Jahrtausende verborgen und erstaunlich gut erhalten: 5.000 Jahre altes Megalithgrab der Steinzeit in Norddeutschland entdeckt (+ Videos)

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Jahrtausende verborgen - 5000 Jahre altes Megalithgrab der Steinzeit in Norddeutschland entdeckt" (Beispielbild von Rügen: Fischinger-Online)
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Jahrtausende verborgen – 5000 Jahre altes Megalithgrab der Steinzeit in Norddeutschland entdeckt“ (Beispielbild von Rügen: Fischinger-Online)

Überraschender Fund auf einem Feld in Goosefeld bei Eckernförde an der Ostsee. Bei Routineuntersuchungen fanden Archäologen des Landesamtes für Archäologie von Schleswig-Holstein dort zufällig „ein ungewöhnlich vollständig erhaltenes Großsteingrab“ aus der Steinzeit. Ein ca. 5.000 Jahre alter Zufallsfund, mit dem gerade dort durchaus zu rechnen war.


Spuren der Steinzeit

Die Welt ist voll von Megalithanlagen unterschiedlichsten Alters. Dolme und Großsteingräber aus der Steinzeit finden sich auch bei uns in Mitteleuropa in großer Zahl. Aber auch „Riesenbetten“, Hünengräber und einzeln aufgestellte Megalithen. Errichtet vor vielen Jahrtausenden zeugen diese Hinterlassenschaften bis heute von einer uns fremden, „heidnischen“ Kultur. Bis heute finden wir vor allem auch im norddeutschen Raum diese Art von uralten Spuren der Vorzeit.

Und obwohl Megalitbauten der Vergangenheit scheinbar unübersehbar in der Landschaft herumstehen, finden Archäologen oder Laien immer wieder neue Anlagen. Das hat einfache Gründe: Zum einen wurden im Zuge der Christianisierung zahlreiche solcher „heidnischen“ Anlagen zerstört und abgerissen, so dass ihre Reste heute im Erdreich schlummern. Zum anderen hat die sich ausbreitende Landwirtschaft diese beiseite geschafft, wenn sie im Weg standen. Mit dem gleichen Resultat. Natürlich hat auch die Natur beispielsweise Hügelgräber „verschluckt“, so dass sie heute gar nicht mehr als das erkennt werden, was sie meinst waren.

Für Generationen von Forschern gibt es noch genügend zu tun.

Vor allem die Luftbildarchäologie, die heute auch kostengünstig und bequem mittels Drohen erfolgt, beweist, dass in der Erde Deutschlands noch so manches Geheimnis verborgen liegt. Aus der Steinzeit ebenso, wie aus den Tagen der Römer. Obwohl eine Bildauswertung dann zeigt, dass exakt hier oder genau dort irgendwas im Boden schlummert, kommt es immer wieder zu Zufallsfunden.

Die Steinzeit ist überall

Etwa kürzlich auf der Nordseeinsel Amrum, wie in diesem Video HIER berichtet. Ein längst verschollenes und zerstört geglaubtes Megalithgrab wurde bei Bauarbeiten zufällig wieder gefunden. Und es stellte sich dabei sogar als größer und 1.000 Jahre älter heraus, als zuvor angenommen. Sogar spielende und grabende Teenager können plötzlich einen rund 5.400 Jahre alten Urnenfriedhof der Steinzeit vor der eigene Haustür entdecken. So erging es 1992 einigen Freunden und mir. Und ein Schlossfriedhof aus dem 16. Jahrhundert in Nordrhein-Westfalen kann sich bei Untersuchungen auch mal als 4.300 Jahre älter erweisen, als gedacht. Womit dieser seine Ursprünge in der Steinzeit hat, wie in diesem Video HIER berichtet (für Mitglieder).

Die genannten Beispiele gehören (wie so viele andere auch) zu der sogenannten Trichterbecherkultur. Diese Kultur der Steinzeit reicht bis zu 6.200 Jahre in die Vergangenheit zurück. Ihre Spuren sind weiträumig zu finden. Auf Rügen in der Ostsee ebenso, wie an und in der Nordsee oder im Süden von Nordrhein-Westfalen. So auch in Goosefeld bei Eckernförde nördlich von Kiel unweit der Ostsee.

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Dort stehen heute vier Großsteingräber aus Megalithen, die eben genau dieser Trichterbecherkultur zugeordnet werden. Teilweise sind nur noch ihre Reste vorhanden; auch viele der Megalithen fehlen. Die größte Anlage ihrer Art dort wird als „Grab 3“ bezeichnet und war einst ein „Riesenbett“ von 41 Metern Länge und 7 Metern breite. Ein Hünengrab, in dem sich sogar mehrere Grabkammern befanden.

Zufallsfund in Goosefeld an der Ostsee

Genau in diesem Gebiet machten Archäologen zufällig einen weiteren, spannenden Fund auf einem Acker. Dieser soll einem Baugebiet weichen, weshalb Archäologen des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein dort eine Vorab-Untersuchung des Grundes durchführten. Das ist Routine bei solchen Fällen. Wie sich dabei herausstellte, so der Grabungsleiter Ringo Klooß, war der Acker alles andere als ein unberührtes Stück Land. Im Erdreich lag ein bisher unbekanntes Megalithgrab verborgen, das ebenfalls der Trichterbecherkultur zugeschrieben wird.

Errichtet wurde die Anlage vor rund 5.000 Jahren, so die Forscher. Die Zuordnung erfolgte dabei durch drei Scherben, die bei den Grabungen im Inneren des Großsteingrabes entdeckt wurden. Ein bisher eher spärlicher Fund. Doch die Archäologen wollen bis kurz vor Weihnachten hier weiter graben. Schon jetzt ist der Archäologe Klooß begeistert, dass diese uralte Stätte derart gut erhalten und vollständig sei.

Aufgrund anderer Megalithanlagen in der Umgebung, kann man durchaus in Zukunft mit weiteren Zufallsfunden dieser Art rechnen.

Ob in den kommenden Wochen weitere Funde gemacht werden, kann man nur hoffen. Immerhin zeigt der Befund schon jetzt, dass diese Megalithanlage in der Vergangenheit eher nachlässig zerstört und abgerissen wurde. Sonst wäre sie nicht so vollständig im Erdreich erhalten geblieben. Goosefeld hat damit eine Grabanlage der Steinzeit mehr. Zumindest für kurze Zeit, da wohl kaum der Bebauungsplan des Feldes aufgrund der Entdeckung geändert wird.

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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