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Die „Gizeh-Mauer“ – Mythos und Wahrheit: Warum wurden die Pyramiden vor 15 Jahren „eingemauert“? +++Artikel++

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Warum wurden die Pyramiden von Gizeh vor rund 15 Jahren vollständig mit einer Mauer umgeben? Steckten oder stecken wirklich "dunkle Machenschaften" dahinter? (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Warum wurden die Pyramiden von Gizeh vor rund 15 Jahren vollständig mit einer Mauer umgeben? Steckten oder stecken wirklich “dunkle Machenschaften” dahinter? (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Gizeh – immer wieder ein spannendes Thema. Noch immer verbergen sich in den rund 4.500 Jahre alten Pyramiden der Pharaonen Cheops, Chephren und Mykerinos zahlreiche Geheimnisse. Und noch immer sind viele Fragen rund um die Monumente der Pharaonen ungeklärt. Vor allem die größte Pyramide in Gizeh, die Cheops-Pyramide, ist hierbei zugleich auch der größte „Zankapfel“ zwischen alternativen Geschichts-Forschern, Archäologen und natürlich Grenzwissenschaftlern. Und so bekam der „Mythos Gizeh“ vor rund 15 Jahren eine weitere Facette hinzugefügt, über die ich vor Jahren bereits in Artikeln und Büchern berichtete: Die „Gizeh-Mauer“. Was es damit auf sich hatte und hat, soll hier nochmals genauer beleuchtet werden.

 

 

Von Lars A. Fischinger

Hallo, liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Das Plateau von Gizeh westlich von Kairo hat wesentlich mehr zu bieten, als „nur“ die Pyramiden. Während sich die meisten Mystery-Autoren verständlicherweise auf die großen Monumente der Pharaonen konzentrieren, fanden unbemerkt vom öffentlichen Interesse ab/um das Jahr 2002 ganz andere Arbeiten rund um die Pyramiden statt. Die Gerüchteküche der Netzgemeinde kochte damals heiß und auch heute noch ist sie teilweise nicht ganz abgekühlt.

Meldungen wie „Gizeh wird geschlossen!“, „Die Pyramiden werden heimlich eingemauert!“ und ähnlich klingende Berichte machten die Runde. Immer wieder kamen solchen Meldungen über meinen Schreibtisch. Berichte voller Mutmaßungen und Spekulationen, die zu einem großen Teil von dem Autoren Rico Paganini aus der Schweiz geschürt wurden. Ebenso damals von Bestsellerautor Robert Bauval. Aber so sonderbar diese Neuigkeiten aus Ägypten über eine „Einmauerung von Gizeh“ auch klangen, sie hatten tatsächlich einen wahren Kern und waren grundsätzlich nicht erfunden!

Was war also genau vor rund 15 Jahren in Ägypten geschehen?

Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten

Das gesamte Plateau wurde damals tatsächlich von einer kilometerlangen und Meter hohen Mauer umzäunt. Schnell erhielt dieses Bauwerk den (treffenden) Namen „Gizeh-Mauer“ und Spekulationen über ihren Sinn schlossen wie Pilze aus dem Boden.

Einige Internet-Nutzer wollten es nicht wahrhaben und glaubten an ein Fake oder eine Presse-Ente. Andere wiederum sprachen klipp und klar von einem Gerücht – und dass diese Mauer gar nicht existiert. Wieder andere User in Internet-Foren usw. unterstellten den ägyptischen Archäologen, sie wollen die Welt von Gizeh fernhalten. Sie warfen den Ägyptologen, der ägyptischen Regierung oder auch diversen „geheimen Mächten“ vor, sie würden in Gizeh „sensationelle Entdeckungen“ gemacht haben und „geheime Forschungen“ betreiben. Alles verborgen vor der Öffentlichkeit und schlussendlich soll eine Mauer um das gesamte Plateau dieser „verbotenen Archäologie“ eine uneingeschränkte und unbemerkte Arbeit ermöglichen. Munkelte man.

Ortstermin in Gizeh

Die "Gizeh-Mauer" (Bild: L. A. Fischinger)
Die “Gizeh-Mauer” (Bilder: L. A. Fischinger)

Ich flog damals erneut nach Ägypten – da so oder so eine Reise ins Land der Pharaonen auf meiner Liste stand – um mir dabei auch diese Mauer genauer anzusehen. Die Mauer steht. Das wurde sofort klar. Sie ist aus Beton und trägt oben auf eine Art Zaun von mindestens drei Metern Höhe. Nicht nur gewisse Bereiche des Plateaus wurden mit dieser Mauer umgeben, sondern sie zieht sich an den bewohnten Straßen von Gizeh im Osten ebenso entlang wie durch die Wüste im Süden. Das Plateau kann so nur noch durch drei offizielle Eingänge betreten werden. Der eine Eingang liegt im Osten in der Nähe der Sphinx, der zweite im Norden (Haupteingang) und einer in der südlichen Wüste.

Der Pauschaltourist, der mit dem Bus nach Gizeh fährt, dort ein hübsches Bild an der Sphinx aufnimmt, dann mit dem Bus über das Plateau zum Touristen-Aussichtspunkt fährt um noch ein letztes Bild der Bauten zu machen, sieht von der „Gizeh Mauer“ nichts. Vielleicht zwei Stunden halten sich diese Touristen dort auf um dann ihr Ägypten-Schnell-Programm fortzuführen. Ist also diese Ummauerung Teil einer Verschwörung, nur weil sie nicht klar zu sehen ist?

Auch der Besucher, der sich einen ganzen Tag in Gizeh aufhält, sieht diese Mauer nicht unbedingt. Die Pyramiden sind nicht direkt eingezäunt, sondern die Mauer verläuft „unsichtbar“ bis zu 800 Meter von den Monumenten entfernt. Also eine „Ummauerung der Pyramiden“ existierte damals wie heute nicht. Dennoch warf man mir im Internet schon Ende 2005 vor: „Ich war gerade in Gizeh, da steht keine Mauer!“ Wenn man nicht gezielt danach sucht, findet man sie auch nicht. Bustouristen, in kurzen Hosen, mit ihren Kameras in der Hand und ihrem straffen Zeitplan im Nacken, werden sie eben nicht sehen!

Gerüchte und „verbotene Archäologie“

Im Internet kursieren schon seit Baubeginn der Gizeh-Mauer die wildesten Gerüchte über dieses Bauprojekt. Schon zu Baubeginn kamen die ersten Fragen auf, da der ein oder andere von dem Gerücht gehört habe, das Plateau würde ummauert oder sogar komplett geschlossen werden. Nachdem bekannt wurde, dass die Ägypter ihren Nationalstolz von Gizeh nun tatsächlich eingemauert haben, kam selbstredend die Frage nach dem Sinn und Zweck eines solchen nicht gerade billigen Bauvorhabens auf. Die Mauer selber sieht aus wie das T-Rex-Gehege in dem Film „Jurassic Park“ und wirkt damit irgendwie bedrohlich bis befremdlich. Schätzungsweise acht Quadratkilometer des Plateaus sind so „abgeschottet“ von der Außenwelt.

Angeblich sechs Millionen US-Dollar hat der Bau dieser Eingrenzung gekostet. Schon hier erhoben die ersten Interessierten ihre Stimmen: Woher kommt das Geld für ein solches Vorhaben eigentlich? Hat das alles die ägyptische Antikenverwaltung bezahlt, die damals doch so intensiv nach Geldquellen suchte, um das neue Ägyptische Museum zu bauen? Die ersten Verschwörungstheorien kamen auf und sprachen sehr schnell von „geheimen Organisationen“ und dunklen Geldquellen. Auch ein Zweck für die Errichtung dieser Sperre wurde schnell laut. Man sprach und spricht zum Teil weiterhin von geheimen Forschungen auf dem Plateau, die von der Öffentlichkeit unbedingt verborgen werden müssen. Heimliche Ausgrabungen oder vor den Augen der Öffentlichkeit verborgene Erkundungen könnten hier vor sich gehen. Oder vielleicht gibt es bereits sensationelle Entdeckungen auf dem Plateau, die durch ein derartiges Bollwerk vertuscht werden sollen, spekulierten nicht wenige.

"Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien": Video-Zusammenfassung der Artikel-Serie von Lars A. Fischinger auf YouTube (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien“: Video-Zusammenfassung der Artikel-Serie von Lars A. Fischinger auf YouTube (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

In der Tat graben Archäologen täglich in Gizeh und es werden immer wieder neue Funde gemacht. Möglich, dass es „verborgene Forschungen“ auch wirklich gibt. Das möchte ich nicht abstreiten. Wobei hier zu fragen wäre, ob eine Forschung gleich „geheim“ ist, nur weil davon nichts in der Regenbogenpresse oder den Mainstreammedien steht.

Berühmt ist in diesem Sinne vor allem auch das senkrecht in den Boden verlaufende „Osiris-Grab“, das zwischen Sphinx und Chephren-Pyramide liegt. Eine Entdeckung, die jedoch bald 100 Jahre alt ist. Auch wimmelt es auf dem gesamten Areal von Gizeh an Gräbern. Unzählige Schächte führen senkrecht in den Boden und einigen Spekulationen nach soll es ein ganzes Labyrinth unter der Erde von Gizeh geben.

Verschwörungstheorien sprechen weiter auch davon, dass Archäologen dort im Geheimen unbekannte Gräber und auch Kammern innerhalb der Pyramiden erforschen wollen. Der Inhalt dieser Geheimkammern sei dabei von einer solchen Brisanz, dass die Öffentlichkeit davon nichts erfahren darf. Selbst irgendwelche Geheimgesellschaften werden hinter der Mauer und den angeblichen Geheimprojekten vermutet. Vielleicht sogar die Illuminaten, die hinter allerlei Verschwörungen, Rätseln und Machenschaften stecken sollen. Ebenso fiel der Bau der Mauer zeitlich sehr nahe an der unlängst legendären TV-„Live-Öffnung“ des Sperrsteins am Ende eines der Schächte in der Königinnenkammer der Cheops-Pyramide zusammen. Wir erinnern uns: Das war jene Fernseh-Show des damaligen ägyptischen Antikenchefs Dr. Zahi Hawass und dem „National Geographic Chanel“, bei dem ein Loch in diesen Stein gebohrt wurde. Anschließend steckte man eine Kamera hindurch und die Fernsehzuschauer auf der ganzen Welt konnten einen Block hinter diesen etwa 20 x 20 Zentimeter kleinen Stein erhaschen …

Video: Mysterium um das Osiris-Grab von Gizeh (Bilder: L. A. Fischinger / NSA/JPL)
VIDEO: Mysterium um das Osiris-Grab von Gizeh (Bilder: L. A. Fischinger / NSA/JPL)

Tatsächlich finden zum Beispiel innerhalb der Pyramide des Cheops immer wieder Untersuchungen satt. Ebenso Instandsetzungsarbeiten. Das ist eigentlich kein Geheimnis. Aber muss man dafür deshalb ganz Gizeh „sperren“? Und würde aufgrund irgendwelcher angeblicher geheimen Aktivitäten dort das gesamte Areal für Besucher gesperrt werden, würde nicht gerade genau das die Aufmerksamkeit der Welt auf Gizeh lenken? Ist es nicht gerade Sinn und Zweck einer „geheimen Forschung“ eben im Verborgenen stattzufinden? Würden die Eingänge geschlossen, die Besucher wieder heim geschickt und kein Mensch hätte Zugang zum siebten Weltwunder, müsste sich die ägyptische Altertümerverwaltung mit Sicherheit zahlreichen Fragen stellen. Also wäre das Gegenteil von „heimlich“ erreicht. Ausgrabungen auf dem Gelände fanden und finden bisher vor den Augen der Öffentlichkeit statt. Und mutmaßliche Ausgrabungen unter der Erde sind für die Besucher so oder so nicht zu sehen. Auch nicht ohne Mauer.

Darum eine Mauer!

Die Pyramiden von Gizeh stehen unter dem Schutz der UNESCO und gehören zum Weltkulturerbe der Menschheit. Und die UNESCO unterstützt den Erhalt des Weltkulturerbes (nicht nur Gizeh) natürlich auch mit finanziellen Mitteln. Könnte also die UNESCO die sechs Millionen Dollar teure Mauer mitfinanziert haben? Dient sie etwa dem Schutz des Plateaus und nicht irgendwelchen Geheimprojekten, wie es im Internet kursiert? Die Antwort ist: Ja.

Kairo und Gizeh, auch „klein Kairo“ genannt, sind ein Moloch mit 18 Millionen Einwohnern. Eine gigantische Metropole, die ständig wächst und sich ausbreitet, und deren genaue Einwohnerzahl so richtig eigentlich keiner kennt. Der Besucher von Gizeh, der beispielsweise im Osten am Sphinx-Tempel steht, kann deutlich sehen, dass bis an die Grenze des Plateaus bereits die Wohnhäuser von Gizeh heran reichen. Deutlich sieht man es beispielsweise auch auf Luftaufnahmen der östlichen Plateau-Region, die man mit Hilfe der Software „Google Earth“ betrachten kann (Koordinaten zum Beispiel: 29°58’30,65“ Nord und 31°08’19,40“ Ost). Es scheint, als wolle der moderne Städtebau die uralte Metropole der Pharaonen geradezu verschlingen.

Müllkippe und Freizeitpark Gizeh (Bilder: L. A. Fischinger / St. Eggers
Müllkippe und Freizeitpark Gizeh (Bilder: L. A. Fischinger / St. Eggers

Es ist in Ägypten auch so, dass Menschen dort wild ihre Häuser bauen, wo sie gerade wollen. Und wenn ein Haus „über Nacht“ einmal steht, darf es ebenso wenig abgerissen werden, wie heimlich angelegte Felder der Landwirtschaft. Dieser Bauboom hat unlängst auch die archäologischen Stätten von Gizeh erreicht. Die Pyramiden stehen nicht einsam in der Wüste – wie es Postkartenbilder gerne vermuten lassen –, sondern sie stehen fast schon mitten in der Stadt!

Die „Gizeh Mauer“ nun schützt das Gelände vor illegalen Bauaktivitäten der Bevölkerung. Bis zur Mauer…dann ist Schluss. Doch die Mauer erfüllt noch mehr und ganz profane Zwecke. Das gesamte Gizeh-Plateau ist eine riesige Müllhalde. Wohin man geht und blickt, überall wimmelt es an Plastikmüll, leeren Cola-Dosen und Flaschen und allerlei anderem Dreck. Die schon erwähnten Grabschächte die man dort findet, werden bedenkenlos als Müllkippen genutzt. In den senkrechten Stollen türmt sich der Wohlstandsmüll und Unrat. Auch rund um die Pyramiden selber liegt der Müll herum und Plastiktüten werden an den Seiten der Pyramiden vom Wind hoch geweht. Mülleimer gibt es dort praktisch nicht.

Ebenso benutzen die zahlreichen Wächter und „Touristenjäger“ des Plateaus die Gräber der alten Pharaonen als Toilette. Sie verrichten ihre Notdurft in den Eingängen zu Grabanlagen und Schächten. Pferde, Kamele und Menschen hinterlassen ihre Extremente auf dem gesamten Plateau. Dieser Müll stammt ausnahmsweise nicht nur von den Touristenmassen, die täglich die Monumente bewundern wollen. Er stammt zu einem großen Teil von den Einheimischen, die das Plateau unter anderem als großen Vergnügungspark nutzen.

Ägypten ist ein islamisches Land und was bei uns der freie Sonntag ist, ist dort der Freitag. Ströme von Großfamilien mit Sack und Pack, mit Kind und Kegeln und Tüten voll Picknick-Utensilien eilen auf das Plateau. Dort verbringen sie den Freitag und zurück bleibt der Müll in allen Ecken der Heiligtümer. Für die Kinder ist es ein Abenteuerspielplatz. Sie klettern auf die Königinnen-Pyramiden neben den Hauptpyramiden und die Wächter von Gizeh kapitulieren angesichts dieses Andranges.

Die Gizeh-Mauer nun verhindert, dass von allen Seiten die Einheimischen unkontrolliert das Plateau betreten und leider auch arg verschmutzen. Vor dem Bau der Mauer war Gizeh eine Kloake und jeder Kameltreiber ohne Lizenz konnte dort auf Touristen-Jagd gehen. Kontrolle? Keine!

Doch auch die Schutzmauer hatte schon kurz nach ihrer Fertigstellung Löcher. Die Anwohner haben den oberen Zaun aufgerissen und sich teilweise sogar kleine Rampen gebaut, um diese Absperrung zu überwinden. Dennoch bleibt die Tatsache, dass die Besucher des Plateaus (legal) nur durch die Eingänge das Gebiet betreten können.

Bakschisch

Doch nicht nur zahllose einheimische Besucher überfüllen das Plateau, sondern vor allem auch die unzähligen Geschäftemacher und Andenkenhändler. Überall auf dem Plateau wimmelt es von Einheimischen, die den Touristen dies und das zeigen oder auf irgendeine Art und Weise helfen wollen. Natürlich gegen ein kleines Trinkgeld, das legendäre „Bakschisch“. Zahlreiche dieser, sich selber „Guide“ nennenden, Menschen bevölkern das Areal. Zum Teil hartnäckig und aufdringlich belästigen sie die zahlenden Besucher. Ebenso die zahlreichen Kameltreiber und Pferdebesitzer, die gegen ein Entgelt ihre Tiere zum Reiten anbieten, Kutschfahrten anpreisen oder fotografiert werden wollen.

Fand der KGB 1961 eine Ancient Alien-Mumie in Gizeh? (Bild: Google Earth / L.A. Fischinger / YouTube Screenshot)
VIDEO: Fand der KGB 1961 eine Ancient Alien-Mumie in Gizeh? (Bild: Google Earth / L.A. Fischinger / YouTube Screenshot)

Auch diese eigentlich zum Bild von Gizeh dazugehörenden Menschen sind teilweise überaus aufdringlich. Beispielsweise gibt es den Trick, dass sich der Besucher kostenlos auf einem Kamel fotografieren lassen kann – möchte man aber wieder herunter gelassen werden, muss man zahlen.

Ein unkontrollierter Andrang von legalen und illegalen Geschäftsleuten ist dank der Mauer nun nicht mehr so einfach möglich.

Terror in Ägypten

Die Antikenverwaltung rechtfertigte die Errichtung der Mauer rund um Gizeh auch mit dem Schutz der Besucher vor Terroranschlägen. Leider ist es Tatsache, dass auch in Ägypten die Gefahr des Terrorismus allgegenwärtig ist. Man denke vor allem auch an das Massaker am Hatschepsut-Tempel in Luxor am 17. November 1997. Damals erschossen sechs Terroristen 62 Menschen. Bekanntlich wurde aber auch das Land der Pyramiden vom „arabischen Frühling“ überrollt, der einen gewaltigen Rückgang der Touristen nach sich zog.

So ist es heute natürlich auch rund um die Gizeh-Pyramiden westlich leerer geworden. In diesen Tagen der Aufruhr, der Veränderung und des Umbruch in Ägypten stand die Gizeh-Mauer bereits. Doch bei deren Planung konnte niemand ahnen, dass der „arabische Frühling“ in der stattgefundenen Art und Weise über das Land rollen wird…und so auch die Besucher wegbleiben. Eben genau  jene Touristen, die die Mauer schützen sollte.

Schon vor den Unruhen in Ägypten wurde am Eingang zum Plateau jeder Besucher von Wächtern kontrolliert und man muss selbstverständlich durch einen Metalldetektor gehen. Auch wimmelte und wimmelt es in Ägypten an Touristenpolizei, was eine direkte Folge des Attentates 1997 am Hatschepsut-Tempel ist. Egal ob an Hotels, Ägyptischen Museum, Gizeh, Sakkara, Luxor oder sonst wo – die Touristenpolizei ist sehr stark vertreten und allgegenwärtig. Durch die Errichtung einer Mauer um das Gizeh-Plateau können nun all jene Personen, die das Gebiet betreten wollen, von diesen Wachmannschaften durchsucht und kontrolliert werden.

Video: Geheimkammern in Gizeh: Gibt es eine Verschwörung um die Cheops-Pyramide und unbekannte Kammern? (Bild: gemeinfrei / L.A. Fischinger)
Video: Geheimkammern in Gizeh: Gibt es eine Verschwörung um die Cheops-Pyramide und unbekannte Kammern? (Bild: gemeinfrei / L.A. Fischinger)

Natürlich ist die Gefahr eines Anschlages durch die Mauer alles andere als vollkommen ausgeschlossen, doch sie erlaubt eine Zugangskontrolle der Menschen. Zumindest theoretisch, da für potentielle Attentäter die ohnehin löchrige Sperre nicht wirklich unüberwindbar sein wird. auch wenn sie als Abschreckung vielleicht psychologische Wirkungen haben mag. Das gilt auch für „normale Ganoven“ wie Taschendiebe oder Trickbetrüger. Aber Wirkung zeigte diese Ummauerung und Einzäunung eigentlich sehr schnell. Beispielsweise dadurch, dass (offenbar illegale) Andenkenhändler und Postkartenverkäufer ihre Waren an geeigneten Stellen durch den Zaun hindurch zu kauf anpreisen. Etwa im Bereich der Sphinx am Fuße des Plateaus.

Mein Autoren- und Mystery-Kollege Armin Risi wies mich in diesem Zusammenhang bereits am 11. Februar 2010 auf etwas sehr Interessantes hin. Wie er erfuhr, so sagte er mir, stand schon in ägyptischen Reiseführern der 1970er Jahre die Forderung nach einer Mauer um Gizeh. Jahrzehnte vor der Gizeh-Mauer wurde darin bereits von der Zerstörung und Verschmutzung der Metropole berichtet, der mit einer solchen Absperrung Einhalt geboten werden könne. Nun, seit rund 15 Jahren ist dieser Wunsch also Realität.

Der Mythos lebt zum Teil weiter

Die geheimnisvolle Gizeh-Mauer dient letztlich drei vollkommen simplen Hauptzwecken:

  1. Kontrolle über legale und illegale Händler und Geschäftsleute aller Art auf dem Plateau.
  2. Schutz vor einer ausufernden Expansion der Siedlungen am Fuße von Gizeh.
  3. Schutz vor Terroranschlägen und Attentaten (heute sicher aktueller denn je).

Von Verschwörungen, geheimen Forschungen und nebulösen Machenschaften dunkler Mächte in Gizeh – keine Spur. Von einer Art Abschottung der Pyramiden ebenso wenig. Das war um das Jahr 2002 so und ist heute nicht viel anders.

Mehr Themen rund um die Mysterien der Welt, findet Ihr auf meinem Grenzwissenschaft-Kanal bei YouTube
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Vielmehr ist die Mauer um das siebte Weltwunder ein rein profaner Zweckbau zum Schutz der Heiligtümer und der Besucher. Auch erfolgten die Bauarbeiten an dieser Absperrung nicht „in aller Heimlichkeit und Stille“, wie es Gerüchte besagten. Jeder Besucher der Pyramiden konnte den Bauvorgang der Mauer direkt an den Wohnhäusern von Gizeh beobachten und auch unbehelligt fotografieren. Natürlich nur, wenn er sich von den Pyramiden und den Touristenplätzen entfernt und auch das Umfeld des Plateaus in Augenschein nahm. Sonst sieht man die weitläufige Gizeh-Mauer tatsächlich nicht. Auch wäre es überhaupt nicht möglich gewesen, eine derartige Sperr-Konstruktion heimlich und unbemerkt hochzuziehen …

 

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Neuer “UFO-Vorfall” in Roswell. Oder – die “UFO-Entführung”: Langfinger stahlen ein UFO-Modell aus dem UFO-Museum von Roswell

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Neuer "UFO-Vorfall" in Roswell: Langfinger stahlen ein UFO-Modell aus dem internationalen UFO-Museum von Roswell (Bilder: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Neuer “UFO-Vorfall” in Roswell: Langfinger stahlen ein UFO-Modell aus dem internationalen UFO-Museum von Roswell (Bilder: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Den UFO-Absturz von Roswell in New Mexiko vom Sommer 1947 kennt in der UFO-Gemeinde jeder. Auch ist es kein Geheimnis, dass die Stadt sowie natürlich das lokale UFO-Museum “UFO Research Center” UFO-Freunde gerne willkommen heißt. Doch am 19. März 2016 kam es in der US-Kleinstadt zu einem neuen “Roswell-Zwischenfall”, denn Langfinger stahlen das weltberühmte UFO-Modell der Stadt und schafften es mit einem Pick-up-Transporter fort. Eine echte UFO-Entführung, von der inzwischen die Trümmer gefunden wurden …

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Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Es war sicher ein kurioser Diebstahl in der “UFO-Stadt” Roswell, mit dem es jüngst die dortige Polizei zu tun bekam. (Rein irdische) Ganoven stahlen am 19. März um 3 Uhr am Morgen das Modell eines UFOs am lokalen UFO-Museum der Stadt und luden es auf ihren Transporter. Dummerweise vor laufenden Überwachungskameras des “UFO Research Center”.

UFO-Trümmer nahe Roswell gefunden – kennen wir das nicht?

Die Kamera des Museums zeichnete auf, wie drei junge Männer das aus Metall und Glasfasern bestehende Modell der “fliegenden Untertasse” von Roswell weg trugen, auf ihren roten Pick-up luden und davon fuhren. Bereits am 23. März wurde das gestohlene Roswell-UFO rund drei Kilometer weiter wieder gefunden. Nicht in der “Area 51” und zumindest Wrackteile des Roswell-UFOs. So schrieb das “International UFO Museum & Research Center” am 23. März auf Facebook:

Vermisstes UFO gefunden

Die Polizei fand diese Wrackteile der vermissten fliegende Untertasse, die am vergangenen Samstag vom International UFO Museum & Research Center in Roswell gestohlen wurde.

Das Verkehrsministerium von New Mexiko schickte heute dieses Foto des Wracks – aufgenommen zwei Meilen westlich von Roswell auf der U.S. 70 – zum Museum.”

Das "UFO-Wrack" von Roswell 2016 ... (Bild: International UFO Museum & Research Center)
Das “UFO-Wrack” von Roswell 2016 … (Bild: International UFO Museum & Research Center)

Museumsdirektorin Karen Jaramillo ist über die Zerstörung des Modells entsetzt, das es ein “historischer Teil des Gebäudes” des Museums sei und in den 1990er Jahren über 500 US-Dollar gekostet habe.

Aufgrund der Überwachungskamera am Museum konnten die UFO-Diebe schnell gefunden werden. Ein 17 Jahre junger Teenager mit zwei diebischen Kollegen.

Man mag an einen “Werbekampagne” des UFO-Museums denken, um mehr Besucher in die Stadt und das Center zu locken. Aber dann wäre mit Sicherheit eine “UFO-Entführung” nach Art des Diebstahl des goldenen Leibnizkekses von Hannover im Jahr 2013 wesentlich geeigneter gewesen. Mehr kostenlose Werbung konnte die Firma “Leipniz” damals sicher nicht bekommen.

Ein “dummer Jungen-Streich” in Roswell, bei dem die UFO-Entführung mit der Zerstörung des Modells endete. Und der erst seit dem 28. März in den englischen Medien mehr und mehr die Runde macht.

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Woran erkenne ich ein UFO und was mache ich dann? “Es zu wissen schadet ja nicht!” Interessantes Fundstück aus dem Netz

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Woran erkenne ich ich ein UFO - und was soll ich machen, wenn ich eines sehe? (Bild: L. A. Fischinger)
Woran erkenne ich ich ein UFO – und was soll ich machen, wenn ich eines sehe? (Bild: L. A. Fischinger)

Hin und wieder präsentiere ich auf diesen Webseiten interessante “Netzfundstücke” aus den unendlichen Weiten des Cyberspace. So auch heute mal wieder – und wiedermal von der Internetseite “Gutefrage.net”. Dort stellte am 22. März 2016 ein User die nur scheinbar naive Frage, wie er ein UFO erkennen kann und was er dann machen solle. Die Antworten auf diese Frage der dortigen Community sind ein schönes Spiegelbild der UFO-Szene in Deutschland. Was soll man also tun, wenn man glaubt eine UFO-Sichtung gehabt zu haben? Interessanterweise kann diese einfache Frage gar nicht so pauschal beantwortet werden …

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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Es gibt ja eigentlich keine schlechte Fragen, sondern nur schlechte Antworten.Zumindest sieht dies der Volksmund so.

Das dachte sich wohl jüngst auch ein User auf der Frage-Antwort-Onlineplattform “Gutefrage” und stellte folgende Frage an die dortige Community:

Woran erkenne ich ich ein UFO und was machen wenn ich eins sehe? Nur so zum wissen schadet ja nicht.”

UFO hier, UFO da, UFO überall!

Die Frage ist mit Sicherheit für den normalen Medienkonsumenten à la Max Mustermann erst mal verwirrend. Wenn nicht sogar totaler Unsinn, um es harmlos auszudrücken. Für den UFO-Forscher oder auch Kenner der UFO-Material ist eine solche Fragestellung jedoch existentiell und die Frage aller Fragen.

“UFO” ist kein Kürzel für “außerirdisches Raumschiff, in dem Aliens sitzen”. Jeder ernsthafte UFO-Forscher weiß das. Aber eben nicht Herr und Frau Mustermann, die durch die jahrzehntelange Medienpräsenz von UFO = Alien-Raumschiff diese drei Buchstaben eben genau damit verbinden. UFOs, Außerirdische oder Alien-Raumschiffe aus Hollywood sind praktisch überall präsent. Des weiteren wird “UFO” darum auch sogleich in der breiten Öffentlichkeit mit irgendwelchen UFO-Spinnern, Hollywood oder im schlimmsten Fall diversen UFO-Sekten in Zusammenhang gebracht.

Und genau aus diesem Grund ist die oben zitierte Frage eigentlich sehr vernünftig.

“Du UFO-Spinner!”

Wer keine Ahnung hat, hat nur eine Meinung: Den anderen mit Spott zu diskreditieren! Warum das so ist, ist leicht erklärt:

Das Thema “UFO” im Sinne der Erforschung von UFO-Sichtungen usw. ist in der Öffentlichkeit Quatsch und die Beschäftigung von irgendwelche Alien-Freaks. Dass aber ein UFO eben ein (Flug-)Objekt am Himmel ist, dass der Beobachter sich währen der Sichtung nicht selber erklären kann, weiß der Ottonormal-UFO-Medienkonsument nicht.

Wie viel Wahrheit steckt im neuen Hollywood-Film von Roland Emmerich? (Bild: NASA / Montage: L. A. Fischinger)
VIDEO: Wie viel Wahrheit steckt im neuen Hollywood-Alien-Film von Roland Emmerich? (Bild: NASA / Montage: L. A. Fischinger)

Die Behauptung eines “Durchschnittsbürgers”, er habe ein UFO am Himmel gesehen, wird Hohn und Spott auf ihn ziehen. Er kann felsenfest die Wahrheit sagen, dass er etwas für ihn nicht erklärbares beobachtet hat – kaum jemand nimmt ihn ernst. Und das eben aufgrund der Tatsache, dass für die öffentliche Meinung ein UFO sogleich ein Raumschiff von Außerirdischen ist.

Obwohl in diesem Beispiel vielleicht ein beleuchtete Drohne den Zeugen sein UFO-Erlebnis gebracht hat. Diese Drohnen oder Quadrocopter sind in der Tat für den unbedarften Beobachter für ein echtes und unerklärliches Phänomen am Himmel zu halten.

Deshalb ist man kein Spinner. Tatsächlich sollte man schon allein mit dem Kürzel “UFO” heutzutage vorsichtig sein, wenn man nur um eine Erklärung des Gesehene bittet.  “Ich habe ein UFO gesehen!” geht ganz schnell nach hinten los. Das sah auch ein User bei “Gutefrage.net” so, der auf die Eingangsfrage vortrefflich antwortetet:

Wenn es ein Objekt ist wo du nicht kannst, dann ruf die 110 an. Achtung: Nicht durchdrehen und erzählen, dass es ein UFO ist wo von außerhalb ist. Einfach sagen das du ein Unidentifiziertes Flugobjekt siehst und versuche es dann zu beschreiben.

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So ist es.

Bei der Polizei arbeiten auch nur Menschen und man möchte dennoch mit seinem Erlebnis ernst genommen werden. Aber dennoch muss die Polizei eigentlich handeln, wenn es sich etwa um eine Gefahr für den Flugverkehr handeln könnte. Sei es auch nur, dass weitere Stellen informiert werden, wie es die “UFO-Sichtung am Flughafen Bremen” Anfang 2014 zeigte, wozu Ihr auch ein Video von mir auf meinem YouTube findet.

Verhaltensregeln bei einer UFO-Sichtung

Ich bin sicher, dass der User auf dieser Community-Plattform bei seiner Frage eigentlich ein echtes UFO meinte. Echt sind alle UFO-Sichtungen von Zeugen. Aber hier echt im Sinne von einem unbekannten Phänomen bzw. Alien-Fahrzeug.

Und dazu gibt ein weiterer User der Plattform quasi “Verhaltensregeln” für eine solche Begegnung. Allerdings scheint dieser User wohl eindeutig ein “Alien-Fan” zu sein, wie es anhand seiner Tipps zu erkennen ist. So lesen wir in seiner Antwort:

“1. Ein UFO kann alles sein das du nicht kennst, ich denke aber du meinst Raumschiffe.

Interview mit dem Astrophysiker Ben Moore über Außerirdische, den Sinn des Lebens und Science-Fiction: „Die meisten Aliens à la Hollywood sind jämmerlich“.(Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L.A. Fischinger)
Interview mit einem Astrophysiker Außerirdische, den Sinn des Lebens und Science-Fiction: „Die meisten Aliens à la Hollywood sind jämmerlich“. (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L.A. Fischinger)

2. Diese erkennst du z.B. daran, dass sie sich ungewöhnlich bewegen oder ungewöhnlich schnell fliegen. Ein Flugzeug kann zum Beispiel nicht schnell vor und zurück und dann wieder hoch und runter fliegen. Das können aber Raumschiffe.

Dann natürlich noch durch das aussehen, falls es näher bei dir wäre.

3. Wenn du eines siehst kommt es darauf an wie weit es weg ist. Es kann sein, dass es einfach über dich hinweg fliegt und dann kannst du höchstens versuchen ein gutes Video zu machen, falls du ein Handy hast.

Wenn es jedoch in der Nähe von dir ist und du das Gefühl hat es hat dich im Fokus, dann solltest du besser versuchen da weg zu kommen. Und auf keinen Fall irgendwie durchdrehen und Angst haben. Das wird vielleicht schwer sein, aber Außerirdische sehen Menschen die so reagieren eher als Gebrauchsobjekte, da sie sich in dem Moment nicht kontrollieren können.

Da weg rennen sowieso meist nichts bringt, wenn sie dich wollen ist es also sinnvoller sich dem ganz offen zu stellen. Du kannst ihnen auch gerne Fragen stellen, das zeigt das du lernen willst und ein Gehirn dafür hast.”

Solche Regeln würden die verschiedenen UFO-Forschungsorganisationen (egal wo auf der Welt) wohl kaum als Ratschläge geben. Aber es scheint dennoch die erste und beste Regel zu sein, dass man Ruhe bewahrt. UFO-Zeugen sind fraglos Zeugen eines vorerst unbekannten Objektes.

Wie es beispielsweise ein Blick in die UFO-Datenbank.de zeigt, sind von diesen UFOs die allermeisten als irdische Objekte aufzuklären. Oder die Datenlange ist häufig mangelhaft. Und nur weil man beispielsweise die Raumstation ISS am Himmel als UFO meldet, ist man noch kein Spinner. Deshalb auch der oben zitierte Ratschlag, wenn man die 110 anrufen will: Ruhe bewahren.

Ein echtes UFO …

Wie macht man perfekte UFO-Fotos? Die CIA gab vor ca. 55 Jahren ihren Mitarbeiten dazu 10 nützliche Tipps mit auf den Weg (Bild: gemeinfrei / Heimatverein Lette / Montage: L. A. Fischinger)
ARTIKEL: Wie macht man perfekte UFO-Fotos? Die CIA gab ihren Mitarbeiten dazu 10 Tipps (Bild: gemeinfrei / Heimatverein Lette / Montage: L. A. Fischinger)

Und bei der Begegnung mit einem echten UFO mit echten “Fremden” darin? Hier gibt es zahllose Gedankenspiele, die letztlich alle auf ein Szenario deuten: Besser schweigen!? Doch die Polizei anrufen? Seinen individuellen religiösen Ansprechpartner kontaktieren?

Die öffentliche Diskreditierung ist schnell, erbarmungslos und unbarmherzig. Mit Sicherheit auch, wenn man in seiner “Notlage” die Polizei verständigt. Der “innere Mainstream-UFO-Schalter” wir sicher auch dort sehr schnell auf “Hollywood” oder “Spinner” umgelegt. Es gibt Ausnahmen, wie es die Belgische UFO-Welle um 1990 zum Beispiel beweist, aber das sind eben Ausnahmen.

Aber wer denkt, dass die Meldung und/oder Dokumentation sowie Aufklärung von UFO-Sichtungen das Feld einiger UFO-Forscher und Alien-Fans “mit einem an der Waffel” ist, irrt sich. Schon die CIA hat 1960 ihren Mitarbeitern Anweisungen gegeben, was bei UFO.-Sichtungen exakt zu tun sei. Dies hatte ich in einem Artikel im Februar 2016 auf diesem BLOG beschrieben.

Aus diesem Grund ist der zweite Teil der Eingangsfrage – “… und was machen wenn ich eins sehe?” – kaum verbindlich oder pauschal zu beantworten.

Vielleicht wäre die Meldung bei einer der privaten UFO-Organisationen am Sinnvollsten, die ich auf dieser Internetseite 2013 einmal zusammenstellte …

Euer Jäger des Phantastischen

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Exorzismus in Deutschland: Angebliche Teufelsaustreibung in einem Frankfurter Hotel endet tödlich! Und weshalb “STAR WARS” direkt zum Satan führt …

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Exorzismus in einem Frankfurter Hotel endet mit dem Tod (Grafik: L. A. Fischinger)
Angeblicher Exorzismus in einem Frankfurter Hotel endet mit dem Tod (Grafik: L. A. Fischinger)

Die Welt steckt voller Dämonen, teuflischer Gesellen und der Satan persönlich ist eine ständige Gefahr für die Menschheit. Das hilft nur ein Exorzismus! Das ist keine Glaubenslehre irgendwelcher “obskuren Kulte” in Afrika oder anderswo, sondern die offizielle Lehre der katholischen Kirche. Um dem Treiben des Teufels Einhalt zu gebieten hat der Vatikan dafür auch eigene Exorzisten. Nun aber ist ein Fall aus Frankfurt a. M. bekannt geworden, bei dem scheinbar eine Familie selber Exorzist spielte und eine “vom Teufel besessene” Frau zu Tode folterten.

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Fischinger Online Mystery-Kanal bei YouTube abonnierenVon Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

“Der Satan ist an allem schuld!” – so heißt ein Kapitel in meinem aktuellen analytischen  Prä-Astronautik-Buch “Rebellion der Astronautenwächter“. Doch Satan, Luzifer, Beelzebub etc. ist in meinen Augen jemand ganz anders als ein “Höllenfürst aus der Unterwelt” …

Dennoch ist die offizielle Lehre der katholischen Kirche davon überzeugt, dass es Menschen gibt, die von Dämonen oder gleich dem Teufel selber besessen sind. Aus diesem Grund hat die Kirche eine “Armee” eigener Exorzisten, die gegen diese teuflischen Machenschaften auf Erden kämpfen. Doch diese kirchlichen Exorzisten sind machtlos, wenn Gläubige quasi in “Heimarbeit” selber einen Exorzismus durchführen. Der auch mit dem Tod enden kann … und das kommt immer wieder vor.

Derartige Berichte tauchen immer mal als kleine Randnotizen in den Medien auf und geschehen dabei (meist) in fernen Ländern. Oder bei religiösen Fundamentalisten, wie es beispielsweise ein Fall aus Texas, USA, im Frühjahr 2015 zeigte.

Doch nun ereignete sich eine solche Tragödie erneut bei uns in Deutschland: Ein angeblicher Exorzismus-Fall in einem Hotel in Frankfurt am Main, der mit dem Tod der “Besessenen” und einem verletzten zweiten Opfer endete.

Zu Tode gefoltert

Was war gesehenen?

In einem Hotel in Frankfurt am Main hat die Polizei den Medienberichten nach die Leiche einer 41 Jahre alten Frau gefunden, die offenkundig über Stunden zu Tode gequält wurde. Geschehen oder Angefangen seien die Folterungen der Frau bereits am letzten Samstag (5. Dezember). Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat daraufhin fünf Personen festgenommen, die an der Verstorbenen quasi einen “familiären “Exorzismus” durchgeführt haben sollen. Denn alle Tatbeteiligten sind Familienangehörige der Toten – einer ihr 15 Jahre junger Sohn.

Der Autor Erich von Däniken soll von Satan manipuliert werden (Bild: S. Ampssler / L. A. fikschinger
Der Autor Erich von Däniken soll von Satan manipuliert werden (Bild: S. Ampssler / L. A. Fischinger

Die Familie kam vor nicht einmal zwei Monaten aus Südkorea nach Deutschland. Und brachten scheinbar einen fanatischen Glauben an Dämonen und den Teufel mit nach Frankfurt. Die Verstorbene wurde von ihrer Familie geknebelt und immer wieder mit Schlägen gegen Brust und Bauch bis zum Tode gefoltert. Sogar einen Kleiderbügel habe man ihr in den Rachen gesteckt.

Erst nach dem Tod der angeblich Besessenen riefen die Angehörigen einen katholischen Priester ins Hotel, der daraufhin Alarm schlug. “Ersticken infolge massiver Brustkorbkompression und Gewalteinwirkung auf den Hals” sei nach der Staatsanwalt die Todesursache. Zudem war die Leiche übersät mit zahllosen Blutergüssen und Hämatomen gewesen. Weiter zitiert zum Beispiel “Die Welt” am 9. Dezember die Behörden mit den Worten:

“Nach derzeitigem Kenntnisstand fügten die Beschuldigten dem Opfer über einen Zeitraum von mindestens zwei Stunden Schmerzen und Qualen zu, wobei ihr Handeln von einer gefühllosen und unbarmherzigen Gesinnung getragen war (…)”

Oberstaatsanwältin Nadja Niesen sieht hier eine außergewöhnliche und zugleich grausamen Tat. “So etwas habe ich noch nicht erlebt”, so zitiert die “Frankfurter Allgemeine” am 9. Dezember die Staatsanwältin.

Stundenlange Folterungen und ein zweiten Exorzismus der Familie?

Im Verhör der Polizei gestand die teuflische Familie schließlich noch am 5. Dezember, dass in ihrem Haus in Sulzbach ein weiteres Opfer sei. Hier entdeckten die Ermittler in der Garage des Hauses eine schwer verletzte und fast verdurste Frau, die in Frischhaltefolie eingewickelt und stark unterkühlt war. Aber zum Glück lebte. Auch ein Opfer eines derartigen Exorzismus?

Nach einem anderen Medienbericht lebte die Familie sehr zurück gezogen in Sulzbach und auch nur kurzzeitig. Die Koreaner hätten den Nachbarn auch immer wieder davon erzählt, dass in dem Haus Geister leben würden. So heißt es dazu:

Die Koreaner lebten in dem Haus in Sulzbach offenbar sehr zurückgezogen. Die Rollläden waren nach Angaben der Nachbarn so gut wie immer heruntergelassen, alle Bewohner hätten jeden Vormittag gemeinsam das Haus in Richtung S-Bahn verlassen. Anfangs, als noch viele Männer mit in dem von einem Hofheimer vermieteten Haus gewohnt hätten, sei nachts stundenlang Gekreische aus dem Keller zu hören gewesen.

Papst Benedikt XVI. und Lars A. Fischinger - Angeblich ist der Papst der Satan in Person (Bild: Archiv L.A. Fischinger)
Papst Benedikt XVI. und Lars A. Fischinger – Angeblich ist er Satan in Person (Bild: Archiv L.A. Fischinger)

Was mag dort Grausiges geschehen sein? Zogen die Koreaner vor kurzem versehentlich in ein “Spukhaus” und machten die beiden Opfer dafür verantwortlich? Hat die Familie im religiösen Wahn dann selber versucht, den beiden Frauen den vermeintlichen “Teufel auszutreiben”? Eine Meldung vom Januar 2014 auf diesem BLOG ist dazu vielleicht noch in Erinnerung. Darin hieß es, dass im November 2011 eine Familie in den USA ein Haus bezog, in dem angeblich über 200 Dämonen hausen sollen. Ein wahres Horrorhaus nach den Berichten damals.

Der Vatikan hat seine eigenen Exorzisten und ebenso strenge Regeln was einen Exorzismus angeht. So was macht man mal nicht nebenbei im Kreise der Familie. Eigentlich, egal für wie gläubig oder “fromm” man sich auch selber halten mag. Ich vermute, dass die Koreaner Christen sind, da sie nach der Tat im Hotel am vergangenen Samstag auch einen katholischen Pfarrer riefen. Da war es leider schon zu spät für eines der Opfer.

Nach den Lehren der Kirche bedarf es einer gründlichen Prüfung des Falles bevor ein Exorzismus durchgeführt werden kann oder soll. Auch einer medizinischen Untersuchung geht dem voran. Und eine solche “Teufelsaustreibung” muss daraufhin erst noch von dem verantwortlichen Bischof persönlich genehmigt werden. Diese Erlaubnis für einen Exorzismus gilt dabei auch nicht für jedermann, sondern für einen Priester/Exorzisten der Kirche selber.

Der Beelzebub boomt in Polen

Star Wars Episode VII von J.J. Abrams und Disney - Was kommt da auf uns zu?
VIDEO: “STAR WARS – Episode VII” von J.J. Abrams und Disney – Was kommt da auf uns zu? (Bild: L. A. Fischinger)

Im katholischen Polen beispielsweise arbeiten 130 Exorzisten. Der Teufel boomt dort. So können dort beispielsweise seit 2012 die Gläubigen das Magazin “Egzorcysta” (Der Exorzist) kaufen, und sich darin über den Kampf gegen Luzifer informieren. Monatlich werden davon 40.000 Exemplare gedruckt – angefangen mit 15.000 im Jahr 2012.

Besonders übel beim Teufels-Boom in Polen ist eine Nachricht für alle Fans von “STAR WARS” inkl. mir selber natürlich: Die Diözese Warschau-Praga hat einen Fragenkatalog verteilt, anhand dessen man überprüfen kann, ob man nicht vom Teufel besessen oder verführt ist. 60 Fragen enthält der Bogen. Und wer “böse Filme” wie eben “STAR WARS” oder auch “Indiana Jones” schaut, könnte dem Satan verfallen.

“Hello Kitty” ist nach diesen “analytischen Fragen” übrigens kein Teufelswerk …

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1200 Waffen und 2 Tonnen Munition gebunkert: US-Waffennarr hielt sich für einen Alien-Mensch-Hybride, Geheimagenten und Retter der Welt- jetzt ist er tot

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Waffennarr in den USA dachte er sei ein halber Alien (Bild: L.A. Fischinger / public domain)
Waffennarr in den USA dachte er sei ein halber Alien (Bild: L.A. Fischinger / public domain)

Die Science-Fiction-Filme “Men in Black” haben es quasi vorgemacht: in Los Angeles in den USA wurde die Leiche eines Waffenverrückten gefunden, der sich laut US-Medienberichten für einen Undercover-Agenten von FBI und CIA hielt. Er soll sich für eine Mischung aus Mensch und Alien angesehen haben und müsse die Menschheit beschützen. Dazu hatte der angebliche Alien-Mensch-Hybride ein gigantisches Waffenarsenal, Munition, Ausrüstung und Geld gebunkert … von Pfeil und Bogen bis Maschinengewehren. Die Behörden rätseln noch immer über den Mann.

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Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Es ist mit Sicherheit in der UFO-Szene kein Geheimnis, dass vor allem beim Thema der sogenannten “UFO-Entführungen” durch mutmaßliche Aliens auch von Hybrid-Wesen gesprochen wird. Wesen, die halb Außerirdischer und halb Mensch sein sollen. Das sogar irgendwie das Militär (vornehmlich aus den USA) und andere dunkle Gesellen der Erde hierbei mitwirken sollen, ist ebenso keine Neuigkeit in der UFO-Forschung.

Doch in Los Angeles in den USA nahm ein Mann dieses Mystery-Szenario mehr als ernst. In verschiedenen Zeitungsberichten aus den USA wird darüber berichtet, dass in einem abgestellten Auto die Leiche eines Mannes gefunden wurde, der allgemein als “Bob” bekannt war. “Verrückte Sachen”, so zum Beispiel die “Los Angeles Times” am 1. Juli 2015, habe dieser “Bob” immer erzählt. Nicht nur, dass er im Geheimen für die Regierung, das FBI und CIA gearbeitet haben soll, sondern auch, dass er auch ein halber Alien sei. Seine Geheimmission: Nicht weniger als die Rettung der Welt.

“Bob”, die Aliens und die Rettung der Menschheit

“Bob Smith” nannte sich der angebliche Hybride selber und galt als etwas verschroben. Bei ihm im Haus fand das Los Angeles Police Departement bei der Durchsuchung nach seinem Tod über 1200 Schusswaffen und an die zwei Tonnen von Munition. “Wir denken nicht, dass diese Waffen legal sind”, sagte David Craig von der Polizei Los Angeles. Noch im Jahre 2011, so Sgt. Craig weiter, habe es keinerlei Anzeichen für ein Waffenlager bei “Bob Smith” gegeben.

UFO-Entführungen, die Aliens und die Army: stecken die USA und geheime Experimente in Wahrheit dahinter?
VIDEO: UFO-Entführungen, die Aliens und die Army: stecken die USA dahinter? (Bild: L.A. Fischinger / public domain)

Ein sonderbarer Alien-Mensch-Hybrid. Nach Angaben der Nachbarn war der Mann durchaus sympathisch, wollte aber lieber alleine sein und nicht gerne gestört werden. Auch seinen wahren Namen wollte er nie preisgeben, da er sich fürchtetet enttarnt zu werden. Auch Selbstverteidigungs-Techniken wollte “Bob” den Nachbarn beibringen. “Er erzählte den Leuten, dass er in nächtlichen Missionen nach Catalina schwimmt”, wird in der “Los Angeles Times” ein Nachbar zitiert. Damit ist die Insel Santa Catalina vor der Küste von Los Angeles gemeint, die immerhin mindestens rd. 35 Kilometer vom Festland entfernt liegt (nach Google Earth).

Capt. William Hayes von der Los Angeles Polizei vermutet, dass das Waffenarsenal des Mannes 500.000 bis 1 Millionen Dollar wert sei. Auch berichtete die “Los Angeles Times” später, dass der Tote wahrscheinlich Jeffrey Alan Lash ist. Für die Regierung habe er aber nie gearbeitet und scheinbar auch nicht mit den Waffen gehandelt. “Er war entweder dabei einen Weltuntergang überleben zu wollen, ein Waffensammler oder beides”, so Capt. Hayes.

Angehörige von Lash gaben zu Protokoll, dass er sich immer mehr zurückzog und auch der Kontakt mit ihm auf ein Minimum schrumpfte. Ein Eigenbrötler, der nicht nur “eines der größten (Waffenarsenale) das ich je sah” hortete, wie es der L.A.-Polizist Andrew Smith der “Daily News” sagte. Unklar ist aber, woher genau er überhaupt das Geld für diese Sammlung hatte. Immerhin wurden neben seiner “Ausrüstung” auch 230.000 Dollar in bar bei der Hausdurchsuchung am  17. Juli gefunden. Mehr noch: Die Beamten stellten einen Toyota SUV sicher, der scheinbar für Fahrten unter Wasser bzw. als Amphibien-Wagen umgebaut wurde. Ebenso seien insgesamt 14 Fahrzeuge auf seinen Namen registriert gewesen. Die “Daily News” zitierte am 23. Juli den Anwalt Harland Brown mit den Worten:

Die Geschichte selbst klingt total verrückt, aber wie erklären sie sich dann das alles?Es gibt keine Beweise dafür, dass er ein Drogendealer war , diese Waffen gestohlen hat, eine Einnahmequelle durch Straftaten hatte, das es Diebesgut ist und alle diese Dinge, nach denen sie suchen.

Der Weltuntergang und Jesus kommen am 24. September 2015 - und die Skeptiker werden vernichtet! (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei / WikiCommons)
Der nächste Weltuntergang soll um/am 24. September 2015 kommen! (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei / WikiCommons)

Laura VadBunker sagte aus, dass “Bob” nach eigenen Angaben nicht wirklich von der Erde stamme. Er selber habe geglaubt, dass er ein Außerirdischer sei, der “zur Erde geschickt wurde, um uns zu beschützen”. Das habe Laura VadBunker von ihrer Tochter Dawn VadBunker erfahren, die mit Jeffers Lash in engen Kontakt stand. “Ich kann das nicht glauben”, so Laura VadBunker zu “KTLA 5”, “es ist wie in einem Twilight Zone Film und wir leben in einer Hölle”.

Scheinbar war der Verstorbene tatsächlich einer der in den USA bekannten “Preppers”. Einer Gemeinschaft, die sich für den “Tag X” vorbereitet und über die es sogar eine 50teilige Doku-Serie auf dem “National Geographic Channel” gibt. Vorbereitet wollen sie auf alles sein – seien es eine “nur” Naturkatastrophe, einen Finanzkollaps oder gleich der Weltuntergang. Lash als eine Art “kosmischer Held” mit angeblichen Geheimdienstverbindungen wollte offenbar ebenso den “Tag X” überleben …

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Familiengrab von Jesus inkl. Frau und Sohn wissenschaftlich belegt? Das “Jesus-Grab” von Talpiot und die Jäger der Gebeine Jesu (Artikel)

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Streit um das angebliche Grab Jesus in Jerusalem (Bild: L.A. Fischinger & gemeinfrei)
Streit um das angebliche Grab Jesus in Jerusalem (Bild: L.A. Fischinger & gemeinfrei)

Ist das Grab Jesu in Jerusalem nur ein “Schwindel der Christen”? Immer wieder berichten die Medien, dass Jesus in Wahrheit in einem Familiengrab in der heiligen Stadt beigesetzt wurde, und diese letzte Ruhestätte unlängst gefunden wurde. Zu Ostern 2015 haben nun auch verschiedene Medien das Thema erneut aufgenommen, da laut Presseberichten neue Untersuchungen am berühmten “Familiengrab Jesus” von Talpiot neue Fakten liefern sollen. Ist also Jesus ganz woanders und vollkommen menschlich mit seiner Familie inkl. Kind bestattet worden? Dazu ein Artikel.

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Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Am 4. April 2015 berichte zum Beispiel die “Jerusalem Post“, dass der Geologe Dr. Ary Shimron durch 150 Analysen neue Belege liefern würde, dass das legendäre “Familiengrab von Jesus” in Talpiot in Jerusalem das wahre Grab Jesus sein könnte. Die Untersuchungen der Ossuare (kleine “Sarkophage” aus Stein zur Aufbewahrung der Knochen) führen Dr. Shimron und den Journalisten Simha Jacobovici zu dem Schluss, dass hier der wahre Jesus beerdigt wurde. Auch sein Sohn Judas und seine Frau Maria sollen im Talpiot-Grab bestattet worden sein.

Der Streit darüber, dass Jesus in Wahrheit nicht in der Grabeskirche in Jerusalem (s. Titelbild & Bild unten links) beerdigt wurde sondern in Talpiot, hält also weiter an. Gehen wir also der ganzen Story einmal genauer nach:

Das Jesus-Grab von Talpiot und die Jäger der Gebeine Jesus

Die Person Jesus erregt seit nunmehr 2000 Jahren die Gemüter der Menschen. Die einen sehen hier den Mensch gewordenen Sohn des einzigen Gottes, die anderen einen einfachen Propheten, der sich durch seine revolutionären Ansichten von der Vielzahl anderer Prediger unterscheidet. Wieder andere sind sogar der Auffassung, dass es diesen Jesus niemals tatsächlich gegeben hat. Und eine Reihe von Esoteriker und Grenzwissenschaftlern sehen in Jesus einen „Erleuchteten“, einen “aufgestiegenen Meister“ oder sogar einen Außerirdischen.

Dennoch sind das Leben und die Taten Jesus bis auf den heutigen Tag immer wieder Grund genug für hitzige Debatten. Eine ganze Reihe von Veröffentlichungen vertritt beispielsweise die These, dass Jesus seine Kreuzigung überlebt habe. Er soll sogar nach Kaschmir (Indien) gezogen sein, wo er angeblich bereits zuvor lebte und lernte. Hin und wieder ziehen die Befürworter solcher Ideen auch das berühmte Grabtuch von Turin heran, um anhand dieses seltsamen Reliktes nachzuweisen, dass Jesus nicht am Kreuz gestorben ist.

Doch die Pilger von Jerusalem haben ein festes Ziel in ihrem Programm: Das (leere) Grab Jesus Christus in der Grabeskirche, die auch “Kirche vom heiligen Grab“ oder “Auferstehungskirche“ genannt wird. Sie steht in der Jerusalemer Altstadt und soll den Ort markieren, wo Jesus gekreuzigt und begraben wurde. Flavia Lulia Helena (250 bis 330) fand nach der Tradition dort die heiligen Stätten und ihr berühmter Sohn Kaiser Flavius Valerius Konstantin (272 bis 285) weihte am 13. September 326 die erste Grabeskirche an diesem Ort ein.

Das Jesus-Grab: Nur eine große Lüge des Christentums – aufgedeckt von Hollywood?

Lars A. Fischinger in der Grabeskirche vor dem Grab Jesu: Alles ein Fake? (Bild: L.A. Fischinger)
Lars A. Fischinger in der Grabeskirche vor dem Grab Jesu: Alles ein Fake? (Bild: L.A. Fischinger)

Doch irren Millionen Jerusalem-Pilger, die das Grab Christus dort besuchen? Ist das leere Grab, in dem auch die Päpste zu beten pflegen, nur ein Schwindel-Heiligtum (Bild rechts)?

Im Jahre 2007 wurde das Thema „Jesus-Grab“ wieder weltweit up to date. Damals kam die Dokumentation „The lost Tomb of Jesus“ aus den USA und Kanada von Simcha Jacobovici und Graeme Ball in das Fernsehen. Genau jener Filmmacher und Journalist Jacobovici, der nun nach dem Bericht der „Jerusalem Post“ vom 4. April 2015 erneut an den mutmaßlichen Enthüllungen beteiligt ist. Karfreitag 2007 sendetet auch „Pro 7“ in Deutschland „Das Jesus-Grab“. Produzent war kein geringerer als Oskar-Preisträger James Cameron, Regisseur und Drehbuchautor von Klassikern wie „Titanic“, „Rambo II“, „Terminator“, „Alien“ oder auch „Avatar“.

Der Inhalt von „The lost Tomb of Jesus“ war scheinbar eine archäologische Weltsensation ungeahnten Ausmaßes. Sagte die Dokumentation doch nichts anderes, als dass das leere Grab Jesu in der Grabeskirche von Jerusalem ein Fake sei und schon 1980 das „wahre Grab der Familie Jesus“ in Talpiot, einem Teil von Jerusalem, gefunden wurde. Mehr noch, anhand von in diesem Grab gefundenen Knochenkisten (die Mini-Steinsärge) und deren Beschriftungen soll hier nicht nur Jesus begraben worden sein, sondern auch seine Frau Maria Magdalena und sein Kind.

Die hitzig diskutierte Dokumentation nun sagte vor einigen Jahren, dass die zehn gefundenen Knochenkisten aus der Zeit um 30 vor bis 70 nach Christus stammen. Sechs der Ossuare sollen Namen tragen, die eindeutig belegen würden, dass hier das Grab der Familie Jesu gefunden wurde. Zum Beispiel die Inschriften „Yeshuah bar Yosef“ („Jesus, Sohn des Joseph“) oder „Yehuda bar Yeshua“ („Juda, Sohn des Jesus“). Letztlich soll auch die Gemahlin von Jesus dort bestattet worden sein.

Das klingt nach einer Sensation. Jesus wäre demnach nicht auferstanden, wie es die vier Evangelien schildern und so den Grundstock des Christentums bilden, sondern er wurde ganz ordinär begraben. So, wie jeder anderer Jerusalemer Jude auch. Mehr noch, denn die Untersuchungen im Grab von Talpiot würden weiter belegen, dass der Rabbi Jesus eben tatsächlich mit der legendären Maria von Magdala verheiratet war und diese einen gemeinsamen Sohn mit den Namen Juda(s) hatten. Eben das, was seit Jahrhunderten als christliches Gerücht kursiert und ab 2003 durch den Bestseller „The Da Vinci Code“ (dt. „Sakrileg“, 2004) von Dan Brown weltberühmt wurde. Ein Frevel, der natürlich heftige Reaktionen der Kirche bzw. der Gläubigen nach sich zog.

Das Talpiot-Grab: Was steckt dahinter?

Ich flog bereits Anfang 2009 nach Jerusalem, um vor Ort mehr über die seltsame Geschichte zu erfahren. Jerusalem hat fast 800.000 Einwohner und ist für Juden, Christen und Muslime eine heilige Stadt; eine uralte Pilger-Stadt. Die weltberühmte Kirche mit dem – nach Dr. Shimron, Cameron & Co. falschen – Grab Jesus wird von verschiedenen Kirchen verwaltet. Was häufig für Streitereien führt, da jede Kirche ihre festen Bereiche hat. Und letztlich hat sogar eine muslimische Familie den Schlüssel der Grabeskirche.

Sämtliche Kirchenvertreter, seien es Anhänger der griechisch-orthodoxen, der römisch-katholischen oder der armenischen Kirche und ebenso die internationalen Pilger, die ich vor Ort nach dem angeblich „echten Grab Jesu“ in Talpiot fragte, waren entsetzt über die These von 2007. Ausnahmslos keiner sah einen Grund, warum das leere Grab der Grabeskirche, der 14. Station des Kreuzweges, ein Irrtum oder Sogar eine Lüge der Kirche sein soll. Niemand konnte sich mit den archäologischen Thesen der Dokumentation von Simcha Jacobovici und Graeme Ball anfreunden. „Glaube macht blind“, sagt man. Auch in diesem Fall der rätselhaften, archäologischen Sensation?

Grablegung Christi. Fresko von Giotto di Bondone in der Capella di Scrovegni in Padua (Bild: gemeinfrei)
Grablegung Christi. Fresko von Giotto di Bondone in der Capella di Scrovegni in Padua (Bild: gemeinfrei)

Die Kirchen-Community war angesichts der Dokumentation in Aufruhr. „Der Heiland würde im Grab rotieren“ titelte zum Beispiel „Spiegel online“ damals. Und auch zu Ostern 2015 nahm sich beispielsweise „Focus Online“ am 7. April in einem Beitrag des Themas erneut an.
Doch die Dokumentationen und die Entdeckungen scheinen nichts weiter als Taschenspielertricks zu sein. Die vorlegten „Beweise“ für das Grab Jesu sind einfach zu mager bis falsch. Schlagzeilen und Einschaltquote standen im Vordergrund und es wurde übersehen, dass schon 1996 die BBC in „The Body in Question“ die Thesen verbreitete. So Bibelexperte Prof. Jürgen Zangenberg, Universität Leiden, Niederlande. Doch da Filmlegende James Cameron hinter der neuen Dokumentation stand, denke ich, dass hier der mediale Erfolg vorprogrammiert war. Auch wenn Cameron auf der Pressekonferenz zum Film in New York am 26. Februar 2007 von klaren „Beweisen“ sprach. Und natürlich brachte der Journalist Simcha Jacobovici gleichzeitig ein Buch zum Film mit „Beweisen, welche die Geschichte verändern“ mit einem Vorwort von Cameron heraus. War hier der Mammon der Vater des Gedankens?

Zehn Knochenkisten wurden 1980 im Grab gefunden; sechs davon mit Inschriften. Dr. Joseph Gath dokumentierte am 30. März 1980, dass „neun intakt, eines zerbrochen“ seinen. Die Namen darauf, eben wie „Yeschua, Sohn des Yehosef“ – Jesus, Sohn des Joseph – waren jedoch im ersten Jahrhundert weit verbreitet. Sie waren im Heiligen Land nichts besonders unter den rund 900 bekannten Knochenkisten aus Jerusalem aus der fraglichen Zeit. Trickreich wurde in der Dokumentation dann die griechische (nicht aramäische) Inschrift „Mara von Mariamene“ als Maria Magdalene dargestellt. Angeblich beweise das, dass sie die Frau Jesus war und hier bestattet wurde. Dan Brown lässt grüßen. Das die Legende aber sagt, dass Maria Magdalene nach dem Tode Jesus in Südfrankreich lebte und starb wird von Cameron verschwiegen.

Eine weitere Knochenkiste wurde herbei gezaubert, die angeblich aus dem besagten Grab stammt und auf der „Jakobus, Sohn des Joseph, Bruder des Jesus“ steht. Aufgetaucht war sie 2002 über den Sammler Oded Golan aus Tel Aviv. Golan gab an, er hat die Kiste in der Jerusalemer Altstadt erworben. Diese Sensation wurde daraufhin zur Ausstellung nach Kanada gebracht und ging dabei zu Bruch. Wie kann es dann sein, dass es sich um das im Museumsarchiv in Jerusalem vermisste zehnte Ossuarium handelt, dass bereits 1980 als zerbrochen dokumentiert wurde …?

Alles nur gefälscht?

Analysen der Patina (Oxydschicht) der Kiste sollen laut Cameron beweisen, dass Oded Golan sein Fund aus dem „Jesus-Grab“ stammt. Auch das war suggestive Berichterstattung. Christopher Rollston, Johns Hopkins University, Professor für das Alte Testament, bemerkt, dass Gegenproben aus anderen Gräbern nicht sorgsam durchgeführt wurden. Die Patina beweist nur, dass der „Jakobus-Sarg“ wie hunderte andere auch aus Jerusalem stammt. Außerdem ist bekannt, dass die „fehlende“ Knochenkiste im Hof des Rockefeller Museums herum steht und keine Schrift und Verzeihung zeige. Es sah schlicht langweilig aus.

Außerdem darf man Golan so oder so nicht trauen, wie ich es auch in einem Vortrag in Bremen vor einigen Jahren darlegte: Die „Associated Press“ meldete schon am 23. Juni 2003, dass die Polizei im Hause von Golan eine große und gut ausgestattete Fälscherwerkstatt auffliegen ließ. Fertige und in Arbeit befindliche Objekte lagen überall herum. Auch ein berühmter Stein, der den umstrittenen Salomonischen Tempelbau beweisen soll, wurde von Golan gefälscht. Ebenso ist die Altertümerverwaltung Israels nach einer genauen Analyse der Inschrift sicher, dass sie gefälscht ist. Golan landete deshalb vor Gericht. Bezeichnet ist auch folgendes: Oded Golan legte zu seiner Verteidigung ein Foto vor, dass er bereits im Jahr 1976 von der Knochenkiste gemacht haben will. Das FBI konnte nach Laboruntersuchungen bestätigen, dass die Chemikalien und das Papier des Fotos aus den 1970ger Jahren stammen…doch das „Jesus-Grab“ von Talpiot wurde erst 1980 gefunden.

Wieso sein „Beweis“ in Camerons Dokumentation vorgeführt wird, ist ein Rätsel. Diese Informationen über Golan waren durch Presse und Fernsehen seit Jahren international bekannt. Und was sagte ein Antiquitätenhändler in Jerusalem, der Knochenkisten im Angebot hat (für etwa 3000 Dollar kann man diese erwerben)? Die Anwälte Golans boten 30.000 Dollar, wenn er vor Gericht für Golan aussagt und bestätigt, dass die Inschrift echt ist. Damit aber nicht genug, denn das Ergebnis der Untersuchungskommission von 2003, das hier ein Schwindel vorliegen würde, wurde im Jahr 2012 wieder revidiert …

Wo ist Jesus, wo die Beweise und wo seine DNA?

Modell des 2. Tempels von Jerusalem (Bild: gemeinfrei)
Modell des 2. Tempels von Jerusalem (Bild: gemeinfrei)

Auch die Frage, wieso Jesus in Jerusalem mit seiner Familie beerdigt wurde, ließ Cameron geschickt offen. „Jesus von Nazareth“ nannte man ihn, den angeblich „mehr als 500 Brüder“ nach seiner Auferstehung sahen (Kor. 15,3). Jesus Stiefvater Josef selbst war ein bescheidener Handwerker aus Nazareth und starb wohl recht früh. Damals war Jesus wahrscheinlich erst 12 Jahre jung. Wie kann ein solcher Mann aus der Provinz ein Familiengrab der Oberschicht in Jerusalem besitzen? Und weiß nicht Bibel, dass Josef von Arimathäa dem Gekreuzigten sein eigenes Grab nahe der Hinrichtungsstätte Golgatha stiftete (Mt. 27,57-60). Vier Kilometer von der Vielzahl der Gräber in Talpiot entfernt. Jesus opferte im Tempel von Jerusalem (Bild rechts) laut dem Neuen Testament bei seinem Besuch einst auch eine Taube (Lk. 2,24), obwohl die jüdischen Gesetze fordern, man solle ein Schaf opfern. Aber auch nur dann, wenn der Gläubige dafür das nötige Kleingeld hat (Lev. 12,8). Ist auch das ein deutlicher Hinweis auf die Armut und bescheidene Herkunft von Jesu von Nazareth?!

Den Todesstoß der Weltsensation der Archäologie gaben damals die in der Sendung beteiligten Wissenschaftler selber. Deren Aussagen seine aus dem Zusammenhang gerissen oder suggestiv verwendet worden, stellten sie später richtig. Umfangreich nachzulesen zum Beispiel im Internet bei „Scientific American“ bereits am 2. März 2007. Was jedoch kaum einer mitbekam, so dass der Mythos bis heute weiter lebt. Das zeigen die aktuellen Berichte rund um die chemischen Untersuchungen von Dr. Ary Shimron.

Viele Jahre wurde von den Kritikern bemängelt, dass Kontrollproben aus anderen Gräbern oder von anderen Knochenkisten des ersten Jahrhunderts nach Christus fehlen oder schlampig durchgeführt wurden. Eben das will Dr. Shimron nun getan haben. Er ist nun sicher, dass webewiesen kann, dass die beschriebenen Ossuare tatsächlich alle aus dem Talpiot-Grab stammen. Rund 200 chemische Tests der Patina von 25 verschiedenen Knochensärgen seien nun durchgeführt worden, so die „Jerusalem Post“, und es sei sicher, dass die Debatte in der „christlichen Community“ eingeheizt werden wird. Dr. Shimron und Jacobovici betonen aber auch, dass ihre Arbeit „reine Wissenschaft und keine Theologie“ sei.
James Tabor von der Universität von North Carolina meinte, dass die Suche nach dem Grab Jeus wissenschaftlich genauso ablaufen würde, wie die Suche nach jedem anderen Grab. „Aber wenn man die Knochen von Jesus in einem Grab findet“, so Tabor, „dann ist er nicht von den Toten auferstanden“. Das wäre aber nicht unbedingt eine Bedrohung für das Christentum, da „viele moderne Christen die Auferstehung als spirituell und nicht historisches und wissenschaftliches Ereignis“ ansehen würden. Ob er damit richtig liegt, sei einmal dahingestellt. Jacobovici wird sogar mit den Worten zitiert:

Aber hier ist etwas, das theologisch die Christen stören wird. Viele Menschen glauben, dass Jesus spirituell in den Himmel aufstieg. Aber viele andere glauben, er stand auf, verließ das Grab, und sieg körperlich auf. Aber jetzt gibt es einen Knochenkasten hier mit seinem Grab. Das ist nicht gut.”

Die Bekanntgabe der neuen Untersuchungen am angeblichen Jesus-Grab – passend zur Osterzeit! – sorgte auch im Internet für Wirbel. So zum Beispiel hat allein die Meldung der „Jerusalem Post“ fast 600 Kommentare. Diese reichen von „wo sind die Fakten der Analysen“ über „Jesus offizielles Grab ist ein Fake“ bis zu „wo ist die DNA von Jesus?“. Dies ist so oder so ähnlich bei allen Presseberichten im Internet zu beobachten. Beim „Independent“ (9. April 2015) reihen sich ebenso hunderte Kommentare in der Diskussion einander. Doch „The Independent“ hat auch berichtigte Zweifel, solange keine wissenschaftlich nachprüfbare Veröffentlichung vorliege:

Während die Ergebnisse die Diskussion um die möglichen Überreste von Jesus neu entfachen dürften, sind sie noch lange nicht in wissenschaftlichen Kreisen akzeptiert. Der Sammler, der die Jakobus-Knochenkiste besitzt, sagte der ,Times‘, Dr. Shimrons Arbeit sei bestimmt nicht ,endgültig‘, während andere Jerusalemer Archäologen sagen, dass sie auf eine Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift („peer-reviewed Journal“) waren.

Es bleibt also spannend.

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Familien-Suizid in den USA: Angst vor einem Weltuntergang und geblendet von religiösen Fanatismus – und scheinbar durch einen “Doppelmörder Gottes”, der sich für Elija hält …

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Familien-Selbstmord in den USA: War Weltuntergang-Angst der Auslöser? (Bild: NASA/DLR / L.A. Fischinger)
Familien-Selbstmord in den USA: War religiöse Weltuntergang-Angst der Auslöser? (Bild: NASA/DLR / L.A. Fischinger)

Im Jahr 2012 kam kein Weltuntergang. Davor auch nicht. Dennoch gibt es auf der ganzen Welt Menschen, die aus oft sehr unterschiedlichen Gründen an eine kommende Apokalypse glauben. Ein solcher Glaube kann bis in den Selbstmord führen, wie der Suizid einer Familie von offensichtlichen Bibelfundamentalisten mit drei ihrer vier Kinder Ende September 2014 in den USA zeigt. Neue Ermittlungen ergaben nun, dass die Mutter angeblich “in love” mit einem inhaftierten Doppelmörder war, der sich selber für den Propheten Elija hält.

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Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

In Springville, im US-Bundesstaat Utah, hat die Polizei bereits am 27. September das Ehepaar Benjamin und Kristi Strack tot in ihrem Bett aufgefunden. Ebenfalls tot lagen drei ihrer insgesamt vier Kinder im Alter von 11, 12 und 14 Jahren daneben. Schnell war klar, dass hier von Selbstmord und einer Familientragödie ausgegangen werden muss. Ebenso gab es schnell Hinweise auf Verbindungen zum Bibelfundamentalismus, und Selbstmorde von Sektenmitgliedern sind natürlich in der ganzen Welt bekannt.

Unterschiedliche Medien berichten nun erneut über den Fall und neuen Ermittlungsergebnissen. Demnach handelt es sich offenbar tatsächlich um einen Gift-Selbst(mord) aus religiösen und fanatischen Motiven der Familie, sowie einer Angst von dem Weltuntergang. Die Ermittlungen brachten Papiere zutage, in denen die Mutter von der “Tötung ihrer Familie im Namen Gottes” sprach. Angeblich, so der Polizeichef J. Scott Finlayson, haben Benjamin und Kristi Strack gegen den “Teufel in der Welt” gekämpft und sahen das Ende aller Tage kommen. Finlayson gab an, dass die Familie der “drohenden Verdammnis” (impending doom) entkommen wollten.

Es gibt viele Götter und Erich von Däniken ist ihr Prophet! Über die Absurdität von UFO-Sekten und den Vorwürfen gegen die Prä-Astronautik als „Ancient Aliens Sekte“ (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei / NASA/JPL)
ARTIKEL-Tipp: Über die Absurdität von UFO-Sekten und den Vorwürfen gegen die Prä-Astronautik als „Ancient Aliens Sekte“ (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei / NASA/JPL)

Die Ermittlungen haben auch einen Briefkontakt von Kristi Strack mit Dan Lafferty ergeben, der mit seinem Bruder Ron Lafferty die Schwägerin Brenda Lafferty und ihr 15 Monate altes Baby ermordeten. Ihr eigener Bruder Allen Lafferty fand am 24. Juli 1984 seine grausam ermordete Frau Brenda auf dem Boden ihrer Küche und ihr gemeinsames Baby tot im Kinderbett. Dem kleinen Mädchen schnitt er dabei derart kräftig die Kehle durch, dass er dabei seine Nichte fast enthauptet hätte.

Dan Lafferty selber sieht sich nach einem Bericht der “Daily Mail” vom 29. Januar 2015 nicht nur als der biblische Prophet Elija sondern behauptet auch, dass Krsti Strack und er ineinander verliebt gewesen seien. Und natürlich war auch die Ermordung des kleinen Kindes Erica und seiner Schwägerin der “Wille Gottes”. Darum sei er auch unschuldig lebenslang im Knast, da Gott seinem zum Tode verurteilten Bruder Ron den Mordbefehl gegeben habe.

Diese Mordgeschichte der “Blutbrüder” Lafferty hat ihren Hintergrund im Bibelfundamentalismus der Mormonen bzw. einer fundamentalen Splittergruppe dieser und wurde in dem Buch “Mord im Auftrag Gottes. Eine Reportage über religiösen Fundamentalismus in den USA” (2003) von Jon Krakauer recherchiert. Die amerikanische Ausgabe “Under the Banner of Heaven” genau dieses Buches fand sich auch im Nachlass der Stracks. “Der Spiegel spezial” (Nr. 3/2003) schrieb über das Buch und die darin recherchierte “Form fundamentalistischen Wahns” in seinem Artikel “Du sollst töten” am 1. Oktober 2003:

Eine große Reportage über die nahezu unglaubliche Geschichte und Gegenwart einer fundamentalistischen Bewegung im Herzen des aufgeklärten Westens.

Es scheint demnach sehr wahrscheinlich, dass die insgesamt fünf Toten vom September 2014 auf das Konto eines fundamentalen Irrglauben an eine religiöse Apokalypse zurückzuführen sind. Vielleicht gepaart mit finanziellen und sozialen Problemen, die laut den Ermittlungen der Polizei die Familie in der Vergangenheit bereits hatte.

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Vor genau 20 Jahren: Die Katastrophe der “Sonnentempler”-Sekte. Massenmord und Gruppensuizid um in eine neue Welt beim Stern Sirius zu reisen.

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Die "Sonnentempler" und der Massenmord in der Schweiz vor 20 Jahren (Bild: gemeinfrei / L. A. Fischinger)
Die “Sonnentempler” und der Massenmord in der Schweiz, Frankreich und Kanada vor 20 Jahren (Bild: gemeinfrei / L. A. Fischinger/bearbeitet)

Genau 20 Jahre ist es nun her, seit dem sich die (UFO-?)Sekte der „Sonnentempler“ das Leben nahm. Ein Suizid im Zeichen des Wahns! Es war im Herbst 1994, da berichteten die Medien in aller Welt von einem Massensuizid, in dem auch Massenmord eine Rolle spielte. Mitglieder einer Sekte mit dem so friedlich klingenden Namen „Sonnentempler“hatten sich sowohl in der Schweiz als auch in Kanada gemeinschaftlich das Leben genommen. Wie kam es dazu? Was war geschehen und spielte auch der Glaube an UFOs und Außerirdische bzw. Überirdische hierbei eine Rolle? Bis heute sind die Details der Ereignisse mit insgesamt über 70 Toten ungeklärt. Eine Zusammenfassung.

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Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Der „Orden des Sonnentempels“ mit seinen Symbolen Kreuz und Rose spaltete sich einst von den durchaus bekannten „Rosenkreuzern“ ab, die im 17. Jahrhundert als Reformbewegung des Protestantismus entstanden war. Doch die 1994 die Medien beherrschenden „Sonnentempler“ hingegen haben eine völlig andere Philosophie. Eine Lehre, die letztlich in den Tod führte:

In der Nacht zum 5. Oktober 1994 verbrannten 22 Mitglieder des “Sonnentempler”-Ordens in ihren Häusern in dem Schweizer Dorf Cheiry, und gleichzeitig starben fünf Sonnentempler in Kanada. Darunter auch die Sektenführer Luc Jouret (der Hauptgründer) und Joseph di Mambro selber. Einige Stunden später wurde von der Polizei in Martigny im Wallis ein Feuer über den Rhonetal gemeldet. Der Brand wütete im Dorf Granges-sur-Salvan in einem Chalet am Berghang. Die herbeigeeilte Kripo und Feuerwehr fand auch dort Leichen: 25 Menschen, darunter fünf Kinder.

Was war hier geschehen und wer waren die Toten?

Nach den Polizeiermittlungen sind von allen Toten lediglich fünfzehn Menschen freiwillig aus dem Leben geschieden. Die anderen wurden ermordet, offenbar oder vermutlich von ranghören Mitgliedern der Sekte.(1) Folglich hatte es die Polizei hier nicht nur mit Selbstmorden sondern auch mit zahlreichen Morden zu tun. Denn: Die polizeilichen und medizinischen Untersuchungen ergaben, dass die verkohlten Leichen teilweise sowohl Einschüsse als auch Injektionsspuren von Spritzen aufwiesen(2), also eindeutige Hinweise auf ein unfreiwilliges Dahin scheiden. Die Leichen selber wurden in einer Art Kapelle entdeckt, die mit hell roten Stoffen, einem Bild von Jesus Christus und zahlreichen Wandspiegeln geschmückt war, und in dessen Mitte die Leichen in Form eines Sterns am Boden lagen.

Es waren die sterblichen Überreste einer Sekte. Aber offenkundig starben nicht alle Sonnentempler, denn am 23. Dezember 1995 wurden weiterer 16 tote Sektenmitglieder gefunden – diesmal in den französischen Ostalpen. Ermordet wurden diese Menschen wahrscheinlich bereits am 16. Dezember.(3) Die Leichen wurden in einem Waldstück oberhalb des Weilers St.-Pierre-de Chérennes bei Grenoble entdeckt, waren verbrannt und wiesen sogar Schussverletzungen auf. Die Suchtrupps, alarmiert durch den Jäger Robert Arnaud, der in der Gegend verbranntes Fleisch und Haare gerochen hatte, aber nicht die Quelle des Gestankes ausfindig machen konnte, fanden 14 der 16 toten Jünger auch hier in einer Sternenform liegend. Sie lagen verkohlt um einen erloschenen Scheiterhaufen verteilt.(4) Die bei den Leichen entdeckten zwei Gewehre und zwei Pistolen stellten sich im Nachhinein als die Dienstwaffen zweier Polizisten heraus, die wahrscheinlich ebenfalls unter den Toten waren.(5)

Auch bei dieser zweiten Tat schloss die Polizei einen gemeinschaftlichen Massenselbstmord aus: „Es könnte sich vielmehr um mehrfachen Mord und zwei oder drei Selbstmorde gehandelt haben“, sagte der zuständige Staatsanwalt damals. Da die verkohlten Leichen erneut Schusswunden zeigten und ihnen offenbar zum Teil vor der Ermordung dunkle Plastiksäcke über den Kopf gestülpt wurden, machte auch dieses Verbrehen schnell Schlagzeilen um die Weihnachtszeit. Ebenso stellte sich recht schnell heraus, dass die Sektenmitglieder offenbar alle der Meinung waren, dass der Tod nichts weiter als eine Illusion sei. eigentlich ja eine Kernlehre aller Religionen der Welt, die ihren Gläubigen die eine oder andere Form des „ewigen Lebens“ versprechen. Die „Sonnentempler“ gingen aber einen großen Schritt weiter. Sie waren der Ansicht, dass sie nur durch die gemeinschaftliche Selbsttötung einer unmittelbar bevorstehenden Apokalypse der Welt entziehen können und dadurch einen „Transit zum Sirius“ antreten werden. Bei einer landesweiten Razzia, die Mitte März 1996 durchgeführt wurde, nahm die Polizei 30 Sektenanhänger fest, um einen weiteren bevorstehenden gemeinsamen Suizid zu verhindern.(6)

Mord, Selbstmord und schlampige Ermittlungen?

Nach der für alle – von den Anwohnern der Sekten-Anwesen bis zu Sektenberatern – überraschenden Tat der zuvor als „unauffällig“ und „harmlos“ eingestuften „Sonnentempler“ begann das Rätselraten: Wollen sie freiwillig auf körperlose Art zum „Sirius“ reisen, wie es zuerst hieß? Glaubten sie, dass ihre „Seele“ nach dem Tod den Körper verlässt um irgendwo anders im Weltraum wieder geboren zu werden? Oder steckte hinter dieser Tragödie der Sekte doch ein wohl durchdachter Plan?

Vieles scheint eher für die zweite Möglichkeit zu sprechen, zumal einige der Umgekommenen klar durch Mord aus dem Leben geschieden waren. Da stellt sich natürlich umgehend die Frage, ob diese Menschen überhaupt sterben wollten. Waren es nur einige wenige, die die anderen „verirrten Seelen“ und später dann sich selbst getötet haben? Oder haben sie sich selber erschossen? Aber was war das Motiv der Mörder? Wer waren sie? Hier tappt die Polizei bis heute bei ihren Ermittlungen in Details im Dunkeln, da die Mörder und deren Opfer nicht mehr befragt werden können …

Auch Eric Bergkraut, der versucht hatte, Hintergründe und Ablauf des Dramas näher auszuleuchten, konnte in seiner Dokumentation „Die Sonnentempler – eine Reise in den Tod“ für das Schweizer Fernsehen keine neuen Details vermitteln, da seine Recherchen mehr oder weniger im Sand verlaufen waren. Doch zeigte sich bei der Fallermittlung sehr schnell, dass hier ein wahres Massaker stattfand, da einige der Leichen bis zu neun Einschüsse aufwiesen.
Der Schlussbericht der zuständigen Untersuchungsbehörde fiel entsprechend dünn aus, und zudem wurde er erst verzögert publiziert. Der Staatsanwalt aus dem Schweizer Freiburg musste herbe Kritik an sich hinnehmen, da sich mittlerweile im französischen Vercors bekanntlich während der Untersuchungen ein weiteres Drama nach ähnlichem Muster abgespielt hatte. Vielleicht hätten die Behörden – hätte man sich eingehender mit dem Drama beschäftigt – die Tat verhindern können, so lautete der Kernpunkt der öffentlichen Kritik. Besonders die französischen Behörden und Sektenforscher kritisierten die Arbeit, da die Schweiz diese Sekte nicht schon zuvor als „kriminelle Gruppe“ einschätzte und nicht einmal die Telefone überwachte.

Tatsächlich waren fast alle von den Behörden in Freiburg und im Wallis befragten Personen aus dem Umfeld des Ordens beim zweiten rituell inszenierten Mord am 23. Dezember 1995 umgekommen. Unter ihnen waren auch Patrick Vuarnet, der Sohn eines Olympiameisters von 1960, und seine Frau. Patrick Vuarnet wurde ausgiebig von Untersuchungsrichter André Piller zusammen mit den Polizeibeamten Patrick Rostand und Jean-Pierre Lardanchet vernommen und danach wieder auf freien Fuß gesetzt. Alle drei kamen am 23. Dezember 1994 bei dem neuerlichen Feuertod um. Und der Gendarm Lardanchet war mit einem Gehilfen für dies Drama verantwortlich, bei dem von insgesamt 16 Menschen auch drei Kinder waren. Alle wurden noch am Tag vor der Tragödie von Zeugen gesehen.

Eine Person entkam (obwohl sie durch Freundschaft den „Sonnentemplern“ nahe stand) dem Schicksal ihrer Geistesverwandten: der Komponist und Dirigent Michel Tabachnik, obwohl er im September 1994, also kurz vor der ersten Wahnsinnstat, an einem Treffen der Ordensführer in Avignon teilgenommen hatte. Bei der Befragung der Untersuchungsrichter soll er geweint haben, nachdem er erfahren hatte, was sein Freund Joe di Mambro und andere Mitglieder hinter seinem Rücken getan hatten.

Tabachnik war einer der weniger Informanten, die etwas Konkretes über die Sekte hätten aussagen können. Doch er – der Urheber der esoterisch inspirierten Komposition „Cosmosgonie“ – äußerte sich leider nur überaus vage. Bis heute. Aber es gab noch eine andere Zeugin: die Mutter der Geliebten di Mambros, die ihm das sogenannte heilige oder „kosmische Kind“ Emmanuelle geboren hatte. Diese Zeugin besuchte zwar Di Mambros Stiftung „Golden Way“ mehrmals, um ihre Tochter und ihre Enkelin zu sehen, jedoch ließ sie sich nicht von der Sekte vereinbaren.

Der Dokumentarfilmer Eric Bergkraut erhob den Vorwurf, dass die Untersuchungsbehörden an der Geschichte des „Sonnentempler“-Ordens überhaupt nicht interessiert seien. Er deutete an, dass Luc Jouret und Joe di Mambro die Leitung des Ordens von einem „Priester“ übernommen hätten, der dem Faschismus nahe stand. Der Abenteurer und Gesundheitsapostel Luc Jouret, geboren 1947 im damaligen Belgisch-Kongo, ließ sich nach Bergkraut in der abgespalteten fundamentalistischen Sektion der katholischen Kirche zum Priester weihen. Auch interessierte er sich schon sehr früh für Yoga, Geistheiler, Astrologie, Gurus und Geheimwissenschaften und zog Anfang der 1980er Jahre als angeblicher Heiler durch die Schweiz, Frankreich, Kanada, Belgien und Luxemburg.

Dass in der Sekte rassistische Tendenzen herrschten, wurde auch von einer früheren Anhängerin aus Frankreich bestätigt. Sie sagte aus, dass der Orden die weiße Rasse als überlegen gefeiert habe, während zum Beispiel Schwarze als „weniger entwickelte Leute“ bezeichnet wurden.

In einem in Kanada eingesetzten Werbefilm der Sekte konnte man gut die paranoiden Züge des Ordens erkennen: Sie bezeichneten sich ganz typisch für derartige Sekten als „Auserwählte“, und das im licht durchfluteten und von Kindern bevölkerten Treibhaus gezüchtete Gemüse wurde in einem geweihten, himmlischen „Javelwasser“ gewaschen. Auch im Umgang mit dem erwähntem „kosmischen Kind“ Emmanuelle zeigte sich eine übertriebene Hygieneauffassung: Die Großmutter durfte es nicht berühren.

Eric Bergkraut machte in seiner Reportage, die am 3. Oktober 1996 vom Fernsehsender „DRS“ ausgestrahlt wurde, deutlich, dass die Gruppe die Erde in ihrem heutigen Zustand für nicht mehr bewohnbar hielt. Auch sei die angebliche Unbewohnbarkeit des Planeten nicht das einzige Motiv für die Blutteten gewesen. Licht in die finanziellen Hintergründe und in die Geschäftspraktiken der Führungspersonen konnte Eric Bergkrauts Werk leider nicht bringen. Er beendete seine Reportage jedoch mit einer Sensation, in dem er sagte:

In Kanada wartet man auf Teil drei des Dramas, denn in Quebeck leben noch Anhänger, die bedauerten, beim Transit zum Sirius nicht dabei gewesen zu sein.“(7)

Recherchen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ ergaben damals jedoch auch, dass zu Lebzeiten des Sektenchefs di Mambros 20 Millionen Franken an die „Sonnentempler“ überwiesen worden sein sollen, die sich immer weiter aus der Kasse „verflüchtigten“, je näher die Jahrtausendwende und der damit verbundene Weltuntergang kam.(8)

Die Reporter des „Stern“(9) recherchierten ebenso Informationen, die den Vorwurf rechter Ideologien innerhalb der “Sonnentempler”-Sekte zu bestätigen scheinen. So berichteten sie in dem Artikel „Die Hintermänner laufen frei herum“, dass die Sekte sogar in einem ganzen Netz von konspirativen Gruppen eingebettet war. Die „Sonnentempler“ entstanden teilweise aus der Gruppe „Souveräne und militärische Orden des Tempels von Jerusalem“, Frankreich, in dem ab 1970 Mitglieder des rechtsradikalen und geheimen Bundes „Service d’Action Civique“ (SCA) einstiegen. Der Turiner Sektenexperte Professor Massimo Introvigne vermutet gegenüber dem „Stern“, dass auf diesem eine verschwörerische Gemeinschaft aus rechter Politik und Templern entstand.

Die als gefährlich einzustufende militärische Gruppe SCA hatte, so hieß es im „Stern“ weiter, nachweislich Verbindungen zu rechten Aktivisten. 1972 wurde ihnen bei Gerichtsverfahren Waffenhandel vorgeworfen, in den unter anderem auch die italienische Freimauer-Organisation „P2“ von Licio Gelli verstrickt war. Auch hatte der belgische „Sonnentempler“-Gründer Luc Jouret zwischen 1981 und 1983 regen Kontakt mit dem französischen Neonazi Julien Origas (der Gründer einer eigenen Gruppe) unterhalten. Professor Introvigne sagte, dass die Gründer der „Sonnentempler“ „lange genug mit Origas Orden assoziiert (waren), um in den Einfluss politischer Gruppen und von Geheimdiensten zu geraten“. Erst nach dem Tod Origas im Jahr 1983 wurden die „Sonnentempler“ als Orden an sich geboren. Die „Sonnentempler“ bestanden letztlich aus Polizisten, Managern, Regierungsbeamten, Bürgermeistern, Künstlern und auch Millionären. Sie hatten ihre Hände in Immobiliengeschäften, besaßen ein verschlungenes Firmenimperium und verfügten über dunkle und ungeklärte Geldquellen.

Eine Agenturmeldung vom Frühjahr 1996 scheint wiederum mehr über den Tathergang vom Oktober 1994 zu wissen. Der Fernsehsender „RTL“ meldete am 7. April 1996, dass es im Abschlussbericht der Schweizer Polizei, der Anfang April vorgelegt wurde und in dem es um die Tötungen vom Oktober 1994 ging, hieß, dass nun definitiv bei nur fünfzehn der rund 50 toten Sekten-Mitgliedern von Suizid auszugehen sei. Die restlichen Sektenmitglieder weigerten sich offensichtlich am kollektiven Selbstmord teilzunehmen und wurden definitiv ermordet.(10)

Doch bereits zwei Jahre früher bekundete der Schweizer Sektenkenner Jean-Francois Meyer Zweifel an Dokumenten, die als Abschiedsbriefe und Testamente der „Sonnentempler“ ausgegeben wurden. Die Echtheit der Unterlagen sei zwar nicht anzuzweifeln, aber alle Papiere würden auf Luc Jouret persönlich zurückgehen.(11)

Die „Sonnentempler“ sind und waren nicht allein

Das damalige Sekten-Drama vor 20 Jahren war nicht das erste Selbstmorddrama. Es wird mit Sicherheit auch nicht das letzte bleiben!

  • Ein anderes Sekten-Geschehen fand im November 1978 statt, und ist sicher das dramatischste Beispiel von kollektivem Suizid. Damals begingen 923 Mitglieder der amerikanischen „Volkstempler-Sekte“ in der Siedlung „Jonestown“ im Dschungel Guayanas in Südamerika den vermutlich größten Massenselbstmord der Geschichte.
  • Im April 1993 verbrannten beispielsweise auch mindestens 81 Menschen im Anwesen der „Davidianer“-Sekte im texanischen Waco, USA. Ihr Führer hielt sich für Jesus Christus. Es ist anzunehmen, dass die Sektenmitglieder das Feuer selbst legten, als die Polizei und das FBI das Anwesen nach 51 Tagen Belagerung stürmten. Es war für sie eine Art Endkampf gegen die Antichristen bzw. Gut gegen Böse, was auch 1978 einer der Gründe für den Massensuizid in Südamerika war.
  • Vor allem bekannte im Kreise der UFO-Szene ist auch der Massenselbstmord der UFO-Sekte „Heaven’s Gate“ im Jahr 1997. Diese Sekte um den UFO-Guru Marshall Applewhite glaubte, dass sie durch nach ihren Selbstmord in einem UFO mit Aliens wiedergeboren werden. Dieses außerirdisch-göttliche Raumschiff wäre angeblich auf dem Weg zur Erde und verstecke sich dabei im Schweif des Kometen Hale Bopp, der damals mit bloßem Auge am Himmel zu sehen war. Auch hier herrschte also eine Art „Endzeitstimmung“ der Sekte, die fast 40 Menschen den Tod brachten.

Es gibt aber auch Fälle in der Sektengeschichte, in denen ein möglicher Massenselbstmord verhindert werden konnte.

  • Eine solche von Anhängern einer Endzeitsekte auf den Philippinen geplante Aktion konnte von den Behörden in letzter Minute abgewendet werden. Ponciano Lumboy – der Führer der Sekte, die sich „Pfingstliche Internationale Christengemeinschaft“ nannte (sicherlich hat sie nichts mit der auch in Deutschland verbreiteten evangelischen Freikirche ähnlichen Namens zu tun) – konnte jedoch untertauchen und sich so dem Zugriff der Polizei entziehen. Die Anhänger der Sekte hatten sich am 31. Dezember 1995 auf einem Gelände in Isabela, das 265 Kilometer nördlich von der philippinischen Hauptstadt Manila liegt, eingeschlossen, um den kommenden Weltuntergang zu erwarten. Die Polizei berichtete damals, dass die Sektenmitglieder sogar mit Gewehren bewaffnet waren. In Anbetracht des unmittelbar bevorstehenden Weltunterganges hatten die Gläubigen der Gemeinschaft ihren gesamten Besitz verkauft und ihr Geld dem Sektenführer übergeben, wie so oft in der Geschichte des Sektierertums. Leider ist bisher kein Hinweis darauf zu finden, ob es dem Sektenführer gelungen ist, das ihm ausgehändigte Geld bei seiner Flucht mitzunehmen. Auf jeden Fall aber fand der Weltuntergang nicht statt, der Sektenführer ist fort und die ernüchterten Sektenanhänger stehen nun mittellos dar.
  • Eine ähnliche Tragödie wie die von „Heaven´s Gate“ soll Anfang Januar 1998 von der Polizei auf Teneriffa verhindert worden sein. Ab dem 9. Januar überschlugen sich dazu die Meldungen: Die Sektenführerin, die Hamburger Psychologin Dr. Heide Fittkau-Garthe, hatte laut Polizeiangaben den meist Deutschen Sektenmitgliedern das ewige Leben versprochen und die Landung eines Raumschiffes auf dem Berg Teide prophezeit. Das UFO sollte die Gruppe von 32 Männern, Frauen und Kindern nach dem Suizid durch Gift retten und – zum Stern Sirius bringen! Bereits kurz vor Weihnachten 1997 soll Heide Fittkau-Garthe vom Ende der Welt gesprochen haben. Sie glaubte an einen baldigen „Erdachsensprung“, also den bekannten Polsprung, der ohne Zweifel den Untergang der Welt nach sich ziehen würde. Fittkau-Garthe, die vor 5000 Jahren angeblich schon in Ägypten lebte und mit Gott sprach, stritt eventuelle Suizid-Absichten ihrer Sekte damals in den Medien immer ab. Zum Beispiel sagte sie zu den Vorwürfen bei „RTL Punkt 12“ am 22. Januar 1998:

Dies ist alles total absurd. Es ist für mich erstaunlich, wie erwachsene Menschen so etwas in die Presse setzten können und glauben, es könnte sogar wahr sein. Dies ist für mich so gigantisch, dass ich es gar nicht fassen kann.

Einige Tage später veröffentlichte der „Spiegel“(12) einen Brief der Sektenchefin, der sie offensichtlich schwer belastete. Dem Schreiben, dass als Fax am 8. Dezember 1997 in Deutschland bei einer Freundin im Hamburger Wohnhaus von Fittkau-Garthe einging, sind deutliche Hinweise auf einen Suizid zu entnehmen. So ist etwa unmissverständlich zu lesen:

Ich Gott, die Mutter aller lebendigen Wesen, die einzige Allmacht der Liebe für alle und alles, werde am 8. 1. 1998 um 20 h den Erdplanten verlassen und mit einem Raumschiff (keinem Flugzeug) zu meinen realen Planeten, den ich Aida meinen Himmel nenne, fliegen. Alle Menschen und alle Tiere werde ich mit mir nehmen. Sie werden alle ihren Körper verlassen, d.h. praktisch sterben.“

Scheinbar war auch hier der Sirius das Ziel der fragwürdigen Reise zu den Sternen …

Erst der Tod, dann eine Reise zu den Sternen! Steckt mehr dahinter?

Das „Sonnentempler“-Drama war also nicht das erste seiner Art, und leider sollten die beiden Wahnsinnsaktionen im Oktober 1994 und im Dezember 1995 nicht die letzten ihrer Art bleiben. Die „Sonnentempler“ bzw. einige von ihnen dachten, nach ihrem Tod würden sie zum Stern Sirius reisen. Nur durch das erleiden eines „feurigen Todes“ und der Ausführung der rituellen Tötung eines Säuglings, der als Antichrist galt, sei der körperlose Transit zum Sirius möglich. Diese grausamen und erschreckenden Informationen stammen von der kanadischen Polizei. Dafür wählten die Sektenführer Joseph di Mambro und Luc Jouret den nur drei Monate alten Christopher Emmanuelle Dutoit als Opfer aus – und trieben ihm unter anderem angeblich sogar einen Holzpfahl durch das kleine Herz des Babys! Die Eltern des Säuglings – Antonio Dutoit und Nicky Dutoit – wurden erstochen, danach das Haus abgebrannt. Nicky Dutoit wurde mit acht Messerstichen nieder gemetzelt, möglicherweise symbolisch für die für die acht Regeln des Ordens. Vier der Stiche gingen in den Hals, da die Sonnentempler glaubten, die Empfängnis erfolge durch den Hals einer Frau.(13)

Auch wenn die Fernsehnachrichten und die großen Magazine und Zeitungen nach den Dramen immer davon sprachen, dass die Mitglieder geistig zum Stern oder Sternensystem Sirius schweben wollten, um den Weltuntergang zu entgehen, so haben nähere Recherchen ergeben, dass die Gruppe offensichtlich in verschwommenen Geschäften verwickelt war. Geheimdienste, Waffengeschäfte und nicht nachvollziehbare „Hintermänner“, die nach Professor Introvigne dem Tod entkamen, sowie scheinbar einflussreiche politische Verbindungen legen auch nahe, dass die getöteten „Sonnentempler“ nicht der wirkliche und harte Kern der Sekte waren.

Und doch scheint zumindest der Gründer Luc Jouret von einem kommenden „Wassermannzeitalters“ und dem Untergang der Erde überzeugt gewesen zu sein. So schildert es Thomas Gandow in seiner Zusammenstellung „Das Geheimnis des Sonnentempels“(14) über die Lebensstation von Jouret. So etwa verbreitete Jouret bereits 1987 in Kanada zahlreiche Weltuntergangslehren. Seine Anhänger bauten deshalb einen Atomschutzbunker auf seinem Anwesen, in dem Lebensmittel und 45 Kilogramm Schweizer Schokolade gelagert wurden. Später verkam das rettende Gemäuer zum Lagerraum und Bäckerei.

Jouret gab auch den Befehl an seine Mitglieder, sie sollen sich Waffen kaufen, was die kanadischen Behörden veranlasste, die Gruppe zu überwachen. Am 30. Juni 1993 kam es dort deshalb zu einem Gerichtsverfahren. Da aber die Mitglieder abstritten, der Gruppe überhaupt noch anzugehören, wurde das Verfahren gegen Jourets Orden eingestellt, und er selber gegen 1000 Kanadische Dollar mit einem Jahr auf Bewährung freigelassen. Er reiste daraufhin umgehend in die Schweiz. Ehemalige Sektenmitglieder sagen weiter aus, dass es normal sei, dass die Mitglieder eine Austrittsbestätigung bei sich tragen, die besagt, dass man keine Beziehung mehr zu der Gruppe habe. „In Wirklichkeit“, so heißt es, gehören diese dann aber „einen hören, streng geheimen Rang“ an.(15)

Es ist bei diesem Drama so oder so mehr als schleierhaft, wer die Hintermänner der ganzen Sekte waren und ob tatsächlich alle Gurus der Sekte unter den Toten waren. Spannend ist auch die Frage, in welchem Zusammenhang Michel Tabachnik in das Geflecht der Sekte eingebunden war. Oder sogar ist? In den zweifelhaften „Glanzzeiten“ der apokalyptischen Sekten zählte diese über 500 Mitglieder bzw. Anhänger, die vor allem in Kanada, Schweiz und Frankreich zu hause waren. Insgesamt gab es bei den Dramen vor 20 Jahren 74 Tote. Wo sind die anderen Menschen? Gibt es „Splittergruppen“ der Sekte noch heute, obwohl die Gurus auch eindeutige Betrüger waren? 2001 und 2006 kam es zu Prozessen gegen Tabachnik – noch nachweisen konnte man ihm nichts. Der damalige Untersuchungsrichter André Piller sagte in einem Interview für die Sendung „Kriminalfälle – Schweizer Verbrechen im Visier“ von Felice Zenoni („SWR“ 2013) jedoch noch 2013:

Der Michel Tabachnik hat sicher gewusst und auch formuliert, dass das Endziel von deren Sekte wird eine Reise auf Sirius sein. Ein Übergang in ein anderes Leben.“

Doch inwieweit Tabachnik über Details informiert war, dass konnten die Untersuchungen eben nicht beweisen, so Piller im Interview. Wer genau den Befehl gab, dass nun der „Transit zum Sirius“ stattfinden soll, ist bis heute unklar.

Die „Sonnentempler“ eine UFO-Sekte?

Neuapokalyptische Sekten gab es immer und wird es immer geben. Ob sich gleich alle umbringen, ist natürlich fraglich. Aber was wollten eigentlich die „Sonnentempler“ unbedingt auf dem Stern Sirius? Wieso glaubten sie, dass ein „Transit zum Sirius“ stattfinde wird, und sie als „Auserwählte“ dort ein neues Leben führen würden?

Auf Sirius selber sähe das Leben der Mitglieder erst mal schlecht aus, da es ein Stern und kein Planet ist. Doch Sirius wurde von der Sekte schon von Beginn an als etwas besonders angesehen. Dabei spielte die Mythologie der Alten Ägypter eine bedeutende Roll in den Weltanschauungen der Sekte. Auch mehrfache Reisen nach Ägypten von Mitgliedern und Gurus der „Sonnentempler“ wurden unternommen. Immer auf den Spuren der kosmischen Botschaften und des Sterns Sirius. Dieser wurde einst in Ägypten vergöttlicht und stand bei der Sekte auch als Symbol des Wandels und der Erneuerung. Das bezog sich offenbar auch auf die Mythologie der Pyramidenbauer von einst im Land am Nil. Das Erscheinen des Sterns am Himmel zeigte den Alten Ägypten an, dass bald die Nilflut kommen wird. Diese war für das eigentliche Wüstenland überlebensnotwenig für die Landwirtschaft im ganzen Reich.

Zu diesem heiligen Stern wollten also die Anhänger der Sekte reisen. Freiwillig und/oder unfreiwillig durch ihren irdischen Tod. Auch wurde von den Gurus der Sekte bestimmt, wer innerhalb des Ordens zu einem „kosmischen Paar“ zusammen sein darf. Sogar Partnerschaften wurden deshalb getrennt um die Personen dem „richtigen“ Partner zuzuführen. „Kosmische Paare“ waren auch die altägyptischen Götter Osiris und seine Frau Isis, die das Kind Horus hatten. Der Stern Sirius galt als Verkörperung der Isis (Sopdet), die eben auch als Verkörperung der Wiedergeburt oder dem Kreislauf des Lebens galt. Da erscheint es zumindest verständlicher, dass die Sekte dem Irrglauben unterlag, dass sie zum Sirius reisen werden, wenn sie diese Erde verlassen. Ob tatsächlich die Mitglieder der Gruppe aber alle wussten, dass dieser „Transit zum Sirius“ durch herbeigeführten Tod stattfindet wird, ist bis heute zweifelhaft. Zumindest sind die Gurus der Sekte als große Manipulatoren bekannt, die auch vor Lug und Trug nicht scheuten. Dass ist so oder so eine Voraussetzung eines jeden Sekten-Gurus, wie es die Geschichte zeigt.

Ob und wie die „Sonnentempler“ an UFOs und Außerirdische glaubten, ist unklar. Dass es UFO-Sekten gibt, ist keine Frage. Dass sich solche UFO-Sekten auch Weltbildern der „klassischen Religionen“ und Mythen bedienen, ist ebenso klar. Ebenfalls in der Schweiz etwa tat dies deutlich auch die Sekte „Fiat Lux“, die von Aliens und UFOs gerettet werden wollte und deren Gurus angeblich Kontakte mit Jesus & Co. pflegten. Es ist bei den „Sonnentemplern“, die in ihrem Guru ebenso Jesus sahen (zumindest behauptete er, dass er es sei) und von Gotteswesen aus der Mythologie Ägyptens sprachen, nicht eindeutig. „Gotteswesen“ gleich welcher Herkunft, ob Jesus, Buddha, Satan oder Isis, gehen im Glauben vieler UFO-Sekten jedoch nahtlos in Außerirdische über. Das zeigte oben auch das Beispiel der Gruppe um Fittkau-Garthe auf Teneriffa.

 

Obwohl mein Freund und Kollege Roland M. Horn und ich in unserem 1999 publizierten Buch mit dem unzweideutigen Titel „UFO-Sekten“ auch die „Sonnentempler“ aufnahmen – ist eine klare Verbindung zu UFOs und Aliens meines Wissens nach nicht eindeutig belegt. Auch wenn etwa Isis und Jesus natürlich keine irdischen Wesen und damit natürlich „außerirdisch“ in deren Augen waren, müssen es nicht unbedingt „UFO-Piloten“ alias Aliens in dem Sinne, wie wir alle sie uns heute vorstellen, gewesen sein …

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Fußnoten

1 Berliner Zeitung vom 9. Januar 1998
2 Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 31. Oktober 1997
3 Berliner Zeitung vom 9. Januar 1998
4 Stern Nr. 2/1996
5 Westfalen-Blatt vom 27. Dezember 1995
6 Skeptiker Nr. 3/1996, S. 114
7 Neue Züricher Zeitung vom 5. Oktober 1996, S. 39
8 Der Spiegel Nr. 1/1996
9 Stern Nr. 2/1996
10 Skeptiker Nr. 3/1996, S. 114
11 Neue Züricher Zeitung vom 7. Oktober 1994
12 Heide Fittkau-Garthe: Beweise für geplanten Gruppensuizid, in: Der Spiegel Nr. 5/1998, S. 20ff.
13 Fortean Times Nr. 79 (Febr./März 1995) und Der Spiegel Nr. 1/1996
14 http://www.thur.de/religio/dialog/195/195s25.html, bezogen am 17. Oktober 1998
15 Le Soleil, Quebec, Kanada, vom 7. April 1993

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Spukhaus “Haus Fühlingen” in Köln: Investorten planen noch ab 2014 den Umbau in eine Luxus-Immobilie

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Die "Geister-Villa" Haus Fühlingen in Köln steht vor dem Umbau (Bild: Ch. Wellmann)
Die “Geister-Villa” Haus Fühlingen in Köln steht vor dem Umbau (Bild: Ch. Wellmann)

Über viele alte Gemäuer erzählen sich die Menschen unheimliche Geschichten von Geistern, Spuk und rätselhaften Phänomenen. So auch über das Geisterhaus “Villa Oppenheim” bei Fühlingen (Köln Chorweiler.), in dem es nicht nur seit Jahren spuken soll, sondern in dem nun auch 35 Luxus-Wohnungen für die gehobene Preisklasse entstehen sollen. Angeblich seien die ersten Wohnungen bereits verkauft …

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Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Auf meinem Blog habe ich bereits über die Spukvilla “Haus Fühlingen” hin und wieder berichtet (hier & hier). Zumal auch deshalb, da ich mit einigen Kollegen und einem Fernsehteam selber vor Ort war um “Geister zu jagen”. Dazu findet Ihr hier ein Video auf meinem YouTube-Kanal zum Thema und inzwischen gibt es auch das eBook “Erkundung des Hauses Fühlingen” von dem Geisterjäger Christian Wellmann (Video-Interview).

Nun berichtete Koeln.de am 22./28. Juli 2014, dass die Investoren von “Dolphin Capital Investment” bereits der Herbst 2014 für den Baubeginn der Umbauarbeiten ins Auge gefasst hätten. André Klein, Sprecher der Investoren, erklärte, das der Bauantrag kurzfristig “nach Abstimmung mit allen Behörden” eingereicht werden würde. Derzeit liegt das Gelände um die Reste des Anwesens an der Neusser Straße jedoch noch brach.

Es sollen sogar bereits einige Wohnungen verkauft worden sein, deren Preise bis zu 580.000 Euro betragen. Durch den Totalumbau mit 35 Wohnungen von 45 bis 165 Quadratmetern Größe wird nicht mehr viel von dem Spukhaus über bleiben, wie es auch die Planungen zeigen (Bild hier). “Die alten Gespenstergeschichten – sie sollen dann in Vergessenheit geraten”, so Koeln.de. In der Tat ist es ein “Pilgerort” für junge Party-Fans und auch Geisterjäger, obwohl das Anwesen unter Denkmalschutz steht und der Zutritt verboten ist.

Schon der “Kölner Stadtanzeiger” berichtete schon am 18. Juli 2014:

Immer wieder dringen Unbekannte in die Ruine ein. In verschiedenen Internetforen wird das alte Gemäuer als Spukhaus beschrieben, es zieht Menschen an, die hoffen, sich hier richtig gruseln zu können – obwohl der Zutritt offiziell verboten ist.” (hier – PDF bei “Dolphin Capital”)

Als meine Kollegen und ich mit einem TV-Team dort waren, hatten wir aber offizielle Genehmigungen usw. – wovon wir auch die Polizei überzeugen mussten, wie Ihr am Ende dieses Videos von vor Ort seht.

Ob tatsächlich die “Grusel-Geschichten” um das Haus Fühlingen durch einen geplanten Totalumbau verschwinden, sei aber einmal dahingestellt …

Ich danke Euch – Euer
Fischinger-Online
(Geschäfts-eMail: FischingerOnline@gmail.com)

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Zum Thema

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UFO-Alarm über Österreich: „Sie haben nichts gesehen und stellen Sie bitte keine weiteren Fragen mehr!“

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UFO-Alarm über Österreich (Bild: DEGFUO.at / Kollektiv.org / WikiCommons / L. A. Fischinger)
UFO-Alarm über Österreich (Bild: DEGFUO.at / Kollektiv.org / WikiCommons / L. A. Fischinger)

“Stellen Sie sich vor”, schreibt die österreichische Regionalstelle der Organisation DEGUFO e.V. (“Deutschsprachige Gesellschaft für UFO-Forschung”), “Sie rufen die Polizei an, um eine seltsame Lichterscheinung am Himmel zu melden und es wird ihnen gesagt ,Sie haben nichts gesehen und stellen Sie bitte keine weiteren Fragen mehr!’. Das ist doch fernab vom ,Freund und Helfer’, wie es uns über Generationen immer wieder erklärt wurde.” Die Österreichischen UFO-Forscher der DEGUFO sind diesem “UFO-Alarm” nachgegangen.

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