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YouTube mag auch mich nicht immer: Über die Werberichtlinien und sonderbare Entscheidungen von Google

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YouTube mag mich (ab und zu) auch nicht mehr (Bild: YouTube/Logo / gemeinfrei)
YouTube mag mich (ab und zu) auch nicht mehr (Bild: YouTube/Logo / gemeinfrei)

Eigentlich vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht bei YouTube bin. Nicht nur, weil ich seit dem Sommer 2012 dort meinen Channel “Grenzwissenschaft & Mystery Files” betreibe, dessen 5-jähriges Jubiläum ich am 10. Juni mit einem Meeting feiern werde. Ich sehe dort auch gerne Musik-Videos oder sweet Clips von Tieren etc. Nun aber greift seit einiger Zeit eine Veränderung der Richtlinien bei YouTube um sich, die die Werbeeinblendungen in den einzeln Videos und damit auch mich selber betrifft. Hier erkläre ich Euch detailliert, was es genau mit diesen Veränderungen auf sich hat, die einige YouTube-Filmer hart getroffen hat – und vor denen ich ich bereits vor Monaten in einem Video warnte … natürlich bei YouTube.

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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Am 11. Juni 2012 startete ich mit meinem Kanal zu den Mysterien und Rätseln der Welt bei YouTube. Fünf Jahre gibt es also sehr bald zu feiern – und wird mit Euch auch gefeiert. Mehr dazu HIER und in dem Video HIER.

Möglicherweise hat es der ein oder andere von Euch mitbekommen, dass auf der Videoplattform seit einiger Zeit ein “groß Reinemache” um sich greift. In sozialen Netzwerken wie Facebook wurde darüber schon mehr als hitzig debattiert, was Google (YouTube gehört zu Google) da wieder treibt. Grundsätzlich ist das sehr leicht erklärt. Aber dann wieder doch nicht.

Steinreich durch YouTube-Werbung?

Ich selber habe inzwischen rund 280 Videos bei YouTube online und darf mich bald über 16.000 Abonnenten freuen, die meine Filme bisher rund 3,9 Millionen mal angesehen haben. Für einen derart speziellen Kanal mit einer so speziellen Zielgruppe, eben die Freundinnen und Freunde des Phantastischen, kann sich das durchaus sehen lassen.

Wie unzählige YouTuberInnen auch, lasse ich durch Google/YouTube vor, während oder am Ende meiner Videos auch automatisch Werbung schalten. Dabei handelt es sich um das gleiche “Werbe-System”, das auch hier auf diesem Blog automatische Werbung einblendet. Bei Videos ab 10 Minuten kann man bei der Video-Plattform auch kleine Clips vor den Filmen einblenden lassen. Das sind diese Werbefilme, die man dann nach einigen Sekunden “überspringen” kann.

Doch wir wollen hier nicht zu sehr ins Detail gehen.

Viele von Euch haben mit Sicherheit schon einmal am TV irgendwelche YouTube-Stars oder “Kult-YouTuber” gesehen. Berichte über Filmemacher, die durch Werbung dort in ihren Videos Unsummen Geld verdienen oder von denen gemunkelt wird, die haben längst finanziell ausgesorgt etc. Das trifft auf die ein oder anderen Videokünstler mit Sicherheit zu. Vor allem aber auch deshalb, da sie im Hintergrund Kooperationen und Firmen als Werbepartner haben. Es sei ihnen vollends gegönnt!

Die meisten YouTube-Filmemacher sind aber “kleine Lichter” wie ich mit “Grenzwissenschaft & Mystery Files“. Die Werbeeinnahmen stehen dabei in keiner Relation zum (Zeit-)Aufwand. Und sobald beispielsweise ein Meeting kommt, das ich besuche und auf dem ich auch Videos drehe, bin ich froh, wenn meine Unkosten und die Kosten für den Blog sich ausgleichen.

Und da kommen nun die Richtlinien und Vorgaben von Google/YouTube für Werbung ins Spiel.

10.000 Klick$ – sonst nix

Es gab eine Zeit, da musste ein YouTube-Kanal-Betreiber mindestens 10.000 Zugriffe auf seinem Kanal haben, um in den erlauchten Kreis der sog. “Partner” der Plattform aufgenommen zu werden. Erst dann bestand die Chance vernünftig auf seinem Channel Werbung einbauen zu lassen. Das war, obwohl auch ich selber erst mal die Zugriffe erreichen musste, auch vollkommen OK.

 YouTube macht "Großputz" bei seinen Partnern (Bild: YouTube/Logo / L. A. Fischinger)
YouTube macht “Großputz” bei seinen Partnern (Bild: YouTube/Logo / L. A. Fischinger)

Diese “Hürde” will YouTube aber nun wieder einführen. Als YouTube die 10.000-Videoaufrufe-Regel für Werbung im Jahr 2012 fallen ließ, hat die Werbung laut YouTube dort überhand genommen. Also in den letzten fünf Jahren. Unter anderem begründet YouTube seine Entscheidung mit dem Verstoß gegen Video-Urheber:

 “Heutzutage verdienen mehr Videomacher als jemals zuvor ihren Lebensunterhalt auf Youtube. Mit dem Wachstum haben wir aber auch zunehmend Fälle von Missbrauch gesehen, bei denen gute, originelle Videos von anderen neu hochgeladen wurden, um damit Einnahmen zu generieren.”

In der Tat ist mir das auch sehr oft aufgefallen, dass erfolgreiche Videos (gleich welcher Art auch immer) von anderen Nutzern kopiert und selber hochgeladen werden. Die neue bzw. alte Regel wird das nicht verhindern. Sie verhindert jedoch den finanziellen Anreiz dieser “Neu-Uploader”, da YouTube so die Videos/Kanal besser prüfen kann.

Immerhin, dass kann man leicht vergessen, hat YouTube eine ganze Palette an Richtlinien. Nicht nur für die Voraussetzung von Werbung, sondern auch für die Inhalte der Videos an sich. Und natürlich auch für die Community dort untereinander.

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Klickt man sich durch das Angebot der dortigen Videos, wird jeder auf – sagen wir – zweifelhafte Filme stoßen, die Werbung enthalten. Das soll nun eben anders werden. Im Zweifel: keine Werbung und damit keine Einnahme und kein Anreiz für den Uploader. Schaut man sich die oben verlinkten Richtlinien an, lesen sie sich durch und durch vernünftig und grundsätzlich kann man dem eigentlich nur beipflichten.

Doch jetzt das “Aber”.

“Nicht werbefreundlich”: Großputz bei YouTube?

Blicken wir in die von Google bereitgestellten “Richtlinien für werbefreundliche Inhalte” haben wir sogleich ein Problem. Videoinhalte, die voll und ganz den YouTube-Richtlinien “entsprechen, sind nicht immer auch für Google-Werbung geeignet”, heißt es dort. Das heißt also, dass man ein ganz tolles Video produziert hat, an dem es nichts weiter zu meckern gibt, kann es trotzdem nicht für Werbung zugelassen werden. Unter anderem, so Google weiter:

Zudem haben Werbetreibende eigene Standards und Anforderungen, was Inhalte anbelangt.

Nur leider kennt die niemand …

Die Jagd nach den Fake News ist eröffnet: Facebook, Politik & Medien gegen Falschmeldungen. Auch in der Grenzwissenschaft? (Bild: L. A. Fischinger)
VIDEO: Die Jagd nach den Fake News ist eröffnet: Facebook, Politik & Medien gegen Falschmeldungen. Auch in der Grenzwissenschaft? (Bild: L. A. Fischinger)

Nachvollziehbar sind Vorgaben, dass beispielsweise Video-Titel und -Beschreibungen oder die Titelbilder jugendfrei sein müssen. Und sie dürfen nicht “unangemessen” sein. Aber was ist dieses “unangemessen”? Auch das gibt Google/YouTube seinen Video-Machern mit auf dem Weg:

Als ‘nicht werbefreundlich’ gelten unter anderem die folgenden Inhalte:

  • Sexuell anzügliche Inhalte (z. B. teilweise Nacktheit und sexueller Humor)
  • Darstellungen von Gewalt (z. B. schwere Verletzungen und Ereignisse, die im Zusammenhang mit gewalttätigem Extremismus stehen)
  • Unangemessene Ausdrücke (z. B. Belästigungen und obszöne bzw. vulgäre Äußerungen)
  • Positive Darstellung von Drogen und gesetzlich geregelten Substanzen (einschließlich Verkauf, Konsum und Missbrauch)
  • Umstrittene oder heikle Themen und Ereignisse (z. B. Krieg, politische Konflikte, Naturkatastrophen und tragische Vorfälle) – auch, wenn keine expliziten Bilder gezeigt werden

(…) YouTube behält sich das Recht vor, frei über die Monetarisierung von Videos zu entscheiden und die Monetarisierungsfunktion für Kanäle zu sperren, die unsere Richtlinien wiederholt durch ihre Videos verletzen.

Ich glaube kaum, das irgendjemand hier Einwände haben wird, wenn Videos, in denen vulgär geflucht wird oder Gewalt zu sehen ist, keine Werbung genehmigt bekommen. Doch was ist mit dem letzten Punkt – der der umstrittenen und heiklen Themen?

Der “Gummiparagraph” von YouTube

Wann ist ein Thema heikel? Wann umstritten? Umstritten ist die gesamte Grenzwissenschaft ja eigentlich auch und damit meine Themen bei YouTube. Dazu hatte ich beispielsweise am 23. Dezember 2016 ein Video online gestellt, in dem ich der Frage nachging: “Die Fake-News Jagd: Facebook, Politik & Medien gegen Falschmeldungen. Auch zur Grenzwissenschaft?”

Obwohl YouTube explizit “Krieg, politische Konflikte, Naturkatastrophen und tragische Vorfälle” nennt, kenne ich inzwischen einige Kanäle, die von der Werbesperre betroffen sind. Jedoch sind es vor allem solche, die eben politisch heikle Themen aufgreifen, was auch den Bereich Verschwörungstheorien berührt. Dabei ist es auch interessant, dass man nicht einmal Fotos oder Filme zu diesen Themen zeigen muss. Es reicht unter Umständen vollkommen wenn über diese “heiklen Themen” gesprochen wird.

Auch wenn fraglos der Begriff “Verschwörungstheorie” längst ein Kampfruf der etablierten Medien geworden ist, traf die Ergänzung der Video-Richtlinien doch tatsächlich auch sechs Videos auf meinem Mystery-Kanal. Schaut Euch mal diesen Screenshot aus meinem dortigen Video-System an. Hier erkennt man ganz klar, welche Video-Themen von mir plötzlich nicht mehr für Werbung geeignet sind:

Meine "YouTube-Werbesperre"
Meine “YouTube-Werbesperre” Anklicken zur Großansicht

Das dort angeführte Video mit JFK wurde übrigens nie für Werbung freigegeben. Warum weiß ich bis heute nicht. Ich habe damals das Video 3 oder 4 Mal geschnitten – vergeblich.

Doch eindeutig reicht YouTube inzwischen auch nur ein leiser Hauch von “politischen Themen” um dort Werbung zu streichen. Warum aber das 1. und 4. Video in dem Bild oben auf der Liste stehen, ist mir noch nicht ganz klar. Ich habe bisher jedoch dort noch nicht selber genauere nachgesehen.

Aber immerhin betrifft diese neue Werbe-Regel zum Glück auch nur 6 meiner 280 Videos auf meinem Kanal.

Damit nicht genug: Es gibt bei YouTube ein Vielzahl von Kanälen, auf denen die BetreiberInnen Sequenzen von irgendwelchen Video-Games einstellen. Das heißt, dass man dort diesen beim Spielen zusehen kann. Und bei vielen dieser Games gehört Gewalt zum festen Bestandteil. Sei es, dass der Spieler Aliens, Monster oder Menschen während des Spieles “beseitigen” muss…sie ist definitiv vorhanden.

Fliegen nun  auch bald diese Zocker-Videos aus der “werbefreundlichkeit”?

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

(Geschäfts-E-Mail: FischingerOnline@gmail.com)

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Taub – blind – faul: Die um sich greifende Faulheit und Bequemlichkeit in der Grenzwissenschaft – Mein “Brandbrief” zum Jahresende

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In der Grenzwissenschaft greift die Faulheit und Bequemlichkeit immer weiter um sich! (Bild: PixaBay/A. Santana/gemeinfrei)
In der Grenzwissenschaft greift die Faulheit und Bequemlichkeit immer weiter um sich! (Bild: PixaBay/A. Santana/gemeinfrei)

Bald schreiben wir das Jahr 2017. Wieder ist ein interessantes Jahr auf den Spuren des Unfassbaren und Unerklärlichen vergangen. Doch auch in diesem Jahr fiel es mir wieder auf – und das mehr als jemals zuvor: Die Gemeinschaft der an den Mysterien der Welt Interessierten wird immer fauler und bequemer und damit auch oftmals immer peinlicher! Die Bequemlichkeit breitet sich aus. Lesen und denken ist zu viel verlangt und sogar das bloße anschauen von Filmen zu grenzwissenschaftlichen Themen wird zu einem scheinbar unüberwindbaren Kraftakt. Woher ich das weiß und warum ich mir herausnehme das beurteilen zu können, erfahrt Ihr in diesem “Brandbrief” an die Community der Grenzwissenschaft.


Tschüss 2016!

Das Jahr 2016 neigt sich dem Ende und wir haben inzwischen Weihnachten. Plötzlich und unverhofft wie jedes Jahr.

Ich bin seit Herbst 1989 ein begeisterter und leidenschaftlicher “Grenzwissenschaftler”, der bis heute von den Rätseln der Welt überzeugt ist. Treue Leserinnen und Leser meiner Bücher, dieses Blog bzw. des davor betriebenen Blog bei Google sowie User meines seit Sommer 2012 existierenden YouTube-Kanal wissen mit Sicherheit eines: Ich “stänkere” auch mal mit der Welt des Unfassbaren und Grenzwissenschaft herum. Und das hat mir schon lange viele Feinde und Hater eingebracht. Aber noch mehr Freunde.

So möchte ich auch zum Ende dieses Jahres erneut ein wenig stänkern, da mir 2016 eines aufgefallen ist: Die Mystery-Szene wird immer fauler.

Es ist ein Problem in den Reihen der Mystery-Fans, das sich durch die gesamte grenzwissenschaftliche Community zieht. Es ist die pure Faulheit und Bequemlichkeit innerhalb der Mysterien-der-Welt-Gemeinde, die sich offenkundig immer weiter ausbreitet. Vielleicht ganz ähnlich wie die japanischen drei Affen, die sich heute bei der oder dem ein oder anderen daheim als Deko befinden. Mit dem Unterschied, dass in dieser Gemeinschaft das Motto ist: nichts hören – nichts sehen – aber viel sagen …

Eine Unart, die teilweise schon längst ungeahnte Züge angenommen hat.

Faul, bequem, peinlich

VIDEO: Vortrag von Lars A. Fischinger: "Der Desinformant" Warum ich angeblich im Auftrag von CIA, Vatikan, Freimauer, Satan, Mainstreammedien, Illuminaten, Aliens, NWO etc. etc. Desinformationen verbreite ...
VIDEO: Vortrag von Lars A. Fischinger: “Der Desinformant” Warum ich angeblich im Auftrag von CIA, Vatikan, Freimauer, Satan, Mainstreammedien, Illuminaten, Aliens, NWO etc. etc. Desinformationen verbreite … (Bild: L. A. Fischinger)

Schon seit sehr vielen Jahren ist der Buchmarkt für Grenzwissenschaft, UFO und Mysterien in Deutschland am Boden. Es gibt sehr wenige Ausnahmen. Aber es ist ein Tatsache, dass schon lange der Wille, Geld für ein echtes Buch oder auch  Magazin auszugeben, in diesen Bereichen kaum mehr vorhanden ist. Von der Beschäftigung mit den drin (hoffentlich!) genannten Quellen ganz zu schweigen.

Und hier tun sich unlängst wahre Abgründe auf, die ich als “Jäger des Phantastischen 2.0” durchaus genau beurteilen kann. Durch mein Online-Aktivitäten wie YouTube, Blog und auch dem täglichen lesen von Mystery-Themen und -Diskussionen im Netz schreit es mir alltäglich entgegen: Faulheit, Bequemlichkeit, Unlust und daraus entstehende wahre Peinlichkeiten innerhalb der grenzwissenschaftlichen Community.

Es gibt dazu überaus anschauliche Beispiele aus dem Alltag:

Jemand (wie ich) postet eine News, einen Beirtrag dieses Blog, eine Meldung oder auch einen Video-Link bei Facebook. Schnell finden sich irgendwo in diesem Sozialen Netzwerk Personen, die dieses und jenes daran zu motzen haben. Oftmals vollkommen zu Recht, aber es gibt dabei vermehrt “Kritiker” eines ganz anders Schlages. Der Grund: Diese haben nur die jeweiligen Überschriften gelesen oder im besten Fall die Texte grob überflogen und wissen nicht, was genau da drin steht oder worum es geht.

Sie sind schlicht und einfach zu faul, den Link anzuklicken und den Beitrag dahinter auch zu lesen! Dabei ist es vollkommen gleichgültig, wer welchen Beitrag zu welcher Internetseite auch immer postet.

Inhalt? Egal!

So kommt es sehr häufig vor, dass entweder über was gemotzt wird, dass überhaupt nicht im Posting steht … oder aber auf etwas als “Hinweis” verwiesen wird, dass eben schon darin steht. So reicht also vielen Menschen unlängst eine reine Überschrift. Inhalt? – egal! Die Medienindustrie, von Mainstreammedien bis zu Bloggern, könnte auch einfach nur Überschriften mit leeren Seiten veröffentlichen. Die spart Zeit und Arbeit.

Das ist bei sehr vielen Posting in den Sozialen Netzwerken zu sehen. Nicht nur bei meinen eigenen. Ein absolutes Unding, dass seltener auch bei Büchern zu Mystery-Themen zu beobachten ist. Auch diese werden hin und wieder (meist von Kritikern) nur Anhand des Titels und/oder der Inhaltsangabe beurteilt. Seltener übrigens deshalb, da Internet-Texte natürlich ungleich häufiger erscheinen als echte Bücher aus Papier …

Ein anders Beispiel ist YouTube, wo es mich als YouTuber jeden Tag graust.

Da stelle ich beispielsweise Videos auf meinen Kanal online und eigentlich jedes Mal gibt es Kommentare, die sich in Peinlichkeiten ergießen. Ich beobachte (ähnlich wie bei Sozialen Netzwerken und in Internet-Foren), dass diese User sich über Themen, Aussagen oder Fakten aufregen, die überhaupt nicht(!) in den jeweiligen Videos vorkommen. Es geht aber noch schlimmer: Nicht wenige sind derart faul, sich vor ihren Kommentar das entsprechende Video nicht mal anzusehen und zuzuhören.

Sonst würden solche Peinlichkeiten ganz einfach nicht möglich sein.

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Da wird dann gerne auch mal etwas fabuliert, wie man dieses oder jenes nur sagen oder behaupten kann, und beweist damit doch nur, wie faul man eigentlich selber ist. Denn oftmals wird in den Videos genau das Gegenteil gesagt oder das angesprochene Thema darin von mir als Unsinn dargelegt. Es kommen sogar Feedbacks, in denen geschimpft wird, das ich das und das nicht berücksichtige usw. obwohl genau das “bemängelte Thema” in dem entsprechenden Video diskutiert wird.

Unfassbar!  Doch so ergeht es natürlich nicht nur mir.

Singe mir ein Mysterium …

Die Jagd nach den Fake News ist eröffnet: Facebook, Politik & Medien gegen Falschmeldungen. Auch in der Grenzwissenschaft? (Bild: L. A. Fischinger)
VIDEO: Die Jagd nach den Fake News ist eröffnet: Facebook, Politik & Medien gegen Falschmeldungen. Auch in der Grenzwissenschaft? (Bild: L. A. Fischinger)

Das beweist, dass viele Menschen inzwischen so unsagbar faul geworden sind, dass sie nicht mal mehr Videos (mit Ton) ansehen. Die Lese-Faulheit ist inzwischen bei einer “Sehen-und-hören-Faulheit” angekommen. Und die Themen vorzusingen … wäre wohl das Ende meines YouTube-Kanals … 😉

Es ist natürlich aufgrund so einer Bequemlichkeit und schlichten Faulheit klar, dass Menschen peinliche Feedbacks geben. Geradezu “erschüttert” war ich beispielsweise, als eines meiner Videos immer wieder von einem User (der seine Kommentare dann immer schön bearbeite!) als Unfug etc. bezeichnet wurde, weil ich einen gewissen Historiker überhaupt nicht beachtet habe.

Dabei ging es in diesem Video fast ausschließlich um diesen. So was kommt immer wieder vor.

Man stelle ich vor, jemand macht ein Video über Atlantis als bekanntes Thema und stellt dieses online. Daraufhin bekommt dieser Filmemacher Feedbacks in denen man ihm vorwirft, dass er das Thema Atlantis in seinem Video nicht berücksichtigt oder ob er schon mal was von dem Griechen Platon gehöre habe.

Ist das zu fassen?

Virale Bequemlichkeit

Nur wirkliche Hardcore-Fans der Grenzwissenschaft lesen Bücher, prüfen die Quellen, recherchieren selber oder ziehen weiteres Material hinzu. So wie ich, weshalb ich auch abertausende Bücher und Materialien im Archiv habe.

Eine Umstand übrigens, dem wieder einige der “bequemen Kritiker” nicht passt. Mehrfach habe ich in den letzten Jahren zu hören bekommen, dass meine Bücherwände im Hintergrund meiner Videos Angeberei seien. Die Mehrzahl all jener, die die Grenzwissenschaft fasziniert, lesen einfach darüber und sehen keine Grund zu einem Studium der Quellen. Das ist aber auch absolut OK und daran gibt es nichts auszusetzen.

Auszusetzen aber gibt es an die sich ausbreitende Faulheit. Nach meinem eigenen Empfinden scheint es, als wird die “Generation Facebook” immer und immer bequemer. Von Postings – und damit meine ich ausdrücklich nicht nur meine! – von verschiedenen Mystery-Fans werden nur noch die Überschriften gelesen und bei Videos im Netz reicht ebenso ein Titel. Obwohl man dort nicht mal mehr selber lesen muss. Die meisten YouTube-Videos haben unterhalb auch eine mehr oder wenige lange Beschreibung, die grundsätzlich viel über das Filmchen aussagt. Aber zu glauben, dass diese auch gelesen werden, ist ein Trugschluss.

Interview mit Lars A. Fischinger: "Die Prä-Astronautik ist keine Sekte oder Religion!" (Bild: L. A. Fischinger)
VIDEO: Lars A. Fischinger im Interview: Die Welt der Prä-Astronautik, die Skeptiker, der Papst und die „Ancient Aliens-Religion“ (Bild: L. A. Fischinger)

Das Ergebnis dieser viralen Bequemlichkeit sind peinliche Aussagen, Kommentare, Meinungen, Feedbacks & Co. Aus meiner täglichen Praxis kann ich unzählige Beispiele nennen. Wozu soll man Texte noch lesen oder Videos anschauen, wenn ich doch anhand des Titels schon alles (besser) weiß? Obwohl es Grenzwissenschaft-Themen sind, ist man schon hier zu bequem als “Fan” diese zu lesen bzw. sich anzusehen. Das gilt übrigens auch für Hinweise, Postings, Texte der Gegenseite; also der Skeptiker und Kritiker. Diese werden schon dreimal nicht genauer beachtet.

Die Szene der Grenzwissenschaft wird immer bequemer. Traurig, aber wahr.

Es gab einmal …

Obwohl eindeutig zu beobachten ist, dass die Szene immer fauler wird, ist noch nicht alles verloren.Und natürlich gibt es Ausnahmen unter den Interessierten. Das steht außer Frage. Sogar solche, die nicht jede Fake-News und jeden Quatsch zur Grenzwissenschaft schlucken. Ändern wird sich das meiner festen Überzeugung nach nicht mehr.

Lange Texte im Internet lesen war jedoch grundsätzlich noch nie beliebt. Obwohl sie im Gegensatz zu Büchern genauso kostenlos sind wie Videos – was die “Generation kostenlos” ja immer auch gerne verlangt. Das lange Texte unbeliebt sind, weiß ich beispielsweise von den Marketing-Strategen einer Internet-Firma, für die ich rund zehn Jahre als Autor arbeitete.

Ich selber lese sie auch nicht so gerne, das muss ich gestehen. Aber Videos?!

Einst gab es “nur” Autoren und Interessierte, die sich mit der Materie “Ungelöste Rätsel der Menschheit” befassten und darüber Bücher und Artikel geschrieben haben. Und die gibt es tatsächlich noch heute. Es gibt zum Glück noch immer Freundinnen und Freunde des Phantastischen, die sich intensiver mit den Themen beschäftigen. Erfreulicherweise denken sicher einige, denn von irgendwem müssen ja die Postings, Online-Artikel und Videos kommen, anhand dessen Überschriften die bequemen Mystery-“Fans” sich echauffieren können …

Euch allen tollen Weihnachten und ein noch tolleren Start in das Jahr 2017!

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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1.000 Jahre älter, als alle Pyramiden in Ägypten: Wurde in Kasachstan tatsächlich “die älteste Pyramide der Welt” entdeckt?

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Sensationeller Fund in Kasachstan: Eine Pyramide, 1.000 Jahre älter als alle Pyramiden in Ägypten? (Bild: V. Novozhenov)
Sensationeller Fund in Kasachstan: Ist das eine Pyramide, die 1.000 Jahre älter als alle Pyramiden in Ägypten ist? (Bild: V. Novozhenov)

Zweifellos ist es unumstritten, dass auf der ganzen Erde Pyramiden und pyramidenförmige Bauten und Monumente stehen. Jahrtausendelang haben verschiedene Kulturen zu verschiedenen Zeiten solche Bauwerke errichtet. Angefangen hat dies nach der wissenschaftlichen Community vor etwa 4.700 Jahren mit dem Pharao Djoser in Ägypten und seiner weltberühmten Stufenpyramide. Nun aber soll es nach zahlreichen aktuellen Presseberichten Archäologen in Kasachstan gelungen sein die “erste Pyramide der Welt” zu finden. Das Monument sei diesen Meldungen nach 1.000 Jahre älter als die bis dato als erste Pyramide der Menschheit geltende Stufenpyramide in Sakkara. Eine wissenschaftliche Sensation oder eine Falschmeldung, die durch die Medienlandschaft in aller Welt getrieben wird? Doch urteilt selbst …

 

 

Von Lars A. Fischinger

Hallo, liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Die sogenannte “Schulwissenschaft” oder die “Mainstream-Archäologie” hat keinerlei Zweifel daran, dass der Pharao Djoser die erste Pyramide der Erde erbaut hat. Dabei handelt es sich um die (heute) rund 60 Meter hohe Stufenpyramide von Sakkara südlich von Kairo. Erschaffen hat sie der Herrscher Djoser (darum eigentlich “Djoser-Pyramide”) um 2650 vor Christus in der III. Dynastie Ägyptens.

Die Stufenpyramide von Sakkara gilt als Beginn des Pyramidenzeitalters in Ägypten, das in der Errichtung der Cheops-Pyramide vor etwa 4.500 Jahren in der IV. Dynastie seinen Höhepunkt erreichte. Obwohl schon seit Jahrzehnten diese allgemeine Meinung der Archäologen in der Grenzwissenschaft angezweifelt wird, scheint sich derzeit tausende Kilometer von Ägypten entfernt eine archäologische Sensation abzuzeichnen.

Oder etwa doch nicht?

Die erste Pyramide der Welt – steht in Kasachstan?

Angeblich gigantische Pyramide oder sogar ein UFO auf dem Grund des Pazifik entdeckt (Bild: Google Earth / Montage: L. A. Fischinger)
Angeblich gigantische Pyramide oder sogar ein UFO auf dem Grund des Pazifik entdeckt (Bild: Google Earth / Montage: L. A. Fischinger)

Zahlreiche Berichte – vor allem aus der englischer Presse – vermelden seit wenigen Tagen, dass es Forschern in Kasachstan gelungen sei, eine Pyramide zu finden, die 1.000 Jahre vor der allgemein akzeptierten Pyramide des Pharao Djoser gebaut wurde. Auch wenn “alternative Historiker” schon sehr lange vermuten, dass die Cheops-Pyramide von Gizeh so oder so wesentlich älter als die allgemein akzeptierten 4.500 Jahre ist, scheint die derzeit kursierende Meldung doch aus Archäologen-Kreise zu stammen. Nicht etwa von Mystery-Forschern, die in aller Welt immer wieder uralte Pyramiden, zum Beispiel auf dem Meeresboden, gefunden haben wollen. Auch nicht von jenen, die beispielsweise die Pyramide des Pharao Cheops tausende Jahre älter datieren.

Folglich wäre der Fund der sogenannte “Begazinskaya Pyramide” im fernen Kasachstan eine wirkliche Sensation. Nur leider ist sie das nicht. Fast ausnahmslos alle Meldungen über eine Pyramide dort – 1.000 Jahre älter als alle, die die Archäologie bisher kennt – sind Falschmeldungen! Ebenso ein entsprechendes Video auf YouTube, dass seit dem 17. August 2016 diese vermeintliche Sensation verbreitet.

Und das ist mehr als erstaunlich, da einige dieser (falschen) Berichte sogar den Namen des Archäologen nennen und ihn zum Teil zitieren. Dieser ist Dr. Victor Novozhenov von der “Al-Farabi Kazakh National University” in Almaty, der größten Stadt in Kasachstan. So zeigen etwa Berichte vom 19. August über die Arbeiten von Novozhenov, dass dieser nie von einer solchen Pyramide gesprochen hat. Auf der Seite ancient-origins.net erfahren wir sogar, dass der Forscher und sein Team von einem Mausoleum sprechen, dass 3.000 Jahr alt sein könnte. 3.000 Jahre sind 1000 vor Christus – und damit wäre der Fund in der Steppe von Kasachstan wesentlich jünger als die Pyramiden in Ägypten. Die Stufenpyramide des Djoser wäre folgerichtig rund 1.700 Jahre älter als der Fund von Victor Novozhenov und von einer ersten Pyramide der Erde kann dann eigentlich keine Rede sein

VIDEO: Sensationelle Entdeckungen in Kasachstan? Ein „zweites Nazca“ mit dutzenden Geoglyphen in Asien gefunden (Bilder: Google Earth)
VIDEO: Sensationelle Entdeckungen in Kasachstan? Ein „zweites Nazca“ mit dutzenden Geoglyphen in Asien gefunden (Bilder: Google Earth)

Auch Igor Kukushkin vom “Saryankinsky Archaeology Institute” in Karganda, das in der Nähe des Fundortes liegt, sagte kein Wort über eine derart alte Pyramide. Wäre sie 1.000 Jahre älter als alle bekannten Pyramide, dann müsste sie um 3700 vor Christus erbaut worden sein. 5.700 Jahre alt also, wovon aber niemand was sagte.

Vielmehr sprechen die Wissenschaftler von einem Grab einer hohen Persönlichkeit, das mit Steinen und Erde errichtet wurde und (heute) nur 2 Meter hoch ist. Die “älteste Pyramide der Welt” hat auch nur eine Grundfläche von bescheidenen 15 mal 14 Metern und ist mehr ein Schutthaufen als annähend eine Pyramide. Das Mausoleum in Kasachstan stammt aus der Bronzezeit, wie es ausgegrabene Funde zeigten. Auch entsprechende Töpferwaren wurden unweit der Grabungen entdeckt. Aber es kommt noch “besser” …

Eine “Ente” wird geboren …

Die “Daily Mail” titelte am 15. August:

Die erste Pyramide der Welt … in Kasachstan: Wissenschaftler finden eine Grabanlage, die 1.000 Jahre von denen in Ägypten gebaut wurde.

Dieser Artikel ist wahrscheinlich die Hauptquelle alle dann folgenden Falschmeldungen. Denn was macht die “Daily Mail” nach der sensationellen Überschrift in ihrem Bericht? Dr. Novozhenov selber mit den Worten zitieren, dass das Grab “vor über 3.000 Jahren gebaut” wurde. Der Autor der Meldung schreibt dies später nochmals selber in seinem Artikel und schließt diesen sogar mit dem Hinweis, dass die Stufenpyramide von Sakkara “rund 2.700 vor Christus von Pharao Djoser gebaut wurde”. Auch wird Victor Novozhenov zitiert, dass ihn die Konstruktion der Anlage in Kasachstan “an die famose Djoser-Pyramide erinnert”.

Entfernt erinnert die das Grab schon an eine Stufenpyramide. Aber auch nur aufgrund seiner auf der Luftaufnahme zu erkennenden “Umfassungsmauern”. Auch in Äthiopien erkennt man eine solche Stufen-Struktur, wie ich es in in diesem YouTube-Video zeigte (was immer diese auch sein mag). Von einer ersten Pyramide der Erde sprach aber keiner der beteiligten Forscher.

 

Ich danke Euch, Euer Jäger des Phantastischen

Fischinger-Online

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Bewohnbarer Planet vor unserer kosmischen Haustür gefunden? Die Gerüchte um eine “Erde 2.0” um den Stern Proxima Centauri brodeln …

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Neue Erde direkt in unserer Nachbarschaft gefunden? (Bild: NASA / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Neue Erde direkt in unserer Nachbarschaft um den Stern Proxima Centauri gefunden? (Bild: NASA / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

Das Internet ist fraglos auch die größte Gerüchteküche des Planten – voller Falschmeldungen, Halbwahrheiten und Lügen. Doch seit heute kursiert ein Gerücht im Netz, dass aufhorchen lässt, da es eine sogenannte “seriöse Quelle” dieses in die Welt gesetzt hat. So berichtet ein deutsches Nachrichtenmagazin, dass Astronomen bei der Jagd nach Exoplanten – und hier speziell nach einer “Erde 2.0”, also einem bewohnbaren Planeten – bei unserem Nachbarstern Proxima Centauri in nur 4,2 Lichtjahren Entfernung fündig geworden seien. Eine Sensation des Jahrhunderts, wie es bereits hieß. Eine Zusammenfassung der bisherigen Gerüchte.

 

Von Lars A. Fischinger

Hallo, liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Eine durchaus erstaunlicher Meldung geht seit dem 12. August 2016 um die Welt: Astronomen und Planeten-Jäger der Europäischen Südsternwarte (ESO) haben eine Exoplaneten um den roten Zwergstern Proxima Centauri gefunden. Einen Planeten, der flüssiges Wasser und außerirdisches Leben beherbergen könnte, da er seinen Mutterstern in genau dem richtigen Abstand umrundet. Also in der lebensfreundlichen oder auch habitalen Zone. Die ungarische Newsseite “24.hu”  weiß dazu sogar zu berichten:

“Das European Southern Observatory (ESO) plant, die wissenschaftliche Sensation Ende August zu verkünden.

Und diese Sensation sei nach “24.hu” sogar: “Erdähnlicher Planet wurden in der Umgebung des Proxima Centauri entdeckt.” – doch dabei handelt es sich bisher nur um ein Gerücht und es fehlt die Bestätigung. Selbst von einer “Erde 2.0” wird dabei bereits gesprochen. Ausnahmslos alle Online-Meldungen dieser oder ähnlicher Art weltweit berufen sich bisher aber nur auf eine einzige Quelle; nämlich einem Artikel in dem Nachrichtenmagazin “Der Spiegel”.

Erde 2.0 gefunden? Die Fakten

Eine zweite Erde im All ist der heilige Gral der Astronomie, über die auch auf diesem Blog immer wieder berichtet wurden. Ein Planet wie unsere Erde in den Weiten des Kosmos – es muss sie einfach geben, da sind sich viele Astronomen einig.

Aber auch dieses derzeit kursierende Gerücht über die Entdeckung eines erdähnlichen Planeten ist nach Lage der “Gerüchte-Fakten” teilweise stark übertrieben. In der entsprechenden News-Meldung des Magazins “Der Spiegel”, die Quelle dieser Spekulationen, heißt es:

Neue Erde im All gefunden? Exoplaneten: Auf der Suche nach Erde 2.0 und Erde 3.0 (Bild: NASA/JPL/DLR / L.A. Fischinger)
VIDEO: Neue Erde im All gefunden? Exoplaneten: Auf der Suche nach Erde 2.0 und Erde 3.0 (Bild: NASA/JPL/DLR / L.A. Fischinger)

Auf der frem­den Welt herrscht ewi­ge Däm­me­rung. Der blut­ro­te Zwerg­stern, der dort am Him­mel glüht, spen­det nur ein Viel­tau­sends­tel des Lichts un­se­rer Son­ne. Den­noch könn­te die Wär­me­strah­lung ge­ra­de so aus­rei­chen, um ein le­bens­freund­li­ches Kli­ma zu schaf­fen.

Schon das klingt eben nicht nach einer “Erde 2.0“. “Es könnte darauf Wasser geben”, heißt es dazu weiter, “und damit auch Leben”. In einer ergänzenden Meldung schreibt “Der Spiegel”:

Der noch namenlose Planet ist mutmaßlich erdähnlich und bewegt sich offenbar in so günstigem Abstand um Proxima Centauri, dass auf seiner Oberfläche flüssiges Wasser vorkommen könnte – was als wichtige Voraussetzung für die Entstehung von Leben gilt.

Nie zuvor sind Wissenschaftler auf eine mögliche zweite Erde gestoßen, die so nahe ist.

Quelle der Informationen des bekannten Nachrichtenmagazins ist ein nicht genannter Astrophysiker. Dieser habe dem “Spiegel” unter anderem gesagt:

Den kleinen Himmelskörper zu finden, war ein hartes Stück Arbeit. Wir bewegten uns an der Grenze des messtechnisch Machbaren.

Andere Magazine und Webseiten, sprechen schon von einer Entdeckung eines bewohnbaren Planten. Obwohl “Der Spiegel” immer als Quelle angegeben ist, ist diese “Tatsache” verfrüht, wie oben gesehen.

Den Aliens so nahe …?

Zwei Fakten aber machen dieses Gerücht überaus spannend.

Erstes, ist der rote Zwergstern Proxima Centauri der nächste Stern von unserer Sonne aus und damit unser direkter Nachbar. Er liegt nahe an dem, berühmten Doppelsternsystem Alpha Centauri und könnte sogar als Teil davon dieses zu einem Dreifachsternsystem machen.

Zweitens, wird in dem nur 4,24 Lichtjahre entfernen Sternsystem seit Anfang 2016 mit dem Projekt “Pale Red Dot” von der ESO tatsächlich nach Planeten gesucht. Es gab Hinweise, dass es dort tatsächlich einen oder mehrere Planten geben könnte. Auch ein erdähnlicher Planet wurde von der EOS um Proxima Centauri vermutet, wobei die bis dato gewonnenen Daten das jedoch (bisher?) nicht klar bestätigten.

Die Suche nach der Erde 2.0 und Leben im All: NASA gibt neue Ergebnisse der Kepler-Mission bekannt (Bild: NASA)
Die Suche nach der Erde 2.0 und Leben im All – sie macht Fortschritte: Die NASA hat neue Ergebnisse der Kepler-Mission bekannt gegeben (Bild: NASA)

So heißt es etwa auf der Internetseite des Beobachtungsprojektes “Pale Red Dot” überaus vielversprechend dazu:

Nach Jahren der Datenerfassung durch zahlreiche Forscher und Teams, wurde ein Signal identifiziert, dass auf die Existenz eines erdähnlichen Planeten hinweist. Das Projekt ,Pale Red Dot’ soll nun durch weitere detaillierte Beobachtungen versuchen, diesen Planeten zu bestätigen oder zu widerlegen.”

Ist es also Ende August soweit, dass die Entdeckung eines theoretisch bewohnbaren und (ebenso theoretisch) bewohnten Planten zu verkünden ist? Wer oder was auf einem solchen Expoplanetren keucht und fleucht ist natürlich Spekulation. Da aber Rote Zwerge wie Proxima Centauri zu jene Sonnen gehören, die im Kosmos am Meisten vorkommen, wäre ein erdähnlicher Planet um einen solchen Fixstern bei der Suche nach Leben im All ein Glücksfall!

Vielleicht hatte Regisseur James Cameron ja eine “prophetische Eingabe”, als er im Jahr 2009 den Kino-Welterfolg “Avatar – Aufbruch nach Pandora” in die Kinos brachte. Der Science-Fiction-Film spielt auf dem erdähnlichen Mond “Pandora” und dieser liegt im Alpha Centauri-System …

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Wie gefährlich sind Fakes im Internet und Sozialen Netzwerken? TV-Beitrag zum Thema Hoax und Schwindel im Netz, der auch für die Grenzwissenschaft gilt

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Wie gefährlich sind Fakes im Internet und Sozialen Netzwerken? (Bild: L. A. Fischinger / History Channel)
Wie gefährlich sind Fakes im Internet und Sozialen Netzwerken? (Bild: L. A. Fischinger / History Channel)

Virale Videos, sonderbare Storys oder vielversprechende Gewinnspiele: Wir alle sind schon auf Fakes reingefallen. Und haben sie tausendfach in den Sozialen Netzwerken wie vor allem Facebook geteilt. Doch Fakes und Schwindel-Meldungen werden auch gezielt genutzt, um andere Menschen zu diskreditieren. Der TV Sender “BR” hat im Rahmen der Sendung “Die Frage” nun einen Fernsehbericht online gestellt, in dem einer Fake-Meldung zum Thema Asylanten nachgegangen wurde. Eine Reportage, die fast 1 zu 1 auch und vor allem auf die Grenzwissenschaft und Mystery-Forschung übernommen werden kann, die in der Sendung auch angeschnitten werden. Ein Video, das sich lohnt!


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Von Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

“Fakes verbreiten sich im Netz wie sonst nur Katzenvideos”, schreibt der Reporter Michael Bartlewski auf der Internetseite zu “Die Frage” vom Bayerischen Fernsehen. “Ein Reporter – eine Frage – ein Monat Recherche” ist das sehr einfache Konzept der TV- Reihe.

Grenzwissenschaft und Fakes, Fakes, Fakes!

Die unten eingebundene Fernsehsendung vom “BR” geht vor allem einer Falschmeldung aus dem politischen Sektor nach, die mit der Welt des Phantastischen und der Grenzwissenschaft nichts zu tun hat. Doch auch die gemeinnützige Gruppe “Der Goldene Aluhut” um Gründer Giulia Silberberger und Kai Schulze, die sich mit Fakes um Verschwörungen oder eben auch Mystery befassen, kommt in der Reportage zu Wort.

Gleichfalls hat der BR-Reporter mit Absicht eine Fake-Meldung auf Facebook eingestellt, die angeblich die Schädlichkeit von Handystrahlungen belege. Solche bewussten “Fake-Experimente” sehe ich persönlich jedoch überaus skeptisch. Wobei hier dem TV-Sender zugute zu halten ist, dass alle Facebook-User, die den Hoax weiterverbreitet haben, angeschrieben und aufgeklärt wurden. Bewusste Fakes sind schließlich immer etwas anders, als falsche oder verfälschte Meldungen.

VIDEO: Vorsicht vor falschen Sensationen der Grenzwissenschaft (und warum ich in Wahrheit ein Alien bin)! (Bild: L. A. Fischinger)
VIDEO: Vorsicht vor falschen Sensationen der Grenzwissenschaft (und warum ich in Wahrheit ein Alien bin)! (Bild: L. A. Fischinger)

Doch ignoriert man das eigentliche Thema des Fernsehberichtes (angebliche Vergewaltigung einer Frau durch einen Asylbewerber), kann man dies quasi 1 zu 1 auch auf Meldungen der Grenzwissenschaft übertragen.

Nicht zuletzt ich selber verweise in Blog-Postings, Vorträgen YouTube-Videos und auch Büchern wie “Die Akte 2012 – Wahn und Wirklichkeit” (2009) oder schon 1999 mit Rolands M. Horn in dem Besteller “UFO-Sekten” immer wieder auf Schwindel und Fakes in der Wissenschaftlich. Auch diese verbreiten sich dank Facebook & Co. in Windeseile in den Reihen der Interessierten Mystery-Fans.

Die Mumpitz-Schwemme

Interview-Talk mit Robert Fleischer von Exopolitik: Von falschen Behauptungen, Desinformationen über Facebook und Geheimdiensten bis Majestic 12 und Internet-Hatern (Bild: L. A. Fischinger)
VIDEO: Interview-Talk mit Robert Fleischer von Exopolitik: Von falschen Behauptungen, Desinformationen über Facebook und Geheimdiensten bis Majestic 12 und Internet-Hatern (Bild: L. A. Fischinger)

Das Internet macht diese Verbreitung kinderleicht. Und die zahllosen Nachrichten von Euch, liebe Mystery-Freundinnen und -Freunde, die ich bekomme und in denen ich nach dieser oder jener Meldung/News aus dem Bereich der Rätsel der Welt gefragt werde, beweisen das. Gleichfalls zeigt der Blick auf die Szene der Internet-Grenzwissenschaft, dass wirklich teilweise jeder Mist als Rätsel etc. gehandelt werden kann – und wird. Das ist weltweit so und auch nicht nur in den sozialen Netzwerken der Fall. Für viele Interessierte ist es dann schnell peinlich zuzugeben, dass man sich beispielsweise für UFOs oder Prä-Astronautik interessiert.

Auch ist es unlängst deutlich geworden, dass Begriffe wie “Verschwörungstheoretiker” oder “Verschwörungstheorie” schon lange im Mainstream ein Pauschalurteil gegen alles geworden ist, was eben nicht diesem Mainstream entspricht.

Es sind Begriffe, die Worte wie “Spinner” oder “Verrückter” in einer feiner klingenden Art und Wiese zur Diskreditierung abgelöst haben.

Das ändert aber nichts an dem Umstand, dass wieder anderen Menschen und Medien offenkundig überhaupt nichts peinlich ist und sie das Internet mit Fakes und zusammengesetzten Falschmeldungen überschwemmen. Falschmeldungen, die zwar wahre Kerne haben können aber zusammengewürfelt ganz einfach Mumpitz sind und sogar vollkommen andere Aussagen ergeben.

Und genau das zeigt auch sehr schön der Fernsehbericht “Wie gefährlich sind Fakes im Netz?”, wenn man ihn sich mit der “grenzwissenschaftlichen Brille” aufmerksam ansieht:

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6 Fragen an Lars A. Fischinger – Interview mit dem Jäger des Phantastischen: “Der Weg ist das Ziel und das Ziel die Faszination”

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Interview mit Lars A. Fischinger Oktober 2015
Interview mit Lars A. Fischinger vom Oktober 2015 (Bild: privat / Montage: L. A. Fischinger)

Neues Interview mit mir vom 23. Oktober 2015 von Buecherwurm.org. Dort heißt es einleitend zu den 6 Fragen an mich: “Lars A. Fischinger ist ein bekannter deutscher Sachbuchautor, der über verschiedene Themen aus den Bereichen der Prä-Astronautik sowie über UFOs und diverse Grenzwissenschaften schreibt. Er ist ein Tausendsasa, der als Herausgeber und Mitarbeiter von Fachmagazinen arbeitet, eine Serie über Prä-Astronautik beim japanischen Fernsehen unterstützt hat und der neben seinen Recherchen noch eifrig darüber bloggt und diese sogar im eigenen Youtube-Kanal präsentiert. Heute stellt er sich wagemutig dem schriftlichen Interview unseres Blogs.” Ein thematisch sehr weites und offenes Interview. Von den Anfängen meiner Arbeit als Jäger des Phantastischen, über Fakes und Schwindel in der Grenzwissenschaft oder auch meinen Neidern/Hatern bis zum toten Mystery-Buchmakt und der “Umsonst-Gesellschaft”.

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Fischinger Online Mystery-Kanal bei YouTube abonnierenVon Lars A. Fischinger

Interview: Daniela Mattes / Buecherwurm.org

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Im Rahmen der Interview-Reihe “6 Fragen an …” der Internetseite Buecherwurm.org, hat die Autorenkollegin Daniela Mattes mich gebeten dort auch “Rede & Antwort” zu stehen.

Wer selber Autor, Blogger, Schriftsteller oder sogar YouTube-Vlogger ist, der weiß, dass die tTage zu kurz und die Zeit zu knapp ist. Dennoch habe ich es zeitlich geschafft die Fragen zu beantworten und inzwischen sind sie online gegangen. Sehe ich das richtig, dann entschuldige ich mich schon mal bei Euch, falls meine Antworten zu umfangreich ausgefallen sind. Und falls sich einige “auf den Schlips getreten fühlen”, wenn es hier und da zu offen beantwortet wurde …

Die vereinzelten Links habe ich eingefügt.

Interview mit Lars A. Fischinger: “Der Weg ist das Ziel und das Ziel die Faszination”

Lieber Lars, bei Dir weiß man gar nicht, wo man mit den Fragen beginnen soll. Du hast deine ersten Bücher schon in jungen Jahren veröffentlicht und eine steile Karriere hingelegt.

Buecherwurm.org - Die Welt der Bücher
Buecherwurm.org – Die Welt der Bücher. Eine Internetseite, die sich lohnt!

Frage 1: Weißt Du noch welches Buch oder Thema bei Dir der Auslöser war, zunächst über diese Themen zu recherchieren und dann aber sogar selbst darüber schreiben zu wollen?

L. A. Fischinger: Oh, ja, das weiß ich noch so gut, als sei es erst gestern gewesen!
Mich faszinierte seit den aller frühesten Kindertagen das Unfassbare, das Universum, die Vergangenheit, Rätsel der Menschheit, Aliens, versunkene Welten und fremde Kulturen und mehr. So kam es eines Tages, dass ich noch als Schüler nach Art des großartigen Vordenkers Jules Verne einen Roman in solcher einer Art begonnen habe zu schreiben – mit Bleistift auf A4-Papier. Ich wollte auch „Bücher des Phantastischen“ schreiben.

"Belgien hat seine UFOs wieder" (Bild: Archiv L. A. Fischinger)
“Belgien hat seine UFOs wieder” (Bild: Archiv L. A. Fischinger)

Doch im Herbst 1989 änderte sich alles schlagartig! Am Fernsehen sah ich zwei damals schon ältere Dokumentationen von und mit Erich von Däniken („Erinnerungen an die Zukunft“ und „Botschaft der Götter“), die mich ungemein in ihren Bann zogen. Ich erinnere mich sogar noch an die Kommentare meiner Eltern damals, als ich die TV-Wiederholungen der Sendungen am gemeinsamen Mittagstisch nicht abstellen, sondern erneut sehen wollte.

Es war mit diesen beiden Dokumentationen damals auf „Pro7“ um mich „geschehen“. Dieser mir bis dato unbekannte Erich von Däniken und dessen Prä-Astronautik-Idee waren schlicht fesselnd. Vor allem deshalb, da in diesen Sendungen offenbar alle meine oben genannten Interessen zusammen vereint waren. So kaufte ich mir das Buch „Erinnerungen an die Zukunft“ als günstiges Taschenbuch und las mich in die Materie ein. Viele weitere Bücher von Erich von Däniken, Robert Charroux etc. folgten. Vom Taschengeld ebenso wie vom Trödelmarkt oder vom Weihnachtsmann.

Und um 1990 war auch genau jene Zeit der „Belgischen UFO-Welle“, über die auch immer mal in Zeitungen berichtete wurde. So begann ich gleichzeitig auch, mich für das UFO-Thema zu interessieren und entsprechende Berichte zu sammeln. „Belgien hat seine UFOs wieder“ war damals der erste UFO-Zeitungsbericht, der von mir archiviert wurde. So was vergisst man nicht. Auch nicht, dass ich zeitgleich begann, grenzwissenschaftliche Artikelchen für die Schülerzeitung und mein erstes Sachbuch zu schreiben …

Frage 2: Bei der Vielzahl der seltsamen Phänomene und Rätsel, die Dir bisher begegnet sind, wie skeptisch oder wie offen bist Du da bei der Recherche? Bist Du grundsätzlich so eingestellt, dass Du alles für möglich hältst, oder wäre es Dir eher wichtig, für alles eine natürliche Erklärung zu finden oder es sogar als Hoax zu entlarven, wie zum Beispiel die UFOs oder den Yeti?

L. A.Fischinger: Ich halte fast alles für möglich. Nur leider ist es so – gerade und vor allem heute!! – dass enorme Massen, so kann man es schon sagen, von Fälschungen, Falschmeldungen, bewussten Schwindeln und auch falsch verstandene „Mysterien“ kursieren. Immer wieder tauchen diese auf. Aufgrund des Internets eigentlich jeden Tag, da dort jeder alles online stellen kann. Daraus bildete sich unlängst eine Art „Grenzwissenschafts-Mix“. Das heißt, dass Mysterien der Menschheit mit anderen Mysterien vermischt werden und ein neues „Rätsel“ daraus geboren wird.

Auch in der Grenzwissenschaft ist Vorsicht geboten (Bild: L. A. Fischinger)
VIDEO: Obacht vor falschen Sensationen der Grenzwissenschaft – denn auch in der Grenzwissenschaft ist Vorsicht geboten (Bild: L. A. Fischinger)

Ich unterstelle hier keine bösen Absichten, aber es ist eindeutig so, dass „junge Online-Grenzwissenschaftler“ viele alte Mysterien nicht mehr kennen und dann in völlig anderen Zusammenhängen und gerne mit weiteren Phänomenen vermischen. Erst vor einigen Tagen las ich online von „Flugzeugmodellen aus Kupfer von den alten Ägyptern“. Die gibt es aber nicht. Gemeint waren damit die „Goldflieger“ aus Südamerika. Ein weiteres Beispiel sind Fotos und Videos im Internet, die vollkommen verschiedene Rätsel der Welt in einen einzigen Topf werfen. Ganz besonders bitter ist es, wenn man sogar durch kostenlose Online-Quellen beweisen kann, dass dies oder das nicht echt/wahr ist, aber es ignoriert wird.

Hin und wieder lege ich dar, dass dieses oder jenes Unsinn ist und eben ein Fake oder ein Irrtum. Du fragst nach UFOs und dem Yeti und deren Entlarvung als Hoax. Ich halte diese Themen an sich nicht für Hoaxes, womit ich diese auch nicht als solche „entlarven will“ und auch nicht kann. Was hingegen – sagen wir – einzelne UFO-Filme und Ähnliches angeht, so ist mir meine Zeit fast immer zu schade diese irgendwie zu „entlarven“. Das UFO-Phänomen ist real und deren Untersuchung nicht Aufgabe eines Prä-Astronautikers. Finde ich. Auch wenn ich bei Fällen, die in den Medien in Deutschland oder weltweit besonders „breitgetreten“ werden, dann und wann beispielsweise auf meinem YouTube-Channel doch ein Video dazu mache. Jedoch nur, wenn ich glaube, dass dieser UFO-Fall aufgrund des Medieninteresses meine Zuschauerinnen und Zuschauer interessieren könnte. Oft sehe ich das vorhandene Interesse auch an deren Zuschriften.

Solche „Online-UFOs“, wie eben diese Filmchen im Internet, sind aber ein Thema für sich. Vor allem auch deshalb, da kein sachlicher Untersucher solches Material online von daheim aus 100% analysieren kann. Eigentlich bedarf es hierbei unabdingbar eines persönlichen Kontaktes und auch des Gesprächs mit den Zeugen. Vielleicht sogar eine Recherche vor Ort, wenn der Fall spannend zu sein scheint. Ein YouTube-Film, anonym online gestellt und natürlich in der Qualität komprimiert, ist kaum aussagefähig. Aufgrund dieser Tatsachen zeigt sich auch, dass „UFO-Forscher“ ein zeit- und kostenintensiver (Freizeit-)Job ist.

Vortrag über "Das Wunder von Guadalupe", das Grabuch von Turin und den "Schleier von Manoppello" von L.A. Fischinger 2009 (Bild: L.A. Fischinger)
VIDEO, ARTIKEL & INTERVIEW über “Das Wunder von Guadalupe”, das Grabtuch von Turin und den “Schleier von Manoppello” von L.A. Fischinger 2009 (Bild: L.A. Fischinger)

Frage 3: Mit Deinem Buch „Das Wunder von Guadalupe“ hast Du so viel Aufmerksamkeit erregt, dass Du 2007 sogar eine Audienz beim Papst (Papst Benedikt XVI.) bekommen hast. Das ist doch sicher ein ganz besonderer Höhepunkt in Deinem Leben und Schaffen gewesen. Wie ist das damals abgelaufen? Der Papst hat zufällig von Deinem Buch gehört und Dich gleich angerufen oder wie kommt man bis zum Papst und wie war die Audienz?

L.A. Fischinger: Ohne Frage war das eine Ehre. Und eine große Freude als bisher einziger Prä-Astronautiker weltweit (soweit ich weiß!) eine persönliche Audienz beim Papst zu bekommen. Das darf man sich aber nicht als eine Art „privates Treffen“ unter vier Augen im Vatikan vorstellen. Solche Audienzen finden im Rahmen der Generalaudienz im Vatikan statt. Dort bekommt man vom Vatikan quasi als „VIP-Gast“ die Gelegenheit den Heiligen Vater anschließend zu treffen und einige Worte mit ihm zu wechseln.

In meinem Fall war es so, dass ich mein Buch „Das Wunder von Guadalupe“ in den Vatikan schickte und daraufhin eingeladen wurde, dem Papst dieses persönlich zu überreichen. Das Angebot kann (und sollte) niemand ausschlagen und bis heute bin ich froh, dass es geklappt hat. Ich erinnere mich gerne daran.

Interessant bei dieser Audienz war auch Folgendes, was ich bisher gar nicht erzählte: Mich begleitete damals die Mystery-Kollegin und Freundin Sonja Ampssler, mit der ich bei dieser Gelegenheit einige Tage in Rom verschiedene Rätsel der Vergangenheit und Touristenattraktionen erkundete. Sonja war nicht zu diesem Treffen eingeladen und hatte schon gar nicht eine „VIP-Karte“ für eine persönliche Begegnung mit dem Papst. Sie wollte einfach im Vatikan warten. Doch irgendwie wurde sie, als ich den Wachen meine Einladung zeigte, einfach mit vorgelassen. Darauf war sie nicht vorbereitet und wir waren doch mehr als erstaunt …

Frage 4: Du hast schon unheimlich viel erreicht und bist ständig am Ball, hast Du da überhaupt noch Ziele, die das bisher Erreichte noch toppen können? Welche Ziele sind das?

Ancient Aliens und Mystery Files mit Lars A. Fischinger - der Grenzwissenschaft Kanal bei YouTube
“Ancient Aliens & Mystery Files” mit Lars A. Fischinger – der Grenzwissenschaft Kanal bei YouTube – auch diese Arbeit kostet sehr viel Zeit.

L. A. Fischinger: Der Weg ist das Ziel und das Ziel die Faszination. Ich habe zahlreiche Buchideen im Kopf, die ich seit Jahren verwirklichen will. Aber die Zeit habe ich nicht und die Szene des Unfassbaren will heute am liebsten alles kostenlos. Das kennen alle Autoren, nicht nur aus dem Bereich der Grenzwissenschaft.

Ein Buch anzuschaffen kostet aber nun mal Geld und auch die Recherchen für den Autor sind nicht umsonst. Der Markt für Phänomene-Literatur (nicht Esoterik) ist seit Jahren enorm eingebrochen und teilweise schlicht am Boden. Autoren und die großen Verlage können so nicht mehr kostendeckend arbeiten. Leider bestätigt das die Marktforschung der etablierten Verlage immer sehr deutlich. Also sind zwei „Hauptbücher“ im Hinterkopf, währen ich mich vor allem auf die Online-Welt konzentriere. Auch das fordert enorme Zeit. Leider.

Frage 5: Wenn man ständig so präsent ist und mit so vielen Menschen zu tun hat, gibt es sicher nicht nur Freunde und Gönner, sondern auch Neider. Wie stark bist Du davon betroffen und wie gehst Du damit um?

L. A. Fischinger: Die gibt es in der Tat. Und nicht zu wenige, was ich aber auch schon wieder revidieren muss. Ich bekomme täglich einige Hundert Emails, Nachrichten, Kommentare usw. die fast ausnahmslos positiv sind. Die sehr wenigen negativen Meinungen sind zu 99% pure Dummheit, Ignoranz und sogar Unwissenheit.

Beispielsweise bekomme ich bei diesen „Kritiken“ oft zu lesen, dass ich dies und das in einem Video auf meinem YouTube-Kanal gesagt haben soll, was aber nicht wahr ist usw. Da muss ich lachen und weinen, da solche Aussagen häufig nicht stimmen und so zeigen, dass derjenige das Video niemals aufmerksam sah und verstand. Andere regen sich gerne auf, dass ich Unsinn, Lügen, Irrtümer, Schwindel und schlichten Mist als solchen auch mal benenne. Es aber selber nüchtern nachzuprüfen, dafür sind diese „Hater“ oft zu faul. Oder aber, ihnen fehlen die Quellen, die man sich im aller „schlechtesten Fall“ in Form eines Buches aus Papier kaufen müsste. Selbst und vor allem auch Bücher der Grenzwissenschaft könnten das sein. Und das sollte ja eigentlich eine Art Pflicht sein, dass man diese Literatur kennt. Es ist auch jene Gruppe von „Kritikern“, die teilweise unzufrieden sind, dass ich eben für ein Mysterium eine einfache Lösung anbieten kann – nur anhand kostenloser Online-Quellen. Dann ist die Erklärung eben nicht deren Geschmack.

Neues Prä-Astronautik Buch von Lars A. Fischinger: "Rebellion der Astronautenwächter"
Das aktuelle Pro-Prä-Astronautik Buch von Lars A. Fischinger: “Rebellion der Astronautenwächter(Bild: L. A.Fischinger / WikiCommons/gemeinfrei)

Eine weitere „Skeptiker-Gruppe“ ist hingegen absolut mürrisch, wenn ich persönlich keine abschließende Meinung habe. Ich bin zu 100% überzeugt von UFOs und auch der Idee, dass die Götter Astronauten aus dem All waren. Aber: wenn man etwas nicht beweisen kann, kann man durchaus die Pros & Kontras nennen. Die Kontra-Seite wird fast immer nicht gerne gehört, muss aber auch beachtet werden. Das ist wichtig.

Eine rein persönliche Meinung in meinen YouTube-Videos würde die ganze Aussage des Videos und die folgenden Kommentare (meistens) „manipulieren“. Bitter ist es nur dann, wenn ich lesen muss, dass ich ein „Desinformant“ sei. Eben weil meine Aussagen dem ein oder anderen wieder stinken. Oder es heißt, ich sei jemand, der pauschal Astronautengötter, Rätsel der Menschheit, Aliens, UFOs etc. pp. ablehnt. Was wiederum beweist, dass man sich nicht mit anderen Blog-Texten, Artikeln, zahlreichen Büchern oder Videos von mir befasste oder überhaupt mit meiner Person als Jäger des Phantastischen und den Hintergründen. Die, ganz nebenbei, kostenlos in meiner umfangreichen Vita online auf meinem BLOG stehen.

Eine weitere Kategorie sind die reinen Spinner und Idioten. Diese reicht von nicht informierten Hardcore-Esoterikern bis total Verrückten. Diese Hardcore-Gläubigen haben dabei das Problem, dass sie selbst Quellen aus der Grenzwissenschaft selber nicht kennen – aber sich eben auf diese beziehen. Etwa auf Erich von Däniken. Oder sie reden ständig von den Aliens „Anunnaki“ und deren Planeten „Nibiru“, kennen aber dabei den Prä-Astronautik-Autoren und Erfindern dieser Ideen Zecharia Sitchin überhaupt nicht. Da diese Themen online eine ganze Welt für sich sind, angereichert mit viel Unsinn, ist das traurig. Ein Kommentar eines Nibiru-Fans war etwa mal, dass es denjenigen nicht interessiert, was ein ihm (oder ihr) unbekannter Sitchin zu Anunnaki und Nibiru geschrieben habe.

"Die Akte 202" von Lars A. Fischinger , 2010 (Bild: Silberschnur Verlag)
“Die Akte 2012”: mehr als umfangreich habe ich z. B. darin das Thema “Nibiru” behandelt (Bild: Silberschnur Verlag)

Weitere Kommentare warfen mir vor, ich würde Sitchin seine Bücher quasi als „Meilensteine“ der Prä-Astronautik anpreisen. Aber nicht weil der der Autor so erfolgreich war, wie es das Web ja auch zeigt, sondern weil ich seine Arbeiten als Wahrheiten oder meinetwegen als Beweise ansehe. Erneut ein Beweis, dass solche Aussagen vom puren Nichtwissen meiner Arbeit und meinen Veröffentlichungen dazu zeugen.

Die Idioten hingegen sind ein Fall für sich. Diese Spinner scheuen nicht vor Morddrohungen gegen mich zurück, wollen gleich mein Heim anzünden, mich verprügeln oder belästigen sogar meine Familie.

Frage 6: Als fleißiger Autor und Blogger bist Du täglich mit neuen Themen konfrontiert, gibt es derzeit eines, aus dem Du ein neues Buch machen wirst, oder stehen andere aktuelle Projekte an, über die Du berichten möchtest?

L. A. Fischinger: Wie erwähnt habe ich einige Bücher vorbereitet. Aber auch einige eBooks, die zum Teil sogar schon praktisch fertig sind, für die mir aber die Zeit fehlt. Auch laufen trotz der knappen Zeit Recherchen „im Hintergrund“ für ein neues Sachbuch, an dem zwei, drei Verlage bereits ihr grundsätzliches Interesse bekundet haben.

Ebenso war ich vor einiger Zeit in München bei einem großen Verlagshaus, um dort mit Lektorat und Verlagsleitung eine ganze Buchreihe mit verschiedenen Autoren der Grenzwissenschaft zu besprechen. Auch von und mit mir. Die Marktprüfung des Verlages in Sachen Mysterien der Welt, Aliens, UFOs usw. machte den Plänen der Verlage und mir später aber einen Strich durch die Buchreihe bzw. das Verlagslabel.

Bücher zur klassischen Esoterik und Spiritualität, die ja immer sehr gefragt sind, lehne ich jedoch ab. „Ein Autor wächst mit seinen Aufgaben – sollte er zumindest“, sage ich immer gerne. Aber ein Autor sollte sich nicht an Themen verkaufen, die nicht die seinen sind oder seinen Überzeugungen entsprechen.

Lars A. Fischinger und Daniela Mattes auf einer Tagung (Bild: L. A. Fischinger)
Lars A. Fischinger und und die Autorin Daniela Mattes von Buecherwurm.org auf einer Tagung (Bild: L. A. Fischinger)

Obwohl ich jeden Tag mit neuen Themen konfrontiert bin, viele davon auch wirklich überaus spannend klingen, fehlt vielen wirkliches Potenzial. Man muss genau überlegen, wo man in Recherchen investiert und vor allem wofür man seine überaus knappe Zeit „opfert“. Jetzt gerade ganz aktuell begeisterten mich viele kleine Phänomene und Themen. Was hat etwa die Mission „Kepler“ der NASA bei der Suche nach Erden im Kosmos noch zu bieten? Eine Frage, die bestenfalls ganz plötzlich zu einem großen Thema von Welt werden kann. Spannend sind auch die Themen „Affenmenschen“, also Kryptozoologie, oder „Riesen der Vorzeit“. Ebenso ungebrochen die Mythen und Überlieferungen der Vergangenheit – der eigentliche Kern der Prä-Astronautik. Sie sind es, die am meisten Potenzial haben …

Lieber Lars, dann dürfen wir ja auch in Zukunft noch einige neue Bücher von Dir erwarten, die Themen scheinen Dir ja noch lange nicht auszugehen.

Vielen Dank für Deine Zeit und Deine Offenheit und weiterhin viel Erfolg!

Buecherwurm.org - Die Welt der Bücher
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Atlantis lag auf dem Mars, die Mars-Anomalien und Pharao Tutanchamun starb bei einem Shuttle-Absturz der Ancient Aliens

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Lag Atlantis nauf dem Mars? (Bild: NASA / WikiCommons L.A. Fischinger)
Lag Atlantis auf dem Mars? (Bild: NASA / WikiCommons L.A. Fischinger)

“Atlantis lag angeblich auf dem Mars: Wissenschaftler entziffern ägyptische Schriftrolle”, so eine Meldung, die derzeit im Internet kursiert. Tatsächlich ist Atlantis schon mehrfach auch außerhalb der Erde “gefunden” worden. So etwa will der Bestsellerautor Johannes von Buttlar Atlantis als eine Art “Paradies” schon in seinem Buch “Adams Planet: Das Paradies lag auf Phaethon” im Jahr 1991 auf einem nun zerstörten Planeten zwischen Mars und Jupiter ausfindig gemacht haben. Was hinter dieser “neuen” Meldung und den angeblich auf dem Roten Planeten fotografierten Mars-Anomalien steckt – erfahrt Ihr hier.

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Wikipedia, die Wiki-Autoren und die Grenzwissenschaft: Der ewige Streit um Meinungen, Wissen und Fakten +++Artikel+++

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ARTIKEL: Wikipedia und die Grenzwissenschaft: der ewige Streit der "Systeme"
Wikipedia und die Grenzwissenschaft: der ewige Streit der “Systeme” (Bild: E. v. Däniken / WikiCommons/gemeinfrei / Archiv /Montage: Fischinger-Online)

Das berühmte Internet-Lexikon Wikipedia ist immer wieder ein Streitfall. Auch und vor allem in der Grenzwissenschaft und dem Mystery-Bereich. Hinter den Kulissen des Online-Lexikons geht es dabei – natürlich anonym! – hitzig bis geradezu grotesk vor. Was gehört wie und warum in das Online-Lexikon oder eben doch nicht? Welche Informationen und Quellen sind “gut” und welche “nicht gut”? Ein aufschlussreicher Einblick aus Jahren der Wikipedia-Beobachtung und darüber hinaus.


(Artikel vom 26. Oktober 2011 / grafisches Update & ergänzt: 9. Januar 2017)

Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Viele Mystery-Fans, das zeigten die vergangenen Jahre mehr als deutlich, beklagen weiterhin Probleme oder Ärger mit Wikipedia bzw. dessen “freien Autoren” zu diversen Themen der Grenzwissenschaft und Mystery Files (aber auch Esoterik, & Co.). Deshalb scheint sich seit der Erstveröffentlichung dieses Artikels 2011 in dieser Hinsicht nicht viel geändert zu haben und so dieser Artikel noch immer up to date zu sein.

Die Geburt des größten Lexikons der Erde: Wikipedia

Es war ein langer und mühsamer Weg, den das heutige Wikipedia (allgemein “Wiki” genannt) gegangen ist: Bereits am 22. Oktober 1993 soll in der Newsgroup alt.internet.services von dem legendären Internetpionier Rick Gates (USA) die Wikipedia-Ur-Idee mit den Worten geboren worden sein:

Wow! Eine Internetenzyklopädie!

Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr war ich mir sicher, dass solch eine Quelle mit allgemeinem, enzyklopädischen Wissen für den Laien ein wichtiges Hilfsmittel für manche Arten der Forschung und für die Net.Bürgerschaft generell sein würde.

Ahh.. aber was ist mit den Mitarbeitern… wo wird man Autoren finden, welche die kurzen Artikel schreiben, die man benötigt? Nun, zuerst würde ich damit beginnen, einen Weg zu finden um mit extrem verschiedenen Leuten zu kommunizieren… darunter Sprachforscher, Molekularbiologen, Tierschützer ebenso wie Zymurgisten, Geografen und Chemikern. Ratet mal? 🙂 Das Internet stellt genau dieses Feld bereit! Darum dachte ich etwas mehr darüber nach…

…und kam zu dem Schluss, dass dies eine gute Idee ist![1]

Die Jagd nach den Fake News ist eröffnet: Facebook, Politik & Medien gegen Falschmeldungen. Auch in der Grenzwissenschaft? (Bild: L. A. Fischinger)
VIDEO: Die Jagd nach den Fake News ist eröffnet: Facebook, Politik & Medien gegen Falschmeldungen. Auch in der Grenzwissenschaft? (Bild: L. A. Fischinger)

Es vergingen Jahre und die Idee wuchs. Wie die Seiten von Wikipedia selber verraten, sah man sich mit der Idee damals in direkter Konkurrenz zur weltberühmten „Encyclopædia Britannica“. Die galt es mit einem “Internet-Lexikon” zu toppen. Erst 2001 (15. Januar) wurde letztlich Wiki gestartet und ging “ans Netz”. Die offiziellen Statistiken von Wiki zeigen, dass ab etwa Herbst 2002 die Anzahl der Zugriffe, Artikel und Bearbeitungen stiegen bis diese um Ende 2004/Anfang 2005 geradezu explodierten.[2]

Wie ist der Erfolg von Wiki zu erklären?

Den Erfolg des Projektes erklärt die Enzyklopädie eigentlich auf seiner Hauptseite in knappen Worten den Leserinnen und Lesern selber:

Wikipedia ist ein Projekt zum Aufbau einer Enzyklopädie aus freien Inhalten in allen Sprachen der Welt. Jeder kann mit seinem Wissen beitragen. (…) Gute Autorinnen und Autoren sind stets willkommen.” (Fettschrift L.A.F.)

Und genau das ist das Problem. Das macht Wiki in der modernen Medienwelt und vor allem in den “neuen Wissenschaften” und der “Grenzwissenschaft” zu einem Gegenstand verschiedenster Kontroversen. Jedwede Autoren und ihr vermeintliches “Wissen” sind hier “stets willkommen”.

Doch wer oder was kontrolliert, ob das vermeintlich gesicherte Wissen der Gastautoren in Wiki auch nützlich, wahr, nachweisbar oder nicht sogar verfälscht ist? Wer kontrolliert und entscheidet im sehr oft anonymen Wikipedia-Dschungel, ob alternative Erklärungsmethoden zum Beispiel in der Archäologie angenommen und freigegeben – sprich: veröffentlicht – werden? Wer beurteilt wie die Quellen und was befugt denjenigen dazu?

Autoren und Journalisten der alternativen Weltsichten sollten bei Wiki mehr als vorsichtig sein. Doch auch “normale” Journalisten des Mainstream. So etwa schrieb “Spiegel Online” am 9. Februar 2009 in einem Artikel[3] über Karl-Theodor zu Guttenberg einfach – falsch! – bei Wikipedia ab und musste am 11. Februar 2009 diesen Fehler eingestehen.[4] Einer der zahllosen anonymen Autoren der Enzyklopädie hatte zu Guttenberg einfach den Vornamen “Wilhelm” zugefügt. Keiner prüfte das und “Spiegel online” sprach später von “Manipulation der Internet-Enzyklopädie” und “mangelnder Nachrecherche von Spiegel Online” und entschuldigte sich.[5]

“Manipulation der Internet-Enzyklopädie”? Wo fängt diese an?

„Der Desinformant“ Vortrag von Lars A. Fischinger: Warum ich angeblich im Auftrag von CIA, Vatikan, Freimauer, Satan, Mainstreammedien, Illuminaten, Aliens & Co. Desinformationen verbreite.(Bild: WikiCommons / L. A. Fischinger / US Government /
VIDEO/Vortrag: „Der Desinformant“: Warum ich angeblich im Auftrag von CIA, Vatikan, Freimauer, Satan, Mainstream, Illuminaten, Aliens & Co. Desinformationen verbreite. (Bild: WikiCommons / L. A. Fischinger)

Dass man vorsichtig sein muss belegen die internen Wikipedia-Seiten “hinter den Kulissen”. Zu jedem Artikel gibt es einen Diskussionsbereich und den Bereich mit der “Versionsgeschichte” der einzelnen Artikel. Doch dort schaut kaum ein normaler User nach – denn hier tun sich teilweise enorme Abgründe auf.

Diese Tatsache gilt jedoch genauso (wie es schon ein flüchtiger Blick hinter die Kulissen zeigt) für zahllose andere Themen bei Wikipedia. Diese “Abgründe” im Sinne von Streitereien, Vorwürfen und sogar Hetze ziehen sich quer durch das Online-Lexikon und sind nicht auf Grenzwissenschaften & Co. beschränkt. Von Sport über Politik bis hin zu Medizin und prominenten Personen der Gegenwart ist nach zu sehen. Man kann hier beobachten, dass hinter den Kulissen von Wikipedia quasi eine eigene Welt aus unzähligen Diskussions-Foren besteht.

Beispiel: Das Thema der umstrittenen weil fragwürdigen “Steine von Ica”[6], Peru:

Bis Juli 2011 stand der entsprechende Wiki-Artikel ohne sachliche Quellenangaben im Lexikon und die Steine wurden allesamt als Schwindel bezeichnet. Es zeigte sich aber sehr schnell, dass die meisten Informationen über die Steine von einem umfangreichen Online-Artikel von mir selber abgeschrieben oder besser gesagt übernommen und dieser Artikel als (inzwischen) toter Weblink angeführt wurde.[7] Das heißt, dass ich selber die Quelle war, der entsprechende Link aber nicht mehr funktionierte. Und tote Links sind erst mal kein Problem. Könnte man meinen.

Als aber eine Userin im Juli 2011 dann den Artikel entsprechend aktualisierte und bearbeitete, wurde ich auf der Diskussionsseite als unseriös diffamiert und nicht als Quellenangabe akzeptiert.[8] Erst nach mehreren Protesten und der Forderung am 22. Juli 2011 nach Nennung von Quellen, wurden von dem anonymen Wiki-Autoren “Andreas” unterschiedliche Quellenangaben und Änderungen zu diesen “Steinen von Ica” freigegeben.

“Quellenangaben” – das Stichwort bei Wikipedia.

Was sind gute Quellen und was sind schlechte Quellen? Ein offenbar bis heute (Anm: 2016) anhaltender Streitpunkt des gesamten Lexikons.

VIDEO: Vorsicht vor falschen Sensationen! Auch in der Grenzwissenschaft ist Vorsicht geboten. (Bild: L. A. Fischinger)
VIDEO: Vorsicht vor falschen Sensationen! Auch in der Grenzwissenschaft ist Vorsicht geboten. (Bild: L. A. Fischinger)

Das Beispiel Erich von Däniken-Themen unter der Wiki-Eingabe “Prä-Astronautik” macht dies mehr als deutlich. Der fraglos umfangreiche Artikel ist (teilweise) ein Ärgernis für alle an den Themen von Erich von Däniken interessierten Menschen. Die unter dem Beitrag stehenden Literaturangaben[9] zum Beispiel beschränken sich praktisch ausnahmslos auf Anti-Bücher zu von Dänikens Aussagen und Ideen. Traurig wird es, wenn man sich den Absatz “Kritik der etablierten Natur- und Geisteswissenschaften”[10] im Artikel ansieht. Immerhin der längste Beitrag unter dem Stichwort “Prä-Astronautik”. Der Beitrag wartet mit vier oder fünf Seiten Kritik auf – und enthält nicht eine einzige Quellenangabe dazu. Gleiches gilt für den Absatz “Gegenstand und Vorgehensweise der Prä-Astronautik”. Und das, obwohl Wikipedia-Mitarbeiter immer laut nach Quellen schreien!

Als am 17. Mai 2011 ein nicht bei Wikipedia angemeldeter User diesen Umstand richtigerweise auf der Diskussionsseite kritisierte, bekam er am 20. Mai eine mehr bezeichnende Antwort eines Wiki-Mitarbeiters “Jonas kork”:

Ob der Abschnitt erst mal verschwindet/ausgelagert wird und je nach Quellnachweis wieder reinkommt, oder einfach erst mal stehen bleibt (ist ohnehin seit November drin), ist mir egal.[11]

Wikipedia-Autoren sind Quellennachweise “egal” – je nach Thema

Das Autorenprofil[12] des “Jonas kork” auf Wiki sagt da jedoch was ganz anderes. In diesem schreibt er nämlich stolz:

Die Artikel sollen ausschließlich bedeutsames Wissen aus belegten und zuverlässigen Quellen enthalten.”

Auch der Autor des Kritik-Abschnittes, ein User mit Namen “DagdaMor”, äußerte sich bei Wikipedia am 19. Mai 2011 zu dem Vorwurf.[13] Er habe schlicht “Zeitmangel” um Quellen zu nennen, “da die Recherche zu Aufwendig ist im Moment”. Allerhand.

Rätsel um das "Aluminium-Objekt von Aiud. (Bild: L. A. Fischinger)
Interview mit Lars A. Fischinger zum “Aluminium-Objekt von Aiud” (Bild: L. A. Fischinger / M. Hesemann)

Im Artikel “Prä-Astronautik” findet sich auch ein Abschnitt über den sonderbaren Aluminiumkeil von Aiud in Rumänien, über den ich in zwei Büchern (hier und hier) schon berichtet habe. Was immer das Objekt letzten Endes ist. Das Stück aus Aluminium wird bei Wiki jedoch als eines der Beispiele für das “Für und Wider” in Sachen Mystery vs. Wissenschaft angeführt.

“Seit wann sind Baggerzähne prä-astronautrisch” schimpft hier am 4. Februar 2009 ein User mit Namen “Stirni” auf der Diskussionsseite.[14] “Haus und Hof” verwettet er darauf, dass der Fund ein Baggerzahn und auch nicht aus Aluminium ist. Als die Userin “Henriette” auf die Arbeiten von Luc Bürgin und Michael Hesemann verwies, war es “Stirni” schlicht egal “wer was zu einem Baggerzahn sagt”. Eine Diskussion entbrannte und der Abschnitt über Aiud wurde vielfach hin und her umgeschrieben. Bis heute (4. Januar 2013 / Update: 15. März 2016) ist das so. Doch steht’s mit dem Hinweis, dass “die Wissenschaft” (wer?) das Objekt als “gefälscht” ansieht.

Erst als am 9. März der Wiki-Autor “Jonas kork” energisch nach einer Quelle fragte, die die Fälscher-These belege, wurde der Abschnitt sachlich umgeschrieben und freigegeben. Der Wunsch von “Jonas kork”, “wenn jemand geeignete Literatur auftreiben kann, um eine Widerlegungsargumentation zu dokumentieren, immer her damit”, wurde bis heute nicht erfüllt.[15]

“Raus mit Erich von Däniken!”

Thema Wünschen: scheinbar ist man bei Wikipedia bei strittigen Themen oft beim Wünschen. Unter dem Wikipedia-Stichwort “Nazca-Linien” stutzen wir Journalisten des Erstaunlichen immer wieder. Ein Blick auf die Einzelnachweise der Quellen des Artikels ist erschreckend.[16] Handelt es sich hierbei doch fast ausnahmslos um Veröffentlichungen zu Nazca aus den 80er Jahren (1980 – 1987). Der Absatz über die Thesen und Forschungen von Nazca erstaunt dann umso mehr. Namen wie Hoimar von Ditfurth oder August Steinmann mit seiner “Drachen-Startplatz-These”[17] begegnen uns dort. Wer und was fehlen (wie auch bei den Literaturangaben)? Erich von Däniken und die gesamten Ideen der Prä-Astronautik zu Nazca. Und das, obwohl in den Wikipedia-Artikel zu von Däniken (damals zumindest!) sowie zur Prä-Astronautik allgemein explizit Nazca genannt und verlinkt wird. In der englischsprachigen Wikipedia wurde von Däniken wenigstens unter “Alternative Theorien” in zwei Sätzen genannt.[18]

Ältere Versionen[19], etwa von 2005, enthielten zumindest knappe Hinweise auf die Ideen von Dänikens bzw. der Prä-Astronautik …die natürlich immer wieder entfernt wurden. Am 11. Februar 2009 versuchte der User “Daniel 1992” erneut in knappen Worten die Däniken-Ideen von einem Cargo-Kult usw. einzufügen. Doch schon am 13. April schrie der Wikipedia-Autor “Arpad99”: “Raus mit von Däniken” und löschte alles wieder. Gleiches wiederholte sich zum Beispiel am 23. April 2011, wo nach nur fünf Minuten(!) von Däniken mit den Worten “Märchenonkel, keine Theorie” von einem anderen User wieder getilgt wurde.[20]

VIDEO: Sensationelle Entdeckungen in Kasachstan: Ein „zweites Nazca“ mit dutzenden Geoglyphen in Asien gefunden (Bilder: Google Earth)
VIDEO: Sensationelle Entdeckungen in Kasachstan: Ein „zweites Nazca“ mit dutzenden Geoglyphen in Asien gefunden! (Bilder: Google Earth)

Ein Klick hinter den offiziellen Nazca-Artikel der Enzyklopädie in den Diskussionsbereich zeigt dann auch die sture Ablehnung des Autors “Arpad99”, als er 2009 das Thema “Däniken gehört nicht in den Artikel” eröffnete.[21] Er bescheinigt von Däniken zwar ein “genialer und talentierter Autor” zu sein (wie eigentlich alle seine Kritiker) – sieht aber in seinen Ideen “reine Fiktion”. Wer von Dänikens Thesen in den Nazca-Artikel bei Wikipedia schreibt, so schrieb er weiter, “könnte ebenso diejenigen von Uriella aufführen”.

Sekten-Kram?

Das ist schon starker Tobak, von Däniken seine Ideen mit der inzwischen verstorbenen UFO-Sekten-Chefin Uriella aus der Schweiz zu vergleichen. Finden mit Sicherheit viele seiner Fans.

Das fand auch zwei Jahre später ein anderer Wiki-Autor, der am 16. Juli 2011 überaus erbost schrieb:

Dieser Abschnitt ist fern der Realität. Uriella und Däniken zu vergleichen ist schon beleidigend! Seine Bücher als ,Fiktion’ zu bezeichnen BEWEIST Unwissen seiner Arbeit, Thesen und Ideen. Denn: vieles IST vorhanden, was er beschreibt (gleich was nun Wahrheit ist). Däniken sieht hier einen Cargo-Kult – KEINE Landebahnen von Aliens. Der User sollte sich bitte in Dänikens Nazca-Bücher (Däniken ist Ehrenbürger von Nazca) einlesen um sachlich zu argumentieren und kommentieren. Auch hat die ,Däniken-Stiftung’ wissenschaftliche Forschungen dort betrieben und die Ergebnisse auch veröffentlicht. Und das waren keine uriellaartigen Eso-Sing-Sangs. Des Weiteren würden die Maria Reiche-Biographen Schulze und Zetzsche in der Biographie ,Bilderbuch der Wüste’ (etwa Seite 155) von Däniken dahingehend, dass er es war, der ,wie ein Scheinwerfer”‘ die Welt auf die Ebene hinwies.”[22]

Geändert hat sich lange Zeit nichts und auch eine Antwort blieb aus. Dabei ist es bezeichnet, dass das genannte Buch von Schulze und Zetzsche, “Bilderbuch der Wüste” (Halle 2005), als Literaturangabe im Nazca-Artikel angeführt ist. Aber was schrieb schon 1968 Maria Reiche in ihrem Buch “Geheimnis der Wüste” zu den Linien?

Einige könnte man für Flugplätze halten.

Doch am 5. Februar 2012 kam das “Alien-Thema” von Nazca dann erneut auf und so wurde nach einer Diskussion im Frühjahr 2012 letztlich doch der Abschnitt “Parawissenschaftliche Spekulationen” eingefügt. (Der heute nicht mehr zu finden ist.)

UFO-Sekten und UFO-Forschung

Die Themen UFOs, UFO-Forschung, UFO-Forscher/-Autoren, UFO-Gruppen usw. ist, genau wie im realen Offline-Leben, auch in der Wikipedia heiß umstritten.

ARTIKEL: Es gibt viele Götter und Erich von Däniken ist ihr Prophet! Über die Absurdität von UFO-Sekten und den Vorwürfen gegen die Prä-Astronautik als „Ancient Aliens Sekte“ (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei / NASA/JPL)
ARTIKEL: Es gibt viele Götter und Erich von Däniken ist ihr Prophet! Über die Absurdität von UFO-Sekten und den Vorwürfen gegen die Prä-Astronautik als „Ancient Aliens Sekte“ (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei / NASA/JPL)

Ein UFO-Beispiel ist der sehr knappe Wikipedia-Eintrag unter “Ufoglaube” im Lexikon. ZUsammen mit meinem Kollegen Roland M. Horn habe ich 1999 dazu umfassende Standartwerk “UFO-Sekten” zum Thema veröffentlicht. Ich selber sehe den sehr kurzen Beitrag dazu im Wiki grundlegend als OK an. Aber: Das Thema ist nicht nur sehr komplex sondern auch ein Ärgernis für uns Journalisten des Unglaublichen. Immerhin ist es eine in der Grenzwissenschaft bekannte Tatsache, dass religiöser oder esoterisch-religiöser UFO-Glaube mit Themen wie Astronautengötter Erich von Däniken, UFOs und UFO-Forschung und sogar SETI sehr gerne in einen Mystery-Topf geworfen wird. Doch erfrischend da notwendig ist diesbezüglich diese klare Aussage im Artikel bei Wikipedia dazu:

Von religiösem Ufoglauben ist der grenzwissenschaftliche Forschungszweig der Ufologie zu unterscheiden.”

Erstellt wurde der durchaus wichtige Artikel schon im Jahr 2001. Ende Dezember 2003 jedoch bemühten sich einige Wiki-User um eine Entfernung des gesamten Eintrages.[23] Warum? Weil er “in seiner jetzigen Form nicht dem enzyklopädischen Anspruch der Wikipedia gerecht wird.”[24] Der Artikel blieb. Aber mager sind dabei die Literaturangaben, die freigegeben wurden. Es sind nur vier genannt (Update: auch noch am 15. März 2016).

Jedoch findet sich bereits ab dem Jahr 2007 auf der Diskussionsseite[25] wesentlich mehr Material. Verschiedene Wiki-Autoren und -Mitarbeiter streiten sich dort seit Jahren um Umfang und Inhalt des fraglichen Artikels. Am 7. Oktober 2009 endete der Streit dort ohne Ergebnis.

Interessant ist jedoch in meinen Augen die Aussage eines Autoren vom 10. März 2009.[26]:

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

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Ich habe auch nicht die Zeit und die Muße, den Müll ins deutsche zu übersetzten und mich mit dabei noch mit der Kritik der Billy-Meier Fraktion oder der Realianer-Fraktion oder anderen Fraktionen hier auseinanderzusetzen.”

Das heißt im Klartext: Wikipedia fürchtet die Kritik der genannten UFO-Sekten, wenn man diese dort behandelt bzw. genauer benennt. Obwohl Billy Meier der Gruppe “FIGU”, Schweiz, selber einen im Lexikon diskutierten und umstrittenen[27], [28] sowie nicht gerade kleinen Wikipedia-Eintrag hat.[29]

Pyramiden und Pyramidioten

Über Wikipedia streiten sich also bis heute die Geister. Auch und gerade in Detailfragen.

Beispielsweise teilte mit der Atlantis-Forscher und -Autor Peter Nowak mit, dass im Onlinelexikon im Artikel über die Cheops-Pyramide von Gizeh in Ägypten als schwerster Steinblock des Bauwerkes ein Gewicht von 7,5 Tonnen (ohne Quelle) angegeben ist. Mehrfache Versuche von Nowak selber diesen frappierenden Wiki-Irrtum zu korrigieren wurden entfernt und nicht freigegeben. Erst im März 2011 wurde korrekt “50 – 80 Tonnen” genannt.[30]

Bezeichnet ist hier auch der Abschnitt “Theorien zur Konstruktionsweise”.[31] Hier findet sich ausschließlich die Theorie einer “Inneren Rampe” des französischen Architekten Jean-Pierre Houdin vom Frühjahr 2007 kurz erwähnt. Diese wird mit den Worten sie ist “nicht nur interessant, sie ist schlüssig und revolutionär” des deutschen Ägyptologen und ehemaligen Direktors des “Deutschen Archäologischen Instituts” in Kairo, Rainer Stadelmann, von “Spiegel online” vom 2. April 2007 kommentiert wird. Weitere Thesen und Aussagen fanden sich nicht , was sich aber inzwischen grundlegend änderte.

"Das Cheops-Projekt", gewaltige Steine und die Frage nach dem "Eisen der Pharaonen" (Bild: L.A. Fischinger)
VIDEO: “Das Cheops-Projekt”, gewaltige Steine und die Frage nach dem “Eisen der Pharaonen” (Bild: L.A. Fischinger)

Die Diskussionsseite hinter der offiziellen Seite verrät auch hier wieder mehr. Hier streitet man sich nicht nur, ob man “Alternative Theorien”[32] einfügen soll, sondern auch ob “neue Erkenntnisse zum Bau”[33] überhaupt in das Lexikon gehören. Dabei ist man sich jedoch recht einig, dass es zu viele und zu oft neue Erkenntnisse zum Bau der Pyramide gibt. Lediglich die Idee von einer Innenrampe fand hier lange Zeit Gnade vor den Augen der Wikipedia-Gemeinschaft.

Hinter den Kulissen

Im Eintrag zur Pyramide des Pharao Cheops gab es in den vergangenen Jahren erstaunlich viele Änderungen und Updates. Für den Jäger des Phantastischen ist dabei besonders interessant, dass die Prä-Astronautik und Erich von Däniken in einem Unterkapitel eingefügt wurden. Ein Umstand, der, wie oben gesehen, beim Thema Scharrbilder von Nazca fehlt. In diesem werden diverse Spekulationen der Grenzwissenschaft im Sinne der Götter aus dem All umrissen und auch die Kritikpunkte der etablierten Wissenschaft gegen diese Überlegungen im Zusammenhang mit der Cheops-Pyramide angeführt. Ein recht langer Beitrag, der auf der Diskussionsseite des Eintrages am 22. Februar 2016 mit den Worten kommentiert wurde:

Muss das wirklich so breit ausgetreten werden? Wäre ich v.D., würde ich mich bedanken…

Interessant sind auch hier wieder die Fußnoten in Sachen “Prä-Astronautik und Große Pyramide”. Es handelt sich ausschließlich um das Buch “Erinnerungen an die Zukunft”, das von Däniken bekanntlich bereits 1968 veröffentlichte. Die einzelnen Kritikpunkte sind indes nicht durch Quellenangaben benannt. Lediglich das Buch “Geschäfte mit der Phantasie – Warum es keinen Raumflug vor Jahrtausenden geben konnte” von Pieter Coll wird als Beispiel genannt.

Und das erschien als Erstausgabe schon 1970!

Streit um Personen

Es ist bereits angeklungen, dass sich die Wikipedia-Gemeine sehr gerne und oft auch über einzelnen Personen zankt. Meistens irgendwelche Prominente aus diesem oder jenem Bereich des öffentlichen Interesses. Bei Erich von Däniken als bekanntesten Prä-Astronautiker beispielsweise wurde bei seinem Eintrag der Bereich “Hypothesen” am 24. März 2014 bemängelt, dass Quellen fehlen:

Dieser Abschnitt ist fast vollständig unbelegt und meiner Meinung nach zu überladen. Wer sich für die Details der Thesen interessiert, kann ja auf weiterführende Literatur / Weblinks verwiesen werden, aber in einem Biografieartikel leidet hier die Übersicht (…)”

Pressemitteilung & Video: Der "Cheops-Skandal" um Stefan Erdmann und Dominique Görlitz ist juristisch überaus fragwürdig (Bild: L. A. Fischinger / D. Görlitz)
Pressemitteilung & Video-Interview: Der “Cheops-Skandal” um Stefan Erdmann und Dominique Görlitz ist juristisch überaus fragwürdig (Bild: L. A. Fischinger / D. Görlitz)

Und welche Verweise und/oder Quellen finden wir im auf Belege bedachten Wikipedia dort? Nur eine Fußnote mit dem Hinweis auf den Buchklassiker “Da tat sich der Himmel auf. Die Raumschiffe des Propheten Ezechiel und ihre Bestätigung durch modernste Technik” von Josef F. Blumrich aus dem Jahre 1973.

Interessant ist auch der sehr umfangreiche Lexikon-Eintrag zu Dominique Görlitz, seiner Reputation und dem auf diesem Blog oftmals thematisierten “Cheops-Skandal“. Im Eintrag “Beschädigungen in der Cheops-Pyramide” zeigt sich erneut auf der Diskussionsseite eine hitzige Debatte. Beispielsweise wird dort versucht Görlitz in die “rechte Ecke” zu rücken.

Persona non grata bei Wikipedia?

Hier muss man die Einträge des Wiki-Autoren Bernhard Beier von Atlantisforschung.de unterstreichen, der bemüht ist, die gesamte (irrwitzige) Angelegenheit sachlich zu belegen. Ein anderer Wiki-Autor verwies am 6. März 2016 (mit Quelle) auch auf den Umstand, dass die juristische Verurteilung von Görlitz im “Cheops-Skandal” an den Haaren herbei gezogen ist. Das entsprechende Gutachten eines ehemaligen vorsitzenden Richters am Oberlandesgericht wird zwar verlinkt aber im eigentlichen Wikipedia-Eintrag (bisher) nicht genannt. Obwohl Richter Wolf-Philipp Müller dazu unter anderem schreibt:

Angesichts des ehemaligen Aufschreis der Entrüstung möchte ich Sie ganz herzlich bitten, diese Meldung mit in Ihren Pressemitteilungen aufzunehmen, da sich mehr und mehr herausstellt, dass an den Vorwürfen letztlich nichts dran war.

Und noch deutlicher in dem Gutachten vom 22. Januar  2015 selber:

Die Aufhebung des ägyptischen Urteils gegen die Inspektoren vom 9. Mai 2015 hat ebenfalls eine große Relevanz auf für das Strafverfahren in Deutschland. Es beweist, dass an den Strafvorwürfen gegen Erdmann und Görlitz nichts dran war und ist.

(…)

M.E. hat sich der Angeklagte von dem Medienrummel und dem Druck aus Ägypten zu sehr beeindrucken lassen. Natürlich spielten auch die Kostenängste und die unabsehbare Langwierigkeit des Verfahrens (einer Hauptverhandlung) eine tragende Rolle bei seiner Entscheidung. Ein Schuldeingeständnis kann man aus dieser Beschränkung (und der damit verbundenen Selbstunterwerfung) auf Grund der Faktenlage nicht ableiten.”

Lars A. Fischinger im Interview mit Erich von Däniken 2015 (Bild: L. A. Fischinger)
VIDEO: Lars A. Fischinger im Interview mit Erich von Däniken 2015 (Bild: L. A. Fischinger)

“Jeder Idiot kann da schreiben was er will”

Solche Aussagen über eine Person gehören eigentlich eben aufgrund der medialen Brisanz in den entsprechenden Eintrag bei Wiki. Erst recht dann, wenn sie hinter den Kulissen explizit genannt und als Quelle verlinkt wurden.

“Jeder Idiot kann da schreiben was er will”, sagte Erich von Däniken mal zu mir als wir über Wikipedia sprachen. Ganz Unrecht hat er da nicht, wie es sich quasi jeden Tag zeigt. Also am Besten überhaupt nicht dort eingetragen sein, wenn man eine Person der Mystery-Szene ist?

Das dachte sich zumindest vor Jahren auch der Prä-Astronautik-Autor Erdogan Ercivan. Er versuchte mehrfach, dass sein Eintrag im Lexikon vollständig gelöscht wird. Vergeblich, da auch seine eigene Löschungen immer wieder Rückgängig gemacht wurden. Und so steht der recht umfangreiche Eintrag weiterhin ohne eine einzige Quellenangabe online. Obwohl auch hier wieder in den Diskussionen die Art und Qualität des Textes bemängelt wird. Zuletzt schon am 15. Mai 2013.

Wikipedia … ist trotzdem wichtig!

Der Blick hinter den Spiegel lohnt sich bei Wikipedia teilweise mehr als die eigentlichen Einträge. Zumal es dort auch zum Teil zahlreiche Archive vergangener Jahre der Diskussionen gibt. Diese offenbaren teilweise die Debatten bis fast zu den Anfängen von Wikipedia selber.

Beispielsweise beim natürlich sehr langen Eintrag des Senders “ZDF”, wo oft in Sachen “Staatsfernsehen” etc. bei den Bearbeitungen und Diskussionen die Fetzen fliegen. Nicht anders wird zum Beispiel bei Prominenz aus Show und Entertainment wie etwa bei Stefan Raab oder Til Schweiger gestritten was rein darf und was nicht …

Ich selber werde nie müde zu sagen und zu schreiben, dass Wikipedia wichtig und großartig ist! Erwähne ich jedoch das böse Wiki in einem meiner Videos auf meinem YouTube-Channel … ernte ich praktisch ohne Ausnahme “Hass-Kommentare” und Trollerei.

Dabei übersehen diese “Kritziker” bzw. Hater natürlich liebend gerne, dass ich immer wieder eben auf die Diskussionen hinter den eigentlichen Einträgen hinweise und vor allem auch darauf, dass genannte Fußnoten, Bücher oder Quellenangaben (wenn sie denn auch vorhanden sind) immer zu weiteren Informationen für die eigene Recherche führen.

Darum sollten Quellen immer beachtet und genutzt und von den Wiki-Autoren angegeben werden. Immerhin will es ein “Online-Lexikon” sein. Es Dabei ist es natürlich gleichgültig ob Pro-Mystery oder Kontra-Mystery oder ob Politik und Gesellschaft. Ob die “Macher hinter Wikipedia” diese nun als “sachlich”, “seriös”, “kompetent” oder “nützlich” ansehen steht – dahinter.

Euer Jäger des Phantastischen

Fischinger-Online

(Geschäfts-eMail: FischingerOnline@gmail.com)

Ursprünglich stammt dieser Artikel von meinem früheren Google-Blog.

Interessantes zum Thema:

 Fußnoten


[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Geschichte_der_Wikipedia#cite_ref-11
2] http://stats.wikimedia.org/DE/PlotsPngArticlesTotal.htm
[3] http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,606315,00.html
[4] http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,606912,00.html
[5] http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,606315,00.html (unten die Anmerkung)
[6] http://de.wikipedia.org/wiki/Steine_von_Ica
[7] http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Steine_von_Ica&diff=89690023&oldid=89454979 (unten: “Bericht über die Steine von Ica”)
[8] http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Steine_von_Ica#Quellen
[9] http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4-Astronautik#Literatur
[10] http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4-Astronautik#Kritik_der_etablierten_Natur-_und_Geisteswissenschaften
[11] http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Pr%C3%A4-Astronautik#Wieso_kein_EINZIGER_Nachweis_im_kompletten_Abschnitt_.22Kritik.22
[12] http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Jonas_kork
[13] http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Benutzer_Diskussion%3ADagdaMor&action=historysubmit&diff=89026417&oldid=89016715
[14] http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Pr%C3%A4-Astronautik#Aluminium-Objekt_von_Aiud
[15] Ende 2012 hat Lars A. Fischinger in Deutschland eine neue Material-Untersuchung des ohne Frage aus Aluminium bestehende Objekt von Aiud in Deutschland durchführen lassen. Diese bestätigen im Grunde die ersten zwei Analysen aus Rumänien, konnte die Legierung aber nicht identifizieren. Die Ergebnisse wurden in dem Magazin “Sagenhafte Zeiten” veröffentlicht.
[16] http://de.wikipedia.org/wiki/Nazca-Linien#Einzelnachweise
[17] Luc, sieh dazu auch: Jim Woodman: Nazca – mit dem Inka-Ballon zur Sonne. C. Bertelsmann, München, 1977
[18] http://en.wikipedia.org/wiki/Nazca_lines#Alternative_theories
[19] http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Nazca-Linien&limit=500&action=history
[20] ebenda
[21] http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Nazca-Linien#D.C3.A4niken_geh.C3.B6rt_nicht_in_den_Artikel
[22] ebenda
[23] http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Ufoglaube&limit=500&action=history
[24] http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Ufoglaube&diff=458436&oldid=431796
[25] http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Ufoglaube
[26] ebenda
[27] http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Eduard_Albert_Meier
[28] http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Diskussion:Eduard_Albert_Meier&limit=500&action=history
[29] http://de.wikipedia.org/wiki/Eduard_Albert_Meier
[30] http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Cheops-Pyramide#FALSCHE_Daten
[31] http://de.wikipedia.org/wiki/Cheops-Pyramide#Theorien_zur_Konstruktionsweise
[32] http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Cheops-Pyramide#Alternative_Theorien
[33] http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Cheops-Pyramide#neue_Erkenntnisse_zum_Bau.3F

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