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Vor genau 20 Jahren: Die Katastrophe der “Sonnentempler”-Sekte. Massenmord und Gruppensuizid um in eine neue Welt beim Stern Sirius zu reisen.

Die "Sonnentempler" und der Massenmord in der Schweiz vor 20 Jahren (Bild: gemeinfrei / L. A. Fischinger)
Die “Sonnentempler” und der Massenmord in der Schweiz, Frankreich und Kanada vor 20 Jahren (Bild: gemeinfrei / L. A. Fischinger/bearbeitet)

Genau 20 Jahre ist es nun her, seit dem sich die (UFO-?)Sekte der „Sonnentempler“ das Leben nahm. Ein Suizid im Zeichen des Wahns! Es war im Herbst 1994, da berichteten die Medien in aller Welt von einem Massensuizid, in dem auch Massenmord eine Rolle spielte. Mitglieder einer Sekte mit dem so friedlich klingenden Namen „Sonnentempler“hatten sich sowohl in der Schweiz als auch in Kanada gemeinschaftlich das Leben genommen. Wie kam es dazu? Was war geschehen und spielte auch der Glaube an UFOs und Außerirdische bzw. Überirdische hierbei eine Rolle? Bis heute sind die Details der Ereignisse mit insgesamt über 70 Toten ungeklärt. Eine Zusammenfassung.

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Fischinger Online Mystery-Kanal bei YouTube abonnierenVon Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Der „Orden des Sonnentempels“ mit seinen Symbolen Kreuz und Rose spaltete sich einst von den durchaus bekannten „Rosenkreuzern“ ab, die im 17. Jahrhundert als Reformbewegung des Protestantismus entstanden war. Doch die 1994 die Medien beherrschenden „Sonnentempler“ hingegen haben eine völlig andere Philosophie. Eine Lehre, die letztlich in den Tod führte:

In der Nacht zum 5. Oktober 1994 verbrannten 22 Mitglieder des “Sonnentempler”-Ordens in ihren Häusern in dem Schweizer Dorf Cheiry, und gleichzeitig starben fünf Sonnentempler in Kanada. Darunter auch die Sektenführer Luc Jouret (der Hauptgründer) und Joseph di Mambro selber. Einige Stunden später wurde von der Polizei in Martigny im Wallis ein Feuer über den Rhonetal gemeldet. Der Brand wütete im Dorf Granges-sur-Salvan in einem Chalet am Berghang. Die herbeigeeilte Kripo und Feuerwehr fand auch dort Leichen: 25 Menschen, darunter fünf Kinder.

Was war hier geschehen und wer waren die Toten?

Nach den Polizeiermittlungen sind von allen Toten lediglich fünfzehn Menschen freiwillig aus dem Leben geschieden. Die anderen wurden ermordet, offenbar oder vermutlich von ranghören Mitgliedern der Sekte.(1) Folglich hatte es die Polizei hier nicht nur mit Selbstmorden sondern auch mit zahlreichen Morden zu tun. Denn: Die polizeilichen und medizinischen Untersuchungen ergaben, dass die verkohlten Leichen teilweise sowohl Einschüsse als auch Injektionsspuren von Spritzen aufwiesen(2), also eindeutige Hinweise auf ein unfreiwilliges Dahin scheiden. Die Leichen selber wurden in einer Art Kapelle entdeckt, die mit hell roten Stoffen, einem Bild von Jesus Christus und zahlreichen Wandspiegeln geschmückt war, und in dessen Mitte die Leichen in Form eines Sterns am Boden lagen.

Es waren die sterblichen Überreste einer Sekte. Aber offenkundig starben nicht alle Sonnentempler, denn am 23. Dezember 1995 wurden weiterer 16 tote Sektenmitglieder gefunden – diesmal in den französischen Ostalpen. Ermordet wurden diese Menschen wahrscheinlich bereits am 16. Dezember.(3) Die Leichen wurden in einem Waldstück oberhalb des Weilers St.-Pierre-de Chérennes bei Grenoble entdeckt, waren verbrannt und wiesen sogar Schussverletzungen auf. Die Suchtrupps, alarmiert durch den Jäger Robert Arnaud, der in der Gegend verbranntes Fleisch und Haare gerochen hatte, aber nicht die Quelle des Gestankes ausfindig machen konnte, fanden 14 der 16 toten Jünger auch hier in einer Sternenform liegend. Sie lagen verkohlt um einen erloschenen Scheiterhaufen verteilt.(4) Die bei den Leichen entdeckten zwei Gewehre und zwei Pistolen stellten sich im Nachhinein als die Dienstwaffen zweier Polizisten heraus, die wahrscheinlich ebenfalls unter den Toten waren.(5)

Auch bei dieser zweiten Tat schloss die Polizei einen gemeinschaftlichen Massenselbstmord aus: „Es könnte sich vielmehr um mehrfachen Mord und zwei oder drei Selbstmorde gehandelt haben“, sagte der zuständige Staatsanwalt damals. Da die verkohlten Leichen erneut Schusswunden zeigten und ihnen offenbar zum Teil vor der Ermordung dunkle Plastiksäcke über den Kopf gestülpt wurden, machte auch dieses Verbrehen schnell Schlagzeilen um die Weihnachtszeit. Ebenso stellte sich recht schnell heraus, dass die Sektenmitglieder offenbar alle der Meinung waren, dass der Tod nichts weiter als eine Illusion sei. eigentlich ja eine Kernlehre aller Religionen der Welt, die ihren Gläubigen die eine oder andere Form des „ewigen Lebens“ versprechen. Die „Sonnentempler“ gingen aber einen großen Schritt weiter. Sie waren der Ansicht, dass sie nur durch die gemeinschaftliche Selbsttötung einer unmittelbar bevorstehenden Apokalypse der Welt entziehen können und dadurch einen „Transit zum Sirius“ antreten werden. Bei einer landesweiten Razzia, die Mitte März 1996 durchgeführt wurde, nahm die Polizei 30 Sektenanhänger fest, um einen weiteren bevorstehenden gemeinsamen Suizid zu verhindern.(6)

Mord, Selbstmord und schlampige Ermittlungen?

Nach der für alle – von den Anwohnern der Sekten-Anwesen bis zu Sektenberatern – überraschenden Tat der zuvor als „unauffällig“ und „harmlos“ eingestuften „Sonnentempler“ begann das Rätselraten: Wollen sie freiwillig auf körperlose Art zum „Sirius“ reisen, wie es zuerst hieß? Glaubten sie, dass ihre „Seele“ nach dem Tod den Körper verlässt um irgendwo anders im Weltraum wieder geboren zu werden? Oder steckte hinter dieser Tragödie der Sekte doch ein wohl durchdachter Plan?

Vieles scheint eher für die zweite Möglichkeit zu sprechen, zumal einige der Umgekommenen klar durch Mord aus dem Leben geschieden waren. Da stellt sich natürlich umgehend die Frage, ob diese Menschen überhaupt sterben wollten. Waren es nur einige wenige, die die anderen „verirrten Seelen“ und später dann sich selbst getötet haben? Oder haben sie sich selber erschossen? Aber was war das Motiv der Mörder? Wer waren sie? Hier tappt die Polizei bis heute bei ihren Ermittlungen in Details im Dunkeln, da die Mörder und deren Opfer nicht mehr befragt werden können …

Auch Eric Bergkraut, der versucht hatte, Hintergründe und Ablauf des Dramas näher auszuleuchten, konnte in seiner Dokumentation „Die Sonnentempler – eine Reise in den Tod“ für das Schweizer Fernsehen keine neuen Details vermitteln, da seine Recherchen mehr oder weniger im Sand verlaufen waren. Doch zeigte sich bei der Fallermittlung sehr schnell, dass hier ein wahres Massaker stattfand, da einige der Leichen bis zu neun Einschüsse aufwiesen.
Der Schlussbericht der zuständigen Untersuchungsbehörde fiel entsprechend dünn aus, und zudem wurde er erst verzögert publiziert. Der Staatsanwalt aus dem Schweizer Freiburg musste herbe Kritik an sich hinnehmen, da sich mittlerweile im französischen Vercors bekanntlich während der Untersuchungen ein weiteres Drama nach ähnlichem Muster abgespielt hatte. Vielleicht hätten die Behörden – hätte man sich eingehender mit dem Drama beschäftigt – die Tat verhindern können, so lautete der Kernpunkt der öffentlichen Kritik. Besonders die französischen Behörden und Sektenforscher kritisierten die Arbeit, da die Schweiz diese Sekte nicht schon zuvor als „kriminelle Gruppe“ einschätzte und nicht einmal die Telefone überwachte.

Tatsächlich waren fast alle von den Behörden in Freiburg und im Wallis befragten Personen aus dem Umfeld des Ordens beim zweiten rituell inszenierten Mord am 23. Dezember 1995 umgekommen. Unter ihnen waren auch Patrick Vuarnet, der Sohn eines Olympiameisters von 1960, und seine Frau. Patrick Vuarnet wurde ausgiebig von Untersuchungsrichter André Piller zusammen mit den Polizeibeamten Patrick Rostand und Jean-Pierre Lardanchet vernommen und danach wieder auf freien Fuß gesetzt. Alle drei kamen am 23. Dezember 1994 bei dem neuerlichen Feuertod um. Und der Gendarm Lardanchet war mit einem Gehilfen für dies Drama verantwortlich, bei dem von insgesamt 16 Menschen auch drei Kinder waren. Alle wurden noch am Tag vor der Tragödie von Zeugen gesehen.

Eine Person entkam (obwohl sie durch Freundschaft den „Sonnentemplern“ nahe stand) dem Schicksal ihrer Geistesverwandten: der Komponist und Dirigent Michel Tabachnik, obwohl er im September 1994, also kurz vor der ersten Wahnsinnstat, an einem Treffen der Ordensführer in Avignon teilgenommen hatte. Bei der Befragung der Untersuchungsrichter soll er geweint haben, nachdem er erfahren hatte, was sein Freund Joe di Mambro und andere Mitglieder hinter seinem Rücken getan hatten.

Tabachnik war einer der weniger Informanten, die etwas Konkretes über die Sekte hätten aussagen können. Doch er – der Urheber der esoterisch inspirierten Komposition „Cosmosgonie“ – äußerte sich leider nur überaus vage. Bis heute. Aber es gab noch eine andere Zeugin: die Mutter der Geliebten di Mambros, die ihm das sogenannte heilige oder „kosmische Kind“ Emmanuelle geboren hatte. Diese Zeugin besuchte zwar Di Mambros Stiftung „Golden Way“ mehrmals, um ihre Tochter und ihre Enkelin zu sehen, jedoch ließ sie sich nicht von der Sekte vereinbaren.

Der Dokumentarfilmer Eric Bergkraut erhob den Vorwurf, dass die Untersuchungsbehörden an der Geschichte des „Sonnentempler“-Ordens überhaupt nicht interessiert seien. Er deutete an, dass Luc Jouret und Joe di Mambro die Leitung des Ordens von einem „Priester“ übernommen hätten, der dem Faschismus nahe stand. Der Abenteurer und Gesundheitsapostel Luc Jouret, geboren 1947 im damaligen Belgisch-Kongo, ließ sich nach Bergkraut in der abgespalteten fundamentalistischen Sektion der katholischen Kirche zum Priester weihen. Auch interessierte er sich schon sehr früh für Yoga, Geistheiler, Astrologie, Gurus und Geheimwissenschaften und zog Anfang der 1980er Jahre als angeblicher Heiler durch die Schweiz, Frankreich, Kanada, Belgien und Luxemburg.

Dass in der Sekte rassistische Tendenzen herrschten, wurde auch von einer früheren Anhängerin aus Frankreich bestätigt. Sie sagte aus, dass der Orden die weiße Rasse als überlegen gefeiert habe, während zum Beispiel Schwarze als „weniger entwickelte Leute“ bezeichnet wurden.

In einem in Kanada eingesetzten Werbefilm der Sekte konnte man gut die paranoiden Züge des Ordens erkennen: Sie bezeichneten sich ganz typisch für derartige Sekten als „Auserwählte“, und das im licht durchfluteten und von Kindern bevölkerten Treibhaus gezüchtete Gemüse wurde in einem geweihten, himmlischen „Javelwasser“ gewaschen. Auch im Umgang mit dem erwähntem „kosmischen Kind“ Emmanuelle zeigte sich eine übertriebene Hygieneauffassung: Die Großmutter durfte es nicht berühren.

Eric Bergkraut machte in seiner Reportage, die am 3. Oktober 1996 vom Fernsehsender „DRS“ ausgestrahlt wurde, deutlich, dass die Gruppe die Erde in ihrem heutigen Zustand für nicht mehr bewohnbar hielt. Auch sei die angebliche Unbewohnbarkeit des Planeten nicht das einzige Motiv für die Blutteten gewesen. Licht in die finanziellen Hintergründe und in die Geschäftspraktiken der Führungspersonen konnte Eric Bergkrauts Werk leider nicht bringen. Er beendete seine Reportage jedoch mit einer Sensation, in dem er sagte:

In Kanada wartet man auf Teil drei des Dramas, denn in Quebeck leben noch Anhänger, die bedauerten, beim Transit zum Sirius nicht dabei gewesen zu sein.“(7)

Recherchen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ ergaben damals jedoch auch, dass zu Lebzeiten des Sektenchefs di Mambros 20 Millionen Franken an die „Sonnentempler“ überwiesen worden sein sollen, die sich immer weiter aus der Kasse „verflüchtigten“, je näher die Jahrtausendwende und der damit verbundene Weltuntergang kam.(8)

Die Reporter des „Stern“(9) recherchierten ebenso Informationen, die den Vorwurf rechter Ideologien innerhalb der “Sonnentempler”-Sekte zu bestätigen scheinen. So berichteten sie in dem Artikel „Die Hintermänner laufen frei herum“, dass die Sekte sogar in einem ganzen Netz von konspirativen Gruppen eingebettet war. Die „Sonnentempler“ entstanden teilweise aus der Gruppe „Souveräne und militärische Orden des Tempels von Jerusalem“, Frankreich, in dem ab 1970 Mitglieder des rechtsradikalen und geheimen Bundes „Service d’Action Civique“ (SCA) einstiegen. Der Turiner Sektenexperte Professor Massimo Introvigne vermutet gegenüber dem „Stern“, dass auf diesem eine verschwörerische Gemeinschaft aus rechter Politik und Templern entstand.

Die als gefährlich einzustufende militärische Gruppe SCA hatte, so hieß es im „Stern“ weiter, nachweislich Verbindungen zu rechten Aktivisten. 1972 wurde ihnen bei Gerichtsverfahren Waffenhandel vorgeworfen, in den unter anderem auch die italienische Freimauer-Organisation „P2“ von Licio Gelli verstrickt war. Auch hatte der belgische „Sonnentempler“-Gründer Luc Jouret zwischen 1981 und 1983 regen Kontakt mit dem französischen Neonazi Julien Origas (der Gründer einer eigenen Gruppe) unterhalten. Professor Introvigne sagte, dass die Gründer der „Sonnentempler“ „lange genug mit Origas Orden assoziiert (waren), um in den Einfluss politischer Gruppen und von Geheimdiensten zu geraten“. Erst nach dem Tod Origas im Jahr 1983 wurden die „Sonnentempler“ als Orden an sich geboren. Die „Sonnentempler“ bestanden letztlich aus Polizisten, Managern, Regierungsbeamten, Bürgermeistern, Künstlern und auch Millionären. Sie hatten ihre Hände in Immobiliengeschäften, besaßen ein verschlungenes Firmenimperium und verfügten über dunkle und ungeklärte Geldquellen.

Eine Agenturmeldung vom Frühjahr 1996 scheint wiederum mehr über den Tathergang vom Oktober 1994 zu wissen. Der Fernsehsender „RTL“ meldete am 7. April 1996, dass es im Abschlussbericht der Schweizer Polizei, der Anfang April vorgelegt wurde und in dem es um die Tötungen vom Oktober 1994 ging, hieß, dass nun definitiv bei nur fünfzehn der rund 50 toten Sekten-Mitgliedern von Suizid auszugehen sei. Die restlichen Sektenmitglieder weigerten sich offensichtlich am kollektiven Selbstmord teilzunehmen und wurden definitiv ermordet.(10)

Doch bereits zwei Jahre früher bekundete der Schweizer Sektenkenner Jean-Francois Meyer Zweifel an Dokumenten, die als Abschiedsbriefe und Testamente der „Sonnentempler“ ausgegeben wurden. Die Echtheit der Unterlagen sei zwar nicht anzuzweifeln, aber alle Papiere würden auf Luc Jouret persönlich zurückgehen.(11)

Die „Sonnentempler“ sind und waren nicht allein

Das damalige Sekten-Drama vor 20 Jahren war nicht das erste Selbstmorddrama. Es wird mit Sicherheit auch nicht das letzte bleiben!

  • Ein anderes Sekten-Geschehen fand im November 1978 statt, und ist sicher das dramatischste Beispiel von kollektivem Suizid. Damals begingen 923 Mitglieder der amerikanischen „Volkstempler-Sekte“ in der Siedlung „Jonestown“ im Dschungel Guayanas in Südamerika den vermutlich größten Massenselbstmord der Geschichte.
  • Im April 1993 verbrannten beispielsweise auch mindestens 81 Menschen im Anwesen der „Davidianer“-Sekte im texanischen Waco, USA. Ihr Führer hielt sich für Jesus Christus. Es ist anzunehmen, dass die Sektenmitglieder das Feuer selbst legten, als die Polizei und das FBI das Anwesen nach 51 Tagen Belagerung stürmten. Es war für sie eine Art Endkampf gegen die Antichristen bzw. Gut gegen Böse, was auch 1978 einer der Gründe für den Massensuizid in Südamerika war.
  • Vor allem bekannte im Kreise der UFO-Szene ist auch der Massenselbstmord der UFO-Sekte „Heaven’s Gate“ im Jahr 1997. Diese Sekte um den UFO-Guru Marshall Applewhite glaubte, dass sie durch nach ihren Selbstmord in einem UFO mit Aliens wiedergeboren werden. Dieses außerirdisch-göttliche Raumschiff wäre angeblich auf dem Weg zur Erde und verstecke sich dabei im Schweif des Kometen Hale Bopp, der damals mit bloßem Auge am Himmel zu sehen war. Auch hier herrschte also eine Art „Endzeitstimmung“ der Sekte, die fast 40 Menschen den Tod brachten.

Es gibt aber auch Fälle in der Sektengeschichte, in denen ein möglicher Massenselbstmord verhindert werden konnte.

  • Eine solche von Anhängern einer Endzeitsekte auf den Philippinen geplante Aktion konnte von den Behörden in letzter Minute abgewendet werden. Ponciano Lumboy – der Führer der Sekte, die sich „Pfingstliche Internationale Christengemeinschaft“ nannte (sicherlich hat sie nichts mit der auch in Deutschland verbreiteten evangelischen Freikirche ähnlichen Namens zu tun) – konnte jedoch untertauchen und sich so dem Zugriff der Polizei entziehen. Die Anhänger der Sekte hatten sich am 31. Dezember 1995 auf einem Gelände in Isabela, das 265 Kilometer nördlich von der philippinischen Hauptstadt Manila liegt, eingeschlossen, um den kommenden Weltuntergang zu erwarten. Die Polizei berichtete damals, dass die Sektenmitglieder sogar mit Gewehren bewaffnet waren. In Anbetracht des unmittelbar bevorstehenden Weltunterganges hatten die Gläubigen der Gemeinschaft ihren gesamten Besitz verkauft und ihr Geld dem Sektenführer übergeben, wie so oft in der Geschichte des Sektierertums. Leider ist bisher kein Hinweis darauf zu finden, ob es dem Sektenführer gelungen ist, das ihm ausgehändigte Geld bei seiner Flucht mitzunehmen. Auf jeden Fall aber fand der Weltuntergang nicht statt, der Sektenführer ist fort und die ernüchterten Sektenanhänger stehen nun mittellos dar.
  • Eine ähnliche Tragödie wie die von „Heaven´s Gate“ soll Anfang Januar 1998 von der Polizei auf Teneriffa verhindert worden sein. Ab dem 9. Januar überschlugen sich dazu die Meldungen: Die Sektenführerin, die Hamburger Psychologin Dr. Heide Fittkau-Garthe, hatte laut Polizeiangaben den meist Deutschen Sektenmitgliedern das ewige Leben versprochen und die Landung eines Raumschiffes auf dem Berg Teide prophezeit. Das UFO sollte die Gruppe von 32 Männern, Frauen und Kindern nach dem Suizid durch Gift retten und – zum Stern Sirius bringen! Bereits kurz vor Weihnachten 1997 soll Heide Fittkau-Garthe vom Ende der Welt gesprochen haben. Sie glaubte an einen baldigen „Erdachsensprung“, also den bekannten Polsprung, der ohne Zweifel den Untergang der Welt nach sich ziehen würde. Fittkau-Garthe, die vor 5000 Jahren angeblich schon in Ägypten lebte und mit Gott sprach, stritt eventuelle Suizid-Absichten ihrer Sekte damals in den Medien immer ab. Zum Beispiel sagte sie zu den Vorwürfen bei „RTL Punkt 12“ am 22. Januar 1998:

Dies ist alles total absurd. Es ist für mich erstaunlich, wie erwachsene Menschen so etwas in die Presse setzten können und glauben, es könnte sogar wahr sein. Dies ist für mich so gigantisch, dass ich es gar nicht fassen kann.

Einige Tage später veröffentlichte der „Spiegel“(12) einen Brief der Sektenchefin, der sie offensichtlich schwer belastete. Dem Schreiben, dass als Fax am 8. Dezember 1997 in Deutschland bei einer Freundin im Hamburger Wohnhaus von Fittkau-Garthe einging, sind deutliche Hinweise auf einen Suizid zu entnehmen. So ist etwa unmissverständlich zu lesen:

Ich Gott, die Mutter aller lebendigen Wesen, die einzige Allmacht der Liebe für alle und alles, werde am 8. 1. 1998 um 20 h den Erdplanten verlassen und mit einem Raumschiff (keinem Flugzeug) zu meinen realen Planeten, den ich Aida meinen Himmel nenne, fliegen. Alle Menschen und alle Tiere werde ich mit mir nehmen. Sie werden alle ihren Körper verlassen, d.h. praktisch sterben.“

Scheinbar war auch hier der Sirius das Ziel der fragwürdigen Reise zu den Sternen …

Erst der Tod, dann eine Reise zu den Sternen! Steckt mehr dahinter?

Das „Sonnentempler“-Drama war also nicht das erste seiner Art, und leider sollten die beiden Wahnsinnsaktionen im Oktober 1994 und im Dezember 1995 nicht die letzten ihrer Art bleiben. Die „Sonnentempler“ bzw. einige von ihnen dachten, nach ihrem Tod würden sie zum Stern Sirius reisen. Nur durch das erleiden eines „feurigen Todes“ und der Ausführung der rituellen Tötung eines Säuglings, der als Antichrist galt, sei der körperlose Transit zum Sirius möglich. Diese grausamen und erschreckenden Informationen stammen von der kanadischen Polizei. Dafür wählten die Sektenführer Joseph di Mambro und Luc Jouret den nur drei Monate alten Christopher Emmanuelle Dutoit als Opfer aus – und trieben ihm unter anderem angeblich sogar einen Holzpfahl durch das kleine Herz des Babys! Die Eltern des Säuglings – Antonio Dutoit und Nicky Dutoit – wurden erstochen, danach das Haus abgebrannt. Nicky Dutoit wurde mit acht Messerstichen nieder gemetzelt, möglicherweise symbolisch für die für die acht Regeln des Ordens. Vier der Stiche gingen in den Hals, da die Sonnentempler glaubten, die Empfängnis erfolge durch den Hals einer Frau.(13)

Auch wenn die Fernsehnachrichten und die großen Magazine und Zeitungen nach den Dramen immer davon sprachen, dass die Mitglieder geistig zum Stern oder Sternensystem Sirius schweben wollten, um den Weltuntergang zu entgehen, so haben nähere Recherchen ergeben, dass die Gruppe offensichtlich in verschwommenen Geschäften verwickelt war. Geheimdienste, Waffengeschäfte und nicht nachvollziehbare „Hintermänner“, die nach Professor Introvigne dem Tod entkamen, sowie scheinbar einflussreiche politische Verbindungen legen auch nahe, dass die getöteten „Sonnentempler“ nicht der wirkliche und harte Kern der Sekte waren.

Und doch scheint zumindest der Gründer Luc Jouret von einem kommenden „Wassermannzeitalters“ und dem Untergang der Erde überzeugt gewesen zu sein. So schildert es Thomas Gandow in seiner Zusammenstellung „Das Geheimnis des Sonnentempels“(14) über die Lebensstation von Jouret. So etwa verbreitete Jouret bereits 1987 in Kanada zahlreiche Weltuntergangslehren. Seine Anhänger bauten deshalb einen Atomschutzbunker auf seinem Anwesen, in dem Lebensmittel und 45 Kilogramm Schweizer Schokolade gelagert wurden. Später verkam das rettende Gemäuer zum Lagerraum und Bäckerei.

Jouret gab auch den Befehl an seine Mitglieder, sie sollen sich Waffen kaufen, was die kanadischen Behörden veranlasste, die Gruppe zu überwachen. Am 30. Juni 1993 kam es dort deshalb zu einem Gerichtsverfahren. Da aber die Mitglieder abstritten, der Gruppe überhaupt noch anzugehören, wurde das Verfahren gegen Jourets Orden eingestellt, und er selber gegen 1000 Kanadische Dollar mit einem Jahr auf Bewährung freigelassen. Er reiste daraufhin umgehend in die Schweiz. Ehemalige Sektenmitglieder sagen weiter aus, dass es normal sei, dass die Mitglieder eine Austrittsbestätigung bei sich tragen, die besagt, dass man keine Beziehung mehr zu der Gruppe habe. „In Wirklichkeit“, so heißt es, gehören diese dann aber „einen hören, streng geheimen Rang“ an.(15)

Es ist bei diesem Drama so oder so mehr als schleierhaft, wer die Hintermänner der ganzen Sekte waren und ob tatsächlich alle Gurus der Sekte unter den Toten waren. Spannend ist auch die Frage, in welchem Zusammenhang Michel Tabachnik in das Geflecht der Sekte eingebunden war. Oder sogar ist? In den zweifelhaften „Glanzzeiten“ der apokalyptischen Sekten zählte diese über 500 Mitglieder bzw. Anhänger, die vor allem in Kanada, Schweiz und Frankreich zu hause waren. Insgesamt gab es bei den Dramen vor 20 Jahren 74 Tote. Wo sind die anderen Menschen? Gibt es „Splittergruppen“ der Sekte noch heute, obwohl die Gurus auch eindeutige Betrüger waren? 2001 und 2006 kam es zu Prozessen gegen Tabachnik – noch nachweisen konnte man ihm nichts. Der damalige Untersuchungsrichter André Piller sagte in einem Interview für die Sendung „Kriminalfälle – Schweizer Verbrechen im Visier“ von Felice Zenoni („SWR“ 2013) jedoch noch 2013:

Der Michel Tabachnik hat sicher gewusst und auch formuliert, dass das Endziel von deren Sekte wird eine Reise auf Sirius sein. Ein Übergang in ein anderes Leben.“

Doch inwieweit Tabachnik über Details informiert war, dass konnten die Untersuchungen eben nicht beweisen, so Piller im Interview. Wer genau den Befehl gab, dass nun der „Transit zum Sirius“ stattfinden soll, ist bis heute unklar.

Die „Sonnentempler“ eine UFO-Sekte?

Neuapokalyptische Sekten gab es immer und wird es immer geben. Ob sich gleich alle umbringen, ist natürlich fraglich. Aber was wollten eigentlich die „Sonnentempler“ unbedingt auf dem Stern Sirius? Wieso glaubten sie, dass ein „Transit zum Sirius“ stattfinde wird, und sie als „Auserwählte“ dort ein neues Leben führen würden?

Auf Sirius selber sähe das Leben der Mitglieder erst mal schlecht aus, da es ein Stern und kein Planet ist. Doch Sirius wurde von der Sekte schon von Beginn an als etwas besonders angesehen. Dabei spielte die Mythologie der Alten Ägypter eine bedeutende Roll in den Weltanschauungen der Sekte. Auch mehrfache Reisen nach Ägypten von Mitgliedern und Gurus der „Sonnentempler“ wurden unternommen. Immer auf den Spuren der kosmischen Botschaften und des Sterns Sirius. Dieser wurde einst in Ägypten vergöttlicht und stand bei der Sekte auch als Symbol des Wandels und der Erneuerung. Das bezog sich offenbar auch auf die Mythologie der Pyramidenbauer von einst im Land am Nil. Das Erscheinen des Sterns am Himmel zeigte den Alten Ägypten an, dass bald die Nilflut kommen wird. Diese war für das eigentliche Wüstenland überlebensnotwenig für die Landwirtschaft im ganzen Reich.

Zu diesem heiligen Stern wollten also die Anhänger der Sekte reisen. Freiwillig und/oder unfreiwillig durch ihren irdischen Tod. Auch wurde von den Gurus der Sekte bestimmt, wer innerhalb des Ordens zu einem „kosmischen Paar“ zusammen sein darf. Sogar Partnerschaften wurden deshalb getrennt um die Personen dem „richtigen“ Partner zuzuführen. „Kosmische Paare“ waren auch die altägyptischen Götter Osiris und seine Frau Isis, die das Kind Horus hatten. Der Stern Sirius galt als Verkörperung der Isis (Sopdet), die eben auch als Verkörperung der Wiedergeburt oder dem Kreislauf des Lebens galt. Da erscheint es zumindest verständlicher, dass die Sekte dem Irrglauben unterlag, dass sie zum Sirius reisen werden, wenn sie diese Erde verlassen. Ob tatsächlich die Mitglieder der Gruppe aber alle wussten, dass dieser „Transit zum Sirius“ durch herbeigeführten Tod stattfindet wird, ist bis heute zweifelhaft. Zumindest sind die Gurus der Sekte als große Manipulatoren bekannt, die auch vor Lug und Trug nicht scheuten. Dass ist so oder so eine Voraussetzung eines jeden Sekten-Gurus, wie es die Geschichte zeigt.

Ob und wie die „Sonnentempler“ an UFOs und Außerirdische glaubten, ist unklar. Dass es UFO-Sekten gibt, ist keine Frage. Dass sich solche UFO-Sekten auch Weltbildern der „klassischen Religionen“ und Mythen bedienen, ist ebenso klar. Ebenfalls in der Schweiz etwa tat dies deutlich auch die Sekte „Fiat Lux“, die von Aliens und UFOs gerettet werden wollte und deren Gurus angeblich Kontakte mit Jesus & Co. pflegten. Es ist bei den „Sonnentemplern“, die in ihrem Guru ebenso Jesus sahen (zumindest behauptete er, dass er es sei) und von Gotteswesen aus der Mythologie Ägyptens sprachen, nicht eindeutig. „Gotteswesen“ gleich welcher Herkunft, ob Jesus, Buddha, Satan oder Isis, gehen im Glauben vieler UFO-Sekten jedoch nahtlos in Außerirdische über. Das zeigte oben auch das Beispiel der Gruppe um Fittkau-Garthe auf Teneriffa.

 

Obwohl mein Freund und Kollege Roland M. Horn und ich in unserem 1999 publizierten Buch mit dem unzweideutigen Titel „UFO-Sekten“ auch die „Sonnentempler“ aufnahmen – ist eine klare Verbindung zu UFOs und Aliens meines Wissens nach nicht eindeutig belegt. Auch wenn etwa Isis und Jesus natürlich keine irdischen Wesen und damit natürlich „außerirdisch“ in deren Augen waren, müssen es nicht unbedingt „UFO-Piloten“ alias Aliens in dem Sinne, wie wir alle sie uns heute vorstellen, gewesen sein …

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Fußnoten

1 Berliner Zeitung vom 9. Januar 1998
2 Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 31. Oktober 1997
3 Berliner Zeitung vom 9. Januar 1998
4 Stern Nr. 2/1996
5 Westfalen-Blatt vom 27. Dezember 1995
6 Skeptiker Nr. 3/1996, S. 114
7 Neue Züricher Zeitung vom 5. Oktober 1996, S. 39
8 Der Spiegel Nr. 1/1996
9 Stern Nr. 2/1996
10 Skeptiker Nr. 3/1996, S. 114
11 Neue Züricher Zeitung vom 7. Oktober 1994
12 Heide Fittkau-Garthe: Beweise für geplanten Gruppensuizid, in: Der Spiegel Nr. 5/1998, S. 20ff.
13 Fortean Times Nr. 79 (Febr./März 1995) und Der Spiegel Nr. 1/1996
14 http://www.thur.de/religio/dialog/195/195s25.html, bezogen am 17. Oktober 1998
15 Le Soleil, Quebec, Kanada, vom 7. April 1993

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Jürgen Domian – Der “Nachtfalke” des WDR: Anruf eines Außerirdischen vom Sirius (Video)

Der Sterne Sirius
Der Sterne Sirius (Bild: WikiCommons / L. A. Fischinger)

Der Radio-Talkmaster und “Nachtfalke” Jürgen Domian vom Radiosender 1live des WDR ist seit Jahrzehnten bekannt. Unlängst wird seine Sendung “Domian” auch auf dem WDR nachts live am TV gezeigt. Von “schrägen Vögeln” bis zu Anruferinnen und Anrufern mit bewegenden Geschichten ist hier alles vertreten. Am 14. Januar 2014 bekam Domian einen Anruf eines Mannes, der überzeugt ist, dass er eigentlich aus dem Sirius-System stamme …

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Hat der Atacama Humanoid "Ata" aus der Doku "SIRIUS" von Steven Greer einen Bruder?

Seltsame Mumien und “Alien-Leichen” gibt es immer und immer wieder. Jüngst ist natürlich der “Alien von Dr. Steven Greer” in aller Munde, der 2002 in Chile gefunden wurde. Doch die kleine Mumie, die inzwischen “Ata” genannt wird, scheint einen Bruder zu haben. Fotos von 1933 zeigen eine ebenso kleine Mumie – doch sie ist verschollen.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

“Ata”, der Alien?

Die Diskussion über die seltsame Mumie, die Steven Greer in seinem Doku-Film “SIRIUS” (hier, hier und hier) genetisch untersuchen ließ, ist noch lange nicht vorbei, da kursiert schon die nächste “seltsame Mumie”. Ebenfalls aus Südamerika und fraglos hat diese auch gewisse Ähnlichkeiten mit dem “Biest” von Dr. Greer.

In der “Huffington Post” (hier) und in seinem Buch “A Curious Man: The Strange und Brilliant Life of Robert ‘Believe It or Not!‘ Ripley” berichtet der Autor Neal Thompson unter anderem von dieser winzigen Mumie, die den Namen “Atta Boy” trägt. Dieser Winzling soll jedoch aus Bolivien oder Peru stammen und wurde von dem 1949 verstorbenen Reporter, Zeichner und Globetrotter Robert Ripley einst gefunden bzw. war in seinem Besitz. Die Mumie “Ata” stammt bekanntlich aus Chile.

Dieser Robert L. Ripley (hier) sammelte in den 1930ger Jahren zahlreiche Kuriosa, die er in einem eigenen Museum der Kuriositäten in Chicago ausstellte. Die TV-Serie „Ripleys unglaubliche Welt“ (RTL2) beruht auf ihm. Unter dieser Sammlung befand sich eben auch der “Bruder” der Mumie aus Chile. Thompson berichtet, dass Ripley „fasziniert von der Miniaturisierung von menschlichen Formen“ war. Etwa „in den Kulturen wo das Schrumpfen von Köpfen praktiziert wurde“. Eben die bekannten „Schrumpfköpfe. Offen sei, ob diese Mumie ein auf diese Art geschrumpfter Fötus oder sogar ein Mensch sei.

„Es scheint mir ein mumifizierter Fötus zu sein als ein geschrumpften Körper“, glaubte Edward Meyer, Ripleys Vizepräsident seiner Exponate und des Archiv. „Nachdem wir tatsächliche geschrumpfte Körper gesehen haben“, so Meyer“, sieht dies sehr, sehr unterschiedlich aus.“ Auch seien ihm selber nur drei Fälle bekannt, wo ein ganzer Körper eines Menschen geschrumpft wurde. Meyer vermutet, dass jemand einem Deutschen Arzt die Technik der Schrumpfköpfe zeigte und dieser es dann an einem Fötus ausprobierte.

Verschollen

Der „Atta Boy“ ist verschollen oder in irgendeiner privaten Sammlung verborgen. Nur die Bilder existieren. Die Mumie sei der „persönliche heilige Gral“ von Meyer und die Story um dieses Mumie „ist besser als die des modernen Ata“ … 

 

 

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Video: Dr. Steven Greer, die SIRIUS Disclosure und der “Alien” aus der Atacama Wüste. Ein Film Review auf YouTube von Lars A. Fischinger..

Der "Sirius-Film" von Steven Greer und sein "Alien" (Bild: Sceenshot der Filmwebseite / "Ata"-Aufnahme von A. Kramer / Bearbeitung. L. A. Fischinger)
Der “Sirius-Film” von Steven Greer und sein “Alien” (Bild: Screenshot der Filmwebseite / “Ata”-Aufnahme von A. Kramer / Bearbeitung. L. A. Fischinger)

Ein neues Mystery-Video ist auf meinem YouTube-Kanal online: Dr. Steven Greer sorgte und sorgt mit seiner UFO-Enthüllungs-Doku “SIRIUS Disclosure” für sehr viel Wirbel. Das begann schon vor über einem Jahr, als Greer Gelder für dieses Projekt zu besorgen versuchte. Seit dem streiten sich die Geister, die Greer rief, über sein Filmprojekt “SIRIUS” und vor allem die GEN-Analyse des vermeintlichen “Alien” aus der Atacama Wüste in Chile.

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Dr. Steven Greer, die angebliche Alien-Mumie “Ata” aus der Wüste von Chile und das UFO-Filmprojekt “Sirius” +++ Artikel +++

Steven Greer das Sirius-Filmprojekt und der Alien "Ata" aus der Atacama-Wüste (Bild: A. Kramer / Montage: L. A. Fischinger)
Steven Greer das Sirius-Filmprojekt und der Alien “Ata” aus der Atacama-Wüste (Bild: A. Kramer / Montage: L. A. Fischinger)

Aliens, Aliens – überall Aliens! Die Erde ist geradezu übersät von Alien-Leichen in allen Größen und Formen. So könnte man meinen, wenn man durch die unendlichen Weiten des Internet streift oder bei YouTube diverse Filme mit angeblichen Außerirdischen schaut. Aktuell ist dabei derzeit natürlich der „Außerirdische des Dr. Steven Greer“ und sein dazugehöriges UFO-Filmprojekt “Sirius” in der Diskussion. Seit rund einem Jahr sorgen dieses Filmprojekt und vor allem die “Ata” genannte (Alien-)Mumie aus Chile unter Grenzwissenschaftlern und UFO-Interessierte für zum Teil hitzige Online-Debatten. Doch ein “neuer Fund” ist die angeblich außerirdische Mumie “Ata” aus der Atacama-Wüste in Chile nicht. Vielmehr regt sie nun neue Diskussionen und Streitigkeiten an. Welche das sind und warum “Ata” unlängst bekannt ist, schildert dieser (Doppel-)Artikel.

Dr. Steven Greer, die angebliche Alien-Mumie “Ata” aus der Wüste von Chile und das UFO-Filmprojekt “Sirius” +++ Artikel +++ weiterlesen

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Die “geheime UFO-Sekte” der Rael-Bewegung: “Eine der gefährlichsten und angsteinflössesten Sekten der Welt”? (mit Video)

Die UFO-Sekte Rael-Bewegung: "Eine der gefährlichsten und angsteinflössesten Sekten der Welt"? (Bilder: rael.org & gemeinfrei Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)
Die UFO-Sekte Rael-Bewegung: “Eine der gefährlichsten und angsteinflössesten Sekten der Welt”? (Bilder: rael.org & gemeinfrei / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)

Sekten, neu-religiöse Glaubensgemeinschaften und  religiöse Sondergruppen gab es weltweit schon immer und wird es immer geben. Es gibt dabei nichts, was nicht geglaubt, gelehrt oder angebetet wird. Eine dieser Glaubensgruppen ist die UFO-Sekte Rael-Bewegung (= Raelianer), die auch auf Grenzwissenschaft & Mystery Files und an anderen Stellen immer wieder Thema war. Diese Gruppe ist eine Prä-Astronautik- und UFO-Sekte, die in den 1970ger Jahren ausschließlich aus den Themen rund um die Astronautengötter aus dem All entstanden und bis heute sehr aktiv ist. Doch ist sie wirklich eine der “drei gefährlichsten Sekten der Welt”, wie jetzt in einem Video behauptet wurde? Die Raelianer um ihren Alien-Gott-Führer Claude Vorilhon, die Aliens als Götter preisen und die in deren Auftrag unter anderem Menschen als “Auserwählte” klonen wollen, eine Gefahr für die Menschheit? Lassen wir in diesem Beitrag die UFO-Kirche im Dorf – und schauten einmal auf die Fakten.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Erlöser aus dem All

UFO-Sekten aller Art und vor allem Unart gibt es seit vielen Jahrzehnten.

Eigentlich seit den ersten Tagen der “Fliegenden Untertassen” nach dem Zweiten Weltkrieg, als die ersten Menschen behaupteten, Sprecher dieser Aliens in ihren UFOs zu sein. “Kontaktler” wurden diese genannt, da sie eben mit den angeblichen Außerirdischen in Kontakt stünden. In deren Auftrag seien sie auserwählt allerlei “Lehren” und “Weisheiten” der Aliens der gesamten Menschheit zu offenbaren …

Das mag heute fast schon “niedlich” erscheinen, doch das Gegenteil war und ist der Fall!

Jeder am Thema UFOs, Prä-Astronautik oder eben Aliens Interessierte wird sich sicherlich denken können, dass solche “Sprecher der Außerirdischen” sowie deren Anhänger und Gläubige dem Thema in der Öffentlichkeit schaden. Einer der Gründe, warum auf diesem Blog solche UFO-Sekten immer wieder zum Thema gemacht werden. Denn diese Gruppen gibt es in verschieden starken Ausprägungen und mit sehr unterschiedlich großen Anhängerschaften bis heute. Sind sind Teil der Thematik.

Wobei jede dieser UFO-Sekten unterschiedliche Alien-Lehren verbreitet, die sich dabei natürlich alle widersprechen. Ein Grundtenor ist aber, dass diese Fremden von den Sternen in Sorge um die Menschheit und unseren Planten sind. Sie wollen uns helfen oder sogar erlösen.

Eine dieser Sekten ist ist die Gruppe der Raelianer um ihren Guru Claude Vorilhon, die vor allem auch als Real-Bewegung bekannt ist. Sicher eine der bekanntesten Alien-Religionen, die sich in den 1970ger Jahre im Zuge des weltweit ausgebrochenen Prä-Astronautik-Fiebers um die Bücher von Erich von Däniken und anderen gründete. Sehr zum Ärger von EvD selber, wie er immer wieder betont.

Immerhin behauptete der Sekten-Gründer Claude Vorilhon damals, dass diese Ancient Aliens, wie sie heute heißen, mit ihm persönlich Kontakt aufgenommen haben. Mehr noch: Er selber sei am 25. Dezember 1945 von den göttlichen Außerirdischen gezeugt worden. Grund genug für den Auserwählten Weihnachten doppelt zu feiern:

“Natürlich haben wir Weihnachten gefeiert, denn es ist der Tag meiner Zeugung. Meine Mutter empfing mich am 25. Dezember 1945 durch einen Außerirdischen. An Weihnachten feiere ich zugleich meine Zeugung und den Geburtstag meines Bruders Jesus, denn wir haben denselben Vater.

So Claude Vorilhon beispielsweise in einem Interview am 30. Dezember 2002.

Die drei “gefährlichsten und angsteinflössesten Sekten der Welt”?

Als überzeugter Prä-Astronautiker und Mystery-Jäger verfolge ich die Aktivitäten und Tätigkeiten solcher UFO-Gruppen und -Sekten seit nunmehr bald 30 Jahren. Ein Ergebnis war dabei bereits 1999 mein Buch “UFO-Sekten“, das ich zusammen mit dem Kollegen Roland M. Horn veröffentlicht habe. Eine sehr umfangreiche Analyse solcher Alien-Sekten, Kontaktler und UFO-Religionen.

Spätestens nach dem Massenselbstmord der UFO-Sekte “Heavens Gate” 1997 sowie den Massensuizid der (Alien-)Sekte der “Sonnentempler” 1994 und anderer Ereignisse, war das ganz einfach notwendig. Zumindest sahen und sehen das mein Coautor Roland M. Horn und ich so. In meinem Nachwort schrieb ich 1999 dazu unter anderem:

“Wenn die Medien das Thema ‘Sekten’ aufgreifen, werden fast immer die selben Gruppen ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt. Esoterische UFO-Kulte sind praktisch unbekannt, und doch sind sie in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Sie sind ‘im Hintergrund’ des öffentlichen Interesses vertreten und könnten potentielle Gefahren bergen.

Nicht unbedingt für Leib und Leben, aber dennoch für den gesunden Menschenverstand.”

Das sehe ich bis heute nicht anders als vor 20 Jahren. Und verwundert mich doch, was ein Video mit dem Titel “Geheime UFO-Sekte betet Außerirdische an – Die 3 gefährlichsten Sekten der Welt” vom 31. Oktober 2018 bei YouTube behauptet (s. unten). In diesem möchte der YouTube-Kanal “MULTI” …

Drei Sekten vorstellen, die zu den gefährlichsten und angsteinflössesten Sekten der Welt gehören.

Zu diesen drei Gruppen gehört laut dem YouTube-Channel die Rael-Bewegung, als “geheime UFO-Sekte, die Außerirdische anbetete”. Die anderen beiden Sekten in dem Video sind die Sekte “AUM” (eigentlich “Ōmu Shinrikyō”) aus Japan und “Boko Haram” aus Nigeria.

Die Kirche im Dorf lassen

Ich bin wahrlich kein Freund der UFO-Sekte der Raelianer und ihrer wirren und verrückten Alien-Lehren um ihren “Gott-Guru” Claude Vorilhon. Im Gegenteil. Doch man sollte die Kirche im Dorf lassen, wenn man solche Gruppen zum Thema macht. Das unten eingebundene Video schießt hier bei weitem über das Ziel hinaus und wirft die Rael-Bewegung in einen Topf mit zwei Terror-Sekten, auf deren Konto unzählige Tote gehen.

So wurde die Sekte “AUM” (heute “Aleph”) weltbekannt, als diese Gruppe um ihren Führer Shōkō Asahara am 20. März 1995 in der U-Bahn von Tokio einen Giftgas-Anschlag mit dem Nervengift Sarin verübte. 13 Menschen verloren ihr Leben, über 6.000 wurde verletzt und 12 Führer von “Ōmu Shinrikyō” wurden daraufhin zum Tode verurteilt.

“Boko Haram” aus Nigeria bzw. Afrika wiederum ist eine bis heute immer mal wieder in den Medien erscheinende islamistische Terrororganisation. Eine fundamentalistische Vereinigung des Terrors,der Gewalt und des Hasses auf “Andersgläubige”, die durch zahlreiche (Massen-)Morde und Terroranschläge traurige Berühmtheit erlangt hat.

Die Rael-UFO-Sekte mit den Mördern und Terroristen von “Ōmu Shinrikyō” und “Boko Haram” in einem Atemzug zu nennen, ist in keinster Weise irgendwie gerechtfertigt.

Die “High-Tech-Spinner” der Rael-Bewegung

“Geheim”, wie es das Video unten suggeriert, ist die Rael-Bewegung auch nicht. Im Gegenteil, denn sie pflegt seit Jahrzehnten eine überaus intensive Öffentlichkeitsarbeit. Spektakuläre Behauptungen und Mitteilungen wie jene vom Sommer 2001, dass sie Adolf Hitler und Jesus Christus klonen wollen oder angeblich in ihrem Genlabor “Clonaid” die ersten Klon-Menschen erschaffen haben, gehören dazu. Selbst Dracula sollte nach Meldungen der UFO-Sekte vom Mai 2002 geklont werden.

Hitler sollte übrigens nur aus dem Grund geklont werden, damit man ihn vor Gericht stellen kann. “Ich halte diesen Mann für größenwahnsinnig. Er muss gestoppt werden”, kommentierte dieses Vorhaben damals Michael Fürst, Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden Niedersachsens (“Der Spiegel”, 4. August 2001).

Als “High-Tech-Spinner” bezeichnete am 2. August 2001 “Kulturzeit” des Senders 3sat die Vorhaben oder besser Behauptungen der UFO-Sekte und ihre Klon-Phantasien. Denn die Real-Bewegung konnte nicht mal belegen, dass sie wirklich den ersten Menschen namens “Eve” gentechnisch erschaffen haben. “Science-Fiction-Klamauk” von “Monstermachern” nannte es “Der Tagesspiegel” am 14. Juni 2001 und auch die “Bild-Zeitung” berichtete damals in großen Aufmachungen von diesen Klon-Ideen der Alien-Sekte.

Ergänzt durch eine überaus umfangreiche Präsenz im Internet in dutzenden Sprachen und natürlich den Bemühungen ein “Botschaftsgebäude für Außerirdische” bauen zu wollen. Immerhin, so sind sich Claude Vorilhon und seine Gläubigen sicher, sollen die göttlichen Aliens als wahre Schöpfer der Menschheit bis zum Jahr 2035 wieder auf die Erde kommen. Ein angemessenes Botschaftsgebäude der Raelianer zu ihrem Empfang sei deshalb mehr als nötig, glauben sie …

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Nichts als “harmlose” Werbung

Ethische Bedenken einmal außen vorgelassen: Die ganzen Klon-Behauptungen der Sekte waren nichts als PR für deren Alien-Religion. Das bestätigte der Sekten-Chef jubelnd selber, in dem er in einem internen Schreiben seiner “Bischöfin” Brigitte Boisselier (Chefin von “Clonaid”) für ihre PR-Arbeit dankt. Vorilhon schrieb darin unter anderem (“Berliner Zeitung”, 23. Januar 2003):

Wenn ihr das Experiment wirklich gelungen ist, hat sie eine historische Leistung vollbracht, für die sie den Nobelpreis verdient. Wenn es ihr nicht gelungen ist, hat sie auch eine historische Leistung vollbracht, weil der ganze Planet nun über unsere Religion und unsere Botschaften informiert ist. Wir sind in jedem Fall die Gewinner.

Seit dem Tag hatten wir mehr als 30 Millionen Hits auf unserer Webseite. Brigitte und ich haben hunderte von Interviews gegeben. Die Zahl unserer Mitglieder ist in zwei Wochen um zehn Prozent gestiegen. Einem kanadischen Experten zufolge haben wir ein Äquivalent von 500 Millionen Dollar kostenloser Werbung erhalten.

“Wenn” es gelungen ist sagt schon alles. Nichtmal der UFO-Guru selber war demnach informiert, ob das Klonen des ersten Menschen “Eve” überhaupt erfolgreich war.

Ernsthaft an dem UFO- und Alien-Thema interessierte Menschen können über die Rael-Sekte nur müde lächeln. Auch wenn sie dem öffentlichen UFO-Bild ohne Zweifel immer wieder geschadet hat. Aber sie als als eine Gefahr wie die beiden Terror-Sekten “Ōmu Shinrikyō” und “Boko Haram” anzusehen, ist unfair. Selbst der energischste Kritiker sollte das zugestehen.

Geheime UFO-Sekte betet Außerirdische an - Die 3 gefährlichsten Sekten der Welt

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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UFOs: Zeitmaschinen aus der Zukunft? Warum die Zeitreisetheorie immer wahrscheinlicher wird (und wie man eine Zeitmaschine baut) +++ Gast-Artikel +++

UFOs: Zeitmaschinen aus der Zukunft? Warum die Zeitreisetheorie immer wahrscheinlicher wird! Artikel von Ernst Mecklenburg (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
UFOs: Zeitmaschinen aus der Zukunft? Warum die Zeitreisetheorie immer wahrscheinlicher wird! Artikel von Ernst Mecklenburg (Bilder: gemeinfrei & NASA / Montage: Fischinger-Online)

Neben der These, dass sich hinter dem UFO-Phänomen außerirdische oder überdimensionale Erscheinungen (Aliens) verbergen, gibt es noch einige wenige weitere. Auch wenn alle anderen Erklärungsansätze weit hinter der extraterrestrischen These stehen. Sofern man einmal die weit verbreite Erklärung als Unsinn, Irrtum, Lug & Trug, Fehldeutungen etc. außen vor lässt. Eine dieser weiteren Interpretation des UFO-Phänomens ist die der Zeitmaschinen und Zeitreisenden, die verschiedene Forscher immer wieder anführen. Ein Vertreter dieser UFO-Zeitreise-Ideen war der 2008 verstorbene deutsche PSI- und Mystery-Schriftsteller Ernst Meckelburg aus Deutschland. In diesem Artikel schildert Meckelburg, warum seiner Meinung nach UFOs auch “Zeitmaschinen aus der Zukunft” sein könnten. Eine rund 20 Jahre alte Veröffentlichung, die grundsätzlich nichts an ihrer Aktualität verloren hat – eben zeitlos, wie Ihr es hier lesen werdet.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Ernst Meckelburg veröffentlichte diesen Artikel in der von mir mit herausgegebenen Zeitschrift “Unknown Reality” und in meinem einstigen Online-Magazin “PräO”, “Prä-Astronautik Online”, Ausgabe 7, 27. Oktober 2000.

Paranormale Phänomene, Leben nach dem Tod und Zeitreisen waren die drei Kernthemen des jahrzehntelang erfolgreichen aber auch umstrittenen Autos. Thesen und Überlegungen, die ich zum Teil ebenso bzw. sehr ähnlich sehe, wie er (s. HIER & HIER).

Mit seinen beiden ersten Büchern “Der Überraum” (1978) und “Besucher aus der Zukunft” (1980) legte Meckelburg sehr früh den Grundstock seiner Arbeit, als alle Welt nur über Aliens in UFOs und vor allem Prä-Astronautik sprach.

UFOs: Zeitmaschinen aus der Zukunft?

Warum die Zeitreisetheorie immer wahrscheinlicher wird

Von Ernst Meckelburg

Zeitreisen verletzen keine physikalischen Gesetze!

Nachdem sich der Welt bedeutendster Physiker nach Albert Einstein, Professor Dr. Stephen Hawking, Universität Cambridge – man verlieh ihm 1979 den ehrenvollen Titel “Lucasian Professorship” – in seinem viel beachteten Bestseller “Eine kurze Geschichte der Zeit” zum Thema “Zeitreisen” nicht weiter äußerte, von dem man aber weiß, dass er noch vor Jahren deren Durchführbarkeit vehement bestritten hatte, musste es jeden hiermit befassten Wissenschaftler verwundern, als dieser sich im September 1995 in aller Öffentlichkeit zur Machbarkeit von Zeitsprüngen in die Vergangenheit bekannte.

Zu dem verblüffenden Statement der Physik-Koryphäe Hawking heißt es in der „BILD“ vom 2. Oktober 1995 unter anderem:

Die Vision von Hawking – Wir können bei unserer Geburt zugucken, uns im Kindergarten spielen sehen. Wir können unsere Urahnen besuchen, vielleicht sogar Cleopatra beim Baden in Eselsmilch überraschen. Der Zeitreisende kann sogar in der Vergangenheit eingreifen, ein Unglück verhindern. Auch der Blick in die Zukunft wäre möglich: Werde ich reich, mache ich Karriere, wann muss ich sterben?“

Der plötzliche Sinneswandel des berühmten Zeitgenossen erscheint jedoch bei näherer Betrachtung gar nicht so ungewöhnlich, hatten doch drei Astrophysiker des „California Institute of Technology“ (CALTECH) schon am 26. September 1998 in der renommierten amerikanische Physik Fachzeitschrift “Physical Review Letters” in einem aufsehenerregenden Beitrag einer erstaunten Leserschaft unterbreitet, dass in ferner Zukunft Zeitreisen in die Vergangenheit möglich seien, ohne die Kausalität – die gewohnte Abfolge von Ereignissen (Ursache – Wirkung) – zu verletzen. Der Publikation zufolge müsste es einer technischen Hochzivilisation einmal möglich sein, auf künstlichem Wege “Wurmlöcher” – Öffnungen in der Raumzeit – zu schaffen und diese durch Stabilisieren in (wörtlich) “Zeitmaschinen” umzuwandeln.

In Kreisen einschlägig befasster Wissenschaftler fand der Beitrag seinerzeit starke Beachtung. Auch in anderen naturwissenschaftlichen Fachzeitschriften, unter anderem in der englischen “Nature” wurde das Thema lebhaft diskutiert, ohne dass man an den von den CALTECH-Astrophysikern Michael Morris, Kip Thorne und Ulvi Yurtsever vorgelegten Kalkulationen Unkorrektheiten nachweisen konnte.

Zeitreisende UFOs?

Ausgehend von der Zeitreisetheorie dieser Physiker, der schon bald weitere mehr oder weniger verwertbare Realisierungsmodelle folgten und Stephen Hawkings jüngstes Statement, lässt sich ableiten, dass es “Besuche” aus unserer Zukunft und aus anderen virtuellen Realitäten innerhalb des Kosmos der Dimensionen schon längst gibt, dass es sich hierbei um nichts anderes als um die mysteriösen UFOs handelt, die bislang ausschließlich als “Außerirdische” gewertet wurden, obwohl vieles gegen diese Annahme spricht. Wie später noch dargelegt werden wird, entspricht das Verhalten dieser Objekte in geradezu auffälliger Weise dem Idealbild einer “Zeitmaschine”, ganz so, wie sie von Physikern beschrieben werden würde.

Dies zugrundeliegend schrieb ich am 18. August 1997 Prof. Hawking einen kurzen Brief, mit dem ich ihm nur eine einzige Frage stellte:

Halten Sie es für möglich, dass die sog. nicht identifizierbaren Flugobjekte (UFOs) Zeitreise-Vorrichtungen einer zukünftigen Hochzivilisation (womöglich aus unserer eigenen Zukunft) sind, die sich in ihre eigene Vergangenheit projizieren?

Die höfliche Antwort aus dem „Department of Applied Mathematics and Theoretical Physics“ fiel allerdings recht dürftig aus. Es heiß hier:

Professor S. W. Hawking freut sich immer über jeden Brief und schätzt es, dass Sie ihm geschrieben haben. Er hofft auf Ihr Verständnis, dass er Ihnen aufgrund seiner schweren Behinderung nicht persönlich antworten kann. Bitte nehmen Sie unsere Entschuldigung als seine Form der Antwort.“

Vielmehr konnte man sicher nicht erwarten, zeigt dieses Verhalten doch die große Verlegenheit, in der das Department sich befinden muss, die sich aus der Unvereinbarkeit eines berühmten, orthodoxen Lehrstuhls mit der als “unwissenschaftlich” gebrandmarkten UFO-Theorie ergibt.

Sicher wäre es dem Sekretariat nicht schwergefallen, Professor Hawking diese simple Frage zu unterbreiten und mir seine Antwort zu übermitteln. Offenbar wollte oder durfte er sich hierzu nicht äußern, zumal die Antwort womöglich zu einem Politikum hatte ausufern können.

Dennoch: Eine ausweichende Nicht-Antwort ist auch eine Antwort. Dass sich Hawking dessen ungeachtet mit der UFO-Problematik befasst haben muss, erhellt aus seiner Aussage in “Die illustrierte Geschichte der Zeit” (1997):

Außerirdische könnten die Reise zur Erde nur dann in einer vernünftigen Zeit zurücklegen, wenn sie sich mit Überlichtgeschwindigkeit fortbewegten. Insofern wären beide Möglichkeiten (Raumfahrt und Zeitreisen) gleichbedeutend.”

Noch eindeutiger wird es, wenn er in der gleichen Publikation philosophiert:

“Wenn sich (die Zeitreisenden) zu. erkennen geben, warum dann nur gegenüber Leuten, die nicht als glaubwürdige Zeugen gelten?

Keine Chance bei Unterlichtgeschwindigkeit

Dass die unvorstellbar großen Entfernungen allein in unserer Galaxis, der Milchstraße, selbst mit noch so raffinierten exotischen Antriebstechniken, innerhalb vernünftiger Zeitspannen nicht zu bewältigen sind, dass hierfür allemal ein überlichtschnelles oder Hyperraum Engineering jenseits unserer Raumzeit erforderlich ist, wird jedem einleuchten, der sich einmal etwas näher mit Weltraumdistanzen und möglicherweise realisierbaren Antriebstechniken befasst hat. Der Durchmesser unserer Galaxis beträgt 75.000 bis 100.000 Lichtjahre und ihre Tiefe etwa 20.000 Lichtjahre.

Mit den heutigen und den auch in naher Zukunft zu erwartenden Antrieben sind allenfalls “Kurzstreckenreisen” im eigenen Sonnensystem mit Unterlichtgeschwindigkeit möglich. Als nächste Stufe der Antriebstechnik wurden Motoren mit atomarem Antrieb (Kernspaltung) vorgeschlagen. Obwohl es sich hierbei um die derzeit effizienteste beherrschbare Energieform handelt, kann man mit ihr nicht annähernd so viel Energie erzeugen, wie dies für interstellare Flüge erforderlich wäre.

Selbst für interplanetare Reisen innerhalb unseren relativ kleinen Sonnensystems wäre die Menge an mitzuführenden spaltbarerem Material so groß, dass für Besatzung und Nutzlast kaum noch Platz bliebe. Günstiger wäre es, Antriebe auf dem Prinzip der Kernfusion zu entwickeln. Bei den benutzten Fusionsreaktoren wäre allerdings die Abschirmung problematisch. Um die Kernfusion anlaufen zu lassen, würden zudem Temperaturen um 10 Millionen Grad Celsius benötigt werden, was mit einem ungeheuren technischen Aufwand verbunden wäre.

Interstellare Reisen

Eine Variante des Fusionsreaktorantriebs wäre ein Fusions-Ramjet, das heißt ein Staustrahltriebwerk. Dieses würde die im Weltraum dünn verteilten Wasserstoffatome einsammeln, um sie als Fusionsmaterial zu nutzen. Ein solches System könnte sich allenfalls für interplanetare Reisen mit Geschwindigkeiten von etwa 100.000 km/h eignen und zum Beispiel den minimal 56 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Planeten Mars in drei Wochen erreichen.

Um eine Vorstellung von den allein schon in unserer Galaxis mit Unterlichtgeschwindigkeit nicht zu bewältigenden Entfernungen – Reisen zwischen den einzelnen Sonnensystemen – zu bekommen, greifen wir auf ein simples Beispiel zurück: Mit einem fusionsantriebsbestückten Raumfahrzeug, das eine Reisegeschwindigkeit von 100.000 km/h entwickeln soll, wäre man bis zum nächstgelegenen Stern, dem Proxima Centauri, der 40 Billionen(!) Kilometer von uns entfernt ist, fast 46.000 Jahre unterwegs, ein Vorhaben, das selbst mit sogenannten Generationsschiffen, wie sie bisweilen in der SF-Literatur beschrieben werden, absolut illusorisch sein dürfte.

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Antimaterie-Triebwerke

Diskutiert wird auch über Antimaterie-Antriebe, zumal diese mit sehr geringen Treibstoffmengen auskommen würden. Wir wissen: Zu jedem elektrisch geladenen Kernteilchen gibt es entsprechende Partikel mit entgegengesetzter Ladung, sog. Antiteilchen. So existiert zum Beispiel zu den positiv geladenen Protonen im Atomkern ein negativ geladenes Antiproton und zu den negativ geladenen Elektronen auf der Atomhülle ein positives Pendant, das Positron. Gewöhnliche Materie und die in unserem Universum nicht natürlich vorkommende Antimaterie löschen beim Zusammentreffen einander sofort aus. Die freiwerdende Wärmeenergie könnte dann zum Antrieb von Raumfahrzeugen benutzt werden.

Gegen den Einsatz von Antimaterie-Triebwerken sprechen nicht allein die riesigen Kosten zur Bereitstellung des exotischen Anti-Materials, sondern auch enorme Abschirmungsprobleme. Um zu verhindern, dass Materie mit Antimaterie unkontrolliert reagiert, bedarf es spezieller Magnetfeldsysteme, über deren Beschaffenheit man sich heute noch gar nicht im Klaren ist. Außerdem reichen die mit Antimaterie-Triebwerken erzielbaren Beschleunigungen immer noch nicht aus, um zu Welten jenseits unseres Sonnensystems zu gelangen.

Das sogenannte Arche-Prinzip, das “Generationsraumschiffe” vorsieht, die bis zum Ziel Jahrhunderte oder gar Jahrtausende unterwegs sind, erscheint für interstellare oder gar intergalaktische Reisen ebenfalls ungeeignet. Man fragt sich, wie an Bord eines Generationsraumschiffs bei ungewissem Ausgang der Expedition über so lange Zeiträume eine intakte Kommandostruktur aufrechterhalten werden kann, wie man über die langen Zeiträume zehn- oder gar hunderttausend Personen gesund zu ernähren und mit den psychischen Strapazen einer solchen Fahrt fertig zu werden gedenkt.

Pseudo-Zeitreisen: Das “Zwillingsparadoxon“

Viele Wissenschaftler sind auch heute noch der Ansicht, die unvorstellbar großen Entfernungen im Weltraum mit relativistischen Geschwindigkeiten, d.h. mit solchen nahe der Lichtgeschwindigkeit (ca. 300.000 km/s) in kürzeren Zeiten bewältigen zu können. Wenn sich – rein theoretisch – ein Raumschiff auf 99,99999999 Prozent der Lichtgeschwindigkeit beschleunigen ließe, würden nach Einsteins Spezieller Relativitätstheorie an Bord befindliche Uhren, die Aktivitäten der inneren Organe der Astronauten, Verdauungsvorgänge usw. um den Faktor 70.000 verlangsamt werden.

Mit einem derart beschleunigten Schiff könnte man den neun Lichtjahre entfernten Stern Sirius zwar in wenigen Stunden erreichen und auch ebenso schnell wieder zur Erde zurückkehren, ein daheim gebliebener Freund wäre aber inzwischen um 18 Jahre gealtert. Diese Zeitkontraktion – sie wird in der Astrophysik als Zwillingsparadoxon bezeichnet – ist keine Zeitreise im eigentlichen Sinn. Sie ermöglicht weder die Herstellung des ursprünglichen Zeitstatus – die Rückkehr in die Ausgangszeit -, noch Reisen in die Vergangenheit. Diese setzen immer Überlichtgeschwindigkeit voraus, was in unserem Raumzeituniversum praktisch unmöglich ist, da hier, gemäß Einstein, nichts schneller als Licht sein kann.

Die Jahrhunderte, ja sogar Jahrtausende annullierenden Abkürzungen durch den zeitfreien Hyperraum würden Versetzungen selbst innerhalb unserer Galaxis praktisch in Nullzeit ermöglichen. Es wären dies echte Zeitreisen, die nicht nur Entfernungen, sondern auch Reisezeiten gegen Null schrumpfen ließen. Und solche Sofort-Versetzungen in der Raumzeit bedingen, dass in unserem Universum so etwas wie Gleichzeitigkeit herrscht, was nach Einsteins Spezieller Relativitätstheorie von 1905 tatsächlich auch der Fall ist.

Rückwärtsbewegungen in der Zeit sind kein Unding.

Sie sind mit physikalischen Grundprinzipien, auch mit den Regeln der Quantenmechanik durchaus vereinbar. Das hat erst vor wenigen Jahren Professor Dr. Günter Nimtz vom II. Physikalischen Institut der Universität Köln experimentell bewiesen. Bei einem Quantentunnel-Experiment übertrug er Mozarts 40. Symphonie in g-Moll mit der 4,7-fachen Lichtgeschwindigkeit, was von ihm sogar tontechnisch aufgezeichnet wurde. Das Werk musste somit aus der Zukunft kommen, das heißt es wäre hörbar, noch bevor es ausgesendet wurde(!).

Die zur Übertragung benutzten Radiowellen hoher Frequenz (Mikrowellen), denen das Tonwerk aufmoduliert war, wurden von Nimtz durch einen rohrförmigen Hohlleiter geschickt, in dessen Zentrum der Querschnitt eingeengt war. Und an dieser Stelle, auf einer Länge von nur acht Zentimetern, werden die eintreffenden Wellen auf das Mehrfache der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Physiker bezeichnen dies als superluminale Tunnelgeschwindigkeit.

Schleichwege durch die Raumzeit

Im Jahre 1985 erkundigte sich der bekannte Kosmologe und Autor Carl Sagan bei einem befreundeten Astrophysiker, Kip Thorne vom California Institute of Technology (CALTECH), ob überlichtschnelle Weltraumreisen, d.h. Zeitreisen, machbar seien. Thorne entdeckte nach Lösung einiger Einsteinscher Gleichungen, dass es tatsächlich solche “Schleichwege” in vergangene bzw. zukünftige Zeiten gibt, die noch nicht einmal der Überlichtgeschwindigkeit bedürften, um die Zeit zu überholen: sogenannte Wurmlöcher. Es sind dies Transittunnels zwischen unterschiedlichen Bereichen ein- und desselben Universums oder zwischen unterschiedlich-dimensionalen Welten bzw. zwischen ganz verschiedenen Zeiten.

Berechnungen ergaben, dass diese Winzlinge einen Durchmesser von gerade einmal. 10-33 Zentimeter besitzen (Dezimalbruch mit 32 Nullen hinter dem Komma).

Gedankenexperimente mit Zeitreisen durch eben diese Wurmlöcher, das heißt übergeordnete oder Hyperuniversen, lassen erahnen, welch riesige Entfernungen und Zeiträume mittels solcher Abkürzungen überwunden werden können. Gelänge es zum Beispiel durch das “Gewebe” der Raumzeit einen Wurmloch-Tunnel zu bohren, könnte man den nur vier Lichtjahre von uns entfernten Alpha Centauri schon in Sekundenschnelle erreichen. Bewegen sich die Tunnelenden relativ zueinander, ist es sogar möglich, in der Zeit vorwärts bzw. rückwärts zu reisen.

In unserer Jetztzeit ist es allem Anschein nach noch niemand gelungen, ein Wurmloch künstlich zu erzeugen. Dennoch besagt Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie, dass es solche “Schnellstraßen” quer durch die Raumzeit geben muss.

Unlängst äußerte sich eine Gruppe amerikanischer Physiker dahingehend, dass man Wurmlöcher irgendwann einmal entdecken würde. Einer ihrer italienischen Kollegen war noch zuversichtlicher und meinte, dass sich für Zeitreisen nutzbare Wurmlöcher sogar im Labor herstellen ließen.

Paradoxa gibt es nicht

Die Undurchführbarkeit von Zeitreisen wird von einigen “Schubladendenkern” damit begründet, dass bei Zeitreisen sogenannte Paradoxa und Anachronismen entstünden. Paradoxe

Situationen müssten nach Meinung der Kritiker immer dann eintreten, wenn sich Zeitreisende irgendwann einmal einer “jüngeren Version” ihrer selbst in die Quere kommen. Paradebeispiel für durch Zeitreisen angeblich entstehende Paradoxa ist das sogenannte “Großmütterchen-Syndrom”. Hier begibt sich der Zeitreisende in die Vergangenheit, um absichtlich oder auch unbeabsichtigt seine Großmutter zu töten, noch bevor seine Mutter geboren wurde, woraufhin auch er nicht länger existieren würde.

Da er dann auch keine Zeitreise antreten könnte, würde seine Großmutter wieder lebendig und seine Mutter geboren werden. Daraufhin käme auch er wieder zur Welt und könnte in die Vergangenheit reisen, um seine Großmutter umzubringen ad infinitum… eine Kausalschleife ohne Anfang, ohne Ende.

Neue, faszinierende Aspekte der Quantentheorie lassen jedoch darauf schließen, dass zeitliche Widersprüche gar nicht erst entstehen können. So lässt die von den Princeton-Professoren John Wheeler und Hugh Everett entwickelte Theorie eines sich in unendlicher Folge ständig verzweigenden Universums den Schluss zu, dass in einem dadurch entstandenen riesigen Multiversum alle denkbaren Situationen existieren, zum Beispiel auch solches die das Töten der Großmutter vor der Geburt der Mutter des Zeitreisenden erlauben, ohne die Kausalität zu verletzen, also ohne dass er dadurch seine eigene Geburt verhindert.

Die seit Anbeginn unseres Universums durch permanentes Verzweigen der Ausgangssituation entstandenen (und immer weiter entstehenden) parallelen Kopien unserer Welt, stellen ideale “Ausweichgleise” vom Ver- und Abschieben realitätsfremder Ereignisse dar, die die Kausalität in unzulässiger Weise beeinflussen und den folgerichtigen Schicksalsverlauf behindern könnten.

Wie man eine Zeitmaschine baut

Immer wird der Autor gefragt, wie eine Zeitmaschine für problemlose, kausalitätskonforme Expeditionen in die Vergangenheit beschaffen sein müsste – eine Frage, die sich zum jetzigen Zeitpunkt nur theoretisch erörtern lässt. Der deutsche Physiker H.-P. Stricker hat die vom CALTECH-Team konzipierte Technik in einer Art Konstruktionsanleitung für Zeitmaschinen zusammengefasst:

  • man isoliere ein virtuelles Wurmloch, das etwa eine Milliarde mal kleiner als ein Atomkern ist;
  • man besorge sich eine ausreichende Menge an “negativer Masse” oder “exotische Materie”(die einen negativen Druck erzeugt);
  • man stabilisiere das Wurmloch durch Injektion einer kleinen Menge negativer Masse;
  • unter ständigem Nachführen negativer Masse vergrößere man das stabilisierte Wurmloch auf Zeitmaschinengröße;
  • man erzeuge zwischen beiden Enden des Wurmlochs eine Zeitdifferenz, indem man das eine Ende mit hoher Geschwindigkeit für eine entsprechende Dauer auf einen Rundkurs durchs All schickt und das andere stationär hält;
  • um in die Vergangenheit zu gelangen, durchquere man das Wurmloch vom bewegten Ende zum stationären;
  • um in die Zukunft zurückzukehren, durchquere man es vom stationären Ende zum bewegten.

Problematisch ist nur, dass bis jetzt niemand die virtuellen Wurmlöcher nachzuweisen vermochte, offenbar, weil sie gem. Albert Einstein extrem kurzlebig sind. Sie kollabieren sofort nach ihrer Entstehung. Das aber würde einen Hyper-Tunnel in die Vergangenheit bzw. Zukunft sofort einstürzen lassen. Dieser Schwierigkeit will man unter anderem durch den sog. Casimir-Effekt entgegenwirken, durch den man einen negativen Druck erzeugt, der antigravitativ wirken soll.

Der holländische Physiker Hendrik Casimir hatte schon 1948 nachgewiesen, dass es zwischen zwei parallelen Metallplatten eine winzige negative Anziehungskraft gibt, weil diese Platten auf das sog. Quantenvakuum eine Störung ausüben. Baut man ein solches System in ein stabilisiertes Wurmloch ein, würde die Antigravitation des Plattensystems ausreichen, um es nicht kollabieren zu lassen.

Zeitreisende könnten sich nun an den Ein- und Ausgängen des Wurmlochs aufhalten, ohne von den Mini-Schwarzen- bzw. Mini-Weißen-Löchern “verschluckt” zu werden; sie könnten nach dem Aufenthalt in der Vergangenheit bzw. Zukunft auch wieder sicher zurückkehren.

Zusammenfassend wäre zu sagen, dass der Raum um uns herum – das sog. Quantenvakuum – von virtuellen Wurmlöchern nur so wimmelt. Wir müssen nur versuchen, diese winzigen “Zeitmaschinen” einzufangen, sie für unsere Zwecke zu manipulieren.

Wurmlöcher

Im Jahre 1995 hat ein italienischer Physiker namens Claudio Maccone vorgeschlagen, Wurmlöcher mittels Magnetfelder zu erzeugen. Jedes “magnetische Wurmloch” wäre nach Maccones Ansicht so groß, dass nur ein kleiner Teil von ihm im Labor Platz hätte Man müsste schon unvorstellbar starke Magnetfelder erzeugen, um einen in einem Labor normaler Größe ein einsatzfähiges Wurmloch für Zeitreisen installieren zu können. Das bislang stärkste im Labormaßstab erzeugte Feld betrug gerade einmal zehn Tesla. Für die Schaffung eines Wurmlochs müssten jedoch Feldstärken von Billionen Tesla aufgewendet werden. Von allen bislang vorgestellten Zeitmaschinenmodellen erscheint das des israelischen Physikers Professor Yakir Aharonov noch am anschaulichsten.

Seine Vorstellung von einem Quanten-Zeittranslationssystem wurde vor neun Jahren in der angesehenen Fachzeitschrift “Physical Review Letters” veröffentlicht. Die in einem blasen- oder ballonartigen, geschlossenen System untergebrachten Temponauten (Zeitreisende) werden dadurch in die Vergangenheit oder Zukunft (eine von unendlich vielen) versetzt, dass man dieses exotische, hier nicht näher beschriebene Objekt – je nach Zielvorstellung – expandieren oder schrumpfen lässt. Der Aharonow-“Ballon” übt – genau wie kosmische Massen – auf alles hierin Befindliche einen bestimmten gravitativen Einfluss aus. Nimmt sein Volumen zu, wären die Insassen einer schwächeren gravitativen Beeinflussung ausgesetzt.

Lässt man hingegen den Ballon schrumpfen, würde seine Gravitation pro Volumeneinheit zunehmen, das heißt stärker werden. Auf den Zeitverlauf übertragen bedeutet dies: Für die Temponauten in einem expandierenden Ballon würde die Zeit schneller, für die im schrumpfenden Ballon langsamer ablaufen. Durch Überlagern selbst winziger Zeitdifferenzen würden sich, so Aharonov, Reisen in die Vergangenheit bzw. in die Zukunft durchführen lassen.

“Warpen”: Wenn Science-Fiction Realität wird

Yakir Aharonows Idee halten Physiker wie Dr. Miguel Alcubierre, ein früherer Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts, durch die sogenannte Warp-Technik durchaus für realisierbar. Vordenker Alcubierre schlug vor, nicht das als Zeitmaschine umfunktionierte Raumschiff selbst zu beschleunigen, sondern eine künstlich geschaffene Raumzeit-Blase (eben jenen Aharonow-Ballon), in der die zeitmanipulierende Vorrichtung eingebettet ist.

Hohe Energien würden vor dem Schiff ein Gravitationsfeld erzeugen, das den Raum zusammenzieht und hinter ihm steckt. Die Warp-Blase müsste sich, ähnlich einem Surfer, auf einer Welle bewegen, was von Physikern als Spacetime-Hypersurfing bezeichnet wird. Der Raum zwischen Schiff und Zielort würde dadurch extrem verkürzt werden. Die Zeitmaschinen-Besatzung in der Blase wäre überhaupt keiner Bewegung und daher auch nicht den enormen Gravitationskräften ausgesetzt. Auch das zuvor erwähnte Zwillingsparadoxon, das bei Reisen nahe Lichtgeschwindigkeit auftritt, würde sich bei solch echten Zeitreisen nicht bemerkbar machen.

Kürzlich publizierte der belgische Physiker Chris van den Broeck von der Katholischen Universität in Leuven in der Wissenschaftszeitschrift “General Relativity and Quantum Cosmology” einen Beitrag, in dem er feststellt, dass für das Warpen viel weniger Energie benötigt wird, als von Dr. Alcubierre ursprünglich errechnet. Es hat den Anschein, als ob uns die Warp-Technik in ferner Zukunft die Zeitreise bescheren wird.

Nach Aussagen präkognitiv veranlagter US-Medien, die von dem amerikanische Autor Brace Goldberg zusammengetragen wurden, wäre damit zu rechnen, dass die technischen Voraussetzungen für Zeitreisen erst ab dem 3. Jahrtausend gegeben wären. Das könnte auch das Auftreten nicht menschlich wirkender UFO-Insassen – ihre abweichende Körpergröße, Physiognomie, Hautfarbe, Verhaltensweise usw. – erklären. Es könnte auch sein, dass es sich bei UFO/Zeitmaschinen-Besatzungen um Menschen handelt, deren Vorfahren irgendwann einmal in andere Sternensysteme oder Galaxien immigrierten (eigentlich immigrieren werden), wo sie unter veränderten Umweltbedingungen mutierten oder um Bioroboter bzw. Androiden, die aus der Zukunft kommend, “Ahnenforschung” betreiben.

Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt

Mit diesem Beitrag soll dargelegt werden, warum mit konventionellen und sogar mit exotischen Antrieben, wie sie heute diskutiert werden, keine interstellaren oder gar galaktischen Reisen unternommen werden können, warum diese allemal Zeitmaschinen erforderlich machen, die echte Zeitreisen ermöglichen.

Die unvorstellbar großen Entfernungen allein in unserer Galaxis machen Zeitreisen zu einer zwingenden Notwendigkeit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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