Suchergebnisse: Jupiter

NASA kündigt die Entdeckung “überraschender Aktivitäten” auf dem Jupiter-Mond Europa an: “Spoiler Alarm: Keine Aliens”

Die NASA kündigt die Entdeckung "überraschender Aktivitäten" auf dem Jupiter-Mond Europa an - aber "keine Aliens" (Bild: NASA)
Die NASA kündigt die Entdeckung “überraschender Aktivitäten” auf dem Jupiter-Mond Europa an – aber “keine Aliens” (Bild: NASA)

Der riesige Gasplanet Jupiter, der sich hinter dem Mars und dem Asteroidengürtel befindet, besitzt fast 70 bisher bekannte Monde. Einer dieser Monde ist der Mond “Europa”, der schon seit Jahren für zahlreiche Spekulationen bei Astronomen, Exobiologen und Planetenforschern sorgt. Grund ist seine verhältnismäßig junge Eisoberfläche, die auf einen gewaltigen Ozean unter Europas dicken Eispanzer schließen lässt. Und in diesem, durch die Gravitation des gewaltigen Jupiter aktiven,  Ozean könnte es Vermutungen nach sogar primitives Leben geben. Die Ankündigung einer Pressekonferenz der NASA, auf der spannende neue Entdeckungen durch das Weltraumteleskop “Hubble” auf Europa verkündet werden sollen, lassen Weltraum- und Alien-Fans aufhorchen. Aber die NASA selber bremste unlängst die Spekulationen über außerirdisches Leben – und das vollkommen zurecht.

 

 

Von Lars A. Fischinger

Hallo, liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Der 1610 durch Galileo Galilei entdeckte Jupiter-Mond Europa besitzt nach aktuellen Erkenntnissen unter seiner mehrere Kilometer dicken Wassereiskruste einen gigantischen Ozean. Und dieser rund 100 Kilometer tiefe Ozean könnte dabei größere Wasservorkommen beinhalten, als auf unserer Erde zu finden sind. Das ist überaus erstaunlich, da der Mond Europa nur 3.121 Kilometer Durchmesser hat. Unser Planet hingegen hat etwa 12.742 Kilometer und auch unser Mond ist mit 3.476 Kilometern Durchmesser noch etwas größer als Europa.

Leben auf Europa

Der gigantische Gasplanet Jupiter mit seinen fast 70 bekannten Monden liegt in den eisigen Tiefen unseres Sonnensystems. Flüssiges Wasser sollte man hier nicht erwarten. Bei dem Jupiter-Mond Europa ist es jedoch ein wenig anders. Die starken Anziehungskräfte des Jupiter “kneten” den kleinen Europa-Mond in seiner Umlaufbahn förmlich durch. Dadurch, so sind sich die meisten Astronomen sicher, erwärmt sich der Mond und kann so auch in diesen Bereichen des Alls flüssiges Wasser besitzen. Auch Vulkanismus ist nicht ausgeschlossen, der diesen außerirdischen Ozean erwärmt.

Erste Hinweise auf diesen Ozean ergaben sich durch Fotos der Oberflächliche von Europa. Sie erscheint mit ihren zahllosen Schluchten und Rillen und ohne Einschlagkrater nicht nur sehr jung, sondern auch aktiv zu sein. Eben durch diesen flüssigen Ozean tief unter dem Eispanzer. Astrobiologen spekulieren: wenn es flüssiges Wasser und Wärme- und Energiequellen wie Vulkane dort gibt, kann es dort auch Leben geben. Primitives Leben, zweifellos, aber immerhin außerirdisches Leben.

NASA: “Keine Aliens”

Am 20. September hat die NASA eine sehr knappe Pressemitteilung veröffentlicht, in der für den 26. September eine “Telekonferenz” angekündigt wird. “Neue Entdeckungen auf Fotos, die das Hubble Weltraumteleskop von Jupiters Eismond Europa aufgenommen” hat, werde darin angekündigt. Und weiter:

Astronomen werden neue Resultate einer einzigartigen Beobachtungskampagne des Jupiter-Mond Europa präsentieren, die überraschende Beweise für Aktivitäten sein könnten, die im Zusammenhang mit einem vorhandenen unterirdischen Ozean auf Europa stehen.”

Die NASA glaubt: in 10 bis 20 Jahren finden wir außerirdisches Leben (Bild: Mission zum Jupiter-Mond Europa / NASA)
Die NASA glaubt: in 10 bis 20 Jahren finden wir außerirdisches Leben (Bild: Mission zum Jupiter-Mond Europa / NASA)

Mehr gab die NASA eigentlich nicht bekannt.

Obwohl hier und dort im Internet sogleich von Leben im All bzw. auf Europa gesprochen wurde, gibt die Ankündigung der NASA eigentlich überhaupt keinen Anlass zu solchen Spekulationen. Zumal und vor allem, da eindeutig von Resultaten gesprochen wird, die eine Beobachtungskampagne des Mondes durch das Weltraumteleskop “Hubble” ergeben haben. Ergebnisse, die das Vorhandensein eines flüssigen Ozeans weiter untermauern. Das 1990 gestartete Teleskop “Hubble” in seiner Umlaufbahn um die Erde ist technisch überhaupt nicht in der Lage, in einem solchen Ozean auf dem Mond Europa Leben nachzuweisen.

“Neue Entdeckungen von Jupiters Mond Europa”, twitterte die NASA dann auch ergänzend am 21. September, um mit den Worten “Spoiler Alarm: KEINE Aliens” die Erwartungen der Fans zu zügeln …

 

Ich danke Euch, Euer Jäger des Phantastischen

Fischinger-Online

►► Eure Unterstützung: Paypal.me/Fischinger

(Geschäfts-eMail: FischingerOnline@gmail.com)

Interessantes zum Thema:

, , , , , , markiert <

Das Geheimnis von “Coral Castle” und die Antigravitation +++ Artikel +++

ARTIKEL: Das Monument "Coral Castle" von Edward Leedskalnin in den USA - Angeblich durch Antigravitation erbaut (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
ARTIKEL: Das Monument “Coral Castle” von Edward Leedskalnin in den USA – Angeblich durch Antigravitation erbaut (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Seit Jahrhunderten rätseln Menschen darüber, wie unsere Ahnen scheinbar mühelos gigantische Steine transportieren konnten. Etwa die mehrere Dutzend Tonnen schweren Giganten der Megalithkultur oder auch die Granitsteine in der Cheops-Pyramide (Grabkammern). Oder so rätselhaft Steingiganten, die bis/um/über über 1.000 Tonnen wiegen. Aber wie war all das vor zum Teil vielen Jahrtausende möglich? Und hat tatsächlich der Erbauer von “Coral Castle” in den USA Mitte des letzten Jahrhunderts “das Geheimnis der Pyramiden entdeckt”, durch das er allein seine Monolithanlage bauen konnte? Und das angeblich ganz allein? Ein seltsames Mysterium, dem in diesem Blog-Artikel genauer nachgegangen werden soll.


Groß, größer, gigantisch

Archäologen sagen: Unsere Vorfahren waren eben erfinderisch, hatten genügend Arbeiter mit Muskelkraft und natürlich Zeit zur Verfügung. Sie waren nicht minder einfallsreich oder sogar intelligent als die Menschen heute. Und das ist zweifellos richtig. Verschiedene Berechnungen oder auch experimentelle Archäologen versuchen deshalb immer wieder die eine oder andere Methode zu belegen bzw. zu untermauern. Zum Beispiel bei den Monolithen von Stonehenge in England.

Kritiker sagen, dass das alles so nicht sein kann. Sie wiederum legen Berechnungen vor, die belegen sollen, dass diverse Transport-Thesen der Archäologie nur Humbug seien. Vor allem am Beispiel der Cheops-Pyramide wird dies immer wieder versucht.

Die etablierte Wissenschafts-Community – sofern sie reagiert –  legt daraufhin erneut nach. Sie präsentiert nun wieder andere oder verfeinerte Methoden, Berechnungen und Thesen, wie es denn doch in einer entsprechenden Zeit möglich gewesen sein

Es geht hin und her, so dass sich hier ein endloser Streit zwischen „Pro“ und „Kontra“ durch die Literatur zieht. Ebenso in endlosen Debatten im Internet und Sozialen Netzwerken.

Unvoreingenommene Forscher und Autoren sprechen dabei seit langem davon, dass unsere Vorfahren ein heute verlorenes Wissen hatten. Ein Wissen, wie das eine oder andere Mysterium in Stein letztlich „in Wahrheit“ erbaut sein soll. Wirklich handfeste Beweise fehlen prinzipiell beiden Seiten sehr oft.

Einige spekulieren sogar, dass zum Beispiel die alten Ägypter sowie andere Völker rund um die Erde vor Jahrtausenden mit uns fremden Technologien hantierten. Augenscheinlich ist es ja eine Tatsache, dass gigantische Bausteine vor Jahrtausenden verbaut wurden. Selbst Außerirdische werden hier teilweise ins Spiel gebracht, die hier und dort geholfen haben sollen. Oder „magische Kräfte“, die von einem mythischen Ur-Volk wie Atlantis stammen …

Antigravitation vor Jahrtausenden?

Aber was sollen das für Technologien gewesen sein? Ich traf dazu beispielsweise Anfang März 2010 den Ingenieur Dr. Peter Hattwig. Er ist einer jener „alternativen Historiker“, die sich schon seit langem intensiv mit den Transportproblemen der Vergangenheit befassten. Seinen Berechnungen nach sei nämlich der von der Archäologie favorisierte Transport gigantischer Monolithen mit Schlitten, Seilen, zahllosen Arbeitern & Co. schlicht nicht möglich.

Hattwig kommt, wie viele andere auch, zu dem Ergebnis, dass unsere Vorfahren vielleicht das Geheimnis der Antigravitation kannten.

Antigravitation? Das soll eine Kraft sein, die einfach gesagt das Gegenteil der Gravitation ist. Eine Art „Gegenkraft“, die die bekannte und alles durchdringende Gravitation abschirmt oder sogar – aufhebt. Gerne spekulieren Autoren in diesem Zusammenhang auch darüber, dass UFOs mit solchen Antrieben herum fliegen. Die Konsequenz wäre sensationell. Es hieße nämlich, dass man praktisch mühelos fliegen und natürlich auch gewaltige Gewichte praktisch schwerelos machen könne. Ein Transport wäre dann überhaupt kein Problem mehr. Eben wie die gigantischen Monolithen der Vergangenheit.

Es gibt einige Experimente die Antigravitation erzeugt haben sollen. Oder wollen.

Experimente mit der Gravitation

Dr. Jewgeni Nikolajewitsch Podkletnow (= Eugene Podkletnov) vom „Moscow Chemical Scientific Research Centre” zum Beispiel behauptet, das er in Versuchen 1996 Antigravitation an der Universität Tampere, Finnland, erzeugte. Der „Sunday Telegraph“ berichtete damals am 1. September 1996 als eine der ersten Zeitung überaus erstaunt von den Versuchen Podkletnows.

Kritiker bzw. Forscherkollegen, die seine Versuche nachbauten, winken ab: alles Unsinn, denn sie erzielten nicht die entsprechenden Ergebnisse. Auch wenn Podkletnow von seinen Experimenten überzeugt ist und die Namen der daran beteiligen Forscher geheim hält. Angeblich zu ihrem Schutz, wie er behauptet.

Neben Podkletnow gab und gibt es eine Reihe von Forschern, die von sich behaupten, Antigravitation „erzeugt“ zu haben. Sie alle scheiterten an der wissenschaftlichen Reproduzierbarkeit ihrer Experimente. Die etablierte Forschung erkennt sie deshalb nicht an. Denn Antigravitation oder eine Abschirmung der Schwerkraft soll es nach der etablierten Wissenschaft so nicht geben. Folglich hätten natürlich auch unsere Ahnen niemals mit dieser Technik arbeiten können.

Und wem es dennoch gelingen sollte, dem winkt seit rund 15 Jahren ein Preisgeld von einer Millionen Euro von der „Göde-Stiftung“. Dazu am Ende mehr.

“Coral Castle”

Aber wir brauchen nicht Jahrtausende in die Vergangenheit zu gehen oder irgendwelche fragwürdigen Experimente bemühen. Auch ein Mann in Florida hatte scheinbar eine „Wundertechnik“ erfunden um gewaltige Steinmonolithen allein zu bewegen.

Der seltsame Mann war der Lette Edward Leedskalnin (Edvards Liedskalniņš, 1887 bis 1951). Ein Bildhauer und Ingenieur, den sein Leben lang der Liebeskummer plagte, was ihn letztlich zu seinen „wundersamen“ Techniken führte. Seine Verlobte Agnes Scuffs bekam einen Tag vor der Hochzeit kalte Füße und ließ Leedskalnin sitzen. Leedskalnin verließ nach der unerwiderten Liebe 1913 Lettland und kam nach ruhelosen Jahren in Florida an, wo er 1923 ein Grundstück erwarb.

Von Kummer zermürbt machte er sich nun daran, auf seinem Land eine megalithische Anlage aus Korallenfelsen in Homestead, USA, zu errichten. In Erinnerung an seine „Sweet sixteen“, da Scuffs damals 16 Jahre war. Die folgenden 26 bis 28 Jahre (die Angaben variieren) arbeitete der verschmähte Bräutigam wie ein Besessener an der Megalith-Anlage „Rock Gate Park“ zu ehren seiner Exverlobten Agnes. Heute heißt das Monument „Coral Castle“ und inspirierte den Sänger Billy Idol nach einem Besuch der sonderbaren Anlage zu seinem Song „Sweet sixteen“.

Heute ist das Bauwerk es eine Attraktion für Florida-Touristen. Es sei das 8. Weltwunder, da es nur einen einzigen Baumeister hatte …

Doch das Ganze ist sehr seltsam. Leedskalnin baute die gewaltige Anlage immer nachts in der Dunkelheit. Schon das brachte ihm den Ruf eines „Sonderlings“ ein, der irgendwelche unheimliche Dinge auf seinem Grundstück treibe.

Von Mitternacht bis Sonnenaufgang werkelte er angeblich ganz allein und vollkommen ohne nennenswerte technische Hilfsmittel an seinem Mahnmal der Liebe herum. Leedskalnin behauptete bis zu seinem Tode 1951, dass er das Mysterium der Pyramiden Ägyptens gelüftet habe. Mit diesem „Geheimwissen“ sei es ihm möglich gewesen, die zusammen rund 1.100 Tonnen Gestein des „Coral Castle“ zu bearbeiten und vor allem zu bewegen. Hilfe benötige er dabei angeblich nicht.

Der sonderbare Edward Leedskalnin

Keine Zeugen wollen den emsigen Mann jemals bei der Arbeit gesehen haben. Immer, wenn jemand sein Grundstück nachts betrat, hörte er auf zu arbeiten. Doch die, die angeblich etwas gesehen haben wollen, sprachen von phantastischen Erlebnissen. So etwa sollen sich die Steine „wie mit Gas gefüllte Ballons“ von selbst bewegt haben. Und was dabei geschaffen wurde, ist durchaus beeindruckend.

Viel zitiert wird vor allem eine drehbare Felsentür, die ca. neun Tonnen wiegt, sich aber ganz leicht mit einem Finger öffnen lässt. Er errichtete auch eine Art „Tafelrunde“ mit einem Tisch in Herzform von 2,25 Tonnen Gewicht.

Als die Drehtür vor einigen Jahren sich einmal verklemmte, mussten sechs Arbeiter einen Kran heranschaffen um den Stein wieder zu reparieren. „Es ist nicht wirklich schwierig, man muss nur wissen wie“, sagte Leedskalnin zu Lebzeiten immer, wenn man fragte wie er das alles alleine bauen konnte.

Zahlreiche kleine und große Monolithen sind von ihm in all den Jahren verarbeitet und verbaut worden. Heute ist das „Castel“ ein Museum, und auf der Internetseite CoralCastle.com sind die Arbeiten in beeindruckenden Bildern zu bewundern. Welches Geheimnis verbirgt sich dahinter?

“… das Geheimnis der Pyramiden entdeckt…”

Ein Prospekt für Besucher der Anlage zitiert den seltsamen Erbauer mit den kryptischen Worten:

Ich habe das Geheimnis der Pyramiden entdeckt und weiß, wie die Ägypter und die alten Baumeister in Peru, Yucatan und Asien ihre riesigen Monumente erbauen konnten, unter Verwendung einfachster Werkzeuge“.

Was waren das für Kräfte? Antigravitation oder Levitation? Leedskalnin behauptete zu Lebzeiten, dass er den Magnetismus „sehen“ könne. Lichtpunkte um seine Monolithen würde er wahrnehmen, die ihm verraten, wie das entsprechende Objekt zu bewegen sei. Auch habe er die Naturgesetze der „Heiligen Geometrie“ und des Gewichts wieder entdeckt.

Das glaubten 1936 bestimmt auch jene Männer, die Leedskalnin bei einem Umzug helfen wollten. Damals zog er mit seiner gesamten im Bau befindlichen Anlage rund 15 Kilometer um. Der bestellte LKW-Fahrer durfte dabei nicht helfen oder zusehen. Immer, wenn der Fahrer am Morgen zur Baustelle kam, lagen die Monolithen bereits auf der Ladefläche!

Der Fahrer erzählte auch, dass er Vorbereitungen traf einen 20 Tonnen schweren Koloss auf sein Fahrzeug zu bugsieren. Leedskalnin bat ihn dann jedoch ihn kurz allein zu lassen. Dann plötzlich ein Krachen – und als der Fahrer eilig zu seinem LKW lief lag der 20 Tonnen-Monolith bereist auf der Ladefläche. Er konnte angeblich nur noch sehen, wie Leedskalnin seine Hände vom Stein nahm und sich den Schmutz abklopfte. Wie kam der Monolith auf den LKW? Stimmt die Geschichte überhaupt?

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Wie von Zauberhand

„Coral Castle“ ist durchaus rätselhaft. Wenn man bedenkt, dass hier nur ein Mann arbeitete. Denn trotz der offenkundig geleisteten Arbeit kann man die Anlage natürlich nicht mit diversen Megalithanlagen oder Riesenbauten der Vergangenheit vergleichen. Etwa Pyramiden in Mexiko und Ägypten oder Monumenten der frühen Bewohner von Peru.

Es existieren auch Fotos von einfachen Seilwinden und „Hebegestellen“ auf drei Beinen. Ohne Zweifel Hilfsmittel Leedskalnin, die zum Teil auch im Museum selber online gezeigt werden. Doch mit diesen ist es wohl kaum möglich, die schweren Objekte zu bewegen. Ganz zu schweigen davon, dass einige Monolithen größer als die „Hebegestelle“ von Leedskalnin sind.

Der Autor und Pyramidenforscher Christopher Dunn besuchte mehrfach das „Korallenschloss“. Er vermutete nach seinen Erkundungen, dass der seltsame Erbauer elektromagnetische Felder nutzte und den Magnetismus beeinflussten konnte. Eben eine Art Antigravitation. Eine Reihe elektrotechnischer Gerätschaften, die noch heute vor Ort herumliegen, interpretiert Dunn als elektromagnetische Vorrichtungen.

Dunn selber gehört zu den Forschern der alternativen Ägyptologie und Pyramidenforschung, worüber er auch einige Bücher und Veröffentlichungen publizierte. Der Ingenieur ist sicher, dass schon im alten Ägypten Hochtechnologie und sogar „Spirituelle Technologie“ zum Einsatz kam. Zum Teil sollen seiner Überzeug nach Steinbearbeitungen genutzt worden sein, die im heutigen Bauwesen ihresgleichen suchen. Allerdings kann beim rätselhaften „Coral Castle“ augenscheinlich davon keine Rede sein.

Die hier geleistete Arbeit ist zwar gewaltig, aber alles andere als präziser High-Tech mit feinen Schnitten, Kanten, Fugen und glatten Flächen in hartem Gestein.

Geheimnisse der Antigravitation?

Auch die Autoren Bruce L. Cathie und Peter N. Temm sind von „Coral Castle“ begeistert. Autoren, die sich beispielsweise in ihrem Buch „Harmonic 695 – The UFO an anti-gravity“ (1971) mit dem Phänomen der Antigravitation beschäftigen. Darin und in „The Energy Grid“ (1990) wird Carrol A. Lake, ein Cornel des United States Army Corps of Engineers, mit den Worten zitiert:

Leedskalnin bewies, von aller Welt heute zu sehen, dass er die Baugeheimnisse der Alten kannte. Er brach und setzte, alleine und ohne moderne Maschinen, Steine mit dem doppelten Gewicht der größten Blöcke der Cheops-Pyramide.

Insgesamt  schnitt und verbaute er über 1.000 Tonnen Korallengestein. Die größte Leistung durch einen einzelnen Menschen in der gesamten Geschichte der Menschheit. Hier ist eins der großen Wunder der Welt, in einer Reihe mit den Pyramiden Ägyptens, mit Stonehenge in England, mit dem erstaunlichen Jupitertempel in Baalbek nahe Damaskus in Syrien und mit dem großen steinernen Mysterien der Osterinsel.“

Antigravitation bei den Pharaonen ….

In der Grenzwissenschaft wird beim Thema von „wundersamen“ Steinbearbeitungen und vor Transportmethoden auch die alte Schrift Hitat hin und wieder erwähnt (mehr dazu in diesen Artikeln und Beiträgen HIER). Ein mittelalterlicher Text mit Sammlungen von Legenden und mythischen „Märchen“ rund um die Pyramiden in Ägypten. Vor allem um die Cheops-Pyramide. Wenn Leedskalnin nach eigenen Worten „das Geheimnis der Pyramiden entdeckt“ haben will, lässt eine Stelle im Hitat aufhorchen. Darin heißt es:

Sie (die Pyramidenbauer, Anm. LAF) hatten beschriebene Blätter, und wenn der Stein herausgehauen und seine sachgemäße Bearbeitung erledigt war, so legten sie jene Blätter darauf, gaben ihm einen Stoß, und bewegten ihn durch diesen Stoß um 100 Sahm fort; dann wiederholten sie dies, bis der Stein zu den Pyramiden gelangte.“

Das klingt mehr als phantastisch und klar nach fliegenden oder schwebenden Steinen! Wie durch Zauberhand oder eben – Antigravitation. 100 Sahm (besser: Qașaba) sollen umgerechnet 600 Ellen sein (obwohl es ursprünglich ein ägyptisches Flächenmaß war), was gerundet 300 Metern entspricht. Doch egal wie weit die Bausteine auch immer geflogen oder geschwebt sein sollen: Ägyptologen sehen hier reine Märchen ohne historischen Hintergrund. Wie bei den allermeisten Aussagen im der Sammlung Hitat.

Ist das aber vorstellbar? Und ist es vorstellbar, dass ein Einwanderer in den USA „irgendwie“ dieses Geheimnis ergründen konnte?

Wenn Leedskalnin kein Lügner war, also bei seiner nächtlichen Arbeit doch menschliche und technische Hilfe hatte, bleibt sein Monolithen-Schloss ein Rätsel. Fraglich ist auch, warum sich angebliche Helfer in all den Jahren niemals zu Wort gemeldet haben. Kannte der Mann aus Lettland tatsächlich das Geheimnis der Antigravitation und unserer Vorfahren und nahm dies mit in sein Grab?

Die Aufhebung der Schwerkraft

Trotz vielfacher Behauptungen in der Esoterik und Grenzwissenschaft ist Antigravition nicht belegt. Da es aber eben keinen Beweis in der Wissenschaft gibt, steht auch noch das oben genannte Preisgeld der „Göde-Stiftung“ zur Abholung bereit.

Insbesondere in den ersten Jahren seit ihrem Bestehen hatte es sich die Göde-Stiftung zur Aufgabe gemacht, Experimente, in denen eine Beeinflussung der Gravitation postuliert wurde, nach wissenschaftlichen Standards kritisch zu überprüfen.“

So die Stiftung auf ihrer Webseite. Weiter heißt es dort sehr deutlich:

Seit ihrer Gründung 1998 beschäftigt sich die Göde-Stiftung sowohl mit Anfragen und Experimenten von Hobby-Forschern als auch mit Experimenten von ausgebildeten Wissenschaftlern, die glaubten, eine Beeinflussung der Gravitation aus ihren Versuchsergebnissen herauslesen zu können.

Bislang zeigten von uns replizierte oder überprüfte Experimente keine Effekte, die auf eine Möglichkeit hindeuten, die schwächste aller Grundkräfte irgendwie manipulieren zu können. Alle proklamierten Effekte waren entweder unberücksichtigte Einflüsse von außen, Messfehler oder konnten überhaupt nicht nachgewiesen werden.

Die Vielzahl an Einsendungen, Theorievorschlägen und Ideen zu dieser Fragestellung, die unsere Wissenschaftler erhalten, zeigt uns, wie groß das Interesse und zum Teil auch das Engagement bei vielen Personen ist – egal ob in Deutschland oder international.

Seit 2004 hat die Göde-Stiftung daher den Göde-Preis für Gravitationsforschung ausgeschrieben. Kandidaten, die sich für diesen Preis bewerben, müssen die nachfolgende Aufgabe erfüllen und dabei nachweisen, dass sie diesen Effekt einzig durch Beeinflussung der Schwerkraft erreicht haben. Alle bekannten Phänomene wie beispielsweise magnetische Levitation oder Auftrieb sind dabei ausgeschlossen.“

1 Mio. Euro für den Beweis!

Dies zeigt deutlich, dass das Thema Antigravitation weit verbreitet und mit viel Engagement verfolgt wird. Eine wissenschaftliche Anerkennung steht aus. Und das, obwohl die Voraussetzungen für den Erhalt des Preises sich eher mickrig anhören. Zumindest mit Blick auf „Coral Castle“:

Die Göde-Stiftung schreibt ein Preisgeld von 1.000.000 € aus für die Lösung der folgenden Aufgabenstellung:

Ein Objekt mit einem Gewicht von mind. 20 g soll für eine Dauer von 1 Minute oder mehr ca. 10 cm über einer Auflage schweben.“

Zu Lebzeiten von Leedskalnin gab es diese Ausschreibung noch nicht. Angenommen er hätte – wie auch immer! – das Mysterium entschlüsselt, ist es aufgrund seiner Geheimniskrämerei fraglich, ob er es preisgegeben hätte. Ihm schien es zu genügen sein „Liebes-Castle“ zu bauen und für 10 bzw. 25 Cent Besuchern die Anlage zu zeigen …

Und obwohl das Angebot der “Göde-Stiftung” verlockend klingt, muss man eines bedenken: Eine Million Euro für den Beweis, dass man die Gravitation kontrollieren, manipulieren und steuern kann, ist kaum der Rede wert. Eine solche Technologie wäre unbezahlbar und letztlich die gesamte menschliche Zivilisationen in nahezu allen Bereichen grundlegend verändern. Auch und vor allem wirtschaftliche Interessen wären davon unmittelbar betroffen.

Das Argument all jener, die meinen, dass dies längst möglich ist, aber vertuscht wird, ist von daher überaus nachvollziehbar.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

, , , , , , markiert <

Der Uranus als Auslöser der Sintflut? Warum der Planet gekippt ist und das Rätsel seines Mondes Miranda: Seltsames aus der Prä-Astronautik

Der Uranus und sein Mond Miranda - zwei Sonderlinge in unserem Sonnensystem, die angeblich eine ganz besondere Geschichte haben [nicht maßstabsgetreu] (Bilder: gemeinfrei)
Der Uranus und sein Mond Miranda – zwei Sonderlinge in unserem Sonnensystem, die angeblich eine ganz besondere Geschichte haben [nicht maßstabsgetreu] (Bilder: gemeinfrei)

Alle Monde, Planeten und all die andere Himmelskörper im Sonnensystem sind einzigartig. Und jedes Objekt hat seine ganz eigenen Rätsel und Geheimnisse. Der Planet Uranus weit draußen im All bildetet da mit seinen seltsamen Monden und seiner um fast 100 Grad “gekippten” Achse keine Ausnahme. Irgendwas hat den Gasplaneten irgendwann gerammt, da sind sich Astronomen einig. Der Prä-Astronatik-Autor Zecharia Sitchin hatte zu diesem Rätsel des Uranus und auch dessen sonderbaren Mond Miranda eine ganz eigene Idee. Eine spektakulär klingende Behauptung, die nicht nur mit seinem Planeten Nibiru zu tun hat, sondern auch mit der irdischen Sintflut. Liest man aber genauer nach, zeigt sich, dass diese Spekulationen von Sitchin seine eigenen Behauptungen von einem bewohnten Nibiru vollkommen widersprechen. Warum erfahrt Ihr detailliert in diesem neuen Blog-Artikel.


Viel los im Sonnensystem

Offiziell hat unser Sonnensystem 8 Planeten, zu denen sich eine bisher unbekannte Anzahl von Zwergplaneten gesellen. Plutoiden nennt man einige dieser Objekte, und der Ex-Planet Pluto hinter dem Neptun ist da wohl der berühmteste.

Alle Planeten, Zwergplaneten, transneptunische Objekte (TNO) und auch Monde in unserem Sonnensystem sind dabei etwas besonders. Jeder Himmelskörper hat seine Besonderheiten, Rätsel und individuellen Eigenarten. Keiner ist wie der andere. Dazu kommen Millionen oder Milliarden Kometen und Asteroiden, so dass niemand sagen kann, wie viele Objekte letztlich in unserem System ihre Bahnen ziehen.

In die Mainstreammedien schaffen es dabei die allerwenigsten Himmelskörper. Hier liegt der Fokus auf Mars und Mond, da vor allem deren weitere und zukünftige Erforschung immer wieder für Schlagzeilen sorgt. Und natürlich auf Exoplaneten, die um ferne Sonnen ihre Bahnen ziehen.

Für Astronomen und Planetenforscher sind natürlich alle Planeten und Objekte im All spannend und interessant. So auch der Riesenplanet Uranus, der weit draußen hinter Saturn mit seinen berühmten Ringen seine Umlaufbahn hat.

Der seltsame Uranus

Uranus wurde erst 1781 entdeckt, ist rund 20-mal so weit von der Sonne entfernt wie unsere Erde und der drittgrößte Planet unseres Sonnensystems. Mit mehr als 51.000 Kilometern Durchmesser und der 14,5-fachen Erdmasse gehört er zu den Gasplaneten. Und mit fast minus 200 Grad Celsius und einer Jahreslänge von 84 Jahren ist er kein Planet, auf dem man leben möchte.

Doch obwohl er wie beispielsweise Jupiter zu den Gasplaneten gehört, tanzt Uranus doch aus der Reihe.

Uranus rotiert in etwas mehr als 17 Stunden um seine Achse, was erst mal nichts Ungewöhnliches ist. Ungewöhnlich ist aber die Rotationsachse des Planeten an sich, da diese um exakt 97,77 Grad gegen seine Umlaufbahn gekippt ist. Dadurch “rollt” der Planeten sprichwörtlich um die Sonne, was ihm die Spitznamen „Der rollende Planet“ einbrachte. Ein Umstand, der dafür sorgt, dass in einem Uranus-Jahr einmal die Nordhalbkugel und einmal die Südhalbkugel fast direkt in Richtung Sonne zeigen. Die andere Hälfte des Planeten liegt währenddessen in ewiger Nacht.

Mit etwas Phantasie kann man dies mit der Polarnacht auf der Erde vergleichen. Auch Polarlichter sind auf dieser fernen Welt zu sehen. Mit dem Unterschied, das auf Uranus eine Polarnacht bzw. ein Polartag rund 42 Jahre dauert …

Für Planetenforscher ist diese gewaltige Neigung der Achse faszinierend. Kein anderer Planet hat auch nur eine annähernd ähnliche Neigung der Rotationsachse, wie Uranus. Die Erde hat bekanntlich 23,44 Grad, Jupiter nur 3,13 Grad, Mars ähnlich wie die Erde 25,19 Grad und Merkur sogar nur winzige 0,01 Grad (eine Ausnahme ist die Venus).

Wie kommt oder besser kam es dazu?

Die Uranus-Katastrophe

Über die Ursache dieser exzentrischen Achse haben sich schon Generationen von Astronomen den Kopf zerbrochen. Verschiedene Theorien wurden entwickelt, wieder verworfen oder verfeinert. Die Grundidee ist dabei fast immer gleich geblieben. Irgendwas muss den Uranus in der Urzeit unseres Sonnensystems gerammt und dabei gekippt haben. Dies würde auch seine „wackeligen“ Ringe und seine seltsam „eiernden“ Monde erklären. Ebenso die Tatsache, dass das Magnetfeld des Uranus gleich vier Pole hat und der Planet in der Urzeit mit Jupiter die Plätze getauscht haben könnte.

Viele Rätsel für einen einzigen Planeten.

Neue Computersimulationen, die 2018 im „The Astrophysical Journal“ (Vol. 861, Nr. 1, 2. Juli 2018) veröffentlicht wurden, zeigen, dass eine Protoplanet vor Milliarden Jahren mit dem Urnaus kollidiert sein muss. Nach über 50 Simulationen sind die Forscher um Jacob Kegerreis von der Durham Universität in ihrer Studie überzeugt:

Am wahrscheinlichsten ist eine kataklysmische Kollision des jungen Uranus mit einem Objekt von der doppelten Masse der Erde oder sogar noch etwas größer. Diese kippte den Planeten auf die Seite.“

Bei dieser gigantischen Katastrophe wurden einige Monde des Uranus in ihre heutigen exzentrischen Bahnen gelenkt, andere wurden zerstört, einige bildeten sich aus den Trümmern neu und letztlich entstanden so auch die Ringe um den Planeten. In der Theorie, denn dabei war damals niemand.

Der Uranus-Mond Miranda und seine "Narben": Spuren einer Kollision mit Nibiru? (Bilder: NASA/gemeinfrei)
Der Uranus-Mond Miranda und seine “Narben”: Spuren einer Kollision mit Nibiru? (Bilder: NASA/gemeinfrei)

Nach den Simulationen der Wissenschaftler um Kegerreis soll dieses Ereignis vor ca. vier Milliarden Jahren stattgefunden haben. Im jungen Sonnensystem, in dem es noch nicht mal eine Erde gab, wie wir sie heute kennen.

Doch was wäre, wenn dieses Ereignis erst viel später stattgefunden hat? Sehr viel später in historischer Zeit, als es bereits den Menschen gab?

Das zumindest behauptet der Prä-Astronautiker Zecharia Sitchin in einem seiner Bücher. Es ist jener Autor, der die Idee des von Aliens namens Anunnaki bewohnten Planeten Nibiru erfunden hat. Jener Planet, der angeblich verborgen in unserem Sonnensystem existiert und etwa alle 3.600 Jahre in die „Nähe“ der Erde kommt.

Ein Thema, das auf diesem Blog und in dem Buch „Die Akte 2012“ vielfach und umfangreich diskutiert wurde (Link).

Der Planet Nibiru und die Sintflut

Und auch wenn Sitchin mit seinen wilden Spekulationen und Erfindungen der Prä-Astronautik mehr geschadet als genutzt hat, ist seine „Uranus-These“ interessant. Vor allem aus dem Grund, da sie belegt, dass seine Nibiru-Ideen mit den dortigen Außerirdischen reine Phantasie sind, wie es noch deutlich wird.

Sitchin selber, einmal knapp und kompakt zusammengefasst, sagt, dass sein Planet Nibiru mit den dort lebenden Außerirdischen in rund 3.600 Jahren einmal die Sonne umrundet. In einer starken Ellipse, vergleichbar mit Kometen, wobei die größte Sonnenannährung des Nibiru etwa im Bereich des Asteroidengürtels hinter dem Mars liegen würde.

Trotzdem ist Sitchin in seinen Büchern sicher, dass die Gravitation von Nibiru bei einer seiner Annäherungen an die Sonne vor etwa 13.000 Jahren die Sintflut auslöste. Da dieser Planet aber periodisch alle 3.600 Jahre „zu uns“ kommen soll, warum gab es dann nur einmal eine Sintflut? Warum nicht zum Beispiel auch um 556 vor Christus, wo nach Sitchin sein Planet auch hier gewesen sein soll? Oder um 4.000 vor Christus?

Während der letzten 120 SARs (die Umläufe des Nibiru, Anm. LAF) vor der Sintflut passierte Nibiru sein Perigäum, ohne eine solche Katastrophe zu verursachen. Dann plötzlich geschah etwas Ungewöhnliches, das Nibiru näher an die Erde heranführte.“

So Sitchin in seinem Buch „Apokalypse“ (2007). Und genau hier kommen nach den Spekulationen des Autors der Planet Uranus und auch sein rätselhafter Mond Miranda ins Spiel. Zu dem aber später mehr.

Abweichungen in seinen Berechnungen erklärt Sitchin damit, dass Nibiru bei seinem Lauf um die Sonne durchaus durch die Gravitation anderer Himmelskörper in seiner Bahn gestört werden kann. Der Umlauf des unbekannten Planeten von 3.600 Jahren sei „immer ein mathematischer Mittelwert“, schreibt Sitchin zum Beispiel in „Apokalypse“. Dieser Planet habe um 10.900 vor Christus die Sintflut auf der Erde eben genau deshalb ausgelöst, da seine Umlaufbahn zu diesem Zeitpunkt gestört worden sei.

Der Orbit des Nibiru führte unglücklicherweise bei genau diesem einen Umlauf viel zu nah an die Erde, so Sitchin weiter.

Crash mit Uranus!

Weiter spekuliert er, dass Nibiru dabei vielleicht mit dem Uranus zusammengestoßen ist. Das habe seinen Orbit dramatisch verändert und ablenkt, dass es letztlich zu dieser Katastrophe auf der Erde kam. Sitchin sieht darin eine Erklärung für die oben geschilderten sonderbaren Eigenschaften des Uranus. Es war nach ihm nur kein Protoplanet vor Milliarden von Jahren, sondern sein bewohnter Nibiru in historischer Zeit.

Das habe auch für Nibiru Folgen gehabt, so schreibt er weiter, denn sein Orbit verkürzte sich so auf „nur“ ca. 3.450 Jahre. Sitchin:

Wenn es das ist, was geschah, würde es das ,frühe’ Erscheinen Nibirus 556 v. Chr. erklären – und darauf schließen lassen, dass mit seiner Wiederkunft um das Jahr 2900 n. Chr. zu rechnen ist.“ (s. a. HIER)

Als Resultat nimmt Sitchin aber nicht nur an, dass Uranus „gekippt“ und die Umlaufbahn des Nibiru verkürzt wurde. Auch einige Monde des Uranus (und auch des Neptun), die ihren Planeten „rückwärts“ umkreisen, könnten so ihre seltsamen Bahnen bekommen haben. In der Astronomie nennt man diese Umlaufbahnen „retrograd“, und werden meist mit kosmischen Katastrophen vor Milliarden von Jahren erklärt.

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Der nur 472 Kilometer kleine Uranus-Mond Miranda ist dabei besonders interessant.

Seit 1986 die Sonde „Voyager 2“ den Mond fotografierte, weiß man, dass er riesige rätselhafte Kerben oder Furchen auf seiner Oberfläche hat. Inzwischen kennen wir dank der Bilder die vernarbte Oberfläche von Miranda recht gut. Deutlich sieht man auf dem Mond die extremen Rillen, Verwerfungen und ein ganzes Netz von Canyons und Klippen. Die als „Verona Rupes“ bezeichnete Anomalie auf Miranda ist sogar bis zu 20 Kilometer tief.

Kein Mond des Sonnensystems hat auch nur annähernd ähnlich bizarre Formationen und geologischen Strukturen, wie er.

Der rätselhafte Mond Miranda

Tatsächlich glaubten Astronomen, dass Miranda in unbekannter Zeit einmal von einem kosmischen Objekt zertrümmert wurde, sich dann aber wieder „zusammensetzte“.

Inzwischen wird jedoch davon ausgegangen, dass Wechselwirkungen mit den Uranus-Monden Umbriel und Ariel sowie den Planeten selber für Mirandas Aussehen und auch Orbit verantwortlich sind. Gezeitenkräfte heizten dabei Miranda auf, tektonische Verschiebungen waren die Folge und Wassereis drang aus dem Inneren über die Oberfläche. Der Mond selber besteht zu 80 Prozent aus Eis.

Natürlich war auch hier niemand dabei, und die Narben von Miranda sehen zweifellos wie „Streifschüsse“ aus. Das sieht auch Zecharia Sitchin in „Apokalypse“ so:

Könnte eine kosmische Kollision mit dem passierenden Nibiru und seinen Monden seine Narben und die Kippstellung des Uranus verursacht haben?

(…)

Es ist nicht undenkbar anzunehmen, dass auf jenem Umlauf, der zur Sintflut führte, Nibiru zunächst den driftenden Uranus passierte, wobei einer von Nibirus Monden Uranus streifte und in Schlingern brachte, was seine Seitenlage verursachte; es könnte sogar sein, dass eben jener Mond, der daraufhin von der Gravitation des Uranus ‚eingefangen‘ wurde, der rätselhafte Miranda ist.“

Zecharia Sitchin ist sich also selber nicht ganz sicher, was da genau geschehen ist. Entweder rammte Nibiru selber den Uranus … oder nur einer seiner Monde. Oder sogar das Objekt, das wir heute als Miranda kennen, stieß als ehemaliger Nibiru-Mond mit Uranus zusammen, „kippte“ ihn dabei um, und war von da an ein neuer Mond des Uranus.

Wie sein Planet daraufhin aber wieder einen stabilen Orbit einnehmen konnte – der eben keine Fluten mehr auslöste – verrät Sitchin nicht. Wobei man sich auch fragen muss, ob und wie ein Eismond von nur 472 Kilometer Durchmesser einen Gasplaneten mit 51.000 Kilometern Durchmesser um fast 100 Grad „umkippen“ kann. Immerhin gehen die Forscher heute durch ihre Computersimulationen davon aus, dass ein Objekt von rund der doppelten Erdgröße mit dem Uranus kollidierte.

Das entspräche einem Planeten mit rund 25.500 Kilometern Durchmesser, der damit recht genau halb so groß wie der Uranus selber gewesen sein muss. Nur ein solcher Riese wäre dazu in der Lage die Achse des Uranus entsprechend zu kippen. Miranda ist 54-mal kleiner …

Zum Glück nur eine Sintflut …

Angenommen, Sitchins Phantasien würden zutreffen, dann können wir Glück sprechen, dass es nur eine Sintflut gab. Immerhin kam es weder vor noch nach diesen verheerenden komischen Kollisionen dazu. Nur ein einziges Mal in der langen Historie des Nibiru und des Sonnensystems hatten wir auf der Erde und der Uranus das Pech. Oder wir (bzw. Sitchin) wissen von keiner anderen entsprechenden Katastrophe.

Von Glück können aber auch und vor allem die Bewohner des Nibiru selber sprechen. Immerhin haben sie auf ihren Planeten die Uranus-Katastrophe überlebt!

Nibiru kam laut Sitchin vor vier Milliarden Jahren von Außerhalb in unser Sonnensystem. Obwohl er in seinem ersten Buch „Der 12. Planet“ (1976/79) auch von 3,2 Milliarden Jahren schreibt, bleiben wir mal den vier Milliarden Jahren. (Der Vollständigkeit halber: Bei der Ankunft war Nibiru laut Sitchin noch der Planet “Tiamat”.)

Nach der Zerstörung und dem Chaos im Sonnensystem, das der „Neuankömmling“ Nibiru ausgelöst haben soll, nahm er letztlich seinen Platz ein. Seinen extrem elliptischen Orbit von 3.600 Jahren in dem er, mit den oben gezeigten „Abweichungen“, bis heute seine Bahnen zieht. Seine Umläufe führen ihn dabei laut Sitchin bis weit hinter den Neptun und den Zwergplaneten Pluto in den Kuipergürtel – und dann wieder bis in den Bereich des Asteroidengürtels zwischen Mars und Jupiter.

Der Nibiru würden folglich mindestens die Bahnen von Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto währen eines Nibiru-Jahres zweimal kreuzen (Hin- und Rückweg). Und auch wenn die genaue Masse und Größe von Nibiru nicht wirklich von Sitchin „ermittelt“ wurde, ist es nicht denkbar, dass es dabei nicht zu gravitativen Wechselwirkungen mit den anderen Planeten gekommen ist.

Nibiru wäre sicher längst mit einem anderen Planeten kollidiert oder aus dem Sonnensystem geschleudert worden. Schon lange vor dem Uranus-Sintflut-Ereignis in der langen Zeit seit der „Ankunft“ des Planeten. Dazu am Ende mehr.

Damals, vor 445.000 Jahren

Zuvor eine ganz einfache Rechnung zu diesen vier Milliarden Jahren: 4.000.000.000 Jahre : 3.600 Jahre (Nibiru-Umlauf) = 1.111.111 Nibiru-Umläufe quer durch das Sonnensystem um unseren Stern.

Das heißt im Klartext, dass Nibiru bereits millionenfach die Bahnen der anderen Planeten kreuzte. Auch wenn sein Orbit zu den anderen Planeten oder besser gesagt zur Ebene des Sonnensystems „geneigt“ sein sollte. Und das ohne irgendwelche Auswirkungen auf das Sonnensystem gehabt zu haben? Weiter bedeutet dies, dass Nibiru bereits über eine Millionen Mal seit seiner Ankunft in unserem System zur Erde gekommen sein muss. Auch das scheinbar problemlos …

Die Umlaufbahn des Nibiru wie sie sich Zecharia Sitchin 1976 ausdachte – für eine Großansicht anklicken (Bild: L. A. Fischinger aus dem Buch “Die Akte 2012“)
Die Umlaufbahn des Nibiru wie sie sich Zecharia Sitchin 1976 ausdachte – für eine Großansicht anklicken (Bild: L. A. Fischinger aus dem Buch “Die Akte 2012“)

Sitchins Kernaussage in allen Büchern ist, dass auf seinem Nibiru Aliens leben. Diese von ihm Anunnaki genannten Wesen sind uns Menschen sehr ähnlich, allerdings technologisch weit voraus. Und das schon vor rund 445.000 Jahren, wie er schon 1979 bzw. 1976 in seinem Erstling „Der 12. Planet“ schrieb. Denn in jener fernen dunklen Epoche der Menschheit seien die Außerirdischen von Nibiru erstmals auf der Erde gelandet. Eine zweite Welle dieser Alien-Siedler kam dann etwa vor 400.000 Jahren hier an. Mehr als 100.000 Jahre leben und arbeiteten diese Anunnaki hier und schufen dann den Menschen als „Sklaven“, „Diener“ oder „Helfer“.

So weit, so seltsam.

Nach diesen Ideen entwickelten sich auf der Erde und Nibiru also zwei intelligente Spezies mehr oder weniger parallel. Die frühen primitiven Menschen schafften aber nicht den Sprung zu einer technologischen Zivilisation, wie die Nibiru-Bewohner. Sie waren fast eine halbe Millionen Jahre früher soweit und konnten sogar durch den Weltraum fliegen.

Zivilisierte dort – Primitive hier

Anzunehmen, dass Nibriu schon bewohnt war, als dieser vor Milliarden von Jahren aus den interstellaren Raum in unser Sonnensystem kam, ist natürlich unsinnig. Sitchin selber erklärt in seinen Büchern und vor allem bereits in „Der 12. Planet“ sehr detailliert und umfangreich, dass der „Eindringling“ für Katastrophen im Sonnensystem sorgte. Er kollidierte mit anderen Planeten und zertrümmerte sie teilweise, so dass irgendwelche Außerirdischen das nicht überlebt hätten!

Wie aber kann es sein, dass auf Nibiru mit seinem extremen Orbit daraufhin vor mindestens 445.000 eine raumfahrende Zivilisation entsteht, während die Menschheit auf der wesentlich besser geeigneten Erde noch auf Bäumen lebt? Um es überspitzt auszudrücken. Zumal man sich dabei immer die oben gezeigten millionenfache Sonnenumläufe des Nibiru vor Augen führen muss. Ein „ruhiger Planet“ zur Entwicklung von Leben und Zivilisation sieht ganz anders aus.

Auch die Aussage, dass es eben doch zu „Problemen“ auf Nibiru kam, hilft da auch nicht weiter. Sitchin behauptete in seinen Büchern nämlich, dass die Anunnaki zur Erde kamen, um Gold abzubauen. Sie benötigten es dringend zum Schutz für ihre Atmosphäre, da eben aufgrund des Orbits das Leben auf Nibiru bedroht gewesen sei.

Das Problem ist dabei, dass Sitchin diese Geschichte mit dem Gold frei erfunden hat. Er hat sich dabei nicht mal die Mühe gemacht diese Behauptung irgendwie zu untermauern, wie in diesem Artikel HIER belegt. Als zweites Problem kommt hinzu, dass die Anunnaki-Außerirdischen bereits eine technische Zivilisation hatten, als ihre Atmosphäre sich zu zersetzten begann, und sie genau deshalb unser Gold benötigten.

Schließlich flogen sie daraufhin durch das All zur Erde …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

, , , , , , , markiert <

Geheime Mondlandungen, Schüsse auf dem Mond und Atombomben gegen Alien-Basen: Seltsames aus der UFO-Forschung +++ Artikel +++

Geheime Mondlandungen, Schüsse auf dem Mond und Atombomben auf Alien-Basen: Seltsames aus der UFO-Forschung (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Geheime Mondlandungen, Schüsse auf dem Mond und Atombomben auf Alien-Basen: Seltsames aus der UFO-Forschung (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Geht es bei Verschwörungstheorien um den Mond, geht es fast ausschließlich um die Frage, ob 1969 die USA tatsächlich mit “Apollo 11” oder später auf dem Mond landeten. Daneben kursieren jedoch noch weit mehr “Verschwörungen” und Spekulationen rund um unseren Erdtrabanten. Diese reichen von geheimen Mond-Stationen und dortigen Alien-Basen bis zu verschwiegenen Raumfahrtprogrammen zum Mond. Über besonders sonderbare Aussagen in diese Richtung habe ich bereits 2010 in meinem Buch “Verbotene Geschichte” kurz berichtet. Nach diesen waren vor den Amerikanern bereits die Sowjets auf dem Mond, wo sie nicht nur auf außerirdische Basen gestoßen sein sollen. Denn das war nur der Anfang. Was in diesem Zusammenhang noch alles geschehen sein soll und was die genauen Hintergründe dieser Behauptungen im Detail sind, erfahrt Ihr in diesem Artikel.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Verschwörungen um den Mond

Vor genau 50 Jahren war die Welt im Mond- und Raumfahrtfieber.

Grund war natürlich die erste Mondlandung der NASA mit ihrer „Apollo 11“-Missionen 1969 sowie die zuvor erreichen Leistungen der USA und UdSSR in der Raumfahrt. Ob die Amerikaner wirklich auf dem Mond waren, bestreiten einige bis heute. Keiner der insgesamt 12 Astronauten der unterschiedlichen Missionen von „Apollo“, die offiziell den Mond betraten, war wirklich jemals dort. So ein durchaus weit verbreitete Annahme oder Verschwörungstheorie.

Doch andere Verschwörungstheorien gehen bei diesem Thema in eine vollkommen andere Richtung. Demnach seine die Amerikaner sehr wohl auf dem Mond gewesen und haben neben den offiziellen Landungen noch weitere geheime Landungen durchgeführt. In diesem Zusammenhang wird auch von Geheimbasen auf dem Mond (und sogar Mars) gesprochen, die dort errichtet wurden. Und das nicht nur von Menschen – auch Außerirdische sollen auf unserem Erdtrabanten geheime Basen und Stützpunkte haben. Vielleicht sogar mit uns Menschen zusammen, mit denen sie „geheime Weltraumprogramme“ und „Allianzen“ vereinbart haben.

Immerhin soll ja bereits die Besatzung von „Apollo 11“ 1969 mit UFOs auf oder am Mond konfrontiert worden sein.

Die Russen waren die ersten?

Auch kursieren Mutmaßungen und Gerüchte, dass vielleicht schon lange vor der Landung von „Apollo 11“ Menschen den Mond betraten. Nicht nur Amerikaner, sondern im Geheimen auch Kosmonauten der Sowjetunion. Obwohl nach der offiziellen Geschichtsschreibung nie ein Sowjetbürger den Mond betreten haben soll.

All diese und noch mehr Theorien und Spekulationen in Sachen Mondlandungen, Aliens und Raumfahrt kursieren in den Weiten des Internet. Sie scheinen dabei auch auf ein durchaus wachsendes Interesse zu stoßen.  Zumindest verbreiten sich entsprechende „Enthüllungen“ von angeblichen „Whistleblowern“ in der einschlägigen Community sowie auch dem Buchmarkt immer rasend schnell.

Doch solche „Verschwörungstheorien“ sind alles andere als neu und vor allem auch kein Kind der Internetzeitalters. Sie verbreiten sich nur wesentlich schneller wenn mal wieder ein „Informant auspackte“ oder jemand künstliche Strukturen auf dem Mond oder Mars auf Fotos von Raumsonden oder Robotern entdeckt haben will.

Viele dieser Behauptungen klingen einfach zu phantastisch, als das sie wahr sein könnten. Und handfeste Beweise fehlen dabei eigentlich immer völlig.

Geheime Mondlandung der Russen

Nicht anders bei einem angeblich wahrem Ereignis, das bereits vor knapp 45 Jahren von dem spanische Bestsellerautor, UFO-Forscher und Journalisten Juan José Benítez veröffentlicht wurde. Ein Autor von über 50 Büchern, der sich ab 1972 der UFO-Thematik zuwandte.

Bereits 1975 behauptete Benítez in seinem Buch „OVNIS: SOS a la Humanidad“ Unglaubliches. Er behauptete, dass einige Monate vor den USA mit „Apollo 11“ bereits zwei Russen dem Mond einen Besuch abgestattet hätten. In einer streng geheimer Mission, die schlussendlich vollkommen aus dem Ruder lief.

Benítez schrieb damals:

Was aber nun die Mondlandungen betrifft, so ist es bereits einige Monate vor der Landung der Nordamerikaner zwei sowjetischen Kosmonauten gelungen, auf der Erde abgewandten Seite unseres Mondes zu landen. Sie wählten diese Stelle, weil alle Observatorium der Erde – und natürlich auch die der Sowjetunion – ständig eine Vielzahl von Daten über seltsame Heiligkeiten auf dem Mond empfangen haben. Solche hellen Stellen waren schon seit Jahrhunderten aus der Oberfläche des Mondes beobachtet worden. Dies sei (…) einer der Hauptgründe für die Landung der sowjetischen Kosmonauten auf der Erde abgewandten Seite des Mondes gewesen.“

Diese nunmehr 45 Jahre alte Behauptung widerspricht allem, was die offizielle Geschichte der Raumfahrt lehrt. Und wirft gleich zu Beginn viele Fragen auf, die nicht nur eine erste Mondlandung durch die UdSSR betreffen. Vor allem auch der Ort der Landung der ersten Menschen auf dem Mond ist mehr als fraglich. Die Rückseite des Mondes ist bekanntlich immer von der Erde abgewandt, so dass wir sie nicht sehen. Wie können dann aber genau dort seit Jahrhunderten „seltsame Heiligkeiten“ von der Erde aus beobachtet worden sein? Gar nicht. Obwohl „solche hellen Stellen“ tatsächlich bekannt sind. Sie werden „Mondblitz“ oder „Moonblinks“ genannt und sorgen immer wieder für Spekulationen.

Offiziell sind es Einschläge und Explosionen von Meteoren. Das „NASA Marshall Space Flight Center“ hat beispielsweise in knapp zwei Jahren zwischen 2006 und Anfang 2008 insgesamt 102 dieser „Moonblinks“ registriert. Natürlich alle auf der der Erde zugewandten Seite des Mondes.

Ein Mond-Basis der Außerirdischen

Trotzdem behauptete Benítez, dass die Russen deshalb auf der Rückseite landeten. Wie es allerdings den Kosmonauten möglich gewesen sein soll, im Erd-Funkschatten auf der dunklen Seite des Mondes Kontakt mit der Erde halten zu können, darüber schweigt er sich aus (dazu gleich mehr).

Die dunkle Mondseite bietet sich geradezu dafür an, dass man über sie spekuliert und phantasiert. Was wirklich da ist, man aber niemals sehen kann, bietet viel Spielraum für Spekulationen. Zum Beispiel wäre hier der ideale Ort für Aliens, von dem aus sie die Erde und Menschheit im Verborgenen beobachten können. Natürlich nur so lange bis eine Mond-Sonde sie dort entdeckt. Oder die Russen – wie bei J. J. Benítez.

Nach seinen Aussagen waren die beiden Kosmonauten bei ihrer geheimen ersten Mondlandung allerdings nicht allein auf der dunklen Seite! Und „was sie dort sahen erfüllte sie mit Schrecken“, so Benítez weiter:

Einer der Kosmonauten entdeckte nämlich in der Nähe ihrer Landestelle so etwas wie Anlagen und Gebäude, die jedoch auf den ersten Blick verlassen schienen.

Dies (…) überraschte die Russen ungeheuer und machte ihnen schließlich auch Angst. Nachdem sie ihren sensationellen Fund zur Erde gemeldet hatten, beschlossen sie, sich den geheimnisvollen Anlagen zu nähren. Sie kamen näher und näher, bis einer von ihnen glaubte, Bewegungen inmitten dieser Gebäude wahrzunehmen.“

Eine Alien-Basis oder andere außerirdische und künstliche Dinge auf dem Mond ist – ob verlassen oder nicht – ist bis heute in der Grenzwissenschaft ein viel diskutiertes Thema. Die fremde Mond-Konstruktion war nach den weiteren Ausführungen von Benítez jedoch nicht von ihren außerirdischen Erbauern aufgegeben worden, sondern wurde zur Zeit der angeblichen Sowjet-Mondlandung nur nicht genutzt.

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Schüsse auf dem Mond

Es waren nur „Maschinen, eine Art Roboter, die zur Instandhaltung der zu dieser Zeit unbenutzten Anlage zurückgelassen worden waren“ anwesend. Und diese waren wohl mehr als angsteinflößend, denn „in seiner Panik schoss“ einer der Kosmonauten „auf eine sich dort bewegende Gestalt“. Was ein Fehler war:

Offensichtlich ist eines der Geschosse mit solcher Wucht auf den Schützen zurückgeprallt, dass dieser durch den Rückschuss getötet wurde.

Seinen Kollegen ergriff angesichts dieses Dramas eine derartige Panik, dass er nur noch an Flucht dachte und daran, auf schnellstem Wege zum Landemodul zurückzukehren, von wo aus er zu einer anderen russischen Raumfähre flog, die ebenfalls den Mond umkreiste. Mit seinem Kameraden kehrte er dann wohlbehalten zur Erde zurück.“

Nun wissen wir wenigstens, wie die Russen von der dunklen Seite des Mondes mit der Erde in Funkkontakt treten konnten. Schließlich war noch ein anderes russisches Raumfahrzeug in einem Orbit um den Mond. Praktisch als Relaisstation für den Funk. Vielleicht war es auch nur der dritte Kosmonaut, der während der Mondlandung in seinem Raumfahrzeug im All blieb. So wie bei den Missionen von „Apollo“, bei denen von den drei Mond-Astronauten einer immer im Raumschiff im Orbit des Mondes blieb, während zwei auf dem Mond landeten.

Falls nicht, hatte er zumindest ein riesen Glück, dass in der „anderen russischen Raumfähre“ offensichtlich nur ein Kosmonaut saß und dieser noch Platz für ihn hatte. Glücklicherweise waren miteinander kompatible Andocksysteme ebenso vorhanden wie genügend Treibstoff für das Zusatzgewicht des zweiten Mannes, Sauerstoff und Wasser …

Phantastischer können Verschwörungen oder Enthüllungen über Aliens auf den Mond und geheime Raumfahrtprogramme wohl nicht mehr werden. Möchte man meinen. Nicht so in Benítez Veröffentlichung von 1975, in der er auch über geheime Details der „Apollo“-Missionen der NASA berichtet. Nach seinen Aussagen wussten „auch die amerikanischen Astronauten von der Existenz dieser alten Anlagen“ auf unserem Erdtrabanten. „Auch wenn sie natürlich keine Ahnung von diesen Erbauern hatten“, so Benítez.

Atombomben gegen Alien-Basen

Für die Verantwortlichen bei der NASA oder allgemein der USA waren diese außerirdischen Konstruktionen auf dem Mond eine Gefahr. Zumindest war ein geheimes Ziel der Missionen die Vernichtung dieser Bauten der Außerirdischen auf dem Mond, und so …

„… wurden auf der Oberfläche unseres Mondes – von verschiedenen amerikanischen ‚Apollo-Kapseln‘ aus – zahlreiche kleinere Atombomben abgeworfen, nicht etwa nur zum Zweck der Prüfung möglicher Beeinflussung der Mondumlaufbahn, nein, die wirkliche Absicht der Amerikaner bestand darin, die besagten Anlagen, deren Standorte sie genau kannten, zu zerstören.“

Dass die USA vor den Mondlandungen gewusst haben soll, wo auf dem Mond (hier spricht er diesmal nicht von der Mondrückseite) derartige Anlagen von Außerirdischen stehen, ist sehr gut möglich. Unbekannte Raumsonden, Teleskope oder die ersten „Apollo“-Missionen hätten diese durchaus entdecken können.

Doch, dass die winzigen Raumkapseln, die während den Missionen mit einem Astronauten an Bord den Mond umrundeten, „zahlreiche kleine Atombomben“ inklusive Abwurfvorrichtungen mitgeführt haben sollen, ist ein Spekulation kaum zu überbieten.

Einmal vorausgesetzt es wäre so gewesen. Warum hat dann während der Mondlandungen keiner der unzähligen Astronomen und Hobbysternengucker die Atomexplosionen auf dem Mond gesehen? Sofern sie nicht alle auf der dunklen Seite abgeworfen sein sollen. „Moonblinks“ während die Astronauten am oder auf dem Mond sind, hätte kaum jemand während des damaligen Mondfiebers übersehen.

Unzählige Fragen stellen sich bei den Behauptungen von J. J. Benítez. Schon allein der Umstand, dass die Kosmonauten der ersten und geheimen Mondlandung bewaffnet ihre Reise antraten, klingt mehr als absurd. Immerhin sollen sie ja auch zufällig und überraschend auf diese Alien-Basis mit den „Robotern“ gestoßen sein. Hatten also zuvor keine Ahnung, dass dort potentielle Gefahren durch Außerirdische auf sie warten …

Benítez sieht selber ein, dass seine Berichte unglaubhafter kaum sein könnten. So schreibt er unter anderem:

Ich weiß, dass viele Leute empört sein werden über das, was hier berichtet wird – und andere werden sich darüber lustig machen.

(…)

Ich verfüge zwar nicht über Beweise für die Glaubhaftigkeit dieser Behauptungen, hätte solche aber gerne gehabt (…)“

Kontakt mit dem Universum

Als „professioneller Journalist“ (Benítez hat Journalismus an der Universität Navarra studiert) sei er nur von dem überzeugt, „was ich mit eigenen Augen gesehen habe“. Natürlich war er nicht mit auf dem Mond dabei, doch seine Quellen waren damals auch kein UFO-Akten, „Whistleblower“ oder Geheimdokumente. Er schöpfte seine Informationen aus ganz anderen Quellen, die zur damaligen Zeit durchaus beliebt waren: Alien-Kontakte.

Diese Kontakte mit Außerirdischen hatte Benítez nicht selber. Eine Gruppe mit Namen „Instituto Peruano de Relaciones Interplanetarias“ (IPRI) mit Sitz in Lima, Peru, habe diese Erfahrungen gemacht. Zum Teil, so Benítez, haben bis zu 40 Mitglieder des IPRI in Peru gleichzeitig zahlreiche UFOs am Himmel gesehen und Kontakt mit deren Insassen gehabt. Auch er selber sei bei seinen Recherchen zu den UFOs in Peru mit sieben weiteren Personen Zeuge dieser UFOs geworden. „Mit absoluter Bestimmtheit“ kann er sich nur für genau diese UFO-Begegnung „verantwortlich zeichnen“.

Medienberichte über die Mitglieder des „Peruanischen Instituts für Interplanetarische Beziehungen“ im Jahr 1974 haben den Autor nach Peru gelockt. Er wollte diesen Pressemeldungen nachgehen, dass das IPRI in den Anden Kontakt mit Außerirdischen habe. Enttäuscht wurde er bei seinen Recherchen vor Ort nicht, so Benítez, so dass daraufhin sein entsprechendes Buch entstand.

Angeblich haben die Mitglieder dieser Gruppe zu dieser Zeit „telepathischen Kontakt mit Wesen aus anderen Welten“ gehabt. Etwa 30 Mitglieder des IPRI haben ihm dann bei seinen Nachforschungen in Südamerika „nach und nach ihre wahrlich sensationellen Abenteuer“ erzählt. So kamen auch die hier wiedergegeben und fragwürdigen Behauptungen über geheime Raumfahrtmissionen der USA und UdSSR zustande. Die außerirdischen Wesen, mit denen das IPRI in telepathischen Kontakt gestanden haben will, haben diese den Menschen übermittelt.

Zweifellos ist das alles andere als eine seriöse Quelle!

Außerirdische “Meister”?

Einen faden Beigeschmack hat auch die Tatsache, dass diese Außerirdischen „Meister“ oder „Führer“ von den Mitgliedern des IPRI genannt wurden. „Sind es wirklich Forscher und glaubwürdige Leute“, fragt wohl nicht nur Benítez in seinem Buch. Immerhin habe damals diese am 31. Januar 1955 durch Carlos Paz García gegründete Gruppe über 200 Mitglieder gehabt. Hausfrauen, Astronomen, Beamte, Ärzte, Universitätsdozenten, Arbeiter – alles sei dort vertreten.

Für irgendeine Form der Seriosität spricht das erst mal nicht. Lediglich für eine UFO-Gruppe, wie es sie vor allem zur damaligen Zeit unzählige gab. Auch der angebliche Kontakt mit Außerirdische – physisch wie „telepathisch“ gehörte bei vielen dieser Gruppierungen quasi „zum guten Ton“ (detailliert dazu HIER). Das aber irgendwas von diesen Ereignissen tatsächlich auf dem Mond geschah, ist wohl reines Wunschdenken. Hier war eher die Phantasie der Vater der Gedanken.

Angenommen, dass Mitglieder des IPRI tatsächlich in Kontakt mit Aliens gestanden hätten – warum sollen diese Wesen derartige Phantastereien den Menschen mitteilen? Das hier genannte Beispiel der „Botschaften“ an IPRI-Mitglieder ist nur eines einer ganzen Palette von kuriosen Informationen. So finden sich beispielsweise in den vermeintlichen Alien-Nachrichten auch Prophezeiungen für die Erde, wie eine Katastrophe und eine Evakuierung der Menschen, die alle nicht eintrafen. Ebenfalls Behauptungen, dass beispielsweise verschiedene Monde des Jupiter Kolonien und Basen von Außerirdischen sind. Leben auf Mars und Venus existiert. Oder auch, dass die irdischen Kontaktpersonen ihre Informationen erst nach „Prüfungen“ an ganz bestimmten Orten und zu bestimmten Zeiten bekamen.

Hin und wieder erinnert die Form dieser Kontakte auch an Erfahrungen von Schamanen, Reisen in die Anderswelt oder sogar irgendwelche „Dimensionstore“. All dies wird von den angeblichen Außerirdischen mit einer Mission in Verbindung gebrachte, die sie „RAMA“ nannten. Ihr Ziel war nichts anders als die Rettung der Menschheit vor einer Katastrophe. Im Zuge des Bekannt werden dieser Botschaften und Kontakte „bildeten sich Gruppen in ganz Spanien, die darauf warteten, ausgewählt zu werden, um im Atomkrieg anderer Welten zu überleben“, so die Zeitung „El Correo

Auch wenn sich die UFO-Gruppe 1990 offiziell auflöste, wird sie von Sixto Paz Wells, dem Sohn des Gründers García, mehr oder weniger weitergeführt. Zumindest deren „Botschaften“, die auch einige Splittergruppen“ vertreten. Durchaus mit einem sehr neureligiösen Charakter, was man keinesfalls außer Acht lassen darf!

Die Aussage in der Vorbemerkung von Benítez, dass „jeder Leser seine eigenen Schlussfolgerungen daraus ziehen“ soll, ist eher eine Art Freibrief für den Autor.

Unsinn und Wahrheit

Etwas anders sah es der deutsche UFO-Forscher Dr. Johannes Fiebag. Auf seinen Rat hin veröffentlichte 1997 ein großer renommierter deutscher Verlag das Buch von Benítez in Deutschland. Immerhin, so Fiebag damals im Nachwort zur deutschen Ausgabe, sei J. J. Benítez einer „der bekanntesten spanischen UFO-Forscher überhaupt, „der selbst mit einer gesunden Portion Skepsis an diese Sache herangegangen ist“. Auch und obwohl viele der angeblichen „Alien-Botschaften“ darin von vornherein „unsinnig, unverständlich und unglaubwürdig“ wären. Andere wiederum längst widerlegt – etwa Prophezeiungen – und wieder andere „nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen“. Selbst die Namen diverser angeblicher Außerirdischer erscheinen ihm, als seien diese „geradewegs einem Superman-Comic entsprungen“.

Fiebag, der in den 1990er Jahren bis zu seinem Tode 1999 zu den bekanntesten UFO-Forschern und –Autoren im deutschen Sprachraum überhaupt zählte, sieht in den damaligen Kontakten in Peru dennoch eine verborgene Wahrheit. Er warnt zwar zu Recht vor schwarzen Scharfen unter den sogenannten Kontaktlern (s. UFO-Sekten), vermutet aber in den Ereignissen  und Kontakten von IPRI durchaus einen sehr realen Kern! Ganz bewusst habe hier eine außerirdische Intelligenz wahre Informationen gestreut, die mit absurden Behauptungen vermischt worden sein sollen.

Ordnung im UFO-Chaos

Warum diese Aliens das taten, ist für Fiebag deutlich. Es dient bis heute der Vorbereitung für einen Kontakt mit ihnen und zur Vermeidung eines „Kulturschock“ für die Menschheit. Nach Fiebags Thesen würden diese Außerirdischen seit unbekannten Zeiten überall auf der Erde Kontakte herstellen und diverse Informationen mitteilen. In den unterschiedlichsten Erscheinungsformen und mit zum Teil erheblich abweichenden und widersprüchlichen Inhalten:

Blind den Botschaftsoberflächen zu glauben (wie es viele UFO-Spiritisten leider tun) ist daher genauso falsch, wie sie von vornherein ungeprüft und in Bausch und Bogen abzuschlagen. Das gesamte UFO-Phänomen ist ein Sammelsurium aus chaotisch überlagerten Inhalten, und es ist die Pflicht des ernsthaften Forschers, Ordnung in dieses Chaos zu bringen. Zumindest sollte er versuchen, jene Inhalte zu isolieren, herauszulösen und letztlich natürlich auch zu interpretieren, die sich nach vorsichtiger und gründlicher Abwägung als durchaus sinnvoll erweisen könnten.“

Dem ist nicht viel hinzuzufügen. Außer die Frage, welcher „ernsthafte Forscher“ was und warum nach welcher „gründlichen Abwägung“ als „durchaus sinnvoll“ sieht …

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de (s. a. HIER):

, , , , , , , , , , markiert <

Forscher sind nach umfangreichen Analysen sicher: Oumuamua ist ein vollkommen natürliches Objekt und keine Alien-Technologie (+ Videos)

Forscher sind sich sicher: Oumuamua ist ein vollkommen natürliches Objekt und keine Alien-Technologie
Forscher sind sich sicher: Oumuamua ist ein vollkommen natürliches Objekt und keine Alien-Technologie (Bild: WikiCommons/gemeinfrei)

Seit Ende 2017 rätseln Astronomen wie Laien über das seltsame Objekt Oumuamua, das in unser Sonnensystem eingedrungen ist. Ein interstellarer Körper, der nach einer Millionen oder vielleicht sogar Milliarden Jahre andauernden Reise durch das All unser System durchquerte. Aufgrund der ungewöhnlichen Eigenschaften von Oumuamua war die spektakulärste Interpretation, dass es sich um außerirdische Technologie handeln könnte. Eine Art Alien-Sonde oder ein Sonnensegel von Außerirdischen. Jetzt hat ein Team von über einem Dutzend Wissenschaftlern alle Daten rund um das exotische Objekt erneut geprüft und in die Ergebnisse in “Nature Astronomy” veröffentlicht. Auch wenn einige Fragen bleiben, sind sich die Forscher einig, dass Oumuamua ein rein natürliches Objekt ist. Keine Alien-Technologie. Mehr dazu in diesem Beitrag.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Oumuamua – Alien-Technik aus den Weiten des Alls

Als auf Hawaii am 19. Oktober 2017 das “Pan-Starrs-1-Teleskop” vom Haleakala Observatorium einen scheinbar neuen Asteroiden oder Kometen am Himmel entdeckte, waren die Astronomen schnell begeistert. Denn es zeigte sich sehr schnell, dass das 1I/ʻOumuamua getaufte Objekt so ganz anders war, als alles, was man zuvor entdeckt hatte. Vor allem der Umstand, dass sich Oumuamua als interstellares Objekt von außerhalb unseres Sonnensystems herausstellte, faszinierte die Wissenschaft.

Ein Bote aus den Weiten des Kosmos, der bis zu 800 Meter lang sein könnte und dazu die Form einer Zigarre hat.

Zu der ungewöhnlichen Herkunft kamen sehr seltsame Eigenschaften des Objektes von den Sternen. Die Lichtschwankungen und das Flugverhalten schienen nicht auf einen “klassischen” Kometen oder Asteroiden zu passen. Der Havard-Astronom Dr. (Avi Loeb) stellte daraufhin die gewagte These auf, dass Oumuamua vielleicht überhaupt kein natürliches Objekt ist. Vielleicht, so Loeb weiter, sei es eine Raumsonde oder ein Raumschiff von Außerirdischen. Vielleicht auch nur ein Teil davon – etwa ein Sonnensegel (s. Videos unten).

Für diese Ideen musste Loeb bekanntlich viel Kritik einstecken. Zum Beispiel titelte die Zeitung “Die Zeit” am 8. November 2018: “Glaubt dieser Harvard-Professor selbst, was er sagt?” Der “Astronom möchte Aufmerksamkeit”, so “Die Zeit” damals. Auch wenn später Thomas Marshall Eubanks in einer Studie im “Astrophysical Journal Letters” die “Alien-Technologie-These” von Loeb weiter ausführte

Oumuamua – Alles rein natürlich

Ein Forscherteam aus Europa und den USA hat bereits im Frühjahr 2019 sich erneut dem sonderbaren Himmelskörper angenommen. Ihre vorab bereits publizierten Ergebnisse der Auswertung aller vorhandenen Daten zu Oumuamua sind nun am 7. Juli in “Nature Astronomy” offiziell erschienen.

Das Team um die Astrophysikerin Susanne Pfalzner vom “Jülich Supercomputing Centre” und Michele Bannister von der Queen’s Universität in Belfast sind zu der Überzeugung gelangt, dass Oumuamua ein rein natürliches Objekt ist. Obwohl es sehr ungewöhnlich ist, sind sie sicher, dass man keine außerirdische Technologie benötigt, um seine Existenz zu erklären. Dazu heißt es von Pfalzner:

Ansonsten unterscheidet er sich maßgeblich: Auch wenn man es mit den gesammelten Daten nicht komplett belegen kann, hat der Asteroid wahrscheinlich eine längliche Form und ein auffälliges Bewegungsmuster. Besonders rätselhaft ist seine Laufbahn durch unser Sonnensystem.

Und der an der Studie beteiligte Matthew Knight von der Universität von Maryland ergänzt:

Dies führte zu der ersten umfassenden Analyse und der derzeit besten Gesamtübersicht über alles, was wir über das Objekt wissen. Wir neigen dazu, zu glauben, dass physikalische Prozesse, die wir hier bei uns beobachten, allgemeingültig sind. Und so ein Objekt wie Oumuamua haben wir bisher noch nicht beobachtet. Es ist ungewöhnlich und schwer zu erklären. Doch das bedeutet nicht, dass es keine natürlichen Phänomene gibt, die sein Verhalten erklären könnten.

In einer Mitteilung des Forschungszentrum Jülich zu den aktuellen Ergebnissen wird zwar eingeräumt, dass “Oumuamua immer Rätsel aufgibt”, aber dies nicht “zu Spekulationen über Außerirdische verleiten sollte”.

Von einem Riesenplaneten aus dem System geschleudert

Nach ihren Berechnungen und Computersimulationen kommen die Forscher um Professor Dr. Pfalzner zu dem Schluss, dass Oumuamua von einem Riesenplaneten aus seinem Heimatsystem geschleudert wurde. Einem Gasriesen, ähnlich unserem Planeten Jupiter:

Es ist nur natürlich, dass Oumuamua ungewöhnliche Eigenschaften hat. Unsere Analyse deutet darauf hin, dass es natürliche Phänomene gibt, die dies erklären könnten. Aber natürlich bedeutet das auch, dass noch viel über den Weltraum jenseits unseres Sonnensystems erforscht werden muss.

Nach bestehenden Modellen ist die Oortsche Wolke am äußeren Rand unseres Sonnensystems auf diese Weise durch Bruchstücke des Jupiter entstanden. Manche solcher Objekte könnten der Anziehungskraft ihres Heimatsterns entkommen und so zu interstellaren Reisenden geworden sein.

Und um genau ein solches Objekt soll es sich nach Meinung der Wissenschaftler bei Oumuamua handeln. Wahrscheinlich ist der Besucher von den Sternen auch erst das erste Objekt diese Art, das wir von der Erde aus entdeckt haben. Vielleicht wird es ab dem Jahr 2022 mit dem “Large Synoptic Survey Telescope” gelingen weiterer interstellare Objekte dieser Art in unserem Sonnensystem aufzuspüren, heißt es von den Autoren der Studie.

Zuvor hatten sich bereits andere Astronomen dafür ausgesprochen, dass man nach Möglichkeit gezielt nach derartigen Himmelskörpern Ausschau hält. Ob irgendwann mal irgendeine Art von außerirdische Technologie dabei sein wird, weiß natürlich niemand zu sagen.

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

“Ungeschickte Aliens”

Allerdings wird bei den derzeitigen Berichten über die neue Oumuamua-Studie in Bezug auf die Spekulation um Alien-Technologie diese fast durchweg falsch wiedergegeben. Vielfach findet sich darin die Aussage, dass das Objekt schon deshalb kein Alien-Raumschiff sein könne, da es nur relativ kurz unser System besucht habe. Die Außerirdischen hätten nach ihrer langen Reise und all den Mühen hier überhaupt keine Zeit für Forschungen oder einen Kontakt etc. gehabt.

So zitiert beispielsweise “Deutschlandfunk” am 2. Juli Susanne Pfalzner mit den Worten:

Wenn ich jetzt ein Außerirdischer wäre und würde mir die Erde angucken wollen, dann würde ich da auch drumherum kreisen und würde nicht einmal vorbei fliegen und dann wieder weg. Ich glaube, das wären keine sehr geschickten Aliens.

Dass hat auch niemand behauptet, dass sich (lebende) Aliens in Oumuamua befinden. Im Gegenteil, denn die Idee der außerirdischen Technologie sprach davon, dass es sich um eine – möglicherweise längst defekte – Sonde oder ein Teil eines Raumfahrtzeuges handeln könnte. Eben ein Sonnensegel, das zum Antrieb diente und auch von der NASA unlängst in sehr viel kleinerem Maßstab erprobt wird.

Oder der Besatzung von Oumuamua hat ein flüchtiger Blick auf die Menschheit gereicht …

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

YouTube-Videos zum Thema auf Grenzwissenschaft und Mystery Files

YouTube-Video vom 11. Mai 2019 auf Fischinger-Online

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

+++ Postet mir Eure Fragen, Anregungen, Kommentare & Meinungen dazu bei YouTube. / Abo & Daumen hoch nicht vergessen … +++

YouTube-Video vom 29. Jan. 2019 auf Fischinger-Online

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

+++ Postet mir Eure Fragen, Anregungen, Kommentare & Meinungen dazu bei YouTube. / Abo & Daumen hoch nicht vergessen … +++

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

, , , , , markiert <

Der Umgang mit Leben im All und Alien-Zivilisationen: Interessante Richtlinien und Überlegungen im irdischen Paragraphen-Dschungel

Irdische Gesetzte zum "Umgang" mit Leben im All und außerirdischen Zivilisationen (Bilder: NASA / gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Irdische Gesetzte zum “Umgang” mit Leben im All und außerirdischen Zivilisationen (Bilder: NASA / gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Mitte Mai 2018 erschien auf Grenzwissenschaft & Mystery Files derArtikel “Wem gehört eigentlich der Mond?“, in dem es um “lunare Ländereien, irdische Weltraumverträge und Wildwest im All” ging. Vor allem wurde darin auch der Frage nach gegangen, wie und ob die Menschheit ihre Aktivitäten in der Raumfahrt untereinander geregelt und vertraglich abgesichert hat. Und solche Regelungen und Absprachen bestehen durchaus. Aber sie existieren auch für ein anderes Gebiet der Weltraumforschung: Für außerirdisches Leben! Auch hier gibt es Bestimmungen, Konzepte und Vorgaben, wie man sich gegenüber Leben im All verhalten soll. Das gilt für Mikroorganismen innerhalb unseres Sonnensystems ebenso, wie für intelligente Außerirdische aus dem Weiten des Kosmos. Wie sich Wissenschaftler über Verhaltensrichtlinien im Umgang mit außerirdischen Zivilisation und Aliens den Kopf zerbrechen, erfahrt Ihr in diesem Blog-Artikel.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Leben im All

Ob es irgendeine Art von Leben im All gibt, wissen wir nicht mit Bestimmtheit zu sagen und zu belegen. Es ist mehr als Wahrscheinlich, dass es existiert. Und es ist ebenso wahrscheinlich, dass es auch intelligente Zivilisation im Universum gibt. Vielleicht sogar hunderttausende oder Millionen Völker von Außerirdischen im Kosmos.

Gleichfalls besteht sogar die Chance, dass wir innerhalb unseres eigenen Sonnensystems außerirdisches Leben finden könnten. Auf verschiedenen Monden oder auch dem Mars.

Exobiologen und Astronomen sind unlängst von diesen Aussagen überzeugt. Das Thema “Aliens” hat lange schon sein Schattendasein im Bereich der Verschwörungstheoretiker, UFO-Forscher, Science-Fiction und Grenzwissenschaft und Mystery Files verlassen. Es ist in der sogenannten seriösen und etablierten Wissenschaft in sehr weiten Teilen angekommen.

Natürlich war das nicht immer so. Und der Unterschied zu irgendwelchen Mikroorganismen im All und dem Thema UFOs als “Alien-Fahrzeuge” oder Prä-Astronautik ist dabei weiterhin gewaltig.

Trotzdem hat die wissenschaftliche Community zum Teil bereits vor Jahrzehnten Regellungen beschlossen, die man mit diesem Leben im All oder sogar intelligenten Aliens umzugehen gedenke. Das gilt für versehentlich auf der Erde eingeschleppte Bakterien, wie in diesem Posting HIER dargelegt, ebenso wie für Intelligenzen aus dem All.

Sorgen um die Menschheit

Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins wurden am 20. Juli 1969 zu Legenden, als sie mit “Apollo 11” der NASA auf dem Mond landeten. Während Collins im Mutterschiff von “Apollo 11” verblieb, landeten Armstrong und Aldrin der Landefähre “Eagle” auf dem Mond. Am 21. Juli 1969 um exakt 02:56:20 UTC (= koordinierte Weltzeit) betrat dann Armstrong unseren Erdtrabanten. Aldrin folgte etwas später.

Diese offiziellen Fakten werden auch ein halbes Jahrhundert danach noch als Triumph der Menschheit gefeiert. Die Namen Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins brannten sich in das kollektive Gedächtnis der Menschheit.

Was den Amerikanern auf dem Mond erwartete, war der NASA im Vorfeld durch andere Weltraummission weitestgehend bekannt. Zumindest im Groben, denn wirklich zu 100 Prozent konnte das kein Wissenschaftler der Welt sagen. Und hier kommt ein vierter Name der “Apollo 11”-Mondlandung ins Spiel, den heute niemand kennt: General Samuel Choran Phillips.

Ein Mann der NASA, der sich im Zuge der Mondlandungen Sorgen um den Fortbestand des irdischen Lebens machte.

Killerbakterien vom Mond

Obwohl unbekannt, war General Phillips in den Jahren 1964 bis 1969 Direktor des “Apollo Manned Lunar Lander Program”. Und er war nicht nur um das Wohlergehen der Astronauten an sich besorgt, sondern um das der gesamten Menschheit. So verfasste Phillips am 8. Juli 1969 einen 51-seitigen “Mission Operation Report” über die “Apollo 11”-Mission und veranlasste darin unter anderem eine Quarantäne für Besatzung und Material nach der Heimkehr zur Erde (mehr dazu in diesem Blog-Artikel HIER).

Im Report mit der Nummer M-932-69-11 heißt es dazu:

Um das Risiko einer Kontamination der Biosphäre der Erde durch Mondmaterial zu minimieren, werden Quarantäne-Maßnahmen durchgeführt. Die Besatzung wird für etwa 21 Tage nach dem Start von der Mondoberfläche unter Quarantäne gestellt.

Außerdem wird das CM (Kommando-Modul, Anm. LAF) nach der Landung unter Quarantäne gestellt. Die Beendigung der CM-Quarantänezeit hängt von den Ergebnissen der Mondprobenanalyse und den Beobachtungen der Besatzung ab.

“Kontamination der Biosphäre” unseres Planeten durch Killerbakterien vom Mond? Theoretisch: Ja! Damit war diese Vorsichtsmaßnahme 1969 sicherlich mehr als angebracht. Immerhin, so schrieb es beispielsweise “Time” am 25. Juli 1969, besteht “die entfernte Möglichkeit, dass sie unbekannte Mondorganismen beherbergen, die das Leben auf der Erde gefährden könnten”.

Die Quarantäne und Dekontamination begann sofort nach der Landung von “Apollo 11” am 24. Juli. Nachdem die Kapsel mit den Astronauten im Pazifik wasserte wurde noch im Wasser damit begonnen. Danach flog man die Astronauten zu dem 24 Kilometer entfernt wartenden US-Schiff “Hornet”. Hier “sperrte” man sie drei Wochen lang in eine mobile Quarantäneeinrichtung.

Die Erde ist (vorerst) sicher

Heute wissen natürlich, dass all diese Vorsichtsmaßnahmen unbegründet waren, da auf dem Mond keine Mikroorganismen existieren, die hätten unseren Planeten verseuchen können. Aber hätte es sie gegeben – hätten sie im schlimmsten Fall jeden Menschen des Planeten umbringen können (s. a. HIER).

Ende April 1971 gab Dr. George Michael Low von der NASA nach drei erfolgreichen Mondlandungen endgültig Entwarnung. So hieß es im “Albuquerque Journal” am 30. April 1971 dazu:

Auf der Grundlage dieser Analyse [der Quarantäne-Informationen von Apollo 14 sowie der Ergebnisse der Apollo 11- und 12-Flüge] haben wir festgestellt, dass es keine Gefährdung für Menschen, Tiere oder Pflanzen im Mondmaterial (…) gibt. Der Ausschuss hat empfohlen, dass weitere Mondmissionen nicht unter Quarantäne gestellt werden dürfen.

Es mag 50 Jahre später naiv erscheinen, was die NASA im Rahmen ihrer Mondlandungen da für einen Aufwand zum Schutz der Erde betrieb. Doch es war alles andere als naiv, sondern das genaue Gegenteil. Erstaunlich ist jedoch der Umstand, dass die NASA erst nach zwei weiteren Landungen sowie der Untersuchung und Quarantäne der beteiligten Astronauten etc. Entwarnung geben konnte.

Das bedeutet nämlich, dass die Flüge von “Apollo 12”, “Apollo 13” (auch wenn nicht auf dem Mond gelandet) und “Apollo 14” durchgeführt wurden, obwohl man da noch immer nicht sicher war, dass dadurch unser Planet nicht kontaminiert wird. Statt abzuwarten, was die “Apollo 11”-Raumfahrer vom Mond theoretisch mitgeschleppt haben könnten, folgte eine bemannte Mondmission nach der anderen …

Die Gesetzgeber in den USA nahmen einst diesen Kontakt mit außerirdischem Leben (gleich welcher Art) ebenso ernst. Sie nahmen 1969 das “Extra-Terrestrial Exposure Law” in den “Code of Federal Regulations” (14 C.F.R. 1211) auf, und übertrugen der NASA damit weitreichende Befugnisse. Mit dieser Regelung konnten Menschen, Tiere, privates Eigentum, Pflanzen oder ganz einfach alle Dinge, die mit etwas Außerirdischem in Kontakt kamen, unter eine Zwangs-Quarantäne gestellt werden.

Anwendung fand dieses Gesetzt offiziell nie und wurde bereits 1977 außer Kraft gesetzt. Ganz gestrichen wurde es aber erst 1991. Ob aber nicht irgendwann doch die Erde mit außerirdischem Material kontaminiert wird, kann definitiv niemand ausschließen.

Weltraumhygiene

Für “irre Gesetzte” ist die USA durchaus bekannt. Doch verschiedene Regelungen und Vereinbarungen sollen nicht nur das irdische Leben und unseren Planeten von irgendwelchen außerirdischen Einflüssen schützen.

Das bekannte Beispiel ist sicher die “Weltraumhygiene”. Denn so kann man die Abkommen der Raumfahrt betreibenden (und anderer) Nationen durchaus bezeichnen, die Raumsonden auf andere Himmelskörper im All schicken. Im Grunde genommen ist es ein ganz einfacher Kodex, der besagt, dass niemand Sonden oder Raumfahrzeuge auf andere Planeten oder Monde landen darf, die nicht bis in den kleinsten Winkel sterilisiert wurden. Möglichst alle irdischen Mikroorganismen müssen vor dem Start einer solchen Missionen abgetötet werden, um eine irdische Kontaminationen fremder Welten zu verhindern.

Ein überaus nachvollziehbarer Schritt. Wenn beispielsweise der Mars oder der Jupiter-Mond Europa eine Biosphäre und damit Leben beherbergen, können diese durch irdische Mikroben irreparabel zerstört werden. Zumindest aber eben kontaminiert und dadurch auch beeinflusst.

Im eigenen Interesse der Forscher wird das auch getan. Beispielsweise wurden die Mars-Landesonden von den beiden NASA-Missionen “Viking” Mitte der 1970ger Jahre mit größter Sorgfalt steril gehalten. Über Stunden wurden sie unter anderem in Öfen geradezu gebacken. Schließlich will kein Exobiologe nach Jahren der Vorbereitung am Ende bei der Suche nach Leben im All eingeschleppte irdische Bakterien finden.

Erste Hygienevorschriften

Solche Vorkehrungen zur Weltraumhygiene werden in diesem Jahr bereits 55 Jahre alt. Im Jahr 1964 hat das “Komitee für Weltraumforschung (COSPAR) die Resolution Nummer 26 veröffentlicht, in der es unter anderem heißt:

Die Suche nach außerirdischem Leben ist ein wichtiges Ziel der Weltraumforschung. Der Planet Mars bietet in absehbarer Zeit die einzige mögliche Möglichkeit, diese Suche durchzuführen. Eine Kontamination dieses Planeten würde eine solche Suche erheblich erschweren und möglicherweise sogar verhindern. 

(Es müssen) alle praktischen Schritte unternommen werden, um sicherzustellen, dass der Mars bis zu dem Zeitpunkt, an dem diese Suche zufriedenstellend durchgeführt wurde, nicht biologisch kontaminiert ist, und dass die Zusammenarbeit bei der richtigen Planung von Experimenten und dem Einsatz angemessener Sterilisationstechniken für Raumfahrzeuge gewährleistet ist. Dies wird allen Startbehörden für Weltraumsonden vorgeschrieben, um eine solche Kontamination zu vermeiden.

Im Jahr 1964 war zwar an Landungen auf dem Mars technisch noch nicht zu denken, doch sie waren absehbar. Die Raumsonde “Mars 3” der UdSSR schaffte dann auch 1971 die erste Landung auf dem Roten Planten. Fünf Jahre später folgten “Viking 1 & 2” der USA.

Nur drei Jahre nach dieser Resolution wurde auch der schon legendäre Weltraumvertrag der Vereinten Nationen beschlossen. Ein Vertrag, der sämtliche Aktivitäten im Weltraum und auf anderen Himmelskörpern regeln sollte. Von Besitzansprüchen bis zur besagten Weltraumhygiene. Immerhin haben dieses Regelwerk fast 130 Nationen unterzeichnet und knapp über 100 Staaten ratifiziert.

In Artikel IX des Weltraumvertrages heißt es, dass “die Vertragsstaaten nach dem Grundsatz der Zusammenarbeit und gegenseitigen Unterstützung” handeln und “alle ihre Tätigkeiten im Weltraum (…) unter gebührender Berücksichtigung der entsprechenden Interessen aller anderen Vertragsstaaten” ausrichten. Und über den Schutz anderer Welten sowie der irdischen Umwelt selbst heißt es darin:

Die Vertragsstaaten führen Untersuchungen des Weltraums – einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper – durch und erforschen sie. Um ihre schädliche Kontamination und auch nachteilige Veränderungen der Umwelt der Erde infolge der Einführung von außerirdischem Material zu vermeiden, werden alle erforderlichen und geeigneten Maßnahmen getroffen.”

Weltraumethik

Grundsätzlich herrscht in der wissenschaftlichen Community also die Meinung, dass jegliche Art von außerirdischem Leben vor irdischer Kontamination bewahrt werden muss. Für zukünftige Forschungen und Forschergenerationen ebenso wie “aus ethischen Gründen”. Wobei man sich fragen muss, was das für “ethische Gründe” sein sollen. Immerhin sitzt die ethische Messlatte bei Leben aller Art auf unserem eigenen Planeten mehr als nur etwas weit unten.

Mit Blick auf diese Bemühungen ist die Aussage des Physikers Dr. Claudius Gros von der Universität Frankfurt eigentlich sehr erstaunlich. Gros, der sich mit Themen wie Leben im All und interstellare Raumfahrt befasst, sagte Anfang März 2019 in einem Interview unter anderem:

Wenn wir zu einem Planeten, auf dem es nur primitive prokaryotische Bakterien gibt, Bakterien von der Erde bringen, erhöhen wir die Chance, dass sich dort komplexes Leben entwickelt, gewaltig. Das wäre die Sache also wert.”

Mit dieser Aussage warf Dr. Gros einfach mal alle Ansichten und Bemühungen der bisherigen Raumfahrt über den Haufen, wie in diesem Blog-Beitrag HIER dargelegt. Auch wenn man argumentieren kann, dass irgendwelche Bakterien auf dem Mars oder sogar fernen Exoplaneten eben nur Bakterien sind, sollte man mit diesem Thema keinesfalls so leichtfertig umgehen.

Lippenbekenntnisse?

Prinzipiell hat Artikel IX des Weltraumvertrages auch solche Vorhaben geregelt. Denn laut dem Abkommen können die Unterzeichner-Staaten gegen derartige Aktivitäten Beschwerde einlegen. Gleichfalls bei den Vereinten Nationen “eine Konsultation bezüglich der Aktivität oder des Experiments beantragen”, um diese abzuklären. Weiter heißt es:

Wenn ein Vertragsstaat Grund zu der Annahme hat, dass eine von ihm oder seinen Staatsangehörigen geplante Aktivität oder ein von ihm geplantes Experiment im Weltraum, einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper, potenziell schädliche Störungen der Aktivitäten anderer Vertragsstaaten bei der friedlichen Erkundung und Nutzung des Weltraum hervorrufen würde (…), führt sie geeignete internationale Konsultationen durch, bevor sie mit solchen Aktivitäten oder Experimenten fortfährt.”

Vernünftige und mehr als sinnvolle Regelungen. Ob sie aber das Papier wert sind, auf dem diese und andere Regeln des Weltraumvertrages stehen, steht auf einem anderen Blatt. Wohlwollende Lippenbekenntnisse, deren wirkliche Überprüfbarkeit und Durchführung in der Realität schwierig sein dürfte. Zieht man dann noch diverse Verschwörungstheorien hinzu, wäre der Weltraumvertrag an sich schlicht ein Witz.

Immerhin, so die unterschiedlichsten Spekulationen, soll es nicht nur geheime Mondlandungen gegeben haben, sondern es soll längst Mars-Basen und auch Stationen auf dem Mond geben. Einige Spekulationen gehen soweit zu behaupten, dass auch Außerirdische hier ihre Finger mit im Spiel haben. Also, dass Aliens mit Menschen hier gemeinsam geheime Weltraumaktivitäten durchführen. Dadurch wären alle (irdischen!) Vereinbarungen, Verträge und Abkommen hinfällig …

Die Menschenwürde der Außerirdischen

Dass der Mensch nicht möchte, dass außerirdische Mikroben unseren Planeten verseuchen und uns als Spezies dabei vielleicht sogar auslöschen, ist nur allzu verständlich. Nicht minder nachvollziehbar ist es, dass für die zukünftige Wissenschaft und Forschung alle Himmelskörper im Sonnensystem und darüber hinaus vor irdischer Kontamination bewahrt werden müssen. Doch im All gibt es mit Sicherheit weit mehr als als nur Mikroorganismen oder fliegende Schleimpilze. Es wir auch intelligentes Leben geben.

Und auch über deren Schutz wird seit Jahrzehnten debattiert. Vor allem natürlich seit dem sich SETI als Suche nach außerirdischer Intelligenz weithin verbreitet hat.

Der Anwalt Andrew G. Haley war vor knapp 60 Jahren der erste, der “gesetzlichen Regeln, die die Beziehungen zwischen verschiedenen Rassen im Universum regeln”, in einem Gesetzt zusammenfasste, dass als “Metalaw” bekannt ist. Veröffentlicht am 8. November 1956 unter dem Titel “Space law and Metalaw – A Synoptic View” in “Harvard Law Record” Nr. 23, als Außerirdische und Zivilisationen im All eigentlich nur Thema bei UFO-Freaks und Science-Fiction-Fans war.

Auch wenn Haley selber und andere dieses Metalaw immer wieder neu formulierten und in Details umarbeiteten, gelten nach diesem universellen Gesetzt folgende Grundprinzipien “des strengen Konzeptes der absoluten Gerechtigkeit”:

  1. Menschen dürfen Außerirdische keinen Schaden zufügen.
  2. Alle Rassen im Universum haben das Recht auf Selbstverteidigung.
  3. Außerirdische haben das Recht auf einen sicheren Lebensraum im All.

Im Kern soll das Metalaw allen außerirdischen Zivilisationen und Spezies unsere irdischen Menschenrechte zubilligen. Ob diese Außerirdischen sich jetzt in einer Entwicklungsstufe von Höhlenaliens befinden oder unendlich weit voraus sind, spielt dabei keine Rolle. Alle Aliens sind vor dem Meta-Gesetzt gleich und haben alle die gleichen Rechte.

Zum Wohle der Außerirdischen

Selbstverständlich gab und gibt es bis heute Kritiken an diesem Metalaw.

Einige Kritiker bemängeln, dass hier das Konzept von “Gut” und “Böse” auf alle Spezies im All angewandt wird. Andere meinen, dass es unsinnig wäre darüber nachzudenken, da niemand sagen kann, ob sich irgendwelche Aliens auch daran halten. Wieder andere argumentieren, dass diese kosmischen Gesetzte uns und unsere Vorstellungen, Ethik und Weltanschauungen in den Mittelpunkt stellen (Anthropozentrismus).

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Alles sicher nicht zu widerlegende Kritikpunkte. Doch darüber nachdenken und philosophieren ist mit Sicherheit nicht falsch. Obwohl wir auf unserer eigenen Welt solche oder ähnliche Regen nicht einmal Ansatzweise bei unserer eigenen Spezies anwenden. Auch vor dem Hintergrund, dass die Menschen nicht mal wissen, wer bei einem Kontakt mit Aliens für “uns” sprechen wird, scheint so ein Metalaw grotesk. Denn auch das ist eine bisher vollkommen ungelöste Frage, wie in diesem Blog-Artikel HIER und diesem Vortrags-Video bei YouTube HIER dargelegt.

Dennoch wurde bereits 1960 das “Internationale Institut für Weltraumgesetz” (IISL) gegründet. Dieses “International Institute of Space Law” vergibt seit 1961 auch Preise an Personen, die in einem von fünf verschiedenen Bereichen zum Thema Weltraumgesetz Besonders geleistet haben. Und einer dieser Preisträger war 1963 aus Österreich stammende Jurist Dr. Ernst Fasan, der bis heute als Autorität auf dem Gebiet Weltraumrecht gilt.

11 Regeln für alle Alien-Rassen

Fasan hat 1970 das Metalaw von Andrew G. Haley aus dem Jahr 1956 umfangreich neu formuliert, angepasst und erweitert und 11 Kerngesetze ausgearbeitet. Diese diskutiert er in seiner Veröffentlichung “Relations with Alien Intelligences – The Scientific Basis of Metalaw” und fasst sie in folgenden Punkten zusammen:

  1. Jegliche Handlung, die einer anderen Rasse Schaden zufügt, muss vermieden werden.
  2. Jede Rasse hat das Recht, sich gegen jegliche schädliche Handlung einer anderen Rasse zu verteidigen.
  3. Alle intelligenten Rassen im Universum haben prinzipiell die gleichen Rechte und Werte.
  4. Jeder Partner von Metalaw hat das Recht auf Selbstbestimmung.
  5. Das Prinzip, eine Rasse zu erhalten, hat Vorrang vor der Entwicklung einer anderen Rasse.
  6. Es ist kein legaler, sondern ein ethischer Grundsatz, dass eine Rasse der anderen durch ihre eigenen Aktivitäten hilft.
  7. Im Schadensfall hat der Verursacher die Unversehrtheit des Geschädigten wiederherzustellen.
  8. Kein Partner von Metalaw darf eine Unmöglichkeit verlangen.
  9. Es muss keine Regelung des Metalaw eingehalten werden, wenn die Einhaltung zu einem praktischen Selbstmord für die verpflichtete Rasse führen würde.
  10. Metalaw-Vereinbarungen und -Verträge müssen eingehalten werden.
  11. Jede Rasse hat einen Anspruch auf ihren eigenen Lebensraum.

Auch dieser Kodex klingt nicht nur nach Science-Fiction, er ist es auch. Obwohl dahinter keine Science-Fiction-Fans oder UFO-Enthusiasten stecken. Es sind vielmehr ernsthafte wissenschaftliche Überlegungen, die zu derartigen “Gesetzten” führten. Und genauso wie alle anderen Weltraumgesetze, die irgendwelche anderen Spezies im All einschließen, sind sie letztlich doch nur Wunschdenken.

Science-Fiction und Wissenschaft sind natürlich keine sich widersprechende Gebiete, sondern beeinflussen sich gegenseitig. Träumerei und Vordenken ist hier Alltag. Doch ob es jetzt 11 oder 1.111 Regelungen über ein Miteinander der Alien-Rassen mit noch so fundierten, logischen und wissenschaftlichen Argumenten erdacht werden, sind sie wahrscheinlich am Tag X so oder so unnütz …

Interstellare Handesgesetze

Blickt man als an Themen wie Leben im All, Aliens und Grenzwissenschaft & Mystery Files Interessierter auf die etablierte wissenschaftliche Community, wundert man sich nicht selten über deren Arbeiten und Veröffentlichungen. Zynisch ausgedrückt muss man sich teilweise fragen, womit diese eigentlich so alles ihre Zeit und (Steuer-)Gelder verschwenden.

Zum Beispiel auch mit “der Theorie des interstellaren Handel”, deren Regelungen, Besteuerung und Durchführbarkeit. Veröffentlicht hat diese theoretischen Überlegungen der Wirtschaftsprofessor Paul R. Krugman bereits im Juli 1978. Immerhin ein sehr bekannter Experte für Wirtschaft und Handel, der 2008 den Alfred-Nobel-Gedächtnispreises für Wirtschaftswissenschaften verliehen bekam.

In seiner Studie “Die Theorie des Interstellaren Handel” geht Krugman vor allem auch der Frage nach, wie aufgrund der gigantischen Distanzen im Universum ein solcher Handel funktionieren könnte. Viele Lichtjahre müssten hierbei überbrückt werden und damit wäre es “eine sehr zeitaufwändige Investition”. Preis-Leitung eines derartigen Handel wäre innerhalb des Sonnensystems möglicherweise rentabel. “Ist diese Transaktion profitabel”, wenn es um Handel zwischen den Sternen geht, fragt Krugman zurecht.

Handessbeziehungen mit Außerirdischen schloss Krugman vor rund 40 Jahren in seine Überlegungen ebenso mit ein. Er nennt es “Interspezies Transaktionen” von Waren und Kapital. Doch das alles sei “nicht so einfach”, solange wir die Entfernungen im All nicht wesentlich schneller oder mit anderen Technologien überwiesen können. Etwa wie bei “Star Trek”.

Was in seinen Berechnungen und Gedankengängen aber fehlt, sind genaue Ausführungen, ob irgendwelche anderen Zivilisationen mit der Erde überhaupt Handel treiben wollen. Und womit eigentlich. Ebenso, ob Aliens überhaupt Interesse an Kapitel und damit Geld haben. Dies wissen wir heute ebenso wenig wie 1978.

Wenn ich einen Alien töte …

Vor fast fünf Jahren bin ich in diesem Blog-Artikel HIER auf eine andere spekulative aber durchaus spannende Frage eingegangenen: Was droht “gesetzlich gesehen” einem Menschen, der ein UFO mit Aliens landen sieht – und die Außerirdischen daraufhin tötet?

Eine seltsame Frage, die aber letztlich darauf hinauslaufen würde, dass man straffrei davon kommt. Es fehlt ganz einfach in Deutschland die Gesetzesgrundlage, da “die Delikte ‘Mord’ und ‘Totschlag’ jeweils den Tod eines anderen Menschen voraussetzen”, wie damals jemand kommentierte. Außerirdische sind eben keine Menschen und sind im Strafgesetzbuch schlicht und einfach irrelevant. So heiß es damals in einem Kommentar weiter:

Denn tatsächlich gilt, dass eine Strafbarkeit die Existenz eines entsprechenden Gesetzes vor dem Ausüben der Tat voraussetzt.”

So unwahrscheinlich es auch ist, dass jemand gelandete Außerirdische antrifft und dann tötet, es ist ein interessanter Gedanke. Mich erinnert das an “Tötung eines Wirbeltieres” oder auch, dass etwa Hunde juristisch als “Sache” betrachtet werden. Ermorde ich also einen Alien, weil mir zum Beispiel seine ggf. nicht vorhandene Nase nicht passt (juristisch also: “Mordlust”), wäre das Sachbeschädigung?

Auch das ist fraglich, denn muss zur Strafverfolgung eine “Sache” nicht jemanden gehören?

Alien-Invasion und die Folgekosten

Im Juli 2016 befasste sich der Jurist Klaus Hempel für den Sender SWR mit einer nicht minder spekulativen und Frage, wie in diesem Blog-Beitrag HIER berichtet:

Wer zahlt eigentlich wenn Außerirdische angreifen?

Eine Alien-Invasion ist nach den Vorstellungen von Hollywood bekanntlich immer mit enormen bis gigantischen Schäden verbunden. Vermutlich war auch der Film “Independence Day 2: Wiederkehr” der Ideengeber, dass sich der SWR damals die Frage nach den Folgekosten einer solchen Invasion stellte. Zerschießen die Außerirdischen dabei mein Haus oder eines ihrer UFOs stürzt beim Kampf in mein Dach, ist es erstmal ein Fall für die Versicherung, so Hempel.

Weiter schrieb er:

“In Frage kommt zunächst einmal eine Haftung durch die Gebäudeversicherung. Das Problem besteht erst einmal darin, dass es sich bei einem Angriff von Aliens nicht um einen klassischen Fall von Naturgewalt handelt. Insofern bringt es mir nichts, wenn ich mich gegen sogenannte Elementarschäden versichert habe. In den Geschäftsbedingungen der Versicherer ist außerdem vielfach geregelt, dass eine Haftung bei kriegerischen Angriffen von außen nicht besteht, aber: wir haben es hier mit einem Sonderfall zu tun.

Wenn beispielsweise ein UFO versehentlich auf dem Dach landet und dadurch die Immobilie beschädigt wird, liegt ein sogenannter Anprallschaden vor. Der ist in der Regel vom Versicherungsschutz umfasst. Und gleiches gilt auch für den Absturz von unbemannten Flugkörpern. Und im Wege der ergänzenden Vertragsauslegung kann da eigentlich nichts anderes gelten, wenn mein Haus von einem UFO beschossen wird. Für Beschädigungen an der Inneneinrichtung, also Möbel usw., kann man dann konsequenterweise die Hausratversicherung in Anspruch nehmen. Und wer sich voll umfänglich versichert hat, der kann sogar die Kosten für die Aufräumarbeiten geltend machen.”

Wer hätte das gedacht? Ob bei einer unwahrscheinlichen aber theoretischen möglichen Alien-Invasion dann aber wirklich Gelder von den Versicherungen fließen, sei einmal dahingestellt. Sofern diese den Angriff überstanden, wären sie so oder so ruiniert …

Spekulationen und SETI

Viele – sehr viele – Spekulationen. Das steht außer Frage. Aber dieser Ausflug in die Welt der Vorschriften und vertraglichen Regelungen von uns Menschen zeigt mehr als deutlich, dass man sich seit Jahrzehnten Gedanken über so was wie eine einheitliche Richtlinie bei diesen Themen macht.

Diverse Bereiche haben hierbei durchaus konsequente Bestimmungen was Leben  im All betrifft. Allen voran die SETI-Forscher. Also jene Astronomen und Wissenschaftler, die mir Radioteleskopen und anderen Technologien nach Signalen von außerirdischen Zivilisation suchen. Irgendwo und irgendwann muss es andere Intelligenzen im All geben oder gegen haben, davon sind sie überzeugt. Man muss deren Signale und Spuren im Universum “nur” finden.

Auch wenn SETI-Astronomen seit Jahrzehnten vergeblich nach diesen eindeutigen Botschaften von Aliens suchen, haben sie längst Regelungen für den Tag X getroffen. Keiner der Beteiligten darf beim Empfang eines Signales einer Alien-Zivilisation diese Information einfach eigenmächtig an die Öffentlichkeit geben. Erst nach einer mehrfachen Bestätigung des Signals durch weiterer Teleskope und Astronomen und nach Absprache untereinander. Der gesamte Vorgang ist klar strukturiert und gegliedert.

Was aber in unserer Welt wohl nicht zu regeln sein wird ist, wer diesen Aliens in Namen der Menschheit was antwortet. Jeder Staat, jede Gruppe, jede Religion und jede Gesellschaft hat mit Sicherheit hierzu ihre eigenen Ansichten und Wünsche.

Ich denke jedoch, dass ausnahmslos alle Gesetzte, Regelungen und jeder Kodex und jeder guter Wille eines Tages im Sand verlaufen werden …

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

, , , , , , , , markiert <

(Primitives) Leben auf Exoplaneten mit irdischen Bakterien “befruchten”? “Das wäre die Sache wert”, sagt ein deutscher Physiker

(Primitives) Leben auf Exoplaneten mit irdischen Bakterien "befruchten" - "Das wäre die Sache wert", sagt ein deutscher Physiker (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
(Primitives) Leben auf Exoplaneten mit irdischen Bakterien “befruchten” – “Das wäre die Sache wert”, sagt ein deutscher Physiker (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Noch wissen wir nicht mit Sicherheit, ob es im Kosmos bewohnte/belebte Planeten gibt. Wir kennen zwar inzwischen tausende von Exoplaneten – haben aber gleichzeitig nicht mal in unserem eigenen Sonnensystem außerirdisches Leben gefunden. Das hindert Forscher wie Laien nicht daran über über Leben auf fernen Planeten zu spekulieren. So auch jüngst ein deutscher Physiker in einem Interview. Darin äußert er sich dahingehend, dass es sich eines sehr fernen Tages lohnen würde primitives Leben auf Exoplaneten quasi mit irdischen Bakterien einen Anstoß für deren Evolution zu geben. Wie er das meint und warum scheinbar “ethische Bedenken” nicht im ganzen Kosmos gelten, erfahrt Ihr hier.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Exoplaneten und die zweite Erde

Tausende Planeten außerhalb unseres Sonnensystems sind heute der Wissenschaft bekannt. Unzählige Welten mehr warten auf ihre Entdeckung. Und so sprechen Weltraumforscher unlängst von einem “goldenen Zeitalter der Entdeckungen” in der Astronomie. Womit sie zweifellos recht haben, denn auch die Entdeckung einer “zweiten Erde” – auch “Erde 2.0” genannt – wird kommen.

Medienberichte in der Vergangenheit haben immer wieder Schlagzeiten verbreitet, dass eine zweite Erde im All gefunden wurde. Ausnahmslos alle diese Meldungen waren natürlich falsch bzw. vollkommen übertrieben! Kein einziger Exoplaneten ist auch nur annähernd eine “Erde 2.0”. Wohl aber haben wir Cousins unserer Erde im Universum gefunden. Ebenso “erdähnliche Planeten”, auf denen theoretisch primitives Leben existieren könnte.

Bei all diesen Meldungen der Mainstreammedien und Regenbogenpresse wird aber immer gerne eines übersehen: Auch der Mars und die Venus sind “erdähnliche Planeten”. Und bei diesen wird niemand von einer “zweiten Erde” sprechen. Von intelligenten Außerirdischen dort so oder so nicht.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass wir bereits Exoplaneten kennen, auf denen möglicherweise flüssiges Wasser und Mikroorganismen existieren. Hier fehlt der Nachweis. Bedenkt man, dass wir seit fast 50 Jahren auf dem vor unserer Haustür liegenden Mars vergeblich nach Leben suchen, wird schnell deutlich, wie schwer diese Belege zu finden sind. Exoplaneten sind milliardenfach weiter von uns entfernt, als der Rote Planet nebenan.

Die Menschheit ist nicht in der Lage mal eben Raumsonden auf Exoplaneten zu senden um dort nach Bakterien zu suchen. Selbst die Suche nach vermuteten Leben auf dem Jupiter-Mond Europa stellt uns vor gewaltige Herausforderungen. Die aber noch im aktuellen “goldenen Zeitalter der Entdeckungen” gemeistert werden.

Irdische Bakterien im All

Vieles in der Raumfahrt und vor allem bei entsprechenden theoretischen Überlegungen klingt für den “Ottonormalverbraucher” wie pure Science-Fiction. Themen wie “Leben auf dem Mars” oder eben auf fernen Exoplaneten sind für sie pure Phantasie, um es freundlich auszudrücken. Wenn dann noch davon gesprochen wird, dass man solches außerirdisches Leben vor irdischen Einflüssen schützen muss, schaltet der “Ottonormalverbraucher” auf taub …

Obwohl seit über einem halben Jahrhundert bodenständige und ernste Wissenschaftler genau davon sprechen. Nicht nur das, denn diese haben auch allerlei Konzepte, Vorschriften und Regelungen auf internationaler Ebene entworfen, um solche Außerirdischen vor irdischen Einflüssen zu bewahren. Allerdings auch umgekehrt, wie man an den ersten Mondlandungen von “Apollo” sehen konnte. Die Mondfahrer mussten bei ihrer Rückkehr vom Mond in Quarantäne. Es galt auf diesem Weg auszuschließen, dass die Männer außerirdische Mikroorganismen auf die Erde bringen (s. a. HIER, HIER & HIER).

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Diese Vorsichtsmaßnahmen waren zum Glück unnötig, wie es sich herausstellte.

“Weltraum-Hygiene” ist aber bis heute ein enorm wichtiges Thema. Zu Beispiel die beiden Lander der NASA-Raumsonden “Viking” Mitte der 1970er Jahre. Die auf dem Mars gelandeten automatischen Labore von “Viking” 1 und 2 wurden vor ihrem Start auf der Erde bis ins Kleinste sterilisiert. Kein einziges Bakterium der Erde sollte mit den beiden Wikingern auf dem Mars gelangen. Nicht nur die Forschungsergebnisse der Lander bei ihrer Suche nach Leben auf dem Mars zu verfälschen, sondern auch um mögliches Mars-Leben nicht zu kontaminieren.

Und so wurden die “Viking”-Lander nicht nur mit allerlei Chemikalien in den Laboren der NASA behandelt, sondern auch in gewaltigen Öfen bei 110 Grad Celsius gebacken. Vorsichtsmaßnahmen, die bis heute alle Lander und auch Rover vor ihrem Start über sich ergehen lassen müssen.

Der Evolution im All einen Schups geben …?

Grundsätzlich herrscht in der wissenschaftlichen Community die einheitliche Meinung, dass jegliche Art von außerirdischem Leben vor irdischer Kontamination bewahrt werden muss. Für zukünftige Forschungen und Forschergenerationen ebenso wie “aus ethischen Gründen”.

Wobei man sich durchaus fragen darf, was das für “ethische Gründe” sein sollen. Immerhin sitzt die ethische Messlatte bei Leben jeglicher Art auf unserem eigenen Planeten mehr als nur etwas weit unten. Was machen da schon ein paar Mikroben aus dem Mars …?

Aufgrund dieser internationalen Bedenken zum Schutz von außerirdischen Leben verwundert ein Interview mit dem Physiker Dr. Claudius Gros. Der Forscher der Universität Frankfurt beschäftigt sich nicht nur mit der Frage nach Leben im All, sondern auch damit, wie man dieses erreichen kann. Genau dazu gab Professor Gros vom Institut für Theoretische Physik dem Magazin “Technology Review” am  8. März 2019 ein Interview.

“Wir sind zwar immer noch weit davon entfernt, Sonden zu anderen Sternen zu schicken, aber das ist keine Science-Fiction mehr”, so der Forscher im Interview.  Allerdings würde ein solche Mission einige Jahrtausende dauern, so dass Prof. Gros “über diesen großen Zeitraum (…) keinen Nutzen für die Wissenschaft definieren” könne. Deshalb meint er:

Wenn wir zu einem Planeten, auf dem es nur primitive prokaryotische Bakterien gibt, Bakterien von der Erde bringen, erhöhen wir die Chance, dass sich dort komplexes Leben entwickelt, gewaltig. Das wäre die Sache also wert.

Damit würde die Menschheit also die Entwickelung des Leben auf anderen Welten anstoßen. Nichts anders bedeutet das. Obwohl das Zukunftsmusik ist, hat Hollywood diese Szenarien unlängst durchgespielt. Man denke an die “Prometeus”-Filme, in denen Aliens die Evolution der Erde mit ihrer DNA befruchten. Oder auch “Star Trek” bzw. “Raumschiff Enterprise”. Hier gibt es eine Episode, in der mehrere Spezies der TV-Serie feststellen, dass sie letztlich von einer “Ur-Alien-Rasse” abstammen, die ihre Gene im All verbreitete.

“Ethisch vertretbar”?

Letztlich erinnert das auch an die (gerichtete) Panspermie-Hypothese des Biologen und Physikers Francis Crick von 1973. Er erhielt 1962 den Medizin-Nobelpreis für die Entdeckung der Molekularstruktur der DNA. Die gerichtete Panspermie-Hypothese besagt grundsätzlich nichts weiter, als dass eine außerirdische Zivilisation absichtlich DNA von ihrem Heimatplaneten im gesamten All verteilt. In der Hoffnung, dass irgendwo im Weltraum dieser Gen-Code auf eine bewohnbare Welt trifft und sich dort entwickelt kann. Hunderte, tausende oder zehntausende mit ihrer (oder anderer) DNA beladene Raumsonden reisen so durch den Kosmos – und wenigstens einige werde an entsprechend lebensfreundliche Welten angekommen.

So die Panspermie-Spekulationen und damit die Hoffnungen dieser theoretischen Aliens.

Doch ist das “ethisch vertretbar” oder “die Sache wert”, wie es Claudius Gros ausdrückt? Auch wenn es Jahrtausende in der Zukunft liegt, würde die natürliche Biologie und damit das Leben dieser Exoplaneten zerstört werden. Eine “reine Zerstörung wäre ethisch natürlich nicht zu verantworten”, so Gros im Interview weiter. Primitives außerirdisches Leben durch irdische Bakterien einen Stoß zur Entwicklung von höherem Leben zu geben demnach schon.

Claudius Gros seine Veröffentlichungen in diesem Bereich der interstellaren Raumfahrt sind natürlich Theorie. Auch wenn – wie in diesem Beitrag HIER berichtet – die Breakthrough-Initiative Raumsonden zu unserem Nachbarnstern Alpha Centauri senden will, wie es auch Gros im Interview erwähnt. Doch nur weil eine Beeinflussung von Leben auf Exoplaneten noch sehr ferne Zukunftsmusik ist … sollten hier nicht die selben “ethischen Bedenken” greifen, die man beispielsweise Mars-Mikroben zugesteht?

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

, , , , , , , markiert <

Der John Frum-Kult der Südsee: Wer war der Gott “John Frum” aus dem “Paradies” USA? +++ Gast-Artikel +++

Der John-Frum-Kult der Südsee: Wer war der Gott aus dem "Paradies namens USA"? (Bilder: W.-J. Langbein / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Prozession zu Ehren des John Frum-Kult auf der Insel Tanna in der Südsee: Wer war der Gott aus dem “Paradies namens USA”? (Bilder: W.-J. Langbein / Bearbeitung: Fischinger-Online)

In einem bisher unveröffentlichten Artikel berichtete ich vor einigen Jahren unter anderem über einen ganz  besonderen religiösen Kult auf der Insel Tanna im Pazifik: Prinz Philip, Herzog von Edinburgh und Ehemann der Königin von England, wird in diesem als eine Art Gottheit bzw. Sohn eines lokalen Berggeistes verehrt. Ein überirdisches hellhäutig Wesen, dass einst über das Meer auf die Insel kam. So, wie es Prinz Philip einst tatsächlich tat. Solche Religionen nennt man allgemein hin “Cargo-Kulte” und sie sie fußen zum Teil in den früheren Kolonialbestrebungen der Europäer. In diesem Gast-Artikel berichtet mein Kollege Walter-Jörg Langbein von einem  ähnlichen Kult in der Südsee, den er sich vor Ort angesehen hat. Der Kult um den Gott, Geist, Messias “John Frum”, der einst aus einem gelobten Land “USA” auf die Insel gekommen sei. Ein spannender Ausflug in die Welt der religiösen Bewegungen, die möglicherweise nicht ganz umsonst an die Ideen der “Götter aus dem All” anklingt. Warum – lest Ihr hier.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Der rätselhaft “John Frum-Kult” der Südsee

Gast-Artikel von Walter-Jörg Langbein nach dem Buch “Monstermauern, Mumien und Mysterien(Zusammenfassung und zu Beginn leicht gekürzt)

Reise in die Südsee

Die Anreise war eine Tortur: Frankfurt – Amsterdam –Tokio – Guam – Pohnpei – Kosrae – Honolulu – Sydney – Port Vila (Vanuatu) – Tanna.

Nicht die Sehnsucht nach sandigen Südseestränden hat mich mit einigen wackeren Reisegefährten ins ferne Melanesien geführt. Es waren auch keine archäologischen Rätsel, die vor Ort zu ergründen waren. Es war ein geheimnisvoller Kult, der uns die weite Reise hat antreten lassen: der ominöse John-Frum-Kult lockte uns nach Tanna.

Jedes Jahr wird diesem John Frum am 15. Februar gehuldigt. Wie lange noch? Langsam aber sicher passt sich das Christentum der seltsamen Religion an, um irgendwann den fremden Glauben dem christlichen einzuverleiben.

Anno 1774 wurde James Cook auf das Eiland von Tanna gelockt: von nächtlichem Glühen „in den Wolken“. Die Quelle des rötlichen Lichts war rasch ausgemacht: Es rührte von Yasur, einem Vulkan. James Cook wollte mit seiner Mannschaft den Vulkankegel erklimmen. Doch die einheimische Bevölkerung hinderte ihn daran. Das Gebiet sei durch ein mächtiges Tabu geschützt und dürfe nicht entweiht werden. „Dort hausen die Seelen der Verstorbenen!“ erfuhr James Cook.

Yasur – Der Mittelpunkt der Welt

Die Anhänger des John-Frum-Kults sind überzeugt, dass der Yasur-Vulkan den Mittelpunkt der Welt darstellt. Aus der glühenden Lava, die der Yasur einst ausgespuckt hat, sei die Welt entstanden. Auch heute ist der Yasur noch mehr als imposant. Sein Hauptkrater hat einen Durchmesser von etwa 300 Metern und ist rund 100 Meter tief. Durchschnittlich alle drei Minuten wird ein glühender Klumpen zähflüssigen Materials empor gespuckt. Abends und nachts ist dieses natürliche Feuerwerk wirklich sehr imposant.

Unter dem Krater des Yasur-Vulkans lebt nach Überzeugung der Anhänger des John-Frum-Kults nicht etwa der von den Christen verteufelte Satan… sondern der göttliche Sohn. Und diesem positiven Wesen wird jeden Freitag gehuldigt. In einer größeren Hütte versammeln sich die Gläubigen. Sie lauschen andächtig Musikanten… Gitarren kommen zum Einsatz. Es erklingen aber keine schleppenden Kirchenlieder. Stattdessen erschallt frohe, mitreißende Musik. Die Menschen strahlen ruhige Gelassenheit, aber auch frohe Heiterkeit aus.

Uns wenige fremde Besucher nehmen sie wie selbstverständlich in ihren Kreis auf. Jung und alt tanzen um die Hütte herum. Schon kleine Kinder sind dabei.. wie auch altehrwürdige Greise. Die Feiern dauern bis zum Morgengrauen.

John Frum-Kult Bild 1
John Frum-Kult auf Tanna (Bild: W.-J. Langbein)

Alle Jahre aber werden am 15. Februar besondere Rituale gefeiert. Mehr oder minder die gesamte Anhängerschaft John Frums ist dann zugegen, wenn verschiedene Gruppen stampfenden Schritts um den Festplatz marschieren. Sie vollführen dabei Sprünge im Rhythmus der Musik. Und alles geschieht in einer seltsamen Mischung aus heiterer Gelassenheit und stillem Ernst… zu Ehren von John Frum. Die stechende Sonne scheint den Anhängern John Frums nichts auszumachen.

Wer war John Frum?

Wer aber war dieser John Frum?

Ein göttlicher Sohn, der unter dem Vulkankrater lebte… wird immer wieder von seinen Anhängern verkündet. Ein Messias-Wesen, das den Menschen den ursprünglichen Glauben brachte. Eine göttliche Gestalt, die einst zu den Menschen von Tanna kam. Sie werde, so habe John Frum versprochen, dereinst wieder kommen und den Menschen von Tanna eine paradiesische Zeit bescheren. Ein rotes Kreuz auf weißem Grund sei, so hört man oft von seinen Anhängern, sei das heilige Zeichen John Frums.

Ein christlicher Missionar fragte einen John-Frum-Anhänger herablassend: „Du wartest auf die Rückkehr von John Frum? Wie lange schon?“ – „Seit fast fünfzig Jahren!“ Der Missionar erkundigte sich weiter: „Dein Vater… wie lange wartet der schon auf die Wiederkehr John Frums?“ – „80 Jahre!“ Kopfschüttelnd lachte der Missionar: „Du glaubst immer noch, dass John Frum wieder erscheinen wird… nachdem er 80 Jahre ausgeblieben ist?“ Die Antwort des John-Frum-Anhängers ließ das Gelächter des Missionars verstummen: „Man sagt, dass ihr Christen seit 2.000 Jahren auf die Wiederkehr eures Messias wartet. Und ihr meint immer noch, dass er doch noch erscheinen wird, obwohl er sich schon zwei Jahrtausende nicht hat blicken lassen?“

John Frum-Kult Bild 2
Prozession des John Frum-Kult auf Tanna (Bild: W.-J. Langbein)

Wer war John Frum? Oder: Wer ist John Frum? Beim Jahresfest der John-Frum-Anhänger am 15. Februar fällt auf, wie die einzelnen Männer-Gruppen marschieren: im Gleichschritt, mit geschulterten Fahnen und Holzstangen. Die Männer-Gruppen haben ganz und gar nichts Tänzerisches an sich. Sie wirken kriegerisch-militärisch. Manche scheinen sich dabei um einen grimmig-ernsten Gesichtsausdruck zu bemühen. Alkohol trinken sie keinen. Und so klappt es mit geradezu preußisch exaktem Gleichschritt.

Ohne Frage: Die Umzüge der Männer haben etwas Strenges, Militärisches an sich, auch wenn die „Soldaten“ barfuß und mit bloßem Oberkörper marschieren. Hat John Frum etwas mit Militär zu tun?

GI John

Zum Jahresfest der John-Frum-Bewegung marschieren bei den Feierlichkeiten auf dem Festplatz immer wieder Männergruppen auf, bei denen es sich um Kopien von Parademärsche zelebrierende Soldaten zu handeln scheint. Die Männer sind allerdings eher leger gekleidet (barfuß, bloßer Oberkörper). Und anstatt von Gewehren schultern sie Holzstöcke.

Und in der Tat: die John-Frum-Anhänger imitieren US-Soldaten. Warum?

Um 1940 wurden in der Südsee, wohl auch auf Tanna, amerikanische Soldaten stationiert. Die Fremden zeigten sich den Einheimischen gegenüber freundlich. Sie beschenkten sie reichlich. Die Einheimischen nahmen die Gaben – vom Kaugummi bis zur Konservendose – gern entgegen. Und sie staunten nicht wenig über die scheinbare Allmacht dieser Besucher. Kamen sie nicht mit metallenen Vögeln vom Himmel? Offenbar verfügten sie über Zauberkräfte! Ohne Magie kann kein Mensch fliegen. Und ohne Zauber konnte niemand aus den Leibern dieser künstlichen Vögel unerschöpfliche Mengen an kostbarem Frachtgut zu Tage fördern.

Die Verständigung zwischen den Einheimischen und den amerikanischen Soldaten erfolgte in erster Linie über Zeichensprache. Man redete mit Händen und Füßen. Und die amerikanischen Soldaten stellten sich immer wieder vor… „I’m John from America!“ mag so mancher GI verkündet haben, denn der Vorname John ist sehr häufig. „I’m John frum Idaho…“ mag der eine GI verkündet haben, „I’m John From Michigan…“ ein anderer. Und so hörten die Einheimischen immer wieder „John from…“ Also verpassten sie den Besuchern aus einer fremden Welt den Namen „John from“, woraus schließlich „John Frum“ wurde.

„John Frum“ marschierte mit geschultertem Gewehr. John Frum trug Uniform. Auf dieser Uniform standen Zeichen, Buchstaben: „USA“. Die Einheimischen imitieren seither die amerikanischen Soldaten, indem sie „uniformiert“ mit Holzstöcken über der Schulter auf und ab marschieren. Und sie schreiben sich „USA“ auf Brust oder Rücken: große wie kleine John-Frum-Anhänger tragen stolz auf nackter Haut die goldenen Lettern „USA“.

Göttliche US-Soldaten

Die Bewohner von Tanna und anderen Südseeinseln kombinierten: Einst wurden sie von einem mächtigen göttlichen Wesen besucht. Dieses Wesen konnte zaubern. So wie die amerikanischen Soldaten. Also identifizierten sie die amerikanischen GIs mit göttlichen Wesen. Eines Tages verabschiedeten sich die Besucher, von denen sie so viele Geschenke erhalten hatten. Sie versprachen, wieder zu kommen. Doch die spendablen Fremden blieben aus.

Prozession des John Frum-Kult auf Tanna (Bild: W.-J. Langbein)
Prozession des John Frum-Kult auf Tanna (Bild: W.-J. Langbein)

Jetzt fingen die Einheimischen an, John Frum zu imitieren. Er sollte erkennen, dass man ihm huldigte. Also marschierte man auch so wie er. Man versuchte sich so zu kleiden wie er, tätowierte oder malte sich „USA“ auf den Rücken und erhob ein mythisches Vogelwesen zum Kultobjekt. Und wie einst von “John Frum“ wurden Fahnen gehisst, es wurde salutiert und man marschierte vor den Fahnen auf und ab.

John Frum aber blieb aus. Schließlich erinnerten sich jene, die John Frum noch leibhaftig erlebt hatten: John Frums metallenes Flugvehikel landete auf straßenartigen Bahnen. Konnte John Frum nicht wieder auf die Insel zurückkehren, weil es keine Landebahnen mehr gab? Also legten die Einheimischen Landebahnen an. Sie imitierten nicht nur die Soldaten, sondern auch die Techniker der Amerikaner. So bastelten sie aus Holz Walkie talkies, sprachen in die Kästchen hinein, in der Hoffnung, John Frum würde sie erhöhen.

Der frühere Neuguinea-Missionar Dr. Friedrich Steinbauer erkannte nach langen Jahren der intensiven Forschung, dass der John-Frum-Kult von Tanna kein lokales Kuriosum einer einzelnen Insel darstellt. Es handelt sich vielmehr um eine in der Südsee weit verbreitete Heilserwartung. Dr. Steinbauer machte immerhin 185 ganz ähnliche Kulte ausfindig, in deren Zentrum stets ein Heilsbringer mit magischen Kräften steht.

Und diesen spendablen Heilsbringer möchte man zur Rückkehr auf die Insel bewegen.

Cargo-Kulte

Weil es bei all diesen Kulten um die erhofften Gaben geht, die sich die Anhänger der verschiedenen Gruppen erhoffen, bezeichnet man sie alle als „Cargo-Kulte“. Cargo steht dabei für das Frachtgut, das John Frum einst gebracht haben soll… und das er morgen oder übermorgen wiederum seinen Anhängern schenken soll.

Ein christlicher Missionar erklärte mir eines Abends auf Tanna den angeblichen wesentlichen Unterschied zwischen John-Frum-Glauben und Christentum. Der John-Frum-Kult sei profan und primitiv, ziele er doch – ganz anders als der christliche Glaube – nur auf materiellen Gewinn. Dabei hat der fromme Mann wohl vergessen, dass auch der christliche Glaube stark materialistisch geprägt ist. So lesen wir in den Evangelien nach Markus (Kapitel 10, Verse 29 und 30) und nach Lukas (Kapitel 18, Verse 28-30), dass den Anhängern des Messias Jesus irdischer Reichtum versprochen wird. Wer sich dazu entschließt, Jesus zu folgen, wer als Jünger des Jesus irdischen Besitz aufgibt, der wird bald – noch zu Lebzeiten – „hundertfach empfangen Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter und Äcker“.

Mitte der Vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts erklärte sich ein gewisser Neloiag zum „wiedergeborenen John Frum“. Er verkündete: die Wundervögel mit unermesslichen Reichtümern werden uns wieder besuchen, wenn wir sie einladen. Nach den Anweisungen von Neloiag wurden breite und lange Straßen für die künstlichen Vögel geschaffen. Mit Feuereifer wurde gearbeitet. Die Landebahnen wurden immer wieder verlängert und breiter gemacht… ohne Erfolg.

Als immer mehr Gefolgsleute Neloiag den Gehorsam versagten, drohte er mit drakonischen Strafen. Die Abtrünnigen würden ein schlimmes Ende finden. Aus den metallenen Vögeln würden Bomben abgeworfen, um sie zu vernichten. Die Strafe blieb aus, die Arbeiten wurden eingestellt.

Andere Gruppen kam zu der Überzeugung, sie seien zu reich. John Frum, so glaubten sie, komme nur zu Armen. Also versuchten sie, so mittellos wie nur möglich zu leben. Es kam sogar vor, dass die eigenen Hütten niedergebrannt wurden… in der Hoffnung, dass dann John Frum wieder erscheint und die wahren Anhänger reich beschenkt. Auch derlei drastische Maßnahmen veranlassten John Frum nicht, zu seinen Anhängern zurückzukehren.

John Frum vs. Jesus Christus

Der John-Frum-Kult aber lebte weiter… bis in unsere Tage. Und immer wieder werden die Buchstaben „USA“ auf die Rücken von John-Frum-Anhängern gemalt. Offenbar ist das Zeichen „USA“ zu einem Symbol für John Frum geworden, für das magische Wesen, das dank Zauberkraft Reichtum schenken kann.

Der John Frum-Kult - zu Ehren der Heimat des "Gottes" USA (Bild: W.-J. Langbein)
Der John Frum-Kult – zu Ehren der Heimat des “Messias”: USA (Bild: W.-J. Langbein)

Sehr zum Verdruss christlicher Missionare ließ sich der John-Frum-Glaube nicht verbieten noch verdrängen. Zu stark ist er im Bewusstsein der Bevölkerung verankert. Also änderten die Missionare ihre Methodik. Sie bekämpften nicht mehr den John-Frum-Glauben. Sie verkünden seit Jahren, John Frum sei nicht ein beliebiger Messias, der den Menschen Glückseligkeit bringen wird. John Frum sei kein anderer als Jesus, der von den Christen erwartete Messias. Und die christlichen Verkünder beteiligen sich an den Jahresfeiern der John-Frum-Bewegung.

Und so marschieren John-Frum-Anhänger der alten Schule als Pseudo-Soldaten in Uniform zum Jahresfest auf… gefolgt von Anhängern eines christlichen „John Frum“. Letztere stellen John Frum passionsspielartig als Gekreuzigten dar, der zu den Menschen von Tanna kommt. Ich beobachtete vor Ort folgendes kleines Theaterstück auf dem „großen Festplatz“:

Menschen arbeiten auf ihrer Insel (Tanna) auf dem Felde. Sie schuften, fristeten ein kärgliches Dasein. Ein Schiff taucht auf. Die Insulaner werden überfallen. Sie sollen als Sklaven verschleppt werden. Doch Hilfe naht. Jesus erscheint. Er trägt sein Kreuz.. er ist der Gekreuzigte. Die Menschen sehen ihn. Sie streben auf ihn zu. Schließlich fallen sie vor Jesus auf die Knie. Sie beten ihn an. Sie wenden sich Jesus als dem Messias zu. So verschmelzen nach und nach John Frum und Jesus zu einer Person.

Als ich den Jahresfeiern der John-Frum-Religion beiwohnte, war mir nicht klar, wer da auftrat: John Frum als Jesus oder Jesus als John Frum? Am Ende wird dann wohl aus dem John Frum namens Jesus… der Jesus der christlichen Kirche werden. Ob dann die fröhlichen Tänze zu Ehren von John Frum noch aufgeführt werden?

Wohl kaum!

Ein Chamäleon namens Kirche

Auch am Abend ist es noch schwül. Die drückende Hitze macht das Atmen schwer… die hohe Luftfeuchtigkeit lässt die Kleidung am Körper kleben. Ich stehe in einer großen Gruppe von Anhängern des John-Frum-Kults. Wir beobachten die Jahresfeierlichkeiten der Glaubensgemeinschaft. Die Menschen sind fröhlich und doch auch ernst. Unsere kleine Gesellschaft wird vorbehaltlos aufgenommen. Wir, in der aus unserer Sicht exotischen Südsee, sind hier die Exoten. Wir sind hier die „Heiden“.

Es wäre erfreulich, wenn wir in unseren Gefilden Fremde so freundlich behandelt würden… wie uns das in der Südsee widerfahren ist! „Die Kirche hat einen guten Magen, hat ganze Länder aufgefressen, und doch noch nie sich übergessen.“ So lässt Johann Wolfgang von Goethe Mephistopheles im Faust (Faust 1, Spaziergang) sagen.

Viele Jahrhunderte bedeutete Kirchenpolitik irdisches Machtstreben. Möglichst viele fremde Länder galt es zu erobern und mit dem eigenen Glauben zu beglücken. Die Zeiten haben sich geändert. Aber nach wie vor wird missioniert. Nach wie vor will jede Kirche die Zahl der eigenen Gläubigen erhöhen. Aber oft ist in fernen Gefilden ein eigener Glaube heimisch, den man dort nicht so gern aufgeben möchte. Da hat das Christentum eine wirksame Methode entwickelt. Heute werden Andersgläubige nicht mehr wahlweise zwangsgetauft oder als Ketzer verbrannt.

Wie ein Chamäleon passt die Kirche den eigenen Glauben dem fremden an, wo sie den fremden Glauben nicht verdrängen kann. Auf Tanna wird ein Messias „John Frum“ verehrt. Christliche Missionare machen aus John Frum den christlichen Messias Jesus… und hoffen, dass so der ursprüngliche Messias nach und nach vergessen wird.

Der Messias aus den USA

Gern verlachen gerade christliche Kritiker den John-Frum-Kult. Gehe er doch eindeutig auf den Besuch von amerikanischen Soldaten auf Tanna zurück. Nicht bestritten werden kann die militärische Prägung der John-Frum-Feierlichkeiten. Da wird militärisch marschiert, da werden Fahnen gehisst und durch Strammstehen geehrt.

Die „Uniformen“ der gewöhnlichen John-Frum-Jünger sind eher schlicht und ohne Pomp. Die Männer tragen mehr oder minder einheitliche Hosen von mehr oder minder ähnlicher Farbe. Sie gehen mit energischen Schritten barfuß und mit bloßem Oberkörper um den Festplatz. Die Zuschauer harren geduldig am Rand des Zeremonialplatzes aus. Einige suchen Schatten in schilfgedeckten Unterständen. Alkohol trinkt niemand. Alle bleiben nüchtern.

Eine Ausnahme in Sachen Kleidung stellt der Chief der Jahresfeier dar: Er trägt eine geradezu imposante Uniform, stets würdevoll und ernst dreinblickend. Eine breite Schärpe schmückt die breite Brust, an der Orden auszumachen sind.

Was uns merkwürdig vorkommen mag: Warum wurde aus dem US-Soldaten „John Frum“ so etwas wie eine Messiasgestalt, auf die die Anhänger des Kults heute noch warten? Der Journalist Albrecht Joachim Bahr beschrieb die ersten Kontakte von Tanna-Bewohnern mit Flugzeugpiloten im 20. Jahrhundert so:

Der Chief der Jahresfeier zu Ehren von John Frum (Bild: W.-J. Langbein)
Der Chief der Jahresfeier zu Ehren von John Frum (Bild: W.-J. Langbein)

Sie tragen Fliegermontur. Ihre Sonnenbrillen blitzen in der gleißenden Sonne. Für die Einheimischen müssen sie wie Götter erscheinen, die Hilfsgüter bringen und versprechen, wiederzukommen und sodann mit ihren Flugmaschinen wieder verschwinden. Die Eingeborenen warten bis heute auf die Wiederkehr der Besucher aus einer ganz anderen Welt.

Der „John-Frum-Kult“ entstand keineswegs aus dem Nichts, als amerikanische Soldaten zu den Menschen von Tanna kamen. Gewiss, eine religiöse Bewegung wurde um 1940 unter dem Namen „John-Frum-Kult“ bekannt. Die Regierung verbot den Glauben zunächst. Christliche Missionare bekämpften ihn wütend. Konkurrenz, die sich großer Beliebtheit erfreute, empörte die Vertreter jener Religion, die sich Toleranz und Nächstenliebe auf die wehenden Fahnen geschrieben haben. 1952 wurden Anhänger der John-Frum-Bewegung ins Gefängnis gesteckt.

Dessen ungeachtet wurde fünf Jahre später ganz offiziell die „John-Frum-Glaubensgemeinschaft“ gegründet. Erst 1957 bekam eine alte religiöse Bewegung nur ihren neuen Namen als „John-Frum-Religion“.

Kapitän James Cook: Ein Gott

In der Südsee muss es einen uralten Glauben gegeben haben, in dessen Zentrum ein hilfreicher, den Menschen wohlgesonnener Gott stand. Er kam offenbar in uralten Zeiten zur Erde und verabschiedete sich wieder… nicht ohne zu versprechen, dereinst wieder zu kommen. So hielt man im 18. Jahrhundert Kapitän James Cook für einen göttlichen „John Frum“ als er am 13. April 1769 mit seinem Schiff „Endeavour“ vor Tahiti ankerte. Damals glaubten die Einheimischen, Gott Rongo sei zurückgekehrt. Einst habe sie Rongo mit seinem Wolkenschiff besucht… und nun sei er wieder erschienen.

Rongo, so wird überliefert, gehörte einer göttlichen Trinität an: Rongo, Rangi und Papa. „Rangi“ war Vater Himmel, „Papa“ war „Mutter Erde“ und „Rongo“ war der göttliche Sohn.

Am Abend löste sich die Veranstaltung langsam auf. Eine Gruppe von teilweise noch kleinen Kindern und Jugendlichen marschierte in die Dunkelheit. Der John-Frum-Kult soll überleben… Dafür wollen die führenden Männer und Frauen dieser religiösen Bewegung sorgen…

Bei strömendem Regen trat ich die „Rückreise“ vom Festplatz von Tanna zu meinem „Urwaldbungalow“ an… zu nächtlicher Stunde. Nach einem glutheißen Tag und einem kaum kühleren Abend schaukelte der alte Pickup über die marode „Straße“ durch die Nacht. Es regnete… immer stärker. Die Scheinwerfer tasteten sich wie zu kurz geratene schwächliche Finger durch die Dunkelheit. Ich stand auf der glitschigen Ladefläche und hielt mich krampfhaft fest. Ein orkanartiges Gewitter setzte ein. Es goss wie aus gewaltigen Kübeln und wenige Minuten später war ich bis auf die Haut durchnässt. Ich genoss die Abkühlung… und den abenteuerlichen Transport.

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Die Fahrt zog sich hin. In Kilometern gemessen war die Entfernung bescheiden. Aber bei den erbärmlichen Straßenverhältnissen und dem schauderhaften Wetter wurde daraus eine größere Reise. Wir kamen wir nur sehr langsam voran.

In den Monaten vor meiner Reise in die Südsee hatte ich unzählige Werke über die dortigen Religionen, Mythen und Mysterien gelesen. In jener Nacht kamen mir verblüffende Gedanken…

Rongo bedeutet in der Maori-Sprache: Frieden! Wie sich doch die Bilder ähneln: „Rongo“ alias „Frieden“ entspricht Jesus, dem göttlichen Sohn, der den Menschen Frieden bringen wollte. Gott Rongo war aber nicht das „Original“. Ihm vorausgegangen war Karaperamun. Karaperamun soll einst das erste Leben hervorgebracht gebracht haben. Zu Ehren von Karaperamun tanzten seine Anhänger… so wie „John Frum“ auch heute noch in Tänzen gehuldigt wird.

Die erfundene Dreifaltigkeit Gottes

Es lohnt sich, über die christliche Trinität („Dreifaltigkeit“) nachzudenken.

Sie ist um Jahrtausende älter als das Christentum. Erst seit dem fünften nachchristlichen Jahrhundert wird sie als reine „Männergruppe“ angesehen. Fakt ist: Das biblische Dreiergespann Gott, Sohn und Heiliger Geist hatte Vorläufer: In der uralten sumerischen Religion wird die Götterhierarchie durch ein Dreigespann, bestehend aus An, Enlil und Enki, angeführt.

Die Priesterschaft im babylonisch-assyrischen Raum übernahm die göttlichen Drei als Anu, Ellil und Ea. Auch die alten Ägypter verehrten ein göttliches Dreigespann: Osiris, Isis und Horus.

Bei den Römern dominierten zunächst Jupiter, Mars und Quirinus. Und in den ältesten indischen Texten, in den so genannten Veden, bestimmen Agni, Vayu und Surya die kosmischen wie die irdischen Geschicke. Selbst im Buddhismus sind eindeutig vergleichbare Strukturen zu erkennen.

Im christlichen Volksglauben allerdings wird die Dreifaltigkeit, die niemand wirklich zu verstehen vermag, als eine fromme Lehre christlichen Ursprungs gesehen. Gegen diesen Irrglauben geht die Kirche allerdings nicht vor…und das, obwohl es in der Theologie keinen Zweifel daran gibt, dass die Trinität weit älter als die Bibel ist. Mehr noch: Die wissenschaftliche Theologie lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass in der Bibel selbst die Trinitätslehre gar nicht vorkommt!

So muss der Theologe M. R. De Haan in seinem Werk „508 Answers to Bible Questions“ (ohne Ortsangabe 1982) zugeben:

Es gibt keinen Vers in der Bibel, der aussagt, dass Gott eine Dreifaltigkeit ist, bestehend aus drei Personen.

Damit vertritt er keine moderne Außenseiterposition, sondern die allgemeine wissenschaftliche Lehrmeinung, die auch der Theologe Karl-Heinz Ohlig teilt. 1999 brachte er es in seinem Buch „Ein Gott in drei Personen?“ (Mainz 1999) auf den Punkt. Kurz und bündig: Die Lehre von der Dreifaltigkeit „besitzt keinerlei biblische Grundlage“.

Ihren Ursprung hat die Lehre von der Dreifaltigkeit in uralten Zeiten… als Göttinnen Himmel und Erde beherrschten. Zu Zeiten des Matriarchats gab es Göttinnen-Triaden. Damals bestand die Dreifaltigkeit aus drei Göttinnen. Über alle Grenzen der Kulturen hinweg gab es sie. Mannigfaltig sind ihre Namen: Ereshkigal, Inanna und Nana zum Beispiel. Die drei Göttinnen wurden vor Jahrtausenden von den alten Sumerern verehrt und angebetet.

Der “Heilige Geist” war eine Frau

Auf Tanna hat die Göttin „Papa“ („Mutter Erde“) überlebt. Die christliche Trinität besteht aus Gottvater, Sohn und Heiligem Geist. Was kaum jemand weiß: der „Heilige Geist“ war ursprünglich weiblich. Was kaum jemand weiß: In einer uralten christlichen Kirche wird die Dreifaltigkeit dargestellt als Gottvater, Gottsohn und als eine – Frau.

Der “Heiligen Geist” in der Kirche von Urschalling aus den Jahren 1160 bis 1200: eine Frau! (Bild: W.-J. Langbein)

Unweit von Prien am Chiemsee liegt das Dörfchen Urschalling. Der ländliche Weiler bietet im kleinen Kirchlein eine echte Sensation. Errichtet wurde das Gotteshaus zwischen 1160 und 1200. Nicht ganz klar ist, wann die frommen Fresken angebracht wurden. Um 1550 jedenfalls wurden sie jedenfalls übermalt… und erst 1923 zufällig wieder entdeckt. Im Verlauf der Jahrhunderte wurden einige von ihnen stark beschädigt oder ganz zerstört, als die kleinen Fenster vergrößert wurden.

Warum wurden die kostbaren Malereien übertüncht?

Als ein „Sakrileg“ wurde wohl die „heilige Dreifaltigkeit“ hoch oben im Gewölbe erachtet: Da wurde vor mehr als einem halben Jahrtausend eine seltsame „Gestalt“ verewigt, bestehend aus einem Unterkörper und drei Oberkörpern. Das Wesen hat nur zwei Hände und ein Übergewand, aber drei ganz unterschiedliche Oberkörper. Man erkennt rechts „Gott Vater“ mit weißem Bart, links Jesus mit blondem Bart und – in der Mitte – den „Heiligen Geist“.

Und der „Heilige Geist“ ist eindeutig als Frau dargestellt: mit weichen weiblichen Formen, langem femininen Haaren und vollem Busen.

Auf Tanna erkannte ich: Religionen sind nichts Statisches. Sie verändern sich ständig gehen ineinander über. Glaubensinhalte sind nicht auf alle Ewigkeiten fixiert. Sie sind stetigem Wandel unterworfen. Einst herrschten Göttinnen am Himmel. Mit dem Monotheismus kam der Herrschergott.

Und doch leben die Göttinnen weiter: im uralten Südseeglauben als „Mutter Erde“, im Christentum als „Heiliger Geist“, der eigentlich eine „Geistin“ war!

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

, , , , , , , , markiert <

Sieben Millionen Dollar von der NASA für die Suche nach außerirdischem Leben – vor unserer Haustür. Doch: Warum?

7 Millionen Dollar von der NASA für die Suche nach außerirdischem Leben (Bilder: NASA / Montage: Fischinger-Online)
Auch in unserem Sonnensystem kann es außerirdisches Leben geben, das die NASA finden will. Die Collage zeigt (nicht maßstabsgetreu) die Kandidaten-Beispiele Mars, Europa, Titan, Ganymed und Enceladus  (Bilder: NASA / Montage: Fischinger-Online)

Glauben wir den Beteuerungen von Astronomen und allgemein Weltraum-Forschern, wimmelt es in unserem Universum vom Leben und auch außerirdischen Zivilisationen. Wir müssen sie nur finden. Sofern nicht eines Tages Aliens vor unserer planetaren Tür stehen oder ein SETI-Projekt ein außerirdisches Signal einer andern Zivilisation empfängt, finden wir dieses Leben im All am Ehesten in unserem eigenen Sonnensystem. Denn auch direkt vor unserer Haustür könnte es vor Leben wimmeln, das sich auf verschiedenen Himmelskörpern bislang unseren Blicken entzogen hat. Ob auf dem Mars oder einem fernen Mond um Jupiter oder Saturn: Jetzt hat die NASA sieben Millionen Dollar freigeben um neue Technologien zu entwickeln, die diese außerirdischen Nachbarn finden können. Was die NASA und Wissenschaftler warum vorhaben, lest Ihr in diesem Beitrag.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Unser “bewohntes” Sonnensystem

Erzählt man einen Laien, dass es in unserem eigenen Sonnensystem, etwa auf dem Planeten Mars, außerirdisches Leben geben könnte (oder gab), wird er sich mit dem Zeigefinger lächelnd an den Kopf tippen. Legt man dann nach, und sagt, dass es vielleicht sogar auf 5, 6 oder mehr Himmelskörpern vor unserer Haustür diese Außerirdischen geben könnte, wird derjenige vielleicht schon seine Hand vor die Stirn legen. Wagt man es dann seinem Gegenüber auch noch zu sagen, dass möglicherweise sogar auf Kometen und Asteroiden Leben existiert, vernimmt man womöglich nur noch ein müdes Stöhnen … noch bevor man sich erklären kann.

Möchte man seinen Gesprächspartner loswerden, fügt man noch an, dass das Leben auf der Erde ursprünglich sogar durch Asteroiden und Kometen aus All hierher gekommen sein könnte.

Das macht nichts, denn in in dieser Hinsicht ist die Allgemeinbildung schlicht und einfach aus dem letzten Jahrtausend. Und zur Ehrenrettung muss man sagen, dass auch die Weltraum- und Planeten-Forschung einst genauso dachte. Doch diese machte Fortschritte und der wissenschaftliche Zweig der “Astrobiologie” ist längst eine ernste und angesehene Wissenschaft geworden.

Von “richtigen Aliens” vor unserer kosmischen Haustür, also jene (UFO-)Kreaturen, wie sie heute in aller Munde sind, spricht dabei natürlich niemand. Lediglich in den Köpfen der meisten Menschen herrscht das Bild von solchen Aliens vor, wenn sie irgendwie beiläufig etwas von Leben im All aufschnappen. Kein Wunder, dass sich dann der Laie an den Kopf tippt, wenn er etwas von fremden Leben in unserem Solarsystem vernimmt …

Ungeahnte Astrobiologie

Tatsächlich hat sich in den letzten Jahrzehnten eine ungeahnte Astrobiologie (auch Exobiologie) entwickelt, die sich mit Leben im All auseinander setzt. Man ist unlängst davon ab, nur auf Planeten wie die Erde (die wir erstmal finden müssen) die Entwicklung und Existenz von Leben anzunehmen. Selbst auf Monden, auf denen es flüssiges Methan regnet (Saturn-Mond Titan) oder die kilometerdick mit Eis bedeckt sind und deren Oberflächen-Höchsttemperatur -150 Grad Celsius beträgt (Jupiter-Mond Europa), könnte es Leben geben.

Vor wenigen Jahrzehnten war das in der Astrobiologie noch undenkbar.

Heute sieht das anders aus, da selbst auf unserem Planeten extreme Mikroorganismen – die sogenannten Extremophile – leben. Beispielsweise Organismen, die sich in Batteriesäure pudelwohl fühlen. Andere, die unter enormen Druck bei über 120 Grad Celsius leben und sich von hochgiftigen und stinkendem Schwefelwasserstoff ernähren. In giftigem Benzol oder im Kühlwasser von Atomreaktoren gedeihen wieder andere dieser extremophilen Organismen prächtig.

Aus Welten außerhalb der Erde übertragen heißt das für die Astrobiologie, dass das Leben immer seine Nischen findet. Folglich revidierte die Astronomie ihre Ansichten, wo und wie außerirdisches Leben zu finden sein könnte. Damit eben auch auf diversen Himmelskörpern innerhalb unseres eigenen Sonnensystems, auf denen solche primitiven und zugleich beeindruckenden Mikroorganismus durchaus leben könnten.

In einigen sehr wenigen Fällen könnten diese Außerirdischen sogar weit mehr als bakterielle Extremophile sein, so die Thesen der Astrobiologie. Vor allem auf dem Jupiter-Mond Europa, der unterhalb seines scheinbar undurchdringlichen Eispanzer von 15 bis 18 Kilometern Dicke einen Ozean aus flüssigem Wasser von rund 100 Kilometern besitzt.

Außerirdische Fische

Auch wenn die Berechnungen schwanken, ist man sich einig, dass die Gravitation des Riesenplaneten Jupiter auf Europa flüssiges Wasser existieren lässt. Das Zerren der Genzeiteinkräfte an dem kleinen Mond erwärmt sein Inneres und lässt so das Eis unter dem Panzer schmelzten. Vergleichbar damit, wenn man ein Stück Metall hin und her biegt, dass sich an der entsprechen Stelle erwärmt. Denkbar ist zudem, dass auch Vulkanismus oder heiße Quellen unter dem Eisschild für zusätzliche Wärme sorgen.

Selbst höheres Leben, vergleichbar mit irdischen Fischen, wird auf Europa nicht unbedingt ausgeschlossen.

Leben könnte überall existieren und die Suche nach diesen Aliens vor unserer Haustür dauert nun schon Jahrzehnte. Die Thesen der Astrobiologie gehen heute sehr weit. Selbst die Idee, dass Kometen und Asteroiden in der ganzen Galaxis primitives Leben geradezu verteilen könnten (“Panspermie-Hypothese“), wird längst ernsthaft debattiert.

Noch wissen wir es nicht. Vielleicht erkennen wir außerirdisches Leben ganz einfach nicht (s. a. HIER & HIER). Doch genau für solche “Fälle” hat die NASA jetzt ein neues Sieben-Millionen-Dollar-Projekt in Auftrag gegeben: Das interdisziplinäre “Laboratory for Agnostic Biosignatures“, ein “Labor für agnostische Biosignaturen”.

Vorstoß ins Unbekannte

Das “Laboratory for Agnostic Biosignatures”(LAB) ist Teil des “Network für Life Detection” (NfoLD) – also einem wissenschaftlichen Netzwerk, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Leben im All zu identifizieren. Dazu heißt es unter anderem:

Neben LAB startet NfoLD, ein Forschungskoordinationsnetzwerk mit mehreren Institutionen, das sich auf die Entwicklung von Technologien und Techniken zur Erkennung von Leben in anderen Welten konzentriert.

Nach jahrzehntelanger Forschung, die unser Verständnis von der Bewohnbarkeit, den Grenzen des Lebens und bewohnbaren Umgebungen auf anderen Planeten und Monden unterstützt und erweitert, wird NfoLD die Grenzen der Forschung eröffnen, indem es die Lebenserkennungs-Community katalysiert und verbindet, um die Grundlagen für Studien zu schaffen, die die Suche nach außerirdischem Leben erlaubt, um in unerforschte Gebiete vorzustoßen.

Dr. Sarah Stewart Johnson vom LAB verweist mit Blick auf die neuen Entwicklungen und Entdeckungen in der Astrobiologie darauf, dass wir bei der Suche nach Leben im All unsere irdischen Vorstellungen schlicht über Bord werfen müssen:

Unser Ziel ist es, über das, was wir derzeit verstehen, hinauszugehen und Wege zu finden, um Lebensformen zu finden, die wir uns kaum vorstellen können.

Man müsse sich das Unvorstellbare vorstellen können, meint auch Dr. Heather V. Graham vom “Goddard Space Flight Center” der NASA zu den neuen Ansätzen.

“Unbeschreibliche Fremdartigkeit”

Im All und eben auch in unserem eigenen Sonnensystem, könnte das Leben ungeahnte Entwicklungen durchlaufen haben:

Wenn das Leben auf eine agnostische Art und Weise erfasst wird, werden keine besonderen Merkmale des irdischen Lebens verwendet.”

Graham verweist darauf, dass neue Indikatoren entwickelt werden müssen, die sich eben nicht an den Zeichen für Leben auf unserem Planeten richten. Zum Beispiel eine Häufig von chemischen Elementen auf einem anderen Himmelskörpern, die vielleicht auf das Vorhandensein von Leben zurückzuführen seine. Die Biochemie der Erde könne man nicht eins zu eins in All übertragen, so sind sich alle Experten des LAB einig.

Astrobiologin Sarah Stewart Johnson, unter anderem Assistents-Professor für Planeten-Wisssenschaft und Leiterin des “Johnson Biosignatures Lab” von der Universität Georgetown in Washington:

Die unbeschreibliche Fremdheit anderer Welten hat uns immer wieder beeindruckt. Die Suche nach außerirdischem Leben geht jedoch häufig auf Annahmen zurück, die auf Erfahrungen mit der Erfassung von Leben auf der Erde beruhen.

Um das zu tun, müssen wir weniger darüber nachdenken, ob das Leben zu unseren Vorstellungen über das Leben passt, und mehr darüber, wie der Unterschied zwischen dem, was wir sehen, und dem, was wir von einer abiotischen Umgebung erwarten können, quantifiziert wird.

Sieben Millionen Dollar für Alien-Bakterien

Die Untersuchung der chemischen Komplexität auf anderen Himmelskörpern wie Mars oder einem Eismond in unserem Sonnensystem, ist teilweise längst Routine. Zahlreiche Sonden der NASA & Co. machen dies seit Jahrzehnten. Und doch würden sie wortwörtlich immer nur an der Oberfläche kratzen, wenn es um die Suche nach fremden Organismen geht.

Hier bedarf es neuer Blick- und Zielrichtungen, die die NASA als Weltraumorganisation bei zukünftigen Missionen berücksichtigen muss. Aber auch bei der Analyse aktueller und vergangener Daten und Forschungsergebnisse diverser Weltraum-Missionen. Auch müssen organischer und anorganischer Bausteine und Substanzen in Asteroiden bzw. Meteoriten in dieser Hinsicht neu bewertet werden. Sie könnten die Entwicklung von zukünftigen Technologien und Methoden zur Erkennung von außerirdischem Leben voran bringen.

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Vorausgesetzt, dass alle irdischen Indikatoren außen vor bleiben, so die Astrobiologen. Die Seite “astrobiology.com” beschreibt das in einer Meldung vom 4. November 2018 so:

Die NASA hat Finanzmittel für ein neues interdisziplinäres Projekt namens Laboratory for Agnostic Biosignatures (LAB) vergeben. Der Zuspruch in Höhe von fast sieben Millionen US-Dollar wird für die Entwicklung neuer, nicht erdähnlicher Lebenserkennungsverfahren für den Einsatz auf dem Mars und auf den Eismonden von Jupiter und Saturn verwendet.

Sieben Millionen Dollar nur für die Entwicklung neuer Technologien und Methoden, um vielleicht auf dem Mars oder einem Mond irgendwelche Organismen zu finden (oder nicht)? Außerirdische Bakterien, die vielleicht seit Milliarden Jahren tot sind?

Geldverschwendung?

Für Kritiker der Verschwendung von Geldern in der Wissenschaft, von denen es bekanntlich nicht wenige gibt, ein gefundenes Fressen. Allerdings sind sieben Millionen Dollar keine wirkliche Summe für die Überstützung eines solches Vorhaben durch die NASA oder einer anderen Organisationen. Eher sogar sehr wenig im Vergleich zu all den Kosten und Ausgaben, die die Weltraumforschung, Raumfahrt und Wissenschaft allgemein hat.

Zumal die dann entwickelten Techniken für “nicht erdähnlicher Lebenserkennungsverfahren” erst noch zu ihren jeweiligen Einsatzorten im Sonnensystem gebracht werden müssen. Was natürlich ganz klassisch mit Raketen, Weltraumsonden und Landemodulen auf den Himmelskörpern erfolgen wird. Mit wesentlich hören und weiteren Kosten!

Buchstäblich Milliarden Gelder werden in den Himmel geblasen.

Ist die eventuelle Entdeckung von außerirdischen Mikroorganismen im All, die vielleicht (neben theoretischen Alien-Fischen) auf dem Mond Europa leben oder vielleicht mal vor Milliarden Jahren mal auf dem Mars, das wert, fragen Raumfahrt-Kritiker. Warum mit all diesem Geld nicht mal erst einmal auf unserem eigenen Planeten für Ordnung in Bezug auf das Leben sorgen, bevor man es zum Mond schießt? Kritiken, die nicht ganz zu unrecht immer wieder anklingen.

Was denkt Ihr darüber? Diskutiert gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

, , , , , , , , , , markiert <

Killer-Bakterien vom Mond und die Ängste der NASA bei der ersten Mondlandung: Warum das weiterhin aktuell bleibt und wie die NASA 1969 mit dem Feuer spielte

Killer-Bakterien vom Mond - Die Ängste der NASA bei der Mondlandung (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Killer-Bakterien vom Mond – Die Ängste der NASA bei der Mondlandung (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Mitte Mai 2018 veröffentlichte ich auf Grenzwissenschaft & Mystery Files den Artikel “Wem gehört eigentlich der Mond?“, in dem es um “lunaren Ländereien, irdische Weltraumverträge und Wildwest im All” ging. Vor allem wurde in dem Posting der Frage nach gegangen, wie und ob die Menschheit ihre Aktivitäten in der Raumfahrt untereinander geregelt und vertraglich abgesichert hat. Solche Regelungen und Absprachen bestehen durchaus. Doch im Zuge der ersten bemannten Mondlandungen der NASA ab 1969 stellte sich noch eine ganze andere Frage, die direkte Konsequenzen für das Leben auf der Erde und die gesamte Menschheit hatte: Was machen wir, wenn es entgegen allen Erwartungen auf dem Mond doch fremde und fremdartige Mikroorganismen gibt, gegen die der menschliche Organismus vollkommen schutzlos ist? Welche Ängste die NASA ab der ersten Mondlandung von “Apollo 11” hatte, welche Anstrengungen sie zum Schutz des irdischen Lebens unternahm und warum solche Missionen immer ein Spiel mit dem Feuer bleiben, erfahrt Ihr in diesem Beitrag.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Leben im All

Ob es irgendeine Art von Leben im All gibt, wissen wir noch nicht mit Bestimmtheit zu sagen. Es ist mehr als Wahrscheinlich, dass es existiert. Und es ist ebenso wahrscheinlich, dass es auch intelligente Zivilisation im Universum gibt. Vielleicht sogar hunderttausende oder Millionen Völker von Außerirdischen im Kosmos. Gleichfalls besteht sogar die Chance, dass wir innerhalb unseres eigenen Sonnensystems außerirdisches Leben finden könnten. Auf verschiedenen Monden oder auch dem Mars.

Exobiologen und Astronomen sind unlängst von diesen Aussagen überzeugt. Das Thema “Aliens” hat lange schon sein Schattendasein im Bereich der Verschwörungstheoretiker, UFO-Forscher, Science-Fiction und Grenzwissenschaft und Mystery Files verlassen. Es ist in der sogenannten seriösen und etablierten Wissenschaft in sehr weiten Teilen angekommen.

Natürlich war das nicht immer so. Und der Unterschied zu irgendwelchen Mikroorganismen um All und dem Thema UFOs als “Alien-Fahrzeuge” oder der Prä-Astronautik ist dabei weiterhin gewaltig!

Trotzdem hat die wissenschaftliche Community zum Teil bereits vor Jahrzehnten Regellungen beschlossen, die man mit diesem Leben im All oder sogar intelligenten Aliens umzugehen gedenkt. Das gilt für versehentlich auf der Erde eingeschleppte Bakterien, wie in diesem Posting HIER dargelegt, ebenso, wie für Intelligenzen aus dem All.

All diese Regelungen und Vorsichtsmaßnahmen begannen spätestens mit der ersten Landung des Menschen auf dem Mond akut zu werden.

“Apollo 11”: Sorgen um die Menschheit

Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins wurden am 20. Juli 1969 zu Legenden, als sie mit “Apollo 11” der NASA auf dem Mond landeten. Während Collins im Mutterschiff von “Apollo 11” verblieb, landeten Armstrong und Aldrin der Landefähre “Eagle” auf dem Mond. Am 21. Juli 1969 um exakt 02:56:20 UTC (= koordinierte Weltzeit) betrat dann Armstrong den Mond. Aldrin folgte etwas später.

Die Mondlandung und Hollywood: Hat Hollywood-Regisseur Stanley Kubrick die Landung der NASA auf dem Mond für die USA gefälscht? (Bild: NASA / gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Die Mondlandung und Hollywood: Hat Hollywood-Regisseur Stanley Kubrick die Landung auf dem Mond gefälscht? (Bild: NASA / gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Diese offiziellen Fakten werden auch ein halbes Jahrhundert danach noch als Triumph der Menschheit gefeiert. Die Namen Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins brannten sich in das kollektive Gedächtnis der Menschheit.

Was den Amerikanern auf dem Mond erwartete, war der NASA im Vorfeld durch andere Weltraummission weitestgehend bekannt. Wirklich zu 100 Prozent konnte das damals noch kein Wissenschaftler der Welt sagen. Und hier kommt ein vierter Name der “Apollo 11”-Mondlandung ins Spiel, den heute fast niemand kennt: General Samuel Choran Phillips.

Ein Mann der NASA, der sich im Zuge der Mondlandungen Sorgen um den Fortbestand des irdischen Lebens machte.

Killer-Bakterien vom Mond

Obwohl unbekannt, war General Phillips in den Jahren 1964 bis 1969 Direktor des “Apollo Manned Lunar Lander Program”. Und er war nicht nur um das Wohlergehen der Astronauten an sich besorgt, sondern um das der gesamten Menschheit. So verfasste Phillips am 8. Juli 1969 einen 51-seitigen “Mission Operation Report” über die “Apollo 11”-Mission und veranlasste darin unter anderem eine Quarantäne für Besatzung und Material nach der Heimkehr.

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Im Report mit der Nummer M-932-69-11 heißt es dazu:

Um das Risiko einer Kontamination der Biosphäre der Erde durch Mondmaterial zu minimieren, werden Quarantäne-Maßnahmen durchgeführt. Die Besatzung wird für etwa 21 Tage nach dem Start von der Mondoberfläche unter Quarantäne gestellt.

Außerdem wird das CM (= Kommando-Modul, Anm. LAF) nach der Landung unter Quarantäne gestellt. Die Beendigung der CM-Quarantänezeit hängt von den Ergebnissen der Mondprobenanalyse und den Beobachtungen der Besatzung ab.

“Kontamination der Biosphäre” unseres Planten durch Killer-Bakterien vom Mond? Theoretisch: Ja! Damit war diese Vorsichtsmaßnahme 1969 sicherlich mehr als angebracht. Immerhin, so schrieb es die “Time” am 25. Juli 1969, besteht “die entfernte Möglichkeit, dass sie unbekannte Mondorganismen beherbergen, die das Leben auf der Erde gefährden könnten”.

Neil Armstrong Buzz Aldrin und Michael Collins in Quarantäne nach der Mondlandung (Bild: gemeinfrei)
Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins in Quarantäne auf der “Hornet” – re.: US-Präsident Richard Nixon (Bild: gemeinfrei)

Die Quarantäne und Dekontamination begann sofort nach der Landung von “Apollo 11” am 24. Juli. Nachdem die Kapsel mit den Mond-Astronauten im Pazifik wasserte wurde noch im Wasser damit begonnen, dann die Astronauten zu dem 24 Kilometer entfernen wartenden US-Schiff “Hornet” geflogen und dort in einer mobilen Quarantäneeinrichtung “gesperrt”. Drei Wochen lang.

Heute wissen natürlich, dass all diese Vorsichtsmaßnahmen unbegründet waren, da es auch dem Mond keine Mikroorganismen existieren, die hätten unseren Planeten verseuchen können. Aber hätte es sie gegeben – hätten sie im schlimmsten Fall jeden Menschen des Planeten umbringen können (s. HIER).

Ende April 1971 gab Dr. George Michael Low von der NASA nach drei erfolgreichen Mondlandungen endgültig Entwarnung. Im “Albuquerque Journal” war am 30. April 1971 dazu zu lesen:

Auf der Grundlage dieser Analyse (der Quarantäne-Informationen von Apollo 14 sowie der Ergebnisse der Apollo 11- und 12-Flüge) haben wir festgestellt, dass es keine Gefährdung für Menschen, Tiere oder Pflanzen im Mondmaterial (…) gibt.

Der Ausschuss hat empfohlen, dass weitere Mondmissionen nicht unter Quarantäne gestellt werden dürfen.

Es bedurfte also drei geglückten Mondlandungen und der sicheren Heimkehr von Mensch und Material, bis die NASA eine Gefahr für die irdische Biosphäre ausschließen konnte. Die Mondlandung der Mission “Apollo 13” ging bekanntlich schief, so dass diese nicht mitgezählt werden kann.

Die NASA spielte mit dem Feuer!

Es mag 50 Jahre später naiv erscheinen, was die NASA im Rahmen ihrer Mondlandungen da für einen Aufwand zum Schutz der Erde betrieb. Doch es war alles andere als naiv sondern das genaue Gegenteil. Erstaunlich ist allerdings die Tatsache, dass die NASA erst nach zwei weiteren Landungen sowie der Untersuchung und Quarantäne der beteiligten Astronauten etc. Entwarnung geben konnte.

Das bedeutet nämlich, dass die Flüge von “Apollo 12”, “Apollo 13” (auch wenn nicht auf dem Mond angekommen) und “Apollo 14” durchgeführt wurden, obwohl man da noch immer nicht sicher war, dass unser Planet nicht kontaminiert wird. Den raumfahrttechnischen Wettstreit der Systeme gewannen die USA im Juli 1969 mit “Apollo 11” auf dem Mond. Doch statt abzuwarten, was die Raumfahrer vom Mond theoretisch mitgeschleppt haben könnten, folgte eine bemannte Mondmission nach der anderen.

Unverantwortlich.

Natürlich war die Chance überaus gering, dass auf dem Mond irgendwelche Mikroorganismen leben, doch sie war nicht Null. Vor allem vor 50 Jahren war das eine offene Frage. Heute kennt man die sogenannten Extremophile auf der Erde, die jeden noch so für uns tödlichen Lebensraum besiedelt haben. Gäbe es diese bizarren Organismen auf dem Mond und hätten durch “Apollo” die Erde erreicht, die Konsequenzen wären nicht absehbar.

Außerirdisches Leben auf der Raumstation ISS! Der kommende Kinofilm “Life” und die Alien-Invasion unseres Immunsystems (Bild: NASA)
Außerirdisches Leben auf der Raumstation ISS! Der kommende Kinofilm “Life” und die Alien-Invasion unseres Immunsystems (Bild: NASA)

Von einer vollständigen Vernichtung der Menschheit, bis hin zu einem Absterben der Mikroorganismen selbst in der Erdatmosphäre, ist alles denkbar.

Welche Inkubationszeiten haben Aliens?

Zum Glück war Samuel Choran Phillips weitsichtig genug. Aber wie weitsichtig eigentlich genau, als er in seinem “Mission Operation Report” 1969 anordnete, “für etwa 21 Tage nach dem Start von der Mondoberfläche” Mannschaft und Gerät in Quarantäne zu stecken? Ehrlicherweise muss man zugeben, dass drei Wochen Isolation der Raumfahrer eine willkürliche Vorgabe war.

Weder vor 50 Jahren noch bei zukünftigen Missionen zum Mars kann ein Biologe verbindlich sagen, wann Entwarnung gegeben werden. Eine “außerirdische Inkubationszeit” von Organismen im All, denen die menschliche Biologie wehrlos gegenüber steht, kennt nun wirklich niemand.

Lepra zum Beispiel, also eine rein irdische (und behandelbare) Krankheit, hat eine Inkubationszeit von 6 Monaten bis zu 20 Jahren! Tuberkulose bis zu 10 Wochen und die verschiedenen Malaria 50 Tage oder einige Monate, um zwei weitere bekannte Beispiele zu nennen.

Nach 21 Tagen Isolation hätte die “Apollo 11”-Crew also zweifelsohne trotz aller Vorkehrungen unbemerkt irgendeine lunare Biologie einschleppen können. Naiv ist es zu glauben, das außerirdische Organismen sich an die Vorschriften der NASA halten. Man kann hier von einem “Restrisiko” sprechen. Und selbstverständlich kann man von den Astronauten nicht verlangen, dass sie nach ihrer Heimkehr bis ans Lebensende in Quarantäne bleiben.

Wie wir wissen, erfreuten bzw. erfreuen sich die Mond-Astronauten einer langen und besten Gesundheit.

Neue Gefahren vom Mond

So ist es auch in der Raumfahrt der Zukunft entscheidet, dass nichts Biologisches irgendwie auf unsere Erde kommt. Offensichtlich kam mit den Amerikanern nichts vom Mond zu uns. Der Mond gilt als toter Himmelskörper. Der Mars, immerhin ein Traumziel für die bemannte Raumfahrt, nicht unbedingt. Obwohl unzählige Sonden auf der Marsoberfläche nach Leben suchten und suchen, wurde es bis dato nicht gefunden. Das heißt aber nicht, dass es nicht da ist. Vielleicht müssen wir an anderen Orten dort weiter suchen, was eben auch genau ein Ziel von Menschen auf dem Mars ist!

Der Mars: Hat die NASA Hinweise auf früheres Leben auf unserem Nachbarplaneten übersehen? (Bild: NASA / L. A. Fischinger/ Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Der Mars: Hat die NASA Hinweise auf früheres Leben auf unserem Nachbarplaneten übersehen? (Bild: NASA / L. A. Fischinger/ Bearbeitung: Fischinger-Online)

Überall ist Vorsicht geboten. Erstaunlicherweise gilt das prinzipiell erneut für bemannte Flüge zum Mond. Auch wenn er als tot angesehen wird, haben in den vergangenen Jahren immer wieder Entdeckungen von Wasser auf dem Mond für Freude bei NASA & Co. gesorgt. Dieses Mond-Wasser befindet sich im Schatten innerhalb von Kratern, wo es vor Sonnenlicht geschützt ist. So verdampft es nicht und bleibt tief gefroren erhalten.

Hier herrscht ziemliche Einigkeit, dass dieses Mond-Wasser durch Asteroiden und Kometen auf dem Mond gekommen ist. Für feste Mondbasen ein riesiger Glücksfall, da es als Treibstoff (Wasserstoff), Sauerstoff und natürlich Trinkwasser genutzt werden kann. Dank der dauerhaften Schattenlage des Eises wartet es nur darauf von uns in Zukunft genutzt zu werden. Was man vor Ort hat, muss man nicht mehr teuer und mühsam zum Mond schaffen.

Nur sind das gleichzeitig neue Gefahren vom Mond. Asteroiden und Kometen könnten mit dem Wasser auch Biomaterial auf unseren Trabanten gebracht haben, das bis heute in diesem gefrorenen Wasser existiert. So, wie diese “Bomben aus dem All” auch das Leben auf die Erde gebracht haben könnten. Eine These, die schon viele Jahre in der Astronomie und Exobiolgie diskutiert wird.

Damit wäre man so schlau wie 1969 bei “Apollo 11” und es hieße: Alles auf Anfang. Sofern man nicht im Vorfeld von dort Wasserproben untersucht.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

, , , , , , , , markiert <