Verdacht bestätigt: Bizarre Mumie einer Meerjungfrau in Japan stellte sich als Betrug heraus

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Verdacht bestätigt: Alte Mumie einer Meerjungfrau in Japan stellte sich als Betrug heraus (Bilder: Hiroshi Kinoshita / Bearbeitung: Fischinger-Online)
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Verdacht bestätigt: Alte Mumie einer Meerjungfrau in Japan stellte sich als Betrug heraus (Bilder: Hiroshi Kinoshita / Bearbeitung: Fischinger-Online)

In aller Welt finden sich bizarre Reliquien, Mumien und heilige Objekte, die eine „übernatürliche Herkunft“ haben sollen. Darunter sogar Mumien von angeblich echten Meerjungfrauen. Wesen mit einem menschlichen Oberkörper inklusive Armen und dem Unterleib eines Fisches mit Schwanzflosse. Jetzt haben Forscher in Japan genau eine solche Kreatur aus einem Kloster untersucht. Mit dem wenig überraschenden Ergebnis, dass hier jemand diese Mumie aus echten Tieren zusammen genäht hat.


Mumie einer Meerjungfrau in Japan?

Irgendwann zwischen 1736 und 1741 sollen Fischer nahe der Insel Shikoku vor Japan einen rätselhaften Fund gemacht haben: Eine Meerjungfrau ging ihnen ins Netz!

Das klingt sehr nach Seemannsgarn, da Legenden über Meerjungfrauen zu allen Zeiten auf allen Weltmeeren erzählt wurden. Sie gehörten ebenso zu den Bewohnern der Tiefe, wie allerlei Monster, tödliche Strudel und Seeungeheuer, die arglosen Seemännern das Fürchten lehrten. Anders jedoch in diesem Fall aus Japan, denn diese vermeintliche Meerjungfrau nahmen die Fischer mit nach Osaka und so sei sie letztlich in einem buddhistischen Tempel in Asakuchi gelandet.

Dort fristete die nur rund 30,5 Zentimeter kleine Meerjungfrau als Mumie ihr Dasein. Zusammen mit einem Schreiben auf Japanisch aus dem Jahre 1903. Dieses besagt, dass das Wesen von Fischern abgekauft wurde, die es für einen normalen Fisch hielten. Sie boten es auf dem Markt an und die Vorfahren des Absenders des Briefes wären so in den Besitz der Meerjungfrau gelangt. Als „Familienschatz“ haben diese das Wesen verwahrt.

Dann stieß Hiroshi Kinoshita von der „Okayama Folklore Society“ auf die seltsame Mumie in einem Buch über rätselhafte und mythischen Kreaturen. Tatsächlich ist diese Mumie (wie andere ihrer Art) schon lange bekannt. So etwa berichtete bereits 2003 BBC London darüber. Das Buch jedoch weckte das Interesse von Kinoshita und so fand er das Kuriosum tatsächlich vor Ort in einer Holzkiste in dem Tempel. Zusammen mit Forschern der „Kurashiki University of Science and the Arts“ ließ er daraufhin die seltsame Mumie der Meerjungfrau genauer untersuchen.

Dabei bestätigte sich das, was schon bereits nach den ersten Medienberichten über die Kreatur spekuliert wurde. Nämlich, dass die Meerjungfrau ein bizarrer Betrug ist. Hier hat jemand den Oberkörper eines kleinen Affen mit einem Fischschwanz zusammen genäht, das „Werk“ mumifiziert und so eine Meerjungfrau-Mumie vorgetäuscht. Mutmaßlich, so der an der Untersuchung beteiligte Paläontologe Takafumi Kato, habe der Schwindler noch menschliche Haare und Nägel hinzugefügt. Dies sollte seine Arbeit wohl echter erscheinen zu lassen.

Makabere Kuriositäten

Wie genau die Mumie aber letztendlich in den Tempel kam, wissen die Forscher auch nicht. Früher sei sie in einer Glasvitrine im Tempel ausgestellt gewesen, damit Besucher oder Pilger zu ihr beten konnten, so Konzen Kuida, der vorstehende Priester des Tempels. Man erhoffte sich von ihr Gesundheit und habe sie auch verehrt, um die die Pandemie zu linder, so Kuida laut einem Bericht in „Live Science“.

Dauerhaft und frei zugänglich ausgestellt werde sie aber schon 40 Jahre nicht mehr. Die Verantwortlichen hatten sie zum Schutz vor Verfall in einem feuerfesten Tresor gelagert.

Die CT-Scans fanden bereits am 2. Februar statt. Hierbei zeigte sich sehr schnell, dass die Mumie eine Fake ist. Doch auch DNA-Proben wurden genommen, deren Auswertung auf sich warten ließ. Im Laufe dieses Jahres wollen die Forscher um Hiroshi Kinoshita alle genauen Resultate veröffentlichen. Warum aber jemand eine solche makabere Mumie anfertigte, bleibt damit natürlich unklar.

Wahrscheinlich um sie an an Touristen zu verkaufen, so die Vermutungen. Oder auch um Pilger in das Kloster zu locken? Denn weltweit finden sich seltsame Mumien, kuriose Artefakte und „heilige Objekte“ in Kirchen, Tempeln und Klöstern. Unter ihnen auch weitere „Mumien von Meerungfrauen“. Vor 100, 200 Jahren waren solche gruseligen Kreaturen auch oft gezeigte Highlight von Kuriositäten-Ausstellungen. Gerne zog man mit ihnen auch durch das Land.

Doch vor allem Reliquien der Christenheit locken bis heute Millionen Pilger und brachten vor allem im Mittelalter Geld und Ansehen. Wissenschaftliche Untersuchungen der verehrten Objekte werden dabei so gut wie immer abgelehnt.

Warum wohl?

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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