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Erich von Däniken goes YouTube: Der Altmeister der Prä-Astronautik geht mit einem offiziellen YouTube-Kanal online (+ Videos)

Erich von Däniken goes YouTube: EvD geht mit einem offiziellen YouTube-Kanal online (Bilder: E. V. Däniken / Montage: Fischinger-Online)
Erich von Däniken goes YouTube: EvD geht mit einem offiziellen YouTube-Kanal online (Bilder: E. V. Däniken / Montage: Fischinger-Online)

Erich von Däniken, der Altmeister und Pionier der Prä-Astronautik und Ancient Aliens, hat nunmehr seit 1968 über 40 Bücher veröffentlicht und ist auch mit 84 Jahren unermüdlich unterwegs. Weltweite Vorträge, Kongresse, Lesereisen und Recherchen treiben den unermüdlichen Jäger der Astronautengötter in alle Welt. Doch von Däniken ist ein Kind der analogen Welt und online findet man sehr wenig Offizielles von ihm. Und wenn, dann kommt es vielen seiner Fans vor, als stamme es noch aus der Steinzeit des Internet. Das soll sich jetzt zumindest bei YouTube ändern, wo vor wenigen Tagen der erste offizielle Video-Kanal von Erich von Däniken gestartet ist. Was die User dort erwartet, wer genau dahinter steckt, wie der Trailer aussieht und was von Däniken selber dazu sagt, erfahrt Ihr hier. Aber auch was das Problem mit der Online-Arbeit ist.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Digitale Götter der Vorzeit

Erich von Däniken feierte kürzlich seinen 84. Geburtstag. Doch an Ruhestand ist bei ihm nicht zu denken. “Die Götter lieben mich”, pflegt von Däniken gerne zu sagen, wenn er auf seine unermüdlichen Aktivitäten und die Rente angesprochen wird. Und solange die “Götter” ihn lieben, ist an ein Ruhestand in den Schweizer Bergen bei von Däniken nicht zu denken.

Der Bestsellerautor machte auch nie einen Hehl daraus, dass er vom Internet nicht wirklich viel hält. Zu viel Lug, Trug, Schwachsinn und Falschbehauptungen kursieren (nicht nur) seiner Meinung nach dort. Auch und vor allem über ihn und seine Person. “Jeder A…” könne dort eben schreiben was er will, so von Däniken häufig. Hinzu kommt die schamlose illegale Verbreitung seiner Arbeiten, Bücher, Dokumentationen und Videos. Ein Problem, dass natürlich alle Autoren, Videomacher, Künstler, Musiker & Co. haben. Vom Kleinsten bis zu Hollywood. Er selber ist auch nicht aktiv im Netz unterwegs bzw. pflegt dort eine Community.

Zumindest bei YouTube könnte sich das jetzt etwas ändern. Denn am 28. April 2019 ging dort der Kanal “Erich von Däniken Official” online, dessen Trailer und die Ankündigung von EvD ich unten eingebunden habe. Dazu heißt es:

Hier finden Sie Vorträge, Interviews, Präsentationen und Dokumentationen in deutscher Sprache vom weltbekannten Bestsellerautor von ‘Erinnerungen an die Zukunft’, ‘Zurück zu den Sternen’ und über 40 weiteren, weltweit sehr erfolgreichen Publikationen.”

Auch Erich von Däniken selber sagt in seiner Ankündigung, dass auf seinem neuen offiziellen Video-Kanal “die besten Filme und Dokumentationen” von und mit ihm zu finden sein werden. Und zu mir hieß es in einem Kommentar zum neuen Kanal:

Wir ziehen auf einen neuen Markenkanal um und wir werden viele Videos von klassischen Shows bis hin zu alten TV-Serien und auch neue Live-Stream-Events direkt mit Erich haben.”

Erich von Däniken offiziell

Der ein oder andere Däniken-Fan wird sich vielleicht wundern. Immerhin hat von Däniken seit dem 21. Februar 2011 bereits auf der Videoplattform einen Kanal. “Dies ist der offizielle und persönliche Kanal von Erich von Däniken”, heißt es auf diesem in der Beschreibung. Auch die unten eingebundene Ankündigung von EvD vor der Sphinx und den Pyramiden stammt von eben diesem Kanal.

Doch der bisherige “offizielle Kanal” wird wohl auf absehbare Zeit vollständig vom Netz genommen. Insgesamt gab es hier in knapp über acht Jahren auch nur rund 1.500 Abonnenten und bescheidene 45.000 Video-Aufrufe. Wobei die dortigen Videos bis auf die Ankündigung bereits entfernt wurden. Der neue Channel hat zum Vergleich schon jetzt über 500 Abonnenten.

Von Däniken wird aber eben nicht im hohen Alter noch zum YouTuber werden. Vielmehr ist es so, dass für den neuen Kanal unter anderem eine Agentur aus Großbritannien engagiert wurde. “Zohar Global Group“, “Media Invest Entertainment” und die “Erich von Däniken Stiftung” sind die Betreiber des neuen Kanal bei YouTube. Bereits 2016 arbeiteten diese bei der “Erich von Däniken Legacy Night” in London zusammen, bei der das Jubiläum von Dänikens ersten Buch “Erinnerungen an die Zukunft” gefeiert wurde.

Es wäre aber auch absurd anzunehmen, dass EvD zukünftig auf YouTube selber einen Kanal und eine dortige Community persönlich pflegt oder sogar Videos schneidet und hoch lädt.

Nur die Besten werden kopiert!

Da aber Videos und Filme von ihm bei YouTube ständig unerlaubt online gestellt werden (und nach einer Löschung durch die Plattform kurz darauf wieder woanders online sind), könnte durch diesen neue Channel bzw. die Agentur dahinter vielleicht diese Unart unterbunden werden. Zumindest teilweise. Von dem Schreckgespenst “Uploadfilter” ganz zu schweigen.

“Nur die Besten werden kopiert” hieß es in meiner YouTube-Community einst, da auch meine bald an die 400 dortigen Videos zeitweise auf Teufel komm raus kopiert wurden. Sie wurden dazu einfach eins zu eins von meinem Kanal heruntergeladen und auf verschiedenen winzigen anonymen Kanälen neu online gestellt. Teilweise gleich mehre Dutzend auf einmal, so dass hier System hinter steckt(e).

Die Däniken-Produktionen sind dabei noch ein anderes Format, da diese beispielsweise von DVDs geklaut wurden. Und die Produktion dieser Sendungen und Filme kosteten eben Geld. Nicht wie bei mir, da ich 100 Prozent allein ohne Hilfe oder Profi-Agenturen hinter meinen Videos stehe. Die “Generation Kostenlos” von heute sieht das schon lange nicht mehr ein. Alles muss kostenlos im Netz sein! Und selbst Werbung bzw. Werbeeinblendungen ist für diese Kostenlos-Gierer schon zu viel. Bei kostenpflichtigen Abos fühlen diese sich dann sogar persönlich beleidigt.

Auch für Zeitschriften, Zeitungen und natürlich Bücher möchte “Generation Kostenlos” nichts bezahlen. Dass Produktionskosten oder Kosten für Recherche entstehen, ist ihnen egal. Klassische Abos von Magazinen aus dem Bereich Grenzwissenschaft und Mystery Files (andere natürlich auch) sind für sie so oder so indiskutabel.

Will man Menschen erreichen, muss man online arbeiten. Auch wenn dann wieder ewig-gestrige behaupten, dass man nur “Klicks” und “Likes” haben möchte. Das ist eben die neue Art von Auflagen, die früher Magazine, Bücher und Zeitungen analog hatten, als Interessierte dafür noch zahlen wollten (HIER könnt Ihr meinen YouTube-Kanal direkt kostenlos abonnieren).

Und vor genau diesem Hintergrund muss man meiner Meinung nach auch den Kanal “Erich von Däniken Official” sehen. Und das ist mit Sicherheit nicht verkehrt.

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Videos von “Erich von Däniken Official”

Kurze Ankündigung von Erich von Däniken zum neuen Video-Channel vom 28. April 2019

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Trailer von Erich von Dänikens offiziellen YouTube-Kanal

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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US-Archäologe widerlegt Ancient Aliens und Verschwörungstheorien um die Archäologie – hat er das?

US-Archäologe widerlegt Ancient Aliens und Verschwörungstheorien um die Archäologie - hat er das? (Bilder: PixaBay/gemeinfrei & L. A. Fischinger / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)
US-Archäologe widerlegt Ancient Aliens und Verschwörungstheorien um die Archäologie – hat er das? (Bilder: PixaBay/gemeinfrei & L. A. Fischinger / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)

Es ist alles andere als ein Geheimnis, dass etablierte Archäologen und andere “Mainstream-Wissenschaftler” seit Jahrzehnten die Ideen der Prä-Astronautik strickt ablehnen. Außerirdische Astronauten gab es nicht. Ancient Aliens waren nie auf diesem Planeten. Die Götter der Antike waren alles – nur keine Raumfahrer aus dem All. Des weiteren existiert auch keine Verschwörung innerhalb der archäologischen Community dazu. So der recht einheitliche Tenor, den sich selbstverständlich auch und vor allem Theologen anschließen. Aktuell sorgt in diesem Zusammenhang ein Interview mit einem Archäologen der Arizona State University für weltweite Schlagzeilen. In diesen Presseberichten heißt es, er habe den “Einfluss von Aliens” in  der Vergangenheit und “Verschwörungstheorien zur Archäologie” “entlarvt”. Aber hat er das tatsächlich? Was hat der Wissenschaftler wirklich gesagt? Und weshalb hat offenbar kaum jemand sein Interview überhaupt gelesen? In diesem Beitrag erfahrt Ihr es.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Prä-Astronautik und Ancient Aliens – “debunekt”

So wie man heute die Prä-Astronautik “Ancient Aliens” nennt, nennt man deren Widerlegung heute “debunked”. “Debunker” sind auch im deutschen Sprachraum “Entlarver” oder “Widerleger” dieser oder jener These, Idee oder Spekulation. Hierbei natürlich vor allem aus dem Bereichen der Grenzwissenschaft und Mystery Files.

Eigentlich sollte heute, wo alles im Netz vollkommen ungeprüft weiter verbreitet wird, jeder Mystery-Interessierte ein “Debunker” sein. Auch wenn dieses Wort schon lange zu einem Kampfbegriff geworden ist. Hater, Neider und Trolle werfen selbst mir vor, dass ich ein solcher bin. Ihnen passt es nicht, dass ich als Grenzwissenschaftler auch Lügen, Fakes und Irrtümer aufzeige und belege. Glauben möchte man – nicht wissen!

Und doch fällt es es in eine andere Kategorie wenn ein Mainstream-Archäologe sich gegen Prä-Astronautik-Ideen oder “Verschwörungen in der Archäologie” wendet. Die Mystery-Gemeinde nennt solche Menschen schnell System-Trolle oder bezahlte Desinformanten. Hinterfragen oder prüfen, was diese Personen genau sagten, macht kaum jemand.

Ein Vorwurf, den man aber umgekehrt genauso auf die Mainstreampresse anwenden kann. Denn auch sie plappert im grenzwissenschaftlichen Themenbereich sehr gerne alles nach. Dabei ist es sogar gleichgültig, ob es pro oder contra ist. So geschieht es aktuell auch mit einem Interview, das der Archäologe Matthew Peeples gegeben hat. Er ist Kodirektor der “School of Human Evolution and Social Change” vom “Center for Archaeology and Society” der Arizona State University. Seines Zeichen auch ein Experte für Feldbilder, den sogenannten Petrogyphen, in den USA.

Und über diesen Assistenz-Professor heißt es, er habe “den Einfluss von Außerirdischen und andere Verschwörungstheorien zur Archäologie entlarvt”.

Teil der Archäologie-Verschwörung

Auf der Webseite der Universität erschien dazu am 14. März ein Interview mit Matthew Peeples. Darin spricht er davon, dass die Idee der Prä-Astronautik bzw. Ancient Aliens nichts weiter als eine Art Popkultur ist. Sie entstand “Anfang des 20. Jahrhunderts in der Science-Fiction-Literatur” und habe so nach und nach ihren Siegeszug angetreten.

Seiner Meinung nach belegen das die zahlreichen TV-Sendungen rund um das Thema Astronautengötter im Altertum. Explizit nennt er die US-TV-Serie “Ancient Aliens”. Ebenso den Science-Fiction-Autoren H. P. Lovecraft. Ein bis heute gefeierter Autor, der tatsächlich bis zu seinem frühen Tode 1937 Bücher und Geschichten mit Elementen der Prä-Astronautik veröffentlichte.

Matthew Peeples:

Diese Ideen werden nicht durch wissenschaftliche Beweise gestützt. Aber sie sind so weit verbreitet, dass viele Leute glauben, dass an ihnen etwas dran sein muss. Am Beispiel der Großen Pyramiden in Ägypten haben Archäologen deutlich gezeigt, wie diese Strukturen in eine breitere Tradition kleinerer Steinstrukturen und früherer Versuche des Pyramidenbaus passen. Auch die Gebäudetechnik ist beeindruckend, aber wir müssen keine Aliens beschwören, um sie zu erklären.

Eine andere populäre Ansicht ist, dass professionelle Archäologen selbst die Wahrheit über die Vergangenheit verstecken. Mich persönlich habe Leute beschuldigt, Teil einer weit verbreiteten Vertuschung oder Verschwörung zu sein.”

Filme wie “Akte X” oder “Stargate” würden seiner Meinung nach solche Ideen einer Verschwörung weiter befeuern. Obwohl es Archäologen lieben würden “ihre Vorstellungen über die Vergangenheit mit neuen Daten und Entdeckungen zu testen”. Immerhin treibe genau das die Wissenschaft voran, so Peeples.

In der Tradition von König Arthur

Weite Teile des Interviews widmet sich Peeples diversen Behauptungen um Felsbilder in den USA. Immerhin ja auch sein Fachgebiet. Beispielsweise, das einige dieser Bilder für Archäologie-Kritiker belegen sollen, dass die Wikinger an diesen Orten waren. Peeples lehnt diese Interpretation aus verschiedenen Gründen ab. Etwa deshalb, da Reproduktionen der fraglichen Bilder in Büchern falsch seien. In Wahrheit sähen sie nämlich anders aus und sind damit alles andere als ein Beleg für Europäer lange vor Kolumbus im Westen der USA.

Derartige Verschwören stünden nach Peeples in einer Art Tradition zu König Arthurs. Denn auch diese mythische Gestalt sei einst, etwa durch die Abtei Glastonbury Abbey in Großbritannien, durch Falschbehauptungen verklärt worden. Diese Abtei behauptete, dass auf deren Grund und Boden das Grab des legendären König Arthur liegen würde. “Für die meisten Historiker ein Werbegag” der Abtei, so Peeples.

Und genau in dieser Tradition von Falschaussagen mit einer Archäologie-Verschwörung stünde heute das Thema Ancient Aliens:

Ich glaube, diese Behauptungen sind aus verschiedenen Gründen immer noch beliebt. Erstens kann mit dem Verkauf pseudowissenschaftlicher Ideen an die Öffentlichkeit viel Geld verdient werden, wie die zahlreichen Bücher und Fernsehsendungen belegen, die immer wieder auftauchen. Viele dieser Ideen hängen auch mit Nationalismus und verschiedenen anderen Arten von Gruppenidentitäten zusammen. Die Menschen haben den Wunsch zu behaupten, dass ihre Vorfahren die ersten waren, die in ein neues Land kamen oder fortgeschrittene Technologien entwickelten. Das wurde sogar sogar dazu benutzt, Krieg und Invasion zu rechtfertigen.

“Nationalismus” ist im Sinne der Götter der Sterne natürlich Unsinn. Immerhin behauptet ja kein Alien, dass seine Nation oder Gruppe dieses oder jenes geschaffen hat. Und Autoren, die über solche Astronautengötter schreiben, können das ebenso wenig behaupten. Die mutmaßlichen außerirdischen Götter stammen ja von keiner irdischen Nation ab.

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Vorwürfe der Archäologie und Kritiker

Obwohl die derzeitigen Medienberichte eigentlich ausnahmslos titeln, dass ein Archäologe die Prä-Astronautik & Co. widerlegt habe, stimmt das nicht. Egal ob in Boulevardmedien oder News-Blogs.

Matthew Peeples macht in seinem kurzen Interview nicht einmal den Versuch Verschwörungstheorien oder Aliens zu widerlegen. Jedoch sind derartige Verschwörungen, Behauptungen, TV-Sendungen und Bücher sind für ihn Pseudowissenschaft. Dementsprechend arbeiten die Vertreter dieser Thesen nicht wissenschaftlich. “In der Archäologie geht es um die systematische und wissenschaftliche Erforschung menschlicher Gesellschaften”, so Peeples. “Die von den Forschern in ihrem “hinterlassenen Kontext” erforscht werden.

“Plausible Argumente müssen durch Beweise gestützt und die verwendeten Methoden und Daten sollten zur Prüfung zur Verfügung gestellt werden”, wirft Peeples vor. Jeder solle misstrauisch sein, sobald jemand Verschwörungen aufstellt. Vor allem dann, wenn “die mangelnde Akzeptanz von Wissenschaftlern für ihre Ideen und die Unterdrückung der Wahrheit” genannt werden. Die Verwendung von durch “Experten geprüfte Quellen” muss gegeben sein. Und diese sollten Menschen mit “einschlägigen Fachwissen” nachprüfen können.

Genau das und eigentlich nur das hat Matthew Peeples im Kern gesagt! An keiner Stelle hat er eine Verschwörung der Archäologie gegen unliebsame Funde und die Spekulationen um außerirdische Götter “debunked”. Allerdings ist das im Rahmen eines Interviews auch gar nicht möglich.

Er teilt damit lediglich dieselben Vorwürfe, die Kritiker seit Jahrzehnten diesen Themen gegenüber machen: Mangelndes Quellenstudium, fehlende “seriöse Quellen”, unwissenschaftliches arbeiten, fragwürdige bis erfundene Quellen und ungenügender Blick auf den Kontext der Funde etc. Dies wiederum sind Vorwürfe, sie in der populärwissenschaftlichen Welt allgegenwärtig sind. Immerhin arbeitet niemand der entsprechenden Autoren wissenschaftlich.

Eigentlich nicht verwerflich, solange niemand davon spricht, er habe Beweise und echte Belege für die Prä-Astronautik gefunden. Allerdings mit Blick auf die täglich im Netz erscheinenden zum Teil grausigen Falschbehauptungen der Grenzwissenschaft ein echtes Übel.

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“Panne” in der Archäologie: Ein angeblich 3.000 Jahre alter Steinkreis in Schottland ist nur rund 20 Jahre alt (+ Videos)

Panne in der Archäologie: Ein angeblich 3.000 Jahre alter Steinkreis in Schottland ist nur rund 20 Jahre alt (Bild: Twitter/Aberdeenshire)
Panne in der Archäologie: Dieser angeblich 3.000 Jahre alter Steinkreis in Schottland ist nur rund 20 Jahre alt (Bild: Twitter/Aberdeenshire)

Megalithanlagen wie Steinkreise, Dolmen, Menhire und andere monumentale Bauten aus der Urzeit der Menschheit ziehen viele Menschen in ihren Bann. Tonnenschwere Monolithen, die von Steinzeitmenschen zu noch immer rätselhaften Zwecken in vielen teilen der Welt errichtet wurden, wobei die sogenannten Megalithiker (Megalithkultur) in Europa besonders aktiv waren. Zum Beispiel auf den Britischen Inseln. Jetzt haben sich Archäologen bei einem Steinkreis in Schottland (kurzzeitig) in einen besonders groben “Schnitzer” erlaubt. Ein auf rund 3.000 Jahre geschätzter Steinkreis in Aberdeenshire stammt in Wahrheit aus den 1990ger Jahren und ist erst rund 20 – 25 Jahre alt! Wie es zu diesem archäologischen “Flop” kam, wie er aufgelöst wurde und warum man die Sache positiv sieht, lest Ihr hier.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Megalithiker, Mythen und Monolithen

Im gesamten Gebiet von Nord-West-Europa finden sich Jahrtausende alte Spuren einer lange vergessenen Welt. Zum Teil gewaltige Steine, die vor tausenden von Jahren von uns vollkommen fremden Menschen errichtet wurden, und die Forscher wie Laien bis heute vor zahllose Rätsel stellen. Überall errichteten sie Steinkreise, Hünengräber, Dolme oder einfach nur einzeln aufgerichtete Riesen-Steine (Menhire).

Solche Bauten finden sich in vielen Teilen der Welt und ähneln sich dabei zum Teil sehr. Ein weiterer Grund, warum diese teilweise 5.000, 7.000 und mehr Jahre alten Bauwerke der Megalithkultur – wie sie in Europa genannt wird – bei Archäologen unzählige Frage aufwerfen. Schriftliche Hinterlassenschaften der Erbauer existieren nicht. Ein einheitliches Volk, das über Jahrtausende hinweg solche Monumente der Steinzeit schuf, gab es nicht.

Zu welchem Zweck?

Auch einen Sinn und Nutzen lässt sich bei unzähligen dieser Werke nicht oder nicht immer erkennen.

Vor allen in den weltweit zu findenden Steinkreisen sehen die Forscher aber einen Sinn und Zweck. Also genaue jene Bauten, die eben vor allem aus Europa bekannt sind. Hier lassen sich astronomische Bezüge und Beobachtungspunkte nachweisen, was darauf hinweist, dass sie zumindest irgendwas mit dem Himmel/Firmament/Sternen zu tun hatten. “Kultbauten”, wie es die Forschung lapidar sagt. Ohne aber den eigentlich Kult dahinter wirklich erklären oder verstehen zu können.

Hünengräber und Dome sind nachweislich in weiten Teilen Grabanlagen gewesen. In grauer Vorzeit fanden hier Bestattungen statt, die Archäologen immer wieder ausgegraben haben. Warum solche Anlagen aber von Schottland über ganz Europa und den Nahen Osten bis nach Fernost und sogar Nordamerika erbaut wurden, wissen sie nicht.

Hundetausende große und kleine Steinkreise erbauten die frühen Europäer in der Steinzeit. Von diesen ist heute nur noch ein Bruchteil wirklich erhalten geblieben. Jahrtausende der Landwirtschaft, der Landgewinnung, der wilden Natur und 2.000 Jahre Christentum haben eine Vielzahl solcher Steinzeit-Bauten vernichtet. So erging es sämtlichen Megalithanlagen in Europa und nicht nur Steinkreisen.

Steinkreise in Nord-Schottland

Trotzdem haben sich einige davon bis heute erhalten. So auch im rauen Schottland, wo noch immer dieses Erbe der Giganten zu finden ist. Selbst auf den kargen und von Wind und Wetter gepeitschten Orkney-Inseln im hohen Norden vor der Küste Schottlands sind sie zu entdecken. Auch hier haben Menschen vor über 5.000 Jahren Megalithanlagen errichtet und Steinkreise aus gewaltigen Steinen erbaut. Zum Beispiel den Steinkreis “Ring of Brodgar” (um 2700 v. Chr.) sowie noch ältere Bauten.

Unter der Bezeichnung “Das Herz des neoliothischen Orkney” wurden diese Monumente 1999 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Das zeigt eindrücklich, dass selbst die wilden und einsamen schottischen Orkney-Inseln von der europäischen Megalithkultur besiedelt oder beeinflusst war.

Demnach ist es auch nicht verwunderlich, dass auf dem Festland der Britischen Inseln unzählige uralte Megalithanlagen zu finden sind. Nicht nur das Touristenziel Stonehenge im Süden Großbritanniens. So finden Forscher auch immer wieder dort Spuren dieser “Kathedralen der Steinzeit”, die ihnen zuvor entgangen waren.

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Der Steinkreis von Aberdeenshire: Eine Fälschung

Vor diesen Hintergründen muss man das sehen, was aktuell aus dem Ort Leochel-Cushnie in Aberdeenshire im Nordosten von Schottland berichtet wird. Denn dort wurde ein Steinkreis aus der Steinzeit mal eben an die 3.000 Jahre jünger datiert, als es die Experten zuvor annahmen. In Wahrheit haben nicht die rätselhaften Megalithkultur diese Anlage geschaffen, sondern ein lokaler Landwirt in den 1990ger Jahren.

Ereignet hat sich das übrigens nicht weit von dem “Europäischem Nazca” in Schottland, wo mutmaßlich bisher unbekannte “Bodenzeichnungen” existieren, wie ich es in diesem Video HIER Anfang 2018 berichtet habe.

Laut “BBC” am 21. Januar 2018 hat Adam Welfare vom schottischen “Historic Environment” und des “Aberdeenshire Council’s Archaeology Service” den Steinkreis ursprünglich als “echt” und damit Jahrtausende alt angesehen:

Eine Untersuchung der Stätte in der Gemeinde Leochel-Cushnie ergab, dass die Steine etwa 20 Jahre alt waren. Ursprünglich wurde angenommen, dass dort ein Steinkreis liegt.

So die “BBC” weiter. Dass jetzt der Steinkreis aus der Steinzeit in die Moderne undatiert wurde, “löste bei den Fachleuten Begeisterung aus”, heißt es dazu. Bei den neueren Untersuchungen der Steinanlage habe sich schließlich der ehemalige Besitzer des Landes gemeldet, auf dem der Kreis liegt. Ein Landwirt gab an, dass er selber den Kreis aus Monolithen Mitte der 1990er Jahre aufgestellt habe.

Nicht Jahrtausende sondern Jahrzehnte alt

In der offiziellen Meldung des “Aberdeenshire Council’s Archaeology Service” hieß es dazu:

Was als ein neu identifizierter Steinkreis angesehen wurde, der Tausende von Jahren alt war, erwies sich nach weiteren Untersuchungen als nur wenige Jahrzehnte alte Nachbildung.

Die Archäologen waren anfangs sehr erfreut über die Aufnahme eines weiteren Steinkreises zu den vielen, die bereits in Aberdeenshire identifiziert wurden.

Bei weiteren Untersuchungen des Ortes in der Gemeinde Leochel-Cushnie stellte sich jedoch heraus, dass es sich nur um eine etwa 20-jährige Nachbildung handelt.”

Gemeldet hat diese vermeintlich archäologische Stätte der aktuelle Besitzer des Landes und der Farm. Ungewöhnlich sei dieser Steinkreis den herbeigeeilten Forschern aber direkt vorgekommen, wie sie schreiben:

Bei der Aufnahme wurden einige ungewöhnliche Merkmale festgestellt. Darunter der kleine Durchmesser, die verhältnismäßig kleinen Steine ​​und das Fehlen eines offensichtlichen zugehörigen Steinhaufens oder Bordsteins.

Zwischen liegenden Steinkreisen gibt es jedoch große Unterschiede, so dass das Auffinden solcher Unterschiede anfangs kein Grund zur Besorgnis war.

Steine an sich lassen sich bekanntlich nicht datieren. Und da Steinkreise in Schottland bis zu 4.500 Jahre alt sind, schätze man diesen Fund vorerst ebenso alt ein. Hätte der Landwirt sich nicht gemeldet,  was wäre dann wohl aus dem Steinkreis von Leochel-Cushnie geworden …?

Aus Rückschlägen lernen

“Archäologisches Wissen verbessert sich ständig und reagiert auf neue Informationen und Erkenntnisse”, so die Experten aus Schottland in ihrer Pressemitteilung. Die hier genannten “neuen Informationen” waren die Aussagen des Erbauers der Anlage. So sei dieser Vorgang ein “Beispiel für eine gründliche archäologische Forschung, die es erlaubt, die frühe Interpretation abzulehnen”.

In der Tat brachen die Archäologen weitere Untersuchungen des Steinkreises aufgrund der neuen Informationen aus erster Hand ab. Informationen, die ein Forscher bei uralten und damit “echten” Steinkreisen natürlich niemals hat.

Neil Ackerman vom “Aberdeenshire Council’s Archaeology Service” sieht die ganze Angelegenheit positiv. Immerhin haben hier die Wissenschaftler – nach der Mekldung des Farmers – herausgefunden, dass es eine Fälschung der Moderne ist. So sagt Ackerman:

Dass ein regionaler Monumenttyp so genau kopiert wird, zeigt das lokale Wissen, die Wertschätzung und die Auseinandersetzung mit der Archäologie der Region durch die lokale Gemeinschaft.

Darum hofft er, dass man sich an dem Fake-Steinkreis in seiner fantastischen Lage und Landschaft dennoch weiterhin erfreut. Auch wenn es für ihn enttäuschend sei, dass die Anlage erst 20 bis 25 Jahre alt ist.

Datierungen mittels Feuerzeug …

Wirklich “reingefallen” sind die Wissenschaftler bzw. Archäologen in Schottland auf diesen Steinkreis allerdings nicht. Sie bekamen die Meldung über die Steinsetzung und datierten sie auf 3.000 oder mehr Jahre. Doch nur aufgrund ihrer Erfahrung mit eben solchen Bauwerken und durch Augenschein. Immerhin ist Schottland voll von diesen Megalithbauten.

Erst die weiteren Nachforschungen zeigten, dass der Fund aus der Neuzeit stammt. Zum Glück meldetet sich der Bauer, so dass die Untersuchung abgebrochen werden konnte. Wie hätten die Archäologen den Steinkreis wohl datiert, wenn sie mit Grabungen begonnen hätten? Etwa durch irgendwelche Funde, die dort zutage gekommen wären? Beispielsweise mittels C14-Datierung von zufällig dort liegenden Holzkohleresten eines Feuer, dass vor vielen tausend Jahren dort einmal brannte? Oder durch ein verlorenes Feuerzeug?

Damit aber nicht in vielen Jahren andere Archäologen über diesen Steinkreis stolper und ihn erforschen wollen, wurde auch er registriert. Neil Ackerman dazu:

Diese Art von Denkmälern ist bekanntermaßen schwer zu datieren. Aus diesem Grund nehmen wir alle modernen Nachbildungen antiker Monumente in unsere Unterlagen auf, falls sie später falsch identifiziert werden.

Ein sicherlich sehr wohl überlegter Schritt für die Zukunft der Archäologie (s. a. YouTube-Video HIER). Man denke zum Beispiel auch an die (Osterinsel-)Megalithen von Orrius in Spanien aus dem YouTube-Video HIER. Oder an die “versunkene Megalithkultur von New York” aus diesem Video HIER

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Video-Auswahl zum Thema auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

YouTube-Video vom 23. Sep. 2018 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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YouTube-Video vom 31. Jan. 2018 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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YouTube-Video vom 3. April 2018 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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YouTube-Video vom 4. April 2017 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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YouTube-Video vom 16. Mai 2017 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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YouTube-Video vom 28. Juli 2015 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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Lars A. Fischinger

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Kann der Mensch seinen Körper verlassen – und was wiegt eigentlich unsere Seele? Offene Fragen, bizarre Experimente und seltsame Antworten +++ Artikel +++

Kann der Mensch seinen Körper verlassen - und was wiegt eigentlich unsere Seele? (Bilder: gemeinfrei / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)
Kann der Mensch seinen Körper verlassen – und was wiegt eigentlich unsere Seele? (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)

Nah-Tod-Erfahrungen (NTE) sind in der Grenzwissenschaft, Esoterik und vor allem Parapsychologie ein fester Begriff. Jene seltsamen Erlebnisse, die Menschen an der Schwelle zum Tode machen und die für viele Hinweise oder sogar Beweise für ein Leben nach dem Tod sind. Unsere Seele, unser Ich oder unser Selbst ziehen nach dem Tod in einem unbestimmten “Jenseits”, wenn der Mensch seinen Körper verlässt. Solche “außerkörperlichen Erfahrungen” am Ende des Lebens bieten seit jeher Stoff für hitzige Diskussionen. Zumal dazu Schilderungen von Erlebnissen außerhalb des physischen Körpers kommen, die nicht mit Nah-Tod-Erfahrungen in Verbindung zu stehen scheinen. Wie ist das zu verstehen – und kann man das überhaupt verstehen?  Was ist das eigentlich, diese “Seele”? Und kann man sie tatsächlich physikalisch messen und wiegen, wie es Experimente vor langer Zeit belegt haben sollen? Ein äußerst komplexes und vielschichtiges Thema, dass mehr Fragen als Antworten – aber auch erstaunliche Gedanken liefert, wie Ihr es in diesem Artikel lesen werdet. Einem Artikel, den sensible Tierfreunde vielleicht besser nicht ganz lesen sollten …


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Die Angst vor dem Tod: Spielball aller Religionen

Es gehört zu den fundamentalen Lehren der Religionen, Kulte und uralter Glaubensvorstellungen der Menschheit: Der Glaube, dass der Mensch nach seinem irdischen Leben in irgendeiner Art und Weise weiter existiert. In Form einer „Wiedergeburt“ (Reinkarnation) auf Erden, in einem „Paradies“, einer „Hölle“ oder irgendwo in einem unbestimmbaren „Jenseits“. Vielleicht auch in einer Wiedergeburt als „Geist“ in der Geisterwelt der Ahnen oder in den Reihen der Götter, wie es zahllose Kulturen der Vorzeit aber auch Gegenwart propagierten.

Die Auswahl an Angeboten, was der jeweilige Mensch glauben möchte, ist also überaus umfangreich. Für jeden ist etwas dabei. Die Tatsache, dass wir Menschen sterben, ist das Fundament ausnahmslos aller Religionen. Gäbe es keinen Tod, müssten auch nicht unzählige Religionen, Sekten und Glaubensgemeinschaften um die Gunst der Menschen und ihrer Seelen wetteifern.

Wozu jemanden das Seelenheil oder ewiges (oder ein neues) Leben versprechen, wenn es keinen Tod gäbe? Ohne unsere Angst von der eigenen Sterblichkeit hätte wohl keine Religion der Erde eine Daseinsberechtigung.

Alle religiösen Modelle können zwar nicht in der jeweiligen Form Recht haben, aber fester Bestandteil dieser Weltanschauungen ist der Glaube, dass der Mensch – seine Seele – den physischen Körper verlassen kann.

Der Mensch – außerhalb seines Körpers?

Den Körper verlassen – ein Glaube, der heute noch aktuell ist und auch in der Esoterik und Parawissenschaft diskutiert wird.

Hier spricht man allgemein von OBE („Out of Body Experience“), den „Außerkörperlichen Erfahrungen“ (= AKE). Besonders bei den oftmals hitzig und leidenschaftlich diskutierten Nah-Tod-Erfahrungen (NTE), soll es zu diesen Erlebnissen kommen. Menschen auf der ganzen Welt berichten von solchen Erfahrungen. Und schon die alten Ägypter glaubten fest daran, dass der Mensch eine Seele, Ka genannt, hat, die sich vom Körper trennen kann. Ein durchweg weit verbreiteter Glaube in vielen Teilen der Erde.

Bei den Nah-Tod-Erfahrungen berichten einige Betroffene im Nachhinein, dass sie ihren physischen Körper am Ort des Geschehens von Oben sehen konnten. Die „klassische Situation“ ist die, dass ein Mensch im Operationssaal oder auf der Intensivstation liegt und dort mit dem Tode ringt. Während Ärzte und Schwestern um das Leben des Patienten kämpfen, verspürt dieser plötzlich das Gefühl seinen eigenen Körper zu verlassen. Wie schwerelos gleitet dabei seine mutmaßliche Seele aus dem Körper heraus.

Der Patient sieht und hörte das gesamte Szenario, dass sich um seinen irdischen Körper abspielt. Eine klassische außerkörperliche Erfahrung also.

Solche Erfahrungen sind nicht nur spannend, sondern auch sehr umstritten. Ist es Tatsache? Hat der Mensch einen allgemein als Seele bezeichneten, nicht greifbaren Körper? Viele Menschen glauben das. Ebenso viele Autoren behaupten das auch immer wieder. Letztere sprechen dabei auch gerne von „Beweisen“, die sie in ihren jeweiligen Büchern vorlegen würden. Wissenschaftlich bewiesen ist das aber keineswegs! Sicher zur Freude der Religionen …

Verlassen Menschen aber erst nach dem Tod ihren irdischen Körper? Also erst an der Schwelle zum Tod bzw. dann, wenn alles zu spät ist? So, wie es die meisten Religionen in ihren frohen Botschaften verkünden: „Wenn Du stirbst, geht Deine Seele nach XY!“

Nicht unbedingt.

Betroffene wollen ihren Aussagen nach auch in anderen Extremsituationen wie Unfällen oder Folter eine AKW gemacht haben. Situationen also, bei denen das Leben eigentlich gar nicht in unmittelbarer Gefahr war. Oder anders ausgedrückt, während Ereignissen, die nicht als Nah-Tod-Erfahrungen betrachtet wurden und werden.

„Bilokation“

„Spiritisten“ wie auch ernsthafte Grenzwissenschaftler nennen diesen Körper auch „Astralkörper“. Eine Loslösung der Seele oder des „Astralkörpers“, um der physischen Situation zu entfliehen.

Teilweise gehen einige Forscher und Autoren sogar noch einen großen Schritt weiter. Sie vertreten die These, dass einige Menschen ihre Körper verlassen und dabei ihren „Astralkörper“ an einem anderen Ort wieder erscheinen lassen können. Ausgelöst durch Extremsituationen oder sogar – was ganz besonders interessant ist – vollkommen bewusst und beabsichtigt.

Man spricht hierbei auch von „Bilokation“; also der „Doppelten Anwesenheit an zwei Orten“. Man könnte es auch als „Astral-Projektion“ bezeichnen. Hierzu gibt es eine ganze Reihe von Beispielen und Berichten in der einschlägigen Literatur. Prominenteste Person, die diese Fähigkeiten besessen haben soll, ist der der im Sommer 2002 vom Vatikan heiliggesprochene Pater Pio aus Italien. Ein religiöser Nationalheld.

Eines darf man bei diesen fraglos komplexen Thematiken aber nicht vermischen: „Bilokation“ bedeutet, dass eine Person an zwei Orten zur selben Zeig gesehen wird. Eine „Astral-Reise“ des Selbst außerhalb des physischen Körpers, erfolgt für den Außenstehenden unsichtbar.

Als „Geist“ durch die Straßen von San Francisco

Einer, der bei einer Folterung seinen Körper verlassen haben will, ist beispielsweise der 1946 verstorbene Edward H. Morrell aus den USA. In der Welt der Paranormalen Phänomene heute als Ed Morrell hin und wieder noch ein Begriff.

Morrell war ein Verbrecher, der mit seiner Bande in den USA diverse Raubüberfälle etc. verübte. Das brachte ihm 1894 eine Verurteilung zu lebenslanger Haft, wobei er aber 1908 begnadigt wurde. Fünf Jahre verbrachte er dabei in Einzelhaft.

In seinem Buch „The Twenty-Fifth Man“ (1924) schildert Morrell seine Erlebnisse in den Gefängnissen der USA. Auch die Misshandlungen und Folterungen, die er über sich ergehen lassen musste. Unter anderem im bekannten Gefängnis „San Quentin“. Grund genug übrigens, dass er nach seiner Entlassung als einer der engagiertesten Kämpfer für eine Gefängnisreform in den USA auftrat.

Bei diesen harten Misshandlungen wiederum machte er die seltsamen (paranormalen) Erfahrungen, wie er seinen Körper verlassen habe. Morrell berichtet unter anderem, dass sein „Astralkörper“ während dieser Folterungen sogar durch San Francisco gewandert sei. Er selber nannte diese Erfahrungen „die Wanderungen im ‚kleinen Tod‘“.

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Als man den Häftling in eine Zwangsjacke steckte und diese mit Wasser übergoss, damit sie sich beim Trocknen immer mehr zusammenzieht, hatte er nicht nur das Gefühl, er würde zerquetscht werden. Plötzlich, so Morrell, stand er neben seinem Körper. Er sah, wie die Folterknechte um ihn herum standen und mit fragenden Blicken seinen Körper beugten. Er lag da, als würde er schlafen.

Der „Astralkörper“ von Morrell machte sich nun auf, durch die Straßen von San Francisco zu reisen. Dabei sah er in der Bucht ein Schiffswrack, von dem er unter normalen Umständen im Gefängnis nichts hätte wissen können. Heißt es zumindest. Regelrecht Wanderungen durch Raum und Zeit habe Morrell unternommen.

Tatsächlich bestätigte George W. P. Hunt, Gouverneur von Arizona, später, dass Ed Morrell eine Vielzahl an Informationen besaß, die er nicht im Gefängnis erfahren haben konnte. Vor allem nicht in Einzelhaft.

Morrell schrieb in seinem Buch „The Twenty-Fifth Man“ über diese mysteriösen Vorgänge zum Beispiel:

Es leben tatsächlich Männer, die diese geheimnisvollen Fähigkeiten in vollem Funktionszustand haben. Sie sind in der Lage, diese zu nutzen, um eine Vielzahl wichtiger Informationen über die Natur und Geschichte des Menschen und über die Welt, die die meisten von uns nicht sehen können, zu erhalten.

Es ist kein Bild oder eine reine Vision vor den Augen dieser Ermittler, kein unwirkliches Panorama, das sich auf einer Bühne enthüllt. Es ist ein wirkliches Leben in der sogenannten Vergangenheit.“

Sicher ist das kein Beweis, dass der Mensch seinen Körper verlassen kann. Aber es ist eines von vielen Beispielen, die ich an anderer Stelle umfangreich diskutiert habe. Kritsch könnte man beispielsweise einfach sagen, dass Morrell sich in einer Art Selbsthypnose aus den jeweiligen Situationen „hinausdachte“. So konnte er den Misshandlungen aber auch dem Schrecken des Kerkers an sich entkommen …

Reisen außerhalb des Körpers?

Kritiker des Themas Nah-Tod-Erfahrungen wenden ein, dass diese Erfahrungen des Verlassens des Körpers eine reine Schutzfunktion des Gehirns sei. Das menschliche Gehirn setzt eine AKE lediglich als eine Art Schutzmechanismus ein. Die betroffene Person unterliegt so dem Gefühl, sich nicht mehr in ihrem von Schmerzen gepeinigten Körper zu befinden. Die Ausschüttung der Glückshormone Endorphine begleitet diesen Vorgang, wodurch der Betroffene zusätzlich das Gefühl grenzenloses Glückes und Friedens erfahre. Auch diese ist fester Bestandteil von Nah-Tod-Erfahrungen.

Für viele Menschen – vor allem jene, die selber eine derartige Erfahrung machten – sind die medizinischen und biochemischen Einwände gegen eine NTE als Beleg für ein Leben nach dem Leben nur Firlefanz. Sie glauben weiter fest daran, dass sie an der Schwelle zum Tod und Jenseits standen oder sogar „wirklich tot waren“.

In der Tat gibt es gegen die vielen und unterschiedlichen Erklärungen der Medizin wiederum Gegenargumente, wie sehr umfangreich HIER dargelegt. Das einzige, was wirklich einheitlich akzeptiert ist, ist, dass es diese Phänomene gibt. In der Welt des Paranormalen sind die übrigens das beherrschende Thema auf dem Buchmarkt, wie es die Veröffentlichungen seit Jahrzehnten beweisen.

Aber wenn eine Person nach einer solchen fraglos einschneidenden außerkörperlichen Erfahrung im Nachhinein davon zu berichten weiß, sollte man diese doch leicht beweisen können? Könnte man meinen.

Experimente mit der Seele

Vor rund 20 Jahren dachte sich genau das auch Medaille Lowrence und entwickelte dazu ein einfaches wie erstaunliches Experiment. Bei verschiedenen Gelegenheiten berichtete zum Beispiel auch die „BBC“ 1999 über diese Versuche und Lowrences Versuche fanden weltweit Nachahmer. Hierbei waren der Aufbau und die Grundidee so simpel wie genial:

Über einem Operationstisch wurde eine Leuchtschrifttafel montierte, die nach dem Zufallsprinzip Wörter aufleuchten ließ. Diese Tafel und vor allem die dort zu lesenden Wörtern waren aber nur dann zu sehen, wenn sich der Betrachter oberhalb des Tisches/Bettes, also an der Decke, befindet. Er müsste schweben und dabei nach unten blicken.

Der Gedanke hinter diesem Versuch ist klar: Ein Mensch, der eine außerkörperliche Erfahrung durchlebt haben will, sollte die Wörter lesen können. Im Nachhinein hätte die Person von diesen gewusst und sie benannt.

Ein Jahr lang blieb der Versuch aufgebaut und in dieser Zeit verloren 24 Patienten vollkommen das Bewusstsein. Doch das Ergebnis war leider mehr als ernüchternd. Keiner jener Menschen, die meinten eine solche Nah-Tod-Erfahrung gemacht zu haben (es waren nur drei), konnte sich an irgendwelche Wörter auf der Tafel erinnern.

Wenn „Astralkörper“ Tiere erschrecken

Auch andere Versuche mit vorgeblichen AKW sind interessant.

Die berühmte Parapsychologie-Legende D. Scott Rogo wohnte solchen Versuchen des Psychologen Dr. Robert Morris von der „Psychological Research Foundation“ in Durham, USA, bei. Durchgeführt wurden diese mit dem sogenannten „Medium“ Keith „Blue“ Harary aus den USA. „Blue“ behauptete nämlich, dass er nicht nur seinen Körper bewusst verlassen kann, sondern auch mit seinem „Astralkörper“ eine Wirkung auf Tiere wie Ratten, Katzen, Schlangen und Hunde habe.

Scott Rogo war immer skeptisch, wenn es um jegliche Art von paranormalen Experimenten und Berichten ging. In diesem Fall allerdings war auch der Parapsychologie-Pionier und Autor verblüfft.

So berichtet Rogo von einem Experiment mit dem AKE-Medium Harary, bei dem dieser eine Schlange in einem Käfig beeinflussen sollte. Harary wurde dazu in einem anderen Raum gebracht und die Schlange in ihrem Käfig im Versuchslabor verwahrt.

Rogo über das Experiment:

Als sich Harary außerhalb seines Körper befand und in diesem Zustand zu der Schlange kam, hörte sie auf, in ihrer typischen Art im Käfig umherzukriechen, und unternahm buchstäblich einen Angriff. Bösartig schien sie nach etwas in der Luft zu schnappen

 Das ganze dauerte ca. 20 Sekunden, die genau mitten in dem Zeitraum lagen, in dem Keith behauptete, sich außerhalb seines Körpers bei der Schlange zu befinden, ohne dass er wusste, was im Labor vor sich ging.

Verblüffend, zweifellos. War es ein Zufall, dass die Schlange exakt zu der Zeit ihr Verhalten änderte, als sich das Medium bei ihr befunden haben will?

Zu dem bis heute im Kreis der parapsychologischen Forschung hoch geachteten Rogo sei noch angemerkt, dass er Mitte August 1990 in seiner Wohnung ermordet wurde. Laut Polizei hab es keinen Kampf und ein 1992 verurteilter Tatverdächtiger wurde 1996 wieder freigelassen. Somit gilt der Mord bis heute als ungelöst und sein Mörder als unbekannt. Stoff für viele Spekulationen im Sinne von „wusste er zu viel?“, die sich um seine paranormalen Forschungen drehen …

Unsere Seele wiegt (bis zu) 69,5 Gramm

Die Liste von Experimenten und Versuchen, die Nah-Tod-Erfahrungen, AKE, ein Leben nach dem Tod usw. belegen wollten, ist endlos. Eher weniger bekannt sind aber Experimente „mit der Seele“, die wir heute sicher als „bizarr“ bezeichnen würden.

Zum Beispiel jene von Medizinern in den Niederlanden und Großbritannien. Sie versuchten mit Experimenten nachzuweisen, dass die Seele ein fassbares Etwas ist, das man auch sehen kann.

Dr. R. A. Watters etwa versuchte in einigen Versuchsreihen mit Fröschen, Hühnern und Mäusen deren astrale Seele im Moment des Sterbens zu fotografieren. Hierzu konstruierte er Vakuumbehälter, die zum Teil mit Öl oder Wasserdampf gefüllt wurden, und in die er die Tiere streckte – um sie dann zu töten.

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Tatsächlich gelang es ihm im Moment des Todes der Tiere „etwas“ zu fotografieren. Irgendwelche „Gebilde“, die an kleine Wolken oder Nebel erinnerten. Waren das sie Seelen der von ihn getöteten Tiere?

Das physikalische Gewicht der Seele wollen die niederländischen Physiker Dr. G. J. Zaalberg van Zelst und Dr. J. L. Malta einst sogar ermittelt haben. In einigen Versuchen in Den Haag wogen sie sterbende Menschen und ermittelte dabei im Moment des klinischen Todes einen nicht zu erklärenden Gewichtsverlust der Personen von bis zu 69,5 Gramm.

Ähnlich der amerikanische Arzt Dr. Duncan MacDougall im Jahr 1902. Er hing Sterbende mit samt ihrem Bett an eine Waage und wiederholte diese Messung, als seine „Versuchsobjekte“ später verstorben waren. Genau gesagt, während sie starben. Das wiederholte er mit insgesamt sechs seiner Patienten, und ermittelte so ein Gewichtsverlust von 8 bis 35 Gramm zwischen dem lebendem und dem dann totem Menschen.

Um seinen Wissensdurst bei der Jagd nach der Seele zu stillen, besorgte sich MacDougall zusätzlich noch 15 Hunde. Hier wartete er nicht auf ihren natürlich Tod, sondern vergiftete alle. Da aber bei den ermordeten Tieren keine Gewichtsabnahme wie bei seinen menschlichen Probanden zu messen war folgerte er, dass Hunde keine Seele haben. So seine Schlussfolgerungen in zwei Artikeln in „American Medicine“ im April und Juli 1907.

MacDougall erregte mit seinen erstaunlichen Experimenten und Schlussfolgerungen durchaus auch das Interesse der Medien. „Die Seele hat ein Gewicht“, schrieb beispielsweise die „New Work Times“ am 11. März 1907 dazu in einem Beitrag.

Derartige Versuche waren in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts nicht ungewöhnlich. Inspiriert durch MacDougall hat in den 1930ger Jahren zum Beispiel Harry LaVerne Twining in Los Angeles solche Versuche mit Mäusen durchgeführt. Er jedoch war sicher, dass nach der Vergiftung der Nager diese im Augenblick des Todes Gewicht verloren.

Haben also Mäuse und Menschen eine messbare Seele und Hunde nicht …?

Ob wir heute diese Experimente als wissenschaftlich fundierte Forschungen betrachten sollten, ist mehr als fraglich. Ethisch sind sie so oder so nicht vertretbar.

Was wiegt das Himmelreich?

Habe ich mit meiner Wiegevorrichtung den Stoff der Seele entdeckt? Ich denke schon, und ich werde es bestätigen und wieder und wieder bestätigen, wenn ich lange genug lebe.

So MacDougall damals voller Optimismus in einem Brief, den Len Fisher in dem Buch „Der Versuch, die Seele zu wiegen“ (2007) zitiert.

Obwohl die Messungen längst als unwissenschaftlich angesehen werden, bleiben doch die Ergebnisse. Es gibt die unterschiedlichsten Interpretationen und Erklärungen, warum diese Gesichtsverluste gewogen wurden. Wirklich einstimmig und einheitlich erklären kann man sie rund 100 Jahre später nicht mehr.

Wenn die Seele eine physikalisch messbare und erfassbare Größe ist, die nach dem Tod eines Menschen den Körper verlässt, öffnen sich ungeahnte Fragen. Vor allem jene, wie viel dann eigentlich das Himmelreich, das Jenseits, das Paradies oder schlicht die Welt der Verstobenen Seelen wiegen mag. Materielle Seelen müssen, auch wenn sie nur einige wenige Gramm wiegen, doch irgendwo abgeblieben sein. Schweben sie einfach „für immer“ um uns herum? Laufen wir ständig gegen sie?

Milliarden Seelen von all den Menschen, die auf diesem Planeten bereits gestorben sind? Oder schweben sie im All umher? Können wir sie dann nicht in ihrer Gesamtheit messen bzw. wiegen?

Eine Seele mit einem messbaren Gewicht von knapp unter 10 bis rund 70 Gramm wiegt für sich genommen nicht viel. Immerhin aber so viel wie 10 bis 70 Stück Würfelzucker.

Damals sprach Duncan MacDougall von einem Durchschnittsgewicht von 21 Gramm pro Seele. Ein Durchschnittswert, der sich schon damals „einbürgerte“. Der Spielfilm „21 Gramm“ aus dem Jahr 2003 bezieht sich genau auf diese Experimente von damals. Sprüche wie „schweren Herzens“ und ähnliche sollen von diesen Experimenten herrühren.

Letztlich haben schon die eingangs erwähnten Alten Ägypter geglaubt, dass das Herz als Sitz der Seele im Jenseits auf eine Waagschale gegen eine Feder aufgewogen wird. So wollten die Götter der Unterwelt die „Reinheit“ und „Tugend“ der Seele zu Lebzeiten des Verstorbenen ermitteln …

108.470.690.115 Seelen um uns herum

Dazu ein Gedankenexperiment:

Laut der Berechnungen in der Studie „Population Reference Bureau“ von 1995, die 2002 und 2011 aktualisiert wurde, gab es 2017 insgesamt 108.470.690.115 Menschen, die jemals auf der Erde geboren wurden. Ausgehend vom Beginn der Menschheit 50.000 vor Christus. Natürlich eine theoretische Angabe, auch wenn zahlreiche Faktoren und Statistiken in dieser Studie berücksichtig wurden.

Gegen wir einfach von 100 Milliarden Menschen aus, die bisher auf unserem Planeten lebten und inzwischen tot sind.

Wo sind all ihre Seelen, wenn sie doch gewogen werden können? 2,1 Millionen Tonnen Seelen müssten bei einem Durchschnittsgewicht von 21 Gramm „um uns herum“ existieren. Bei einem „Seelegewicht“ à 70 Gramm wären es 7 Millionen Tonnen Seelen oder 70.000.000.000 Stück Würfelzucker. Wenn mir keine Kommastelle verrutscht ist.

Allein die irdischen Bewohner des Jenseits wiegen also Millionen von Tonnen. Hinzu kommen, vermutlich, die Seelen von Außerirdischen. Tiere sind hier bewusst außen vor gelassen. Derer Seelen sind nicht zählbar oder deren Anzahl auch nur annähernd zu schätzen.

Es mag albern klingen. Nur wenn die Seele des Menschen wirklich etwas physisch fass- und messbares wäre, muss es auch das Jenseits und seine Bewohner sein. Wo ist dieser materielle Ort, da wir ihn offensichtlich nicht sehen. „Zahlenspielerein“, die meiner persönlichen Überzeugung nach klar belegen, dass alle Aussagen, der Mensch habe eine in Gramm messbare Seele, ab absurdum führen. Denn bis heute steht die Behauptung im Raum, dass das Ich des Menschen ein greifbares Etwas ist.

Es ist eines der großen Mysterien der Religionen, Menschheit und Grenzwissenschaft – die Seele und/oder der Astralkörper. Immerhin hängt mit diesem Thema auch die Frage zusammen, ob der Mensch nach dem irdischen Tode in irgendeiner Form weiter lebt. Eine Frage, die sich ausnahmslos jeder von uns stellt oder stellen wird, sobald die Zeit gekommen ist!

Und bis heute streiten sich die Geister – die Antwort auf diese Frage ist ganz einfach offen. Kein Wissenschaftler, Autor, Journalist und auch kein Experiment hat sie bisher beweisbar beantwortet.

Den Religionen freut es …

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Die Osterinsel möchte die von Thor Heyerdahl “gesammelten” archäologisch Artefakte von Norwegen zurück – und nicht nur die (plus Video)

Die Osterinsel möchte die von Thor Heyerdahl "gesammelten" Objekte von Norwegen zurück (Bild: Fischinger-Online)
Die Osterinsel möchte die von Thor Heyerdahl “gesammelten” Objekte von Norwegen zurück (Bild: Fischinger-Online)

Die Museen der ganzen Welt sind voll mit Artefakten und archäologischen Objekten aus aller Herren Länder. Gesammelt – oder besser: eingesammelt – von den ersten Forschern der sich neu entwickelnden Wissenschaft der Archäologie, die sich vor allem im 18., 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts schamlos an fremden Ländern und deren Kulturen bedienten. Man denke an Ägypten, deren Relikte und Schätze die ersten Grabräuber-“Archäologen” Schiffsladungenweise nach Europa und in alle Welt schafften. Nicht viel anders war es auf der Osterinsel im Pazifik, die durch den Norweger Thor Heyerdahl berühmt wurde. Auch er schaffte archäologische Relikte und Funde von der Insel fort, die heute im weltbekannten “Kon-Tiki-Museum” in Oslo zu bestaunen sind. Doch jetzt möchte die Osterinsel ihr von Heyerdahl gesammeltes Eigentum von Norwegen zurück. Alles dazu erfahrt Ihr in diesem Posting und einem YouTube-Video aus dem “Kon-Tiki-Museum”. Aber auch, was sich hinter dieser scheinbar einfachen Bitte der Osterinsulaner für Abgründe auftun …


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Plündernde “Archäologen”

Wohl die wenigstens Besucher eines archäologischen oder ethnologischen Museums irgendwo auf der Welt fragen sich, woher eigentlich all die Ausstellungsobjekte ferner Länder kommen. Egal ob in Paris, Berlin, London oder New York: Museen sind voll von Diebesgut, das Hau-Ruck-Archäologen einst in der ganzen Welt zusammen klauten oder sich schenken ließen.

Auch den jeweiligen Museen hinterlassene Privatsammlungen gehören dazu. Sammlungen, die zum Teil beträchtlichen Umfang haben und selbst in kleinen Dorf-Museum zu finden sind (zum Beispiel in Waldenburg in Deutschland). Die Herkunft solcher Objekte ist dabei fast immer “unklar”, um es politisch korrekt auszudrücken. Auf den Punkt gebracht ist es jedoch so gut wie immer Raubgut.

Vor allem zu Beginn der heutigen Ägyptologie wurde es den ersten Raub-Archäologen aber auch mehr als leicht gemacht, an solche Stücke zu kommen. Ein regelrechter Wettbewerb im Land der Pharaonen entbrannte, wer im Auftrag seines Museums oder Landes die spektakulärsten Hinterlassenschaften “besorgen” konnte. Zum Teil konnte sogar bequem direkt aus dem Keller des Ägyptischen Museums heraus Artefakte, Mumien und Kunstgegenstände kaufen. Wenn nicht, dann nahm sich einfach, was man will.

Einige der ersten Entdecker sprengten sich übrigens einfach ihre Wege in diverse Altertümer frei. Selbst in der Cheops-Pyramide

Das begann schon mit der Eroberung Ägyptens durch Napoleon ab 1798. Beziehungsweise durch seine “Ägyptische Expedition” wurde Ägypten und alles, was aus dem Land stammt, in ganz Europa schick und populär. Der 250 Tonnen schwere und 23,5 Meter hohe Obelisk auf dem Place de la Concorde in Paris ist bis heute ein Zeugnis dieser Epoche, denn dort steht er erst seit 1836.

Eigentlich gehörte er dem weltberühmten und legendären Pharao Ramses II.,der ihn vor fast 3.200 Jahren an seinem Tempel in Luxor aufstellen ließ. Genau jenem Pharao, den das biblische Buch Exodus als Herrscher benennt, unter dessen Regierung die Israeliten unter Moses das Land verließen. Ali Pascha, damals Vizekönig von Ägypten, schenke den Ramses-Obelisken einfach dem französischen König. Auch wenn die Osmanen da schon längst die Franzosen aus Ägypten geworfen hatten.

Auf diese Weise plünderten Europäer und Nordamerikaner die alten Kulturländer wie eben Ägypten  aus. Aber auch Mittelamerika (Maya, Azteken etc.), Südamerika (Inkas etc.) oder auch Mesopotamien (Assyrer, Babylonier etc.). Das legendäre “Ischtar-Tor” von König Nebukadnezar II. (605 bis  562 vor Christus) aus Babylon, das heute im Pergamonmuseum in Berlin zu bestaunen ist, ist zum Beispiel kein Nachbau. Es ist das Original aus dem Irak, dass in Bruchstücken in an die 1.000 Kisten verpackt ab 1927 nach Berlin geschickt wurde. Mit Erlaubnis der Altertümerverwaltung des damaligen Osmanien in Istanbul.

König Nebukadnezar II. ist wiederum selbst eine Legende: Seine Truppen waren es, die 597 vor Christus Jerusalem und den heiligen Tempel zerstörten und die Bewohner in das babylonische Exil verschleppen. Dorthin, wo dann im laufe der Jahre das Alte Testament und die fünf Bücher Moses in ihrem Kern niedergeschrieben wurden. Aber vor allem ist seit dem die Bundeslade spurlos verschwunden, wie zum Beispiel in diesem YouTube-Video HIER erläutert.

Heute sind solche “Besorgungen” undenkbar!

Und doch ließe sich eine mehr als endlose Liste solcher erlaubten, gestohlenen, geschenkten und (damals) legal gekauften Objekte anführen. Große und kleine, schwere und leichte, kostbare und “wertlose”.

Thor Heyerdahl und die Osterinsel

Vor diesem Hintergrund und geschichtlichen Fakten muss man auch Thor Heyerdahl und seine Expeditionen ab 1947 zur Osterinsel (“Kapa Nui” bei den Einheimischen) sehen.

Auch wenn Heyerdahl Jahrzehnte und Jahrhunderte nach diesen ersten “Alles-Meins-Archäologen” lebte und arbeitete, nahm auch er unzählige Objekte von der Osterinsel (und anderswo) mit nach Norwegen. Nicht nur kleine Vasen oder irgendwelche Alltagsgegenstände, sondern er packe sogleich auch einige der weltweit bekannten Moai-Figuren ein. Jene menschlichen Statuen, von denen heute noch fast 900 auf der kleinen Insel verteilt stehen und liegen, und die der Insel ihren legendären Ruf einbrachten.

Eine steht übrigens auch im Britischen Museum in London. Dazu aber gleich mehr.

Alle diese von Heyerdahl seit seiner ersten Expedition mit dem Holzfloß “Kon Tiki” (s. z. B. HIER, HIER oder auch HIER) mitgenommenen “Andenken” befinden sich heute im “Kon-Tiki-Museum” in Oslo (s. Video unten). Ein zweifellos überaus beeindruckendes Museum, dass sich nicht nur der Osterinsel und Heyerdahl seiner ersten Expedition “Kon Tiki” von 1947 widmet, sondern allen Forschungen und Projektes von ihm.

Im Museum selber wimmelt es aber eben auch und vor allem an Artefakten und Objekten, die der norwegische Abenteurer auf der Osterinsel einsammelte. Inklusive Moai-Figuren als schwergewichtige Mitbringsel. Darunter sind gleichfalls auch überaus wertvolle da seltene Stücke wie Schrifttafeln mit der Schrift “Rongo Rongo”. Ebenso zahllose steinerne Schätze wie diese, die sich im Keller des “Kon-Tiki-Museum” befinden:

"Sammlerstücke" von Thor Heyerdahl im Keller des Kon-Tiki-Museum in Oslo (Bild: Fischinger-Online)
“Sammlerstücke” von Thor Heyerdahl im Keller des Kon-Tiki-Museum in Oslo (Bild: Fischinger-Online)

Chile und die Osterinsel bitten um Rückgabe!

Heute gehört die Osterinsel politisch zu Chile. Roberto Ampuero, Außenminister von Chile, erklärt laut einer “APA”-Meldung vom 2. November 2018, was sein Land bzw. die Osterinsel gerne alles von Norwegen zurück haben möchte:

Archäologische und ethnografische Stücke, Skulpturen, genetisches Material sowie eine große Anzahl Fotos aus den 1950er Jahren.

Demnach eigentlich – alles.

Übrigens auch von den Briten, denn die im Britschen Museum befindliche Moai-Statue möchte Chile auch zurück. Sie trägt heute den Namen “Hoa Hakananai’a”, was soviel wie “verlorener” oder “gestohlener Freund” bedeutet. Obwohl sie mit nur 2,42 Metern Höhe und einem Durchmesser von nur 47 Zentimetern recht klein ist, ist sie aufgrund von eingeritzten “Vogel-Männern” und anderen Abbildungen auf der Rückseite eine Besonderheit unter den einst fast 1.000 Moai. Zeugnis der “Vogel-Mann-Religion” (“tangata manu”) auf der einsamsten Insel der Welt, wie die Osterinsel gern genannt wird.

“Hoa Hakananai’a” ist auch eines jener fragwürdigen “archäologischen Souvenirs” aus dem 19. Jahrhundert. Eine britischen Osterinsel-Expedition nahm sie 1868 als Geschenk für Königin Victoria mit, die sie ein Jahr später dem Britischen Museum überließ.

“Hoa Hakananai’a”

Für die Osterinsulaner ist der Moai in London durch seine direkte Verbindung zum einstigen “Vogel-Mann-Kult” spirituell und historisch sehr bedeutsam. Schon länger hätten sie ihr kulturelles Erde vom Britischen Museum zurück. So zitiert zum Beispiel der britische “The Telegraph” bereits am 8. August 2018 eine Museumssprecherin mit den Worten:

Wir haben hier im British Museum keinen offiziellen Antrag auf Rückgabe der Statue auf die Osterinsel erhalten.

Laut “APA” hat sich das nun geändert. Wobei das Museum in London das einstige Geschenk von Königin Victoria in einen etwas anderem Licht sieht, wie “The Telegraph” im August zitierte:

Die Moai-Skulptur, die wir im Museum haben, ist für die sechs Millionen Menschen, die jedes Jahr durch unsere Türen gehen, permanent ausgestellt. Wir glauben, dass es von großem öffentlichen Nutzen ist, sie für alle Menschen hier zu sehen und zu schätzen.

Wir glauben auch, dass es wichtig ist, die Geschichte der indigenen Gemeinschaft der Osterinseln im Britischen Museum darzustellen.

Wer möchte schon ein beliebtes bzw. so besonderes Museums-Stück freiwillig wieder abgeben? Vor Ort ist “Hoa Hakananai’a” als Blickfang für die Millionen Touristen des Museums in Szene gesetzte.

Übrigens auch der weltberühmte und archäologisch kaum zu bedeutend einzustufende “Stein von Rosette”, mit dem es einst gelang, die ägyptischen Hieroglyphen zu übersetzten. Mitgebracht als “Andenken” von Napoleon aus Ägypten, wo er am 15. Juli 1799 gefunden wurde und heute das Glanzstück des Museum. Als wertvollstes Objekt des Museum steht es im Eingangsbereich fast schon im Weg und ist als Motiv auf zahllosen Dingen im Museums-Shop zu kaufen. Vom Maus-Pad für den PC bis zu kleinen Kopien für die Wohnzimmerwand.

In Ägypten selber steht am Fundort des Stein bei Rashid ein Denkmal mit einer Kopie …

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Verhandlungen …

In seiner Funktion als Außenminister von Chile hat sich Roberto Ampuero bereits mit seiner norwegischen Amtskollegin Ine Eriksen Soreide getroffen, um die Rückführung der Objekte aus dem “Kon-Tiki-Museum” zu besprechen. Es hieß hierzu, dass das Museum in Oslo dazu durchaus auch bereit wäre. Wobei es fraglos noch zahlreicher weiterer Verhandlungen bedarf, bis Norwegen das kulturelle Erde der Insulaner wieder abgeben wird. Sollten sie es letztlich denn auch tun.

Sicher wird auch das “Kon-Tiki-Museum” nicht gerne Highlights ihrer Dauerausstellung zurück geben wollen. Zum Beispiel die beiden großen ausgestellten Original-Moai. Tarita Alarcon, Gouverneurin der Osterinsel, “trifft sich in zwei Wochen mit dem Direktor des Kon-Tiki-Museums, Martin Biehl, um ihn um die Rückgabe der Kollektion zu bitten”, heißt es in der aktuellen Meldung.

Felipe Ward wiederum, Minister für Nationalgüter von Chile, wird die Rückgabe der in London stehenden Moai “Hoa Hakananai’a” in Angriff nehmen. Am 15. November wird er deshalb nach Großbritannien reisen, um mit dem Britischen Museum “die Verhandlungen aufzunehmen”. Leicht sind solche Verhandlungen entgegen aller menschlichen Logik ganz und gar nicht. Man denke an die gigantischen Goldmengen und Schätze, die die Spanier bei ihrer Eroberung Südamerikas raubten.

“Wie die Affen”

Zum Beispiel ein Fall von 2007:

Da wurde von der US-Firma “Odyssey” in einem 200 Jahre alten spanischen Schiffswrack ein Schatz von 23 Tonnen(!) Gold, Silber und anderen Kostbarkeiten im Atlantik gefunden. Was folgte war ein Rechtsstreit, wem die Kostbarkeiten im Wert von ca. 380 Millionen Euro jetzt gehören…den Spaniern oder der Bergungsgesellschaft. Recht bekamen die Spanier vor einem US-Gericht und wessen Antrag erst gar nicht zur Debatte stand, war jener der Peruaner. Das Gold und Silber stammte nämlich ursprünglich aus ihrem Land und war Eigentum ihrer Vorfahren.

Es wurde von den Spaniern, dessen Kolonie Peru damals war, von den Inka und anderen Kulturen Perus brutal geraubt. Wer sein Gold in Peru und anderswo den Spaniern nicht freiwillig schenkte, der wurde gefoltert, verbrannt, zerstückelt, geköpft, massakriert, versklavt oder direkt ermordet. Nach solchen Argumenten und “netten Bitten” der christlichen Europäer schenkten die Inka ihnen natürlich “gerne” ihre heiligen Schätze.

Bei den Azteken in Mexiko war es im 16. Jahrhundert exakt dasselbe. “Wie die Affen”, so eine zeitgenössische Chronik wörtlich (mehr HIER), rafften die spanischen Eroberer selbst dann noch Gold zusammen, wenn sie vor den Azteken um ihr Leben rennen mussten. Unglaublich. Das Kulturgut des Volkes der Inka & Co. wurde daraufhin eingeschmolzen, in Münzen und Barren gegossen und nach Europa verschifft. Ganz zur Freude des spanisches Königshauses. Peru ging 2007 trotzdem leer aus …

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Kon-Tiki und die Seefahrt vor Jahrtausenden: Zu Besuch im Thor Heyerdahl Museum in Oslo - YouTube-Video auf Grenzwissenschaft und Mystery Files

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Ein internationales Wissenschaftler-Team löst das Rätsel um den Bau der Cheops-Pyramide – Stimmt es aber, was im Netz darüber berichtet wird?

Wissenschaftler lösen mal wieder (fast) das Rätsel des Pyramiden-Bau in Ägypten
Wissenschaftler lösen mal wieder (fast) das Rätsel des Pyramiden-Bau in Ägypten (Bild: Fischinger-Online)

In Ägypten, der Literatur und natürlich der archäologischen Fach- und Laien-Welt geben sich jene Menschen, die die Geheimnisse um den Bau der Pyramiden gelöst haben wollen, das Maßband in die Hand. Und das seit Jahrhunderten wenn nicht Jahrtausenden. So auch am 1. November in Kairo. Internationale Forscher wollen durch Feldforschungen im Steinbruch Hatnub nahe Tel el-Amarna Hinweise und Belege gefunden haben, “wie die alten Ägypter vor 4.500 Jahren tonnenschwere Steine bewegen konnten”. Dr. Mustafa Waziri, Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung, und die beteiligten Archäologen aus Großbritannien und Frankreich sind überzeugt, dass diese Entdeckungen auch den Bau der Pyramiden zum Teil erklären könnten. Was sie dort entdeckt haben, warum die Presse mal wieder Aliens in Spiel springt, ob das Rätsel tatsächlich gelöst wurde und was die Forscher wirklich sagten, erfahrt Ihr hier.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Jahrtausende Rätselraten

Eigentlich ist das Problem der Ägyptologen, Hobby-Forscher und “alternativen Historiker” zum Bau der Pyramiden in Ägypten überaus simpel zu beschreiben:

Über 100 große, mittlere und kleine Pyramiden stehen am Nil verteilt. Riesige uralte Bauten wie die Cheops- oder Chephren-Pyramide in Gizeh ebenso, wie kleine Bauwerke, die heute mehr an Schutthaufen von wenigen Metern Höhe als an echten Pyramiden erinnern. Und besonders faszinieren hierbei natürlich die großen Pyramiden von Gizeh oder auch jene in Daschur.

Denn obwohl es in Ägypten an zum Teil uralten Schriften und Inschriften wimmelt, suchen die Forscher bis heute vergeblich nach Texten zum Bau dieser Monumente für die Ewigkeit. Die wenigen Zeugnisse, die heute vorliegen, sind entweder von den Araber notierte “Märchen” und “Legenden” – oder sie verraten nichts darüber, wie genau man diese Berge aus Stein errichtet hat.

Genau das lässt seit Jahrhunderten ungeahnte Spielräume für Spekulationen und Ideen. Teilweise reichen diese bekanntlich von Atlantis bis zu den Sternen. Und ebenso bekanntlich werden in schöner Regelmäßigkeit seit vielen Jahren die Pyramiden-Rätsel angeblich gelöst, entzaubert oder durch neue Ideen in diese oder jene Richtung vermeintlich belegt. Eine endlose Liste …

Da aber bis dato nichts von den Alten Ägyptern gefunden wurden, auf denen sie festhielten, wie genau sie ihre Pyramiden errichtet haben, stehen Forscher vor einem Dilemma. Es gibt inzwischen eine Vielzahl ein eindeutigen Hinweisen, klaren Belegen und harten Fakten zum Bau der Pyramiden. Aber im Detail stehen auch die Ägyptologen hierbei vor einem ungelösten Rätsel der Antike.

Die Aliens waren es (nicht)

Beliebt ist natürlich die Spekulation, dass die Astronautengötter aus dem Kosmos die großen Pyramiden in Ägypten erbaut haben oder haben lassen. Nur hat diese Idee absolut nichts mit der Ägyptologie zu tun, die heute von tausenden Forschern der “etablierten Archäologie” vor Ort durchgeführt wird. Eigentlich nimmt nicht ein einziger von ihnen solche Alien-Pyramiden-Thesen ernst oder würdigt sie überhaupt eines Blickes.

Aus diesem Grunde verwundern die aktuelle Neuigkeiten aus Ägypten, von denen verschiedene englische Zeitungen oder auch die englischsprachige “Luxor Times” (30. Oktober 2018) berichten. Keine davon spricht irgendwie von Aliens, die die Pyramiden angeblich erschaffen haben, und was nun durch die neuen Funde in Tell Amarna widerlegt sei. Auch nicht Dr. Mustafa Waziri in seiner Funktion als Chef der ägyptischen Altertümerverwaltung, die auf Facebook am 31. Oktober dazu eine offizielle Meldung brachte.

Alle sprechen von den “alten Ägyptern” oder ähnlich. Das News-Portal “Earth-Cronicles” schrieb beispielsweise am 2. November:

Die Wissenschaftler hoffen, dass ein gründliches Studium dieser Entdeckung es ermöglicht, der Wahrheit auf den Grund zu gehen, da alle frühen Menschen die Pyramiden bauten.

Sehr ähnliche Worte fand auch “Science Alert” am 1. November zum Thema. Keine Spur von Alien-Architekten aus dem All.

Wer aber die Ancient Aliens ins Spiel brachte,  sind mal wieder (bisher wenige) die Boulevardmedien; die Regenbogenpresse. Es scheint heute wohl schon auszureichen, dass archäologische Meldungen und Neuigkeiten von “alten Ägyptern” oder auch “Menschen” von damals sprechen, um zu sagen: Alien-Pyramiden-These widerlegt. Ein Unding, da niemand ernsthaft annehmen oder glauben sollte, dass Außerirdische die Pyramiden gebaut haben.

“Spunik News” ist eine der wenigen Seiten im deutschen Netz, die auch die Aliens in Spiel bringt. Auch wenn sie in den Berichten aus Ägypten keine Erwähnung fanden, titeltet “Sputnik” am 1. November sogleich: “Doch keine Aliens: Forscher entschlüsseln Rätsel des Pyramiden-Baus”

So kann man durchaus warnend prophezeiten, dass weitere “Alien-Meldungen” folgen werden, auch wenn es zu den Entdeckungen und ersten Berichten keinerlei Zusammenhang gibt.

Doch was genau sind die neuen Erkenntnisse, die den Bau der mysteriösen Pyramiden erklären oder erklären sollen?

“Ägyptens Große Pyramide: Mysterium endgültig gelöst!”

Die neuseeländisch”NZ Herald” schrieb am 1. November in ihrer Headline, dass das Rätsel um den Bau der Cheops-Pyramide jetzt “endgültig gelöst” sei. Viele ähnliche Titel kurieren aktuell. Etwa “IFL Science”, wo von einer “finalen Entdeckung” geschrieben wird. Ausnahmslos alle Meldungen dieser Art sind überzogen!

In, um oder an der Großen Pyramide von Gizeh wurde zuerst mal überhaupt nichts gefunden oder entdeckt. Ja, nicht einmal überhaupt auf dem Plateau von Gizeh. Es handelt sich um Forschungsergebnisse, die im Rahmen eines internationalen Projektes des “Französischen Institut für orientalische Archäologie” (“Institut français d’archéologie orientale”, IFAO) in Zusammenarbeit mit der Universität Liverpool gemacht wurden.

Hierbei wurden unter anderem “die Felsinschriften von Hatnoub”, einem Alabaster-Steinbruch 18 Kilometer südöstlich von Tel el-Amarna, untersucht und dokumentiert. Ebenso der 1891 von Percy Newberry und dem legendären Howard Carter entdeckte Steinbruch und die dortigen Hinterlassenschaften der früheren Arbeiter an sich. Datiert wird der Steinbruch auf das Alte und Mittlere Reich Ägyptens und vor allem auch auf die Zeit des Pharao Cheops.

Dr. Yannis Gourdon und Dr. Roland Enmarch und ihr Team hofften durch ihre Forschungen im Steinbruches und der einst dort angewandten Techniken Erkenntnisse darüber, wie die alten Ägypter vor Jahrtausenden mit tonnenschweren Steinen hantieren und arbeiten konnten. Und genau das soll ihnen in dem Steinbruch gelungen sein.

Rampen, Schlitten und Hebel im Steinbruch

Obwohl das Hauptbaumaterial für die Pyramiden Kalkstein war”, schreibt zum Beispiel  “Science Alert”, “wurde etwas Alabaster als Bodenbelag sowie für Statuen und Särge verwendet”. Die alten Baumeister sollen diese schweren Steinblöcke mittels einfacher Rampen aus den Steinbrüchen geholt haben, was die Untersuchungen in Hatnub belegen.

Da dieser Steinbruch aus den Tagen der Cheops-Pyramide stammt, so das Forscher-Team, können man auch dort sowie an anderen Baustellen/Steinbrüchen ähnlich gearbeitet haben. Das gilt für den Abbau von Bausteinen ebenso wie für Statuen und alles andere, was die Ägypter in ihren Steinbrüchen produzierten. Bekanntlich war das nicht gerade wenig.

Dr. Yannis Gourdon in der “Luxor Times” dazu:

Die Mission entdeckte erfolgreich ein einzigartiges System, um die Steinblöcke vom Boden des Steinbruchs zu ziehen und zu transportieren. Nachdem die Trümmer entfernt wurden (…) kann dies auf die Regierungszeit von König Khufu der 4. Dynastie datiert werden. Das Bewegungssystem besteht aus der zentralen Rampe, die von zwei Treppenstufen umgeben ist, und enthält Stangenlöcher, die das Anheben des Alabaster-Steinblocks durch eine mindestens 20% -ige (damit ist die Steigung der Rampe gemeint, Anm. LAF) Grobrampe unterstützen.

Es wurden mindestens 100 Inschriften entdeckt, die an pharaonische Expeditionen in die Alabaster-Steinbrüche von Hatnub vom Alten Reich bis zum Neuen Reich erinnern.

Die Entdeckung dieses Hebel- und Rampen-Systems in Hatnoub sei “von großer Bedeutung, die unser Verständnis des Bauwerkes völlig verändert” schreibt die ägyptischen Altertümerverwaltung unter Dr. Waziri auf Facebook. Es sei das erste Mal, dass ein System entdeckt wurde …

…um Blöcke aus Steinbrüchen zu bewegen und zu transportieren, und wie die Alten Ägypter die tonnenschweren Blöcke während der Bauzeit der Großen Pyramide mit primitiven Rampen angehoben haben.

Ist der Pyramiden-Bau und die bisher unbekannten Techniken dahinter damit geklärt? Es gibt jedoch viele Meinungsverschiedenheiten darüber, mit welchen Methoden genau dies erreicht wurde”, schrieb zum Beispiel “Newsweek” am 1. November ganz richtig. Nur leider ist die fraglos interessante und spannende Steinbruch-Entdeckung der Archäologen sicher keine Erklärung des Pyramiden-Baus.

Eigentlich sollte das auch jedem einleuchten, der von diesen neuen Erkenntnissen liest oder schreibt.

Keiner sprach von “Mysterium gelöst”

Heute (2. November 2018) veröffentlichte auch die Universität Liverpool einen Artikel über die Arbeit ihrer Wissenschaftler in Ägypten. In dieser heißt es unter anderem:

Uraltes Rampen-System für Steinbrüche hat den Arbeitern möglicherweise beim Bau der großen Pyramiden in Ägypten geholfen.

Wissenschaftler der Universität von Liverpool haben entdeckt, was möglicherweise die Überreste eines 4.500 Jahre alten Rampen-Systems sind, um die riesigen Alabasterblöcke zu transportieren, die beim Bau der großen Pyramiden in Ägypten verwendet wurden.”

Ägyptologe Dr.Roland Enmarch betont, dass der Steinbruch von Hatnub eine “prestigeträchtigste Quelle für ägyptischen Alabaster” vor 4.500 Jahren war. Viele der gefundenen Inschriften, so der Forscher, zeigen zudem auf, wie “das Personal und die Logistik der Organisation von Expeditionen zu diesen Wüstensteinbrüchen” damals funktionierte. Die gesamte Landschaft lässt die Strukturen aus der Bronzezeit, “die mit der Gewinnung und dem Transport von Steine zu tun haben”, erkennen. Von den Hütten der Arbeiter bis zu einer hervorragend erhaltenen Straße, die bis zum Nil, führt.

Die “äußerst gut erhaltene Rampe” in dem Steinbruch zeige mit ihren Spuren von Pfostenlöchern, wie “die alten Technologien des Steintransportes und der Gewinnung” funktioniert haben könnte. Durch Schlitten und den beiden neben der Rampe nachgewiesenen Treppenaufgängen konnten die Arbeiter die schweren Steinblöcke geradezu bequem herausziehen. “20 Prozent oder mehr” Steigung seien hier möglich gewesen. Und weiter:

Da diese Rampe auf die Herrschaft von Cheops datiert, bieten unsere Untersuchungen die aufregende Möglichkeit, weitere Einblicke in die Logistik und die Technologien zu bieten, die beim Bau dieser erstaunlichen Konstruktion verwendet wurden.

Spätestens an dieser Stelle sollte jedem klar sein, dass von einer Lösung des Mysteriums Bau der Cheops-Pyramide eigentlich keine Rede sein kann.

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Was wurde tatsächlich entdeckt?

Hatnub als ein beliebter Steinbruch vor bis zu 4.500 oder sogar mehr Jahren … ist natürlich keine Pyramide. Schon gar nicht die Cheops-Pyramide oder die Pyramide des Chephren daneben. So wurde auch überhaupt nicht geklärt, wie die alten Baumeister ihre riesigen Monumente für die Ewigkeit gebaut haben. Es wurde ein fehlendes Mosaiksteinchen im Puzzle der Fragen ergänzt. Unterbewerten sollte man das aber auch nicht, um dies an dieser Stelle zu unterstreichen.

Wenn in Hatnub die Arbeiter diese Technik aus Rampen, Treppenaufstiegen, Seilen und Schlitten nutzten, nutzten sie diese sicher auch anderswo. Was funktioniert, sprach sich fraglos auch bei den Pharaonen und ihren Architekten herum. So konnten die Bauherren diese oder jene Bausteine schlagen und mittels Rampe aus den jeweiligen Steinbrüchen schaffen. Von da ging es für den auserwählten Stein weiter über Straßen bis zum Nil oder einen eigenes dafür geschaffenen Kanal, dort auf einen Lastenkahn und so kam dieser letztlich am Ort seiner  Bestimmung an.

Ein Kraftakt von Organisation, Planung , Technologie und Logistik, dem die Archäologen nun weiter auf die Spur gekommen sind.

Es waren dabei aber immer “Ausnahme-Steine”. Die bei Weitem meisten Bausteine der Pyramiden von Gizeh sind weicher Kalkstein, der direkt vor Ort abgebaut wurde. Noch heute kann man überall vor Ort sehen, woher diese Steinen genau kamen. Auch Spuren der Werkzeuge sind für jeden sichtbar auf dem ganzen Plateau vorhanden.

Eine Rampe – nicht die Rampe

Beim Wort “Rampe” im Zusammenhang mit “Pyramide” schüttelt es die meisten Grenzwissenschaftler oder auch Hobby-Historiker. Zurecht. Es schütteln sich dabei aber auch die etablierten Archäologen des Mainstream. Wirklich niemand behauptet, dass die Pyramiden mit gigantischen Rampen erbaut wurden, auf denen die Arbeiter die Steine auf Schlitten bis an die Spitze zogen. Welch absurde Vorstellung und gewaltiger Arbeitsaufwand der Bau so einer Rampe ist, wissen sicher alle Mystery- und Pyramiden-Fans.

Wobei der Vollständigkeit halber nicht unerwähnt bleiben darf, dass es nachweislich Reste von Rampen in Gizeh gibt. Da der weit größte Teil der verbauten Steine einer Pyramide sich im unteren Bereich befindet, werden die Bauherren hier wohl ihre Rampen angebaut haben. Nur: Wie dann weiter? Das ist eben – unbewiesen!

Die Rampen-Technik von Hatnub sagt nur aus, dass man so Bausteine aus dem Steinbruch heraus bekommen konnte. Wie diese dann aber wirklich an ihrem vorgesehenen Platz an oder in eine Pyramide kamen, sagt die nicht. Damit ist der Bau der großen Pyramiden auch durch diese neuen Erkenntnisse der Forschung nicht geklärt. Und das haben die beteiligten Ägyptologen auch gar nicht behauptet.

Das behaupten nur Headlines und Artikel im Netz, die von den Arbeiten um Yannis Gourdon, Roland Enmarch & Co. berichten.

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Stimmen im Kopf schickten eine gesunde Frau zum Arzt: Gehirntumor! Netzfundstück in einem medizinischen Fachmagazin

Netzfundstück: Stimmen im Kopf schickten Frau zum Arzt - Und man fand einen Gehirntumor (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Netzfundstück: Stimmen im Kopf schickten Frau zum Arzt – Und man fand einen Gehirntumor (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Der menschlich Körper verfügt bekanntlich über zum  Teil ganz erstaunliche Fähigkeiten, sich selber zu heilen oder zu regenerieren. In der modernen Medizin, so fortschrittlich und ausgeklügelt sie auch ist, staunen Mediziner immer wieder über die Selbstheilung des Menschen. Manche sprechen hier sogar hin und wieder von “Wundern“, die vielleicht sogar göttlichen Ursprungs sind. Ein sehr seltsamer Fall aus der Medizin ereignete sich 1984 und wurde von dem angesehenen “British Medical Journal” dokumentiert: Den einer scheinbar gesunden Frau, der plötzlich eine Stimme im Kopf sagte und sogar erklärte, dass sie zum Arzt gehen sollte. Was dann geschah, lest Ihr in diesem Netzfundstück.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Stimmen aus dem Nichts

Hört ein Mensch “Stimmen im Kopf” galt er einstmals als göttlicher Prophet. Oder als vom Teufel heimgesucht, von Dämonen besessen oder auch als Hexe/Hexer. Heute würden man salopp solche Menschen als “Irre” bezeichnen. Als Kranke, denen geholfen werden muss.

Es gab und gibt in der Grenzwissenschaft und den Mystery Files jedoch auch solche Menschen, die angeblich Stimmen von Verstorbenen, “Engel” oder Außerirdischen hören oder empfangen wollen. Stark religiöse Menschen wiederum berichten seit Anbeginn der Religionen bis heute, dass sie die “Stimme Gottes” hören, dass Jesus mit ihnen spricht oder irgendwelche Heilige. Schlicht gesagt: metaphysische Wesen.

Anders in einem doch sehr sonderbaren Fall aus Großbritannien aus dem Jahr 1984. Denn hier “plauderte” eine Stimme aus dem Nichts plötzlich im Kopf einer scheinbar gesunden Frau einfach drauf los. Aus gutem Grund, wie sich später im Krankenhaus herausstellen sollte.

Dokumentiert wurde das Ereignis im Fachmagazin “British Medical Journal” (vol. 315, 20. – 27.  Dezember 1997) von dem Psychiater Ikechukwu Obialo Azuonye (“Adult Mental Health Unit, Lambeth Healthcare NHS Trust”, London).

“Wir würden Dir gerne helfen!”

“Ein schwieriger Fall: Diagnose durch halluzinatorische Stimmen”, so hieß es im “British Medical Journal”. Einleitend erfuhren die sicher erstaunten Leser:

Eine zuvor gesunde Frau hörte halluzinatorische Stimmen, die ihr sagten, dass sie nach einem Tumor suchen sollten. Die Voraussage war wahr; Sie wurde operiert und erholte sich unauffällig.

Die Frau, so Azuonye in seinem Artikel weiter, wurde 1940 geboren, zog in den 1960er Jahren nach Großbritannien und war nach ihrer Hochzeit und Familiengründung Hausfrau und Mutter. “Sie ging selten zu ihrer Hausärztin, da sie eine gute Gesundheit hatte und noch nie in einem Krankenhaus behandelt worden war”, so Azuonye weiter. Auch ihre Kinder seinen kerngesund.

Bis zum Winter 1984. Als sich die (spätere) Patientin zu Hause aufhielt und ein Buch las, hörte sie plötzlich “eine deutsche Stimme in ihrem Kopf“, die sagte:

Bitte hab keine Angst. Ich weiß, es muss schockierend sein, wenn du mich so mit dir sprechen hörst, aber das ist der einfachste Weg, den ich mir vorstellen kann. Mein Freund und ich haben früher im Kinderkrankenhaus in der Great Ormond Street gearbeitet, und wir möchten dir gerne helfen.

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Von diesem Kinderkrankenhaus habe die Frau mal gehört, aber wo es genau ist, wusste sie nicht. Doch dann “mischte sich die Stimme erneut ein”:

Um dir zu zeigen, dass wir aufrichtig sind, möchten wir, dass du Folgendes überprüfst’ – und die Stimme gab ihr drei verschiedene Informationen, die sie  zu der Zeit nicht besaß.

Jetzt dachte die Frau, dass sie “verrückt geworden” war, schreibt der Psychiater Azuonye in seinem Bericht weiter. “AB”, so nennt der Mediziner die Patientin in seinem Artikel, ging zu ihrem Arzt, der sie an Ikechukwu Obialo Azuonye überwies:

Ich sah sie in der ambulanten psychiatrischen Klinik und diagnostizierte eine funktionelle halluzinatorische Psychose. Ich bot allgemeine unterstützende Beratung sowie Medikamente mit Thioridazin. Zu ihrer großen Erleichterung verschwanden die Stimmen in ihrem Kopf nach ein paar Wochen der Behandlung und sie ging in den Urlaub.

Allerdings war das nur der Anfang, denn die Stimmen im Kopf ließen nicht locker!

Stimmen im Kopf

Während sie im Ausland war und immer noch das Thioridazin nahm, kehrten die Stimmen zurück”, schreibt Azuonye weiter. Die wiedergekehrte Stimmen “sagten ihr, sie solle sofort nach England zurückkehren, da mit ihr etwas nicht in Ordnung war” Sie müsse “sofort behandelt werden”, so die Stimmen aus dem Nichts.

Zurück in London fuhr sie ihr Mann zu einer Adresse in der Stadt, die die Stimmen ihr gesagt haben. “Es war die ComputerTomographieabteilung eines großen Londoner Krankenhauses”, so berichtet Azuonye weiter:

Als sie dort ankam, sagten die Stimmen ihr, dass sie hineingehen und aus zwei Gründen nach einem Gehirn-Scan fragen solle – sie hatte eine Tumor in ihrem Gehirn und ihrem Hirnstamm war entzündet.

Azuonye setzte einen Brief auf, in dem er seinen Medizinerkollegen erklärte, dass seine Patientin eine Gehirnuntersuchung (CT-Scan) benötige. “Halluzinatorische Stimmen hätten ihr gesagt, dass sie einen Gehirntumor habe” und er selber konnte “keine körperlichen Anzeichen” finden. Vor allem wollte der Psychiater Azuonye “AB” durch diese Untersuchung nur beruhigen, wie er in seinem Artikel schreibt.

Die Klinik lehnte die Untersuchung aber ab. “Zu teuer” hieß es. Immerhin bestünde keine medizinische Notwenigkeit, nur, weil die Frau Stimmen im Kopf hörte, die vor einem Tumor warnten. Nach einigen Verhandlungen wurde der Scan im April 1984 dann doch durchgeführt. Eine zweite Untersuchung folgte im Mai, die dann Gerissenheit brachte: “AB” hatte einen Gehirntumor (“Meningeoms“)!

Der behandelnde Neurohchirurg zeigte sich erstaunt über die Ergebnisse der Scans. Keine Kopfschmerzen “oder anderen fokale neurologischen Defizite” waren bei der Frau festzustellen. Trotz einer nicht unerheblichen Größe (2,5 x 1,5 Zoll) und Verbreitung des Tumors über das Gehirn. So entschloss man sich zu einer Operation, und die “Stimmen sagten ihr, dass sie dieser Entscheidung voll und ganz zustimmten”.

“Auf Wiedersehen” …

Die OP an der seltsamen Patientin verlief ohne Probleme. Der Gehirntumor wurde entfernt, es kam zu keinerlei nachträglichen Komplikationen und “AB” erholte sich vollkommen. Noch einmal kamen nach der Entfernung des Tumor die Stimmen aber wieder. Sie verabschiedeten sich mit den Worten:

Wir freuen uns, dir geholfen zu haben. Auf Wiedersehen.

“AB” hörte nie mehr Stimmen und war froh und dankbar, dass diese verschwanden, betont Azuonye, der diesen Fall auch auf einer Mediziner-Konferenz präsentierte. Doch weder er noch die anwesenden Kollegen konnten wirklich verbindlich erklären, was hier geschehen war und wie man diesen Fall einzuordnen habe. Ein Anruf der Patientin zu Weihnachten – 12 Jahre nach der Operation – habe Azuonye den Fall wieder ins Gedächtnis gerufen. Azuonye:

Es ist bekannt, dass intrakranielle Läsionen mit psychiatrischer Symptomatik in Verbindung gebracht werden können. Aber dies ist der erste und einzige Fall, in dem halluzinatorische Stimmen die Patientin auf ihr wahres Interesse an ihrem Wohlergehen hinwiesen und ihr eine spezifische Diagnose boten (es gab keine klinischen Anzeichen, die jemanden auf den Tumor aufmerksam gemacht hätten).

Sie wandte sich an die Art von Krankenhaus, das bestens für ihr Problem gerüstet war, und äußerte sich erfreut darüber, dass sie endlich die Behandlung erhalten hatte, die sie für sie verlangte (…)”

Diskussion auf Mediziner-Tagung

Auf der genannten Mediziner-Tagung waren die Anwesenden geteilter Meinung über diese fraglos sonderbaren Ereignisse. Einige sprachen von Telepathie und damit von einer Art Paranormalem Phänomen. Andere meinten, dass sie in ihrem Heimatland bereits “die Diagnose eines Gehirntumors erhalten” habe, diese aber irgendwie verdrängte. Mehr noch, sie habe all das erfunden, um kostenlos behandelt und operiert zu werden.

Hier wendet Azuonye ein, dass das unwahrscheinlich sei, da sie zu der Zeit schon 15 Jahre in Großbritannien lebte und so oder so Anspruch hatte. “Außerdem war sie so erleichtert gewesen, als die Stimmen im Thioridazin verschwanden, dass sie in den Urlaub gegangen war, um die Genesung ihrer Gesundheit zu feiern”, so der Psychiater.

Wieder andere Teilnehmer waren überzeugt, dass ein Tumor dieser Größe auf jeden Fall im Kopf zu spüren gewesen sein muss. “Ein komisches Gefühl” im Schädel habe die Frau vielleicht dazu gebracht einen Gehirntumor zu befürchten. Die Angst davor haben zu den halluzinatorischen Stimmen in ihrem Kopf geführt. Unbewusst aufgenommenen Informationen über verschiedene Krankenhäuser in London seien dabei die Quelle der Informationen der Stimmen gewesen. Und:

Die Stimmen, die mit dem Ergebnis ihrer Behandlung zufrieden waren, waren ihre eigenen Gedanken und brachten ihre Erleichterung zum Ausdruck, dass der Notfall vorüber war.

Man konnte sich nicht auf eine einheitliche Diagnose oder besser Erklärung des Falles von “AB” einigen. “Das völlige Verschwinden psychiatrischer Symptome nach Entfernung des Tumors zeigte”, so Azuonye in “”British Medical Journal” abschließend, “dass diese Symptome zumindest direkt mit dem Vorhandensein der Läsion zusammenhingen”. Der Tumor könnte selber die Stimmen verursacht haben …

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Lars A. Fischinger

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Wenn “Eiserne Vögel” vom Himmel kommen und die Welt erschaffen: Seltsames aus der Mythologie Ungarns und dem Ural +++ Artikel +++

Wenn "Eiserne Vögel" die Welt erschaffen: Seltsames aus der Mythologie (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Wenn “Eiserne Vögel” die Welt erschaffen: Seltsames aus der Mythologie (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Es gibt kein Volk der Erde, das in ihren Überlieferungen keine Mythologien über die Schöpfung besitzt. Gleichgültig ob bei kleinen Stämmen und Völkern oder in großen Kulturen und Gemeinschaften, wir finden solche Erzählungen überall. Oftmals in einer Vielfalt, die sich selbst innerhalb der einzelnen Regionen oder Kultur individuellen unterscheiden. So auch bei dem Volk der Mansen (“Wogulen”) aus dem nordöstlichen Ural. In dieser finno-ugrische Völkergruppe, die von West-Sibirien über Ungarn und Nordrussland reicht, findet sich eine besonders interessante wie auch seltsame Überlieferung vom Anbeginn der Welt: Vögel aus Eisen hätten sie geschaffen. Diese Mythologie wollen wir uns hier einmal genauer ansehen, da sie erstaunliche Spuren und Querverbindungen öffnet!


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Vom Ural bis Ungarn

Die finno-ugrische Völker oder auch die uralischen Völkerfamilie haben alle eine gemeinsame Urgeschichte. “Kerngebiet” dieser Menschen ist Nordrussland und vor allem das Gebiet des Ural-Gebirges im Westen von Sibirien. Jenes Gebirge, das oftmals als die Ost-Grenze Europas gilt.

Trotzt einer gemeinsamen Frühgeschichte schlugen die einzelnen (heutigen) Volksgruppen jedoch im Laufe der Geschichte vollkommen andere Wege ein. Ihre Siedlungsgebiete reichten beispielsweise bis in das heutige Ungarn, Finnland, Estland, Polen oder auch in den Norden des Schwarzen Meeres und dem Gebiet der heutigen Stadt Sankt Petersburg.

Die “Mansi”, wie sie sich selber nennen, und heute vor allem an Mansen bekannt sind, nannte man früher “Wogulen“. Heute haben diese Volksgruppen je nach Siedlungsgebiet zahlreiche Namen. Trotz ihrer frühzeitigen Verbreitung und Trennung über den Osten und Nordosten Europas haben sie gemeinsame Wurzeln. Auch und natürlich in ihrer Sprache und in ihren Mythologien, bei denen es bis heute Parallelen und Berührungspunkte zu finden gibt.

Möglicherweise kennt der ein oder andere Grenzwissenschaft & Mystery Files-Interessierte das Volk der Mansen aus dem Ural bereits. Es ist das Ur-Volk, dass im Ural in jenem Gebiet lebt, in dem 1959 der legendären “Dyatlov-Pass-Vorfall” mit 9 toten Studenten geschah (mehr dazu in den Videos HIER & HIER).

Und eine dieser Überlieferungen der “Mansi” wurde 1891 in den “Ethnologischen Mitteilungen aus Ungarn” aufgezeichnet, und erscheint uns heute fraglos sehr sonderbar.

“Eiserne Vögel vom Himmel”

In der Legende heißt es, dass ein Mann zusammen mit seiner Frau und einem “schneeweißen Raben” in eine m Haus lebten. Niemals verließen sie das Haus, dass nur von Wasser umgeben gewesen sei, da es noch keine fester Erde gab. “Die Außenwelt, wie sie gestaltet,” kannte der Mann nicht. Eine Art erstes Menschenpaar also, dass irgendwo am Anfang aller Zeiten gelebt haben soll. Bis dann eines Tages:

Wie sie so leben, erschallt auf einmal aus dem oberen Himmel irgendein Geräusch. Der Alte schaut zum Fenster hinaus: also von obenher aus dem Himmel kommt ein eiserner Tauchervogel. Erde zu suchen, taucht er ins Wasser. Er ging und ging umher, er tauchte auf, er hatte keine Erde gefunden. Er schöpfte Atem und tauchte wieder ins Wasser. Er ging und ging umher, er tauchte auf, wieder vergebens, Erde gibt es keine.

Ein wenig atmete er und tauchte zum dritten mal unter. Als er auftauchte, holte er so stark Atem, dass ihm unten die Kehle barst; an der Schnabelwurzel hatte er ein Bröcklein Erde. Er schwang sich auf und stieg damit gen Himmel.

Was ist ist “eiserner Tauchvogel”, der vom Himmel kam? Vögel, die in und unter das Wasser tauchen gibt es natürlich viele. Zum Beispiel machen das auch Enten bei der Suche nach etwas Essbaren. Aber warum diese Legende gleich von einem Tauchvogel aus Eisen spricht, ist seltsam. Mit “modernen Augen” denken hier sicher viele Mystery-Jäger an etwas Mechanisches oder Technisches …

Da aber dieser Metall-Vogel nur ein “Bröcklein Erde” bei seinem Tauchversuchen auf dem Meeresgrund finden konnte, war seine Mission offenkundig gescheitert. So kam es, dass am anderen Morgen ein zweiter Eisen-Vogel vom Himmel stieg, um erneut im Meer nach Erde zu suchen. In der Überlieferung heißt es dazu:

Morgens, als sie aufstehen, erschallt wieder ein Geräusch aus dem Himmel. Als der Alte hinaus schaut, steigt ein eisernes Seehuhn vom Himmel, taucht ins Wasser. Es ging und ging herum, als es auftauchte, hatte es nichts, ganz und gar nichts.

Nach dieses himmlische Seehuhn aus Eisen mehre Tauchversuche unternahm, konnte er tatsächlich “ein ziemliches Stückchen Erde” bergen. Das “eiserne Seehuhn vom Himmel” rieb daraufhin am Haus des Paares seinem Schnabel – “dann flog es gen Himmel” zurück. Wie durch ein Wunder stellte das Paar am anderen Morgen fest, dass über Nacht “die Erde fußsohlenbreit geworden” war. Das wiederholte sich in den Folgetagen, bis sich das Wasser der Welt “in Erde verwandelt” hatte.

Der “schneeweiße Rabe”

Sicherlich waren der Alte und seine Gemahlin überaus erfreut, als sie nach einigen Tagen feststellten, dass es um ihr Haus jetzt festes Land gab, so weit das Auge reichte. Wie weit genau diese Erde allerdings reichte, dass wussten sie nicht. So kam ihr Haustier, der “schneeweiße Rabe”, ins Spiel:

“(…) am dritten Tage, als die Frau und ihr Alter zum Fenster hinaus sehen, gibt kein Wasser, überall hatte es sich in Erde verwandelt. Zu seinem schneeweißen Raben sprach der Alte: ‘Geh nur, sieh, wie groß die Erde geworden!’ Der Rabe entfernte sich, blieb eine kleine Stunde weg, so groß war die Erde schon geworden.”

An den folgenden Tagen wiederholten die beiden Menschen dieses Prozedere mit ihren mysteriösen Raben. Immer länger blieb er fort und so wussten sie, dass die Erde immer weiter wächst bzw. sich das Wasser in Land verwandelte. Eines Tages kam der Rabe erst “zur Zeit des Niederlegens” zurück und war plötzlich nicht mehr weiß sondern ganz schwarz geworden. “Du hast auf deinem Fluge was angestellt!”, warf der Alte seinem Raben vor.

Sich keiner Schuld bewusst sprach der seltsame Rabe, dass er gesehen hat, dass ein Mensch gestorben sei. “Von dem habe ich gesessen, deshalb bin ich schwarz geworden.” Das erschreckte den Mann so, dass er seinen Vogel fortjagte und verfluchte:

“,(…) so fort mit dir von hinnen! Beim Eintritt der Welt des Menschenzeitalters sollst du allein nicht vermögen, Tiere des Waldes zu töten, sollst du nicht vermögen, Fische des Wassers zu töten; wo der Mensch irgendein Waldtier getötet, dort am blutigen Ort sollst du deinen Hunger stillen; an manchem Tage sollst du dich hungrig niederlegen.‘”

Vertrieben und verflucht von seinen Menschen zog der Rabe in Wald und lebte fortan dort. Bis heute als ein “Schnorrer” oder “Schmarotzer”, wie man sagen würde.

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Hier stimmt was nicht!

Klammern wir die Verbannung des Menschenfressenden Raben zunächst einmal aus, erzählt diese Mansen-Legende einige überaus spannende Details.

Zum einen haben wir da natürlich die Tatsache, dass zwei verschiedene “Tauchvögel” vom Himmel kamen, die aus Eisen bestanden haben sollen. Warum gerade Eisen, wird wohl immer ein Rätsel bleiben. Überlieferungen und natürlich Schöpfungsmythen weltweit beinhalten überaus häufig diverse Tiere, die ebenso diverse Taten oder Aufgaben erledigten. Aber sie sind in diesen Legenden immer aus “biologischen” oder “natürlichen Stoffen”, wenn sie nicht sogar ganz einfach als Tier bezeichnet werden.

Eisen ist zwar natürlichen Ursprungs, muss aber auf komplizierten Wege gewonnen und verarbeitet werden. Wer oder was hat also diese “Eisen-Vögel” geschaffen?

Einen weiteren seltsamen Punkt dieser Sage von den Anfängen erkennt man vielleicht nicht auf den ersten Blick: Es ist der Rabe des Paares selbst.

Ohne hier zu sehr ins Details gehen zu wollen (das wäre zu umfangreich!), ist der Rabe in globalen Legenden und auch Schöpfungsmythen immer wieder ein enorm wichtige “Figur” in diesen. Zum Teil so wichtig, dass ganze Überlieferungen ihm, den Raben, die Schöpfung der Welt und Menschheit zusprechen. In diesem Fall ist es aber offenbar ganz anders, da der Rabe von dem Menschen geradezu verflucht wurde. Grund war sein Verzehr von Menschenfleisch.

Aber woher kamen diese Menschen eigentlich?

Von der Sintflut und dem Raben

Menschen, die Vögel aus einem “Haus” aussenden, um von diesen nachsehen zu lassen, wie weit die Erde (das Land) schon “gewachsen” war, kenne wir alle. Denn Noah aus der Bibel tat zum Ende der von Gott geschickten Sintflut genau dasselbe aus seiner Arche heraus. Nach der biblischen Erzählung ab Genesis 8,1 schickte Noah dreimal eine Taube aus, als die Wassermassen der Sintflut langsam wieder zurück gingen. Die Vögel sollten für ihn und seine Familie prüfen, ob es schon irgendwo festes Land gibt (obwohl mal schon die ersten Berge sehen konnte).

Die dritte Taube kehrte bekanntlich nicht wieder zurück und so wussten die Insassen der Arche Noah, dass es Zeit ist, das Schiff zu verlassen. Was aber weniger bekannt ist, ist der Umstand, dass Noah vor den drei Tauben einen Raben losschickte, um nach Land zu suchen. Es heißt dazu im 1. Buch Mose 8,7:

Und er sandte den Raben aus; der flog hin und her, bis das Wasser auf Erden vertrocknet war.

Noahs Rabe flog folglich immer mal wieder zur wundersamen Rettungs-Arche zurück, um sich quasi auszuruhen, dann aber wieder fort zum fliegen. Gibt es hier einen tieferen Sinn oder sogar eine Parallele zwischen der Masen-Legende und der Sintflut-Geschichte der Bibel? Könnte demnach die Mansen-Überlieferung eine Art Sinflut-Erzählung sein, die bekanntlich auch in allen Teilen der Erde zu finden ist?

Möglicherweise ja. Denn bei einem Blick “hinter diese mythischen Zeilen” findet sich ein überaus interessanter Zusammenhang. So lesen wir im 3. Buch Mose (11,13-15) eine Auflistung von unreinen Tieren, die nicht gegessen werden dürfen und die es zu “verabscheuen” gilt. Darunter sind auch “alle Arten von Raben”. Dieses Gebot an die “Kinder Jahwes” wird im 5. Buch Mose in 14,14 sogar wiederholt.

In der Bibel wird an dieser Stelle das Wort “oreb” benutzt, was soviel wie “schwarz sein” bedeutet und für die gesamte Vogelgattung “Corvus” verwendet wird. Krähen gehören ebenso dazu, wie eben der Rabe. Dieser ist ein “unreines Tier”, da er sich von Aas ernährt bzw. ernähren kann. Demzufolge kann er kaum zu Gottes “reinen Tieren” gehören. Gerade deshalb soll, so einige Deutungen der biblischen Sintflut, Noah zuerst einen Raben aus der Arche geschickt haben. Er konnte sich ja von den überall herumtreiben Toten der Flut Gottes ernähren, heißt es …

Grundsätzlich erzählen die Mansen in der oben zitierten Überlieferung genau das. Auch darin wird ein Rabe entsandt, der dabei von einem Toten speist, den er irgendwo bei seinem Rundflug gefunden hatte. Ein Aasfresser eben. Trotzdem laut Bibel natürlich ein Wesen Gottes, da an verschiedenen Stellen betont wird, dass der Herr die Raben trotzdem ernährt. Schon Jesus sagte seinen Jünger in Lukas 12,24, dass Raben “nicht säen noch ernten, die weder Vorratskammer noch Scheune haben, und Gott ernährt sie” dennoch.

Der Teufel im Federkleid

Interpretationen biblischer Verse, Geschichten und Bildnisse sind vielschichtig. So auch beim unreinen Raben. Er soll beispielsweise als verdorbener Geist am Ende der Flut bewusst von Noah herausgeschickt worden sein, damit er sich an den Leichen der toten Sünder laben kann. Als symbolischer Satan, dem dann letztlich Gott bzw. Jesus als friedliche Taube folgte.

Selbst Babylon, die legendäre Stadt mit dem ebenso legendären Turm von Babel, wird in der Bibel damit in Verbindung gesetzt. In der Offenbarung lesen wir in 18,2, Babylon “ist eine Behausung von Dämonen geworden und ein Gefängnis jedes unreinen Geistes und ein Gefängnis jedes unreinen und gehassten Vogels”. Damit soll der Rabe gemeint gewesen sein und schlussendlich der Satan.

In der Ur-Version der Erzählung von der Arche Noah und der Sintflut ist es übrigens genau umgekehrt: Im Gilgamesch-Epos, dessen Sintflut-Überlieferung zweifellos von den biblischen Flut-Autoren übernommen und abgeändert wurde, strandet die dortige Arche ebenfalls an einem Berg. Das im Vergleich zur Bibel wesentlich ältere Epos aus Mesopotamien erzählt daraufhin auf Tafel XI weiter, dass Utnapischtim, wie Noah hier heißt, drei Vögel aus seiner Arche lässt.

Zuerst eine Taube, doch “kein Ruheplatz fiel ihr ins Auge, da kehrte sie um”. Daraufhin eine Schwalbe, die ebenso wieder zurück zur Arche kam, da sie keinen Ruheplatz finden konnte. Als drittes folgte – wen wundert es? – ein Rabe:

Einen Raben ließ ich hinaus; auch der Rabe machte sich fort; da er sah, wie das Wasser sich verlief, fraß er, scharrte, hob den Schwanz — und kehrte nicht um.

Im Gilgamesch-Epos ist der Rabe alles andere als ein teuflisches Tier. Letztlich war es ja er, der dem dortigen Noah Utnapischtim zeigte, dass das Land wieder erschienen war. Freudig über den dank des Raben erfahrenen Rückgang der Flut sagte Utnapischtim daraufhin “da ließ ich hinausgehen nach den vier Winden”. Die Arche wurde verlassen. Und wie in der Bibel auch, brachte der mesopotamische Sintflut-Held noch direkt am Berg der Landung ein Brandopfer für seine Götter dar.

In der Legende der Masen heißt es am Ende, dass der einst weiße Rabe in den Wald ging, wo er bis zum heutigen Tag lebt. Er wäre aber eben kein Jäger und müsste fortan Aas fressen, wie er es zuvor auch tat, als er einen Toten fand. Ich möchte bezweifeln, dass in einem Raben der Teufel oder ein unreiner und dämonischer Geist wohnt, wenn ich einen solchen Vogel sehe …

Allerdings war das an die 3.000 Jahre alte Epos des Gilgamesch mit der dortigen Flut-Legende dem Volk der Mansen wohl kaum bekannt. Erste Texte wurden im Jahr 1853 gefunden und erst 1872 in Großbritannien übersetzt. Unwahrscheinlich, dass der Inhalt dieses Epos in so kurzer Zeit in ihre Mythologie eingeflossen ist.

Ein netter “unreine Rabe” in der Bibel

In biblischen Zeiten gab es nicht nur Jahwe als Gott der Israeliten, sondern viele Götter. An dieser Stelle ist in diesem Zusammenhang besonders der Gott Baal zu nennen, der nicht nur als Götze sondern auch als Teufel galt. Der israelische König Ahab (etwa 871 bis 852 v. Chr.) leistete sich diesbezüglich einen ganz besonders gottlosen Frevel, als er die Verehrung dieses Baal und der Göttin Aschera zuließ und sogar förderte. Eine von dem Propheten Elija prophezeite Dürre werde deshalb die nächsten Jahre kommen, bis er als Diener Gottes sagt, dass es wieder regnen wird.

Fortan musste sich der Elija verstecken. In einer Höhle auf der anderen Seite des Jordan, die ihm sein Gott persönlich zugewiesen hatte, lebte der Prophet nun. Aber er litt weder Hunger noch Durst, denn auch dafür hatte sein Herr gesorgt. So erfahren wir im 1. Buch der Könige in 17,4-6 Erstaunliches:

‘Ich habe den Raben befohlen, dich dort mit Nahrung zu versorgen, und aus dem Bach kannst du trinken.’ Elija gehorchte dem Wort Jahwes, ging auf die andere Jordanseite und hielt sich im Tal des Krit auf. Morgens und abends brachten ihm die Raben Brot und Fleisch.

Schon seltsam, dass der Rabe als unreines und dämonisches Tier oder sogar der Teufel selbst, den treuen Diener und Kämpfer Gottes umsorgt haben soll. Das passt in dieser biblischen Mythologie nicht so ganz. Außer wir glauben der Deutung, dass hier gezeigt werden soll, dass Jahwe als Allmächtiger auch Macht über den Teufel hat, und ihm seinen Willen auferlegen kann. Warum der Herr allerdings heute dem Bösen, Unreinen und Teufel nicht mehr seine Befehle ausführen lassen kann, sagt diese Interpretation nicht.

Schamanismus und Mischregionen

Persönlich vermute ich, dass die 1891 in Ungarn aufgezeichnete Mansen-Legende eine verstümmelte oder kaum mehr erkennbare Sintflut-Überlieferung ist. Durchaus mit biblischen Einflüssen, da die Mansen zumindest auf dem Papier im 18. Jahrhundert zum Christentum “bekehrt” wurden. Dennoch ist ihre ursprüngliche Naturregion des Schamanismus und dem Glauben an Geister, spirituelle Wesen in allen natürlichen Dingen der Welt, nicht ausgestorben. Sie leben eine Art Mischregion.

So schreibt  etwa schreibt Winfried Dallmann in “Indigene Völker im Norden Rußlands” (“Gesellschaft für bedrohte Völker”, Bozen 1998):

Das Unverständnis der ‘modernen’ Welt, das weitgehend auch heute noch anhält, hat einen großen Teil dieses Wissens bereits verloren gehen lassen. Unter vielen sibirischen Völkern ist die Christianisierung weit weniger nachhaltig praktiziert worden (…)”

Wie viele Ur-Völker scheint demnach auch die uralischen Völkerfamilie christliche Elemente in ihre Religionen und Weltanschuungen eingewebt zu haben. Indigene Kulturen sahen immer in Tieren, wie eben Vögeln und damit Raben, beseelte Wesen oder sogar Mittler zwischen den Welten. Man denke hier als klassisches Beispiel an in amerikanischen Indianer.

Im skandinavischen Gebiet, einer Region, in dem auch uralische Völker ihre Heimat fanden, sind zwei Raben wiederum spannend. Sie heißen Hugin und Munin und sitzen auf den Schultern des Gottes Odin. Nicht als Satan oder böse Wesen, sondern als Verkünder und Ermittler von Wissen und Informationen für ihren Herren Odin. Obwohl natürlich auch hier die Traditionen und Legenden variieren, ist es bei diesen beiden Raben bezeichnet, dass sie bei Tagesanbruch über die ganze Erde fliegen und so für Odin Neuigkeiten besorgen.

In der Grímnismál, eine mythologische Liedersammlung der nordischen Edda, lesen wir:

Hugin und Munin müssen jeden Tag über die Erde fliegen. Ich (Odin) fürchte, dass Hugin nicht nach Hause kehrt; doch sorge ich mehr um Munin.

Warum befürchtet der mächtige Gott Odin, dass seine beiden Raben nicht wieder heim kommen? Sollte eine Verbindung zum Raben in der Legende über den alten Mann, seinem Frau und seinem Raben bestehen? Auch Heinrich Beck und Bernhard Maier schreiben in dem von Walter de Gruyter herausgegeben Standartwerk “Reallexikon der germanischen Altertumskunde” in Band 15 (New York 200):

Ungeklärt ist bis jetzt, warum der Gott die Nichtwiederkehr von Hugin und Munin befürchtet – und dies verstärkt bei Munin.

Das Phantastische!

Hinterfragt man als an den Mythen der Vorzeit Interessierter eben solche einmal etwas genauer, öffnen sich buchstäblich Welten! Eine scheinbare Legende von der Erschaffung der Welt könnte ebenso eine kaum mehr zu erkennende Überlieferung von der Sintflut sein. Inklusive Bezüge zur Arche Noah, dem biblisch unreinen Raben und letztlich dem Satan.

Das Phantastische daran ist – neben weltweiten Parallelen – dass die Mansen-Sage von “eisernen Vögeln” spricht. Wie soll man solche Eisen-Vögel verstehen? Auch wenn biblische Elemente hier eingeflossen sind, weichen diese enorm vom Alten Testamt und der dortigen Flut-Erzählung ab. Vögel aus Eisen, die mit einem “Geräusch aus dem Himmel” kommen, um im Meer nach Erde zu suchen, sind wohl kaum mit den Tauben des Noah zu vergleichen. Sofern man diese Verbindung ziehen möchte.

Warum erzählt die Überlieferung beispielsweise nicht einfach von Fischen, die Erdreich in ihren Mäulern vom Grunde des Wassers holen? Das ist für eine naturverbundene Schamanen-Religion mit Sicherheit weit logischer und nachvollziehbarer, als irgendwelche (künstlichen) Metall-Vögel

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Die UFO-Jagd des britischen Verteidigungsministeriums: Skurrile UFO-Zeichnungen und der Alien-Glaube von Winston Churchill (+ Videos)

Die UFO-Jagd des britischen Verteidigungsministeriums - Skurrile UFO-Zeichnungen des MoD in der Mainstreampresse (Bilder MoD/National Archives / Collage: Fischinger-Online)
Die UFO-Jagd des britischen Verteidigungsministeriums – Skurrile UFO-Zeichnungen des MoD in der Mainstreampresse (Bilder MoD/National Archives / Collage: Fischinger-Online)

UFO-Forschung ist in der Hauptsache eine Angelegenheit und Beschäftigung von Privatpersonen. Auch die meisten UFO-Forschungsgruppen weltweit sind keine “staatlichen Organisationen” oder “UFO-Behörden“, sondern privat geführte Gruppen. Trotzdem gab und gibt es  auch mehr oder weniger offizielle Stellen, die sich mit dem UFO-Phänomen beschäftigt haben. Mal im Verborgen – mal ganz offiziell. Viele der UFO-Akten dieser Organisationen sind heute frei zugänglich. So auch die des Jahrzehnte aktiven “UFO-Büro” des britischen Verteidigungsministeriums (MoD), dem aktuell eine deutsche Mainstreamzeitung einen umfangreichen Artikel widmet. Was dahinter steckt und was Kriegspremier Winston Churchill damit zu tun hatte, erfahrt Ihr hier.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Das Verteidigungsministerium auf UFO-Jagd

“Skurrile UFO-Zeichnungen – Englands ausdauernde Suche im Nichts”, so titelte “Spiegel Online” am 26. Juni 2018 ihren Bericht über “die Geschichte einer seltsamen Jagd” des britischen Verteidigungsministeriums in Sachen UFO-Forschung.

Tatsächlich war die britische UFO-Behörde des “Ministry of Defence” (MoD) eine der am längsten Arbeiteten offiziellen Behörde, die sich UFO-Berichten angenommen hat. Von 1952 bis 2009 existierte “Englands seltsamste Behörde”, wie sie “Spiegel online” nennt. Dann sah der damalige Verteidigungsminister Bob Ainsworth in der Untersuchung von UFO-Meldungen keinen Sinn mehr und schloss das britische UFO-Büro.

Damals, vor rund zehn Jahren, jubelten auch einige deutsche UFO-Skeptiker angesichts der Schließung des UFO-Büros des britischen Verteidigungsministeriums. So sahen diese “Skeptiker” in diesem Schritt doch eine Bestätigung darin, dass an dem UFO-Thema “überhaupt nichts dran sei”. Wenn schon das MoD in Großbritannien nach fast 70 Jahren ihre UFO-Forschung einstellt, dann könne hinter dem Phänomen schlicht nichts stecken. So argumentierten 2009 viele UFO-Gegner.

“Spiegel online” lässt aktuell einige Fallbeispiele aus den britischen UFO-Akten (s. a. Video unten) im dortigen Artikel noch einmal Revue passieren. Und zeigt in einer Fotostrecke “skurrile UFO-Zeichnungen” aus den UFO-Akten des MoD. Das alles soll an dieser Stelle nicht so sehr interessieren, und kann dort nachgelesen werden.

Die “UFO-Task-Force” des Winston Churchill

Interessanter ist der Umstand, warum das britische Verteidigungsministerium überhaupt 67 Jahre lang ein offizielles UFO-Büro betrieben hat. “Spiegel Online” fasst das sehr treffend zusammen:

Denn seit 1952 schon überprüften britische Experten jede noch so abwegige Meldung besorgter Bürger. Manche behaupteten, Außerirdische hätten sie entführt. Andere schwadronierten von Verschwörungen und schwarzgekleideten Agenten, die sie zum Schweigen bringen wollten. Viele beschrieben auf Skizzen die Flugbahnen, Formen, Farben der UFOs und verzeichneten penibel Lichtsäulen und Antennen.

(…) Bis 2009 produzierten die MoD-Spezialisten Aktenberge, ihre Arbeit verschlang wohl mehrere Millionen Pfund.

Als Begründung wird in dem Artikel angeführt, dass der “Zeitgeist” im Zuge des Kalten Krieges für Hysterie am Himmel sorgten. Die Angst vor irgendwelchen dunklen Machenschaften oder Aktivitäten der UdSSR als “Reich des Bösen” habe zur Gründung dieses “UFO-Büro” geführt.

VIDEO: UFO-Boom in Peru: Offizielles UFO-Büro der peruanischen Luftwaffe gegründet (Bild: E. v. Däniken/A.A.S. / Fischinger-Online / WikiCommons)
VIDEO: UFO-Boom in Peru: Offizielles UFO-Büro der peruanischen Luftwaffe gegründet (Bild: E. v. Däniken/A.A.S. / Fischinger-Online / WikiCommons)

UFO-Berichte aus den USA haben einige Jahre nach dem zweiten Weltkrieg den früherer Kriegspremier Winston Churchill dazu veranlasst 1952 eine “UFO-Task-Force” ins Leben zu rufen. Daraus wurde eine Unterabteilung des Luftwaffenministeriums und ab 1964 eine Abteilung des Verteidigungsministeriums.

Auslöser war 1952 vor allem einen UFO-Welle in Washington in den USA. Im Juli des Jahres kam es zu einer ganzen Reihe von UFO-Sichtungen in der US-Hauptstadt und über oder an dem US-Kapitol. Am Anfang des Kalten Krieges, gerade mal sieben Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges und zu Beginn des Atombombenzeitalters waren das weltweit beachtete Vorkommnisse!

Winston Churchill sah sich deshalb geradezu gezwungen in seinem Land eine “UFO-Task-Force” zu gründen, um auch der wachsenden Zahl von UFO-Sichtungen in seinem Land nachzugehen.

Was viele dabei aber nicht wissen, ist der Umstand, dass Churchill schon vor ca. 80 Jahren glaubte, dass es Außerirdische gibt oder geben könnte. In einer einst verschollenen Abhandlung – siehe das Video dazu unten  – beschäftigte er sich mit der Frage nach Leben im All. Seiner Meinung nach sind wir nicht allein im Kosmos!

Die UFO-Akten des britischen MoD

Die heute auch online zur Verfügung stehenden UFO-Akten der Briten beweisen nicht, dass Churchill seine gegründete UFO-Forschung UFOs als “Alien-Fahrzeuge” oder ähnliches belegen konnte. Sie sind spannende Dokumente für jeden UFO-Forscher aber enthalten keine empirischen Beweise für ein Alien-Phänomen. Eigentlich wie ausnahmslos alle weltweit freigegeben UFO-Files.

Für den Autor und UFO-Forscher David Clarke (Sheffield Hallam University) waren die UFO-Akten des MoD aber Grund genau für ein recht außergewöhnliches Buch: “UFO Drawings From The National Archiv” (2018). Darin abgedruckt finden sich auf 128 Seiten unzählige der im Laufe der Jahrzehnten beim britischen Verteidigungsministerium eingegangene UFO-Zeichnungen und -Bilder von Zeugen. Teils sogar auf Doppelseiten wiedergegeben.

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Für Clarke spiegeln diese Zeugen-Skizzen in seinem Bilderbuch “ein soziales Phänomen, das aus dem Kalten Krieg stammt”, wieder. Keine echte UFO-Jagd nach irgendwelchen Aliens. Weiter sagte er “Spiegel Online” gegenüber:

Die Art, wie Menschen UFOs beschreiben und zeichnen, spiegeln immer zeitgenössische Ängste wider. Geschichten von UFOs befeuerten im Kalten Krieg die Sorgen und Wahnvorstellungen der Bürger über Regierungsverschwörungen und einen möglichen Atomkrieg.

95 Prozent der Meldungen kamen von gewöhnlichen Menschen: Schulkindern, Spaziergängern, Postboten, Hausfrauen.

VIDEO: Invasion der UFOs? UFO-Meldungen beim MUFON in einem Jahr verdoppelt! Was war da los? (Bild: L. A. Fischinger)
VIDEO: Invasion der UFOs? UFO-Meldungen beim MUFON in einem Jahr verdoppelt! Was war da los? (Bild: Fischinger-Online)

Die Art der UFO-Darstellungen in den MoD-UFO-Papieren sind sind aber kein alleiniges Phänomen der Briten. Aus aller Welt kennt man solche Zeugen-Skizzen, die von kunterbunden Gemälden bis einfachen Strichzeichnungen reichen. Clarke aber will in diesen “faszinierenden” und “wertvollen Quellen” vor allem auch ein Abbild der Psyche ganz normaler Menschen in Großbritannien erkannt haben.

Ebenso aber auch, dass sich unter den über 12.000 von ihm gesichteten UFO-Meldungen viele befanden, die man überhaupt nicht genauer untersucht hat. Zum einen, da das “UFO-Büro” aufgrund der Vielzahl der Berichte schlicht überfordert war. Zum anderen aber auch, da einige aufgrund der vollkommen ungenügenden Angaben der Melder gar nicht zu überprüfen waren. “Manche Hinweise waren so banal, dass sie ihnen gar nicht erst nachgingen”, so Clarke zum Inhalt der von ihm gesichteten 60.000 Seiten zu “Spiegel Online” im Interview. Eine mehr als mühsame UFO-Jagd.

“Bad UFO” vs. “Good UFO”

Das klingt auf den ersten Blick etwas seltsam, was in “Spiegel Online” da behauptet wird: Banale Hinweise in UFO-Meldungen, denen die Mitarbeiter des MoD überhaupt nicht erst nachgingen wollten?

In der Tat kennt aber jeder UFO-Forscher oder auch jede private Organisation diese Tatsache bei den Ermittlungen und Recherchen. Meldet jemand ein Licht am Himmel, dass einfach “hell wie ein Stern” ist, kann man damit nicht willkürlich etwas anfangen. Einige UFO-Forscher nutzen hier die Bezeichnung “Bad UFO”, also ein “schlechtes UFO”, um es so zu kategorisieren. Nichts weiter als mangelnde Informationen zu der gemeldeten UFO-Sichtung sind hier gemeint, die eine Aufklärung oder Identifizierung des UFOs unmöglich machen.

Auch das ist ein Grund, warum UFO-Organisationen ihre entsprechenden UFO-Meldebögen sehr umfangreich gestaltet haben. Auch in Deutschland, natürlich. Je mehr der Melden an Informationen mitteilen kann, je besser kann man damit arbeiten. Das ist mehr als einleuchtend. Ein “Bad UFO” ist damit auch keine “ungeklärte UFO-Sichtung” wie ein sogenanntes “Good UFO”. (s. a. HIER, HIER und HIER)

Solche Meldungen sind lediglich nicht geklärt, weil es mangels Informationen, Angaben und Details nicht möglich ist …

Videos zum Thema

YouTube-Video vom 17. Februar 2017 zum Thema

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YouTube-Video vom 17. Mai 2016 zum Thema

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Maria Reiche und die Linien von Nazca: Verdienter Mainstream-Bericht über die vergessene Gringa, die die Wüste in Peru fegte

Maria Reiche und die Linien von Nazca: Die Gringa, die die Wüste in Peru fegte (Bilder: latinamericanstudies.org)
Maria Reiche und die Linien von Nazca: Die Gringa, die die Wüste in Peru fegte (Bilder: latinamericanstudies.org)

Es existiert wohl kein an Prä-Astronautik sowie Grenzwissenschaft und Mystery Files Interessierter auf diesem Planeten, der nicht die Linien und Scharrbilder von Nazca in Peru kennt. Zu verdanken haben die Nazca-Linien ihre Berühmtheit ohne Zweifel Erich von Däniken und seinen Thesen über die Raumfahrer des Altertums. Nazca ist seit nun 50 Jahren Teil seiner Argumentationen. Vergessen wurde darin nie Dr. Maria Reiche aus Deutschland, die als Pionierin der Nazca-Forschung ihr Leben der Entschlüsselung der Hochebene in Peru widmete. “Die Gringa, die die Wüste fegte”, wie sie einst in Peru belächelt wurde. Vergessen wurde Reiche aber vielfach in der Öffentlichkeit. Ein jüngst erschienener Artikel in der Mainstreampresse ruft die Nazca-Forscherin jetzt gebührend ins Gedächtnis zurück. Genau 20 Jahre nach ihrem Tod am 8. Juni 1998 in Peru. Ein Beitrag, der natürlich um von Däniken nicht herum kommt, weshalb das Thema bzw. Maria Reiche an dieser Stelle ebenso einmal genauer betrachtet und gewürdigt werden soll.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Das Bilderbuch der Götter

Nazca ist jener Ort in Peru, in dem sich die legendären Scharrbilder, Pisten, Linien und Figuren in der Wüste befinden, die nur aus der Luft wirklich in ihrem Ausmaß zu erfassen sind. Diese mysteriösen Nazca-Linien und ihre “Verwandten” in aller Welt, waren bereits vielfach Thema unterschiedlicher Beiträge auf diesem Blog. So gut wie jeder an den Rätseln der Geschichte Interessierte kennt sie. Jeder Erich von Däniken-Leser kennt sie fast schon “in und auswendig”, da sie bereits in seinem 1. Buch 1968 ein wichtiges Thema waren.

So ist auch von Däniken zu verdanken, dass die Bilder in der Wüste heute weltweit bekannt sind. Natürlich nicht nur in der Grenzwissenschaft und Prä-Astronautik. Vor nicht einmal 100 Jahren war das ganz anders!

Erst im Jahre 1927 wurden von dem peruanischen Archäologen Toribio Mejia Xesspe die Geoglyphen von Nazca wieder entdeckt. 13 Jahre später berichtete er erstmals über die sonderbaren Bodenstrukturen in der Ebene in einem Artikel und auf einer Pressekonferenz in Peru. Beachtung fand er dabei eher weniger. Ebenso die wohl erste wissenschaftliche Beschreibung Nazca-Linien von Alfred Kroeber aus den USA, der auf einer Peru-Reise 1926 über die Eben “stolperte”.

Als aber im Juni 1941 der Historiker Paul Kosok aus New York mit einem Flugzeug über den Ebene flog und darüber in “Natural History” 1947 berichte, war Nazca aus dem Winterschlaf der Geschichte endgültig geweckt. Seit diesen Tagen ist die Ebene von Nazca mit ihren rund 1.500 Scharrbildern Archäologen und Forschern aus aller Welt ein Begriff.

Paul Kosok wiederum hatte bei seiner Arbeit in Peru eine Assistentin, die heute untrennbar mit Nazca in Verbindung steht: Maria Reiche aus Dresden.

Maria Reiche und die Linien von Nazca

Kosok sah in der Hochebene von Nazca “das größte Astronomie-Buch der Welt”. Eine Art von gigantischen astronomischen Kalender der Ureinwohner von Peru. In den folgenden Jahren verfiel seine deutsche Assistentin Maria Reiche dem Zauber der Nazca-Linien und verfolgte die Thesen von Kosak in Peru weiter. Sie wurde so geradezu zu einer Ikone der Nazca-Forschung, die bis zum ihrem Tod 1998 unermüdlich die ebene erforschte und dokumentierte.

Was bedeuten die Rätselhaften Bodenzeichnungen in Schottland? Ein "Nazca Europas" ...? (Bilder: Google Earth / Montage: Fischinger-Online)
VIDEO: Was bedeuten die Rätselhaften Bodenzeichnungen in Schottland? Ein “Nazca Europas” …? (Bilder: Google Earth / Montage: Fischinger-Online)

Im fernen Peru ist Maria Reiche bis heute unvergessen. Sie war zu Lebzeiten eine Frau, die buchstäblich bis zum letztem Atemzug für Nazca lebte und arbeitete. Der Erhalt der Linien und Figuren ist zu einem großen Teil allein ihrem Einsatz zu verdanken. Eine seltsame Frau aus Europa, eine “Gringa”, die die Einheimischen vor Ort misstrauisch beäugten.

Einige hielten sie für eine “Hexe”, andere schlicht für ein wenig verrückt. Nicht nur, da die Deutsche ohne Mann und Kinder in spärlichen und geradezu ärmlichen Verhältnissen in Nazca in einer Hütte lebte und täglich bis zu 14 Stunden die Scharrbilder erkundete. Reiche pflegte es auch die Wüste mit einem Besen zu fegen. Ein Bild, das sich vielen Menschen vor Ort eingebrannt hat. Natürlich war Reiche nicht als einsame Hütten-Hausfrau einem Reinigungswahn verfallen, sondern sie legte auf diese Weise zugewehte Scharrbilder der Wüste frei. Eine einfache aber eben effektive Methode.

Bis zu 14 Stunden am Tag versuchte sie das Mysterium der Scharrbilder von Nazca zu ergründen. Entdeckte und dokumentierte unzählige dieser sogenannten Geoglyphen, schlief auch mal einsam in der Wüste oder fuhr mit ihrem “VW Käfer” durch die Pampa und Berge Perus. Immer auf der Suche nach Antworten auf die Fragen, die die etwa 500 Quadratkilometer große Ebene von Nazca an sie stellte. Selbst als die Forscherin ab 1987 nach und nach erblindetet sowie Krebs und Parkinson bekam, arbeitete sie weiter: Sie ließ sich mit einem Gestell auf dem Rücken von Helfern in der Wüste tragen …

Die Jahre und Jahrzehnte gaben der Leidenschaft von Maria Reiche recht. Fünf Ehrendoktortitel erhielt sie, in Nazca steht eine Staue von ihr und eine Allee trägt dort ihren Namen. Ihr es es auch zu verdanken, dass die UNESCO 1994 die “Linien und Bodenzeichnungen von Nasca und Pampa de Jumana” zum Weltkulturerbe ernannte. Bereits 1978 gelang es ihr in Peru Nazca als archäologische Schutzzone ausweisen zu lassen. Angesichts der Tatsache, dass man die Scharrbilder da schon Jahrzehnte kannte, eine überfällige Notwenigkeit.

Als Zeichen der Würdigung ihrer Leistungen erhielt sie mit 90 Jahren die Staatsbürgerschaft von Peru. Ebenso verlieh der Staat ihr 1993 den “Orden der Weisen der Inka” – die höchste Auszeichnung des Landes Peru. Zehn Jahre zuvor erhielt sie das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland. Auch Dresden, der Heimatstadt Maria Reiches, würdigt inzwischen verschiedentlich ihrer 1903 dort geborenen Tochter der Stadt.

Heute gibt es nicht nur Museen, Vereine und Organisationen zu ihren Ehren, sondern auch der kleine Flughafen von Nazca trägt ihren Namen. Jener kleine Airport, von dem heute die unzähligen Touristen aus der ganzen Welt zu Rundflügen über die Nazca-Linien starten.

VIDEO: Sensationelle Entdeckungen in Kasachstan: Ein “zweites Nazca” mit dutzenden Geoglyphen in Asien gefunden (Bilder: Google Earth)
VIDEO: Sensationelle Entdeckungen in Kasachstan: Ein “zweites Nazca” mit dutzenden Geoglyphen in Asien gefunden (Bilder: Google Earth)

Das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” veröffentlichte zum 20. Todestag der außergewöhnlichen Nazca-Forscherin am 8. Juni 2018 den Artikel “Wie eine Deutsche die Nazca-Linien rettete”. Darin wird Ana Maria Cogorno, die Adoptivtochter von Maria Reiche, mit den Worten zitiert:

Aus Deutschland gab es keine Hilfe. Nur in den Achtzigerjahren interessierte sich ein deutscher Botschafter für die Arbeit. Es ist eine Schande.

In diesen Worten von Cogorno scheint “Verbitterung mitzuschwingen” so Matthias Lauerer in seinem “Spiegel”-Artikel. Verwunderlich ist das wirklich nicht, da wohl kein anderer Name als eben Erich von Däniken mit Nazca in Verbindung gebracht wird.

Maria Reiche und Erich von Däniken

Erich von Dänikens spektakuläre Thesen über Zeichen für Außerirdische auf der Ebene, machten die Region letztendlich im öffentlichen Bewusstsein erst bekannt. Ebenso aber auch der Franzose Robert Charroux drei Jahre später.

Die Autoren Dietrich Schulze und Viola Zetzsche schreiben in ihrer Maria Reiche-Biographie “Bilderbuch der Wüste” (2005) zu Däniken/Charroux:

Ihre phantastischen Ideen wirkten auf die Pampa wie das Licht eines Scheinwerfers.

Fraglos klingt es auch viel faszinierender, dass die Bilder, Linien und Pisten von Nazca für Besucher aus dem All gedachte waren, als dass sie ein “astronomischer Kalender” waren, wie es Reiche annahm. Von Däniken wiederum hat 1968 in seinem Weltbesteller “Erinnerungen an die Zukunft” Maria Reiche auch nicht (direkt) erwähnt. Was er aber sagte ist Folgendes:

Uns vermittelt die 60 km lange Ebene von Nazca – aus der Luft betrachtet – eindeutig die Idee eines Flugplatzes!

Damit war die Geschichte, von Däniken hält die Ebene in Peru für den Rest eines UFO-Flughafen der Vorzeit, geboren. Eigentlich ist das aber eine Aussage von – Maria Reiche. Nicht von ihm, wie ich es 2009 in meinem Buch “Historia Mystica” aufgezeigt habe. Das mag viele Prä-Astronautik-Interessierte an dieser Stelle mit Sicherheit verwundern, ist aber eine Tatsache.

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So hat EvD in seinem ersten Buch im Anhang zwei Veröffentlichungen von Maria Reiche angeführt. Das von ihr erstmals 1949 in drei Sprachen im Eigenverlag veröffentlichte Büchlein “Mystery on the Desert” ist eine davon. Darin heißt es von Reiche zu den Pisten und ebenen Flächen von Nazca: „Einige könnte man für Flugplätze halten“. Eine Aussage, die man heute kennt …

Zum Thema “von Däniken und Nazca als UFO-Flughafen” wird hier auf Grenzwissenschaft und Mystery Files noch ein gesonderter Artikel folgen, in dem das Thema genauer durchleuchtet werden soll. Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel vorweg greifen …

Däniken widerlegt? Im Gegenteil: ZDF-Historiker Guido Knopp “bestätigt” (versehentlich) die Prä-Astronautik (Bild: WikiCommons/gemeinfrei / D. Herper / Fischinger-Online)
Däniken widerlegt? Im Gegenteil: ZDF-Historiker Guido Knopp “bestätigt” (versehentlich) die Prä-Astronautik (Bild: WikiCommons/gemeinfrei / D. Herper / Fischinger-Online)

Von Däniken hat seine Ideen und Thesen zu Nazca in seinem zweiten Buch “Zurück zu den Sternen” 1969 wesentlich weiter ausgebaut. Auch Maria Reiche wird darin mehrfach erwähnt und zitiert. “Das Phänomen auf der Pampa von Nazca”, so schreib EvD, “ist von der Wissenschaft bisher viel zu wenig beachtet worden”. Maria Reiche sei dabei die Person, “die sich am längsten und intensivsten um die Enträtselung des Geheimnisses der Nazca-Ebene bemüht”. Und weiter schreibt von Däniken in “Zurück zu den Sternen”:

Ich weiß, dass Maria Reiche meine Deutung der geometrischen Zeichnungen von Nazca nicht teilt, da ihre bisherigen Versuchsergebnisse solche kühnen Schlüsse nicht rechtfertigen würden. Trotzdem sei es mir gestattet, meine Theorie zu erläutern:

Im Artikel des “Spiegel” lesen wir, dass Reiche “seine unwissenschaftliche Arbeit nicht ausstehen” konnte und “ihm wütende Postkarten” aus Peru geschrieben habe. “Däniken wurde mit seinen Fantastereien reich”, als er Mitte der 70ger Jahre seine Ideen publik machte, so der Autor im “Spiegel”. “Sie blieb arm”, was ihr nichts ausgemacht haben soll.

Nazca als Kampfplatz der Meinungen

Tausende Artikel, Bücher und Studien sind in den vergangenen fast 100 Jahren  über Nazca veröffentlicht worden. Ohne Maria Reiches unermüdliche und obsessive Arbeit in Peru, wäre Nazca nicht das, was es heute noch ist. Es wäre sicher zu weiten Teilen achtlos zerstört worden. Vielleicht sogar schon vor Jahrzehnten, wie Ana Maria Cogorno erklärt:

In den Fünfzigerjahren sollte ein großes Bewässerungsprojekt das gesamte Areal überfluten, die Zeichnungen wären verloren gewesen. Sie verhinderte das.

So kann man die Arbeit und den Einsatz von Reiche in diesem Zusammenhang eigentlich nicht deutlich genug unterstreichen. Auch die Prä-Astronautik hat, ungeachtet aller Meinungsverschiedenheiten über den Sinn der Scharrbilder, Pisten und Linien, ihr folgerichtig bis auf den heutigen Tag viel zu verdanken. Auch wenn sie hierzulande kaum jemand kennt. So schreibt auch Matthias Lauerer in “Der Spiegel”:

Die 1.500 rätselhaften Scharrbilder im Süden Perus sind weltberühmt. Maria Reiche, Forscherin aus Leidenschaft, bewahrte die Nazca-Linien vor der Auslöschung. In Deutschland kennt die gebürtige Dresdnerin fast niemand.

Das rätselhafte "Band der Löcher" in Peru: ist hier tatsächlich alles geklärt? (Bilder: GoogleEarth / American Museum of Natural History)
Das rätselhafte “Band der Löcher” in Peru: ist hier tatsächlich alles geklärt? (Bilder: GoogleEarth / American Museum of Natural History)

Deutlich muss man dabei aber auch sagen, dass es vor rund 50 Jahren eben “Der Spiegel” selber war, der Erich von Däniken und seien Bücher zu einem derart gewaltigen Erfolg verholfen hat. Zwar unabsichtlich, aber auch schlechte Presse ist eben Presse, wie ich es in diesem Blog-Posting HIER vom 30. Mai 2018 zusammengefasst habe.

An der Auseinandersetzung zwischen der klassischen Archäologie von und in Nazca mit den Ideen der Prä-Astronautik hat sich bis heute nichts geändert. Seit einem halben Jahrhundert erscheinen regelmäßig Meldungen zu der Ebene, die groß die Widerlegung von EvD & Co. verkünden. Nazca ist ein Kampfplatz der Meinungen. Hervorheben kann man an dieser Stelle durchaus den bekannten Historiker Guido Knopp und seine “Widerlegung” der Prä-Astronautik im Rahmen der Sendung “Die großen Rätsel der Archäologie” des ZDF.

Knopp hatte darin verkündet, dass “hartnäckige Rätsel um die sogenannten Nazca-Linien” inzwischen gelöst und von Däniken widerlegt sei. Nur “ging der Schuss” in der ZDF-Sendung nach hinten los, da er als “Widerlegung” im Grunde ganz genau das über die Scharrbilder sagt, was auch von Däniken sagt: Nazca sei “Graffiti für die Götter”. In diesem Posting HIER vom 5. Juni 2012 erfahrt Ihr die genauen Details dazu und findet das entsprechende ZDF-Video …

Hassliebe?

Da kommt ein schweizer Hotelier ohne akademische Ausbildung aus dem Nichts, schreibt einen Weltbesteller nach dem anderen, wird damit über Nacht weltberühmt und plötzlich kennt jeder die Ebene von Nazca. Was folgte waren nach und nach immer mehr Besucher aus aller Welt, die selber diese Scharrbilder sehen wollten.

Dass das Maria Reiche im fernen Peru aufgrund ihrer jahrzehntelangen Leidenschaft und Liebe zu der Ebene durchaus sauer auf stieß, kann man sich durchaus vorstellen. Ein Mann mit Thesen von Astronautengöttern in “ihrem” Nazca, stellte so ihre Arbeit udn die Arbeiten aller anderen Forscher sehr weit in den Hintergrund. Aber gab es deshalb eigentlich einen regelrechten “Krieg” zwischen von Däniken und Reiche in der damaligen Zeit? Eine Behauptung, die bis heute von Kritikern und Skeptikern immer wieder erhoben wird.

Die Alien-Leichen von Nazca in Peru: Ist der "Spaß" um Alien-Mumien bald vorbei? (Bilder: Gaia.com / Screenshots YouTube / WikiCommons)
Die “Alien-Leichen” von Nazca in Peru:Maria Reiche würde sich im Grabe umdrehen! (Bilder: Gaia.com / Screenshots YouTube / WikiCommons)

Im Jahr 1978 erschien das Buch “Erich von Däniken im Kreuzverhör” in seinem damaligen Verlag. Ein Buch, in dem eine Auswahl zahlreicher Fragen der Zuschauer der Däniken-Vorträge in aller Welt und seine entsprechenden Antworten veröffentlicht wurden. Eine dieser Fragen bezog sich auf einen Artikel über Nazca in dem Magazin “GEO”, in dem auch Maria Reiche zu Wort gekommen war. Sie nannte EvD darin angeblich “einen Schwindler”, so dass der Fragestelle gerne wüsste, was von Däniken dazu sagt.

Seine umfangreiche Antwort auf die Publikumsfrage:

“Gleich nach Lektüre schrieb ich an Frau Reiche, bekam aber bis heute keine Antwort. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die alte Dame das gesagt hat! Sie hätte zu dieser Diffamierung auch nicht den geringsten Anlass, weil ich über die Ebene von Nazca nichts veröffentlicht habe, was man als ‘Schwindel’ bezeichnen könnte. Und dass ich zu Nazca eine andere Meinung vertrete als Frau Reiche und die offizielle Archäologie, das ist doch wohl mein gutes Recht, besonders deswegen, weil sich die Gelehrten selbst wieder mal nicht einig sind.

Zwanzig Personen, alles Bekannte von mir, darunter der Präsident der ‘Ancient Astronaut Society’, Rechtsanwalt Gene Philipps aus Chicago, unterhielten sich Mitte Juli ’77 mit Frau Maria Reiche. Diese Unterhaltung fand im Hotel Touristas in Nazca statt, wo Frau Reiche ihre Zelte aufgeschlagen hat. Die Tonbänder dieser Unterhaltung habe ich abhören können. Frau Reiche war außerordentlich freundlich und humorvoll und äußerte sich sehr positiv über mich!

Das klingt eher nach einer “Hassliebe”. Von Däniken hat ebenso nie die Leistungen von Maria Reiche irgendwie in Frage gestellt. Im Gegenteil: In seinem 1997 erscheinenden Buch “Zeichen für die Ewigkeit- Die Botschaft von Nazca” nennt er sie “die große alte Dame von Nazca”, würdigt mehrfach ihre “epochale Leistung” und schreibt unter anderem über sie:

Maria Reiche hat sich redlich alle Verdienste erworben, die in Peru nur möglich sind.

Dem ist nichts weiter hinzuzufügen!

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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