Nach Gottes Plan: Holländer baute die Arche Noah der Bibel 1 zu 1 nach. Tatsächlich? - Grenzwissenschaft & Mystery Files

Nach Gottes Plan: Holländer baute die Arche Noah der Bibel 1 zu 1 nach. Tatsächlich?

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Die Arche Noah nachbauen - geht das? (Bild: L.A. Fischinger / Luna Design)
Die Arche Noah nachbauen – geht das tatsächlich 1 zu 1? (Bild: L.A. Fischinger / Luna Design)

Schiffbau nach biblischem Bauplan: “Die Arche Johan”. Der tief religiöse Niederländer Johan Huibers baut seit Jahren an seiner ganz privaten Arche Noah nach den Vorgaben der Bibel. Touristen können nun das Schiff besuchen, sich über das Alte Testament usw. informieren und sich einen Imbiss gönnen. Aber: ist dies tatsächlich eine 1 zu 1 Kopie der aus dem Buch Genesis bekannten “Arche Noah”?

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Fischinger Online Mystery-Kanal bei YouTube abonnierenVon Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Seit Jahren baut ein Niederländer die Arche Noah des Alten Testament nach. Aktuell nahm nun “Der Spiegel Online” das Thema der “Arche in Holland” passend zum Weltuntergang am 21. Dezember 2012 wieder auf:
“Es könnte eng werden. Wenn tatsächlich von jeder Spezies auf der Welt zwei Exemplare Platz auf Johan Huibers’ Schiff finden sollen, müsste er anbauen. Der Niederländer hat zwar eine gigantische Arche Noah gebaut – 130 Meter lang, 29 Meter breit und 23 Meter hoch. Aber für die gesamte Tierwelt reicht das wohl nicht. 

Huibers, ein tief gläubiger Christ, orientierte sich für den Bau exakt an den Vorgaben der Bibel aus dem Buch Genesis. Zwanzig Jahre nahm das Projekt in Anspruch, vor eineinhalb Jahren war es schon weit gediehen. Insgesamt kostete die Arche mehr als eine Million Euro. Nun ist das Schiff für die Öffentlichkeit zugänglich. Bis zu 3000 Besucher täglich darf Huibers empfangen und sie über “Geschichte und Glauben” unterrichten.”
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Ein Nachbau der “Arche Noah” – aber stimmt das alles so?

Die Maße der Arche wurden von Gott selber im 1. Buch Mose wie folgt festgelegt:

300 Ellen lang, 50 Ellen Breite und 30 Ellen in der Höhe. Es ist heute äußerst schwierig, die genannten biblischen Ellenangaben in heute geläufige Meter und Zentimeter umzurechnen. Eine Elle ist die Länge zwischen der Spitze des Ellenbogens und der Mittelfingerkuppel, also etwa 45 bis 46 Zentimeter. Die so genannte „Königselle“ entspricht sogar 52,5 Zentimetern. Folglich könnte die Arche zwischen 137 Metern und rund 157 Metern lang gewesen sein. Ihre Breite betrug runde 25 Meter und die Höhe etwa sechs Meter.

Alle genannten Angaben sind also sehr zweifelhaft, aber wir können uns so eine ungefähre Vorstellung von den Proportionen der Arche lau Bibel machen.

Der Name des Rettungsschiffes “Arche” stammt vom Lateinischen “arca” und bedeutet schlicht “Kasten” (wie die Bundeslade aus dem Buch Exodus). Es schreibt sich im Hebräischen “tēbāh” (= תבה), was ebenfalls “Kasten” bedeutet. Das ist mit Blick auf das Gilgamesch-Epos und die dortige Arche sehr spannend. Denn in diesem Text finden wir bekanntermaßen ebenfalls die große Flut, die Arche “Noah” usw. Jedoch lange vor den Autoren des Alten Testaments.

Auf der XI. Tafel, einer der Quellen des biblischen Arche-Berichtes, ist ab Vers 57 davon die Rede, dass die Arche die Form eines Würfels von etwa 60 x 60 x 60 Metern hatte, sieben Etagen (inklusive Deck) hoch war, und insgesamt 63 Kammern zu je 20 x 20 Quadratmetern hatte[i]. Auch Vers 30 besagt auf Tafel XI. im Epos, “gleichgemessen seien ihm Breite und Länge”.[ii]

Das Boot der Rettung müsste demnach so (ca. in Metern) ausgesehen haben:

Rekonstruktion der "Arche Noah" nach den Angaben des Gilgamesch-Epos (Bild: L.A. Fischinger)
Rekonstruktion der “Arche Noah” nach den Angaben des Gilgamesch-Epos (Bild: L.A. Fischinger)

Hat es so ein Boot überhaupt gegeben? Fraglich! Einen Holzkasten oder Würfel als Rettung vor dem Untergang? Oder aber war alles völlig anders und die Arche Noah war kreisrund? Diese Idee kursierte zumindest Anfang 2010 in den Medien. So etwa berichtete zum Beispiel “Die Welt” damals:

Der Nahost-Experte Irving Finkel vom British Museum in London hat jetzt die Schrift auf einer 3700 Jahre alten Tonplatte übersetzt. Dort habe ein – nicht identifizierter – Gott befohlen: ,Konstruiere das Boot kreisförmig, Länge und Breite sei dasselbe.’ Ein britischer Soldat hatte die Platte in den 40er-Jahren bei Bagdad gefunden. Sein Sohn übergab sie dieser Tage an Finkel, und der findet die Anweisung darauf nur logisch. Schließlich habe Noah die Arche nicht steuern müssen, sie sollte ja nur aufschwimmen, damit ihre vielen Insassen trockenen Fußes und Hufes überleben. Noch heute gebe es im Irak solche Flöße zum Tiertransport über Flüsse.

Noah, der Film (2014) von Darren Aronofsky - Ein Mystery Review (Bild: L.A. Fischinger / UPI/Paramount)
Video zum Thema: Noah, der Film (2014) von Darren Aronofsky – Ein Mystery Review (Bild: L.A. Fischinger / UPI/Paramount)

Der bekannte “The Guardian” aus Großbritannien ergänzte 2010, dass der Fund der Tafel von einem Leonard Simmons im Nahen Osten gemacht wurde und sein Sohn Douglas Simmons diesen den Kenner Dr. Finkel in London übergab. Dr. Finkel bemerkte dazu auch, dass noch heute (viel kleinere) runde Boote im Iran und Irak verwendet werden. Etwa um Habseligkeiten vor Hochwasser zu retten oder natürlich um Tiere zu transportieren. Sollten diese Vorbild für Noahs Boot gewesen sein?


Das sehen viele gläubige Menschen natürlich ganz anders. Jene auch, die sich seit Jahrzehnten auf die Suche nach der “klassischen Arche Noah” begeben und zum Teil nach eigenen bekunden auch gefunden haben wollen. Mit sehr oft zweifelhaften “Belegen”. Am Berg Ararat in der Osttürkei soll sie liegen und durch archäologische Spuren noch heute zu sehen sein …

Mehr zum Thema “Suche nach der Arche Noah” und “Sintflut” in dem neuen Buch “Rebellion der Astronautenwächter. Gefallene Göttersöhne, die Sintflut und versunkene Ur-Kulturen“.

Ich danke Euch, Euer Jäger des Phantastischen

Fischinger-Online

(Geschäfts-eMail: FischingerOnline@gmail.com)

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Fußnoten

[i]Je zehnmal zwölf Ellen hoch seine Wände, Zehnmal zwölf Ellen ins Geviert der Rand seiner Decke.”
[ii] S.a.: Schott, Albert: Das Gilgamesch-Epos. Stuttgart 1972, S. 88

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