Search Results for: UNESCO

Die riesigen und uralten “Schlüsselloch-Gräber” von Japan sollen UNESCO-Weltkulturerbe werden +++ plus YouTube-Video +++

Die riesigen "Schlüsselloch-Grabanlagen" von Japan sollen Weltkulturerbe werden (Bild: Google Earth / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Die riesigen “Schlüsselloch-Grabanlagen” von Japan sollen Weltkulturerbe werden (Bild: Google Earth / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Japan ist mir rund 160.000 Grabhügeln und Hügelgräbern geradezu übersät! Die gewaltigste dieser Grabanlagen mit einer Pyramide im Zentrum ist etwa 320.000 Quadratmeter riesig und an der schmalsten Seite noch ca. dreimal so breit wie die Cheops-Pyramide in Ägypten! Die Anlage in Form eines Schlüsselloch gehört Kaiser Nintoku und von dieser Art finden sich in Japan zahlreiche weitere. Spannende archäologische Stätten, über die ich in einem hier erneut eingefügten YouTube-Video im April 2017 bereits berichtete. Jetzt gibt es Neuigkeiten zu diesen gigantischen “Schlüsselloch-Gräbern”, die im Land der aufgehenden Sonne “Kofun” genannt werden: Einige der uralten und riesigen Grabanlagen möchte die japanische Regierung (endlich) zum UNESCO-Weltkulturerbe erklären lassen. Mehr über diese gigantischen Gräber erfahrt Ihr in diesem Posting und Video.


+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Schlüssel zum Jenseits

Denkt man an riesige Grabanlagen – denkt man an die Pyramiden in Ägypten. Dazu muss man kein “Kenner der Archäologie” oder “Experte für Geschichte” sein, da die ägyptischen Pyramiden wohl jedes Kind kennt.

Was aber kaum jemand kennt, sind die japanischen Riesengräber, die vom Grundriss her bzw. aus der Luft gesehen wie überdimensionale Schlüssellöcher aussehen. “Schlüssel zum Jenseits” nannte ich auch ein YouTube-Video zu diesem Thema, in dem ich detailliert auf diese erstaunlichen Bauwerke eingehe. Diese “Schlüsselloch-Grabanlagen” sind eine weltweite Besonderheit der japanischen Insel und ihrer Form und auch teilweise gigantischer Größe einzigartige Denkmäler.

Im Westen kennt kaum jemand diese erstaunlichen Gräber des alten Japan. Auch weiß kaum jemand, dass es Hügelgräber sowie eben diese “Schlüsselloch-Gräber” in Japan zu hunderttausenden gibt. Zum Teil sind diese Monumente für das Jenseits über 1.700 Jahren alt. Die des Kaisers Nintoku (313 – 399) in der Stadt Sakai beeindruckt dabei besonders (s. a. Video unten).

"Schlüsselloch-Grab" von Kaiser Nintoku im Vergleich zur Cheops-Pyramide (Bild: Google Earth / Bearbeitung: Fischinger-Online)
“Schlüsselloch-Grab” von Kaiser Nintoku im Vergleich zur Cheops-Pyramide [anklicken zur Großansicht] (Bild: Google Earth / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Das wird deutlich, wenn man das “Schlüsselloch-Grab” Kaisers Nintoku, grob mit “Google Earth” vermisst. Heraus kommt dabei dieses bescheidene Ergebnis, das hier eingefügt wurde.

Kofun zum UNESCO-Weltkulturerbe erklären

Kaiser Nintoku Grabanlage ist die größte dieser Art, doch zahlreiche ebenfalls sehr große Grabstätten dieser Art befinden in unmittelbarer Umgehend seines “Schlüssel zum Jenseits” in Sakai.  Dass diese fast kein Mensch aus dem Westen kennt und es auch kaum einen Touristen zu diesen Gräbern verschlagt, will die Regierung von Japan nun ändern.

Mit ihrer unverwechselbaren Form gehören diese Gräber einem der Wahrzeichen von Japans alter und teils mysteriöser Kultur  Trotzdem werden sie erst seit vergleichsweise wenigen Jahre wissenschaftlich erforscht. Das liegt auch daran, dass viele dieser “Schlüsselloch-Gräber” Privatbesitz der japanischen Kaiserfamilie sind. Demnach Eigentum der dort verehrten Herrscherklasse. Die Gräber werden ebenso von der Bevölkerung als heilige Orte ihrer Vergangenheit angesehen.

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Neben dem Grab von Kaiser Nintoku sollen nach dem Willen der Japaner 48 weiter “Schlüssellöcher” in die Liste der Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen werden. Alle Anlagen sind um die 1.500 Jahre alt und Japan wünscht, dass sie als Weltkulturerbe anerkannt und eingetragen werden.

Dieser Eintrag dient natürlich auch dem Schutz der Gräber. Die Anerkennung ist nicht “nur” eine Art Förderung des Tourismus vor Ort an den verschiedenen “Schlüsselloch-Grabanlagen”. Dazu sind die Japaner so oder so zu stolz auf dieses geschichtliche Erbe in ihrem Land.

Im Herbst dieses Jahres soll Japans Antrag von der UNESCO geprüft werden. Dazu heißt es in der entsprechenden Meldung vom 19. Januar 2018:

Im September wird eine Delegation erwartet, die die Grabstätten besichtigen. Von ihrer Einschätzung hängt mit ab, ob das Unesco-Komitee dem Wunsch Japans nach einer Registrierung als Weltkulturerbe folgt. In Japan gibt es bereits 21 Welterbestätten.”

Sicher ist es der richtige Schritt der Japaner diese beeindruckenden Anlagen unter UNESCO-Schutz stellen zu lassen.

Denn wie beeindruckend diese “Schlüsselloch-Gräber” sind, soll nochmal dieses Video von mir vom 25. April 2017 zeigen:

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft [klick] hier.

+++ Postet mir auch Eure Fragen, Anregungen, Kommentare & Meinungen zum Video bei YouTube. / Abo & Daumen hoch nicht vergessen … +++

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema “Japan” bei amazon.de:

Tagged , , , , , , , , , , <

“Bosnische Pyramiden” von Visoko: Inzwischen boomt der Tourismus – Zur Freude der Bevölkerung (+ Videos)

Die "Bosnischen Pyramiden" und die Touristen - hier "Sonnenpyramide" via Google Earth
Die “Bosnischen Pyramiden” – hier “Sonnenpyramide” via Google Earth: Ein Magnet für Touristen (Bild: Google Earth)

Vor 15 Jahren entdeckte Dr. Sam Osmanagich unweit des Ortes Visoko in Bosnien und Herzegowina die sogenannten “Pyramiden von Bosnien”. Seit dem streiten sich die Kritiker und Gläubige um die als “Bosnische Pyramiden” bekannten Berge und den Spekulationen dazu. Auch die etablierte Archäologie lehnt die Thesen um dortige “Sonnen-Pyramide” und angeblich andere Monumente ab. Schon damals, nachdem Osmanagich die vermeintliche “Sensation” publik gemacht hat. Doch gegen alle einstigen Erwartungen um die “Pyramidenmanie” hat sich das Thema “Bosnische Pyramiden” gehalten. Mehr noch, denn der Tourismus boomt dank der Entdeckungen rund um Visoko. Zur Freude der gesamten Bevölkerung! Wie sich das Thema in den letzten Jahren entwickelt hat, erfahrt Ihr in diesem Artikel.


Pyramiden in Bosnien

Seit nunmehr rund 15 Jahren sind die “Pyramiden von Bosnien” in der Diskussion und ein Thema in der Grenzwissenschaft. Erbittert streiten sich hier das Lager der Befürworter und der Gegner der Spekulationen des Dr. Sam Osmanagich. Zum Teil soweit – vor allem in den Sozialen Netzwerken -, dass jedwede Kritik an den “Pyramiden” dort abgehend wird. Kritiker an den Thesen des Osmanagich über seine angeblichen Pyramiden sind sehr schnell “Nestbeschmutzer der Grenzwissenschaft”.

Nachdem Osmanagich mit der Behauptung an die Öffentlichkeit ging, dass nahe dem Ort Visoko uralte Pyramiden stehen, sind viele Jahre ins Land gegangen. Geändert hat sich an dem Thema seit dem nichts bis – sehr viel. Was sich vor allem nicht änderte, ist die sehr einhellige Meinung der etablierten Archäologie. Schon sehr früh, nachdem der “Pyramiden-Entdecker” dort anfing zu graben, haben Archäologen protestiert. Etwa in einem Protestschreiben im Juni 2006 an die UNESCO.

Bereits 2006 erschien auch in dem Fachmagazin “Science” (N. 5794) ein damals viel beachteter Artikel von John Bohannon zu diesem Thema. Darin sind sämtliche Kritiken an den Arbeiten von Osmanagich und an den “Pyramiden von Bosnien” zu finden, die noch heute angeführt werden. Auslöser für den Artikel war ein Treffen der führenden Experten aus allen Teilen des Landes, die am 9. Juni des Jahres über die Zukunft der Archäologie und Forschung dort.

Doch, wie es Bohannon beschreibt, die anwesenden Journalisten und TV-Teams aus aller Welt interessierten sich nur für das Thema “Bosnische Pyramiden“! Für Zilka Kujundzic-Vejzagic vom Museums für Vorgeschichtliche Archäologie und Organisatorin des Meetings, war das geradezu frustrierend. “Der Glaube an die Pyramiden ist zum Synonym für Patriotismus geworden”, so Kujundzic-Vejzagic damals.

Kritiker

Schon 2006 liefen die Kritiker gegen Sam Osmanagich Sturm.

Vor allem deshalb, da er kein Wissenschaftler sei, seine Ausgrabungen und Arbeiten alle unwissenschaftlich wären und er sich hier Pyramiden herbeiphantasiere. So zum Beispiel sind seine angeblichen gepflasterten Straßen rein geologisch zu erklären, wie es damals bereits der Geologe Stjepan Coric von der Universität Wien erklärte. Hierbei handele es sich um natürliche geologische Brüche eines 7 Millionen Jahre alten Seebettes, so die Geologie. Weltweit ist dieses Phänomen als “Brekzie” bekannt. Auch mit mehr oder weniger “rechtwinklingen” Bruchkanten, wie man sie an den “Pyramiden von Visoko” sieht.

Auch die von Osmanagich als “Beton” bezeichneten Funden, seien Geologisch zu erklären. Es handelte sich dabei um Sedimentgestein, die Konglomerat genannt werden. Gesteinsformationen, die Geologen auf der ganzen Welt finden und die sogar auf dem Mars durch den NASA-Rover “Curiosity” entdeckt wurden. In Süddeutschland kennt man dieses Gestein als Negelfluh und wird im Volksmund treffend “Hergottsbeton” genannt.

Bedenken haben Archäologen an den Arbeiten an den “Pyramiden” vor allem auch deshalb, da dabei echte archäologische Funde zerstört werden könnten. Aus dem Mittelalter, von den Römern und aus der Steinzeit, so die Kritiker. Johannes Müller beispielsweise, ein Archäologe der Universität Kiel, gräbt rund sieben Kilometer von den “Pyramiden” entfernt nahe der Stadt Okoliste. Hier liegen 7.000 Jahre alte Artefakte und bis zu 300 Häuser der steinzeitlichen Butmir-Kultur, von der bereits 1893 Keramik und Figuren gefunden wurden. Für Müller befindet sich dort eine der größten neolithischen Siedlung Europas.

Visoko und die Pyramiden

Welche Spuren an der sogenannten “Sonnen-Pyramide” von Visoko und den anderen angeblichen “Pyramiden” in der Umgebung liegen könnten, weiß so niemand. Und Osmanagich könnte genau solche Funde durch seine Pyramiden-Ideen zerstören, da hier ohne archäologische Kenntnisse gegraben würde. Enver Imamovic von der Universität Sarajevo, einst Direktor des Nationalmuseums, brachte es in “Science” vom 22. September 2006 auf den Punkt:

Dies ist das Äquivalent dazu, dass ich, ein Archäologe, Operationen in Krankenhäusern durchführen darf.

Osmanagich sehe bei seinen Arbeiten nur das, was er sehen will. Und das sind Pyramiden, so der Archäologe Müller. Kein Wunder also, dass er neben der “Sonnen-Pyramide” in der Umgebung noch weitere entdeckt haben will. Etwa die von “Mond-Pyramide”, wie Osmanagich sie taufte.

Anthony Harding von der Exeter University in Großbritannien und Präsident der “European Association of Archaeologists”, war sich 2006 sicher, dass die “Pyramidenmanie wahrscheinlich nur von kurzer Dauer sein” wird. Osmanagich habe, so schrieb John Bohannon schon damals in seinem Artikel, inzwischen “20.000 Dollar seines eigenen Geldes investiert, um Dutzende von Leuten einzustellen, darunter einen PR-Manager”.

Dies mag zutreffen, denn der “Pyramiden-Entdecker” kam als Bauunternehmer in Texas zu Wohlstand. Erst nach dem Balkankrieg kam er zurück und entdeckte dort im April 2005 die “Pyramiden”, die “schon vor dem Ende der letzten Eiszeit errichtet” wurde, wie er in einem Interview sagte.

Genau in jenen Tagen also, als Archäologen versuchten den wissenschaftlichen Betrieb des Landes wieder aufzunehmen. Und vor allem die historischen und archäologischen Stätten, Funde und Orte neu zu bewerten. Viele waren durch den Krieg zerstört, geplündert oder stark beschädigt worden. Bisher unentdeckte Pyramiden im eigenen Land, die bis zu 30.000 Jahre alt sein sollen (Osmanagich variiert in seinen Angaben zum Teil sehr stark) und als “Mutter aller Pyramiden” der Welt angesehen werden, kommen da gerade recht. Vor alle für die nationale Identität nach den Kriegsjahren und dem Zerfall der Nation und der Ordnung.

Der Tourismus boomt

Der Archäologe Harding irrte aber sehr, als er damals sagte, dass das Thema “nur von kurzer Dauer sein” würde. Denn 15 Jahre später sind die “Pyramiden von Bosnien” aktueller denn je. Mehr als eindrücklich zeigte das auch die TV-DokumentationBosnien im Pyramiden-Fieber – Ein Mythos spült Touristen ins Land” vom 6. Januar 2020 des Senders arte (HIER). Denn die angebliche archäologische Sensation bringt der Region Aufschwung und Wachstum. Anders, als in viele Region des Landes, die unter anderem mit Abwanderung zu kämpfen haben.

Die “Pyramiden” sind in Visoko längst zu einem “esoterischen Pilgerort” geworden. Der Tourismus boomt wie nie zuvor. Allein im Jahr 2019 haben über 50.000 Menschen den Ort besucht – mehr als Visoko Einwohner hat. Hunderte Neugierige laufen jeden Tag durch die ausgegrabenen unterirdischen Gänge, lauschen den Ausführungen von Osmanagich und lassen sich von entsprechenden Reiseleitern seine Welt erklären. Inklusive der Messung der “Lebensenergie” innerhalb der Stollen.

Dass diese unterirdischen Gänge zumindest zum Teil Minen waren, verschweigt Sam Osmanagich übrigens nicht, wie ihm oftmals vorgeworfen wird. Allerdings wird das angeblich so riesige Tunnelsystem von seinen Helfern quasi selber gegraben. Sie buddeln sich einfach immer weiter voran, schaffen so die Tunnel selbst, und Osmanagich behauptet dann, dass diese eben einst aufgefüllt wurden. Warum aber alle Tunnel vollständig verfüllt worden sein sollen – warum nicht einfach nur die Eingänge? – und warum Füllmaterial und umgebenes Erdreich identisch sind, das verrät niemand …

“Es geht um die wahre Geschichte unseres Planeten”, so Osmanagich in der TV-Doku. Und er ist sicher:

Wenn wir hier alle Vegetation und die Erde abtragen würden, dann würde die Pyramide zum Vorschein kommen.”

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Für ein solches gigantisches Vorhaben fehlen ihm natürlich die Mittel und die Helfer.

Obwohl im Jahre 2019 über 350 freiwillige Helfer bei seinen Grabungen geholfen haben. Zu wenig, um einen ganzen Berg anzutragen. Von staatlicher Seite würde er keine Unterstützung bekommen, heißt es in der Sendung. Auch sind keine Wissenschaftler wie Archäologen oder Geologen des Landes bei den Grabungen an den “Pyramiden” mit dabei. Denn “Wissenschaftler aus aller Welt sind längst übereingekommen, dass die doch eher ein Mythos sind”, so die Dokumentation.

Wenn aber kein etablierter Archäologe des Landes mitarbeiten will und kann, kann man eigentlich auch nicht verlangen, dass die Arbeiten nach wissenschaftlichen Maßstäben ausgeführt werden. Eben das, was seit 15 Jahren kritisiert wird. Archäologen, die einst selber vor Ort mitwirkten, sagten auch aus, dass sie eher nur Beiwerk waren. Die eigentlichen Arbeiten wurden von Laien “koordiniert”, die mal da und dann mal dort etwas graben ließen. Nicht ein einziger archäologischer Fund wurde dabei gemacht, so zumindest die Archäologin Silvana Cobanov nach ihren Arbeiten 2006 dort.

Zweifellos fürchten entsprechende Wissenschaftler unlängst um ihren Ruf, wenn sie sich ernsthaft dort an Grabungen beteiligen wollen.

Allerdings haben sich 2012 zwei britische Wissenschaftler dennoch die Mühe gemacht. Der Geologe Dougal Jerram und der Archäologe Henry J. Chapman waren vor Ort an den “Pyramiden” und konnten dabei keinerlei archäologische Funde , Objekte oder Sporen  ausfindig machen. Alles sei vollkommen natürlich zu erklären und sie konnten selber die “methodisch schlechte Praxis” vor Ort beobachten. Man würde dadurch “alle archäologischen Überreste, die dort sein könnten, wirksam zerstören”, wie Chapman und Jerram berichten.

“Mutter aller Pyramiden”

Laut der TV-Doku habe Osmanagich inzwischen “hunderttausende Dollar in seine Pyramiden-Theorie investiert”. Dazu zählt auch der Bau einer Art “Pyramiden-Park” unweit des Berges. Hier feiern die Besucher nicht nur Osmanagich selber, sondern hier entstand ein Ort für die unterschiedlichsten Veranstaltungen. Von Konzerten über Sonnenwendfeiern bis esoterischen Treffen. Und diese Gäste kommen inzwischen aus der ganzen Welt.

Osmanagich selber plant weiter mit dieser Besucheranlage zu expandieren. In 10 Jahren bereits würde es dort schon ganz anders aussehen, prophezeit er. Für den Tourismus ist das ein Segen, da in Visko selber seine Aktivitäten “sehr willkommen” sind. Vom Taxifahrer über die Reiseführer bis zum Hotelkoch profitieren allen von den Boom um die “Pyramiden”. Die “Zahl der Besucher steigt von Jahr zu Jahr”, so ein Einwohner in der Doku, der ein Restaurant dort betreibt. 2019 sei durch Osmanagich ein Rekordjahr gewesen.

Touristen lassen viel Geld in Visoko, was letztlich jedem Einwohner zu gut kommt. Zum Beispiel für eine Wanderung zum Gipfel der “Sonnen-Pyramide”, auf der sich die Ruinen einer mittelalterlichen Festung befinden befindet. Genau hier aber soll etwas überaus ungewöhnliches vor sich gehen, wie Ihr es auch in den Videos unten erfahrt. Eine Art “Energiestrahl” geht von der Spitze der “Pyramide” in den Himmel, der sich im “Bereich 28.000 Herz” bewege. Dieser “Strahl”, eine Art elektromagnetisches Feld, wird um so stärker, je höher über dem Berg gemessen werde.

Physikalisch ist das nicht zu erklären, denn mit zunehmender Entfernung zur Quelle sollte dieser “Energiestrahl” abnehmen (s. Video HIER, bzw. das 2. Video unten). Für Osmanagich und einige seiner Kollegen deutet das auf irgendeine Art Technologie hin, die sich unter der “Pyramide” befinden würde. Hier werden gerne Atlantis oder Astronautengötter der Vorzeit ins Spiel gebracht, die diese “Mutter aller Pyramiden” errichtet haben könnten.

Irreführende Aussagen

Ich selber als Jäger des Phantastischen habe schon nach der Entdeckung der “Pyramiden” damals immer gesagt, dass es nichts weiter als Berge sind. Auch wenn ich mich seit damals in dieser Hinsicht sehr unbeliebt gemacht habe. Schon allein ein Blick bei Google Earth beweist eindeutig, dass von “Pyramidenformen” überhaupt keine Rede sein kann. Lediglich die immer wieder gezeigte Ansicht der “Sonnen-Pyramide” von einer Seite hat eine dreieckige Grundform, die entfernt an Pyramiden erinnert. Wie bei so vielen anderer Bergen auf der Erde auch. Selbst in Deutschland.

Es wird sicher niemand annehmen, dass alle diese “pyramidenförmigen” Berge in Wahrheit uralte, versunkene Pyramiden sind?! Auch wenn das durchaus immer wieder vorkommt, zum Beispiel bei einem Berg in der Antarktis, wie in HIER berichtet. Oder bei einem Stein auf dem Planeten Mars, wie in diesem Beitrag HIER dargelegt.

Die TV-Doku von arte ist aber durchaus irreführend. Zwar wird immer wieder betont, dass die etablierte Forschung die Spekulation von Osmanagich ablehnt, aber es wird ein verzerrtes Bild vermittelt. So werden etwa Besucher bzw. Touristen gezeigt, die Osmanagich freudig für seine “Entdeckung” danken und fast schon huldigen. Nicht gezeigt oder vor die Kamera gestellt werden Besucher, die nichts von seiner Pyramiden-Idee halten.

Mit Sicherheit sind nicht wenige unter den zehntausenden Touristen aus reiner Neugier dort. Verbunden mit einem Urlaub in schöner Landschaft.

Nicht alle sind esoterische Pilger, wie es arte vermittelt. Auch in den Reihen der Mystery-Interessierten gibt es reichlich Kritiker an den Spekulationen von Osmanagich um die Berge von Visoko! Dass die lokale Bevölkerung angesichts des Tourismus-Boom kein schlechtes Wort über ihn verliert, sollte wiederum nicht verwundern. Vielen ist es auch im Grunde egal, warum diese kommen, wie es in der Doku unterstrichen wird. Hauptsache sie kommen.

Der Mann mit den Bergen

Wie viel Geld Osmanagich inzwischen investiert hat, ist natürlich unklar. Er selber spricht von mehreren 100.000 Dollar. Wobei es alles andere als verwerflich ist, dass er in den USA als Bauunternehmer zu Geld gekommen ist, was im Zusammenhang mit seiner Person immer wieder unterstrichen wird. Geld bekommt er auch durch seine Bücher und DVDs, die Besucher und durch Spenden.

Und ob er mit seinen Bergen noch reicher wird, kann auch der schärfste Kritiker nicht belegen!

Es wird auch immer wieder darauf hingewiesen, dass er absolute Laien als ehrenamtliche Helfer vor Ort hat. Immerhin mehr als 350 im vergangenen Jahr. In der etablierten Archäologie wiederum ist das vollkommen normal. Hier graben nicht nur Experten und Archäologie-Studenten, sondern jeder kann sich bei solchen entsprechenden Projekten als Helfer bewerben. Auch aus vollkommen berufsfremden Berufen, die rein gar nichts mit Archäologie zu tun haben. Anfang der 1990ger Jahre zum Beispiel für Grabungen in der berühmten “Felsenstadt” Petra in Jordanien.

Mit dem großen Unterschied, dass die Teilnehmer an solchen “Grabungs-Camps” unter entsprechenden Anweisungen etablierter Archäologen arbeiten …

Videos zum Thema auf Fischinger-Online

YouTube-Video vom 12. März 2019 auf Fischinger-Online

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

YouTube-Video vom 28. Aug. 2015 auf Fischinger-Online

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Tagged , , , , , , , <

Tenochtitlán – Die sagenhafte Hauptstadt der Azteken: Archäologen auf den Spuren ihrer Gründung (Artikel)

Das Allerheiligste im Zentrum von Tenochtitlan – Der sagenhaften Hauptstadt der Azteken (Bild: Fischinger-Online)
Das Allerheiligste im Zentrum von Tenochtitlan – Der sagenhaften Hauptstadt der Azteken (Bild: Fischinger-Online)

Dort, wo heute die riesige Metropole Mexiko-City liegt, erhob sich einst die Stadt Tenochtitlán. Die längst zerstörte Hauptstadt des mächtigen Reiches der Azteken, das im 16. Jahrhundert von den Spanien vernichtet wurde. Heute ist die versunkene Megacity der Azteken genauso zu einem Mythos geworden, wie die Geschichte über ihre Gründung. Doch jetzt haben Archäologen in Mexiko bekannt gegeben, dass sie Funde gemacht haben, die zumindest einige der Legenden über den Ursprung von Tenochtitlán in einem neuen Licht erscheinen lassen. Welche das sind und was die untergegangene Hauptstadt der Azteken bis heute zu einem Mythos machen, erfahrt Ihr in diesem Artikel.


Versunkenes Tenochtitlán

Mexiko-City und die umliegenden Regionen sind mit über 21 Millionen Einwohnern eine der Riesenstädte der Welt. Ein Moloch von Smog, chaotischen Verkehrsverhältnissen, Kriminalität, Armut, und Menschenmassen und mit einer überaus bewegten Vergangenheit. Denn genau dort lag einst die blühende Stadt Tenochtitlán – die frühere Hauptstadt der Azteken.

Heute tummeln sich an den Treffpunkten der Touristen die Straßenhändler und versuchen ihre Waren an den Mann oder die Frau zu bringen. Überall hupen Taxis und dröhnen Busse und LKWs durch die vollgestopften Straßen. Armut und Reichtum liegen hier, wie in vielen Städten der so genannten dritten Welt, eng beieinander. Die Region von Mexiko-City gehört heute zu den am schnellsten wachsenden Gebieten der Erde. Ein undurchsichtiges Knäuel an Menschenmassen und lärmenden Verkehrsmitteln.

Vom einstigen Glanz der Azteken-Hauptstadt ist nicht mehr viele geblieben.

Das Historische Zentrum der Stadt und der „Platz der Verfassung“ (Zócalo) und die berühmten Wassergärten im Stadtteil Xochimilco. Heute sind es die Touristenattraktionen und stehen seit 1987 auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Dort, wo einst der Königspalast des legendären aztekischen Herrscher Moctezuma II. (1465 – 1520) stand, liegt heute der Verfassungsplatz Zócalo. Überragt von der 1573 und 1667 errichtete und weltbekannte Kathedrale von Mexiko-Stadt. Mexiko-Stadt ist seit den Zeiten von Bischof Juan Zumárraga, dem ersten Bischof Amerikas, auch Bischofssitz.

Doch die Stadt hat historisch sehr viel zu bieten. Nicht nur Museen und historische Schätze warten auf die Touristen, sondern auch Reste aztekischer Tempelbauten und Bauwerke der spanischen Eroberer. Berühmt ist vor allem das „Museo Nacional de Antropología” im Chapultepec-Park. Es beherbergt die wichtigste Sammlung des präkolumbischen Erbes Mexikos und zählt zu den bedeutendsten archäologischen Sammlungen der Welt überhaupt. Der Besucher dieser Stadt geht im wahrsten Sinne des Wortes auf historischen Boden.

Vor fast 500 Jahren aber sah die Region vollkommen anders aus. Hier standen stolz Tempel, Häuser, religiöse Zentren, Pyramiden-Tempel und Paläste der mächtigen Azteken. Mexiko-City ist heute ein kultureller Schmelztopf der Spaniern und der Kultur der Azteken.

Die Azteken

Als die Azteken von Norden her einwanderten, so besagt es eine Legende, würden sie einen Adler sehen, der auf einem Kaktus sitzt und in seinen Krallen eine Schlange festhält bzw. sie frisst. Genau dort sollten sie ihre Stadt gründen und siedeln. Das war auf der Insel im einstigen, heute längst verschwunden Texcoco-See. Dort gründeten die Einwanderer ihre Hauptstadt. Noch heute ist das Motiv des Adlers auf dem Kaktus mit der Schlange auf dem Münzgeld und der Flagge Mexikos zu finden.

Besiedelt wurde aber auch die kleinere Nachbarinsel mit Namen Tlateloco, auf der sich vor allem die Warenwirtschaft entwickelte. Dort blühten der Markt und der Handel mit weit entfernten Regionen und Völkern. Dieser Markt der indianischen Bewohner begeisterte auch Hernán Cortés (1485 – 1547), der spanische Eroberer Mexikos. An seinen Kaiser Karl V. schrieb er in einem Brief:

Unter uns sind Soldaten, die in der Welt weit herum gekommen sind, in Konstantinopel, in ganz Italien, sogar in Rom, und sie sagen, sie hätten niemals einen so geordneten, großen und so von Waren und Menschen überfüllten Markt gesehen.“

Dieser Markt war der Hauptmarkt der Azteken und zugleich der größte Marktplatz in ganz Mittelamerika. Zur Hauptzeit sollen auf dem Mark bis zu 30.000 Menschen ihren regen Tauschgeschäften nachgegangen sein. Begeistert schilderten die Spanier, dass in ganz Europa nichts Vergleichbares existiert.

Geschickt verstanden es die Azteken durch den Bau von Staudämmen die umliegenden Sümpfe aufzustauen und ihre stetig wachsende Hauptstadt so zu einer uneinnehmbaren Inselfestung zu machen. Mit Kanälen waren die einzelnen Wasserflächen verbunden und durch Zugbrücken konnte man sich vor Angriffen schützten.

Doch es mangelte schon damals an Nutzflächen für die Ernährung der Menschenmassen. So kamen die Azteken auf die geniale Idee Holzflöße in allen erdenklichen Größen zu bauen und mit Erde zu bedecken. Neben Blumen züchteten die Azteken dort auch Gemüse und andere Nahrungsmittel. Noch heute sind die „schwimmenden Gärten“ im Xochimilco-Park bekannt, der 1990 zum Ökologie-Park der Stadt erklärt wurde.

Die meisten der aztekischen Bauten wurden nicht nur durch den Einfall der Spanier zerstört, sondern die Spanier nutzten die Monumente als willkommene Steinbrüche für ihre eigenen Kathedralen und Bauwerke. Erst 1978 wurde bei Erdarbeiten für ein Kabel unweit der berühmten Kathedrale von Mexiko-Stadt der „Templo Mayor“ wieder entdeckt. Heute eine Attraktion für die zahlreichen Touristen in der Stadt.

Beeindruckte Eroberer

Im Zentrum der aztekischen Hauptstadt erhoben sich prachtvolle Pyramiden und Tempeltürme. Weithin sichtbare Zeichen der Macht, Stärke und Größe des aztekischen Imperiums. Der Reichtum der Stadt begründete sich nicht nur darin, dass die Azteken durch kriegerische Handlungen benachbarte Völker beraubten. Sie zwangen die besiegten Stämme, Sippen und Völker auch zu Tributzahlungen und vergrößerten so stetig ihren Reichtum.

Als 1519 Hermán Cortés mit einigen hundert Männern an der Ostküste Mexikos anlandete, befand sich Tenochtitlán auf dem Höhepunkt seiner Macht. Zwar durch innen- und außenpolitische Unruhen nicht gefestigt, aber dennoch die größte Nation auf dem gesamten amerikanischen Kontinent. Etwa 200.000 bis 300.000 Menschen lebt in dieser Stadt und Cortés gelang es durch Strategie, Mord und Verbindung mit den Azteken feindlich gesonnenen Stämmen schon am 13. August 1521 die Stadt einzunehmen.

Überwältigt standen die Spanier in einer gewaltigen Metropole, die den europäischen Städten mindestens ebenbürtig war. Das Zentrum der Stadt war anders als in heutigen Städten ein rein religiöses Zentrum. Kern des rechteckigen Bezirkes war eine Art Doppel-Pyramide, die den Götter Tlaloc und dem wichtigen Gott Huitzilopochtli geweiht war. Es war jener Tempel, zu dessen Einweihung 20.000 feindliche Krieger ihrer Leben in bestialischen Opferzeremonien verloren. Zumindest behauptete das die spanische Propaganda …

Mit 50 Metern Höhe überragte das Bauwerk den heiligen Bezirk von Tenochtitlán. Es waren zwei Stufenpyramiden, die entfernt an die Pyramide in Sakkara, Ägypten, und die Pyramiden in Mesopotamien erinnern. Oben standen auf dem Doppelbauwerk zwei den aztekischen Göttern geweihte Tempel und von der Westseite her führte eine gewaltige Treppe mit 112 Stufen hoch zur Spitze des Monumentes. Vor den Heiligtümer der Götter Tlaloc (Nordseite) und Huitzilopochtli (Südseite) auf der Spitze der Pyramiden stand jeweils ein Opferstein aus Jaspis. Dort vollzogen  die Hohenpriester grausam Menschenopfer.

Der heilige Bezirk von Tenochtitlán, vergleichbar mit der „verbotenen Stadt“ in China, war von der „Schlangenmauer“ umgeben. Etwa 400 Meter lang und 300 Meter breit war der Tempelbezirk, den diese Mauer umgab. Zu sehen ist davon praktisch kaum noch etwas.

Das Allerheiligste der Azteken

Lediglich karge Reste des Heiligtums können heute auf dem Plaza unweit der Kathedrale besichtigt werden. Dort, wo heute das Kreuz des Christentums herrscht, war das spirituelle Zentrum der aztekischen Hauptstadt und des ganzes Reiches. Hier in Mexiko wurde nicht anders verfahren, wie in allen anderen Teilen der Welt in den Jahrhunderten zuvor. Denn christliche Bauten sind in der Vergangenheit sehr oft über „heidnischen Heiligtümern“ errichtet worden. Die Erinnerung an die fremden Religionen und Kulte galt es auszumerzen und die ohnehin schon vorhanden heiligen Plätze für das Christentum zu vereinnahmen.

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Direkt gegenüber dem Doppelheiligtum stand eine sehr außergewöhnliche Pyramide. Ihre Front war wie eine Stufenpyramide errichtet, jedoch wurde die Rückseite rund gebaut. Auf der Spitze fand sich auch kein rechteckiger Tempel, wie bei allen anderen aztekischen Pyramidentempeln, sondern ein konischer Aufbau. Archäologen vermuten, dass dieser ungewöhnliche Bau einst den aztekischen Priestern, die gleichzeitig auch als Astronomen und Sterndeuter fungierten, als Sonnenobservatorium gedient haben könnte.

Tatsächlich wies A. F. Avenie in seinem Buch „Astronomy in Ancient Mesoamerica“ schon 1974 nach, dass an den Tagundnachtgleichen am 21. März und 21. September die Sonne exakt zwischen der Doppelpyramide aufging. Sie konnte so von dem genau gegenüberliegenden Bauwerk und dessen konisch geformter Spitze beobachtet werden. Ein Zufall war diese architektonische Eigenart der Anlage nicht. Die Erbauer haben den Ort ihrer Doppel-Pyramide folglich mit Bedacht gewählt und ausgerichtet.

Bernal Díaz del Castillo (1492 – 1581), ein spanischer Volksheld, der 1514 nach Amerika auswanderte und schon bei den ersten Entdeckungsfahrten nach Mexiko dabei war und der 119 Schlachten und Gefechte überlebte, schrieb ein halbes Jahrhundert nach der Eroberung des Aztekenreiches seine unzähligen Erinnerungen nieder. Er verglich den Grundriss der aztekischen Hauptstadt mit einem Schachbrett und war sprachlos über ihre Schönheit. Er notierte tief beeindruckt in seinen Erinnerungen über die Stadt:

Als wir diesen wunderbaren Anblick gewahrten, standen wir völlig sprachlos da und wussten nicht, ob das, was wir schauten, Wirklichkeit war. Auf der einen Seiten waren auf dem Lande große Paläste und noch mehr draußen aus dem See zu sehen, und es war da ein breiter Damm, unterbrochen von vielen Brücken, und vor uns lag die prächtige Stadt Tenochitlán, gleich der verzauberten Stadt, von der die Sage von Amadis erzählt, die aufsteige aus dem Wasser mit mächtigen Türmen und Steinpalästen.

Große Boote konnten vom See in die Gärten fahren. Alles war aus Stein und prachtvoll geschmückt mit Wandbildern; viele Monumente waren da, und ich dachte, dass nirgends auf der Welt ein schöneres Land wie dieses entdeckt werden würde. Von all diesen Wundern, die ich damals schaute, ist heute nichts mehr geblieben; alles ist vernichtet und verschwunden.

Die Spanier waren beeindruckt und sprachlos angesichts der Pracht der Stadt. Vernichteten und zerstörten letztlich aber doch alles.

Kampf gegen das Heidentum

Natürlich warfen sie im gleichen Atemzug den Azteken vor, sie beten dämonische Kreaturen der Unterwelt an und wissen nichts von dem wahren Gott und Jesus Christus. Deshalb ließ Cortés auf der Hauptpyramide einen steinernen Schrein mit einem Kreuz als Symbol des Christentums und einem Abbild der Madonna errichten.

Doch zur Verwunderung der Spanier war den Azteken das Symbol des Kreuzes als Zeichen göttlicher Herkunft nicht unbekannt. Abbildungen aztekischer Götter zeigen zum Beispiel den Gott Quetzalcoatl mit einem Kreuzsymbol. Auch kannten die Azteken einen allmächtigen Schöpfergott, dem alle anderen Götter unterstanden. Ein Glaube, der in vielen Völkern der Erde nachzuweisen ist.

Eine Parallele mag es auch zur legendären Bundeslade aus dem Alten Testament geben. Jenem tragbaren Heiligtum der Hebräer beim Auszug aus Ägypten, die laut Buch Exodus auf Befehl Gottes von Moses angefertigt wurde. Denn auch die Azteken trugen laut ihren Überlieferungen bei ihrer Wanderung vor der Gründung ihrer Hauptstadt eine solche „Bundeslade“ ihres Hauptgottes bei sich, wie in diesem Video HIER und Artikel HIER berichtet.

Erstaunlich auch, dass die Azteken eine Sintflut als Endpunkt einer vergangenen Zeit und gleichzeitig einem Neuanfang der Welt kannten. Solche Parallelen wurden zum Teil schon im 16. Jahrhundert als Hinweis auf Kontakte zwischen Europa und Amerika von der Vergangenheit gedeutet.

Der Dominikaner-Pater Diego Duran, der bereits 1542 nach Mexiko kam, war überzeugt, dass die Azteken mehr mit der Alten Welt zu tun haben, als angenommen. In seinem Buch „Historia de las Indias de Nueva España“ widmet er sich den scheinbaren Parallelen zwischen der Alten Welt und dem Glauben der Neuen Welt. Er vertrat sogar die Überzeugung, dass die Bewohner Mexikos hebräischer (biblischer) Abstammung sein könnten. Duran schrieb:

Diese Eingeborenen sind Nachkommen der zehn Stämme Israels, die der assyrische König Salmanassar I. gefangen genommen und nach Assyrien verschleppt hat.“

Das es Kontakte zwischen Europa und Amerika gab, ist Thema ungezählter Bücher. Dennoch bleibt die Tatsache, dass Cortés und seine Mannen in Mexiko auf ein hohes Kulturvolk und eine beeindruckende Hauptstadt stieß.

Im „Venedig Mexikos“ blühte Wissenschaft, Religion, Kultur und Handel. Geld jedoch war unbekannt. Die unterworfenen Stämme leisteten ihren Tribut an die Azteken in Waren und Gütern und trugen so maßgeblich zum Wachstum der Hauptstadt bei. Auch eine Art Schrift kannten die Azteken und ihr heiliges Zentrum zierten zahlreiche Symbole. Jedoch handelte es sich nicht um eine Schrift, die die spanischen Eroberer kannten. Es war vielmehr eine Art Comic ohne Sprechblasen. Symbole mit mehrfacher Bedeutung und bis heute befremdlichen Aussehen.

Die Gier nach Gold

Für die Spanier waren nicht nur der Glaube der Azteken und ihre sonderbaren Riten in der Hauptstadt dämonisches Treiben, sondern auch ihre Handschriften. Als „Teufelszeug“ verbrannt man die Dokumente und nahm so einem ganzen Volk ihre Identität.

Die Spanier kamen nicht als friedliche Überbringer des Christentums oder als Freunde nach Mexiko. Der Untergang des riesigen Reiches der Azteken war praktisch beschlossene Sache. Die Gier nach Gold trieb die Spanier immer weiter voran. Auch die Schönheit und Pracht der aztekischen Hauptstadt war dem Untergang geweiht und ein ganzes Volk verschwand von der Bildfläche der Geschichte. Cortés kam als kriegerischer Eroberer.

Das Bild der Spanier in den Augen der Indios war klar. Sie waren eiserne Männer, die nur und ausschließlich auf das Gold der Azteken aus waren. Sahagún, der rund 50 Jahre später die Berichte der Azteken aufschreiben ließ, berichtet dies in klaren Worten:

In Hafen kommen sie, wie ein Strom kommen sie, den Staub wirbeln sie auf (…) Ihr Eisenstab, ihr Fledermausstab gleichsam ein Meer von Glanz; und ihr Eisenschwert wie Wasserwellen und her gebogen (…) und einige bestehen ganz und gar aus Eisen, sind Eisenmänner geworden, glänzen. Darum wurden sie mit großer Scheu angesehen, daher wurden sie sehr gefürchtet, daher erregten sie starkes Entsetzten, (…) und Moctezuma entsendete ihnen (…) das Goldbanner, das Quetzalfederbanner und die goldenen Perlhalskette.

Und als sie es ihnen gegeben hatten, lachten sie Spaniern über das ganze Gesicht, freuten sich sehr; wie Affen griffen sie nach dem Golde, ihr ganzes Herz richtete sich gleichsam darauf, ihr Herz war gleichsam blank, ihr Herz war gleichsam kalt, denn danach dürsteten sie sehr, sie verlangten danach, sie hungern danach, suchen das Gold wie die Schweine.“

Auf der Jagd nach Gold zogen die Invasoren durch das Land. Doch die Zerschlagung des ganzes Reiches begann eigentlich schon mit der Anlandung der Spanier am der mexikanischen Ostküste.

Die erhaltenen Chroniken über die Vernichtung der Azteken und ihrer Stadt Tenochtitlán lassen keinen Zweifel über die Absichten der Spanier. An anderer Stelle wurde darüber bereits umfangreich berichtet.

Tenochtitlán wurde sehr schnell zu einem Mythos. Die Pracht und Größe war zwar vernichtet, doch in den Erinnerungen lebte diese mächtige Stadt weiter. Und immer wieder finden sich im gesamten Stadtgebiet des heutigen Mexiko-City archäologischen Spuren der Azteken. Wann und wie genau die Stadt gegründet wurde, ist allerdings schwer nachzuweisen. Außer in den Mythen der Azteken, die von ihren Wanderungen aus Norden kommend mit ihrer „Bundeslade“ des Gottes Huitzilopochtli erzählen.

Archäologen auf den Spuren eines Mythos

Nach vielen Jahren des Nomadendaseins soll es dann 1325 soweit gewesen sein. Inmitten des Texcoco-See erfüllte sich die Prophezeiung ihres Gottes, als sie dort den Adler mit der Schlange auf dem Kaktus sahen. Ein Gründungsmythos, dem auch auf dem zentralen Platz von Mexiko-City ein Denkmal errichtet wurde.

Ob diese Überlieferung den Tatsachen entspricht, kann natürlich niemand mit Bestimmtheit sagen. Es ist allerdings bezeichnet, dass es weitaus bessere Siedlungsgebiete gegen hätte, als kleine Inseln im See mit sumpfiger Umgebung. Deshalb spekulieren Forscher dahingehend, dass die Einwanderer sich diesen Ort im See nur deshalb aussuchten, da er sich gut verteidigen ließ. An Fisch und Wasser herrschte dabei natürlich auch kein Mangel.

Archäologen sind auch nicht sicher, wo genau die Grundsteinlegung von Tenochtitlan erfolgt sein könnte. Irgendwo unterhalb der Metropole Mexiko-City schlummern dafür die Beweise. Diese Spuren jedoch könnte ein Forscherteam des „Nationale Institut für Anthropologie und Geschichte“ in Mexiko jetzt gefunden haben.

Im heutigen Stadtteil La Meced im Südosten des einstigen Zentrums von Tenochtitlan entdeckten sie Ruinen, die sie auf das 14. Jahrhundert datierten. Hier lag einst der Bezirk Temazcaltitlan der Azteken-Hauptstadt, der sich in unmittelbarer Nähe des einstigen Allerheiligsten befand. Der berühmte „Templo Mayor“ liegt praktisch nebenan und die Archäologen um Víctor Esperón Calleja sind sicher, dass dies der älteste Teil der versunkenen Metropole ist.

Die Forscher sind sicher, dass sie hier unter anderem die Reste von rituellen Bädern gefunden haben. Von genau diesen berichten auch Legenden der Azteken. Nach diesen wurde in Temazcaltitlan ein sogenanntes „Temazcal“ errichtet, um dort das heilige Mädchen Quetzalmoyahuatzin zu waschen und zu baden. Nach dem „Aubin Codex“ von 1576 wurde der Ort in der Folge zu einer Pilgerstätte. Auch und vor allem für schwangere Frauen, die hier ihre Kinder bekommen wollten.

Hernando de Alvarado Tezozomoc, ein Enkel des Aztekenkönigs Moctezuma II., schrieb 1598 in seiner „Crónica Mexicana“ dazu unter anderem:

Deshalb ließen sie sich dort nieder, wo der Tempel von San Pablo Itepotzco steht, wo sie das ‚Temazcal‘ errichteten, in dem sie die Mädchentochter der Mexikaner namens Quetzalmoyahuatzin badeten, die Mutter von Contzallan, weshalb Temazcaltitlan genannt wird. Sie badeten dort und ließen sich dort nieder und blieben dort.“

Dieser bisher als mythisch angesehene Ort der Gründung scheinen die Archäologen nun gefunden haben. Zumindest nach den Interpretationen und Forschungen von Calleja. Denn unter den Straßen von Mexiko-City warten noch unzählige Entdeckungen der sagenhaften Metropolen der Azteken …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Tagged , , , , , , <

Fand eine Expedition die “verlorene Pyramide der Maya” und löste das Rätsel um eine der größten Pyramiden der Welt? Die Hintergründe

"Die verlorene Pyramide der Maya" von El Mirador in Guatemala (Bild: Screenshot YouTube/"Yes Theory")
“Die verlorene Pyramide der Maya” von El Mirador in Guatemala (Bild: Screenshot YouTube/”Yes Theory”)

Derzeit kursiert – vornehmlich in der Boulevardpresse – eine Meldung, dass es einer Expedition gelungen sei das Rätsel um “die verschollene Pyramide der Maya” zu lüften. Eine der größten Pyramiden der Welt, die sogar mehr Volumen als die Cheops-Pyramide in Ägypten hat. Das Monument steht mitten im Dschungel von Guatemala in der alten Maya-Stätte El Mirador und war das Ziel dieser Expedition. Entstanden ist hierbei auch ein etwa einstündiger Film, in dem gezeigt wird, wie die Gruppe die verlorene Pyramide nach ihrem mehrtägigen Marsch durch den Urwald schließlich erkundet. Ein Blick auf die Hintergründe zeigt aber ein vollkommen anderes Bild dieser “Expedition” und der entsprechenden Pressemeldungen, wie Ihr hier lesen könnt. Der Filmbericht ist hier ebenfalls eingebunden.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Pyramide im Dschungel

Weltweit stehen Pyramiden oder pyramidenartige Bauwerke aus den unterschiedlichsten Kulturen. Monumente, die unser Vorfahren überall auf den Planeten zu den verschiedensten Zeiten errichteten, und die fast ausschließlich einem Zweck dienten: Es waren Bauwerke zu Ehren der Götter und/oder ihrer irdischen Stellvertreter und Helfer.

Bekannt sind neben den Pyramiden in Ägypten vor allem die Bauwerke der Maya, Azteken und weiterer Völker, die in Mittelamerika zu finden sind. Oftmals Mitten im dichten Dschungel stießen die ersten Entdecker hier auf eine versunkene Welt und unzählige Pyramiden. Überwuchert von der Natur und errichtet von rätselhaften Völkern. Wie eben den Maya. Heute touristisch erschlossen sind vor allem Maya-Orte wie Tikal, Palenque oder auch Chitzen Itza mit ihren zahlreichen Tempeln und Pyramiden unlängst weltweit bekannt.

Doch im Urwald Mittelamerikas liegen noch viele Stätten und einstige Maya-Zentren, die heute kaum ein Tourist oder Reisender kennt. Zum Teil nicht mal die Archäologie, die diese Kultur intensiv erforscht, um auch die letzten Geheimnisse der Maya zu ergründen.

Eine dieser Stätten ist das versunkene Maya-Zentrum El Mirador im Norden von Guatemala.

Vor Urwald überwuchert wurde dieser gewaltige Ort erst im Jahr 1926 entdeckt und vier Jahre später erstmals aus der Luft in Fotos dokumentiert. Datiert wird die Stadt, die in einem Kulturgebiet von mindestens 26 Quadratkilometern befindet zwischen das 6. Jahrhundert vor und das 1. Jahrhundert nach Christus. Dann versank auch dieser Ort, wie so viele andere Stätten der Maya, nach und nach im Urwald. Spätestens im 9. Jahrhundert ging El Mirador und die gesamte Maya-Kultur letztlich ganz unter.

Maya-Zentrum El Mirador

Bis die ersten Entdecker staunend in Mittelamerika deren Ruinen wiederfanden.

Nicht anders als bei El Mirador und den rund drei Dutzend dortigen Pyramiden und Pyramiden-Plattformen. Als eine der letzten Großstädte der Maya allerdings erst vor knapp 100 Jahren.

Die Erbauer erbrachten hier Erstaunliches. Vor allem die Pyramide mit Namen „La Danta“ begeistert dabei die Archäologen und Besucher, da sie als eine der größten Pyramiden der Welt gilt. Sie ist zwar heute nur knapp 72 Meter hoch, doch aufgrund ihrer gewaltigen Basis hat sie ein geschätztes Volumen von 2,8 Millionen Kubikmetern. Damit übertrifft „La Danta“ die Cheops-Pyramide in Ägypten mit einem Volumen von ca. 2,5 Millionen Kubikmetern.

Ausgrabungen und Forschungen in der Maya-Stätte gab es zum Beispiel in den Jahren 1962 und 1978. Sie gilt aufgrund der Abgeschiedenheit und des dort noch großflächig vorhandenen Urwaldes um El Mirador als schwieriges Gebiet. Obwohl unlängst in unmittelbarer Nähe ein Hubschrauberlandesplatz errichtet wurde. Dazu gleich mehr.

Im Jahr 2003 realisierte Dr. Richard D. Hansen von der Idaho State University das wohl ehrgeizigste Forschungsprojekt um die El Miradior und die dortigen Pyramiden und Tempelanlagen. Über 50 Universitäten und Forschungsinstitute nahmen daran teil. Die Archäologen und Wissenschaftler veröffentlichten im August 2008 zu ihren dortigen Arbeiten rund 170 wissenschaftliche Artikel und Papiere. Eine der umfangreichsten Ausgrabungen und Forschungen an einer Maya-Stätte überhaupt.

Pyramiden mitten im Urwald – vor allem von dieser wuchtigen Größe – faszinieren offenkundig heute noch. So kam es, dass sich die Gruppe „Yes Theory“ um Thomas Brag, Ammar Kandil und Matt Dajer aufmachte, um die Riesen-Pyramide im Dschungel von Guatemala zu „entdecken“.

„Die verlorene Pyramide der Maya“

Mit neuesten Technologien wie Drohnen du 4K-Videokameras ausgestattet machten sie sich mit sieben anderen Entdecken auf den Weg nach El Miradior. Grund war der “Traum von Ammar Kandil eine Pyramide zu besteigen“. Heraus kam der fast einstündige Film „Finding the Lost Largest Pyramid in the World“, den sie am 15. September 2019 frei zugänglich online stellten.

Unten ist dieser via YouTube eingebunden.

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Die Doku erweckt den Anschein eines modernen Abenteuers von einigen jungen Menschen, die unter Strapazen die „verlorene Pyramide“ letztlich finden. Nach vier Tagen zu Fuß durch den Dschungel und in Begleitung von einheimischen Führern.

„Dieser Film wurde mit tiefem Respekt und Liebe für unseren Planeten und alle Lebewesen gemacht“, betont das Team. Und „Tiere, Flora, Fauna (oder Menschen) wurden bei der Herstellung nicht geschädigt“, wird unterstrichen. Ebenso fehlen auch keine Verweise und Verlinkungen „über das Maya-Biosphärenreservat und die laufenden Umweltschutzbemühungen in Guatemala“. Dazu zahlreiche Hinweise auf die Sponsoren und Unterstützer, die diese Expedition erst ermöglicht haben.

Grundsätzlich ein sehr schöner Film mit ausgezeichneten Aufnahmen, über den in den letzten Tagen auch einige englischsprachige Medien berichteten. Hier wird aber ein sehr falsches Bild des Filmes und der Expedition präsentiert, der nicht sehr viel mit der Realität zu tun hat. Besonders schlimm sticht hier die Boulevardzeitung „Express“ mal wieder heraus. In einem umfangreichen Artikel mit dem Titel „Maya-Rätsel gelöst: ‚Größte Pyramide der Welt‘ entdeckt, versteckt unter Guatemala-Dschungel“ heißt es zum Beispiel, dass El Mirador geradezu verschollen gewesen sei. Zwar werden die Forschungen von 2003 um Richard D. Hansen erwähnt, aber weiter:

Obwohl sein Team feststellte, dass das Gebiet beeindruckende Beispiele der präklassischen Maya-Zivilisation enthielt, verhinderte seine Lokalisierung eine umfassende Dokumentation. 16 Jahre später hat das digitale Medienunternehmen ‚Yes Theory‘ dies geändert und zwei große Pyramiden im Komplex entdeckt.“

Es geht auch einfacher …

Dass fast 170 wissenschaftliche Publikationen im August 2008 zu diesen archäologischen Forschungen erschienen, hat der Redakteur wohl übersehen. Ebenso, dass es in der Nähe einen Landeplatz für Helikopter gibt. Man muss sich nicht tagelang durch den Dschungel kämpfen, um die beeindruckenden Ruinen zu besuchen. Für 700 Dollar kann man hin fliegen.

Selbst in dem Film des Teams sieht man wunderbar, dass einige Ruinen sogar für Besucher mehr oder weniger erschlossen sind. Neben Abdächern über archäologischen Funden kann sich der Entdecker auch bequem an Geländern auf diversen Pyramiden und Tempeln anlehnen (s. a. Titelbild). Auch der berühmte Schauspieler und Moderator diverser TV-Dokumentationen Morgen Freeman besuchte bereits vor Jahren die Ruinenstätte mit einem Kamerateam.

Sicherlich ohne mit dem Team durch den dichten Urwald gelaufen zu sein.

“Umständlich” bleibt die Anreise dennoch. Nicht wie bei anderen Maya-Orten wie etwa Palenque, wo der Tourist mit dem Bus quasi bis vor die Pyramiden gebracht wird. Zur Blütezeit von El Mirador sah das etwas anders aus, wie Forschungen 2016 belegten. Hierbei wurden 17 Fernstraßen von insgesamt 240 Kilometern Länge der Maya nachgewiesen, die den Ort mit anderen Städten der Region verbanden. Eines der ersten Landstraßennetze der Geschichte (s. dazu Video HIER)

Es war überhaupt nicht Sinn und Zweck der Reise eine „verlorene Pyramide“ wiederzufinden, die bis dato nicht wirklich „dokumentiert“ wurde. Diese gibt es nicht vor Ort. Die Gruppe „Yes Theory“ bot eine Touristenreise an, wie sie selber schreiben. Eine spirituelle Reise in der Natur, die man online bei ihnen buchen kann bzw. konnte. Auch ähnliche Reisen werden angeboten.

Spiritueller Naturliebhaber

Zu dieser Expedition heißt es im Angebot:

Auf dieser einzigartigen und einzigartigen Expedition werden wir 7 Tage lang zum Herzen des Maya-Biosphärenreservats (Schutzgebiet der UNESCO) wandern und zu einem der energischsten, spirituellsten und magischsten Orte auf dem Planeten Erde reisen. Wirklich ein unbeschreibliches und unvergessliches Abenteuer, das Ihr Leben verändern und den tiefsten Teil Ihrer selbst positiv beeinflussen wird.

Eine Expedition für Abenteuerliebhaber und Esoteriker mit offenem Herzen und offenem Verstand. Das stößt gerne an seine Grenzen und liebt es, aus seiner Komfortzone herauszufahren.“

Ohne Handy und Internet sollten die Teilnehmer dabei die Komfortzone verlassen. Einfach die Natur auf den etwa 160 Kilometer langen Marsch genießen. Selbstverständlich wurde dabei auch an „Campingausrüstung, Zelte, Yogamatten, Decken und Kissen“ sowie an allerlei Ausrüstung gedacht. Erfahrene Guides begleiten die Interessierten und ein Koch sorgt für „drei Mahlzeiten prost Tag, plus Snacks“. Und wem die Strapazen in der Hitze zu viel werden, für den kommen auch „Maultiere mit Stühlen“ mit.

So zumindest die Tourbeschreibung.

Wie es auch der Film der Gruppe selber zeigt, war die Expedition eine Reise spiritueller Naturliebhaber, die einfach mal „raus wollten“. Daran ist nichts auszusetzen. Und ein Besuch von El Mirador mit dem Helikopter wäre damit auch nicht Sinn und Zweck der Reise.

Doch was die (immerhin viel gelesene) Boulevardpresse daraus machte, ist fast schon erschreckend!

Das Video von “Yes Thory” auf YouTube

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Tagged , , , , <

“Panne” in der Archäologie: Ein angeblich 3.000 Jahre alter Steinkreis in Schottland ist nur rund 20 Jahre alt (+ Videos)

Panne in der Archäologie: Ein angeblich 3.000 Jahre alter Steinkreis in Schottland ist nur rund 20 Jahre alt (Bild: Twitter/Aberdeenshire)
Panne in der Archäologie: Dieser angeblich 3.000 Jahre alter Steinkreis in Schottland ist nur rund 20 Jahre alt (Bild: Twitter/Aberdeenshire)

Megalithanlagen wie Steinkreise, Dolmen, Menhire und andere monumentale Bauten aus der Urzeit der Menschheit ziehen viele Menschen in ihren Bann. Tonnenschwere Monolithen, die von Steinzeitmenschen zu noch immer rätselhaften Zwecken in vielen teilen der Welt errichtet wurden, wobei die sogenannten Megalithiker (Megalithkultur) in Europa besonders aktiv waren. Zum Beispiel auf den Britischen Inseln. Jetzt haben sich Archäologen bei einem Steinkreis in Schottland (kurzzeitig) in einen besonders groben “Schnitzer” erlaubt. Ein auf rund 3.000 Jahre geschätzter Steinkreis in Aberdeenshire stammt in Wahrheit aus den 1990ger Jahren und ist erst rund 20 – 25 Jahre alt! Wie es zu diesem archäologischen “Flop” kam, wie er aufgelöst wurde und warum man die Sache positiv sieht, lest Ihr hier.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Megalithiker, Mythen und Monolithen

Im gesamten Gebiet von Nord-West-Europa finden sich Jahrtausende alte Spuren einer lange vergessenen Welt. Zum Teil gewaltige Steine, die vor tausenden von Jahren von uns vollkommen fremden Menschen errichtet wurden, und die Forscher wie Laien bis heute vor zahllose Rätsel stellen. Überall errichteten sie Steinkreise, Hünengräber, Dolme oder einfach nur einzeln aufgerichtete Riesen-Steine (Menhire).

Solche Bauten finden sich in vielen Teilen der Welt und ähneln sich dabei zum Teil sehr. Ein weiterer Grund, warum diese teilweise 5.000, 7.000 und mehr Jahre alten Bauwerke der Megalithkultur – wie sie in Europa genannt wird – bei Archäologen unzählige Frage aufwerfen. Schriftliche Hinterlassenschaften der Erbauer existieren nicht. Ein einheitliches Volk, das über Jahrtausende hinweg solche Monumente der Steinzeit schuf, gab es nicht.

Zu welchem Zweck?

Auch einen Sinn und Nutzen lässt sich bei unzähligen dieser Werke nicht oder nicht immer erkennen.

Vor allen in den weltweit zu findenden Steinkreisen sehen die Forscher aber einen Sinn und Zweck. Also genaue jene Bauten, die eben vor allem aus Europa bekannt sind. Hier lassen sich astronomische Bezüge und Beobachtungspunkte nachweisen, was darauf hinweist, dass sie zumindest irgendwas mit dem Himmel/Firmament/Sternen zu tun hatten. “Kultbauten”, wie es die Forschung lapidar sagt. Ohne aber den eigentlich Kult dahinter wirklich erklären oder verstehen zu können.

Hünengräber und Dome sind nachweislich in weiten Teilen Grabanlagen gewesen. In grauer Vorzeit fanden hier Bestattungen statt, die Archäologen immer wieder ausgegraben haben. Warum solche Anlagen aber von Schottland über ganz Europa und den Nahen Osten bis nach Fernost und sogar Nordamerika erbaut wurden, wissen sie nicht.

Hundetausende große und kleine Steinkreise erbauten die frühen Europäer in der Steinzeit. Von diesen ist heute nur noch ein Bruchteil wirklich erhalten geblieben. Jahrtausende der Landwirtschaft, der Landgewinnung, der wilden Natur und 2.000 Jahre Christentum haben eine Vielzahl solcher Steinzeit-Bauten vernichtet. So erging es sämtlichen Megalithanlagen in Europa und nicht nur Steinkreisen.

Steinkreise in Nord-Schottland

Trotzdem haben sich einige davon bis heute erhalten. So auch im rauen Schottland, wo noch immer dieses Erbe der Giganten zu finden ist. Selbst auf den kargen und von Wind und Wetter gepeitschten Orkney-Inseln im hohen Norden vor der Küste Schottlands sind sie zu entdecken. Auch hier haben Menschen vor über 5.000 Jahren Megalithanlagen errichtet und Steinkreise aus gewaltigen Steinen erbaut. Zum Beispiel den Steinkreis “Ring of Brodgar” (um 2700 v. Chr.) sowie noch ältere Bauten.

Unter der Bezeichnung “Das Herz des neoliothischen Orkney” wurden diese Monumente 1999 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Das zeigt eindrücklich, dass selbst die wilden und einsamen schottischen Orkney-Inseln von der europäischen Megalithkultur besiedelt oder beeinflusst war.

Demnach ist es auch nicht verwunderlich, dass auf dem Festland der Britischen Inseln unzählige uralte Megalithanlagen zu finden sind. Nicht nur das Touristenziel Stonehenge im Süden Großbritanniens. So finden Forscher auch immer wieder dort Spuren dieser “Kathedralen der Steinzeit”, die ihnen zuvor entgangen waren.

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Der Steinkreis von Aberdeenshire: Eine Fälschung

Vor diesen Hintergründen muss man das sehen, was aktuell aus dem Ort Leochel-Cushnie in Aberdeenshire im Nordosten von Schottland berichtet wird. Denn dort wurde ein Steinkreis aus der Steinzeit mal eben an die 3.000 Jahre jünger datiert, als es die Experten zuvor annahmen. In Wahrheit haben nicht die rätselhaften Megalithkultur diese Anlage geschaffen, sondern ein lokaler Landwirt in den 1990ger Jahren.

Ereignet hat sich das übrigens nicht weit von dem “Europäischem Nazca” in Schottland, wo mutmaßlich bisher unbekannte “Bodenzeichnungen” existieren, wie ich es in diesem Video HIER Anfang 2018 berichtet habe.

Laut “BBC” am 21. Januar 2018 hat Adam Welfare vom schottischen “Historic Environment” und des “Aberdeenshire Council’s Archaeology Service” den Steinkreis ursprünglich als “echt” und damit Jahrtausende alt angesehen:

Eine Untersuchung der Stätte in der Gemeinde Leochel-Cushnie ergab, dass die Steine etwa 20 Jahre alt waren. Ursprünglich wurde angenommen, dass dort ein Steinkreis liegt.

So die “BBC” weiter. Dass jetzt der Steinkreis aus der Steinzeit in die Moderne undatiert wurde, “löste bei den Fachleuten Begeisterung aus”, heißt es dazu. Bei den neueren Untersuchungen der Steinanlage habe sich schließlich der ehemalige Besitzer des Landes gemeldet, auf dem der Kreis liegt. Ein Landwirt gab an, dass er selber den Kreis aus Monolithen Mitte der 1990er Jahre aufgestellt habe.

Nicht Jahrtausende sondern Jahrzehnte alt

In der offiziellen Meldung des “Aberdeenshire Council’s Archaeology Service” hieß es dazu:

Was als ein neu identifizierter Steinkreis angesehen wurde, der Tausende von Jahren alt war, erwies sich nach weiteren Untersuchungen als nur wenige Jahrzehnte alte Nachbildung.

Die Archäologen waren anfangs sehr erfreut über die Aufnahme eines weiteren Steinkreises zu den vielen, die bereits in Aberdeenshire identifiziert wurden.

Bei weiteren Untersuchungen des Ortes in der Gemeinde Leochel-Cushnie stellte sich jedoch heraus, dass es sich nur um eine etwa 20-jährige Nachbildung handelt.”

Gemeldet hat diese vermeintlich archäologische Stätte der aktuelle Besitzer des Landes und der Farm. Ungewöhnlich sei dieser Steinkreis den herbeigeeilten Forschern aber direkt vorgekommen, wie sie schreiben:

Bei der Aufnahme wurden einige ungewöhnliche Merkmale festgestellt. Darunter der kleine Durchmesser, die verhältnismäßig kleinen Steine ​​und das Fehlen eines offensichtlichen zugehörigen Steinhaufens oder Bordsteins.

Zwischen liegenden Steinkreisen gibt es jedoch große Unterschiede, so dass das Auffinden solcher Unterschiede anfangs kein Grund zur Besorgnis war.

Steine an sich lassen sich bekanntlich nicht datieren. Und da Steinkreise in Schottland bis zu 4.500 Jahre alt sind, schätze man diesen Fund vorerst ebenso alt ein. Hätte der Landwirt sich nicht gemeldet,  was wäre dann wohl aus dem Steinkreis von Leochel-Cushnie geworden …?

Aus Rückschlägen lernen

“Archäologisches Wissen verbessert sich ständig und reagiert auf neue Informationen und Erkenntnisse”, so die Experten aus Schottland in ihrer Pressemitteilung. Die hier genannten “neuen Informationen” waren die Aussagen des Erbauers der Anlage. So sei dieser Vorgang ein “Beispiel für eine gründliche archäologische Forschung, die es erlaubt, die frühe Interpretation abzulehnen”.

In der Tat brachen die Archäologen weitere Untersuchungen des Steinkreises aufgrund der neuen Informationen aus erster Hand ab. Informationen, die ein Forscher bei uralten und damit “echten” Steinkreisen natürlich niemals hat.

Neil Ackerman vom “Aberdeenshire Council’s Archaeology Service” sieht die ganze Angelegenheit positiv. Immerhin haben hier die Wissenschaftler – nach der Mekldung des Farmers – herausgefunden, dass es eine Fälschung der Moderne ist. So sagt Ackerman:

Dass ein regionaler Monumenttyp so genau kopiert wird, zeigt das lokale Wissen, die Wertschätzung und die Auseinandersetzung mit der Archäologie der Region durch die lokale Gemeinschaft.

Darum hofft er, dass man sich an dem Fake-Steinkreis in seiner fantastischen Lage und Landschaft dennoch weiterhin erfreut. Auch wenn es für ihn enttäuschend sei, dass die Anlage erst 20 bis 25 Jahre alt ist.

Datierungen mittels Feuerzeug …

Wirklich “reingefallen” sind die Wissenschaftler bzw. Archäologen in Schottland auf diesen Steinkreis allerdings nicht. Sie bekamen die Meldung über die Steinsetzung und datierten sie auf 3.000 oder mehr Jahre. Doch nur aufgrund ihrer Erfahrung mit eben solchen Bauwerken und durch Augenschein. Immerhin ist Schottland voll von diesen Megalithbauten.

Erst die weiteren Nachforschungen zeigten, dass der Fund aus der Neuzeit stammt. Zum Glück meldetet sich der Bauer, so dass die Untersuchung abgebrochen werden konnte. Wie hätten die Archäologen den Steinkreis wohl datiert, wenn sie mit Grabungen begonnen hätten? Etwa durch irgendwelche Funde, die dort zutage gekommen wären? Beispielsweise mittels C14-Datierung von zufällig dort liegenden Holzkohleresten eines Feuer, dass vor vielen tausend Jahren dort einmal brannte? Oder durch ein verlorenes Feuerzeug?

Damit aber nicht in vielen Jahren andere Archäologen über diesen Steinkreis stolper und ihn erforschen wollen, wurde auch er registriert. Neil Ackerman dazu:

Diese Art von Denkmälern ist bekanntermaßen schwer zu datieren. Aus diesem Grund nehmen wir alle modernen Nachbildungen antiker Monumente in unsere Unterlagen auf, falls sie später falsch identifiziert werden.

Ein sicherlich sehr wohl überlegter Schritt für die Zukunft der Archäologie (s. a. YouTube-Video HIER). Man denke zum Beispiel auch an die (Osterinsel-)Megalithen von Orrius in Spanien aus dem YouTube-Video HIER. Oder an die “versunkene Megalithkultur von New York” aus diesem Video HIER

Was denkst DU über das Thema? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Video-Auswahl zum Thema auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

YouTube-Video vom 23. Sep. 2018 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

YouTube-Video vom 31. Jan. 2018 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

YouTube-Video vom 3. April 2018 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

YouTube-Video vom 4. April 2017 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

YouTube-Video vom 16. Mai 2017 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

YouTube-Video vom 28. Juli 2015 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Tagged , , , , , , , , <

Bedroht durch Grundwasser: Die riesige Grabanlage von Kaiser Nintoku in Japan soll wissenschaftlich untersucht werden

Bedroht durch Grundwasser: Das Riesengrab von Kaiser Nintoku in Japans soll untersucht werden (recht zum Vergleich die Cheops-Pyramide) (Bilder: Google Earth)
Bedroht durch Grundwasser: Das Riesengrab von Kaiser Nintoku in Japans soll untersucht werden (rechts zum Vergleich die Cheops-Pyramide) (Bilder: Google Earth)

In Japan liegt die riesige Grabanlage des Kaisers Nintoku, die an ihrer schmalsten Seite noch fast dreimal so breit wie die Pyramide des Cheops in Gizeh in Ägypten ist. Eine gigantische Grab-“Pyramide” von ca. 320.000 Quadratmetern Grundfläche, die aus der Luft an ein Schlüsselloch erinnern. Unzählige solcher Gräber gibt es in Japan, doch die des Kaiser Nintoku ist bei weitem die größte Anlage dieser Art, wie HIER und HIER bereits berichtet. Doch das Riesen-Grab von Osaka ist von Grundwasser bedroht, so dass es  jetzt erstmalige wissenschaftlich genau untersucht werden soll. Zumal das Grab und weitere Anlagen dieser Art in Japan als Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen werden sollen. Das hat nun auch die kaiserliche Familie in Japan eingesehen, denen das Grab des Herrscher Nitoku gehört.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Kaiser Nintoku

Anhand des Titelbildes dieses Beitrags kann man die Dimensionen des kaiserlichen Grabes von Nintoku aus dem vierten Jahrhundert bereits erahnen. Rechts im Bild ist die Cheops-Pyramide zu sehen, die immerhin bereits eine Kantenlänge von rund 230 Meter hat. Unvergleichlich größer ist da das Grab von Kaiser Nintoku, über das Ihr alles in dem unten eingebundenen YouTube-Video von mir vom April 2017 erfahrt.

Über 160.000 solcher Grabhügel wurden bei einer Erfassung in Japan gezählt. Eine gewaltige Menge, von denen natürlich die meisten Gräber wesentlich keiner sind als das des Herrschers Nintoku. Immerhin hat es eine Länge von ca. 840 Metern und ist an seiner Basis 660 Meter breit. Zumindest wenn man es inklusive der äußeren Umrandung des umgebenen See mit Google Earth vermisst:

Das Riesengrab von Kaiser Nintoku (Bild: Google Earth)
Das Riesengrab von Kaiser Nintoku (Bild: Google Earth)

Ein gigantisches Monument, das Daisenryō-Kofun bzw. Daisen Kofun bekannt ist und in Sakai im Süden Japans liegt. Umgeben von zahlreichen (kleineren) Monumenten in dieser “Schlüsselloch-Bauart”.

Interessant ist bei diesem Riesen-Grab auch der Umstand, dass es nicht belegt ist, ob Nintoku eine historische Person war.  Vielleicht gehört er in das Reiche der Legenden um die mythischen Herrscher von Japan.

Die Kaiserfamilie lenkte ein

Wie andere Grabanlage um Sakai auch gehören diese der kaiserlichen Familie von Japan. Sind sind Familienbesitz, in denen ihre (direkten oder indirekten= Vorfahren ihre letzte Ruhe gefunden haben. Darum hat die kaiserliche Haushaltsagentur Japans jegliche Grabungen, Forschungen oder Untersuchungen der Grabstätten untersagt. Die Würde und der ewige Friede der dort begrabenen Ahnen gilt als Unantastbar.

Doch die kaiserlichen Besitzer und Verwalter mussten jetzt einlenken. Grundwasser hat inzwischen die gewaltige Grabalge von Kaiser Nintoku unterspült und teilweise sogar ausgehöhlt. Japanische Wissenschaftler verlangten deshalb von kaiserliche Haushaltsagentur genaue Untersuchungen der Anlage, die auch und vor allem dem Erhalt dienen sollen.

Hier hatten die kaiserlichen Inhaber und Nachfahren letztlich ein Einsehen. Sie erlaubten Experten vor Ort Untersuchungen der heiligen Grabstätte. Ausschlaggebendes Argument war, dass die Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Arbeiten dafür genutzt werden können, weitere Schäden und Zerstörungen abzuwenden. Zum Beispiel durch Baumaßnahmen, die die Grabanlage verstärken und gegen das Grundwasser absichern.

Am 16. Oktober 2018 schrieb “The Japan Times” dazu:

Die Forderung nach einer gemeinsamen Untersuchung unter Akademikern und anderen wurde laut, da der Hügel durch das Wasser in den umgebenden Wassergräben allmählich erodiert. (…)

Die Agentur hat es als notwendig erachtet, mit lokalen Behörden zusammenzuarbeiten, die sich seit langem für den Schutz des Kulturgutes einsetzen, sagte einer seiner Beamten.”

Auch wenn es ein “Grab der kaiserlichen Familie ist, wo Frieden und Heiligkeit bewahrt werden müssen”, geht hier doch der Schutz der beeindrucken Grabanlagen vor. So bleibt zu hoffen, dass eine weitere Zerstörung der Grabstätte verhindert werden kann.

 

Video zum Thema auf Grenzwissenschaft & Mystery Files bei YouTube

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

+++ Postet mir Eure Fragen, Anregungen, Kommentare & Meinungen dazu bei YouTube. / Abo & Daumen hoch nicht vergessen … +++

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Tagged , , , , , , , <

Maria Reiche und die Linien von Nazca: Verdienter Mainstream-Bericht über die vergessene Gringa, die die Wüste in Peru fegte

Maria Reiche und die Linien von Nazca: Die Gringa, die die Wüste in Peru fegte (Bilder: latinamericanstudies.org)
Maria Reiche und die Linien von Nazca: Die Gringa, die die Wüste in Peru fegte (Bilder: latinamericanstudies.org)

Es existiert wohl kein an Prä-Astronautik sowie Grenzwissenschaft und Mystery Files Interessierter auf diesem Planeten, der nicht die Linien und Scharrbilder von Nazca in Peru kennt. Zu verdanken haben die Nazca-Linien ihre Berühmtheit ohne Zweifel Erich von Däniken und seinen Thesen über die Raumfahrer des Altertums. Nazca ist seit nun 50 Jahren Teil seiner Argumentationen. Vergessen wurde darin nie Dr. Maria Reiche aus Deutschland, die als Pionierin der Nazca-Forschung ihr Leben der Entschlüsselung der Hochebene in Peru widmete. “Die Gringa, die die Wüste fegte”, wie sie einst in Peru belächelt wurde. Vergessen wurde Reiche aber vielfach in der Öffentlichkeit. Ein jüngst erschienener Artikel in der Mainstreampresse ruft die Nazca-Forscherin jetzt gebührend ins Gedächtnis zurück. Genau 20 Jahre nach ihrem Tod am 8. Juni 1998 in Peru. Ein Beitrag, der natürlich um von Däniken nicht herum kommt, weshalb das Thema bzw. Maria Reiche an dieser Stelle ebenso einmal genauer betrachtet und gewürdigt werden soll.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Das Bilderbuch der Götter

Nazca ist jener Ort in Peru, in dem sich die legendären Scharrbilder, Pisten, Linien und Figuren in der Wüste befinden, die nur aus der Luft wirklich in ihrem Ausmaß zu erfassen sind. Diese mysteriösen Nazca-Linien und ihre “Verwandten” in aller Welt, waren bereits vielfach Thema unterschiedlicher Beiträge auf diesem Blog. So gut wie jeder an den Rätseln der Geschichte Interessierte kennt sie. Jeder Erich von Däniken-Leser kennt sie fast schon “in und auswendig”, da sie bereits in seinem 1. Buch 1968 ein wichtiges Thema waren.

So ist auch von Däniken zu verdanken, dass die Bilder in der Wüste heute weltweit bekannt sind. Natürlich nicht nur in der Grenzwissenschaft und Prä-Astronautik. Vor nicht einmal 100 Jahren war das ganz anders!

Erst im Jahre 1927 wurden von dem peruanischen Archäologen Toribio Mejia Xesspe die Geoglyphen von Nazca wieder entdeckt. 13 Jahre später berichtete er erstmals über die sonderbaren Bodenstrukturen in der Ebene in einem Artikel und auf einer Pressekonferenz in Peru. Beachtung fand er dabei eher weniger. Ebenso die wohl erste wissenschaftliche Beschreibung Nazca-Linien von Alfred Kroeber aus den USA, der auf einer Peru-Reise 1926 über die Eben “stolperte”.

Als aber im Juni 1941 der Historiker Paul Kosok aus New York mit einem Flugzeug über den Ebene flog und darüber in “Natural History” 1947 berichte, war Nazca aus dem Winterschlaf der Geschichte endgültig geweckt. Seit diesen Tagen ist die Ebene von Nazca mit ihren rund 1.500 Scharrbildern Archäologen und Forschern aus aller Welt ein Begriff.

Paul Kosok wiederum hatte bei seiner Arbeit in Peru eine Assistentin, die heute untrennbar mit Nazca in Verbindung steht: Maria Reiche aus Dresden.

Maria Reiche und die Linien von Nazca

Kosok sah in der Hochebene von Nazca “das größte Astronomie-Buch der Welt”. Eine Art von gigantischen astronomischen Kalender der Ureinwohner von Peru. In den folgenden Jahren verfiel seine deutsche Assistentin Maria Reiche dem Zauber der Nazca-Linien und verfolgte die Thesen von Kosak in Peru weiter. Sie wurde so geradezu zu einer Ikone der Nazca-Forschung, die bis zum ihrem Tod 1998 unermüdlich die ebene erforschte und dokumentierte.

Was bedeuten die Rätselhaften Bodenzeichnungen in Schottland? Ein "Nazca Europas" ...? (Bilder: Google Earth / Montage: Fischinger-Online)
VIDEO: Was bedeuten die Rätselhaften Bodenzeichnungen in Schottland? Ein “Nazca Europas” …? (Bilder: Google Earth / Montage: Fischinger-Online)

Im fernen Peru ist Maria Reiche bis heute unvergessen. Sie war zu Lebzeiten eine Frau, die buchstäblich bis zum letztem Atemzug für Nazca lebte und arbeitete. Der Erhalt der Linien und Figuren ist zu einem großen Teil allein ihrem Einsatz zu verdanken. Eine seltsame Frau aus Europa, eine “Gringa”, die die Einheimischen vor Ort misstrauisch beäugten.

Einige hielten sie für eine “Hexe”, andere schlicht für ein wenig verrückt. Nicht nur, da die Deutsche ohne Mann und Kinder in spärlichen und geradezu ärmlichen Verhältnissen in Nazca in einer Hütte lebte und täglich bis zu 14 Stunden die Scharrbilder erkundete. Reiche pflegte es auch die Wüste mit einem Besen zu fegen. Ein Bild, das sich vielen Menschen vor Ort eingebrannt hat. Natürlich war Reiche nicht als einsame Hütten-Hausfrau einem Reinigungswahn verfallen, sondern sie legte auf diese Weise zugewehte Scharrbilder der Wüste frei. Eine einfache aber eben effektive Methode.

Bis zu 14 Stunden am Tag versuchte sie das Mysterium der Scharrbilder von Nazca zu ergründen. Entdeckte und dokumentierte unzählige dieser sogenannten Geoglyphen, schlief auch mal einsam in der Wüste oder fuhr mit ihrem “VW Käfer” durch die Pampa und Berge Perus. Immer auf der Suche nach Antworten auf die Fragen, die die etwa 500 Quadratkilometer große Ebene von Nazca an sie stellte. Selbst als die Forscherin ab 1987 nach und nach erblindetet sowie Krebs und Parkinson bekam, arbeitete sie weiter: Sie ließ sich mit einem Gestell auf dem Rücken von Helfern in der Wüste tragen …

Die Jahre und Jahrzehnte gaben der Leidenschaft von Maria Reiche recht. Fünf Ehrendoktortitel erhielt sie, in Nazca steht eine Staue von ihr und eine Allee trägt dort ihren Namen. Ihr es es auch zu verdanken, dass die UNESCO 1994 die “Linien und Bodenzeichnungen von Nasca und Pampa de Jumana” zum Weltkulturerbe ernannte. Bereits 1978 gelang es ihr in Peru Nazca als archäologische Schutzzone ausweisen zu lassen. Angesichts der Tatsache, dass man die Scharrbilder da schon Jahrzehnte kannte, eine überfällige Notwenigkeit.

Als Zeichen der Würdigung ihrer Leistungen erhielt sie mit 90 Jahren die Staatsbürgerschaft von Peru. Ebenso verlieh der Staat ihr 1993 den “Orden der Weisen der Inka” – die höchste Auszeichnung des Landes Peru. Zehn Jahre zuvor erhielt sie das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland. Auch Dresden, der Heimatstadt Maria Reiches, würdigt inzwischen verschiedentlich ihrer 1903 dort geborenen Tochter der Stadt.

Heute gibt es nicht nur Museen, Vereine und Organisationen zu ihren Ehren, sondern auch der kleine Flughafen von Nazca trägt ihren Namen. Jener kleine Airport, von dem heute die unzähligen Touristen aus der ganzen Welt zu Rundflügen über die Nazca-Linien starten.

VIDEO: Sensationelle Entdeckungen in Kasachstan: Ein “zweites Nazca” mit dutzenden Geoglyphen in Asien gefunden (Bilder: Google Earth)
VIDEO: Sensationelle Entdeckungen in Kasachstan: Ein “zweites Nazca” mit dutzenden Geoglyphen in Asien gefunden (Bilder: Google Earth)

Das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” veröffentlichte zum 20. Todestag der außergewöhnlichen Nazca-Forscherin am 8. Juni 2018 den Artikel “Wie eine Deutsche die Nazca-Linien rettete”. Darin wird Ana Maria Cogorno, die Adoptivtochter von Maria Reiche, mit den Worten zitiert:

Aus Deutschland gab es keine Hilfe. Nur in den Achtzigerjahren interessierte sich ein deutscher Botschafter für die Arbeit. Es ist eine Schande.

In diesen Worten von Cogorno scheint “Verbitterung mitzuschwingen” so Matthias Lauerer in seinem “Spiegel”-Artikel. Verwunderlich ist das wirklich nicht, da wohl kein anderer Name als eben Erich von Däniken mit Nazca in Verbindung gebracht wird.

Maria Reiche und Erich von Däniken

Erich von Dänikens spektakuläre Thesen über Zeichen für Außerirdische auf der Ebene, machten die Region letztendlich im öffentlichen Bewusstsein erst bekannt. Ebenso aber auch der Franzose Robert Charroux drei Jahre später.

Die Autoren Dietrich Schulze und Viola Zetzsche schreiben in ihrer Maria Reiche-Biographie “Bilderbuch der Wüste” (2005) zu Däniken/Charroux:

Ihre phantastischen Ideen wirkten auf die Pampa wie das Licht eines Scheinwerfers.

Fraglos klingt es auch viel faszinierender, dass die Bilder, Linien und Pisten von Nazca für Besucher aus dem All gedachte waren, als dass sie ein “astronomischer Kalender” waren, wie es Reiche annahm. Von Däniken wiederum hat 1968 in seinem Weltbesteller “Erinnerungen an die Zukunft” Maria Reiche auch nicht (direkt) erwähnt. Was er aber sagte ist Folgendes:

Uns vermittelt die 60 km lange Ebene von Nazca – aus der Luft betrachtet – eindeutig die Idee eines Flugplatzes!

Damit war die Geschichte, von Däniken hält die Ebene in Peru für den Rest eines UFO-Flughafen der Vorzeit, geboren. Eigentlich ist das aber eine Aussage von – Maria Reiche. Nicht von ihm, wie ich es 2009 in meinem Buch “Historia Mystica” aufgezeigt habe. Das mag viele Prä-Astronautik-Interessierte an dieser Stelle mit Sicherheit verwundern, ist aber eine Tatsache.

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

So hat EvD in seinem ersten Buch im Anhang zwei Veröffentlichungen von Maria Reiche angeführt. Das von ihr erstmals 1949 in drei Sprachen im Eigenverlag veröffentlichte Büchlein “Mystery on the Desert” ist eine davon. Darin heißt es von Reiche zu den Pisten und ebenen Flächen von Nazca: „Einige könnte man für Flugplätze halten“. Eine Aussage, die man heute kennt …

Zum Thema “von Däniken und Nazca als UFO-Flughafen” wird hier auf Grenzwissenschaft und Mystery Files noch ein gesonderter Artikel folgen, in dem das Thema genauer durchleuchtet werden soll. Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel vorweg greifen …

Däniken widerlegt? Im Gegenteil: ZDF-Historiker Guido Knopp “bestätigt” (versehentlich) die Prä-Astronautik (Bild: WikiCommons/gemeinfrei / D. Herper / Fischinger-Online)
Däniken widerlegt? Im Gegenteil: ZDF-Historiker Guido Knopp “bestätigt” (versehentlich) die Prä-Astronautik (Bild: WikiCommons/gemeinfrei / D. Herper / Fischinger-Online)

Von Däniken hat seine Ideen und Thesen zu Nazca in seinem zweiten Buch “Zurück zu den Sternen” 1969 wesentlich weiter ausgebaut. Auch Maria Reiche wird darin mehrfach erwähnt und zitiert. “Das Phänomen auf der Pampa von Nazca”, so schreib EvD, “ist von der Wissenschaft bisher viel zu wenig beachtet worden”. Maria Reiche sei dabei die Person, “die sich am längsten und intensivsten um die Enträtselung des Geheimnisses der Nazca-Ebene bemüht”. Und weiter schreibt von Däniken in “Zurück zu den Sternen”:

Ich weiß, dass Maria Reiche meine Deutung der geometrischen Zeichnungen von Nazca nicht teilt, da ihre bisherigen Versuchsergebnisse solche kühnen Schlüsse nicht rechtfertigen würden. Trotzdem sei es mir gestattet, meine Theorie zu erläutern:

Im Artikel des “Spiegel” lesen wir, dass Reiche “seine unwissenschaftliche Arbeit nicht ausstehen” konnte und “ihm wütende Postkarten” aus Peru geschrieben habe. “Däniken wurde mit seinen Fantastereien reich”, als er Mitte der 70ger Jahre seine Ideen publik machte, so der Autor im “Spiegel”. “Sie blieb arm”, was ihr nichts ausgemacht haben soll.

Nazca als Kampfplatz der Meinungen

Tausende Artikel, Bücher und Studien sind in den vergangenen fast 100 Jahren  über Nazca veröffentlicht worden. Ohne Maria Reiches unermüdliche und obsessive Arbeit in Peru, wäre Nazca nicht das, was es heute noch ist. Es wäre sicher zu weiten Teilen achtlos zerstört worden. Vielleicht sogar schon vor Jahrzehnten, wie Ana Maria Cogorno erklärt:

In den Fünfzigerjahren sollte ein großes Bewässerungsprojekt das gesamte Areal überfluten, die Zeichnungen wären verloren gewesen. Sie verhinderte das.

So kann man die Arbeit und den Einsatz von Reiche in diesem Zusammenhang eigentlich nicht deutlich genug unterstreichen. Auch die Prä-Astronautik hat, ungeachtet aller Meinungsverschiedenheiten über den Sinn der Scharrbilder, Pisten und Linien, ihr folgerichtig bis auf den heutigen Tag viel zu verdanken. Auch wenn sie hierzulande kaum jemand kennt. So schreibt auch Matthias Lauerer in “Der Spiegel”:

Die 1.500 rätselhaften Scharrbilder im Süden Perus sind weltberühmt. Maria Reiche, Forscherin aus Leidenschaft, bewahrte die Nazca-Linien vor der Auslöschung. In Deutschland kennt die gebürtige Dresdnerin fast niemand.

Das rätselhafte "Band der Löcher" in Peru: ist hier tatsächlich alles geklärt? (Bilder: GoogleEarth / American Museum of Natural History)
Das rätselhafte “Band der Löcher” in Peru: ist hier tatsächlich alles geklärt? (Bilder: GoogleEarth / American Museum of Natural History)

Deutlich muss man dabei aber auch sagen, dass es vor rund 50 Jahren eben “Der Spiegel” selber war, der Erich von Däniken und seien Bücher zu einem derart gewaltigen Erfolg verholfen hat. Zwar unabsichtlich, aber auch schlechte Presse ist eben Presse, wie ich es in diesem Blog-Posting HIER vom 30. Mai 2018 zusammengefasst habe.

An der Auseinandersetzung zwischen der klassischen Archäologie von und in Nazca mit den Ideen der Prä-Astronautik hat sich bis heute nichts geändert. Seit einem halben Jahrhundert erscheinen regelmäßig Meldungen zu der Ebene, die groß die Widerlegung von EvD & Co. verkünden. Nazca ist ein Kampfplatz der Meinungen. Hervorheben kann man an dieser Stelle durchaus den bekannten Historiker Guido Knopp und seine “Widerlegung” der Prä-Astronautik im Rahmen der Sendung “Die großen Rätsel der Archäologie” des ZDF.

Knopp hatte darin verkündet, dass “hartnäckige Rätsel um die sogenannten Nazca-Linien” inzwischen gelöst und von Däniken widerlegt sei. Nur “ging der Schuss” in der ZDF-Sendung nach hinten los, da er als “Widerlegung” im Grunde ganz genau das über die Scharrbilder sagt, was auch von Däniken sagt: Nazca sei “Graffiti für die Götter”. In diesem Posting HIER vom 5. Juni 2012 erfahrt Ihr die genauen Details dazu und findet das entsprechende ZDF-Video …

Hassliebe?

Da kommt ein schweizer Hotelier ohne akademische Ausbildung aus dem Nichts, schreibt einen Weltbesteller nach dem anderen, wird damit über Nacht weltberühmt und plötzlich kennt jeder die Ebene von Nazca. Was folgte waren nach und nach immer mehr Besucher aus aller Welt, die selber diese Scharrbilder sehen wollten.

Dass das Maria Reiche im fernen Peru aufgrund ihrer jahrzehntelangen Leidenschaft und Liebe zu der Ebene durchaus sauer auf stieß, kann man sich durchaus vorstellen. Ein Mann mit Thesen von Astronautengöttern in “ihrem” Nazca, stellte so ihre Arbeit udn die Arbeiten aller anderen Forscher sehr weit in den Hintergrund. Aber gab es deshalb eigentlich einen regelrechten “Krieg” zwischen von Däniken und Reiche in der damaligen Zeit? Eine Behauptung, die bis heute von Kritikern und Skeptikern immer wieder erhoben wird.

Die Alien-Leichen von Nazca in Peru: Ist der "Spaß" um Alien-Mumien bald vorbei? (Bilder: Gaia.com / Screenshots YouTube / WikiCommons)
Die “Alien-Leichen” von Nazca in Peru:Maria Reiche würde sich im Grabe umdrehen! (Bilder: Gaia.com / Screenshots YouTube / WikiCommons)

Im Jahr 1978 erschien das Buch “Erich von Däniken im Kreuzverhör” in seinem damaligen Verlag. Ein Buch, in dem eine Auswahl zahlreicher Fragen der Zuschauer der Däniken-Vorträge in aller Welt und seine entsprechenden Antworten veröffentlicht wurden. Eine dieser Fragen bezog sich auf einen Artikel über Nazca in dem Magazin “GEO”, in dem auch Maria Reiche zu Wort gekommen war. Sie nannte EvD darin angeblich “einen Schwindler”, so dass der Fragestelle gerne wüsste, was von Däniken dazu sagt.

Seine umfangreiche Antwort auf die Publikumsfrage:

“Gleich nach Lektüre schrieb ich an Frau Reiche, bekam aber bis heute keine Antwort. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die alte Dame das gesagt hat! Sie hätte zu dieser Diffamierung auch nicht den geringsten Anlass, weil ich über die Ebene von Nazca nichts veröffentlicht habe, was man als ‘Schwindel’ bezeichnen könnte. Und dass ich zu Nazca eine andere Meinung vertrete als Frau Reiche und die offizielle Archäologie, das ist doch wohl mein gutes Recht, besonders deswegen, weil sich die Gelehrten selbst wieder mal nicht einig sind.

Zwanzig Personen, alles Bekannte von mir, darunter der Präsident der ‘Ancient Astronaut Society’, Rechtsanwalt Gene Philipps aus Chicago, unterhielten sich Mitte Juli ’77 mit Frau Maria Reiche. Diese Unterhaltung fand im Hotel Touristas in Nazca statt, wo Frau Reiche ihre Zelte aufgeschlagen hat. Die Tonbänder dieser Unterhaltung habe ich abhören können. Frau Reiche war außerordentlich freundlich und humorvoll und äußerte sich sehr positiv über mich!

Das klingt eher nach einer “Hassliebe”. Von Däniken hat ebenso nie die Leistungen von Maria Reiche irgendwie in Frage gestellt. Im Gegenteil: In seinem 1997 erscheinenden Buch “Zeichen für die Ewigkeit- Die Botschaft von Nazca” nennt er sie “die große alte Dame von Nazca”, würdigt mehrfach ihre “epochale Leistung” und schreibt unter anderem über sie:

Maria Reiche hat sich redlich alle Verdienste erworben, die in Peru nur möglich sind.

Dem ist nichts weiter hinzuzufügen!

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Tagged , , , , , , , , <