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Mystery Files Gerüchteküche, Folge #3: Mini Alien Mumien und UFOs in Peru gefunden? +++YouTube-Video+++

Mystery Files Gerüchteküche, Folge #3: Mini Alien Mumien und UFOs in Peru gefunden? (Bild: gemeinfrei / L. A. Fischinger)
Mystery Files Gerüchteküche, Folge #3: Mini Alien Mumien und UFOs in Peru gefunden? (Bild: gemeinfrei / L. A. Fischinger)

Sensationelle Funde in Peru? Alien-Mumien und Teile von außerirdischen Leichen in einer Höhle entdeckt? Tatsächlich kursiert vor allem im spanischen Internet seit einigen Monaten eine sehr seltsame Geschichte und sonderbare Bilder aus Südamerika. Angebliche Beweise für die Existenz von Aliens und sogar einem dort gefundenen UFO. Doch die Geschichte aus Peru ist sogar noch weit „verrückter“, wie Ihr es in meinem neuen Video auf YouTube erfahrt.

 

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Was da so alles in Peru seit einigen Monaten gefunden worden sein soll, klingt mehr als phantastisch!

Von einer mumifizierten Alien-Hand über eine ganze Höhle voller Alien-Leichen unterschiedlicher Rassen bis zu einem “abgestürzten UFO” ist für jeden Mystery-Fan was dabei.

Mehr dazu in diesem Video.

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“Alien-Mumie” in Südamerika gefunden: DNA-Untersuchungen sollen Klärung bringen. Ein genauer Fakten-Check

Erneut "Alien-Mumie" in Südamerika gefunden - diesmal in Nazca ... (Bild Thierry Jamin Screenshot facebook.com thierry.jamin)
Erneut “Alien-Mumie” in Südamerika gefunden – diesmal in Nazca … (Bild Thierry Jamin Screenshot facebook.com thierry.jamin)

Wiedereinmal macht eine angebliche Mumie eines Aliens die Runde, die diesmal in Peru gefunden worden sein soll. Zwar ist der Fund bzw. die beiden “Aliens” noch nicht so sehr in der englischen und deutschen Grenzwissenschaft bekannt, aber im spanischsprachigen Internet sehr wohl. Dort sowie in den südamerikanischen Medien werden diese Funde bereits seit einigen Woche diskutiert. Zumal es augenscheinlich erste medizinische Untersuchungen der “Alien-Mumie” in Cusco, Peru, gab (Röntgenaufnahmen), die einen Fake aus anorganischen Materialien ausschließen sollen. Aber wie bei praktisch jeder Entdeckung dieser Art gibt es mehr Fragen als Fakten dazu. Hier sollen deshalb Fakt und Fiktion zu der “Alien-Mumie” und dem dazugehörigen “Alien-Schädel” aus der Wüste von Peru einmal genau vorgestellt werden.

 

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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Spontan fallen mir mehr als ein halbes Dutzend angeblicher “Alien-Mumien” ein, die in den letzten Jahre entdeckt wurden. Mal begleitet von großem Interesse innehab der Grenzwissenschaft und teilweise auch Mainstreampresse, mal standen diese “Wesen” eher beiläufig im Fokus des Mystery-Interesses.

“Stammleser/Innen” dieses BLOG und meiner Veröffentlichungen wissen, dass solche angeblichen Alien-Leichen aus der ganzen Welt durchaus spannendes Themen sein können. So könnte es vielleicht auch bei diesem neuen Fund aus Peru in Südamerika sein, der im spanischen Internet kursiert.

Obwohl ich persönlich, dies sei vorweg deutlich gesagt, auch diese Entdeckung nicht für eine “Alien-Mumie” halte. Ich halte sie nicht mal für eine echte Mumie, da hier wohl eher von modifiziert als von mumifiziert zu sprechen ist …

Riesen Schädel – riesen Augen – mini Füßchen

Die Herkunft der angeblichen Mumie eines fremden Wesens ist (wiedermal) nicht eindeutig. Vor allem auch deshalb, da es mindestens zwei “Alien-Mumien” gibt, die hier in Peru aufgetaucht sind. Ich bin sicher, dass dieser Umstand noch für Verwirrung sorgen wird, sofern diese Funde es  in die deutsche Gemeinde der Grenzwissenschaft schaffen.

Zumindest aber sollen sie in Nazca bzw. “in der Wüste im südlichen Peru” gefunden worden sein. Wobei die Hochebene von Nazca in Peru mit ihren Scharrbildern natürlich jeder grenzwissenschaftlich Interessierte kennt. Bekannt ist diese 21 Zentimeter winzige Mumie (nennen wir sie mal weiterhin so) bisher jedoch nur im spanischen Internet und dort vor allem auf entsprechenden Facebook-Seiten. Hier ist vor allem Thierry Jamin der Mystery-Gruppe “Paititi” zu nennen, der schon seit spätestens 16. November 2016 bei Facebook von dieser “außergewöhnlichen archäologischen Entdeckung” schreibt, die “im Süden von Peru zu Beginn des Jahres 2016” gemacht worden sein soll.

Angeblich, so heißt es auch , seien die Entdeckungen in einer verschlossenen Höhle gemacht worden, in der verschiedene Steinsarkophage standen. In diesen Särgen wiederum befanden sich verschiedene Leichname oder Mumien “unterschiedlicher Größen und Spezies”. Darunter auch der “Mini-Alien” und ein einzelner “Alien-Kopf”.

Auch der peruanische Fernsehsender “CTC” aus Cusco berichtetet in diesem Jahr von den “außergewöhnlichen Entdeckungen” und machte sie so weithin in Südamerika bekannt. Dies geschah bereits in dem “News Report” des Senders am 6. Oktober, in dem sie auch den anonymen Finder/Grabräuber/Archäologe mit dieser Mumie interviewten. Eine Tage später ist dieses Interview auch von “CTC” bei YouTube hier hochgeladen worden.

Die angebliche "Alien-Mumie" aus Peru (Bild CTC Cusco / YouTube-Screenshot)
Die angebliche “Alien-Mumie” aus Peru – Zur Großansicht anklicken (Bild: CTC Cusco / YouTube-Screenshot)

Nur anhand eines TV-Beitrages aus Peru wäre dieser “außerirdische Gnom” an dieser Stelle nicht von Interesse. Doch am 12. Dezember wurde der Winzling in einem medizinischen Labor genauer untersucht. Das heißt, es wurden Röntgenaufnahmen von dem Kopf und der Mumie angefertigt, wie unter anderem Thierrey Jamin auf seiner Facebook-Seite berichtete. Dazu schreibt er:

Die Meinung der radiologischen Ärzte ist klar: Es handelt sich tatsächlich um einen mumifizierten Kopf aus Fleisch und Blut. Es kann sich nicht, in keinster Weise, um Betrug oder einen Kopf aus Holz, Plastik oder Pappe handeln. Die Details der Röntgenaufnahmen gehen in Richtung Echtheit dieses ,Relikt’“.

Weiter heißt es, dass jetzt nicht nur Institute für C14-Untersuchungen des Fundes gesucht werden, sondern auch für DNA-Analysen des Körpers. Diese könnten die Röntgenuntersuchungen des Arztes Dr. Edson Salazar Vivanco weiter führen und so die Echtheit des Fundes bestätigen oder eben widerlegen. Auch der bekannte Mystery-Autor Brien Foerster aus den USA ist in diesem Zusammenhang aktiv, da auch er um eine Untersuchung der Funde bemüht sei.

Tatsächlich hat Dr. Vivanco seit dem 3. Dezember Fotos und Videos auf sein Facebook-Profil hochgeladen, die die Mumie sowie die Röntgenaufnahmen dieser zeigen. Die Mumie sei “wirklich erstaunlich”, so Dr. Vivanco, und habe klar ein humanoides Aussehen. Das seht Ihr ja auch auf dem Bild oben – aber dazu gleich mehr.

Dr. Vivanco schrieb bei Facebook dazu:

“Der Körper befindet sich in mumifizierten Zustand und  hat eine schwammige (oder mürbe, LAF) Struktur. Es sind Details der Haut und der Knochen zu erkennen, die den unseren ähneln, und hat einen überproportionalen Kopf, einen Hals, Brust, Wirbelsäule, drei Rippen, Becken und Extremitäten.”

“Drei Rippen” ist hier eine etwas verwirrende Aussage. Die Röntgenbilder, die etwa in diesem Video zu sehen sind, zeigen drei Rippen auf jeder Seite.

“Zieht Eure eigenen Schlussfolgerung”

Was soll man davon jetzt halten? Dr. Vivanco rät seinen Lesern bei Facebook, selber Schlüsse zu ziehen. Jäger das Phantastischen machen das doch zu gerne.

Bei Facebook und bei YouTube finden sich inzwischen in spanischen Beiträgen eine ganze Reihe von Fotos und Videos dieses angeblichen Außerirdischen (s. auch hier). Dabei fällt schnell auf, dass hier eindeutig zwei unterschiedliche “Figuren” untersucht wurden. Zum einen die nur 21 Zentimeter kleine “Alien-Mumie” oben auf dem Bild, zum anderen nur ein einzelner Schädel ohne Körper. Dieser einzelne Schädel ist es auch, von dem die meisten Details zu sehen sind:

Die angeblichen Alien-Leichen aus Peru - Zur Großansicht anklicken (Bilder: E. Vivanco / Collage: L. A. Fischinger)
Die angeblichen Alien-Leichen aus Peru – Zur Großansicht anklicken (Bilder: E. Vivanco / Collage: L. A. Fischinger)

Schaut man sich die Röntgenaufnahmen der vollständigen Mumie einmal an (siehe unten), dann scheint die mumifizierte “Alien-Leiche” tatsächlich auch Knochen zu bestehen. Doch der Körper erscheint auf den Bildern wie aus verschieden Knochen zusammengesetzt zu sein, was auch die Aufnahmen des Senders “CTC” des Körpers selber nahelegen. Also: gefälscht. Schon allein die “Wirbelsäule” und die beiden “Schlüsselbeine” erwecken zumindest bei mir den Eindruck eines plumpen Schwindels.

Interessant ist natürlich auch der einzelne “Alien-Schädel“, der oben links in der Collage zu sehen ist. In einem YouTube-Video vom 21. November soll zu sehen sein, wie der Schädel aufgefunden ausgesehen hat. Er war dabei von festem Erdreich bzw. Sand umgebenen gewesen und das Video zeigt, wie vollkommen dilettantisch mit einem Zahnstocher (und ohne Handschuhe, wie bei fast allen Fotos/Videos auch zu sehen) der sonderbare Kopf vom Schmutz befreit wird.

Man sieht weiter, dass offenbar mit einem Seitenschneider (“Kneifzange”) und einem Teppichmesser dann die Haut aufgeschnitten wurde und so der eigentlich Knochen zum Vorschein kam. Ebenso wird im Video mit einem Zahnstocher Baumwolle (heißt es) aus dem Schädel entnommen und später zeigt der Film die Röntgenuntersuchungen. Jedoch die Röntgenaufnahmen der vollständigen “Alien-Mumie” und nicht des zuvor “sezierten” Schädels …

Auf eine Einbindung dieses Videos an dieser Stelle verzichte ich mal.

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Eine tote Katze?

Um eventuellen Verwechselungen wirklich vorzubeugen, hier ein Film-Screenshot beider Funde nebeneinander:

Die angeblichen "Alien-Leichen" im Vergleich - Zur Großansicht anklicken (Bild: YouTube-Screenshot)
Die angeblichen “Alien-Leichen” im Vergleich – Zur Großansicht anklicken (Bild: YouTube-Screenshot)

Einweghandschuhe kennt man in Peru scheinbar nicht oder besser gesagt selten. Nicht sehr förderlich, wenn doch eine C14-Datierung und eine DNA-Analyse der seltsamen Funde angedacht ist. Und immerhin sucht selbst Dr. Vivanco auf seinem Facebook-Profil nach Unterstützung, da die Untersuchungen 7.000 Dollar oder mehr kosten würden.

Die Röntgenbilder des einzelnen Schädels, der offenkundig zumindest im Inneren tatsächlich ein Schädel ist, könnten vielleicht ein wenig dieses südamerikanische Mysterium erhellen. Es könnte sich um einen bearbeiteten/manipulierten Schädel einer Katzenart handeln, wenn man einmal die Bildersuche bei Google zum Vergleich bemüht. Vielleicht sogar einer einfachen Hauskatze, bei der der Unterkiefer fehlt. Durch den entfernten Unterkiefer, ein nicht gerade kleiner Knochen im Kopf einer Hauskatze, erscheint ein Katzen-Schädel tatsächlich absurd länglich und “außerirdisch”. Die Haut und das Alien-Gesicht wurden dann um diesen Schädel herum “modelliert”.

Man sollte diesem “Alien-Schädel” auch mal in die Augen blicken: Was sollen diese absurden Querlinien auf oder in den Augen der “Alien-Mumie“?! Ebenso sind die Röntgenaufnahmen des vollständigen Zwerges alles andere als beeindruckend oder beweiskräftig. Selbst die unterschiedlich aussehende Wirbelsäule erscheint hier, als habe man sie aus mindestens zwei Knochen zusammengesetzt – inklusive einem “Gelenk” dazwischen. Da, wo beim Menschen das Steißbein sitzt, ist bei dem “Außerirdischen” übrigens seine Wirbelsäule augenscheinlich abgebrochen.

In diesem Zusammenschnitt aus zwei Bildern habe ich mal die entsprechenden “Stoßkanten” und die “Abbruchkante” der Knochen markiert:

Röntgenbild der angeblichen nur 21 Zentimeter kleinen Alien-Leiche (Bild: YouTube-Screenshot / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Röntgenbild der angeblichen nur 21 Zentimeter kleinen Alien-Leiche – Zur Großansicht anklicken (Bild: YouTube-Screenshot / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

Wer will uns hier wieder einmal einen “Alien aufbinden”, wie ich denke? Diese Bilder sagen eigentlich alles. Und das sollte auch jeder Mediziner und jeder medizinische Laie in Peru erkennen! Hier ist wohl eher von modifiziert als von mumifiziert zu sprechen.

Wenn man nicht die ganze Welt der Grenzwissenschaft wachsam im Auge behält, immer hinterfragt und sich diverse “Sensationen” genau ansieht (wenn man daran überhaupt Lust und Interesse hat) – gibt es bald nur noch Lug und Trug …

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Die Cheops-Pyramide: Mumien, Grabräuber und Mysterien – Artikel-Serie von Lars A. Fischinger, Teil #5: VIDEO-ZUSAMMENFASSUNG AUF YOUTUBE

Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien – Artikel-Serie Teil #5: VIDEO ZUSAMMENFASSUNG VON LARS A. FISCHINGER AUF YOUTUBE (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien – Artikel-Serie Teil #5: VIDEO ZUSAMMENFASSUNG VON LARS A. FISCHINGER AUF YOUTUBE (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Die Pyramide des Cheops ist bis heute spannend und faszinierend. Mehrfach habe ich auch deshalb auf meinem YouTube-Kanal (und auf diesem Blog) über dieses beeindruckende Monument in Gizeh bereits berichtet. Zuletzt ging ich in einer Artikel-Serie auf diesem Blog der Frage nach, ob wirklich nie etwas wie eine Mumie in der Cheops-Pyramide gefunden wurde, was die alten Chronisten über die angeblich erste Öffnung 823 nach Christus durch den arabischen Kalifen Al-Mamun überliefert haben und analysiere in der Artikel-Reihe diese Berichte und mehr. In diesem Video auf meinem Channel fasse ich diese Erkenntnisse, Überlieferungen, Fakten, Funde, Spekulationen und „Geschichten aus 1001 Nacht“ der vierteiligen Artikel-Reihe noch einmal zusammen.

 

 

Von Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Viele vermeintlich gesicherte Erkenntnisse und Berichte rund um die mindestens ca. 4.500 Jahre alte Pyramide des Cheops (= Khufu) in Gizeh sind zumindest zweifelhaft. Das beginnt schon mit der allgemein weit bekannten Aussage, dass die Cheops-Pyramide im 9. Jahrhundert erstmals durch die Araber aufgebrochen wurde und diese nur ein völlig leeres Monument vorfanden.

Viele Fragen lassen sich dazu durchaus klären, andere Fragen stellen sich und wieder andere geben neue Rätsel auf. Das habe ich in meiner Artikel-Serie “Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien“ auf diesem Web-Blog deutlich aufzeigen können.

Für die Leserinnen und Leser (aber auch alle anderen!) der genannten Beitrags-Reihe fasse ich diese in diesem Video einmal zusammen.

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Die Cheops-Pyramide: Mumien, Grabräuber und Mysterien – Artikel-Serie von Lars A. Fischinger, Teil #4: DIE ARTEFAKTE

Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien - Artikel-Serie Teil #4: DIE ARTEFAKTE AUS DER PYRAMIDE
Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien – Artikel-Serie Teil #4: DIE ARTEFAKTE AUS DER PYRAMIDE (Bild: L. A. Fischinger)

Die Cheops-Pyramide von Gizeh – Das letzte und zugleich älteste Weltwunder der Antike, wie es immer wieder gerne betont wird. Ein Bauwerk, das seit rund 4.500 Jahren die Menschen in ihren Bann zieht. Dabei ist eine jener Fragen, die der Pyramide des Cheops immer wieder gestellt werden, jene nach er Mumie des Pharao und der erster Öffnung des Monumentes durch den Kalifen Al-Mamun im Jahre 823. Auf Grundlage einer früheren Veröffentlichung von mir soll in dieser Artikel-Serie der Spur der Plünderung(en) der Cheops-Pyramide, den Funden des Al-Mamun und seiner Entdeckungen genauer nachgegangen werden. Dabei ergeben sich – wie so oft in der Mystery-Forschung – neue Fragen auf alte Antworten …

Von Lars A. Fischinger

Hallo, liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Einleitung

Pyramiden gibt es in Ägypten wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. Doch gerade und vor allem die Pyramide von Pharao Cheops (ca. 2620 bis 2580 vor Christus) aus der 4. Dynastie (2639 bis 2504 vor Christus) in Gizeh nahe Kairo erregt bis heute die Aufmerksamkeit zahllose Touristen und Autoren. (K)ein Wunder: ist sie doch mit ihren einst fast 147 Metern Höhe und einer Länger an der Basis von rund 230 Metern die größte Pyramide der Erde. Die Bauarbeiter des Königs türmten zu seinen Ehren unzählige Steinblöcke in den Himmel. Und so entstand ein Bauwerk, das nicht nur durch seine Wucht und Größe fasziniert, sondern auch vielen Autoren der Grenzwissenschaft durch ihre Rätsel und weiterhin offenen Fragen.

Gerne wird die Pyramide des Cheops als Monument aus fernen Tagen vor einer Sintflut gehandelt. Als eine Art „Wissensspeicher“ oder eine Art „kosmischer Plan“ für das Wissen der Menschheit. Eine „Zeitkapsel“, die die Weisheiten jener Menschen erhalten und schützen sollte, die vor der großen Sintflut bzw. vor Jahrtausenden lebten. Folglich ein Bauwerk, dass die Geheimnisse einer verborgenen Welt enthält. Vielleicht sogar von Atlantis. Eindeutige Beweise für diese Ideen gibt es keine.

Mehr als sonderbar und mysteriös ist, dass nie eine Mumie im Inneren der Steinberges entdeckt worden sein soll. Als das gewaltige Monument vor fast 1.200 Jahren erstmals durch einen Kalifen geöffnet wurde – war es vollkommen leer, wie es heißt.

Auf Grundlage meines Buches „Verbotene Geschichte“ (2010) und eines einstigen E-Book zum Thema soll in dieser kleinen Artikel-Serie speziell genau diesem Mysterium der Cheops-Pyramide nachgegangen werden. Fragen nach der Plünderung der Pyramide werden ebenso dargelegt, wie arabische Überlieferungen über die Öffnung des Bauwerkes sowie die Widersprüche, die sich daraus ergeben. Ebenso eine Spur, wo der mutmaßlich innere Sarkophag einer offenbar tatsächlich gefunden Mumie letztlich gelandet ist.

Alte Fragen, die durch ihre Antworten neue Fragen ergeben.

Zum Abschluss der Reihe plane ich als 5. Teil eine Zusammenfassung in einem YouTube-Video auf meinem Grenzwissenschaft-Channel „Ancient Aliens & Mystery Files“.

Bleibt also neugierig!

 

Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien

Teil #4: DIE ARTEFAKTE AUS DER PYRAMIDE

 

Lars A. Fischinger (mit Sonja Ampssler) vor dem rätselhaften Sarkophag in der Cheops-Pyramide (Bild: L. A. Fischinger)
Lars A. Fischinger (mit Sonja Ampssler) vor dem rätselhaften Sarkophag in der Cheops-Pyramide: Was befand sich hier im Jahre 823 drin? Und von wem? (Bild: L. A. Fischinger)

In den bisherigen Teilen der Artikel-Serie habe ich unter anderem eine ganze Reihe von Chronisten zu Wort kommen lassen, die im „Hitat“ über die „erste Öffnung“ der Cheops-Pyramide im Jahre 823 nach Christus berichtet haben. Selber dabei war – bis auf eine Ausnahme – kein einziger dieser Autoren. Das sollte anhand ihrer genannten Lebenszeiten klar zu erkennen gewesen sein. Dennoch stimmen zumindest alle diese Chronisten darin überein, dass vor rund 1.200 Jahren von den Arabern „etwas“ im Inneren der Cheops-Pyramide entdeckt wurde. Inklusive einer Mumie, einer Leiche oder zumindest Reste mindestens eines dort bestatteten Menschen.

Und, davon bin ich überzeugt, es handelte sich dabei nicht um die Mumie des Pharao Cheops, der seit seinem Tode 2580 vor Christus hier verborgen lag. Die Idee, Aussage oder Spekulation, dass Cheops hier durch Al-Mamun 3.403 Jahre nach seiner Bestattung gefunden wurde, ist meiner Meinung nach absurd. Dennoch scheint der Kalif in der großen Pyramide allerlei zum Teil sehr seltsame Dinge vorgefunden zu haben.

Also sehen wir uns in dieser Folge der Artikel-Reihe einmal näher an, was genau nach diesen Chroniken in der Pyramide entdeckt worden sein soll.

Da wären:

  • Eine „vollkommen wohl erhaltene und trockene“ Mumie/Leiche eines Mannes
  • Eine ebenso erhaltene Mumie/Leiche einer Frau
  • Ein goldener Deckel, mit dem der Sarkophag verschlossen war
  • Ein goldenes Kästchen mit Blut
  • Ein „ganz zerfallendes Gewand“ mit goldenen Fäden
  • Eine grünliche „Bildsäule eines Menschen“, die aus „einer Art Malachit“ bestand
  • Einen Leichnam in dieser „Bildsäule“
  • Einen „Panzer“ um diesen Leichnam mit Gold und Edelsteinen
  • Ein Schwert ohne Griff
  • Eine Frauenstatue mit einem Spiegel mit Metallrand
  • Eine Männerstatue mit einer „beschriebe Tafel“ in der Hand
  • „Morsche Knochen“ unter einem goldenen Deckel im Sarkophag
  • Pech, Aloe, Myrrhe, Edelsteine
Ein fragwürdiges Video zeigt angeblich sogar die Bergung einer Alien-Mumie in Gizeh durch den KGB (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei)
Gerüchte und fragwürdiges Aussagen zu den Pyramiden gibt es genug: Ein Video zeigt angeblich sogar die Bergung einer Alien-Mumie in Gizeh durch den KGB (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei)

Sofort dürfte auffallen, dass die überlieferten Angaben sich eindeutig widersprechen. Denn von „morschen Knochen“ bis zu einer „vollkommen wohl erhaltenen und trockenen“ Mumie ist es ein weiter Schritt.

Grundsätzlich sollte das aber nicht weiter von Interesse sein, da diese Aufzeichnungen in verschiedenen Jahrhunderten verfasst wurden und ausnahmslos auf Hörensagen beruhen. Fast niemand der zitierten Autoren im mittelalterlichen „Hitat“ hat diese Dinge aus der Cheops-Pyramide mit eigenen Augen gesehen. Alle notierten Erzählungen, Geschichten und Überlieferungen über das Reich der Pyramiden, die man sich dort erzählte. Die legendäre „Stille Post“ hat diese zweifellos verfälscht und es sei nochmals darauf hingewiesen, dass das „Hitat“ aus dem Mittelalter stammt.

Aber: Auch die in der Mystery-Forschung sehr bekannte Aussage, dass der biblischen Prophet Henoch die Cheops-Pyramide erbaut habe – da er eine große Flut kommen sah – wurde aus der Textsammlung „Hitat“ von al-Maqrizi abgeleitet. In diesem konkreten Fall sogar von ihm selber, der bekanntlich 1364 bis 1442 nach Christus lebte. Also tausende Jahre nach der Herrschaft des Pharao Cheops oder sogar den Tages den Henoch.

Eine blutige Entdeckung?

Ich wäre kein „Jäger des Phantastischen“, wenn ich nicht die Aussagen der alten Chronisten quasi mit drei Augen lesen würde. Denn so fällt bei den oben aufgelisteten Funden aus der Cheops-Pyramide und den zuvor angeführten Zitaten Sonderbares auf.

Da wäre zum einen das goldene Kästchen, dass der bereits 990 nach Christus verstorben al-Nadim erwähnt hat. Er notierte die Geschichte, dass die arabischen Entdecker in der Grabkammer ein Kästchen fanden, in dem sich wiederum „frisches Blut“ befand. Dieses Blut, so schreibt er weiter, gerann jedoch und trocknete ein, als es der Luft ausgesetzt wurde, eben „wie Blut zu gerinnen pflegt“.

Eindrücke aus der Königskammer - sie ist alles andere als "zierlich". Auf der Leiter zu sehen ist Dr. Dominique Görlitz; bekannt durch das "Cheops-Projekt".<span style="color: #999999;">(Bild: L. A. Fischinger / D. Görlitz)
Eindrücke aus der Königskammer – sie ist alles andere als “zierlich”. Auf der Leiter zu sehen ist Dr. Dominique Görlitz; bekannt auch durch das “Cheops-Projekt“.(Bild: L. A. Fischinger / D. Görlitz)

Wie soll man so eine Aussage verstehen, wenn sie wahr ist? Über 3.000 Jahre nach dem Bau der Pyramide fanden die arabischen Grabräuber dort noch immer ein Kästchen mit „frischem Blut“? Wenn dem so wäre, stammt es aus einer späteren Epoche und von einer viel späteren Bestattung.

Es könnte sich bei diesem „Kästchen“ um eine der sogenannten Kanopen gehandelt haben. Dies sind kleine Gefäße (oft in Form einer Gottheit), in dem die Ägypter die Eingeweide getrennt mit bestatteten, die bei der Mumifizierung dem Leichnam entnommen wurden. Diese kamen ab dem Ende der 4. Dynastie „in Mode“. Also jener Dynastie, in der Pharao Cheops gelebt hat. „Frisches“ Blut enthält aber keine dieser „Vasen“, und so ist es auch Spekulation, was es mit diesem Fund in Wahrheit auf sich hat.

Seltsam auch, dass al-Nadim die Königskammer als „zierlicher, gewölbter Bau“ beschrieben hat. Diese Grabkammer ist alles andere als „zierlich“ und hat auch eine vollkommen flache Decke. Offensichtlich war er nie im Inneren der Pyramide bzw. in der Königskammer. Sonst wüsste er auch, dass im dortigen Sarkophag überhaupt kein Platz für die Mumie einer zweiten Person neben der genannten männlichen Mumie ist. „An seiner Seite ruhte ein Weib“, wie er schreibt, passt wortwörtlich nicht.

Al-Kaisi war offenkundig nie in der Königskammer der Cheops-Pyramide, als er die ihm zu Ohren gekommenen Geschichten notierte. Sonst hätte er den Raum nicht in der vorliegenden Form beschrieben. Immerhin ist diese Kammer ca. 10,49 Meter lang, 5,24 breit und 5,84 Meter hoch und wurde aus zum Teil überaus mächtigen Ganitblöcken erbaut. Das sind übrigens genau jene (Decken-)Monolithen, an denen die Forscher Stefan Erdmann und Dr. Dominique Görlitz Eisen gefunden haben, worüber in diesem Video auf meinem YouTube-Kanal ausführlicher berichtet wird.

Dieser Widerspruch zwischen arabischen Bericht und Realität der Kammer es Königs wirft ein durchaus „fragliches Licht“auf al-Kaisi. Und zwar auf seine Geschichte über die Entdeckungen in dem senkrechten Schacht der Felskammern, die er persönlich gemacht haben will. Diese Funde von Geheimkammern und Mumien durch al-Kaisi kamen im vorherigen Artikel der Reihe zur Sprache kamen ….

Der Chronist Al-Mutanabbi wiederum war hier bei seinen Notizen genauer. Er schrieb von schwer zu erklimmenden Gängen und Treppen sowie einem „würfelförmigen“ Gemach mit einem Sarg darin. Das beschreibt das tatsächliche Aussehen der Königskammer schon recht gut.

Der verlorene Sarkophag – noch im 12. Jahrhundert zu besichtigen?

Der Granit-Sarkophag in der großen Pyramide: Lag in diesem ein weiterer Sarkophag, der noch bis ins 12. Jahrhundert in Kairo zu sehen war? (Bild: gemeinfrei)
Der Granit-Sarkophag in der großen Pyramide: Lag in diesem ein weiterer Sarkophag, der noch bis ins 12. Jahrhundert in Kairo zu sehen war? (Bild: gemeinfrei)

Was beim zitierten al-Kaisi wiederum sehr interessant ist, ist der Umstand, dass er höchstpersönlich die „Steinsäule“ gesehen habe, in der sich letztlich die Mumie befand. Jene „Bildsäule eines Menschen”, die “wie aus grünem Stein, einer Art Malachit, gefertigt“ gewesen sei, wie er sie beschreibt. Nach dem Öffnen genauer dieser „Säule“ erblickte Al-Mamun „darin den Leichnam eines Menschen“ und einige wertvolle Grabbeigaben. Und dieses Götzenbild, „aus dem man diesen Leichnam hervorholte, habe ich neben der Pforte des königlichen Palastes zu Misr liegen sehen“.

Auch wenn al-Kaisi vielleicht die Pyramide von König Cheops niemals selber von innen sah und nur Erzählungen ihres Inneren notierte, ist es bei dieser Bildsäule oder Statue etwas anders. Sie lag in seinen Tagen nicht mehr im Inneren der Pyramide und konnte folgerichtig von ihm auch ohne das Monument zu betreten bestaunt werden. Das heißt, dass al-Kaisi durchaus einen Sarkophag einer Bestattung gesehen haben kann, den die Araber 823 nach Christus aus der Cheops-Pyramide holten.

Ich vermute, dass es sich hierbei möglicherweise um einen „inneren Sarkophag“ gehandelt haben könnte, der sich in dem heute bekannten und für Besucher zu sehenden Sarg in der Königskammer befand. Es ist kein Geheimnis und sicherlich den meisten Menschen bekannt, dass die alten Ägypter ihre verstorbenen Könige nicht selten in einer „Schicht“ ineinander verschachtelter Särge beisetzten. Das bekannteste Beispiel ist hier selbstverständlich der Pharao Tutanchamun.

Interessant ist im Weiteren auch die Aussage, dass al-Kaisi diesen Sarg im arabischen Jahr 511 am Eingang eines Palastes in Misr hat herumliegen sehen. Das war nach christlicher Zeitrechnung 1133 nach Christus und über 300 Jahre nach dem Kalifen. Sollten also wirklich ein Artefakt aus dem Inneren der Pyramide des Cheops in verhältnismäßig junger Vergangenheit noch existiert haben?

Ein Sarg als Palast-Dekoration der Kalifen?

Was aber ist der „königliche Palast zu Misr“ genau?

Misr ist ein Kürzel von Misr al-qadima und liegt im Süden des heutigen Kairo, nur rund 10 Kilometer Luftlinie von den Pyramiden Gizeh entfernt am Ostufer des Nil. Die Nil-Insel Er-Roda gehört zu dem in Deutsch „Alt-Kairo“ bedeutenden Gebiet. (Heute) 400 Meter vom Nil entfernt steht die Festung Per-Ḥapi-n-Iwnw, die unter der Herrschaft der Griechen „Babylon“ genannt wurde.

Der Herausgeber des „Hitat“, al-Maqrizi, selber notierte erstmals auch einen anderen Namen für diesen Ort. Er nannte ihn „Qaṣr asch-Scham“, was in Etwa „Palast“ oder „Festung der Kerzen“ bedeutet. Auch bei der Eroberungen Ägyptens durch die Araber spielte diese Region oder besser gesagt diese heutige Altstadt von Kairo ein große Rolle. Genau hier irgendwo will der Augenzeuge al-Kaisi im Jahr 1133 den mutmaßlich inneren Sarg gesehen haben, der 823 aus der Cheops-Pyramide gestohlen wurde.

Teilansicht des Pyramiden von Abusir, südlich von Gizeh. Auch hier wurden Steine als Baumaterial geplündert. (Bild: L. A. Fischinger)
Teilansicht des Pyramiden von Abusir, südlich von Gizeh. Auch hier wurden Steine als Baumaterial geplündert. (Bild: L. A. Fischinger)

Und das ist auch nicht so unwahrscheinlich.

Vielen an Ägypten interessierten Menschen ist bekannt, dass nach der Gründung der Stadt Kairo durch die Araber im Jahre 969, diese die Bauten des alten Ägypten als „Steinbrüche“ nutzten. Die verschiedenen Pyramiden auf dem nahem Plateau Gizeh wurden dabei ebenso ihrer Steine beraubt, wie andere Heiligtümer des Landes auch. Hierbei wird auch gerne auf die Spitze der Chephren-Pyramide in Gizeh verwiesen, die noch Reste ihrer früheren Verkleidung besitzt. Dieser Steinraub zog sich Jahre hin und reichte bis zum südlich von Kairo gelegenen Pyramidenfeld von Abusir. Auch beim Bau und Ausbau des Kalifenpalast in Misr, oder besser gesagt der Palaststadt der Kalifen dort, kamen solche Bausteine aus dem alten Ägypten zum Einsatz. Im Jahr unsres Augenzeugen, 1133, regierte dort der Kalif Al-Hafiz aus der Dynastie der Fatimiden.

Gab es also unter seiner Regentschaft tatsächlich noch diese „Säule“ aus der Königskammer der Cheops-Pyramide? Nicht weniger wichtig ist aber auch die Frage, wie der Araber al-Kaisi diese steinerne „Bildsäule eines Menschen“ in Misr als genau jene aus der großen Pyramide identifizieren konnte? Es waren zwar „nur“ rund 300 Jahre seit der arabischen Öffnung der Pyramide vergangen – aber die ägyptischen Hieroglyphen konnte schon damals niemand mehr lesen. Sofern dieses Objekt überhaupt solche trug, anhand derer man dieses Objekt irgendwie zuordnen konnte.

Obwohl einer anderer Chronist die Behauptung des al-Kaisi durchaus stützen könnte, da dieser im “Hitat” überliefert:

Einige Geschichtsschreiber Ägyptens berichten, dass dieses grüne Götzenbild, in dem man die Gebeine fand, bis zum Jahre 611 der Higra beständig neben dem königlichen Palaste zu Misr lag.“

Es wäre spannend, ob nach bald 1.000 Jahren ein derartiges (Stein-)Artefakt überhaupt noch wiederzufinden wäre. Und: ob es überhaupt als das erkannt würde, was es ist.

Der grüne Sarkophag

Nische in der Kammer der Königin der Cheops-Pyramide : Stand hier einst ein Statue oder Sarkophag? (Bild: gemeinfrei)
Nische in der Kammer der Königin der Cheops-Pyramide: Stand hier einst ein Statue und/oder Sarkophag einer Frau? (Bild: gemeinfrei)

Wenig beachtet scheint mir bei der „Spurensuche“ aber die Erwähnung, dass dieses ominöse Bildnis mit einer Mumie darin grün gewesen sei. Das Objekt habe aus „grünen Stein“ bestanden, der Malachit ähnlich gesehen haben soll. Malachit ist ein bekannter Schmuckstein von eindringlicher grüner Farbe und auch im Land der Pharaonen sehr beliebt gewesen. Die Ägypter schmückten mit diesem Stein auch Sarkophage, weshalb die Aussagen der “Hitat”-Chronisten durchaus plausibel klingt. Vielleicht waren die in der Auflistung oben genannten Statuen eines Mannes und einer Frau eben solche Särge?! Oder weiter spekuliert, in der „Königinnenkammer“, die ihren Namen tatsächlich erst in der arabischen Zeit Ägyptens bekam und deren wahren Namen heute niemand mehr kennt, fand sich sogar eine solches Bildnis.

In der Kammer der Königin befindet sich in der Tat eine Nische an deren Ostwand, in der eine „Statue“ gestanden haben könnte. Diese Nische ist fast 5 Meter hoch und einen Meter tief und ihre Funktion ist in der Ägyptologie vollkommen unklar. Fragmente von Diorit innerhalb dieses kleinen “Gewölbes” können dafür sprechen, dass hier einstmals eine Statue stand. Und wer weiß, ob die Araber nicht tatsächlich dort (auch) einen Sarkophag vorfanden, der den Leichnam einer Frau enthielt. Diese in unbekannter Zeit nach Cheops erfolgte Beisetzung veranlasste daraufhin die Araber dem Raum den Namen „Königinnenkammer“ zu geben.

Von Vasen und inneren Organen

Auch wenn solche Spekulationen zutreffen, waren die von den Chronisten erwähnten beiden Statuen eines Mannes und einer Frau, die sich gegenseitig ansahen und in der Königskammer gestanden haben sollen, andere Artefakte. Vielleicht waren auch diese Kanopen-Vasen einer Bestattung, da sich das oben erwähnte „Kästchen“ mit dem Blut zwischen diesen Bildnissen befand. So zumindest hat es Ibn-an-Nadim (935 bis 990) vom „Hörensagen“ her notiert. Wenn man sich sein bereits zitiertes „Fundbild“ nochmal vor Augen führt, könnte es so gewesen sein:

„(Neben dem Sarkophag) erheben sich 2 Felsblöcke in vollendeter Sauberkeit und Schönheit und reichen Farben. Auf jedem gewahrt man eine steinerne Statue; die eine stellt einen Mann, die andere eine Frau dar. Die beiden stehen sich Aug in Aug gegenüber

(…)

Zwischen den beiden Blöcken steht ein steinernes Gefäß (…) in diesem fand man beim Öffnen frisches Blut (…)“

Beispiele solcher Kanopen-Vasen (Bilder: gemeinfrei/WikiCommons)
Beispiele solcher Kanopen-Vasen (Bilder: gemeinfrei/WikiCommons)

Die Funde von Edelsteinen sind bei den Schilderungen der arabischen Chronisten nettes aber nicht gerade rätselhaftes Beiwerk. Die „beschriebe Tafel“ hingegen, die die männliche Statue in Händen gehalten haben soll, wäre hier ein wesentlich spannenderes Artefakt. Was mag auf dieser Schrifttafel gestanden haben? Welche Informationen wurden hier überliefert? Würde es sich bei diesen Statuen tatsächlich “nur” um steinerne Kanopen-Vasen gehandelt haben, so wäre es rein religiöse Inschriften gewesen. Zumal wir auch keinerlei Anhaltspunkte haben, wie groß diese beiden Bildnisse eigentlich gewesen sind!

Obwohl schon früh solchen Kanopen beschriftet wurden, wurden diese Vasen erst ab dem sogenannten Mittleren Reich (2137 bis 1781 vor Christus) mit Deckel in Form menschlicher Köpfe geschmückt. Üblicherweise waren es aber Darstellungen von Göttern (den Söhnen des Horus), die Schutz und Sicherheit geben sollten. Und meistens waren es vier Kanopen mit jeweils einem der göttlichen Horus-Söhne für vier entnommene Organe der Mumie.

In der „Dritten Zwischenzeit“ wiederum fertigten die Ägypter diese Beigaben in Form von Mini-Mumien an, die teils auch mit Mini-Totenmasken geschmückt wurden. Und das wiederum fällt zeitlich in die schon bekannte 26. Dynastie, oder besser gesagt, in den Übergang zwischen „Dritter Zwischenzeit“ in die „Spätzeit“ Ägyptens. Damit ist es auch hier mehr als unwahrscheinlich, dass authentische Artefakte aus der Tagen des Pharao Cheops beschrieben worden sind. Stimmt die Vermutung von entdeckten Kanopen, waren es nach den alten Texten aber nur drei – und nicht wie üblich vier für Lunge, Gedärme, Leber und Magen des Bestatteten.

Einen Spiegel oder eine beschriebene Tafel, wie es überliefert ist, hielt aber so oder so keine der heute bekannte Kanopen oder Mini-Mumie in den Händen. Was auch schwerlich möglich wäre, da derartige Vasen überhaupt keine Hände oder Arme haben …

Widersprüche, Unklarheiten und – Klarheiten

Ohne Frage ist in der Phänomene-Forschung und Grenzwissenschaft oft der Wunsch der Vater des Mysteriums. Dennoch aber bleibt „Cheops Vermächtnis“ aufgrund folgender Tatsachen und ihrer Widersprüche weiter nebulös:

  • Es wurde mit Sicherheit eine Mumie (oder sogar mehrere Mumien) in der großen Pyramiden gefunden. Inklusive einige Beigaben.
  • Nichts deutet darauf hin, dass der Pharao Cheops gefunden wurde.
  • Die arabischen Chronisten widersprechen sich teils deutlich.
  • Durch diese Widersprüche ist nicht mal klar festzustellen, was eigentlich genau gefunden wurde.
  • Wann sich wer in der Pyramide des Cheops lange nach ihrer Errichtung beerdigen lies, ist vollkommen unklar.
  • Wenn die Pyramide schon vor Al-Mamun 823 nach Christus offen war oder stand, ist es seltsam, dass trotzdem von ihm Kostbarkeiten wie Edelsteine und ein Sargdeckel aus Gold gefunden wurden.
  • Die bisher einzige bekannte Darstellung der Pharao Cheops (Bilder: L. A. Fischinger)
    Die bisher einzige bekannte Darstellung der Pharao Cheops (Bilder: L. A. Fischinger)

    Das spricht durchaus für eine erneute Versiegelung in unbekannten Tagen, die dann von Al-Mamun aufgebrochen wurde.

  • Noch im 12. Jahrhundert wollen Augenzeugen einen „Sarg“ aus der Cheops-Pyramide gesehen haben.
  • Wie diese Chronisten den im 9. Jahrhundert gefundenen „inneren Sarkophag“ als Entdeckung von Al-Mamun identifizierten konnten, ist offen.
  • Wenn 25 vor Christus die Cheops-Pyramide noch durch eine „Klapptür“ betreten werden konnte (wie der Geschichtsschreiber Strabo berichtet, siehe Teil 1) – dann stammen die Funde von Al-Mamun aus der Zeit danach. Niemand hätte wertvolle Objekte unangetastet gelassen, wäre das Monument nicht nach dem Jahr 25 vor Christus erneut verschlossen worden!
  • Die Vermutung, dass bei Renovierungen Jahrhunderte vor Strabo jemand dort bestattet wurde, könnte stimmen. Aber diese Bestattung(en) blieben nicht bis 823 unangetastet.
  • Die Beschreibungen von Mumien-Funden usw. im Schacht der Felsenkammer aus dem 3. Teil dieser Reihe, sind wohl eher Erfindungen, da der Autor scheinbar nie das Innere der Pyramide betrat.

Möglicherweise haben die Widersprüche und Unklarheiten der arabischen Chronisten über Al-Mamuns Funde folgenden Grund:

Im „Hitat“ des al-Maqrizi werden Erzählungen und Gerüchte aus dem ägyptischen Volksmund überliefert. Auch wenn diese zum Teil Jahrhunderte alt waren, bestätigen sie zumindest Beisetzungen in der Pyramide des Cheops. Die widersprüchlichen Angaben könnten sich dadurch erklären, dass unterschiedliche Funde aus unterschiedlichen Zeiten in einen Topf geworfen wurden. Obwohl Al-Mamun die Cheops-Pyramide nicht als erster Prüderer betrat, sind Geschichten über dort entdeckte Objekte mit ihm verknüpft worden.

Die Ägypter selber wussten von Funden im Inneren der Pyramide, aber schrieben sie alle Al-Mamun zu. Welcher „Einbrecher“ was wann wo genau vorfand, war längst in Vergessenheit geraten. Der eine fand nichts als morsche Knochen im Sarkophag der Königskammer – der andere wiederum vielleicht eine Mumie in recht gutem Zustand. Einer entdeckte Statuen/Kanopen oder sogar mehrere Särge in menschlicher Form – der andere einen kostbaren Sargdeckel aus Gold mit Leichenresten darunter …

Doch Pharao Cheops wurde nach dieser “Analyse” der arabischen Überlieferungen nie in seiner Pyramide gefunden.

Eine abschließende Zusammenfassung als 5. Folge der Artikel-Serie findet Ihr hier in einem YouTube-Video.

 

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Die Cheops-Pyramide: Mumien, Grabräuber und Mysterien – Artikel-Serie von Lars A. Fischinger, Teil #3: MÄRCHEN AUS 1001 NACHT?

Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien - Artikel-Serie Teil #3: Märchen aus 1001 Nacht?
Die Cheops-Pyramide: Mumien, Grabräuber und Mysterien – Artikel-Serie Teil #3: Märchen aus 1001 Nacht?

Die Cheops-Pyramide von Gizeh – Das letzte und zugleich älteste Weltwunder der Antike, wie es immer wieder gerne betont wird. Ein Bauwerk, das seit rund 4.500 Jahren die Menschen in ihren Bann zieht. Dabei ist eine jener Fragen, die der Pyramide des Cheops immer wieder gestellt werden, jene nach er Mumie des Pharao und der erster Öffnung des Monumentes durch den Kalifen Al-Mamun im Jahre 823. Auf Grundlage einer früheren Veröffentlichung von mir soll in dieser Artikel-Serie der Spur der Plünderung(en) der Cheops-Pyramide, den Funden des Al-Mamun und seiner Entdeckungen genauer nachgegangen werden. Dabei ergeben sich – wie so oft in der Mystery-Forschung – neue Fragen auf alte Antworten …

Von Lars A. Fischinger

Hallo, liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Einleitung

Pyramiden gibt es in Ägypten wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. Doch gerade und vor allem die Pyramide von Pharao Cheops (ca. 2620 bis 2580 vor Christus) aus der 4. Dynastie (2639 bis 2504 vor Christus) in Gizeh nahe Kairo erregt bis heute die Aufmerksamkeit zahllose Touristen und Autoren. (K)ein Wunder: ist sie doch mit ihren einst fast 147 Metern Höhe und einer Länger an der Basis von rund 230 Metern die größte Pyramide der Erde. Die Bauarbeiter des Königs türmten zu seinen Ehren unzählige Steinblöcke in den Himmel. Und so entstand ein Bauwerk, das nicht nur durch seine Wucht und Größe fasziniert, sondern auch vielen Autoren der Grenzwissenschaft durch ihre Rätsel und weiterhin offenen Fragen.

Gerne wird die Pyramide des Cheops als Monument aus fernen Tagen vor einer Sintflut gehandelt. Als eine Art „Wissensspeicher“ oder eine Art „kosmischer Plan“ für das Wissen der Menschheit. Eine „Zeitkapsel“, die die Weisheiten jener Menschen erhalten und schützen sollte, die vor der großen Sintflut bzw. vor Jahrtausenden lebten. Folglich ein Bauwerk, dass die Geheimnisse einer verborgenen Welt enthält. Vielleicht sogar von Atlantis. Eindeutige Beweise für diese Ideen gibt es keine.

Mehr als sonderbar und mysteriös ist, dass nie eine Mumie im Inneren der Steinberges entdeckt worden sein soll. Als das gewaltige Monument vor fast 1.200 Jahren erstmals durch einen Kalifen geöffnet wurde – war es vollkommen leer, wie es heißt.

Auf Grundlage meines Buches „Verbotene Geschichte“ (2010) und eines einstigen E-Book zum Thema soll in dieser kleinen Artikel-Serie speziell genau diesem Mysterium der Cheops-Pyramide nachgegangen werden. Fragen nach der Plünderung der Pyramide werden ebenso dargelegt, wie arabische Überlieferungen über die Öffnung des Bauwerkes sowie die Widersprüche, die sich daraus ergeben. Ebenso eine Spur, wo der mutmaßlich innere Sarkophag einer offenbar tatsächlich gefunden Mumie letztlich gelandet ist.

Alte Fragen, die durch ihre Antworten neue Fragen ergeben.

Zum Abschluss der Reihe plane ich als 5. Teil eine Zusammenfassung in einem YouTube-Video auf meinem Grenzwissenschaft-Channel „Ancient Aliens & Mystery Files“.

Bleibt also neugierig!

 

Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien

Teil #3: Märchen aus 1001 Nacht?

 

Der Schacht des Kalifen Al-Mamun aus dem 9. Jahrhundert, der heute die Besucher in die Cheops-Pyramide führt (Bild: L. A. Fischinger)
Der Schacht des Kalifen Al-Mamun aus dem 9. Jahrhundert, der heute die Besucher in die Cheops-Pyramide führt (Bild: L. A. Fischinger)

Die Annahme, dass die Pyramide erstmals 823 aufgebrochen wurde und dabei rein gar nichts enthielt, ist also unzutreffend. Das wissen wir nun. Wessen Leiche Al-Mamun aber wirklich fand, ist und bleibt reine Spekulation. Pharao Cheops höchst selbst wird es wohl kaum gewesen sein. Doch Überlegungen über den Verbleib einer möglichen echten Mumie des Cheops, sind ebenso spekulativ.

Doch schauen wir uns in dieser Artikel-Folge einmal an, was die alten Chronisten und Historiker dazu noch wussten. Oder gewusst haben wollen.

“Märchenonkel” Herodot?

Hierbei wird oft an erster Stelle der schon legendäre Geschichtsschreiber Herodot von Halikarnass (490/480 bis 424 vor Christus) genannt. Ein griechischer Autor, der eine Art Weltgeschichte (die „Historien“) in mehreren Bänden verfasst hat. Aber auch ein Geschichtsschreiber, der als „Geschichtenerzähler“ verrufen war und ist und den der griechische Schriftsteller und Philosoph Plutarch (45 bis 125 nach Christus) sogar schlicht einen „Lügner“ nannte. Ein fraglos starker Vorwurf von Plutarch gegenüber eines seiner Vorgänger.

Der nicht minder bekannte Geschichtsschreiber Diodor von Sizilien (erste Hälfte des 1. Jahrhundert vor Christus) hielt ebenso nichts von den Schilderungen des Herodot. Nur „Wundermärchen und unterhaltende Dichtungen“ habe dieser überliefert, so sein Landsmann Diodor im 1. Buch seines 40 Bände umfassenden Geschichtswerk „Bibliothéke historiké“. Auch er zweifelte folglich an der Wahrhaftigkeit der Geschichtsschreibung durch Herodot.

Der Grieche Herodot war es übrigens auch, der den heute lange widerlegten aber weithin bekannten Mythos in die Welt setzte, dass ein Heer von 100.000 Sklaven die Cheops-Pyramide in 20 Jahren errichtet habe. Oder auch, so Herodot in Band 2 seiner „Historien“, dass Pharao Cheops „als er Geld brauchte, seine eigene Tochter in einem Bordell sitzen ließ und ihr auferlegte, eine gewisse Summe des Geldes (…) zu verdienen“.

Das Grab des Osiris von Gizeh: Wie Ägyptens letzter Pharao Zahi Hawass einen fast 100 Jahre alten Fund als seine Entdeckung präsentierte (Bild: L. A. Fischinger)
ARTIKEL: Das Grab des Osiris von Gizeh: Wie Ägyptens letzter Pharao Zahi Hawass einen fast 100 Jahre alten Fund als seine Entdeckung präsentierte (Bild: L. A. Fischinger)

Auch wenn damals wie heute Herodot als Erzähler von Fakt und Fiktion angesehen wurde und wird, sind seine Aussagen über die angebliche letzte Ruhestätte des Cheops sehr weit verbreitet. Herodot notierte nämlich, dass die „Sklavenarbeiter“ des Pharao neben der eigentlichen Pyramide eine Reihe von geheimen unterirdischen Kammern oder Räumen anlegten und in einer dieser Gruften letztlich Cheops selber bestatte wurde. Folglich nicht in der „Königskammer“ der großen Pyramide, die dann eigentlich bei ihrer Versiegelung vor ca. 4.500 Jahren schlicht leer gewesen sein sollte. Zumindest bis jemand den von Al-Mamun entdeckten Verstorbenen dort bestattete.

Im Zusammenhang mit dieser versteckten Grabkammer des Cheops wird vielfach das unterirdische „Osiris-Grab“ genannt. Diese unterirdische Anlage befindet sich zwischen der Pyramide des Chephren und der Sphinx auf dem Plateau von Gizeh. Darüber habe ich an anderer Stelle in einem YouTube-Video berichtet.

Verschwommene Erinnerungen?

Interessant ist aber, was der Herodot-Kritiker Diodor von Sizilien selber zu den Pyramiden von Gizeh schreibt. Etwa um das Jahr 50 vor Christus reiste Diodor durch Ägypten und sammelte dabei auch Informationen über die Cheops-Pyramide. Und so berichtet auch er selbst zum Beispiel, dass Cheops tatsächlich nicht in der Pyramide mit seinem Namen begraben wurde, sondern in einem geheimen Versteck. Ähnliches also wie sein Vorgänger Herodot. Als Grund für diese Form des Begräbnisses des Königs führt Diodor aus, dass er die Rache der von ihm versklavten Bauarbeiter bzw. Bevölkerung befürchtet habe. Auch sein Nachfolger Pharao Chephren sei auf diese Weise und genau aus demselben Grund versteckt bestattet worden. Das klingt erst mal spannend. Aber schaut man sich weitere Angaben von Diodor zur Cheops-Pyramide an, so zeigt sich sehr schnell, dass ihm in Ägypten wohl jeder Mensch eine andere Story aufgetischt hat.

So nennt Diodor als Bauherren der großen Pyramide auch einen ganz anderen und unbekannten Herrscher, der „Harmais“ geheißen haben soll. Ein solcher König ist in Ägypten aber unbekannt. Wohl aber ist der sehr ähnliche Name „Harmachis“ geläufig und auch der Sphinx wurde einst „Harmachis-Chepre-Re-Atum“ genannt. Harmachis ist jedoch eine Gottheit, die seit der 18. Dynastie ab etwa 1550 vor Christus eine Form des bekannten Gottes Horus war. Hat also ein Gott mit Falkenkopf die Pyramide des Cheops gebaut?!

Bildnis des Pharao Amasis / Ahmose II. (Bild: L. A. Fischinger)
Bildnis des Pharao Amasis / Ahmose II. (Bild: L. A. Fischinger)

Auch für die Chephren-Pyramide nennt Diodor einen weiteren Baumeister. Und auch dieser lässt sich nicht mit seinen Angaben über „Geheimgräber“ von Cheops und Chephren in Einklang bringen. So überliefert der Geschichtsschreiber, dass ein Pharao mit dem Namen Amasis der wahre Bauherr der Chephren-Pyramide von Gizeh war. Diesen Pharao wiederum hat es tatsächlich gegeben, auch wenn er rund 2.000 Jahre nach dem Bau der großen Pyramiden lebte.

Es handelt sich dabei um den Pharao Ahmose II. (570 bis 526 vor Christus), den Diodor als Herrscher von „außergewöhnlicher Klugheit und in seinem Charakter maßvoll und gerecht“ lobt. Pharao Ahmose II. könnte dennoch tatsächlich etwas mit den Pyramiden zu tun gehabt haben. Seine Herrschaft fiel in die 26. Dynastie des Pharaonenreiches, die uns im 1. Teil bereits begegnete. Das ist genau jene Saiten-Dynastie, die für Umbauten und Restaurationen an den Pyramiden von Gizeh und anderen Monumenten verantwortlich war …

Sollte vielleicht sogar Pharao Ahmose II. jene Mumie gewesen sein, die Al-Mamun 823 in der Cheops-Pyramide entdeckt hat? Auch das ist wieder fragwürdig, da dieser Herrscher fast exakt 1.350 Jahre vor den Entdeckungen des Kalifen starb. Vielmehr scheint es so, als habe Diodor hier eine verschwommene Erinnerung an die 26. Dynastie von seinen einheimischen Informanten erzählt bekommen.

Das zeigt sich auch bei seiner Angabe, dass die ungeheure Anzahl von 360.000 Menschen über 20 Jahre mit dem Bau der Cheops-Pyramide beschäftigt war. Ein Arbeiterheer, für das nicht einmal Platz auf dem Gizeh-Plateau ist, und das sich permanent auf die Füße getreten wäre.

Zurück zum “Hitat”

Teilansicht der sog. "unvollendeten Grabkammer" tief unten in der Cheops-Pyramide (Bild: W.-J. Langbein)
Teilansicht der sog. “unvollendeten Grabkammer” tief unten in der Cheops-Pyramide (Bild: W.-J. Langbein)

Natürlich enthält auch das „Hitat“, das in der vorherigen Artikel-Folge umfangreich zu Wort kam, selbst zahllose Angaben über die Cheops-Pyramide und andere ihrer Art. Vielfach sind es dabei Wiederholung, Erzählungen der ägyptischen Kopten oder auch Lobeshymnen an die prachtvolle Architektur der Monumente. Ebenso die Erwähnungen von Inschriften an den Außenverkleidungen der Pyramiden und auch Aussagen über eine Sintflut.

Bei der Suche nach dem verschollenen Pharao Cheops muss der Vollständigkeit halber aber erneut der Chronist al Kaisi erwähnt werden. Das war jener Autor aus Teil 2, der noch im Jahr 1133 die „Götzenstatue“ aus der Cheops-Pyramide gesehen haben will. Doch er will noch weit mehr gesehen haben – sehr viel mehr.

So schildert al Kaisi neben den Entdeckungen von Al-Mamun auch seine eigenen persönlichen Erkundungen in der großen Pyramide. Bei diesen stieß er auf „ein großes gewölbtes Gemach, dessen Basis ein Viereck bildet“ und dessen Decke rund gewesen sei. Bei genauerer Betrachtung entdeckte er in diesem Raum noch weitere Stollen und geheime Kammern, zu denen er schreibt:

In der Mitte befand sich ein viereckiger Brunnenschacht von 10 Ellen Tiefe. Steigt man in ihm herab, so entdeckt man auf jeder seiner vier Seiten eine Pforte, die zu einem großen Raum führt, in dem Leichname liegen, Söhne Adams. Sie sind mit einer großen Zahl von Leichentüchern bedeckt. Auf jedem liegen mehr als 100 Tücher, die durch die lange Zeit morsch und schwarz geworden sind. Ihre Leiber gleichen den unseren (…). Von ihren Körpern und ihrem Haar ist nichts abgefallen. Kein Greis, keiner dessen Haar weiß ist, befindet sich unter ihnen. (…) Aber sie haben sehr an Gewicht verloren, schließlich sind sie infolge der langen Zeit wie welke Blätter und sonstiger Abfall geworden.

In diesem Brunnenschacht sind vier mit Leichnamen angefüllte Räume.“

Video: Das Mysterium des „Osiris-Grab“ von Gizeh – Ein See und unerforschte Tunnel unter der Pyramide des Cheops?(Bilder: L. A. Fischinger / NSA/JPL)
VIDEO: Das Mysterium des „Osiris-Grab“ von Gizeh – Ein See und unerforschte Tunnel unter der Pyramide des Cheops? (Bilder: L. A. Fischinger / NSA/JPL)

Das sind nicht nur ganz erstaunliche Aussage des angeblichen Augenzeugen, sondern zugleich sehr sonderbare. Beschrieben wird hier eindeutig die „unvollendete Grabkammer“ 30 Meter unter der Cheops-Pyramide und der darin senkrecht nach unten verlaufende Schacht. Denn diesen gibt es wirklich, und der bereits der britische Pyramiden-Entdecker John Shae Perring, ein Kollege des Howard Vyse aus dem 1. Artikel-Teil, und der Entdecker einer nach ihm bekannten “Entlastungskammer” in der Cheops-Pyramide, untersuchte diesen Schacht. Perring kam dabei bis in eine Tiefe von 11 Metern herunter.

Alles Märchen?

Obwohl die Ägyptologie selber uneins ist, was es mit dieser Felsenkammer genau auf sich hat, sind solche Kammern am Ende des dortigen „Blindschacht“ laut Archäologie-Meinung vollkommen unbekannt. Der Archäologe und einstige Leiter des “Deutschen Archäologischen Institut” in Kairo, Rainer Stadelmann, glaubt sogar, dass der senkrechte Schacht überhaupt nicht von den Pharaonen stammt. In seinem Buch “Die ägyptischen Pyramiden” (1991) schreibt er:

“(Ich halte den Schacht) für eine vergebliche Bohrung spätzeitlicher Schatzsucher, vielleicht angeregt durch Geschichten, die man zu Zeiten Herodots von den unterirdischen Räumen erfunden hat.

Stadelmann bezieht sich hier auf die Geschichte des “Osiris-Grab” bzw. die Erzählung, dass Cheops auf einer “Insel” unter der Pyramide selber bestatte wurde. Also wäre – zumindest nach dieser archäologischen Spekulation! – der senkrechte Schacht der Felsenkammer kein Relikte aus der Bauzeit der Cheops-Pyramide …

Es wurde und wird zwar in der Mystery-Literatur immer mal wieder spekuliert, ob es dort solche Räume gibt, aber offiziell gibt es sie nicht. Im 12. Jahrhundert zumindest will al Kaisi diese Geheimkammern nicht nur persönlich betreten, sondern dort auch Mumien gefunden haben.

Teilansicht der sog. "unvollendeten Grabkammer" tief unten in der Cheops-Pyramide (Bild: gemeinfrei)
Teilansicht der sog. “unvollendeten Grabkammer” tief unten in der Cheops-Pyramide (Bild: gemeinfrei)

Ein Märchen aus 1001 Nacht, wie durchaus nicht wenige Aussagen des „Hitat“? Oder werden hier die Berichte der alten Autoren mit zweierlei Maß bewertet?

Mein Autoren-Freund und -Kollege Andreas von Rétyi soll an dieser Stelle stellvertretend für eine Vielzahl an “grenzwissenschaftlichen Autoren” genannt werden, denen der “Brunnenschacht” tief unter der großen Pyramiden nicht ganz geheuer ist. So berichtet er in seinem Buch “Geheimakte Gizeh-Plateau” (2005), was ihm bei seinen Besuchen in der unterirdischen Kammer aufgefallen ist. So schreibt von Rétyi, dass in diesem seltsamen Schacht offenbar Ausgrabungen oder andere Arbeiten stattfanden, die anschließend “getarnt” wurden.

Hierzu erklärt von Rétyi weiter, dass der eigentlich sehr tiefe Schacht bei einem Besuch von ihm nur vier Wochen später scheinbar mit Sand aufgefüllt wurde. Wer sollte einen nach Meinung der Archäologie nicht geheimnisvollen senkrechten Schacht mit Tonnen von Sand zuschütten? Noch dazu in einer Kammer, in die der normale Besucher überhaupt nicht rein kommt? Von Rétyi glaubt weiter sogar, dass zwei von ihm in diesem “Tunnel” entdeckte Metallstäbe, die aus dem Sand darin herausragen, eventuell eine Art “Hebelvorrichtung” sein könnten:

Der senkrecht nach unten verlaufene Sacht in der Felsenkammer - nur ein Raubgräber-Tunnel? (Bild: Archiv E. v. Däniken)
Der senkrecht nach unten verlaufene Sacht in der Felsenkammer – nur ein Raubgräber-Tunnel? (Bild: Archiv E. v. Däniken)

Er (der Stab, Anm. LAF) diente natürlich als Henkel, an dem man sie Abdeckung per Flaschenzug nach oben heben kann. Schaut man genauer hin, fällt noch eine zweite Stange auf der anderen Seite auf.

Von wegen tonnenweise Sand. Lediglich eine dünne Schicht muss zur Tarnung drauf.

Auch wenn sich Jahrtausende nach dem Richtfest der Cheops-Pyramide darin ein Fremder bestatten ließ, bleiben Fragen zu den einzelnen Funden durch die Araber im 9. Jahrhundert offen. Sehen wir uns also in der nächsten Folge die Beschreibungen der einzelnen Entdeckungen/Artefakte aus dem „Hitat“ des vorherigen Artikel einmal im Detail an …

... und begeben uns in Teil 4 auf eine „Spurensuche“ nach diesen Funkstücken.

 

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Die Cheops-Pyramide: Mumien, Grabräuber und Mysterien – Artikel-Serie von Lars A. Fischinger, Teil #2: ENTDECKUNGEN!

Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien - Artikel-Serie Teil #2: Entdeckungen!
Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien – Artikel-Serie Teil #2: Entdeckungen!

Die Cheops-Pyramide von Gizeh – Das letzte und zugleich älteste Weltwunder der Antike, wie es immer wieder gerne betont wird. Ein Bauwerk, das seit rund 4.500 Jahren die Menschen in ihren Bann zieht. Dabei ist eine jener Fragen, die der Pyramide des Cheops immer wieder gestellt werden, jene nach er Mumie des Pharao und der erster Öffnung des Monumentes durch den Kalifen Al-Mamun im Jahre 823. Auf Grundlage einer früheren Veröffentlichung von mir soll in dieser Artikel-Serie der Spur der Plünderung(en) der Cheops-Pyramide, den Funden des Al-Mamun und seiner Entdeckungen genauer nachgegangen werden. Dabei ergeben sich – wie so oft in der Mystery-Forschung – neue Fragen auf alte Antworten …

 

 

Von Lars A. Fischinger

Hallo, liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Einleitung

Pyramiden gibt es in Ägypten wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. Doch gerade und vor allem die Pyramide von Pharao Cheops (ca. 2620 bis 2580 vor Christus) aus der 4. Dynastie (2639 bis 2504 vor Christus) in Gizeh nahe Kairo erregt bis heute die Aufmerksamkeit zahllose Touristen und Autoren. (K)ein Wunder: ist sie doch mit ihren einst fast 147 Metern Höhe und einer Länger an der Basis von rund 230 Metern die größte Pyramide der Erde. Die Bauarbeiter des Königs türmten zu seinen Ehren unzählige Steinblöcke in den Himmel. Und so entstand ein Bauwerk, das nicht nur durch seine Wucht und Größe fasziniert, sondern auch vielen Autoren der Grenzwissenschaft durch ihre Rätsel und weiterhin offenen Fragen.

Gerne wird die Pyramide des Cheops als Monument aus fernen Tagen vor einer Sintflut gehandelt. Als eine Art „Wissensspeicher“ oder eine Art „kosmischer Plan“ für das Wissen der Menschheit. Eine „Zeitkapsel“, die die Weisheiten jener Menschen erhalten und schützen sollte, die vor der großen Sintflut bzw. vor Jahrtausenden lebten. Folglich ein Bauwerk, dass die Geheimnisse einer verborgenen Welt enthält. Vielleicht sogar von Atlantis. Eindeutige Beweise für diese Ideen gibt es keine.

Mehr als sonderbar und mysteriös ist, dass nie eine Mumie im Inneren der Steinberges entdeckt worden sein soll. Als das gewaltige Monument vor fast 1.200 Jahren erstmals durch einen Kalifen geöffnet wurde – war es vollkommen leer, wie es heißt.

Auf Grundlage meines Buches „Verbotene Geschichte“ (2010) und eines einstigen E-Book zum Thema soll in dieser kleinen Artikel-Serie speziell genau diesem Mysterium der Cheops-Pyramide nachgegangen werden. Fragen nach der Plünderung der Pyramide werden ebenso dargelegt, wie arabische Überlieferungen über die Öffnung des Bauwerkes sowie die Widersprüche, die sich daraus ergeben. Ebenso eine Spur, wo der mutmaßlich innere Sarkophag einer offenbar tatsächlich gefunden Mumie letztlich gelandet ist.

Alte Fragen, die durch ihre Antworten neue Fragen ergeben.

Zum Abschluss der Reihe plane ich als 5. Teil eine Zusammenfassung in einem YouTube-Video auf meinem Grenzwissenschaft-Channel „Ancient Aliens & Mystery Files“.

Bleibt also neugierig!

 

Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien

Teil #2: Entdeckungen!

 

Die Mumie „des Cheops“ – gefunden …?

Der ursprüngliche Eingang in die Cheops-Pyramide / Zeichnung (Bild: gemeinfrei)
Der ursprüngliche Eingang in die Cheops-Pyramide / Zeichnung (Bild: gemeinfrei)

Der erste Teil dieser Artikel-Serie zeigte, dass die allseits bekannte „erste Öffnung der Cheops-Pyramide“ durch die Araber unter Kalif Al-Mamun im Jahr 823 so erstmals gar nicht gewesen ist. Zumindest gibt es ernstzunehmende Hinweise, dass Al-Mamun und seine Leute alles andere als eine jungfräuliche Pyramide öffneten oder aufbrachen.

Aber was genau geschah dann, als die Muslime vor fast 1.200 Jahren das mächtige Monument in Gizeh betraten? Bereits 2010 habe ich in meinem (unlängst vergriffenen) Buch „Verbotene Geschichte“ auf den Umstand verwiesen, dass Al-Mamun damals offenbar doch eine Mumie gefunden hat. Ein zumindest nach arabischen Quellen überlieferte Tatsache, die, wie wir noch sehen werden, aber weitere Fragen aufwirft.

In diesem Teil der Artikel-Reihe sollen genau diese Berichte über die Entdeckungen des Kalifen noch einmal detaillierter beleuchtet werden.

Das legendäre Buch „Hitat“ ist eine Sammlung alter Chronistentexte zum alten Ägypten, die auch weit über „ägyptologische Insiderkreise“ hinaus bekannt ist (s. folgende Teile). In dieser Textsammlung finden wir Aussagen, dass eine Mumie bzw. sterbliche Überreste und sogar Grabbeigaben in der Cheops-Pyramide von Al-Mamun gefunden wurden. Es ist im „Hitat“ keine Rede davon, dass die Pyramide bei ihrer „ersten“ Öffnung durch Kalif Abu al-Mamun (786 bis 833) im Jahr 823 wirklich vollkommen leer war. Es sind scheinbar Quellen, die viele vielen oft übersehen wurden und werden, wie ich es vor nunmehr sechs Jahren darlegte.

Aber schauen wir uns diese ominösen Quellentexte aus dem mittelalterlichen „Hitat“ des Historikers al-Maqrizi (1364 bis 14442) einmal genauer an. Einige Beispiele aus dem Text über die Öffnung der Pyramide durch den Kalifen enthalten eindeutige Aussagen. Aussagen, die im 4. Teil jedoch nochmal genauer betrachtet werden sollen.

Was die Araber noch wussten

Der Schacht, den Al-Mamun nutze (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Der Schacht, den Al-Mamun nutze (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

So etwa jene des Gelehrten Abu Jakub Muhammad Ibn-Ishaq Ibn-an-Nadim (935 bis 990), der über die Öffnung der Cheops-Pyramide durch Kalif Al-Mamun sehr umfangreich schreibt:

In der Mitte dieser Plattform befindet sich ein zierlicher, gewölbter Bau; mitten darin steht etwas wie ein Sarkophag. Zu Häupten desselben erheben sich 2 Felsblöcke in vollendeter Sauberkeit und Schönheit und reichen Farben. Auf jedem gewahrt man eine steinerne Statue; die eine stellt einen Mann, die andere eine Frau dar. Die beiden stehen sich Aug in Aug gegenüber, der Mann hält eine beschriebe Tafel in der Hand, die Frau einen Spiegel, dessen Rahmen aus Gobi besteht, das ein Meißel ziseliert (eine Technik der Metallverarbeitung, bei der mit einem Hammer das Material getrieben/gequetscht wird, Anm. LAF) hat.

Zwischen den beiden Blöcken steht ein steinernes Gefäß, das mit einem goldenen Deckel verschlossen war. Als man den entfernte, entdeckte man eine Art geruchloses, eingetrocknetes Pech und ein goldenes Kästchen; in diesem fand man beim Öffnen frisches Blut, das aber, als es von der Luft getroffen wurde, gerann, wie Blut zu gerinnen pflegt, und eintrocknete.

Auf dem Sarge lagen steinerne Deckel, nach deren Beseitigung man einen schlummernden Mann erblickte, der auf seinem Hinterkopf lag. Er war vollkommen wohl erhalten und trocken, seine Leibesbeschaffenheit war deutlich zu erkennen und sein Haar noch wohl sichtbar. An seiner Seite ruhte ein Weib, das den gleichen Anblick bot.

Der arabische Historiker Ahmad ibn Ali al-Makrizi (1364 bis 1442) weiß hier selber zu ergänzen:

Es heißt, man habe auf dem Körper, der in der Pyramide begraben liegt, ein ganz zerfallenes Gewand gefunden, von dem nur noch die goldenen Fäden übrig geblieben waren; die Dicke der Schicht von Myrrhe und Aloe, mit der der Leichnam überzogen war, soll eine Spanne betragen haben.“

Die Araber Unter Kalif Al-Mamun erkunden 833 die Cheops-Pyramide. Die ersten Entdecker waren sie dabei-wohl eher nicht ... (Bild: gemeinfrei)
Die Araber Unter Kalif Al-Mamun erkunden 833 die Cheops-Pyramide. Die ersten Entdecker waren sie dabei wohl eher nicht(Bild: gemeinfrei)

Der Geograph, Heiler, Botaniker bzw. Arzt und Kartograph mit dem wohlklingenden Namen Abu Abdallah Muhammed bin Abd ar-Rahim al Kaisi (ca. 1100 bis 1166) schreibt:

Es heißt, man sei zur Zeit al-Mamuns dort emporgestiegen, und darauf zu einem gewölbten Gemach geringer Größe gelangt, in dem eine Bildsäule eines Menschen war, die aus grünem Stein, einer Art Malachit, gefertigt war. Man brachte sie zu al-Mamun und es fand sich, dass sie mit einem Deckel verschlossen war.

Als man sie öffnete gewahrte man darin den Leichnam eines Menschen, der einen goldenen, mit allerlei Edelsteinen geschmückten Panzer trug. Auf seiner Brust lag eine Schwertklinge ohne Griff und neben seinem Haupte ein roter Hyazinthestein von der Größe eines Hühnereis, der wie Feuerflammen leuchtete. Den nahm al-Mamun an sich. Das Götzenbild aber, aus dem man diesen Leichnam hervorholte, habe ich neben der Pforte des königlichen Palasts zu Misr liegen sehen im Jahre 511 (Anm. LAF: damit ist die islamische Zeitrechnung „Hidschra“ gemeint, was 1133 nach Christus entspricht.)“

Abu t-Taijib Ahmadal al-Mutanabbi (905 bis 965), ein im arabischen Raum weithin bekannter Dichter, berichtete von der Öffnung der Cheops-Pyramide im Jahr 823:

Drinnen fanden sie grausenerregende Treppen und Schächte, wo man nur unter Schwierigkeiten gehen konnte, und ganz oben fand er (al-Mamun) ein würfelförmiges Gemach; jede Seite hatte eine Länge von etwa 8 Ellen und in der Mitte stand eine marmorne Mulde, die mit einem goldenen Deckel verschlossen war. Als man den heruntergenommen hatte, fand er darin nur morsche Knochen, über die die dahingeschwundenen Jahrhunderte dahingegangen waren.“

Ein im „Hitat“ namentlich nicht genannter Chronist rezitiert auch die oben zitierte Überlieferung des al Kaisi mit der „Bildsäule eines Mannes“ usw. Dieser Autor ergänzte jedoch zu diesem Bildnis:

Einige Geschichtsschreiber Ägyptens berichten, dass dieses grüne Götzenbild, in dem man die Gebeine fand, bis zum Jahre 611 der Higra beständig neben dem königlichen Palaste zu Misr lag.“

Das Objekt sogar nach diesem Text sogar noch mindestens 100 Jahre länger „ausgestellt“ gewesen sein, als es al Kaisi überlieft hat.

Wiederverwendung?

Nach allem, was wir nun wissen, ist die Aussage, in der Cheops-Pyramide sei bei der (Wieder-)Öffnung durch die Araber nichts gefunden worden – falsch! Zumindest nach diesen Texten aus dem „Hitat“. Texte übrigens, die auch immer wieder von Inschriften in und an den Pyramiden berichten. Mal wird von lesbaren Schriften erzählt (etwa Griechisch) und mal von vollkommen fremden Sprachen. Beispielsweise würde allein der fremde Text, der in der Königskammer des Cheops gestanden habe, bei einer Abschrift 10.000 Blätter ergeben.

Das Rätsel der Cheops-Pyramide: Haben Aliens sie gebaut? (Bild: L. A. Fischinger)
Das Rätsel der Cheops-Pyramide: Haben Aliens sie gebaut? (Bild: L. A. Fischinger)

Die zitierten Beschreibungen erzählen klar, dass es menschliche Überreste im Inneren des Monumentes gab, als der Sarkophag geöffnet wurde. Al-Mutanabbi notierte sogar, dass ein goldener Deckel von dem Sarkophag gewuchtet wurde und so die „morschen Knochen“ des Bestatteten zum Vorschein kamen. Nicht erst seit heute ist bekannt, dass der Sarkophag in der Kammer es Königs keinen Deckel hat. War er also tatsächlich aus Gold, sollte man sich nicht wundern, dass er bereits vor rund 1.200 Jahren gestohlen wurde.

Da es trotz allem sehr fraglich ist, dass im 9. Jahrhundert die Pyramide zuvor wirklich noch nie betreten wurde, ist auch die Identität der nach diesen Überlieferungen gefundenen Mumie fraglich. Es erscheint mit sehr unwahrscheinlich, dass Al-Mamun bei seiner Expedition wirklich die Überreste des echten Pharao Cheops gefunden hat. Kaum vorstellbar, dass seine Mumie seit rund 2500 vor Christus trotz bereits geöffneter Pyramide noch in den Tagen der Araber in ihrem Sarkophag lag. Wahrscheinlicher ist es, dass hier – vielleicht während der im 1. Teil genannten 26. Dynastie – jemand ganz anderes seine letzte Ruhe fand. Dieser jemand wurde von Al-Mamun und seinen Arbeitern letztlich entdeckt.

Doch das “Mysterium Cheops-Pyramide” wäre kein Mysterium, wenn es nicht noch weitere Überlieferungen dazu gäbe. Bevor wir im 4. Teil dieser Artikel-Reihe unseren Blick einmal genauer auf die von Al-Mamun angeblich entdeckten Artefakte richten, schauen wir uns im folgenden Teil vorerst weitere Quellen/Aussagen rund um Cheops und seine letzte Ruhestätte an.

Schilderungen wie aus 1001 Nacht, die den Mythos um die Pyramide des Cheops bis heute so faszinierend machen … und um die geht es in hier Teil 3.

 

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Die Cheops-Pyramide: Mumien, Grabräuber und Mysterien – Artikel-Serie von Lars A. Fischinger, Teil #1: WO IST CHEOPS?

Cheops-Pyramide - Mumien Grabräuber und Mysterien - Teil 1 - Wo ist Cheops
Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien – Artikel-Serie Teil #1: Wo ist Cheops?

Die Cheops-Pyramide von Gizeh – Das letzte und zugleich älteste Weltwunder der Antike, wie es immer wieder gerne betont wird. Ein Bauwerk, das seit rund 4.500 Jahren die Menschen in ihren Bann zieht. Dabei ist eine jener Fragen, die der Pyramide des Cheops immer wieder gestellt werden, jene nach er Mumie des Pharao und der erster Öffnung des Monumentes durch den Kalifen Al-Mamun im Jahre 823. Auf Grundlage einer früheren Veröffentlichung von mir soll in dieser Artikel-Serie der Spur der Plünderung(en) der Cheops-Pyramide, den Funden des Al-Mamun und seiner Entdeckungen genauer nachgegangen werden. Dabei ergeben sich – wie so oft in der Mystery-Forschung – neue Fragen auf alte Antworten …

 

 

Von Lars A. Fischinger

Hallo, liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Einleitung

Pyramiden gibt es in Ägypten wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. Doch gerade und vor allem die Pyramide von Pharao Cheops (ca. 2620 bis 2580 vor Christus) aus der 4. Dynastie (2639 bis 2504 vor Christus) in Gizeh nahe Kairo erregt bis heute die Aufmerksamkeit zahllose Touristen und Autoren. (K)ein Wunder: ist sie doch mit ihren einst fast 147 Metern Höhe und einer Länger an der Basis von rund 230 Metern die größte Pyramide der Erde. Die Bauarbeiter des Königs türmten zu seinen Ehren unzählige Steinblöcke in den Himmel. Und so entstand ein Bauwerk, das nicht nur durch seine Wucht und Größe fasziniert, sondern auch vielen Autoren der Grenzwissenschaft durch ihre Rätsel und weiterhin offenen Fragen.

Gerne wird die Pyramide des Cheops als Monument aus fernen Tagen vor einer Sintflut gehandelt. Als eine Art „Wissensspeicher“ oder eine Art „kosmischer Plan“ für das Wissen der Menschheit. Eine „Zeitkapsel“, die die Weisheiten jener Menschen erhalten und schützen sollte, die vor der großen Sintflut bzw. vor Jahrtausenden lebten. Folglich ein Bauwerk, dass die Geheimnisse einer verborgenen Welt enthält. Vielleicht sogar von Atlantis. Eindeutige Beweise für diese Ideen gibt es keine.

Mehr als sonderbar und mysteriös ist, dass nie eine Mumie im Inneren der Steinberges entdeckt worden sein soll. Als das gewaltige Monument vor fast 1.200 Jahren erstmals durch einen Kalifen geöffnet wurde – war es vollkommen leer, wie es heißt.

Auf Grundlage meines Buches „Verbotene Geschichte“ (2010) und eines einstigen E-Book zum Thema soll in dieser kleinen Artikel-Serie speziell genau diesem Mysterium der Cheops-Pyramide nachgegangen werden. Fragen nach der Plünderung der Pyramide werden ebenso dargelegt, wie arabische Überlieferungen über die Öffnung des Bauwerkes sowie die Widersprüche, die sich daraus ergeben. Ebenso eine Spur, wo der mutmaßlich innere Sarkophag einer offenbar tatsächlich gefunden Mumie letztlich gelandet ist.

Alte Fragen, die durch ihre Antworten neue Fragen ergeben.

Zum Abschluss der Reihe plane ich als 4. Teil 5. Teil eine Zusammenfassung in einem YouTube-Video auf meinem Grenzwissenschaft-Channel „Ancient Aliens & Mystery Files“.

Bleibt also neugierig!

 

Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien

Teil #1: Wo ist Cheops?

 

“Das kommt mir spanisch vor”

VIDEO: Die Cheops-Pyramide und der Roboter „UPUAUT 2“: Wird uns ein Artefakt aus einem Geheimgang der Pyramide unterschlagen? (Bild: L. A. Fischinger)
VIDEO: Die Cheops-Pyramide und der Roboter „UPUAUT 2“: Wird uns ein Artefakt aus einem Geheimgang der Pyramide unterschlagen? (Bild: L. A. Fischinger)

Einige verweisen hier auf den Umstand, dass der mächtige Pharao Cheops die nach ihm benannte Pyramide angeblich selber nie errichten ließ. Es heißt seit vielen Jahren vielmehr, der Name des Pharao sei nie in der Pyramide gefunden worden. Und die Kartusche des Herrschers, die der Brite Richard William Howard Vyse (1784 bis 1853) im Inneren der Pyramide fand – so setzte es der US-Autor Zecharia Sitchin in die Welt –  sei in Wahrheit von seinem Entdecker höchst selbst gefälscht worden. Auch andere Hinweise auf die Bauherrschaft des Cheops werden häufig angezweifelt.

Und so dauert der ewige Streit zwischen etablierter Archäologie und der Grenzwissenschaft zum Teil bis heute an.

Fasziniert sind viele auch von der Tatsache, dass die Cheops-Pyramide bis auf wenige Inschriften der Bauarbeiter in den Entlastungskammern keine Hieroglyphen-Texte enthält. Beispielsweise sind die Pyramiden von Pharao Unas (2380 bis 2350 vor Christus) und Titi in Sakkara (südlich von Gizeh) aus der 5. Dynastie (ca. 3280 bis 2350 vor Christus) voll von solchen Inschriften. Es handelt sich um die so genannten Pyramidentexte.

Selbst normale Touristen „kommt es spanisch vor“, dass diese riesige Pyramide im Innere so kahl und nackt ist. Denn viele Menschen haben bei Pharaonen-Gräbern wundervoll und kunstfertig bemalte Grabanlagen vor Augen, wie man sie von Bildern der Gräber im Tal der Könige nahe Luxor kennt. Bestes Beispiel ist hier das bekannte Grab des Pharao Tutanachamun. Jedoch stammen alle dieser wunderschön geschmückten Gräber im Tal der Könige aus sehr viel späteren Epochen und sind allesamt keine Pyramiden.

Auch zeigt eine etwas genauere Betrachtung der über 100 bekannten Pyramiden in Ägypten, dass Inschriften in diesen Monumenten eben die Ausnahme sind. Nicht die Regel. Nicht einmal zehn von über 100 Pyramiden in Ägypten enthalten Texte und von prunkvollen Wandbemalungen ganz zu schweigen. Die Große Pyramide ist also absolut nichts Besonders, wenn sich ihre Wände, Kammern und Gänge dem Betrachter vollkommen kahl präsentieren. Und von Pharao Cheops selber haben wir heute so oder so kaum Relikte vorliegen. Lediglich eine 7,5 Zentimeter winzige Statue von ihm ist Ägyptischen Museum in Kairo zu bewundern. Schon fast „peinlich“ für den Erbauer der größten Pyramide, die wir heute kennen …

Wo ist die Mumie von Pharao Cheops?

VIDEO: Geheimkammern in Gizeh: Gibt es eine Verschwörung um die Cheops-Pyramide und dort verborgenen Kammern und Schächten? (Bild: L. A. Fischinger)
VIDEO: Geheimkammern in Gizeh: Gibt es eine Verschwörung um die Cheops-Pyramide und dort verborgenen Kammern und Schächten? (Bild: L. A. Fischinger)

Durch die gesamte Geschichte zieht sich wie ein roter Faden die Aussage, dass die gewaltige Cheops-Pyramide schon immer leer gewesen war. Sie soll keine Mumie oder Schätze enthalten haben, als die Pyramide erstmals im Jahre 823 nach Christus aufgebrochen und betreten wurde. Erich von Däniken schildert diesen Umstand in der TV-Serie „Außerirdische – kommen sie zurück?“ (26. November 1996) zum Beispiel so:

Noch was. Hier, der Sarkophag. Im Jahre 823 nach Christus ist die Pyramide zum ersten Male geöffnet worden. Der Kalif al-Mamun stieg da hinein, und was fand er? Nichts. Der Sarkophag war leer.“

Und diese bzw. ähnliche Aussagen sind in praktisch jedem Buch, Artikel, Video oder sonst welchen Veröffentlichungen über die Rätsel der Cheops-Pyramide zu finden. In Erich von Dänikens Buch „Die Augen der Sphinx“ (1989) erfahren wir dann auch, woher er weiß, dass die Pyramide in Wahrheit leer war. Der Ägypter Achmed, der einheimische Führer von Erich von Däniken vor Ort, hat es ihm gesagt:

Vieles ist hier umstritten, doziert Achmed. Der Sarkophag soll leer und ohne Deckel aufgefunden sein – wozu dient ein leerer Sarkophag?“

Demnach ist die Geschichte der vollkommen leeren Pyramide auch vor Ort bei den Einheimischen bekannt. Und in einer Bildunterschrift in seinem Buch unterstreicht von Däniken diese Aussage seines einheimischen Führers und schreibt:

Der Sarkophag in der Königskammer (…) war leer. Wozu mag er gedient haben?

Eine wichtige Aussage, die sich in unzähligen Büchern aus dem Gebiet der Grenzwissenschaft und „alternativen Geschichtsschreibung“ findet. Seit Jahrzehnten. Der sehr bekannte Prä-Astronautik-Autor Zecharia Sitchin, der Urheber der Idee des von den Anunnaki bewohnten Planten Nibiru in unserem eigenen Sonnensystem, beispielsweise hat in einer ganzen Reihe Bücher die leere Pyramide diktiert.

Selbst in „neutralen Büchern“ zu den Rätseln der Vergangenheit und der Archäologie ist der leere Sarg des Pharao scheinbar unlängst zum Fakt aufgestiegen. So heißt es etwa in dem einfachen aber erfolgreichen Buch „Die großen Rätsel unserer Welt“ von Roland Göök:

Die Pyramiden waren Grabdenkmäler und Mausoleen. Oder etwa doch nicht? In der Cheopspyramide fand sich nur ein leerer Steinsarkophag.“

Wann wurde die Cheops-Pyramide wirklich geplündert?

Doch selbst die weithin bekannte und grundsätzlich anerkannte Geschichte des Kalifen Al-Mamun und seiner Erstöffnung der Cheops-Pyramide, ist nicht unstrittig. Was die gesamte Angelegenheit wiederum noch sonderbarer macht.

So etwa schreibt der bekannte Ägyptologen Rainer Stadelmann in seinem einem Standartwerk “Die ägyptischen Pyramiden” (1991) bereits, dass der Kalif 823 nach Christus vielleicht nur eine bereits geplünderte Pyramide aufbrach. Es gäbe, so Stadelmann weiter, Berichte von einer Art “Schwingtür” aus Stein, die im Jahre 25 vor Christus den Eingang in die Pyramide des Cheops darstellte. Stadelmann:

Der Original-Eingang in die Cheops-Pyramide heute (Bild: L. A. Fischinger)
Der Original-Eingang in die Cheops-Pyramide heute (Bild: L. A. Fischinger)

Strabo, der um 25 v. Chr. Ägypten bereiste und in seinem Werk ,Geograhika’ beschrieb, berichtete von einer herausklappbaren Steinplatte, die den Eingang verschlossen haben soll. Dies kann kaum der originale Verschluss gewesen sein, denn dieser dürfte aus Blockierungssteinen und einem Verkleidungsstein bestanden haben, der den Eingang unkenntlich gemacht hat. Man hat daher angenommen, dass die Pyramide nach der Beraubung in der 1. Zwischenzeit – und vielleicht mehreren folgenden – in saitischer Zeit einen steinernen Klapptür erhalten habe, durch die die Innenräume besichtigt werden konnten. Später, aber in antiker Zeit, wäre die Pyramide erneut so blockiert und verschlossen worden, dass in arabischer Zeit und Ma’mun der Eingang nicht aufgefunden wurde.”

Dieser Aussage des griechischen Geschichtsschreibers und Geographen Strabo (auch Strabon) aus dem Jahr 25 vor Christus nach, haben also unbekannte Grabräuber die Cheops-Pyramide lange vor Al-Mamun aufgebrochen und geplündert. Interessant bei dieser Angabe von Strabo ist auch der Umstand, dass sie eigentlich nicht neu ist. Schon William M. Flinders Petrie, der als „Vater der Ägyptologie“ bezeichnet wird, erwähnt diesen Bericht  in seinem Buch „The Pyramids and Tempels of Gizeh“ im Jahre 1883.

Nach diesem Frevel in unbekannter Zeit jedenfalls habe man, so wird weiter vermutet, die Cheops-Pyramide erneut versiegelt bzw. verschlossen, bis der Kalif Al-Mamun sie letztlich wiederum öffnete. Wobei es hier aber sehr fraglich ist, wer sich auch nach dem Besuch von Strabo die Mühe gemacht haben soll, die große Pyramide vollständig neu zu versiegeln und so Al-Mamun rund 900 Jahre später keinen Eingang mehr vorfand. Auch wenn in alter Zeit die Cheops-Pyramide neu verschlossen wurde, so war sie es nach Strabos Aussage vor rund 2.000 Jahre nicht oder nicht mehr. Auch Stadelmann hat Zweifel, dass diese „Schwingtür“ vor nur etwa zwei Jahrtausenden wieder versteckt oder verschlossen wurde. Wer sollte das warum getan haben?

Der nicht minder bekannte Ägyptologe Mark Lehner geht in seinem Buch “The Complete Pyramids” (1997) sogar noch einen Schritt weiter. Auch Lehner berichtet über Reparaturen an der Cheops-Pyramide in der Dynastie der Saien (26. Dynastie). Instandsetzungen, die tatsächlich durchgeführt wurden und auch andere Monumente im Land der Pyramiden umfassten. Auch als eine Epoche der Restaurationen in Ägypten ist diese 26. Dynastie bekannt, die ihren Namen der damaligen Hauptstadt Sais verdankt.

Lars A. Fischinger (mit Sonja Ampssler) vor dem rätselhaften Sarkophag in der Cheops-Pyramide (Bild: L. A. Fischinger)
Lars A. Fischinger (mit Sonja Ampssler) vor dem rätselhaften Granit-Sarkophag in der Cheops-Pyramide (Bild: L. A. Fischinger)

Das war aber lange vor Strabos offener Pyramide. Die 26. Dynastie begannt bereits 664 vor Christus und endete 525 vor Christus mit der Machtübernahme durch die Perser. Sofern hier tatsächlich ein mutmaßlicher Eingang in die Pyramide des Cheops verschlossen wurde – 500 Jahre später zumindest stand sie wieder offen.

So schreibt auch Mark Lehner:

Doch wann die Pyramide aufgebrochen wurde, bleibt ein Rätsel. Es kann aber in antiker Zeit gewesen sein. (…) Vielleicht haben Mammuns Leute nur eine Einbruchstelle antiker Räuber erweitert. Das alles flößt nicht gerade Vertrauen in die Historizitzät der Geschichte von al-Mamun ein. (…) Neue Zweifel erweckte der jakobitische Patriarch von Antiochia, Denys von Telmahre. Er begleitete Mammuns Leute und stellte fest, bei ihrem Besuch habe die Große Pyramide bereits offen gestanden.”

Und Rainer Stadelmann vermutet sogar:

Al-Mamun hat wohl nur den in der Ramessidenzeit restaurierten Holzsarg des Cheops mit der Mumie nochmals plündern können.”

Dies sind wichtige Aussagen, die vor allem im folgenden Teil dieser Artikel-Reihe immer im Hinterkopf behalten werden sollten!

Al-Mamun kam als Letzter …

Interessant ist im Zusammenhang mit Strabo und dem von Mark Lehner erwähnten Chronisten Denys von Telmahre (Dionysius von Tell Mahre) Folgendes:

Auch der weiter oben genannten Ägypten-Forscher R. W. Howard Vyse, der bekanntlich die Kartusche des Namen Cheops in der Pyramide gefunden hat, erwähnt Denys von Telmahre. Vyse schrieb bereits in seinem Buch „Operations carried on at the Pyramids of Gizeh in 1837“ im Jahr 1840, dass die Pyramide schon vor Al-Mamun geöffnet worden sein könnte. Die Aussage des Denys von Telmahre wird hierbei von Vyse als klarer Hinweis angeführt.

Das ist insofern spannend, da seit dem Buch „Stufen zum Kosmos“ (1982) von Zecharia Sitchin oft diese Namenskartusche als Fälschung von eben diesem Vyse selber angesehen wird. Und um dies zu untermauern führt Sitchin in seinem Buch über sehr weite Strecken die Öffnung der Cheops-Pyramide durch Al-Mamun und natürlich den angeblichen Betrug von Vyse aus.

Die beiden Eingänge in die Pyramide des Cheops auf einer Aufnahme von 1883. Unten rechts der heutige Besuchereingang, den Al-Mamun 823 geschlagen haben soll (Bild: gemeinfrei)
Die beiden Eingänge in die Pyramide des Cheops auf einer Aufnahme von 1883. Unten rechts der heutige Besuchereingang, den Al-Mamun 823 geschlagen haben soll (Bild: gemeinfrei)

Da aber auch der „Background“ von Vyse durch Sitchin umfangreich abgeklopft wird, ist es verwunderlich, dass Sitchin darüber rätselt, warum die Grabkammer im Jahr 823 vollkommen leer und keine Mumie zu finden war. Immerhin nennt Sitchin bei seiner Beweisführung das Buch von Howard Vyse explizit, da dies für ihn eine der wichtigsten Quellen bei dieser Geschichte ist. Genannt wird aber eben nicht Denys von Telmahre, der beim Al-Mamun-Einbruch in die (schon offene) Cheops-Pyramide dabei war.

Und um die „Verwirrung“ abzurunden, nennt Sitchin in seinem Bestseller aber den Geschichtsschreiber Strabo, und dass dieser lange vor Al-Mamun das Monument betreten haben soll. Dann wäre eine fehlende Mumie eigentlich kein so großes Mysterium …

Tatsache ist aber: Wir finden zum Beispiel im Ägyptischen Museum von Kairo keine prachtvollen Grabbeigaben des Pharaos. Wir finden auch in der dortigen Mumien-Ausstellung keine Mumie des Herrschers Cheops. Wir finden nichts von dem Baumeister der Großen Pyramide, was die etwa 4.500 Jahre überdauert haben könnte. Außer die oben genannte Figur mit seinem Bildnis und diverse Kleinigkeiten. Tatsache ist aber auch, dass der überwiegende Teil der Literatur, die sich die Cheops-Pyramide zum Thema hat, von einer vollkommen leeren Pyramide spricht, als der Kalif Al-Mamun sie aufbrach. Oder wieder aufbrach.

War also das Monument 823 nach Christus wirklich so gähnend leer, so dass heute natürlich auch keine Grabbeigaben oder eine Mumie ausgestellt werden kann?

Scheinbar nicht. Und darum soll es im kommenden Teil dieser Serie gehen…

 

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