Informatik-Experten auf den Spuren eines 500 Jahre alten Mysteriums: “Künstliche Intelligenz” soll das Rätsel des Voynich-Manuskript knacken

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Künstliche Intelligenz soll das Rätsel des Voynich-Manuskript knacken (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

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Künstliche Intelligenz soll das Rätsel des Voynich-Manuskript knacken (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Das sogenannte “Voynich-Manuskript” gilt als eines der größten Rätsel der Literatur, Linguistik und Dechiffrierung. Generationen von Experten und Codeknackern haben sich bis heute an dem legendären Manuskript die Zähne ausgebissen. Niemand konnte das   Buch entziffern, interpretieren oder überhaupt zu einem sinnvollen Ganzen zusammenfügen. Selbst die Ursprungssprache des vermuteten Schriftcodes wurde bisher nicht gefunden. Nicht umsonst sehen einige Schriftexperten in der Handschrift aus dem 15. Jahrhundert nichts weiter als einen Scherz, den ein mittelalterlicher Autor oder Künstler entworfen hat. Doch jetzt scheint sich das Blatt zu wenden, denn Computerwissenschaftler aus Kanada haben in der vermuteten Geheimschrift mittels  “künstlicher Intelligenz” Hinweise gefunden, dass das Voynich-Manuskript” tatsächlich eine verschlüsselte und vor allem sinnvolle Botschaft sein könnte!


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Das Voynich-Manuskript

Eigentlich ist das Voynich-Manuskript eines jener zahllosen Rätsel der Menschheit, das vielleicht überhaupt keines ist. Oder aber wieder schon. Hier gehen die Meinungen der Forscher, Experten und Laien wie so oft weit auseinander.

Sicher ist, dass der 1930 in New York verstorbene Büchersammler und Antiquar Wilfrid Michael Voynich das Manuskript 1912 kaufte und dem Schriftstück so seinen Namen gab. Ein ehemaliger Vorbesitzer war Rudolf II., Kaiser des Heiligen Römischen Reichs, der 1612 in Prag starb. Folglich ist das Voynich-Manuskript auf jeden Fall eine Antiquität.

Allerdings war es das auch fast schon mit den gesicherten Fakten zu dem seltsamsten Buch der Welt. Obwohl bereits 1962 ein Team von Experten anhand des Schriftstils und des verwendeten Materials, das Manuskript um ca. 1500 datierte, ist die Historie unklar. Die gesicherte Abfolge der Besitzer des Voynich-Manuskript weißt hier zu viele Lücken auf.

Das Buch ist auf Pergament verfasst, reich bebildert und heute nur noch zum Teil erhalten. Einige Seiten fehlen und heute zählt man 102 Blätter oder Seiten, da die meisten durch Faltungen mehrfach gezählt werden. Dank des Internet kann man diese Handschrift, die heute in der renommierten Yale Universität in den USA verwahrt wird, online einsehen.

Das Voynich-Manuskript: Physiker vermuten in einer Studie eine geheime und sinnvolle Botschaft (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Das Voynich-Manuskript: Physiker vermuten in einer Studie eine geheime und sinnvolle Botschaft (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Was man auf den einzelnen Blättern der Handschrift sieht, macht zugleich die Faszination an dem Manuskript aus. Nicht nur die mutmaßliche Geheimschrift des Buches ist seit Jahrhunderten ein vollkommenes Rätsel. Auch die sorgsam angefertigten Bilder darin stellen bis heute alle Voynich-Manuskript-Forscher vor unlösbare Aufgaben. Und das Buch ist voll mit diesen.

Die zahlreichen botanischen Abbildungen zeigen zum Beispiel oft Pflanzen, die völlig unbekannt sind. Gleiches gilt für Zeichnungen von Menschen, Landschaften oder “astronomischen Abbildungen” in der reich bebilderten Handschrift. All diese offenen Fragen könnten sich durch den Text des “Bildbuches” vielleicht beantworten lassen.

Doch wie einen Code knacken, wenn bis dato die zugrundeliegende Sprache nicht einmal bekannt ist? Ganz zu schwiegen davon, ob das unlesbare Pergament überhaupt eine derartige Geheimschrift ist, die man entschlüsseln kann.

Immerhin reichen die Deutungen des Inhaltes von dem Versuch eine neue “Universalsprache” zu erfinden, über ein reines Kunstobjekt bis hin zu einer “außerirdischen Herkunft”. Letzteres auch deshalb, da Botaniker die darin abgebildete Pflanzenwelt keiner irdischen Entsprechung zuordnen können …

Ein Durchbruch dank “künstlicher Intelligenz”

Nach all den Jahren ist Experten der Abteilung für Comupter-Wissenschaft der Universität von Alberta in Kanada jetzt ein Durchbruch bei der Dekodierung des Voynich-Manuskript gelungen. Obwohl bereits viele andere sicher sind, dass sie das Rätsel gelöst haben. Zuletzt wohl Nicholas Gibbs, der am 5. September 2017 in einer Veröffentlichung behauptete, dass der Code in einer verkürzten Schreibweise des Latein verfasst sei.

Greg Kondrak, Professor für Informatik, und sein Kollege Bradley Hauer gingen einen anderen Weg. Sie nutzten die “künstliche Intelligenz” des Computerzeitalter ihres Institutes und sind sicher, eine handfeste Spur gefunden zu haben.

“Künstliche Intelligenz”, wie es aktuell in entsprechenden Medienberichten heißt, ist natürlich etwas sehr hochtrabend formuliert. Kondrak und Hauer haben “nur” die ihnen zur Verfügung stehende Computertechnologie genutzt, in dem sie den Computer mit dem Wortschatz verschiedener Sprachen fütterten. So wollten sie herausfinden, ob der Computer anhand dieser unterschiedlichen “Wörterbücher” eine signifikante Gemeinsamkeit zur Geheimsprache im Voynich-Manuskript findet.

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Nach Angaben der Universität von Albert vom 25. Januar, ist das den beiden Computerwissenschaftlern tatsächlich gelungen: Ihren Untersuchungen nach haben 80 Prozent der Wörter im geheimnisvollsten Buch der Welt ihre Wurzeln im Hebräischen. Das ist nicht nur ein gewaltig hoher Prozentsatz, um nur als Zufall angesehen zu werden, sondern ein deutlicher Hinweis auf die Ursprungssprache der Verschlüsselung.

Kondrak und Hauer ist aber ihrer Überzeugung nach durch den Algorithmus noch mehr gelungen, wie sie im Magazin „Transactions of the Association for Computational Linguistics” schreiben.

Ein Satz sagt mehr als 1000 Worte?

Mittels ihrer EDV-Sprachanalyse sind Kondrak und Hauer sicher, dass sie auch den ersten sinnvollen Satz des gesamten Manuskriptes decodiert haben. Ein Erfolg, den bisher niemand für sich einstreichen konnte, wie es heißt.

Heraus kam:

Sie sprach Empfehlungen an den Priester, den Herrn des Hauses, mich und Leute aus.

Fragelos ein wenig spektakulärer Satz, der sich hier aus dem Voynich-Manuskript offenbarte. Aber doch eben ein vollständiger Satz und eine Aussage, die zu verstehen ist. Was man vom Rest des Buches nicht behaupten kann.

Kondrak dazu:

Das Programm gab einen Satz aus, der grammatikalisch Sinn ergibt und interpretiert werden kann. Das ist zwar ein seltsamer Satz, um damit ein Manuskript zu beginnen, aber er ergibt Sinn.

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Ein erster Schritt zur Entzifferung des geheimen Buches könnte getan sein. Experten und Historiker des alten Hebräisch müssen nach Kondrak und Hauer hier weitere Deutungen vornehmen, was allerdings wiederum ein Problem sein wird. Die beiden EDV-Experten konnten mit ihrem Sprach-Algorithmus lediglich diesen einen Satz des gesamten Voynich-Manuskript sinnvoll entschlüsseln. Die “künstliche Intelligenz” war nicht in der Lage, den vollständigen Textinhalt des mysteriösen Buches sinnvoll zu analysieren.

Schaut man sich den Umfang der auf den Pergamenten niedergeschrieben Worte an, ist das zweifellos ein mageres Ergebnis bei der Dekodierung. Zumal 80 Prozent der Voynich-Manuskript-Wörter nach den Forschungen der Informatiker aus dem Hebräischen stammen sollen. Einer Sprache also, die zwar sehr alt ist, aber noch heute in “moderner Form” gesprochen wird.

Historiker des Althebräisch, einer der Sprachen der Bibel, gibt es zum Glück sehr zahlreich. Und deren Fachkenntnisse sind unabdingbar bei einer weiteren Erforschung des Textes. Das zeigte sich allein schon dadurch, dass Kondrak und Hauer den Übersetzter von “Google” für das Hebräische nutzten.

Dazu schrieb beispielsweise “Die Welt” am 30. Januar:

Damit ist auch klar, dass es weitere Entschlüsselungsmeldungen geben wird. Es wäre auch zu schön, um wahr zu sein, wenn sich eine mysteriöse Handschrift einfach so mit Google übersetzen ließe.

Erweist sich der Algorithmus der Comuterwissenschaftler tatsächlich als zutreffend und funktionell, werden weitere Dechiffrierungen des unverständlichsten Buches der Welt sicher nicht lange auf sich warten lassen. Vielleicht erhalten wir so auch Antworten darauf, was der Schreiber oder Künstler sich bei seinen fremdartigen Pflanzen und den anderen Bildern dachte.

Wenn es sich bei dem Verfasser letzten Endes nicht doch um einen gewitzten Scherzbold handelte …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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