immerhin entstand der Koran nach und aus den jüdisch-christlichen Texten und der Bibel. Das Judentum und das Christentum sind die Grundlage des Koran und Islam.

Besonders erfreulich war ihre Botschaft natürlich im Neuen Testament, wo sie die berühmte „Frohe Botschaft“ verkündet haben.

Als laut der „Weihnachtsgeschichte“ das leere Grab Jesus Christus entdeckt wurde, waren sie da, um die Botschaft der Auferstehung zu überbringen. Ein oder zwei von ihnen. Laut dem Evangelium des Markus (16,5) trafen die drei Frauen Maria, Maria Magdalena und Salome im Grab „einen jungen Mann“ an, „der mit einem weißen Gewand bekleidet war“. Ein Engel, der vom Himmel kam und laut Matthäus Evangelium (28,3) „wie der Blitz“ ausgesehen haben soll und ein „Gewand weiß wie Schnee“ trug. Lukas indes erzählt in 24,4 von „zwei Männer in strahlendem Gewand“, die am leeren Grab erschienen seien.

Auch hier zeigt sich die Betonung der fremdartigen oder zumindest außergewöhnlichen Kleidung dieser Männer vom Himmel.

Übrigens konnte auch Luzifer als rebellierender Engel gegen Gott wie ein Blitz vom Himmel fahren. Jesus selber habe das gesehen, wie er es zu Lebzeiten seinen Jüngern sagte:

Da sagte er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz aus dem Himmel fallen.“ (Lk. 10,18)

Die Männer des Himmels standen laut Bibel zum Teil sogar unter Termindruck. Zumindest kann man so Daniel 10,13-14 deuten. Hier offenbart sich Daniel ein ihm fremder Engel, obwohl zuvor „Michael, einer der ersten Fürsten“ mit ihm Kontakt hatte. Jetzt aber kam dieser andere Himmlische, um die Mission weiter zu führen. „Einer, den Menschenkindern gleich“ übrigens.

… schlechter Bote

Wenn die Bibel und verwandte Überlieferungen Gott als „Herr der Heerscharen“ benennt, sollte der genaue Leser eigentlich ebenfalls stutzig werden. Hier ist nicht von den Scharen des Herrn im Sinne von Gott die Rede, sondern von einem Herr – und damit von einer kriegerischen Organisation! Ein Heer ist nichts anders als Militär oder eine Armee.

Überspitzt aber dennoch wahrheitsgemäß ausgedrückt, stellen wir uns also zu Weihnachten Soldaten/Krieger in die Wohnzimmer und Kaufhäuser. Mit ihren goldenen Haaren, Flügelchen und kindlichen Aussehen mag man es gerne vergessen. Vor allem angesichts der Botschaft, die schließlich ein oder zwei der Himmels-Krieger am leeren Jesus-Grab nach der Auferstehung den Anwesenden verkündet haben.

Anders erging es erneut dem Propheten Henoch, als dieser von zwei Wächtern in den Himmel geholt wurde. Er sah dort nämlich beispielsweise das:

Inmitten des Himmels sah ich bewaffnete Scharen, die dem Herrn mit Pauken und Zhmbeln fortwährend Lob sangen. Ich ergötzte mich an ihnen.“ (Slawischens Buches Henoch 17,1)

Wer sich bis hierhin noch nicht von dem Bild der Engel in den Köpfen der westlichen Welt verabschiedet hat, sollte es spätestens jetzt. Bleiben wir aber bei der Bibel als „Quelle“ des Engel-Bildes.

Im Buch Numeri lesen wir die Geschichte von Bileam, wie er zu König Balak reisen wollte. Kein König, der dem Volk Israel wohlgesonnen war, wohlgemerkt. Der Herr wollte dieses Treffen unterbinden „und wurde zornig, weil Bileam mitging“. Also sandte er einen seinen Botschafter aus „und der Engel des Herrn trat Bileam in feindlicher Absicht in den Weg“ (Num. 22,22). Und Bileam „sah den Engel des Herrn auf dem Weg stehen, mit dem gezügten Schwert in der Hand“, heißt es daraufhin später im Buch Numeri 22,31.

Während das Erlebnis von Bileam noch harmlos war, ist das, was das 2. Buch der Könige überliefert, schon eine ganz andere Kategorie. In den Texten heißt es, dass der assyrische König Sanherib 701 vor Christus den Jerusalemer König Heskija/Hiskia bedrohte und ihm eine Art Ultimatum zukommen ließ. Laut 2. Kön. 19,14-16 aber auch Jes. 37,14-20 nahm König Hiskia die Drohschrift der Assyrer und trug sie mit der Bitte um Hilfe Gott mittels der Bundeslade im Tempel vor.

Laut der Überlieferung in der Bibel hat der Höchste den Hilferuf des Königs auch gehört. Also schickte der Herr einen seiner Engel, der die Sache auf „göttliche Art“ erledigen sollte:

In jener Nacht zog der Engel des Herrn aus und erschlug im Lager der Assyrer 125.000 Mann. Als man am nächsten Morgen aufstand, fand man sie alle als Leichen.“ (2. Kön. 19,35)

Ob Wahrheit oder Fiktion: Das sind die Geschichten, die die Bibel über Engel aus dem Hofstaat Gottes überliefert!

Sex-Lüsterne Engel

Auch wenn im Zeitalter der Aufklärung bzw. im 19. Jahrhundert einige Künstler Engel weiblich darstellten, waren sie es nicht. Ganz besonders zeigt sich das bei ihrem allerersten Auftreten in der Bibel überhaupt, wo sie direkt das moderne Engel-Bild zunichte machten.

Dort lüsterte es ihnen nach Sex mit den Frauen der Menschen auf der Erde, mit denen sie unbedingt Kinder zeugen wollten. Für angeblich aus Licht von Gott geschaffene und nicht-materielle Wesen schon eine durchaus verblüffend menschliche Schwäche dieser Engel.

Beschrieben ist das im 1. Buch Moses ab 6,1 in nur vier Versen. Wir erfahren dort, dass sich vor der Sintflut die Menschheit verbreitete und die „Töchter der Menschen schön waren“. Da „sahen die Göttersöhne, wie schön die Menschentöchter waren, und sie nahmen sich von ihnen allen Frauen, die sie auswählten“, wie es die Bibel weiß. Riesen habe es damals gegeben, „nachdem sich die Göttersöhne mit den Menschentöchtern eingelassen und diese ihnen Kinder geboren hatten“, so Gen. 6,4.

Da im Zuge dieser Vermischung der abtrünnigen Engel mit menschlichen Frauen angeblich die „Bosheit des Menschen zunahm und das alles Sinnen und Trachte seines Herzens immer nur böse war“, wollte Gott alle töten. Deshalb habe er die Sintflut geschickt, denn es „reute es den Herrn, auf der Erde den Menschen gemacht zu haben“ sagt Gen. 6,6.

Überaus detailliert schildern diese Geschehnisse biblische Texte außerhalb der Bibel und auch Schriften aus den Höhlen von Qumran. Auslöser für alle diese Ereignisse war der Wunsch einer Gruppe von himmlischen Engeln nach Sex mit Menschenfrauen. Sie planten eine Rebellion gegen den Höchsten der Ratsversammlung und „diesen Plan nicht aufzugeben, sondern ihn auszuführen“. So sagt es das äthiopische Buch Henoch in 6,4 beispielsweise. Oder an anderer Stellen:

Sie gingen zu den Menschentöchtern auf der Erde, schliefen bei den Weibern und verunreinigten sich; dann machten sie sie mit allen Arten von Sünden bekannt. Die Weiber gebaren Kinder und dadurch ward die ganze Erde von Blut und Ungerechtigkeit erfüllt.“ (Äthiopische Buch Henoch 9,8-9)

Alle anderen bei ihnen nahmen sich Weiber, und jeder von ihnen wählte sich eine aus. Dann begann sie, zu ihnen zu gehen und sich an ihnen zu verunreinigen. (…) Sie wurden schwanger und gebaren Riesen, die 3.000 Ellen groß waren. Diese verzehrten alle Vorräte der anderen Menschen. Als aber die Leute ihnen nichts mehr geben konnten, wandten sich die Riesen gegen diese und fraßen sie auf.“ (Äthiopische Buch Henoch 7,1-4)

Insgesamt seien es 200 Himmlische gewesen, „die in Jareds Tagen zum Gipfel des Hermonsberges herabstiegen“ erzählt Henoch. Diese Engelschar wurde von 19 namentlich genannten Anführern befehligt, wobei sich ihnen auch „Semjasa, ihr Oberster“ trotz anfänglicher Bedenken anschloss.

Wirklich kein „engelhaftes“ Verhalten der Himmlischen.

Göttersöhne

„Göttersöhne“ sind eine uralte Bezeichnung für die heutigen Engel. Im frühen Judentum bzw. den Schriften der Bibel steht sie für ein Pantheon von himmlischen/göttlichen Wesen. Den Hofstaat oder die die Entourage von Gott als Höchsten. Hierzu finden sich zahlreiche sehr deutliche Parallelen zu benachbarten Völkern der biblischen Autoren. Erinnerungen an urzeitliche Götterwesen im Himmel, wie es die Bibelforschung sieht.

Allerdings sollen diese Göttersöhne nicht nur vor der Flut auf der Erde gewesen sein, sondern auch in historischer Zeit. So heißt es im Buch Daniel in 3,25:

Ich sehe aber vier Männer frei im Feuer umhergehen und sie sind unversehrt; und der vierte sieht aus, als wäre er ein Sohn der Götter.

Angeblich soll das der babylonische König Nebukadnezar gesagt oder gesehen haben. Eine geschichtlich belegte Person also. Wobei das Buch Daniel aber fraglos eine apokalyptische Schrift ist, die bekanntermaßen angeblich „codierte Visionen“ beinhalten. Daniel nennt wie andere Propheten auch die Göttersöhne aber auch Wächter. „Und siehe, ein heiliger Wächter fuhr vom Himmel herab“, lesen wir dort in 4,10. Und in 4,20 heißt es, „dass aber der König einen heiligen Wächter gesehen hat vom Himmel herabfahren“ wäre.

Verständlich, dass „Söhne der Götter“ (vor allem wenn sie Sex mit Menschenfrauen haben) im Monotheismus der Bibel bei Juden und Christen ein Problem sind. In der Septuaginta, der ältesten bisher bekannten durchgehende Übersetzung der hebräisch-aramäischen Bibel, war man deshalb ganz geschickt bei der Verschleierung dieser unangenehmen Aussagen. Hier setzte man einfach „Engel Gottes“ als „Übersetzung“ ein. Zum Beispiel bei Hiob in 1,6, wo der Höchste seinen Hofstaat inklusive Luzifer zusammenkommen lässt.

Bei anderen erhaltenen Übersetzungen wie etwa Texten in Griechisch sind unliebsame Feststellungen mit „Söhne des Himmels“ wiedergegeben. Etwa jene, in denen die Göttersöhne sich mit den irdischen Frauen vereinigten in Gen. 6,1-4. Jüdische Rabbiner haben diese sogar als „Söhne der Richter“ gedeutet, um ihnen so jegliche Verbindung zu Gott und dem Himmel abzuerkennen.

Damit wurden aus diesen außerirdischen und göttlichen Wesen des Himmels – Menschen. Nur wären dann auch die Engel der Christenheit Menschen …

Gefallene Engel

All dies taten die Göttersöhne in den Tagen vor der Sintflut, als laut Buch Genesis Henoch lebte. Der Anführer dieser Rebellen ist heute unter den Namen Luzifer, Teufel oder schlicht Satan jedem einen Begriff. Jener Engel vom Hofstaat Gottes, der sich gegen seinen Herrn aufrührte und so vom Himmel verstoßen wurde. In der christlichen Tradition wurde daraus später der „Fall der Engel“.

Hier ist sich die Bibelforschung einig, dass sich die „gefallenen Engel“ auch und vor allem aus den Texten außerhalb der Bibel herleiten. Die vier knappen Verse im Buch Genesis sind nur „mythologische Reste“ dieser himmlischen Sünder und ihrer Menschenfrauen. Auch darin ist man sich einig. Einig ist man sich auch, dass Luzifer ihr Anführer war und dessen „Fall“ mit Textstellen in der Bibel über den Sturz des „Morgenstern“ verbunden wurde.

Luzifer beutet vom Lateinischen „Lichtbringer“. Einer der vielen Gründe, weshalb verschiedene Übersetzungen der Bibel und einige der ersten Kirchenväter Luzifer mit dem Morgenstern gleichstellen oder direkt übersetzten. Oder umgekehrt.

Ohne hier zu sehr ins Detail gehen zu wollen, wandelte sich der Engel Luzifer und der Morgenstern im Laufe der Zeit bei den Übersetzern zum Satan. Wirklich Gleichgestellt wurde der Lichtbringer Luzifer mit dem Satan aber erst in späterer Zeit. Hier vor allem in außerbiblischen Büchern, wie etwa „Leben Adam und Evas“. Wieder ein Buch also, das nicht in der Bibel zu finden ist, doch dessen Inhalt in den kirchlichen Lehren und Traditionen übernommen wurde.

Was aber in diesem Zusammenhang am Rade durchaus interessant ist, ist der Umstand, dass sich Jesus Christus in der Offenbarung (22,16) selber als „strahlender Morgenstern“ bezeichnet. Tatsächlich sah man deshalb im frühen Mittelalter Luzifer sogar als einen Beinamen von Jesus selber an.

Im Evangelium des Lukas sagt Jesus wiederum:

Ich sah den Satan wie einen Blitz aus dem Himmel fallen.“ (Lk. 10,18)

Passend für einen Lichtbringer.

„Satan“ ist eigentlich für den Anführer dieser rebellierenden Engel ein nicht minder treffender Name. Im Hebräischen bedeutet „ha-Satan“ so viel wie „Widersacher“. Genau das war er mit seiner  Schar Engel, die vom Himmel zu den Menschenfrauen kamen, ja auch. Erst die aufkommende christliche Engelslehre im 4. und 5. Jahrhundert formte nach und nach das heute bekannte Bild der „gefallenen Engel“.

Sie fielen ja durchaus tatsächlich.

Und zwar vor den Augen ihres Höchsten, gegen die sich meuterten um auf die Erde zu kommen. Ein Zurück gab es für diese 200 Wächter nicht mehr, wie es die Schriften und jüdische Sagen berichten. Henoch als weiser und tugendhafter Mann wurde sogar vom obersten Herrn dazu berufen, dass er als Mensch als Mittler zwischen herabgestiegenen Engeln und ihm fungieren solle. Als Diplomat und Botschafter zwischen Himmel und Erde.

So preist zum Beispiel auch das Buch der Jubiläen in 4,22 Henoch aufgrund seiner Taten mit den Worten:

Er zeugte gegen die Wächter, die mit den Menschentöchtern sündigten. Denn jene begannen, den Menschentöchtern beizuwohnen, so dass sie befleckt wurden, und Henoch zeugte gegen sie alle.“

Keine Gnade für die Engel!

Dass der Höchste über den Fall oder besser Abfall seiner Engel von ihm mehr als nur zornig war, lesen wir etwa in drastischen Gottesworten wie diesen:

Henoch, du Schreiber der Gerechtigkeit, geh hin und verkünde den Himmelswächtern, die den hohen Himmel, die heilige ewige Stätte verließen, sich mit Weibern nach Menschenart verunreinigten, sich Weiber nahmen und so großes Verderben auf die Erde brachten:

Sie werden weder Frieden noch Verzeihung finden. So oft sie sich über ihre Kinder freuen, werden sie die Ermordung ihrer Lieblinge erleben und über den Untergang ihrer Kinder seufzen; sie werden immerdar bitten, aber weder Gnade noch Frieden erlangen!“ (Äthiopisches Buch Henoch, 12,4)

Und so führte der „Fall der Engel“ auch laut Alten Testament zu Sintflut und „das Ende allen Fleisches“, wie es der Herr beschloss.

Schon sonderbar, was die „Ur-Engel“ getrieben haben sollen, und was die christliche Engelslehre aus ihren und ihrem „Fall“ machte. Dabei sagt schon das Alte Testament selber, dass Gott seinem Hofstaat nicht traute:

Siehe, selbst seinen Dienern vertraut er nicht, und seinen Engeln legt er Irrtum zur Last.“ (Hiob 4,18)

Auch das offensichtlich eine unpassende Aussage für ein (christliches) Himmelreich der Glückseligkeit bei Gott. Wobei es aber nicht so war, dass die Engel, Wächter, Göttersöhne, Boten – oder welchen ihrer Namen man auch bevorzugen mag – nicht wieder versuchten zurück in den Himmel kommen. So lesen wir bei Henoch in seiner Funktion als Mittler zwischen Erde und Himmel unter anderem folgende Passage:

Sie (die Wächter des Himmels, L.A.F.) baten mich (Henoch, L.A.F.), für sie eine Bittschrift zu schreiben, damit ihnen Verzeihung zuteil würde, und ihre Bittschrift vor dem Herrn des Himmels vorzulesen. Denn sie konnten von da an nicht mehr mit ihm reden, und ihre Augen zum Himmel erheben aus Scham über ihre Sünden, derentwegen sie gestraft wurden. So verfasste ich ihre Bitt- und Flehschrift (…).“ (Äthiopisches Buch Henoch 13,4-6)

Genutzt hat es bekanntlich nichts. Schließlich sind Engel eigentlich auch nur Menschen, wenn es heißt:

Es wurden ja die Menschen ganz gleich wie die Engel geschaffen (…)“ (Äthiopisches Buch Henoch 69,11).

Da sollte es auch nicht verwundern, dass diese Wesen sich nach den Frauen der Irdischen sehnten. Nicht nur weil es offensichtlich keine Frauen unter den Engeln gab. Auch deshalb, da beide „Spezies kompatibel“ waren. Die Söhne des Himmels waren aber laut einigen Schriften „Riesen“. Sicher nicht hoch wie ein Kirchturm, wie man sie aus Märchen und Sagen kennt, aber offenkundig größer als die Menschen der damaligen Zeit. Schon 2 Meter Körpergröße war von Jahrtausenden durchaus ein Riese.

Im Slawischen Buch Henoch (18,1) erfahren wir auch dazu etwas.

Als der Prophet auf dem Weg zum Höchsten durch die Himmelsregionen flog sah er „viele Scharen Wächter; ihr Aussehen glich den Menschen; sie waren größer als die größten Riesen.“ So sollte es nicht verwundern, dass laut 1. Buch Moses und zahllosen außerbiblischen Überlieferungen die Kinder der Engel mit den Menschenfrauen zu Riesen heran wuchsen. Halb-Engel vom enormen Wuchs, der mit Sicherheit nicht 3.000 Ellen betrug, wie weiter oben zitiert.

Dies wären immerhin rund 1,5 Kilometer Körpergröße …

Und die guten Erzengel?

Jetzt könnte man einwenden: Gut, diese Engel waren nun wirklich keine Engel. Aber es gibt ja in der Bibel die Erzengel; also die Guten.

Leider stimmt auch das so nicht.

Von den drei in der Bibel genannten Engeln (plus Luzifer) ist einer ausdrücklich der Chef. Es ist der Engel Michael, der in Judas 9,9 als „Erzengel Michael“ bezeichnet wird. Rafael und Gabriel werden zwar in der Bibel ausdrücklich als Engel bezeichnet, aber nur als einfache Engel. Alle anderen Erzengel, die man heute vor allem in der weltweiten Tradition unterschiedlicher christlicher Strömungen findet, sind pure Erfindungen.

Die christliche Tradition machte aber auch Rafael und Gabriel kurzerhand einfach so zu Erzengeln. Ebenso Uriel, den wir natürlich nirgends in der Bibel finden. Wie auch die ganze Armee von Engel-Namen bzw. Erzengeln wie Zedakiel, Anael, Sychael, Phlogotheel ,Rumiel, Pantasaron und viele weitere mehr. Ausnahmslos alles Fake-Engel.

Erst im 6. Jahrhundert erfanden die frühen Christenväter die heutige Engelslehre, die sich „Pseudo-Dionysius Areopagita“ nennt. Hierin wurde versucht der Welt der himmlischen Boten eine Struktur und vor allem eine Hierarchie zu geben. Eine Ordnung mit Gott an der Spitze und von da weiter abfallenden niederen Engeln. In den heute erhaltenen frühen Kirchen erkennt man diese erfundene Hierarchie sehr gut an den prachtvollen Innengemälden.

Bei den ersten Engel-Darstellungen ist es interessant, dass diese auch keine Flügel haben. Zum Beispiel zu finden in den Katakomben von Rom aus dem 3. Jahrhundert, in denen die ersten Christen auch ihre Toten bestatteten.

Nur findet man bekanntlich eine Vielzahl an Wächtern inkl. Namen in den Texten außerhalb der Bibel, von denen bei Henoch 19 explizit als „Anführer“ bezeichnet werden. Ein Chaos unter den Himmlischen, denn auch die außerbiblischen Schriften wurden selbstverständlich von den frühen Christen gelesen. Und selbst Jesus zitiert Henoch.

Im Jahr 745 wollte Papst Zacharias mit all dem Schluss machen. Er verbot auf einem Konzil in Rom kurzerhand die Anbetung irgendwelcher Engel/Erzengel von außerhalb der Bibel. Offizielle Lehre des Christentums sei es fortan, dass ausschließlich die drei Engel der Bibel namentlich bekannt sein dürfen und damit auch verehrt werden sollen. Und zwar als Erzengel.

Erzengel sind Befehlsgeber

„Erz“ bedeutet „Beginn“ oder „Führung“, weshalb ein Erz-Engel nichts weiter als ein „Führungs-Engel“ ist. Eben exakt wie jene 19 Anführer bei Henoch. In der Bibel wird es aber recht mühsam eine echte Hierarchie und überhaupt Erzengel namentlich zu finden. Rafael und Gabriel sind es schon mal nicht, auch wenn es die Kirche heute so lehrt. Dass es aber Führer-Engel gab, dass weiß die Bibel in der Tat, weshalb Erzengel an sich richtig sind.

Im Buch Sacharja 2,7-8 findet sich im Alten Testament dazu ein erster Hinweis. Hier steht eindeutig geschrieben, dass ein Engel dem anderen Engel einen „Befehl“ erteilt:

Und siehe, da trat der Engel, der mit mir redete, hervor und ein anderer Engel trat auf, ihm entgegen. Er sagte zu ihm: Lauf und sag dem jungen Mann dort (…)“

Zumindest in den Augen des Kirchenvaters Isidor von Sevilla um das Jahr 600 zeugt diese Passage von einfachen und befehlenden Engeln. Zweifellos nachvollziehbar, was auch folgende Passage aus dem biblischen Buch Josua 5,13-15 unterstreicht:

Als Josua bei Jericho war und die Augen erhob, schaute er und siehe: Ein Mann stand vor ihm, mit einem gezückten Schwert in der Hand. Josua ging auf ihn zu und fragte ihn: Gehörst du zu uns oder zu unseren Feinden?

Er antwortete: Nein, ich bin der Anführer des Heeres des Herrn. Ich bin soeben gekommen. Da fiel Josua auf sein Angesicht zur Erde nieder, um ihm zu huldigen, und fragte ihn: Was befiehlt mein Herr seinem Knecht?

Der Anführer des Heeres des Herrn antwortete Josua (…)“

Ein Name dieses Soldaten-Engel wird leider nicht verraten. Aber dieser führt das Heer Gottes, da schließlich auch der „Allmächtige“ Krieger besaß, wie oben gesehen. Vielleicht war es sogar der Engel Michael, da dieser im Slawischen Buch Henoch 33,10 als „Heerführer“ bezeichnet wird. Da Michael in der Bibel der einzige Himmlische mit der Stellung „Erzengel“ ist, könnte das sehr gut zutreffen. „Michael und seine Engel kämpften“ weiß denn auch die Offenbarung in Vers 12,7.

Auch wenn er nur einer von vielen ist oder war. So sagt das Bibel-Buch Daniel in 10,13, dass „Michael, einer der ersten unter den Fürsten“ sei. Folgerichtig gab es noch andere Führer der Heerscharren des Herrn, dessen Namen die Bibel leider ungenannt lässt.

Erzengel sind damit lediglich Befehlshaber, die den niederen Engeln Aufgaben und Aufträge erteilen. Wie es die Engelslehre der Kirche auch sagt. Sie führt auch weiter aus, dass normale Engel für die einfachen Botschaften von Gott an einen Menschen zuständig sind. Erzengel für Botschaften an ganze Völker oder die Menschheit selbst. Und natürlich gehört dieser Erzengel, da es nur einen davon in der Bibel gibt, nicht zu den „gefallenen Engeln“. Er steht in der Bibel bekanntlich weiterhin im Dienst des Höchsten.

Unheimliches aus dem Neuen Testament

Ein durchaus mulmiges Gefühl sollten Gläubige bekommen, wenn sie im Neuen Testament nachschlagen. Da Michael als Führungs-Engel laut Dogma als Künder von Botschaften für die ganze Menschheit fungiert, warum sucht man ihn dann bei Jesus Auferstehung vergeblich? Keine Spur von seinem Namen als Erzengel am leeren Grab Jesus Christus, wo nur von „Männern“ die Rede ist.

Es wird aber noch unheimlicher, sofern man es so ausdrücken möchte:

Im Evangelium des Lukas (1,26-38) lesen wir von der wundersamen Ankündigung, dass Maria schwanger werden und einen Sohn bekommen wird. Gott habe sie „unter allen Frauen auserwählt“ und sie werde „einen Sohn zur Welt bringen“. „Jesus soll er heißen“, offenbart es der Engel der erschrockenen Maria. Scheinbar eine eher „einfache Botschaft“ für einen niederen Boten des Herrn. Warum sonst schickte er nicht Erzengel Michael zu der kommenden Mutter von seinem Sohn, sondern den Engel Gabriel, wie es dort zu lesen ist?

Schaut man im „bedeutendstes Lexikon der wissenschaftlichen katholischen Theologie im deutschsprachigen Raum“ nach, findet man eine erstaunliche Aussage in diesem Zusammenhang. Im „Lexikon für Theologie und Kirche“, einer Standardwerk von rund 2.700 Theologen und Mitarbeitern, erfährt man zu Erzengel, dass diese im Neuen Testament überhaupt nicht vorkommen können. Im Aramäischen und Hebräischen, den Sprachen des Neuen Testaments, gibt es keine Entsprechung für das aus dem Griechischen stammende Wort „Erzengel“.

Was es nicht gibt – kann man auch nicht in Worte fassen.

Und die guten Schutzengel?

Es gibt natürlich noch eine weitere Kategorie der himmlische Heerscharen, die heute vor allem in der Esoterik bis auf das Äußerste strapaziert werden: Die Schutzengel.

Von diesen Schutzengeln finden wir natürlich auch keine Namen in den Schriften der Bibel. Keiner der drei bekannten Bibel-Engel noch Luzifer wird irgendwo als „Schutzengel“ oder ähnliches bezeichnet. Es ist aber nicht schwer anhand zahlreicher Aussagen des Neuen und des Alten Testament solche Schutzengel herzuleiten. Immer wieder griffen Engel bei diversen Gelegenheiten schützend, helfend oder rettend ein. In der Apostelgeschichte „öffnete während der Nacht“ ein Engel sogar „die Türen des Gefängnisses und führte sie hinaus“ und verhalf so den Jüngern Jesu zu Flucht.

So haben laut Bibel immer wieder Engel irgendwie in die Geschicke der Menschen eingegriffen: Mal Feine ermordet, mal Nahrung gebracht, mal Propheten in misslichen Situationen geholfen usw. Es gehörte auch zu ihren Aufgaben, die der Herr ihnen gegeben haben soll:

Denn er bietet seine Engel für dich auf, dich zu bewahren auf allen deinen Wegen.“ (Ps. 91,11)

Von solchen Aussagen auf die Idee einer Engel-Klasse der „Schutzengel“ zu kommen, war vor allem für die frühen Christen ein Leichtes. Immerhin hat Jesus selber in seinem berühmten „Gleichnis vom verlorenen Schaf“ laut Matthäus-Evangelium 18,10 gepredigt:

Seht zu, dass ihr keines dieser Kleinen verachtet! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel schauen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel.“

Zur Ehrenrettung der Engel gibt es sie also – die guten Wächter des Himmels. Aber das stand niemals in Abrede. Im Gegenteil, denn der hinterhältige Plan den Höchsten zu umgehen, um sich mit den Frauen der Menschen einzulassen, wurde nicht von allen durchgeführt. Die Überlieferungen lassen keinen Zweifel daran, dass einige im Himmel bei ihrem Obersten blieben. Im Kern eine Aussage, die schon Jahrtausende vor der Bibel von anderen Kulturen des Nahen Ostens überliefert wurde, wie detailliert HIER ausgeführt.

Engel – Eine Bilanz

Mit Sicherheit ist in diesem Beitrag das schwierige Thema nicht in all seinen Punkten umfangreich durchleuchtet. Sollte es auch nicht, da es an anderen Stellen bereits getan wurde ( z. B. HIER, HIER, HIER , HIER, HIER & HIER). Einige Punkte wurden auch ganz ausgelassen. Trotz vieler nachträglicher Streichungen in diesem Artikel werden auch die wenigsten alles oder bis hierher gelesen haben …

Resümierend ist die Bilanz aber ernüchternd.

„Engel“ waren ursprünglich nichts weiter als außerirdische/himmlische Männer aus dem Hofstaat Gottes, die sich Sex mit menschlichen Frauen wünschten, um so Kinder zu zeugen. Natürlich gegen den Willen ihres Höchsten, so dass eine Gruppe der Himmlischen unter ihrem Anführer „Satan“ sich gegen diesen verschworen.

Von diesem sündigen Plan waren die Wächter vom Hof Gottes  nicht abzubringen und schworen diesen „nicht aufzugeben, sondern ihn auszuführen“. Ihren Weg zurück in die Reihen der im Himmel gebliebenen Engel und vor allem zum Höchsten hatten sie sich damit für immer verbaut.

Sie, ihre Kinder und die ganze Menschheit einschließlich aller auf der Welt lebenden Riesen mussten vernichtet werden. Tiere inklusive, da der Herr eine Flut zu deren Untergang schicken wollte.

Im Verlauf des Christentums wurde aus diesen alten Überlieferungen der „Fall der Engel“ und aus ihrem Anführer der Fürst der Hölle – Satan. Trotzdem pflegt man bis heute den Glauben an die guten Engel, von denen sich aber nur bescheidene drei in der Bibel finden. Von diesen wiederum ist nur einer ein machtvoller Erzengel und damit ein Chef-Himmlischer. So ein richtiger „Engel“ im heutigen Sinn war aber auch er ebenso wenig, wie alle anderen namenlosen Engel der Bibel. Erzengel Michael ist als Soldatenführer beschrieben, als ein Befehlsgeber des Heeres des liebenden und friedlichen Allmächtigen …

Urtümlich stammt der vielschichtige Engels-Glaube aus Schriften außerhalb der Bibel, worin sich die Bibelforschung einig ist. (Noch früher aus Mythen Mesopotamiens, was hier außen vor blieb!) Genau das sind aber die Quellen, die von den sündigen Machenschaften dieser Gottessöhne erzählen und die Gott damit nicht unter Kontrolle hatte. Und genau das erfährt weder der angeblich fromme Kirchengänger noch der Bibelleser überhaupt in den Schriften. Nur im 1. Buch Moses in wenigen Versen, die so gar nicht nach Engeln klingen und überlesen werden. Obwohl in diesen exakt das steht, was zur Rebellion im Himmel gegen den Herrn führte.

Industrienationen-Engel von heute sind nichts als Phantasie, Propaganda und sogar Lügen. Niedliche und bis zur Unkenntlichkeit verzerrte Darstellungen, die keine Entsprechung in der Bibel haben. Obwohl es selbstverständlich Texte mit geflügelten Wesen um den fliegenden Thronwagen des Herrn gibt, die mit Posaunenlärm und Lobgesagt seine Landungen ankündigen usw. Nur am Rande: Das sollen laut Engellehre Himmlische sein, die noch weiter in der Hierarchie oben stehen.

Kein einziger Engel in den Schriften ist eine Frau oder trägt einen Frauennamen. Es finden sich auch nirgends Kindlein, Babys, Mädchen, Jungen oder geschlechtlich undefinierbare Kreaturen, wie wir sie heute allerorten sehen müssen. Alle Diener des Herrn waren männlich und sahen aus wie die Männer der Menschen. Wahrscheinlich sogar nahezu identisch, wenn auch größer. Ihre hier und dort erwähnte „strahlend weiße“ Kleidung passt erfrischender Weise zu den beliebten Weihnachtsengeln. Schließlich war der Mann oder Jüngling im leeren Jesus-Grab auch so angezogen.

Doch ein „Engel“ war eigentlich keiner der Engel …

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Das “Blutwunder” des heiligen Märtyrer Januarius von Neapel: Es trat wie angekündigt ein. Warum weiß allerdings wohl niemand genau

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Das "Blutwunder" des heiligen Januarius von Neapel: Es trat auch 2017 ein (Bilder: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Das “Blutwunder” des heiligen Januarius von Neapel: Es trat auch 2017 ein (Bilder: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

In der Geschichte der römisch-katholischen Kirche gab es bereits viele sog. “Wunder”, die allerdings nicht alle auch vom Vatikan auch als solche anerkannt sind. Ebenso gibt es in der Kirche zahllose anerkannte und nicht anerkannte Reliquien, die meist von Heiligen oder Jesus Christus stammen sollen. Grundsätzlich unterscheidet sich das Christentum hier nicht sehr von vielen anderen Religionen der Welt. Allerdings liegt im Dom von Neapel in Italien eine Reliquie, die bei den Gläubigen immer wieder für Staunen sorgt. Es handelt sich um die Blutreliquie des Heiligen und Märtyrer Januarius von Neapel (“Blutwunder von San Gennaro”), einst Bischof und heute Schutzpatron der Stadt. Dabei soll es sich um authentisches Blut des Januarius handeln, das in einer verschlossenen Falsche verwahrt wird und sich auf wundersame Weise an bestimmten Tagen wieder verflüssigen soll. So jüngst wieder geschehen – pünktlich auf den Tag genau.


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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Das Blutwunder von San Gennaro in der Kathedrale von Neapel in Italien ist ein “Wunder mit Ansage”. Mindestens dreimal im Jahr, am ersten Wochenende im Mai, am 19. September und am 16. Dezember, verflüssigt sich bei diesem Kirchen-Wunder das ansonsten verklumpte Blut des Heiligen Januarius in einem kleinen Fläschchen. Januarius ist der Schutzpatron der Stadt und wenn das Wunder einmal ausbleibt, so fürchten die Gläubigen ein schlechtes Zeichen oder Omen für die Zukunft.

Soweit kam es am vor zwei Tagen zum Glück nicht: Das Wunder trat pünktlich ein!

Der heilige San Gennaro und sein Blut

San Gennaro alias Januarius wurde ca. 305 unter dem römischen Kaiser Diokletian hingerichtet. Einem römischen Herrscher, der 303 eine Welle der Gewalt und Verfolgung gegen die Christen ausrief. Sie gilt als eine der brutalsten Hinrichtungs- und Verfolgungswellen der des damals noch jungen Christentums überhaupt. Im Zuge dieser Tötungen fiel auch der Januarius dem Henker zum Opfer und wurde enthauptet. Dabei habe eine gläubige Christin sein Blut aufgefangen und sicher aufbewahrt.

Januarius Gebeine wurden in Neapel bestatte, befanden sich kurzzeitig allerdings ab dem Jahr 835 in Benevento. Und genau dort soll es am 17. August 1389 erstmals zu dem Blutwunder des Heiligen gekommen sein. Am 1. Mai 1491 kam die Reliquie letztlich an ihren heutigen Platz im Dom von Neapel, wo sie bis heute von den Gläubigen tief verehrt wird.

Die Blut-Reliquie mit dem Blut des Heiligen Januarius von Neapel (Bild: gemeinfrei)
Die Blut-Reliquie mit dem Blut des Heiligen Januarius von Neapel (Bild: gemeinfrei)

Die Reliquie in der Kathedrale von Neapel an sich ist wenig spektakulär: Es ist ein kleines Glasgefäß in Form einer Birne mit einem sehr langen “Flaschenhals”, das in der Antike “Phiole” genannt wurde. In diesem fest verschlossenen Fläschchen wiederum befindet sich die eigentliche Reliquie, die aus dem verklumpten und damit festen Blut des hingerichteten Märtyrer besteht. So jedenfalls die Legende und Überzeugung der Gläubigen.

Dreimal im Jahr wird diese bräunliche und rötliche “Materie” den zahllosen Pilgern in der Stadt nach einer Prozession präsentiert. Und dabei geschieht das Wunder, dass diese Substanz sich in dem kleinen Fläschchen wieder verflüssigt. Oder besser gesagt in den beiden Ampullen, da es zwei sind, wie an der hier eingefügten Zeichnung der Reliquie auch gut erkennbar ist. Die Blutreliquie wird dabei an dem Griff der Monstranz gehalten und gedreht, so dass die Anwesenden selber “Zeugen” des Wunders von Neapel werden können.

Tatsächliche Augenzeugen sind die Pilger allerdings nicht. Tritt das Wunder der Verflüssigung in der Kathedrale der Stadt ein, so gibt ein Beobachter neben dem Bischof ein Zeichen betend wartenden Gläubigen. Erst am Folgetag können die Menschen die Reliquien in der Messe selber näher betrachten, während diese den Gläubigen bei der Eucharistie zum Küssen hingehalten wird. Die Blutreliquie ist damit auch und vor allem eine sogenannte “Berührungsreliquie”.

Die Substanz soll sich bei der wundersamen Verflüssigung , so der Glaube, wieder zu dem Blut des Januarius werden. Vor allem jedes Jahr am 19. September, der als Todestag und damit als Festtag des Schutzpatron von Neapel gilt.

Kein echtes Wunder für die Kirche

Die katholische Kirche bzw. der Vatikan ist bei dem Wunder um das Blut des ermordeten Januarius skeptisch. Das “Blutwunder von San Gennaro” von Neapel wurde bis heute nicht von dieser als “echt” und damit “göttlich” anerkannt. Aber sie verteufelt es aber auch nicht, sondern akzeptiert die Verehrung der Reliquie als christlichen Volksglauben und katholischen Brauch.

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Auch am Morgen des 19. September 2017 ist das Wunder von Neapel wieder eingetreten. Pünktlich, wie es von den zahllosen Pilgern erwartet wurde, die danach auf dem Domplatz vor Neapel die gute Nachricht mit Böllern und Gesängen feierten. Der katholische Nachrichtendienst kath.net schrieb dazu einen Tag später:

Das Blutwunder des heiligen Januarius in Neapel ist pünktlich eingetreten. Zum Todestag des Schutzpatrons der Stadt verflüssigte sich Dienstagfrüh im Dom dessen Blutreliquie. Zu Beginn eines Gottesdienstes verkündete Kardinal Crescenzio Sepe das Eintreten des sogenannten Blutwunders (‘O miracolo’).”

Obwohl die Kirche in diesem Wunder und seiner Anbetung eher einen “christlichen Volksglauben” sieht, war auch Papst Franziskus im März 2015 selber in der Kathedrale von Neapel. Nachdem für den Heiligen Vater die Monstranz aus ihrem sichern Safe geholt wurde, verflüssigte sie sich auch bei ihm. Zwar nur teilweise, aber immerhin. Und auch der Papst selber ließ es sich nicht nehmen, die Reliquie zu küssen, wie es die vielen Pilger machen. Für Neapel und die dortige Verehrung des Januarius ist eine derartige Aufwartung von Papst Franziskus durchaus eine Bestätigung ihres Glaubens.

ARTIKEL: Der Kölner Dom und die Reliquien der drei heidnischen Esoteriker aus dem Irak (Bild: Public Domain / L. A. Fischinger)
ARTIKEL: Der Kölner Dom und die Reliquien der drei heidnischen Esoteriker aus dem Irak (Bild: Public Domain / L. A. Fischinger)

Am 19. September 2017 schrieb das katholische domradio.de der Erzdiözese Köln zu dem nun eingetreten Blutwunder skeptisch:

Aller Verehrung zum Trotz – die katholische Kirche bleibt skeptisch und erkennt das Wunder offiziell nicht an. Die Überlieferung über Januarius stammt vor allem aus dem Martyrologium des Hieronymus und dem liturgischen Kalender von Karthago.

In Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965), als das Verzeichnis der Heiligen und Seligen überarbeitet wurde, hat die Kirche San Gennaro zum ‘Ortsheiligen’ degradiert. Wegen der großen Volksfrömmigkeit toleriert sie ihn aber – und damit auch das Blutwunder.

Es zählt also hier die Volksfrömmigkeit der Gläubigen und vor allem der Neapolitaner. Eigentlich zählt immer nur der Glaube. Auch im Dom zu Köln liegen bekanntlich Reliquien, die von den legendären “drei Weisen aus dem Morgenland” der biblischen Weihnachtsgeschichte stammen sollen, und mit denen ich mich in diesem Artikel befasst habe.

“Schluss mit diesem Wunder auf Kommando!”

Die Webseite domradio.de verweist auch darauf, dass “meist jüngere Leute” sich im Internet über das Blutwunder mokieren und es als als Betrug ansehen. “Schluss mit diesem Wunder auf Kommando! Der Glaube ist was anderes”, soll zum Beispiel jemand in einem Online-Forum geschrieben haben. Ein anderer wiederum habe geschrieben, “ein Betrug (ist), hinter dem die Camorra steckt”. Also die Mafia von Neapel. Ein Vorwurf, der schon seit Jahren kursiert.

Tatsächlich ist es vollkommen unklar, um was es sich bei der Substanz in den Fläschchen wirklich handelt. Blut eines hingerichteten Märtyrer des Christentums, ein einfacher Irrtum oder sogar ein Betrug der ansässigen Kirche? Chemische oder biologische Untersuchungen und Analysen gab es bisher nie. Treffend heißt es dazu aus der Erzdiözese Köln:

“In der Vergangenheit gab es schon viele naturwissenschaftliche Forschungen über das Phänomen. Doch sie konnten schon deshalb keine eindeutigen Beweise bringen, weil dazu Verflüssigung von Substanzen nur simuliert, der Ampulleninhalt selbst aber gar nicht untersucht wurde.

Weiter unklar ist: Ist in der Monstranz überhaupt Blut? Und stammt es überhaupt von San Gennaro? Heutzutage wäre ein solcher wissenschaftlicher Nachweis denkbar. Aber kaum jemand scheint daran Interesse zu haben. Der Volksglaube zählt.

Interview: Dr. Mark Benecke über Erich von Däniken und die Prä-Astronautik (Bild: Büro E. v. Däniken / WikiCommons/gemeinfrei)
Interview: Dr. Mark Benecke über Erich von Däniken und die Prä-Astronautik (Bild: Büro E. v. Däniken / WikiCommons/gemeinfrei)

Eventuell wurde hier auch an Dr. Mark Benecke und seine Experimente zum Blutwunder von San Gennaro gedacht.

Auch Mark Benecke sah sich das Wunder im April 2004 näher an und meint, dass man dieses “Blut” leicht fälschen könne (thixotrope Flüssigkeiten). Auch mit Materialien, die bereits im 14. Jahrhundert den Menschen zur Verfügung standen.

Hier spekuliert der Kriminalbiologe, dass eine solche Substanz in die Fläschchen gefüllt wurde, die im Ruhezustand eine Art Gelee bilden und erst durch Bewegung flüssig werden. Etwa, in dem man sie nur kräftig genug schüttelt, wie es der Bischof von Neapel macht. Vielleicht sei es nur Wasser mit Eierschalenkalk und Farbe, so der Mediziner.

Möglich – aber auch nur eine Spekulation von Benecke.

Da aber das Ausbleiben des Wunders der Verflüssigung als schlechtes Omen gilt, ist es verwunderlich, dass es letztes Jahr und im Jahr 1980 tatsächlich ausblieb. Warum sollte es ausbleiben, wenn es doch eine natürliche chemische Reaktion ist? Oder war das Gemisch in diesen Jahren vielleicht “verbraucht” und musste durch die hinter dem Schwindel steckenden Personen wieder erneuert werden? Also reine Nachlässigkeit der Fälscher? Oder war es sogar Absicht, dass das Wunder in diesen Jahren nicht geschieht? Und wenn ja: warum?

Das weiß wohl nur der Himmel …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Frage: “Gibt es eine Religion, welche Außerirdische anbetet?” – ein interessantes Netzfundstück und warum Milliarden Menschen zu Aliens beten

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Gibt es Menschen, die Außerirdische anbeten? - eine interessante Frage aus dem Netz (Bilder: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Gibt es Menschen, die Außerirdische anbeten? – eine interessante Frage aus dem Netz (Bilder: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Jesus Christus, Gott, Allah, Heilige, Buddha, die Mutter Gottes, Engel, Shiva, Jehova … die Palette an Namen ist lang, zu denen Menschen heute beten und die sie verehren. Dabei haben die drei großen “Buchreligionen”, Christentum, Judentum und Islam, ein und denselben Gott, zu denen die Gläubigen beten. Der Gott der Thora, der Bibel inkl. Jesus und des Koran ist demnach eine Art “Hauptgott” der Menschheit auf diesem Planten, da Milliarden Menschen an diesen glauben. Aber längst nicht alle Menschen der Erde glauben an diesen Gott. Und so tauchte im Netz kürzlich eine scheinbar seltsame Frage auf: Die Frage, ob es Menschen gibt, die Aliens “anbeteten”. Eine kleine Frage, die durchaus Sprengstoff birgt! Warum und was es mit dieser Frage genau auf sich hat, erkläre ich hier.


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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Netzfundstücke sind grundsätzlich nichts besonders. Je nachdem, wofür sich eine Person im Internet interessiert, findet diese zu seinem Interesse immer interessante Fundstücke im Netz.

Doch auf diesem Blog geht es um die Grenzwissenschaft und die Mystery Files, die bekanntlich auch Mythen, Religionen, Aliens, Götter-Sagen, Sekten und Überlieferungen einschließen. Und so stieß ich bei meinen “Streifzügen auf den Spuren des Unfassbaren” kürzlich wieder auf die Webseite gutefrage.net. Das ist jene Internet-Seite, auf der immer mal wieder auch ein Mystery-Jäger interessante Fragen und dazugehörigen Antworten/Diskussionen findet. Beispielsweise jene, wie man ein UFO erkennt und was man dann machen soll. Oder auch die Frage nach einem “Erich von Däniken-Instiut” und wo man Prä-Astronautik studieren kann.

Obwohl auf dieser Webseite praktisch aus allen erdenklichen Bereichen Fragen an die dortige Community gestellt werden, ist eine vom 2. August 2017 sehr spannend für einen Grenzwissenschaftler:

Gibt es eine Religion, welche Außerirdische anbetet?

Das klingt auf den ersten Blick mehr als bizarr! Aber nur auf dem ersten Blick, da diese Frage wie kaum eine andere in der Mystery-Welt Sprengstoff birgt.

Menschen, die Aliens “anbeten”?

Es gibt viele Götter und Erich von Däniken ist ihr Prophet! Über die Absurdität von UFO-Sekten und den Vorwürfen gegen die Prä-Astronautik als „Ancient Aliens Sekte“
ARTIKEL: Die Absurdität von UFO-Sekten und den Vorwürfen gegen die Prä-Astronautik als „Ancient Aliens Sekte“ (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei / NASA/JPL)

Im Jahr 1999 veröffentlichten mein Freund und Autorenkollege Roland M. Horn und ich unser gemeinsames Erfolgsbuch “UFO-Sekten”. Darin schildern wir sehr umfangreich esoterisch-religiöse Strömungen innerhalb der UFO-Szene, in denen (teilweise) tatsächlich Außerirdische angebetet wurden. Und werden. Solche UFO-Sekten waren und sind deshalb auch immer wieder Thema auf diesem BLOG und bei meiner Arbeit als Mystery-Jäger.

Diese sektenartigen UFO-Gruppen sind “ein Irrsinn”, wie ich es bereits 1998/99 in meinem Buch “Begleiter aus dem Universum” in einem entsprechenden Kapitel ausführte. Leider gibt es also tatsächlich Menschen, die Außerirdische quasi “vergöttlichen” und anbeten. Keine Religionen im eigentlich Sinn, aber Gruppen und Menschen, die in solchen Aliens weit mehr als nur Wesen aus Fleisch und Blut sehen.

Ein Problem, dass sich auf die gesamte Szene der UFO-Forschung und Grenzwissenschaft negativ auswirkt. So schrieb ich in einem Artikel für das Magazin “Sagenhafte Zeiten” (Nr. 1/2002) vor über 15 Jahren zu solchen UFO-Sekten warnend:

Die rasant wachsende Anzahl derartiger und zahlreicher anderer Weltanschauungen in den letzten Jahren hat leider zur Folge, dass nicht nur immer mehr Menschen diesen Gruppen verfallen, sondern das die breiten Medien eben vorzugsweise über eben jene Anhänger dieser Lehren berichten. TV-Sendungen und vor allem die Massenprintmedien schildern meist genau diese wirren Thesen.

Die breite Öffentlichkeit muss aufgrund dieser irrationalen Aussagen in den Medien zu der Meinung kommen, die Thesen der UFO-Forschung und der Prä-Astronautik sind nichts als Unfug! Leider ist die Wirkung der Medien auf die Meinungsbildung der Öffentlichkeit enorm. Vor allem deshalb, da es offensichtlich keinerlei Unterscheidung der jeweiligen Redaktionen zwischen seriöser Beschäftigung und esoterischen UFO-Gruppierungen gibt.”

Damit ist klar, dass es Menschen gibt, die in Außerirdischen geradezu “Götter” sehen und sie entsprechend verehren. Jedoch auf den unterschiedlichsten Art und Weisen und dabei selten sogar gefährlich. Aber diese Gruppen sind höchstens Sekten und damit keine “echten” Religionen. Obwohl nicht selten auch Jesus, Moses, Buddha oder welche religiöse Person in deren außerirdischen Weltanschauung integriert sind.

Auch bei gutefrage.net kam eine entsprechende Antwort auf die oben zitierte Frage. Darin heißt es:

Es gibt eine sehr hoch intelligente Spezies,die mit Gott in Verbindung steht,und irgendwann zur seiner Zeit werden sie dabei helfen, die Erde zu evakuieren.”

Damit ist die Lehre der UFO-Sekte Ashtar Command gemeint. Eine mehr fragwürdige UFO-Gruppe, die an göttliche Außerirdische glaubt, die eines Tages die Menschheit retten und über die auf diesen Seiten bereits mehrfach berichtet wurde. Folglich eine Gruppierung, die UFOs, Aliens und Gott/Jesus miteinander vermischt hat.

Dumme Frage? Dumme Antwort?

"Das Alien-Grey-Dämonen-Evangelium" der UFOs und Astronautengötter: Wie Erich von Däniken bin auch ich ein dämonischer Verführer mit meinen Lehren (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
ARTIKEL: Das “teuflische Evangelium der Aliens” und “die dämonischen Lehren der Prä-Astronautik” (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Die Frage nach “Religion, welche Außerirdische anbeteten” in der gutefrage.net-Community mag kindisch klingen. Ist sie aber ganz und gar nicht.

So sind auch die Antworteten dort bisher frei Hohn und Spott gegen den Fragesteller. Eine Antwort nennt beispielsweise “so ziemliche jede” Religion:

Weil alles was da so vorkommt ist doch (außerirdisch) Engel z. B. kommen ja nicht von hier…

Mehrere Antworten nennen die Scientology als eine Religion, deren Mitglieder Aliens anbeten. Ein User ist sogar überzeugt:

Aliens haben die Religionen erfunden, um die Masse zu kontrollieren.

Doch eine Antwort sticht in der dortigen Community heraus. Sie wird von der Online-Plattform derzeit auch als “Hilfreichste Antwort” zu der Frage geführt. Obwohl es darin nur kurz und knapp heißt, dass “alle drei monotheistischen Religionen” Außerirdische anbeten. Folglich, dass gläubige Juden, Christen und Muslime in Wahrheit zu Aliens beten.

Mit Blick auf die Ideen der Prä-Astronautik, der Ancient Aliens-Überlegungen der Astronautengötter, ist das sogar vollkommen – richtig.

Allerdings ist dieser Umstand so etwas wie ein “rotes Tuch” innerhalb der Vertreter der Idee, dass die Götter aus dem All kamen. Zwar ist jedem überzeugten Prä-Astronautiker dies bewusst, aber so wirklich direkt und unmissverständlich beim Namen nennen mag man es dann doch nicht.

Gott ist ein Außerirdischer und Jesus war ein Alien-Mensch-Hybrid

Als in den 1960er Jahren Erich von Däniken mit seinem Manuskript zu seinem ersten Buch “Erinnerungen an die Zukunft” auf der Suche nach einem Verlag war, hagelte es Absagen. Das kennen alle Autoren bis heute. Bekanntlich erschien dieses Buch im Jahr 1968  im ECON Verlag in Düsseldorf letztlich doch noch und wurde ein Erfolg.

+++YouTube-Video+++ Erich von Däniken im TV-Interview 1978 über die Manna-Maschine, die Bundeslade, Astronauten in der Bibel und seine Suche nach der Wahrheit
VIDEO: EvD im TV-Interview 1978 über die Manna-Maschine, die Bundeslade und Astronauten in der Bibel (Bild: YouTube-Screenshot / Archiv / Montage: L. A. Fischinger)

Das wissen die Fans und Leser von EvD. Weniger bekannt ist aber die Tatsache, dass “Erinnerungen an die Zukunft” damals von einem Redakteur bearbeitet wurde. Dieser hieß Wilhelm Roggersdorf und ist auch vorne in den jeweiligen Büchern namentlich benannt. Das ist also kein Geheimnis. Doch noch weniger bekannt ist, dass ursprünglich in dem Manuskript von Erich von Däniken auch das Thema Jesus Christus und Außerirdische Thema war. Also das Neue Testament als “Spurengeben” auf außerirdische Götter.

“Zu heikel” hieß es damals – und so wurden Jesus und die Astronautengötter gestrichen. Zu vielen Menschen wäre das damals viel zu weit gegangen, da es ein direkter und ungeschönter Angriff auf ihren Glauben gewesen wäre. Jesus…der Sohn von Aliens? Ein beispielloses Sakrileg. Obwohl von Dänikens Erstling  zur Hochzeit der Weltraum-Begeisterung und auch der Hippie-Ära erschien, waren solche Ideen viel heikel. Man denke beispielsweise auch an den Jahrzehnte später erschienenen Roman “Sakrileg” von Dan Brown. Obwohl “Sakrileg” ein Roman ist, was das Echo der Medien und auch der Kirche gewaltig.

Allerdings, dies sei der Vollständigkeit halber erwähnt, veröffentlichte der Prä-Astronautiker Gerhard R. Steinhäuser im Zuge des “Däniken-Boom” 1973 sein Buch “Jesus Christus – Erbe der Astronauten Die Religion aus der Retorte”. Hier war der Titel Programm.

Aber nur weil ein Thema zu irgendeiner Zeit als “zu heikel” angesehen wurde, um es zu publizieren, verschwindet es nicht einfach. Es steht im Raum. Die obige Aussage, dass “alle drei monotheistischen Religionen” Aliens anbeten, ist von Seiten der Prä-Astronautik ganz einfach wahr. Milliarden Menschen auf diesem Planten glauben an einen Gott, der keiner ist.

In den meisten Büchern über vorzeitliche Raumfahrer von den Sternen finden sich Zitate oder Verweise auf Überlieferungen des Alten Testament. Mal mehr und mal weniger umfangreich werden in diesen Veröffentlichungen verschiedene Berichte der Bibel über “Gott” und seine “Engel” als mythologische Zeugen der einstigen Astronautengötter benannt. Der Gott es Alten Testament war demnach nicht der Gott, wie ihn der Großteil der Menschheit heute verehrt. Nein! – er war ein Außerirdischer.

Da “alle drei monotheistischen Religionen” im Alten Testamt wurzeln, die Prä-Astronautik in dem Gott dieser Texte nicht den Gott sieht, beten Juden, Muslime und Christen demzufolge Außerirdische an.

Jesus wiederum, der nach dem Neun Testament auf wundersame Weise von Maria empfangen wurde, war ein Hybridwesen. Das ist ganz einfach die logische Konsequenz, wenn man als Prä-Astronautiker im Alten Testament das Wirken von Astronautengöttern sieht.

VIDEO: Sah schon die biblische Eva ein UFO? (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei)
VIDEO: Sah schon die biblische Eva ein UFO? (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei)

Der Jesus aus dem Neuen Testament wurde von einer Menschenfrau geboren, wie es die Weihnachtsgeschichte erzählt. Aber er wurde von Außerirdischen “in” diese Menschenfrau mit Namen Maria “eingepflanzt”. Klar sagt das Neue Testament schließlich, dass sein Vater kein Mensch war.

Jesus war damit eine Kreuzung aus Mensch und Alien. Weltweit gibt es Überlieferungen von Personen, die eine irdische Mutter und einen göttlichen Vater gehabt haben sollen. Frühere Religionen kennen diese Geschichten zu alten Zeiten rund um die Welt. Und das schon Jahrtausendelang. Jesus Christus reiht sich da nur ein.

In der Konsequenz ist der Fall eindeutig: Alle Muslime, Juden, Christen und wer sich sonst noch auf das Alte Testament beruft, beten nicht zu Gott, sie beten zu Außerirdischen. Zum Beispiel preisen auch die Zeugen Jehovas oder die Mormonen in ihren Gebeten einem Alien bzw. Aliens. Und wer zu Engel betet, etwa um von ihren Schutz zu erbitten, bittet in Wahrheit Außerirdische um Beistand, die einst auf der Erde waren.

Das alles setzt natürlich voraus, dass die Spekulationen der Prä-Astronautik um vorzeitliche Besuche von Wesen aus dem All, auch stimmt …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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