UFO-Sekte "Heavens Gate" 1997: Hurra, die Aliens sind da! Steckt euch 5,75 Dollar ein, dann können wir uns endlich alle umbringen - Grenzwissenschaft & Mystery Files

UFO-Sekte “Heavens Gate” 1997: Hurra, die Aliens sind da! Steckt euch 5,75 Dollar ein, dann können wir uns endlich alle umbringen

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Logo der UFO-Sekte "HEAVENS GATE", der Komet Hale-Bopp und der Sektenchef M. Applewhite (Bild: WikiCommons / L.A. Fischinger)
Logo der UFO-Sekte “HEAVENS GATE”, der Komet Hale-Bopp und der Sektenchef M. Applewhite (Bild: WikiCommons / L.A. Fischinger)

März 1997: In einer schönen Villa bei San Diego in Kalifornien werden rund 40 Tote Menschen gefunden. Wie schlafend fand die Polizei die Leichen ordentlich gekleidet in ihren Betten auf und erkannte die Situation sofort: Man hatte es mit einem Massenselbstmord zu tun! Die Toten von 1997 waren fanatische UFO-Fans, die der UFO-Sekte “Heavens Gate” angehörten, und, so ein Artikel, “die krasseste UFO-New Age-Sekte” aller Zeiten war.

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Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

In den Ostertagen 1997 freuten sich Astronomen, Hobby-Astronomen und zahlreiche “normale Sternenfreunde” über den Kometen Hale-Bopp am Himmel. Aufgespürt hatten den Kometen Alan Hale und Thomas Bopp (unabhängig voneinander) bereits am 23. Juli 1995 und sorgten damit für großes Interesse in der Astronomie. Bis zum Sommer 1996. Da wurde der Komet mit bloßem Auge von der Erde aus sichtbar und im “jungen” Internet entstand ein Hype und eine “Fangemeinde” rund um den Himmelskörper. Zahlreiche User stellten ihre eigenen Fotos des Kometen online und auf einigen Webseiten konnte der Interessierte sogar die täglichen Bahndaten von Hale-Bopp sehen.

Ab Anfang 1997 erreichte der Brocken aus dem All seine größte Annäherung zur Erde und strahlte hell und prachtvoll am Nachthimmel. Für Sternenfreunde eine tolle Zeit – doch leider auch für einige UFO-Spinner! Die UFO-Sekte “Heavens Gate” unter ihrem “göttlichen” Chef-Guru Marshall Applewhite sah in dem Kometen eine Art “göttliches Alien-Zeichen”. Die Zeit sei gekommen…gekommen sich umzubringen und so in einem angeblich ebenso am Himmel fliegenden UFO wieder geboren zu werden. Es sei, so der Sekten-Führer, die einzige Chance zu überleben und die Erde zu verlassen. Es sei der nötige Schritt in das “Königreich des Himmels” zu Gott.

Geglaubt – getan, so schlimm es bis heute für die Angehörigen ist.

Für die Sekte “Heavens Gate” waren die Götter Aliens in UFOs. Nicht wie es die Prä-Astronautik sagt, sondern sie glaubten, wenn sie sich alle gemeinsam umbringen, werden ihre Seelen bei den “göttlichen Aliens” in einem UFO wieder geboren. Das UFO sei nun gekommen und folge dem Kometen Hale-Bopp in seinem Schweif. Sie erreichen durch ihren Selbstmord jetzt die ersehnte Unsterblichkeit und eine höhere Stufe der Entwicklung bzw. Existenz, da der “Planet Erde davor steht recycelt zu werden”, so Applewhite in einem Video drei Tage vor den ersten Selbstmorden. Unser Planet würde, so der Guru weiter, “aufbereitet” werden und damit für die Menschheit eine ganz neue Chance bieten.

“Mission erfüllt” schrieben die Sekten-Anhänger in ihren Abschiedsbriefen und trugen dabei Armbänder mit der Aufschrift “Heavens Gate Away Team”. Fraglich jedoch finde ich bis heute, warum alle neue Kleidung und Schuhe in einem Einheitslook trugen, ihre Taschen packten und sogar Geld (alle hatten einen 5 Dollar-Schein plus 75 Cent Kleingeld) und ihre Papiere dabei hatten. Sollten “Seelen” so was wirklich benötigen, auch wenn sie in einem UFO vielleicht körperlich neu geboren werden sollten?!

Als Außenstehender kann dies wohl bis heute – genau 17 Jahre danach – niemand rational mit dem viel beschworenen gesunden Menschenverstand erklären (darum auch der zynische Titel dieses Postings). Auch das UFO-Thema selber nahm damals in der Öffentlichkeit nicht geringen Schaden. Zumal es auch die Zeit war, in dem “Phantastische Literatur” im Deutschen Sprachraum boomte.


1997 war ein Jahr von “zwei astronomischen Internet-Highlights”, da in diesem Jahr auch der Mars-Rover-Mission “Mars Pathfinder” der NASA auf dem Mars für Furore sorgte. Teilweise waren die NASA-Seiten vollkommen überlastet und vielen aus, da die Server dem Ansturm auf neue Bilder vom Mars nicht gewachsen waren.

Zwei Highlight der Astronomie in den jungen Tagen des Massen-Internet. Und bei einem davon kann man bis heute nur den Kopfschütteln, wie es heute hier treffend zusammengefasst wurde.

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