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+++ Artikel +++ Die Sekte “Fiat Lux”, die kaum beachteten UFO- und Alien-Lehren der Führerin “Uriella” und was aus aus ihr wird …

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Die Sekte Fiat Lux - die kaum beachteten UFO-Lehren der Uriella (Bild: YouTube-Screenshot/KEYSTONE Video / Montage: L. A. Fischinger)
Die Sekte Fiat Lux – die kaum beachteten UFO-Lehren der Uriella (Bild: YouTube-Screenshot/KEYSTONE Video / Montage: L. A. Fischinger)

1999 veröffentlichte ich nach langen und intensiven Recherchen zusammen mit Roland M. Horn das  umfangreiche Buch “UFO-Sekten“. Teil dieser Arbeit ist auch der “Orden Fiat Lux” aus der Schweiz, der bisher in der Öffentlichkeit nicht richtig interpretiert wurde. Bis heute steht der “Orden” in einschlägigen Sekten-Lexikons und Online-Quellen als “Neuoffenbarungs-Sekte” gelistet, was zwar zutreffend aber nicht vollständig ist. Vollkommen ignoriert werden scheinbar bis heute die intensiven und pseudo-religiösen UFO-Lehren von Fiat Lux. Diese Gruppe gehört damit offensichtlich auch zu den UFO-Sekten – und übernahm dabei sogar in weiten Teilen den Glauben einer anderen Alien-Sekte. Warum das so ist und welchen UFO-Glauben die Sekten-Führer propagieren, fasst dieser Artikel zusammen.

 

Von Lars A. Fischinger

(Update: 6. August 2016)

Hallo, liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Fiat Lux glaubte schon vor vielen Jahren an einen Weltuntergang, bei dem jedoch die Gläubigen von Aliens in UFOs in das All gerettet werden.

Eine Szenerie, die der “Orden Fiat Lux” von einer anderen UFO-Sekte stark ab kopiert hat. Dennoch war die Sekte Fiat Lux einst vor allem durch den Verkauf zweifelhafter “Heilmittel”, Steuerhinterziehung, angeblichen Jesus-Kontakten und dem albernen Auftreten ihrer Sektenführerin Uriella (bürgerlich: Erika Bertschinger-Eicke) in den Medien. Auf dem Video-Portal YouTube findet Ihr zahlreiche Beispielfilme zu Uriella und auch anderen Gruppen-Mitgliedern. Eine esoterisch-religiöse Gruppe, die sich übrigens schon seit Jahren im Niedergang befindet. Dazu weiter unten mehr.

Fiat Lux und der Weltuntergang

Die Welt, so verbreitete die Sekte einst, wird 1998 bis 1999 unter gehen. Inklusive 180-Grad-Polsprung, neuer Menschheit, dritter Weltkrieg, Asteroideneinschlag usw. usf. Passiert ist nichts. Auch die Russen würden, so stand es in der internen Zeitschrift “Der heiße Draht” (Nr. 76/77, 1998, S. 13.f), in Europa einfallen. Kernkraftwerke explodieren, Städte und Kernkraftwerke würden im Ozean versinken, Fluten kämen, vier Milliarden Menschen werden sterben usw. Icordo, der Mann von Uriella, schrieb mir am 3. September 1998 zu den kommenden Ereignissen:

Bis Ende August 1998 konnten Sie bereits vieles in den Massenmedien hören, sehen oder lesen.

Und weiter schrieb er mir, dass sei nicht gut …

… den Ort schon jetzt öffentlich bekannt zu geben, an dem sich die Katastrophe ereignen wird. (…) Atomkraftwerke unter dem Meer gibt es u. a. in der Nordsee vor Holland, im Pazifik bei Kalifornien usw.”

Das Ende der Welt - So will die NASA den Weltuntergang verhindern (Bilder. NASA / Montage: L. A. Fischinger)
Der Glaube an das Ende der Welt gehört quasi “zum guten Ton” jeder Sekte. Doch so will die NASA den Weltuntergang verhindern (Bilder. NASA / Montage: L. A. Fischinger)

Am 30. August 1998 hat angeblich Jesus Christus seiner Sprecherin Uriella dann mitgeteilt, dass der Weltuntergang verschoben wird. Doch rund 700 Anhänger von Uriella bereiteten sich damals darauf vor, den “Weltuntergang” mit all seinen erschreckenden Begleitphänomenen zu überstehen. In Österreich, Deutschland und der Schweiz erwarten sie die Katastrophen. Im geistigen Sekten-Zentrum in Ibach (Schweiz) haben 300 Fiat Lux-Gläubige damals Decken, Wasser, Feldbetten und Nahrung bereitgestellt, um eventuelle Flüchtlinge aufzunehmen.

So erklärt es Icordo am 4. August 1998. Mit dabei hatten sie natürlich auch all die “Heilmittel” mit denen Uriella ihr Geld machte und sie immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt brachte. Legendär ist dabei ihr selber gemixtes Wunderwasser aus der Badewanne. Dank Internet ist die Produktion des Zauberwassers hier zu sehen.

Die Evakuierung der Menschen folgt einem exaktem Plan, den die Sekte 1998 in ihrer Publikation auf vier einfach Punkte zusammenraffte:

  1. Rettung eines Drittels der Menschheit nach den drei dunklen tagen kurz vor dem Kippen der Erdachse.
  2. Evakuierung durch runde, unbemannte Miniatur-Flugraumkapseln, die für sechs Personen Platz bieten.
  3. Etwa dreiwöchiger Aufenthalt auf den Mutterraumschiffen, während dem eine wundersame Schwingungserhöhung des Zellplasmas als Vorbereitung auf das ,Goldene Zeitalter‘ geschieht.
  4. Rückkehr auf den transformierten Planeten, namens ,Amora‘.

Fiat Lux – in Wahrheit (auch) eine UFO-Sekte

“Miniatur-Flugraumkapseln” und “Mutterraumschiffe”? Das klingt mehr als eindeutig nach einer UFO-Sekte, die sich die Errettung durch Außerirdische erhofft(e). Demnach sind die Aliens quasi als “göttlich” anzusehen, was aber auch andere UFO-Religionen teilen.

Der UFO-Glaube der Sekte Fiat Lux wird dennoch bis heute eher als “Neben-Glaube” angesehen. Wenn er überhaupt Beachtung findet.

Die UFO-Sekte "Ashtar Command": wir folgen einem imaginären Alien-Gott (Bild: NASA/JPL / Montage/Bearbeitung: L. A. Fischinger)
ARTIKEL: Die UFO-Sekte “Ashtar Command”: wir folgen einem imaginären Alien-Gott (Bild: NASA/JPL / Montage/Bearbeitung: L. A. Fischinger)

Dennoch belegt “UFO-Sekten” das genauer Gegenteil. UFO-Lehren und Außerirdische gehören demnach zu einem der Kerne der Gruppe. Sie sind gleichzusetzen mit dem Glauben der Sekte an Wiedergeburt (Reinkarnation), den von Uriella in Trance angeblich von Jesus Christus empfangenen Botschaften, die Heilkräfte der Chefin und mehr. Beispielsweise sieht sich die Ordens-Gründerin Uriella als Wiedergeburt der biblischen Maria Magdalena. Ihr Gemahl Icordo (bürgerlich: Eberhard Bertschinger-Eicke) will beispielsweise in früheren Leben der Komponist Johann Strauss oder Issak, der Sohn Abrahams der Bibel, gewesen sein.

Weitere Recherchen zeigen auch sehr deutlich, dass das Thema “UFO-Evakuierung in das All” offensichtlich von einer anderen UFO-Sekte übernommen wurde, die bis heute aktiv ist: Dem Ashtar Command.

Die Außerirdischen und Anhänger dieses Ashtar Command um den “Alien” Ashtar Sheran (“Kommandant von 10 Millionen Raumschiffen”…) sprechen davon, dass sie in den Zeiten der Wandlungen, dem ein “Goldenen Zeitalter” folgen soll, in „Miniaturraumschiffe für vier bis sechs Personen, die als Zubringer für die Mutterschiffe dienen“ gebracht werden. In den UFO-Mutterschiffen werden auch die Ashtar-Gläubigen irgendwie “verändert”, um auf der neuen, paradiesischen Erde leben zu können. Es folgt ein Reich des Liebe und des Friedens. Ähnlichkeiten lassen sich zwischen Fiat Lux und dem blonden Alien-Schönling Ashtar Sheran auch dahingehend erkennen, dass beide Gruppen von dem Aufsteigen Atlantis sprechen. Nach Fiat Lux sollen nach dem Polsprung sogar zehn Kontinente existieren. Ebenso sind viele Anhänger dieses Ashtar Sheran überzeugt, dass sie schon einmal gelebt haben. Nicht wenige sogar, dass sie in Wahrheit von anderen Planten stammen.

Doch Ähnlichkeiten auch hier: Das Ashtar Command spricht von einem Kreuz aus UFOs, das am Himmel zu sehen sein wird, wenn die Evakuierung in den Weltraum beginnt. Und Uriella sagte in einer ihrer vermeintlich “göttlichen Botschaften” am 26. Januar 1980 dazu folgendes:

Die Mutterraumschiffe werden im All ein großes Kreuz bilden.

Oder am 7. November 1981:

Nur in der allerletzten Phase des jetzigen Äons wird es (das Kreuz, Anm. LAF) Tag und Nacht als strahlendes Kreuz in einer Riesengröße sichtbar sein.

Fiat Lux, ein “Ableger” des Ashtar Command

Tatsächlich scheint Fiat Lux ein Art Splittergruppe des Ashtar Command zu sein (bzw. dessen Ideen übernommen haben), denn wir erfahren in einer Nachricht vom 9. August 1992:

Diese Sternenbewohner, die auch als Santiner bezeichnet werden können (…)”.

Logo der UFO-Sekte "Ashtar Command" - immer wieder ein Ärgernis in der Grenzwissenschaft (Bild: L.A. Fischinger)
Logo der UFO-Sekte “Ashtar Command” – immer wieder ein Ärgernis in der Grenzwissenschaft (Bild: L.A. Fischinger)

Diese “Santiner” sind die Aliens/Mitglieder des UFO-Kommandos um Ashtar Sheran. Nach meiner Ansicht ist des durchaus möglich, dass Uriella einst auch in Berührung mit den UFO-Lehren dieses Ashtar Command kam. Und diese Heilslehren von göttlichen Außerirdischen schließlich auch in ihre Weltanschauung einflossen. (“Der Heiße Draht”, Nr. 76/77, 1998, S. 35ff.) Auch die Broschüre “Aufruf an die Erdbewohner” (inzwischen frei als PDF im Internet) des Ashtar Command zeigt ebenso Parallelen.

Fiat Lux und Ashtar Sheran gleichen sich auch in einem sehr wichtigen Punkt. Bei beiden ist die Wiedergeburt eine Tatsache, die auch Aliens mit einschließt. Dabei sind die liebevollen Außerirdischen, die immerhin auserwählte Menschen vor dem Ende dieser Erde retten wollen, Jesus Christus, Buddha usw. im Grunde dasselbe. Diese Aliens waren immer wieder hier auf der Erde als religiöse Lehrer aktiv – sie inkarnierten hier als Menschen.

Das Ende einer UFO-Sekte?

Uriella/Fiat Lux verscherbelte Wundermittel, die auch gegen Krebs und Aids und alles mögliche Helfen sollen. Wie etwa ihr Wunderwasser aus dem verlinkten Film oben. Fast unbeachtet ging 2009 dann eine neuerliche Meldung der Sekte durch einige Medien. Die Chefin Uriella liege angeblich im Sterben, hieß es darin. Der Krebs sei schuld und es geht mit der gesamten Sekte zu Ende.

Dennoch kommuniziere die Chefin noch immer mit Jesus. In ihren Botschaften kritisiert sie wie immer die Welt und die Mächtigen der Erde. Aber auch ihre Mitglieder, die zu 90 Prozent nicht mehr ihren Lehren folgen würden, wie es in einer Botschaft vom 20. März 2009 hieß. Icordo indes hält treu die Stellung. Obwohl bereits 2007 die Sekte nur noch geschätzte 300 Anhänger hatte. “Aktuell”, so berichtet es damals die Schweizer Zeitung “Blick” am 24. April 2009, sind es keine 100 Mitglieder mehr, die Uriella die Treue halten.

In Scharen würden die Sekten-Jünger Fiat Lux den Rücken kehren, nachdem die Erkrankung von Uriella bekannt wurde. Ganz sicher auch deshalb, da Uriella ja eigentlich gegen jede Krankheit ein Wundermittel habe. Die Anhänger würden auch nicht mehr für sie beten wollen, wie am 23. April 2009 die Schweitzer Zeitung “20Minuten” online berichtete. Kurz darauf wurde auch bekannt, dass die UFO-Sekte ihren Tempel in Egg bei Zürich verkauft haben. Dort, wo Uriella Jahrzehnte Botschaften von Jesus empfangen haben will. Doch schon seit 1980 war der Ort Ibach bei Lindau in Süddeutschland ein geistiges Zentrum des Ordens.

Meinungsumfrage: Mehr Deutsche glauben an UFOs und Außerirdische als an das Jüngste Gericht. Ein Alarmzeichen für die Kirche? (Bild: WikiCommons/gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Meinungsumfrage: Mehr Deutsche glauben an UFOs und Außerirdische als an das Jüngste Gericht. Ein Alarmzeichen für die Kirche? (Bild: WikiCommons/gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Über den Niedergang der Gruppe berichtete am 19. Februar 2011 auch die “Badische Zeitung“:

Um den Orden ist ruhig geworden in Ibach. Der Trubel von damals scheint fast vergessen zu sein. ‘Fiat Lux ist kein Thema mehr’, sagt ein Ibacher. Allenfalls der eine oder andere Feriengast sei neugierig und frage nach Uriella und ihren Anhängern. Bürgermeister Helmut Kaiser berichtet, dass immer wieder Schweizer Journalisten behaupten, Uriella sei tot. Im Einwohnerregister Ibachs sind Erika und Eberhard Bertschinger-Eicke immer noch gemeldet. ‘Wäre Frau Bertschinger-Eicke gestorben, wüssten wir das’, sagt Kaiser, der von einem mittlerweile friedlichen Miteinander in der Gemeinde spricht.

Tatsächlich ist die 1929 geborene Uriella schwer krank. Laut Aussage von ihrem Mann Icordo Ende August 2014 sogar gelähmt und bettlägerig. Ein Jahr später jedoch schrieb sie der Zeitung “Blick” handschriftlich einen Brief, wie diese am 20. August 2015 meldete.

Wenn schon 2009 keine 100 Menschen diesem Orden die Treue halten, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die UFO-Sekte in dieser Form nicht mehr existiert. Ein Umstand, der übrigens auch auf die UFO-Sekte FIGU (“Freie Interessengemeinschaft für Grenz- und Geisteswissenschaften und Ufologiestudien”) des Eduard “Billy” Meier in Hinterschmidrüti im Zürcher Oberland zutrifft. Auch hier laufen die Anhänger dem UFO-Guru davon (“Mysteries Magazin”, Nr. 5/2016). Und angeblich sollen auch die liebevollen Aliens um Ashtar Sheran inzwischen die Erde verlassen haben. Behauptete zumindest das Ashtar Command schon 2012, da die Außerirdischen die Menschen schlicht auf dem Arm genommen hätten. Damit sind natürlich nicht alle Anhänger des Kommandos einverstanden …

Ich danke Euch, Euer Jäger des Phantastischen

Fischinger-Online

(Geschäfts-eMail: FischingerOnline@gmail.com)

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