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Die Fußspuren des Satan: Die “Teufelsspuren von Devon” 1855 und anderswo +++ Artikel +++

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Die Teufelsspuren von Devon 1855: Nur von Mäusen verursacht? (Bilder: PixaBay/gemeinfrei & Public Domain)
Die Teufelsspuren von Devon 1855 (Bilder: PixaBay/gemeinfrei & Public Domain)

Anfang Februar 1855 kam es in und um Devon im Südwesten von Großbritannien zu einem seltsamen Phänomen. Die Bewohner der Grafschaft fanden überall im Schnee seltsamen Abdrücke, die irgendwas oder irgendwer in der Nacht zuvor hinterlassen haben muss. Aufgrund der Gestalt der Spuren in Form von Hufeisen erhielten diese schnell den Namen “Teufelsspuren von Devon” und gingen so in die Annalen der Kryptozoologie ein. Trotz zahllose Erklärungsversuche der Spuren von Devon und ähnlicher Erscheinungen in anderen Teilen der Welt, konnte das Phänomen nie richtig aufgeklärt werden. Satan steckte hier wohl weniger dahinter – eher eine Mischung aus unterschiedlichen Ursachen. Genau diesen soll in diesem Artikel genauer nachgegangen werden.


Die Nacht, in der der Teufel kam

Es waren strenge Wochen im Januar und Februar 1855 in der südwestbritischen Grafschaft Devon. Die Flussmündung der Exe war zugefroren, in Torquay fiel die Lebensmittelversorgung aus und es folgten zum Teil Hungersrevolten. Die eisige Hand des Winters hatte das Land fest in seinem Griff.

Doch es sollte noch ganz anders kommen.

Der Morgen des 9. Februar 1855 richtete die Aufmerksamkeit der Bevölkerung von ihrem Leid auf eine unheimliche und zugleich faszinierende Erscheinung, dessen nicht menschliche Spuren im frischen Schnee deutlich zu sehen waren. Das ganze Gebiet wurde von „Fußspuren“ heimgesucht, dessen Verursacher bis heute nie eindeutig ermittelt werden konnte. Es war unheimlich, faszinierend und erschreckend zugleich. Staunend stand die Bevölkerung vor tausenden hufeisenförmigen Fußspuren die sich teilweise schnurgerade durch das Land erstreckten.

Schnell war man in Teilen der Bewohner sicher: Hier hat der Teufel seine Spuren im Schnee hinterlassen. Damit waren die „Teufelsspuren von Devon“ geboren. Ein Phänomen, das heute vor allem in der Kryptozoologie Thema ist. Doch der Reihe nach.

Ein Mann namens Doveton aus Pytte berichtete beispielsweise er habe eine dieser Spuren bis zu seiner Gartenpforte verfolgt, wo sie plötzlich endete. Doch hinter der fast zweieinhalb Meter hohen Tür verliefen die Spuren weiter, so, als wenn das Wesen einfach durch das geschlossene Tor ging.

Solche und sehr ähnliche Beobachtungen machten an diesen und den folgenden Tagen viele Bewohner des winterlichen Devon.

“Hufspuren des Teufels”

Auch der Pfarrer von Clyst St. George, H. T. Ellacombe, machte ein seltsame Entdeckung an einem Haus in Marley bei Exmouth. Dort fand der Pfarrer, der heute als eine der besten Zeugen der Ereignisse gilt, diese „Spuren auf einem Fenstersims im zweiten Stock“. Und noch drei Tage nach diesen unheimlichen Spurenfunden machte Ellacombe mit einigen Helfern noch eine weitere Entdeckung:

Kaum ein Acker, Obstgarten oder Garten, wo sie nicht – durchwegs in einer einzigen Linie – bis unter die Hecken führten, und auf einem Feld in meiner Nachbarschaft stießen wir Exkremente – viel länglich-ovale Klümpchen von weißlicher Farbe, von der Größe und Form einer großen Traubenbeere.“

Auch die Tochter des Pfarrers von Dawlish, nahe bei der Mündung des Flusses Exe gelegen, Henrietta Fursdon, schilderte einige Jahre nach diesem „teuflischen“ Winter ihre einstigen Erlebnisse. Sie erinnert sich:

Die Fußspuren tauchten über Nacht auf. Wie mir mein Vater erzählte, der hier damals als Pfarrer wirkte, kamen gleich am nächsten Morgen Hilfspfarrer, Kirchenvorsteher und Gemeindemitglieder zu ihm, um seine Ansicht über die in ganz Dawlish beobachteten Abdrücke zu erfahren. Diese verliefen in gerader Linie und zeigten die Form eines kleinen Hufes, in dessen Runddung sich jedoch Klauen ausgeprägt fanden. Namentlich eine Fährte, die vor Pfarrhaus geradewegs zur Sakristeitür führte, erregte Aufmerksamkeit.

In andern Fällen lief die Spur geradewegs zu einer Mauer ohne Durchlass zu und setzte sich auf der anderen Seite fort. Vielfach fanden sie sich auch auf Hausdächern, und zwar in allen Vierteln von Dawlish (…) Ich entsinne mich noch ganz deutlich dieser Fußspuren und meiner kindlichen Angst vor der unbekannten wilden Bestie, die wohl draußen herumstreichen musste, da sich die Dienstboten nach Einbruch der Dunkelheit mit mehr hinaus wagten, um das Hoftor zu schließen.“

Diese „Hufspuren des Teufels“ waren damals keinem der Einwohner erklärlich. Wie konnte der Verursacher geradewegs über Dächer und scheinbar durch Wände laufen, fragten sich die Anwohner? Auch ein Mann bei Whitycombe Raleigh will eine interessante Entdeckung gemacht haben. Er konnte die Spur durch ein nur 15 Zentimeter kleines Rohr weiterverfolgen. Was für eine Gestalt kann hier umhergeirrt sein?

“Teufelsspuren” überall

In den Ortschaften wie zum Beispiel Teignmouth, Dawlish, Kenton, Starcross, Mamhead, Powderham, Topsham, Clyst St.Georg, Clyst St. Mary, Woodbury, Lympstone, Exmouth, Littlehamcum-Exmouth, Bicton, Whitycombe Raleigh, East Budleigh, Barton – überall um die Mündung der Exe – wurden diese seltsamen Spuren gefunden. So recherchierte es später die Dozentin Theo Brown von der Universität Exeter. Doch niemand war damals in der Lage, die hufeisenförmigen Fährten zu erklären.

Einige meinten, es seien die Spuren eines aus dem Zoo von Fish in Sidmouth entlaufenden Kängurus. Andere sahen hier missgebildete Hasen, Vögel mit gefrorenen Krallen, Dachse, Otter, Kröten, Esel, Mäuse, Affen, Katzen, Schwäne, „magische Wesen“, Wölfe usw. als Verursacher. Da die Spuren an einen geöffneten Huf oder besser an ein Hufeisen erinnerten, war natürlich auch der Satan in Person für diese Abdrücke verantwortlich gemacht worden.

Der Bericht der „Illustrated London News“ vom 24. Februar 1855 ist ohne Zweifel der bekannteste Zeitzeuge über Devons unheimliche Besuche. So hieß es darin 1855:

Die am Freitagmorgen im (zu diesem Zeitpunkt recht dünnen) Schnee entdeckten Spuren trugen alle Merkmale eines Eselhufes – Länge 10 cm, Breite 5,7 cm. Doch statt der bei diesem (und anderen) Tier üblichen Fortbewegung war hier offenbar in gerader Linien ein Fuß vor den anderen gesetzt worden. Der Abstand zwischen den Tritten betrug 20 cm oder eher mehr – wobei die Spuren in sämtlichen Gemeinden genau dieselbe Größe und Schrittweite aufwiesen!

Der geheimnisvolle Besucher durchschritt oder überquerte einen Garten oder Hofraum in der Regel nur einmal, besuchte dafür aber in vielen Teiler der verschiedenen Städte sämtliche Häuser (…) sowie die ringsum verstreuten Gehöfte: In manchen Fällen führte seine regelmäßige, stets den gleichen Schrittabstand einhaltende Spur über Hausdächer, Heuschober und sehr ansehnliche Mauern (darunter eine von 4,20 m Höhe) hinweg, als hätten diese nicht das geringste Hindernis gebildet, wobei weder hüben noch drüben der Schnee zertrampelt war. Gärtner mit hohen Zäunen und Mauern oder versperrten Pforten wurden ebenso heimgesucht wie offene, uneingefriedete Besitzungen.

Überschlägt man, welche Strecken zu bewältigen waren, um diese Spuren zu hinterlassen, die sich so gut wie jedem Garten, auf Türstufen, in den ausgedehnten Wäldern von Luscombe, auf dem Gemeindeland, auf eingehegten Grundstücken und Gehöften fanden, so muss der insgesamt zurückgelegte Weg wohl über hundert Meilen betragen haben. Es ist sehr einfach, über diese Erscheinungen zu lachen und leichtfertig zu urteilen, doch in Wirklichkeit konnte bis jetzt noch keine befriedigende Erklärung gefunden werden. Kein Tier hätte einen so ausgedehnten Bereich in einer einzigen Nacht durchstreifen und noch dazu eine zwei Meilen breite Flussmündung überqueren können (…)“

Erklärungsversuche

Charles Fort, der wahrscheinlich als erster Forscher akribisch sämtliche Zeitungsberichte über unerklärliche Vorfälle in der Welt sammelte und auswertete, legte im Jahre 1919 sein erstes Buch „The Book of the Dammed“ vor. In diesem berichtet auch er über die ominösen Teufelsspuren aus England, wobei Fort auch einige der damaligen Erklärungen erwähnt.

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So etwa sah man in den Spuren die Hinterlassenschaften eines Dachses, der des Nachts durch die Gemeinde streunte. Einige dachten an die Krallen großer Greifer, die folgerichtig über Meilen gerade durch den Schnee hüpften. Dann hieß es damals auch, es könne sich um die herunterhängenden Taue von Ballonen gehandelt haben, die immer wieder den Boden berührten. Oder aber Ratten, Wölfe sowie Otter seien hier entlang gelaufen.

Wieder andere spekulierten in der „Times“ vom 16. Februar 1855 ein entlaufendes Känguru aus einem Zirkus sei für die Spuren verantwortlich. Sicher auch deshalb, da viele Abdrücke scheinbar über Mauern verliefen und auf Dächern und auf Fenstersimsen zu finden waren.

Fort kommentiert vor 100 Jahren diese Deutung humorvoll mit den Worten:

Ich selbst nehme an, dass mindestens eintausend einbeinige Kängurus, die mit kleinen Hufeisen beschlagen waren, ihre Abdrücke im Schnee von Devonshire hinterlassen haben könnten.“

Erklären konnte Fort das Phänomen von 1855 allerdings auch nicht.

Während damals die betroffenen Bewohner vom Teufel bis zum Dachs sämtliche Erklärungen heranzogen, zogen einige der Einwohner der Grafschaft aus, um mit Waffengewalt das vermeintliche „Tier” zu erlegen. Die „Times“ aus London bemerkte, dass noch Wochen nach Erscheinen der rätselhaften Spuren die Bewohner und andere, die dem Phänomen „wissenschaftlicher” nachgehen wollten, über die Herkunft rätselten. Aber „wie zu vermuten war, kehrte der Suchtrupp unverrichteter Dinge zurück“.

Tatsächlich ist auch heute das Phänomen ein Rätsel. Ob es sich nach so langer Zeit überhaupt für alle zufriedenstellend entzaubern lässt?

Rätselhaft auch das: Charles Fort berichtet Jahre nach den Vorfällen, dass die Fußspuren eher den Eindruck machten, als sei der Schnee innerhalb bzw. an den Rändern der Spuren geschmolzen. Demnach nicht, wie zu erwarten wäre, durch das Gewicht des Verursachers zusammengepresst. Daraus könnte sich ableiten lassen, dass durch die Schneeschmelze die ursprünglichen Spuren derart verändert wurden, dass letztlich „Hufeinsen“ dabei herauskamen.

Von Devon nach anderswo

Erstaunliches jedoch stellt sich schnell heraus sich, wenn das Thema der teuflischen Spuren etwas intensiver analysiert wird. Denn es zeigt sich, dass nicht nur die Gegend der Grafschaft Devon 1855 von diesem Phänomen heimgesucht wurde. In aller Welt wurde in verschiedenen Zeiten von „seltsamen Fußabdrücken“ berichtet. Auch und vor allem von solchen von Form von Hufeisen. Es handelt sich also nicht um ein Phänomen, das sich nur in Devon zu trug.

Im Mai 1841 beispielsweise trug die Antarktis-Expedition von Sir James Clark Ross (nach dem das von ihm 1841 entdeckte Rossmeer an der Antarktis benannt wurde) in ihr Tagebuch, dass sie auf den Kerguelen-Inseln hufeisenförmige Spuren fanden, die von keinem dortigen Tier stammen konnten.

Im 19. Jahrhundert erschienen rätselhafte Spuren von Newark nach Cape Mayvon in New Jersey, USA, die man dem so genannten Jersey-Teufel zusprach. Auch hier sollen sie 1908 Mauern und andere Hindernisse „durchschritten“ haben – wie in Devon.

Im Januar 1945 entdeckten die Menschen nahe Everberg in Belgien ebenso derartige Abdrücke.

Die „lllustrated London News“ berichtete am 17. März 1855 in einem Leserbrief, dass solche Abdrücke auch im Schnee und Sand auf einem Hügel nahe der polnischen Grenze bzw. in Galizien zu finden seien. Der Hügel sei ein Sandhügel und somit in dem Gebiet als Piashowar gora bekannt, wo diese Spuren jedes Jahr zu finden seien.

Interessant ist bei diesen und zahllosen weiteren Beispielen auch der Umstand, dass die Region von Devon nicht nur 1855 vom „Satan heimgesucht“ wurde. Bereits vor den berühmten Ereignissen aus diesem Jahr sollen sie dort gesehen worden sein. Und auch noch viele Jahre später, wie verschiedene Zeitungsberichte belegen.

Hier sticht ein Fall aus dem Jahr 1950 besonders heraus, über den der Auto Viktor Farkas in „Rätselhafte Wirklichkeiten“ (1998) und vor allem Mike Dash in seiner Analyse der Devon-Spuren „The Devil’s Hoofmarks“ („Fortean Studies“, Nr. 1/1994) berichten.

Veröffentlicht wurden diese erneuten „Teufelsspuren von Devon“ aber erst sieben Jahre später in „Tomorrow“ (Nr. 3/1957). Darin hieß es, dass ein Mr. Wilson an der Küste nahe Devon eine Art Hufspur fand, dessen zwei Meter Schrittweite direkt ins Meer führte. Es schien, als sei hier ein unbekanntes Tier aus dem Meer der Verursacher.

Hunderte ähnliche Fälle?

„Spuren des Teufels“ – sie offensichtlich ein weiter verbreitetes Phänomen, als man es einst angenommen hat. Allein Mike Dash konnte in seiner umfangreichen Arbeit „The Devil’s Hoofmarks“ von 1994 einige Dutzend Berichte dazu in den Archiven ausfindig machen, die 21 Einzelfälle betrafen. Ereignet in den Jahren zwischen 1840 und 1957. Doch seien Recherchen ergaben noch weit mehr. Er schreibt:

Obwohl die Hufspuren (von Devon, Anm. LAF) zweifellos ungewöhnlich waren, waren sie alles andere als einzigartig. 120 bekannte Fälle lassen sich mit dem Mysterium von Devon vergleichen, und es erscheint nicht sonderbar, anzunehmen, dass Hunderte, vielleicht Tausende, jetzt verloren sind oder nie gemeldet wurden.“

Damit scheint das Phänomen der „Teufelsspuren“ fraglos eines der am weitesten verbreiteten Mysterien der Kryptozoologie zu sein. Es brauch sich keinesfalls hinter den „klassischen Themen“ wie Nessie oder den Bigfoot zu verstecken.

Bereits Anfang Februar 2010 nahm ich im Rahmen meiner Recherchen zu meinem Buch „Verbotene Geschichte“ (2010) Kontakt mit verschiedenen Kryptozoologen auf. In diesem Buch sind auch die Spuren von Devon Thema. Verschiedene Kryptozoologen und Mystery-Jäger vertraten dabei die Ansicht, dass Mäuse-Spuren eine Erklärung für die „Fußabdrücke des Satan“ sein könnten.

Mäuse-Spuren?

Mäuse, die in strengen Wintern aus ihren Unterschlupf kommen, springen über den frischen Schnee und hinterlassen mit ihren Körpern Abdrücke, die – wenn sie von der Sonne angetaut werden – an Hufeisen erinnern. Schon 1964 konnte der Zoologe Alfred Leutscher die Entstehung derartiger Spuren durch Waldmäuse aufzeigen, woraufhin erneut eine Reihe von Artikeln und Zeitungsmeldungen zu den Spuren von Devon erschienen. Zum Beispiel von Leutscher selber im „Journal of Zoology“ (Nr. 148, 1966) und auch Mike Dash geht in seiner Arbeit darauf ein.

Leutscher verwies auch auf den bekannten Bericht in der „Times“ vom 16. Februar 1855. Darin hieß es, dass die Abdrücke in Devon eine „Schrittweite“ von ungefähr 20 Zentimetern hatten. Das entspräche einer springenden oder hüpfenden Waldmaus. „Alle späteren Größen sind Erfindungen der Presse und diverser Autoren“, schrieb mir beispielsweise 2010 der Autor und Kryptozoologe Michael Schneider zu der Waldmaus-These.

Die Spuren tauten später an, Regen fiel auf den „Schneematsch“ und daraufhin fror es erneut. So in Etwa kann man die These von den Waldmäusen zusammenfassen.

Am 11. Februar 2010 bekam ich vom „National Meteorological Archive“ („Met Office“) in Großbritannien auf Anfrage umfangreiche Wetterdaten von Januar und Februar 1855 aus der fraglichen Region als Kopien. Sie zeigen wiederum Erstaunliches.

Diese klimatischen Tagebuchaufzeichnungen beweisen, dass es so extrem kalt damals gar nicht war, wie immer wieder behauptet wurde und wird. In der fraglichen Zeit währen der Entstehung der Spuren war es nur um -1 Grad Celsius kalt. Folgerichtig ist es sehr wohl möglich, dass damals Mäuse-Abdrücke antauten und nach gefallenen Regen wieder gefroren.

Nagetiere statt Satan?

„Ich weiß aber nicht welche Art Nagetier das in Devon gewesen sein sollte“, schrieb mir die Zoologin Professor Dr. Jana Eccard Ende Februar 2010: „denn in England gibt es keine Springmäuse“. Doch sie bestätigte, dass es die Waldmausart „Apodemus sylvaticus“ in Devon gibt und diese tatsächlich springen kann.

Professor Dr. Eccard gar hierzu aber auch zu bedenken:

„(…) ich muss aber gestehen dass ich auch etwas ratlos bin. Man kennt ja von Eichhörnchenspuren das Phänomen, dass die Spuren der langen Hinterläufe neben und vor den Spuren der Vorderläufe liegen und so ein U entsteht (nicht der Körper, sondern die Kombination der vier Pfotenabdrücke).

Wenn es ein bisschen taut so dass die Details der Fußabdrücke verwischen, oder der Schnee matschig ist wie oft in England, dann könnte ich mir vorstellen dass man nur noch das U sehen kann. Die Fortbewegungsrichtung der vermeintlichen Hufe zeigt dann in die andere Richtung als die Fortbewegung des Spurenverursachers.“

Ist das die Lösung? Falsch interpretierte Spuren von Springmäusen, vermischt mit Aberglauben und ebenso falsch gedeutete Spuren anderer Tiere plus einen Hype in der Presse? Es scheint so zu sein. Aber es bleibt natürlich offen, ob diese Interpretation für alle „Teufelsspuren“ gilt, die immer wieder gefunden wurden. Vor allem auch jene 1840 in der Antarktis, wo es keine solchen Waldmäuse gibt…

Auch glaube ich, dass die abergläubische Bevölkerung im Hype um den Besuch des „Teufels“ sämtlich Spuren im Schnee mit dem Teufel in Verbindung gebracht haben könnte. Gleichgültig was für ein Tier letztlich hinter jeder einzelnen Spur individuell stecke. Auch das Rätsel der plötzlich stoppenden Spuren im Schnee könnte eine banale Erklärung haben: Raubvögel sahen die Mäuse im hellen Schnee und griffen sich die Nager – und die Spur hörte auf.

Fake-News im 19. Jahrhundert

Ebenso soll es bereits nach den Ereignissen vom Februar 1855 zu Fake-News in der Presse gekommen sein. Nicht nur da verschiedene Berichte später nicht mehr von Augenzeugen stammten oder erst viele Jahre später aus der Erinnerung  entstanden. Auch die eigentliche Länge der Spuren durch die Region ist zweifelhaft. Dazu hieß es etwa, dass Anwohner die Teufelsspuren nachts über 100 Meilen weit durch die Grafschaft verfolgten. So weit hüpft natürlich auch nicht die kräftigste Waldmaus an einem Stück. Dass aber der aufgeregte Suchtrupp bei ihrer Teufelsjagd in einer Nacht diese Strecke zu Fuß zurücklegte, ist sehr unwahrscheinlich.

Mike Dash verweist in seiner Untersuchung auf einen weiteren Umstand bei den Abdrücken von Devon. Er listet die Größenangaben der Spuren, deren Beschreibungen sowie die einzelnen „Trittlängen“ auf, die damals in verschiedenen Gebieten gefunden wurden. Insgesamt aus 14 Zeitungen, von denen allerdings die wenigsten genaue Maßangaben veröffentlichten. Sofern doch geschehen sind aber die Unterschiede in Größe und Abstand der einzelnen Spuren sehr auffällig.

Die Abstände zwischen den einzelnen „satanischen Spuren“ reichen zum Beispiel von rund 20 Zentimeter bis zu knapp 41 Zentimeter. Lang oder weit waren die Spuren von rund 3,8 Zentimeter bis fast 9 Zentimeter. Diese Abweichungen in den Beschreibungen sind zu frappierend, als das man sie als Messfehler oder ähnliches beiseite schieben kann.

Gleichzeitig zeigen diese Maße auch, dass hier nicht nur Waldmäuse als Verursacher zutreffen können. Sie erhärten vielmehr den Verdacht, dass 1855 nach der Entdeckung der ersten „echten Teufelsspuren“ alle möglichen und unmöglichen Abdrücke damit in Zusammenhang gebracht wurden. Dies würde auch erklären, warum über ein derart großes Gebiet diese Spuren daraufhin gefunden wurden.

Was aber sämtliche Thesen und Analysen zu Devon nicht erklären können, sind die Funde von anderen Spuren in anderen Teilen der Welt. Hier fehlt es meistens an verlässlichen Angaben wie vor allem deren Größe und genaues Aussehen. Möglicherweise sind hier und dort Mäuse die Verursacher. In anderen Fällen dann wieder andere Tiere.

Empirisch belegen lässt sich das Phänomen von Devon und anderswo wohl niemals mehr.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Aktivitäten von Dämonen nehmen dramatisch zu: Ein irischer “Teufelsaustreiber” fordert von der Kirche mehr Exorzisten auszubilden

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Aktivitäten von Dämonen nehmen dramatisch zu: Ein irischer "Teufelsaustreiber" fordert von der Kirche mehr Exorzisten auszubilden (Bild: gemeinfrei)
Aktivitäten von Dämonen nehmen dramatisch zu: Ein irischer “Teufelsaustreiber” fordert von der katholischen Kirche mehr Exorzisten auszubilden (Bild: gemeinfrei)

Es mag heute mittelalterlich erscheinen oder von irgendwelchen “primitiven Völkern” im Urwald stammen, aber Exorzismus gibt es bis heute in der katholischen Kirche. Wie bereits mehrfach auf diesem Bog berichtet, ist Exorzismus tatsächlich noch immer fester Bestandteil der Kirche. Eigens dafür bildet der Vatikan selber solche “Teufelsaustreiber” aus, die dann in aller Welt den Kampf gegen Satan, böse Dämonen und Besessenheit aufnahmen. Jetzt aber fordert ein Exorzist in einem offenen Brief an die Kirche, dass diese mehr Exorzisten ausbilden müsse. Der Grund ist, dass Aktivitäten von Dämonen und dem Bösen enorm zugenommen haben!


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Exorzisten

Teufelsaustreiber gibt es eigentlich in allen Teilen der Welt sowie in zahllosen Kulturen. Die wenigsten dieser Menschen sind aber auch “kirchlich anerkannte Exorzisten“, die im Auftrag des Vatikan handeln und auch in Rom ausgebildet wurden. Im schlimmsten Fall sind solche selbsternannten Teufelsaustreiber charismatische Sekten-Gurus.

Auch wenn es in der katholischen Kirche ein Regelwerk für Exorzisten gibt und weiterhin dort solche Geistlichen ausgebildet werden, ist der Glaube an das Böse und Satan allgegenwärtig. Hier sieht die Kirche das Problem, dass sich Scharlatane, Gurus oder Geistheiler in ihre Tattätigkeit des Exorzismus einmischen. Nicht unbegründet befürchtet der Vatikan dadurch Schaden an Leib und Leben angeblich von Dämonen oder dem Teufel besessenen Menschen!

Enormer Anstieg “dämonische Aktivitäten” in Irland

Der Exorzist Pater Pat Collins aus Irland schlägt deshalb jetzt Alarm, wie es verschiedenen Medien berichten. Er sieht sich in Irland einem dramatischen Anstieg von teuflischen Aktivitäten gegenüber und fordert die Bischöfe seinen Landes und die Kirche dazu auf, mehr Exorzisten auszubilden.

In den letzten Jahren seien die Anfragen von besorgten Gläubigen nach einem Exorzismus so gewaltig angestiegen, dass die Kirche eingreifen müsse. So berichtetet es beispielsweise “The Irish Catholic”.

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Pater Pat Collins dazu:

Was ich verzweifelt herausfinden musste, sind Leute, die in ihren eigenen Köpfen – zu Recht oder zu Unrecht – glauben, dass sie von einem bösen Geist befallen sind.

Ich denke, in vielen Fällen glauben sie falsch, aber wenn sie sich an die Kirche wenden, weiß die Kirche nicht, was sie mit ihnen machen soll und sie verweisen sie entweder an einen Psychologen oder an jemanden, von dem sie gehört haben, dass er sich für diese Form des Dienstes interessiert. Und so fallen sie zwischen die Ritzen und ihnen wird oft nicht geholfen.

Genau darum verlangt Collins, dass die Kirche mehr Exorzisten ausbilden muss. Eine Aussage, die auch die “International Association of Exorcists” (IAE), die Vereinigung der katholischen Kirche von einigen hundert aktiven Exorzisten, teilt.

Satan oder Psychiatrie?

Der Exorzist Pater Collins ist überzeugt:

Es gibt immer mehr Beweise für das niederträchtige Treiben des Bösen.

Andere Exorzisten sind der selben Meinung. Doch nicht jeder “vom Teufel besessene Mensch” ist es auch, wie es die Kirche auch selber sagt. Es wäre auch mehr als vermessen zu behaupten, dass alle Menschen, die sich in irgendwelchen Wahnvorstellungen und psychischen Ausnahmezuständen verlieren, gleich von Dämonen besessen sind.

Zwischen dämonischer Aktivität und einer psychischen Erkrankung muss klar unterschieden werden. Dazu heißt es im “Katechismus der Katholischen Kirche”:

Der Exorzismus dient dazu, Dämonen auszutreiben oder vom Einfluss von Dämonen zu befreien und zwar kraft der geistigen Autorität, die Jesus seiner Kirche anvertraut hat. Etwas ganz anderes sind Krankheiten, vor allem psychischer Art; solche zu behandeln ist Sache der ärztlichen Heilkunde. Folglich ist es wichtig, dass man, bevor man einen Exorzismus feiert, sich Gewissheit darüber verschafft, dass es sich wirklich um die Gegenwart des bösen Feindes und nicht um eine Krankheit handelt.” (KKK, 1673)

Pater Collins und die “International Association of Exorcists” sehen sich angesichts der Flut an Exorzismus-Nachfragen ihrer “Schäfchen” schlicht überfordert.

Gleich ob es nun “echte Besessenheit” oder eine psychische Erkrankung in den Augen der Kirche ist, muss diesen Menschen geholfen werden.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Megalithgrab “Teufelssteine”: warum das Christentum alle heidnischen Kultstätten verteufelte! YouTubeVideo

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Das Megalithgrab "Teufelssteine" im Kreis Borken: Eine "heidnische Kultstätte" im Münsterland (Bild: M. L. Sievers)
Das Megalithgrab “Teufelssteine” im Kreis Borken: Eine “heidnische Kultstätte” im Münsterland (Bild: M. L. Sievers)

„Da hatte der Teufel seine Finger im Spiel!“ Diese Redewendung galt vor allem während der Ausbreitung des Christentums in Deutschland und Europa. Eigentlich in der ganzen Welt. Denn überall dort, wo die frühen Christen auf sog. „heidnische Kultplätze“ anderer Religionen stießen, wurden diese verteufelt, zerstört oder für sich in Anspruch genommen. So auch bei dem uralten Megalithgrab aus der Steinzeit mit dem Namen „Teufelssteine“, das unweit meines Heimatdorfes LETTE steht. Spontan entstand dort ein neues Mystery-Video, das Ihr nun auf meinem YouTube-Kanal online findet.

 

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Kultstätten oder Kultorte gibt es in ganz Deutschland. Eigentlich auf den ganzen Planten und selbst christliche Kirchen sind grundsätzlich nichts anders.

Ich war kürzlich da – an diesen „teuflischen Steinen“ der Vorzeit, die mitten im Wald im Münsterland im Kreis Borken liegen. Und so entstand spontan bei einem Spaziergang an diesem “Kultplatz” dieses YouTube-Video zum Thema „Christianisierung und Heidentum“ mit dem Smartphone …

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Lars A. Fischinger

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UFOs: Nichts als Erscheinungen von Geistern und okkulte Manifestationen von Dämonen des Teufels?

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UFOs: nichts weiter als Erscheinungen von Geistern oder böse Dämonen des Teufels? (Bild: Archiv L. A. Fischinger / Montage: L. A. Fischinger)
UFOs: nichts weiter als Erscheinungen von Geistern oder böse Dämonen des Teufels? (Bild: Archiv L. A. Fischinger / Montage: L. A. Fischinger)

Was ist die wahre Natur von UFO-Erscheinungen? Alles Schwindel und Irrtümer? Außerirdische aus dem Universum? Oder ganz anders: Ist das UFO-Phänomen sowie die UFOs an sich in Wahrheit eine Erscheinungsform von Dämonen, Geistern und okkulten Mächten? Ausgeburten des Teufels/Satans, quasi die gefallenen Engel der drei großen Weltreligionen? Das jedenfalls wird immer wieder behauptet. Teilweise auch von Seiten kirchlicher Medien oder Vertretern verschiedener Religionen. UFOs seine nichts weiter als Teufelswerk von Dämonen, die die Menschheit nicht nur in die Irre führen sondern dem Satan bzw. Luzifer selber zuführen sollen? Eine christliche Internetseite hat zu diesen und anderen Fragen zum UFO-Phänomen einen durchaus objektiven Artikel veröffentlicht.


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Artikel vom 5. Juni 2013 / Update: 29. Oktober 2016

Von Lars A. Fischinger

Hallo, liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Hin und wieder lese ich auf der christlichen Internetseite Livenet.ch und die dortigen Artikel und Meldungen im „Webportal von schweizer Christen“. Ein Artikel, der auch auf der angeschlossenen Website Jesus.ch zu finden ist, ist dabei für an der Grenzwissenschaft und UFOs Interessierte besonders interessant. Es ist der Artikel „Sind UFOs Geistererscheinungen?“ von Bruno Graber.

In dem seit mindestens Sommer 2013 online zu finden Artikel geht der Autor Graber kurz und bündig auf einige Fragen zum UFO-Phänomen ein. Inklusive der Frage, ob UFOs in Wahrheit Dämonen und Manifestationen des Satans sind, die Menschen manipulieren und verführen sollen. So schreit er zum Beispiel zu UFOs:

Rund 90 Prozent aller UFO-Meldungen haben sich nachträglich als Fehlalarm erweisen. Was soll man aber von den restlichen Berichten halten? Eine Umfrage in Deutschland zeigt, dass 17 Prozent der Bevölkerung an Besuche aus dem All glauben und dass 31 Prozent annehmen, dass intelligentes Leben im All existiert.”

Bereits hier würden UFO-Forscher an den „rund 90 Prozent“ herum feilschen wollen. Bekanntlich schwanken die Aussagen darüber, wie viel Prozent der UFO-Meldungen „ungeklärt“ bleiben. Ebenso schwanken die Umfrageergebnisse zum Thema Außerirdische im Kosmos, Glaube an UFOs als Alien-Fahrzeuge (das sind eigentlich zwei Paar Schuhe) von Land zu Land und Jahr zu Jahr.

Wie macht man perfekte UFO-Fotos? Die CIA gab vor ca. 55 Jahren ihren Mitarbeiten dazu 10 nützliche Tipps mit auf den Weg (Bild: gemeinfrei / Heimatverein Lette / Montage: L. A. Fischinger)
Wie macht man perfekte UFO-Fotos? Die CIA gab vor ca. 55 Jahren ihren Mitarbeiten dazu 10 nützliche Tipps mit auf den Weg (Bild: gemeinfrei / Heimatverein Lette / Montage: L. A. Fischinger)

Bruno Graber jedenfalls verweist in seiner Publikation darauf, dass „Spiegel Online“ und „Astrodicticum simplex“ die besten UFO-Bilder „prämiert“ haben. Doch das ist vollkommen irreführend für die christlichen Leser dieser Internetseite. Zumindest dann, wenn man nur den Artikel Graber liest, da es in diesem heißt:

Alle Bilder sind gekonnte Fälschungen.

Und warum sind alle Bilder „gekonnte Fälschungen“? Weil eben „Astrodicticum simplex“ höchst selber am 14. Februar 2010 zu einem Wettbewerb in UFO-Fotos fälschen aufgerufen hat! Dieser stand unter dem Motto „Wer fälscht das beste UFO-Foto?“ und die Bild-Ergebnisse wurden am 21. März 2010 online veröffentlicht.

Diese Tatsache ist zwar im Artikel von Graber verlinkt, aber mit keiner Silbe erwähnt. Wen wundert es, dass Bilder aus einem solchen Fälscherwettbewerb im Ergebnis dann auch alle Fake sind? Also mich nicht. Und so „gekonnte Fälschungen“ sind übrigens auch nicht alle …

UFOs sind satanische Dämonen!

Bruno Graber geht auf der christlichen Internetseite neben einer Reihe anderer Aussagen auch auf die Idee „UFOs sind Dämonen“ ein. Ich kenne eine ganze Reihe Aussagen von Muslimen, die UFOs und das ganze UFO-Phänomen als Dämonen und Satans „Handlanger“ etc. interpretieren.

In der islamischen Mythologie, dem Koran und deren Glaubenswelt kommen solche „Dämonen“ natürlich auch tatsächlich vor. Der Islam unterscheidet sich da nicht von allen anderen Religionen der Welt; ob große oder kleine Religionen.

Wobei man diese übersinnlichen und überirdischen Wesen im Islam als „Dschinn“ bezeichneten Dämonen auch in drei „Gruppen“ unterscheidet. Auch wenn die Deutungen und Interpretationen dieser Dschinn nicht unumstritten sind, finden sich im Koran vielfach Erwähnungen dieser Wesenheiten. Die Sure 72 des Koran, „Der Dschinn“ genannt, widmet sich zum Beispiel vollständig diesen Wesen.

Genius aus Mesopotamien: Ein Astronautengott und Vorläufer von Engeln und geflügelten Dämonen? (Bild: L. A. Fischinger)
Genius aus Mesopotamien: Ein Astronautengott und Vorläufer von Engeln und geflügelten Dämonen? (Bild: L. A. Fischinger)

Es könnte sich bei den Dschinn um dämonische Geister und Naturwesen handeln, die schon vor dem Islam im Nahen Osten (Arabien) bekannt waren. Vielleicht stammt der glaube in seinem Ursprung sogar von den legendären Genien ab. Mesopotamische Flügelwesen, die in der Prä-Astronautik gerne als Anunnaki bezeichnet werden.

Auch die geflügelten „Engel“ der Christenheit scheinen ihren Ursprung in diesen Genien zu haben (hier mehr). Dabei gibt es auch auch Parallelen zu der abendländischen Folklore über Feen, Trolle Elfen bzw. allgemein zu den „Naturgeistern“.

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Natürlich werden auch in der christlichen Welt UFO-Erscheinungen hin und wieder als „dämonisch“ angesehen. Vor allem auch bei den Bibelfundamentalisten, da diese sehr schnell dabei sind, vieles in der Welt als Manifestationen und Manipulationen des Satan anzusehen, wie es beispielsweise hier beschrieben wurde.

UFOs werden dabei auch auch mal in Zusammenhang mit „Plänen geheimer Mächte„, die mit Luzifer im Bunde sind, in Verbindung gebracht. Immerhin ist der Glaube an den Teufel und seine Dämonen eine der Kernlehre des Christentums, auch wenn ich den Ursprung daran vollkommen anders sehe und deute.

Mir ist aufgefallen, dass scheinbar der Glaube daran, dass der Satan/Teufel, okkulte Mächte oder schlicht das Böse hinter dem UFO-Phänomen steckt, offenbar zugenommen hat. Auch Erich von Däniken als bekanntester Vertreter der Idee der Astronautengötter, wurde und wird angeblich “von satanischen Mächten missbraucht”, wie es dann und wann behauptet wird.

Dies lässt sich durchaus auf alle Vertreter der unterschiedlichsten Ideen aus dem Bereich der Grenzwissenschaft übertragen – inklusive mir selber. Wenn es denn stimmen würde …

der Autor Erich von Däniken soll von Satan manipuliert werden (Bild: S. Ampssler / L. A. Fischinger)
Auch der Autor Erich von Däniken soll von Satan manipuliert werden (Bild: S. Ampssler / L. A. Fischinger)

Zumindest bemerke ich persönlich, dass seit dem Start meines YouTube-Kanal zur Grenzwissenschaft im Sommer 2012 häufig in den dortigen Kommentaren diese Meinungen geäußert werden. Ob mein rein subjektives Empfinden in dieser Hinsicht auch zutrifft, kann ich nicht beurteilen.

Der der Artikel von Bruno Graber ist da wesentlich „freundlicher“ verfasst, als so mancher Kommentar dazu auf meinem Video-Kanal. Es lohnt sich für den UFO-Interessierten durchaus ihn zu lesen. Vor allem deshalb, da der Artikel auf einer christlichen Internetseite steht, die in dem dortigen Ressort „Esoterik“ so mancherlei Themen wie Astrologie oder Halloween aus christlicher Sicht behandeln.

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Exorzismus in Deutschland: Angebliche Teufelsaustreibung in einem Frankfurter Hotel endet tödlich! Und weshalb “STAR WARS” direkt zum Satan führt …

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Exorzismus in einem Frankfurter Hotel endet mit dem Tod (Grafik: L. A. Fischinger)
Angeblicher Exorzismus in einem Frankfurter Hotel endet mit dem Tod (Grafik: L. A. Fischinger)

Die Welt steckt voller Dämonen, teuflischer Gesellen und der Satan persönlich ist eine ständige Gefahr für die Menschheit. Das hilft nur ein Exorzismus! Das ist keine Glaubenslehre irgendwelcher “obskuren Kulte” in Afrika oder anderswo, sondern die offizielle Lehre der katholischen Kirche. Um dem Treiben des Teufels Einhalt zu gebieten hat der Vatikan dafür auch eigene Exorzisten. Nun aber ist ein Fall aus Frankfurt a. M. bekannt geworden, bei dem scheinbar eine Familie selber Exorzist spielte und eine “vom Teufel besessene” Frau zu Tode folterten.

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Fischinger Online Mystery-Kanal bei YouTube abonnierenVon Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

“Der Satan ist an allem schuld!” – so heißt ein Kapitel in meinem aktuellen analytischen  Prä-Astronautik-Buch “Rebellion der Astronautenwächter“. Doch Satan, Luzifer, Beelzebub etc. ist in meinen Augen jemand ganz anders als ein “Höllenfürst aus der Unterwelt” …

Dennoch ist die offizielle Lehre der katholischen Kirche davon überzeugt, dass es Menschen gibt, die von Dämonen oder gleich dem Teufel selber besessen sind. Aus diesem Grund hat die Kirche eine “Armee” eigener Exorzisten, die gegen diese teuflischen Machenschaften auf Erden kämpfen. Doch diese kirchlichen Exorzisten sind machtlos, wenn Gläubige quasi in “Heimarbeit” selber einen Exorzismus durchführen. Der auch mit dem Tod enden kann … und das kommt immer wieder vor.

Derartige Berichte tauchen immer mal als kleine Randnotizen in den Medien auf und geschehen dabei (meist) in fernen Ländern. Oder bei religiösen Fundamentalisten, wie es beispielsweise ein Fall aus Texas, USA, im Frühjahr 2015 zeigte.

Doch nun ereignete sich eine solche Tragödie erneut bei uns in Deutschland: Ein angeblicher Exorzismus-Fall in einem Hotel in Frankfurt am Main, der mit dem Tod der “Besessenen” und einem verletzten zweiten Opfer endete.

Zu Tode gefoltert

Was war gesehenen?

In einem Hotel in Frankfurt am Main hat die Polizei den Medienberichten nach die Leiche einer 41 Jahre alten Frau gefunden, die offenkundig über Stunden zu Tode gequält wurde. Geschehen oder Angefangen seien die Folterungen der Frau bereits am letzten Samstag (5. Dezember). Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat daraufhin fünf Personen festgenommen, die an der Verstorbenen quasi einen “familiären “Exorzismus” durchgeführt haben sollen. Denn alle Tatbeteiligten sind Familienangehörige der Toten – einer ihr 15 Jahre junger Sohn.

Der Autor Erich von Däniken soll von Satan manipuliert werden (Bild: S. Ampssler / L. A. fikschinger
Der Autor Erich von Däniken soll von Satan manipuliert werden (Bild: S. Ampssler / L. A. Fischinger

Die Familie kam vor nicht einmal zwei Monaten aus Südkorea nach Deutschland. Und brachten scheinbar einen fanatischen Glauben an Dämonen und den Teufel mit nach Frankfurt. Die Verstorbene wurde von ihrer Familie geknebelt und immer wieder mit Schlägen gegen Brust und Bauch bis zum Tode gefoltert. Sogar einen Kleiderbügel habe man ihr in den Rachen gesteckt.

Erst nach dem Tod der angeblich Besessenen riefen die Angehörigen einen katholischen Priester ins Hotel, der daraufhin Alarm schlug. “Ersticken infolge massiver Brustkorbkompression und Gewalteinwirkung auf den Hals” sei nach der Staatsanwalt die Todesursache. Zudem war die Leiche übersät mit zahllosen Blutergüssen und Hämatomen gewesen. Weiter zitiert zum Beispiel “Die Welt” am 9. Dezember die Behörden mit den Worten:

“Nach derzeitigem Kenntnisstand fügten die Beschuldigten dem Opfer über einen Zeitraum von mindestens zwei Stunden Schmerzen und Qualen zu, wobei ihr Handeln von einer gefühllosen und unbarmherzigen Gesinnung getragen war (…)”

Oberstaatsanwältin Nadja Niesen sieht hier eine außergewöhnliche und zugleich grausamen Tat. “So etwas habe ich noch nicht erlebt”, so zitiert die “Frankfurter Allgemeine” am 9. Dezember die Staatsanwältin.

Stundenlange Folterungen und ein zweiten Exorzismus der Familie?

Im Verhör der Polizei gestand die teuflische Familie schließlich noch am 5. Dezember, dass in ihrem Haus in Sulzbach ein weiteres Opfer sei. Hier entdeckten die Ermittler in der Garage des Hauses eine schwer verletzte und fast verdurste Frau, die in Frischhaltefolie eingewickelt und stark unterkühlt war. Aber zum Glück lebte. Auch ein Opfer eines derartigen Exorzismus?

Nach einem anderen Medienbericht lebte die Familie sehr zurück gezogen in Sulzbach und auch nur kurzzeitig. Die Koreaner hätten den Nachbarn auch immer wieder davon erzählt, dass in dem Haus Geister leben würden. So heißt es dazu:

Die Koreaner lebten in dem Haus in Sulzbach offenbar sehr zurückgezogen. Die Rollläden waren nach Angaben der Nachbarn so gut wie immer heruntergelassen, alle Bewohner hätten jeden Vormittag gemeinsam das Haus in Richtung S-Bahn verlassen. Anfangs, als noch viele Männer mit in dem von einem Hofheimer vermieteten Haus gewohnt hätten, sei nachts stundenlang Gekreische aus dem Keller zu hören gewesen.

Papst Benedikt XVI. und Lars A. Fischinger - Angeblich ist der Papst der Satan in Person (Bild: Archiv L.A. Fischinger)
Papst Benedikt XVI. und Lars A. Fischinger – Angeblich ist er Satan in Person (Bild: Archiv L.A. Fischinger)

Was mag dort Grausiges geschehen sein? Zogen die Koreaner vor kurzem versehentlich in ein “Spukhaus” und machten die beiden Opfer dafür verantwortlich? Hat die Familie im religiösen Wahn dann selber versucht, den beiden Frauen den vermeintlichen “Teufel auszutreiben”? Eine Meldung vom Januar 2014 auf diesem BLOG ist dazu vielleicht noch in Erinnerung. Darin hieß es, dass im November 2011 eine Familie in den USA ein Haus bezog, in dem angeblich über 200 Dämonen hausen sollen. Ein wahres Horrorhaus nach den Berichten damals.

Der Vatikan hat seine eigenen Exorzisten und ebenso strenge Regeln was einen Exorzismus angeht. So was macht man mal nicht nebenbei im Kreise der Familie. Eigentlich, egal für wie gläubig oder “fromm” man sich auch selber halten mag. Ich vermute, dass die Koreaner Christen sind, da sie nach der Tat im Hotel am vergangenen Samstag auch einen katholischen Pfarrer riefen. Da war es leider schon zu spät für eines der Opfer.

Nach den Lehren der Kirche bedarf es einer gründlichen Prüfung des Falles bevor ein Exorzismus durchgeführt werden kann oder soll. Auch einer medizinischen Untersuchung geht dem voran. Und eine solche “Teufelsaustreibung” muss daraufhin erst noch von dem verantwortlichen Bischof persönlich genehmigt werden. Diese Erlaubnis für einen Exorzismus gilt dabei auch nicht für jedermann, sondern für einen Priester/Exorzisten der Kirche selber.

Der Beelzebub boomt in Polen

Star Wars Episode VII von J.J. Abrams und Disney - Was kommt da auf uns zu?
VIDEO: “STAR WARS – Episode VII” von J.J. Abrams und Disney – Was kommt da auf uns zu? (Bild: L. A. Fischinger)

Im katholischen Polen beispielsweise arbeiten 130 Exorzisten. Der Teufel boomt dort. So können dort beispielsweise seit 2012 die Gläubigen das Magazin “Egzorcysta” (Der Exorzist) kaufen, und sich darin über den Kampf gegen Luzifer informieren. Monatlich werden davon 40.000 Exemplare gedruckt – angefangen mit 15.000 im Jahr 2012.

Besonders übel beim Teufels-Boom in Polen ist eine Nachricht für alle Fans von “STAR WARS” inkl. mir selber natürlich: Die Diözese Warschau-Praga hat einen Fragenkatalog verteilt, anhand dessen man überprüfen kann, ob man nicht vom Teufel besessen oder verführt ist. 60 Fragen enthält der Bogen. Und wer “böse Filme” wie eben “STAR WARS” oder auch “Indiana Jones” schaut, könnte dem Satan verfallen.

“Hello Kitty” ist nach diesen “analytischen Fragen” übrigens kein Teufelswerk …

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Ancient Aliens-Idee: Warum ich und alle Prä-Astronautiker mit mir vom Teufel verführt wurden und in die Hölle kommen!

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Der Glaube an Außerirdische soll in die Hölle führen (Bild: L. A. Fischinger)
Der Glaube an Außerirdische soll in die Hölle führen (Bild: L. A. Fischinger)

Sehr viele Freunde der Prä-Astronautik sehen in den Texten der Bibel Hinweise auf die Ancient Aliens. So auch im Buch Ezechiel. Spätestens seit Erich von Däniken 1968 in seinem ersten Buch spekulierte, dass dort die Erscheinung von Außerirdischen beschrieben sein könnte, streiten sich die Prä-Astronautik-Geister um diesen Text. Doch damit sind die Anhänger der Prä-Astronautik, die diese Ezechiel-Idee teilen, verloren! Sie werden, wie es heißt, in der Hölle schmoren und von Däniken selber ist mit seinen Thesen der “Täuschung Satans erlegen” …

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Der Teufel trägt nicht nur Prada: Ich habe mit Satan persönlich gesprochen! Der Papst als Antichrist und warum ich so oder so in die ewige Verdammnis komme.

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Papst Benedikt XVI. und Lars A. Fischinger - Angeblich ist der Papst der Satan in Person (Bild: Archiv L.A. Fischinger)
Papst Benedikt XVI. und Lars A. Fischinger – Angeblich ist der Papst der Satan in Person (Bild: Archiv L.A. Fischinger)

Am 20. Oktober 2007 erhielt ich ein Schreiben von Mons. James Havery, Präfekt des vatikanischen Hauses. Darin lud der Präfekt mich zu einer Generalaudienz am 5. Dezember 2007 beim Heiligen Vater im Vatikan ein Dabei gab es mir die Möglichkeit anschließend Papst Benedikt XVI. persönlich zu “treffen” um dem Heiligen Vater mein damaliges Buch “Das Wunder von Guadalupe” zu übergeben. Und damit habe ich angeblich dem Satan persönlich meine Aufwartung gemacht. Nicht nur mir ist nun die Hölle sicher …

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Der "Heilige Rock" von Trier ist kein "Teufelsspuk" mehr

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Der “Heilige Rock” (DPA)
Gernot Facius bei “Welt online“:

Die Wallfahrt zum “Heiligen Rock” ist ein riesiges katholisches Spektakel. Statt wie früher dagegen zu wettern, empfiehlt die evangelische Kirche die Teilnahme.
So ändern sich die Zeiten.
Martin Luther spottete über die “Bescheißerei von Trier”. Wallfahrten wie die zum “Heiligen Rock” in Deutschlands ältester Stadt waren für ihn reiner “Teufelsspuk”. 500 Jahre später haben Luthers geistige Nachfahren dieses Urteil revidiert, ihre Vorbehalte schrumpfen auf ein Minimum zusammen.
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Erneute Debatte und Uneinigkeit in der Kirche: Was ist wenn “Perseverance” auf dem Mars Leben findet – oder wir eines Tages intelligentes Leben im All? (+ Video)

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Debatte und Uneinigkeit in der Kirche: Was ist wenn Perseverance auf dem Mars Leben findet - oder wir eines Tages intelligentes Leben im All? (Bilder: NASA & PixaBay / Montage: Fischinger-Online)
Debatte und Uneinigkeit in der Kirche: Was ist wenn “Perseverance” auf dem Mars Leben findet – oder wir eines Tages intelligentes Leben im All? (Bilder: NASA & PixaBay / Montage: Fischinger-Online)

Am 18. Februar landete der neue NASA-Rover “Perseverance” erfolgreich auf dem Mars. Die Suche nach aktuellem oder einstigen Leben auf dem Mars kann beginnen. Und vielleicht wird die Mission “Mars 2020” der NASA tatsächlich Erfolg haben, und wir wissen bald alle, dass es Leben im All gibt. Für Naturwissenschaftler und alle Weltraum-Freunde eine enorm spannende Mission. Doch das ist sie auch für gewissen Kreise der katholischen Kirche, die sich immer wieder die Frage stellen muss, was ist, wenn es außerirdisches Leben oder sogar andere Intelligenzen im Kosmos gibt? Welche Auswirkungen hat das auf deren Lehren, den Gedanken des Jesus als Erlöser oder die Stellung der Menschheit? Dazu erschien jüngst ein aufschlussreiches Interview, dass diese Probleme deutlich macht. Und doch nur an der Oberfläche kratzt, wie Ihr hier lesen könnte. Brauch die Kirche eines Tages sogar Missionare im All?


Leben auf dem Mars – Leben überall?

Wohl in keinem Gebiet des menschlichen Geistes kann man soviel spekulieren, wie bei der Frage nach Leben im Universum, andere Zivilisationen und Aliens allgemein. Immerhin ist der Kosmos groß genug und bietet damit reichlich Platz für die kühnsten Ideen und Phantasien. Von grandiosen Science-Fiction bis zu Feststellung, das wir vollkommen alleine im All sind. Letztere Ansicht teilen wohl die wenigstens naturwissenschaftlich informierten Menschen.

Erneut steht bekanntlich wieder der Mars im Fokus der Suche nach den Aliens. Mit der Mission “Mars 2020“, über die ich bereits im Januar 2020 in diesem YouTube-Video HIER berichtete. Dieser Mars-Mission der NASA mit ihrem Rover “Perseverance” könnte es tatsächlich gelingen zu beweisen, dass es auf dem Planeten Mars Leben gibt. Oder einstmals gab. Allerdings wurde das auch schon Mitte der 1970er Jahre von den beiden Missionen “Viking” der NASA gesagt, die auf dem Roten Planeten erfolgreich landeten. Auch diese Lander, stationäre Labore ohne Rover, suchten nach Leben oder wenigstens Spuren von diesem. Vergeblich, wie zumeist gesagt wird.

Findet “Perseverance” Leben auf unserem Nachbarplaneten, ändert das grundsätzlich erstmals alles. Alles in dem Sinne, dass der wissenschaftliche Beweis erfolgt ist, dass es auch außerhalb er Erde Leben gibt oder gab. Spätere Missionen könnten zusätzlich belegen, dass es auch an anderen Orten in unserem Sonnensystem Leben gibt. Etwa auf dem Jupiter-Mond Europa. Doch das ist noch Zukunftsmusik und könnte eines Tages wieder alles ändern.

Für die katholische Kirche und das Christentum mit ihren Heilslehren und biblischen Dogmen ändert die Entdeckung von Leben auf dem Mars ebenso alles. Obwohl es dort natürlich keine Alien-Zivilisationen gibt, sondern dieses Leben nur aus Mikroorganismen bestünde. Dennoch würde die Kirche vom Grundsatz her zwei Fragen stellen, die sich identisch wohl auch die Wissenschaft oder NASA stellen würden:

  1. Stammt dieses Mars-Leben ursprünglich von der Erde, oder entwickelte es sich unabhängig von unserer Welt? (Oder kommt das irdischen Leben sogar vom Mars? Denn auch das ist möglich.)
  2. Ist also Leben – auch intelligentes – der Normalfall im riesigen Kosmos, wenn schon mindestens zwei Welten in nur einem System Leben tragen oder trugen?

Mars-Leben: Ein Problem für Christen?

Hitzige Debatten werden dem Nachweis von Leben auf dem Mars folgen, die genau diese Fragen behandeln.

Naturwissenschaftler wie Exobiologen werden jubeln. Schlaue Köpfe werden wiedereinmal die Drake-Gleichung heranziehen, mit der theoretisch die Anzahl von außerirdischen Zivilisationen berechnet werden kann, und neue statistische Wahrscheinlichkeiten errechnen. Immerhin kann man mit dieser Formen oder Gleichung grundsätzlich jede Anzahl von Zivilisationen im All berechnen. Von nur einer, uns hier auf der Erde, bis Millionen bewohnter Welten. Ein Nachweis von Mars-Leben macht entsprechende Berechnungen aber durchaus genauer. Schließlich sind die meisten der Faktoren der Drake-Formel reine Schätzwerte.

Als eine Art “Faustformel” muss man immer bedenken, dass es ein gewaltiger Schritt von Mikroorganismen auf dem Mars oder einem Mond bis zur einer außerirdischen, intelligenten Spezies ist. Eine lebendige Bakterie im kargen Wüstenboden des Mars ist noch kein intelligenter Außerirdischer auf einem anderen Planeten, der vielleicht sogar in einem UFO herum fliegt.

So fragte auch das “Domradio” aus Köln, ein vor allem in Deutschland sehr bekannter christlicher Radiosender, ob es zwischen Leben auf dem Mars und dem Christentum “ein Problem” geben würde. In einem Interview am 24. Februar mit Dr. Christian Weidemann, dem wissenschaftlichen Mitarbeiter am Lehrstuhl für philosophisch-theologische Grenzfragen der Ruhr-Universität in Bochum. Wenn “Perseverance” Leben finden würde, so Weidemann, würde das für den christlichen Glauben ersteinmal “gar nichts bedeuten”. Immerhin könnte es sein, “dass sich das Leben mit Meteoriten im Sonnensystem verteilt hat”. Damit hätten irdisches Leben und Mars-Leben vielleicht “einen gemeinsamen Ursprung”. Theologisch und philosophisch sei dies kein Problem für die Gläubigen der Kirche, meint Weidemann.

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Doch auch wenn sich dieses Leben unabhängig entwickelt hätte, wäre es nicht allzu problematisch. Selbst wenn dies bedeuten würde, dass “Leben im Universum relativ weit verbreitet ist”. Weidemann:

Die Verbreitung von Leben als solchem ist theologisch auch noch relativ unverdächtig. Man hätte dann vielleicht eine Erklärung, warum das Universum so groß ist.

Wenn es überall Leben gibt, kann man sagen, Gott hat vielleicht gewollt, dass es ein sehr vielfältiges Leben gibt, das sich im Universum verteilt. Aber man hätte auch ein Argument dafür, dass auch intelligentes Leben im Universum verbreiteter ist. Intelligentes Leben wirft theologisch eine Reihe von Problemen auf.

Und genau diese “Reihe von Problemen” sind jene nach der Frage nach Erlösung, Sünde und Jesus als Erlöser dieser Aliens, die ich bereits in einem früheren Artikel HIER ausführlich diskutiert habe. War Jesus etwa auch auf anderen Planeten in Alien-Form? Auch Weidemann sieht das in seinem Interview sehr ähnlich. Er geht davon aus, dass auch außerirdische Intelligenzen “Sünder” sind, die “erlöst” werden müssen. Darin würden sie den Menschen ähneln:

Es gibt wenig Grund anzunehmen, dass – wenn es anderes intelligentes Leben gibt – es sich dabei nicht auch um Sünder handelt. Und wenn es sich um Sünder handelt, dann ist dieses Leben auch erlösungsbedürftig. Dann haben wir das Problem, dass nach christlicher Vorstellung Jesus Christus für die gesamte ‘Welt’ gestorben ist.

Sündige Außerirdische

Mit “Welt” könnte nach Weidemann “Kosmos” gemeint gewesen sein. Dies würde bedeuten, dass Jesus Christus vor 2.000 Jahren auf irgendeinem Planeten in irgendeiner Galaxis in irgendeiner Stadt (Jerusalem) durch seine Kreuzigung das gesamte Universum erlöst hat? Wissen die Außerirdischen überhaupt davon? Denn auch Weidemann sieht die offensichtlichen Probleme mit dieser Heilslehre eines Erlösers namens Jesus. “Aber wenn der Kosmos eng besiedelt ist, wäre es sehr unwahrscheinlich, dass das Heil des gesamten Kosmos von der Erde ausgeht”, gibt er ganz richtig zu bedenken.

Nach Meinung von Weidemann sei dies ein Rückfall in den Geozentrismus. Also die Lehre, dass die Erde und damit die Menschheit der Mittelpunkt des Universums sind. Eigentlich wurde diese seit Kopernikus ad acta gelegt. Natürlich nicht bei allen Menschen und bei allen Gläubigen. Dazu später mehr. Weidemann spricht in diesem Kontext von einem “Heils-Geozentrismus”, den er für unplausibel hält, wie den eigentlich Geozentrismus an sich. Fraglos werden die meisten Mystery Files-Leser dem uneingeschränkt zustimmen. Weidemann führt aus:

Was ist mit dem Heil von Menschen, die nie von Jesus erfahren haben und zwar ohne eigene Schuld? Also entweder, weil sie zu früh gelebt haben oder weil sie an zu entfernen Stellen der Erde gelebt haben. Was ist mit der Erlösung von diesen Menschen?

Da hat die Kirche sich ja auch schon bewegt. Das heißt, dass die Kenntnis der Heiligen Schrift oder die Kenntnis des Lebens Jesu Christi wird nicht für das individuelle Heil als notwendig erachtet. Da hat man dogmatisch schon Justierungen vorgenommen. Man müsste ähnliche, vielleicht aber noch radikalere Justierungen vornehmen, wenn man tatsächlich intelligentes Leben im Universum fände, oder zumindest falls man gute Anhaltspunkte hätte, dass es sehr, sehr weit verbreitet ist im Universum.”

Erstaunliche Aussagen, die es früher in der Kirche so nicht gab. Man denke nur an die Eroberungen der Kontinente und vieler anderer Regionen der Welt im Zeichen des Kreuzes (und Schwertes). Hier wollte man mit Bibel und Schwert den “Heiden” das Christentum lehren, um diese “zu erlösen”. Jetzt also brauch ein Mensch gar nichts mehr von Jesus und der Bibel wissen, um sein Seelenheil zu finden. Eine radikale Kehrtwende zu früheren Ansichten der Kirche.

Alien-Erlöser Jesus Christus?

Im Zuge der anstehenden ersten Mondlandungen wurde damals sogar die Frage laut, ob wir eines Tages christliche Missionare im All benötigen, um die Außerirdischen zu erlösen. Darüber berichtete ich schon 2015 in einem Video auf YouTube, das ich am Ende nochmal angefügt habe.

Zumal schon der gesunde Menschenverstand einem sagen muss: Wenn ein Mensch am Tag der Geburt von Jesus Christus stirbt, hat er seine angebliche “Erlösungslehre” nie erfahren. Er konnte es gar nicht. Wäre dieser also “verdammt”?

Der Theologe Dr. Hannes Bräutigam sieht diese Probleme sehr ähnlich. Er schrieb seine Doktorarbeit mit dem Titel “Das Kreuz mit den Aliens” genau zu diesen Fragen. “Nicht jedes Selbstverständnis des christlichen Glaubens ist mit außerirdischer Intelligenz vereinbar”, ist sich Bräutigam sicher. So stelle sich die fundamentale Frage, ob die Kreuzigung Jesus als Erlösung der Menschen tatsächlich der einzige Weg zur Erlösung ist oder überhaupt sein kann. Genau das ist aber die Kernlehre der katholischen Kirche. Jesus wäre dann nicht mehr der einzige Erlöser und Heilsbringer. Oder Jesus ist auch auf anderen Planeten erschienen. Oder wird es noch. Vielleicht war es auch jemand ganz anders, der diese Außerirdisches erlöst hat.

Wahrscheinlich würden einige Dogmen der kirchlichen Heilslehre, etwa die (erfundene) Erbsünde von Adam und Eva, auf anderen Welten überhaupt nicht mehr greifen, ist auch Bräutigam sicher. Immer vorausgesetzt, dass Außerirdische “Sünder” sind …

Ein Schock für Christen?

Als 2020 Spekulationen aufkamen, dass in der Atmosphäre der Venus vielleicht Leben existiert (s. Videos HIER), berichtete auch das christliche Magazin “pro” darüber. Befragt wurde dazu am 16. September 2020 auch der Theologe Thorsten Dietz von der Evangelischen Hochschule Tabor in Marburg: “Was würde es für Christen ändern, wenn es auch anderswo Leben gäbe?” Dietz ist sicher, dass außerirdisches Leben für Christen ein Schock wäre. Auch wenn, so führte er damals aus, es niemals zu einem Kontakt mit anderen Intelligenzen kommen würde. Das All sei zu groß, die Lichtgeschwindigkeit eine Grenze und deshalb “wird es niemals das Jahr des ersten Kontakts geben”, sagte Dietz pessimistisch. Ob er damit Recht hat, ist mehr als zweifelhaft!

Einige Gläubige werden die Sache mit intelligentem Leben im All recht einfach handhaben. Diese Außerirdischen werden in deren Augen schlicht Dämonen sein. Sie wären keine Geschöpfe Gottes, sondern Handlager des Teufels, womit man sich auch keine Gedanken machen muss, ob Jesus diese erlöst habe. So erstaunlich es klingt, aber einige Christen oder “Gläubige” sehen das schon jetzt als Tatsache, wenn sie auf das Thema UFOs und Aliens blicken. UFOs sind dämonische Manifestationen des Satan, glauben diese. Mutmaßlich Aliens in diesen Objekten damit auch nur Dämonen des Bösen und Kreaturen, die die Menschen in die Irre leiten wollen. Erde und Mensch bleiben das Zentrum von allem. Mir selber als Autor, YouTuber und Blogger wird genau das immer vorgeworfen, da ich mich bekanntlich seit 31 Jahren mit dieser Thematik beschäftige.

Eine ganz einfache “Lehre” dieser angeblichen Christen. Damit wäre das Thema andere Wesen im All bequem abgeschmettert und diese Menschen müssen sich keine Gedanken über ihre biblischen Lehren und Heilsversprechungen mehr machen. Oder sie sogar hinterfragen.

Video zum Thema

Video vom 28. Januar 2015 auf Mystery Files

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Mythische Monster im Alten Testament: Werden in der Bibel von Gott geschaffene Dinosaurier erwähnt?

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Werden in der Bibel Dinosaurier erwähnt? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger)
Werden in der Bibel Dinosaurier erwähnt? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger)

In der Bibel findet der Leser eigentlich alles zu allem – man muss nur genau nachlesen und danach suchen. Das behaupten in der Hauptsache natürlich die Gläubigen, die in den beiden Testamenten der Bibel Antworten auf nahezu alle Belange des Lebens – und darüber hinaus – suchen. Jahrtausende der Interpretationen mit den unterschiedlichsten Strömungen hatte das zur Folge. Finden sich aber in der Bibel auch Dinosaurier beschrieben? Immerhin glauben Millionen Menschen der Schrift Wort für Wort, eingeschlossen der Schöpfungsgeschichte. Und da es Saurier gab, müssen sie von Gott geschaffen worden sein. So deren Argumente. Gibt es aber tatsächlich Belege oder Hinweise dafür in den Büchern der Bibel? Vielleicht, wie Ihr in diesem Artikel erfahrt.


Die Bibel: Märchen und Geschichte?

Als “Märchenbuch für Erwachsene” werden das Alte und Neue Testament der Bibel sehr gerne belächelt. Es wären Schriften, deren zahlreiche Bücher nichts weiter als Unwahrheiten und Märchen erzählen. Selbst von reiner Propaganda wird in diesem Zusammenhang gesprochen, die sich irgendwelche findigen Autoren ausdachten.

Dass das nicht stimmt, haben Bibelforscher und Archäologen schon sehr lange belegt! Die Schriften der Bibel enthalten historisch verbürgte Berichte und Erzählungen, die durch externe Quellen nachgewiesen sind. Ein Buch also, das historisch korrekt ist.

Ganz so einfach ist es denn dann doch wieder nicht. Denn neben realen Ereignissen, Daten und Personen beinhalten die biblischen Bücher unzählige nicht fassbare Aussagen, Behauptungen und Geschichten. Häufig entsprungen aus Mythologien anderer Völker im Nahen Osten, die von den Autoren der Bibel umgeschrieben und umgedichtet wurden. Man denke nur – als bestes Beispiel – an die Geschichte der Sintflut oder Legenden der Urzeit. Das Neue Testament macht da keine Ausnahme. Auch in den dortigen Büchern rund um die Figur Jesus Christus finden sich Wahrheit und Fiktion vermischt.

Zum Teil handelt es sich bei solchen Schilderungen der Bibel auch ganz einfach um (theologische) Erfindungen. Fake-News im Namen Gottes.

Das hören vor allem Bibelfundamentalisten und Kreationisten nicht gerne.

Die Bibel als Gottes wahres Wort

Im Gegensatz zu “normalen Gläubigen” aus Christentum und Judentum sind sie mit ihrem Glauben und Ansichten zur Bibel fundamental. Sie nehmen sie wortwörtlich. Alles geschah, wie es die Bibel erzählt, und sei damit Wahr und von Gott gegeben. Ausdrücklich schließt das die Schöpfung der Welt inklusive Gottes Erholungspause am siebten Tag mit ein. Somit sei alles gleichzeitig von Gott erschaffen worden. Mit nur wenigen Tagen Abstand bei seinem Werk, während er das Universum, die Erde, den Mond, die Tiere, den Menschen usw. “bildete”.

Nicht vor Urzeiten und Milliarden von Jahren soll das gewesen sein, so die Bibelfundamentalisten, sondern vor wenigen tausend Jahren. Vielleicht vor nicht mal 10.000 Jahren. “Die Erde ist jung!” lautet diese fundamentale Weltanschauung. Naturwissenschaftliche Datierungen sind Teufelswerk und falsch, sind diese Gläubigen überzeugt. Nichts als Blasphemie in den Augen all jener, die unbeirrbar an die biblischen Botschaften glauben.

Auch Fossilien von Sauriern sind für sie nicht Millionen Jahre alt, sondern erst wenige Jahrtausende. Gott habe diese Kreaturen genauso und gleichzeitig wie alle anderen Tiere des Planeten geschaffen. In der Sintflut kamen diese dann (fast?) alle um, weshalb wir heute ihre Überreste in aller Welt finden.

Möglicherweise auch nicht alle. Zum Beispiel gibt es, wie unter anderem in diesem Video HIER berichtet, in den USA angeblich authentische Nachbauten der Arche Noah, in denen auch Saurier in Käfigen zu sehen sind. Noah habe auch diese gerettet – zumindest teilweise. Kein Problem für das fundamentale Christentum. Wissenschaftler, die behaupteten, dass der Mensch fast 65 Millionen Jahre nach den Urzeit-Wesen die Bühne der Weltgeschichte betrat, verbreiten ihrer Meinung nach Irrlehren. Immerhin sei allein schon die Evolutionstheorie Gotteslästerung, falsch und  anti-christlich.

Das biblische Monster Behemoth

Nun ist es aber so, dass die fundamentalen Bibelextremisten für die Behauptung, dass Gott vor ein paar tausend Jahren auch die Saurier schuf, im “Buch der Bücher” auch nach vermeintlichen “Beweisen” dafür suchen. Es genügt ihnen nicht, anzuerkennen, dass es diese Kreaturen einstmals auf unserem Planeten gab. Sie müssen ja irgendwo hergekommen sein (also von Gott) und damit in der Bibel zu finden sein. Als unverfälscht wahres und einziges Geschichtsbuch von Gott wird dieser diese Information ihnen sicher nicht vorenthalten.

Da ist es wenig verwunderlich, dass die Bibelfundamentalisten längst auch fündig geworden sein wollen. Vielleicht sogar zu einer Zeit, die noch gar nicht so lange her ist. Was aber nichts mit Kryptozoologie zu tun hat, deren Forscher bekanntlich nach unbekannten oder angeblich bereits ausgestorben Tieren und Pflanzen suchen. Selbst nach einem bis heute noch existierenden Saurier, der sich in den Urwäldern Zentralafrikas herumtreiben soll, und der als Mokele-Mbembe bekannt ist (mehr dazu HIER).

Der angebliche Dinosaurier der Bibel heißt Behemoth. Ein Lebewesen, dass im Hebräischen der Bibel bəhēmôth genannt wird und als Pluralform des Wortes für “Tier” angesehen wird. Durch die Nutzung dieser Schreibweise soll dieses “Tier” oder “Raubtier” verdoppelt werden, was seine Stärke, Größe und Stellung betrifft. Damit wird es zu einem “Monster“, das auf dem Land lebte. Zu finden ist diese Kreatur an mehreren Stellen im Alten Testament. Zumindest das Wort im Sinne eines Tieres, das beispielsweise auf dem Felde grast (z. B. Ps 8,8 & Joel 22,2).

Schon hier kommt es zu ersten Problemen. Möchte man mehr über dieses Tier oder Monster erfahren, könnten vielleicht die gewöhnliche Hausbibel in einer “Einheitsübersetzung” oder andere vorhandene Ausgaben nicht weiterhelfen. Diverse Bibelausgaben nennen das Tier einfach “Nilpferd” oder interpretieren es als ein solches. Ein Nilpferd ist zwar überaus gefährlich aber alles andere als ein Dinosaurier oder ein vor vielen Millionen (oder einigen Tausend) von Jahren ausgestorbenes “Monster”.

Behemoth: Ein Dinosaurier?

Nicht alle Bibelleser und Bibeldeuter sehen in Behemoth ein “normales Tier”. In Wahrheit handelt es sich bei diesem Monster eben doch um einen Saurier, da das Buch Hiob eine genauere Beschreibung von diesem liefert. Dort heißt es, hier in der Übersetzung von Martin Luther:

Siehe da den Behemot, den ich geschaffen habe wie auch dich! Er frisst Gras wie ein Rind. Siehe, welch eine Kraft ist in seinen Lenden und welch eine Stärke in den Muskeln seines Bauchs! Sein Schwanz streckt sich wie eine Zeder; die Sehnen seiner Schenkel sind dicht geflochten. Seine Knochen sind wie eherne Röhren, seine Gebeine wie eiserne Stäbe. Er ist das erste der Werke Gottes; der ihn gemacht hat, gab ihm sein Schwert.

Denn die Berge bringen ihm Tribut, und alle wilden Tiere spielen dort. Er liegt unter Lotosbüschen, im Rohr und im Schlamm verborgen. Lotosbüsche bedecken ihn mit Schatten, und die Bachweiden umgeben ihn. Siehe, der Strom schwillt gewaltig an: er dünkt sich sicher, auch wenn ihm der Jordan ins Maul dringt. Kann man ihn fangen Auge in Auge und ihm einen Strick durch seine Nase ziehen?” (Hiob 40,15ff.)

“Sieh doch das Nilpferd …” geben die meisten “modernen” Bibel die fragliche Stelle heute leider wieder. Augenscheinlich kann das in keinem Fall zu der Beschreibung des Tieres passen. Vor allem ist der Schwanz wie eine Zeder am Auffälligsten. Eine Zeder ist ein Baum, der in der Antike weithin bekannt und geschätzt war. Vor allem die berühmten “Zendernwälder des Libanon” sind heute legendär. Dorthin reiste nicht nur der Held und König Gilgamesch laut dem Gilgamesch-Epos, sondern auch die Pharaonen importieren dieses Holz. Selbst König Salomon soll das wertvolle Holz zum Bau seines Tempels in Jerusalem genutzt haben.

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Jeder weiß, dass ein Nilpferd keinen Schwanz wie ein Baum hat. Ein Saurier aber sehr wohl, während ein Nilpferd einen “Stummelschwanz” hat. Gleichzeitig hatten Saurier auch stabile Beine wie “Stäbe”. Aber natürlich nicht aus “Eisen”, wie es das Buch Hiob schildert. Auch keine Knochen aus Bronze (“Seine Knochen sind Röhren aus Bronze”), wie es in einigen Übersetzungen zu lesen ist. Problematisch ist jedoch die Tatsache, dass sämtliche Verwendungen des Wortes Behemoth außerhalb von Hiob immer ein reales Tier meinen. Darauf verwies schon 1976 G. S. Cansdale in seinem Buch “All the Animals of the Bible Lands”.

Ein reales Tier, ein Saurier?

“Denn die Berge bringen ihm Tribut, und alle wilden Tiere spielen dort”, heißt es bei Hiob in der Version von Luther. Statt “Tribut” findet sich in anderen Bibeln meist die Aussage, dass die Berge sein “Futter tragen”. Zugleich wird darin von “Tieren” und nicht von “wilden Tieren” gesprochen, die dort in oder an den Bergen “spielen”. Der Behemoth isst also dort, wo auch die anderen Tiere ihr Futter suchen oder sich friedlich aufhalten.

Irgendwie sehr unpassend für ein “Monster” oder eine wilde Bestie, wie es gedeute wird und auch in Apokyphen anklingt. Im äthiopischen Buch Henoch (ab 60,6) ist nämlich Behemoth ein wildes Ungeheuer, dass die Menschen strafen soll. Ebenso wie sein Gegenstück Leviathan als Meeresungeheuer, über das gleich noch zu sprechen sein wird.

Bibelfundamentalisten und jene, die überzeugt sind, dass die Erde jung ist, vermuten, dass Behemoth eine Art Sauropode war. Sicherlich mit die bekanntesten Urzeitwesen, die in der Tat gewaltige Schwänze und mächtige Beine hatten. Hier wird ein Iguanodon gerne ins Spiel gebracht, der zu den Iguanodontiae gehört. Iguanodons lebten vor rund 139 bis 113 Millionen Jahren auf der Erde und damit endlos lange vor den ersten Hominiden überhaupt. Was bekanntlich für Fundamentalisten keinerlei Problem darstellt. Letztlich soll Hiob das Wesen selber gesehen haben, nachdem der Herr ihn dies zeigte bzw. ihn darauf hinwies (Hiob 40,15f. & 40,19).

Es scheint sich demnach um ein real existierendes Tier gehandelt zu haben. Ausschließen, das hier eine “Vision” oder sogar Fiktion vorliegt, kann guten Gewissens eigentlich niemand, der kritisch an Bibeltexte herangeht. Zumal gerade das Buch Hiob für seine verborgenen und kryptischen Botschaften und Aussagen schon legendär ist.

Etwa acht Meter lang und aufgerichtet fünf Meter hoch waren ein Iguanodon, wobei es mehr als vier Tonnen auf die Waage bringen konnte. Sicher ein “Monster” (s. Titelbild) im weitesten Sinne des Wortes. Aber meint das Buch Hiob wirklich so ein Tier oder überhaupt einen gewaltigen Saurier? Auch wenn Fundamentalisten dies immer wieder annehmen, übersehen sie doch die Widersprüche im Text.

Die Bestie Leviathan

Das Fabelwesen Behemoth kann kein Saurier gewesen sein.

Schon gar nicht ein Riese wie ein Iguanodon oder irgendeine Art von Sauropoden, die noch weit größter werden konnten. Das Buch Hiob beschreibt eindeutig, dass sich das Tier unter Lotosbüschen legte und diese ihm Schatten spendeten. Es konnte sich im “Rohr”, also “Schilf”, am Fluss verstecken und “Bachweiden” umgaben das Tier dabei. Behemoth war demnach also ein mehr oder weniger kleines Tier und kein gewaltiger Saurier mit einem Schwanz wie ein Baum!

Was aber ist mit dem zweiten “Monster”, das bei Hiob mit dem Namen Leviathan umfangreich beschrieben ist (Hiob 40,16ff. & 41,1ff.)? Auch bei diese Kreatur wird versucht es mit einem Saurier oder vorzeitlichen Reptil zu erklären, dass Hiob ebenso real sah, wie andere. Den Beschreibungen nach war es ein sehr großes und fast schon riesiges Meereslebewesen, das sogar Feuer spuken konnte. Geradezu unbesiegbar verbreite es Angst und Schrecken. “Trifft man ihn mit dem Schwert, so richtet es nichts aus, auch nicht Spieß, Geschoss und Speer”, heißt es bei Hiob 41,18 über diese Bestie. Weiter lesen wir dort in der Luther-Version:

Aus seinem Rachen fahren Fackeln, und feurige Funken schießen heraus. Aus seinen Nüstern fährt Rauch wie von einem siedenden Kessel und Binsenfeuer. Sein Odem ist wie lichte Lohe, und aus seinem Rachen schlagen Flammen. (…)

Kein Pfeil wird ihn verjagen; die Schleudersteine sind ihm wie Spreu. Die Keule achtet er wie Stoppeln; er spottet der bebenden Lanze. Unter seinem Bauch sind scharfe Spitzen; er fährt wie ein Dreschschlitten über den Schlamm. Er macht, dass die Tiefe brodelt wie ein Topf, und rührt das Meer um, wie man Salbe mischt. Er lässt hinter sich eine leuchtende Bahn; man denkt, die Flut sei Silberhaar. Auf Erden ist nicht seinesgleichen; er ist ein Geschöpf ohne Furcht. Er sieht allem ins Auge, was hoch ist; er ist König über alle Stolzen.” (Hiob 41, 11-13 & 41,20ff.)

“Sein Atem entzündet Kohlen” gibt zum Beispiel “Elberfelder Bibel” hier wieder. Ein feuerspeiender Drache, wie er in unzähligen Mythen und Geschichten Niederschlag gefunden hat. Im Fall des Leviathan besteht der große Unterschied darin, dass dieses Monster im Meer leben soll. Kein Tier, dass man mit der Angel einfach fangen kann, wie es Hiob 40,25 vermerkt.

Schlangenmonster der Meere

Leviathan findet sich mehrfach im Alten Testament erwähnt. Und mit jeder Beschreibung wird diese Kreatur seltsamer. So heißt es in den Psalmen über ihn bei Luther:

Da ist das Meer, das so groß und weit ist, da wimmelt’s ohne Zahl, große und kleine Tiere. Dort ziehen Schiffe dahin; da ist der Leviatan, den du gemacht hast, damit zu spielen.” (Ps. 104,25f.)

Die Meere sind der Lebensraum des “ungeheuren Leviatan” oder des “Ungeheuers Leviatan”, wie es andere Bibelausgaben nennen. Während in einigen das Wesen schlicht als “Wal” wiedergeben wurde, was natürlich in keinster Weise den Beschreibungen entspricht. Ein Wal hat weder “scharfe Spitzen” am Bauch, noch kann er Feuer spuken. Riesig indes ist er zweifellos.

Schaut man noch genauer in die biblischen Texte, so wird dieser Leviathan immer bizarrer. Als sei die Eigenschaft des Feuerspeisens nicht bemerkenswert genug, so heißt es ab Pslam 74,13:

Du hast das Meer aufgewühlt durch deine Kraft, zerschmettert die Köpfe der Drachen über den Wassern. Du hast die Köpfe des Leviatan zerschlagen und ihn zum Fraß gegeben dem wilden Getier.”

“Die Köpfe des Leviata”? Hatte das Biest etwa mehr als nur einen Kopf? Auf welchen Saurier oder überhaupt irgendein Tier träfe das zu? Auf keines. Die Bibel wäre nicht die Bibel, wenn man solche Aussagen nicht noch steigern könnte. So geschehen im Buch Jesaja, in dem sich Leviathan als Seeschlange wiederfindet:

Zu der Zeit wird der Herr heimsuchen mit seinem harten, großen und starken Schwert den Leviatan, die flüchtige Schlange, und den Leviatan, die gewundene Schlange, und wird den Drachen im Meer töten.” (Jesaja 27,1)

In der Übersetzung “Hoffnung für Alle” wurde dieser Vers noch deutlicher formuliert. Hier heißt es:

In dieser Zeit wird der Herr mit dem Leviatan abrechnen, diesem schnellen Ungeheuer, das sich windet wie eine Schlange. Gottes mächtiges, scharfes Schwert wird ihn treffen, diesen Meeresdrachen, und wird ihn töten.

Theologische Interpretationen und Bibelforscher sehen hier ein Sinnbild des Satans, des Teufels. Die “Schlange” als Symbol für das Böse und Gottes Widersacher. Gleichzeitig vermerken verschiedene Bibel-Lexika vor allem zu diesem Vers, dass hier auf “heidnische Mythologien” von Drachen und ähnlichen Monstern angespielt wird, gegen die außerbiblischen Götterfiguren kämpften. Da Mythen früherer Religionen an vielen Stellen des Alten Testaments nachweisbar sind – warum nicht auch hier?

Meeresleuchten …

Zumindest aber kann Leviathan keinesfalls als Saurier angesehen werden. Erst recht nicht mit einem Spinosaurus, der sogenannten “Dornenechse”, wie es versucht wurde. Dennoch wurde immer wieder der Versuch unternommen diese Kreatur mit einem echten Lebewesen von heute zu vergleichen oder es als real darzustellen. Die einfachste Deutung ist dabei die Annahme, dass es ein Krokodil sei. Was natürlich unsinnig ist, wie die Beschreibungen belegen.

Gerne zieht man auch den “Bombardier-Käfer” heran. Dieses kleine Tier ist in der Lage heißes Gas zur Verteidigung auf seine Fressfeinde zu sprühen. Damit soll untermauert werden, dass es “feurspukende Tiere” in Gottes Schöpfung sehr wohl gegeben haben könnte. Vielleicht taten sie dies durch einen Gasausstoß, wobei sich dieses Gas bei Kontakt mit Sauerstoff von selbst entzündete. Womit man wieder bei der Drachen-Mythologie wäre. In diesem Fall ein Drache als Seemonster.

Bibelgläubige führen hierbei ein weiteres Argument an. Sie verweisen auf den Fakt, dass es in der Natur tatsächlich leuchtende Tiere gibt. Solche Lebewesen tummeln sich interessanterweise vor allem in den Meeren der Erde, wo sie meistens in der Tiefsee zu finden sind. Die Aussage der Bibel, “Er lässt hinter sich eine leuchtende Bahn, man denkt, die Flut sei Silberhaar”, klingt in diesem Sinne durchaus sehr treffend. Solche Fische, die in den dunklen Tiefen der Ozeane ihr eigenes Licht erzeugen, sind aber relativ kleine Zeitgenossen. Keine “Monster” und keines dieser Tiere hat auch mehrere Köpfe oder spukt Feuer. Unter Wasser schon gar nicht.

Diese chemischen Prozesse nennt man im Allgemeinen “Biolumineszenz”. Fraglich, wie Menschen in biblischen Zeiten Kenntnis von solchen kleinen Tieren der Tiefsee gehabt haben sollen. Sie “leuchten” nur dort und niemand kann sie ohne U-Boote sehen. Und angeschwemmte tote Exemplare geben wohl kaum mehr Licht mehr ab. Leuchtende Algen und andere Fische bzw. Lebewesen wie die Einzeller “Pyrocystis lunula” könnten hier als Vorlage gedient haben. Deren Lichter kann man an der Oberfläche sehen. Von diesen zu einem Monster wie Leviathan ist es aberr noich ein sehr, sehr weiter Schritt.

So spannend diese Fabelwesen oder Monster auch sind, sie eignen sich nicht als Beleg, dass die Bibel von Sauriern spricht, die noch vor kurzen lebten …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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