Cheops-Pyramide: Aufregung in Ägypten um die illegale Entnahme von Proben in der Pyramide durch "alternative Geschichtsforscher" - Grenzwissenschaft & Mystery Files

Cheops-Pyramide: Aufregung in Ägypten um die illegale Entnahme von Proben in der Pyramide durch “alternative Geschichtsforscher”

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Pressemitteilungen zum "Pyramiden-Skandal" von Stefan Erdmann und Dominique Görlitz (Bild: L. A. Fischinger)
Der “Pyramiden-Skandal” um die Hobby-Forscher Stefan Erdmann und Dominique Görlitz (Bild: L. A. Fischinger)

Großer Streit um die „alternativen Geschichtsforscher“ Dominique Görlitz und Stefan Erdmann und ihre Probeentnahmen in der Pyramide des Cheops in Gizeh. Seit Jahrzehnten wird behauptet, dass die Inschrift mit dem Königsnamen in der Großen Pyramide eine Fälschung des Entdeckers Howard Vyse selber aus dem Jahr 1837 sei. Erdmann und Görlitz haben nun ohne Genehmigung in einer der “Entlastungskammern” eine Probe der Farbe der Inschriften genommen um diese in Dresden analysieren zu lassen. Und damit zogen sie den Zorn der Ägyptologen, der ägyptischen Behörden und auch vieler Mystery-Fans auf sich …

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Von Lars A. Fischinger

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Hallo, liebe Freundinnen und Freunde des Phantastischen!

Vor einiger Zeit fand im Sauerland der Kongress „Kam Kolumbus 15.000 Jahre zu spät?“ statt. Im Rahmen dieser interessanten Tagung zur alternativen Geschichtsschreibung ging es auch um den Dokumentarfilm „Das Cheops-Projekt“ mit den Autoren Stefan Erdmann und Dr. Dominique Görlitz und vor allem um die Materialprobe der rund 4500 Jahre alten Inschrift in der Pyramide des Cheops-Grabes. Denn dieser Beweis für den Pharao Cheops als Bauherren der nach ihm bekannten Pyramide soll ein dreister Betrug sein.

Schuld an dieser Idee ist der Prä-Astronautik-Autor Zecharia Sitchin (USA), der in seinem Bestseller “Stufen zum Kosmos” im Jahre 1980/82 den Schwindel in die Mystery-Welt setzte. Sitchin behauptete darin, dass der Name des Pharaos Cheops (Kufu/Khufu) in seiner Kartusche innerhalb der Cheops-Pyramide nicht nur gefälscht wurden, sondern sogar falsch geschrieben sei. Seit dem reißen die Spekulationen zur Bauherrschaft der Großen Pyramide dazu vor allem in der Grenzwissenschaft nicht mehr ab.

Unlängst bewiesen ist aber, dass Zecharia Sitchin in seinem Buch nicht die Wahrheit sagte. Die Kartusche mit dem Namen des Pharao Cheops ist nicht falsch geschrieben worden und die Skizzen in “Stufen zum Kosmos” waren schlichtweg falsch! Doch das ändert im Grunde genommen natürlich nichts an der Grundidee des gefälschten Namens des Königs. Wollte also Howard Vyse – so die Argumente – als damaliger Entdecker der Inschrift eine Sensation bzw. eine großartige Entdeckung verkünden und pinselte so höchst selber still und heimlich die Namenskartusche in die Pyramide? Wollte Vyse endlich bei seinen Expeditionen und Nachforschungen in Ägypten einen spannenden Fund machen und griff so persönlich zu Pinsel und Farbe und wurde zu einem Betrüger?

Die Autoren Erdmann und Görlitz wollten diese Frage klären. Also nahmen sie in der der fraglichen Entlastungskammer über der Kammer des Königs in der Pyramide des Cheops Proben der Farbe. Diese Aktion war nicht nur von der Ägyptischen Altertümerverwaltung nicht genehmigt, sondern erregt seit dem die Gemüter etablierter Archäologen und der Behörden im Land der Pharaonen. Sie sprechen von einer Schande, von einem unmöglichen Verhalten der Hobbyforscher oder auch schlicht von einem Skandal. Dass die Proben dann auch noch außer Landes in das Institut Fresenius nach Dresden gebracht wurden, tut ihr übriges …

Der zuständige ägyptische Minister Mohammed Ibrahim ist ebenfalls über diese Aktion empört. Laut der Zeitung „Al-Masry Al-Youm“ (Kairo) vom 21. November 2013 forderte er nicht nur den Generalstaatsanwalt dazu auf Ermittlungen zu diesem Fall aufzunehmen, sondern auch, dass Interpol eingeschaltet werden soll. Die Hobby-Forscher sollen international zu Fahndung ausgeschrieben werden, so die Zeitung.

Die Mystery-Szene ist hier sehr gespaltener Meinung. Etwa in den sozialen Netzwerken wie Facebook und in Online-Foren. Eine ganze Reihe Nutzerinnen und Nutzer, auch und vor allem jene, die sich für die Grenzwissenschaft interessieren, sind ebenso sauer auf diese Aktion. Die Kommentare reichen von „Sauerei! Das fällt mir dazu ein!“ bis „ich nehme auch keine Probe von der Mona Lisa“. Doch natürlich gibt es auch viel Zuspruch. Etwa, dass die Ägyptologie selber Jahrzehnte Zeit hatte eine solche Probeentnahme und eine folgende Untersuchung selber durchzuführen, zu dokumentieren und zu publizieren. Oder auch, dass sich die Ägypter nicht so „anstellen“ sollen, da weltweit an zahllosen archäologischen Stätten die üblichen Bus-Touristen fragwürdige „Souvenirs“ von diesen mitnehmen oder ihre eigenen Graffiti hinterlassen. Doch …

… wenn einer von der Brücke springt …?

Unlängst haben zum Beispiel auch „Focus“ und „Spiegel“ über den Archäologie-Skandal um Stefan Erdmann und Dominique Görlitz berichtet. Womit sie die Gemüter der Grenzwissenschafts-Freunde weiter angeheizt haben und damit den Streit innerhalb der Mystery-Szene weiter vorantrieben. Auch das entsprechende Video bzg. der Probeentnahmen und der Dokumentation „Das Cheops-Projekt“ usw., das ich hier im Zusammenhang mit dem Kongress „Kam Kolumbus 15.000 Jahre zu spät?“ im Oktober in Lennestadt verlinkte, ist inzwischen vom Netz. Zumindest ist es bei YouTube als „privat“ gelistet und so derzeit nicht einsehbar. Tatsächlich ist es aber so, dass die „alternative Archäologie“ von den Atlantis- bis zu den Ancient Aliens-Interessierten seit Jahrzehnten immer mal wieder die Frage stellte, warum denn niemand endlich mal eine Probe der Inschrift(en) in der Entlastungskammer nimmt. Auch ich selber wurde in den vergangenen 20 Jahren öfter danach gefragt.

“Keine öffentliche Stellungsnahme” von Dominique Görlitz

Dominique Görlitz wird natürlich von Anfragen und mehr derzeit überschüttet. Bereits im “Spiegel”  war am 21. November ja zu lesen, dass ein Entschuldigungs-Schreiben nach Ägypten geschickt wurde.

Görlitz meldete sich nun diesbezüglich kurz bei Facebook zu Wort:

Ich bitte alle Freunde um Verständnis, dass ich angesichts der Vorwürfe keine öffentliche Stellungnahme abgeben werde. Ich kann aber versichern, dass wir die Vorwürfe zu gegebener Zeit entkräften werden und es uns niemals darum ging, das Ansehen der ägyptischen Kultur zu beschädigen.”

Die Beschädigung der Kartusche des Cheops?

Ohne Frage ist es „nicht die feine Art“ von Görlitz und Erdmann gewesen und ohne Frage auch illegal! Und ohne Genehmigung und wissenschaftliche Dokumentation der Arbeiten vor Ort könnten die Analyseergebnisse in Zukunft im Nichts verpuffen. Gleichgültig ob nun damit X oder Y belegt würde. Der Streit, ob gefälscht oder nicht, wird dadurch möglicherweise nicht beigelegt werden können.


Was jedoch auch und vor allem kaum zur Kenntnis genommen wurde, ist der Umstand, dass die Probeentnahme in der Entlastungskammer überhaupt nicht(!) von der umstrittenen Kartusche des Kufu selber stammt. Oder stammen soll. So schreibt beispielsweise der „Spiegel“ über Stefan Erdmann und seine kriminelle Aktion:

Es sei alles sehr schnell gegangen, sagt Erdmann. Er sei dann noch per Leiter in die darüber gelegene Entlastungskammer geklettert. Auch hier schabte er feine Spuren von der Wandbemalung ab. ‚Ich habe nicht nachgedacht, es war eine spontane Entscheidung‘, sagt er, seine Stimme klingt beinah verzweifelt. Er habe schon sein halbes Leben in Ägypten verbracht, er habe doch nichts Schlimmes getan. ,Wir haben die Königskartusche natürlich nicht berührt, die ist auch für uns heilig.‘

Nicht berührt“? In der Tat: Die wenigen Farbkrümmel, die dem Institut Fresenius vorliegen und laut dem Sprecher Torsten Laub bei einmal husten weg wären, stammen nach Aussage der Beteiligten überhaupt nicht von der Königskartusche. Sie sollen sogar von anderen Steinen stammen. Die streitbare Inschrift des Pharao sei demnach unangetastet.

Und was jetzt, Erdmann & Görlitz?

Ohne Zweifel war die ganze Aktion illegal und auch kriminell – aber durchaus im Sinne vieler Freundinnen und Freunde der Mysterien der Welt, die immer auf der Suche nach Antworten sind. Das belegen zumindest die Zusprüche, die in Diskussionen zum “Cheops-Skandal” um Erdmann und Görlitz im Internet eben auch zu finden sind. Aber ob diese mutmaßlichen Antworten wirklich etwas bringen werden, steht auf einem anderen Stein. Meiner Meinung nach ist der Skandal nun aber kein Weltuntergang für die etablierte Ägyptologie. Wobei man jedoch hier ganz genau hinsehen muss, wie und wo die Proben „abgekratzt“ oder (angeblich!) sogar „ausgeschlagen“ worden sein sollen! Im bei YouTube zu findenden Trailer zu der Dokumentation „Das Cheops-Projekt“ ist dies nicht zu erkennen. Doch da die eigentliche Kartusche so oder so nicht angetastet worden sein soll – ist es eigentlich auch aussichtslos zu hoffen, dass der „Fälscher-Streit“ durch diese Analysen sich zu 100 Prozent entscheiden würde.

Übrigens: Dr. Zahai Hawass

Mich erinnern der Streit und die Diskussionen übrigens an einen anderen Eklat der ägyptischen Archäologie um die Cheops-Pyramide: Vor rund zehn Jahren bohrte „National Geographic“ mit Dr. Zahai Hawass ein Loch in den Blockierstein am Ende des „Gantenbrink-Schachtes“ in der Kammer der Königin, den der Deutsche Rudolf Gantenbrink im März 1993 mit seinem Roboter „UPUAUT“ entdeckte. Die damalige und sicher jeden Interessierten bekannte TV-Show zeigte klar, dass hier der Fund (der Stein) stark beschädigt wurde. Sogar Gantenbrink selber zeigte sich entsetzt, dass man den Befund am Ende des Südschachtes für eine weitere Untersuchung zerstörte. Nach seinen Angaben hatte er selber schon seit Jahren andere Konzepte für eine weitere und beschädigungsfreie Untersuchung in der Schublade. Auch damals gab es Streitereien was das alles überhaupt sollte. Wissenschaftlicher Quatsch hieß es ebenso wie spannende Forschungen. Gleichfalls aber kochten die Gemüter, weil eben die Pyramide brachial beschädigt wurde (der Stein an sich und die Metallbeschläge). Hierbei aber von Ägyptologen um den umstrittenen Zahi Hawass selber.

In den Tagen von Howard Vyse war es im Übrigen absolut normal, den Altertümern in Ägypten mit Gewalt auf den Leib zu Rücken. Hammer, Meißel, Sprengstoff oder dicke Bohrer kamen ganz selbstverständlich zum Einsatz. Auch Vyse selber sprengte sich seine Wege in der Cheops-Pyramide frei. Zum Glück ist diese Zeit vorbei.

Ich bin sicher, dass nicht nur ich selber als an den Rätsel der Menschheit-Interessierter gespannt in die Zukunft dieser Debatte blicke …

(beachtet bitte die o.g. Updates)

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