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Die Cheops-Pyramide und der neu entdeckte Hohlraum: Soll hier etwas vertuscht und zensiert werden?

Die Cheops-Pyramide und der unbekannte Hohlraum: was wird hier vertuscht? (Bilder gemeinfrei & L. A. Fischinger)
Dr. Zahi Hawass vor der Cheops-Pyramide: Wir hier wirklich etwas verschwiegen? (Bilder gemeinfrei & L. A. Fischinger)

Vor bald zwei Wochen wurde öffentlich bekannt, dass ein Team von Physikern des Forschungsprojekt “Scan Pyramids” in der Pyramide des Cheops in Ägypten einen möglicherweise 30 Meter riesigen und bisher unbekannten Hohlraum entdeckt hat. Für viele Menschen eine Sensation oder zumindest eine spannende Entdeckung in der Ägyptologie, über die derzeit noch nicht viele Daten vorliegen, da weitere Untersuchungen notwendig sind. Trotzdem wird inzwischen laut davon gesprochen, dass die Ägyptologen hier etwas vertuschen, verheimlichen, zensieren oder unter den Tisch kehren wollen. Die Archäologen in Ägypten, allen voran Dr. Zahi Hawass, wären bemüht, diese Entdeckung zu verheimlichen oder zu dementieren. Welche Argumente angeführt werden, die eine solche Archäologie-Verschwörung vermuten lassen, zeigt detailliert dieser Beitrag.


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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Nach der Bekanntgabe des “Pyramid Scan” Projekt, dass durch modernste Untersuchungsmethoden ein 30 Meter riesiger Hohlraum in der Cheops-Pyramide gefunden wurde, dauerte es nur einen gefühlten Wimpernschlag, bis erste “Verschwörungs-Vermutungen” ausgesprochen wurden.

Die bisherige Faktenlage zu diesem bisher unbekannten und nicht geöffneten Hohlraum über der Großen Galerie der Pyramide habe ich in einem Blog-Beitrag bereits umfangreich vorgestellt. Das ist erst wenige Tage her und geändert an den wissenschaftlichen Befunden der Untersuchungen hat sich bis heute – nichts.

Was sich aber änderte, ist das Bild dieser Entdeckung in der Netz-Gemeinde, die sich für solche Forschungen und Funde interessiert. Also speziell der Grenzwissenschaft und der “alternativen Historiker“, oder wie man sie nennen mag. Also all jene, die offizielle Meinungen, Lehren und Aussagen der etablierten Archäologie bezweifeln, auch ohne irgendwelche Astronautengötter hinzuzuziehen. Und das sind nicht wenige.

Zensur durch die Ägyptologen?

Ein gemeinsamer Tenor nach Bekanntwerden des Fundes eines gewaltigen Hohlraumes in der Pyramide des Cheops, war in der Netzgemeinde sehr schnell zu erkennen: Ein toller Fund des “Scan Pyramid” Projekt, der unbedingt genau erforscht werden muss. Doch die Ägyptologen und/oder die verantwortlichen Behörden würden das sicher zu verhindern wissen. Allen voran natürlich der unbeliebte Dr. Zahi Hawass.

“Scan Pyramids” und das Rätsel der Cheops-Pyramide: Erste Ergebnisse der Pyramiden-Forscher sorgen für Spekulationen: “an den Pyramiden scheint etwas nicht normal”! (Bild: CNN-Sceenshot / L. A. Fischinger)
“Scan Pyramids” und das Rätsel der Cheops-Pyramide (Bild: CNN-Sceenshot / L. A. Fischinger)

So in Etwa kann man die vorherrschenden Meinungen umschreiben. Das liegt auch an den Aussagen, wie sie eben beispielsweise Zahi Hawass machte, nachdem in dem Magazin “Nature” die Ergebnisse rund um diesen großen Hohlraum veröffentlicht wurden (s. Artikel HIER).

Immerhin war Hawass alles andere als begeistert, nachdem weltweit die Medien von diesem rund 30 Meter riesigen Hohlraum berichteten. Auch wenn es eventuelle mehrere Hohlräume hintereinander sein könnten, viele Fragen noch vollkommen offen sind und bisher nicht mal die exakte Lage bestimmt werden kann, passte Hawass so einiges nicht. Natürlich auch nicht, dass die Resultate am 2. November 2017 in dem Magazin “Nature” publiziert wurden und er bzw. das zuständige Ägyptologen-Team scheinbar dazu kein OK gab.

Das ist nichts neues bei Dr. Zahi Hawass, der mit aufbrausenden Kommentaren und Aussagen immer wieder auffällt. Allerdings verbreiten sich nach und nach immer mehr Meinungen im Internet, die spekulieren, dass die Ägyptologen diese Entdeckung “unter den Tisch kehren wollen“. Für diese Vermutungen sind verschiedenste Gründe genannt worden, die an sich recht vielschichtig sind. Kurz gesagt heißt es an vielen Stellen im Netz, dass die Ägyptologen diese angebliche geheime Kammern in der Großen Pyramide zensieren und damit verschweigen wollen.

Was (wenn) vertuschen die Archäologen?

Zwei oder drei Aussagen, die eine Vertuschung des Fundes belegen sollen, sind immer wieder anzutreffen. Da wäre einmal die Tatsache, dass diese faszinierende Entdeckung nicht in den Nachrichten am Fernsehen vorgekommen sei. ARD oder ZDF hätten eigentlich berichten sollen oder sogar müssen, so heißt es zum Beispiel in Diskussionen auf einigen Facebook-Seiten.

VIDEO: “Scan Pyramids Mission”: Technologischer Großangriff bei der Suche nach "Geheimkammern" in Ägyptens Pyramiden (Bild: ScanPyramids.org / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
VIDEO: “Scan Pyramids Mission”: Technologischer Großangriff bei der Suche nach “Geheimkammern” in Ägyptens Pyramiden (Bild: ScanPyramids.org / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

Tatsächlich haben die TV-Nachrichten der “etablierten TV-Sender” meines Wissens nach am Fernsehen nicht darüber berichtet. Allerdings hat “ZDF heute” bereits am 2. November online sehr wohl darüber eine Meldung veröffentlicht. “Forscher vermuten Hohlraum in Cheops-Pyramide”, titelte “heute” und schrieb beispielsweise:

Forscher vermuten im Herzen der Cheops-Pyramide in Ägypten einen riesigen Hohlraum. Rund 4.500 Jahre lang sei die Kammer völlig unberührt geblieben, hieß es.

Über den Fund berichtet das Fachmagazin ,Nature’. Der Hohlraum habe die Größe einer Passagiermaschine mit 200 Plätzen, sagte einer der Co-Autoren, Mehdi Tajubi. Um was es sich bei dem Hohlraum genau handelt, werde noch untersucht.”

Auch die Online-Seiten von zahlreichen als “Mainstream-Medien” bezeichneten Zeitungen haben ausnahmslos alle über diesen Hohlraum berichtete. Hier eine Auswahl von deutschen und englischen Artikeln zum Thema, die sich beliebig (auch international) erweitern ließe:

Los Angeles Times” (2. November), Frankfurter Allgemein Zeitung” (6. November), “Forbes” (4. November), “Science Magazine” (2. November), “Die Welt” (2. November),FOCUS online” (8. November), “The Guardian” (2. November) “Spektrum der Wissenschaft” (6. November), “Egypt Independent” (4. November) “Süddeutsche Zeitung” (2. November), “New York Post” (2. November), “STERN” (6. November), “NBC News (7. November), “BILD” (2. November), “Bild der Wissenschaft” (2. November), “National Geographic” (2. November), “N-TV” (2. November), “Reuters” (7. November), “Wall Street Journal” (2. November), “The Times” (2. November) …

Angesichts der Flut an Berichten, Artikeln und Meldungen rund um diese vermeintliche Geheimkammer, kann wohl niemand wirklich von einer Zensur oder einer Verschwörung der Archäologie sprechen. Die Ägyptologen können diese Entdeckung überhaupt nicht “unter den Tisch kehren”, wie es beispielsweise zusammenfassend dieses kurze YouTube-Video vom 9. November 2017 behauptet.

Aber …

Verschweigt Dr. Zahi Hawass etwas?

Dr. Zahi Hawass - "Ägyptens letzter Pharao" (Bild: Montage L. A. Fischinger)
Dr. Zahi Hawass – “Ägyptens letzter Pharao” (Bild: Montage L. A. Fischinger)

Eine weitere Aussage, die die Vermutung nahe legen soll, dass in Ägypten etwas vertuscht werden soll, bezieht sich auf Dr. Zahi Hawass selber. Er war, wie ich es in diesem Artikel berichtet habe, ziemlich sauer, dass die Ergebnisse des Projektes “Scan Pyramids” quasi ohne seine und die Zustimmung des Wissenschaftlers Rates veröffentlicht wurden. Also, dass man hinter seinem Rücken damit an die Öffentlichkeit gegangen sei.

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Erst, so Hawass, hätte man die Ergebnisse mit den beteiligten Wissenschaftlern bzw. Archäologen auswerten müssen. Und so wird eine Aussage, die Zahi Hawass in diesem Zusammenhang tätigte, momentan sehr gerne als Beleg für eine Verschwörung oder Vertuschung angeführt:

Sie fanden nichts. Die Veröffentlichung bring der Ägyptologie nichts. Null.

Diese Behauptung von Hawass stammt aus der “New York Times” vom 2. November. Aber sie hat nichts mit einer Vertuschung des Fundes durch ihn zu tun, wie es der zusammenhänge Artikel in der “News York Times” zeigt. Hawass und andere Archäologen schimpfen darüber, dass es lange bekannt ist, dass die Baumeister der Pyramiden überall auch Hohlräume ließen. Dies wüsste die Archäologie schon sehr lange und sei damit auch kein Mysterium. Geheimkammern wären sie deshalb noch lange nicht.

Eben genau einen solchen Hohlraum haben die Physiker von “Scan Pyramids” um Mehdi Tayoubi vom Heritage Innovation Preservation Institute (Paris) um Kunihiro Morishima (Nagoya University, Japan) jetzt gefunden. Mehr nicht, so Hawass und andere Archäologen. Hawass streitet die Existenz des Hohlraumes überhaupt nicht ab, im Gegenteil. Er sagt ja selbst, dass es nicht verwundert, dass  solche “Räume” gefunden werden. Er sagt aber auch, dass weitere Untersuchungen notwendig wären, um hier auch nur ansatzweise von einer echten Kammer reden zu können.

Bauten die Pharaonen die Cheops-Pyramide bereits mit Eisenwerkzeugen? (Bild: L. A. Fischinger)
Streitthema: Bauten die Pharaonen die Cheops-Pyramide bereits mit Eisenwerkzeugen? (Bild: L. A. Fischinger)

Allerdings sprechen auch die Entdecker selber in ihrer Veröffentlichung nicht von einer “echten Geheimkammer” oder auch nur “Kammer”, sonder von einer “großen Lücke” oder “Leere” (“big void”). Mit der Aussagen “sie fanden nichts” meint Hawass also nicht, dass überhaupt nichts gefunden wurde und damit diese Entdeckung praktisch ein Irrtum oder Fake sei, sondern, dass das Team “nichts Besonders” fand. Folgerichtig zum jetzigen Zeitpunkt “nichts von wissenschaftlichem Wert”.

Ich persönlich sehe das allerdings anders, da ein solcher Hohlraum zumindest für die Architektur und die Bauweise der Cheops-Pyramide von Interesse sein könnte.

Warum wird nicht gebohrt?

Die dritte Aussage, die einige Interessierte an der Wahrhaftigkeit der Aussagen der Ägyptologen zweifeln lassen, ist der Umstand, dass niemand einfach mal ein Loch in diese “Kammer” bohrt und hinein sieht. Das ist mit einfachen Aufwand und einer kleinen Kamera kein Problem, argumentieren viele Menschen.

Vollkommen richtig! Von der 46 Meter langen Galerie aus, über der dieser Hohlraum oder diese Hohlräume liegen, kann man bohren und nachschauen. Ein sicheres Arbeitsgerüst wird zwar notwendig sein – immerhin ist die Galerie zwischen rund 8,50 bis 8,75  Meter hoch! –  aber daran wird es wohl kaum scheitern. Nur gibt es bei dieser grundsätzlich sehr einfachen Methode einige Probleme.

Die Forscher des Teams “Scan Pyramids”, die mittels der kosmischen Teilchen diesen Hohlraum ausfindig gemacht haben, wissen viel zu wenig über diesen Raum. Anhand ihrer bisherigen Daten können sie nicht mal exakt bestimmen, ob es eine oder mehre Kammern sind.

Die Große Galerie in der Cheops-Pyramide auf einer Aufnahme von 1910 (Bild: gemeinfrei)
Die Große Galerie in der Cheops-Pyramide auf einer Aufnahme von 1910 (Bild: gemeinfrei)

Ebenso wenig wissen die Physiker zum jetzigen Zeitpunkt, wo sich dieser Hohlraum genau befindet oder welche tatsächlichen Abmessungen (L, B, H) er überhaupt hat. Sie wissen nicht mal sicher, ob diese “Anomalie” exakt waagrecht oder irgendwie schräg verläuft. Zum Beispiel aufsteigend, wie die Große Galerie darunter.

Wo soll man da den Bohrer ansetzen?

Die “Hauruck-Methode” des 18. und 19. Jahrhunderts in der Ägyptologie ist lange vorbei. Man denke hier auch und vor allem an die Zahi Hawass-Fernsehshow, als dieser 2002 den Sperrstein am Ende des Gantenbrink-Schachtes in der Cheops-Pyramide durchbohren ließ. Damals ging ein Aufschrei durch die Archäologie, die eben die Methode und das damit zu erwartende Ergebnis mehr als nur bemängelten. Immerhin ist die Pyramide des Cheops damit unwiederbringlich beschädigt worden.

Obwohl die Bohrungen in den Schächten der Kammer der Königin wohl niemals ein Mensch mit einigen Augen sehen wird, da niemand in die 20 Zentimeter breiten Schächte hinein kommt, sind sie zerstört. Nur minimal, keine Frage. Aber die Archäologen sind sehr vorsichtig, geradezu pingelig, wenn es um solche “Hauruck-Methoden” geht. Und einen Hohlraum anzubohren, von dem man nicht einmal weiß wo und wie er genau liegt, ist unsinnig. Wie viele Löcher sollten gebohrt werden, bis man ihn trifft?

Hier müssen zuvor weitere Daten ermittelt und zusätzlich Untersuchungen durchgeführt werden, wenn man tatsächlich bohren will. Genau das wiederum sagen die Wissenschaftler um Tayoubi und Morishima in der Veröffentlichung ihrer Ergebnisse in dem Magazin “Nature” ebenso.

Stellt sich aber in Zukunft die genaue Lager heraus und vor allem auch, dass hier tatsächlich eine verborgene Kammer und kein architektonischer Leerraum liegt, wird irgendwer sicher hier nachsehen. Wer und wann auch immer das sein mag. Blind drauf los bohren kann eigentlich auch nicht im Sinne des eingefleischtesten Grenzwissenschaftlers sein, oder?

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Cheops-Pyramide: Wissenschaftler fanden einen 30 Meter langen unbekannten Hohlraum! Ein Fakten-Check von Fischinger-Online

In der Cheops-Pyramide wurde ein ca. 30 Meter langer Hohlraum nachgewiesen (Bilder: L. A. Fischinger/S. Ampssler)
In der Cheops-Pyramide wurde ein ca. 30 Meter langer Hohlraum nachgewiesen (Bilder: L. A. Fischinger/S. Ampssler)

Das Thema verborgene Kammern und unentdeckte Räume in der Pyramide des Cheops in Gizeh gehört zu den Mysterien der Welt wie die berühmte Frage nach dem Huhn und dem Ei. Aktuell ist die Medienlandschaft erneut von diesen Fragen elektrisiert, da es Wissenschaftlern gelungen ist, tatsächlich einen etwa 30 Meter langen und bisher unbekannten Hohlraum in der Großen Pyramide nachzuweisen. Eine spannende Entdeckung in Ägypten, die für angeregte Diskussionen im Netz sorgt. Dabei ist die Faktenlagen zum jetzigen Standpunkt eher dünn – aber sie ist zumindest da.


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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Nimmt man es ganz genau, so suchen schon seit Jahrtausenden Menschen in den Pyramiden von Ägypten nach versteckten Räumen und Geheimkammern. Immerhin haben bereits die ersten Grabräuber nach solchen Kammern gesucht.

Anders als Grabräuber auf der Suche nach Gold und Schätzen, suchen aber auch Forscher immer wieder auch in der rd. 4.500 Jahre alten Pyramiden des Cheops solche Räumen. Und so war es in den vergangenen Jahrzehnten auch immer wieder Thema in der Grenzwissenschaft, wozu ich auf meinem YouTube-Kanal bereits zahlreiche Videos online gestellt habe.

Doch in diesen Tagen sorgt der Nachweis einer solchen “verborgenen Kammer” innerhalb der Cheops-Pyramide für großes Aufsehen in gewissen Kreisen. Nicht nur die Bestätigung dieses Fundes sondern auch die Größe des Raumes von um die 30 Meter Länge erstaunen dabei.

Fakten um den riesigen Hohlraum

Über die Geschichte und die Spekulationen um verborgene Räume in der Cheops-Pyramide kann man Bücher schreiben. Wurden natürlich auch. Wenn aber ein Team von internationalen Forschern mit den modernsten technischen Mitteln nach solchen Räumen sucht und dabei fündig wurde, wird es spannend. Noch spannenden wird es dann, wenn dieses Team ihre Ergebnisse in einem weltweit renommierten Wissenschaftsmagazin veröffentlicht.

Was war geschehen?

Das Projekt “Scan Pyramids”, über das ich zum Beispiel bereits hier berichtete und über das ich auf YouTube dieses Video online stellte, sucht seit ca. zwei Jahren nach Hohlräumen in Ägyptens Bauwerken. Das Forscherteam von “Scan Pyramids” um Mehdi Tayoubi vom Heritage Innovation Preservation Institute (Paris) um Kunihiro Morishima (Nagoya University, Japan) gab jetzt bekannt, dass sie durch Messungen von kosmischen Strahlen nachgewiesen haben, dass es einen 30 Meter langen Hohlraum in der Pyramide des Cheops gibt.

Die Wissenschaftler maßen bei ihren Untersuchungen die sog. “Myonen” der kosmischen Hintergrundstrahlung. Das sind Elementarteilchen, die auch Gestein durchdringen und so durch ihre Verteilung in ihrer Flugbahn Räume, Kammern und Höhlen aufzeigen. Eine Art Röntgenstrahlungen für Gesteine, wenn man so will.

Tatsächlich fanden die Wissenschaftler mit ihren Messgeräten so einen um die 30 Meter langen und 3 bis 8 Meter hohen Hohlraum über der legendären großen Galerie in der Pyramide des Cheops. Diese große Galerie ist jener etwa 50 Meter lange und aufsteigende Gang, der hoch in die Kammer des Königs führt und ca. 8 Meter hoch ist. Und genau darüber in bis zu 70 Metern Höhe liegt der jüngst gefundene Hohlraum, den letztmalig vor mindestens 4.500 Jahren ein Mensch gesehen hat.

Für viele Menschen eine Sensation, die man aber bis zum jetzigen Zeitpunkt vorsichtig betrachten muss.

Hohlraum ist nicht gleich Hohlraum!

Die Physiker, die diese fraglos gewaltige “Anomalie” in der Cheops-Pyramide gefunden haben, sind selber mit ihren Interpretationen mehr als vorsichtig. Sie sprechen von einem “Hohlraum” und damit schlicht und einfach von genau dem, was es ist: Ein hohler Raum. Aber ist es eine Geheimkammer? Ist es eine echte Kammer, die als solche bewusst angelegt und dann versteckt wurde?

Der Hohlraum ist da. Und er ist groß. Um zu verstehen, um was es sich handelt, brauchen wir die Hilfe anderer Forscher.

So Mehdi Tayoubi, der mit seinem Team diesen Fund am 2. November in “Nature” veröffentlichte. Und ergänzt vollkommen richtig:

Wir glauben nicht, eine Interpretation zu haben. Wir sagen nur, dass es dort einen Hohlraum gibt.

Genau diese und ähnliche Aussagen haben die Forscher um Tayoubi getätigt. Nicht mehr. Von einer “Geheimkammern” oder ähnliches haben sie nicht gesprochen. Und als Physiker haben sich die Wissenschaftler auch einer Interpretation des Raumes enthalten. Trotzdem laufen Ägyptologen und auch Mystery-Interessierte Sturm. Ägyptologen wie Dr. Mark Lehner oder Dr. Zahi Hawass schimpfen beispielsweise darüber, dass die Untersuchungsergebnisse nicht vor der Veröffentlichung mit den zuständigen Stellen abgesprochen wurden.

VIDEO: Modern oder Jahrtausende alt? Ein mysteriöses Artefakt in der Cheops-Pyramide wirft Fragen auf: Was fand der Pyramid Rover 2002 tatsächlich? (Bild: L. A. Fischinger / R. Gantenbrink/Cheops.org / Montage: L. A. Fischinger)
VIDEO: Modern oder Jahrtausende alt? Ein mysteriöses Artefakt in der Cheops-Pyramide wirft Fragen auf! (Bild: L. A. Fischinger / R. Gantenbrink/Cheops.org / Montage: L. A. Fischinger)

Der bekannte Dr. Zahi Hawass ist hierbei besonders “sauer”. So sagte er am 2. November zu den neuen Entdeckungen, dass man hier sehr vorsichtig sein müsse, da die Cheops-Pyramide voller Hohlräume sei. Hawass weiter:

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Dieses Projekt sollte wissenschaftlich sein und keine Suche nach verborgenen Gängen und Kammern, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu erregen und denen, die gerne behaupten, dass die Pyramiden von Aliens gebaut wurden. Ich habe einige von ihnen Pyramidiots genannt.

Wir als wissenschaftliches Komitee sind dafür verantwortlich, denn Zweck und die Bauweise der Großen Pyramide zu erklären – nicht Nicht-Ägyptologen.

Mostfa Waziri, Generalsekretär der Antikenverwaltung in Ägypten sagte, die Physiker hätten die Resultate ihrer Untersuchungen zuerst den Ägyptologen der wissenschaftlichen Kommission vorlegen müssen. Immerhin, so Waziri weiter, ist jedem Ägyptologen bekannt, dass die Cheops-Pyramide zahlreiche Hohlräume enthalte:

Diese Experten haben schon vorher gesagt, dass die Existenz von Hohlräumen in den Pyramiden nichts Neues ist, sondern eine unter Ägyptologen bekannte Tatsache.

“Das bring der Ägyptologie nichts!” – Wirklich?

Die “New York Times” zitiert Zahi Hawass am 2. November mit den Worten:

Sie fanden nichts. Die Veröffentlichung bring der Ägyptologie nichts. Null.

Dr. Hawass ist vielen nicht nur als “aufbrausend” bekannt, sondern seine Art und Weise als Selbstdarsteller und Ägyptens letzten Pharao ist nicht nur unter Ägyptologen mehr als unbeliebt. Natürlich gilt das auch für die Gemeinde der Grenzwissenschafts-Interessierten, die grundsätzlich kein gutes Haar auf Hawass lässt.

Aber, am Rande, was brachte eigentlich 2002 die Hawass-Show, als dieser “live” den Sperrstein am Ende des Gantenbring-Schachtes in der Cheops-Pyramide durchbohren lies? Stimmt – eine mediale Bühne für Hawass selbst.

Artikel-Serie in 5 Teilen von Lars A. Fischinger: Die Cheops-Pyramide: Mumien, Grabräuber und Mysterien (Bild: L. A. Fischinger)
Artikel-Serie in 5 Teilen von Lars A. Fischinger: Die Cheops-Pyramide: Mumien, Grabräuber und Mysterien (Bild: L. A. Fischinger)

Doch wie kann man diesen riesigen Hohlraum nun deuten, wenn er schon der Ägyptologie nichts bringen soll? Eigentlich sehr vielfältig und er bringt der Erforschung der Pyramide sehr wohl etwas. Für eine Geheimkammer mit Schätzen und Sensationen von außerhalb der Erde gibt es keinen einzigen Anhaltspunkt. Niemand weiß, was es ist und ob überhaupt irgendwas im Inneren verborgen liegt. Kein Mensch kennt bisher das Innere und so wird es vorerst auch wohl bleiben.

Für das Verständnis des Pyramiden-Bau und der Architektur der Großen Pyramide könnte dieser Raum (ich nenne ihn mal so) spannend sein. Der Pyramiden-Forscher Felix Arnold vom deutschen Archäologischen Institut in Madrid sagt hierzu beispielsweise:

Um eine weitere Grabkammer wird es sich nicht handeln. Obwohl natürlich bei den alten Ägyptern alles denkbar ist – etwa für die Bestattung eines weiteren Sonnenschiffes. Es spricht aber alles dafür, dass es sich um eine bislang nicht bekannte Entlastungskammer über der großen Galerie handelt, vergleichbar den Entlastungskammern über der königlichen Grabkammer. Überraschend wäre das nicht. Statisch oder konstruktiv erforderlich wäre eine solche Kammer nicht, aber das war den Baumeistern nicht unbedingt bewusst.“

Hany Helal von der Universität Kairo, einer der Co-Direktoren des Projekt “Scan Pyramids”, dazu:

So einen Hohlraum kann man nicht als Irregularität auffassen, die sich beim Bau zufällig ergeben hat. Vom Standpunkt des Ingenieurs aus gesehen, ist da definitiv eine Aussparung.”

Schutt und Schätze …

Entlastungskammern, wie sie eben oberhalb der Kammer des Königs zu finden sind, waren einst auch “verborgene Kammern”. Das steht außer Frage. Aber diese dienten nicht als Geheimkammern in denen die Baummeister irgendwas versteckt haben. Die bekannten Entlastungskammern wurden zum Beispiel auch erst im 19. Jahrhundert aufgesprengt und so durch Zufall gefunden, da diese keine Eingänge haben. Auch die 30 Meter lange “Kammer” über der großen Galerie hat keinen (bekannten) Eingang.

VIDEO: Im Inneren der Sphinx: Von Geheimkammern und rätselhaften Tunneln im Wächter von Gizeh (Bild:; L. A Fischinger)
VIDEO: Im Inneren der Sphinx: Von Geheimkammern und rätselhaften Tunneln im Wächter von Gizeh (Bild: L. A. Fischinger)

Handelt es sich tatsächlich um ein derartiges bautechnisches Element, wäre das trotzdem seine Sensation innerhalb der Pyramiden. Dabei spielt es wirklich keine Rolle, ob diese “statisch oder konstruktiv erforderlich” war oder nicht. Auch die Entlastungskammern über der Königskammer sind für die Forschung interessant und deren Entdeckungen war für die Ägyptologie ein Zugewinn. Das steht schon allein deshalb außer Frage, da sich in ihnen Schriftzeichen an den Wänden befinden und nicht ein einziges Buch eines Ägyptologen zum Pyramiden-Baum diese Kammern ignoriert!

Und wenn die Bauherren hier über der großen Galerie sogar nur einige Hohlräume gelassen haben – beispielsweise um sich die Arbeit leichter zu machen – ist das ebenso ein Zugewinn zur Forschung. Hierzu muss man wissen, dass die Cheops-Pyramide nicht nur aus den berühmten 2,5 Tonnen schweren Bausteinen erbaut wurde. Vielmehr haben die Baumeister der Pyramiden auch Schutt und verschiedene unförmige und kleine Gesteinsbrocken beim Bau verwendet.

Keiner der beteiligten Physiker sprach von einer versteckten Geheimkammer oder etwa einem riesigen Raum im Sinne der Kammer der Königin und die des Königs. Erstaunlicherweise machen das auch die internationalen Medien so gut wie nicht. Von sog. seriösen Medien bis zur Regenbogenpresse. Selbst die “Bild”, die in ihrer Headline am 2. November nur von einem “Hohlraum” sprach. “Bild” wäre aber eben nicht “Bild” wenn sie nicht doch eine Sensation wittert, in dem sie in einer zweiten Überschrift fragte: “Noch eine Grabkammer?”

Erst ein Blick in diese gefundene Höhlung wird letztlich zeigen, wie groß der Gewinn für die Erforschung der Pyramiden sein wird. Von Geheimkammer mit “Schätzen” über Entlastungsräume für die große Galerie darunter bis hin Baulücken um Zeit und Kosten zu sparen ist alles möglich.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Grenzwissenschaft, Aliens, UFOs und die Themen von Erich von Däniken in der Schule – Sinn oder Unsinn? +++ YouTube-Video mit Abstimmung +++

Grenzwissenschaft, UFOs, Erich von Däniken ... auch als Thema in der Schule - Sinn oder Unsinn? (Bild: gemeinfrei / L. A. Fischinger)
Grenzwissenschaft, UFOs, Erich von Däniken … auch als Thema in der Schule? (Bild: gemeinfrei / L. A. Fischinger)

Prä-Astronautik, UFOs, Ancient Aliens, Grenzwissenschaft oder Außerirdische: Wann werden Themen auf dem Bereich „Mystery“ salonfähig? Schon Jahrzehnte stellt sich die Frage, ob und wann überhaupt solche Themen in den Lehrplan an Schulen oder sogar Universitäten Einzug halten werden. Ist es Sinn oder Unsinn, Mysterien des Unfassbaren auch in den Schulstoff einzubinden? Und wie genau sollte das geschehen? In diesem YouTube-Video gehe ich dieser Frage einmal nach.

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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Erich von Däniken und die Astronautengötter als schulischer Lehrstoff?

In den 1990er Jahren gab es tatsächlich einmal die Welt des von Däniken und die Götter aus dem Kosmos auf dem Stundenplan einer Schule im Ruhrgebiet. Aber nicht als fester Schulstoff, sondern eher in “Arbeitsgruppen” der Schülerinnen und Schüler.

Ein kleiner, winziger aber sinnvoller Anfang? Oder ist es vielmehr Unsinn, dass im Unterricht an Schulen Themen wie Ancient Aliens, Mysterien der Geschichte, UFOs und Außerirdische oder eben die Prä-Astronautik an sich behandelt werden?

In folgenden Video auf meinem YouTube-Kanal des Unfassbaren gehe ich auf diese Fragen genauer ein …

Beachtet auch die Abstimmung zu dem Thema, die bei Minute 3:45 im Video eingeblendet wird!

Bleibt neugierig …

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft [klick] hier.

+++ Postet mir Eure Fragen, Anregungen, Kommentare & Meinungen dazu bei YouTube. / Abo & Daumen hoch nicht vergessen … +++

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Neue Spekulation um die Cheops-Pyramide: War die Pyramide ein Blitz-Strom-Kraftwerk für elektrische Energie vor Jahrtausenden?

Die Cheops-Pyramide: Ein Blitz-Strom-Kraftwerk? (Bild & Montage: L. A. Fischinger/Archiv)
Die Cheops-Pyramide: Ein Blitz-Strom-Kraftwerk für elektrische Energie? (Bild & Montage: L. A. Fischinger/Archiv)

Seit einigen Jahren schon kursiert eine neue Interpretation der rätselhaften Cheops-Pyramide von Gizeh. Das mindestens 4.500 Jahre Monument soll, so glaubt es der Autor und Prä-Astronautiker Dr. Artur Lipinski, einst zur Erzeugung bzw. Speicherung von Elektrizität gedient haben, die die Bauherren durch Blitzeinschläge eingefangen haben. Kondensatoren und Akkus innerhalb der großen Pyramide sowie weiterer Pyramiden/Relikte dienten hier vor Jahrtausenden den alten Ägyptern zur Speicherung der himmlischen Energie, vermutet der Autor. Eine interessant klingende Idee, für die der Mystery-Jäger auch deutliche Indizien und Hinweise gefunden haben will. Welche das sind und wie dieses “E-Werk des Altertums” funktioniert haben soll, erläutere ich detailliert in diesem Beitrag …


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

“Keine Angst vor kühnen Gedanken”, sagte die Prä-Astronautik-Legende Erich von Däniken vor Jahren einmal. Damit brachte er den “Geist” der Ideen von den Astronauten aus dem All zweifellos präzise auf dem Punkt, da diese von kühnen Ideen und Gedanken lebt.

Doch wie kühn diese sein können, zeigt eine recht neue Idee zum Sinn und Zweck der großen Pyramide des Cheops in Gizeh.

Streitfall Cheops-Pyramide – auch ohne Aliens & Co.

Sicherlich ist es mehr als bekannt, dass die Pyramiden in Ägypten in der Welt der Mysterien und Rätsel schon immer eine zentrale Rolle gespielt haben. Vor allem die Cheops-Pyramide als die die größte ihrer Art zieht dabei grenzwissenschaftliche Ideen und Spekulationen geradezu magisch an. Egal, ob diese nun von Bewohnern von Atlantis gebaut worden oder in Wahrheit 10.000 und mehr Jahre alt und voller Geheimkammern sein soll: Die Große Pyramide polarisiert.

Für die etablierte Archäologie ist das “Rätsel Cheops-Pyramide” grundsätzlich überhaupt nicht vorhanden. Alternative Geschichts-Autoren und Mystery-Jäger sehen das oft völlig anders, da diese immer wieder große und kleine Mysterien der Pyramide aufzeigen. Oder aufzeigen wollen. Dabei bedarf es allerdings überhaupt keine Astronautengötter oder Bewohner von Atlantis, sondern immer wieder wollen auch Personen, die frei von diesen Annahmen sind, hier Unerklärliches gefunden haben.

Als Beispiel sei der französische Forscher und Architekt Jean-Pierre Houdin genannt, der vor über zehn Jahren mit einer neuen Theorie zur Cheops-Pyramide bekannt wurde. Houdin veröffentlichte damals die Idee, dass die alten Ägypten die Pyramide des Cheops mit einer im Inneren liegenden Rampe erbaut haben. Eine Theorie, die nichts mit Aliens oder Menschen einer versunkenen Ur-Kultur zu tun hat, aber dennoch Teil des “Streifall Cheops-Pyramide” ist.

Neue Ideen

Der sehr bekannte Ägyptologe Prof. Rainer Stadelmann, einst Direktor des Deutschen Archäologischen Instituts in Kairo, sagte zu Houdins Ideen:

Jean-Pierre Houdins Theorie ist nicht nur interessant, sie ist schlüssig und revolutionär.

Damit ist es also alles andere als “ungewöhnlich”, wenn es zur Pyramide des Cheops immer wieder neue Spekulationen gibt. Beispielsweise haben ja auch die beiden Kollegen Stefan Erdmann und Dr. Dominique Görlitz erst vor weniger Jahren mit neuen Ideen zum Pyramidenbau auf sich aufmerksam gemacht, wie auf diesem Bog vielfach berichtet wurden.

Doch auch Görlitz und Erdmann kommen mit ihrer Hypothese des “Eisen bei den alten Pharaonen” grundsätzlich ohne kosmische Wesen aus dem All oder einer versunkenen Kultur aus.

Da wurde es eigentlich fast schon Zeit, dass innerhalb der Prä-Astronautik und der Astronautengötter eine neue Pyramiden-Idee auftaucht. Und tatsächlich gibt es diese, auch wenn sie bisher eher in Insiderkreisen bekannt ist.

Elektrischer Strom im Alten Ägypten

Die Prä-Astronautiker Peter Krassa und Reinhard Habeck haben bereits vor Jahrzehnten zum Beispiel in einem gemeinsamen Buch über elektrischen Strom im Land der Pyramiden berichtet. Habeck und Krassa haben hierbei allerdings “nur” über die Nutzung von elektrischem Licht und geringer Stromspannungen bei den Pharaonen spekuliert. Nichts im Vergleich zu dem, was der Autor und Mediziner Dr. Artur Lipinski seit einigen Jahren bereits behauptet.

Lipinski tauchte vor wenigen Jahren in Internet-Foren auf, in denen er versuchte seine Spekulationen um die Pyramide des Cheops darzulegen. Seiner Meinung sei die Große Pyramide in Wahrheit nichts weiter als ein Speicher von elektrischer Energie gewesen. Vielleicht sogar die meisten Pyramiden in Ägypten, so Lipinski.

Die Baumeister hätten die Pyramiden seiner Meinung nach nur deshalb errichtet, um sie als Kraftwerke für Elektrizität zu nutzen, die diese durch Blitze eingefangen haben sollen.

Akkus in der Grabkammer

Artur Lipinski ist überzeugt, dass die Pyramide des Cheops eine elektrische Anlage war. Mit dieser bzw. in dieser wurde die Energie von Blitzen aufgefangen und gespeichert. Die oben an der Spitze der Pyramide in rund 147 Metern Höhe einschlagenden Blitze sollen seinen Überlegungen nach absichtlich dort “angelockt” wurden sein. Bekanntlich haben Blitze gewaltige elektrische Ladungen (Volt), die dann von der Pyramidenspitze als elektrischen Strom (Ampere) durch Kabel in Kondensatoren im Inneren des Bauwerkes geleitet wurden.

Diese sogenannten “Plattenkondensatoren” hätten die Energie dann als Batterien/Akkus gespeichert und so stünde sie den einstigen Pharaonen (oder wem auch immer) bei Bedarf zur Verfügung. Mit einem “Abnehmer”, so nennt in dies in der Elektrotechnik, konnten die vorzeitlichen Kraftwerksmitarbeiter die elektrische Energie dann ableiten und für ich nutzbar machen.

Weiter glaubt Lipinski, dass die Sarkophage der Alten Ägypter in Wahrheit die Behältnisse für Akkus waren, die von diesen Blitzen gespeist wurden. Auch der Sarg in der Kammer des Königs in der Cheops-Pyramide sei so ein Akku-Behälter gewesen. Und die “Entlastungskammern” über der Königskammer waren nach Lipinskis Meinung Plattenkondensatoren, da sie von ihrem Aufbau oder besser gesagt Aussehen im Querschnitt solchen elektrischen Bauteilen ähneln.

Wer den Aufbau und die Gestalt von Plattenkondensatoren kennt, weiß, dass mit etwas Fantasie die Entlastungskammern damit durchaus verglichen werden können.

Die Pyramide als Blitz-Kraftwerk

Als der Autor Artur Lipinski vor wenigen Jahren mit dieser hier zusammengefassten Spekulation in Internet-Foren in Erscheinung trat, schlug ihm praktisch nur Gegenwind entgegen. Die Pyramide des Cheops ein Jahrtausende altes Blitz-Kraftwerk? – Das konnte sich kaum jemand vorstellen. Einige dachten, dass der Mann nur ein “Witzbold” sei, der unter Pseudonym etwas Spaß auf dem Rücken der Prä-Astronautik haben will. Andere Leser wiederum dachten, vielleicht steckt ja doch etwas hinter den Überlegungen dieses Lipinski. Auch wenn letztere in der Minderheit waren.

Als emsiger Leser von Online-Themen und -Diskussionen zur Grenzwissenschaft und zu Ancient Aliens-Ideen, muss ich gestehen, dass auch ich Artur Lipinski für einen Fake hielt. Für einen Spaßvogel, den es so nicht gibt.

Doch weit gefehlt. Lipinski gibt es und bereits im Oktober 2011 hielt er auf dem Kongress der “Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik & SETI” in Berlin einen Vortrag zu seinen Hypothesen. Im Mai 2016 folgte dann sein Buch zum Thema, das er zusammen mit seiner Frau Arleta Holowacz veröffentlichte.

“Metallkabel in der Cheops-Pyramide”

“Geheimnisvolle Metallkabel in der Cheops-Pyramide als Schlüssel zur endgültigen Lösung des Pyramidenrätsels”, so der Titel des Vortrages von Lipinski und seiner Frau Arleta Holowacz (Physikerin) vor sechs Jahren in Berlin. In diesem Vortrag wurden von ihm die “Eckpunkte” seines “Schlüssel zur endgültigen Lösung des Pyramidenrätsels” vorgestellt. Eben, dass die Große Pyramide von Gizeh in Wahrheit ein durch Blitze gespeistes Elektrizitätswerk war.

“Das es Grabstätten waren, finde ich total unsinnig”, so Lipinski zum Beispiel in einem Video-Interview vom Oktober 2016. Denn, so der Prä-Astronautiker weiter, nie habe man in der Cheops-Pyramide Inschriften oder Mumien sowie Grabbeigaben gefunden. Tatsächlich jedoch enthalten keine der frühen Pyramiden Inschriften. Erst die ägyptischen Monumente der V. Dynastie in Ägypten enthalten solche. Die Cheops-Pyramide und andere Pyramiden der IV. Dynastie sind ausnahmslos kahl, also ohne Inschriften. Texte innerhalb von Pyramiden sind im Reich der Pharaonen sogar die Ausnahme und damit eher was Besonderes.

Hochtechnologie im Alten Ägypten

Obwohl oft auf die “Kahlheit” des Pyramiden-Inneren als ein Mysterium verwiesen wird, ist es keins. Erstaunlich ist es aus heutiger Sicht allerdings schon, da heutige Baumeister ihre Monumente sicherlich stolz beschriftet hätten. Heute. Nach Lipinski – aber auch vielen anderen – hätten die Ägyptologen keine Beweise, dass Cheops die nach ihm benannte Pyramide auf dem Gizeh-Plateau gebaut hat. Mehr noch, denn er nimmt weiter an, dass die Mainstream-Forschung alle Belege für eine vorzeitliche Hochtechnologie in Ägypten zerstören, beiseite schaffen oder vertuscht.

Was aber nicht stimmt ist, das niemals innerhalb der Pyramide des Cheops Mumien und andere Objekte gefunden wurden. Dazu habe ich bereits 2016 auf diesem Blog eine umfangreiche Artikel-Serie in fünf Teilen mit einem zusammenfassenden YouTube-Video veröffentlicht. Eine ganze Reihe verschiedener arabischer Historiker berichten eindeutig, dass eben doch Funde gemacht wurden, als die Cheops-Pyramide “erstmals” um das Jahr 820 nach Christus durch die Araber geöffnet wurde. Inklusive Mumien.

Die Muslime konnte damals aber eines nicht finden, dass nach den Aussagen von Artur Lipinski ein wichtiger Beleg für seine Ideen ist. Nämlich die Reste der Hochspannungskabel, die durch zwei kleine Schächte auch in die Kammer der Königin führten.

Wurden 1993 uralte Kabelreste gefunden?

Diese Kabelkanäle, so würde man sie in der Elektrotechnik korrekt nennen, sind die bekannten “Seelenschächte” oder “Gantenbrink-Schächte” an deren Ende sich die weltbekannte kleine Tür befindet. Mit etwa 20 mal 20 Zentimetern Größe sind die Schächte für Menschen viel zu winzig, für Stromleitungen aber nicht.

Viele Mystery- und Ägyptologie-Interessierte kennen diese erstmals im März 1993 genauer erforschten Schächte nur zu gut. Damals erkundete ein Roboter-Fahrzeug des Deutschen Rudolf Gantenbrink diese Kleinst-Korridore und so stieß man nach rund 60 Metern Fahrt des Fahrzeuges auf Sperrsteine. Die Weiterfahrt war nicht mehr möglich (mehr dazu z. B. in den Videos HIER, HIER, HIER, HIER, HIER & HIER).

An diesen Blockierungen wiederum waren ganz deutlich zwei Beschläge zu erkennen, die wahrscheinlich aus Kupfer sind. “Wahrscheinlich” deshalb, das die Wissenschaftler bei späteren Erkundungen der Korridore ein Probestück dieser Beschläge bargen und es – verloren haben. Behaupten diese zumindest, was ich persönlich aber aufgrund des wissenschaftlich spannenden Objektes schon für sehr fragwürdig halte. Aber wer weiß das schon …

Lipinski wiederum meint, dass diese Beschläge in Wahrheit die Reste jener Elektrokabel sind, die vor Jahrtausenden durch diesen Kabelkanal in die Kammer führten. Dass das überhaupt nicht möglich gewesen sein kann, scheint er bis heute übersehen zu haben.

Waynman Dixon

Die besagten Kanäle waren bis in das Jahr 1872 fest verschlossen und nicht mal zu sehen. Erst durch Abklopfen der Wände wurden diese durch Waynman Dixon gefunden und dann mit Hammer und Meißel aufgebrochen. Gefunden hat Dixon darin nur einige wenige Objekte, worauf ich in diesem Video näher eingehe.

Dass die kleine Stollen bis ins 19. Jahrhundert fest verschlossen und nicht sichtbar waren, ist ein Umstand, den eigentlich auch innerhalb der Grenzwissenschaft und Prä-Astronautik ausnahmslos niemand bestreitet. Eher ist genau das Gegenteil der Fall, da dieser die Geheimnisse um die beiden Schächte nur noch weiter verdunkeltet. Denn warum wurden sie angelegt und in weiten Teilen sorgsam gebaut, wenn sie in der Kammer nicht zu sehen waren und dort einige Zentimeter hinter massiven Stein der Kammerwände endeten …?

Natürlich können dann auch die von Lipinski als Kabelreste interpretierten “Beschläge” an dem Stein am Ende der Tunnel nicht in die Kammer geführt haben. Außer, man bedient sich archäologischen Verschwörungen in Gizeh. Zum Beispiel, dass Waynman Dixon 1872 diese nur dadurch fand, weil sie offen waren oder meinetwegen auch Kabelenden aus der Wand ragten. Nur lässt sich das eben nicht mal ansatzweise beweisen. Auch wenn Lipinski überzeugt ist, dass technologische Hinweise und Spuren in den Pyramiden und ägyptischen Sarkophagen (die er ja für Akku-Behälter hält) absichtlich beseitigt wurden.

Die Kondensatoren in der Cheops-Pyramide

In dem oben erwähnten Video-Interview berichtet Lipinski auch von den beiden weiteren “Seelenschächten”, die sich in der Kammer des Königs befinden. Diese sind in der Tat schon immer bekannt, da sie offen waren und sind und auch nicht irgendwo im inneren Mauerwerk der Cheops-Pyramide enden. Sie reichen bis an die Außenseiten der Pyramide und kommen dort hoch oben an der südlichen und nördlichen Seite wieder ans Tageslicht. Auch diese Stollen waren nach dieser Hypothese Kabelkanäle.

Lipinski dazu:

In die Königskammer führen also unserer Theorie nach zwei dicke elektrische Leitungen, die die elektrische Energie, den elektrtischen Strom, von der Pyramidenspitze in den Kondensator geführt haben.

Dr. Artur Lipinski im Interview (Bild: YouTube-Screenshot / Alternativ.TV)
Dr. Artur Lipinski im Interview (Bild: YouTube-Screenshot / Alternativ.TV)

Dieser Kondensator waren die Entlastungskammern und auch die Kammer des Königs an sich. In der Königskammer sei, wie in den Entlastungskammern natürlich ebenso, dazu Metall angebracht gewesen. Inzwischen sei dies aber im Laufe der Zeiten “zu Staub zerfallen”. Die Metallspuren, die Dominique Görlitz und Stefan Erdmann im Rahmen ihres “Cheops-Projekt” an den Deckenbalken gefunden haben (s. a. HIER, HIER & HIER), sind nach Lipinskis Ideen Reste dieser Metallplatten des Kondensators. Reste, die sich quasi in die Granitdecke der Grabkammer “eingebrannt” haben, wie er vermutet.

Damit wären diese für jeden sichtbaren Verfärbungen an den Deckenbaken noch heute zu sehende Spuren der elektrischen Anlagen in der Großen Pyramide. Görlitz und Erdmann deuten diese dunklen Metallspuren allerdings ganz anders. Nämlich als Spuren einer rein mechanischen Hebetechnologie der alten Ägypter, mit der diese die rund 70 Tonnen schweren Bausteine in der Königskammer hoben und verbauten.

Geheimhaltung

Aber:

Die haben dort unvorstellbare Sachen entdeckt, die man der Öffentlichkeit vorenthalten musste.”

So ist Artur Lipinski fest überzeugt, was er auch in seinem 2016 erscheinenden Buch “Das Pyramidenrätsel – Endlich gelöst?” ausführt.

Damit meinte er Rudolf Gantenbrink und seine Fahrten mit seinem Roboter 1993 in den Schächten der Königinnenkammer. Also jene, die erst 1872 aufgebrochen wurden und an deren Ende Dr. Lipinski Kabelreste in den beiden “Beschläge” des Sperrsteins erkannt haben will.

Lipinski ist ebenso der Meinung, dass es vier oder fünf weiterer solcher Steine in den Schächten auf dem Weg zur Außenwand der Kammer gegeben haben muss. Auch durch diese (nun nicht mehr vorhandenen) Steine wären die Kabelleitungen durchgelaufen, bis die Ägyptologen diese beseitigten. Nach seiner Überlegung eventuell sogar durch kleine Sprengladungen!

Damit dienten die heute noch existenten “Sperrsteine” in den beiden Stollen eigentlich als Kabelführungen in den Kabelkanälen aus Kalkstein. Vielleicht könnte man die kleinen Steinblöcken auch als “Kabelklemmen” oder besser “Kabelschellen” bezeichnen. Die angeblich zerstörten anderen “Führungs-Steine” dienten demzufolge dazu, dass die beiden Kabel pro Kabelkanal sich nicht berühren konnten. Auch nicht bei einem Erdbeben. Immerhin wäre eine Ader, also ein Kabel, pro Schacht positiv und die andere Ader negativ geladen (zumindest nimmt Lipinski das an). Würden sie sich berühren, wäre das Ergebnis ganz einfach: ein Kurzschluss.

Wer sich in der Elektrotechnik auskennt, muss zugeben, dass das tatsächlich logisch klingt und prinzipiell wie ein primitiver Kabelkanal mit Kabelführung aussieht. Aber mehr auch nicht.

Verschwörung der Ägyptologen!?

Dass die Kabelkanäle in der Kammer der Königin nie in diese führten, schließt eindeutig aus, dass es auch solche waren. Damit sind auch die “Beschläge” am letzten Stein keine Reste von Kabel-Adern, die die Beseitigung der Wissenschaftler überstanden haben. Das es jemals weitere solcher “Kabelführungen” in den beiden unteren Schächten gab, also weitere derartig durchbohrter Steine, durch die die Kabel geführt wurden, ist reine Spekulation.

Lipinski mutmaßt, dass die Ägyptologen in Gizeh die Steine bei geheimen Forschungen nach und nach aus dem Weg schufen, um so immer weiter in den Schächten voranzukommen. Er übersieht allerdings hierbei, dass Rudolf Gantenbrink mit seinem kleinem Roboter “UPUAUT 2” in den 1990er Jahren überhaupt erst der erste Forscher war, der den Schacht so weit erkundete. Beide Stollen in ihrer vollen Länge bis zu den  Sperrsteinen. Der Nicht-Archäologe Gantenbrink wurde damals als Techniker auch genau zu diesem Zweck von Deutschen Archäologischen Institut in Kairo unter Reiner Stadelmann engagiert.

Der Auftrag war damals nachzuprüfen, wie die Luftzirkulation bzw. Belüftung der geheimnisvollen Cheops-Pyramide verbessert werden kann. Die Besuchermassen des Bauwerkes verlieren durch ihren Schweiß Feuchtigkeit und Salze, die das Monument beschädigen. Ein sehr bekanntes Problem bei vielen Stätten in Ägypten, dem durch Belüftung entgegengewirkt werden muss.

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Der Stein des Anstoßes

In der Kammer des Königs, deren “Seelenschächte”, wurden zum Beispiel Ventilatoren eingebaut. Sie führen bekanntlich bis an die Außenseite der Pyramide und damit ins Freie. Auch ein Klimagerät befindet sich in diesem Raum. Damit war der Gantenbrink übertragene Auftrag klar und eigentlich mehr als profan. Er selber hat immer betont, dass eben eine solche Überprüfung sein Job in der Pyramide war.

Gantenbrink weiß auch nichts von weiteren Steinen, die sein Fortkommen mit dem Roboter störten. Obwohl er die Entdeckung des Sperrsteins damals selbst an die Medien bekannt gab. Weshalb sollte er das verschweigen, da als Folge seiner Entdeckung und seiner nicht autorisierten Verbreitung dieser praktisch “aus Ägypten geworfen” wurde? Den Streit, den es danach zwischen den Ägyptologen und Gantenbrink gab, kennen sicher viele Mystery-Fans und alle Erich von Däniken-Leser.

Hätte es hier aber eine Verschwörung der Ägyptologen gegeben, muss grundsätzlich auch Gantenbrink persönlich Teil dieser gewesen sein! Weitere Sperrsteine und Kabel in den beiden von ihm erkundeten Stollen der Kammer der Königin, wären für ihn unübersehbare Hindernisse gewesen. Hindernisse, die seinem kleinen Roboter im Weg gestanden oder gelegen hätten. Folgerichtig wäre Gantenbrink ein Mitwisser, der von der heimlichen Beseitigung dieser Störfaktoren gewusst haben muss.

“Mudition” gegen die Ägyptologen?

Wieso hat Gantenbrink dieses Wissen dann nicht im nachfolgenden Streit mit dem Deutschen Archäologischen Institut und Prof. Stadelmann als “Munition” gegen sie genutzt? Hier sollte man vielleicht auch wissen, dass der Ingenieur Gantenbrink später Bild- und Videomaterial sowie Informationen zur Erkundung der Stollen Erich von Däniken zur Verfügung stellte. EvD schilderte den Fall beispielsweise bereits 1995 in seinem Buch “Der jüngste Tag hat längst begonnen” und zeigte oftmals das Videomaterial von Gantenbrink öffentlich bei seinen Vorträgen.

Der Astronautengötter-Jäger von Däniken ist wohl alles andere als ein “Mainstream-Forscher” oder linientreuer Autor zu archäologischen Fragen und Rätseln. Hätte also da etwas nach Betrug und Vertuschung in der von Lipinski angenommen Art und Weise gerochen: EvD wäre der erste gewesen, der das lautstark an den Pranger gestellt hätte! Außer natürlich, dass während einer “verbotenen Archäologie” die hypothetischen Steine etc. bereits vor Arbeitsbeginn von Rudolf Gantenbrink beseitigt wurden.

Wenn dem so wäre, ist es aber mehr als fraglich, warum das Deutschen Archäologischen Institut Gantenbrink danach überhaupt den Auftrag erteilt haben soll. Immerhin wäre den “geheimen Archäologen” dann bereits bekannt gewesen, wie die Schächte aussehen, wie lang sie sind und vor allem wie sie enden. Vergessen darf man auch nicht, dass in den kleinen Stollen Hindernisse lagen, die teilweise während der Arbeit von Gantenbrink erst beiseite geschafft werden mussten. Sie verhinderten die freie Fahrt des Roboters “UPUAUT 2”. Wie kann dann vorher ein (bisher nicht bekanntes) Fahrzeug dort drin gewesen sein und sogar Sprengungen durchgeführt haben?

Persönlich finde ich es überaus fragwürdig, dass die Cheops-Pyramide und andere Pyramiden nur deshalb gebaut wurden, um als Blitz-Elektrizitätswerke zu dienen. Die Astronautengötter hätten es viel einfacher haben können, in dem sie beispielsweise Türme oder hohe Strukturen aus Metall bauten, um mit diesen Blitzen anzulocken. Solche Versuche gab und gibt es in unserer Welt schon sehr lange. Immerhin hat heute selbst jenes Haus einen Blitzableiter und zuckende Blitze vom Himmel einzufangen ist prinzipiell sogar sehr einfach.

Weshalb diese “Götter” aus dem Kosmos damals auch keine andere Technik der Energiegewinnung hatten, steht dabei noch auf einen weiteren Blatt …

Elektrotechniker aus dem Kosmos?

Auch die Art der Kabel an sich, die angeblich in der Cheops-Pyramide verlegt wurden, erscheint mir sonderbar. Warum waren diese scheinbar nicht isoliert?

Wären sie isoliert gewesen, muss man auch keine “Kabelführungen” in die “Kabelkanäle” einbauen, um deren gegenseitige Berührung zu vermeiden. Allerdings ist das nicht unbedingt so sonderbar, da auch heute Stromkabel trotz ihrer Isolierungen in Führungen verlegt werden. Je nach Art und Weise der Kabel, der Kabelführung oder auch der Umgebung.

Die "Gantenbrink-Türen" in der Cheops-Pyramide (Bilder: R. Gantenbrink / National Geographic)
Die “Gantenbrink-Türen” in der Cheops-Pyramide [anklicken zur Großansicht](Bilder: R. Gantenbrink / National Geographic)
Ich habe auch ein Problem mit dem Querschnitt der angenommenen Leitungen. Da die Sperrstein-Metallreste Überbleibsel der elektrischen Leitungen sein sollen, scheinen sie einen viel zu geringen Querschnitt zu haben. Etwa 20 Zentimeter hoch und breit ist ein solcher Stein und die daran zu sehenden Überreste der Kabel sind ca. 5,5 Zentimeter lang (s. Bilder rechts).

Würde ich den Querschnitt der hier durchlaufenden Leitungen schätzen müssen, würde ich sagen, dass es sich mindestens um “1,5 Quadrat” handelt. Das ist eine umgangssprachliche Bezeichnung aus der Elektrotechnik und bedeutet nichts weiter als Kabel-Adern mit 1,5 Quadratmillimetern Stärke. Das sind vergleichsweise winzige Adern, die heute in unserem normalen 230 Volt-Stromnetz im Haushalt genutzt werden. Auch in elektrischen Schaltanlagen wie Schaltschränken mit Steuerungen kommen solche Kabel zum Einsatz.

Blitze vom Himmel

Adern mit 1,5 Quadratmillimetern oder meinetwegen auch 2,0 oder 4,0, da es kaum korrekt anhand der Bilder aus dem Gantenbrink-Schächten geschätzt werden kann, würden bei den von Lipinski angenommen Stromstärken (Blitze) ganz einfach schmelzen. Selbst die Kabel, an denen im normalen Haushalt 400 Volt Drehstrom anliegen (im Volksmund “Kraftstrom” genannt) sind dicker. Ganz zu schweigen davon, dass die Kanäle für so kleine Leitungen viel zu groß angelegt wurden.

Ein Beispiel mag das Problem mit den Kabeln der Schächte vielleicht anschaulich machen:

Unser 230 Volt-Netz daheim ist mit Sicherungen für eine Stromstärke von 16 Ampere abgesichert. Das sind dieses “Sicherungsautomaten” im Verteilerkasten, die dann und wann schon mal “raus fliegen”. Dazu kommt der berühmte “Fi-Schalter” (Fi = Fehlerstrom) über den auch die drei Phasen des Drehstrom laufen. Ein solcher Fi-Schutzschalter in einem normalen Haushalt ist meistens bis maximal 40 Ampere Stromstärke abgesichert. Ist der Strom höher, etwa durch einen Kurzschluss im Haus, “fliegt er raus”.

Ein Blitz vom Himmel ist hier eine ganz andere Kategorie. Durchschnittlich fließt in der Hauptentladung eines Blitzes ein Strom von 20.000 Ampere. Einige Blitze erreichen sogar 400.000 Ampere Stromstärke. Das sind gewaltige Entladungen, deren Auswirkungen mit Sicherheit jeder Mensch kennt!

Natürlich kennt niemand den Schaltplan des angeblichen Blitz-Krafwerk und damit die Art der “Hauptleitungen”. Dennoch erscheint mir die gesamte Hypothese aufgrund der dargelegten Punkte doch mehr als fragwürdig …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Überraschung in Ägypten: Reste einer 3.700 Jahre alten Pyramide gefunden – doch die Presse widerspricht sich!

Neue Entdeckung in Dahschur, Ägypten: Archäologen fanden die Reste einer 3.700 Jahre alten Pyramide (Bild: Gizeh - L. A. Fischinger)
Neue Entdeckung in Dahschur, Ägypten: Archäologen fanden die Reste einer 3.700 Jahre alten Pyramide (Bild: Gizeh – L. A. Fischinger)

Ägypten wird als “Land der Pyramiden” bezeichnet und jeder Laie kennt die gewaltigen Pyramiden von Gizeh unweit der Hauptstadt Kairo. Da mag es verwundern, dass Archäologen noch heute neue Pyramiden in Ägypten finden. Doch das kann vorkommen, da längst nicht alle Pyramiden dort derart große Monumente bis fast 150 Metern Höhe wie die von Gizeh sind. Und tatsächlich haben Wissenschaftler südlich der Metropole Kairo und damit südlich von Gizeh die Reste einer neuen Pyramide gefunden, die rund 3.700 Jahre alt sein soll. Aber warum widerspricht sich die Presse bei ihren Berichten zu dieser Entdeckung zum teil so stark?

 

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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Die Liste der ägyptischen Pyramiden wächst erneut.

Weit über 100 Pyramiden gibt es in Ägypten, von denen einige imposant in der Landschaft stehen und andere heute eher traurige Reste von kleinen Pyramiden sind. Oder es sind sogar niemals echte Pyramide gewesen, da sie noch während des Baus aufgegeben wurden und heute quasi nur “Pyramiden-Baustellen” des Altertums sind.

Die unbekannte Pyramide

Kürzlich war es wieder soweit, dass aus Ägypten archäologisch interessante Neuigkeiten gekommen sind:

Die Internetseite von Aljazeera.com meldete am 3. April 2017 die Entdeckung einer 3.700 Jahre alten Pyramide in der Nekropole von Dahschur. Das ist jenes Gebiet 30 – 40 Kilometer südlich von Kairo in der Wüste, in dem auch die berühmte “Knickpyramide” und unweit davon die “Rote Pyramide” stehen. Bauwerke, die dem Pharao Snofru, dem 1. Herrscher der IV. Dynastie um 2670 bis 2620 vor Christus, zugeschrieben werden. Ein Pyramiden-Feld, in das sich üblicherweise kaum ein Tourist verirrt.

Artikel-Serie & YouTube-Video von Lars A. Fischinger: "Cheops-Pyramide - Mumien Grabräuber und Mysterien"
Artikel-Serie & YouTube-Video von Lars A. Fischinger: “Cheops-Pyramide – Mumien Grabräuber und Mysterien”

Mahmoud Afifi, der derzeitige Leiter der ägyptischen Altertümerverwaltung hat am Montag, so “Aljazeera” unter Berufung auf die Agentur AP weiter, am Montag diese Entdeckung bekannt geben. Die neu entdeckte Pyramide bzw. die Reste dieser liege nördlich der “Knickpyramide” von Snofru und stamme aus der XIII. Dynastie. 3.700 wäre das Bauwerk alt und es heißt weiter zu der Ruine:

Adel Okasha, der Leiter der Dahshur-Nekropole, sagte, dass die Überreste zur inneren Struktur der Pyramide gehören, einschließlich eines Korridors. Andere Reste enthalten Blöcke, die die Innenarchitektur der Pyramide zeigen.”

Ebenso seien an den Resten Hieroglyphen gefunden worden und die einstige Höhe wäre noch unklar, wie andere Medien berichten. Die “BBC News” schrieb zum Beispiel am 3. März, dass ein Alabaster Stein gefunden wurde, auf dem zehn senkrechte Inschriften zu sehen seien. Pyramiden der IV. Dynastie haben alle keine Inschriften. Diese kamen erst ab der V. Dynastie “in Mode” und die Neuentdeckung in Dahschur stammt sogar erst aus der XIII. Dynastie. Obwohl die Nekropole, wo diese neue Pyramide liegt, wesentlich älter ist.

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Widersprüche in der Presse

Neben diesen scheinbaren Fakten widersprechen sich aber die Presseberichte zu dieser neuen Entdeckung von Dahschur teilweise erheblich. Schon die Nachrichtenseite “Aljazeera” schreibt in ihrer 2. Überschrift, dass diese Pyramide “Ägyptens erster Versuch gewesen sein könnte, eine Pyramide mit glatten Außenseiten zu bauen”. Das habe ein “Offizieller” gesagt.

Die Knickpyramide (oben) und die perfekte "Rote Pyramide" von Dahschur von der "Knickpyramide" ausgesehen (Bilder: L. A. Fischinger)
Die Knickpyramide (oben) und die perfekte “Rote Pyramide” von Dahschur von der “Knickpyramide” ausgesehen (Bilder: L. A. Fischinger)

Auch bei einer entsprechenden Meldung in der “International Business Times” vom 4. April findet sich dieser Fehler. Zumindest aber sind in einer ganzen Reihe von Berichten die Formulierungen so, als sei die Neuentdeckung dieser “erste Versuch” glatte Außenseiten zu bekommen.

Das ist natürlich Unsinn, der eventuell nur auf einem Missverständnis beruht! Sich aber durch eine Vielzahl an Presseberichten zieht.

Warum ist schnell erklärt: Die neuen Pyramiden-Funde sollen schließlich aus der Zeit um (grob von heute) 1680 vor Christus stammen, da sie 3.700 alt sind. Da standen in Ägypten schon etwa seit 1.000 Jahren(!) Pyramiden mit glatten Außenseiten im ganzen Land herum. Wahrscheinlich wurde hier die benachbarte “Knickpyramide”, die ja tatsächlich 1.000 Jahre früher eben ein solcher Versuch gewesen sein soll, gemeint. “Aljazeera”, auf die viele Berichte nun verlinken, hat mit der 2. Headline etwas aus dem Zusammenhang gerissen.

Übrigens steht in Sichtweite von dieser Pyramide mit ihrem berühmten Knick die “Rote Pyramide” mit perfekt glatten Seiten (s. Bild oben). Beide stammen ja von ein und demselben Pharao, dem König Snofru, und sind ca. 4.680 Jahre alt. Auch an der Originalquelle, die Meldung von “The Associated Press” vom 3. April, erkennt man klar, dass sich der “erste Versuch” auf die “Knickpyramide” bezieht.

Damit aber nicht genug. Am 4. April titelte “The Huffington Post“, dass in Ägypten eine neue “Pyramide, älter als Gizeh” entdeckt worden sei. Und das, obwohl sie das Alter der Neuentdeckung sogar korrekt angeben. Die Pyramiden von Gizeh sind jedoch rund 4.600 Jahre alt …

Wo genau “nördlich” der “Knickpyramide” letztlich die neuen Entdeckungen gemacht wurden und wie groß sie sind, ist bisher offen. Ihr könnt ja einmal selber auf die Suche gehen – die Pyramide mit ihrem Charakter-Knick findet Ihr bei Google Earth unter den Koordinaten

29°47’24.73″N

31°12’34.63″E

Viel Erfolg!

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Mystery-Video Top 5 des Jahres 2016: Die fünf meist gesehenen YouTube-Videos zur Grenzwissenschaft von Fischinger-Online

Die 5 meist gesehenen Mystery Files-Videos auf YouTube 2016 von Fischinger-Online (Bild: L. A. Fischinger)
Die 5 meist gesehenen Mystery Files-Videos auf YouTube 2016 von Fischinger-Online (Bild: L. A. Fischinger)

Das Jahr 2016 haben wir nun hinter uns gelassen und ein neues Jahr voller phantastische Mysterien der Menschheit hat begonnen. Wie seit zwei Jahrzehnten war ich im vergangenen Jahr als Jäger des Phantastischen dem Unfassbaren auf der Spur. Natürlich auch mit Videos auf meinem YouTube-Kanal zur Grenzwissenschaft und Mystery Files, auf dem sich bereits über 260 Videos finden. Die von Euch im Jahr 2016 meist gesehenen Videos meines Channel zeigt Euch dies Top 5. Viel Vergnügen.

 

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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Exakt 262 Videos zur Grenzwissenschaft und  den Rätseln der Welt befinden sich inzwischen auf meinem YouTube-Kanal. Das kann sich durchaus sehen lassen!

Die Top 5 der Videos und Beiträge, die im vergangenen Jahr am häufigsten angesehen wurden, habe ich für Euch unten eingefügt. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese bereits schon vor dem Jahr 2016 online waren.

Am Ende findet Ihr die Plätze 6 bis 10 des Jahres 2016 zusammengefasst.

Platz #1

Im Erdinneren wohnt eine fremde Super-Zivilisation! Edward Snowden-Enthüllung oder Mystery-Ente?

Platz #2

Bizarr! Die seltsamsten Mysterien der Grenzwissenschaft. (Vortrag von Lars A Fischinger):

Platz #3

Mysteriöses Artefakt in der Cheops-Pyramide übersehen? Was fand der “Pyramid Rover” 2002 tatsächlich?

Platz #4

Interview mit einem Alien aus der Zukunft? Gruseliges Top Secret Video von “Project Blue Book” 1964 – was ist davon zu halten?

Platz #5

Riesige Pyramiden in Deutschland – Sensationelle Entdeckungen?

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft [klick] hier.
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Die Plätze 6 bis 10 belegen 2016 folgende Videos:

Sensationeller Fund in Ägypten? Über die Geheimkammern im Grab des Tutanchamun (Bild: gemeinfrei / L. A. Fischinger)Platz #6

 VORTRAG von Lars A. Fischinger 2012: "Objekt M" - Ein UFO aus der Eiszeit? Und: Neues zum Aluminium-Fund von Aiud. (Bild: M. L. Sievers / Montage: L. A. Fischinger)Platz #7

Eine Reise ohne Wiederkehr 1959 im Ural: "Das Rätsel des Djatlow-Pass Unglück": Warum fanden 9 Menschen einen unerklärlichen Tod? (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei)Platz #8

Exklusiv Interview mit Erich von Däniken (Bild: Tatjana Ingold/Pixel-Zauber.ch / Bearbeitung: L.A. Fischinger)Platz #9

Interview-Talk mit Robert Fleischer von Exopolitik: Von falschen Behauptungen, Desinformationen über Facebook und Geheimdiensten bis Majestic 12 und Internet-Hatern (Bild: L. A. Fischinger)Platz #10

+++ Postet mir Eure Fragen, Anregungen, Kommentare & Meinungen dazu bei YouTube. / Abo & Daumen hoch nicht vergessen … +++

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Ungläubiges Staunen in der Presse und bei Facebook: Wurden uralte Pyramiden im Eis der Antarktis entdeckt? (Update)

Aufruhr in der Presse und bei Facebook: Wurden Pyramiden im Eis der Antarktis gefunden?
Aufruhr in der Presse und bei Facebook: Wurden Pyramiden im Eis der Antarktis gefunden? (Bilder: Screenshot YouTube)

In den englischen Medien sorgt eine erstaunliche Entdeckung für großes Aufsehen. Das durch die Erderwärmung auch in der Antarktis schwinde Eis habe eine oder mehre Pyramiden “freigelegt”, die auf eine uralte und vollkommen fremde Zivilisation am Südpol hindeuten. Diese Pyramiden in der Antarktis ähneln nicht nur jene berühmten Pyramiden in Gizeh in Ägypten, sondern sind dabei annähernd doppelt so breit. Nachdem auch das bekannte Nachrichtenmagazin “Focus” online über diese Strukturen in der Antarktis berichtet hat, sorgen diese auch im deutschsprachigen Facebook unter Mystery-Interessierte für Staunen – und Kopfschütteln. Eine Analyse der “Pyramiden in der Antarktis” und einige spannende und verblüffende Hintergründe zu diesem Thema erfahrt Ihr hier.

 

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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Dass es auch unseren Planeten von Pyramiden nur so wimmelt, ist ein offenes Geheimnis. Selbst in China stehen mehr Pyramiden in Ägypten, an das wohl jeder bei solchen Bauwerken denken muss.

Auch wenn Skeptiker unermüdlich davon sprechen, dass es “echte Pyramiden” nur und ausschließlich in Ägypten gibt, faszinieren Pyramiden-Bauten schon immer die Menschen. Selbst wenn sie eben nicht perfekte geometrische Formen wie eben jene in Ägypten haben. Und sogar dann noch, wenn nicht mal annähernd eine eine Pyramidenform zu erkennen ist, wie es die “Pyramide vor Japans Küste” (Yonaguni-Monument) zeigt.

Pyramiden in der Antarktis

Nachdem seit einigen Tagen in unzähligen (vor allem englischen) Medien über die Entdeckung der Pyramiden in Antarktis berichtet wurde, hat auch “Focus online” am 22. November das Thema aufgenommen. “Schneepyramiden in der Antarktis entdeckt – muss die Geschichte umgeschrieben werden?”, fragt das Magazin. Immerhin sollen “Wissenschaftler auf der ganzen Welt” über diese Fund verblüfft sein.

VIDEO auf YouTube: Sensation oder Phantasie: Die Antarktis auf einer Weltkarte von 1508? (Bild: L.A. Fischinger / Google Earth)
VIDEO auf YouTube: Sensation oder Phantasie: Die Antarktis auf einer Weltkarte von 1508? (Bild: L. A. Fischinger / Google Earth)

Die verschiedenen Berichte zu diesen Pyramiden fragen sich nun, ob hier einst Menschen lebten, die diese Monumente erbaut haben. Auch Außerirdisch, die Ancient Aliens der Prä-Astronautik, sind hierbei unlängst im Gespräch. Ebenso die Nazis und irgendwelche Geheimbasen im Sonne von Neuschwabenland & Co.

Vielleicht existierte hier eine Zivilisation, als die Antarktis noch warm und bewohnbar war, so die Spekulationen weiter. Ein Volk, von wir heute nichts mehr wissen. “Focus online” etwa zitiert dazu Dr. Vanessa Bowmann vom”British Antarctic Survey” mit den Worten:

Vor 100 Millionen Jahren war die Antarktis mit üppigen Regenwäldern überdeckt, ähnlich denen, die es heute in Neuseeland gibt. Die Temperaturen konnten dort bis auf 20 Grad Celsius klettern. Dass der Klimawandel eine ernste Auswirkung auf die Umwelt hat, steht schon lange fest. Wenn sich diese Pyramiden allerdings als künstlich erweisen, verändert das die Geschichte, wie wir sie kennen.”

“Vor 100 Millionen Jahren”? Also dutzende von Millionen Jahren vor den ersten primitiven Menschen! Das würde selbstverständlich die bekannte Geschichte verändern. Wenn denn die Pyramiden der Antarktis auch wirklich solche sind.

Ihr könnt Euch mit Google Earth dieses “Gebilde” unter den Koordinaten -79.977277 und dem Breitengrad -81.961749 selber einmal ansehen. Achtet dabei auch mal auf die alles andere als gleichmäßigen Kanten. Gut auch zu sehen bei diesem Bild (anklicken zur Großansicht):

Ist das wirklich eine Pyramide im Eis der Antarktis? (Bild: Google Earth)
Ist das wirklich eine Pyramide im Eis der Antarktis? (Bild: Google Earth)

Antarktis = Atlantis?

Eine versunkene Kultur am Südpol? Das sind keine neuen Überlegungen.

Nicht wenige Autoren und Forscher, die sich der Suche nach Atlantis verschrieben haben, deuteten bereits unseren Südkontinent als dieses gesucht Reich der Vorzeit. Vor allem die Autoren Rand und Rose Flem-Ath haben diese Idee in ihrem Buch “Atlantis: Der versunkene Kontinent unter dem ewigen Eis” 1996 weithin bekannt gemacht. Ihre Überlegungen haben später auch andere Autoren aufgriffen oder weiter ausgeführt.

Wichtigtuer oder Whistleblower? Ein ehemaliger US-Navy-Pilot will während seines Dienstes in der Antarktis UFOs und eine Alien-Basis gesehen haben (Bild: L.A. Fischinger / WikiCommons)
Wichtigtuer oder Whistleblower? Ein ehemaliger US-Navy-Pilot will während seines Dienstes in der Antarktis UFOs und eine Alien-Basis gesehen haben (Bild: L.A. Fischinger / WikiCommons)

Beispielsweise wurde eine plötzliche Verschiebung der Kontinente als Ganzes als Grund für das Ende der Kultur von Atlantis-Antaktis angeführt. Darum habe man auch alte Landkarten, die die Antarktis zeigen sollen, obwohl man sie damals noch gar nicht gekannt haben soll.

Die Ursache dafür könnte der gewaltige Eispanzer am Nordpol während der letzten Eiszeit gewesen sein. Durch das gigantische Gewicht des Eises und die Rotation der Erde habe dieser Eisschild die gesamte Erdkruste “ruckartig” und plötzlich als Ganzes verschoben.

Die Folgen waren Sintfluten, extreme Klimaveränderungen und letztlich, dass Atlantis zur Antarktis wurde. R. und R. Flem-Ath haben mit diesen Spekulationen vor rund 20 Jahren durchaus viel Aufsehen erregt. Etwa zusammen mit dem bekannten Autoren Graham Hancock, die sich beispielsweise auch auf die weltbekannte Landkarte des Piri Reis stützten.

Die Pyramiden sind längst bekannt

Bei Facebook findet sich die Meldung zu diesen Pyramiden am Südpol in vielen Gruppen und auf vielen Seiten, die sich mit Mystery und Grenzwissenschaft befassen. Was auch nachvollziehbar ist, da in solchen Gruppen eben genau solche Themen zu finden sind. Dafür sind sie schließlich da. Auch ich selber wurde bei Facebook mehrfach auf diese Berichte hingewiesen.

Doch neu ist diese vermeintliche Sensation lange nicht. Nicht nur, dass sie bereits vor einigen Monaten hier und dort erschienen ist, sondern sogar schon vor Jahren. Inklusive den jetzt kursierenden Fotos und YouTube-Videos. Ein Video bei YouTube mit dem Titel “Ancient Pyramids found in Antarctica?” stammt sogar schon vom 2. September 2012. Auch die “Sputnik News” berichteten im Sommer 2013 darüber – und verhalfen so diesen angeblichen Pyramiden zu erster Bekanntheit.

Natürlich kann man mit “guten Willen” hier eine Pyramide erkennen wollen. Etwa 450 mal 420 Meter groß ist dieser “Eisberg” und nimmt somit mehr Fläche als die Cheops-Pyramide in Gizeh mit rund 230 Metern Seitenlänge ein. Und von der Form her sieht der Berg eben aus wie eine Pyramide. Obwohl schon die Bilder zeigen, dass hier natürlicher Fels zu erkennen ist.

VIDEO auf YouTube: UFO-Absturz in der Antarktis entdeckt? Über „Das Ding aus einer anderen Welt“ bei Google Earth (Bild: WikiCommons/gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
VIDEO auf YouTube: UFO-Absturz in der Antarktis entdeckt? Über „Das Ding aus einer anderen Welt“ bei Google Earth (Bild: WikiCommons/gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Aber der gute Wille hilft eben nicht weiter bei der Jagd nach dem Phantastischen. Man denke dabei an die unzähligen Pyramiden im Meer und Alien-Basen, die angeblich schon mittels Google Earth gefunden wurden. Oder das abgestürzte UFO in der Antarktis. Dies befindet sich übrigens rund 950 Kilometer von der vermeintlichen Pyramide entfernt.

Alien vs. Predator

Pyramiden in der Antarktis als Werk von Aliens, wie es zu diesen Strukturen auch spekuliert wird? Das hatten wir schon mal im Jahr 2004 in einer durchaus spannenderen Variante.

Damals kam im Internet ein sehr sonderbares Gerücht auf, das von der Entdeckung einer Pyramide im ewigen Eis unseres Südkontinentes sprach. Es war vor der Zeit von Facebook & Co. und so wurde die kurze Meldung vor allen in Diskussionen und per E-Mail verbreitet. Das spannende dabei war vor 12 Jahren, dass es Fotos von dieser Pyramide bzw. aus deren Inneren gab. Es waren (trotz der mehr als schlechten Qualität der Bilder) darauf eindeutig künstliche Darstellungen zu erkennen, die aus dieser Pyramide stammen sollen. Einer unbekannten und damit rätselhaften Schrift nicht unähnlich.

Auch bei einem Kongress zur Prä-Astronautik wurde damals diese Internet-Meldung in einigen Pausengesprächen teils hitzig diskutiert. Doch, wenn ich mich recht erinnere, stieß diese “Top-News” auf überaus große Skepsis.

Zurecht, wie sich herausstellte, da sie ein Fake war. Und zwar haben damals die Macher des Hollywood-Filmes “Alien vs. Predator” dieses Gerücht absichtlich im Internet gestreut, um die Werbetrommel für ihren Science-Fiction-Film zu rühren. Denn die Entdeckung einer uralten Pyramide in der Antarktis ist in “Alien vs. Predator” von 2004 der Kern oder Aufhänger, um den sich der Film aufbaut …

Ergänzung 25. November 2016:

Mein Facebook- und Mystery-Freund Alex Schlee hat mich während einer Diskussion zu diesem Thema bzw. diesem Posting auf ein sehr interessantes Video vom 15. März 2016 hingewiesen. Und zwar auf das YouTube-Video “Gibt es Pyramiden in der Antarktis?” von ihm selber, dass Ihr auf seinem grenzwissenschaftlichen Kanal “MOHRsrclik” findet.

Schlee nimmt sich darin genau diesen “Pyramiden” in der Antarktis an. Und das sehr aufschlussreich, wie Ihr hier sehen könnt:

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Die „Gizeh-Mauer“ – Mythos und Wahrheit: Warum wurden die Pyramiden vor 15 Jahren „eingemauert“? +++Artikel++

Warum wurden die Pyramiden von Gizeh vor rund 15 Jahren vollständig mit einer Mauer umgeben? Steckten oder stecken wirklich "dunkle Machenschaften" dahinter? (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Warum wurden die Pyramiden von Gizeh vor rund 15 Jahren vollständig mit einer Mauer umgeben? Steckten oder stecken wirklich “dunkle Machenschaften” dahinter? (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Gizeh – immer wieder ein spannendes Thema. Noch immer verbergen sich in den rund 4.500 Jahre alten Pyramiden der Pharaonen Cheops, Chephren und Mykerinos zahlreiche Geheimnisse. Und noch immer sind viele Fragen rund um die Monumente der Pharaonen ungeklärt. Vor allem die größte Pyramide in Gizeh, die Cheops-Pyramide, ist hierbei zugleich auch der größte „Zankapfel“ zwischen alternativen Geschichts-Forschern, Archäologen und natürlich Grenzwissenschaftlern. Und so bekam der „Mythos Gizeh“ vor rund 15 Jahren eine weitere Facette hinzugefügt, über die ich vor Jahren bereits in Artikeln und Büchern berichtete: Die „Gizeh-Mauer“. Was es damit auf sich hatte und hat, soll hier nochmals genauer beleuchtet werden.

 

 

Von Lars A. Fischinger

Hallo, liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Das Plateau von Gizeh westlich von Kairo hat wesentlich mehr zu bieten, als „nur“ die Pyramiden. Während sich die meisten Mystery-Autoren verständlicherweise auf die großen Monumente der Pharaonen konzentrieren, fanden unbemerkt vom öffentlichen Interesse ab/um das Jahr 2002 ganz andere Arbeiten rund um die Pyramiden statt. Die Gerüchteküche der Netzgemeinde kochte damals heiß und auch heute noch ist sie teilweise nicht ganz abgekühlt.

Meldungen wie „Gizeh wird geschlossen!“, „Die Pyramiden werden heimlich eingemauert!“ und ähnlich klingende Berichte machten die Runde. Immer wieder kamen solchen Meldungen über meinen Schreibtisch. Berichte voller Mutmaßungen und Spekulationen, die zu einem großen Teil von dem Autoren Rico Paganini aus der Schweiz geschürt wurden. Ebenso damals von Bestsellerautor Robert Bauval. Aber so sonderbar diese Neuigkeiten aus Ägypten über eine „Einmauerung von Gizeh“ auch klangen, sie hatten tatsächlich einen wahren Kern und waren grundsätzlich nicht erfunden!

Was war also genau vor rund 15 Jahren in Ägypten geschehen?

Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten

Das gesamte Plateau wurde damals tatsächlich von einer kilometerlangen und Meter hohen Mauer umzäunt. Schnell erhielt dieses Bauwerk den (treffenden) Namen „Gizeh-Mauer“ und Spekulationen über ihren Sinn schlossen wie Pilze aus dem Boden.

Einige Internet-Nutzer wollten es nicht wahrhaben und glaubten an ein Fake oder eine Presse-Ente. Andere wiederum sprachen klipp und klar von einem Gerücht – und dass diese Mauer gar nicht existiert. Wieder andere User in Internet-Foren usw. unterstellten den ägyptischen Archäologen, sie wollen die Welt von Gizeh fernhalten. Sie warfen den Ägyptologen, der ägyptischen Regierung oder auch diversen „geheimen Mächten“ vor, sie würden in Gizeh „sensationelle Entdeckungen“ gemacht haben und „geheime Forschungen“ betreiben. Alles verborgen vor der Öffentlichkeit und schlussendlich soll eine Mauer um das gesamte Plateau dieser „verbotenen Archäologie“ eine uneingeschränkte und unbemerkte Arbeit ermöglichen. Munkelte man.

Ortstermin in Gizeh

Die "Gizeh-Mauer" (Bild: L. A. Fischinger)
Die “Gizeh-Mauer” (Bilder: L. A. Fischinger)

Ich flog damals erneut nach Ägypten – da so oder so eine Reise ins Land der Pharaonen auf meiner Liste stand – um mir dabei auch diese Mauer genauer anzusehen. Die Mauer steht. Das wurde sofort klar. Sie ist aus Beton und trägt oben auf eine Art Zaun von mindestens drei Metern Höhe. Nicht nur gewisse Bereiche des Plateaus wurden mit dieser Mauer umgeben, sondern sie zieht sich an den bewohnten Straßen von Gizeh im Osten ebenso entlang wie durch die Wüste im Süden. Das Plateau kann so nur noch durch drei offizielle Eingänge betreten werden. Der eine Eingang liegt im Osten in der Nähe der Sphinx, der zweite im Norden (Haupteingang) und einer in der südlichen Wüste.

Der Pauschaltourist, der mit dem Bus nach Gizeh fährt, dort ein hübsches Bild an der Sphinx aufnimmt, dann mit dem Bus über das Plateau zum Touristen-Aussichtspunkt fährt um noch ein letztes Bild der Bauten zu machen, sieht von der „Gizeh Mauer“ nichts. Vielleicht zwei Stunden halten sich diese Touristen dort auf um dann ihr Ägypten-Schnell-Programm fortzuführen. Ist also diese Ummauerung Teil einer Verschwörung, nur weil sie nicht klar zu sehen ist?

Auch der Besucher, der sich einen ganzen Tag in Gizeh aufhält, sieht diese Mauer nicht unbedingt. Die Pyramiden sind nicht direkt eingezäunt, sondern die Mauer verläuft „unsichtbar“ bis zu 800 Meter von den Monumenten entfernt. Also eine „Ummauerung der Pyramiden“ existierte damals wie heute nicht. Dennoch warf man mir im Internet schon Ende 2005 vor: „Ich war gerade in Gizeh, da steht keine Mauer!“ Wenn man nicht gezielt danach sucht, findet man sie auch nicht. Bustouristen, in kurzen Hosen, mit ihren Kameras in der Hand und ihrem straffen Zeitplan im Nacken, werden sie eben nicht sehen!

Gerüchte und „verbotene Archäologie“

Im Internet kursieren schon seit Baubeginn der Gizeh-Mauer die wildesten Gerüchte über dieses Bauprojekt. Schon zu Baubeginn kamen die ersten Fragen auf, da der ein oder andere von dem Gerücht gehört habe, das Plateau würde ummauert oder sogar komplett geschlossen werden. Nachdem bekannt wurde, dass die Ägypter ihren Nationalstolz von Gizeh nun tatsächlich eingemauert haben, kam selbstredend die Frage nach dem Sinn und Zweck eines solchen nicht gerade billigen Bauvorhabens auf. Die Mauer selber sieht aus wie das T-Rex-Gehege in dem Film „Jurassic Park“ und wirkt damit irgendwie bedrohlich bis befremdlich. Schätzungsweise acht Quadratkilometer des Plateaus sind so „abgeschottet“ von der Außenwelt.

Angeblich sechs Millionen US-Dollar hat der Bau dieser Eingrenzung gekostet. Schon hier erhoben die ersten Interessierten ihre Stimmen: Woher kommt das Geld für ein solches Vorhaben eigentlich? Hat das alles die ägyptische Antikenverwaltung bezahlt, die damals doch so intensiv nach Geldquellen suchte, um das neue Ägyptische Museum zu bauen? Die ersten Verschwörungstheorien kamen auf und sprachen sehr schnell von „geheimen Organisationen“ und dunklen Geldquellen. Auch ein Zweck für die Errichtung dieser Sperre wurde schnell laut. Man sprach und spricht zum Teil weiterhin von geheimen Forschungen auf dem Plateau, die von der Öffentlichkeit unbedingt verborgen werden müssen. Heimliche Ausgrabungen oder vor den Augen der Öffentlichkeit verborgene Erkundungen könnten hier vor sich gehen. Oder vielleicht gibt es bereits sensationelle Entdeckungen auf dem Plateau, die durch ein derartiges Bollwerk vertuscht werden sollen, spekulierten nicht wenige.

"Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien": Video-Zusammenfassung der Artikel-Serie von Lars A. Fischinger auf YouTube (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien“: Video-Zusammenfassung der Artikel-Serie von Lars A. Fischinger auf YouTube (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

In der Tat graben Archäologen täglich in Gizeh und es werden immer wieder neue Funde gemacht. Möglich, dass es „verborgene Forschungen“ auch wirklich gibt. Das möchte ich nicht abstreiten. Wobei hier zu fragen wäre, ob eine Forschung gleich „geheim“ ist, nur weil davon nichts in der Regenbogenpresse oder den Mainstreammedien steht.

Berühmt ist in diesem Sinne vor allem auch das senkrecht in den Boden verlaufende „Osiris-Grab“, das zwischen Sphinx und Chephren-Pyramide liegt. Eine Entdeckung, die jedoch bald 100 Jahre alt ist. Auch wimmelt es auf dem gesamten Areal von Gizeh an Gräbern. Unzählige Schächte führen senkrecht in den Boden und einigen Spekulationen nach soll es ein ganzes Labyrinth unter der Erde von Gizeh geben.

Verschwörungstheorien sprechen weiter auch davon, dass Archäologen dort im Geheimen unbekannte Gräber und auch Kammern innerhalb der Pyramiden erforschen wollen. Der Inhalt dieser Geheimkammern sei dabei von einer solchen Brisanz, dass die Öffentlichkeit davon nichts erfahren darf. Selbst irgendwelche Geheimgesellschaften werden hinter der Mauer und den angeblichen Geheimprojekten vermutet. Vielleicht sogar die Illuminaten, die hinter allerlei Verschwörungen, Rätseln und Machenschaften stecken sollen. Ebenso fiel der Bau der Mauer zeitlich sehr nahe an der unlängst legendären TV-„Live-Öffnung“ des Sperrsteins am Ende eines der Schächte in der Königinnenkammer der Cheops-Pyramide zusammen. Wir erinnern uns: Das war jene Fernseh-Show des damaligen ägyptischen Antikenchefs Dr. Zahi Hawass und dem „National Geographic Chanel“, bei dem ein Loch in diesen Stein gebohrt wurde. Anschließend steckte man eine Kamera hindurch und die Fernsehzuschauer auf der ganzen Welt konnten einen Block hinter diesen etwa 20 x 20 Zentimeter kleinen Stein erhaschen …

Video: Mysterium um das Osiris-Grab von Gizeh (Bilder: L. A. Fischinger / NSA/JPL)
VIDEO: Mysterium um das Osiris-Grab von Gizeh (Bilder: L. A. Fischinger / NSA/JPL)

Tatsächlich finden zum Beispiel innerhalb der Pyramide des Cheops immer wieder Untersuchungen satt. Ebenso Instandsetzungsarbeiten. Das ist eigentlich kein Geheimnis. Aber muss man dafür deshalb ganz Gizeh „sperren“? Und würde aufgrund irgendwelcher angeblicher geheimen Aktivitäten dort das gesamte Areal für Besucher gesperrt werden, würde nicht gerade genau das die Aufmerksamkeit der Welt auf Gizeh lenken? Ist es nicht gerade Sinn und Zweck einer „geheimen Forschung“ eben im Verborgenen stattzufinden? Würden die Eingänge geschlossen, die Besucher wieder heim geschickt und kein Mensch hätte Zugang zum siebten Weltwunder, müsste sich die ägyptische Altertümerverwaltung mit Sicherheit zahlreichen Fragen stellen. Also wäre das Gegenteil von „heimlich“ erreicht. Ausgrabungen auf dem Gelände fanden und finden bisher vor den Augen der Öffentlichkeit statt. Und mutmaßliche Ausgrabungen unter der Erde sind für die Besucher so oder so nicht zu sehen. Auch nicht ohne Mauer.

Darum eine Mauer!

Die Pyramiden von Gizeh stehen unter dem Schutz der UNESCO und gehören zum Weltkulturerbe der Menschheit. Und die UNESCO unterstützt den Erhalt des Weltkulturerbes (nicht nur Gizeh) natürlich auch mit finanziellen Mitteln. Könnte also die UNESCO die sechs Millionen Dollar teure Mauer mitfinanziert haben? Dient sie etwa dem Schutz des Plateaus und nicht irgendwelchen Geheimprojekten, wie es im Internet kursiert? Die Antwort ist: Ja.

Kairo und Gizeh, auch „klein Kairo“ genannt, sind ein Moloch mit 18 Millionen Einwohnern. Eine gigantische Metropole, die ständig wächst und sich ausbreitet, und deren genaue Einwohnerzahl so richtig eigentlich keiner kennt. Der Besucher von Gizeh, der beispielsweise im Osten am Sphinx-Tempel steht, kann deutlich sehen, dass bis an die Grenze des Plateaus bereits die Wohnhäuser von Gizeh heran reichen. Deutlich sieht man es beispielsweise auch auf Luftaufnahmen der östlichen Plateau-Region, die man mit Hilfe der Software „Google Earth“ betrachten kann (Koordinaten zum Beispiel: 29°58’30,65“ Nord und 31°08’19,40“ Ost). Es scheint, als wolle der moderne Städtebau die uralte Metropole der Pharaonen geradezu verschlingen.

Müllkippe und Freizeitpark Gizeh (Bilder: L. A. Fischinger / St. Eggers
Müllkippe und Freizeitpark Gizeh (Bilder: L. A. Fischinger / St. Eggers

Es ist in Ägypten auch so, dass Menschen dort wild ihre Häuser bauen, wo sie gerade wollen. Und wenn ein Haus „über Nacht“ einmal steht, darf es ebenso wenig abgerissen werden, wie heimlich angelegte Felder der Landwirtschaft. Dieser Bauboom hat unlängst auch die archäologischen Stätten von Gizeh erreicht. Die Pyramiden stehen nicht einsam in der Wüste – wie es Postkartenbilder gerne vermuten lassen –, sondern sie stehen fast schon mitten in der Stadt!

Die „Gizeh Mauer“ nun schützt das Gelände vor illegalen Bauaktivitäten der Bevölkerung. Bis zur Mauer…dann ist Schluss. Doch die Mauer erfüllt noch mehr und ganz profane Zwecke. Das gesamte Gizeh-Plateau ist eine riesige Müllhalde. Wohin man geht und blickt, überall wimmelt es an Plastikmüll, leeren Cola-Dosen und Flaschen und allerlei anderem Dreck. Die schon erwähnten Grabschächte die man dort findet, werden bedenkenlos als Müllkippen genutzt. In den senkrechten Stollen türmt sich der Wohlstandsmüll und Unrat. Auch rund um die Pyramiden selber liegt der Müll herum und Plastiktüten werden an den Seiten der Pyramiden vom Wind hoch geweht. Mülleimer gibt es dort praktisch nicht.

Ebenso benutzen die zahlreichen Wächter und „Touristenjäger“ des Plateaus die Gräber der alten Pharaonen als Toilette. Sie verrichten ihre Notdurft in den Eingängen zu Grabanlagen und Schächten. Pferde, Kamele und Menschen hinterlassen ihre Extremente auf dem gesamten Plateau. Dieser Müll stammt ausnahmsweise nicht nur von den Touristenmassen, die täglich die Monumente bewundern wollen. Er stammt zu einem großen Teil von den Einheimischen, die das Plateau unter anderem als großen Vergnügungspark nutzen.

Ägypten ist ein islamisches Land und was bei uns der freie Sonntag ist, ist dort der Freitag. Ströme von Großfamilien mit Sack und Pack, mit Kind und Kegeln und Tüten voll Picknick-Utensilien eilen auf das Plateau. Dort verbringen sie den Freitag und zurück bleibt der Müll in allen Ecken der Heiligtümer. Für die Kinder ist es ein Abenteuerspielplatz. Sie klettern auf die Königinnen-Pyramiden neben den Hauptpyramiden und die Wächter von Gizeh kapitulieren angesichts dieses Andranges.

Die Gizeh-Mauer nun verhindert, dass von allen Seiten die Einheimischen unkontrolliert das Plateau betreten und leider auch arg verschmutzen. Vor dem Bau der Mauer war Gizeh eine Kloake und jeder Kameltreiber ohne Lizenz konnte dort auf Touristen-Jagd gehen. Kontrolle? Keine!

Doch auch die Schutzmauer hatte schon kurz nach ihrer Fertigstellung Löcher. Die Anwohner haben den oberen Zaun aufgerissen und sich teilweise sogar kleine Rampen gebaut, um diese Absperrung zu überwinden. Dennoch bleibt die Tatsache, dass die Besucher des Plateaus (legal) nur durch die Eingänge das Gebiet betreten können.

Bakschisch

Doch nicht nur zahllose einheimische Besucher überfüllen das Plateau, sondern vor allem auch die unzähligen Geschäftemacher und Andenkenhändler. Überall auf dem Plateau wimmelt es von Einheimischen, die den Touristen dies und das zeigen oder auf irgendeine Art und Weise helfen wollen. Natürlich gegen ein kleines Trinkgeld, das legendäre „Bakschisch“. Zahlreiche dieser, sich selber „Guide“ nennenden, Menschen bevölkern das Areal. Zum Teil hartnäckig und aufdringlich belästigen sie die zahlenden Besucher. Ebenso die zahlreichen Kameltreiber und Pferdebesitzer, die gegen ein Entgelt ihre Tiere zum Reiten anbieten, Kutschfahrten anpreisen oder fotografiert werden wollen.

Fand der KGB 1961 eine Ancient Alien-Mumie in Gizeh? (Bild: Google Earth / L.A. Fischinger / YouTube Screenshot)
VIDEO: Fand der KGB 1961 eine Ancient Alien-Mumie in Gizeh? (Bild: Google Earth / L.A. Fischinger / YouTube Screenshot)

Auch diese eigentlich zum Bild von Gizeh dazugehörenden Menschen sind teilweise überaus aufdringlich. Beispielsweise gibt es den Trick, dass sich der Besucher kostenlos auf einem Kamel fotografieren lassen kann – möchte man aber wieder herunter gelassen werden, muss man zahlen.

Ein unkontrollierter Andrang von legalen und illegalen Geschäftsleuten ist dank der Mauer nun nicht mehr so einfach möglich.

Terror in Ägypten

Die Antikenverwaltung rechtfertigte die Errichtung der Mauer rund um Gizeh auch mit dem Schutz der Besucher vor Terroranschlägen. Leider ist es Tatsache, dass auch in Ägypten die Gefahr des Terrorismus allgegenwärtig ist. Man denke vor allem auch an das Massaker am Hatschepsut-Tempel in Luxor am 17. November 1997. Damals erschossen sechs Terroristen 62 Menschen. Bekanntlich wurde aber auch das Land der Pyramiden vom „arabischen Frühling“ überrollt, der einen gewaltigen Rückgang der Touristen nach sich zog.

So ist es heute natürlich auch rund um die Gizeh-Pyramiden westlich leerer geworden. In diesen Tagen der Aufruhr, der Veränderung und des Umbruch in Ägypten stand die Gizeh-Mauer bereits. Doch bei deren Planung konnte niemand ahnen, dass der „arabische Frühling“ in der stattgefundenen Art und Weise über das Land rollen wird…und so auch die Besucher wegbleiben. Eben genau  jene Touristen, die die Mauer schützen sollte.

Schon vor den Unruhen in Ägypten wurde am Eingang zum Plateau jeder Besucher von Wächtern kontrolliert und man muss selbstverständlich durch einen Metalldetektor gehen. Auch wimmelte und wimmelt es in Ägypten an Touristenpolizei, was eine direkte Folge des Attentates 1997 am Hatschepsut-Tempel ist. Egal ob an Hotels, Ägyptischen Museum, Gizeh, Sakkara, Luxor oder sonst wo – die Touristenpolizei ist sehr stark vertreten und allgegenwärtig. Durch die Errichtung einer Mauer um das Gizeh-Plateau können nun all jene Personen, die das Gebiet betreten wollen, von diesen Wachmannschaften durchsucht und kontrolliert werden.

Video: Geheimkammern in Gizeh: Gibt es eine Verschwörung um die Cheops-Pyramide und unbekannte Kammern? (Bild: gemeinfrei / L.A. Fischinger)
Video: Geheimkammern in Gizeh: Gibt es eine Verschwörung um die Cheops-Pyramide und unbekannte Kammern? (Bild: gemeinfrei / L.A. Fischinger)

Natürlich ist die Gefahr eines Anschlages durch die Mauer alles andere als vollkommen ausgeschlossen, doch sie erlaubt eine Zugangskontrolle der Menschen. Zumindest theoretisch, da für potentielle Attentäter die ohnehin löchrige Sperre nicht wirklich unüberwindbar sein wird. auch wenn sie als Abschreckung vielleicht psychologische Wirkungen haben mag. Das gilt auch für „normale Ganoven“ wie Taschendiebe oder Trickbetrüger. Aber Wirkung zeigte diese Ummauerung und Einzäunung eigentlich sehr schnell. Beispielsweise dadurch, dass (offenbar illegale) Andenkenhändler und Postkartenverkäufer ihre Waren an geeigneten Stellen durch den Zaun hindurch zu kauf anpreisen. Etwa im Bereich der Sphinx am Fuße des Plateaus.

Mein Autoren- und Mystery-Kollege Armin Risi wies mich in diesem Zusammenhang bereits am 11. Februar 2010 auf etwas sehr Interessantes hin. Wie er erfuhr, so sagte er mir, stand schon in ägyptischen Reiseführern der 1970er Jahre die Forderung nach einer Mauer um Gizeh. Jahrzehnte vor der Gizeh-Mauer wurde darin bereits von der Zerstörung und Verschmutzung der Metropole berichtet, der mit einer solchen Absperrung Einhalt geboten werden könne. Nun, seit rund 15 Jahren ist dieser Wunsch also Realität.

Der Mythos lebt zum Teil weiter

Die geheimnisvolle Gizeh-Mauer dient letztlich drei vollkommen simplen Hauptzwecken:

  1. Kontrolle über legale und illegale Händler und Geschäftsleute aller Art auf dem Plateau.
  2. Schutz vor einer ausufernden Expansion der Siedlungen am Fuße von Gizeh.
  3. Schutz vor Terroranschlägen und Attentaten (heute sicher aktueller denn je).

Von Verschwörungen, geheimen Forschungen und nebulösen Machenschaften dunkler Mächte in Gizeh – keine Spur. Von einer Art Abschottung der Pyramiden ebenso wenig. Das war um das Jahr 2002 so und ist heute nicht viel anders.

Mehr Themen rund um die Mysterien der Welt, findet Ihr auf meinem Grenzwissenschaft-Kanal bei YouTube
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Vielmehr ist die Mauer um das siebte Weltwunder ein rein profaner Zweckbau zum Schutz der Heiligtümer und der Besucher. Auch erfolgten die Bauarbeiten an dieser Absperrung nicht „in aller Heimlichkeit und Stille“, wie es Gerüchte besagten. Jeder Besucher der Pyramiden konnte den Bauvorgang der Mauer direkt an den Wohnhäusern von Gizeh beobachten und auch unbehelligt fotografieren. Natürlich nur, wenn er sich von den Pyramiden und den Touristenplätzen entfernt und auch das Umfeld des Plateaus in Augenschein nahm. Sonst sieht man die weitläufige Gizeh-Mauer tatsächlich nicht. Auch wäre es überhaupt nicht möglich gewesen, eine derartige Sperr-Konstruktion heimlich und unbemerkt hochzuziehen …

 

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Die Cheops-Pyramide: Mumien, Grabräuber und Mysterien – Artikel-Serie von Lars A. Fischinger, Teil #4: DIE ARTEFAKTE

Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien - Artikel-Serie Teil #4: DIE ARTEFAKTE AUS DER PYRAMIDE
Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien – Artikel-Serie Teil #4: DIE ARTEFAKTE AUS DER PYRAMIDE (Bild: L. A. Fischinger)

Die Cheops-Pyramide von Gizeh – Das letzte und zugleich älteste Weltwunder der Antike, wie es immer wieder gerne betont wird. Ein Bauwerk, das seit rund 4.500 Jahren die Menschen in ihren Bann zieht. Dabei ist eine jener Fragen, die der Pyramide des Cheops immer wieder gestellt werden, jene nach er Mumie des Pharao und der erster Öffnung des Monumentes durch den Kalifen Al-Mamun im Jahre 823. Auf Grundlage einer früheren Veröffentlichung von mir soll in dieser Artikel-Serie der Spur der Plünderung(en) der Cheops-Pyramide, den Funden des Al-Mamun und seiner Entdeckungen genauer nachgegangen werden. Dabei ergeben sich – wie so oft in der Mystery-Forschung – neue Fragen auf alte Antworten …

Von Lars A. Fischinger

Hallo, liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Einleitung

Pyramiden gibt es in Ägypten wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. Doch gerade und vor allem die Pyramide von Pharao Cheops (ca. 2620 bis 2580 vor Christus) aus der 4. Dynastie (2639 bis 2504 vor Christus) in Gizeh nahe Kairo erregt bis heute die Aufmerksamkeit zahllose Touristen und Autoren. (K)ein Wunder: ist sie doch mit ihren einst fast 147 Metern Höhe und einer Länger an der Basis von rund 230 Metern die größte Pyramide der Erde. Die Bauarbeiter des Königs türmten zu seinen Ehren unzählige Steinblöcke in den Himmel. Und so entstand ein Bauwerk, das nicht nur durch seine Wucht und Größe fasziniert, sondern auch vielen Autoren der Grenzwissenschaft durch ihre Rätsel und weiterhin offenen Fragen.

Gerne wird die Pyramide des Cheops als Monument aus fernen Tagen vor einer Sintflut gehandelt. Als eine Art „Wissensspeicher“ oder eine Art „kosmischer Plan“ für das Wissen der Menschheit. Eine „Zeitkapsel“, die die Weisheiten jener Menschen erhalten und schützen sollte, die vor der großen Sintflut bzw. vor Jahrtausenden lebten. Folglich ein Bauwerk, dass die Geheimnisse einer verborgenen Welt enthält. Vielleicht sogar von Atlantis. Eindeutige Beweise für diese Ideen gibt es keine.

Mehr als sonderbar und mysteriös ist, dass nie eine Mumie im Inneren der Steinberges entdeckt worden sein soll. Als das gewaltige Monument vor fast 1.200 Jahren erstmals durch einen Kalifen geöffnet wurde – war es vollkommen leer, wie es heißt.

Auf Grundlage meines Buches „Verbotene Geschichte“ (2010) und eines einstigen E-Book zum Thema soll in dieser kleinen Artikel-Serie speziell genau diesem Mysterium der Cheops-Pyramide nachgegangen werden. Fragen nach der Plünderung der Pyramide werden ebenso dargelegt, wie arabische Überlieferungen über die Öffnung des Bauwerkes sowie die Widersprüche, die sich daraus ergeben. Ebenso eine Spur, wo der mutmaßlich innere Sarkophag einer offenbar tatsächlich gefunden Mumie letztlich gelandet ist.

Alte Fragen, die durch ihre Antworten neue Fragen ergeben.

Zum Abschluss der Reihe plane ich als 5. Teil eine Zusammenfassung in einem YouTube-Video auf meinem Grenzwissenschaft-Channel „Ancient Aliens & Mystery Files“.

Bleibt also neugierig!

 

Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien

Teil #4: DIE ARTEFAKTE AUS DER PYRAMIDE

 

Lars A. Fischinger (mit Sonja Ampssler) vor dem rätselhaften Sarkophag in der Cheops-Pyramide (Bild: L. A. Fischinger)
Lars A. Fischinger (mit Sonja Ampssler) vor dem rätselhaften Sarkophag in der Cheops-Pyramide: Was befand sich hier im Jahre 823 drin? Und von wem? (Bild: L. A. Fischinger)

In den bisherigen Teilen der Artikel-Serie habe ich unter anderem eine ganze Reihe von Chronisten zu Wort kommen lassen, die im „Hitat“ über die „erste Öffnung“ der Cheops-Pyramide im Jahre 823 nach Christus berichtet haben. Selber dabei war – bis auf eine Ausnahme – kein einziger dieser Autoren. Das sollte anhand ihrer genannten Lebenszeiten klar zu erkennen gewesen sein. Dennoch stimmen zumindest alle diese Chronisten darin überein, dass vor rund 1.200 Jahren von den Arabern „etwas“ im Inneren der Cheops-Pyramide entdeckt wurde. Inklusive einer Mumie, einer Leiche oder zumindest Reste mindestens eines dort bestatteten Menschen.

Und, davon bin ich überzeugt, es handelte sich dabei nicht um die Mumie des Pharao Cheops, der seit seinem Tode 2580 vor Christus hier verborgen lag. Die Idee, Aussage oder Spekulation, dass Cheops hier durch Al-Mamun 3.403 Jahre nach seiner Bestattung gefunden wurde, ist meiner Meinung nach absurd. Dennoch scheint der Kalif in der großen Pyramide allerlei zum Teil sehr seltsame Dinge vorgefunden zu haben.

Also sehen wir uns in dieser Folge der Artikel-Reihe einmal näher an, was genau nach diesen Chroniken in der Pyramide entdeckt worden sein soll.

Da wären:

  • Eine „vollkommen wohl erhaltene und trockene“ Mumie/Leiche eines Mannes
  • Eine ebenso erhaltene Mumie/Leiche einer Frau
  • Ein goldener Deckel, mit dem der Sarkophag verschlossen war
  • Ein goldenes Kästchen mit Blut
  • Ein „ganz zerfallendes Gewand“ mit goldenen Fäden
  • Eine grünliche „Bildsäule eines Menschen“, die aus „einer Art Malachit“ bestand
  • Einen Leichnam in dieser „Bildsäule“
  • Einen „Panzer“ um diesen Leichnam mit Gold und Edelsteinen
  • Ein Schwert ohne Griff
  • Eine Frauenstatue mit einem Spiegel mit Metallrand
  • Eine Männerstatue mit einer „beschriebe Tafel“ in der Hand
  • „Morsche Knochen“ unter einem goldenen Deckel im Sarkophag
  • Pech, Aloe, Myrrhe, Edelsteine
Ein fragwürdiges Video zeigt angeblich sogar die Bergung einer Alien-Mumie in Gizeh durch den KGB (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei)
Gerüchte und fragwürdiges Aussagen zu den Pyramiden gibt es genug: Ein Video zeigt angeblich sogar die Bergung einer Alien-Mumie in Gizeh durch den KGB (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei)

Sofort dürfte auffallen, dass die überlieferten Angaben sich eindeutig widersprechen. Denn von „morschen Knochen“ bis zu einer „vollkommen wohl erhaltenen und trockenen“ Mumie ist es ein weiter Schritt.

Grundsätzlich sollte das aber nicht weiter von Interesse sein, da diese Aufzeichnungen in verschiedenen Jahrhunderten verfasst wurden und ausnahmslos auf Hörensagen beruhen. Fast niemand der zitierten Autoren im mittelalterlichen „Hitat“ hat diese Dinge aus der Cheops-Pyramide mit eigenen Augen gesehen. Alle notierten Erzählungen, Geschichten und Überlieferungen über das Reich der Pyramiden, die man sich dort erzählte. Die legendäre „Stille Post“ hat diese zweifellos verfälscht und es sei nochmals darauf hingewiesen, dass das „Hitat“ aus dem Mittelalter stammt.

Aber: Auch die in der Mystery-Forschung sehr bekannte Aussage, dass der biblischen Prophet Henoch die Cheops-Pyramide erbaut habe – da er eine große Flut kommen sah – wurde aus der Textsammlung „Hitat“ von al-Maqrizi abgeleitet. In diesem konkreten Fall sogar von ihm selber, der bekanntlich 1364 bis 1442 nach Christus lebte. Also tausende Jahre nach der Herrschaft des Pharao Cheops oder sogar den Tages den Henoch.

Eine blutige Entdeckung?

Ich wäre kein „Jäger des Phantastischen“, wenn ich nicht die Aussagen der alten Chronisten quasi mit drei Augen lesen würde. Denn so fällt bei den oben aufgelisteten Funden aus der Cheops-Pyramide und den zuvor angeführten Zitaten Sonderbares auf.

Da wäre zum einen das goldene Kästchen, dass der bereits 990 nach Christus verstorben al-Nadim erwähnt hat. Er notierte die Geschichte, dass die arabischen Entdecker in der Grabkammer ein Kästchen fanden, in dem sich wiederum „frisches Blut“ befand. Dieses Blut, so schreibt er weiter, gerann jedoch und trocknete ein, als es der Luft ausgesetzt wurde, eben „wie Blut zu gerinnen pflegt“.

Eindrücke aus der Königskammer - sie ist alles andere als "zierlich". Auf der Leiter zu sehen ist Dr. Dominique Görlitz; bekannt durch das "Cheops-Projekt".<span style="color: #999999;">(Bild: L. A. Fischinger / D. Görlitz)
Eindrücke aus der Königskammer – sie ist alles andere als “zierlich”. Auf der Leiter zu sehen ist Dr. Dominique Görlitz; bekannt auch durch das “Cheops-Projekt“.(Bild: L. A. Fischinger / D. Görlitz)

Wie soll man so eine Aussage verstehen, wenn sie wahr ist? Über 3.000 Jahre nach dem Bau der Pyramide fanden die arabischen Grabräuber dort noch immer ein Kästchen mit „frischem Blut“? Wenn dem so wäre, stammt es aus einer späteren Epoche und von einer viel späteren Bestattung.

Es könnte sich bei diesem „Kästchen“ um eine der sogenannten Kanopen gehandelt haben. Dies sind kleine Gefäße (oft in Form einer Gottheit), in dem die Ägypter die Eingeweide getrennt mit bestatteten, die bei der Mumifizierung dem Leichnam entnommen wurden. Diese kamen ab dem Ende der 4. Dynastie „in Mode“. Also jener Dynastie, in der Pharao Cheops gelebt hat. „Frisches“ Blut enthält aber keine dieser „Vasen“, und so ist es auch Spekulation, was es mit diesem Fund in Wahrheit auf sich hat.

Seltsam auch, dass al-Nadim die Königskammer als „zierlicher, gewölbter Bau“ beschrieben hat. Diese Grabkammer ist alles andere als „zierlich“ und hat auch eine vollkommen flache Decke. Offensichtlich war er nie im Inneren der Pyramide bzw. in der Königskammer. Sonst wüsste er auch, dass im dortigen Sarkophag überhaupt kein Platz für die Mumie einer zweiten Person neben der genannten männlichen Mumie ist. „An seiner Seite ruhte ein Weib“, wie er schreibt, passt wortwörtlich nicht.

Al-Kaisi war offenkundig nie in der Königskammer der Cheops-Pyramide, als er die ihm zu Ohren gekommenen Geschichten notierte. Sonst hätte er den Raum nicht in der vorliegenden Form beschrieben. Immerhin ist diese Kammer ca. 10,49 Meter lang, 5,24 breit und 5,84 Meter hoch und wurde aus zum Teil überaus mächtigen Ganitblöcken erbaut. Das sind übrigens genau jene (Decken-)Monolithen, an denen die Forscher Stefan Erdmann und Dr. Dominique Görlitz Eisen gefunden haben, worüber in diesem Video auf meinem YouTube-Kanal ausführlicher berichtet wird.

Dieser Widerspruch zwischen arabischen Bericht und Realität der Kammer es Königs wirft ein durchaus „fragliches Licht“auf al-Kaisi. Und zwar auf seine Geschichte über die Entdeckungen in dem senkrechten Schacht der Felskammern, die er persönlich gemacht haben will. Diese Funde von Geheimkammern und Mumien durch al-Kaisi kamen im vorherigen Artikel der Reihe zur Sprache kamen ….

Der Chronist Al-Mutanabbi wiederum war hier bei seinen Notizen genauer. Er schrieb von schwer zu erklimmenden Gängen und Treppen sowie einem „würfelförmigen“ Gemach mit einem Sarg darin. Das beschreibt das tatsächliche Aussehen der Königskammer schon recht gut.

Der verlorene Sarkophag – noch im 12. Jahrhundert zu besichtigen?

Der Granit-Sarkophag in der großen Pyramide: Lag in diesem ein weiterer Sarkophag, der noch bis ins 12. Jahrhundert in Kairo zu sehen war? (Bild: gemeinfrei)
Der Granit-Sarkophag in der großen Pyramide: Lag in diesem ein weiterer Sarkophag, der noch bis ins 12. Jahrhundert in Kairo zu sehen war? (Bild: gemeinfrei)

Was beim zitierten al-Kaisi wiederum sehr interessant ist, ist der Umstand, dass er höchstpersönlich die „Steinsäule“ gesehen habe, in der sich letztlich die Mumie befand. Jene „Bildsäule eines Menschen”, die “wie aus grünem Stein, einer Art Malachit, gefertigt“ gewesen sei, wie er sie beschreibt. Nach dem Öffnen genauer dieser „Säule“ erblickte Al-Mamun „darin den Leichnam eines Menschen“ und einige wertvolle Grabbeigaben. Und dieses Götzenbild, „aus dem man diesen Leichnam hervorholte, habe ich neben der Pforte des königlichen Palastes zu Misr liegen sehen“.

Auch wenn al-Kaisi vielleicht die Pyramide von König Cheops niemals selber von innen sah und nur Erzählungen ihres Inneren notierte, ist es bei dieser Bildsäule oder Statue etwas anders. Sie lag in seinen Tagen nicht mehr im Inneren der Pyramide und konnte folgerichtig von ihm auch ohne das Monument zu betreten bestaunt werden. Das heißt, dass al-Kaisi durchaus einen Sarkophag einer Bestattung gesehen haben kann, den die Araber 823 nach Christus aus der Cheops-Pyramide holten.

Ich vermute, dass es sich hierbei möglicherweise um einen „inneren Sarkophag“ gehandelt haben könnte, der sich in dem heute bekannten und für Besucher zu sehenden Sarg in der Königskammer befand. Es ist kein Geheimnis und sicherlich den meisten Menschen bekannt, dass die alten Ägypter ihre verstorbenen Könige nicht selten in einer „Schicht“ ineinander verschachtelter Särge beisetzten. Das bekannteste Beispiel ist hier selbstverständlich der Pharao Tutanchamun.

Interessant ist im Weiteren auch die Aussage, dass al-Kaisi diesen Sarg im arabischen Jahr 511 am Eingang eines Palastes in Misr hat herumliegen sehen. Das war nach christlicher Zeitrechnung 1133 nach Christus und über 300 Jahre nach dem Kalifen. Sollten also wirklich ein Artefakt aus dem Inneren der Pyramide des Cheops in verhältnismäßig junger Vergangenheit noch existiert haben?

Ein Sarg als Palast-Dekoration der Kalifen?

Was aber ist der „königliche Palast zu Misr“ genau?

Misr ist ein Kürzel von Misr al-qadima und liegt im Süden des heutigen Kairo, nur rund 10 Kilometer Luftlinie von den Pyramiden Gizeh entfernt am Ostufer des Nil. Die Nil-Insel Er-Roda gehört zu dem in Deutsch „Alt-Kairo“ bedeutenden Gebiet. (Heute) 400 Meter vom Nil entfernt steht die Festung Per-Ḥapi-n-Iwnw, die unter der Herrschaft der Griechen „Babylon“ genannt wurde.

Der Herausgeber des „Hitat“, al-Maqrizi, selber notierte erstmals auch einen anderen Namen für diesen Ort. Er nannte ihn „Qaṣr asch-Scham“, was in Etwa „Palast“ oder „Festung der Kerzen“ bedeutet. Auch bei der Eroberungen Ägyptens durch die Araber spielte diese Region oder besser gesagt diese heutige Altstadt von Kairo ein große Rolle. Genau hier irgendwo will der Augenzeuge al-Kaisi im Jahr 1133 den mutmaßlich inneren Sarg gesehen haben, der 823 aus der Cheops-Pyramide gestohlen wurde.

Teilansicht des Pyramiden von Abusir, südlich von Gizeh. Auch hier wurden Steine als Baumaterial geplündert. (Bild: L. A. Fischinger)
Teilansicht des Pyramiden von Abusir, südlich von Gizeh. Auch hier wurden Steine als Baumaterial geplündert. (Bild: L. A. Fischinger)

Und das ist auch nicht so unwahrscheinlich.

Vielen an Ägypten interessierten Menschen ist bekannt, dass nach der Gründung der Stadt Kairo durch die Araber im Jahre 969, diese die Bauten des alten Ägypten als „Steinbrüche“ nutzten. Die verschiedenen Pyramiden auf dem nahem Plateau Gizeh wurden dabei ebenso ihrer Steine beraubt, wie andere Heiligtümer des Landes auch. Hierbei wird auch gerne auf die Spitze der Chephren-Pyramide in Gizeh verwiesen, die noch Reste ihrer früheren Verkleidung besitzt. Dieser Steinraub zog sich Jahre hin und reichte bis zum südlich von Kairo gelegenen Pyramidenfeld von Abusir. Auch beim Bau und Ausbau des Kalifenpalast in Misr, oder besser gesagt der Palaststadt der Kalifen dort, kamen solche Bausteine aus dem alten Ägypten zum Einsatz. Im Jahr unsres Augenzeugen, 1133, regierte dort der Kalif Al-Hafiz aus der Dynastie der Fatimiden.

Gab es also unter seiner Regentschaft tatsächlich noch diese „Säule“ aus der Königskammer der Cheops-Pyramide? Nicht weniger wichtig ist aber auch die Frage, wie der Araber al-Kaisi diese steinerne „Bildsäule eines Menschen“ in Misr als genau jene aus der großen Pyramide identifizieren konnte? Es waren zwar „nur“ rund 300 Jahre seit der arabischen Öffnung der Pyramide vergangen – aber die ägyptischen Hieroglyphen konnte schon damals niemand mehr lesen. Sofern dieses Objekt überhaupt solche trug, anhand derer man dieses Objekt irgendwie zuordnen konnte.

Obwohl einer anderer Chronist die Behauptung des al-Kaisi durchaus stützen könnte, da dieser im “Hitat” überliefert:

Einige Geschichtsschreiber Ägyptens berichten, dass dieses grüne Götzenbild, in dem man die Gebeine fand, bis zum Jahre 611 der Higra beständig neben dem königlichen Palaste zu Misr lag.“

Es wäre spannend, ob nach bald 1.000 Jahren ein derartiges (Stein-)Artefakt überhaupt noch wiederzufinden wäre. Und: ob es überhaupt als das erkannt würde, was es ist.

Der grüne Sarkophag

Nische in der Kammer der Königin der Cheops-Pyramide : Stand hier einst ein Statue oder Sarkophag? (Bild: gemeinfrei)
Nische in der Kammer der Königin der Cheops-Pyramide: Stand hier einst ein Statue und/oder Sarkophag einer Frau? (Bild: gemeinfrei)

Wenig beachtet scheint mir bei der „Spurensuche“ aber die Erwähnung, dass dieses ominöse Bildnis mit einer Mumie darin grün gewesen sei. Das Objekt habe aus „grünen Stein“ bestanden, der Malachit ähnlich gesehen haben soll. Malachit ist ein bekannter Schmuckstein von eindringlicher grüner Farbe und auch im Land der Pharaonen sehr beliebt gewesen. Die Ägypter schmückten mit diesem Stein auch Sarkophage, weshalb die Aussagen der “Hitat”-Chronisten durchaus plausibel klingt. Vielleicht waren die in der Auflistung oben genannten Statuen eines Mannes und einer Frau eben solche Särge?! Oder weiter spekuliert, in der „Königinnenkammer“, die ihren Namen tatsächlich erst in der arabischen Zeit Ägyptens bekam und deren wahren Namen heute niemand mehr kennt, fand sich sogar eine solches Bildnis.

In der Kammer der Königin befindet sich in der Tat eine Nische an deren Ostwand, in der eine „Statue“ gestanden haben könnte. Diese Nische ist fast 5 Meter hoch und einen Meter tief und ihre Funktion ist in der Ägyptologie vollkommen unklar. Fragmente von Diorit innerhalb dieses kleinen “Gewölbes” können dafür sprechen, dass hier einstmals eine Statue stand. Und wer weiß, ob die Araber nicht tatsächlich dort (auch) einen Sarkophag vorfanden, der den Leichnam einer Frau enthielt. Diese in unbekannter Zeit nach Cheops erfolgte Beisetzung veranlasste daraufhin die Araber dem Raum den Namen „Königinnenkammer“ zu geben.

Von Vasen und inneren Organen

Auch wenn solche Spekulationen zutreffen, waren die von den Chronisten erwähnten beiden Statuen eines Mannes und einer Frau, die sich gegenseitig ansahen und in der Königskammer gestanden haben sollen, andere Artefakte. Vielleicht waren auch diese Kanopen-Vasen einer Bestattung, da sich das oben erwähnte „Kästchen“ mit dem Blut zwischen diesen Bildnissen befand. So zumindest hat es Ibn-an-Nadim (935 bis 990) vom „Hörensagen“ her notiert. Wenn man sich sein bereits zitiertes „Fundbild“ nochmal vor Augen führt, könnte es so gewesen sein:

„(Neben dem Sarkophag) erheben sich 2 Felsblöcke in vollendeter Sauberkeit und Schönheit und reichen Farben. Auf jedem gewahrt man eine steinerne Statue; die eine stellt einen Mann, die andere eine Frau dar. Die beiden stehen sich Aug in Aug gegenüber

(…)

Zwischen den beiden Blöcken steht ein steinernes Gefäß (…) in diesem fand man beim Öffnen frisches Blut (…)“

Beispiele solcher Kanopen-Vasen (Bilder: gemeinfrei/WikiCommons)
Beispiele solcher Kanopen-Vasen (Bilder: gemeinfrei/WikiCommons)

Die Funde von Edelsteinen sind bei den Schilderungen der arabischen Chronisten nettes aber nicht gerade rätselhaftes Beiwerk. Die „beschriebe Tafel“ hingegen, die die männliche Statue in Händen gehalten haben soll, wäre hier ein wesentlich spannenderes Artefakt. Was mag auf dieser Schrifttafel gestanden haben? Welche Informationen wurden hier überliefert? Würde es sich bei diesen Statuen tatsächlich “nur” um steinerne Kanopen-Vasen gehandelt haben, so wäre es rein religiöse Inschriften gewesen. Zumal wir auch keinerlei Anhaltspunkte haben, wie groß diese beiden Bildnisse eigentlich gewesen sind!

Obwohl schon früh solchen Kanopen beschriftet wurden, wurden diese Vasen erst ab dem sogenannten Mittleren Reich (2137 bis 1781 vor Christus) mit Deckel in Form menschlicher Köpfe geschmückt. Üblicherweise waren es aber Darstellungen von Göttern (den Söhnen des Horus), die Schutz und Sicherheit geben sollten. Und meistens waren es vier Kanopen mit jeweils einem der göttlichen Horus-Söhne für vier entnommene Organe der Mumie.

In der „Dritten Zwischenzeit“ wiederum fertigten die Ägypter diese Beigaben in Form von Mini-Mumien an, die teils auch mit Mini-Totenmasken geschmückt wurden. Und das wiederum fällt zeitlich in die schon bekannte 26. Dynastie, oder besser gesagt, in den Übergang zwischen „Dritter Zwischenzeit“ in die „Spätzeit“ Ägyptens. Damit ist es auch hier mehr als unwahrscheinlich, dass authentische Artefakte aus der Tagen des Pharao Cheops beschrieben worden sind. Stimmt die Vermutung von entdeckten Kanopen, waren es nach den alten Texten aber nur drei – und nicht wie üblich vier für Lunge, Gedärme, Leber und Magen des Bestatteten.

Einen Spiegel oder eine beschriebene Tafel, wie es überliefert ist, hielt aber so oder so keine der heute bekannte Kanopen oder Mini-Mumie in den Händen. Was auch schwerlich möglich wäre, da derartige Vasen überhaupt keine Hände oder Arme haben …

Widersprüche, Unklarheiten und – Klarheiten

Ohne Frage ist in der Phänomene-Forschung und Grenzwissenschaft oft der Wunsch der Vater des Mysteriums. Dennoch aber bleibt „Cheops Vermächtnis“ aufgrund folgender Tatsachen und ihrer Widersprüche weiter nebulös:

  • Es wurde mit Sicherheit eine Mumie (oder sogar mehrere Mumien) in der großen Pyramiden gefunden. Inklusive einige Beigaben.
  • Nichts deutet darauf hin, dass der Pharao Cheops gefunden wurde.
  • Die arabischen Chronisten widersprechen sich teils deutlich.
  • Durch diese Widersprüche ist nicht mal klar festzustellen, was eigentlich genau gefunden wurde.
  • Wann sich wer in der Pyramide des Cheops lange nach ihrer Errichtung beerdigen lies, ist vollkommen unklar.
  • Wenn die Pyramide schon vor Al-Mamun 823 nach Christus offen war oder stand, ist es seltsam, dass trotzdem von ihm Kostbarkeiten wie Edelsteine und ein Sargdeckel aus Gold gefunden wurden.
  • Die bisher einzige bekannte Darstellung der Pharao Cheops (Bilder: L. A. Fischinger)
    Die bisher einzige bekannte Darstellung der Pharao Cheops (Bilder: L. A. Fischinger)

    Das spricht durchaus für eine erneute Versiegelung in unbekannten Tagen, die dann von Al-Mamun aufgebrochen wurde.

  • Noch im 12. Jahrhundert wollen Augenzeugen einen „Sarg“ aus der Cheops-Pyramide gesehen haben.
  • Wie diese Chronisten den im 9. Jahrhundert gefundenen „inneren Sarkophag“ als Entdeckung von Al-Mamun identifizierten konnten, ist offen.
  • Wenn 25 vor Christus die Cheops-Pyramide noch durch eine „Klapptür“ betreten werden konnte (wie der Geschichtsschreiber Strabo berichtet, siehe Teil 1) – dann stammen die Funde von Al-Mamun aus der Zeit danach. Niemand hätte wertvolle Objekte unangetastet gelassen, wäre das Monument nicht nach dem Jahr 25 vor Christus erneut verschlossen worden!
  • Die Vermutung, dass bei Renovierungen Jahrhunderte vor Strabo jemand dort bestattet wurde, könnte stimmen. Aber diese Bestattung(en) blieben nicht bis 823 unangetastet.
  • Die Beschreibungen von Mumien-Funden usw. im Schacht der Felsenkammer aus dem 3. Teil dieser Reihe, sind wohl eher Erfindungen, da der Autor scheinbar nie das Innere der Pyramide betrat.

Möglicherweise haben die Widersprüche und Unklarheiten der arabischen Chronisten über Al-Mamuns Funde folgenden Grund:

Im „Hitat“ des al-Maqrizi werden Erzählungen und Gerüchte aus dem ägyptischen Volksmund überliefert. Auch wenn diese zum Teil Jahrhunderte alt waren, bestätigen sie zumindest Beisetzungen in der Pyramide des Cheops. Die widersprüchlichen Angaben könnten sich dadurch erklären, dass unterschiedliche Funde aus unterschiedlichen Zeiten in einen Topf geworfen wurden. Obwohl Al-Mamun die Cheops-Pyramide nicht als erster Prüderer betrat, sind Geschichten über dort entdeckte Objekte mit ihm verknüpft worden.

Die Ägypter selber wussten von Funden im Inneren der Pyramide, aber schrieben sie alle Al-Mamun zu. Welcher „Einbrecher“ was wann wo genau vorfand, war längst in Vergessenheit geraten. Der eine fand nichts als morsche Knochen im Sarkophag der Königskammer – der andere wiederum vielleicht eine Mumie in recht gutem Zustand. Einer entdeckte Statuen/Kanopen oder sogar mehrere Särge in menschlicher Form – der andere einen kostbaren Sargdeckel aus Gold mit Leichenresten darunter …

Doch Pharao Cheops wurde nach dieser “Analyse” der arabischen Überlieferungen nie in seiner Pyramide gefunden.

Eine abschließende Zusammenfassung als 5. Folge der Artikel-Serie findet Ihr hier in einem YouTube-Video.

 

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Die Cheops-Pyramide: Mumien, Grabräuber und Mysterien – Artikel-Serie von Lars A. Fischinger, Teil #3: MÄRCHEN AUS 1001 NACHT?

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Die Cheops-Pyramide: Mumien, Grabräuber und Mysterien – Artikel-Serie Teil #3: Märchen aus 1001 Nacht?

Die Cheops-Pyramide von Gizeh – Das letzte und zugleich älteste Weltwunder der Antike, wie es immer wieder gerne betont wird. Ein Bauwerk, das seit rund 4.500 Jahren die Menschen in ihren Bann zieht. Dabei ist eine jener Fragen, die der Pyramide des Cheops immer wieder gestellt werden, jene nach er Mumie des Pharao und der erster Öffnung des Monumentes durch den Kalifen Al-Mamun im Jahre 823. Auf Grundlage einer früheren Veröffentlichung von mir soll in dieser Artikel-Serie der Spur der Plünderung(en) der Cheops-Pyramide, den Funden des Al-Mamun und seiner Entdeckungen genauer nachgegangen werden. Dabei ergeben sich – wie so oft in der Mystery-Forschung – neue Fragen auf alte Antworten …

Von Lars A. Fischinger

Hallo, liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Einleitung

Pyramiden gibt es in Ägypten wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. Doch gerade und vor allem die Pyramide von Pharao Cheops (ca. 2620 bis 2580 vor Christus) aus der 4. Dynastie (2639 bis 2504 vor Christus) in Gizeh nahe Kairo erregt bis heute die Aufmerksamkeit zahllose Touristen und Autoren. (K)ein Wunder: ist sie doch mit ihren einst fast 147 Metern Höhe und einer Länger an der Basis von rund 230 Metern die größte Pyramide der Erde. Die Bauarbeiter des Königs türmten zu seinen Ehren unzählige Steinblöcke in den Himmel. Und so entstand ein Bauwerk, das nicht nur durch seine Wucht und Größe fasziniert, sondern auch vielen Autoren der Grenzwissenschaft durch ihre Rätsel und weiterhin offenen Fragen.

Gerne wird die Pyramide des Cheops als Monument aus fernen Tagen vor einer Sintflut gehandelt. Als eine Art „Wissensspeicher“ oder eine Art „kosmischer Plan“ für das Wissen der Menschheit. Eine „Zeitkapsel“, die die Weisheiten jener Menschen erhalten und schützen sollte, die vor der großen Sintflut bzw. vor Jahrtausenden lebten. Folglich ein Bauwerk, dass die Geheimnisse einer verborgenen Welt enthält. Vielleicht sogar von Atlantis. Eindeutige Beweise für diese Ideen gibt es keine.

Mehr als sonderbar und mysteriös ist, dass nie eine Mumie im Inneren der Steinberges entdeckt worden sein soll. Als das gewaltige Monument vor fast 1.200 Jahren erstmals durch einen Kalifen geöffnet wurde – war es vollkommen leer, wie es heißt.

Auf Grundlage meines Buches „Verbotene Geschichte“ (2010) und eines einstigen E-Book zum Thema soll in dieser kleinen Artikel-Serie speziell genau diesem Mysterium der Cheops-Pyramide nachgegangen werden. Fragen nach der Plünderung der Pyramide werden ebenso dargelegt, wie arabische Überlieferungen über die Öffnung des Bauwerkes sowie die Widersprüche, die sich daraus ergeben. Ebenso eine Spur, wo der mutmaßlich innere Sarkophag einer offenbar tatsächlich gefunden Mumie letztlich gelandet ist.

Alte Fragen, die durch ihre Antworten neue Fragen ergeben.

Zum Abschluss der Reihe plane ich als 5. Teil eine Zusammenfassung in einem YouTube-Video auf meinem Grenzwissenschaft-Channel „Ancient Aliens & Mystery Files“.

Bleibt also neugierig!

 

Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien

Teil #3: Märchen aus 1001 Nacht?

 

Der Schacht des Kalifen Al-Mamun aus dem 9. Jahrhundert, der heute die Besucher in die Cheops-Pyramide führt (Bild: L. A. Fischinger)
Der Schacht des Kalifen Al-Mamun aus dem 9. Jahrhundert, der heute die Besucher in die Cheops-Pyramide führt (Bild: L. A. Fischinger)

Die Annahme, dass die Pyramide erstmals 823 aufgebrochen wurde und dabei rein gar nichts enthielt, ist also unzutreffend. Das wissen wir nun. Wessen Leiche Al-Mamun aber wirklich fand, ist und bleibt reine Spekulation. Pharao Cheops höchst selbst wird es wohl kaum gewesen sein. Doch Überlegungen über den Verbleib einer möglichen echten Mumie des Cheops, sind ebenso spekulativ.

Doch schauen wir uns in dieser Artikel-Folge einmal an, was die alten Chronisten und Historiker dazu noch wussten. Oder gewusst haben wollen.

“Märchenonkel” Herodot?

Hierbei wird oft an erster Stelle der schon legendäre Geschichtsschreiber Herodot von Halikarnass (490/480 bis 424 vor Christus) genannt. Ein griechischer Autor, der eine Art Weltgeschichte (die „Historien“) in mehreren Bänden verfasst hat. Aber auch ein Geschichtsschreiber, der als „Geschichtenerzähler“ verrufen war und ist und den der griechische Schriftsteller und Philosoph Plutarch (45 bis 125 nach Christus) sogar schlicht einen „Lügner“ nannte. Ein fraglos starker Vorwurf von Plutarch gegenüber eines seiner Vorgänger.

Der nicht minder bekannte Geschichtsschreiber Diodor von Sizilien (erste Hälfte des 1. Jahrhundert vor Christus) hielt ebenso nichts von den Schilderungen des Herodot. Nur „Wundermärchen und unterhaltende Dichtungen“ habe dieser überliefert, so sein Landsmann Diodor im 1. Buch seines 40 Bände umfassenden Geschichtswerk „Bibliothéke historiké“. Auch er zweifelte folglich an der Wahrhaftigkeit der Geschichtsschreibung durch Herodot.

Der Grieche Herodot war es übrigens auch, der den heute lange widerlegten aber weithin bekannten Mythos in die Welt setzte, dass ein Heer von 100.000 Sklaven die Cheops-Pyramide in 20 Jahren errichtet habe. Oder auch, so Herodot in Band 2 seiner „Historien“, dass Pharao Cheops „als er Geld brauchte, seine eigene Tochter in einem Bordell sitzen ließ und ihr auferlegte, eine gewisse Summe des Geldes (…) zu verdienen“.

Das Grab des Osiris von Gizeh: Wie Ägyptens letzter Pharao Zahi Hawass einen fast 100 Jahre alten Fund als seine Entdeckung präsentierte (Bild: L. A. Fischinger)
ARTIKEL: Das Grab des Osiris von Gizeh: Wie Ägyptens letzter Pharao Zahi Hawass einen fast 100 Jahre alten Fund als seine Entdeckung präsentierte (Bild: L. A. Fischinger)

Auch wenn damals wie heute Herodot als Erzähler von Fakt und Fiktion angesehen wurde und wird, sind seine Aussagen über die angebliche letzte Ruhestätte des Cheops sehr weit verbreitet. Herodot notierte nämlich, dass die „Sklavenarbeiter“ des Pharao neben der eigentlichen Pyramide eine Reihe von geheimen unterirdischen Kammern oder Räumen anlegten und in einer dieser Gruften letztlich Cheops selber bestatte wurde. Folglich nicht in der „Königskammer“ der großen Pyramide, die dann eigentlich bei ihrer Versiegelung vor ca. 4.500 Jahren schlicht leer gewesen sein sollte. Zumindest bis jemand den von Al-Mamun entdeckten Verstorbenen dort bestattete.

Im Zusammenhang mit dieser versteckten Grabkammer des Cheops wird vielfach das unterirdische „Osiris-Grab“ genannt. Diese unterirdische Anlage befindet sich zwischen der Pyramide des Chephren und der Sphinx auf dem Plateau von Gizeh. Darüber habe ich an anderer Stelle in einem YouTube-Video berichtet.

Verschwommene Erinnerungen?

Interessant ist aber, was der Herodot-Kritiker Diodor von Sizilien selber zu den Pyramiden von Gizeh schreibt. Etwa um das Jahr 50 vor Christus reiste Diodor durch Ägypten und sammelte dabei auch Informationen über die Cheops-Pyramide. Und so berichtet auch er selbst zum Beispiel, dass Cheops tatsächlich nicht in der Pyramide mit seinem Namen begraben wurde, sondern in einem geheimen Versteck. Ähnliches also wie sein Vorgänger Herodot. Als Grund für diese Form des Begräbnisses des Königs führt Diodor aus, dass er die Rache der von ihm versklavten Bauarbeiter bzw. Bevölkerung befürchtet habe. Auch sein Nachfolger Pharao Chephren sei auf diese Weise und genau aus demselben Grund versteckt bestattet worden. Das klingt erst mal spannend. Aber schaut man sich weitere Angaben von Diodor zur Cheops-Pyramide an, so zeigt sich sehr schnell, dass ihm in Ägypten wohl jeder Mensch eine andere Story aufgetischt hat.

So nennt Diodor als Bauherren der großen Pyramide auch einen ganz anderen und unbekannten Herrscher, der „Harmais“ geheißen haben soll. Ein solcher König ist in Ägypten aber unbekannt. Wohl aber ist der sehr ähnliche Name „Harmachis“ geläufig und auch der Sphinx wurde einst „Harmachis-Chepre-Re-Atum“ genannt. Harmachis ist jedoch eine Gottheit, die seit der 18. Dynastie ab etwa 1550 vor Christus eine Form des bekannten Gottes Horus war. Hat also ein Gott mit Falkenkopf die Pyramide des Cheops gebaut?!

Bildnis des Pharao Amasis / Ahmose II. (Bild: L. A. Fischinger)
Bildnis des Pharao Amasis / Ahmose II. (Bild: L. A. Fischinger)

Auch für die Chephren-Pyramide nennt Diodor einen weiteren Baumeister. Und auch dieser lässt sich nicht mit seinen Angaben über „Geheimgräber“ von Cheops und Chephren in Einklang bringen. So überliefert der Geschichtsschreiber, dass ein Pharao mit dem Namen Amasis der wahre Bauherr der Chephren-Pyramide von Gizeh war. Diesen Pharao wiederum hat es tatsächlich gegeben, auch wenn er rund 2.000 Jahre nach dem Bau der großen Pyramiden lebte.

Es handelt sich dabei um den Pharao Ahmose II. (570 bis 526 vor Christus), den Diodor als Herrscher von „außergewöhnlicher Klugheit und in seinem Charakter maßvoll und gerecht“ lobt. Pharao Ahmose II. könnte dennoch tatsächlich etwas mit den Pyramiden zu tun gehabt haben. Seine Herrschaft fiel in die 26. Dynastie des Pharaonenreiches, die uns im 1. Teil bereits begegnete. Das ist genau jene Saiten-Dynastie, die für Umbauten und Restaurationen an den Pyramiden von Gizeh und anderen Monumenten verantwortlich war …

Sollte vielleicht sogar Pharao Ahmose II. jene Mumie gewesen sein, die Al-Mamun 823 in der Cheops-Pyramide entdeckt hat? Auch das ist wieder fragwürdig, da dieser Herrscher fast exakt 1.350 Jahre vor den Entdeckungen des Kalifen starb. Vielmehr scheint es so, als habe Diodor hier eine verschwommene Erinnerung an die 26. Dynastie von seinen einheimischen Informanten erzählt bekommen.

Das zeigt sich auch bei seiner Angabe, dass die ungeheure Anzahl von 360.000 Menschen über 20 Jahre mit dem Bau der Cheops-Pyramide beschäftigt war. Ein Arbeiterheer, für das nicht einmal Platz auf dem Gizeh-Plateau ist, und das sich permanent auf die Füße getreten wäre.

Zurück zum “Hitat”

Teilansicht der sog. "unvollendeten Grabkammer" tief unten in der Cheops-Pyramide (Bild: W.-J. Langbein)
Teilansicht der sog. “unvollendeten Grabkammer” tief unten in der Cheops-Pyramide (Bild: W.-J. Langbein)

Natürlich enthält auch das „Hitat“, das in der vorherigen Artikel-Folge umfangreich zu Wort kam, selbst zahllose Angaben über die Cheops-Pyramide und andere ihrer Art. Vielfach sind es dabei Wiederholung, Erzählungen der ägyptischen Kopten oder auch Lobeshymnen an die prachtvolle Architektur der Monumente. Ebenso die Erwähnungen von Inschriften an den Außenverkleidungen der Pyramiden und auch Aussagen über eine Sintflut.

Bei der Suche nach dem verschollenen Pharao Cheops muss der Vollständigkeit halber aber erneut der Chronist al Kaisi erwähnt werden. Das war jener Autor aus Teil 2, der noch im Jahr 1133 die „Götzenstatue“ aus der Cheops-Pyramide gesehen haben will. Doch er will noch weit mehr gesehen haben – sehr viel mehr.

So schildert al Kaisi neben den Entdeckungen von Al-Mamun auch seine eigenen persönlichen Erkundungen in der großen Pyramide. Bei diesen stieß er auf „ein großes gewölbtes Gemach, dessen Basis ein Viereck bildet“ und dessen Decke rund gewesen sei. Bei genauerer Betrachtung entdeckte er in diesem Raum noch weitere Stollen und geheime Kammern, zu denen er schreibt:

In der Mitte befand sich ein viereckiger Brunnenschacht von 10 Ellen Tiefe. Steigt man in ihm herab, so entdeckt man auf jeder seiner vier Seiten eine Pforte, die zu einem großen Raum führt, in dem Leichname liegen, Söhne Adams. Sie sind mit einer großen Zahl von Leichentüchern bedeckt. Auf jedem liegen mehr als 100 Tücher, die durch die lange Zeit morsch und schwarz geworden sind. Ihre Leiber gleichen den unseren (…). Von ihren Körpern und ihrem Haar ist nichts abgefallen. Kein Greis, keiner dessen Haar weiß ist, befindet sich unter ihnen. (…) Aber sie haben sehr an Gewicht verloren, schließlich sind sie infolge der langen Zeit wie welke Blätter und sonstiger Abfall geworden.

In diesem Brunnenschacht sind vier mit Leichnamen angefüllte Räume.“

Video: Das Mysterium des „Osiris-Grab“ von Gizeh – Ein See und unerforschte Tunnel unter der Pyramide des Cheops?(Bilder: L. A. Fischinger / NSA/JPL)
VIDEO: Das Mysterium des „Osiris-Grab“ von Gizeh – Ein See und unerforschte Tunnel unter der Pyramide des Cheops? (Bilder: L. A. Fischinger / NSA/JPL)

Das sind nicht nur ganz erstaunliche Aussage des angeblichen Augenzeugen, sondern zugleich sehr sonderbare. Beschrieben wird hier eindeutig die „unvollendete Grabkammer“ 30 Meter unter der Cheops-Pyramide und der darin senkrecht nach unten verlaufende Schacht. Denn diesen gibt es wirklich, und der bereits der britische Pyramiden-Entdecker John Shae Perring, ein Kollege des Howard Vyse aus dem 1. Artikel-Teil, und der Entdecker einer nach ihm bekannten “Entlastungskammer” in der Cheops-Pyramide, untersuchte diesen Schacht. Perring kam dabei bis in eine Tiefe von 11 Metern herunter.

Alles Märchen?

Obwohl die Ägyptologie selber uneins ist, was es mit dieser Felsenkammer genau auf sich hat, sind solche Kammern am Ende des dortigen „Blindschacht“ laut Archäologie-Meinung vollkommen unbekannt. Der Archäologe und einstige Leiter des “Deutschen Archäologischen Institut” in Kairo, Rainer Stadelmann, glaubt sogar, dass der senkrechte Schacht überhaupt nicht von den Pharaonen stammt. In seinem Buch “Die ägyptischen Pyramiden” (1991) schreibt er:

“(Ich halte den Schacht) für eine vergebliche Bohrung spätzeitlicher Schatzsucher, vielleicht angeregt durch Geschichten, die man zu Zeiten Herodots von den unterirdischen Räumen erfunden hat.

Stadelmann bezieht sich hier auf die Geschichte des “Osiris-Grab” bzw. die Erzählung, dass Cheops auf einer “Insel” unter der Pyramide selber bestatte wurde. Also wäre – zumindest nach dieser archäologischen Spekulation! – der senkrechte Schacht der Felsenkammer kein Relikte aus der Bauzeit der Cheops-Pyramide …

Es wurde und wird zwar in der Mystery-Literatur immer mal wieder spekuliert, ob es dort solche Räume gibt, aber offiziell gibt es sie nicht. Im 12. Jahrhundert zumindest will al Kaisi diese Geheimkammern nicht nur persönlich betreten, sondern dort auch Mumien gefunden haben.

Teilansicht der sog. "unvollendeten Grabkammer" tief unten in der Cheops-Pyramide (Bild: gemeinfrei)
Teilansicht der sog. “unvollendeten Grabkammer” tief unten in der Cheops-Pyramide (Bild: gemeinfrei)

Ein Märchen aus 1001 Nacht, wie durchaus nicht wenige Aussagen des „Hitat“? Oder werden hier die Berichte der alten Autoren mit zweierlei Maß bewertet?

Mein Autoren-Freund und -Kollege Andreas von Rétyi soll an dieser Stelle stellvertretend für eine Vielzahl an “grenzwissenschaftlichen Autoren” genannt werden, denen der “Brunnenschacht” tief unter der großen Pyramiden nicht ganz geheuer ist. So berichtet er in seinem Buch “Geheimakte Gizeh-Plateau” (2005), was ihm bei seinen Besuchen in der unterirdischen Kammer aufgefallen ist. So schreibt von Rétyi, dass in diesem seltsamen Schacht offenbar Ausgrabungen oder andere Arbeiten stattfanden, die anschließend “getarnt” wurden.

Hierzu erklärt von Rétyi weiter, dass der eigentlich sehr tiefe Schacht bei einem Besuch von ihm nur vier Wochen später scheinbar mit Sand aufgefüllt wurde. Wer sollte einen nach Meinung der Archäologie nicht geheimnisvollen senkrechten Schacht mit Tonnen von Sand zuschütten? Noch dazu in einer Kammer, in die der normale Besucher überhaupt nicht rein kommt? Von Rétyi glaubt weiter sogar, dass zwei von ihm in diesem “Tunnel” entdeckte Metallstäbe, die aus dem Sand darin herausragen, eventuell eine Art “Hebelvorrichtung” sein könnten:

Der senkrecht nach unten verlaufene Sacht in der Felsenkammer - nur ein Raubgräber-Tunnel? (Bild: Archiv E. v. Däniken)
Der senkrecht nach unten verlaufene Sacht in der Felsenkammer – nur ein Raubgräber-Tunnel? (Bild: Archiv E. v. Däniken)

Er (der Stab, Anm. LAF) diente natürlich als Henkel, an dem man sie Abdeckung per Flaschenzug nach oben heben kann. Schaut man genauer hin, fällt noch eine zweite Stange auf der anderen Seite auf.

Von wegen tonnenweise Sand. Lediglich eine dünne Schicht muss zur Tarnung drauf.

Auch wenn sich Jahrtausende nach dem Richtfest der Cheops-Pyramide darin ein Fremder bestatten ließ, bleiben Fragen zu den einzelnen Funden durch die Araber im 9. Jahrhundert offen. Sehen wir uns also in der nächsten Folge die Beschreibungen der einzelnen Entdeckungen/Artefakte aus dem „Hitat“ des vorherigen Artikel einmal im Detail an …

... und begeben uns in Teil 4 auf eine „Spurensuche“ nach diesen Funkstücken.

 

Ich danke Euch, Euer Jäger des Phantastischen

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