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VIDEO: 7.000 Jahre alt: Skelettfund auf Sulawesi und DNA-Analysen schreiben die Menschheitsgeschichte um!

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VIDEO: 7.000 Jahre alt_: Skelettfund auf Sulawesi schreibt die Menschheitsgeschichte um (Bilder: Hasanuddin-Universität / Montage: Fischinger-Online)
VIDEO: 7.000 Jahre alt: Skelettfund auf Sulawesi schreibt die Menschheitsgeschichte um (Bilder: Hasanuddin-Universität / Montage: Fischinger-Online)

Archäologen fanden vor einigen Jahren auf der Insel Sulawesi (Indonesien) die sterblichen Überreste eines Mädchens. Diese Entdeckung war ein Glücksfall für die Forscher, wie sich jetzt herausstellte. Denn das Skelett ist nicht nur  7.000 Jahre alt, sondern DNA-Analysen zeigten auch, dass die Siedlungsgeschichte der Menschheit umgeschrieben werden muss. Warum, das erfahrt Ihr in diesem Video.


Glücksfall für die Archäologie auf Sulawesi

Ein erstaunlicher Fund auf der Insel Sulawesi (Indonesien) schreibt die Menschheitsgeschichte um! Ein Glücksfall für die Archäologie, denn ein hier entdecktes 7.000 Jahre altes Skelett wirft ein neues Bild auf die Besiedlung der Erde.

Gefunden wurde es schon 2015 in einer Höhle in auf Sulawesi. Doch jetzt ist es Wissenschaftlern gelungen auf den sterblichen Überresten DNA zu gewinnen. Ein doppelter Glücksfall, denn hier im Klima des Südosten von Asien bleiben derartige biologische Überreste meistens nicht so lange erhalten.

Nach den genetischen Untersuchungen trägt das gefundene Individuum, ein Mädchen von rund 17 oder 18 Jahren, verschiedene genetischen Merkmale in sich. Darunter befand sich unter anderem DNA aus Asien. Bisher nahmen die Forscher an, dass erst 3.500 Jahre später Asiaten hierher wanderten. Ein weiterer Schritt bei der Erforschung der Besiedelung von Australien. Zumal das Mädchen einem Zweig von Menschen angehörte, der offenbar ausgestorben ist.

Und ein Hinweis auf Seefahrt in der Steinzeit über das offene Meer. Mehr dazu in diesem Video vom 27. August 2021.

Bleibt neugierig …

Video vom 27. August 2021 auf Mystery Files

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Irlands Herrscher der Steinzeit: DNA-Analysen weisen auf Inzest innerhalb der Eliten hin (+ Video)

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Irlands Herrscher der Steinzeit: DNA-Analysen weisen auf Inzest innerhalb der Eliten hin + Video (Bild: PixaBay/gemeinfrei)
Irlands Herrscher der Steinzeit: DNA-Analysen weisen auf Inzest innerhalb der Eliten hin + Video (Bild: PixaBay/gemeinfrei)

Wie auf Fischinger-Online mehrfach berichtet, haben Genetiker in den letzten Jahren bereits einige male mittels DNA-Analysen versucht den Geheimnissen der Megalithkultur auf die Spur zu kommen. Sei es ihre Ausbreitung und vermeintliche Ur-Heimat/Herkunft oder die Verwandtschaftsverhältnisse der sogenannten Megalithiker in ihren Gräbern. Jetzt haben Forscher eine weitere DNA-Studie vorgelegt, die vorherige Untersuchungen in Irland untermauern. Mehr noch, denn die Ergebnisse deuten darauf hin, dass vor 5.000 Jahren Inzest unter der Herrscherkasten der Steinzeit üblich war.


DNA der Steinzeit

Bereits vor Anfang 2019 haben Genetiker mittels DNA-Analysen aufzeigen können, dass in der Megalithkultur der Steinzeit viele der Megalithanlagen von Familien über Generationen hinweg für Bestattungen genutzt wurden. Nicht nur in Irland, sondern auch in anderen Teilen Europas, wie in diesem Beitrag HIER berichtet.

Wirklich überraschend waren die damaligen Ergebnisse nicht. Denn gleichgültig ob eine Gesellschaft von Landwirten oder Jägern und Sammlern solche Megalithanlagen errichtete, immer war es mit enormen Anstrengungen verbunden. Planung, Zeit, Logistik, Technik und vor allem die Motivation mussten vorhanden sein. Ebenfalls eine ausreichende Anzahl von Arbeitskräften die während der Bauzeit natürlich nicht mehr für andere Aufgaben innerhalb der Gesellschaft zur Verfügung standen.

In einer nur spärlich besiedelten Steinzeit waren derartige Megalithbauten folglich das Privileg der Herrscherfamilien und Eliten. Eine Art Familienangelegenheit. Jahrtausende später war das in anderen Kulturen überall auf der Welt nicht anders. Sie waren Häuptlinge, Könige, Priesterkönige oder schlicht Führer ihre Stämme, die ihre Macht an den Sohn vererbten.

Das bestätigt jetzt eine weitere Studie um den Genetiker Daniel Bradley vom Trinity College Dublin, die in „Nature“ veröffentlicht wurde.

Inzest in der Steinzeit

Sein Team untersuchte die DNA von insgesamt 42 Menschen, deren Überreste in den zahlreichen Grabanlagen aus der Megalithkultur von Irland gefunden wurden. Die bekannteste Anlage dieser Art ist dabei sicher Newgrange, die einige sogar mit dem versunkenen Reich Atlantis in Verbindung bringen. Bei den Analysen der aus den sterblichen Überresten gewonnenen DNA stellten die Genetiker fest, dass viele der in den uralten Grabbauten bestatteten Menschen miteinander inzestuös verwandt waren.

Eine Praxis zur Sicherung eines Herrschergeschlechtes, dass man auch von den Pharaonen Ägyptens und anderen Kulturen kennt. In Newgrange fanden die Wissenschaftler ein dort begrabenes Mitglied der Herrscherkaste, dessen Eltern Verwandte ersten Grades waren. Vater und Tochter, Mutter und Sohn oder Geschwister. Für die beteiligten GEN-Forscher ist damit erwiesen, dass die herrschende Elite lieber unter sich blieb und jahrhundertelang die Megalithanlagen für ihre Begräbnisse nutzen konnte:

Das Prestige dieser Bestattungsform spricht für eine extreme Hierarchie, in der die einzigen würdigen Partner der Elite Familienmitglieder waren.

Das sieht nach einer mächtigen, verzweigten Verwandtschaftsgruppe aus, die über mindestens ein halbes Jahrtausend Zugang zu Grabanlagen der Elite in vielen Regionen der Insel hatte.“

Bei Völkern wie den Inka, Maya oder Ägyptern waren solche familiären Beziehungen bereits bekannt. Nun scheint diese Studie einmal mehr zu belegen, dass solche inzestuösen Beziehungen weltweit für den Erhalt einer elitären Geschlechterfolge scheinbar die Regel waren.

Video zum Thema auf Fischinger-Online

YouTube-Video vom 16. Feb. 2019 auf Fischinger-Online

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Wissenschaftler wollen durch DNA-Analysen Verwandte von Jesus Christus finden: Ein Fakten-Check und die Hintergründe

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Kann man durch DNA-Untersuchungen tatsächlich Verwandte von Jesus Christus finden? (Bilder: gemeinfrei / Montage L. A. Fischinger)
Kann man durch DNA-Untersuchungen tatsächlich Verwandte von Jesus Christus finden? (Bilder: gemeinfrei / Montage L. A. Fischinger)

Jesus von Nazareth ist sicherlich eine der bekanntesten Namen der Erde. Für die einen der Sohn Gottes, für andere ein weiser Prophet des Herrn und für andere nur einer der zahllosen „Störenfriede“ im heutigen Israel im 1. Jahrhundert nach Christus. Also ein ganz normaler Mensch, der nicht nur seit dem Bestseller „Sakrileg“ von Dan Brown in den Augen nicht weniger Menschen verheiratet war und auch Kinder hatte. Eine Boulevardzeitung in der Schweiz berichtete kürzlich, dass Forscher jetzt „mit neuster Technologie“ und Gen-Analysen Verwandte und Nachkommen von Jesus im Heiligen Land aufspüren wollen. Nur eine krude Story à la Dan Brown – oder was genau steckt hinter diesem Forschungsprojekt? Ein Fakten-Check und die Hintergründe.

 

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Verwandte von Jesus

Am 22. April 2015 titelte die Boulevardzeitung „Blick„: „DNA-Spuren sollen weiterhelfen: Forscher suchen Verwandte von Jesus

Nun könnte man schon allein anhand des Titels und vor allem, wo diese Meldung erschien, die Sache als „Sensationsgier“ der Regenbogenpresse beiseite legen. Immerhin sind vor allem seit dem Weltbesteller „Sakrileg“ von Dan Brown Berichte, Spekulationen und Meldungen über Jesus, seine Frau und seine Kinder weltweit enorm verbreitet.

Auch wenn Dan Brown in seinem Roman die Story des wesentlich früher erschienen Sachbuches „Der heilige Gral und seine Erben“ von 1982 übernahm, machte er diese Idee weltbekannt. Doch was die Schweizer Boulevardpresse in ihrem Beitrag berichtet, hat ausnahmsweise nichts mit irgendwelchen angeblichen Kindern und Ehefrauen von Jesus zu tun. Doch der Background ist tatsächlich sehr interessant.

DNA von Jesus Christus?

Lars A. Fischinger in der Grabeskirche vor dem Grab Jesu: Alles ein Fake? (Bild: L.A. Fischinger)
Lars A. Fischinger in der Grabeskirche vor dem Grab Jesu (Bild: L.A. Fischinger)

Laut dem Neuen Testament geschah nach der Kreuzigung von Jesus ein echtes Wunder biblischen Ausmaßes: Jesus Körper verschwand aus seinem Grab, da er wieder auferstanden sei. Er hatte den Tod überwunden und zeigte sich später auch seinen Jüngern um sie davon zu überzeugen, dass er leibhaftig wieder von den Toten auferstanden sei. Das feiern Christen in aller Welt mit dem Osterfest.

Folglich ist seit rund 2.000 Jahren das Grab Jesu in der Grabeskirche in Jerusalem leer. Nur drei Tage habe dort laut Bibel der Leichnam Jesu gelegen, bis er auf wundersame Weise wieder auferstanden ist und später in den Himmel gefahren sein soll.

Auch wenn nicht wenige Publikationen belegen wollen, dass Jesus in Wahrheit nicht tot gewesen sei und so nach einem dreitägigen „Koma“ oder „Delirium“ nach der Kreuzigung wieder unter den Lebenden weilte, ist eines unstrittig: Die Grabeskirche ist leer und es existiert weder eine Leiche noch irgendwelche Knochen usw. von Jesus.

Da Jesus leibhaftig in den Himmel aufgefahren sein soll und nirgendwo organisches Material für DNA-Analysen von ihm vorhanden ist, stellt sich die Frage: Wie wollen nun laut dem Boulevard-Bericht Forscher mittels Gen-Untersuchungen das Mysterium um Jesus und seiner Nachkommen/Verwandten lösen? Ist die DNA vom Himmel gefallen?

Die Suche nach dem Gencode Jesu

 Unser täglich UFO gib uns heute! Warum US-Mystery-Dokus am TV so sind, wie sie sind (Bilder: WikiCommons/gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Unser täglich UFO gib uns heute! Warum US-Mystery-Dokus am TV so sind, wie sie sind (Bilder: WikiCommons/gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Die beiden Forscher, die sich zusammengetan haben, um den Gencode von Jesus und seiner Verwandtschaft zu entschlüsseln, kommen aus zwei vollkommen unterschiedlichen Richtungen. Der eine ist der Geisteswissenschaftler und Priester Joe Butch Basile aus Fresno in Kalifornien (USA).

Der andere ist George Busby, ein Gen-Forscher vom „Wellcome Trust Centre for Human Genetics“ an der Universität in Oxford in Großbritannien. Ein DNA-Experte, der zuvor am „Institute of Zoology“ des Londoner Zoo tätig war.

Joe Basile wiederum ist „Pastor, Prophet und Evangelist an der Encounter Church und The Road Church“ wie er sich bei Facebook bezeichnet. Einer der jungen und „poppigen“ Geistlichen, die es in der USA sehr zahlreich gibt. Zusammen mit dem „History Channel“ haben er und Busby in ihrer Dokumentation „The Jesus Strand: A Search for DNA“ ihre Suche nach dem Gencode der Familie Jesus Christus am 16. April präsentiert.

Hier muss man, wie bei der Meldung in „Blick“ ein zweites Mal aufhorchen! Die Dokumentationen des US-TV diesen vor allem der Unterhaltung und an zweiter Stelle der Vermittlung von Wissen und Fakten. Das hatte ich Ende Januar 2017 in einem Beitrag bereits einmal genauer ausgeführt.

Wie ernst kann man dann die Arbeiten von Busby und Basile bei ihrer Jagd nach DNA und der Verwandtschaft von Jesus nehmen?

Die blutigen Hintergründe

Ausschnitt vom "Turiner Grabtuch" - befindet sich auf ihm die DNA von Jesus? (Bild: gemeinfrei)
Ausschnitt vom „Turiner Grabtuch“ – befindet sich auf ihm die DNA von Jesus? (Bild: gemeinfrei)

Klar: Der Genetiker George Busby hat nicht von den sterblichen Überresten von Jesus ein Probe genommen, aus dieser den Gencode entschlüsselt und dann im Heiligen Land durch Massen-Gentests noch lebende Verwandte gesucht. Das ist schlicht nicht möglich, wie oben dargelegt.

Möglich aber wäre der Umweg über christliche Reliquien, die direkt mit Jesus in Verbindung gebracht werden und die heute noch existieren. Nämlich die Grabtücher, die nach der Auferstehung laut Neuem Testament im leeren Grab Jesu in Jerusalem gefunden worden sein sollen. Denn diese existieren bis heute. So heißt es zumindest.

Zum einen ist da das weltberühmte Grabtuch von Turin in Italien, seit seit Jahrzehnten für Kontroversen und Spekulationen sorgt. Ein Leinentuch von über vier Metern Länge, dass wahrscheinlich die bekannteste Reliquie des Christentums überhaupt ist, da sie die Vorder- und Rückseite eines gekreuzigten Mannes zeigt. Und dieser Mann sei eben Jesus von Nazareth und das Grabtuch von Turin ein bis heute erhaltenes blutige Beweisstück seiner Kreuzigung und Auferstehung. So zumindest die Gläubigen und Befürworter.

Das andere Grabtuch ist das weniger bekannte aber nicht minder interessante Schweißtuch von Oviedo in der Kathedrale von San Salvador in Oviedo in Spanien.

Bei diesem vollkommen verschmutzten Tuch in Oviedo soll es sich nach „gläubiger Lesart“ um ein Grabtuch handeln, dass als Schweißtuch dem gekreuzigten Jesus um den Kopf gewickelt war. Dadurch drangen Blut usw. des Gekreuzigten in das Tuch und damit auch seine DNA. Und da auch auch dem Grabtuch von Turin Blut zu finden ist, liegen hier zwei mögliche Quellen vor, aus der die DNA von Jesus gewonnen werden kann.

Das Schweißtuch von Oviedo in Spanien (Bild: Archiv M. Hesemann)
Das Schweißtuch von Oviedo in Spanien (Bild: Archiv M. Hesemann)

Vorausgesetzt natürlich, dass beide Stoffe wirklich von der Kreuzigung Jesu stammen und sich darauf wirklich sein Blut befindet (und die Reliquien überhaupt 2.000 Jahre alt sind). Das sind folglich schon überaus unsichere Voraussetzungen, denen sich Busby und Basile bei ihrer Suche nach der DNA von Jesus und seiner Verwandtschaft gegenüber sehen.

Obwohl beide Tücher überaus spannende Objekte sind, die sogar eine ganze Reihe von Übereinstimmungen zeigen, die auf einen gemeinsamen Ursprung schießen lassen, kamen die beiden „GEN-Hunter“ zu einem Ergebnis. Das war auch nicht zu erwarten. Schon im Vorfeld der Erstausstrahlung der Doku zu Ostern nicht.

Obwohl beide Tücher überaus spannende Objekte sind, die sogar eine ganze Reihe von Übereinstimmungen zeigen, die auf einen gemeinsamen Ursprung schießen lassen, kamen die beiden „GEN-Hunter“ zu einem Ergebnis. Das war auch nicht zu erwarten. Schon im Vorfeld der Erstausstrahlung der Doku zu Ostern nicht.

Wie ich zum Beispiel in einem Vortrag 2009 (zu finden auf meinem YouTube-Kanal) oder in meinem Buch „Das Wunder von Guadalupe“ zu zeigen versuchte, sind die Übereinstimmungen der (Blut-)spuren auf dem Grabtuch von Turin und dem Schweißtuch von Oviedo schon sehr spannend. Sie lassen sich sehr gut mit einem Gekreuzigten in sehr vielen Details in Zusammenhang bringen, der diese beiden Tücher um oder über seinen Körper und Kopf trug.

Sakrileg!

Überlagerung der Blutspuren auf dem Grabtuch von Turin und dem Schweißtuch von Oviedo: es scheint mehr als Zufall zu sein! (Bild: Archiv M. Hesemann)
Überlagerung der Blutspuren auf dem Grabtuch von Turin und dem Schweißtuch von Oviedo: es scheint mehr als Zufall zu sein! (Bild: Archiv M. Hesemann)

Wenn nun aber zwei Interessierte zusammen mit dem „History Channel“ nach Turin und Oviedo kommen, um Proben der verehrten Jesus-Reliquien nehmen wollen, ist die Antwort der Verantwortlichen wohl klar. Auch hat der US-Doku-Sender „Discovery Channel“ zahlreiche Gläubige und Geistliche bereits einmal mit einer Jesus-Doku zu Ostern 2015 verärgert.

Welcher US-Doku-Sender auch immer angekommen wäre, das Ergebnis wäre eine ähnliche Unterhaltungs-Show gewesen. Man kann nicht einfach mal eben nach Turin und Oviedo fahren und dort irgendwelche Proben der an diesen Orten verehrten heiligen Reliquien nehmen. Das ist sicher auch jedem klar, der mit Kirche, Jesus und Christentum „nichts am Hut“ hat, um es einmal lapidar auszudrücken.

In der Sendung „Das Jesus-Grab“ wurde damals das angeblich echte Familiengrab von Jesus in Talpiot in Jerusalem „nachgewiesen“. Inklusive seiner Frau und deren Kind. Gleichzeitig wurde mit dieser Behauptung natürlich das Jesus-Grab in der Grabeskirche von Jerusalem als Schwindel, Fake, Irrtum oder wie auch immer denunziert. Für gläubige Christen war und ist diese Doku ganz einfach ein Sakrileg.

Das die Sendung dann auch noch zu Ostern (Karfreitag), dem Fest der Auferstehung, ausgestrahlt wurde, machte es nicht besser. Auch nicht, dass bereits 2007 das Thema in der englischen Original-Dokumentation mit dem Titel „The lost Tomb of Jesus“ Thema war.

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Verantwortlich für die Dokumentation um das angeblich echte Grab von Jesus war damals übrigens James Cameron, der erst kürzlich „Atlantis entdeckt“ hat. Für einen US-Doku-Sender, natürlich.

Der Eingang der Grabeskirche in Jerusalem: Hier soll Jesus auferstanden sein (Bild & Montage: L. A. Fischinger / Jesu: gemeinfrei)
Der Eingang der Grabeskirche in Jerusalem: Hier soll Jesus auferstanden sein (Bild & Montage: L. A. Fischinger / Jesu:  gemeinfrei)

Obwohl das Turiner Grabtuch und auch das Schweißtuch untersucht wurden und auch Proben genommen wurden, sind DNA-Funde auf diesen so oder so umstritten.

Im Laufe der Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende könnten genetische Spuren auf beiden Reliquien nicht zwingend Jesus Christus zugeordnet werden. Obwohl auch diese Aussage wiederum strittig ist, da die Blutspuren beider Tücher beispielsweise dieselbe seltene Blutgruppe haben. Ist es wirklich das Blut des Messias?

Eine 3. DNA-Quelle?

Die Voraussetzungen für George Busby und Joe Basile bei ihrer Jagd nach Verwandten von Jesus waren grundsätzlich schlecht. Da sollte es auch nicht verwundern, dass in der US-Dokumentationen „The Jesus Strand: A Search for DNA“ letztlich kein abschließendes Ergebnis herauskam. Was, am Rande erwähnt, bei zahlreichen solcher Mystery-Sendungen aus den USA der Fall ist …

Trotzdem wollten Basile und Busby bei ihren Nachforschungen noch eine dritte DNA-Quelle hinzuziehen. Dabei handelte es sich um Knochen, die von Johannes dem Täufer stammen sollen. Eine sehr bekannte Personen aus dem Neuen Testament, die laut Bibel Jesus einst taufte und große Verehrung genossen habe. Angeblich könnte er mit Jesus verwandt gewesen sein, wie einige Bibelforscher vermuten. Träfe das zu, müsste sich eben eine genetische Verwandtschaft nachweisen lassen.

Der Stab des Mose und die Bundeslade (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Reliquien gibt es überall: Der Stab des Mose und die Bundeslade (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Doch auch diese genetische Spur steht auf mehr als wackeligen Füßen.

Die angeblich echten Knochen des Täufers wurden 2010 bei Ausgrabungen auf der Insel Sweti Iwan im Schwarzen Meer (Bulgarien) entdeckt. Dort lagen sie in einer Urne aus Marmor in der Klosterkirche St. Johannes und waren mit der Inschrift „Johannes der Täufer“ beschriftet.

Ebenso fanden sich weitere Objekte im Umfeld, die sich auf Johannes den Täufer bezogen, wie bei einer Pressekonferenz am 1. August 2010 bekannt geben wurde. Für den Entdecker, der Archäologe Prof. Kazimir Popkonstantinov von der Universität Veliko Turnovo sicher der Fund seines Lebens.

Unter anderem wurde ein Zahn, ein Stück Schädel und ein Fingerknochen auf Sweti Iwan geborgen. Eine Datierung des Fingers an der Universität Oxford zeigte, dass dieser Knochen aus dem 1. Jahrhundert nach Christus stammt und würde damit zeitlich zu Johannes passen. Spätere DNA-Analysen an der Universität Kopenhagen durch den Biologen Prof. Eske Willerslev rundeten dann die mutmaßliche Sensation ab. Sie ergaben, dass alle drei Teile von einem Mann stammen und dieser im Nahen Osten gelebt haben muss. Also im Land Jesus Christus und des Täufers Johannes.

„12 Hände und sechs Köpfe“

Der Kölner Dom: Liegen hier tatsächlich die heiligen drei Könige? (Bild: Public Domain / L. A. Fischinger)
Der Kölner Dom, auch hier gibt vermeintlich echte Reliquien: Die Gebeine der heiligen drei Könige … (Bild: Public Domain / L. A. Fischinger)

Das war es dann auch mit den Fakten rund um die Knochen von Johannes dem Täufer aus Bulgarien. Obwohl 2012 weltweit die Medien über die interessanten Ergebnisse der Untersuchungen berichteten, heißt das eigentlich nichts. Tom Higham von der Universität Oxford gab auch klar zu bedenken:

Wir hatten erwartet, dass die Knochen aus einer jüngeren Zeit stammen, vielleicht aus dem dritten oder vierten Jahrhundert.

Das Ergebnis passt eindeutig zu jemandem, der im ersten nachchristlichen Jahrhundert gelebt hat. Ob diese Person Johannes der Täufer war, ist eine Frage, die wir noch nicht zweifelsfrei beantworten können – und wahrscheinlich auch nie werden.“

Fraglos ist es erstaunlich, dass hier Knochen eines Mannes aus dem 1. Jahrhundert entdeckt wurden, der noch dazu wahrscheinlich im Nahen Osten gelebt hat. Aber nur weil Johannes drauf steht, muss nicht Johannes drin sein. Reliquien von Johannes dem Täufer gibt es nicht wenige. Zwar nicht so viele wie von Jesus, aber eine doch recht ansehnliche Anzahl. Von Köpfen bis Hände ist alles dabei, was angeblich von Johannes dem Täufer stammt.

Bereits 2012 gab beispielsweise „Reuters“ zu bedenken, dass, wären all diese Johannes-Reliquien authentisch, „die biblische Figur wohl 12 Hände und sechs Köpfe gehabt hat“.

Immerhin gilt Johannes seine Existenz zur Zeit Jesu als verbürgt. Der Geschichtsschreiber Flavius Josephus aus dem 1. Jahrhundert, bis heute eine überaus wichtige Quelle der Geschichte des Nahen Ostens zu biblischen Zeiten, erwähnt ihn in Band 18 der „Jüdische Altertümer„. Umstittener ist dann wieder die Verwandtschaft zwischen Jesus und Johannes. Immerhin eine Voraussetzung für George Busby und Joe Basile bei der Suche nach Verwandten von Jesus.

Johannes der Täufer tauft Jesus Christus (Bild: gemeinfrei)
Johannes der Täufer tauft Jesus Christus: Waren beide verwandt? (Bild: gemeinfrei)

Jesus und Johannes könnten laut dem Evangelium des Lukas tatsächlich Cousins zweiten Grades gewesen sein. Bei Lukas heißt es in der Geschichte, als ein Engel der Maria ihre Schwangerschaft mit Jesus verkündet:

Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, hat auch einen Sohn empfangen in ihrem Alter und ist jetzt im sechsten Monat, sie, die vorher unfruchtbar hieß.“ (Lk. 1,36)

Dieser Knabe der Elisabeth soll Johannes der Täufer gewesen sein, wie es in Lukas ab 1,57 beschrieben wird. Darin heißt es auch, dass Johannes erst nach seinem Vater Zacharias bekannte wurde, aber Elisabeth sich durchsetzte und „er soll Johannes heißen“. „Denn die Hand des Herrn war mit ihm“, so Lk. 1,66.

Nur leider schweigt das Neue Testament sich aus, in welchem verwandtschaftlichen Verhältnis Maria und Elisabeth standen. Vermutet wird, dass sie Cousinen waren. Zumindest aber könnte die Gen-Forschung tatsächlich solche Verhältnisse nachweisen – hätte sie authentische Proben.

Der „History Channel“, George Busby und Joe Basile hatten von vornherein für ihre Dokumentationen auf der Suche nach Jesus Verwandtschaft überhaupt keine wissenschaftlich gesicherte Grundlage. Das Ergebnis, dass man eben zu keinem Ergebnis kommt, stand schon vor Drehbeginn fest. US-Science-Unterhaltung eben.

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Yeti, Bigfoot & Co.: DNA-Analysen angeblicher Yeti-Beweise veröffentlicht – und warum der Yeti KEIN Bär ist, wie es die Medien behaupten +++ YouTube-Video +++

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Der Yeti nur ein Bär? (Bild: L. A. Fischinger / WikiCommons)
Der Yeti nur ein Bär? (Bild: L. A. Fischinger / WikiCommons)

Seit einigen Jahren wird eine DNA-Studie in der Grenzwissenschaft mit großer Spannung beobachtet: Die genetische Analyse von einigen Dutzend biologischen Proben, die von Bigfoot, Yeti & Co. stammen könnten. Das Projekt um den Genetiker Dr. Bryan Sykes (Uni Oxford) wurde nun veröffentlicht und in den Massenmedien lesen wir: „Der Yeti ist ein Bär!“ – stimmt das aber auch tatsächlich? Dazu ein neues Video auf meinem Mystery-Kanal des Unfassbaren bei YouTube.


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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Das moderne Feld der Gen-Forschung sollte Beweise liefern, dass es vielleicht „Affenmenschen“ nach Art des Yeti in Asien gibt (oder eben nicht – s. a. hier, hier & Video hier).

Die Studie wurde nun im Magazin „Proceedings of the Royal Society B“ (B = Biological Science) publiziert … doch die Mainstreammedien berichten sehr „irreführend“ darüber.

Warum „irreführend“ und mehr zum Thema erfahrt Ihr in diesem Video.

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Verdacht bestätigt: Bizarre Mumie einer Meerjungfrau in Japan stellte sich als Betrug heraus

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Verdacht bestätigt: Alte Mumie einer Meerjungfrau in Japan stellte sich als Betrug heraus (Bilder: Hiroshi Kinoshita / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Verdacht bestätigt: Alte Mumie einer Meerjungfrau in Japan stellte sich als Betrug heraus (Bilder: Hiroshi Kinoshita / Bearbeitung: Fischinger-Online)

In aller Welt finden sich bizarre Reliquien, Mumien und heilige Objekte, die eine „übernatürliche Herkunft“ haben sollen. Darunter sogar Mumien von angeblich echten Meerjungfrauen. Wesen mit einem menschlichen Oberkörper inklusive Armen und dem Unterleib eines Fisches mit Schwanzflosse. Jetzt haben Forscher in Japan genau eine solche Kreatur aus einem Kloster untersucht. Mit dem wenig überraschenden Ergebnis, dass hier jemand diese Mumie aus echten Tieren zusammen genäht hat.


Mumie einer Meerjungfrau in Japan?

Irgendwann zwischen 1736 und 1741 sollen Fischer nahe der Insel Shikoku vor Japan einen rätselhaften Fund gemacht haben: Eine Meerjungfrau ging ihnen ins Netz!

Das klingt sehr nach Seemannsgarn, da Legenden über Meerjungfrauen zu allen Zeiten auf allen Weltmeeren erzählt wurden. Sie gehörten ebenso zu den Bewohnern der Tiefe, wie allerlei Monster, tödliche Strudel und Seeungeheuer, die arglosen Seemännern das Fürchten lehrten. Anders jedoch in diesem Fall aus Japan, denn diese vermeintliche Meerjungfrau nahmen die Fischer mit nach Osaka und so sei sie letztlich in einem buddhistischen Tempel in Asakuchi gelandet.

Dort fristete die nur rund 30,5 Zentimeter kleine Meerjungfrau als Mumie ihr Dasein. Zusammen mit einem Schreiben auf Japanisch aus dem Jahre 1903. Dieses besagt, dass das Wesen von Fischern abgekauft wurde, die es für einen normalen Fisch hielten. Sie boten es auf dem Markt an und die Vorfahren des Absenders des Briefes wären so in den Besitz der Meerjungfrau gelangt. Als „Familienschatz“ haben diese das Wesen verwahrt.

Dann stieß Hiroshi Kinoshita von der „Okayama Folklore Society“ auf die seltsame Mumie in einem Buch über rätselhafte und mythischen Kreaturen. Tatsächlich ist diese Mumie (wie andere ihrer Art) schon lange bekannt. So etwa berichtete bereits 2003 BBC London darüber. Das Buch jedoch weckte das Interesse von Kinoshita und so fand er das Kuriosum tatsächlich vor Ort in einer Holzkiste in dem Tempel. Zusammen mit Forschern der „Kurashiki University of Science and the Arts“ ließ er daraufhin die seltsame Mumie der Meerjungfrau genauer untersuchen.

Dabei bestätigte sich das, was schon bereits nach den ersten Medienberichten über die Kreatur spekuliert wurde. Nämlich, dass die Meerjungfrau ein bizarrer Betrug ist. Hier hat jemand den Oberkörper eines kleinen Affen mit einem Fischschwanz zusammen genäht, das „Werk“ mumifiziert und so eine Meerjungfrau-Mumie vorgetäuscht. Mutmaßlich, so der an der Untersuchung beteiligte Paläontologe Takafumi Kato, habe der Schwindler noch menschliche Haare und Nägel hinzugefügt. Dies sollte seine Arbeit wohl echter erscheinen zu lassen.

Makabere Kuriositäten

Wie genau die Mumie aber letztendlich in den Tempel kam, wissen die Forscher auch nicht. Früher sei sie in einer Glasvitrine im Tempel ausgestellt gewesen, damit Besucher oder Pilger zu ihr beten konnten, so Konzen Kuida, der vorstehende Priester des Tempels. Man erhoffte sich von ihr Gesundheit und habe sie auch verehrt, um die die Pandemie zu linder, so Kuida laut einem Bericht in „Live Science“.

Dauerhaft und frei zugänglich ausgestellt werde sie aber schon 40 Jahre nicht mehr. Die Verantwortlichen hatten sie zum Schutz vor Verfall in einem feuerfesten Tresor gelagert.

Die CT-Scans fanden bereits am 2. Februar statt. Hierbei zeigte sich sehr schnell, dass die Mumie eine Fake ist. Doch auch DNA-Proben wurden genommen, deren Auswertung auf sich warten ließ. Im Laufe dieses Jahres wollen die Forscher um Hiroshi Kinoshita alle genauen Resultate veröffentlichen. Warum aber jemand eine solche makabere Mumie anfertigte, bleibt damit natürlich unklar.

Wahrscheinlich um sie an an Touristen zu verkaufen, so die Vermutungen. Oder auch um Pilger in das Kloster zu locken? Denn weltweit finden sich seltsame Mumien, kuriose Artefakte und „heilige Objekte“ in Kirchen, Tempeln und Klöstern. Unter ihnen auch weitere „Mumien von Meerungfrauen“. Vor 100, 200 Jahren waren solche gruseligen Kreaturen auch oft gezeigte Highlight von Kuriositäten-Ausstellungen. Gerne zog man mit ihnen auch durch das Land.

Doch vor allem Reliquien der Christenheit locken bis heute Millionen Pilger und brachten vor allem im Mittelalter Geld und Ansehen. Wissenschaftliche Untersuchungen der verehrten Objekte werden dabei so gut wie immer abgelehnt.

Warum wohl?

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Archäologische Funde in einer südfranzösischen Grotte sollen die Menschheitsgeschichte um 10.000 Jahre umschreiben (+ Videos)

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Archäologische Funde in einer südfranzösischen Grotte sollen die Menschheitsgeschichte umschreiben (Bilder: L. Slimak / Montage: Fischinger-Online)
Archäologische Funde in einer südfranzösischen Grotte sollen die Menschheitsgeschichte umschreiben (Bilder: L. Slimak / Montage: Fischinger-Online)

Erneut schreiben archäologische Funde die Menschheitsgeschichte um, wie Forscher in einer aktuellen Studie berichten. Gefunden wurden sie in der südfranzösischen Grotte „Mandrin“ und weisen darauf hin, dass der modernen Mensch bereits 10.000 Jahren früher als gedacht Westeuropa besiedelte.Für das Forscherteam um Ludovic Slimak eine Sensation – die aber nicht unwidersprochen blieb. Denn echte und falsche Sensationen geben sich gerne die Klinke in die Hand.


Falsche und echte Sensationen

Seit Jahrzehnten berichten „Laienforscher“ immer wieder, dass die Menschheitsgeschichte umgeschrieben werden muss und ähnliches. Hierbei präsentieren sie beispielsweise Funde der Steinzeit oder andere Entdeckungen, die nicht in das gängige Gesichtsbild der Vergangenheit und Menschheit passen. Oder passen sollen. Denn fast alle diese Entdeckungen sind zumindest umstritten.

Solche Funde sind ein mehr als interessantes Feld für einen Mystery-Jäger oder „alternativen Historiker“. Auch wenn diese nicht selten zu wahrhaftigen Sensationen hochgepuscht werden, die sich letztlich aber dann doch nicht wissenschaftlich belegen lassen. Dieser Umstand macht die Welt der Rätsel und Phänomene nicht minder spannend. Eher im Gegenteil, wie zahlreiche auf diesem Blog oder in Mystery Files-Büchern veröffentlichte Beispiele zeigen. Hierbei besteht allerdings kein Zweifel daran, dass viele Fragen in der Entwicklung, Mythologie oder Historie der Menschheit bis heute tatsächlich ungeklärt sind.

Man mag diesen „Lainforschern“ teilweise Sensationsgier vorwerfen. Doch mittlerweile bedarf es nicht mal mehr derartigen Forschern und Autoren, um die Geschichte umzuschreiben. Das machen etablierte Archäologen und andere Forscher heute von ganz allein. Es hat hierbei sogar den Anschein, dass die Abstände, in denen „Mainstream-Wissenschaftler“ entsprechende Entdeckungen machen oder publizieren, immer kürzer werden. Immer wieder werden irgendwo auf der Erde Hinterlassenschaften ausgegraben oder andere Spuren gefunden, die ein neues Bild auf die Vergangenheit werfen.

Und das so schnell und häufig, dass niemand mehr die Schulbücher umschreiben und neu drucken kann! Am Ende sind dazu einige Beispiel-Videos von dem Mystery Files-YouTube-Kanal angehangen.

Homo Sapiens in Europa

Eines der vielen Mysterien der Vergangenheit ist die Frage nach der Besiedlung der Erde durch die Menschen der Vorzeit. Wann kam der Mensch (oder eine uns verwandte Art) zum Beispiel wo auf dem Planeten an und wie kam er dahin, fragen sich unzählige Forscher heute. Hierzu gab es in Fernost erst vor relativer kurzer Zeit Funde, die althergebrachte Ansichten mal wieder über den Haufen warfen (s. 1. Video unten). Ebenso in Mittelamerika (s. 2. Video unten). Und dass der Neandertaler bereits vor 85.000 Jahren Steinkreise in Höhlen errichtete, war bis vor wenigen Jahren auch undenkbar (s. 3. Video unten). Um nur einige Beispiele zu nennen.

Die Lehrmeinung ist auch, dass unsere Vorfahren einst von Afrika über den Nahen Osten vor rund 43.000 bis 45.000 Jahren in Zentraleuropa einwanderten. Hinweise auf anatomisch moderne Menschen sind beispielsweise aus Bulgarien bekannt. Hier fanden sie sich in der Höhle „Batscho-Kiro“ und wurden unter anderem 2020 in „Nature Ecology & Evolution“ (Bd. 4) auf ein Alter von bis zu 45.820 Jahren datiert. Unter Verwendung der Radiokarbondatierung (C14).

Als Zugewanderte trafen sie hier aber auf eine andere Menschenart, die heute als Neandertaler weltbekannt ist. Mit diesen arrangierten sich unsere direkten Vorfahren teilweise, so dass es auch zu Beziehungen und Kindern zwischen ihnen kam. Wir alle haben wenigen Prozent Neandertaler-DNA in uns. Irgendwann aber war es vorbei mit dem Zusammenleben, denn der Neandertaler starb in Europa aus.

Warum das so war, ist bis heute ebenfalls ein Rätsel und Anlass für zahlreiche wissenschaftliche Spekulationen. Vielleicht konnte er sich nicht an einen Klimawandel anpassen, wird ebenso diskutiert, wie die These, dass wir als Homo Sapiens ihn in Europa verdrängten. Vielleicht sogar ausrotteten.

Wann die „Zweisamkeit“ zwischen Neandertalern und uns in Europa begann, ist für das Verständnis ihres Untergangs eine entscheidende Frage. Schließlich gewinnen die Archäologen so auch einen Eindruck und zeitlichen Rahmen, wie lange die Koexistenz der beiden Spezies dauerte. Möglicherweise ließen sich daraus Anhaltspunkte herleiten, warum unser Cousin ausstarb.

Nur 40 Jahre bewohnt

Dieses Thema fasziniert weltweit Wissenschaftler. Ein hartnäckiges Rätsel der Menschheitsgeschichte, das bisher nicht geknackt wurde. Und das nun durch neue Forschungen und Ausgrabungen in der Grotte „Mandrin“ im Süden von Frankreich neue Fragen aufwirft. So berichtet es aktuell ein Wissenschaftler-Team um Ludovic Slimak, Paläoanthropologe an der Universität Toulouse, in einer Untersuchung, die in „Science Advances“ am 9. Februar erschien. 15 Jahre haben die Grabungen des Teams bisher schon in Anspruch genommen, so Slimak.



Ausgrabungen in dieser Grotte oder „Halbhöhle“ sind nicht neu. Schon seit Jahrzehnten graben hier Archäologen nach den Spuren unserer Vorfahren und frühen Verwandten. Denn die Grotte erwies sich als ein Glücksfall für die Forschung. Die Anzahl und der Erhaltungszustand der dort entdeckten Artefakte und Knochen gelten als überaus ungewöhnlich. Ebenso, dass die ältisten Funden dort bis zu 120.000 Jahre in die Vergangenheit reichen.

Deshalb ist die Grotte nicht nur eingezäunt, sondern auch Videoüberwacht. Ein archäologisch überaus wertvoller Fundort.

So alt sind die neuen Funden aus Frankreich längst nicht. In der jetzt veröffentlichen Studie schreiben die mehr 20 beteiligten Forscher, dass der moderne Mensch schon vor bis zu 56.800 Jahren in Südfrankreich in dieser Grotte gelebt haben muss. Folglich also rund 10.000 Jahre früher, als bisher immer angenommen wurde.

Zu diesem Ergebnis kamen die Archäologen unter anderem aufgrund eines Backenzahns, der aus einem Kindergebiss stammen soll. Ein sogenannter „Milchzahn“, den sie in „Mandrin“ in einer Erdschicht ausgruben, die sich zwischen zwei Schichten mit Neandertaler-Spuren befindet. Darum schlussfolgern sie, dass hier Neandertaler lebten, dann eine Zeitlang der moderne Mensch und dann wieder der Neandertaler.

Die Anwesenheit der modernen Menschen war nach den Archäologen aber erstaunlich kurz. Sie sprechen davon, dass dieser nur 40 Jahren in der Grotte gelebt haben soll, bevor er wieder verschwand. Warum, wissen sie nicht. Allerdings ist das Team um Slimak sicher, dass dann wieder der Neandertaler dort einzog. Und zwar für 12.000 Jahre, bis wiederum „anatomisch moderne Menschen“ hier Quartier bezogen. Offenbar war „Mandrin“ einst eine sehr beliebte Immobilie.

Stimmt das alles so?

Es ist durchaus spektakulär, dass bereits 10.000 Jahre früher moderne Menschen von Südosteuropa bis in den Süden von Frankreich wanderten. Zehn Jahrtausende ist ein gewaltig langer Zeitraum, der somit die Besiedlungsgeschichte vollkommen neu schreibt. Auch wenn der Neandertaler sie mutmaßlich zumindest in diesem Gebiet wieder verdrängte.

Wurden aber dieser einzelne Kinderzahn sowie entsprechende Steinwerkzeuge, die dem Homo Sapiens zugeschrieben wurden, vielleicht von den Forschern falsch interpretiert? Denn am 9. Februar erschienen in den Fachmagazinen „Nature“ und „Science“ zeitgleich zu der Studie zwei weitere Artikel, die diese Neuentdeckungen und Interpretationen kritisch sehen. „Ich finde die Beweise nicht sehr überzeugend“, sagt beispielsweise der Archäologe William Banks gegenüber „Nature“.

Der Spezialist für die Epoche der Steinzeit der französischen Universität von Bordeaux glaubt auch, dass die gefunden Steinwerkzeuge eine „lokale Erfindung“ der Neandertaler gewesen sein könnten. Nicht aber unbedingt „Importe von Menschen aus dem Nahen Osten“, so „Nature“. Auch der Zahn überzeugt ihn keineswegs. „Es ist nicht abwegig, dass ein einziger Neandertaler-Zahn Zahnmerkmale aufweisen könnte, die denen moderner Menschen ähneln“, so Banks weiter.

Anders sieht das Kristin Krueger, eine Zahnpaläoanthropologin von der Loyola University Chicago, gegenüber „Science“:

Ich fand diese Arbeit absolut faszinierend. Soweit ich das beurteilen kann, ist dies ein solider Beweis dafür, dass der moderne Mensch früher als angenommen nach Europa kam. Die Autoren liefern überzeugende Argumente für die Datierungen. Sie liefern die stratigraphische Abfolge, die über viele, viele Jahre der Ausgrabung abgeschlossen wurde, (und) verwenden auch mehrere Methoden für die Datierung jeder Schicht.“

„Es wäre so cool, wenn es wahr wäre … aber es ist keine todsichere Sache“, merkt auch die Paläoanthropologin Shara Bailey von der Universität New York an. Todsicher wäre es wohl erst, wenn der Zahn einer DNA-Analyse unterzogen wird. Diese wurde bisher nicht durchgeführt, was wohl mehr als ungewöhnlich ist. Die Forscher haben dafür jedoch eine Erklärung: Der fragile Zahn sei eine solche Kostbarkeit, dass sie erst neuere und zerstörungsfreie Techniken zu Genanalyse abwarten wollen.

Bis dahin wird zumindest diese neuerliche Sensation der Archäologie der Steinzeit weiter ihre Kritiker haben.

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Durchquert hier ein Sasquatch einen Fluss? Neues Video eines angeblichen Bigfoot aufgetaucht (+ Video)

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Durchquert hier ein Sasquatch einen Fluss? Neues Bigfoot-Video aufgetaucht (Bild: YouTube-Screenshot)
Durchquert hier ein Sasquatch einen Fluss? Neues Bigfoot-Video aufgetaucht (Bild: YouTube-Screenshot)

Wieder sorgt der Bigfoot für Diskussionen. Auslöser ist ein Video, das klar ein stämmiges, braunes Wesen bei der Durchquerung eines Flusses in Michigan zeigt. Dem Aussehen nach offenbar ein Bigfoot bzw. Sasquatch. Gäbe es bei der Herkunft des Videomaterials nicht einige Ungereimtheiten, wie Ihr hier erfahrt.


Der Bigfoot um Cass River

Am 7. Juli 20211 veröffentlichte die „Rocky Mountain Sasquatch Organisation“ (RMSO) auf ihrem Blog ein neu aufgetauchtes Video mit einem angeblichen Bigfoot. Entstanden ist es am Cass River in Michigan. Nur knapp 120 Kilometer nordwestlich von Detroit und etwas südlich des Lake Huron.

Zu sehen ist deutliche eine robuste Gestalt mit scheinbar bräunlichem Fell, die durch das Wasser des Flusses geht. Etwa bis zu den Knien reicht der Gestalt dabei das Wasser des Cass River an dieser Stelle. Klar zu erkennen ist die Bewegung des Bigfoot (Sasquatch), seine kräftigen Beine und die teilweise angewinkelten Arme. Das Video selber ist offenbar echt. Die Gestalt spiegelt sich im Flusswasser und die Schatten scheinen korrekt zu fallen. Außerdem verursacht die Gestalt vor den Beinen und hinter sich Wellen, wie man sie erwartet, wenn jemand durch das Wasser geht.

Einige glauben, dass das Wesen weiblich ist, da sie eine Brust zu erkennen meinen. Andere vermuteten sogar, dass der Bigfoot ein Baby auf dem Arm trägt. Einer kommentierte, dass es „aussieht wie ein Typ, der ein totes Reh trägt“. Was meiner Meinung nach aber von den Größenverhältnissen nicht passen würde. „Ich glaube auch nicht, dass es jemand in einem Kostüm ist“, so kommentierte ein anderer User das zu sehende Wesen.

Kryptozoologen sind von dem Video durchaus begeistert. Zumindest zeigen sie sich naturgemäß sehr interessiert. Auch wenn niemand weiß, was da gefilmt wurde. Wie bei vielen anderen Begegnungen der fremden Art auch, so soll auch dieses Video zufällig entstanden sein. Auf dem Blog der RMSO wird die Quelle der Aufnahmen mit den Worten zitiert:

Mein Cousin ist hier in Michigan auf dem Cass River Kajak gefahren,  als er dieses Bild machte. Ich bin mir nicht sicher, was es ist, aber ich habe es einigen Leuten geschickt, um zu sehen, was sie sagen. Manche sagen, es ist Bigfoot, der ein Baby-Bigfoot trägt. Andere sagen, es ist Bigfoot, der ein Reh trägt.

Einige Tage später wurde das Video auch auf dem YouTube-Kanal der RMSO online gestellt (s. unten). Weitere folgten, in denen auch Analysen gewagt wurden. In den hunderten Kommentaren der Videos herrscht alles andere als Einigkeit darüber, was hier zu sehen ist. Verständlich, da man alles und nichts in das Bildmaterial deuten kann.

Kein Zweifel dürfte allerdings darin bestehen, dass hier ein menschliches Wesen durch den Fluss schreitet. Eine humanoide Gestalt, die exakt wie ein Bigfoot nach den zahllosen Augenzeugenberichten aussieht. Ebenso gut kann es ein Witzbold sein, der in einem Kostüm steckt. Oder eben doch ein derartiges Tier …

Mehr Zweifel als Fakten

Denn Zweifel an der Herkunft des Filmes sind überaus berechtigt. Was schon allein bei dem Umstand beginnt, dass das Filmchen nur 4,7 Sekunden lang ist. Sekunden, nicht Minuten.

Das „Netzwerk für Kryptozoologie„, ein Verbund verschiedener Interessierter und Kryptozoologen (mehr HIER), sieht das Bildmaterial ebenfalls sehr kritisch. In einer ersten Analyse dort bemängelt auch Tobias Möser die Kürze des Materials:

Angeblich ist der Film länger, aber die Filmer haben technische Probleme, so große Dateien zu versenden.

Das als Ausrede erscheint mir zu Zeiten von Dropbox, Wetransfer, Cloud-Speicher oder der Möglichkeit, eine Speicherkarte per Post zu verschicken, ohne sich direkt in immense Kosten zu stürzen, unwahrscheinlich. Wir werden also über den tatsächlichen Grund spekulieren müssen, und den Rest des Videos möglicherweise niemals zu Gesicht bekommen.

Dieser Einschätzung kann man nur zustimmen.

Noch ein weiteres Detail ließ Möser „misstrauisch werden“. Und zwar die Brust des „Affenmenschen„, die er und auch andere zu erkennen glauben. Wenn es eine weibliche Brust ist, so Möser, „stimmt mit der Sache höchstwahrscheinlich etwas nicht“. Er führt weiter aus:

Alle nicht-menschlichen Primaten-Weibchen tragen vergleichsweise kleine, flach anliegende Brüste, selbst wenn sie stillen. Nur beim Menschen sind sie außerhalb der Stillzeit in der Silhouette deutlich sichtbar, so war es vermutlich auch bei unseren näheren Verwandten. Mangels Skelettbestandteile ist das aber nicht überliefert. Da aus geologischen Gründen der Bigfoot (sofern es ihn gibt) den Menschenaffen und nicht den Menschen im weiteren Sinne zugeordnet werden müsste, ist eine pralle Brust nicht zu erwarten. Dies könnte auf einen Fehler des Kostümbauers und damit auf einen Hoax hinweisen.

In der Tat spricht mehr für einen Gag als für einen echten Bigfoot. Zumal ein gut gemachtes und von einer entsprechenden Person richtig in Szene gesetztes Kostüm in einem Video wohl niemals als genau das erkannt würde. Umgekehrt würde wohl ein tatsächlich existierender und gefilmter Bigfoot schnell als „Mann im Affenkostüm“ angesehen werden. Außer der Filmer ist nahe genug an dem „Biest“ dran, so dass kein Zweifel an der wahren Natur des Tieres bestünde.

Darauf ist weiter zu warten …

Video

Video vom 12. Juli 2021

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Studie: Gen-Forscher auf den Spuren der ersten Seefahrer und Siedler der Steinzeit im Mittelmeer (+ Videos)

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Neue Studie: Gen-Forscher auf den Spuren der ersten Seefahrer und Siedler der Steinzeit auf den Mittelmeerinseln (Bild: PixaBay/gemeinfrei)
Neue Studie: Gen-Forscher auf den Spuren der ersten Seefahrer und Siedler der Steinzeit auf den Mittelmeerinseln (Bild: PixaBay/gemeinfrei)

Wann kamen die ersten Siedler vor 7.000 Jahren auf den Inseln des Mittelmeeres an? Und woher kamen die Seefahrer der Steinzeit? Genau das wollen Gen-Forscher anhand von auf verschiedenen Inseln gefunden menschlichen Überresten mittels DNA-Analysen herausfinden. Die internationalen Experten erhoffen sich dadurch die prähistorischen Siedlungswege der frühen Bewohner der Balearen und anderer Mittelmehrinseln rekonstruieren zu können. In einem Fachmagazin haben sie nun ihre Ergebnisse veröffentlicht, die selbst für die Forscher einige Überraschungen bereit hielten, wie Ihr es in diesem Beitrag erfahrt.


Siedler der Steinzeit im Mittelmeer

Dass zum Beispiel die Insel Mallorca im westlichen Mittelmeer schon in der Steinzeit von Seefahrern besiedelt wurde, ist durch archäologische Funde belegt. Woher aber diese Siedler nach Mallorca kamen, ist bisher nicht eindeutig geklärt. Ebenso wie bei anderen Inseln wie Sizilien und Sardinien, werden dazu verschiedene Thesen diskutiert (siehe dazu das 1. Video unten).

Wie jetzt ein internationales Forscherteam um Daniel M. Fernandes von der „Abteilung für evolutionäre Anthropologie“ der Universität Wien in dem Fachblatt „Nature Ecology & Evolution“ (24. Februar 2020) berichten, sind sie diesen Siedlern ein großes Stück näher gekommen. Ihre genetischen Untersuchungen des Erbgutes von auf den Inseln entdeckten sterblichen Überreste von bis zu 7.000 Jahre alten Individuen, ist die bisher größte Ihrer Art.

Die Forscher kommen in ihrer Analyse der DNA von insgesamt 66 Menschen der Bronze- und Steinzeit zu dem Resultat, dass die Inseln lange vor der Entstehung der Seefahrerkulturen Ziele verschiedener Siedlerwellen waren. Hierbei kamen die Einwanderer aus Afrika, Europa und sogar Asien, wie die Gen-Untersuchungen offenbarten. Je nach Alter und Herkunft der Proben zeigte sich auch, dass die Siedler aus Unterschiedlichen Regionen einwanderten.

In der Bronzezeit zum Beispiel, als vor rund 3.500 Jahren die Kultur im heutigen Griechenland expandierte und ein Handelsnetz zur See ausbaute, kamen mehr Siedler aus dem östlichen Mittelmeer nach Sizilien. Deren Ahnen wiederum entstammen den Gebieten des heutigen Iran im Nahen Osten. Ein untersuchtes Individuum von Sizilien war für die Forscher eine Überraschung. Die Person verstarb vor etwa 4.350 Jahren und ein Großteil dessen Erbgut stammte aus Nordafrika.

Seefahrt im Altertum

Eine andere Person wiederum stammte aus dem heutigen Spanien. Für die Wissenschaftler ein Beleg, dass nicht nur Völker aus den steppen Asien von Ost nach West bis Spanien wanderten, sondern auch in umgekehrter Richtung sich Siedler auf dem Weg machten. Der an der Studie beteiligte Genetiker David Reich von der „Harvard Medical School“ in Boston, USA, dazu:

Demnach fungierte die iberische Halbinsel nicht nur als wichtiger Zielort für Ost-West-Wanderungen, sondern war auch Ausgangspunkt für West-Ost-Bewegungen.

Ron Pinhasi von der Universität Wien:

Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Seewanderungen aus Nordafrika lange vor der Ära der Seefahrerzivilisationen des östlichen Mittelmeers begannen und darüber hinaus in mehreren Teilen des Mittelmeers stattfanden.

Erst als Griechen und Phönizier vor etwa 2.800 Jahren durch ihren internationalen Seehandel auf den Inseln im westlichen Mittelmeer Stützpunkte und Kolonien errichteten, änderte sich der Genpool auf diesen. Die Studie belegt demnach, dass bereits lange vor den berühmten Seevölkern wie den Phöniziern Menschen das Mittelmeer befuhren. Vor Jahrtausenden über weite Strecken hinweg.

Erstaunliches stellten die Forscher aber auch an der heutigen Bevölkerung von Sardinien fest. Deren DNA enthält noch immer 56 bis 62 Prozent Erbgut der ersten Bauern der Steinzeit, die vor etwa 8.000 Jahren in Europa einwanderten. Hier war eine genetische Vermischung mit Seefahrern der Bronzezeit, etwa Händlern aus dem Mykenischen Griechenland, vergleichsweise sehr gering. Obwohl vor allem auch ihre Insel fest in das Handessnetz der Seevölker eingebunden war.

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Spuren im Schnee: Die indische Armee veröffentlicht „Beweise für den Yeti im Himalaya“ (+ Videos)

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Spuren im Schnee: Die indische Armee veröffentlicht "Beweise" für den Yeti im Himalaya (Bilder: ADG PI / Indian Army/twitter)
Spuren im Schnee: Die indische Armee veröffentlicht „Beweise“ für den Yeti im Himalaya (Bilder: ADG PI / Indian Army/twitter)

Hat die Armee von Indien wirklich „Beweise für den Yeti“ im Gebirge des Himalaya entdeckt? Laut einem offiziellen Twitter-Post der Armee und indische Medien wurden bei einer Expedition bereits am 9. April 2019 diese Beweise in Form von Fußspuren im Schnee entdeckt. Diese riesigen Spuren seien nach Angaben der indischen Armee Beweise für die Existenz des legendären Schneemenschen Yeti im Himalaya. Mehr zu diesen Entdeckungen sowie Videos zum Thema von Grenzwissenschaft und Mystery Files in diesem Posting.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Spuren des Yeti

Am 29. April twitterte die indische Armee, dass es ihnen bereits rund drei Wochen vorher gelungenen sei „mysteriöse Fußabdrücke des legendären Biest Yeti“ zu fotografieren. In dem Tweet hieß es dazu wörtlich:

Zum ersten Mal hat ein Bergsteiger-Expeditionsteam der indischen Armee am 9. April 2019 in der Nähe des Basislagers Makalu mysteriöse Fußabdrücke des legendären Biest ‚Yeti‘ von 81 mal 38 Zentimetern Größe entdeckt. Dieser schwer fassbare Schneemann wurde in der Vergangenheit bisher nur im Nationalpark Makalu-Barun gesehen.

Angesichts der Quelle dieses Tweet und der Fotos (s. Titelbild) eine sicherlich spannende Aussagen für alle Mystery-Jäger. Vor allem natürlich für all jene Menschen, die sich mit dem Thema Kryptozoologie beschäftigen. Also der Suche nach unbekannten oder als ausgestorben geltenden Tieren und Pflanzen. Aber auch für die ganz normale Netzgemeinde, die den Tweet der Indian Army bereits über 19.000-mal likete und fast 9.000-mal teilte.

Für einen Twitter-Beitrag des „Additional Directorate General of Public Information“ der indischen Armee ist das enorm. Andere Tweets werden meist (mit Ausnahmen) nicht einmal 300-mal geteilt oder erreichen nur 1.000 bis 2.000 „gefällt mir“.

Auch die bisher über 2.000 Kommentaren bei Twitter sind weit über den Durchschnitt, da sonst keine 50 erreicht werden. Daran sieht man, dass das Interesse an den „Yeti-Beweisen“ der indischen Armee im Internet auf reges Interesse stößt. Schnell sieht man aber auch, was die User von den Fotos der angeblichen Yeti-Fußspuren der Expedition halten: nichts. Die meisten Kommentare witzeln über die Bilder, überschütten die Army mit Ironie oder finden es schlicht und einfach lächerlich.

„Beweise für den Yeti“

Die Fotos vom Berg Makalu, der südöstlich des weltberühmte Mount Everest liegt, sind alles andere als Beweise für die Existenz des Schneemenschen alias Yeti. Auf den von der indischen Armee veröffentlichten Bilder ist nicht einmal zu erkennen, ob es sich um Abdrücke von Füßen handelnd. Irgendwelche Spuren im Schnee. Mehr nicht.

Zwar hat das indische Militär in seinem oben zitierten Tweet an keiner Stelle von „Yeti-Beweisen“ gesprochen, aber das übernahmen dafür indischen Medien. Vor allem die Zeitung „The Times of India“ in einem Artikel vom 30. April 20419, in dem sie von „fotografischen Beweisen“ spricht. In diesem Bericht wird „die Armee“ zu diesen Funden bzw. Fotos zitiert, ohne jedoch einen Namen zu nennen.

Nach der Zeitung habe „die Armee“ gesagt, dass trotz des ablehnenden Spots gegenüber dieser Aufnahmen diese eine „Angelegenheit für Experten seien“, denen man diese „Fotos übergeben“ habe. Eine „wissenschaftliche Auswertung“ der aufnahmen solle durch diese (ebenfalls nicht genannten) Fachexperten vorgenommen, so die „The Times of India“. Weiter heißt es von der indischen Armee in dem Bericht zu den Yeti-Bildern:

Also hielten wir es für klug (an die Öffentlichkeit zu gehen), um das wissenschaftliche Temperament zu erregen und das Interesse wieder zu wecken.

Was also zeigen die Fotos aus der unwirklichen Region des 8.485 Meter hohen Berges Makalu zwischen Nepal und Tibet? Sie können entweder von gewitzten Angehörigen der Expedition selber stammen, von irgendwelchen Tieren oder vom Yeti. Beweiskraft haben sie in keinem Fall!

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Videos von Grenzwissenschaft und Mystery Files zum Thema Yeti, Bigfoot & Co.

YouTube-Video auf Grenzwissenschaft und Mystery Files vom 7. Juli 2014

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YouTube-Video auf Grenzwissenschaft und Mystery Files vom 6. August 2015

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YouTube-Video auf Grenzwissenschaft und Mystery Files vom 27. Juli 2017

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