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Die „Raumschiff-Vision“ des Ezechiel: Hat der biblische Prophet den Thronwagen Gottes abgeschrieben? (Artikel + Videos)

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Die "Raumschiff-Vision" des Ezechiel: Hat der biblische Prophet abgeschrieben? (Bilder: gemeinfrei & Archiv E. v. Däniken / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)
Die „Raumschiff-Vision“ des Ezechiel: Hat der biblische Prophet abgeschrieben? (Bilder: gemeinfrei & Archiv E. v. Däniken / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)

Es gibt in der Prä-Astronautik eine Handvoll Themen, die man ohne Bedenken als Klassiker bezeichnen kann. Der biblische Prophet Ezechiel und seine „Visionen“ vom „Thronwagen Gottes“ gehören zweifellos dazu. Erlebt haben will der Prophet diese himmlischen Erscheinungen der „Herrlichkeit des Herrn“ vor nun rund 2.600 Jahren. Göttliche Visionen seien es gewesen, sagt die Theologie. Wogegen die Prä-Astronautik es seit über einen halben Jahrhundert als ein technisches Fahrzeug von Außerirdischen betrachtet. Was jedoch beim diesem Klassiker der Ancient Aliens-Thematik praktisch nie beachtet wird, ist, dass bereits Jahrhunderte vor Ezechiel diese „Vision“ auch ein anderer Prophet hatte. Und wie der Text des Ezechiel, so gilt auch seine Beschreibung als authentisches Werk des Propheten selbst. Sein Name: Jesaja. Dieser Artikel berichte von ihm und anderen seiner Mitstreiter Gottes.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

UFOs und Aliens in der Bibel

Autoren und Forscher der Prä-Astronautik stöbern auch und vor allem in alten Schriften und Texten nach möglichen Hinweisen auf die Götter aus dem All. Das ist tägliches Brot und ein Kernthema der gesamten These um Außerirdische, die vor Jahrtausenden unsere Erde besuchten.

Geleitet werden diese (und ich) von einer ganz einfachen wie spekulativen Grundannahme: Wenn die frühe Menschheit wirklich von Aliens besucht wurde, muss es in den religiösen Aufzeichnungen der Menschheit Spuren dieser Begegnungen geben. Und die gibt es in Massen in allen Mythen und Überlieferungen der Welt. Allerdings nur dann, wenn man diese religiösen Schriften, Texte und Bücher so deuten möchte.

Somit liegt es mehr als nahe, auch in der Bibel als das Religionsbuch überhaupt nach diesen Hinweisen zu suchen. Schließlich sind die Schriften des meist verkauften Buches der Erde (meistens) problemlos und umgehend zur Hand. Schnell kann man so nach den „UFOs und Aliens der Bibel“ suchen.

Und gerade bei den Schriften des Propheten Ezechiel wird man schnell fündig. Jahrzehnte schon sind seine Erlebnisse mit dem „Thronwagen des Herrn“ Paradebeispiele für die Prä-Astronautik. Immerhin berichtet der Gottesmann bereits zu Beginn seines von ihm selber verfassten Textes wie er einen Himmlischen Wagen hat vom Himmel fliegen sehen. Geschehen sie dies um das Jahr 593 vor Christus.

Das „Raumschiff des Ezechiel“

Ein Fahrzeug Gottes sei damals gekommen, wie Ezechiel einst glaubte. Und der Pilot dieser „Herrlichkeit des Herrn“ genannten Erscheinung war für ihn der Herr. Daran änderte sich auch nichts, als der Prophet bei einer späteren Begegnung mit diesem Wagen des Himmel vom Herrn mit auf einen Flug genommen wurde.

Heute kennt zweifellos selbst jeder Neuling der Astronautengötter-Themen diese Beschreibungen aus dem Alten Testament. Nachzulesen ab Kapitel 1 bei Ezechiel. Gleichfalls auch das „Raumschiff des Ezechiel“, wie es einstmals von NASA-Ingenieur Josef F. Blumrich anhand der Bibel „rekonstruiert“ wurde.

Für Bibelforscher und Theologen alles Unsinn, Blasphemie und Phantasie. Die „im Sturmwind“ mit Donner und Getöse Erscheinung, die zum Propheten geflogen kam, sei nichts als eine spirituelle Vision. Sagt die Bibelforschung. Vielleicht inspiriert durch Nordlichter, wie es Mitte des 19. Jahrhunderts in diese Diskussion gebracht wurde.

Grundsätzlich aber gilt, dass kein Wagen und auch kein echter Thronwagen mit Gott herbei flogen und Ezechiel kontaktierte. „Göttlich inspiriert“ seien die mehrfachen Erscheinungen des Flugobjektes schon (sonst stünde der Text auch nicht im Kanon der Bibel), aber eben nicht physisch.

Himmlische Flugwagen hatte der biblische Gott aber eine ganze Menge. „Die Wagen Gottes sind zahllos, tausendmal tausend“, weiß etwa schon Psalm 68,18 zu berichten. Und tatsächlich finden sich in den Texten des Alten Testamentes und vor allem auch in den Apokryphen unzählige Beispiele von Erscheinungen des „Thronwagen des Höchsten“. In dem Buch „Götter der Sterne“ habe ich dieses Thema sehr umfassend darlegt. Im Rahmen eines Blog-Artikels ist das natürlich nicht möglich.

Allerdings kann man die Bedeutung des Buches Ezechiel für die Prä-Astronautik nicht deutlich genug betonen. Warum? Weil es eben fast immer nur seine Begegnungen mit „Gott“ sind, die rezitiert werden. Auch wenn es Ausnahmen gibt.

Jesaja und der „Thronwagen Gottes“

Eine Art Arbeitskollege des Ezechiel war in biblischen Zeiten der Prophet Jesaja. Auch dieser Jesaja hat eine alttestamentarische Schrift hinterlassen. Sein Buch wird heute aufgrund seiner sprachlichen Gestaltung von der Bibelforschung sogar als einer der Höhepunkte des Alten Testamentes angesehen.

Interessant ist auch hier die Berufung des Propheten, die sich bei ihm in Kapitel 6 findet. Der Text, so wie er heute im Alten Testament zu finden ist, datieren die Bibelforscher in Zeit um 735/734 vor Christus (s. auch 2. Kön. 16,5-9). Dabei ist es interessant, dass der erste Teil des Buches mit ziemlicher Sicherheit aus Jesajas eigener Feder stammt.

(Jes. 40-55 sind jedoch wahrscheinlich nachträglich angefügt worden, was uns aber an dieser Stelle nicht interessieren soll.)

Folglich hat der Prophet seine Beobachtungen selber niedergeschrieben. Wie Ezechiel. Denn in diesem ersten Teil findet sich die Berufung des Jesaja durch „Gott“ auf seinem Himmelswagen. Das sei um das Jahr 740 vor Christus, im Todesjahr des Königs Usija (Jes. 6,1) gewesen.

Also gut 150 Jahre vor der legendären Berufung des Ezechiel!

Anders als bei dem im Babylonischen Exil lebenden Ezechiel soll das in Jerusalem geschehen sein. Und so beginnt das sogenannte „Immanuelbuch“, die Berufung Jesajas zum Propheten, mit ähnlichen Elementen, wie sie vom „Raumschiff des Ezechiel“ bekannt sind:

Im Todesjahr des Königs Usija sah ich den Herrn. Er saß auf einem hohen und erhabenen Thron. Der Saum seines Gewandes füllte den Tempel aus. Serafim standen über ihm. Jeder hatte sechs Flügel: Mit zwei Flügeln bedeckten sie ihr Gesicht, mit zwei bedeckten sie ihre Füße, und mit zwei flogen sie.“ (Jes. 6,1-2)

Diese geflügelten Serafim oder Seraphe sind aus verschiedenen Texten bekannt. Zum Beispiel aus dem apokryphen Buch „Schatzhöhle“. Hier begleiten sie Adam und Eva als diese in das himmlische Paradies aufgenommen wurden (s. Video unten bzw. HIER). Seraphe und Cherube waren, so dies Apokryph, bei diesem Flug mit dem „Thronwagen Gottes“ ebenfalls dabei.

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Feurige „Flügelwesen“

Diese ominösen, geflügelten Gestalten sind eng mit den Cherube verwandt, wenn nicht sogar identisch. Serafim bedeutet etymologisch die „Brennenden“ und ihr Name soll mit einem „brennenden, strahlenden Lichtglanz“ zusammenhängen. Ein Strahlen, das diese umgab, weshalb sie auch als „Feuerengel“ bekannt sind. In der christlichen Tradition sind es schlicht Engel aus dem Reich des Herrn. Allerdings zwei unterschiedliche Klassen dieser angeblichen Geistwesen:

Es sind menschliche, aber mit sechs Flügeln versehende Gestalten; sie erinnern an die geheimnisvollen Wesen, die den Wagen Jahwes in Ezechiel 1 und 10 tragen (…) Die spätere Überlieferung hat zwei Engelklassen mit den Namen Serafim und Kerubim benannt.

Mit späterer Überlieferung ist natürlich das Christentum gemeint. Bekanntlich verdanken wir dem christlichen Eifer die nicht mit der Bibel übereinstimmende Erfindung allerlei Engel-Wesen und ihren Hierarchien. Mehr dazu in diesem Blog-Artikel HIER.

Jesaja sah also nach eigener Aussage eine überaus „strahlende“ und/oder „feurige“ Erscheinung kommen. Eben typisch für das Alte Testament und verwandtes Schriftgut. Es liegt auf der Hand, dass jeder der „Typ Seraphe“ mit sechs Flügeln versehen war, da es der Prophet selber überliefert. Aber nur zwei davon wurden bei diesem Flugmanöver benötigt. Eigentlich ein Widerspruch zur Tradition des Christentums, da hier Engel eigentlich nicht mit sechs Flügeln darstellt wurden und werden …

Diese Cherube des Thronwagens des Ezechiel und anderer „Augenzeugen“ besaßen je zwei Flügelpaare. Augenscheinlich ein einer Typ der Herrlichkeit vom Himmel. In der theologischen Auslegung heißt es allerdings, dass die „Wesen“ mit zwei Flügeln ihre Gesichter „aus Furcht, Jahwe zu schauen“, bedeckten. Dann würden sie also mit zwei weiteren „aus Furcht“ vor dem Höchsten ihre Füße bedecken? Auch wenn die „Füße“ in diesem Zusammenhang als die „Geschlechtsteile“ der Wesen interpretiert werden.

Alles in Allem soll Jesaja durch die Erscheinung „die Transzendenz Gottes und die Unwürdigkeit des Menschen offenbar“ geworden sein.

Der fliegende Herr

Prä-Astronautisch gesehen reichte schlicht nur ein Flügelpaar aus, um sich in dieser Situation fortbewegen zu können. Jahwe befand sich schließlich auch im Landeanflug, und die anderen Paare wurden vielleicht nur für weitere (schnellere) Flüge genutzt.

Natürlich fehlten bei Jahwes Niederkunft auch keine Erschütterungen und Qualm (Rauch) in der Umgebung, denn Jesaja notierte:

Die Türschwellen bebten bei ihrem lauten Ruf, und der Tempel füllte sich mit Rauch.“ (Jes. 6,4)

Dieser „Ruf“ soll sich, so Jes. 6,3, wie eine Lobpreisung an den Herrn angehört haben, da die Seraphe ständig „heilig, heilig“ etc. brüllten. Bringt aber eine Preisung der Engel die Erde zum Beben und lässt Rauch aufsteigen? Kaum, aber eine starke Antriebsleistung ist dazu im Stande.

Das zweite Buch Samuel beinhaltet ebenfalls einen interessanten Bericht über die donnernde Herniederkunft Jahwes. In diesem Beispiel wird berichtet, dass König David seinen Gott im Himmel anrief, der schließlich mit seinem fliegende Wagen zur Erde fuhr:

Da wankte und schwankte die Erde, / und die Gründe des Himmels erbebten. / Aus seiner Nase quoll Rauch, / aus seinem Munde kam fressendes Feuer, / (…) Er neigte den Himmel und fuhr herab, / und dunkles Gewölk lag ihm unter den Füßen. Auf einem Cherub saß er und flog dahin, / auf Sturmesflügeln schwebte er einher.“ (2. Sam. 22,8-11)

Bei dieser Erscheinung soll der Höchste sogar im Himmel „Donner rollen“ gelassen haben und mit „dröhnender Stimme“ umhergezogen sein. Noch dazu „schoss er seine Pfeile ab“ und „schleuderte Blitze“ (2. Sam. 22,14-15). Wie anders sollte ein technisch uninformierter Beobachter ein fremdes Fluggerät beschreiben?!

Die „Hand Gottes“

Auch der der Prophet Jesaja sah eine ähnliche Erscheinung, die ihm Angst bereitete. „Weh mir, ich bin verloren“, rief er aus und lag dabei sicher vor Ehrfurcht erstarrt auf dem Boden. Unreine Lippe haben er und auch das Volk um ihn herum, weswegen er um sein Leben fürchtet, heißt es in Jes. 6,5.

Bevor Jahwe das Wort ergriff, kam ein Seraph auf ihn zu, und berührte Jesajas Lippen mit einer glühenden Kohle (Jes. 6,6-7). Dadurch, so das Wesen, wäre seine Schuld getilgt, und der „Herr“ richtete das Wort an ihm, um Jesaja zum Propheten zu erheben (Jes. 6,7-13).

Es liegt auf der Hand, und der Bericht bestätigt dies, dass Jesaja den Wagen äußerst ängstlich bei seiner Landung beobachtete. So wie auch Ezechiel. Wie soll man aber die glühenden Kohlen deuten, die in der Theologie als „Sühneritus“ verstanden werden? Tatsächliche glühende Kohlen, die der Seraph laut Jes. 6,6 mit einer „Zange“ vom „Altar“ nehmen musste, waren es kaum.

Auch könnte diese „Zange“ der „Arm“ gewesen sein, den einst der Priester Ezechiel sah. Ein solcher Arm war an jedem Cherub angebracht, wie der Prophet notierte. Auch diese Arme wurden in der Prä-Astronautik durch das Buch „Da tat sich der Himmel auf“ von Josef F. Blumrich weltweit bekannt. Blumrich deutete sie, inspiriert durch Erich von Däniken sein Buch „Erinnerungen an die Zukunft“ (1968) als mechanischen Greifarm. Eine Art Roboterarm mit Hand, die damit alles anderes als „die Hand Gottes“ war.

Interessant ist bei der Arbeit von Blumrich übrigens auch, dass die Texte von Jesaja gar nicht kannte. Zumindest nutze er ausschließlich bei der Arbeit an seinem „Raumschiff des Ezechiel“ dessen Buch. So Blumrich in einem Interview mit mir, das Ihr HIER online findet.

Jesaja vs. Ezechiel

Es besteht nicht der geringste Zweifel, dass der Prophet Jesaja seine Erlebnisse vor Ezechiel hatte und niedergeschrieben hat. Das war vor 2.759 Jahren. Doch nur die Aussagen von Ezechiel wurden in der Grenzwissenschaft geradezu legendär. Ein Grund ist natürlich, dass seine Texte wesentlich umfangreicher, detaillierter und spannender sind.

Kein Zweifel besteht in der Bibelforschung aber auch dahingehend, dass beide Texte von den Propheten selber geschrieben wurden. Damit unterscheiden sie sich von den unzähligen anderen Erwähnungen des Thronwagens in anderen und zum Teil wesentlich jüngeren Texten und Büchern. Schriften, deren wirkliche Autoren wir nicht mehr kennen.

In diesem Zusammengang sind die Erzählungen von Adam und Eva fraglos das beste Beispiel. In diesen überaus interessanten und an anderen Stellen (HIER, HIER, & Video unten bzw. HIER) detailliert diskutierten Texten erzählt nämlich das erste Menschenpaar selber. Es sind teilweise Erzählungen unter christlichen Einfluss, in denen Eva und/oder Adam in der „Ich-Form“ von ihren Erlebnissen mit derartigen Gefährten vom Himmel berichten. Zum Beispiel im Garten Enden nach dem „Sündenfall“, als dieser tosend ins Paradies kam und landete. Oder auch, als die Leiche Adams damit weg geflogen wurde.

Es wird wohl niemand ernsthaft annehmen, dass Adam und Eva selber diese Schriften verfasst haben. Anders sieht es bei dem letzten Buch der Bibel aus.

Die Offenbarung des Johannes

Auch in der Apokalypse oder Offenbarung des Johannes finden wir den „Thronwagen Gottes“. Ein zweifellos christliches Buch aus dem 1. Jahrhundert, in dem sich jahrhundertealte Motive wiederfinden. In der Tradition vieler „göttlicher“ Offenbarungen findet sich auch zu Beginn der Apokalypse des Johannes der Hinweis, dass er entrückt wurde:

Danach sah ich: Ein Tür war geöffnet am Himmel; und die Stimme, die vorher zu mit gesprochen hatte und die wie eine Posaune klang, sagte: Komm herauf, und ich werde dir zeigen, was dann geschehen muss. Sogleich wurde ich vom Geist ergriffen. Und ich sah: Ein Thron stand im Himmel; auf dem Thron saß einer, der wie eine Jaspis und ein Karneol aussah. Und über den Thron wölbte sich ein Regenbogen, der wie ein Smaragd aussah.“ (Off. 4,1-3)

Schwer vorstellbar, dass Johannes in den Himmel geholt und vor einen königlichen Thron geführt wurde. Einem Thron, auf dem dann bequem „Gott“ saß. Oder mit den Worten des Johannes „einer, der wie Jaspis und ein Karneol aussah“, denn Gott nennt er nicht.

Natürlich ist auch das wiederum aus anderen Schriften bekannt. In einem Apokryph mit Namen „Ezechiel der Tragiker“ soll sogar Moses selber solch einen strahlenden Thron mit dem fremden Wesen gesehen haben. Weiter heißt es darin sogar, dass Moses diesen Thronwagen bestiegen habe und damit die Erde verließ (mehr im Blog-Artikel HIER).

Selbst der „Regenbogen“ in der Offenbarung, der Schein des Fluggerätes, ist im Buch Ezechiel zu finden (Ez. 1,26-28). Ebenso in anderen jüdischen und christlichen Texten zum Thema „Wagen Gottes“.

Das sind Parallelen, die kein Bibelforscher abstreitet. Im Gegenteil, denn wenn man in biblische Nachschlagewerke, Anmerkungen und Lexika schaut, werden diese sogar immer unterstrichen. Auch Professor Robin Lane Fox, einer der bekanntesten Bibelforscher unserer Zeit, vertritt die Meinung, dass Ezechiels „Vision“ den Schreiber der Offenbarung stark „beeinflusst“ habe. Gleichzeitig habe sich der Autor bei seiner Erfahrung auch aus den Texten des Propheten Daniel (Dan. 7,1+) bedient, so Fox und die Bibelexegese. Und Jesajas ähnliche und zugleich älteste Beschreibung macht da keine Ausnahme.

Gesehen oder nicht?

Folgerichtig hat der Texter der Apokalypse Beschreibungen andere Propheten einfach übernommen. Das wiederum bedeutet, dass er diese Erscheinung in der Form überhaupt nicht hatte. Ist dies aber der Fall, sind auch die folgenden „Prophezeiungen“ der Apokalypse mehr als fragwürdig. Und das beim letzten und für das Christentum theologisch wichtigsten Buch der gesamten Bibel. Immerhin verspricht die Offenbarung im Kern allen Gläubigen das ewige Leben und eine Rettung vor dem Ende aller Tage …

Die Lösung könne ganz einfach sein: Ezechiel, Jesaja, Johannes und all die anderen Autoren sahen alle den „Thronwagen Jahwes“. Und so beschrieben sie ihn natürlich auch alle ähnlich. Ob deren Schriften nun Teil der Bibel sind, oder nicht.

Innerhalb der Bibel finden sich nur Bücher, die „göttlich inspiriert“ sein sollen. War aber Johannes von Gott inspiriert, als er aus Texten, die schon zu seiner Zeit Jahrhunderte alt waren, Beschreibungen übernahm?

Erstaunlich ist auch die religiöse Interpretation als „Visionen von Gott“ an sich. Der „Heilige Geist Gottes“ habe hier auf die Autoren direkt oder indirekt gewirkt und diese inspiriert (s. auch Blog-Artikel HIER). Dies tat er also im 1. Jahrhundert nach Christus ebenso wie 740 vor Christus …

„Wie lebende Wesen“

Es ist gleichgültig wie genau die „Wesen“ unter dem himmlischen Thron genau genannt wurden, immer sahen sie aus „wie lebende Wesen“. Und der Herr oben auf dem Gefährt sah auf „wie ein Mensch“. Trotzdem sind innerhalb und außerhalb der Bibel diese geflügelten Gestalten ein Kernelement dieser Berichte.

Beispiel „Apokalypse des Abraham“, in der wir ab Vers 18,1 lesen:

„(es) hebt sich empor das Feuer, das auf der Feste war. Ich hörte eine Stimme gleich dem Meeresbrausen, und durch des Feuers reiche Fülle hört sie nicht auf. Und wie das Feuer, in die Höhe steigend, sich erhebt, erblick ich unterm Feuer einen Feuerthron und rings um ihn Vieläugige, die jenes Lied vortragen, und unterm Thron vier Feuerlebewesen singen.

(…)

Die beiden Flügel an den Schultern bedeckten ihre Angesicher, die beiden Flügel an den Lenden ihre Füße; die beiden Mittelflügel breiten sie beim Vorwärtsfliegen aus.

(…) und auf den Rädern war ein Thron, den ich erblickt, und dieser war bedeckt mit Feuer, und Feuer floss ringsher um ihn; es war ein unbeschreiblich Feuer auch um eine Feuerschar.“

Hier erschien also auch der „Typ Seraph“ mit sechs Flügel. Und obwohl das Buch „Apokalypse des Abraham“ nicht in der Bibel steht, sahen die feurigen Wesen auch darin so aus, wie Ezechiel sie beschrieb. „Ein jedes hatte vier Gesichter“, heißt es in den Versen 18,4-6, die wie Löwe, Mensch, Stier und Adler ausgehen hätten. „Vier Häupter saßen auf ihren Leibern, so dass die vier Geschöpfe sechszehn Köpfe hatten“, heißt es in dem Apokryph.

Übrigens ist es mehr als spannend, was laut der „Apokalypse des Abraham“ weiter geschah. Im weiteren Verlauf des Buches wird beschrieben, wie Abraham (oder wer auch immer es war) die Erde mit diesem Fluggerät verließ. So kam er zu einer sich drehenden Raumstation im All (s. Video unten)!

Vier Gesichter

Das klingt schon recht gruselig, ist aber doch im Kern identisch mit der „Vision“ des Ezechiel. Der fromme Mann notierte:

Ihre Angesichter waren vorn gleich einem Menschen, und zur rechten Seite gleich einem Löwen bei allen Vieren, und zu linken Seite gleich einem Ochsen bei allen Vieren, und hinten gleich einem Adler bei allen Vieren. Ihre Flügel waren nach oben ausgespannt. Mit zwei Flügeln berührten sie einander, und mit zwei bedeckten sie ihren Leib.“ (Ez. 1,10-11)

Abgesehen davon, dass man hier durchaus sechs Flügel interpretierten könnte (zwei nach oben, zwei berührten die der anderen „Wesen“ und zwei hingen herunter), hat schon das frühe Christentum diese Schilderung für sich gedeutet.

Der legendäre Kirchenvater Hieronymus (347 bis 420 nach Christus) meinte, dass die vier Gesichter ein Sinnbild der vier Evangelien sind. Also der vier anerkannten Schriften des Neuen Testamentes, die vom Leben und Wirken Jesus Christus erzählen. Demnach wäre Ezechiels „Vision“ fast 600 Jahre vor der Geburt Jesus eine Art Prophezeiung der späteren Evangelien, die in die Bibel aufgenommen wurden.

Hieronymus stellte sich das mit den Evangelisten und den „Wesen“ etwa so vor:

  • Mensch = Matthäus, da er am Anfang seines Evangeliums ein Geschlechtsregister aufführt; die sogenannte „Abstammung Jesu“ (ab Mt. 1,1).
  • Löwe = Markus, da er zu Beginn seines Evangeliums angeblich einen „löwenhaften“ Ruf besitzt.
  • (Opfer-)Stier = Lukas, da mit dem Opfer Sacharjas seine Schrift beginnt (ab Luk. 1,8).
  • Adler = Johannes, da sein Prolog  „adlerhaft“ sein soll. Im Sinne der Idee der Götter aus dem All wäre auch das denkbar:

Das kann man glauben, muss man aber nicht.

  • Flügel = Flug = Adler
  • Getöse und Lärm = brüllendes Tier = Löwe
  • Menschenhände = Mensch
  • Füße bzw. Fußsohlen wie Rinder = Stier

Auch das kann man glauben …

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Lars A. Fischinger

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Die Himmelsreise des Abraham: Wie der biblische Stammvater mit Ancient Aliens in das All flog +++ Artikel & Video +++

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Die Himmelsreise des Abraham - War der biblische Stammvater im All? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Die Himmelsreise des Abraham – War der biblische Stammvater im All? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Forscher und Autoren der Prä-Astronautik suchen weltweit in alten Schriften und Überlieferungen nach Spuren möglicher außerirdischer Besucher vor Jahrtausenden. Vielerorts wird man hierbei in den Mythologien unserer Vorfahren fündig, da diese in aller Welt von Göttern und Himmelswesen berichten. Ein solcher Text ist die außerbiblische „Apokalypse des Abraham“, die von dem biblischen Stammvater Abraham aus dem Alten Testament erzählt. Darin findet sich eine derart erstaunliche Geschichte über eine Himmelfahrt zu einem fremden Ort außerhalb der Erde, dass Skeptiker teils sogar dachten, diese 2.000 Jahre alte Erzählung wären „erfunden“. Grund genug sich in diesem Artikel und einem entsprechenden YouTube-Video die „Abraham-Apokalypse“ und die entsprechen Passagen einmal genau anzusehen. Denn sie klingen sehr deutlich wie ein Flug von der Erde zu einer Raumstation der Ancient Aliens ins All – vor mindestens zwei Jahrtausenden!


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Stammvater Abraham

Abraham ist legendär. Christen, Muslime und Juden berufen sich bis heute auf den religiösen Stammvater, dessen Nachfahren der Herr in gewaltiger Zahl hervorbringen wollte.

In der Bibel taucht Abraham am Ende der Patriarchenliste nach der Sintflut im Buch Genesis (Kapitel 11) auf. Er war der Sohn des Terach und hatte zwei Brüder. Außerdem erfahren wir, dass der legendäre Lot der Neffe Abrams alias Abraham war.

Die Familie lebte in Untermesopotamien in der berühmten Stadt Ur, die es tatsächlich gab. Diese Stadt ist durch den archäologischen Forschungsdrang von John E. Taylor, britischer Konsul in der Stadt Basra, im Jahr 1854 gefunden bzw. identifiziert worden. Zuvor war sie eher ein Mythos der Bibel, doch die Stadt selber war bereits im zweiten Jahrtausend vor Christus ein wichtiges Handelszentrum.

Und von hier zog Abraham einst fort nach Kanaan, da Gott es von ihm verlangte (Gen. 11,31).

Die weitere Geschichte Abrahams aus dem Alten Testament ist weltberühmt. Ab Genesis Kapitel 12 beginnt die eigentliche Geschichte des Stammvaters. Sogleich erfahren wir ab dem ersten Vers, dass Gott ihn persönlich ansprach und „zu einem großen Volk machen“ werde. Es ist die „Berufung Abrahams“, wie die verschiedenen Bibeln das Kapitel nennen.

Abraham lebte da schon in Haran (nordwestlich von Mesopotamien), zu dem seine Heimat Ur Wirtschaftsbeziehungen hatte. Das alles war etwa 1900 bis 1850 vor Christus.

Kannte man vor Jahrtausenden schon alle Planeten unseres Sonnensystems? (Bild: L. A. Fischinger/Archiv)
VIDEO: Kannten die Sumerer bereits vor 4.500 Jahre alle Planeten unseres Sonnensystems? (Bild: Fischinger-Online/Archiv)

Aber die ganze „Abraham-Story“ hat weit mehr zu bieten, als es die Bibel berichtet. Abraham schloss einen Bund mit dem Herrn und auch die Beschneidung gehörte dazu. Ebenso die Vernichtung der Städte Sodom und Gomorrha, wo Abrahams Neffe Lot lebte, sind bekannt und gehören in Abrahams Epoche. Abraham war der Stammvater des „auserwählten Volkes“. Ursprünglich war er jedoch natürlich kein Jude, denn es gab keine Juden in seinen Tagen. Er war Sumerer, denn seine Heimatstadt Ur ist eine berühmte sumerische Stadt.

Doch es gibt weitere Informationen zu Abraham, als in der Bibel stehen. Das Buch „Apokalypse des Abraham“ (ca. erstes Jahrhundert) zum Beispiel.

Der „Gott der Götter“

Nach diesem Text war Terach, der Vater von Abraham, ein Handwerker, der Götzenfiguren herstellte. Mesopotamien war bekannt für seinen Vielgötterei (= Polytheismus) und der Sumerer Abraham war mit dieser Religion nicht einverstanden. Es kam laut der Schrift deshalb zwischen Abraham und seinem Vater zu Streitigkeiten.

Die Tätigkeit seines Vaters war gleichzeitig aber auch sein Todesurteil! Kapitel 8 beschreibt, wie ein „Feuerwolkenbruch“ plötzlich erschien und „da fiel die Stimme eines Starken vom Himmel“. Die Fremde Stimme aus dem Himmel gab sich als „Gott der Götter“ zu erkennen und forderte Abraham auf seinen Vater zu verlassen.

Abraham gehorchte, verließ das Haus seines Vaters und da…

„…kam eines großen Donners Schall, und Feuer fiel vom Himmel, und dies verbrannt ihn, sein Haus und alles darin bis auf den Grund an vierzig Ellen.“ (8,7)

"Waren die Götter der Heiden wirklich Astronauten?" fragt sich ein Bibelfundamentalist in einem Vortrag (Bilder: gemeinfrei/L. A. Fischinger / Montage: L. A. Fischinger)
Video: “Waren die Götter der Heiden wirklich Astronauten?” Ein Bibelfundamentalist „widerlegt“ die Prä-Astronautik anhand der Bibel (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Nach dem Mord durch den „Gott der Götter“ verlangte dieser, dass Abraham eine Prüfung zu bestehen habe und fasten müsse. Danach wird er „Großes“ erleben und sehen, dass er „bisher nie geschaut“ habe (9,6).

„Nicht eines Menschen Atem“

Und jetzt wird es richtig spannend, denn die rund 2.000 Jahre alte „Apokalypse des Abraham“ lässt uns nicht im Unklaren, was dies für „Wunder“ sein sollen. Im Gegenteil.

Jetzt wurde Abraham aber erst mal neugierig, wer da überhaupt mit ihm spricht – und er seinen Vater Terach eigentlich ermordet hat. Es war kein Mensch, denn es heißt:

Als ich die Stimme hörte, die solche Worte zu mir sprach, sah ich bald hierhin und bald dorthin. Nicht eines Menschen Atem war’s, und so erschrak mein Geist, und meine Seele floh aus mir. Ich wurde wie ein Stein und fiel zu Boden, weil ich nicht mehr zum Stehen die Kraft besaß.“ (10,1-2)

Ein „Engel“ des Herrn mit Namen Javel (Jaoel) half dem verschreckten Sumerer wieder auf die Beine. Ein Wesen, das „eines Mannes Ähnlichkeit“ besaß (10,5), aber demnach kein wirklicher Mensch war. Als Abraham das Engelwesen Gottes genauer sah heißt es in der Schrift über seine Gestalt und Aussehen:

Sein Leib glich einem Saphir, sein Antlitz einem Chrysolithe  und seines Hauptes Haar dem Schnee und seines Hauptes Diadem dem Regenbogen und sein Gewand dem Purpur; ein goldener Zepter war in seiner Rechten.“ (11,2)

Javel begleitet Abraham die folgenden 40 Tage während seiner Prüfung, Fastenzeit und Opferung. All das bestand er mit Bravour, so dass Abraham nun bereit war die Erde zu verlassen.

Abrahams Reise in den Himmel

VIDEO: War der Prophet Ezechiel im Alten Testament “der erste”, der einen Thronwagen Gottes sah? (Bild: gemeinfrei / Fischinger-Online / Archiv E. v. Däniken)
VIDEO: War der Prophet Ezechiel im Alten Testament “der erste”, der einen Thronwagen Gottes sah? (Bild: gemeinfrei / Fischinger-Online / Archiv E. v. Däniken)

Ihr habt richtig gelesen – hoch hinaus ging es. „Abrahams Luftreise“ heißt das entsprechende Kapitel 15 treffend und bei Sonnenuntergang ging es los:

„(…) da gab es Rauch, wie Rauch aus einem Ofen. Die Engel (…) stiegen von des rauchenden Ofens Spitze auf. Mich nahm der Engel an der rechten Hand und setzte mich der Taube auf den rechten Flügel; er selber setzte sich der Turteltaube auf den linken.“ (15,1-3)

Es ging mit dieser rauchende „Taube“ sehr weit in den Himmel. So hoch, dass dort nicht einmal mehr Feuer brennen kann. Das verwundert nicht, wissen wir doch alle, dass das All luftleer ist und keinen Sauerstoff für eine Verbrennung enthält.

Die „Abraham-Apokalypse“ beschreibt das so:

So trug er mich bis an der Feuerflammen Grenzen. Dann stiegen wir hinauf so, wie mit vielen Winden, zum Himmel, der da ob dem Firmament befestigt war.“ (15,4-5)

Bis über das Firmament hinaus ging diese Himmelsreise. Dort erblickte er ein rätselhaftes Licht und „eine große Schar von mächtigen Gestalten“ die „Worte rufen, wie ich sie nicht kannte“, bemerkt Vers 6.

Sprachlos fragte Abraham seinen himmlischen Engel-Begleiter, warum er überhaupt hier in den Himmel gebracht wurde. Er könne überhaupt nichts sehen und habe ganz einfach Angst:

Ich sprach zum Engel: Warum hast du mich jetzt hierhergebracht? Ich kann ja gar nichts sehen; denn ich bin schwach geworden; mein Geist ist von mir fort.“ (16,1)

„Bleib bei mir“, sagte der Engel daraufhin zu ihm, „hab keine Angst!“. Es nützte nichts, denn eine Stimme die donnerte und toste wie des „Meeres Tosen in der

VIDEO: UFOs in der Bibel? Die “fliegende Buchrolle” des Sacharja: Ein zylindrisches Flugobjekt der Astronautengötter? (Bild & Montage: Fischinger-Online / gemeinfrei)
VIDEO: UFOs in der Bibel? Die “fliegende Buchrolle” des Sacharja: Ein zylindrisches Flugobjekt der Astronautengötter? (Bild & Montage: Fischinger-Online / gemeinfrei)

Brandung“ wandte sich plötzlich an den Erdling. Offenbar war es der sogenannte „Gott“ persönlich, der ihn hier außerhalb der Erde begrüßte.

Abraham in der Raumstation

Verständlich, dass Abraham – oder wer auch immer das Erlebnis hatte – angesichts der Fremdartigkeit vor Furcht geradezu erstarrte. Angesichts der fremden Erfahrungen im Himmel heißt es in der dazu in der „Abraham-Apokalypse“:

Ich aber wünschte auf die Erde niederwärts zu fallen; der hohe Ort, worauf wir standen, bald stand er aufrecht da; bald aber drehte er sich abwärts. (…)

Es war ja keine Erde mehr vorhanden, um darauf zu fallen.“ (17,3-4)

Kein Zweifel, Abraham war nicht mehr auf der Erde sondern im „Himmel“ in einem Ort, der sich drehte. Auch Raumstationen á la „2001 – Odyssee im Weltraum“ drehen sich um an der Außenseite ein Art „künstliche Gravitation“ zu schaffen. Beschreibt der alte Text genau das, eine Station von Ancient Aliens, die um die Erde kreiste? Es wäre phantastisch!

Es dauerte nicht lange und der Oberste bzw. Gott kam persönlich herbei geflogen. In einem mächtigen, tosenden und feurigen „Thronwagen“, wie es heißt. Das „unbeschreibliche Feuer“ dieses Flugwagens betont die alte Schrift immer wieder (z.B. 18,12) und der Pilot fordert den Auserwählten auf:

Er sprach: Beschaue jetzt die Fläche unterm Firmament, worauf du stehst! Sieh, wie auf keiner einzigen Fläche, noch irgendwo ein anderer ist, als Er, den du gesucht oder der dich liebgewonnen! Wie er noch spricht, tun sich die Flächen auf und unter mit der Himmel.

Und auf dem Firmament, worauf ich stand, sah ich ein Feuer ausgebreitet und Licht und Tau und eine Menge Engel und eine Pracht von unsichtbarer Herrlichkeit war über jenen Lebewesen, die ich sah; doch irgendjemand andern sah ich nicht daselbst“ (19,3-5)

Abraham war nach diesem alten Text „auf dem siebten Firmament“ hoch über der Erde. Ein sich drehender Ort …

Abraham und Henoch: Die Alexander Gerst vor Vorzeit!

Ein seltsamer Ort und für die Menschen des Vor-Raumfahrtzeitalters schlicht unerklärlich. Wenn sie tatsächlich die Erde verließen und in einer rotierenden Raumstation der Astronautengötter waren.

Es ist auch sehr interessant, dass der legendäre Prophet Henoch in seinem slawischen Buch (ab 20,1) schreibt, dass auch er dorthin geflogen worden sei. Zu einem „leuchtenden Ort“ hoch im Himmel, wo Henoch ebenfalls den „Höchsten“ traf, der ihm dort allerlei Geheimnisse offenbaren wollte.

Im äthiopischen Buch Henoch (zum Beispiel in Kapitel 14) wird ebenso beschrieben, wie er in den Himmel zu einem Ort Gottes auffuhr („Sie trugen mich in den Himmel“, Vers 8). Dort betrat er ein fremdes „Haus“ und sah den fliegenden „Höchsten“ auf seinem „Thronwagen“. Das „Haus“ selber sah aus wie aus „Kristall“ gebaut und die Decke „glich der Bahn der Sterne und der Blitze“. So zumindest heißt es bei Henoch, als ihn Engel in den Himmel brachten

VIDEO: Henoch und die Astronautengötter: Nichts als Träumereien eines Fantasten vor Jahrtausenden? (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
VIDEO: Henoch und die Astronautengötter: Nichts als Träumereien eines Fantasten vor Jahrtausenden? (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Ähnlich wie bei Abraham, der hoch in fremden Gefilden aufgefordert wurde „beschau von oben doch die Sterne, die unter dir sich finden“ (20,3). Jeden Zweifel darüber, wo Abraham war, räumt Kapitel 21 aus. Ein Kapitel, das beispielsweise der Übersetzer 1928 mit „Der Blick auf die Erde“ mehr als treffen überschrieben wurde. Der beliebte deutsche Astronaut Alexander Gerst lässt grüßen.

Wir lesen darin:

„(Der Höchste sprach:) Schau unter deine Füße auf das Firmament! Erkenn auf dieser Fläche jetzt die dargestellte Schöpfung, die Kreaturen, die in ihr, und die für sie bereitgestellte Welt!

Ich schau hinab und seh sechs Himmel, und alles, was darin, daselbst die Erde und ihre Früchte und alles, was sich darauf bewegt (…) Ich sah daselbst das Meer und seine Inseln (…) Dort sah ich Ströme, ihre Quellen, ihre Kreise.“ (21,1-5)

Das alles klingt zweifellos erstaunlich.

Man muss immer wieder bedenken, dass der Text rund 2.000 Jahre alt ist. Wie alt die Geschichte wirklich ist, wissen wir natürlich nicht. Vielleicht gab es schon zuvor Niederschriften oder mündliche Erzählungen von dieser Reise in das All.

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Skeptiker: Alles Phantasie!

Ein Astronom und Blogger aus Österreich, der laut Kritikern im Internet einen „Kreuzzug“ gegen Esoterik, Ancient Aliens und Grenzwissenschaft führt, stieß einst ebenfalls auf diesen Text.

Mehr oder weniger, denn er besuchte vor rund zehn Jahren den Vortrag „Götterdämmerung“ von Erich von Däniken nach seinem gleichnamigen Buch. Darin erwähnt von Däniken sehr knapp auch den oben von mir zitierten Text. Für den GreWi-Kritiker klangen diese Zitate bei dem Vortrag „wirklich beeindruckend“, wie er schrieb. Wenn sie denn überhaupt stimmen bzw. von Däniken in seinem Vortrag korrekt zitiert, hieß es.

Denn daran hatte der Astronom seine Zweifel. Er war auch nicht in der Lage über „Google“ den Ursprungstext der Däniken-Zitate zu finden. Dennoch fand er eine englische Ausgabe der „Abraham-Apokalypse“ und berichtete in den Magazin „Skeptiker“ 2009 von seinem Vortragsbesuch.

VIDEO: “Auf der Jagd nach den Nephilim” – Von Ancient Aliens, Riesen, Anunnaki und Göttersöhnen (Bild: L.A. Fischinger)
VIDEO/VORTRAG: “Auf der Jagd nach den Nephilim”: Von Ancient Aliens, Engeln, Riesen, Anunnaki und Göttersöhnen (Bild: Fischinger-Online)

Sein Resultat nach seinen mehr als mangelhaften „Recherchen“: Alles Phantasie!

Doch die Texte sind seit 1928 auch in Deutsch nachzulesen, was über ein bisschen „googlen“ wohl weniger zu erfahren ist. Sie sind da, die Zitate stimmen. Worauf ich den Prä-Astronautik-Kritiker damals auch aufmerksam machte. Ohne Erfolg, denn er verbreitete seinen „Skeptiker“-Artikel auch mit großem Erfolg als Blogger im Netz.

Die „Abraham-Apokalypse“

Die „Abraham-Apokalypse“ oder auch „Apokalypse des Abraham“ ist 70 nach Christus niedergeschrieben worden. Demnach grob 2.000 Jahre nach Abrahams angenommener Lebenszeit, sofern es eine solche Person einst überhaupt gab.

Zwar sind die ursprünglichen Quellen dieses Textes unbekannt, aber Abraham wird dies Buch kaum geschrieben haben. Teilweise sind hier vielleicht tatsächliche mündliche Überlieferungen über ihn eingeflossen, aber der Redakteur des Buchs lebte lange nach ihm.

Diese Tatsache, dass Abraham nicht der Autor ist, ändert jedoch nichts an dem Inhalt. Und auf diesen kommt es an!

Egal wer nun diese Dinge sah, irgendjemand sah sie scheinbar. Reiste wirklich jemand vor Jahrtausenden in das All zu einem sich drehenden Ort über der Erde? Ein Ort, den man als radförmige und rotierende Raumstation von Ancient Aliens deuten könnte.

Die Theologie bzw. Textforschung sagt natürlich klar nein.

So zum Beispiel wird der Vers „der hohe Ort, worauf wir standen, bald stand er aufrecht da; bald aber drehte er sich abwärts“ als „göttliche Donnerstimme“ gedeutet. Gottes donnernde Stimme würde durch seine Erschütterung den Himmel zum Schwanken bringen.

Natürlich sind die Themen Abraham und die Apokalypse mit seinen Namen weitaus komplexer, wie an anderer Stelle umfangreich dargelegt. Nichtsdestoweniger lohnt sich für einen aktiven Jäger des Phantastischen immer der genau Blick in alte Schriften. Vor allem, wenn man darin Hinweise auf die Götter aus dem All in ihrer Gesamtheit nachliest, also nicht nur als bereits ausgewählte Zitate in Mystery-Büchern.

Einiges mag sich dabei als Irrtum oder verfälschte Zitate herausstellen – anderes, wie in diesem Fall, aber eben nicht.

YouTube-Video vom 12. Juni 2012 zum Thema

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Wozu benötigen Wesen aus der Anderswelt eigentlich fliegende Fahrzeuge? Eine Feen-Sage über die Entführung eines Menschenkindes, die viele Fragen aufwirft!

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Warum brauchen Feen und Wesen aus der Anderswelt eigentlich Fluggeräte( Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Warum brauchen Feen und andere Wesen aus der sogenannten „Anderswelt“ eigentlich Fluggeräte? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Feen kennt heute jedes Kind. Emsige Marketingstrategen haben schon lange Feen, Elfen oder andere Fabelwesen aus der Welt der Märchen und Sagen für sich entdeckt. Ein florierender Markt. Vor allem eben für die Kinder, die so seit Jahrzehnten ein vollkommen verdrehtes Bild von Feen & Co. haben, das nicht mehr viel mit der eigentlichen Folklore zu tun hat. In der Grenzwissenschaft werden allerdings solche Wesen seit langer Zeit auch immer wieder diskutiert. Und zwar in dem Sinne, dass in den Geschichten über sie vielleicht „verzerrte Hinweise“ auf die Astronautengötter zu finden sind. Spannend wird es dabei unter anderem auch, wenn man auf Erzählungen über diese angeblich so lieblichen, geflügelten und kleinen Feen stößt, die ein ganz anders Bild zeigen. Zum Beispiel, dass diese engelhaften Feen alles andere als lieblich und nett sind und sogar Flugwagen zur Fortbewegung benötigen. Von genau solch einer überaus rätselhaften Sage erfahrt Ihr in diesem Artikel …


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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Dämonische Sylphen und Entführungen nach „Magonia“

Ab dem ersten Jahrtausend nach Christus kamen Erzählungen und Berichte auf, die von angeblichen Dämonen in Frankreich sprachen. Fremde Wesen aus dem Himmel, die angeblich im ganzen Land ihr Unwesen trieben und vor allem auch Menschen entführte.

Es waren die sogenannten „Sylphen“, die den Überlieferungen nach unbescholtene Menschen in ein außerirdisches „Himmelreich“ mit Namen „Magonia“ mitnahmen. Hier, in diesem Reich außerhalb der Menschenwelt, zeigten diese Sylphen den entführten Franzosen allerlei scheinbar alltägliche Dinge aber auch „Wunder“, um sie dann wieder zurück auf die Erde zu bringen.

Diese Berichte über die fremde Welt Magonia und ihre nicht-menschlichen Bewohner sind überaus spannende Quellen für die Prä-Astronautik. Vor allem auch aus dem Grund, da sie im deutschen Raum bisher eher wenig in dieser Hinsicht betrachtet wurden. Aber auch, da diese Sylphen den Aufzeichnungen und Erzählungen nach in Luftschiffen bzw. Fluggeräten umher flogen, wie ich es in einem Buch bereits vor Jahren ausführlich darlegte.

„Liegen die Parallelen zu bestimmten Aspekte der UFO-Forschung nicht wie ein offenes Buch dar?“ So die weiterhin aktuelle Frage angesichts solcher seltsamen Geschichten.

Sylphen und ihr nicht-irdisches Reich Magonia stechen unter den unzähligen Sagen, Legenden und Märchen noch aus einem weiteren Grund heraus: Den Geschichten und Aufzeichnungen aus Frankreich nach, besaßen diese „Dämonen“ fliegende Wagen. Andere Wesen aus der Anderswelt, von denen uns die vielen alten Überlieferungen des Mittelalters erzählen, konnten damit meistens nie beeindrucken.

Ob Feen, Zwerge oder Elfen, ihnen alle sprach man keine derartigen Fluggeräte zu. Obwohl sie natürlich auch vielfach fliegen konnten, was aber eher durch „Zauberei“, „verzauberte Alltagsgegenstände“ oder Tiere geschehen sein soll.

Doch es gibt auch in der Märchen- und Sagenwelt phantastische Ausnahmen. Zum Beispiel bei einer Geschichte aus Irland.

„Eine sehr alte Straße“ in Irland

Schon allein der Umstand, dass das besagte Märchen an einem bestimmten bzw. nachvollziehbaren Ort angesiedelt wird, macht es zu einer Ausnahme:

VIDEO: Erschien nicht die “Mutter Gottes” 1917 in Fatima sondern Aliens? (Bild: gemeinfrei / L.A. Fischinger)
VIDEO: Die Erscheinungen von Fatima 1917: Kamen die Ancient Aliens schon vor rund 100 Jahren zurück? Oder waren sie nie fort? (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Auf der Insel Irland befindet sich im Südwesten die Provinz Munster mit der Grafschaft Limerick. Benannt nach ihrer Hauptstadt Limerick (Luimneach), die heute in Irland als eine Hauptstadt des Drogenschmuggels bekannt ist. Aber auch einigen als Geburtsort von Mary Jane Kelly, die 1888 das fünfte Opfer von „Jack the Ripper“ in London wurde.

Eine alte Stadt, die bereits 812 eine Siedlung der Wikinger war. Und genau in dieser Region soll sich die seltsame Entführung durch Feen zugetragen haben, wie es die Sage erzählt. Auf einer Straße bei Limerick, die von dort weiter über Tipperary in das grob 180 Kilometer entfernte Dublin an der Ostküste Irlands führte.

Eine „sehr alte Straße“, die durch Sumpflandschaften, Berg und Tal und Wald und Wiesen führen würde. Etwa 10 „irische Meilen“ östlich von Limerick passiert diese dann eine hügelige Landschaft, die als „Die Slieveelim Hügel“ bekannt sei.

Man könnte hier beinahe an eine romantische Gegend auf der der grünen Insel Irland denken. Nur heiß es in der Sage dazu weiter, dass ein „Feen-Wagen“ und eine sehr seltsame Frau, die plötzlich genau dort erschienen, bei der Entführung eines Menschenkindes beteiligt waren.

Mit Gottes Schutz gegen „außerirdische Mächte“

„Mary Ryan“ heißt in dem Feen-Märchen die Mutter des entführten Kindes. Eine verarme Witwe aus Limerick sei sie gewesen, die sich alleine um insgesamt vier Kinder kümmern musste. Ryan war aber auch eine sehr gläubige Frau, die nicht nur an den Gott der Bibel glaubte, sondern auch an Hexen und böse Mächte. Darum hatte sie ihr Haus mit allerlei Talismanen und christlichen Zeichen wie Rosenkränze, Weihwasser und Dingen gegen Hexen, das Übel und gegen die „Machenschaften des Bösen“ abgesichert.

Immerhin lauerte das Böse überall und diese Objekte …:

„… waren Bollwerke gegen das Vordringen außerirdischer und böser Mächte, an die man in der Familie ständig durch die Silhouette des Lisnavoura erinnert wurde, eines einsamen Hügels, den das ‚gute Volk‘, wie die Feen nicht ganz zu Recht genannt werden, bewohnte.“

"So rasch wie der Wind": Eine UFO-Entführung vor Jahrhunderten in Irland? (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung & Montage: L. A. Fischinger)
ARTIKEL: „So rasch wie der Wind“: Eine UFO-Entführung vor Jahrhunderten in Irland? (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung & Montage: L. A. Fischinger)

Dass Feen „nicht ganz zu Recht“ als gutes Volk angesehen werden, wie das Märchen warnend bemerkt, wird die Witwe noch leidlich erfahren müssen. Die außerirdischen oder übernatürlichen Mächte lauern schließlich überall.

„Außerirdisch“ wird übrigens nur in deutschen Übersetzungen des Märchens geschrieben. Im Englischen steht an dieser Stelle „unearthly“, was auch „überirdisch“, „übernatürlich“ oder „gespenstisch“ heißen kann. Hier ist also nicht von Außerirdischen nach unserem heutigen Verständnis die Rede!

Lisnavoura, der Feenhügel, der nicht weit von dem Hause entfernt stand, schien aber auch irgendwie nicht von dieser Welt zu sein. Es heißt über diesen Hügel:

Der seltsame, kuppelartige Hügel erhob sich etwa eine halbe Meile vom Haus entfernt und wirkte wie eine Festung in der Gebirgslinie.“

Allen Schutzmaßnahmen gegen das überirdische Böse zum Trotz, kam es eines Tages zu einer Tragödie innerhalb der Familie der Mary Ryan.

Spurlos verschwunden?

„Arm war die Frau in einem armen Land“, und so ging sie eines Tages hinaus ins Moor, „um dort eine Last Torf zu holen“. Ihre älteste Tochter Nell arbeitete derweil daheim in der Küche, während ihre drei kleinen Kinder Con, Bill und Peg vor dem Haus auf der Straße spielten.

Mit dem Torf beladen und „gebeugt von der Last“ kam Ryan nach getaner Arbeit wieder zurück zu ihrer Hütte. Doch etwas stimmte hier nicht, da sie nur ihr ältestes Kind Nett zu hause antraf. Sie vermisste sie ihre drei jüngsten Kinder und fragte Nett wo diese seien:

„,Die spielen auf der Straße, Mutter. Hast du sie nicht gesehen, als du hereingekommen bist?‘

,Nein. Es war niemand vor mir auf der Straße‘, sagte sie beunruhigt, ‚nicht eine Seele, Nell, warum hast du nicht mal ein Auge auf sie gehabt?‘

Die Flugwagen des König Salomon
ARTIKEL: Die Flugwagen von König Salomon aus der Bibel: Spannende Märchen ohne Wahrheit? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Also begann Nett ihre Geschwister zu suchen, „aber ihre zwei kleinen Brüder, Con und Bill, und ihre kleine Schwester Peg waren nirgends zu sehen“. Überall wurde nachgesehen, alles wurde abgesucht, aber keine Spur von den Kindern. Auch die Sonne ging bereits unter „aber nichts als das Gezwitscher der Vögel in den Bäumen“ war zu hören.

Es wurde langsam unheimlich:

„Wie oft hatte sie am Feuer während des Winters Geschichten von Kindern gehört, die bei Einbruch der Nacht an abgelegenen Orten von Feen gestohlen worden waren! Sie wusste auch, dass diese Furcht ihre Mutter immer wieder plagte. (…) Bei alledem ist es kein Wunder, dass sich auch Nell besonders vor den Feen fürchtete.“

Mary Ryan betete, dass die drei Kleinen bald wieder heim kommen, und machte ihrer Tochter Nell große Vorwürfe, dass sie nicht aufgepasst habe. Nell beschwichtigte ihre Mutter immer wieder, dass die Kids sicher gleich zurück sind und wohl nur „ein Stück die Straße entlanggegangen“ wären. Immerhin sind es Kinder, „sie springen hierhin und springen dahin“.

Endlich dann die Erlösung – so dachte Mutter Ryan zumindest …

Ein fliegender Feen-Wagen aus Glas

Ryans vermisste Kids kamen endlich zurück, aber:

Sie kamen jetzt aus westlicher Richtung näher, von dort her, wo der gefürchtete Hügel von Lisnavoura lag. Aber es waren nur zwei Kinder, und eines von ihnen, das kleine Mädchen, weinte.“

Bill war nicht dabei. Wo der erst fünfjährige Junge geblieben sei, wollte die Mutter verständlicherweise von ihren zwei Kindern wissen. Und so erzählte Con unter Tränen:

„,Er ist fort. Sie haben ihn mitgenommen. Aber sie haben gesagt, er wird bald wieder zurück sein‘, antwortete der kleine Con (…)

,Er ist fort mit den großen Damen‘, plapperte des kleine Mädchen.“

"Missing Time" bei den Gebrüdern Grimm: Ein seltsames Märchen und Männchen (Bilder: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)
ARTIKEL: Astronautengötter und die Gebrüder Grimm: Ein seltsames Zeitreise-Märchen und ein noch seltsameres “Zwerglein” aus dem Böhmerwald (Bilder: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)

Mary Ryan war außer sich und verstand die Welt nicht mehr. Welche Dame meinen ihre Kinder überhaupt und wohin soll Bill mit ihr gegangen sein!?

Nachdem sich die beiden Kinder etwas beruhigt hatten, erzählte sie der Mutter eine wundersame Geschichte:

Als sie auf der Straße spielten, „wurden sie von einer aufgeregten Stimme in schrillem Tonfall von hinten angerufen“, das sie aus dem Weg gehen sollen.

Sie wandten sich um. Sie blickten auf etwas, das sie nie zuvor gesehen hatten. Es war ein Wagen, bespannt mit vier Pferden, die schnaubten und ungeduldig wieherten, während sie herankamen.“

Prachtvoll und herrlich sei die Kutsche  gewesen, wie es das 1870 aufgezeichnete Märchen weiter erzählt. Die Männern auf diesem Gefährt „wirkten sehr klein und irgendwie unpassend“, „hatten scharfe Gesichtszüge“ und „kleine, ruhelose, wild dreinblickende Augen, und um ihre Münder spielte ein schlaues, boshaftes Lächeln, vor dem die Kinder Angst bekamen“. Auch der Kutscher selber machte den Kindern Angst:

Der kleine Kutscher schimpfte. Seine kleinen wütenden Perlaugen schienen aus ihren Höhlen herausspringen zu wollen, während er die Peitschenschnur um den Kopf der Pferde wirbeln ließ, bis es aussah, als sei da ein Feuerstrahl in der Luft .“

Wie es sich für ein anständiges Märchen gehört, saß in dieser prunkvollen Kutsche eine „Prinzessin“. „Eine schöne und sehr vornehm aussehende Dame“, deren „Licht dieses Lächelns als angenehm“ von den beiden Kindern beschrieben wurde. Begleitet wurde diese Dame von einer weiten Frau:

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Das Oberteil der Kutsche war fast völlig aus Glas, und so konnten die Kinder sehen, dass drinnen noch eine andere Frau mitfuhr, die ihnen nicht so gut gefiel. Es war eine schwarze Frau, mit einem wundervollen langen Hals (…)

Das Gesicht diese schwarzen Frau sah fast aus wie bei einem Totenkopf, hohe Wangenknochen, große starre Augen, bei denen das Weiße, gleich der Farbe ihrer Zähne, einen strahlenden Kontrast zu ihrer Haut bildete. Sie lehnte sich zu der schönen Frau hinüber und schien ihr etwas zuzuflüstern.“

Die beiden fremden Passagiere der wundervollen Kutsche führten allerdings nichts Gutes im Schilde. Sie wollten den hübschen blonden Bill entführen!

Entführt von Feen

Die Kleinen bekamen Angst.

VIDEO: Von Aliens entführt? UFO-Entführungen heute und in der Vergangenheit (Bilder: gemeinfrei / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)
VIDEO: Von Aliens entführt? UFO-Entführungen heute und in der Vergangenheit (Bilder: gemeinfrei / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)

„Eine süße Stimme“, die aus dem Inneren des Genährtes kam, und ihnen „wie der Klang einer Silberglocke“ erschien, beruhigte sie jedoch schnell wieder. „Wie das Licht einer Zauberlampe“ habe die vermeintliche Prinzessin gelächelt, als die den kleinen Bill voller Wohlgefallen in Augenschein nahm.

Nun begann die Fee Äpfel auf die Straße zu werfen. Doch die Äpfel verschwanden immer dann, wenn die Kinder danach griffen, in einem Loch oder Graben. Es war jedoch nur ein Trick der Fee oder Feen, um die arglosen Kinder zu täuschen und wegzulocken.

Als ihnen der Betrug klar wurde, und sie bereits ganz woanders waren war es längst zu spät:

Es hatte den Anschein, dass dort die Pferdehufe und das Gefährt einen wunderbaren Staub aufwirbelten, und eine Staubwolke, wie sie auch an ruhigen Tagen manchmal entsteht, schien sich zu bilden. Sie hüllte die Kinder für einen Moment ein und trieb dann wirbelnd gegen den Lisnavoura hin. Inmitten dieses Wirbels aber fuhr die Kutsche.

Plötzlich aber war statt ihrer nur noch Stroh in der Luft, und einige welke Blätter segelten über das Straßenpflaster. Im selben Augenblick verschwand der obere Rand des untergehenden Sonnenballs hinter dem Hügel von Knockdoula, und es wurde Zwielicht. Die Kinder spürten die Veränderung wie einen Schock (…)“

Der Junge Bill war weg. „Geht heim“, forderte eine dunkle Stimme die beiden Kinder auf. Sie sahen aber niemanden, der mit ihnen sprach und so liefen sie weinend und voller Angst schnell heim zu ihrer Mutter.

Der Knabe war und blieb verschwunden. Offensichtlich war er von den Feen verschleppt worden.

Manchmal, so heißt es weiter, sah die Familie Bill noch nachts am Fenster stehen. Jedes Mal aber, wenn sie schnell raus liefen und nach sahen, war er fort. „Molly Ryan sah ihren Sohn nie wieder“ und auch „seine früheren Spielgefährten bekamen ihn wieder zu Gesicht“ …

Wie deuten, was zitieren?

Kaum etwas ist für einen Mystery-Forscher wie mich schwerer, als solche Berichte aus der Anderswelt im Sinne der Prä-Astronautik oder dem UFO-Phänomen zu interpretieren. Einmal liegt es daran, dass derartige Märchen und Sagen immer nur auszugsweise zitiert werden können. Hier stellt sich naturgemäß die Frage, welche Passagen man auswählt, um die Überlieferung nicht zu verfälschen.

Ein weiteres Problem ist natürlich hier Herkunft, das Alter und der Kern der Geschichte. Letzteres ist es ja, was einige Autoren des Phantastischen „modern deuten“ und so mit Themen wie eben Astronautengötter oder UFO-Aliens in Verbindung bringen. In diesem Fall ist es besonders schwer, weshalb ich auch gerade diese Geschichte als Beispiel aus meinem Buch „Begleiter aus dem Universum“ ausgesucht habe.

ARTIKEL: Das uralte UFO-Phänomen! Jahrhundertealte “UFO-Berichte” und Begegnungen mit der Anderswelt (Bild: gemeinfrei / Collage: L.A. Fischinger)
ARTIKEL: Das uralte UFO-Phänomen! Jahrhundertealte “UFO-Berichte” und Begegnungen mit der Anderswelt (Bild: gemeinfrei / Collage: L.A. Fischinger)

Es ist ein „typischer“ Fall von Kindesraub durch eine Fee oder zwei eben Feen, der aber nie in der erzählten Form stattgefunden hat. Doch auch wenn spätere Erzähler allerlei „wundersame“ Ereignisse um den hier relevanten Kern herum gesponnen haben, so bleibt dennoch diese Tatsache erkennbar. Nämlich, dass hier ein Knabe von fremden Wesen verschleppt worden sein soll.

Interessant ist, dass europäische Feen-Märchen die Erlebnisse der Feen-Entführten in der Anderswelt gerne mit Festen und in paradies-ähnliche Gegenden beschreiben. Oft  -sehr oft – durch christliche Elemente ausgeschmückt. Hier aber verschwindet ein Kind für immer, nachdem ein schöne „Prinzessin“ in einer herrlichen Kutsche daher kam.

Wiederum diese „Kutsche“ ist es, die bei dieser Sage nicht ganz „normal“ erscheint. Gleiches gilt für die „Männer“ bei oder auf dieser. Neben den Beschreibungen, wie schön und prunkvoll das Fahrzeug der Fee war, scheint es allerdings auch so, dass sie fliegen konnte. Zumindest könnte man es so anhand des oben zitierten Verschwinden des Vehikels interpretieren.

Aliens, Feen, Geister und … Rassismus?

Ausgelassen wurden bis hierher die umfangreichen Beschreibungen, wie schön die Kutsche, dessen Pferde und all das Zubehör war. Schmückendes Beiwerk ist grundsätzlich Teil ausnahmslos aller Geschichten aus der Folklore! In diesem Feen-Märchen finden sich trotzdem einige deutliche Auffälligkeiten, die nicht ausgelassen werden dürfen.

Auch die Details der Kleidung der zweiten Fee an Bord, der schwarzen Frau, wurden oben weggelassen. Diese habe „viele Ketten aus Perlen verschiedener Farbe“ getragen und „einen Turban aus Seide, die in allen Farben des Regenbogens changierte“. „Zusammengehalten wurde dieser Kopfputz von einem goldenen Stern“, wie es die Kinder gesehen haben wollen. Alles in allem gefiel diese Dame im Wagen den Kindern „nicht so gut“.

Ein rassistisches Märchen?

Im heutigen Zeitalter des grenzenlosen medialen Nazi-Wahn und der wie durch Zauberhand an allen möglichen und unmöglichen Stellen gefundenen Rassismus-Vorwürfe, trifft das mit Sicherheit zu. Es ist schließlich kein Geheimnis, dass „die Gesellschaft“ hierzulande unlängst ganz schnell mit irgendwelchen Aussagen, dass man „keine Toleranz vor Fremden“ hat etc., daher kommt.

Im Märchen des von Feen geraubten Jungen ist es scheinbar ebenso. Nur: umgekehrt.

Verdächtig oft wird in der Sage über den entführten Bill erwähnt, dass er wundervoll blond war. Golden seien seine Haare gewesen, während die Erzählung nebenbei an keiner Stelle vergisst zu erwähnen, welche Haarfarben die anderen Beteiligten hatten. Alle andern hatten nämlich dunkle oder schwarze Haare. Ganz deutlich wird an mehreren Stellen, dass Bill offenbar eben aufgrund seiner Haarfarbe von den Feen verschleppt wurde.

Wie es zu der Wahl kam, gerade Bill zu entführen, wird auch klar gesagt. Die schwarze und nicht so schöne Fee mit dem Turban kam auf die Idee:

Sie lehnte sich zu der schönen Frau hinüber und schien ihr etwas zu zuflüstern.“

Erst daraufhin begann die schöne „Prinzessin“ sich für „den Jungen mit dem goldenen Haar“ genauer zu interessieren, um ihn letztlich zu rauben.

Nie wieder war Bill daraufhin gesehen. Vielleicht aber dann und wann als Geist am Fenster seiner Familie, da dieses Märchen auch als Geistergeschichte bezeichnet wird.

Was kann man da noch glauben?

VIDEO: UFOs und fremde Wesen im Mittelalter und seit Jahrtausenden: Das UFO-Phänomen ist uralt … und keine moderne Erfindung einer “Phantasten”! (Bild & Montage: L. A. Fischinger)
VIDEO: UFOs und fremde Wesen im Mittelalter und seit Jahrtausenden: Das UFO-Phänomen ist uralt … und keine moderne Erfindung einer “Phantasten”! (Bild & Montage: L. A. Fischinger)

Abgesehen davon, dass sowohl Haarfarben wie auch die vielen anderen Details der Geschichte für Mystery-Jäger Beiwerk sind, ist die „Rassismus-Frage“ nicht unberechtigt.

Es scheint, als könne dieses Märchen als eine Art Warnung der damaligen Zeit vor schwarzen Menschen verstanden werden. Schließlich war es auch die schwarze Fee, die scheinbar erst die schöne andere Fee mit ihren blauen Augen (wie es betont wurde) zu der Entführung „anstachelte“. Das Böse ging demnach von ihr aus.

Um das Jahr 1870 wurde „Das Kind, das mit den Feen ging“ von dem irischen Autoren Joseph Thomas Sheridan Le Fanu veröffentlicht. Der 1873 verstorbene Joseph Fanu gilt als Autor von Schauergeschichten und seine Vampir-Erzählung „Carmilla“ von 1872 bildete die Grundlage für Bram Stokers Roman „Dracula“ (1897).

Heute würde die Veröffentlichung eines solchen Märchens mit Sicherheit einen Rassismus-Aufschrei nach sich ziehen. Vor fast 150 Jahren natürlich nicht, da in jenen Tagen eine eine Teilung der Welt in Schwarz und Weiß vollkommen normal war.

Was kann man als Grenzwissenschaftler hier noch „glauben“? Ist die Sage tatsächlich in einer solchen rassistischen Art entstanden? Oder hat Fanu sie sogar als Teil seiner Gruselgeschichten vollständig im Geist seiner Zeit erfunden? Oder kann es sein, dass sich eine entsprechende ursprüngliche Feen-Legende der Folklore durch den irischen Volksmund in eine derart verzerrte Form wandelte?

Obwohl Entführungen von Menschen und deren Kindern durch Wesen aus der Anderswelt fester Bestandteil der Sagenwelt ist, stößt man hier an die Grenzen der Deutungen. Zumindest wenn man bemüht ist, in deren Kernaussagen Spuren von Astronautengöttern zu ermitteln.

Auch auf ein anderes Märchen trifft das zu, das ich vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt auf diesem Blog bzw. bei Grenzwissenschat & Mystery Files einmal vorstelle. Denn die Spuren dieser Feen-Saga führen bis zu den Freimaurern, dem Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart und der der damaligen High Society von Wien am Ende des 18. Jahrhunderts …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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„So rasch wie der Wind“: Eine UFO-Entführung vor Jahrtausenden in Irland – durch Feenmänner? +++ Artikel +++

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"So rasch wie der Wind": Eine UFO-Entführung vor Jahrhunderten in Irland? (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung & Montage: L. A. Fischinger)
Gab es eine UFO-Entführung vor Jahrhunderten oder Jahrtausenden in Irland? (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung & Montage: Fischinger-Online)

Beim Stichwort „Märchen“ denken die meisten Menschen  an „Dornröschen“, „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ oder verschiedene Verfilmungen der Geschichten der Gebrüder Grimm. Wohl keiner der „Mainstream-Märchen-Konsumenten“ denkt dabei an Außerirdische, UFO-Entführungen oder fremde Wesen aus dem All. Anders ist es bei Mystery-Jägern, Prä-Astronautikern oder UFO-Forschern, die teilweise Verbindungen oder Zusammenhänge zwischen Sagen und Märchen und „ihren Mysterien“ sehen. Und in der Tat gibt es diese, wie ich in meinen Arbeiten und Veröffentlichungen immer wieder darlege. So auch in einem Märchen aus Westirland, in dem das Feenvolk einen jungen Menschen entführt und das in diesem Beitrag einmal genauer im Sinne der Astronautengötter durchleuchtete werden soll.


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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Wer sich, aus welchen Gründen auch immer, mit Märchen und Sagen unserer Vorfahren befasst, finden darin immer wieder die gleichen „Kerne“. Wiederkehrende Erzählmotive, die im Zusammenhang mit Feen, Elfen oder Zwergenwesen aller Art in einer ganzen Reihe Märchen vorkommen. Für Mystery-Jäger eine Fundgrube des Phantastischen.

Von Feen und UFOs

Beispielsweise die „Musik“, zu der die Feen oder Kobolde in solchen Geschichten „tanzten“. Diese „Musik“ oder der „Gesang“ wird in den Erzählungen etwa dafür verantwortlich gemacht, dass Menschen plötzlich keinen eigenen Willen mehr haben. Personen, die diese Klänge hörten, wurden durch sie praktisch „gezwungen“ sich einer Ansammlung von Wesen aus der Anderswelt zu nähren. Zum Beispiel einen Kreis der Feen zu betreten, durch den diese Menschen dann in ihre fremdartige Welt gelangten.

Eng verknüpft mit einer solchen „Musik“ von einem Feenhügel sind auch nebelartige Beobachtungen, die Menschen in Sagen und Mythen wahrzunehmen glauben. Auch durch diesen „Nebel“ gelangen sie in die Anderswelt der Fremden.

Es könnte sich bei derartigen Elementen in Märchen & Co. durchaus um Erklärungen für das Unerklärliche handeln. Für die „geistige Umnachtung“ jener Personen, denen in solchen Geschichten die verschiedensten Erlebnisse mit diesen fremden Wesen widerfahren sind. Also für den Verlust des Zeitgefühls, der Orientierung und auch der Willenskraft.

Diese Beschreibungen kennt jeder Folklorist. Sie sind unzählige Male in entsprechenden Märchen zu finden.

Dennoch haben die Aussagen auch in der scheinbar „modernen“ UFO-Forschung einschlägige Parallelfälle. Das heißt, dass auch UFO-Forscher durchaus immer wieder auf Ähnlichkeiten zwischen Märchen, Sagen & Co. und dem modernen UFO-Phänomen verweisen. Zweifellos liegen diese auch vor. Aber ein dritter „Kern“ ist dabei vielfach übersehen worden: Partys, Feste und ganze Gelage mit Feen, Kobolden, Elfen und ihren Artgenossen.

Tatsächlich finden sich nicht wenige Märchen die davon erzählen, dass jene Personen, die von fremden Wesen in die Anderswelt entführt wurden, mit diesen aßen, tranken und feierten. Und ein ganz erstaunliches Beispiels einer solcher „Feen-Entführungen in die Anderswelt“ stammt aus dem alten Irland.

„Mitten unter dem Feenvolk“

In diesem speziellen irischen Märchen heißt es, dass einst ein Junge mit Namen Gulisch von Feen entführt worden sein soll. Und zwar bis nach Frankreich.

Gulisch habe nach dieser Erzählung „in Mayo, im Wilden Westen von Irland“ gewohnt haben. Gleich in seiner Nachbarschaft fand sich ein Feenhügel, der „immer grün, Sommer wie Winter“, war. „Das deutet darauf hin, dass im Inneren des Hügels Feen ihre Wohnstätte haben“, beginnt das Märchen.

VIDEO: Henoch und die Astronautengötter: Nichts als Träumereien eines Fantasten vor Jahrtausenden? (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
VIDEO: Henoch und die Astronautengötter: Nichts als Träumereien eines Fantasten vor Jahrtausenden? (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

Eines Tages stand der Junge aus Irland bei seiner Hütte und betrachtete schwermütig den hellen Mond am Himmel. Sehnsüchtig sprach er darüber, dass er gerne mal mit dem Mond seinen Platz tauschen würde, um etwas von der Welt zu sehen. Noch nie sei irgendwo in der weiten Welt gewesen und er „nur einmal an deiner Stelle“ träumte Gulisch vor sich hin.

Und siehe da:

Kaum hatte er diese Worte vor sich hin gemurmelt, da erhob sich vor ihm und hinter ihm, über ihm und unter ihm großer Lärm. Es war, als ob viele Leute beieinander waren, redeten, lachten und ihren Spaß hätten.

Das Geräusch kam heran wie ein Windstoß. Gulisch horchte. Es schien im Inneren des kleinen Hügels nahe seiner Hütte zu verschwinden.“

Schon hier wird es „prä-astronautisch“. Offenbar kam ein Fahrzeug hernieder, da schon diese die Beschreibungen an die biblischen „Visionen“ der Propheten erinnern. Die „Herrlichkeit des Herrn“ oder der fliegende „Thronwagen Gottes“ kündigte in biblischen und verwandten Schriften oft sein Kommen mit dem „Getöse eines Heerlagers“ an. Ähnlich laut und lärmend also, wie in diesem Märchen.

Wenn es ein Objekt war, verschwand es im Inneren des Hügels. Das ist in dieser Geschichte ein spannendes Detail, denn als der Junge, von Neugier getrieben, auf diesen Hügel kletterte, geschah etwas Eigenartiges:

Er kletterte auf die Hügelkuppe. Sogleich gab oben der Boden unter seinen Füßen nach. Und als er wieder wusste, was ihm geschah, befand er sich in einer geräumigen Halle im Inneren des Hügels. Er stand mitten unter dem Feenvolk.“

Ein Objekt ging in einem Hügel nieder, und der Junge „krachte“ dort ein, und gelang so in eine Halle voller Feen.

Vielleicht können wir der Aussage, dass er eine Zeit lang nicht wusste „was ihm geschah“, auch entnehmen, dass der Junge den wahren Weg in das Innere – in die Halle – nicht mitbekam. Quasi so, wie es UFO-Entführungsopfer schildern, wenn sie den eigentlichen Weg in die UFOs, oder in den Raum der „Untersuchung“ im Nachhinein nicht mehr wissen …?

Flug nach Frankreich: „schneller als der Wind und all seine Bräute“

Im Inneren dieses „Hügels“ bemerkte Gulisch „herrschte gerade Aufbruchstimmung“ und alle „Feenmänner liefen aufgeregt durcheinander“ herum. Er bemerkte, „dass die ganze Halle voller Pferde war“ und die Feen mit ihren „Zauberpferden“ verreisen wollten. Nett, wie Feenmänner nun mal so sind, wurde Gulisch gefragt, ob er nicht mitkommen wolle.

Gesagt, getan. Der junge Ire bekam ein eigenes „Zauberpferd“ und flog so mit den Feen zusammen nach Frankreich:

Sie ritten so rasch wie der Wind, schneller als das schnellste Pferd der Sterblichen auf einer Jagd (…)

Bald überholten sie den kalten Herbstwind, der vor ihnen herraste (…) bis sie an die Küste kamen. Da rief einer unter dem Feenvolk: ,Jetzt gibt´s einen großen Sprung! Nur Mut!’ Und im gleichen Moment schwebten sie auch schon durch die Luft über das Meer. Eher Gulisch aber recht bewusst war, wie gefährlich es zuging, ritten sie wieder übers Land dahin, schneller als der Wind und all seine Bräute.“

ARTIKEL: Das uralte UFO-Phänomen! Jahrhundertealte “UFO-Berichte” und Begegnungen mit der Anderswelt (Bild: gemeinfrei / Collage: L.A. Fischinger)
ARTIKEL: Das uralte UFO-Phänomen! Jahrhundertealte “UFO-Berichte” und Begegnungen mit der Anderswelt (Bild: gemeinfrei / Collage: L.A. Fischinger)

Als die die Gruppe der Feenmänner mit Gulisch kurz vor ihrem Zielort landeten, hatte er keine Ahnung, wo er sich befindet. „Der kleine Mann“ erklärte ihm daraufhin, dass sie in Frankreich sein würden und dort die Tochter des Königs rauben wollen wollen: „Wir wollen sie entführen. Sie soll eine der Unsrigen werden.“ Dann stiegen sie vom Pferd…

„… und einer der kleinen Männer sprach ein Wort, das Gulisch nicht verstand. Im Augenblick wurden sie hochgehoben, und kurz darauf fand sich Gulisch samt seinen Gefährten in einem Palast wieder. (…)

Das Feenvolk und Gulisch aber konnte niemand sehen, denn als sie eintraten, hatte einer der Feenmänner ein Wort gesagt, dass sie unsichtbar machte.“

Im Folgenden wird überaus umfangreich das opulente Fest in all seinen Details am Hofe des Königs geschildert. Auch die eigentliche Mission, die Feen-Entführung der Prinzessin wurde beendet. Gulisch und die kleinen Feenmänner verschleppten sie und brachten sie nach Irland. Als er den Namen Gottes pries verwandelten sich beispielsweise auch die Zauberpferde in das zurück, was sie vorher waren. Etwa Äste oder Besen. Wie es sich für ein Märchen gehört, verliebte sich Gulisch auch in die Prinzessin und wollte sie vor den Feen schützen.

Nach und nach verschwanden ebenso die Feenmänner wieder in ihrem Hügel und Gulisch soll später mit der Königstochter zusammengezogen sein. Um der Erzählung ein ordentliches „Ende gut, alles gut“ zu verleihen, rettete der Junge die Prinzessin später aus der Hand der Feenmänner …

Das Christentum und die Feenmänner

Die hier wiedergegebenen (wichtigsten Teile) des alten Märchens aus Irland sind für Mystery-Jäger überaus spannend.

Welche Aussagen in diesem sehr reich ausgeschmückten Märchen (die Speisen des Hochzeitsmahl werden beispielsweise sehr ausführlich beschrieben) für eine sachliche Untersuchung relevant sind, ist fraglich. Wie grundsätzlich bei allen Überlieferungen, bei allen religiösen Mythologien und bei allen Sagen und Märchen. Auch finden sich eindeutig christlich geprägte Elemente in vielen dieser Märchen; vor alle hier bei Gulisch und den Feen.

Eindeutig ist das bei der Lobpreisung Jesus Christus zu sehen, mit der der Junge für seine heile Rückkehr dankt. Aber auch, dass später ein Pfarrer zur Hilfe gerufen wird, da die Feenmänner die Prinzessin verzaubert haben. Dieser christliche Geistliche sollt durch Gottes Kraft den Fluch oder die Verhexung der Dame aus Frankreich beenden, wie es das Märchen im weiteren Verlauf erzählt.

Die Nennung der Region „Mayo, im Wilden Westen von Irland“ als Ort des Geschehens zeigt, dass die Geschichte nach dem 7. Jahrhundert nach Christus angesiedelt ist. Hierbei handelt es sich um Grafschaft Mayo in der Provinz Connacht, die ihren Namen von einem Kloster herleitet, dass im 7. Jahrhundert in Balla von St. Colmán gegründet wurde. Die gesamte Region sowie die ganze Provinz Connacht waren bereits im 4. Jahrtausend vor Christus besiedelt und im 5. Jahrhundert hielt hier nach und nach das Christentum bei den dort lebenden Kelten Einzug.

Das Gebiet war und ist allerdings überaus reich an Sagen, Märchen und Geschichten aus der Anderswelt, in denen das Volk der Feen eine große Rolle spielt. Das Märchen um Gulisch und seine Feenmänner zeigt sehr schön, wie hier vorchristliche Erzählungen mit dem Christentum vermengt wurden.

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Bedenken muss man natürlich auch, dass solche Geschichten über Generationen weitererzählt wurden. Damit änderten sie sich inhaltlich immer wieder, bis sie jemand auf schrieb. Wobei auch das kein Schutz vor Veränderungen ist, da praktisch jeder, der solche Geschichten irgendwann nieder schrieb, andere Versionen des jeweils gleichen Märchens festhielt. Je nachdem wann es wo gehört wurde.

Niemand kann also die Herkunft, das Alter oder die „Ur-Version“ solcher Erzählung der Folklore klar bestimmen. Der keltische und mythologische Kern ist dennoch zu erkennen.

Erstaunliche Folklore!

VIDEO: Von Aliens entführt? UFO-Entführungen heute und in der Vergangenheit (Bild: WikiCommons / L. A. Fischinger)

Es kommt auf die erkennbaren Grundaussagen an, die für einen Jäger des Phantastischen nicht als reine Erfindung abgetan werden! Schließlich sind diese in zahlreichen Sagen und Mythen in aller Welt zu finden und bilden so auch einen der Pfeiler der Idee von den Astronautengöttern aus dem Kosmos.

Die in diesem Märchen direkt erkennbaren Parallelen zu „modernen Mythen“ sind meiner Meinung nach folgende:

  • Die „Feenmänner“ werden mehrfach als „kleine Männer“ beschrieben.
  • Die Wesen waren nicht von dieser Welt.
  • Diese wollen eine Frau entführen.
  • Sie konnten durch einen „Zauber“ sehr schnell fliegen.
  • Die Feenmänner „landen“ oder „erscheinen“ mit einem lauten Objekt.
  • In diese „Ding“ kommt der Junge gegen seinen Willen (er brach durch den Boden des Hügels)
  • Gulisch fand sich in einer (scheinbar sehr großen) „Halle“ wieder.
  • Die Feen konnten sich unsichtbar machen und hatten auch eine andere Sprache.

So erfahren wir hier von mehreren Aspekten der UFO-Forschung und der Prä-Astronautik. Schon die „Halle“, in der der Junge zu Beginn seines Abenteuers kam, könnte mit den UFOs in Verbindung gebracht werden. Ein Objekt, mit dem Gulisch letztlich nach Frankreich kam, um dort eine Frau zu entführen. Die Tatsache, dass alte Überlieferungen vielfach von solchen fliegenden Wesen erzählen, dürfte alle Freundinnen und Freunden des Phantastischen bekannt sein. Auch, dass dann und wann mal ein Sterblicher mitfliegen durfte, habe ich an verschiedenen Stellen dargelegt (z. B. HIER, HIER, HIER & HIER).

Eventuell könnte auch das immer grüne Gras des Feenhügels mit der UFO-Forschung in Verbindung stehen. Tatsächlich existieren inzwischen einige Fälle von UFO-Landungen, bei denen botanische Anomalien registriert wurden. Meist sind diese jedoch auf das versenken von Gras beschränkt. Einige Fälle sind jedoch bekannt, die zum Beispiel der UFO-Forscher Jaques Vallée in seinem Buch „Konfrontation“ schildert, bei der das Gras durch ein UFO zu erhöhtem Wachstum angeregt wurde. Diese physikalischen Wechselwirkungen zwischen UFOs und Umwelt werden zwischen UFO-Forschung und UFO-Kritikern mehr als hitzig debattiert.

Mag auch der Feenhügel ein bereits genutzter „UFO-Landeplatz“ gewesen sein?

Unsichtbare Feenmänner

Interessant ist durchaus die phantastische Aussage, dass die Feenmänner sich während der Entführung für andere Menschen unsichtbar machen konnten. Gulisch hingegen konnten die Feenmänner weiterhin ohne jegliche Schwierigkeiten sehen. Lediglich die anderen bei dem Fest anwesenden Menschen sahen – nichts.

Spontan erinnert mich das an die Begegnung des Propheten Daniel mit fremden Wesen aus dem Himmel, die das Alte Testament beschreibt. So heißt es im Buch Daniel, dass der Prophet einst in Trauer am Ufer des Fluss Tigris (Mesopotamien) weilte, wo er fastete und enthaltsam lebte. Bis er am „24. Tag des 1. Monats“ einen vollkommen seltsam aussehenden „Mann“ vor ihn sah, den nur er allein wahrnehmen konnte.

VIDEO: Das uralte Buch “Die Apokalypse des Abraham” erzählt: Engel brachten Abraham in das All! (Bild: NASA/JPL / L. A. Fischinger / WikiCommons)
VIDEO: Das uralte Buch “Die Apokalypse des Abraham” erzählt: Engel brachten Abraham in das All! (Bild: NASA/JPL / L. A. Fischinger / WikiCommons)

Im Buch Daniel (10,6-7) liest sich das so:

Sein Leib funkelte wie ein Edelstein, sein Gesicht leuchtete wie der Blitz, und seine Augen brannten wie Flammen. Seine Arme und Beine glänzten wir polierte Bronze, und seine Stimme klang wie das Rufen einer vielstimmigen Menschenmenge.

Nur ich allein sah diese Erscheinung; meine Begleiter sahen nichts. Doch packte sie ein großer Schrecken, sie liefen davon und versteckten sich.“

Die Aussage, dass die Menschen in Daniels Umgebung großer Schrecken ergriff, lässt vermuten, dass sie in der Umgebung der Erscheinung irgendetwas „wahrnehmen“. War es auch in der Sagenwelt so, hier speziell bei dem Märchen über Gulisch?

In einem späteren Artikel für diesen Blog werde ich das Thema „Unsichtbarkeit und Sagen“ nochmals aufnehmen.

Aber warum die kleinen Feenmänner überhaupt eine Frau entführen wollten, ist fraglich. Die Behauptung der Feen selber, dass die Prinzessin eine von ihnen werden soll, klingt sehr sonderbar. Zumal das Märchen genau in diesem Zusammenhang, das heißt, mit dem Eindringen der Feen in den Palast des französischen Königs, von erzählerischen Motiven durchzogen ist. Die seitenlangen Beschreibungen des Festes in allen Details „verschleiern“ geradezu den erzählerischen Kern. Dieser wäre die Entführung eines Menschen durch die Feenmänner. Das wiederum haben Kobolde, Feen, Elfen, Gnome, Götter, Aliens … gemeinsam, da alle diese „Kreaturen“ eben Frauen, Männer und Kinder entführen sollen.

Von Irland nach Indien

Viele Mystery-Interessierte und Prä-Astronautiker kennen natürlich diverse Überlieferungen von fliegenden Göttern oder Himmelswesen. Nicht-Irdische, die vom Himmel kamen und – zumindest laut den Mythologien unserer Vorfahren – dann und wann auch mal Menschen mitnahmen. Das war also kein Privileg des Gulisch aus dieser Geschichte aus dem 7. Jahrhundert.

Aber etwas anders fand ich persönlich dann doch in dieser Erzählung interessant. So beginnt das irische Märchen mit folgenden Worten:

Eines Abends nun stand Gulisch vor der Hütte und sah hinauf zum Himmel. Er betrachtete den schönen, weißen Mond. Es wurde ihm ganz sehnsuchtsvoll dabei. Nach einer Weile sprach er zu sich selbst: ,Ach wie schade ist es doch, das ich noch nie von hier fortgekommen bin (…) Ich wünschte, ich wäre nur einmal an deiner Stelle.‘

Just als Gulisch voller Sehnsucht und wünschend gen Himmel träumte, kamen die Feenmänner und sein Flug-Abenteuer begann.

Das erinnert an eine überaus spannende Überlieferung aus den alten Indischen Schriften, die ich an anderer Stelle bereits detaillierter durchleuchtet habe. So veröffentlichte 1824 Professor Franz Bopp eine Arbeit über die Reise des in Indien legendären Helden Ardschuna in den Himmel. Einem Text, der aus dem berühmten, Jahrtausende alten indischen Nationalepos Mahabharata stammt und in dem wir Erstaunliches lesen.

Hinweise in Alten Texten: Gab es schon vor Jahrtausenden Atombomben-Explosionen im Alten Indien? (Bilder: gemein frei / Montage: L. A. Fischinger)
ARTIKEL: Hinweise in Alten Texten: Gab es schon vor Jahrtausenden Atombomben-Explosionen im Alten Indien? (Bilder: gemein frei / Montage: L. A. Fischinger)

So heißt es darin, dass sich der Held Ardschuna eines Tages wünschte, dass ein fliegender Wagen (ein Vimana) kommen soll – der auch mit viel Tamtam kam:

Als gegangen die Welthüter, wünschte Ardschunas, der Feine Schreck, dass der Wagen ihm nahen möge, Indra´s des Herrn des Himmlischen. Und mit Matali (der göttliche „Pilot“, Anm. L.A.F.) kam plötzlich im Lichtglanze der Wagen an, Finsternis aus der Luft scheuchend, und erleuchtend die Wolken all, die Weltgegenden anfüllend mit Getöse, dem Donner gleich. Der falben Rosse zehn tausend zogen mit Windeseile ihn. Himmlisch Zaubergebild war es, ein augenraubendes fürwahr.

(…)

Auf dem Wagen sodann stieg er (Ardschuna, Anm. L.A.F.), glänzend sowie des Tages Herr. Mit dem Zaubergebild führ er, dem Sonn’-ähnlichen Wagen nun, Dem himmlischen, empor freudig, der weise Spross aus Kuru’s Stamm.“ (nach Bobb 1824, S. 1-3)

Mit diesem fliegenden Wagen nun stieg der Krieger und Held Ardschuna in dem Himmel auf. Dort – scheinbar außerhalb der Erde – sollte den Gott Indra treffen.

Das Mahabharata und die Ancient Aliens

Wie im irischen Märchen kam also auch in diesem indischen Text quasi „auf Wunsch“ etwas vom Himmel. Ein fliegender Wagen der Götter. Die „Schlüsselwörter“ aus der Sage um Gulisch finden sich auch hier. Es war ein „Zauber“, flog in Windeseile, war laut und lärmend und schlicht atemberaubend. Selbst die Pferde (Rosse) fehlen nicht.

Dieses abschließend knapp erwähnte Beispiel der Himmelsreise des Ardschuna aus Indien ist dem ein oder anderen Prä-Astronautik-Interessierten sicher bekannt. Auch aus diesem Grund soll es hier erwähnt werden. Denn Kritiker der Astronautengötter wenden hier sehr gerne ein, dass der Herr Professor 1824 bei seiner Übersetzung schlicht phantasiert hat. Also, diese Überlieferung mit dem Flugwagen der Götter unwahr sei.

Nun, auch wenn es vor bald 200 Jahren keine Prä-Astronautiker gab, lohnt sich doch ein Blick in andere Übersetzungen. Meine fast 5.000 Seiten lange englische Übersetzung von 1883 bis 1896 des Mahabharata von Kisari Mohan Ganguli ist hier hilfreich. Sie verrät nach emsigen suchen auch, wo der Text genau steht. Er findet sich im dritten Buch, dem Vana Parva, Teil 42, (Indralokagamana Parva). Und vor allem: er stimmt!

Nur kleine inhaltliche Abweichungen zwischen der Übersetzung von Bobb aus dem Original ins Deutsche und von Ganguli ins Englische sind zu finden. Was auch zu erwarten ist. Selbst die fliegenden Wagen („celestial car”), das Getöse, die Reise in den Himmel, den man von der Erde nicht sieht, die tausende von Himmelswagen dort und die Aussage über die Beschaffenheit der Sterne sind vorhanden. Letzteres habe ich weiter oben nicht zitiert.

Alles … „Märchen„?

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Vom Yeti bis Wiedergeburt: Die „BILD“ präsentiert die angeblich „10 größten Rätsel Indiens“ – sogar mit Quellen. Doch ich vermisse was …

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Vom Yeti bis Wiedergeburt: Die "BILD" präsentiert die angeblich "10 größten Rätsel Indiens" - und verlinkt sogar Quellen (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Vom Yeti bis Wiedergeburt: Die „BILD“ präsentiert die angeblich „10 größten Rätsel Indiens“ – und verlinkt sogar Quellen (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

Indien ist das „Land der tausend Götter“. Ein Land, in dem es vor sonderbaren Geschichten und angeblichen Mysterien nur so wimmelt. Nicht nur fliegende Teppiche oder Yogis mit scheinbar übernatürlichen Kräften – die Grenzwissenschaft kennt Indien schon seit Jahrzehnten. Etwa die fliegenden Wagen der Götter, die Vimaana. Oder auch durch versunkene Kulturen. Ebenso die Berichte von Reinkarnation (Wiedergeburt), die in Indien weit verbreitet sind. Nun hat die legendäre Zeitung „BILD“ sich der angeblich zehn größten Mysterien Indiens angenommen, und sie online aufgelistet. Erstaunlicherweise mit Direktlinks zu den Quellen dieser Rätsel Indiens …

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Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Mein „Google Alert“ zu dem Suchstichwort „UFO“ schickte mir jüngst einen Link zu der berühmt-berüchtigten „BILD“-Zeitung. So hat die „BILD“ am Abend des 19. Januar 2016 in deren Sparte „Mystery“ den Beitrag Die 10 größten Rätsel Indiens“ veröffentlicht. Rätsel und Sonderbarkeiten, die nach Meinung der Redaktion bzw. der Autorin Ingrid Raadaad eben die Top Ten der indischen Mysterien darstellen sollen.

Mit Sicherheit sehen zahlreiche Freundinnen und Freunde des Phantastischen diese „Charts“ ganz anders! Ich schließe mich da nicht aus. Die „BILD“ schreibt:

Indien ist das Land der Märchen, der unterschiedlichen Kasten – und der großen Mysterien. Bis heute gibt es auf dem Subkontinent gruselige Erzählungen, Geister-Legenden und seltsame Überlieferungen.

BILD dokumentiert die zehn größten Mysterien des südasiatischen Landes mit 1,3 Milliarden Einwohnern.

Was die „BILD“-Zeitung als Indiens größte Rätsel ansieht

Sicherlich kommen dem ein oder anderen die zehn Mysteries der Zeitung bekannt vor. Doch da die „BILD“ Direktlinks eingebunden hat, woher sich die Redaktion diese Top Ten zusammengegoogelt hat, möchte ich sie hier mal wieder geben (die eingefügten Links sind nicht die Quellen):

  1. Verbirgt der Taj Mahal ein düsteres Geheimnis?
    Wurde eine gewaltige UFO-Basis auf dem Meeresbodengefunden? (Bild: L. A. Fischinger / WikiCommons)
    VIDEO: Auch vor Los Angeles soll eine gewaltige UFO-Basis existieren – auf dem Meeresboden (Bild: L. A. Fischinger / WikiCommons)
  2. Gibt es in Indien einen Beweis für eine Wiedergeburt?
  3. Wurde die Region Kuldhara verflucht?
  4. Was macht der Geist von Baba Harbhajan Singh?
  5. Gibt es im Himalaya eine UFO-Basis?
  6. Lebt ein Mann seit 1940 ohne Nahrung und Wasser?
  7. „Die neun unbekannten Männer“ – der Geheimbund von Kaiser Ashoka
  8. Was geschah mit der Kultur der Indus?
  9. Was verursachte den Knall von Jodhpur?
  10. Der Yeti – lebt er im Himalaya?

Damit kann man einverstanden sein – muss man aber nicht.

Ich als Prä-Astronautiker vermisse natürlich die Mythen über Götter, Kriege von Göttern und Dämonen und natürlich die Flugwagen Vimaana. Auch könnte man noch die (angeblichen!) Beschreibungen von Atombomben in den uralten Texten Indiens anführen. Ebenso Sagen und Mythen über versunkene Welten der Götter in Indien und auf der Insel Sri Lanka.

Ein Beispiel:

Wenn ein Held mit einem Fluggerät der „Götter“ in den Himmel reist …

Nennenswert für mich als Prä-Astronautik-Autor und Jäger des Phantastischen ist die Reise des mythischen Helden Ardschuna in den „Himmel“. Beschrieben wird diese Reise mit einem Fahrzeug der Götter im Buch Vana Parva, einem der Bücher des berühmten indischen Nationalepos Mahabharata.

Dieser Ardschuna flog mit einem feurigen, donnernden, tosenden, glänzenden und windesschnellen Wagen (Vimaana) in dem Himmel. In ein Gebiet, das „unsichtbar den Sterblichen, Erdenwandelnden“ gewesen sei. Angeblich sah er bei seiner Reise in den Himmel wundersame Dinge und zahllose weitere dieser Wagen der Götter und/oder Dämonen.

Das uralte Buch "Die Apokalypse des Abraham" erzählt: Engel brachten Abraham in das "All". (Bild: NASA/JPL / L. A. Fischinger / WikiCommons)
VIDEO: Ein uralter Text erzählt: „Engel“ brachten Abraham in das All – zu einer Raumstation?! (Bild: NASA/JPL / L. A. Fischinger / WikiCommons)

Für Kritiker sind das alles reine Erfindungen oder bestenfalls falsche Übersetzungen, was aber nachweislich nicht stimmt, da der Kern der Überlieferung tatsächlich vorhanden ist. Inklusive eines strahlenden Himmelswagen („celestial car”) der Götter, mit dem der indische Held Ardschuna die Erde verlassen haben soll …

Und damit wird sicher jeder seine eigene Top Ten der der „10 größten Rätsel Indiens“ haben. Nicht aber unbedingt jene zehn Beispiele, die uns da die „BILD“ in ihrem Online-Ressort der Phänomene und angeblichen Phänomene präsentiert. Denn „präsentieren“ kann die „BILD“-Zeitung ja immer sehr gut und viel

Ich danke Euch, Euer Jäger des Phantastischen

Fischinger-Online

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Der Black Knight Satellit der Ancient Aliens und ein 1955 explodiertes UFO im Erdorbit: Die Fusion zweiter Mysterien +++Video & Artikel+++

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VIDEO & ARTIKEL: Der "Black Knight Satellit": Umkreis die Erde seit Jahrtausenden ein Beweis für die Astronauten der Antike? (Bilder: Pixabay/gemeinfrei / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)
VIDEO & ARTIKEL: Der „Black Knight Satellit“: Umkreis die Erde seit Jahrtausenden ein Beweis für die Astronauten der Antike? (Bilder: Pixabay/gemeinfrei / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)

Beobachten uns seit bald 13.000 Jahren Aliens mit einer inzwischen „Black Knight Satellit“ genannten Sonde? Was ist dieser angebliche „Schwarzen Ritter Satellit“? Kreist bist heute eine Raumsonde der Ancient Aliens um unseren Planeten? Ein sehr spannendes Thema, das ich bereits vor einigen Jahren diskutierte. Aber auch eine Spekulation, die im Internet offenkundig mit einem zweitem Thema aus dem Bereich der Grenzwissenschaft vermischt wurde: Der angeblichen Explosion eines UFOs im Jahr 1955 im Erdorbit! Zwei unterschiedliche Themen, die zu einem fusionierten. In diesem YouTube-Video und ausführlichen Artikel erfahrt Ihr die genauen Hintergründe hinter den mysteriösen Geschichten um den „Black Knight“ und der UFO-Explosion von 1955.


(grafisches Update: 31. Jan 2019)

Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Seit einigen Jahren kommt immer wieder das Thema auf, dass im Orbit um unsere Erde eine Art Raumsonde von Ancient Aliens seine Bahnen zieht: Der Black Knight Satellit.

Das Objekt soll seit weit über 10.000 Jahren in unserem Sonnensystem sein und schon in den 1920ger Jahren irdische Funksignale in einer Form zurück zur Erde gesendet haben, die eine Art „Sternenkarte“ ergeben würden. Diese weist in das Sternbild „Bootes“. Eine Botschaft der Astronautengötter?

Ein Thema aber, dass offensichtlich mit einem anderem aus dem Bereich Grenzwissenschaft, Prä-Astronautik und UFO-Forschung vermischt wurde. Dies zeige ich in dem Artikel weiter unten auf.

Alles weitere dazu in diesem Video auf meinem YouTube-Channel.

Bleibt neugierig …

YouTube-Video vom 18. Feb. 2014 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

+++ Postet mir Eure Fragen und Anregungen, Kommentare und Meinungen dazu bei YouTube. / Abo & Daumen hoch nicht vergessen … +++

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

(Geschäfts-E-Mail: FischingerOnline@gmail.com)

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Der Black Knight Satellit der Astronautengötter und ein explodiertes UFO im Erdorbit

von Lars A. Fischinger

Scheinbar „spukt“ es in unserem eigenen Sonnensystem an einigen Stellen gewaltig. Ein Fall für die „Space Ghosthunter“?

Seit einigen Jahren kursiert im Internet hierzu vor allem die Story um den angeblichen „Black Knight Satelliten“. Einer angeblichen Raumsonde von Außerirdischen, die seit weit über 10.000 Jahren um unsere Erde kreisen soll. Ein Thema, dass ich in meinem Buch „Verbotene Geschichte“ bereits behandelte und seit geraumer Zeit immer mal wieder das Interesse der Mystery-Interessierten weckt. Ergänzend zu meinem entsprechenden Video auf meinem Mystery-Channel bei YouTube, und da das Thema momentan offenbar mit anderen Themen vermischt wird, hierzu ein Artikel mit den exakten Details.

Kreist ein explodiertes UFO um die Erde?

Im Februar 1960 gab das Verteidigungsministerium der USA bekannt, dass unsere Erde von einem nicht zu identifizierenden Objekt mit etwa 15 Tonnen Gewicht um­kreist wird. In den Reihen der amerikanischen Wis­senschaftler herrschte große Verwirrung, da bis zu diesem Zeitpunkt nur die Sowjetunion Satelliten – die „Sputnik“-Klasse – im All unterhielt. Noch dazu waren Start und Flugbahnen der sowjetischen Trägerraketen von den USA aufmerksam verfolgt worden, womit eine Gleichstellung mit dem 15 Tonnen-Objekt und den „Sputniks“ ausgeschlos­sen werden konnte.

Es sollte allerdings nicht bei diesem einen Ob­jekt im All bleiben, denn am 2. November 1966 gelangte es der NORAD („North Atlantic Air Defense“) drei „interaktive Satelliten“ im Orbit zu finden. Die Herkunft war unbekannt.

Nach weiteren 13 Jahren wurde aus der ganzen Ge­schichte eine scheinbare Sensation, zumindest aus Sicht der Sowjets. Am 20. August 1979 druckte die südafrika­nische Tageszeitung „Rand Daily Mail“ (Johannesburg) das Inter­view „Is there a dead Ship from outher Space?“ mit dem sowjetischen Astrophysiker und Mathematiker Professor Ser­gej Petrovich Bozhich ab. Das Interview führte der Journalist Henry Gris aus den USA, der des Russischen mächtig war.

Auch der „National Enquirer“ aus den USA druckte im August 1979 das Interview unter der sensationellen Überschrift „Wissenschaftler entdecken beschädigtes Alien-Raumschiff im Orbit um die Erde“ („Scientists discover damaged Alien Spacecraft is in Orbit around Earth“).

Ein meiner Meinung nach bisher recht wenig beachteter Mythos der Grenzwissenschaft wurde durch diese Veröffentlichungen geboren!

So erklärte Professor Bozhich dem US-Journalisten in seinem Interview, dass die sowjetischen Ministerien seit Anbeginn des „Sputnik“-Zeitalters den Erdorbit unter ständiger Radarkontrolle hielten. Dabei seien den Astronomen immer wieder „unbekannte Satelliten“ aufgefallen, die weder den USA gehören konnten noch ihre eigenen waren. Die Bahnen der einzelnen Körper, so Bozhich weiter, wurden von ihnen zurückgerechnet, so dass sie zu einem spannenden Ergebnis gelangten: alle Teile im Erdorbit stammen von ei­nem am 18. Dezember 1955 in einer Erdumlaufbahn explodierten Objekt.

Damit nicht genug, denn besonders verblüffend war die Auskunft von Professor Bozhich, dass die Sowjets den explodierten Hauptkörper für ein „außerirdisches Raumschiff“ mit einem errechneten Durchmesser von bis zu 80 Metern halten. Bozhich 1979:

Nach meiner Meinung gibt es keinen Zweifel, dass ein zerstörtes außerirdisches Raumschiff um unsere Erde kreist, das Grab einer fremden Welt mit einer toten Mannschaft an Bord.

Die Russen waren sicher: Es muss ein UFO sein!

„Es ist explodiert“, war sich der Russe sicher, „zwei größere und acht kleinere Teile umkreisen die Erde“. Bozhich vermutet in dem Interview, dass die USA heimlich die UFO-Teile und die Aliens im Orbit bergen wollen, „bevor die Bruchstücke zur Erde fallen und in der Atmosphäre verglühen“. Irgendeine „schwerwiegende Panne“ habe das UFO der Fremden zerstört. Diese Aliens wiederum hätten die Menschheit beobachten wollen, spekulierte der Professor im Interview.

Henry Gris staunte nicht schlecht und fragte, ob sein Interviewpartner „mit aller Ernsthaftigkeit von dem überzeugt“ sei, was er da von sich gebe. Und Bozhich war sich auch sicher, dass es beispielsweise kein Asteroid sein konnte. „Wir haben geprüft und wieder geprüft“ – es muss ein UFO sein.

E-Mail von Gott: Die Suche nach einer Botschaft der Ancient Aliens – Wie müssen wir uns einen eindeutigen Beweis der Astronautengötter vorstellen und wo könnten wir diesen finden? (M)ein 5-Punkte-Plan (Bild: NASA/ESA/Hubble Heritage Team/STScI/AURA / L. A. Fischinger)
ARTIKEL: E-Mail von Gott: Die Suche nach einer Botschaft der Ancient Aliens(Bild: NASA/ESA/Hubble Heritage Team/STScI/AURA / L. A. Fischinger)

Die Trümmer eines fremden Raumschiffs kreisen oder kreisten um unseren Planeten? Erlaubten sich die Sowjets einen Scherz mit dem Journalisten? Ist das dieser „Black Night Satellit“, von dem immer mal wieder die Rede ist? Oder besaßen die Russen damals konkrete Anhaltspunkte, die sie zu diesem Alien-Resultat führten?

Angeblich, so der Astrophysiker im Interview, hätten die UFO-Trümmer „die Bahnen unserer eigenen Satelliten (…) leicht abgelenkt.“ Das war der eigentliche Grund, warum man sich damit genauer befasst habe, „und jetzt kann es keinen Zweifel mehr geben, dass wir es mit Teilen eines außerirdischen Raumschiffes zu tun haben“ …

Dr. Vladimir Georgeyevich Azhazha, der Kapitän des ersten Atom-U-Bootes, das unter dem Nordpol fuhr, bestätigte dem Journalisten Gris die Aussagen von Bozhich. „Wenn Russen und Amerikaner die Köpfe zusammenstecken würden“, so Azhazha, „könnten Teile des Raumschiffes zur Erde gebracht werden“ bevor sie in der Erdatmosphäre verglühen. (Was nach über 50 Jahren wohl inzwischen der Fall sein dürfte.) Er selber jedoch habe „überhaupt keinen Zweifel, dass wir es mit Bruchstücken eines fremden Raumschiffes zu tun haben“.

Wenn das mal nicht mehr als erstaunlich ist.

Die USA bestätigte das „Objekt“ – aber kein UFO

Für die Astronomen der USA waren die Aussagen des sowjeti­schen Astrophysikers nicht direkt ein Witz. Denn auch der ame­rikanische Astronom John P. Bagby kam in seiner Studie „Terrestrial Satellites: Some direct and indirect Evidence“ zu dem glei­chen Resultat. Bagby verfolgte ebenfalls die Flug­bahnen der sonderbaren Objekte im Erdorbit und rechnete sie bis zu ihrem Ausgangspunkt zurück.

Das war bereits rund zehn Jahre vor dem Interview mit dem russischen Professor Bozhich. Schon 1969 publi­zierte Bagby darüber im astronomischen Wissenschaftsmagazin „ICARUS“ (Nr. 10/1969) seinen genannten Beitrag „Terrestrial Satellites: Some direct and indirect Evidence“. Darin war er gleichfalls der Meinung, dass am 18. Dezember 1955 „etwas“ im Orbit unserer Erde explo­dierte. Etwas – ein Raumschiff von irgendwelchen Aliens er­kannte er indessen jedoch nicht.

Einige NASA-Wissenschaftler bezweifelten damals sogar ganz, dass es überhaupt ein 1955 explodiertes Hauptobjekt gab. Die Berechnungen seien schlicht falsch, so die Kritiker.

Wir wissen also nicht, was da 1955 im Orbit explodierte. Glauben wir den Russen – oder glauben wir den USA? Beweisen lässt sich heute keine der beiden Aussagen mehr.

Diese Berichte des 15 Tonnen schweren Objektes in einer Umlaufbahn um die Erde scheint in der aktuellen Debatte um den „Back Knight Satelliten“ scheinbar eingeflossen zu sein. Erstaunlich aber finde ich, dass vor allem die Aussagen der Russen dabei offenbar wohl nicht bekannt sind.

Zumindest fand ich bisher im Internet keine diesbezüglichen Erwähnungen oder Verbindungen. Obwohl eine angebliche UFO-Explosion 1955 im Orbit mit Sicherheit eine mehr als spannende Story ist. Die aber wiederum nicht zu einem „Black Knight Satelliten“ von Ancient Aliens passt, der noch heute aktiv sein soll.

Die Geschichte des angeblichen „Black Knight Satellit“

Die meines Wissens frühste Erscheinungen dieser Art, die ebenfalls niemand so recht einordnen konnte, wurde zum Beispiel im Dezember 1927 beobachtet. Eben genau der eigentliche Ursprung der gesamten Berichte um den Schwarzen Ritter der Außerirdischen!

Ein US-Kongressabgeordner wollte von der NASA wissen, ob es einst eine Zivilisation auf dem Planten Mars gab (Bild: NASA / L. A. Fischinger / Montage: L. A. Fischinger)
„Gab es eine Zivilisation auf dem Mars?“ US-Abgeordneter fragt die NASA nach Mars-Bewohnern und verwirrt die Medien (Bild: NASA / L. A. Fischinger / Montage: L. A. Fischinger)

In jenen Tagen vor bald 100 Jahren konnten die amerikanischen Astronomen A. H. Taylor und L. C. Young die ersten sonderbare „Black Knight“-Radiosignale registrieren. Die Quelle des Echos lag außerhalb der Erde im All. Aber die empfangenen Signale waren eindeutig irdischen Ursprungs. Von irgendetwas oder irgendjemand wurden die Signale im All reflektiert, wie die beiden Astronomen Young und Taylor im Mai 1928 in „Proseedings of the Institute of Radio Engineers“ (vol. 16) berichteten.

Der Mathematiker und Physiker Professor Carl Størmer (1874 bis 1957) aus Norwegen bekam von der Sache Wind. Natürlich war er an diesen Signalen aus dem All stark interessiert.

Fast ein Jahr nach Entdeckung durch Taylor und Young, nämlich am 25. September 1928, startete Størmer mit dem niederländischen Physiker Dr. Balth van der Pol (eigentlich Balthasar, 1889 bis 1959), Versuchsleiter bei „Philips“ in Eindhoven, eine Versuchsreihe um der Sache auf den Grund zu gehen. Professor Størmer und sein Team sendeten dazu alle 30 Sekunden ein Radiosignal in das All, um dann abzuwarten, ob ein Echo reflektiert werden würde.

Das Warten hatte sich gelohnt, denn am 11. Oktober konnten sie die gleichen Signale wieder registrieren. Allerdings kamen die vorher in gleichmäßigen Abständen gesendeten Impulse nun mit ein bis 15 Sekunden Verspätung wieder bei ihnen an. Von ihren Ergebnissen berichteten beide Ende 1928 in dem angesehenen Wissenschaftsmagazin „Nature“ (Nr. 3079, vol. 122, 3. November 1928) unter dem Titel „Short-wave Echos and the Aurora Borealis“ (auch in Nr. 3084, vol. 122, 8. Dezember 1928) Størmer publizierte dazu zusätzlich in „Naturwissenschaften“ (Nr. 33, 16. August 1929) in Deutschland.

Als sich die Signale 1934, 1947, 1949 und 1970 wiederholten wurde auch der Astronom Professor Duncan Alasdair Lunan, Großbritannien, auf das Phänomen aufmerksam.

Als Lunan als damaliger Präsident der „Scottish Association for Technology and Research“ die am 11. Oktober 1928 eingefangenen Signale genauer untersuchte, übertrug er sie auf eine Art „Sternenkarte“ (Sekundengitter). Erstaunt blickte er nun auf eine Sternenkarte, die das Sternsystem Epsilon Boötis zeigte.

„Nur Glauben, keine Beweise“

Immer wieder überprüfte er seiner Ergebnisse, bis er seine Ergebnisse 1973 in dem Magazin „Spaceflight“ der „British Interplanetary Society“ in seinem Artikel „Spaceprobe from Epsilon Bootes“ publizierte. Darin sprach er sich für die Richtigkeit seiner Entdeckungen aus.

Lunan war so überzeugt, dass hier tatsächlich außerirdische, intelligente Signale empfangen wurden, dass er in seinem Buch „Man and the Stars“ 1974 berichtete, dass seit fast 13.000 Jahren ein Satellit oder Raumfahrzeug von Außerirdischen in unserem Orbit kreist.

Sogar das „Time Magazin“ wurde auf die Alien-Thesen von Professor Lunan aufmerksam und veröffentlichte dazu am 9. April 1973 den kritischen Bericht „Message from a Star“. Darin wird etwa der britische Radioastronom Sir Martin Ryle mit den Worten zitiert: „Lunan liefert keine Beweise, nur Glauben.“ Außerdem, so die „Time“, denken die „Wissenschaftler im Allgemeinen skeptisch über Lunans fantastisches Szenario“. Was ja eigentlich nicht verwundern sollte.

Große Teile des Buches „Man and the Stars“ widmet Lunan Fragen über Kommunikation mit fremden Zivilisationen im Universum, reisen mit Raumfahrzeugen durch das All usw. Aber auch der Idee der Prä-Astronautik gegenüber ist er darin aufgeschlossen.

Zahlreiche Thesen der „Erich von Däniken-Forschung“ behandelte auch Lunan in seinem Buch. Etwa das „Raumschiff des Ezechiel“ aus dem Alten Testament (s. dazu auch das Interview mit J. F. Blumrich oben), Höhlenzeichnungen von „Astronauten“, das Thema der Hochebene von Nazca (Peru), die Piri Reis-Karte, indische Überlieferungen von Flugwagen („Vimanas“) oder auch die Geschichte des UFO-Absturzes vor 12.000 Jahren in China im Baian-Kara-Ula nahe Tibet. Themen, die bis heute noch immer diskutiert werden.

Sicherlich war dies auch ein Grund, warum damals Professor Lunans Arbeit der „Botschaft der Götter aus dem Universum“ und den nun „Black Knight“ genannten Satelliten als Fantasieprojekte und Spinnerei abgelehnt wurde.

Auffällig ist bei dem Thema des Schwarzen Ritters der Götterastronauten im Internet aber der Umstand, dass auf verschiedenen Seiten gesagt wird, die UdSSR habe ihn mit den „Sputnik“-Sonden beobachtet. Technisch waren diese jedoch dazu überhaupt nicht in der Lage.

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Das Phantom im All

Dieser Vorfall war bis dahin einzigartig und ist natürlich umstritten. Doch die Geschichten der unerklär­lichen Erscheinung im Sonnensystem sind auch mit „Black Knight“ und dem in die Story eingeflossenen „UFO“ von 1955 noch lange nicht die letzten.

Heute sprechen einige bereits von einem „großen intergalaktischen Phantom“, so der Ingenieur John Casani, nachdem 1976 die US-Mars-Sonde „Viking 1“ unvermittelt für einige Zeit aus­fiel. Und tatsächlich „verschwinden“ immer wieder Sonden im All oder es wurden und werden auf Mond und Mars angebliche „technische Hinweise“ oder „künstliche Objekte“ gefunden.

Wir können wirklich nicht behaupten, dass unsere Raumsonden bereits das gesamte Sonnensystem erkun­det haben, und dass keine weiteren Entdeckungen auf uns warten. Was hat es mit den sonderbaren Defekten irdischer Sonden auf sich? Welches Geheimnis ver­birgt sich hinter den immer wieder gesichteten Lichtern auf dem Mond, die teilweise periodische blinken sollen? Ich glaube nicht, dass all diese Erscheinungen und Vorkommnisse mit dem Wort „Zufall“ erklärt werden kön­nen.

Der Autor und Verschwörungstheoretiker Fred Steckling will sogar Aliens dafür verantwortlich machen, die in unserem System leben. „Wir entdeckten außerirdische Basen auf dem Mond“ verkündet er 1996 in seinem gleichnamigen In diesem YouTube-Video HIER habe ich es 2014 bereits kurz vorstellte.

Aliens und UFO-Basen auf dem Mars?

Einige Autoren wollen sogar dem Mars zubilligen, dass dort Außerirdische leben, die nicht wollen, dass wir Menschen sie finden. Etwa hat der bekannte Autor Zecharia Sitchin dahingehend spekuliert, dass dort die außerirdischen „Götter“ der Anunnaki seines Planeten „Nibiru“ eine Art UFO-Basis haben könnten.

Auch andere geheime Basen von Außerirdischen werden hier und dort im All immer wieder „gefunden“ oder zumindest vermutet. Wobei aber mit Blick auf den „Black Knight“ zu bedenken wäre: warum soll der Satellit uns bewusst eine „Sternenkarte“ der Außerirdischen offenbaren – wenn andere „Alien-Basen“ & Co. verborgen und streng geschützt sein sollen? Man denke an die Mars-Raumsonde „Phobos 2“ von 1989, die angeblich nahe dem Mars von den Fremden zerstört wurde, wie es nicht nur Zecharia Sitchin in einem seiner Bücher vermutet hat. Die letzten Fotoaufnahmen der Sonde sorgen bis heute für Spekulationen, da diese UFOs zeigen könnten oder sollen.

Die russischen Mars-Sonden „Phobos“ wurden nach dem gleichnamigen Marsmond (auch „Mars 1“) benannt. Ein Schlechtes Omen? Denn schon seit Jahrzehnten wird auch dieser Mond des Mars als Basis von Außerirdischen gehandelt. Entweder seien sie in seinem Inneren versteckt oder der ganze (kleine) Mond selber sei eine Raumstation der fremden Besucher aus dem Kosmos. Damit wäre „Phobos“ nach diesen Überlegungen künstlich geschaffen worden …

Eine Landung auf dem Mars schon 1962?

Zum Thema „Phantome im All“ ist auch ein Buch von Leslie Watkins von Interesse. So schildert er 1978 in einem Buch „Alternative 3“ ein Szenario des Unglaublichen. Kern der Aussage: Am 22. Mai 1962 landeten Menschen heimlich auf dem Mars und der erste Funkspruch, den die NASA von der Mission erhielt, war angeblich: „Hurra, wir sind auf dem Mars – wir haben Luft“. Dazu kommen umstrittene und immer wieder zitierte Funksprüche zwischen Mission-Control und den Apollo-Astronauten, die von UFOs auf dem Mond sprechen.

Das Thema „Alternative 3“ ist inzwischen aber angeblich aufgeklärt.

So fand der US-Autor Jim Keith (1949 bis 1999) etwas Interessantes heraus. Die britische Dokumentation „Alternative 3“ (Ausstrahlung am 20. Juni 1977), auf die sich auch Watkins beruft, wurde von der englischen Fernsehanstalt „Anglia TV“ in Szene gesetzt, die diese „Dokumentation“ als Aprilscherz für die Reihe „Science Report“ produzierte.

Da am englischen April-Fool’s-Day, dem 1. April, kein Sendeplatz gefunden werden konnte, wurde die Sendung erst später ausgestrahlt. David Ambrose und Christopher Miles waren die Autoren und Miles auch Regisseur.

Miles verwies später sogar noch einmal ausdrücklich darauf, dass am Ende der „Dokumentation“ die Namen aller Schauspieler ordentlich genannt wurden. Aus einem Aprilscherz entwickelte sich vermeintliches Faktum der Verschwörungstheoretiker …

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Mord und Totschlag auf Befehl Gottes: Wie das ZDF in „Terra X“ die Bibel für die TV-Zuschauer schön redet (Update)

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Mord und Totschlag im Namen Gottes: Wie das ZDF die Bibel für die Zuschauer schön redet (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Mord und Totschlag im Namen Gottes: Wie das ZDF die Bibel für die Zuschauer schön redet (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

(Update: 17. April 2018) Auf dem Sender ZDF wird derzeit die Sendereihe „Terra X“ mit dem Thema „Das Bibelrätsel“ gesendet. Eine Sendung mit diesem Titel gab es schon, und ein Buch dazu von „Terra X“-Autor Hans-Christian Huf erschien bereits 2005. Der deutsche Prä-Astronautik-Autor Dieter Bremer wies bei Facebook auf eine ganze Reihe Unterschlagungen und Verfälschungen in dieser Sendung hin, die ich Euch an dieser Stelle nicht vorenthalten möchte. Auch ich habe zwischenzeitlich die Dokus des ZDF gesehen, und kann als Autor von Prä-Astronautik-Büchern zu biblischen Themen die Kritiken von Bremer mehr als verstehen. Hier erfahrt Ihr, welche das in Bezug auf „Terra X“ sind und was es zu den Vorwürfen von Dieter Bremer noch zu ergänzen gibt. Und das passt so gar nicht in die ZDF-Sendung „Das Bibelrätsel“, wie sie die Zuschauer sahen!


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Die Bibel und das Fernsehen

Es ist für Autoren und Redakteure überaus schwer, wenn man die Bibel zum Thema von TV-Sendungen und Dokumentationen machen möchte. Gleichgültig ob auf den Spuren von Jesus Christus aus dem Neuen Testament oder historische und nicht-historische Themen des Alten Testament. Wer sich mit der Bibel und all ihren Hintergründen, Deutungen, geschichtlichen Fehlern und Interpretationen auskennt, weiß um diesen Umstand nur zu gut.

Die bei den Zuschauern beliebte TV-Sendung „Terra X“ hat in der Vergangenheit immer wieder biblische Themen und Sachverhalte thematisiert und den Zuschauern präsentiert. Mal spannend, mal langweilig. So wie aktuell am“ Zweiten Deutschen Fernsehen“, wo das Publikum Dokus über die Rätsel der Bibel sehen konnte. Aber wurde darin der ZDF-Zuschauer bewusst für dumm verkauft und manipuliert?

Biblisches Chrerry-Picking am ZDF

JA! sagt der Prä-Astronautik-Autor und bekennende Atheist Dieter Bremer. Er kritisierte in seiner Facebook-Gruppe die „Terra X“-Sendung „Das Bibelrätsel“ (hier) bereits am 2. Dezember 2012 mit sehr deutlichen Worten. So schreibt Bremer:

Auch die gestrige Terra-X-Sendung auf dem ZDF war wieder vom Chrerry-Picking der Macher begleitet. Alles, was ’nicht sein soll‘ wurde verschwiegen. Für Bibelkenner ist das kein Problem. Aber wie viel hunderttausend Zuschauer waren zum ersten Mal mit diesen Bibltexten konfrontiert? Denen wurde was vorgegaukelt. Durch Auslassen wichtiger Informationen kann man mit dem ‚weichgespülten Blick auf die Bibel‘ logischerweise die wahren Zusammenhänge nicht mehr rekonstruieren. Aber daran sind wohl weder Fr. Dr. Käßmann noch die Macher der Sendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen interessiert …

So wurde z. B. mehrfach verschwiegen, dass die Abtrünnigen des Exodus, also diejenigen, die nicht bedingungslos Jahwe folgen wollten, ausnahmslos alle umgebracht wurden. Stattdessen wurde suggeriert, dass jeder, der nicht an Jahwe glaubte, seinen Weg gehen konnte.

Mir geht es nicht darum, Jahwe irgendetwas anzuhängen, denn der Gott der Hebräer hatte mit den Tötungen nichts zu tun. Aber wenn man diese Textteile ignoriert, dann kann man auch nicht die Katastrophe in ihrer Gesamtheit erkennen, die im Hintergrund der Exodus-Abhandlung abläuft.

VIDEO: Jahwe der Kriegsherr! Das geheime “Buch der Kriege Gottes”: Verschollen oder versteckt?(Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
VIDEO: Jahwe der Kriegsherr! Das geheime “Buch der Kriege Gottes”: Verschollen oder versteckt? (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Ebenso wurde der Abzug des Heeres des Sanherib vor Jerusalem, ohne die Stadt zu schleifen, mit einem Satz abgehandelt. ‚Man weiß nicht, warum Sanherib abgezogen ist‘, hieß es dort. Tatsächlich steht aber in der Bibel der Grund dafür, nur wurde dieser den Zuschauern verheimlicht:

2. Könige 19,35 und 36 (Einheitsübersetzung):

‚In jener Nacht zog der Engel des Herrn aus und erschlug im Lager der Ässyrer hundertfünfundachtzigtausend Mann. Als man am nächsten Morgen aufstand, fand man sie alle als Leichen. Da brach Sanherib, der König von Assur, auf und kehrte in sein Land zurück.‘

Diesen wichtigen Hinweis verschwieg die Sendung im ZDF mit Fr. Dr. Käßmann, die Zuschauer könnten ja über die Massenvernichtung der Gegner Jerusalems stolpern und selbst nachdenken. Aber genau das will vermutlich weder Fr. Dr. Käßmann noch das öffentlich-rechtliche Fernsehen.

Insofern kann man ja auch nicht erwarten, dass die ausgebrochene tödliche Krankheit von König Hiskia (dem Gegenspieler von Sanherib, der über Nacht ohne Kampf 185.000 Tote zu beklagen hatte), Hiskias quasi Wiederauferstehung und die mit alle dem einhergehende Tageszeitverlängerung in dieser Sendung erwähnt werden.

Offensichtlich versuchte das öffentlich-rechtliche Fernsehen mit Hilfe von Fr. Dr. Käßmann eine Bibelinterpretation an die Zuschauer zu bringen, wo die wirklichen Wunder der Bibel (sowie die im Hintergrund ablaufende Katastrophe) in den zugehörigen Texten einfach ausgeblendet werden.

Das ist jedenfalls mein Eindruck als Atheist.“

In Tat hat Dieter Bremer mit seiner zusammenfassenden Online-Kritik recht.

Das „Goldene Kalb“

In der Mediathek des ZDF habe ich nun diese für mich sehr spannende Sendung angesehen. Als bekennender „Fan“ der Mysterien und Rätsel der Bibel schrieb ich bereits 1997 das Buch Götter der Sterne“ und 2015 „Rebellion der Astronauten-Wächter„, in denen ich mich eben genau mit diesen Bibelrätseln befasse. Somit sind für einen Mystery-Jäger solche TV-Dokumentationen immer sehr spannend und ich kann und muss mich Bremers Worten nur anschließen.

ARTIKEL: Gott und die Berufung des Mose am “brennenden Dornbusch”: War in Wahrheit alles ganz anders? ( Bild: Archiv W.-J. Langbein)
ARTIKEL: Gott, Moses und der “brennende Dornbusch”: War es in Wahrheit ganz anders und Moses wurde „entführt“? (Bild: Archiv W.-J. Langbein)

Die gesamte Sendung  in einem Mystery-Review zu kommentieren, ist an dieser Stelle nicht nötig. Das Thema bewegt seit Jahrtausenden die Gemüter und ist viel zu umfangreich. Einige Punkte sollten aber dennoch nicht unerwähnt bleiben, wie es eben „Terra X“ und das ZDF ihren Zuschauern gegenüber tat.

So kommt in der Sendung (natürlich) auch die Geschichte um das „Goldene Kalb“ vor. Sowie der Gott Baal. Doch „Terra X“ suggeriert bei der Überlieferung um das Goldene Kalb am Berg Moses tatsächlich einen vollkommen falschen Eindruck. In Wahrheit, oder besser in der Bibel steht, dass die Abtrünnigen am Berg bei der „Goldene-Kalb-Affäre“ ermordet wurden. In Ex. 32,1 lesen wir dazu, dass das Volk Israel am Fuß des Berges aufmüpfig wurde, weil Moses ewig lange auf dem Berggipfel beim Herrn war, Die Hebräer wussten nicht, ob er überhaupt noch noch lebt. Wie ich diese Abwesenheit deutete, legte ich schon vor vielen Jahren dar (s. a. HIER, HIER & HIER).

Also wollte das Volk, so weiter im Buch Exodus, „neue Götter“ haben, denen sie folgen konnten: Das Goldene Kalb wurde aus Gold gefertigt und eine wilde oder besser gesagt eine von Gott abgefallene Feier im Volk Israel begann. In dem Kinoklassiker und bildgewaltigen Monumentalfilm „Die 10 Gebote“ von 1956 ist dieses sündige Gelage eindrucksvoll dargestellt. Auch gezeigt wird darin, wie anschließend 3.000 Abtrünnige (auf Verlagen Gottes) ermordet wurden, auch wenn ich einer „harmlosen Form“. Für „Terra X“ ist das alles nicht der Rede wert – auch wenn es im 2. Buch Mose steht.

Warum aber hat Moses nicht eingriffen, bevor es zu dem Vorfall mit dem Goldenen Kalb kam?

Moses und Gott greifen ein

Für Moses war es ganz einfach zu spät, die Anfertigung der Götze zu verhindern. Er war nicht im Lager und kam letztlich zu spät, um das Schlimmste noch abzuwenden. Er weilte zu dieser Zeit bei Gott auf dem Berg, der ihn erst berichtete, was unten bei seinem Volk gerade los sei. Obwohl es da auch schon zu spät war, als der Herr das bemerke, da das Kalb war bereits gebaut wurde.

Angesicht der Sündhaftigkeit sprach dieser Herr daraufhin zornig zu Moses:

Nun lass mich, dass mein Zorn gegen sie entbrenne und ich sie vertilge. Dich aber will ich zu einem großen Volke machen.“ (Ex. 32,10)

Das ZDF und Harald Lesch gehen in Terra X ungelösten Fällen der Archäologie nach (Bilder: ZDF / gemeinfrei / LAF / Montage: Fischinger-Online)
Das ZDF und Harald Lesch gehen in „Terra X“ ungelösten Fällen der Archäologie nach (Bilder: ZDF / gemeinfrei / LAF / Montage: Fischinger-Online)

Moses aber war ein kluger Mann, da er umgehend versuchte, seinem Herrn diesen mehr als bösen Plan auszureden. In der Bibel heißt es:

Mose suchte Jahwe, seinen Gott, zu begütigen und sprach: Warum, Jahwe, soll dein Zorn wider dein Volk entbrennen, das du mit großer Kraft und mit starkem Arm aus Ägypten herausgeführt hast? Sollen den die Ägypter sagen dürfen: In schlimmer Absicht hat er sie herausgeführt, um sie im Gebirge umzubringen und sie vom Erdboden zu vertilgen? Lass ab von deinem glühenden Zorn und lasse dich das Unheil greulen, das du über dein Volk verhängen willst.“ (Ex. 32,11-12)

Mit viel Geschick redete Moses demnach auf Gott ein. Dabei erwies er sich als derart wortgewandt, dass dem Herrn eigentlich kein anderer Ausweg blieb, als von seinem mörderischen Plan abzusehen. Als Moses ihn dann noch an Isaak und den legendären Abraham erinnerte, dessen Nachkommen er zahllos machen wollte, „ließ sich Jahwe das Unheil greulen, dass er seinem Volk angedroht hatte“ (Ex. 32,14).

Es geht noch weiter: Moses kam vom Berge herab, sah das Goldene Kalb und war mächtig sauer auf seinen Bruder Aaron. Er war es schließlich, der das Kalb laut Buch Exodus anfertigen auf drängen des Volkes anfertigen ließ. Die faule Entschuldigung von Aaron, dass er das Gold des Volkes in das Feuer warf und durch „Zufall“ eine Götze dabei heraus kam – glaubte ihm Moses natürlich nicht (nachzulesen: Ex. 32,24).

Töte sie alle!

Nun kam das, was die ZDF-Doku nicht erwähnt und es so darstellt, dass die Religionsentstehung ein friedlicher Weg war. eben das, war auch Dieter Bremer in seiner oben zitierten Kritik anschneidet: Die 3.000 Abtrünnigen Götzendiener beim Exodus am Berg wurde ermordet. Offensichtlich im Auftrag Gottes, da sich in der Bibel so ließt:

So spricht Jahwe, der Gott Israels: Jeder gürte sein Schwert um die Hüfte! Geht im Lager hin und her von einem Tor zum anderen und tötet auch den eigenen Bruder, Freud und Anverwandten! Die Leviten taten nach dem Befehl Mose, und es fielen von dem Volk an jenem Tag an die dreitausend Mann.“ (Ex. 32,27-28)

Offensichtlich kannte der Zorn Gottes kein Erbarmen, da selbst in den Reihen der eigenen Familie gemordet werden solle.

Und, nebenbei angemerkt, der „gütige Herr“ war deshalb wirklich mehr mal zornig! Ex. 33,3 sagt, dass Gott fortan den Exodus seines Volkes nicht mehr begleiten wollte, „weil du ein halsstarriges Volk bist, damit ich dich nicht auf dem Weg vernichte“. Einer seiner himmlischen Engel würde ab jetzt diese Aufgabe übernehmen. Jedoch wollte der Herr die Völker der Kanaaniter, Amoniter, Hetiter, Perser, Hiwiter und Jebusiter noch vertreiben, die dem Exodus im Weg stehen würden (Ex. 33,2).

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Neudeutsch ausgedrückt: „Ich bin richtig sauer auf mein Volk der Hebräer! Wenn es nochmal so einen Quatsch macht – könnte es sein, dass ich sie in meiner Wut alle umbringe!“

Gott duldet keine Opposition

Ergänzend zum Hinweis von Dieter Bremer zu den 185.000 (nicht bei „Terra X“ erwähnten) Toten durch „Engel des Herrn„, nehmen wir wieder das Alte Testament in die Hand. In 1. Kön. 18 streiten die Diener des heidnischen Gottes Baal mit dem Gottes-Propheten Elija um Macht und Wahrheit ihrer Götter. Elija gewann diese Auseinandersetzung und laut Vers 40 wurden daraufhin die unterlegenen 450 Baal-Propheten wortwörtlich „abgeschlachtet“.

Vortrag von Lars A. Fischinger: "Die Bundeslade - Faszination und Mythos", März 2018 (Bild: Fischinger-Online)
VIDEO: Vortrag von Lars A. Fischinger: „Die Bundeslade – Faszination und Mythos“, März 2018 (Bild: Fischinger-Online)

Andere Abtrünnige oder Kritiker wurden im Buch Numeri „mit ihren Frauen, Söhnen und kleinen Kindern“ (Num. 16,27) vom Herrn ermordet. Auf Befehl von Moses hin wurde jedoch zuvor die „Guten“ in Sicherheit gebracht, bevor man daraufhin insgesamt 250 Oppositionelle durch ein von Gott gesandtes Feuer vernichtete (Num. 16,35) …

Wie „Terra X“ richtig berichtet, gab es einst sehr viel Götter-Konkurrenz zum Jahwe-Kult der heutigen Bibel. Doch der letztliche Sieg Jahwes sowie der Exodus der Hebräer aus Ägypten war laut der Bibel eben kein Ponyhof. Was schon zu Beginn des Exodus aus Ägypten deutlich wird, wie ich es beispielsweise in diesem Video-Vortrag zum Thema auf YouTube klar darlege.

Im Alten Testament heißt es beispielsweise in Ex. 13,18 zu Beginn des Exodus: „Voll bewaffnet zogen die Israeliten aus Ägypten“ heraus. Und wie Moses es von Gott im Buch Exodus zuvor gesagt bekam, verlangten die Israeliten von den durch die Macht des Herrn (die Geschichte der 10 Plagen) besiegten Ägyptern Silber, Gold und Kleidung. „Auf diese Weise plünderten sie die Ägypter aus“, so sagt es Ex. 12,36.

Die Liste erschreckender Taten, Morde und Strafen von Gott ist sehr lang. Für „Das Bibelrätsel“ des ZDF aber offenkundig irrelevant. Sonst hätte die deutsche evangelische Theologin und Pfarrerin Dr. Margot Käßmann auch solche gottlosen Ereignisse dargelegt oder wenigstens erwähnt. Natürlich nur, wenn die Redaktion der TV-Dokus das überhaupt wollte.

Man darf allerdings davon ausgehen, dass Dr. Käßmann als Theologin und ehemalige Landesbischöfin die Bibel in- und auswendig kennt. Auch die unangenehmen Seiten Gottes.

Auch die Bundeslade war bei „Terra X“ …

In „Das Bibelrätsel“ vom ZDF gehörte auch das Thema der Bundeslade oder Lade des Herrn natürlich dazu. Immerhin war sie laut dem Alten Testament ein fester Bestandteil des Exodus und das Heiligtum als Sinnbild von Gottes Gegenwart schlechthin.

Eines der großen Rätsel der Menschheit: Wohin verschwand die Bundeslade am 16. März 597 v. Chr.? +++YouTube-Video+++
VIDEO: Eines der großen Rätsel der Menschheit: Wohin verschwand die Bundeslade am 16. März 597 v. Chr.? (Bild: Fischinger-Online)

Erwähnt wurde in „Terra X“, dass die Bundeslade „unwiederbringlich“ verloren ging, als die Babylonier Jerusalem und den 1. Tempel (der Tempel des König Salomon) um 587 vor Christus zerstörten und alles verbrannte. Ab da begann das bekannte Exil der Israeliten in Babylon, während dessen auch weite Teile des Alten Testamentes verfasst wurden. Inklusive der ganzen Geschichte des Exodus der Hebräer mit all den Wundern und Mysterien Gottes.

In der Dokumentation wird direkt nach diesen Ausführungen zum Tempel von Jerusalems gesagt, dass der Überfall der Babylonier und die Zerstörung der Stadt „harte Realität“ sei. Das ist nicht falsch aber in Bezug auf die Lade des Herr mehr als irreführend für den Zuschauer darstellt.

Der Überfall fand zwar statt, aber es gibt keinen einzigen Beleg in den Schriften, dass die Bundeslade dabei auch wirklich verbrannte. Vielmehr gibt es sogar Textbeispiele, die das genaue Gegenteil sahen. Wie zum Beispiel das 2. Buch der Makkabäer.

Dort wird erzählt, wie der Prophet Jeremia die Bundeslade und mehr Inventar des Tempels vor den babylonischen Truppen in einer Berghöhle versteckte (s. a. dieses Video HIER).

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Erich von Däniken, die Prä-Astronautik und die Geschichte eines Mystery-Phänomens: Wie die Ancient Aliens wurden, was sie sind +++Artikel von Lars A. Fischinger+++

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ARTIKEL: Erich von Däniken, die Prä-Astronautik und die Geschichte eines Mystery-Phänomens: Wie die Ancient Aliens wurden, was sie sind (Bild: Archiv E. v. Däniken / L. A. Fischinger)
Erich von Däniken und die Prä-Astronautik – die Geschichte einer astronauten-göttlichen Idee (Bild: Archiv E. v. Däniken / L. A. Fischinger)

Februar 1968: Ein junger Schweizer mit dem wohlklingenden Namen Erich Anton Paul von Däniken veröffentlicht nach einer Odyssee durch dutzende von Deutschen Verlagen im Düsseldorfer ECON-Verlag sein kleines Büchlein „Erinnerungen an die Zukunft“ mit einer Startauflage von 6.000 Exemplaren. Der Herausgeber ließ bei dem Thema Vorsicht walten. Doch schon im Dezember 1968 wurden rund 120.000 Bücher in etwa zehn Neuauflagen nachgedruckt, und 1970 waren 30 Auflagen mit über 600.000 Bücher längst überschritten. Ein „Mystery-Kult“ war im Mainstream geboren, der „Kult“ der Prä-Astronautik – der Ancient Aliens. Doch wie kam es dazu? Hier erfahrt Ihr die ganze  Geschichte der Idee der Götter aus dem All – und wie der mittlerweile über achtzigjährige Erich von Däniken mit dem Thema Astronautengötter einen Boom ins Leben rief.

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