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“Prä-Astronautik: Lenken Aliens seit Jahrtausenden die Welt?”: Fake-Jäger interviewen Erich von Däniken – und widerlegen Nicht-Gesagtes (+ Video)

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"Prä-Astronautik: Lenken Aliens seit Jahrtausenden die Welt?" - Fake-Jäger interviewen Erich von Däniken - und widerlegen Nicht-Gesagtes (Bilder: LAF & gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
“Prä-Astronautik: Lenken Aliens seit Jahrtausenden die Welt?”: “Fake-Jäger” interviewen Erich von Däniken – und widerlegen Nicht-Gesagtes (Bilder: LAF & gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Wer sich mit Prä-Astronautik und antiken Göttern aus dem All beschäftigen will, kommt an Erich von Däniken nicht vorbei. Das sehen seien Fans ebenso, wie Kritiker und Skeptiker dieser Ideen, dass die “Götter” reale Wesen von den Sternen waren. Und natürlich sehen das auch all jene so, die dazu ein Interview oder irgendeine andere Art von Beitrag machen wollen. So auch die sogenannten “Fake Busters”, die von Däniken für einen Podcast zum Thema Außerirdische und Prä-Astronautik interviewt haben. Heraus kam ein erstaunliches Ergebnis! Denn die angeblichen Fake-Jäger “widerlegen” im Anschluss in ihrem Podcast Aussagen von Däniken, die er überhaupt nicht gemacht hat. Aussagen, die die “Fake Busters” verdrehten, um dann dazu die Meinung eines Experten einzuholen. Ein ganz erstaunlicher Podcast, den ich für Euch in diesem neuen Mystery-Review einmal genauer beleuchte.


Prä-Astronautik = Erich von Däniken

Es gibt Punkte und Tatsachen in der Welt der Prä-Astronautik, an die gibt es nicht das Geringste zu rütteln. Zum Beispiel besteht an folgenden Fakten kein Zweifel:

  • Es gibt keinen einzigen handfesten und wissenschaftlichen blitzsauberen Beweis, dass vor Jahrtausenden Außerirdische auf der Erde waren.
  • Jeder Autor und Forscher der Prä-Astronautik “kocht sein eigenes Süppchen” – so was wie ein einheitlicher Konsens existiert nicht.
  • Die prä-astronautische Community ist voll von wilden Spekulationen, Fakes und immer wieder werden aus Unwissenheit neue “Rätsel” erschaffen und verbreitet.
  • Niemand kommt beim Thema Astronauten aus dem Kosmos an dem Autoren Erich von Däniken vorbei.

Vor allem der letzte Punkt bietet damit eine gewaltige “Angriffsfläche” für Kritiker, Gegner und Skeptiker aller Art. Denn will man sich mit der Prä-Astronautik beschäftigen, so der einhellige Tenor, muss man sich mit den Ideen und Büchern von Erich von Däniken auseinandersetzten. Immerhin kam durch seine Bücher das Thema vor rund 50 Jahren erst richtig in Schwung. Alle anderen heutigen Forscher und Autoren folgen mit sehr weiten Abstand. Und von denen gibt es nicht wenige.

Wer im Rahmen eines Interviews über Prä-Astronautik berichten möchte, der wendet sich folglich an von Däniken. Und obwohl diese Interviews aufgrund häufig gleicher oder ähnlicher Fragen in den meisten Fällen damit auch wiederkehrende Antworten beinhalten, sind sie für viele interessant. Vor allem für den Laien oder Einsteiger in die Welt der Götter der Sterne. Selten sticht ein Interview dabei heraus, sofern man sie alle (wie ich) verfolgt.

Da vor allem im öffentlichen Bild und bei den Skeptikern Prä-Astronautik = Däniken ist, verfolge ich für Euch solche Interviews immer mit Spannung. So stieß ich am 22. September auf ein Interview mit Erich von Däniken, das unter anderem der österreichische “Kurier” online verbreitet. Ein Podcast zum Thema Prä-Astronautik der sogenannten “Fake Busters”, in dem ein Däniken-Interview integriert wurde.

“Ein Kritiker widerlegt die Thesen” von Erich von Däniken

Zu diesem Podcast heißt es einleitend unter anderem:

“(…) Ende der 60er (betrat) ein Mann die Bühne der Prä-Astronautik, der sofort zum Superstar dieser Parawissenschaft avancierte: Erich von Däniken. Der Autor argumentierte auf – angeblich – rein wissenschaftlicher und beweisfundierter Basis. (…) Spricht man über Prä-Astronautik, muss man mit Däniken sprechen, und das haben die Fake Busters getan. Wissenschaftsjournalist Florian Aigner liefert Gegenargumente.

Soweit, so richtig. Wäre da nicht die Falschaussage, dass von Däniken behauptet auf “rein wissenschaftlicher und beweisfundierter Basis” zu argumentieren. Eine reine Unterstellung der “Fake Busters”. Seit Jahrzehnten wird von Däniken nämlich nicht müde zu betonen, dass er populärwissenschaftliche Bücher schreibt. Bücher, die keine wissenschaftlichen Arbeiten sind. Das hat er nie – und hat es auch nie behauptet. Vielmehr hat er sogar immer wieder unterstrichen, dass seine Werke für den Laien sind. Anders hätten seine Bücher auch sicherlich nicht diesen Welterfolg gefeiert.

Er selber betonte noch dazu schon vor Jahrzehnten, dass er kein Wissenschaftler sei. Er sei ein “Sonntagsforscher”.

Bei “beweisfundiert” sieht es schon etwas anders aus. Denn in diesem Zusammenhang spricht von Däniken sehr gerne davon, dass “die Quellen stimmen”. Womit er vor allem diverse Zitate aus allen Schriften usw. meint. Einen “Beweis” für die einstige Anwesenheit von Aliens hat aber damit auch er – nicht. Wie alle Prä-Astronautiker steht auch von Däniken damit natürlich in der Beweispflicht.

“Ein Kritiker widerlegt die Thesen” von Erich von Däniken, ließt man in der Ankündigung des Podcast. “Bleibt skeptisch, aber hört uns gut zu”, mahnen die Fake-Jäger in ihrer Sendung. Und das sollte man in diesem Fall tatsächlich. Denn die trocken abgelesenen Fragen an Erich von Däniken beginnen direkt damit, was denn seiner Meinung nach das “stärkste Argument” sei, das für “einen frühen Besuch von Außerirdischen auf der Erde spricht”.

Eine Reise gen Himmel

Und jetzt wird es direkt sehr spannend. Hier führt von Däniken als Beispiel die “Apokalypse des Abraham” an und fasst diese Schrift unter anderem in seinen Worten zusammen. Im Video unten sowie in meinem Buch “Götter der Sterne” und in diesem Blog-Artikel HIER habe ich über diese Überlieferung sehr ausführlich berichtet.

Zusammengefasst: In dieser außerbiblischen Schrift wird beschrieben, wie ein Mensch (Abraham) von der Erde mit Gott bzw. seinen “Engeln” in den Himmel fliegt und so Erde verlässt (s. auch Video HIER). Mit diesen fremden Wesen oben angekommen, sieht er die Erde und die Sterne. Dabei befindet er sich in einem sich drehenden Ort, der anhand der Beschreibungen unschwer an eine rotierende Raumstation erinnert.

Eine Raumstation von Außerirdischen vor Jahrtausenden, wäre das in diesem Fall natürlich. Sofern man solche Ideen in Betracht ziehen möchte. Vielleicht sogar ein sich um die eigene Achse drehendes Generationenraumschiff der “Götter”. Rotieren deshalb, da so im Inneren eine “künstliche Schwerkraft” entsteht.

Genau das erzählt von Däniken unter Berufung auf diesen altjüdischen Text. Er spricht von einem “Mutterraumschiff”, in das dieser Mensch vor tausenden von Jahren gebracht wurde. Eine sehr spannende Schrift, die natürlich kein echter Beweis für Ancient Aliens ist. Nur ein Hinweis, wie ich es sehr gerne formuliere.

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In einem anderen Kontext spricht von Däniken weiter davon, dass wir vermutlich von diesen einstigen Astronautengöttern heute beobachtet werden. Sie seien wieder hier, so, wie sie es laut alten Mythen und Schriften einst gesagt haben sollen. Ich als Prä-Astronautiker und Autor denke zwar, dass sie nie weg waren, aber in diesem Fall denkt von Däniken an die “modernen” UFOs. Ein Thema, dem er sich früher kaum annahm, aber seit geraumer Zeit verstärkt zuwendet.

Jetzt kommen die “Fake Busters” mit ihrem zum Interview geladenen Experten Florian Aigner (Physiker und Wissenschaftspublizist an der Technischen Universität Wien) hinzu, um alles zu verdrehen. So können sie nämlich ihren Zuhörern aufzeigen, wie leicht sie von Dänikens Aussagen widerlegen können.

Ein UFO-Mutterschiff im Erdorbit?

Diese “Widerlegung” ist gelinde gesagt lächerlich! Denn die angeblichen Jäger von Fakes verbreiten diese selber, in dem sie nach dem Däniken-Interview Aussagen “widerlegen”, die er überhaupt nicht gemacht hat. Was allerdings seit Jahrzehnten von Prä-Astronautik- und auch UFO-Krikern immer wieder getan wird. Nicht nur bei von Däniken. Wobei es umgekehrt von Mystery-Jägern gegenüber der “etablierten Wissenschaft” teilweise nicht viel anders aussieht.

So stellen die “Fake Busters” ihrem Experten Florian Aigner gleich zu Beginn des Interviews eine Frage zu einer angeblichen Däniken-Aussage, die sie selber erfunden haben:

Herr von Däniken glaubt ja, wir werden beobachtet. Vermutlich von einem Mutterraumschiff. Warum hat dieses Schiff noch niemand entdeckt?

Unverkennbar haben die “Fake Busters” hier selber einen Fake in die Welt gesetzt.

Dass ein Mutterraumschiff von Aliens hier ist (im Erdorbit), hat weder Däniken noch sonst wer gesagt. Eine Lüge der “Fake Busters”. Von Däniken sprach von der “Apokalypse des Abraham”, was Jahrtausende her ist. Kein Wort davon, dass diese Raumstation oder das Mutterraumschiff hier ist und die Menschheit von dort beobachtet wird. Das steht auch in keinem seiner Bücher, noch in Büchern anderer Prä-Astronautiker. Zumindest keinem die ich kenne.

Wenn die “Fake Frager” also Aigner direkt mit einer solchen Aussagen konfrontieren, und ihn nach dem Wahrheitsgehalt dazu befragen, kann Aigner nicht anders antworten, als er es in dem Podcast tat. Denn er legt dar, dass ein solches Mutterschiff längst im Erdorbit auch mit unseren Technologien entdeckt worden wäre. “Detektiert”, wie es Aigner formuliert. Zweifellos sind seine Ausführungen dazu richtig. Widerlegt hat er durch diese ausgedachte Frage natürlich nichts. Wie auch, wenn diese mutmaßliche Raumstation vor Jahrtausenden hier war?

Aigner antwortet lediglich korrekt auf eine falsche Frage. Allerdings – dies der Vollständigkeit halber! – seit Jahrzehnten kursieren Spekulationen, dass sich Außerirdische irgendwo im Sonnensystem vor uns verbergen. Im Asteroidengürtel, auf/im Mars, in Monden des Mars, auf/in unserem Mond. Davon war im Interview jedoch keine Rede.

“Dunkle Mächte”?

Wissenschaftsjournalist Florian Aigner geht auch noch auf andere Fragen und Aussagen der “Fake Busters” ein. Etwa zu weltweiten Pyramiden. Seiner Meinung nach ist es nur logisch, dass sie überall auf dem Planeten stehen, da die Pyramide die einfachste Form darstelle, die hoch und zugleich stabil ist. Selbst kleine Kinder, so Aigner, würden mit Bauklötzen Pyramiden bauen, wenn sie den Auftrag bekämen, einen stabilen Turm zu errichten.

Keine neuen Aussagen zum “Pyramiden-Rätsel”. Sollte die Lösung so einfach sein? Schließlich geht er mit keinem einzigen Wort darauf ein, welchen Zweck diese Bauten dienten. Sie waren alle, mit Variationen, zu Ehren der Götter des Himmels oder des Jenseits im Kreise der “Götter”. Womit man sich wieder im Kreis dreht. Wer waren denn diese “Götter”? Die Form dieser Bauwerke ist da eher zweitrangig.

Fast schon dramatisch wird es, wenn die “Busters” danach fragen, ob es stimmt, dass sich etablierte Wissenschaftler nicht mit Aliens & Co. befassen wollen, weil sie sich nicht lächerlich machen möchten. Diese Frage bezog sich vor allem auf eine Aussage im Däniken-Interview zu einer Akte der CIA. In dieser wurde bereit vor Jahrzehnten tatsächlich klipp und klar festgeschrieben, dass solche Themen lächerlich gemacht werden sollen. Ob UFOs an sich, UFO-Gruppen und -Forscher oder Personen, die sich dafür interessieren. Eine Verschwörungstheorie ist das nicht, wie auch von Däniken betont, da die fragliche CIA-Dokumente heute freigegeben sind.

Aigner spricht hier von “absurden Vorstellungen”, dass irgendwelche “dunklen Mächte” oder eben die CIA die Wissenschaft in der Hand hat. “Vollkommen lächerlich” sei diese Behauptung. Eine Aussage die – wiedermal! – niemand traf. Weiter führt Aigner aus, dass es eben in der Wissenschaft keine Interesse an Däniken-Themen gibt, da es dafür keinerlei Anhaltspunkte gäbe. Wären sie da, würde sich auch die Wissenschaft damit befassen. Sie sind es aber nicht, so Aigner. Sonst wäre das “ein Ticket für Reichtum und Ruhm und einer glänzenden Karriere” in der Wissenschaft.

Nicht unbedingt. In welchem wissenschaftliche Betrieb sollte sich jemand diese Themen vornehmen, ohne das Gespött seiner Kollegen auf sich zu ziehen? Man denke an die Thesen über das interstellare Objekt “Oumuamua” von Prof. Abraham Loeb von der Harvard Universität und den Reaktionen seiner Astronomie-Kollegen (s. dazu Video HIER). Oder den Astronomen Dr. Carl Sagan, heute längst einen Legende, als dieser sich ernsthaft ab 1966 mit Außerirdischen auseinandersetzte (auch in der Vergangenheit – s. auch Video HIER) und das Video HIER).

 Grabplatte von Palenque

Es ist aber sicher auch eindeutig, dass sich ein Forscher aus dem wissenschaftlichen Betrieb im Wust der Prä-Astronautik erst mal ein Thema herauspicken müsste. Wo soll derjenige anfangen und was ist tatsächlich mehr als nur ein Hinweis auf raumfahrende “Götter” im Altertum? Hier kann man Aigner sicher zustimmen.

In diesem Zusammenhang kommt ein immer wieder sehr gerne genanntes Beispiel ins Gespräch: Die Grabplatte von Palenque in Mexiko, über die auf Fischinger-Online bereits mehrfach berichtet wurde. Von Däniken nennt sie selbst als Beispiel in seinem Interview mit den “Fake Busters” als eines seiner Indizien. Deshalb nehmen die “Busters” sie im Anschluss im Podcast auch noch einmal auf. Um dieses Indiz des Herrn von Däniken zu “widerlegen”.

“Man sieht einen Menschen umgeben von Leitungen und Knöpfen”, so die “Fake Busters”. Zumindest könne man es “so interpretieren”. Für von Däniken ist diese Darstellung auf der wuchtigen Grabplatte bekanntlich ein Raumfahrer. Besser gesagt ein Mensch, den der Maya-Künstler in ein stilisiertes Fahrzeug der antiken Astronauten platzierte. Archäologen sehen hier eine Art symbolischer Reise des Verstorbenen in den Himmel, ins Jenseits, und seiner Wiedergeburt.

Die Deutungen im Sinne von Raumfahrt im Altertum ist für die “Fake Busters” kein Problem. Solche Ideen zur Grabplatte können sie schnell “widerlegen”:

Von wenigen Jahren fanden Archäologen dann aber ein Kanalsystem unter dem Grabstein. Bei den Leitungen (auf der Grabplatte, Anm. LAF) soll es sich um diese Kanäle handeln und um Wurzeln des Weltbaumes, die in der Maya-Mythologie in die Unterwelt reichen.

So könnte zumindest eine Thesen des Prä-Astronautikers widerlegt werden.

Gemeint ist damit die Entdeckung des Archäologen Arnoldo González Cruz und seinem Team 2015/2016. 2012 gab es mittels Bodenradar erste Hinweise auf diesen 60 Zentimeter kleinen Kanal, der unter der Grabkammer im “Tempel der Inschriften” her führt. Dort, wo sich tief im Inneren im Boden die Grabkammer mit der Platte befindet. Tatsächlich für Archäologen ein Hinweis auf ein Art “Verbindung zur Unterwelt”.

Aber kein “Kanalsystem”, das auf der berühmten Grabplatte abgebildet worden sein soll. Die Deutung, das auch der “Weltenbaum” der Maya mit auf der Platte abgebildet ist, ist dabei auch alles andere als neu. Als Symbol der Welt mit Unterwelt, Erde und Kosmos hat von Däniken selbst diesen in zahllosen seiner Bücher erwähnt …

Video zum Thema

Video vom 12. Juli 2012 auf Fischinger-Online

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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“Ein Fluss, den niemand zu durchschreiten wagt”: Beschreibt der Prophet Baruch eine Reise in das (luftleere) All – vor Jahrtausenden?

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Beschreibt der Prophet Baruch eine Reise in das (luftleere) All - vor Jahrtausenden? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Beschreibt der Prophet Baruch eine Reise in das (luftleere) All – vor Jahrtausenden? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Schenken wir Mythologien, Schriften und Überlieferungen unserer vorfahren Glauben, dann haben himmlische Wesen vor Jahrtausenden immer wieder Menschen der Erde kontaktiert. Götter, Engel oder schlicht Abgesandte einer anderen Welt, die in der Prä-Astronautik als antike Raumfahrer interpretiert werden. Laut  einigen dieser alten Berichte über solche Wesen “von oben” nahmen diese auch hin und wieder Menschen mit in ihre himmlischen Sphären. Einer von ihnen soll der biblische Prophet Baruch vor rund 2.500 Jahren gewesen sein. Zumindest behauptet das eine ganz erstaunliche Schrift, die heute in keiner Bibel zu finden ist. Und dabei finden sich dort zwischen den Zeilen ganz erstaunliche Aussagen, wie Ihr hier erfahrt.


Die Baruch-Schriften

Der Prophet Baruch ist im Alten Testament (teilweise!) zwar als einer der “kleinen Propheten” zu finden, aber auch apokryphe Texte mit seinem Namen existieren bis heute. Bücher, die sich somit nicht in der Bibel finden.

Dieser Baruch war der Schüler, Freund und Sekretär (Vertrauter) des weithin bekannten Propheten Jeremia, der im Jahr 628 (oder 626) vor Christus zum Propheten berufen wurde. Heute erhaltene Schriften, die den Namen Baruch als Autor tragen, sind die griechische und syrische Apokalypse des Baruch sowie eine Art “Restschrift” des Propheten. Ausnahmslos sind es Apokryphen und zählen damit zum außerbiblischen Schrifttum.

In der Bibelforschung ist man sich einig: Baruch persönlich hat die Bücher mit seinem Namen nicht selber geschrieben. Irgendwer hat nur seinen Namen benutzt, um diesen Werken mehr “Authentizität” zu verleihen. Denn die Baruch-Schriften spielen mit ihren Warnungen, Aussagen und Prophezeiungen vor rund 2.500 Jahren. Zu einer Zeit, als die Babylonier den Salomonischen Tempel in Jerusalem zerstörten und das Volk ins Exil nach Mesopotamien verschleppten. Doch verfasst wurden sie laut Bibelforscher erst im 2. Jahrhundert nach Christus. So auch die griechische Apokalypse des Baruch, um die es hier geht.

Genau dieses Buch enthält eine Vielzahl an überaus erstaunlichen Schilderungen und Behauptungen, die praktisch ausnahmslos alle im Sinne der Prä-Astronautik gedeutet werden können. Dies habe ich bereits vor Jahren umfangreich in “Götter der Sterne” getan, weshalb an dieser Stelle nur ein Beispiel vorgestellt werden soll. Es sind “auf Gottes Befehle geschauten Geheimnisse”, wie es dort geschrieben steht, die Baruch bei einer Reise in den Himmel offenbart wurden …

Baruch und der Engel vom Himmel

Die griechische Baruch-Apokalypse fängt traurig und mit einer (angeblichen) Datierung der drauf folgenden Ereignisse an:

Offenbarung des Baruch, der am Flusse Gel stand und über Jerusalems Gefangenschaft weinte, damals, als auch Abimelech in Agrippas Landgut durch Gottes Hand errettet ward. Und so setzte er sich an die schönen Pforten, wo das Allerheiligste war.

Ich, Baruch, weinte herzlich um das Volk, weil es von Gott dem König Nabuchodonosor (Nebukadnezar II., Anm. LAF) verstattet ward, Zerstörung über seine Stadt zu bringen.” (2 – 1,1)

Baruch beweint hier also die Zerstörung der Stadt um das Jahr 586 vor Christus durch die Babylonier. Auch wenn Bibelforscher sagen, dass der Text erst nach der Zerstörung des 2. Tempels von Jerusalem (70 nach Christus) verfasst wurde, wollte der unbekannter Verfasser sein Buch also zurückdatieren.

Wie dem auch sei, ist auch der Name Abimelech sehr interessant. Denn er wurde laut einem anderen Baruch-Text, wie in diesem Artikel HIER dargelegt, zu dieser Zeit angeblich durch die “Macht Gottes” in die Zukunft versetzt. Um ganze 66 Jahre! Das meint die Erwähnung, dass diese Person “durch Gottes Hand errettet ward”. Ein Zeitreisender, den auch die Bibel beiläufig erwähnt (Jer. 38,7).

Baruch jedenfalls, so behauptet die Schrift weiter, wehklagte sehr um Jerusalem, so dass der Herr ihn einen Engel schickte:

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Wie ich so wein und solches sage, erblick ich einen von des Herren Engel, wie er herbeikommt und mir sagt: Gib acht, o Mensch, liebwerter Mann, sorg dich nicht um Jerusalems Errettung! Denn dieses spricht der Herr, Gott, der Allmächtige. Er sandte nämlich mich vor dich, daß ich dir alle Dinge Gottes künde und erkläre. Dein Flehen ward vor ihm erhört und drang in Gottes, des Herrn, Ohren.” (1,3-5)

Wenn Baruch aufhört zu klagen und zu weinen und dadurch den “Zorne Gottes zu reizen”, so werde ihn der Engel “noch andere Geheimnisse, die größer sind als diese” zeigen. Verständlich, dass sich der Mensch Baruch auf dieses Angebote des vom Himmel gekommenen Wesens einließ. “Wohlan! So zeig ich dir die göttlichen Geheimnisse!” – mit diesen Worten des Engel begann sogleich die Himmelsreise des Baruch.

Flug in das All

Das Abenteuer nahm seinen Lauf und ging durch verschiedene Stationen im Himmel. Schilderungen, die sich in zahlreichen außerbiblischen Büchern wiederfinden. Etwa in “Apokalypse des Abraham“, “Leben Adam und Evas”, “Jubiläenbuch”, “Henoch 1 & 2” … um nur einige zu nennen.

Was den Text des Baruch an dieser Stelle so interessant macht, ist gleich der Anfang seiner Flugreise in die verschiedenen Himmel über der Erde. So heißt es dort:

Da nahm er mich und brachte mich dahin, wo fest der Himmel sitzt, und wo ein Fluß dahinfließt, den niemand zu durchschreiten wagt, wo nicht der fernste Windhauch ist von allen gottgeschaffenen Winden.” (2,1)

Nur ein Satz, in dem sich aber zwei Aussagen wiederfinden, die im Sinne der “Götter der aus dem All” interpretiert werden können.

So fällt der “Fluss” direkt auf, den angeblich niemand zu durchqueren wagt. Ein solcher Fluss im Himmel erinnert sehr stark an die Mischstraße bzw. das zu sehende Band unserer Galaxis. Rund um den Globus haben verschiedene Kulturen, Religionen und Völker zu unterschiedlichen Zeiten dieses Band der Milchstraße immer wieder mit einem Fluss verglichen. Auch mit einem “Totenfluss”. Bestes Beispiel sind hier natürlich die alten Ägypter.

Diesen “Fluss” wagt natürlich niemand zu überqueren. Einem Normalsterblichen war das auch gar nicht möglich. Höchstens den Göttern, Verstorben oder auch Schamanen in Trance war dies vergönnt, worin sich entsprechende Mythologien der Welt ziemlich einig sind.

Die zweite Aussage in diesem einen Satz ist sogar noch interessanter. Denn Baruch bzw. der Schreiber dieses Buches notierte, dass es dort oben über der Erde im Himmel luftleer ist. “Nicht der fernste Windhauch” sei vorhanden. Sollte das eine Umschreibung für das Vakuum im Weltraum sein? Auch wenn die “griechische Apokalypse des Baruch” erst im 2. Jahrhundert verfasst wurde, konnte damals vom luftleeren All niemand etwas wissen.

Ein Buch voller Rätsel

In dieser Baruch-Schrift finden sich so einige Behauptungen und Beschreibungen, die modern mit Blick auf die Prä-Astronautik gelesen werden können. Beispielsweise mehrfache Schilderungen  eines sehr seltsamen “Vogels” außerhalb der Erde (im “Himmel”), den der Himmels-Engel Baruch gegenüber “Weltenwächter” nennt.

Durchaus kann man dieses “Tier” technisch deuten, wenn er beispielsweise seine “Flügel” ausfährt und wieder einfährt, um Sonnenenergie aufzufangen. Angeblich zum Schutz des irdischen Lebens, wie es dort heißt. Oder auch die Tatsache, dass dieser “Vogel” regelmäßig gewartet werden muss, sobald er erschöpft sei. Seine “Krone” muss zu diesem Zweck jeden Tag von Engeln  abgenommen werden, die sie dann in den Himmel bringen um “sie zu erneuern”.

Warum sagt das Buch auch. Sie sei “unrein” geworden und auf die Frage, warum “der Vogel in Erschöpfung fällt” antwortet der Engel dem Baruch:

Er hält die Sonnenstrahlen ab und so wird er durch Feuer und die Hitze den ganzen Tag recht mitgenommen.” (8,6)

Natürlich deutet diesen hier sehr kompakt erwähnten “Vogel” kein Bibelforscher technisch. Zumal auch beschrieben ist, dass das “Tier” durch die irdischen Sünden der Menschen “unrein” werde, und deshalb jeden Tag repariert werden muss.

Bei seiner Reise durch die verschiedenen Stationen außerhalb der Erde vernahm Baruch übrigens noch eine andere spannende Information. In Büchern, YouTube-Videos und Vorträgen weise ich darauf immer wieder hin. So erfuhrt der Himmelsreisende auf seinem Weg zum obersten Himmel, in dem er letztlich in einem wundersamen “Haus” den Herrn und allerlei “Fluggeräte” traf, auch etwas über die Riesen. Jene Titanen, die laut Bibel in der Sintflut umkommen sollten. Es heißt dazu konkret:

Es brachte Gott die Sintflut auf die Erde und tilgte alles Fleisch und auch die 4.090.000 Riesen.” (4,10)

Eine erstaunlich exakte Anzahl von Riesen, die in der Flut getrunken sein sollen. Wie genau mag diese Aussage sein – und wie genau kann man jene verstehen, dass im Himmel außerhalb der Erde kein “Windhauch” vorhanden ist?

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Was wissen wir eigentlich über Henoch, dem Auserwählten der Astronautengötter vor der Sintflut, außerhalb seiner Bücher? (Artikel + Videos)

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ARTIKEL: Was wissen wir eigentlich über Henoch, dem Schreiber der Gerechtigkeit der Astronautengötter vor der Sintflut? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
ARTIKEL: Was wissen wir eigentlich über Henoch, dem Schreiber der Gerechtigkeit der Astronautengötter vor der Sintflut? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

In der Bibel wimmelt es von Namen. Von Protagonisten, die mal mehr oder weniger wichtig sind und mal häufig und teilweise sehr selten vorkommen. Vor allem im Alten Testament. Hier kennen der Karteikarten-Christ kaum irgendwelche Namen, die über Adam und Eva, Noah, Salomon oder Moses hinausgehen. Und falls die Bibel sogar selber gelesen wird, werden unzählige andere Namen überlesen und sehr schnell vergessen. Im Neuen Testament ist das etwas anders, aber durchaus ähnlich. Eine diese Personen, die der Mainstreamchrist kaum kennen wird, ist der Prophet Henoch. Einer der zehn Patriarchen vor der Sintflut im Buch Genesis, dem sogar einige Bücher außerhalb der Bibel zugeschrieben wurden. Ein Prophet, der sich in der Bibel ausgesprochen rar macht, obwohl er eigentlich eine herausragende Stellung in den Mythen der Bibel einnimmt. Was aber wissen wir über diesen Henoch? Was steht in der Heilige Schrift über ihn und was sagen Überlieferungen außerhalb der Bibel über ihn? Und zwar explizit solche, die nicht als Henochbücher bekannt sind. Das und mehr erfahrt Ihr in diesem Artikel, denn diese zeigen einmal mehr, warum Henoch in der Prä-Astronautik eine besondere Rolle zuteil wird.


Wer kennt Henoch?

Die seltene Spezies der normalen Bibelleser kennt ihn wahrscheinlich nicht. Ein Karteikarten-Christ wird nie von ihm oder jemals seinen Namen gehört haben. Und all jene, die nur zu Weihnachten als „Gläubige“ in die Kirche gehen, sowieso nicht. Doch jeder Prä-Astronautiker oder an Ancient Aliens-Themen Interessierte wird zumindest schon mal etwas über ihn gehört oder gelesen haben: Von dem Propheten Henoch aus dem Alten Testament.

Eigentlich ist das kein Wunder. In der Bibel sucht man vergeblich nach einem Buch des Propheten. Unter all den Büchern darin trägt keines den Namen Henoch als angeblicher Autor. Weder im Alten noch im Neuen Testament der Christen. Dass die biblische Figur Henoch (auch Enoch) deshalb niemand kennt, ist von daher nicht verwunderlich. Auch wenn er mehrfach in der Bibel genannt wird.

Nur ein Name unter unzähligen in der Heiligen Schrift. Könnte man meinen. Vor allem ist Henoch nämlich bei all jenen Mystery-Jägern, die sich intensiven mit der Prä-Astronautik beschäftigen, ein fester Begriff. Mal mehr, mal weniger.

Aber was genau ist über diesen Henoch eigentlich wirklich bekannt? Diese Frage ist sehr schnell beantwortet: Fast nichts! Sofern man sich nur den Schriften der bei uns geläufigen Bibel bedient. Dort findet sich der Prophet schon sehr früh im Buch Genesis genannt. In der Auflistung der zehn Patriarchen vor der Sintflut lesen wird dort knapp über ihn als siebten Patriarchen:

Jared war 162 Jahre alt, als er den Henoch zeugte; und Jared, nachdem er den Henoch gezeugt, lebte 800 Jahre und zeugte Söhne und Töchter (…) Henoch war 65 Jahre alt, als er den Methusalah zeugte; und Henoch, nachdem er den Methusalah gezeugt, wandelte er mit Gott 300 Jahre lang und zeugte Söhne und Töchter; also dass Henochs ganzes Alter 365 Jahre betrug. Und Henoch wandelte mit Gott und war nicht mehr, weil Gott ihn zu sich genommen hatte.“ (Gen. 5,18-24)

Das sind nicht viele Informationen über diesen Henoch. Ein direkter Nachfahre von Seth, dem dritten Sohn von Adam und Eva, also. Schaut man aber genauer hin, sind die Aussagen über ihn in der Geschlechterfolge von Adam bis Noah schon verblüffend. Sie unterscheiden sich stark von allen anderen aufgelisteten Patriarchen und enthalten weit mehr Informationen, wie es zuerst scheint.

Henoch: Kaum war er da, war er wieder weg

Beim Alter des Patriarchen fängt es bereits an. Dieser sei angeblich „nur“ 365 Jahre alt geworden, was in diesem Zusammenhang wirklich kein Alter ist. Sein Vater Jared beispielsweise starb mit 962 Jahren. Sein Sohn Methusalem bzw. Methusalah mit 969 Jahren und Noah als letzter der Patriarchen und Held der Sintflut mit 950 Jahren. Was sind da schon 365 Jahre?

Eine kleine und dennoch sehr bedeutende Aussage wird in dieser kurzen Erzählung über Henoch gleich zweimal erwähnt: Er sei mit „Gott gewandelt“, heiß es da, und das sogar 300 Jahre lang. Bis der Herr „ihn zu sich genommen hatte“.

„Zu sich genommen“ ist hierbei wörtlich zu nehmen. Denn im Stammbaum vor und nach Henoch wird bei jedem Patriarchen betont, dass er im Alter XY „starb“. Nur Henoch starb nicht – da Gott ihn quasi in jungen Jahren geholt haben soll. Grenzwissenschaftler der Prä-Astronautik werden bei derartigen Behauptungen hellhörig. Ein Mann, der mit dem Herrn „Umgang pflegte“, wie es andere Übersetzungen wiedergeben, wird nach nur relativ wenigen Jahren von genau diesem geholt. Folglich in den „Himmel“ aufgenommen. „Er war nicht mehr“, heißt es dazu.

In anderen Übersetzungen und Bibelausgaben liest sich diese Behauptung beispielsweise wie folgt:

  • Henoch hatte beständig mit Gott gelebt, und dann war er plötzlich nicht mehr da, weil Gott ihn weggenommen hatte.“
  • Und dieweil er ein göttliches Leben führte, nahm ihn Gott hinweg, und er ward nicht mehr gesehen.“
  • “Henoch hatte in enger Verbindung mit Gott gelebt. Dann war er plötzlich nicht mehr da; denn Gott hatte ihn von der Erde weggenommen.“
  • Und Henoch wandelte mit Gott; und er war nicht mehr, denn Gott nahm ihn hinweg.“
  • Sein ganzes Leben führte Henoch in enger Gemeinschaft mit Gott. Er wurde 365 Jahre alt. Dann war er plötzlich nicht mehr da – Gott hatte ihn zu sich genommen!
  • Und Henoch wandelte mit Gott und ward nicht mehr gesehen, denn Gott hatte ihn entrückt.“
  • Auf einmal war er nicht mehr da, denn Gott hatte ihn zu sich geholt, weil er in enger Gemeinschaft mit ihm gelebt hatte.“

Usw.

Missverstehen, was das Buch Genesis hier über den Propheten behauptet, kann man nicht: Aufgrund seines Umgang und Kontakt mit dem Herrn nahm dieser seinen Schützling Henoch eines Tages sehr plötzlich von diesem Planeten. Zumindest für alle anderen Menschen kam dies unerwartet. Niemand auf Erden sah ihn je wieder.

Henoch als Vorbild aller Gottesgläubigen!

Der durch Gottes Gnade von der Erde geholte Henoch wurde dadurch fraglos zu einer (religiösen) Legende. Über Jahrtausende hinweg gedachte man ihn und ehrte seine Frömmigkeit. Dies wird durch weitere Hinweise und Spuren zu seiner Person – wenn er denn je in der überlieferten Form und in jener Zeit lebte – in der Bibel belegt. Und zwar im Neuen Testament, wo im Brief an die Hebräer über die „Vorbilder des Glaubens“ oder „Glaubenszeugen des alten Bundes“ berichtet wird.

Dort wird er, je nach Übersetzung, in 11,5 mit den Worten gepriesen:

Weil Henoch glaubte, nahm Gott ihn zu sich, so dass er nicht sterben musste; er war plötzlich nicht mehr da. Die Heilige Schrift bestätigt, dass Henoch so gelebt hat, wie es Gott gefiel.“

Aufgrund des Glaubens wurde Henoch entrückt und musste nicht sterben; er wurde nicht mehr gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte; vor der Entrückung erhielt er das Zeugnis, dass er Gott gefiel.“

Durch den Glauben ward Henoch weggenommen, dass er den Tod nicht sähe, und ward nicht gefunden, darum dass ihn Gott weg nahm; denn vor seinem Wegnehmen hat er Zeugnis gehabt, dass er Gott gefallen habe.“

Diese Lobpreisung auf den vorsintflutlichen Henoch wurde gegen Ende des 1. Jahrhunderts nach Christus niedergeschrieben (60 bis spätestens 90 nach Christus). Wenige Jahrzehnte nach der Kreuzigung Jesus, der zweifellos der wichtigste Protagonist der gesamten Bibel ist. Zumindest für die Christen. Und seine frühen Anhänger kannten im 1. Jahrhundert natürlich auch Henoch, wie es im Brief des Judas nachzulesen ist.

Henoch und Jesus

In diesem werden die Jesus-Anhänger von einem „Judas, Knecht Jesu Christi und Bruder des Jakobus“ vor gottlosen Irrlehren in der Welt gewarnt. „Es hat aber auch Henoch, der siebte von Adam, von diesen geweissagt und gesagt …“ ist dort in 1,14 zu erfahren. In Neuen Testament wird Henoch im Evangelium des Lukas in 3,37 auch eindeutig als Vorfahre von Jesus dessen Stammbaum, zugeordnet.

Im Buch Jesus Sirach aus der Mitte des 2. Jahrhunderts nach Christus, das nicht Teil des allgemeingültigen Kanons der Bibel ist, lesen wir über Henoch:

Henoch gefiel dem Herrn und wurde hinweg genommen, um für die Welt ein Beispiel der Buße zu sein.

Niemand ist auf Erden geschaffen, der Henoch gleich wäre; denn er ist von der Erde hinweg genommen worden.“ (44,16 & 49,16)

Damit ist die Spurensuche nach diesem mythischen Mann der Vorzeit in der Bibel bereits erschöpft. Bis auf einige Aussagen, die als Anspielungen auf Henoch gedeutet werden können, schweigt sich unsere heutige Heilige Schrift über ihn aus.

Die spärlichen Spuren belegen jedoch eindrücklich, dass er als eine ganz besondere Person angesehen wurde. Vor allem auch von den ersten Christen, was der Kontext des Stammbaums von Adam bis Noah zur Sintflut sehr schön zeigt. Hinzu kommt, dass im Brief des Judas im Neuen Testament ab 1,14 sogar fast wortwörtlich aus einem Buch Henoch (1. Hen. 1,9) zitiert wird!

Solche Bücher, die dem Propheten Henoch zugeschrieben werden, gibt es tatsächlich. Nur nicht in der Bibel, da sie als Apokryphen gelten. Man nennt sie heute der Einfachheit halber oft nur 1., 2. und 3. Henoch. Gemeint sind damit das äthiopische, slawische und hebräische Buch Henoch. Hinzu kommen Fragmente eines ansonsten unbekannten „Buch der Riesen“ des Propheten, die den Höhlen von Qumran am Toten Meer ab 1947 gefunden wurden (Texte 1Q23, 1Q24, 4Q203, 4Q530, 4Q531, 4Q532, 4Q556, 4Q206 und 6Q8). Ebenso entdeckt wurden unter den Qumran-Rollen Textpassagen aus dem äthiopischen Henochbuch.

Henochbücher und Apokryphen

Diese Henochbücher sind es, die in der Prä-Astronautik seit Jahrzehnten für Diskussionen und Spekulationen sorgen. Denn sie beinhalten umfangreiche Schilderungen über die Verbindung der himmlischen Gottessöhne/Göttersöhne und den Frauen der Menschen, über deren Kinder bzw. über Riesen und den Ereignissen vor der Sintflut. Eine Rebellion vermeintlicher „Engel“ gegen Gott.

Die umfangreichste und detaillierteste Betrachtung dieser Überlieferungen im Sinne der Prä-Astronautik, die bisher erhält ist, erschien bereits vor wenigen Jahren (s. a. HIER & HIER). Deshalb soll im Rahmen dieses Artikels absichtlich nicht näher auf die Bücher Henochs selbst eingegangen werden. Obwohl naturgemäß in den Büchern Henochs die meisten Informationen über ihn und seine Erlebnisse zu finden sind, gibt es weitere, wenig beachtete Quelle, die deshalb hier thematisiert werden sollen.

Tatsächlich ist es sogar so, dass in der Bibel selbst über den darin als Vorbild für alle Menschen verehrten Propheten die wenigsten Angaben über ihn zu finden sind.

Geradezu in den Himmel gepriesen wird der vorsintflutliche Patriarch im Jubiläenbuch, das man auch „Kleine Genesis“ nennt. Ebenfalls ein Apokryph, das unter anderem die Existenz der oben genannten drei Henochbücher belegt bzw. sie rechtfertigt. Wobei anzumerken ist, dass Henoch, als dieser im Himmel beim „Höchsten“ weilte, hunderte Bücher in Gottes Auftrag geschrieben haben soll. “Als ich fertig war, hatte ich 360 Bücher geschrieben”, notiert 2. Hen. 23,6 zu dieser Leistung.

Prophet unendlicher Weisheit

Im Jubiläenbuch wiederum wird der wundersame Patriarch mit den Worten geehrt:

Dieser ist von den erdgeborenen Menschenkindern der erste, der Schrift, Wissenschaft und Weisheit lernte und die Himmelszeichen nach der Ordnung ihrer Monate in ein Buch schrieb, damit die Menschenkinder die Jahreszeiten nach der Ordnung ihrer einzelnen Monate wüssten.

Er schrieb auch zuerst ein Zeugnis auf und gab den Menschenkindern unter den Erdengeschlechtern ein Zeugnis; und er verkündete die Jahrwochen der Jubiläen, machte die Zahl der Jahre kund, ordnete die Monate und bekundete die Sabbate der Jahre, wie wir ihm kundgetan.

Er sah in einem Traumgesicht die Vergangenheit und Zukunft, wie es den Menschenkindern in ihren Geschlechtern bis zum Gerichtstag ergeht; er sah und verstand alles, schrieb sein Zeugnis nieder und legte es zum Zeugnis für alle Menschen und ihre Nachkommen auf Erden nieder.

(…)

Er war bei den Engeln Gottes sechs Jahrjubiläen, und sie zeigten ihm alles auf Erden und im Himmel, die Herrschaft der Sonne, und er schrieb alles auf.

Er zeugte gegen die Wächter, die mit den Menschentöchtern sündigten. Denn jene begannen, den Menschentöchtern beizuwohnen, so dass sie befleckt wurden, und Henoch zeugte gegen sie alle.

Dann ward er von den Menschenkindern hinweggenommen, und wir führten ihn in Edens Garten zu Hoheit und Ehre, und nun schrieb er dort das Gericht und das Urteil über die Welt und alle Bosheiten der Menschen nieder.

Und deshalb brachte Gott die Sintflut über das ganze Lande Eden; denn er ward dort zum Zeichen gegeben und sollte gegen alle Menschenkinder zeugen, damit er alles Tun der Geschlechter bis auf den Gerichtstag vermelde.

Er brachte auch im Heiligtum ein wohlriechendes Rauchopfer dar, das vor dem Herrn auf dem Berg des Südens angenommen ward.“ (4,17-25)

Auch hier zeigt der Kontext im Buch der Jubiläen, dass Henoch eine ganz besondere Stellung eingeräumt wurde. Niemand anders wird in dem dort niedergeschriebenen Stammbaum derart ausführlich erwähnt. Vor allem werden dort keinem anderen der Urväter derart viele Leistungen und Taten zugeschrieben. Selbst die Fähigkeit „der Schrift, Wissenschaft und Weisheit“, den Kalender und die Lehre der „Himmelszeichen“ stamme von ihm, heiß es da. Dies wiederum lehrnte er bei den „Engeln“ im Himmel.

Henoch, vollkommener als alle anderen!

Und, nachdem er die abtrünnigen „Engel“ aus Gottes Reich umfassend im Auftrag seines Höchsten über ihre Abstrafung für die Rebellion informierte (Sintflut), wurde er auch hier „von den Menschenkindern hinweggenommen“. Weiter heißt es im Jubiläenbuch, dass nicht mal Noah, der Überlebende der Sintflut, diesen Henoch in seiner Gottgefälligkeit übertraf und Henoch einen eindeutigen Auftrag hatte:

„(Noah), der in seinem Leben auf Erden die Menschenkinder an Gerechtigkeit, worin er vollkommen war, übertraf, ausgenommen Henoch.

Denn Henochs Werk war geschaffen zum Zeugnis für die Geschlechter der Welt, auf dass er all den Geschlechtern ihre Taten bis zum Gerichtstag aufzähle.“ (10,17 – detailliert dazu HIER)

Henoch war der „Schreiber der Gerechtigkeit“, wie ihn die „Himmelswächter“ selber nannten (z. B. 1. Hen. 15,1f.). Er sollte im Auftrag der Himmlischen alles Wissen in Büchern niederschreiben, um es den Generationen nach der Sintflut zu überliefern. Umfangreich finden sich diese Erzählung im slawischen Buch Henoch (ab 33,1ff.). So entstanden insgesamt 360 Bücher, die er im Himmel verfasst haben soll, bevor er wieder für kurze Zeit auf die Erde zurück kam. Vor seinem endgültigen Abschied von diesem Planeten sei das gewesen.

Folglich unterstreicht das Buch der Jubiläen mit der zitierten Aussage diese Überlieferung der Vermittlung und Verwahrung von Wissen durch den Propheten. Ob es den Tatsachen entspricht, beweist dies natürlich nicht. Laut Jubiläenbuch existierten zumindest einige dieser Bücher des Henoch noch Abrahams Zeiten. Denn dieser, so sagt er es seinem Sohn Isaak, habe selber darin gelesen:

Denn so fand ich es im Buch meiner Ahnen aufgeschrieben, ebenso in den Worten Henochs und in Noes Worten.“ (Jubi. 21,10)

Ungeachtet der heute in keiner Bibel zu findenden Henoch-Texte, genossen sie in der Vergangenheit offensichtlich großes Ansehen in der Bevölkerung. Bei den Juden ebenso wie bei den frühen Christen. Selbst Zitate des Propheten sind in der Bibel enthalten, worauf beispielsweise der angesehene Theologe und Bibelforscher Professor Robin Lane Fox in „Im Anfang war das Wort“ (1995) umfangreich hinweist. So finden sich in der Offenbarung des Johannes insgesamt 21 Henoch-Zitate und in den vier Evangelien ein Dutzend.

Henoch und die frühen Christen

Da die heute bekannten Henochbücher – und vielleicht bisher noch unbekannten Schriften von ihm – vor fast 2.000 Jahren viel gelesen wurden, finden sich weitere Spuren in anderen Texten. Und zwar in den Apokryphen zum Neuen Testament, die man zum Teil auch „Pseudepigraphen“ nennt. Es sind jene nicht-biblischen Bücher und Schriften, über die bereits zahlreiche „Enthüllungsbücher“ veröffentlicht wurden. Aus dem einfachen Grund, da diese unter anderem „geheime“ und der Bibel zum Teil widersprechende Aussagen über Jesus Christus enthalten. Man denke hier an diverse Evangelien, die nicht im Neuen Testament aufgenommen wurden.

Viele dieser christlichen Werke sind Apokalypsen, werden zumindest als „apokalyptische Werke“ angesehen. Da Henoch laut Genesis als Gerechter Mann lebendig von Gott in den Himmel „entrückt“ wurde, ist seine Person auch Teil dieser christlichen Werke (s. a. Videos unten). Ein solches Buch ist zum Beispiel „Die Himmelfahrt des Jesaja“, in dem wir über den Propheten erfahren:

Und er ließ mich aufsteigen in den siebenten Himmel, und daselbst sah ich ein wunderbares Licht und Engel ohne Zahl. Und daselbst sah ich alle Gerechten von Adam an, und daselbst sah ich den heiligen Abel und alle Gerechten. Und daselbst sah ich Henoch und alle, die mit ihm waren, entkleidet des fleischlichen Gewandes, und ich sah sie in ihren höheren Gewändern, und sie waren wie die Engel, die daselbst in großer Herrlichkeit stehen.

Aber auf ihren Thronen saßen sie nicht, noch waren die Kronen ihrer Herrlichkeit auf ihrem Haupte.“ (9,6-10)

Es ist nur allzu verständlich, dass geglaubt wurde, dass im „Reich Gottes“ der von der Erde genommenen Henoch auf die Gläubigen wartet. Dies unterstreicht auch ein weiteres Apokryph zum Neuen Testament. In der „Apokalypse des Paulus“ steht geschrieben:

Und als ich in das Innere der Pforte des Paradieses eingetreten war, ging mir ein alter Mann entgegen, dessen Angesicht wie die Sonne leuchtete. (…) Und ich fragte den Engel und sagte: Wer ist dieser? Und er sagte zu mir: Dieser ist Henoch, der Schreiber der Gerechtigkeit.“ (Abschnitt 20)

Nach Paulusapokalypse wurde er daraufhin von dem Propheten Elias in Empfang genommen. Einem der ganz großen Propheten, der laut Bibel am Ende seiner irdischen Mission von Gott von der Erde abgeholt wurde. In einem „Wagen von Feuer“ und einem „Sturmwind auf gen Himmel“ sei dieser damit geflogen, heißt es im Alten Testament (2. Kön. 2,11).

Der göttliche Geschichtsschreiber

In diesen himmlischen Gefilden des Höchsten und seiner „Engel“ sollen bekanntlich nach christlicher Tradition zahlreiche „Heilige“, „Märtyrer“ und Propheten aufgenommen worden sein. Angefangen von Adam. Von dort sollen diese auch über die Menschen wachen, wie es auch der äthiopische Text der ebenfalls nicht-biblischen „Offenbarung des Petrus“ in Abschnitt 2 unterstreicht. Hier heißt es, dass Henoch und Elias eines Tages vom Himmel kommen werden, um gegen falsche Propheten und Verführer zu kämpfen:

Henoch und Elias werden gesandt werden, um sie zu belehren, dass das der Verführer ist, der in die Welt kommen und Zeichen und Wunder tun muss, um zu verführen.“

Auch der „Pseudo-Titus-Brief“ kennt den weisen Henoch und bringt ihn mit Elias in Zusammenhang. Dabei bezieht sich dieses neutestamentarische Apokryph unter anderem klar auf die Himmelfahrt des Elia in diesem „Sturmwind“ auf dem „feurigen Wagen“ mit seltsamen „feurigen Rossen“, wie sie im 2. Buch der Könige (2,1ff.) überliefert wurde.

Vor allem erkennt man diese Tatsache an dem genannten Diener, dem der Prophet bei seiner Reise in den Himmel (versehentlich) seinen Mantel als Andenken hinterlassen haben soll. Gemeint ist damit eindeutig Elisa, der Helfer des Elias, der Zeuge wurde, als Gott seinen Meister im „Sturmwinde gen Himmel auffahren ließ“. Denn die Abreise und der Ort der Himmelfahrt waren exakt geplant, wie es die Bibel schildert. Und bei seinem Abflug fiel dem Propheten sein Mantel herunter, den sein Diener Elisa an sich nahm. Eine spannende Geschichte, die hier nur am Rande erwähnt werden soll, denn dem „Pseudo-Titus-Brief“ entnehmen wir dazu:

So nahm sich Elias, ein edler Mann, der noch im Leibe lebt, einen Jungen zum Diener, dem er auch seinen eigenen Mantel als heiliges Andenken hinterließ, als er von dem Feuerwagen in das Paradies emporgefahren wurde. Da lebt auch Enoch im Leibe, der im ersten Zeitalter (dorthin) entrückt wurde.

O heilige Fügung Gottes, der für das kommende Zeitalter gesorgt hat: Enoch, der Gerechte, aus dem ersten Volk, wird damit betraut, die Geschichte der ersten Menschen nieder zu schreiben, und der heilige Elias (bekommt den Auftrag), die neuen Taten dieses späteren Volkes zu verzeichnen!“ (Quelle, S. 98f.)

Auch hier wird die ruhmreiche Tat des Henoch gepriesen, dass er die Geschichte der Menschheit vor der Sintflut dokumentiert habe. Der Verfasser des christlichen „Pseudo-Titus-Brief“ hat entweder von diesen Henochbüchern gehört oder sie selber gelesen.

Wann der Titusbrief verfasst wurde, ist unklar. Vielleicht sogar erst im 8. Jahrhundert, was bedeuten würde, dass die Henochbücher da noch allgemein bekannt oder im Umlauf waren. Da aber „deren Lektüre erhebliche sprachliche Schwierigkeiten bietet, ist es noch nicht möglich, ein letztes Wort über die Entstehung des Titusbriefes zu sagen“, so A. de Santos Otero in seiner Analyse des Textes („Neutestamentliche Apokryphen in deutscher Übersetzung“, II. Band: „Apostolisches, Apokalypsen und Verwandtes“, herausgegeben von Wilhelm Schneemelcher, Tübingen 1964).

Henoch im “Himmel”

Im „Himmel“, „Reich Gottes“, „Paradies“ oder wie man es auch immer bezeichnen mag, tummelten sich den alten Texten nach die Heiligen und Propheten. Und mitten unter ihnen auch und vor allem Henoch, dessen vermeintliches Ableben schon im Alten Testament so wundersam geschildert wurde. So sollte es auch nicht weiter verwundern, dass gerade über Henoch allerlei Geschichten und Erzählungen im Umlauf waren. Nicht nur in christlichen und jüdischen außerbiblischen Schrifttum, sondern auch in vermeintlichen Märchen.

Und der Umfang dieser Geschichten, Aussagen und Überlieferungen ist enorm, weshalb an dieser Stelle nur einige wenige herausgesucht werden sollen (alle nach: Micha Josef bin Gorion: „Die Sagen der Juden“, Frankfurt a. M. 1919).

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Zum Beispiel jene angebliche „Sagen“, die davon berichten, dass Henoch nach seiner Abreise von der Erde im Reich Gottes eine geradezu steile Karriere machte. Das stellte schon Ismael bei seiner Himmelfahrt fest:

Als der Hohepriester Ismael, der Sohn Elisas, in den Himmel gestiegen war, schickte ihm der Herr Matatron, seinen inneren Fürsten, entgegen.“

Dieser Mataron ist kein geringerer als Henoch selbst. „Ich bin es, der vorher Henoch, der Sohn Jareds, war“, so berichtete er Ismael. Daraufhin schilderte Mataron alias Henoch, dass „das Geschlecht der Sintflut Sünde tat und sie fehlgingen in ihrem Tun“ und er so von dem Herrn auserwählt wurde. Also Zeuge gegen die rebellierenden „Engel“ und Schreiber. Hierbei betont Henoch selber, dass er lebendig von der Erde abgeholt worden sei – und im vermeintlichen „Paradies“ auch einen militärischen Posten bekam:

Darum eben hat der Herr mich noch bei Lebzeiten in den Himmel  genommen, auf dass ich  wider sie zeugen sollte, und er setzte  mich zum Fürsten und zum Befehlshaber über alle seine Heerscharen.“

Nicht allen gefiel die Gottes-Entscheidung, den Menschen aus dem sündigen Geschlecht vor der Sintflut zum Heerführer zu ernennen. Aza und Azael vom Hofstaat des Herrn beschwerten sich deshalb bei ihrem Höchsten, der sie schnell in ihre Schranken wies: „Was seid ihr, die ihr mir dazwischen redet?“ Er wolle lieber Henoch als die beiden himmlischen Gottessöhne zum Anführer machen, so der Herr. Und da Henoch „unter den Heerscharen der jüngste an Tagen, Monden und Jahren“ war, bekam er dort den Spitznamen „Knaben“.

Widersacher unter den “Engeln”

Hierzu sollte angemerkt werden, dass Aza und Azael laut diesem Märchen einen sehr guten Grund hatten, sich gegen den irdischen Henoch zu stellen. Denn sie selber waren verantwortlich für den Verfall der Menschen auf der Erde vor der Flut, wie es heißt:

Wo hatten sie aber die Kraft her, um sie auf die Erde herunterzubringen? Ja, Aza und Azael brachten ihnen die Zauberkunst bei, dass sie die Gestirne herunterbringen konnten und sie sich dienstbar machten; ohne diese beiden hätten sie es nicht zu tun vermocht.“

Kein Wunder, dass sie nicht wollten, dass Henoch zu ihrem Widersacher im Himmel wird …

Mit der Beförderung zu einem Heerführer und Fürsten sowie dem Erhalt eines neuen Namens waren die Ehrungen des Henoch in Gottes Gefilde aber noch nicht am Ende. Noch sehr lange nicht.

In der Folge überschüttete er ihn mit „Weisheit auf Weisheit, Verstand  auf  Verstand, Klugheit auf Klugheit, Wissen auf Wissen, Macht auf Macht, Schönheit auf Schönheit“ und vielen weiterem mehr. Derart von Gott ausgestattet und versorgt wurde Henoch „zum Diener seines Thrones“ ernannt. Später sogar von ihm selbst gekrönt und, man glaubt es kaum, zum Stellvertreter des Höchsten im Himmel. Seine Aufgaben waren unter anderem:

Und der Herr bestimmte auch über Henoch, dass er den Stuhl seiner Herrlichkeit täglich bedienen sollte. (…)

Und jeglicher Engel, so ein Anliegen an mich hat, soll erst vor ihn, vor den  Matatron treten und mit ihm sprechen. Und jedes Wort, das er zu euch spricht in meinem Namen, sollt ihr hüten und befolgen, denn der Fürst der Weisheit und der Fürst der Vernunft stehen ihm zur Seite (…)

Mehr Privilegien kann ein Mensch wohl kaum vom Höchsten erhalten. Henoch wurde zum 1. Sekretär Gottes in seinem „Vorzimmer“, der gleichfalls in seinem Namen sprechen konnte und durfte. Ganz nebenbei ernannte ihn der Herr noch „zum Aufseher über alle Kostbarkeiten der Hallen des Araboth und über alle Schätze des Lebens“. Nicht jedoch bevor er ihn „alles Verborgene der Schrift und alle Geheimnisse der Weisheit“ offenbarte, wie sie Überlieferung es schildert.

„Araboth“ ist nichts anders als der höchste Himmel als das Zentrum von Gottes Reich (Talmud, Chagigah Bab. S. 12.b.). Besser bekannt als der „7. Himmel“, zu dem in vielen Überlieferungen Propheten geflogen sein sollen. Nicht nur Henoch, der dort übrigens auch in der Grenzwissenschaft geschult wurde, wenn man es so bezeichnen mag:

Und auch alle Rätsel der Welt und alle Geheimnisse der Schöpfung lagen vor ihm offen, wie sie dem Schöpfer aller Dinge offen sind.“

Henochs Flug von der Erde

Henoch selber bekam auch einen Thron von seinem Herrn. Einen Thronwagen, den man aus der Bibel kennt, und mit dem dort bekanntlich Gott flog. Eben ein solches Gerät, mit dem Henoch nach der Tradition gen Himmel aufgefahren sein soll. „Er machte ihm einen Stuhl, ähnlich wie der Stuhl  seiner Herrlichkeit war.“

Wie Henoch von der Erde in dem Himmel kam, berichtete die Geschichte auch. „Da nahm der Herr mich, Henoch, den Sohn Jareds, von ihnen hin weg“, erzählte er dazu dem oben genannten Ismael bei dessen Ankunft im Himmel. Weiter erfahren wir:

Als der Herr Henoch gen Himmel bringen wollte, schickte er nach ihm den Fürsten Amphiel aus, der nahm ihn vor den Augen der Menschen hinweg und ließ ihn fahren mit großen Ehren in feurigem Wagen mit feurigen Rossen; die  Diener des Herrn liefen voran, und Henoch stieg in den obersten Himmel, wie die Herrlichkeit des Herrn selber.“

Eine Erscheinung, die buchstäblich meilenweit zu riechen war, denn sie „rochen sein Kommen schon in einer Entfernung von 65.300 Meilen“.

Fraglos eine sehr spannende Himmelfahrt, die sich aber in einem Detail stark von anderen dieser Art unterscheidet. Denn in der weiteren Erzählung heißt es, dass der Höchste selber zu dieser Zeit auf Erden weilte, diese jedoch verlassen wollte. „Alle Menschenkinder sind mir abtrünnig“ geworden „und sie dienten fremden Göttern“, klagte er. Es war an der Zeit, die Erde zu verlassen, so Gott. Nicht ohne Henoch zuvor noch mitzunehmen:

„(…) da nahm ich meine Herrlichkeit hinweg von ihnen und kam nun wieder  nach oben. Nur dieser hier (Henoch, Anm. LAF), den ich von ihnen emporhob, der ist von allen ausersehen, und er übertrifft sie alle durch seinen Glauben, durch seine Gerechtigkeit und durch seiner Taten Gabe; und dies ist der Entgelt, den allein ich von der Welt da unter dem Himmel habe.

(…) da trug er ihn auf den Flügeln seiner Herrlichkeit in das oberste Gewölbe und brachte ihn in die Mitte des großen Palastes, der in den Höhen des Araboth steht; dort ist der Stuhl seiner Herrlichkeit, dort ist sein Wagen, dort sind zornige Heere und grimmige Truppen, dort lagern feurige Engel und Cherubim gleich Fackeln und Räder wie glühende Kohlen und flammende Diener und strahlende Chasmalim und blitzhelle Seraphim.

Es mag zwar verstörend erscheinen, dass im Reich Gottes „zornige Heere und grimmige Truppen“ stationiert waren, aber das soll an dieser Stelle nicht weiter verwundern (s. a. Artikel HIER & Video HIER). Interessanter ist die Himmelfahrt Henochs an sich. Wie sie hier erzählt wird, war es eine „klassische Himmelfahrt“, wie man sie aus vielen Schriften in diesem Zusammenhang kennt. Fraglos nur detaillierter und mit weit mehr Ausschmücken. Immerhin war der Prophet ein ganz besonderer Auserwählter – und Gott „liebte ihn mehr denn alle Himmelskinder“, wie es die Sage formuliert.

Die Himmelfahrt: Ein Spektakel für die Schaulustigen

Ganz so einfach und nach Plan verlief die Himmelfahrt des Henoch dann aber doch nicht.

Zumindest behauptet das eine andere jüdische Sage, in der wir weitere Informationen über den Patriarchen finden. Nach dieser war die Himmelsreise des Henoch ein riesen Spektakel, das sich hunderttausende Schaulustige ansehen wollten. Eine unglaubliche Anzahl von 800.000 Personen habe den Propheten am Tag seiner Entrückung zum Abholungsort begleitet. Sie wollten Zeuge des Wunders werden. Trotz mehrfacher Warnungen von Henoch selbst, dass sie umkehren mögen, da die Herniederkunft von Gottes Thronwagen große Gefahren mit sich bringen würde.

Sie waren einfach zu neugierig.

Die Menschen wussten ganz genau, dass der Abflug von Henoch bevor steht, da er es ihnen selber mitgeteilt hatte. Immerhin hatte er, nachdem er erfuhr, „dass er in den Himmel komme“, sie zusammengerufen, um sie ein letztes Mal zu unterweisen und zu belehren. Schon bei dieser Ansprache des Propheten sahen die Anwesenden „die Gestalt eines Rosses im Sturme vom Himmel herunter steigen“, als sie „ihre Augen erhoben“. Es sei wegen ihm ihn hier, so Henoch, und „der Tag ist gekommen, da ich von euch gehe“.

Der Erwählte bestieg dieses feurige Pferd und „ritt von dannen“. Offensichtlich aber noch nicht auf direkten Weg in den Himmel zu Gott. 800.000 Mann folgten ihm nämlich einen Tag lang. Zum Missfallen von Henoch, der in den folgen Tagen die Neugierigen und Schaulustigen immer wieder aufforderte, sie sollen in ihre Zelte zurückkehren. „Folgt mir nicht, sonst müsst ihr sterben“, ermahnte er sie mehrfach.

Offensichtlich durch diese Warnungen verunsichert, setzten sich in den Folgetagen mehr und mehr Menschen ab. So wurden nicht alle der anfänglichen 800.000 Menschen Zeugen der Himmelfahrt. Die übrigen haben sich „noch enger an Henoch angeschlossen“ und bestanden darauf auch dorthin zu gehen, wohin ihr Prophet gehen werde. Wo immer das auch sein wird.

Katastrophe bei der Himmelfahrt!

Nach sechs Tagen der Warnungen und Aufforderungen zur Umkehr war es Henoch allerdings auch leid:

Da sie darauf beharrten, mit ihm zu gehen, redete er nicht mehr auf sie sein, und sie folgten ihm.“

Damit war ihr Ende besiegelt. Alle, die die Himmelfahrt selber beobachten wollten, ließen nie mehr etwas von sich hören. Um deren Schicksal aufzuklären, wurde daraufhin von den Hinterbliebenen eine Suchmannschaft ausgesandt. Was sie am Ort der Himmelfahrt vorfanden waren nur noch ihre Leichen. In der Sage liest sich das grausige Ende der Menschen so:

Am siebenten Tage aber fuhr Henoch im Wetter in den Himmel auf feurigen Rossen in feurigem Wagen.

Aber die Könige, die zurückgekehrt waren, wollten die Zahl derer wissen, die bei Henoch geblieben waren. Sie gingen nach dem Orte, von dem aus Henoch in den Himmel gefahren war, und fanden die Erde daselbst voll Schnee, und auf dem Schnee waren große Steine von der Art der Schneesteine. So sprachen sie zueinander: Lasst uns den Schnee wegscharren, wir wollen sehen, ob nicht die Menschen, die mit Henoch gegangen sind, unter dem Schnee liegen. Sie scharrten den Schnee weg und fanden die Menschen, die mit Henoch waren, tot daliegen. Sie suchten auch nach Henoch, der war aber nicht da, denn er war in den Himmel gefahren.“

Eine Himmelfahrt, eine Aufnahme ins „Paradies Gottes“, die offensichtlich in einer Katastrophe für die Zuschauer endeten. Nur „Henoch kam lebendig im Garten Eden“ an, wo er „lustwandeltete 300 Jahre“ lang. Während er von den „Engeln Gottes“ in Astronomie unterrichtet wurde und die Weisheiten der Welt erlernte …

Nur ein Märchen, keine Frage. Aber ein sehr verstörendes.

Alles nur “Phantastereien”?

Schon die ersten Kritiker dieser Sagen und Märchen, die der jüdische gelehrte Micha Josef Bin Gorion 1919 veröffentlichte, sahen diese (und andere) Geschichten sehr skeptisch. „Phantastereien“ mit vielen „Spuren der heidnischen Umwelt“ und damit „fast eine Art Volksbuch für Liebhaber jüdischer Folklore“, schrieb beispielsweise Salcia Landmann in einer Rezension. Die von bin Gorion gesammelten Sagen, beginnend mit der der Schöpfung und weiter durch die gesamte Geschichte des Alten Testament hinweg, würden „manchmal anmuten wie wirre Fiebertraume“. „Ein wundervoll anregendes und aufregendes Buch“ sei des trotzdem, so die Journalistin Landmann 1976 („Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte“, Nr. 3/1976).

Wie an diesen Sagen zu erkennen ist – ob über Adam, Henoch, König David, die Babylonier oder den weisen Herrscher Salomon – nehmen sie klaren Bezug auf das Alte Testament. Mal sehr deutlich, und mal werden entsprechende Episoden daraus weiter ausgeschmückt. Mit „Phantastereien“, wie Landmann es nannte. Wie weit diese gehen, kann man nicht sagen.

Zum Ende dieser Spurensuche nach Informationen und Aussagen über Henoch abseits der Bibel und vor allem der Henochbücher, wollen wir uns aber den oben zitierten „Schnee“ ansehen.

“Aussatz” und “Schnee”

Nach der tödlichen Himmelfahrt lag am Ort des Geschehens „die Erde daselbst voll Schnee, und auf dem Schnee waren große Steine von der Art der Schneesteine“. Der Suchtrupp musste diesen weg scharren, um die darunter liegenden Leichen zu bergen. Insgesamt 6 Mal erwähnt die Sage diesen „Schnee“ bzw. einmal „Schneesteine“ in diesen wenigen Sätzen. Es ist wohl klar, dass hier kein normaler Schnee gemeint sein kann, der im Winter vom Himmel fällt (durchaus auch im Nahen Osten, dem Schauplatz der Katastrophe).

Was aber mag dieser „Schnee“ dann gewesen sein? Rückstände der Antriebsaggregate von Gottes Luftschiff, wie man mit Blick auf die Prä-Astronautik spekulieren kann?

Auch die ominösen Steine, die aussahen wie Schneesteine, folglich also keine waren, sind rätselhaft. Was soll das gewesen sein? Eis? Leider ist es unmöglich festzustellen, was dies für „Steine“ gewesen sein mögen. Alles das ist schon sehr sonderbar. Oder haben wir hier nichts weiter als eine Art Gleichnis vorliegen? Der weiße „Schnee“ als Sinnbild der Unschuld und Güte des reinen Henoch, zum Beispiel?

Zumindest ist das keine reine Erfindung dieses Märchens, wie ein Blick in das Alte Testament beweist. Auch das Buch Numeri (12.1ff.) enthält einen ähnlichen Vorfall. Dort heißt es, dass sich Aaron und Mirjam beim Exodus gegen Moses auflehnten und ihn und Gott kritisierten. So machte der Herr mit den Kritikern kurzen Prozess und bestrafte sie. In seiner „Wolkensäule“, die beim Exodus vor dem Volk her flog, erhob er sich in den Himmel:

Und der Zorn des Herrn entbrannte über sie, und er ging; und die Wolke wich von der Hütte. Siehe, da war Mirjam aussätzig wie Schnee. Und Aaron wandte sich zu Mirjam, und siehe, sie war aussätzig.“ (Num. 12,9-10)

Nach Bitten von Moses und Aaron um Heilung befahl der Herr die Aussätzige sieben Tage außerhalb des Lagers von der Gemeinschaft auszuschließen. Sie musste in Quarantäne. „Und das Volk zog nicht weiter, bis Mirjam wieder aufgenommen ward“, überliefert Num. 12,15. Es ging für Mirjam also glimpflich aus, dass sie mit „Schnee“ als Aussatz bestraft wurden.

Der “strahlende Moses” – ein Zusammenhang?

Vergleichbar mit einer Erfahrung, die Moses selber machen musste. Als dieser die Tafeln mit den Zehn Geboten von seinem Gott auf dem Berg bekam und zu seinem Volk brachte, strahlte sein Gesicht. So erzählt es das Buch Exodus ab 34,29. Unter Rauch, Donner, Lärm und Beben war zuvor der Herr in seiner Feuer- und Wolkensäule dort oben gelandet und das Volk Israel durfte auf keinen Fall zu nahe kommen. Sie schauten sich das ganze Spektakel am Fuß des Berges an (s. z. B. Videos HIER & HIER).

In sicher Entfernung, da Gott selber zuvor sogar befahl einen Zaun darum zu errichten. Sonst würde das Volk seine Niederkunft nicht überleben. Wie die Schaulustigen bei Henoch?

Im Buch Exodus finden dazu folgende Worte:

Als nun Mose vom Berge Sinai hinabstieg und die beiden Tafeln des Zeugnisses in der Hand hielt, als er vom Berge herabstieg, da wusste er nicht, dass die Haut seines Angesichts strahlte davon, dass er mit Ihm geredet hatte. Und Aaron und alle Kinder Israel sahen Mose, und siehe, die Haut seines Angesichtes strahlte; da fürchteten sie sich, ihm zu nahen.

Aber Mose rief sie; da wandten sie sich zu ihm, Aaron und alle Obersten der Gemeinde; und Mose redete mit ihnen. (…) Als nun Mose aufhörte mit ihnen zu reden, legte er eine Decke auf sein Angesicht. Und wenn Mose hineinging vor den Herrn (vor die Bundeslade, Anm. LAF), mit ihm zu reden, tat er die Decke ab, bis er wieder herausging. (…)

Und die Kinder Israel sahen das Angesicht Moses, dass die Haut desselben strahlte, und Mose tat die Decke wieder auf sein Angesicht, bis er wieder hineinging, mit Ihm zu reden.“ (Ex. 34,29-35)

Es sei die Herrlichkeit und Göttlichkeit gewesen, die Moses Gesicht „strahlen“ ließ, sagt die Bibelforschung. Schließlich habe er Gott persönlich gesehen. Wie es im Buch „Ezechiel der Tragiker“, ein Apokryph, heißt, wurde Moses damals sogar vom Berg Sinai mit einem feurigen Thronwagen in den Himmel entrückt. 40 Tage lang.

“Schnee” und “Aussatz” als Wunder des Herrn

Seine erste Erfahrung mit dieser Art von schneeweißem Aussatz hatte Moses allerdings schon bei seiner allerersten Gottesbegegnung. Jene am „Brennenden Dornbusch“, als ihn ein Engel bzw. Gott berufen hatte. Unter anderem soll sich bei dieser Begegnung folgendes ereignet haben, wie es das Buch Exodus erzählt:

Dann befahl Jahwe ihm: ‚Steck deine Hand in dein Gewand!‘ Mose tat es, und als er die Hand wieder hervorzog, war sie voller Aussatz, weiß wie Schnee. Da befahl er ihm: ‚Steck deine Hand noch einmal ins Gewand!‘ Mose tat es, und als er sie hervorzog, war sie wieder gesund. ‚Wenn sie dir auf das erste Zeichen (die „Schlange“, die sich in einen „Stab“ verwandeln konnte, Anm. LAF) hin nicht glauben, werden sie sich durch das zweite überzeugen lassen.‘“ (Ex. 4,6-8)

Im 2. Buch der Könige (5,1ff.) findet sich die Erzählung über „Naaman, der Feldhauptmann des Königs von Aram“. Er sei „ein trefflicher Mann vor seinem Herrn“ gewesen, der „jedoch aussätzig“ war. Um ihn zu heilen schickte der Prophet Elisa seinen Diener Gehasi im Namen des Herrn zu Naaman. Gehasi bereicherte sich bei dieser Mission aber materiell, was umgehend eine Strafe Gottes nach sich zog:

Aber der Aussatz Naamans wird dir anhangen und deinen Nachkommen allezeit. Da ging Gehasi von ihm hinaus, aussätzig wie Schnee.“ (2. Kön. 5,27)

Wirklich zufriedenstellend deuten kann man solche Aussagen nicht. Denn, dass diese Art von göttlichen oder wundersamen Aussatz mit „Schnee“ verglichen wurde, verwirrt. Was natürlich auch für den „Schnee“ bei Henochs Reise in den Himmel gilt. Denn eigentlich wurde das Aussehen der Himmlischen, der Wächter, der Gottessöhne, der „Engel“ oder Gott selbst mit diesem Attribut verglichen. Vor allem die Haare, die immer wieder als „weiß wie Wolle, leuchtend weiß wie Schnee“ (Off. 1,14) und ähnlich beschrieben wurden.

Ein Wesen mit einem „Leib weiß wie Schnee“ und „Haupthaar weiß wie Wolle“, sei zum Beispiel laut Henoch Noah gewesen (1. Hen. 106,2). Und im himmlischen Gottesreich sah Henoch persönlich Gottessöhne, dessen Antlitz „leuchtete wie Schnee“ (1. Hen. 71,1). Nach solchen und vielen ähnlichen Texten trugen die Himmlischen sowie Gott selber gerne schneeweiße und geradezu leuchtende Kleidung. Im Himmel traf Henoch zum Beispiel den Höchsten, den Führer aller Wächter. In „einem großen, aus Krystallsteinen gebauten Hause“ saß dieser auf einem feurigen Thron und „sein Gewand war glänzender als die Sonne und weißer als lauter Schnee.“, notiert das 1. Buch Henoch in 14,20 dazu.

Wächter des Himmels und Gottessöhne

Solchen Wächtern des Himmels begegnete auch Abraham, bevor er in das all flog, wie es die „Apokalypse des Abraham“ schildet (s. Video und Artikel dazu HIER). „Seines Hauptes Haar (glich) dem Schnee“, notiert das Apokryph in Vers 11,2.

Schnee im Sinne von Wasser war es in keiner einzigen dieser Beschreibungen. Sehr gut zu erkennen im slawischen Buch Henoch, in dem der Prophet seine Begegnung im Himmel mit dem Wächter Tartarus schildert:

Dieser Engel sah aus wie Schnee, und seine Hände waren wie Eis, und er fühlte mein Antlitz ab; denn ich konnte die große Hitze nicht ertragen und nicht den Schrecken.“ (2. Hen. 37,1)

Solche phantastischen Geschichten und Beschreibungen sind in und außerhalb der Bibel überliefert. So etwa steht im Buch Daniel folgendes Abenteuer bzw. folgende „Vision“ des Propheten niedergeschrieben:

Ich sah immer noch hin: da wurden Throne aufgestellt, und ein Hochbetagter nahm Platz. Sein Gewand war weiß wie Schnee, sein Haar wie reine Wolle. Feuerflammen waren sein Thron, und dessen Räder waren loderndes Feuer. Ein Strom von Feuer ging von ihm aus. Tausendmal Tausende dienten ihm, zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht nahm Platz, und es wurden Bücher aufgeschlagen.“ (Dan. 7,9-10)

Wenn aber, und das sollten diese Beispiele verdeutlichen, „Schnee“ oder weiß wie Schnee immer mit Göttlichem und den Himmlischen assoziiert wurde, warum dann auch eindeutig mit Aussatz? Was ist oder war ein solcher schneeweißer Aussatz? Und warum konnte er nach der der Sage über Henochs Himmelfahrt scheinbar unzählige Menschen töten?

Henoch – ein unscheinbarere Name in der Bibel und doch der außergewöhnlichste Patriarch vor der Sintflut, wie man in der Genesis knapp erfährt. Selbst wenn man die Schriften mit seinem Autorennamen beiseite lässt, ist über diesen Propheten praktisch nur Erstaunliches zu erfahren. Ein kleiner Teil dessen sollte hier zusammengefasst werden. Warum diese biblische Figur gerade für die Prä-Astronautik interessant ist, sollte wohl niemanden verwundern.

Auch nicht, warum Erich von Däniken ihn schon 1977 in seinem Buch „Beweise“ seinen Lesern mit den Worten vorstellte: „Dieser Henoch ist mein Freund“ …

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Im Bann der Dämonen: Seltsames über König Salomon und dem Bau des Tempels von Jerusalem +++ Artikel +++

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ARTIKEL: Die Dämonen im Bann: Seltsames über König Salomon und dem Bau des Tempels von Jerusalem (Bilder: gemeinfrei / WikiCommons/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
ARTIKEL: Die Dämonen im Bann: Seltsames über König Salomon und dem Bau des Tempels von Jerusalem (Bilder: gemeinfrei / WikiCommons/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

In den Büchern der Bibel finden sich zahllose große und kleine Protagonisten, die mal mehr und mal weniger bekannt sind. Einige sind legendäre Berühmtheiten, auch wenn man oft nicht mal weiß, ob es sie wirklich gab. Zum Beispiel Moses, Abraham oder König David. Und doch sind auch und gerade diese Personen zahllosen Menschen mehr oder weniger gut bekannt. Dazu zählt auch der legendäre König Salomon. Ein Herrscher, der vor rund 3.000 Jahren den 1. Tempel von Jerusalem gebaut haben soll und aufgrund seiner Weisheit bis heute gepriesen wird. Doch Salomon hatte nach den alten Texten auch seine Schattenseiten, die offenbar sogar in der Bibel selbst überwiegen. Welche das sind und was der sagenumwobene König zu Lebzeiten alles getan haben soll, erfahrt Ihr in diesem Blog-Artikel.


Der Tempel des Salomon

In der Bibel gibt es eine Reihe von Namen und Figuren, die immer wieder auftauchen. Berühmtheiten, von denen viele Menschen vielfach gehört haben, auch wenn sie nicht selber im Alten und Neuen Testament lesen. Allen voran natürlich Jesus und Maria aus dem Neuen Testament oder Adam, Eva, Noah sowie Moses aus dem Alten Testament sind hier zu nennen.

Eine durchaus auch noch bekannte Person aus dem Alten Testament ist sicherlich König David. Vor allem aufgrund des Kampfes „David gegen Goliath“ und vielleicht auch noch in seiner biblischen Funktion als frommer Herrscher in Jerusalem. Sein Nachfolger König Salomon hingegen ist dabei schon weniger prominent. Auch wenn seine legendäre Weisheit fraglos geläufig ist.

Als Baumeister des ersten Tempels von Jerusalem, dem nach ihm bekannten „Salomonischen Tempel“, ist aber auch dieser König eine wahrhaftige Legende der biblischen Geschichte und Forschung. Auch wenn weder die Person Salomon noch sein Tempel auf dem Tempelberg in Jerusalem archäologisch und historisch unumstritten belegt sind. Was aber für sehr viele biblische Figuren und Aussagen gleichermaßen gilt.

Über König Salomon berichten uns das 1. Buch der Könige und das 2. Buch der Chronik im Alten Testament. Vor allem das 1. Buch der Könige widmet sich dabei der größten Leistung des mythischen Herrschers – nämlich den Bau des Jerusalemer Tempels im 10. Jahrhundert vor Christus. Seinem Vater König David war diese Tat zu Lebzeiten nicht mehr vergönnt, weshalb erst Salomon ab etwa 974 vor Christus mit dem Tempelbau begann (im 4. Jahr seiner Regentschaft). Nach sieben Jahren emsiger Bauarbeiten feierte man Richtfest und Jerusalem hatte seinen Tempel zu Ehren Gottes. Kernheiligtum war darin im sogenannten „Allerheiligsten“ die Bundeslade.

Der transportable Tempel

Im Prinzip war der Tempel des Salomon ein „Nachbau“ in Stein des Zeltheiligtums des Exodus. Im Buch Exodus wird ab Kapitel 25 und ab Kapitel 36 dieses transportable Heiligtum mit seinem Inventar und Aussehen beschrieben. Es diente als Tempel für die aus Ägypten fliehenden Nomaden, der immer wieder auf- und abgebaut werden konnte. Auch hier stand im Allerheiligsten die Bundeslade und auch hier opferte man Gott bzw. nahm Kontakt mit ihm auf.

Ob es dieses Zeltheiligtum bei Exodus unter Moses jemals gab, weiß niemand wirklich zu sagen. Das gilt allerdings nicht nur für den „Mischkan“ oder „Stiftshütte“ genannte Zelt-Tempel, sondern für den gesamten Auszug der Hebräer aus Ägypten an sich.

Was aber unbestritten ist, ist die Tatsache, dass Gott selber laut Buch Exodus die Anweisungen zum Bau des Heiligtums und der Lade des Bundes gab. Zumindest haben die Autoren des Textes dem Herrn diese zugesprochen. Für einige Bibelforscher wurde jedoch nur der Jerusalemer Tempel und der entsprechende Kult darin von den Bibelautoren auf den Exodus zurückgedichtet.

Neben der Bibel gibt es keine Quelle für den Bau des Tempels von Salomon. Ein Hinweis, dass er existierte, könnte der Bericht im 2. Buch der Könige ab Kapitel 12 sein. Dort heißt es, dass König Joas Ende des 9. Jahrhunderts vor Christus den Salomonischen Tempel restaurierten ließ. Diesen Herrscher sowie die Instandsetzungen könnte es durchaus gegeben haben.

Während das Zeltheiligtum mit Bundeslade im 2. Buch Moses noch auf direkten Wunsch von Gott persönlich angefertigt wurde, ist es beim Tempel des Salomon anders. Hier gibt Gott keinen direkten Befehl, dass man ihm eine „Wohnstätte“ bauen soll, wie es noch im Buch Exodus der Fall war. Denn dort hat er angeblich sogar Moses noch persönlich Modelle der zu fertigen Dinge wie Bundeslade und Zelt gezeigt.

Gott braucht keine Wohnstätte!

Genaugenomen finden sich in der Bibel sogar eher als abwertend zu bezeichnende Aussagen bezüglich Salomon und seinem Tempelbau. Zum Beispiel in der Apostelgeschichte ab 7,44, wo wir lesen:

Unsere Väter hatten das Zelt des Zeugnisses in der Wüste, wie der, welcher zu Mose redete, befohlen hatte, es nach dem Muster zu machen, das er gesehen hatte. Und unsere Väter übernahmen es und führten es mit Josua ein bei der Besitzergreifung des Landes der Nationen, die Gott austrieb von dem Angesicht unserer Väter hinweg, bis zu den Tagen Davids, der Gnade fand vor Gott und eine Wohnstätte zu finden begehrte für den Gott Jakobs.

Salomo aber baute ihm ein Haus. Aber der Höchste wohnt nicht in Wohnungen, die mit Händen gemacht sind, wie der Prophet spricht: ‚Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße. Was für ein Haus wollt ihr mir bauen, spricht der Herr, oder welches ist der Ort meiner Ruhe?‘

Auch wenn diese Aussage natürlich aus der direkten Zeit nach Jesus Christus stammt und zu jener Zeit wahrscheinlich noch der 2. Tempel (von König Herodes) in Jerusalem stand, klingt sie schon erstaunlich. Durchaus auch in Bezug auf König David, der „Gnade fand vor Gott“. Immerhin hat dieser David laut Bibel alle möglichen Konkurrenten und Widersacher ermorden lassen und schreckte vor keiner Tat zurück. Ihm ist es jedoch zu verdanken, dass die Bundeslade aus der Stadt Silo nach Jerusalem gebracht wurde.

Eigentlich auch nur ein politischer Schachzug des Herrschers, der damit die Priesterschaft in Silo gewaltig schwächte. So konnte er Jerusalem zu seinem Zentrum für Politik und Religion als „Davidstadt” ausbauen bzw. gründen.

Es gibt zwar sehr spärliche archäologische Hinweise auf das „Haus David“ als Herrscherdynastie, doch keine echten Belege seiner Existenz. Hier ist vor allem eine Inschrift zu nennen, die 1993 in Tel Dan gefunden wurde. Sie stammt aus dem Jahr 840 vor Christus und besagt, dass die Könige Judas vom „Haus David“ abstammen. Ein Beweis für eine real gelebte Person König David ist das aber nicht.

Und doch ist vor allem David und sein Geschlecht in der gesamten Bibel ein enorm wichtiger Bestandteil. Schließlich soll auch Jesus selber ein „Sohn Davids“ gewesen sein … damit aus seiner Ahnenreihe entstammen.

König Salomon und der Tempelberg

So verwundert es auch nicht, dass König David allein im Neuen Testament 59-mal erwähnt wird. Nur Moses (80-mal) und Stammvater Abraham (73-mal) werden hier öfter namentlich genannt. Natürlich mit Ausnahme von Jesus. Da aber David geradezu wie ein Diktator lebte, mordete, herrschte und vor allem sündigte, wollte ihn sein Gott letztlich doch dafür bestrafen. Diese Strafe bestand laut den Samuel-Büchern darin, dass es ihm nicht vergönnt war, den heiligen Tempel zu errichten. Jedoch wird der König im 2. Buch Samuel (ab Kapitel 11) als ein Liebling Gottes dargestellt, der letztlich seine skrupellosen Taten bereute. Eine Erzählung, die sich beispielsweise auch im Koran wiederfindet (Sure 38, ab Vers 21).

Als Salomon die Nachfolge seines Vaters David als König antrat, soll eine goldene Zeit angebrochen sein. Sie fand ihren Höhepunkt fraglos im Tempelbau für die Bundeslade und den Kult um Jahwe in Jerusalem. Schließlich gab es nichts, was heiliger ist, als die Lade des Bundes mit den Zehn Geboten. Sie bildete das geistige und spirituelle Zentrum innerhalb des Salomonischen Tempels.

Dabei soll – nach der sich entwickelten jüdischen Tradition – König Salomon den Bauplatz für den Tempel mit großer Sorgfalt gewählt haben. Nirgendwo sonst haben mehr religiöse Ereignisse stattgefunden, als auf dem heute als Tempelberg bekannten Platz. Zumindest dem Glauben nach. Dort, wo heute der muslimische Felsendom steht, liegt der Nabel der Welt in Form des namensgebenden Felsen. Und diese, meistens nicht in alten schriftlichen Aufzeichnungen nachweisbaren, Traditionen um den Felsen und Tempelberg sind überaus umfangreich. Beispiele:

  • Der Felsen ist der „Urfels“ von dem aus die Welt entstand bzw. der „Grundstein“ der Schöpfung.
  • Adam und Eva haben dort Gott geopfert.
  • Ihre Söhne Kain und Abel ebenso.
  • Der Garten Eden lag auf dem Tempelberg.
  • Nach der Sintflut habe auch Noah hier seinem Herrn ein Dankopfer dargebracht.
  • Abraham habe seinen Sohn Isaak auf diesen Felsen gelegt, als er ihn auf Befehl seinem Gott opferten wollte.
  • Der Prophet Mohammed sei von hier in den Himmel gefahren.
  • Letztlich stand angeblich auch die Bundeslade genau auf diesem Felsen.

Interessante Traditionen und Glaubensvorstellungen, von der aber nicht eine belegbar ist. Dennoch war bereits vor Jahrtausenden hier das Zentrum des Glaubens, was vor allem auch dem Tempel des Salomon zu verdanken ist.

Salomon – ein verschmähter König?

Man könnte also meinen, dass Salomon als Baumeister der Wohnstätte Gottes in Jerusalem in der Bibel gefeiert und gepriesen wird. Seltsamerweise ist aber genau das nicht der Fall.

So ist der Herrscher im Neuen Testament an gerade mal 12 Stellen belegt. Verglichen mit seinem sündigen und kriegerischen Vater David mit 59 Nennungen ist das verschwindend wenig. Schmeichelhaft sind zahlreiche der Erwähnungen Salomons im Neuen Testament auch nicht. Dazu zählt nicht nur die oben zitierte Kritik am Bau eines Hauses für den Herrn aus der Apostelgeschichte. Im Prinzip fängt es schon in im Matthäusevangelium (1,6f.) mit der unehelichen Zeugung mit der Frau Urias an.

„Bei diesen Stellen wird deutlich, dass die Figur Salomons im Neuen Testament stets in eher abwertendem Zusammenhang steht“, schreibt beispielsweise der Bibelforscher Peter Busch in seiner Analyse „Das Testament Salomons“ (2006). Obwohl der König auch als großer und weiser Exorzist und Dämonen-Bändiger in der traditionellen Überlieferung angesehen wird, werde er im Neuen Testament „keineswegs als Exorzist vorgestellt“, so Busch.

Solche religiösen Vorstellungen und Ansichten entlehnen sich meist aus mündlichen Erzählungen, Sagen und Märchen über diverse Figuren der biblischen Geschichte. Oder aus Schriftgut außerhalb der Bibel, das damit nicht in den heutigen Bibel zu finden ist. Man denke hier an das genannte Beispiel von Noah, der angeblich auf dem Tempelberg seinem Gott nach der Sintflut opferte. Laut Sintflut-Geschichte im biblischen Buch Genesis strandetet die Arche Noah nach der Flut nämlich sehr weit weg von Jerusalem. „Am Gebirge Ararat“ sei das gewesen …

„Das Testament des Salomon“

Zu der seltsamen Figur des Salomon existieren einige alte Schriften (Apokryphen), die sein Leben und Wirken weiter ausführen. Einige davon sollen sogar direkt von dem König selber verfasst worden sein. Wie das apokryphe und „okkulte“ Buch „Das Testament des Salomon“, das durchaus als zumindest eine Quelle der Traditionen um ihn als Dämonen-Bändiger angesehen werden kann. Auch der legendäre „Ring des Salomon“, Symbol und Werkzeug zur Kontrolle von bösen Mächten und Dämonen, entstammt diesem Text.

Verglichen mit der angenommenen Lebenszeit Salomons im 10. Jahrhundert vor Christus ist sein „Testament“ relative jung. Es soll, auch wenn Salomon hier selber als Autor in der Ich-Form spricht, erst im 4. Jahrhundert nach Christus entstanden sein. Also bereits unter dem frühen Christentum, was auch am Text deutlich erkennbar ist.

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Inwiefern es wirklich eine Version aus vorchristlicher Zeit gab, die dann unter christlichen Einfluss neu bearbeitet wurde, ist ungewiss. Peter Busch vermutet in seiner Arbeit, dass das gesamte „Testament des Salomon“ eine christliche Schrift ist.

Inhaltlich bietet es aber spannende Aussagen über den Herrscher und Tempelbauer, die man durchweg als „verstörend“ ansehen könnte. Denn sie werfen ein vollkommen neues Licht auf den Bau des erstens Tempels auf dem Tempelberg, die in der Bibel nicht mal ansatzweise angeschnitten werden. So ist die Kernaussage des Buches, dass König Salomon den Bau des Tempels mit Hilfe von Dämonen realisierte. Er wird als mächtiger Mann dargestellt, der durch Gottes Unterstützung in der Lage war sich böse Dämonen gefügig zu machen und in seinem Sinne zu manipulieren.

Der magische Ring des Salomon

Freiwillig dürften Dämonen oder „gefallene Engel“ wohl eher weniger bereit gewesen sein, Salomon beim Bau eines Heiligtums für Gott zu helfen! Obwohl einige Deutungen dahin gehen, dass der Tempelbau nur als „Rahmenhandlung“ dient, um Salomons Macht über diese dunklen Wesen zu unterstreichen.

Der Mensch Salomon war allein nicht fähig sich Dämonen Untertan zu machen. Das zeigt sich darin, dass ab Kapitel 1 zu erfahren ist, dass ein Dämon und „böser Geist“ mit Namen Ornias die Bauarbeiten am Tempel immer wieder störte. Angeblich habe die Kreatur den Oberaufseher der Bauarbeiter regelmäßig heimgesucht, ihm den Lohn und Nahrung gestohlen sowie schlicht die Kraft geraubt.

Bauherr Salomon war entsetzt, als er von diesen Heimsuchungen hörte, und „betete aus ganzer Seele Tag und Nacht“ zu Gott, um Hilfe zu bekommen. Sein Bitten wurde letztlich erhört, und er bekam Besuch aus dem Himmel:

Als ich zum Gott des Himmels und der Erde betete, ward mir vom Herrn der Heeresscharen durch Michael, den Erzengel, ein Ring gegeben, darin ein eingraviertes Siegel aus Edelstein.

Er sprach zu mir: Nimm, Salomo, des Davids Sohn, hier das Geschenk, das dir der Herr, der höchste Gott der Heeresscharen, sendet! Damit kannst du die Geister all bezwingen, die männlichen und weiblichen; mit ihrer Hilfe kannst du auch Jerusalem erbauen, trägst du dies Gottessiegel.“ (1,6-7)

„Da ward ich hocherfreut“, so Salomon, und mit seinem magischen Ring vom Himmel konnte er den „lästigen Geist Ornias“ bändigen. „Gleichwie ein brennend Feuer“ sei diese Kreatur gewesen und gestand dem König, dass er zwar von den Engeln abstamme, aber von ihnen verstoßen worden sei. Mit seinem machtvollen Ring verdonnerte Salomon den Dämon daraufhin „zur Arbeit in dem Steinbruch“. Zuvor handelte er aber noch einen Deal mit ihm aus.

Herr der Dämonen

Der verstoßene Engel und der menschliche Herrscher einigten sich, dass Ornias weitere Dämonen in den Dienst des Königs stellen würde. Hierzu überließ Salomon ihm sogar den von Gott empfangen Ring und befahl ihm „hole mit den Obersten der Geister“! Gleichzeitig hatte Salomon aber mit dem manipulierten Geist Ornias einen ausgezeichneten Informanten gewonnen, der in der Lage war Informationen aus dem Himmel von Gott zu besorgen.

Genau dazu findet sich in der Schrift eine überaus erstaunliche Aussage:

Wir Dämonen, wir wandeln an dem Himmelsfirmament und fliegen mitten durch die Sterne hin; da hören wir die Ratschlüsse, die Gott für Menschenseelen festgelegt.

(…)

Was in dem Himmel sich ereignet, geschieht auch auf der Erde. Es gibt ja Fürstentümer, Herrschaften und Mächte, die oben fliegen und die des Eintritts in den Himmel schon gewürdigt werden.

Wir Dämonen dagegen werden müde, weil wir zum Ausruhen keine Stätte haben; so fallen wir herab, wie Blätter von den Bäumen. Die Menschen, die uns sehen, meinen, es fallen Sterne von dem Himmel.“ (20,12-16)

Dies widerspricht in allen Details der christlichen Tradition der angeblich „gefallenen Engel“. Eigentlich soll niemand der „gefallenen Engel“, aus denen das Christentum Satan und seine Dämonen der Hölle machte, je wieder in der Lage gewesen sein zu Gott zu reisen. Ein Weg zurück in den Himmel zum Herrn und seiner ihm treu gebliebenen Untergebenen war eigentlich versperrt (detailliert dazu HIER). Warum also nicht auch in diesem Text, zumal er unter christlichen Einfluss entstand?

Nach einer Art Test durch Salomon unterstreicht die Überlieferung sogar noch, dass der Dämon in diesem Zusammenhang die Wahrheit sagte:

Bei dieser Nachricht wusste ich, Salomo: Der Dämon hat die Wahrheit mir gesagt. Ich pries den Gott des Himmels und der Erde.“ (20,21)

Salomon erlangte durch den Zauberring des Herrn schier grenzenlose Macht über die Dämonen. Er nutze ihre Kräfte und Fähigkeiten um seinen Tempelbau voran zu treiben und sogar benachbarten Völkern zu helfen. Etwa den Bewohnern Arabiens, die unter einem tödlichen Wind oder „Hauch“ im Reich des Königs Adares litten. Ursprung dieses schrecklichen Windes war ein Dämon.

Hilfe für den Araber-König

Als der Araber-König Salomon deshalb um Hilfe bat, schickte dieser eine Gesandtschaft in das Reich Königs Adares. Mit dabei hatten sie Salomons Dämonen-Ring, den der weise Herrscher für diesen guten Zweck gerne erneut verlieh. So gelang es in Arabien diesen bösen Geist mit Namen Ephippas in einem „Schlauch“ einzufangen und zu Salomon nach Jerusalem zu bringen. Arabien war gerettet und auch der “gefallene Engel” Ephippas musste fortan beim Tempelbau helfen.

„Ich bin imstande, Berge zu versetzen und Häuser vorzutragen“, brüstete sich der Dämon beim Verhör gegenüber Salomon. Damit war seine Aufgabe auf der Tempelbaustelle festgelegt. Er musste jene Steine auf der Baustelle bewegen und verbauen, die zuvor niemand bewegen konnte.

Ephippas war auch bereit einen weiteren Geist zu verraten. Es war der „Dämon in dem Roten Meer“, mit dessen Hilfe Ephippas noch weit mehr auf der Baustelle leisten könne, wie er dem König berichtete. Da jede Hilfe willkommen war – und sei sie auch dämonischer Natur – wurde daraufhin auch dieses Wesen nach Jerusalem gebracht. Sein Name war Abezethibu, der eine sehr dunkle Vergangenheit hatte, wie er Salomon erzählte.

Einstmals habe er im „ersten Himmel“ gelebt und sei verantwortlich für viele schreckliche Ereignisse, die beim Exodus der Hebräer aus Ägypten geschehen seien. Er habe damals nicht nur „bei den Wundern und den Zeichen mit Moses wettgeeifert“. „Ich war zugegen“, so der Dämon, „als Moses zu Ägyptens König Pharao ging und dessen Herz verhärtete“. Ein mehr als rätselhafte Aussage, wenn man die Exodus-Geschichte des Alten Testament kennt. Denn darin heißt es vielfach, dass Gott selber der Herz des Pharaos immer wieder „verhärtete“, dass dieser die Hebräer nicht ziehen ließ.

Der Dämon des Exodus

Nach der biblischen Erzählung vom Auszug aus Ägypten habe der Herr durch die Manipulation des Pharao letztlich auch dafür gesorgt, dass seine Soldaten den Hebräern nachjagten. Das Ende ist bekannt, denn alle seien beim „Meerwunder“ schließlich ertrunken.

Ein überaus sonderbares Verhalten des Herrn im Buch Exodus, das an anderer Stelle umfangreich hinterfragt wurde.

Im „Testament des Salomon“ wird Gott quasi von dieser Schuld freigesprochen. Auch wenn das Buch Exodus ihn als Urheber klar benennt. Hier jedoch gesteht der Dämon gegenüber Salomon schließlich alles:

Beim Auszuge der Israeliten verhärte ich das Herz des Pharao und reize sein und seiner Diener Herz. So machte ich, dass sie die Söhne Israels verfolgten; es folgte ihnen Pharao mit allen den Ägyptern. Damals war ich dabei; wir folgten ihnen allzumal und kamen insgesamt ans Rote Meer.“ (25,5-6)

Abezethibu wurde dann aber unachtsam. Denn als das Meer wieder zurückwich, das Heer der Ägypten unter sich begrub und so alle starben, war auch er im „Lager der Ägypter“. So wurde er „mit Wasser zugedeckt“ und blieb im Meer gefangen. Bis er durch Salomons magischen Ring nach Jerusalem gelangte.

Das „Testament“ schließt damit, dass der König seinen Abfall vom Herrn beschreibt. Wie er zum Sünder wurde, „aus jedem Land und Reiche Weiber“ nahm, fremden Göttern opferte und sogar „Götzentempel“ errichtet, da ihm „Gottes Geist entzogen ward“. Gottes Herrlichkeit sei so am Ende seiner Tage sogar ganz von ihm gewichen.

Diese Sünden und Verehrung von Götzen durch Salomon sind in unterschiedlichen Texten und Überlieferungen zu ihm belegt. Selbst den heidnischen Göttern der legendären Königin von Saba soll er einst in Jerusalem gehuldigt haben. Wohl kein einziger biblischer Herrscher bzw. keine biblische Figur verhielt sich immer ganz im Sinne Gottes.

Dass das Heiligste von diesem Herrscher aber mit tatkräftiger Hilfe von Dämonen und bösen Geistern errichtet wurde, sticht bei den zahllosen biblischen Mysterien heraus. Hilfe, Unterstützung oder Tipps kommen eigentlich immer von Gott selber oder von seinen himmlischen Helfern. Beispielsweise von sogenannten “Engeln” die Menschen oder ganze Völker ermorden, die im Wege standen.

Gräueltaten des Himmels

Dabei ist die Palette dieser angeblichen Taten mehr als lang (s. a. Video HIER): Von der Tötung aller „Sünder“ durch die Sintflut, über Sodom und Gomorrha, der Ermordung von Heiden (z. B. 2. Kön. 1) bis zur „Landnahme“ des Volkes Israel und der Beseitigung unzähliger Menschen auf Gottes Geheiß hin (z. B. Jos. 6).

In einem Extrem-Beispiel, niedergeschrieben im apokryphen Buch Philo, Kapitel 6, soll Gott sogar zu Abrahams Zeiten 83.500 (ungläubige) Menschen durch Feuer und Erdbeben absichtlich getötet haben. Ein zweites Extrem ist im 2. Buch Samuel, Kapitel 24, zu finden (s. a. 1. Chr. 21). Hier ist Gott derart zornig, dass schlussendlich als Strafe 70.000 Menschen ihr Leben verlieren.

Diese Beispiele ließen sich endlos fortsetzten.

Doch nicht immer hat der Herr sich selber „die Finger schmutzig gemacht“, wie es eine unfassbare Geschichte im 2. Buch der Könige behauptet. Dort erfährt der Bibelleser, dass um etwa 702 vor Christus der assyrische König Sanherib mit seiner Armee Jerusalem unter König Hiskia belagerte (s. a. Jes. 37). Die Lage war aussichtslos und der Assyrer sandte eine Drohschrift oder ein Ultimatum an seinem Widersacher nach Jerusalem. In Stunden der größten Not legte König Hiskia diesen Brief im von Salomon erbauten Tempel vor den Herrn (die Bundeslade) und flehte um Hilfe.

Glücklicherweise wurde er von Gott erhört, der beschloss „diese Stadt (zu) beschrimen, dass ich ihr helfe“ um die Assyrer zu vernichten. Selber hatte Gott dafür allerdings keine Zeit und schickte deshalb einen seiner Helfer:

Und es begab sich in derselben Nacht, da ging der Engel des Herrn aus und erschlug im Lager der Assyrer 185.000 Mann. Und als man sich am Morgen früh aufmachte, siehe, da waren sie alle tot, lauter Leichen. Da brach Sanherib, der König von Assyrien, auf und ging weg und kehrte zurück und blieb zu Ninive.“ (2. Kön. 19,35-36)

Engel des Todes

Jerusalem war gerettet, unzählige Assyrer von einem „Engel“ ermordet und König Sanherib wurde nach seinem Abzug in der Heimat von seinen Söhnen erschlagen.

Sanherib und diesen Kampf um Jerusalem hat es tatsächlich gegeben. Auch der berühmte jüdischen Geschichtsschreiber Flavius Josephus aus dem 1. Jahrhundert nach Christus erwähnt diese Tragödie. Josephus zitiert dabei den nicht minder bekannten Babylonier Berossos mit den Worten:

Als nun Senacherib von dem Zuge gegen Ägypten nach Jerusalem zurückkehrte, fand er, dass die unter Rapsakes zurückgelassenen Truppen schwer an der Pest litten. In der ersten Nacht, da er gemeinsam mit diesen Truppen die Belagerung weiterführte, tötete die Seuche in seinem Heere 185.000 Mann samt ihren Führern und Hauptleuten.“

Die Anzahl der Toten ist dieselbe wie im Alten Testament. Die Ursache aber ein ganz andere und vollkommen natürliche (wie bei anderen Chronisten), die nichts mit Gott oder einem Engel zu tun hat.

Es zeigt sich sehr deutlich, dass die Geschichte von den Siegern geschrieben wird. Historisch unterlag Jerusalem den Assyrern unter Sanherbib. Und die Assyrer wissen (angeblich?) nichts von einem derart gewaltigen Verlust in ihrer Reihen. Ebenso ist eine solche riesige Streitmacht vor den Toren Jerusalems vor fast 3.000 Jahren kaum vorstellbar.

Alles Propaganda?

Also sind diese Beispiele von Tötungen durch die Himmlischen nicht weiter als biblische Propaganda? Wahrscheinlich ja. Zumindest zum Teil bzw. sie sind maßlos übertrieben. Sie zeigen aber sehr deutlich, dass im Zusammenhang mit „himmlischen Mächten“ und auch Gottes menschlichen Helfern in den alten Texten sehr gerne manipuliert wurde. Bei König Salomon und seinem Tempelbau mag es nicht anders gewesen sein, als lange Zeit nach ihm sein „Testament“ geschrieben wurde.

Trotz der überall zu findenden religiösen Propaganda in den entsprechenden Schriften beinhalten sie aber immer auch Wahrheiten. Oft bis ins unkenntlich verdreht und verzehrt. Wo könnte diese bei Salomon und seinen Dämonen liegen? Sofern der Text tatsächlich von Christen in seiner Gesamtheit erst im 4. Jahrhundert verfasst wurde, scheint der weise Salomon hier absichtlich in ein schlechtes Licht gerückt worden zu sein. Die dortigen Schilderungen seines Abfalls von Gott unterstreicht das deutlich.

Warum aber dann „gefallene Engel“ oder Geister-Dämonen, die beim Bau des Allerheiligsten der Juden halfen? Immerhin waren die ersten Christen allesamt Juden. Wollte man sich vom Salomonischen Tempel inklusive dortiger Bundeslade als Heiligstes des Heiligen abgrenzen? Eine Verachtung der eigenen Wurzeln? Wenig vorstellbar –  doch möglich. Oder sollte Salomon hier als so mächtig beschrieben werden, dass er vor seinem Fall Kontrolle und Hilfe von übermenschlichen Wesen hatte?

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Geheimnis Cheops-Pyramide: Die verschollenen Bücher und Schriften der Pyramiden-Bauer +++ Artikel +++

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Geheimnis Cheops-Pyramide: Die verschollenen Bücher der Pyramiden-Bauer (Bilder: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)
Geheimnis Cheops-Pyramide: Die verschollenen Bücher und Schriften der Pyramiden-Bauer (Bilder: L. A. Fischinger & gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)

Keine Bauwerke der Vergangenheit regen so sehr zu Spekulationen, Thesen und immer neuen Überlegungen über deren Sinn und Zweck an, wie die Pyramiden von Gizeh in Ägypten. Mächte Monumente einer längst versunkenen Zeit, die noch heute Archäologen, “Laien-Forscher”, Autoren und Besucher faszinieren. Allerlei Geheimnisse sagt man den Bauwerken nach, die laut einigen Berichten sogar schon vor der Sintflut erbaut worden sein sollen. Und man vermutet in ihrem Inneren immer wieder “geheime Dinge”, die hier vor Jahrtausenden verborgen wurden. Was bei diesen Hypothesen allerdings kaum bis gar nicht beachtet wird, ist die Tatsache, dass die Pyramiden-Bauer in ihren Monumenten angeblich auch hunderte von geheimen Büchern versteckt haben. Schriften, die teilweise sogar von den Bauherren selber geschrieben wurden. Und ein berühmter und viel zitierter Geschichtsschreiber will sogar Jahrtausende später noch ein solches Buch persönlich besessen haben. Die Quelle seines Wissens, wie es heißt. In diesem Blog-Artikel soll den Spuren und Aussagen über diese verschollenen Bücher und Schriften der Pyramiden-Bauer einmal genauer nachgegangen werden. Denn diese sind mehr als erstaunlich,wie Ihr hier lesen werdet!


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Schatzkammern in den Pyramiden

In den vergangenen Jahrtausenden haben sich eine Fülle an Sagen, Legenden, Mythen, Spekulationen und Geheimnisse um die Pyramiden in  Ägypten angesammelt. Vor allem um die Pyramiden von Gizeh – und hier speziell um die Cheops-Pyramide. Wohl auch deshalb, dass sie mit ihren rund 147 Metern Höhe die größte ihrer Art in ganz Ägypten ist.

Nicht nur über den Sinn und Zweck oder die Erbauung an sich kursieren verschiedene Überlieferungen, wie man sie von dem griechischen Geschichtsschreiber Herodot (490 – 430 vor Christus) oder aus dem mittelalterlichen „Hitat“ des arabischen Historikers Muhammad Al-Makrizi (1364 – 1442 nach Christus) kennt. Auch zahlreiche Geschichten wurden überliefert, die nicht nur davon erzählen, dass allerlei wundersame und wertvolle Dinge in der Pyramide verborgen wurden. Sie berichten auch davon, dass innerhalb der Cheops-Pyramide (oder allgemein in den Gizeh-Pyramiden) geheime Bücher und Schriften versteckt worden sein sollen.

Legendär wurde hierbei längst eine Behauptungen des „Hitat“, die hier nur zusammengefasst wiedergegeben soll. Denn darin heißt es, dass ein König mit Namen Saurid 300 Jahre vor der Sintflut in Träumen die nahe Katastrophe kommen sah. Wasser und Feuer werde die Erde vernichten, so seien Vision. So ließ er daraufhin die 130 „Obersten seiner Wahrsagen aus allen Provinzen Ägyptens“ zu sich kommen, um seine Träume zu interpretieren.

In einer „geheimen Besprechung“ mit König Saurid wurde untereinander diskutiert, was zu tun sei. Einstimmig habe man daraufhin den Bau der Pyramiden zur Rettung von Wissen und Weisheit beschlossen. Und so lesen wir im „Hitat“ über das Ergebnis dieser geheimen Tagung der Weisen mit dem König unter anderem:

Darauf ließ er in der westlichen Pyramide 30 Schatzkammern aus farbigen Granit angelegen; die wurden angefüllt mir reichen Schätzen, mit Geräten und Bildsäulen aus kostbaren Edelsteinen, mit Geräten aus vortrefflichen Eisen, wie Waffen, die nicht rosten, mit Glas, das sich zusammenfalten lässt, ohne zu zerbrechen, mit seltsamen Talismanen, mit verschiedenen Arten der einfachen und der zusammengesetzten Heilmittel und mit tödlichen Giften.“

In kaum einen „alternativen Geschichtsbuch“ über die Rätsel der Pyramiden fehlt diese Aussage. Ob sie in irgendeiner Form der Wahrheit entspricht, weiß niemand. Ebenso wenig kann niemand sagen, ob die Araber im 9. Jahrhundert irgendwas davon gefunden haben. Denn sie sollen es unter dem Kalifen Al-Mamun um 820 nach Christus gewesen sein, die „erstmals“ die Cheops-Pyramide  aufbrachen. In der Tat, wie umfangreich in meiner Artikel-Serie HIER aufgezeigt, machten sie dabei eine ganze Reihe von Funden.

Von den so wundersamen Dingen, wie oben zitiert, fanden sie aber scheinbar nichts.

Zauber- und Geheimbücher

Für Archäologen klingen diese Aussagen verständlicherweise so oder so viel zu phantastisch. Obwohl der Gesamtkontext noch weitaus phantastischer ist. Was im Zusammenhang mit dieser Geschichte häufig übersehen wird, ist aber eine spätere Aussage in dieser „Hitat“-Überlieferung:

In die farbige Pyramide endlich ließ er die Leichname der Wahrsager in Särgen aus schwarzem Granit bringen; neben jedem Wahrsager lag ein Buch, in dem seien wunderbaren Künste und Werke, sein Lebenslauf, was er zu seiner Zeit verrichtet hatte, und was vom Anfang bis zum Ende der Zeiten war und sein wird, beschrieben war. (…) Auch gab es keine Wissenschaft, die er (Saurid, Anm. LAF) nicht niederschreiben und aufzeichnen ließ.“

Letztlich wurde für die nachfolgenden Generationen noch eine Art „Bedienungsanleitung“ für alle diese Wissenschaften beigelegt:

Dazu kam eine Beschreibung jeder Fähigkeit, sowie der Art ihrer Ausführung und dessen, was sich dafür brauchen lässt.“

Demzufolge hat der Baumeister von Gizeh – in diesem Fall Saurid – mindestens 130 Bücher mit Geheimwissen in nur einer Pyramide verstecken lassen. Gut behütet von den Mumien ebenso vieler Weissager, denen noch dazu „die Schätze der Gestirne, die diesen als Geschenk dar gebracht worden waren“, mit ins Grab gelegt wurden.

Wo sind all diese Zauber- oder Geheimbücher der Pyramiden-Bauer? Wer hat den Weisen des Saurid „Schätze der Gestirne“ geschenkt – und was soll das gewesen sein? Gerade dies verlockt heute durchaus zu vielen Interpretationen und Deutungen, die von Meteoren bis außerirdischen Dingen reichen könnten …

Obwohl verschiedene Chronisten im „Hitat“ behaupten, dass innerhalb der Cheops-Pyramide unter Al-Mamun Schriftrollen oder Schriften gefunden worden sein sollen, schweigt es in Details. Die Ägyptologie kennt ebenso keine authentischen „Original-Funde“ dieser Art.

Eine gefundene Schriftrolle

Zumindest eines dieser Bücher wurde aber nach den Erzählungen des „Hitat“ tatsächlich gefunden. Oder besser gesagt, es soll erhalten geblieben sei. Im Laufe der Jahre sei dieses ominöse Werk aus der Pyramide immer wieder abgeschrieben und kopiert worden, so dass es die Zeiten überdauerte. Ursprünglich stamme die erste Kopie sogar von einem ägyptischen Überlebenden der Sintflut. So haben man die Schrift „in ununterbrochener Folge von ihm geerbt“, vermerkt der Historiker Kadi Abu Abdallah al-Kuda im „Hitat“.

Eines Tages dann habe ein Ägypter, der „eifrig nach den alten Büchern und Schatzquellen dort forscht“, das geheime Buch wiedergefunden. Ursprünglich stamme es nämlich tatsächlich aus der Cheops-Pyramide, die an dieser „Hitat“-Stelle dem Hermes zugeschrieben wird:

Was die Pyramiden betrifft, so gruben Leute ein Grab im Kloster von Abu Hirmis und fanden darin ein einen Toten in Leichentücher eingehüllt. Auf seiner Brust lag eine Papyrusrolle, die in ein Stück Zeug gewickelt war, als sie die aus dem Stück Zeug heraus nahmen, erblickten sie eine ihnen unbekannte Schrift.“

Was auf dieser Papyrusrolle gestanden haben soll, wird in der arabischen Chronik ebenfalls umfangreich rezitiert. Es war eben die Geschichte des Herrschers Saurid, der von einer Sintflut träumte und daraufhin die Pyramide(n) erbaute. Angefüllt mit Wissen, Weisheit, heiligen Büchern und Schätzen.

„Er habe die beiden Pyramiden in einem Zeitraum von sechs Monaten erbaut“, heißt es im „Hitat“ unter anderem zu dieser gewaltigen Leistung. Für die Ewigkeit war das ganze Projekt allerdings gar nicht gedacht. Nach den Legenden sollten die Pyramiden bzw. ihre „von oben bis unten mit eng zusammenstehenden, parallel laufenden Zeilen in der Schrift ihres Erbauers beschrieben“ Außenverkleidungen „in 600 Jahren zerstört werden“.

All diese angeblichen Bücher oder Schriften und geheimnisvollen Dinge sind heute lange verschollen. Ebenso wie die Außenverkleidungen der Pyramiden. Wobei es interessant ist, dass Ägyptologen wie Mark Lehner in diesen nicht zu entziffernden Inschriften „wahrscheinlich Graffiti von Besuchern, zum Teil sogar aus pharaonischer Zeit“ vermuten.

Es würde an dieser Stelle zu weit führen, all die überlieferten Geschichten über das Pyramiden-Inventar und andere derartige Mysterien umfangreich zu durchleuchten. Das wir an einer anderen Stelle nachgeholt, denn hier soll sich auf die geheimem Schriften und Bücher konzentriert werden. Immerhin waren sie ein fester und zugleich wichtiger Teil dieser Schätze.

Die Pyramiden-Baumeister

Bezeichnungen wie „Zauberbücher“ oder „Bücher der Weisheit“ sind eigentlich vollkommen nichtssagend. Wie will man sagen, was in ihnen stand oder wer sie überhaupt geschrieben hat? Bis auf die oben zitierte Ausnahme, wissen wir davon nichts. Es gibt jedoch noch ein Ausnahme-Buch in den alten Überlieferungen, das angeblich sogar vom Erbauer der Pyramiden persönlich geschrieben wurde.

Und hier wird es kompliziert.

Es finden sich in der mittelalterlichen Chronik „Hitat“ sowie in anderen Quellen eine ganze Palette an Namen des Pyramiden-Baumeisters genannt. Einige scheinen dieselbe (mythische?) Person zu meinen, andere verwirren mehr, als das sie nutzen. Eine Auswahl aus dem „Hitat“ und anderer Chroniken:

  • Cheops
  • Henoch
  • Saurid b. Sahluk (Saurid b. Sahluk b. Sarjak)
  • („der erste“) Hermes
  • Gannad
  • Idris
  • „Die Ägypter“
  • Agathodaimon
  • Saddad b. Ad
  • Utarid
  • „Die Amalekiter“
  • Souphis

Dass im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende immer mehr Geschichten und damit Namen mit den Pyramiden in Verbring gebracht werden, ist nicht verwunderlich. „Märchenonkel“ Herodot war im 5. Jahrhundert vor Christus mit seinen „Historien“ einer der ersten Chronisten, der bekanntlich Cheops als Auftraggeber nennt. Obwohl er (heute) nachweislich Unwahrheiten über diesen Pharao überliefert hat. Man denke hier an das Heer der Sklaven-Arbeiter, die angeblich die Pyramide bauten. Heute ist das längst widerlegt.

Alle anderen Namen erschienen zum Teil 1.500 und mehr Jahre nach Herodot auf der geschichtliche Bühne der Mythen.

Wusste Manetho mehr?

Schon kurz nach Herodot widersprach ihm jedoch schon ein anderer Geschichtsschreiber mit Namen Manetho. Er lebte um die Mitte des 3. Jahrhundert vor Christus und gilt bis heute als ein ausgezeichneter Chronist, der zu Lebzeiten Zugang zu einem enormen Fundus an Quellenmaterialien gehabt haben muss. Auch wenn seine vollständigen Texte und Werke als verschollen gelten.

In seinem von vielen Historikern kopiertem und zitiertem Werk „Aegyptiaca“ wiederum findet sich auch eine interessante Chronologie der ägyptischen Dynastien. Inklusive der Herrschaft von Göttern und Halbgöttern. Zur 4. Dynastie schreibt er, dass die große Pyramide von Gizeh von einem König mit Namen Souphis erbaut wurde. Dies sei 4.300 Jahre vor dem Perserkönig Kambyses II. (558 bis 522 vor Christus) gewesen. Damit grob zwischen 2838 bis 2802 vor Christus. Ein Unterschied zur Regierungszeit von Cheops von mehreren Jahrhunderten, die von ca. 2620 bis 2580 vor Christus datiert wird. Dieser König Souphis habe auch nicht etwa 23 Jahre wie Cheops regiert, sondern 63 Jahre, wie Manetho schreibt.

Trotzdem setzt die Ägyptologie diesen Souphis mit Cheops gleich. Kleine Abweichungen seien Geschichtsschreibern wie Manetho halt gestattet. So lange sie nicht gleich alles vor die Sintflut verlegen, wie wir es im „Hiat“ gesehen haben, könnte man denken.

Es gibt hierbei ein Problem. Zu finden in der Manetho-Abschrift über die „Vierte Dynastie von acht Königen von Memphis, aus einer anderen Linie“ von dem byzantinischer Mönch und Geschichtsschreiber Georgios Synkellos aus dem 8. Jahrhundert. In seiner Weltchronik „Ekloge chronographias“ lesen wir über Souphis:

Er errichtete die Große Pyramide, die laut Herodotos unter Cheops erbaut wurde.

Er wurde auch gottverachtend und verfasste das heilige Buch. Dies habe ich in Ägypten erworben, weil es ein großer Schatz war.“

Allerhand!

Nicht nur deshalb, da offenbar Cheops und Souphis eben nicht als ein und dieselbe Person beschrieben sind. Zumindest kann man die Aussage zu Herodot so interpretierten. Nein, dieser Bauherr habe auch noch ein Buch verfasst, dass Manetho selber „in Ägypten erworben“ haben will. Kein Wunder also, dass man bis heute dem Geschichtsschreiber ein umfangreiches Quellenwissen zugesteht. Trotz chronologischer Fehler.

Ein Buch von Cheops selbst

Auch wenn Souphis = Cheops entspricht, was war das heilige Buch des „gottverachtenden“ Herrschers? Welche Informationen standen in dem „großen Schatz“ des Manetho niedergeschrieben? Oder hat er sich dieses uralte Buch des Pharao nur als Quelle ausgedacht, um seiner Geschichtsschreibung einen weiteren Anstrich von Seriosität zu verleihen?

Zumindest den berühmten jüdisch-römische Geschichtsschreiber Flavius Josephus (ca. 37 bis 100 nach Christus) beeindruckte er damit sehr. Josephus, der wichtigste Autor über die jüdische und frühe christliche Geschichte des 1. Jahrhundert, wollte Manetho in Sachen Quellenstudium in nichts nachstehen. Wie sein Vorbild wollte auch er Quellen aus erster Hand. In „Chronologie des Manetho“ (1867) schreibt Georg F. Unger über diese Bemühungen:

„Seine Berühmtheit als Historiker bei den Bibelgelehrten verdankt Manetho dem Josephus (… von dem) sich der Besitz und die Benutzung seines Werkes mit Grund behaupten lässt. (…) Dieselben Motive und der Vorgang des Josephus, in dessen Fußtapfen Africanus als Geschichtsschreiber der Juden trat, machten diesen auf Manetho aufmerksam und bewogen ohne Zweifel den wissbegierigen Sammler, der seinen Aufenthalt in Ägypten, wie er sich rühmt, dazu benutzte, das berühmte Werk des Königs Cheops zu erwerben, auf Manethos Werk zu fahnden. Die Chronographen nach ihm kannten Manetho wahrscheinlich nur aus Africanus. Dies und die Entstehung mehrerer unächter Auszüge und Schriften beweist, dass sein Werk selten und frühzeitig verschollen war.

Trotz alledem sind die dürftigen Auszüge aus Manetho, schon bei dem Mangel eines zweiten vollständigen Kanons der ägyptischen Geschichte, von höchstem Wert. (…) im Ganzen und Großen hat er die Vorzuge, welche man von einem Geschichtsschreiber aus dem Lande, das die Wiege der Historie ist, erwarten darf, vermehrt durch andere, welche er dem Vorbild des Berosus verdankte.“

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Der Erbauer der Großen Pyramide ist damit wohl der einzige ägyptischer Herrscher in all den Jahrtausenden gewesen, der selber ein Buch – ein „heiliges Buch“ – geschrieben hat oder haben soll. Wo es heute ist, weiß natürlich niemand mehr.

Oder vielleicht doch?

Pharao Cheops, wenn wir ihm die Autorenschaft des ominösen Buches zubilligen wollen, starb vor rund 2.600 vor Christus. Etwa 2.300 Jahre später (Manethos Lebzeiten sind nicht bekannt, man datiert ihn zwischen 285 – 246 vor Christus) soll folglich noch ein Buch aus seiner Feder existiert haben, dass Manetho schließlich „in Ägypten erworben“ habe. Und das, obwohl angeblich erst über 1.000 Jahre nach ihm die Cheops-Pyramide durch die Araber „erstmals“ geöffnet und geplündert wurde.

Wer hat wo das Buch des Pyramiden-Bauers so lange verwahrt?

Der Prophet Henoch als “König von Ägypten”

Es geht in diesem Zusammenhang aber noch länger, sehr viel länger. In der Sammlung „Hitat“ des Al-Mamun wird bekanntlich von einigen (wenigen) Chronisten bzw. an verschiedenen Stellen der Bau der Gizeh-Pyramiden vor der Sintflut angenommen. Durch den vor allen in der Grenzwissenschaft viel zitierten Propheten Henoch, zu dem sich folgende Aussage findet:

Es gibt Leute, die sagen: Der erste Hermes, welcher der ‚dreifache‘ in seiner Eigenschaft als Prophet, König und Weiser genannt wurde (es ist der, den die Hebräer Henoch, den Sohn des Jared, des Sohnes des Mahalalel, des Sohnes des Henan, des Sohnes des Enos, des Sohnes Seths, des Sohnes Abraham – über ihm sei Heil – nennen, und das ist Idris), der las in den Sternen, dass die Sintflut kommen werden. Da ließ er die Pyramiden bauen und in ihnen Schätze, gelehrte Schriften und alles, worum er sich sorgte, dass es verloren gehen und verschwinden könnte, bergen, um die Dinge zu schützen und wohl zu bewahren.

Die ist die einzige Stelle im „Hitat“, in der Henoch explizit als Hermes und Baumeister genannt wird. Wobei nicht übersehen werden darf, dass über 30 weitere Historiker in dieser Chronik zu finden sind. Und bei ihnen kommt eine direkte und unmissverständliche Gleichsetzung der vorsintflutliche Personen Henoch und König Saurid nicht vor. Auch wenn König Saurid mehrfach als Herrscher vor der Sintflut bekannt wurde.

Hermes ist bekanntermaßen eine Gottheit. Auch der in Auflistung oben genannte Baumeister „Utarid“ entspricht diesem Gott Hermes. Nach dem „Hitat“-Historiker al-Warrak ist Utarid der, der „in der Sprach der Chaldäer Hermes genannt wurde“. Utarid sei „einer der sieben Torwächter gewesen, die zur Hut der sieben Planeten-Häuser bestellt waren“ und wurde aus „irgendwelchen Gründen“ König von Ägypten.

Demzufolge wäre Henoch alias Hermes einst König von Ägypten gewesen?! Das klingt nicht sehr glaubhaft.

Die Kopten

Obwohl die Mehrzahl der arabischen Historiker vollkommen uneins sind, wer letztlich die Pyramiden erbaut habe (die meisten nennen sogar den arabischen Herrscher Saddad b. Ad, der natürlich Jahrtausende nach Cheops lebte!) sprechen sie immer wieder von diesen „geheimen Büchern“. Wäre Henoch eine reale Person vor der Sintflut gewesen, die die Pyramiden erbaute, müsste er der Autor des von Manetho in Ägypten gefundenen Buches sein.

Tatsächlich gibt es alte Bücher, die Henoch als Autor nennen. Der Prophet lebte laut Bibel vor der Sintflut und schrieb laut den Henoch-Büchern tatsächlich unzählige Bücher auf Anweisungen des „Höchsten“ und seiner „Engel“. Historiker datieren diese Bücher Henochs natürlich lange nach dem Bau der Pyramiden. Sie wurden bereits unter christlichen Einfluss verfasst und stammen in den vorliegenden Fassungen mit Sicherheit nicht aus dem Zeitalter der Pyramiden-Bauer.

Manetho war wohl der letzte, der ein echtes Buches dieser Epoche besaß. Sofern er die Wahrheit sagte. Allerdings beruft sich das „Hitat“ an nicht wenigen Stellen auf die Kopten in Ägypten. Eine christliche Strömung, die naturgemäß erst nach Christus nach Ägypten kam. Im 3. Jahrhundert entstand das Koptische aus dem Ägyptischen heraus, und angeblich seien einige „Hitat“-Überlieferungen Übersetzungen aus koptischen Texten. Der christliche oder biblische Einfluss auf das gesamte „Hitat“ ist zumindest unverkennbar. Auch die in einem „Grab im Kloster von Abu Hirmis“ gefundene Schriftrolle soll in koptisch verfasst gewesen sein.

Sie aber können nicht die Autoren „Bücher der Pyramiden-Bauer“ gewesen sein. Ein koptischer Text, den man in einem Grab in der Cheops-Pyramide, dem Kloster Hermes („Abu Hirmis“), gefunden haben will, kann unmöglich Jahrtausende alt sein. Zumal an einigen Stellen von nicht zu lesenden Schriften gesprochen wird.

In der arabischen Zeit Ägyptens und vor allem in den Tagen der „Hitat“-Historiker waren das alte Ägyptisch und die Hieroglyphen unlängst in Vergessenheit geraten. Nicht ausgeschlossen, dass einige Gelehrte diese Sprache noch lesen und übersetzen konnten. Waren sie es, die alte Bücher und Schriften übersetzten bevor die Ur-Quellen verloren gingen? Stammen diese Quellen wirklich aus den großen Pyramiden und haben eine derart lange Zeit überstanden? Sind damit die gefunden Texte nur Beigaben wesentlich späterer Bestattungen? Ist deren Inhalt in irgendeiner Form korrekt?

Die Geheimbücher des Propheten

Die alten Chronisten sind sich dahingehend einig, dass sie sich nicht einig sind. Zusammenfassend gesagt erzählen sie, man habe die Pyramiden von Gizeh irgendwann zwischen den Tagen vor der Sintflut und Noah mit seiner Arche und Saddad b. Ad errichtet. Saddad b. Ad. ist eine literarische Figur der frühen Araber bei der der Eroberung Ägyptens, der zu einem mythischen Helden wurde. Dementsprechend ist dieser Held vor erst ca. 1.400 Jahre im Land der Pyramiden aktiv gewesen. Der Einfall der Muslime in Ägypten begann schließlich erst ab 640 nach Christus.

Wohl niemand will bestreiten, dass zu diesem Zeitpunkt die Pyramiden alle schon Jahrtausende standen.

Obwohl der Prophet Henoch, der schon laut Bibel „Umgang mit Gott pflegte“, als Bauherr im „Hitat“ die absolute Ausnahme ist, ist er der einzige, von dem bis heute Bücher vorliegen. Geschrieben wurden sie laut Bibelforschung zwischen dem 3. Jahrhundert vor und dem 1. Jahrhundert nach Christus. Auch da standen die Pyramiden schon längst. Die Sintflut, vor der Henoch gelebt haben soll, war da auch schon eine gefühlte Ewigkeit vorbei. Egal ob man sie jetzt 10.000 oder 5.000 vor Christus datiert, als lokales Ereignis (zum Beispiel in Mesopotamien), als Hirngespinst oder als globale Katastrophe.

Es existieren bis heute keine derart alte Schriften/Bücher oder Ur-Quellen, die man den Pyramiden-Baumeistern zusprechen könnte. Auch nicht von Henoch. Obwohl der Autor des slawischen Buch Henoch im 1. Jahrhundert über ihn Spannendes wusste:

Da rief der Herr den Bretil, einen seiner Erzengel, ihn, der weise ist und alle Werte des Herrn aufschreibt. Und der Herr sprach zu Bretil: Nimm die Bücher aus den Behältern! Gib Henoch eine Feder und diktiere ihm die Bücher an! Da brachte mit Bretil eilends die Bücher, die nach Myrrhen duften, und gab mit seine Feder.

Und er beschrieb mir alle Dinge im Himmel, auf Erden und im Meer, die Läufe und Orte aller Elemente, die Jahreszeiten, der Tage Läufe und Änderungen, die Gebote und die Lehren. Und Bretil sprach zu mir dreißig Tage und Nächte; seine Lippen redeten unaufhörlich. Auch ich schrieb, ohne auszuruhen, den ganzen Inhalt nieder. Als ich fertig war, hatte ich 360 Bücher geschrieben.“ (slawisches Buch Henoch, 22,11-23,6)

Da der vorsintflutliche Patriarch Henoch für die Bibelforschung nur ein mythische und keine reale Person war, hat er auch dies gerade mal knapp 2.000 Jahre alte Buch nicht selber geschrieben. Auch wenn hier in der 1. Person gesprochen wird. Von den 360 Büchern mit himmlischem Wissen will die Bibelforschung schon gar nichts hören. Auch dies sei reine Phantasie eines frühchristlichen Autors, der nur Henoch als Urheber nannte, um seinen Werken eine gewisse Glaubwürdigkeit zu verleihen. Man denke hier an die fünf Bücher Moses des Alten Testament, die ebenso nicht von Moses geschrieben wurden. (detailliert zu den Überlieferungen und Büchern von Henoch HIER)

Noch mehr Widersprüche

Historisch authentisch ist das mittelalterliche „Hitat“ in keinem Fall. Dafür sind die Widersprüche der einzelnen Chronisten bzw. deren Überlieferungen viel zu gravierend. Wer aber mag Fakt und Fiktion darin zu unterscheiden, da auch offenkundige Tatsachen darin zu finden sind. Beispielsweise wird darin auch von dem Versuch des Sultan von Ägypten berichtet, eine Pyramide von Gizeh abzureisen. Wie heute jeder an der Nordseite der Mykerinos-Pyramide sehen kann, wurde das auch versucht.

Übeltäter und Verursacher der 8 Meter tiefen Beschädigung war Al-Aziz Uthman bin-Yusuf (1171 bis 1198), der eigentlich ganz Gizeh abreißen wollte. Als er aber acht Monate lang kaum Fortschritte machte, seine Arbeiter nur ein bis zwei Steine pro Tag fortschaffen konnten und die Kosten für die Zerstörung explodierten, ließ er von seinem Vorhaben ab. Was ihm aber gelungen sein soll, war die Zerstörung von Nebenpyramiden und der Verkleidungssteine der großen Pyramiden.

Was das „Abrisskommando“ des Sultans aber nicht überlieferte ist die Art der Inschriften eben auf diesen Außenverkleidungen. Ob die „von oben bis unten mit eng zusammenstehenden, parallel laufenden Zeilen in der Schrift ihres Erbauers“ angebrachten Texte wirklich nur Besucher-Graffiti waren, ist eine reine Vermutung der Archäologie. Ausschließen, dass Besucher auf den Pyramiden herum schmierten, kann wohl niemand. Waren das aber wirklich die einzigen „unlesbaren Texte“?

Sehr interessant ist eine weitere Aufzeichnung der arabischen „Hitat“-Chronisten. Es heißt in dieser, dass die Wände der Pyramiden „mit griechischer Schrift bedeckt waren“. Einige berichten, sie seien Gräber, doch die sind nichts Derartiges“, heißt es. Man habe sie zum Schutz vor der Flut gebaut, dass alles, „was nicht Schutz in solchen Bauwerken fände“ auf Erden vernichtet werden würde. Also ließ der Baumeister „seine Schätze und seinen Besitz“ in die Pyramiden schaffen.

Als sich schließlich die Sintflut wieder „verlaufen hatte“ wurden die Kostbarkeiten – was immer es auch gewesen sein mag – wieder aus den Pyramiden genommen und einer Person mit Namen Bisir oder Bisar übergeben. Es sei der „Sohn Miriams, des Sohnes Harns, des Sohnes Noah“ gewesen. Demnach wohl ein Enkel bzw. Nachkomme Noahs, die wir im 1. Buch Moses in Kapitel 10 finden.

Pyramiden-Schätze in Kornspeichern?

Wo aber sind diese Dinge dann hingekommen? „Spätere Könige brachten sie in ihren Kornspeichern unter“, sagt das „Hitat“ über deren Verbleib. „Und Gott weiß es am besten“. Informationsgehalt ist hier wieder einmal Mangelware. Eher scheint es sich hierbei um eine verschwommene Aussage zu handeln, die sich um den biblischen Stammvater Josef und seinem Aufenthalt in Ägypten dreht. Nachzulesen im 1. Buch Moses ab Kapitel 37. Josef habe einst laut Buch Genesis dem Pharao Träume gedeutet, dass sieben Jahre des Wohlstandes kommen, denen sieben Jahre des Hungers folgen werden.

Also ließ der Pharao vorsorglich dank der Traumdeutung des Josefs in den sieben „fetten Jahren“ einen Teil des Getreides für die Jahre des Hungers einlagern. Wie angeblich von Gott beschlossen brach daraufhin die Hungersnot über Land und Volk herein, und so „öffnete Josef alle Speicher und verkaufte Getreide an die Ägypter“ (Genesis, Kapitel 41).

Auch wenn es kaum zu glauben ist, aber genau diese Kornspeicher des Josef sollen die Pyramiden gewesen sein. Ein Märchen, das man sich jahrhundertelang über diese Monumente auch in Ägypten selber erzählte. Vor allem nachdem der römische Autor Julius Honorius (um 500 nach Christus) in „Cosmographia“ und der französische Bischof und Historiker Gregory von Tours in „History of the Franks“ (594 nach Christus) dies behaupteten.

Die Ägypter hätten einfach von oben durch ein Loch in der Spitze das Getreide in die Pyramiden gefüllt. Ein Mythos, der wohl erst durch den frommen deutschen Pilger Bernhard von Breydenbach nach einem persönlichen Besuch 1484 in Gizeh endgültig beendet wurde. In seinem mittelalterlichen Besteller „Peregrinatio in terram sanctam“ schrieb er nämlich 1486, dass diese Idee „eindeutig falsch ist, da diese Pyramiden innen nicht hohl sind“.

Obwohl heute jedem klar sein sollte, dass diese „Kornspeicher-Hypothese“ vollkommener Nonsens ist, vertrat sie beispielsweise der US-Präsidentschaftskandidat Dr. Ben Carson 2015 noch immer.

Die „Kern-Information“ dieser Legende erscheint letztlich recht dürftig. Sie könnte darin bestehen, dass nach der Flut die Nachfahren der Überlebenden (hier Noah), diese Schätze und damit wohl auch Schriften an sich nahmen. Diese „späteren Könige“ hüteten daraufhin das kostbare Erbe, in dem sie es an unbekannten Orten (hier Kornspeicher) verbargen …

Der Vollständigkeit halber sei hier noch einmal Henoch genannt. Die Henoch-Bücher sowie jüdische Sagen über ihn berichten, dass er seine Schriften seinen Nachfahren übergab. Dazu zählt natürlich auch Noah. Sie sollten sie sicher verwahren, da die große Flut naht. So kamen diese Werke mit auf die Arche und überstanden auf diesem Weg die Vernichtung.

Diese und weitere Überlieferungen führten auch zu der Überlegung, dass die Cheops-Pyramide in Wahrheit die Arche Noah war. Dazu finden Ihr HIER auch ein Video auf YouTube.

Fragen, Fragen, Fragen

In diesem Beitrag sollte der Fokus der seltsamen „Hitat“-Erzählungen auf die verschollenen Bücher der Pyramiden-Bauer oder „Weisen“ gerichtet werden. Diese mittelalterlichen Erzählungen sind, wie auch HIER gezeigt, natürlich weitaus komplexer. Und so ergeben sich zusammenfassend viele „Solls“ und „Wenns“, die sich ausnahmslos alle nicht belegen lassen:

  • Die über 30 Chronisten des „Hitat“ sowie andere Historiker widersprechen sich, wer die Gizeh-Pyramiden baute.
  • Wenige sagen, dass sie vor der Flut erbaut wurden und in ihnen Bücher und geheime Schriften verborgen waren.
  • Die Araber sollen im Zuge der „ersten“ Öffnung der Cheops-Pyramide im 9. Jahrhundert tatsächlich Texte oder Schriftrollen gefunden haben.
  • Wenn dem so ist, kann niemand sagen woher sie stammen oder wie alt sie waren.
  • Es soll auch ein Grab (im „Hermes-Kloster“) gefunden worden sein, in dem man eine Schriftrolle fand.
  • Diese sei in Koptisch verfasst gewesen (und von König Saurid und der Sintflut etc. berichtet haben).
  • Das Koptische ist eine relativ „moderne“ Schrift in Ägypten. Damit können die geheimnisvollen Bücher in ihrer Ur-Version nicht in koptisch verfasst worden sein.
  • Der Historiker Manetho soll der letzte Mensch gewesen sein, der angeblich ein authentisches Buch vom Baumeister der Pyramide in seinem Besitz hatte. Mutmaßlich geschrieben von Pharao Cheops selber.
  • Der Prophet Henoch wird mit einem Gott (Hermes) gleichgesetzt, wird allerdings (nur) einer „Hitat“-Stelle konkret als Pyramiden-Bauer (Saurid) genannt.
  • Mindestens 130 geheime Bücher mit Weisheiten sollen in der Pyramide im Auftrag von Saurid vor der Sintflut versteckt worden sein.
  • Henoch schrieb nach einem Buch mit seinem Namen aus dem 1. Jahrhundert nach Christus sogar 360 Bücher mit göttlichen Weisheiten und Wissen. Auch vor der Flut.
  • Wenn irgendwelche Bücher davon jemals existieren, sind sie ausnahmslos alle verschollen. Ob vor der Flut geschrieben oder „klassisch“ in der 4. Dynastie von Pharao Cheops, spielt dabei keine Rolle.
  • Wenn diese Schriften angeblich in koptisch verfasst gewesen sind, warum waren dann andere nicht zu entziffern?

Verschollen, versteckt, vernichtet – wer kann das schon mit reinem Gewissen sagen? Die Suche nach den Mysterien der Vergangenheit wird wohl noch dann faszinieren, wenn das heute bereits lange Vergangenheit ist.

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Zwischen den Zeilen gelesen: Moderne Kenntnisse der Astronomie in alten Überlieferungen? +++ Artikel +++

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Moderne Kenntnisse der Astronomie in alten Überlieferungen? (Bilder: gemeinfrei/PixaBay / Montage: Fischinger-Online)
Moderne Kenntnisse der Astronomie in alten Überlieferungen? (Bilder: gemeinfrei/PixaBay / Montage: Fischinger-Online)

Schöpfungsmythen und alte Überlieferungen der Menschheit sind ein wichtiger Bestandteil der Prä-Astronautik. Prinzipiell gibt es keinen Autoren aus dem Themenbereich der Ancient Aliens, der nicht auch auf verschiedene Mythen über Götter aus dem Himmel verweist.  Viele dieser Autoren und Mystery-Jäger haben in der Vergangenheit auch immer wieder auf Parallelen zwischen verschiedenen globalen Überlieferungen verwiesen. Auch und vor allem solche Erzählungen, die von der Entstehung der Welt und des Menschen berichten. Aber hierbei zeigt sich auch, dass diese Mythen “zwischen den Zeilen” scheinbar  “moderne” Kenntnisse der Naturwissenschaft anklingen lassen. Ein Wissen, dass wir unseren Ahnen in dieser Form gar nicht zugetraut haben. Und einige dieser Aussagen sind dabei offenbar erstaunlich korrekt, wie Ihr in diesem Blog-Artikel lesen könnt.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Wo war Moses?

Liest man Mythen und Überlieferung mit der oft zitierten “modernen Brille”, zeigt sich durchaus, dass darin scheinbar “moderne” Kenntnisse der Naturwissenschaft zu finden sind. Und einige dieser mythologischen Aussagen sind dabei offenbar erstaunlich korrekt. Dabei spielt es keine Rolle wo und wann auf der Erde diese Schöpfungslegenden von Himmel und Erde erzählt wurden.

So habe ich beispielsweise sehr detailliert 1997 in einem Buch und auf diesem Blog (z. B. HIER, HIER & HIER) auf das apokryphe Buch “Ezechiel der Tragiker” hingewiesen. Eine wenig bekannte aber dennoch sehr spannende Schrift, die von Moses, dem Exodus der Israeliten und den 10 Geboten am heiligen Berg berichtet. Jedoch mit Aussagen, die sich in dieser Form nicht annähernd in der Bibel finden.

So wird in diesem Text die überlange Abwesenheit Moses von seinem Volk (immerhin laut Bibel 40 Tage) damit erklärt, dass er während der Zeit nicht mehr auf der Erde war. Zumindest holte ihn “ein Mann, dem edelstem Geschlecht entsprossen”, mit dem berühmten Thronwagen des Herrn vom Berg ab und entrückte ihn in den Himmel. Bei dieser Himmelsreise  habe Moses dann “der Erde ganze Rundung, zugleich der Erde Tiefen und des Himmels Höhen” erblickt, wie es in “Ezechiel der Tragiker” (Verse 68 bis 78) beschrieben wurde.

Sah Moses demnach die Kugelgestalt der Erde, als mit dem Thronwagen von Berg “entrückt” wurde? Es klingt tatsächlich so.

Wobei hier unterstrichen werden muss, dass bereits verschiedene Gelehrte wie Platon (um 428 bis 348 vor Christus), Thales von Milet (um 624 bis 548 vor Christus) oder auch Plinius der Ältere (um 23 bis 79) die Kugelgestalt der Erde vertraten. Eratosthenes von Kyrene (um 276 bis 194 vor Christus) errechnete sogar den Radius der Erdkugel auf rund 4 Prozent genau aus. Vor fast 2.300 Jahren. Doch gesehen hat keiner der frühen Vordenker der Antike die kugelförmige Erde …

Der Stoff der Schöpfung

Im Alten Testament selber findet sich aber auch ein Hinweis auf die Kugelgestalt der Erde. In Jesaja 40,22 lesen wir unter anderem:

Er ist es, der da thront über dem Kreis der Erde, dass ihre Bewohner wie Heuschrecken erscheinen (…).”

Das hebräische Wort für “Kreis” in diesem Vers (chug) kann aber auch “Kugel” bedeuten. Schaut man in verschiedenen Übersetzungen des Buchs Jesaja nach, so finden sich an dieser Stelle auch Bezeichnungen wie “Erdkreis”, “Erdball” oder “Erdenrund”. Doch Moses war – zumindest nach dem oben zitierten Apokryph – einer der wenigen, die dieses “Erdenrund” bei seinem Flug in den Himmel selber gesehen hat.

Auch in einer Schöpfungslegende der Römer, die vor rund 2.000 Jahren der Dichter Ovid (41 vor  bis 18 nach Christus) niederschrieb, erfahren wir Erstaunliches. So berichtet Ovid davon, dass am Anfang der Welt das Chaos als “eine rohe und ungegliederte Masse” und als “nichts als träges Gewicht, und geballt am nämlichen Orte” existierte. “Nur lose vereinigter Dinge” sei diese Urmaterie gewesen, so überliefert Ovid.

Weiter heißt es dann:

“Als so der Gott, wer immer es war, die Materie geordnet, so sie zerteilt und die Teile zu wirklichen Gliedern gestaltet, ballte er gleich zu Beginn die Erde, damit sie auf jeder Seite sich gänzlich gleiche, zur Form einer riesigen Kugel.[i]

Während man die Erde als “riesige Kugel” aus der Schöpfungslegende des Ovid durchaus bei Gelehrten seiner Zeit findet, ist die Erwähnung des Chaos am Anfang der Welt nicht so leicht zu erklären. Eine rohe und unsortierte bzw. chaotische Masse mit “trägem Gewicht”, die sich im All zu “lose vereinigen Dinge” “ballte”, ist genau das, was Kosmologie über die Entstehung aller Himmelkörper heute sagt.

Bei Ovid wird daraufhin von einem ihm nicht bekannten Gott die lose zusammengefügte Materie geordnet, die Teile zu “Gliedern” geformt und daraus letztlich die Erde als gewaltige Kugel zusammengepresst. Nichts anders sagt die moderne Astronomie über Gravitation, Materie und die Entstehung der kosmischen Objekte und Strukturen wie Galaxien sowie der Erde an sich.

Natürlich ist auch in der Bibel die Erschaffung von Allem ein Werk Gottes. Eine Schöpfung durch die Gnade und Macht des Allmächtigen, der wie aus dem Nichts im 1. Vers der Bibel sogleich zur Tat schreitet:

Im Anfang schuf Gott (die) Himmel und Erde.“ (Gen. 1,1)

“Öde” und “leer” sei diese Ur-Erde anfangs gewesen, bis der Herr nach und nach seine Schöpfung erweiterte und vervollkommnete. Und letztlich nach sieben Tagen Arbeit mit allem fertig war. Nach einer wort-wörtlichen Übersetzung dieses Verses klingt die Schöpfung des Herrn aber weniger spektakulär, als wir sie alle aus der Bibel kennen:

Aus dem, was am Anfang war…”[ii]

Nach dieser wörtlichen Übersetzung existierte also etwas vor der Erschaffung der Welt. Dieses Material diente dann als Rohstoff oder Materie für den Akt der Schöpfung. Das klingt ähnlich wie bei Ovid und ist damit alles anderer als ein Schöpfungsakt aus dem Nichts. Die Vorstellung, dass die Erde aus Staub und anderer Materie durch die Anziehungskräfte zusammengepresst wurde, erwartet man sicherlich nicht in derart alten Schriften!

Als die Erde noch nicht fest war …

Die Ureinwohner im Gebiet des Flusses Noatak in Alaska erzählen in ihren Schöpfungslegenden ebenso einige spannende Details. Wie viele Völker weltweit berichten sie von den ersten Menschen im Himmel (s. a. HIER), die eines Tages von dort auf die Erde kamen. Zuvor aber war unser Planet noch nicht das, was er heute ist. Auch wenn der Himmel schon existierte, so die Überlieferung.

Vielmehr “war auch die Erde schon im Begriff sich zu formen und eine feste Kruste zu bekommen, noch ehe sie zu Land wurde”. Tatsächlich entdeckte der erste göttliche Mensch nach diesem Mythos später ein neues Land, “das gerade begonnen hatte, eine feste Kruste zu bilden”. Es war die Erde, auf der daraufhin nach und nach die Schöpfung erblühte.

Woher stammte das Wissen der Yupik (westliche Eskimos), wenn sie in ihrer Schöpfungslegende davon sprechen, dass unsere Erde erst eine “feste Kruste” bilden musste, um bewohnbar zu werden? Auch das ist eine moderne naturwissenschaftliche Erkenntnis, die man ebenso nicht in alten Mythen vermutet.

An der Elfenbeinküste in Afrika finden sich ebenso scheinbar moderne Kenntnisse in alten Überlieferungen vom Anfang des Seins. Zu Beginn sei “die Erde nur ein Schlammbrei” gewesen, aus dem sich langsam Wasser und Land trennten, erzählt man sich in Westafrika. In diesem “Schlammbrei” existierte zuerst eine Art mythologischer “Urzeit-Frosch”, der vom Himmel kam “als überhaupt noch kein Wasser da” war:

Man begann gerade erst, die Erde mit Wasser einzuebnen, und es gab nur da und dort einen Haufen Schlamm, dazwischen aber waren große Löcher und Spalten“.[iii]

Eine nicht minder erstaunliche Aussage, die moderne Kenntnisse der Kosmologie unserer Ahnen zeigt, stammt aus Indien.

Sterne sind “große Körper”, die von selber leuchten

In dem großen Epos Mahabharata erfahren wir, dass der Held Ardschuna unter “Donner” und “im Lichtglanze” von einem fliegenden Wagen der Göttin Indra in dem Himmel entrückt wurde. Ein „himmlisches Zaubergeblid war es, ein augenraubendes fürwahr“, erfahren wir in dem Epos weite. “Die Weltgegenden anfüllend mit Getöse, dem Donner gleich”, so sei dieser Götterwagen angeflogen gekommen (s. a. HIER).

Die “Finsternis aus der Luft scheuchend, und erleuchtend die Wolken all”, kam dieses göttliche Fluggerät vom Himmel herab, um den Helden mitzunehmen. So bestieg der “Feinde Schreck” Ardschuna den “sonnen-ähnlichen Wagen” und flog mit diesem, gelenkt von einem himmlischen Lenker (Piloten) in die Himmelsstadt Indras.

Dabei macht die Überlieferung recht beiläufig eine interessante Feststellung, in dem es darin heißt:

Als er nun dem Bezirke nahte, der unsichtbar den Sterblichen, Erdenwandlern, sah Wagen, wunderschön er zu Tausenden. Dort scheint die Sonne nicht, Mond nicht, dort glänzt das Feuer nicht, sondern im eigenen Glanz leuchtet allda, durch edler Thaten Kraft, was in Sternengestalt unten auf der Erde gesehen wird, ob großer Ferne gleich Lampen, obwohl es große Körper sind.”[iv]

Die Deutlichkeit dieser Aussage ist fast schon erschreckend.

Der oder die Autoren dieser Geschichte haben korrekte Kenntnisse vom Aufbau des Universums festgehalten, die weit über eine Erde in Kugelform hinausgehen: Sterne erscheinen auf der Erde nur wie Lampen, sind aber in Wahrheit “große Körper”, die aus eigener Kraft in der Dunkelheit des Himmels leuchten.

Hier könnte man sogar die Aussage, dass dort kein Feuer brennt, dahingehend deuten, dass vom Vakuum des Alls gesprochen wird. Bekanntlich brennt bzw. “glänzt” dort ohne Sauerstoff tatsächlich kein Feuer …

In diesem Zusammenhang findet sich auch im äthiopischen Buch des biblischen Propheten Henoch eine seltsame (aber unklare!) Bemerkung.

Das All ist luftleer

Als der Prophet nach dieser Überlieferung in den Himmel zum “Höchsten” entrückt wurde, kam er dort zu einer Art gläsernem “Haus”. Es war das Haus des Höchsten, das wie “aus Hagelsteinen (oder Kristallsteinen) erbaut war”. “Seine Decke wie die Bahn der Sterne und wie Blitz” und “flammendes Feuer rings um die Wände”, bemerkt das 1. Buch Henoch dazu unter anderem.

Was aber Henoch bei dieser Reise in den Himmel geradezu in Panik versetzte war der Umstand, dass es dort keinen Sauerstoff gab. In Kapitel 14, ab Vers 13, steht dazu:

Und ich trat ein in jenes Haus, das heiß wie Feuer und kalt wie Schnee war; darin war keine Lebensluft vorhanden; mich umwehte Furcht, und zittern packte mich. Ich ward erschüttert, und zitternd fiel ich auf mein Angesicht.”[v]

Ist die Feststellung Henochs, der nicht vorhandenen Luft (zum Atmen), ein Hinweis auf das Wissen, dass das Universum eben ein luftleerer Raum ist? Konnten sich Menschen vor Jahrtausenden überhaupt vorstellen, dass es außerhalb der Erde im Himmel keinen Sauerstoff bzw. keine Luft zu Atmen gab?

An dieser Stelle darf aber nicht übergangen werden, dass andere Übersetzungen des 1. Buch Henoch diesen Vers anders wiedergeben. Zum Beispiel als “nichts von Lebensfreude war daselbst”[vi] oder “darin war keinerlei Annehmlichkeit vorhanden”[vii]. Wieder andere Übersetzer nennen hier allerdings auch “Lebensluft” und merken zudem an, dass “Luft und Leben” gemeint sei.[viii]

Auch in der griechischen Apokalypse des Baruch finden wir einen ähnlichen Hinweis. Darin heißt es, dass der Prophet im Zorn dem Herrn schlimme Vorwürfe machte, so dass dieser einen seiner “Engel” zu ihm auf die Erde sandte. Baruch solle, so der Abgesandte des Himmels, aufhören “Gott zum Zorne zu reizen”. Als Gegenleistung für sein Schweigen würde dieser dem Propheten “andere Geheimnisse zeigen, die noch größer sind als diese”.

Diesen Deal ging Baruch ein und versprach, dass er dann auch seine Schmähungen gegenüber dem Herrn unterlassen werde. So ging es dann zuerst in den “1. Himmel” hinauf:

“Da sprach zu mir der Kräfte Engel: ‚Wohlan! So zeig ich dir die göttlichen Geheimnisse.‘

Da nahm er mich und brachte mich dahin, wo fest der Himmel sitzt, und wo ein Fluss dahin fließt, den niemand zu durchschreiten wagt, wo nicht der fernste Windhauch ist von allen gottgeschaffenen Winden.” (Kapitel 1, ab Vers 8)

Ab hier schildert die Schrift dann den Aufstieg in verschiedene Himmel Gottes und seine Geheimnisse. Ähnlich wie bei anderen Himmelsreisen, bei denen verschiedene Stationen eingelegt wurden, bis der Auserwählte im letzten „Himmel“ auf den Höchsten trifft. Nur: Warum wird hier erzählt, dass bereits im ersten Himmel nicht mal mehr das kleinste Lüftchen wehte?

Eben da es außerhalb der Erdatmosphäre keine Luft und damit keinen “Windhauch” gibt?

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Am Anfang war das Chaos

Von einem Chaos vor der Entstehung der Erde bzw. des Universums wissen auch fernöstliche Mythologien zu berichten. Uralte Legenden aus China berichten, dass am Anfang der Zeiten das Chaos herrschte.[ix] Aus diesem “stieg das Lichte, Reine hervor und bildete den Himmel; das Trübe, Schwere aber gerann und formte sich zur Erde”. Daraufhin folgte die Entstehung unzähliger Geschöpfe und Arten, die “Anfang, Wachstum und Vollendung haben”. Letztlich sei daraus auch der Mensch hervorgebracht worden.

Wussten die Chinesen von einem Urknall bzw. davon, dass die Materie (das “Schwere”) erst zu Himmelskörpern “gerinnen” musste?

Später übrigens, so die Überlieferung weiter, kreiste “ein großes Gestirn in der Mitte des Firmaments” von dem ein “überirdisches Wesen” zur Erde kam. Dieses menschenähnliche Wesen sei mit einem “glänzenden Strahl zur Erde” gekommen und habe den ersten Menschen allerlei Dinge gelehrt. Von der Zubereitung von Nahrung bis zum “Lauf der Gestirne” …

In diesem Beitrag HIER auf Grenzwissenschaft und Mystery Files habe ich über diese rätselhafte Himmelswesen bereits berichtet.

Mythologien mit modern klingendem Wissen kennen auch die Japaner.[x] Etwa in der Chronik “Kojiki” (dem “Bericht über die alten Dinge”), der 712 nach Christus von Futo no Yasumaro niedergeschrieben wurde. Sie gilt als die älteste Chronik Japans. Yasumaro schreibt darin, dass am Anfang der Welt “das Chaos angefangen hatte, sich zu verdichten” und sich so die Erde vom Himmel trennte. Damals seien “weder Urkraft noch Form schon offenbar” gewesen.

Auch das erinnert stark an die Entstehung der Erde aus einem Chaos der Materie, die sich nach und nach zu unserem Planeten verdichtete.

Kosmischer Staub und der Keim des Lebens

Astronomen nennen dies eine “Protoplanetare Scheibe”. Materie aus Staub, Gasen und kleinen Teilchen, die um eine Sonne kreist und sich durch die Gravitation in Millionen von Jahren zu Planeten zusammenballt. Kosmischer Staub und Material, wie ihn moderne Astronomen überall im Universum beobachten können. Und der die Grundbausteine – die Keime – des Lebens enthält.

Das wussten aber schon die Japaner vor über einem Jahrtausend. Ähnliches kennt nämlich auch der Mythos “Nihongi” aus Japan.

Diese rund 1.300 Jahre alte Chronik weiß sogar davon zu erzählen, dass am Anfang in der “chaotischen Masse (…) ein Keim” des Lebens vorhanden war. Aus diesem Urzustand des Universums bildeten sich zuerst der Himmel aus dem “leichten” Material und danach die Erde aus den “schweren und trüben” Elementen des Chaos. Auch das entspricht unseren Kenntnissen der Astronomie.

Fraglos lohnt es sich bei der Jagd nach den Astronautengöttern in den Mythen der Völker auch “zwischen den Zeilen” zu lesen. Schon diese wenigen Beispiele zeigen, dass unser modernes Wissen vom Aufbau und der Entstehung des Universums bzw. der Erde so modern gar nicht zu sein scheint.

Das es auch außerhalb der Erde Leben gibt, war hingegen eine Art Grundwissen unserer Vorfahren. Sie nannten sie nur nicht Außerirdische oder Aliens, wie wir heute, sondern Götter, Himmlische, Lehrmeister, Ahnen etc.

Hierzu kann durchaus auch jene sonderbare Geschichte gezählt werden, die über Abraham überliefert ist. Der Stammvater, so sagt es ein Apokryph, sei einst von den Himmlischen von der Erde ins All zu einem sich selbst drehenden Ort geholt worden. Seine Beschreibungen, wie in diesem Video und Blog-Artikel HIER zitiert, erinnern zweifellos an eine sich um die eigene Achse drehende Raumstation …

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:


[i] Sproul, Barbara C.: Schöpfungsmythen der westlichen Welt. München 1994
[ii] Langbein, Walter-Jörg: Am Anfang war die Apokalypse. Lübeck 2000
[iii] Niederhäuser, Hans Rudolf: Fremde Länder – Fremde Völker. Stuttgart 19620
[iv] Bopp, Franz.: Ardschuna´s Reise zu Indras Himmel. Berlin 1824
[v] nach: Weidinger, Erich: Die Apokryphen. Augsburg 1989
[vi] Flemming, J. & Rademacher, L.: Die griechischen christlichen Schriftsteller der erste drei Jahrhunderte, Band 5: Das Buch Henoch. Leipzig 1901
[vii] Rießler, Paul: Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel. Heidelberg 1928/1988
[viii] Kautzsch, Emil: Die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten Testament. Band 2, Tübingen 1900 (Darmstadt 1975)
[ix] Sproul, Barbara C.: Schöpfungsmythen der östlichen Welt. München 1993
[x] Florenz, Karl: Die historischen Quellen der Shinto-Religion. Göttingen 1919

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Die “Raumschiff-Vision” des Ezechiel: Hat der biblische Prophet den Thronwagen Gottes abgeschrieben? (Artikel + Videos)

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Die "Raumschiff-Vision" des Ezechiel: Hat der biblische Prophet abgeschrieben? (Bilder: gemeinfrei & Archiv E. v. Däniken / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)
Die “Raumschiff-Vision” des Ezechiel: Hat der biblische Prophet abgeschrieben? (Bilder: gemeinfrei & Archiv E. v. Däniken / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)

Es gibt in der Prä-Astronautik eine Handvoll Themen, die man ohne Bedenken als Klassiker bezeichnen kann. Der biblische Prophet Ezechiel und seine „Visionen“ vom „Thronwagen Gottes“ gehören zweifellos dazu. Erlebt haben will der Prophet diese himmlischen Erscheinungen der „Herrlichkeit des Herrn“ vor nun rund 2.600 Jahren. Göttliche Visionen seien es gewesen, sagt die Theologie. Wogegen die Prä-Astronautik es seit über einen halben Jahrhundert als ein technisches Fahrzeug von Außerirdischen betrachtet. Was jedoch beim diesem Klassiker der Ancient Aliens-Thematik praktisch nie beachtet wird, ist, dass bereits Jahrhunderte vor Ezechiel diese „Vision“ auch ein anderer Prophet hatte. Und wie der Text des Ezechiel, so gilt auch seine Beschreibung als authentisches Werk des Propheten selbst. Sein Name: Jesaja. Dieser Artikel berichte von ihm und anderen seiner Mitstreiter Gottes.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

UFOs und Aliens in der Bibel

Autoren und Forscher der Prä-Astronautik stöbern auch und vor allem in alten Schriften und Texten nach möglichen Hinweisen auf die Götter aus dem All. Das ist tägliches Brot und ein Kernthema der gesamten These um Außerirdische, die vor Jahrtausenden unsere Erde besuchten.

Geleitet werden diese (und ich) von einer ganz einfachen wie spekulativen Grundannahme: Wenn die frühe Menschheit wirklich von Aliens besucht wurde, muss es in den religiösen Aufzeichnungen der Menschheit Spuren dieser Begegnungen geben. Und die gibt es in Massen in allen Mythen und Überlieferungen der Welt. Allerdings nur dann, wenn man diese religiösen Schriften, Texte und Bücher so deuten möchte.

Somit liegt es mehr als nahe, auch in der Bibel als das Religionsbuch überhaupt nach diesen Hinweisen zu suchen. Schließlich sind die Schriften des meist verkauften Buches der Erde (meistens) problemlos und umgehend zur Hand. Schnell kann man so nach den „UFOs und Aliens der Bibel“ suchen.

Und gerade bei den Schriften des Propheten Ezechiel wird man schnell fündig. Jahrzehnte schon sind seine Erlebnisse mit dem „Thronwagen des Herrn“ Paradebeispiele für die Prä-Astronautik. Immerhin berichtet der Gottesmann bereits zu Beginn seines von ihm selber verfassten Textes wie er einen Himmlischen Wagen hat vom Himmel fliegen sehen. Geschehen sie dies um das Jahr 593 vor Christus.

Das “Raumschiff des Ezechiel”

Ein Fahrzeug Gottes sei damals gekommen, wie Ezechiel einst glaubte. Und der Pilot dieser „Herrlichkeit des Herrn“ genannten Erscheinung war für ihn der Herr. Daran änderte sich auch nichts, als der Prophet bei einer späteren Begegnung mit diesem Wagen des Himmel vom Herrn mit auf einen Flug genommen wurde.

Heute kennt zweifellos selbst jeder Neuling der Astronautengötter-Themen diese Beschreibungen aus dem Alten Testament. Nachzulesen ab Kapitel 1 bei Ezechiel. Gleichfalls auch das „Raumschiff des Ezechiel“, wie es einstmals von NASA-Ingenieur Josef F. Blumrich anhand der Bibel „rekonstruiert“ wurde.

Für Bibelforscher und Theologen alles Unsinn, Blasphemie und Phantasie. Die „im Sturmwind“ mit Donner und Getöse Erscheinung, die zum Propheten geflogen kam, sei nichts als eine spirituelle Vision. Sagt die Bibelforschung. Vielleicht inspiriert durch Nordlichter, wie es Mitte des 19. Jahrhunderts in diese Diskussion gebracht wurde.

Grundsätzlich aber gilt, dass kein Wagen und auch kein echter Thronwagen mit Gott herbei flogen und Ezechiel kontaktierte. „Göttlich inspiriert“ seien die mehrfachen Erscheinungen des Flugobjektes schon (sonst stünde der Text auch nicht im Kanon der Bibel), aber eben nicht physisch.

Himmlische Flugwagen hatte der biblische Gott aber eine ganze Menge. „Die Wagen Gottes sind zahllos, tausendmal tausend“, weiß etwa schon Psalm 68,18 zu berichten. Und tatsächlich finden sich in den Texten des Alten Testamentes und vor allem auch in den Apokryphen unzählige Beispiele von Erscheinungen des „Thronwagen des Höchsten“. In dem Buch “Götter der Sterne” habe ich dieses Thema sehr umfassend darlegt. Im Rahmen eines Blog-Artikels ist das natürlich nicht möglich.

Allerdings kann man die Bedeutung des Buches Ezechiel für die Prä-Astronautik nicht deutlich genug betonen. Warum? Weil es eben fast immer nur seine Begegnungen mit „Gott“ sind, die rezitiert werden. Auch wenn es Ausnahmen gibt.

Jesaja und der “Thronwagen Gottes”

Eine Art Arbeitskollege des Ezechiel war in biblischen Zeiten der Prophet Jesaja. Auch dieser Jesaja hat eine alttestamentarische Schrift hinterlassen. Sein Buch wird heute aufgrund seiner sprachlichen Gestaltung von der Bibelforschung sogar als einer der Höhepunkte des Alten Testamentes angesehen.

Interessant ist auch hier die Berufung des Propheten, die sich bei ihm in Kapitel 6 findet. Der Text, so wie er heute im Alten Testament zu finden ist, datieren die Bibelforscher in Zeit um 735/734 vor Christus (s. auch 2. Kön. 16,5-9). Dabei ist es interessant, dass der erste Teil des Buches mit ziemlicher Sicherheit aus Jesajas eigener Feder stammt.

(Jes. 40-55 sind jedoch wahrscheinlich nachträglich angefügt worden, was uns aber an dieser Stelle nicht interessieren soll.)

Folglich hat der Prophet seine Beobachtungen selber niedergeschrieben. Wie Ezechiel. Denn in diesem ersten Teil findet sich die Berufung des Jesaja durch „Gott“ auf seinem Himmelswagen. Das sei um das Jahr 740 vor Christus, im Todesjahr des Königs Usija (Jes. 6,1) gewesen.

Also gut 150 Jahre vor der legendären Berufung des Ezechiel!

Anders als bei dem im Babylonischen Exil lebenden Ezechiel soll das in Jerusalem geschehen sein. Und so beginnt das sogenannte „Immanuelbuch“, die Berufung Jesajas zum Propheten, mit ähnlichen Elementen, wie sie vom „Raumschiff des Ezechiel“ bekannt sind:

Im Todesjahr des Königs Usija sah ich den Herrn. Er saß auf einem hohen und erhabenen Thron. Der Saum seines Gewandes füllte den Tempel aus. Serafim standen über ihm. Jeder hatte sechs Flügel: Mit zwei Flügeln bedeckten sie ihr Gesicht, mit zwei bedeckten sie ihre Füße, und mit zwei flogen sie.“ (Jes. 6,1-2)

Diese geflügelten Serafim oder Seraphe sind aus verschiedenen Texten bekannt. Zum Beispiel aus dem apokryphen Buch „Schatzhöhle“. Hier begleiten sie Adam und Eva als diese in das himmlische Paradies aufgenommen wurden (s. Video unten bzw. HIER). Seraphe und Cherube waren, so dies Apokryph, bei diesem Flug mit dem „Thronwagen Gottes“ ebenfalls dabei.

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Feurige “Flügelwesen”

Diese ominösen, geflügelten Gestalten sind eng mit den Cherube verwandt, wenn nicht sogar identisch. Serafim bedeutet etymologisch die „Brennenden“ und ihr Name soll mit einem „brennenden, strahlenden Lichtglanz“ zusammenhängen. Ein Strahlen, das diese umgab, weshalb sie auch als „Feuerengel“ bekannt sind. In der christlichen Tradition sind es schlicht Engel aus dem Reich des Herrn. Allerdings zwei unterschiedliche Klassen dieser angeblichen Geistwesen:

Es sind menschliche, aber mit sechs Flügeln versehende Gestalten; sie erinnern an die geheimnisvollen Wesen, die den Wagen Jahwes in Ezechiel 1 und 10 tragen (…) Die spätere Überlieferung hat zwei Engelklassen mit den Namen Serafim und Kerubim benannt.

Mit späterer Überlieferung ist natürlich das Christentum gemeint. Bekanntlich verdanken wir dem christlichen Eifer die nicht mit der Bibel übereinstimmende Erfindung allerlei Engel-Wesen und ihren Hierarchien. Mehr dazu in diesem Blog-Artikel HIER.

Jesaja sah also nach eigener Aussage eine überaus „strahlende“ und/oder „feurige“ Erscheinung kommen. Eben typisch für das Alte Testament und verwandtes Schriftgut. Es liegt auf der Hand, dass jeder der „Typ Seraphe“ mit sechs Flügeln versehen war, da es der Prophet selber überliefert. Aber nur zwei davon wurden bei diesem Flugmanöver benötigt. Eigentlich ein Widerspruch zur Tradition des Christentums, da hier Engel eigentlich nicht mit sechs Flügeln darstellt wurden und werden …

Diese Cherube des Thronwagens des Ezechiel und anderer „Augenzeugen“ besaßen je zwei Flügelpaare. Augenscheinlich ein einer Typ der Herrlichkeit vom Himmel. In der theologischen Auslegung heißt es allerdings, dass die „Wesen“ mit zwei Flügeln ihre Gesichter „aus Furcht, Jahwe zu schauen“, bedeckten. Dann würden sie also mit zwei weiteren „aus Furcht“ vor dem Höchsten ihre Füße bedecken? Auch wenn die „Füße“ in diesem Zusammenhang als die „Geschlechtsteile“ der Wesen interpretiert werden.

Alles in Allem soll Jesaja durch die Erscheinung „die Transzendenz Gottes und die Unwürdigkeit des Menschen offenbar“ geworden sein.

Der fliegende Herr

Prä-Astronautisch gesehen reichte schlicht nur ein Flügelpaar aus, um sich in dieser Situation fortbewegen zu können. Jahwe befand sich schließlich auch im Landeanflug, und die anderen Paare wurden vielleicht nur für weitere (schnellere) Flüge genutzt.

Natürlich fehlten bei Jahwes Niederkunft auch keine Erschütterungen und Qualm (Rauch) in der Umgebung, denn Jesaja notierte:

Die Türschwellen bebten bei ihrem lauten Ruf, und der Tempel füllte sich mit Rauch.“ (Jes. 6,4)

Dieser „Ruf“ soll sich, so Jes. 6,3, wie eine Lobpreisung an den Herrn angehört haben, da die Seraphe ständig „heilig, heilig“ etc. brüllten. Bringt aber eine Preisung der Engel die Erde zum Beben und lässt Rauch aufsteigen? Kaum, aber eine starke Antriebsleistung ist dazu im Stande.

Das zweite Buch Samuel beinhaltet ebenfalls einen interessanten Bericht über die donnernde Herniederkunft Jahwes. In diesem Beispiel wird berichtet, dass König David seinen Gott im Himmel anrief, der schließlich mit seinem fliegende Wagen zur Erde fuhr:

Da wankte und schwankte die Erde, / und die Gründe des Himmels erbebten. / Aus seiner Nase quoll Rauch, / aus seinem Munde kam fressendes Feuer, / (…) Er neigte den Himmel und fuhr herab, / und dunkles Gewölk lag ihm unter den Füßen. Auf einem Cherub saß er und flog dahin, / auf Sturmesflügeln schwebte er einher.“ (2. Sam. 22,8-11)

Bei dieser Erscheinung soll der Höchste sogar im Himmel „Donner rollen“ gelassen haben und mit „dröhnender Stimme“ umhergezogen sein. Noch dazu „schoss er seine Pfeile ab“ und „schleuderte Blitze“ (2. Sam. 22,14-15). Wie anders sollte ein technisch uninformierter Beobachter ein fremdes Fluggerät beschreiben?!

Die “Hand Gottes”

Auch der der Prophet Jesaja sah eine ähnliche Erscheinung, die ihm Angst bereitete. „Weh mir, ich bin verloren“, rief er aus und lag dabei sicher vor Ehrfurcht erstarrt auf dem Boden. Unreine Lippe haben er und auch das Volk um ihn herum, weswegen er um sein Leben fürchtet, heißt es in Jes. 6,5.

Bevor Jahwe das Wort ergriff, kam ein Seraph auf ihn zu, und berührte Jesajas Lippen mit einer glühenden Kohle (Jes. 6,6-7). Dadurch, so das Wesen, wäre seine Schuld getilgt, und der „Herr“ richtete das Wort an ihm, um Jesaja zum Propheten zu erheben (Jes. 6,7-13).

Es liegt auf der Hand, und der Bericht bestätigt dies, dass Jesaja den Wagen äußerst ängstlich bei seiner Landung beobachtete. So wie auch Ezechiel. Wie soll man aber die glühenden Kohlen deuten, die in der Theologie als „Sühneritus“ verstanden werden? Tatsächliche glühende Kohlen, die der Seraph laut Jes. 6,6 mit einer „Zange“ vom „Altar“ nehmen musste, waren es kaum.

Auch könnte diese „Zange“ der „Arm“ gewesen sein, den einst der Priester Ezechiel sah. Ein solcher Arm war an jedem Cherub angebracht, wie der Prophet notierte. Auch diese Arme wurden in der Prä-Astronautik durch das Buch „Da tat sich der Himmel auf“ von Josef F. Blumrich weltweit bekannt. Blumrich deutete sie, inspiriert durch Erich von Däniken sein Buch „Erinnerungen an die Zukunft“ (1968) als mechanischen Greifarm. Eine Art Roboterarm mit Hand, die damit alles anderes als „die Hand Gottes“ war.

Interessant ist bei der Arbeit von Blumrich übrigens auch, dass die Texte von Jesaja gar nicht kannte. Zumindest nutze er ausschließlich bei der Arbeit an seinem “Raumschiff des Ezechiel” dessen Buch. So Blumrich in einem Interview mit mir, das Ihr HIER online findet.

Jesaja vs. Ezechiel

Es besteht nicht der geringste Zweifel, dass der Prophet Jesaja seine Erlebnisse vor Ezechiel hatte und niedergeschrieben hat. Das war vor 2.759 Jahren. Doch nur die Aussagen von Ezechiel wurden in der Grenzwissenschaft geradezu legendär. Ein Grund ist natürlich, dass seine Texte wesentlich umfangreicher, detaillierter und spannender sind.

Kein Zweifel besteht in der Bibelforschung aber auch dahingehend, dass beide Texte von den Propheten selber geschrieben wurden. Damit unterscheiden sie sich von den unzähligen anderen Erwähnungen des Thronwagens in anderen und zum Teil wesentlich jüngeren Texten und Büchern. Schriften, deren wirkliche Autoren wir nicht mehr kennen.

In diesem Zusammengang sind die Erzählungen von Adam und Eva fraglos das beste Beispiel. In diesen überaus interessanten und an anderen Stellen (HIER, HIER, & Video unten bzw. HIER) detailliert diskutierten Texten erzählt nämlich das erste Menschenpaar selber. Es sind teilweise Erzählungen unter christlichen Einfluss, in denen Eva und/oder Adam in der „Ich-Form“ von ihren Erlebnissen mit derartigen Gefährten vom Himmel berichten. Zum Beispiel im Garten Enden nach dem „Sündenfall“, als dieser tosend ins Paradies kam und landete. Oder auch, als die Leiche Adams damit weg geflogen wurde.

Es wird wohl niemand ernsthaft annehmen, dass Adam und Eva selber diese Schriften verfasst haben. Anders sieht es bei dem letzten Buch der Bibel aus.

Die Offenbarung des Johannes

Auch in der Apokalypse oder Offenbarung des Johannes finden wir den „Thronwagen Gottes“. Ein zweifellos christliches Buch aus dem 1. Jahrhundert, in dem sich jahrhundertealte Motive wiederfinden. In der Tradition vieler „göttlicher“ Offenbarungen findet sich auch zu Beginn der Apokalypse des Johannes der Hinweis, dass er entrückt wurde:

Danach sah ich: Ein Tür war geöffnet am Himmel; und die Stimme, die vorher zu mit gesprochen hatte und die wie eine Posaune klang, sagte: Komm herauf, und ich werde dir zeigen, was dann geschehen muss. Sogleich wurde ich vom Geist ergriffen. Und ich sah: Ein Thron stand im Himmel; auf dem Thron saß einer, der wie eine Jaspis und ein Karneol aussah. Und über den Thron wölbte sich ein Regenbogen, der wie ein Smaragd aussah.“ (Off. 4,1-3)

Schwer vorstellbar, dass Johannes in den Himmel geholt und vor einen königlichen Thron geführt wurde. Einem Thron, auf dem dann bequem „Gott“ saß. Oder mit den Worten des Johannes „einer, der wie Jaspis und ein Karneol aussah“, denn Gott nennt er nicht.

Natürlich ist auch das wiederum aus anderen Schriften bekannt. In einem Apokryph mit Namen „Ezechiel der Tragiker“ soll sogar Moses selber solch einen strahlenden Thron mit dem fremden Wesen gesehen haben. Weiter heißt es darin sogar, dass Moses diesen Thronwagen bestiegen habe und damit die Erde verließ (mehr im Blog-Artikel HIER).

Selbst der „Regenbogen“ in der Offenbarung, der Schein des Fluggerätes, ist im Buch Ezechiel zu finden (Ez. 1,26-28). Ebenso in anderen jüdischen und christlichen Texten zum Thema „Wagen Gottes“.

Das sind Parallelen, die kein Bibelforscher abstreitet. Im Gegenteil, denn wenn man in biblische Nachschlagewerke, Anmerkungen und Lexika schaut, werden diese sogar immer unterstrichen. Auch Professor Robin Lane Fox, einer der bekanntesten Bibelforscher unserer Zeit, vertritt die Meinung, dass Ezechiels „Vision“ den Schreiber der Offenbarung stark „beeinflusst“ habe. Gleichzeitig habe sich der Autor bei seiner Erfahrung auch aus den Texten des Propheten Daniel (Dan. 7,1+) bedient, so Fox und die Bibelexegese. Und Jesajas ähnliche und zugleich älteste Beschreibung macht da keine Ausnahme.

Gesehen oder nicht?

Folgerichtig hat der Texter der Apokalypse Beschreibungen andere Propheten einfach übernommen. Das wiederum bedeutet, dass er diese Erscheinung in der Form überhaupt nicht hatte. Ist dies aber der Fall, sind auch die folgenden „Prophezeiungen“ der Apokalypse mehr als fragwürdig. Und das beim letzten und für das Christentum theologisch wichtigsten Buch der gesamten Bibel. Immerhin verspricht die Offenbarung im Kern allen Gläubigen das ewige Leben und eine Rettung vor dem Ende aller Tage …

Die Lösung könne ganz einfach sein: Ezechiel, Jesaja, Johannes und all die anderen Autoren sahen alle den „Thronwagen Jahwes“. Und so beschrieben sie ihn natürlich auch alle ähnlich. Ob deren Schriften nun Teil der Bibel sind, oder nicht.

Innerhalb der Bibel finden sich nur Bücher, die „göttlich inspiriert“ sein sollen. War aber Johannes von Gott inspiriert, als er aus Texten, die schon zu seiner Zeit Jahrhunderte alt waren, Beschreibungen übernahm?

Erstaunlich ist auch die religiöse Interpretation als „Visionen von Gott“ an sich. Der „Heilige Geist Gottes“ habe hier auf die Autoren direkt oder indirekt gewirkt und diese inspiriert (s. auch Blog-Artikel HIER). Dies tat er also im 1. Jahrhundert nach Christus ebenso wie 740 vor Christus …

„Wie lebende Wesen“

Es ist gleichgültig wie genau die „Wesen“ unter dem himmlischen Thron genau genannt wurden, immer sahen sie aus „wie lebende Wesen“. Und der Herr oben auf dem Gefährt sah auf „wie ein Mensch“. Trotzdem sind innerhalb und außerhalb der Bibel diese geflügelten Gestalten ein Kernelement dieser Berichte.

Beispiel „Apokalypse des Abraham“, in der wir ab Vers 18,1 lesen:

„(es) hebt sich empor das Feuer, das auf der Feste war. Ich hörte eine Stimme gleich dem Meeresbrausen, und durch des Feuers reiche Fülle hört sie nicht auf. Und wie das Feuer, in die Höhe steigend, sich erhebt, erblick ich unterm Feuer einen Feuerthron und rings um ihn Vieläugige, die jenes Lied vortragen, und unterm Thron vier Feuerlebewesen singen.

(…)

Die beiden Flügel an den Schultern bedeckten ihre Angesicher, die beiden Flügel an den Lenden ihre Füße; die beiden Mittelflügel breiten sie beim Vorwärtsfliegen aus.

(…) und auf den Rädern war ein Thron, den ich erblickt, und dieser war bedeckt mit Feuer, und Feuer floss ringsher um ihn; es war ein unbeschreiblich Feuer auch um eine Feuerschar.“

Hier erschien also auch der „Typ Seraph“ mit sechs Flügel. Und obwohl das Buch „Apokalypse des Abraham“ nicht in der Bibel steht, sahen die feurigen Wesen auch darin so aus, wie Ezechiel sie beschrieb. „Ein jedes hatte vier Gesichter“, heißt es in den Versen 18,4-6, die wie Löwe, Mensch, Stier und Adler ausgehen hätten. „Vier Häupter saßen auf ihren Leibern, so dass die vier Geschöpfe sechszehn Köpfe hatten“, heißt es in dem Apokryph.

Übrigens ist es mehr als spannend, was laut der “Apokalypse des Abraham” weiter geschah. Im weiteren Verlauf des Buches wird beschrieben, wie Abraham (oder wer auch immer es war) die Erde mit diesem Fluggerät verließ. So kam er zu einer sich drehenden Raumstation im All (s. Video unten)!

Vier Gesichter

Das klingt schon recht gruselig, ist aber doch im Kern identisch mit der „Vision“ des Ezechiel. Der fromme Mann notierte:

Ihre Angesichter waren vorn gleich einem Menschen, und zur rechten Seite gleich einem Löwen bei allen Vieren, und zu linken Seite gleich einem Ochsen bei allen Vieren, und hinten gleich einem Adler bei allen Vieren. Ihre Flügel waren nach oben ausgespannt. Mit zwei Flügeln berührten sie einander, und mit zwei bedeckten sie ihren Leib.“ (Ez. 1,10-11)

Abgesehen davon, dass man hier durchaus sechs Flügel interpretierten könnte (zwei nach oben, zwei berührten die der anderen „Wesen“ und zwei hingen herunter), hat schon das frühe Christentum diese Schilderung für sich gedeutet.

Der legendäre Kirchenvater Hieronymus (347 bis 420 nach Christus) meinte, dass die vier Gesichter ein Sinnbild der vier Evangelien sind. Also der vier anerkannten Schriften des Neuen Testamentes, die vom Leben und Wirken Jesus Christus erzählen. Demnach wäre Ezechiels „Vision“ fast 600 Jahre vor der Geburt Jesus eine Art Prophezeiung der späteren Evangelien, die in die Bibel aufgenommen wurden.

Hieronymus stellte sich das mit den Evangelisten und den „Wesen“ etwa so vor:

  • Mensch = Matthäus, da er am Anfang seines Evangeliums ein Geschlechtsregister aufführt; die sogenannte „Abstammung Jesu“ (ab Mt. 1,1).
  • Löwe = Markus, da er zu Beginn seines Evangeliums angeblich einen „löwenhaften“ Ruf besitzt.
  • (Opfer-)Stier = Lukas, da mit dem Opfer Sacharjas seine Schrift beginnt (ab Luk. 1,8).
  • Adler = Johannes, da sein Prolog  „adlerhaft“ sein soll. Im Sinne der Idee der Götter aus dem All wäre auch das denkbar:

Das kann man glauben, muss man aber nicht.

  • Flügel = Flug = Adler
  • Getöse und Lärm = brüllendes Tier = Löwe
  • Menschenhände = Mensch
  • Füße bzw. Fußsohlen wie Rinder = Stier

Auch das kann man glauben …

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Umfrage und Diskussion im Netz: “Was haltet ihr von den Theorien der Prä-Astronautik?” – mit erstaunlichen Ergebnissen

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Umfrage und Diskussion im Netz: "Was haltet ihr von den Theorien der Prä- Astronautik?" (Bilder: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)
Umfrage und Diskussion im Netz: “Was haltet ihr von den Theorien der Prä- Astronautik?” (Bilder: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)

Im Internet findet sich (zum Glück?) alles. So stieß ich jüngst auf ein Netzfundstück mit einer Umfrage und Diskussion zum Thema Ancient Aliens und außerirdische Götter aus dem All. Sprich: “Was haltet ihr von den Theorien der Prä-Astronautik Paläo-SETI)?” Eine sicher nicht repräsentative Umfrage unter Laien, deren bisherige Umfrage-Ergebnisse etc. ich Euch hier einmal vorstellen möchte. Zumal es praktisch direkt nach Erstellung der Frage umgehend zu Streitereien und Vorwürfen kam, so dass der Ersteller der Umfrage nur zwei Tage später “kapitulieren” musste. Für alle Prä-Astronautik-Interessierte ein Paradebeispiel bei dem Thema im Netz.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Prä-Astronautik: Ja, Nein, Vielleicht

Schon seit Jahrzehnten scheiden sich die Geister an der Frage, ob die Idee, dass die Götter der Vergangenheit reale Aliens von den Sternen waren, zutrifft oder nicht. Viele Menschen sind bis heute von diesen Überlegungen begeistert und halten es möglich oder denkbar. Viele andere wiederum sehen in der gesamten Prä-Astronautik nichts weiter als Unsinn.

Das zeigt sich auch in einer Online-Umfrage, die vor wenigen Tagen gestellt wurde. “Was haltet ihr von den Theorien der Prä-Astronautik?” möchte der Ersteller dieses Netzfundstückes wissen, und führte dazu weiter aus:

Habe in letzter Zeit viel über die Thematik gelesen und gesehen. Glaubt ihr das uns extraterrestisches Leben in der Vergangenheit besucht haben und uns geholfen haben den Technischen Fortschritt so zu erweitern wie er heute ist?

Kann man einige Zitate der Bibel tatsächlich mit Besuch von außerirdischen Besuchern vergleichen? (z. B. Ezechiel oder Henoch) oder verschiedenster Bauwerke, die angeblich nicht von Menschen stamme kann? Machu Pichu oder Nasca-Linen oder Inka-Mauer in Cusco? Würde gerne eure Meinung dazu hören.

Diese Umfrage auf “GuteFrage.net” ist natürlich alles andere als irgendwie repräsentativ. Der Ersteller der Frage wird vermutlich die TV-Serie “Ancient Aliens” kennen, die ihn zu seiner Umfrage animiert hat. Und doch ist das bisherige Ergebnis für alle Fans der Prä-Astronautik oder auch der US-Doku-Reihe wenig erfreulich:

  • 64 Prozent sagen: “Schwachsinn”
  • 35 Prozent sagen: “Könnte möglich sein”
  • 0 Prozent antworteten mit “Ja, sie haben uns besucht”

Wo das fehlende 1 Prozent ist, kann ich nicht sagen.

“Ausreden um Unwissenheit und Unverständnis zu kaschieren”

Natürlich folgte eine Diskussion zu dieser kleinen Umfrage. So kommentierte zum Beispiel ein User sofort , dass die Prä-Astronautik “nichts weiter als Ausreden, um Unwissenheit und Unverständnis zu kaschieren”, seien. Immerhin “beschäftige und informiere (ich) mich gerne vielseitig”, so der Kritiker.

Ein anderer User glaubt, dass es “durchaus möglich” sein könnte, während ein weiteres Mitglied der dortigen Community daraufhin sogleich nach Beweisen fragt. “Den ‘Beleg’ findest du in alten Schriften rund um den Erdball”, ergänzt ein anderer Teilnehmer. Beweise gäbe es nirgendwo, “außer bei den Blütenträumern von Däniken & Co.“, wieder ein anderer User. Was “Blütenträumer” sind, kann ich allerdings nicht sagen.

Der Umfrage-Erstelle glaubt, dass all die Bauten der Vergangenheit wohl “irgendwie” mit den Göttern aus dem All zusammenhängen könnten. Alle diese Monumente wie von den Inka in Peru können seiner Meinung nicht einfach so erschaffen worden sein. Aussagen, die man zweifellos als Jahrzehnte alte Klassiker der Prä-Astronautik bezeichnen kann.

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Fake-News in Buchform?

Ein Nutzer mit Namen “warehouse14” sieht das alles etwas distanzierter. Er (oder sie) spekuliert, dass vielleicht eine “andere (irdische) Spezies” die Schöpfer sind. Eine intelligente Rasse, die vielleicht die Erde verlassen hat. “Es ist alles eine Frage der Interpretation”, ist er sich sicher, womit er dort viel Gegenwind bekam.

Richtig Mühe gab sich die Userin “uteausmünchen” in ihrem Kommentar. Sie stimmte nicht nur mit “Schwachsinn” ab, sondern sieht hinter dem Thema Prä-Astronautik eine Manipulation von Erich von Däniken und anderen Autoren:

Däniken und andere Verkünder der Prä-Astronautik leben davon, dass Otto-Normalverbraucher ein sehr – seeeeehr – oberflächliches Wissen alter Kulturen hat. Der durchschnittliche Leser dieser Bücher ist fasziniert von der Vorstellung, merkt aber eben nicht, wo Däniken & Co. die Sachverhalte völlig falsch darstellen.

Bücher der Prä-Astronautik sind nach dieser Aussage also so etwas wie Fake-News in Buchform. Populärwissenschaftliche Sachbücher ohne den Ansprich auf Wirtschaftlichkeit sind es natürlich alle, aber “uteausmünchen” machte sich auch die Mühe Beispiele zu benennen.

“Winzige Details” von “viel größeren bildhaften Darstellungen” würden gezielt herausgegriffen und dabei dem Leser unterschlagen, “dass er nur ein Detail zu sehen bekommt”. Das Gesamtbild, das dem Leser eben vorenthalten wird, würde in Wahrheit aber ” die Deutung der Prä-Astronauten halt gar nicht mehr unterstützt”. Leider erfahren wir nicht, an welche Abbildungen und Bilder die Kritikerin hier denkt.

“Echte archäologische Erklärung der Darstellungen” würden Erich von Däniken & Co. absichtlich “unterschlagen”. Die Unkenntnis der Leserschaft nutze man so aus, der Gesamtkontext der “suggestiv gewählten Bilder” würde nicht genannt und ebenso “anders aussehende  Vorstufen” von diesen. Auch hier wird kein Beispiel genannt, aber auf einen Artikel des Däniken-Kritikers Dr. Florian Freistetter verlinkt, der Teil einer kleinen Serie anlässlich des EvD-Buches “Was ich jahrzehntelang verschweigen habe” ist.

In “Erich von Däniken packt aus: ‘Ägyptische Verbindungen’ und die geheimen Kammern der Pyramiden” vom 5. Januar 2016 schreibt Freistetter von “Argumentum ad ignorantiam”, dem “Argument durch Nichtwissen”, dass er von Däniken vorwirft. Nachzulesen HIER.

Immer wieder Ägypten!

Als dritten Kritikpunkt führt “uteausmünchen” an, dass “schlicht falsche Angaben gemacht” werden. “Etwa über die angebliche Exaktheit bearbeiteter Blöcke, über Zahlenangaben…”. Was sie meint, kann ich nicht sagen. Ich vermute, dass “Ute” hier an die angeblich so perfekten und exakten Pyramiden und ihre Bausteine in Ägypten dachte. Tatsächlich wird in der Welt der Grenzwissenschaft und Mystery Files gerne über die so “exakten” Bausteine und die so perfekte Bauweise der Cheops-Pyramide geschwärmt. Allerdings ist das zu 99 Prozent falsch.

Vor Ort in Ägypten oder auch durch eine einfache Bildersuche im Netz sieht man sehr schnell, dass die allermeisten Pyramiden-Bausteine eher Schutt und grobe Brocken sind. Von einer Perfektion (des Kernmauerwerk!) kann hier überhaupt keine Rede sein – man kann in die Fugen sogar bequem den Kopf hinein stecken. Und selbst die bekannten Granit-Blöcke in der Königskammer der Cheops-Pyramide sind zum Teil alles andere als perfekt bzw. “fugenlos” verlegt. Auch das sieht man allein auf Fotos, ohne selber vor Ort gewesen zu sein.

Für andere Pyramiden in Ägypten, etwa die Rote Pyramide von Daschur, gilt das ebenso. Anders sieht es allerdings bei den Granit-Steinen in dem Tempeln am Fuß der Gizeh-Pyramiden nahe der Sphinx aus. Hier steht der Besucher tatsächlich staunend vor der perfekten Bearbeitung und Verarbeitung der Monolithen!

Als viertes und letztes Beispiel nennt die Prä-Astronautik-Kritikerin “Ute” Dinge, die “als für Experten erklärbar verkauft” werden, doch in Wahrheit doch erklärbar sind. Hier verlinkt sie auf einen Artikel des Däniken-Kritikers Andreas Bühler, in dem es um die “technischen” Abbildungen auf einem Deckenbalken im Totentempel Sethos I. von Abydos in Ägypten geht (Helikopter, U-Boot etc.). Mehr dazu erfahrt Ihr in diesem Artikel HIER auf diesem Blog.

Geldquelle Astronautengötter?

“Prä-Astronautik ist eine Geldquelle”, resümiert “uteausmünchen”. Man würde mit Büchern und DVD den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen, “weil sie die Idee faszinierend finden”. Damit sei das Thema Prä-Astronautik keine Frage einer Meinung, sondern ganz einfach Lug und Trug. Ein “josef050153” sieht das ähnlich, da auch er meint: “es ist eine gute Möglichkeit, um Geld zu verdienen”.

Natürlich ist der Geld-Machen-Vorwurf genauso Unsinn, wie viele angebliche Mysterien der Grenzwissenschaft und Prä-Astronautik an sich. Autoren, Verlage, DVD-Produzenten oder Mystery-Forscher an sich wissen ganz genau, dass man mit solchen Themen kein Geld verdienen kann! Kosten und Einnahmen stehen hier in keinerlei Relation zueinander. “Eine gute Möglichkeit, um Geld zu verdienen” … ist damit nichts weiter als reine Fantasie der Kritiker. Eine Art Totschlagargument, das aber – wenn überhaupt – nur den Szene-Laien beeindrucken kann.

Erich von Däniken ist jedoch tatsächlich eine Ausnahme. Er selber sagte und sagt immer wieder von sich, dass er gut davon leben kann. Er sei einer der ganz wenigen, wie er es oft unterstreicht. Wo heute niemand mehr für Informationen (Bücher, Videos, Magazine etc.) bezahlen will, geht Geld verdienen anders. Auch mit anderen Themen für populärwissenschaftliche Bücher. Eine endlose Geschichte, über die viel gesagt werden könnte …

Zu dem dem Vorwurf, dass sich Mystery-Forscher mit Online-Arbeiten eine goldene Nase verdienen, könnt Ihr übrigens HIER die wahren Fakten erfahren. Auch wenn dieser nicht explizit bei “GuteFrage.net” genannt wurde.

Ein User mit Namen “feldsalat01” kommentiert dies mit folgenden Worten:

Was Däniken angeht, respektiere ich Ihn und alle andersdenkende Forscher/innen. (…)

Was diese lächerlichen finanziellen Anspielungen fortlaufend angeht, kann mir hier bitte Jemand plausibel erklären, welche menschen-gemachte Unternehmung auch immer, keine finanziellen Vorteile einbringen soll? Parteien? Religionen? Universitäten? Gesundheitssystem? Länder? usw.

Und was sagt Kritikern “Ute” dazu? Der Kommentar “strotzt von Unkenntnis über wissenschaftliches Arbeiten”, kommentiert sie. Allerdings erhebt kein Prä-Astronautiker den Anspruch, dass er wissenschaftlich arbeitet. Das genaue Gegenteil ist der Fall.

Spekulationen, auf Alien komm raus

“Reviloone95”, jener User, der die Umfrage eingangs erstellte, musste schon zwei Tage nach seinem Posting quasi kapitulieren. Er schreibt:

Mhmm… Klingt wirklich so, als würde der gute alte Däniken uns wirklich auf dem Arm nehmen wollen. Eigentlich schade muss ich sagen. Ich empfand es als ein sehr spannendes Thema und vor allem mal zum umdenken. Die Medien haben es herausgefunden und uns Zuschauer suggeriert das jedes Bauwerk, jede Hieroglyphe, einige Höhlenmalerei auf Außerirdische zurückzuführen ist.

Jedoch ist es mal wieder so, dass die Einschaltquoten steigen sollen wie zum Beispiel die Serie Ancient Aliens. Es wird uns jeden Mist erzählt was wir hören wollen. Das ist mal wieder typisch. Danke für die Aufklärung.

Und da haben wir wieder das Problem: Der User wurde von der TV-Serie “Ancient Aliens” auf diese Themen gebracht, in der ohne Frage überall Astronautengötter vermutet werden. Es wimmelt bekanntlich in der erfolgreichen TV-Reihe an Hinweise auf die Astronauten aus dem All, worauf auf diesem Blog sehr oft hingewiesen wurde.

Der Fragesteller “Reviloone95” resignierte aber nach meinem Geschmack viel zu schnell. Nur weil in “Ancient Aliens”, die er augenscheinlich kostenlos am TV gesehen hat, “auf Alien komm raus” spekuliert wird – ist das Thema Prä-Astronautik damit nicht nur Unsinn. Offenbar hat sich “Reviloone95” auch nicht die Mühe gemacht, irgendwelche Thesen und Aussagen rund um die Aliens der Antike selber zu überprüfen. Vielleicht sogar durch den Kauf von Büchern, die eben Geld kosten.

Ehrlicherweise muss man aber sagen, dass es dadurch nicht einfach getan ist. Man müsste schon tief hinter die Thematik einsteigen, um Fakten und Fiktionen zu trennen. Das kostet nicht nur viel Zeit und Geld, sondern ist viel zu oft ernüchternd.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Der Garten Eden lag im All – und nicht nur das: Von Menschen aus dem Himmel und dem Paradies außerhalb der Erde +++ Artikel +++

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Der Garten Eden lag im All (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Der Garten Eden lag im All (Bilder: NASA & gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Die Jagd nach den Astronautengöttern der Vorzeit ist vor allem auch eine Jagd in der Welt der Mythen, Überlieferungen und Legenden verschiedenster Kulturen der Erde. Natürlich haben all diese Völker auch Schöpfungslegenden, in denen sie ihre jeweiligen mythischen Erinnerungen an ihre Herkunft oder ihren Ursprung bewahren. Das beginnt schon bei Adam und Eva und dem Garten Eden in der Bibel. Doch blickt man tiefer hinter solchen Legenden sowie den ersten Menschen und dem Paradies der Bibel, öffnen sich ungeahnte Aussagen, Widersprüche aber auch Ähnlichkeiten rund um die Welt. Welche das sind, warum selbst Adam und Eva aus einem Garten Eden im All gekommen sein sollen und weshalb es trotz aller globalen Parallelen auch unvereinbare Überlieferungen gibt – all das erfahrt Ihr in diesem Beitrag!


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Rauswurf aus dem Garten Eden

Einstmals, so sagte es die Bibel im 1. Buch Moses, gab es eine geradezu paradiesische Zeit für die Menschen: Das erste Menschenpaar Adam und Eva lebten glückselig und zufrieden in einem von dem Herrn geschaffenen Garten Eden. „Damit er ihn anbaue und pflege“ sagt es das Buch Genesis (2,15) dazu.

Der erste Mensch war also so was wie ein Gärtner dieses Garten Eden. Bis der biblische Gott eines Tages bemerkte: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen.“ (Gen. 2,18). So wurde seine Frau Eva geschaffen, da der einsame Gärtner Adam zuvor „keine Gehilfin gefunden“ hatte.

Was daraufhin folgte war der „Sündenfall“ durch eine Verfehlung der ersten Menschen, nachdem diese vom „Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen“ aßen. Voller Zorn warf Gott Adam und Eva deshalb aus dem Garten Eden, denn „der Mensch ist geworden wie unsereiner, insofern er weiß, was gut und böse ist“. Die Erde wurde vom Herrn verflucht, „östlich von Eden“ ein Torwächter mit einem Flammenschwert eingesetzte und nie wieder solle der Mensch den Garten Eden betreten dürfen.

An anderer Stelle HIER habe ich diese tragische Überlieferung des „Sündenfall“ und der Vertreibung aus dem Paradies bereits genauer betrachtet.  Der Mensch sollte „nicht auch noch seine Hand ausstrecken und vom Baume des Lebens nehmen und essen und ewiglich leben“, so Gottes Begründung für den Rauswurf aus Eden in Gen. 2.22.

Eine phantastische Geschichte, die seit Jahrhunderten Generationen von Bibellesern, Theologen, Abenteurern und Historiker in ihren Bann gezogen hat. Was mag hinter dem Gärtner-Ehepaar Adam und Eva und dem Garten Eden stecken? Gab es diesen Ort? Wo könnte er gelegen haben? Sind hier vielleicht historische Wahrheiten oder Ereignisse in theologischen Gleichnissen verpackt worden oder ist all das nur eine reine Erfindung?

Der Garten Eden lag im All

Zugegeben ist an dieser Stelle kein Platz das gesamte Thema „Garten Eden“ und das erste Menschenpaar genau zu beleuchten. Vor allem aus dem Grunde, da es neben dieser klassischen Paradies-Geschichte zahllose weitere Mythologien und Überlieferungen dieser Art existieren. Und das weltweit mit zum  Teil ganz erstaunlichen Ergänzungen, Aussagen und Parallelen.

Und das die biblische Erzählung in dieser Form kein Tatsachenbericht sein kann, ist auch jeden Bibelleser klar. Dennoch gibt es einige überaus sonderbare Details in den Überlieferungen über den ersten Menschen und den Garten Eden. Nämlich der Umstand, dass die Menschheit nicht von der Erde stammen soll und auch das Paradies in Wahrheit nicht auf diesem Planeten lag.

Das beginnt schon in der Bibel selber; allerdings abseits der eigentlichen Eden-Erzählung. Hier findet sich im Neuen Testament eine Art erster Hinweis im 1. Brief an die Korinther (15,47):

Der erste Mensch ist von der Erde, von Staub; der zweite Mensch vom Himmel.“

Hier geht es um den „geistigen“ (himmlischen) und den „natürlichen“ (irdischen) Leib des Menschen nach der Auferstehung. Demnach eine christliche Lehre vom ewigen Leben der Gläubigen. Aber warum ist dann ein „zweiter Mensch“ vom Himmel? Ist hier wirklich die Seele, der Geist, des Menschen gemeint?

Laut Buch Genesis lag der Garten Eden „im Osten“. Da hinein setzte er nach der Erschaffung des ersten Mannes diesen Adams als Gärtner. Und von da wurde er später mit seiner Gemahlin Eva vertrieben (dazu gleich mehr). Auch Flüsse wie der berühmte Tigris in Mesopotamien sollen durch Eden geflossen sein und machen so diesen Garten des Herrn zu einem geographischen Ort auf der Erde.

Hierzu finden wir aber ebenfalls im Neuen Testament eine überaus merkwürdige Aussage im 2. Brief an die Korinther (12,2-4):

Ich kenne jemand, einen Diener Christi, der vor vierzehn Jahren bis in den dritten Himmel entrückt wurde (…) Und ich weiß, dass dieser Mensch in das Paradies entrückt wurde (…) Er hörte unsagbare Worte, die ein Mensch nicht aussprechen kann.“

In einem dritten Himmel – also nicht auf der Erde! – lag also das Paradies, wo dieser Diener Christi hin entrückt wurde?

Genau das sagen weitere Texte zur Bibel, die allerdings nicht in dieser zu finden sind. Etwa das slawische Buch Henoch in 8,1, in dem wir über die Himmelsreise des Propheten lesen:

Da nahmen mich die beiden (Engel, Anm. LAF), trugen mich in den dritten Himmel und setzten mich hier mitten im Paradiese ab, an einem wunderschönen Ort.“

Solche und sehr ähnliche Aussagen finden sich in nicht wenigen außerbiblischen Schriften. Bei allen ist dabei gleich, dass der Garten Eden oder das Paradies nicht auf der Erde sondern im „dritten Himmel“ war. Aber war dieses Paradies das Paradies, in dem die ersten Menschen „gesündigt“ haben sollen und von wo sie vertreiben wurden?

Die Menschheit vom Himmel

Wenn Eden irgendwo außerhalb der Erde im Himmel gelegen haben soll, dann müsste ja eigentlich nach dem Sündenfall die Menschheit von dort gekommen sein. Schließlich ist die Vertreibung aus dem Paradies ein mehr als wichtiges Kernelement in der biblischen Erzählung. Und tatsächlich gibt es solche Überlieferungen. Nicht wenige sogar.

So beispielsweise erzählt natürlich auch der Koran von Adam und Eva und ihrem Tun in Eden. Jedoch mit einem kleinen aber feinen Unterschied:

Hinab mit euch! (Aus dem Paradies hinab auf die Erde) Einer sei des anderen Feind. Auf der Erde sei von nun an eure Wohnung und Nahrung auf unbestimmte Zeit.“ (7. Sure, Vers 25)

Wie es auch biblische Texte erzählen, so gibt es auch im Koran sieben Himmel, „einen über den Anderen“ (71. Sure Vers 16). Allah „bildete in zwei Tagen zu sieben Himmel und teilte jedem Himmel seine Aufgabe zu“, ergänzt zum Beispiel die 41. Sure in Vers 13. Laut Koran fand der Sündenfall also irgendwo in diesen Himmeln, der Gegenden Allahs und seiner Gehilfen, statt. Von hier wurde der erste Mensch verjagt und er kam so zur Erde.

Das erzählt auch das Buch „Apokalypse des Moses“ (bzw. „Leben Adam und Evas“). Hierin heißt es, dass vor der Vertreibung Adam flehte und bettelte und aus dem himmlischen Eden noch Gewürze und Sämereien mitnehmen durfte:

Mit diesen ging er aus dem Paradies. Wir aber kamen auf die Erde.“ (8,29)

Es wird aber noch weitaus verwirrender: Das ebenfalls nicht in der Bibel zu findende Buch „Schatzhöhle“ erzählt im dritten Kapitel den Fall „Satanas“ und seiner „Schar“ (Anhänger). Als Grund für den Fall wird darin gesagt, dass der Ex-Engel Satan sich weigerte, Adam zu verehren und zu preisen. Für den ersten Menschen eigentlich ein Glücksfall, denn es heißt weiter:

Als der Satan vom Himmel gestoßen wurde, ward Adam erhöht, so dass er zum Paradies in einem feurigen Wagen hinauffuhr. Während nun die Engel vor ihm lossangen, die Seraphe ihn heiligten und die Kerube ihn segneten, fuhr Adam unter Jubel und Lobgesang zu Paradiese empor. Als er hinaufkam, ward ihm vorgeschrieben, von welchem Baum er nicht essen dürfe.“ (3,8-9)

Einen größeren Widerspruch zur Paradies-Legende um 1. Buch Moses kann es wohl kaum geben! Von der Erde reiste Adam mit einem Feuerwagen (den „Thronwagen Gottes“) ins All – und erst dort begegnete er den verbotenen Bäumen, von denen letztlich einer zum „Sündenfall“ führte. Nach dem Tode Adams erbarmte sich der Herr übrigens doch noch, in dem er den Leichnam des ersten Menschen wieder ins himmlische Paradies aufnahm (s. a. Video HIER). Nach der Waschung von Adams Leiche an einem See (der angeblich in Griechenland liegen soll) …

„(…) streckte der Vater des Alls seine Hand aus, auf seinem Throne sitzend, hob Adam auf und übergab ihn dem Erzengel Michael mit den Worten: Erhebe ihn ins Paradies bis zum dritten Himmel und lasse ihn dort (…)

Da stieg der Herr der Heeresscharen ein; die Winde zogen ihn, von Cheruben gelenkt; des Himmels Engel gingen ihm voran. Sie kamen zu dem Ort, wo Adams Leichnam lag; da nahmen sie ihn mit. So kommen sie ins Paradies (…)“ (8,37-38)

Der Koran kennt diese Geschichte mit dem sich weigernden Satan in ähnlicher Form ebenso. Auch hier wird an verschiedenen Stellen erzählt, dass die Engel den erschaffenen Adam verehren sollten. Satan jedoch tanzte auch hier aus der Reihe der himmlischen Wesen, wie es die 7. Sure in Vers 12 sagt:

Wir haben euch (die Menschen, Anm. LAF) erschaffen, dann euch gestaltet, und darauf zu den Engel gesagt: Verehrt den Adam; und sie taten also, mit Ausnahme des Iblis, des Satans, der nicht mit den Verehrenden sein wollte.“

In meinem Buch „Rebellion der Astronautenwächter“ sind zum Fall der Engel unter Führung des „Satan“ detaillierte Ausführungen zu finden.

Widersprüche und noch mehr Seltsames

Nicht eine einzige dieser (hier nur angeschnittenen) Überlieferungen von Menschen aus einem Garten Eden außerhalb der Erde lässt sich mit der Bibel vereinbaren. Die Erzählung in Genesis ab Kapitel 2 (Schöpfung) bis zum Ende von Kapitel 3 (Vertreibung aus Eden) steht schlicht und einfach hier zu sehr im Widerspruch.

Adam wurde nicht in Eden geschaffen, wie es die Bibel sagt. „Der Herr pflanzte einen Garten in Eden, im Osten“, in dem er dann den ersten Menschen setzte. Eine Angabe wie „Osten“ ist bei einem Paradies im All oder „dritten Himmel“ vollkommen sinnlos. Das gilt auch für die Aussage, dass „östlich vom Garten Eden“ ein himmlischer Wächter den Eingang bewachte und Adam und Evas Rückkehr verhindern sollte (Gen, 3,24).

Nach dem Brudermord von Kain und Abel findet sich aber noch eine Ortsangabe in der Bibel:

Kain aber ging von dem Angesicht des Herrn hinweg und ließ sich im Lande Nod östlich von Eden nieder.“ (Gen. 4,15-16)

Auch damit kann man nicht wirklich etwas anfangen. Jedoch gibt es die jüdische Tradition, dass Adam in Jerusalem als Zentrum des Universums erschaffen wurde. Ausgehend von Jerusalem in Richtung Osten, wo das Paradies geschaffen worden sein soll, ist man direkt in Mesopotamien. Dort finden sich bekanntlich die beiden Flüsse Euphrat und Tigris, die laut Bibel durch Eden flossen. Tatsächlich ein uraltes Kulturland zahlloser Völker und Zivilisationen, was aber natürlich trotzdem auf der Erde liegt. Heute nennen wir das Gebiet Irak und Iran.

Hier ist ein anderes apokryphes Buch wiederum recht interessant. Im „Buch der Jubiläen“ erfahren wir (Jubi. 3,9), dass „Adam vierzig Tage in dem Land, wo er erschaffen ward, zugebracht hatte“. Erst dann kam er in den für ihn errichteten Garten Eden und Eva soll erst „am achtzigsten Tag“ das Paradies betreten haben. Sieben Jahre haben die beiden den Garten Eden bewohnt, „ihn pflegend und ihn hütend“, wie es heißt. „Wir gaben ihm Arbeit und lehrten ihn die richtige Pflege.”

Natürlich ist auch in dieser Schrift der Sündenfall des Gärtner-Paares beschrieben, bis man plötzlich auf eine sonderbare Bemerkung bei der Vertreibung aus Eden stößt:

Am Neumond des vierten Monats verließen Adam und sein Weib den Garten Eden und wohnten im Lande Elda, dem Land ihrer Erschaffung.“ (3,32)

Wie bitte, „im Lande Elda“?

In Elda oder auch Eldad wurde der Mensch also demnach erschaffen und hier soll Adam sogar beerdigt worden sein. In 4,29 steht nach dem Tode Adams „und all seine Kinder begruben ihn im Land seiner Erschaffung“, demnach in Elda. Nur kennt dieses „Geburtsland“ oder Land der Schöpfung niemand bzw. kann eindeutig bestimmen, was damit gemeint ist. Nach den Legenden eines himmlischen Eden und vor allem der Mensch(heit) aus dem Himmel kann es wohl kaum auf diesem Planeten sein.

Anzumerken ist hier allerdings, dass in einer Ausgabe des „Buch der Jubiläen“, das 1874 von Hermann Rönsch herausgegeben wurde, bemerkt ist (S. 264), dass zu Elda „auch der Berg Zion gehört“. Folgerichtig wäre das Jerusalem oder besser gesagt Israel. Auch wenn sich das aus dem Jubiläen-Buch nicht wirklich ableiten lässt!

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Als der Mensch auf diesen Planeten kam

Studiert man all die zahlreichen jüdischen Sagen und Schriften außerhalb der Bibel zum Garten Eden und Adam und Eva, stellt man eines schnell fest: Die Mehrheit dieser Überlieferungen sprechen von einem himmlischen Eden. Die Geschichte des irdischen Garten „im Osten“ und der Erschaffung von Mann und Frau auf Erde ist im Alten Testament eher eine Ausnahme.

Eine Lösung könnte hier sein, dass es mehrere Garten Eden und mehrere „erste Menschen“ gab. Zumindest letzteres steht durchaus in der Tradition der biblischen Welt, wenn man an die mythologische erste Frau Adams denkt. Ohne auf diese hier auch noch einzugehen, ist diese erste Gemahlin des ersten Mannes unter den Namen Lilith durchaus auch heute ein Begriff. Sie soll ebenso wie Adam geschaffen worden sein, sich dann aber gegen ihn und Gott aufgelehnt haben. Das führte zu ihrer Verbannung um im Laufe der Geschichte sogar zu einer Dämonisierung dieser Frauenfigur.

Auf der ganzen Welt finden wir aber Mythologien, dass der Mensch vom Himmel kam oder auch, dass es mehrere Schöpfungen des Menschen gab. Das beginnt schon im Koran, wo in der 40. Sure, Vers 68 zu lesen ist:

Er ist es, der euch zuerst aus Staub geschaffen hat, dann aus einem Samentropfen, dann aus geronnenem Blut und euch als Kinder aus dem Mutterleib werden (…) ließ.“

Es klingt durchaus danach, als sei hier von drei Schöpfungsakten die Rede.

Auch andere Überlieferungen berichten von einem Menschen aus Lehm oder Staub, der nicht auf Anhieb gelang. Etwa das Popol Vuh, dem heiligen Buch der Maya. Einige „Exemplare“ mussten laut den Maya wieder vernichtet werden, und eine neue Schöpfung wurde durchgeführt. Nicht selten heißt es in solchen Mythologien auch, dass durch Götter oder andere Wesen, die vom Himmel kamen, Leid und Schlechtigkeit zur jungen Menschheit kam. Ausgelöst durch Wesen, die zum Teil von einer Art Obergottheit aus dem Himmel verbannt wurden, was schlussendlich eine Vernichtung nach sich zog. Etwa durch eine Sintflut (mehr dazu dazu im Video HIER).

Auch nach der Weltanschauung der im Regenwald von Zaire in Afrika lebenden Ngombe gab es am Anfang der Zeit keine Menschen auf der Erde:

Am Anfang gab es keine Menschen auf der Erde. Sie lebten im Himmel mit Akongo (der Schöpfer, Anm. LAF.) und waren glücklich.“

Die Ngombe-Legende erzählt weiter, dass eines Tages eine Frau mit ihren Kindern aus dem himmlischen Paradies vertrieben wurde und fortan auf der Erde leben musste. So nahm die Menschheit hier ihren Anfang.

Eine andere Legende vom Beginn der Menschheit auf der Erde erzählt man sich an der afrikanischen Elfenbeinküste. Darin heißt es, dass zu Beginn der Welt eine „Götter-Mutter“ im Himmel lebte, die Niamye und Anangama, die ersten und höchsten „Götter“(Brüder), gebar. „Durch Gottes Hand“ wurde auch der Mensch im Himmel erschaffen und sie lebten hoch im Himmel „und vermehrten sich (…) bis es im Himmel zu eng wurde“.

Der höchste Gott sah sich deshalb gezwungen gegen die Übervölkerung seines himmlischen Reiches etwas zu unternehmen. So schuf er die Welt und schickte seine Frau Assie mit Pflanzen hinunter, damit sie die Erde bepflanzt. Als das alles erledigt war, war es an der Zeit Menschen und Tiere dort anzusiedeln. An einer langen, starken „Kette“ verließen so die ersten Menschen den Himmel in Richtung Erde:

„(…) erst einen Mann, dann eine Frau, und so machte er es bei jedem Menschenvolk, das er im Himmel hatte, ein jedes an seinem Platz. Und jedem Menschenvolk gab er ein Paar von allen Tieren (…)“

Was dann folgte waren zahlreiche Geistwesen, die der Gott Niamye aus dem Himmel warf. Sie hätten sich „im Himmel schlecht aufgeführt“, mussten ihn  deshalb verlassen und die Verbindung von Himmel-Erde wurde gekappt. Leider zum Nachteil der Menschheit, da diese „unten auf der Erde miteinander Krieg zu führen begannen und überhaupt viel Schlimmes geschah“. Wie im Alten Testament vor der Sintflut, als die “Göttersöhne” vom Himmel auf die Erde kamen (Gen 6,1-6) oder auch in den Bücher Henochs und anderen Texten …

Als die Verbindung zum Himmel riss …

Eine derartige Verbindung von Himmel und Erde ist ebenfalls interessant, da man dieses Element in vielen Legenden über die erste Menschheit findet. Im Prinzip ja auch bei Adam und Eva, die nach der Vertreibung aus Eden (das im Himmel und das auf der Erde) ebenfalls nie mehr zurück in den göttlichen Garten konnten.

Auf der andern Seite des Atlantiks, in Venezuela in Südamerika, kennt das Volk der Warao (Warrau) erstaunlicherweise etwas ganz Ähnliches, wie die Legenden aus Afrika.

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„Im Anfang wohnten die Warrau in einer schönen Gegend über dem Himmel“, so deren Schöpfungslegende. Eine Welt, in der auch der Jäger Okonorote lebte, der eines Tages bei der Jagd durch Zufall ein Loch entdeckte. Eine Öffnung, die direkt zur Erde führte:

Da die Öffnung groß genug war, um hindurchzuschlüpfen, beschloss er, ein Tau oder eine Leiter aus Baumwolle zu verfertigen und hinabzusteigen. Mit Hilfe seiner Freunde wurde die Leiter fertiggestellt. Es dauerte viele Monate. (…) Der mutige Okonorote kletterte daran hinab.“

So kam auf die Erde, sah die Schönheit und Vielfalt dieser Welt und berichtete nach seiner Rückkehr in den Himmel den anderen Menschen von diesen neuen Welt. „Es war schwer, hinabzusteigen“, so die Legende, „aber hinaufzusteigen war noch schlimmer“. Trotzdem wollten alle anderen Menschen des Himmels in dieser neuen Welt unter dem Himmel leben. „Wir wollen nicht hier bleiben“, riefen sie, „lasst uns gehen“. Und weiter:

So stiegen sie die Leiter hinab auf diese Welt hier unten. Alle waren damals jung – alte Leute gab es noch nicht.“

Dann aber kam es zu einem Zwischenfall bei diesem Abstieg auf die Erde, denn „ein dicke Frau, die eingekeilt in dem Loch stecken blieb“, versperre die Verbindung zum Himmel. Niemand der Stammesgenossen konnte oder wollte die steckengebliebene Frau befreien, da es ihnen auch zu gefährlich wurde. Ein Weiser des Stammes warnte eindringlich, dass auch sie es auch nicht mit mehreren Männern versuchen sollen. „Sie wird mit solcher Wucht herauskommen“, mahnte der weise Mann, dass die Männer „herabgeschleudert werden“ und dadurch das Volk ihre „besten Männer verloren“ hätten. Und so endet der Mythos für die füllige Frau und eigentlich für die gesamte Menschheit tragisch:

So blieb die Frau oben, und die Leiter riss. So wird sie immer dort oben bleiben. Sie füllt das Loch aus, daher können wir niemals mehr in den Himmel hineinschauen.“

Ein brasilianischer Indianerstamm, die Kaiato vom Fluss Xingu (einem Seitenarm des Amazonas) berichtet von etwas ganz Ähnlichem. Sie erzählen von einem weit entfernten „Stern“, auf dem einst ein „Indianergericht“ versammelt war, um darüber zu beraten, „den Wohnort zu wechseln“. Der Oberste dieses hohen Rates gelang durch eine „Loch“ im Himmel zur Erde, wurde aber durch den „Luftwiderstand“ davon abgehalten, sie zu betreten.

Seine Erlebnisse trug er dem himmlischen Rat der Indianer vor, die daraufhin beschlossen, dass ihr gesamtes Volk auf diesem Planeten leben sollte. Sie begannen damit „aus Baumwollflocken lange Stricke zu drehen“, mit denen sie durch das „Loch“ zur Erde niederstiegen. Ganz langsam, damit sie nicht zurückgeschleudert wurden.

Fortan lebten die Kaiato auf der Erde, standen aber durch diesen ominösen „Strick“ in ständiger Verbindung zum Himmel und ihren dortigen Brüdern. Ein „böser Zauber“ aber zerschnitt dieses Band Himmel-Erde, so dass sie letztlich nie wieder zurück konnten …

Wiederum in Afrika erzählt man sich in verschiedenen Regionen den Mythos vom „Salz der Erde“. Darin erfahren wir, dass in der Vorzeit die „Kinder Gottes bei ihrem Vater im Himmel lebten“ und ihnen Frieden, Glück und Reichtum dort sicher war. Eines Tages dann „wollte Gott sie prüfen“ und schickte seine Schöpfung hinab zur Erde, „verbot ihnen aber, vom Salz der Erde zu essen“.

Sodann stiegen sie „an einem Faden herab auf die Erde“, wobei alle Menschen das Gebot, nicht vom Salz der Erde zu essen, übertraten. Fast alle. Als dann aber eines Tages die Menschen zurück in ihre Ur-Heimat im Himmel emporsteigen wollten, „da riss der Faden bei denen, die Salz gegessen hatten.“ Zwar versuchten sie es noch einmal, aber es gelangte ihnen nicht „und sie mussten auf der Erde bleiben“.

Diejenigen, die das Gebot befolgten, erreichten wieder sicher den Himmel.

“Mythisches Erzählgut”?

Mythen sind Reportagen der Ur- und Vorzeit, aber keine wissenschaftliche Abhandlungen über Geschehnisse in der dunklen Vergangenheit. Nicht mal die Mehrzahl aller noch so sehr an Grenzwissenschaft und Prä-Astronautik glaubende Menschen, sieht das so. Vielmehr sind sie ein „Brei“ von verschiedenen Mythen der Urzeit, der sich immer wieder neu vermischte und formte. Auch bei den Erzählungen im Buch Genesis ist das der Fall. So lesen wir in einem anerkannten Handbuch zur Bibelkunde:

Die Elemente der Erzählungen stammen zum größten Teil aus dem Erzählgut des Volkes Israel, das er zum Teil aus den Mythen und Sagen anderer Völker entlehnt hat. Seit wann (…) wissen wir nicht.“

Wir wissen es tatsächlich nicht. Was wir aber wissen ist folgende Problematik:

Legenden von einem himmlischen Paradies und den ersten Menschen oder auch Adam und Eva vom/im Himmel, kann das Volk Israel eigentlich nicht „aus den Mythen und Sagen anderer Völker entlehnt“ haben. Zumindest nicht nur. Vollkommen unabhängige Kulturen rund um den Erdball enthalten solche Aussagen in ihrer Mythologie. Wie sollte ein Volk im Nahen Osten von diesen erfahren haben? Oder andersherum: wie und woher sollten Völker in Amerika etc. von derartigen Überlieferungen wissen?

Aufgrund der Vielzahl der entsprechenden Erzählungen ist das Thema wohl eines der umfangreichsten im Bereich der Astronautengötter. Zumal es noch sehr viel weitere Überlieferungen und Thematiken gibt, die eigentlich dazu gehören. Dieser Abriss zeigt aber eines sicherlich deutlich: Dass es mehrere himmlische Paradies sowie Menschen vom Himmel gab, könnten die Widersprüche in solchen Legenden erklären. Und liegen hier reale Kernaussagen zugrunde, erklärt dies das weltweite Vorkommen solcher Mythologien.

Dann aber müssten auch die Götter, Schöpfer, Himmelswesen solcher Erzählungen auf einen wahren Kern beruhen …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Der Prophet Esra, “der Schreiber der Wissenschaft des Höchsten”: Technische „Visionen“ und Geheimschriften der Astronautengötter +++ Artikel +++

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Der Prophet Esra, "der Schreiber der Wissenschaft des Höchsten", und seine rätselhaften Überlieferungen im Sinne der Prä-Astronautik gesehen (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Der Prophet Esra, “der Schreiber der Wissenschaft des Höchsten”, und seine rätselhaften Überlieferungen (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Prä-Astronautik-Forscher suchen seit Jahrzehnten auch und vor allem in alten Texten und Mythologien aus aller Welt nach möglichen Spuren der Götter aus dem All. Getrieben von der ganz richtigen Annahme, dass, wenn diese Astronautengötter hier auf der Erde waren, ihre Anwesenheit eben in solchen alten Überlieferungen Spuren hinterlassen haben muss. Weltweit werden dahingehend alten Schriften durchleuchtet. Natürlichkeit auch die Bibel und verwandte Texte, die man als Apokryphen kennt. Doch ein überaus rätselhaftes Buches außerhalb der Bibel wurde dabei eher weniger beachtet: Das 4. Buch des Propheten Esra. Und das, obwohl diese Jahrtausende Überlieferung ganz erstaunliche Aussagen und “Visionen” enthält. Von einen Gottesmann, der angeblich sogar fast 100 Bücher im Auftrag des Herrn verfasste – und von denen der Großteil geheimgehalten werden sollte! Wie Ihr in diesem Artikel lesen werdet, könnten die “Visionen” aber mehr als Phantastereien eines frommen Propheten sein. Kein Wunder also, dass genau dieses Buch des Esra nicht in der Bibel zu finden ist …


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Propheten der Astronautengötter

Bei der Suche nach Spuren von möglichen Astronautengöttern in alten Schriften dient oftmals die Bibel als eine Art „erste Anlaufstelle“, da praktisch jeder ein solche besitzt. Von da aus ist es auch nur ein kleiner Schritt zu den alten biblischen Texten, die nicht im Kanon der Bibel zu finden sind

Hier sind die klassischen Beispiele natürlich die außerbiblischen Bücher des viel zitierten Propheten Henoch und die Apokalypse des Abraham. „Dieser Henoch ist mein Freund, ich bin ihm auf den Versen“, schrieb schon Erich von Däniken 1977 in seinem Buch “Beweise” über die Henoch-Bücher. Die Apokalypse des Abraham wiederum ist jene Schrift, in der die erstaunliche „Himmelsreise des Abraham“ zu einer „Raumstation der Götter“ beschrieben wird, über die Ihr HIER ein YouTube-Video findet.

Ein weiterer Name, der sich durchaus mit anderen Propheten und ihren „himmlischen Erscheinungen“ messen kann, ist der Prophet Esra. Auch dieser Mann Gottes wurde Zeuge ungewöhnlicher Ereignisse und ist der (theologischen) Bibelforschung wohl bekannt.

Esra war in der Zeit des Königs Artaxerxes II. (404 bis ca. 359 vor Christus) im persischen Babylon am königlichen Hof Priester und Schriftgelehrter. Dort regelte er jüdische Angelegenheiten, und führte im Jahr 458 vor Christus 1496 Juden aus dem babylonischen Exil zurück nach Jerusalem. Dort organisierte er die Rückkehr weiterer Menschen aus dem Exil. Durchaus also eine Ikone der biblischen Historie, dessen biblisches Buch etwa zwischen 400 und 200 vor Christus aus älteren Schriften und Urkunden von dem Autor der Chronikbücher verfasst worden sein soll.

VIDEO: Henoch und die Astronautengötter: Nichts als Träumereien eines Fantasten vor Jahrtausenden? (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
VIDEO: Henoch und die Astronautengötter: Nichts als Träumereien eines Fantasten vor Jahrtausenden? (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Neben seinem kanonisierten Werk, tragen auch einige Apokryphen den Namen des jüdischen Priesters Esra. Eine Apokalypse, ein „Gesicht des Esdras“ und das 3.  bis 6. Buch Esra vor. Und vor allem das 4. Buch des Esra enthält einige überaus erstaunliche Schilderungen, die eine Deutung im Sinne der Ancient Aliens durchaus nahe legen.[6]

Rätselhafte “Visionen” des Esra

Dieses Buch war im Altertum die am weitesten verbreitete Apokalypse und entstand in der heutigen Form um das Jahr 120 nach Christus. In sieben Visionen („Gesichte“ genannt) schildert der Autor darin seltsame und interessante Erlebnisse und Ereignisse. Gleichfalls auch von seinen Begegnungen mit dem Herrn, der ihn letztendlich in den Himmel „entrückte“.

So lesen wir etwa im fünften Gesicht „Der Adler“, wie ein angeblicher „Adler“ aus dem Meer emporstieg. Ein Vogel, der seltsamer kaum aussehen könnte:

Und in der zweiten Nacht sah ich ein Traumgericht: Da stieg vom Meer ein Adler auf; zwölf Flügel hatte er, dazu drei Häupter.“ (9,1)

Einen natürlichen Adler sah der Beobachter wohl nicht; dies geht aus der Beschreibung deutlich hervor. Einen dreiköpfigen Adler mit 12 Flügeln gibt es nicht. Wir kennen aber einen sonderbaren Adler bereits aus dem mesopotamischen Etana-Epos, mit dem der Held Etana in den Himmel reiste. Es liegt eher der Gedanke nahe, dass hier etwas Technisches der Astronautengötter beschrieben worden sein könnte.

Im weiteren Verlauf werden bei Esra dann Vorgänge dieses „Adlers“ beschreiben, die durchaus an flugtechnische Manöver erinnern. So war das „Tier“ beispielsweise dazu in der Lage, seine Flügel nach Belieben ein- und wieder auszufahren. Über diesen windigen und wolkigen Vorgang heiß es:

Ich schaute, wie er die Flügel über die ganze Erde breitete, wie all des Himmels Winde auf ihn bliesen und Wolken sich um ihn zusammenballten. Dann schaute ich, wie aus den Flügeln Unterflügel wuchsen; sie wurden kleine und geringe Flügelchen.“ (9,2-3)

Seltsam: Aus welchem Adlerflügel können kleinere, geringfügigere Flügel hervor kommen? Die Aussage scheint eher einen technischen Ursprung zu haben: Das Fluggerät, pardon, der „Adler“, besaß kleine, ein- und ausfahrbare Stabilisatoren (insgesamt acht). Auch Stabilisatoren sehen aus wie Flügel(chen). Diese Vermutung wird auch durch spätere Verse erhärtet.

Der Adler ist gelandet

Der Prophet sah das Fluggerät am Himmel wie es „mit den Flügeln flog“, wobei er festgestellte, dass von den drei Köpfen der Mittlere „größer als die beiden anderen“ war. (9,4-5). Dann landete das „Objektes“ (auf den „Krallen“) und einen ungewöhnlichen Vorgang folgte:

Dann sah ich, wie der Adler, auf seinen Krallen aufgerichtet, zu seinen Flügeln also sprach: Macht nicht zusammen alle! Schlaft, jegliches an seiner Stätte, wacht nur zu eurer Zeit! (…) Ich sah, dass diese Stimme nicht aus seinen Häuptern kam, vielmehr aus seines Leibes Mitte.“ (9,7-10)

Nach der Ladung des „Adler“ soll eine Stimme gesprochen haben, die „aus seines Leibes Mitte“ kam. Erstaunlicherweise also nicht aus einem der drei Köpfe, wie man annehmen sollte. Wer also sprach da und befand sich dabei in diesem gelandeten „Gerät“?

VIDEO: Das “Raumschiff des Ezechiel”: Warum besaßen sie Ancient Aliens vor 2.500 Jahren derartige “Billig-Technik”? (Bild/Montage: Fischinger-Online / gemeinfrei / E. v. Däniken)
VIDEO: Das “Raumschiff des Ezechiel”: Warum besaßen sie Ancient Aliens vor 2.500 Jahren derartige “Billig-Technik”? (Bild/Montage: Fischinger-Online / gemeinfrei / E. v. Däniken)

Interessant auch die Aussage zu den Flügeln des vermeintlichen Wesens an sich. Nicht alle der 12 Flügel sollten nach der Landung zusammengeklappt bzw. eingefahren werden, sondern ein Teil an ihrem Platz „schlafen“. Ruhen, bis sie wieder benötigt werden …

So kam es dann auch. Esra beobachtete einige Zeit später, „wie auf der rechten Seite der erste Flügel aufwachte“. Erkennbar wurde dieser eingezogen, denn es ging mit ihm „zu Ende, und er verschwand, und seine Stätte war nicht mehr zu sehen.“ (9,12-13)

Auch der linke Flügel wurde eingezogen, „und er verschwand ganz wie der vorherige“, so 9,14. Genau ist hier folglich überliefert, wie ein Flügel nach dem anderen sich „erhob“ und verschwand (9,18ff.):

Und so ergings den anderen Flügeln allen (…) Da sah ich hin. Verschwunden waren die zwölf Flügel mit zwei Flügelchen. Am ganzen Adlerleib war nichts mehr übrig, als nur drei ruhende Häupter und nur sechs Flügelchen.“ (9,19-23)

Als der „Adler“ auf seinen Krallen fest auf dem Boden stand, fuhr er seine Flügel ein, bis sie nicht mehr zu sehen waren. Einem tatsächlichen Adler wird dies nie gelingen. Klar. Jedoch benötigt eine technische Flugmaschine natürlich keine Flügel mehr, wenn sie gelandet ist. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, hat Esra hier eine korrekte Beschreibung gegeben.

Die interessanten Vorgänge, die Esra geschaut haben will, gehen noch sehr viel weiter. So etwa berichtet er uns, wie „die vier Unterflügel planten, sich aufzurichten und das Regiment zu führen“ (9,25). Aber auch die drei Häupter konnten Erstaunliches vollführen: In 9,29-30 wird beschrieben, wie der mittlere, große Kopf erwachte – und „die beiden Häupter mit sich selbst verband“. Später verschwand der mittlere Kopf wieder, und die beiden kleineren verbanden sich miteinander (9,33-35).

Nur “göttliche Visionen” und Eingebungen?

Die übliche Auslegung dieser „Vision“ des Propheten ist die, dass der „Adler“ aus dem „Meer“ für das Römische Reich am Mittelmeer stehe. Alles sei rein symbolisch und in einer Art Gleichnis zu verstehen. Die 12 Flügel wären dabei Symbole für 12 griechische Könige, und die acht „Unterflügel“ entsprechen dabei „Gengenkaisern“, die nach Kaiser Neros Tod (68 n. Chr.) vielfach ausgerufen wurden. Wobei diese Interpretation aber als unklar oder nicht sicher angesehen wird.

Auch die drei Häupter werden mit römischen Herrschern gleichgesetzt (Titus, Domitian und in der Mitte, der große, Vespasian), die zwischen Juni 69 bis 96 nach Christus an der Macht waren.

"Missing Time" bei den Gebrüdern Grimm: Ein seltsames Märchen und Männchen (Bilder: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)
ARTIKEL: Astronautengötter und die Gebrüder Grimm: Ein seltsames Zeitreise-Märchen und ein noch seltsameres “Zwerglein” (Bilder: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)

Auch wenn diese Interpretation (hier nur in Kürze) von Seiten der Exegeten und des Übersetzers durchaus interessant klingt, so stellt sich doch die Frage, ob nicht auch eine technische Deutung möglich ist.

Wenn wir die Beschreibungen nicht als Symbole für Machtkämpfe politischer Größen ansehen, so liegt eine Ähnlichkeit zu flugtechnischen Begebenheiten auf der Hand. Auch wenn der Beobachter nichts davon verstanden hat, sondern versuchte, diese durch seinen Wissensstand zu begreifen.

Der fliegende “Mensch” aus dem Meer

Doch die „Adler-Vision“ ist nicht das einzige Kuriosum in den Schriften des Esra. So etwa das „sechste Gesicht“, in dem es heißt, dass der Prophet „einen Traum bei Nacht“ träumte (11,1), der heute als Vision des Messias oder die Ankunft des Heilands in der Endzeit angesehen wird. Wobei die Frage erlaubt sein muss, warum sollte der Messias am Ende aller Tage aus dem Meer (und nicht vom Himmel) kommen? So heißt es in dieser angeblichen Endzeit-Prophezeiung wörtlich:

Ein ganz gewaltiger Sturm erhob sich von dem Meer und regte alle seine Wogen aus. Ich sah, da führte jener Sturmwind aus des Meers Herzen, was einem Menschen glich. Ich sah und dieser Mensch flog mit den Himmels Wolken. Wohin er nur sein Antlitz wandte und blickte, erbebte alles, was er angeschaut.“ (11,2-3)

So, wie zuvor ein „technischer Adler“ aus dem Meer aufsteigen war, so beobachtete Esra nun erneut, wie sich etwas aus dem Wasser erhob. Vollkommen richtig erwähnt er zuerst, dass ein „gewaltiger Sturm“ aus „des Meeres Herzen“ erschien und dabei die Wasseroberfläche aufwühlte. Deutlich sei sogar zu erkennen gewesen, dass jemand „wie ein Mensch“ mit diesem Sturm und Wolken flog.

Wohin dieser „Mensch“ auch blickte, erbebte die Erde. Dies ist eine bekannte Begleiterscheinung solcher Flüge, Erscheinungen oder auch Niederkünfte, die vielfach in solchen Zusammenhängen beschrieben wurde.

Den mutmaßlichen „Antrieb“ des Gefährt bezeichnet der Text als „Mund“. Tatsächlich ist Lärm und Getöse bei solchen Begegnungen wiederum nichts  Ungewöhnliches. Die jeweiligen Propheten bzw. Texte aus biblischen und jüdischen Schriften sahen darin meist die tosende, donnernde und auch feurige „Stimme Gottes“. Zumindest wurde es damit verglichen und assoziiert.

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So auch bei Esra, was in folgender Aussage anschaulich wird:

Wohin die Stimme seines Mundes ging, zerschmolzen all, die seine Stimme hörten, wie Wachs zerfließt, wenn dieses Feuer sprüht.“ (11,4)

Hier zeigt sich deutlich, dass die „Stimme“ keine normale oder sogar sprechende Stimme gewesen sein konnte. Noch weniger die Stimme des Messias. Aber ebenso zeigt sich, dass die Stimme aus dem Mund „Feuer sprüht“, weshalb es sich gut um die lärmende Antriebseinheit handeln könnte.

In Esra 11,10-11 nutzt dieser „Mensch“ sogar seinen „Mund“ und das daraus hervor kommende Feuer als Waffe. Dazu aber gleich.

Ungleiche Kämpfe

„Ein unzählbares Heer von Menschen“, so 11,5, stürmte nun auf diesen Menschen zu, um ihn zu bekämpfen. Dabei flog er auf einen „Berg“ zu, den der vermeintliche Messias zuvor „losgeschlagen“ hatte. Auch dieser „Berg“ war kein gewöhnlicher, da Esra festhält:

Ich aber wünschte, die Gegend oder jenen Ort zu kennen, woraus der Berg war losgeschlagen; doch ich vermochte es nicht.“ (11,7)

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Der Prophet versuchte in seiner „Vision“ also selber zu ergründen, woher der „Berg“ plötzlich auf/über dem göttlichen Schlachtfeld erschienen war. Er konnte es sich aber schlicht und einfach nicht erklären.

Warum dies Fluggerät auf den „Berg“ zuflog, ist nicht beschrieben. In Esra 11,12 wird lediglich gesagt, dass er von diesem hernieder stieg, nachdem er alle Feine niedergemetzelt hatte …

Als die Menschenmenge den Berg sah, bekamen sie zwar Angst, aber dennoch „wagten sie den Kampf“ (11,8). Der Prophet war spätestens an dieser Stelle endgültig verwirrt. Zu seinem Entsetzen sah er, dass dieser Mensch mit seinem Fluggerät keine Hand erhob, kein Schwert benutzte, „noch eine andere Waffe“ (11,9), um die Menschen zu bekämpfen. Er nutzte allein den Rückstoß seines „Mundes“ um die unliebsamen Angreifer allesamt zu – verbrennen:

Ich sah nur das, wie er aus seinem Munde etwas ausgestoßen, das einem Feuerstrome glich, von seinen Lippen einen Flammenhauch. Von seiner Zunge lässt er Glutwind strömen, und alles mischt sich ineinander: Der Feuerstrom, der Flammenhauch, der große Sturm. Das überfällt im Ansturme das kampfbereite Heer, verbrennt es ganz.“ (11,9-11)

Ist das die Beschreibung einer Waffe oder des Rückstoßes eines Antriebes? Recht genau konnte Esra diese Ereignisse sehen und schildert sie mit seinen einfachen seinen Worten überaus treffend. Für die Angreifer war dieses Feuer der Astronautengötter zumindest absolut tödlich. Das gesamte Heer war ausgelöscht, es blieb nichts als Asche und Gestank zurück. Für Esra ein entsetzlicher Anblick:

Im selben Augenblick war von dem unzählbaren großen Heer nichts mehr zu sehen, als Aschestaub und Rauchgeruch. Bei diesem Anblick kam ich in Entsetzen.“ (11,11)

Nach diesem ungleichen Kampf stieg der siegreiche Mensch von seinem „Berg“ herunter und wurde von zahlreichen menschlichen Gestalten jubelnd empfangen. Andere hingegen, wahrscheinlich die Anhänger des getöteten Heeres, waren „traurig“, über das, was da passiert ist, wie es Esra 11,13 beschreibt.

Nachfrage bei Gott

Die Flugwagen des König Salomon
ARTIKEL: Die Flugwagen von König Salomon aus der Bibel: Spannende Märchen ohne Wahrheit? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Wie andere Propheten auch, so hatte natürlich aus Esra Kontakt mit seinem Gott, nicht nur „Visionen“.

Bei dieser Gelegenheit ließ er es sich später auch nicht nehmen, ihn zu fragen, „weshalb ich den Mann aus dem Herzen des Meeres habe aufsteigen sehen“ (11,51). Gottes Antwort:

Wie niemand das erforschen und nicht erfahren kann, was in des Meeres Tiefen ist, so kann niemand von den Erdenbewohner je meinen Sohn erblicken, noch die Genossen , es sei denn nur zur Stunde seines Tages.“ (11,52)

Mit Genossen oder Gefährten ist das Heer der himmlischen Engel gemeint, die erst am Ende aller Tage zu sehen sein werden. Nur widerspricht dieses Bild eines „Mannes“ aus dem Meer klar der christlichen Tradition eines Messias vom Himmel. Auch die vermeintliche Erklärung “Gottes” ändert daran nichts. Es könnte sich hier eher um mythologische Aussagen handeln, die eigentlich nicht den Messias meinen.

Das sah schon der deutsche Theologieprofessor Dr. Hermann Gunkel vor über 100 Jahren so. Er fand das nicht nur, sondern merkte 1899 in einer Übersetzung von Apokryphen zum Alten Testament dazu an:

Ob dies wirklich die ursprünglich im Stoffe angelegte Deutung ist, erscheint sehr zweifelhaft. Dass der Zug überliefert ist, mag man daher vermuten, weil er sehr seltsam ist: nach der eschatologischen Dogmatik kommt der Christus vom Himmel, nicht aus dem Meere. Wenn der Stoff mythologischer Art ist, so liegt der Gedanke an einen Gestirngott nahe, der aus dem Meer auftaucht, zum Himmelsberg emporsteigt, seine Feinde mit seinen glühenden Strahlen verbrennt und dann sein Friedensreich stiftet.“ (in: Kautzsch, Emil: “Die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten Testaments”. Bd 2, Freiburg i. Br., S. 400)

Ein „Gestirngott“ aus mythologischen Quellen ist alles andere als der verheißene Messias beim Jüngsten Gericht.

Im Auftrag der Astronautengötter

Esra bekam in guter prophetischer Tradition natürlich von seinem Herrn auch einen Auftrag. Er sollte Bücher mit göttlichem Wissen verfassen, dass dieser ihm offenbaren werde. Einige dieser Schriften dürfe er danach veröffentliche, andere müsse er geheim halten bzw. „den Weisen insgeheim übergeben“, wie es bei Esra 12,26 heißt. Sei das erledigt, würde Esra aus den Reihen der Menschen „entrückt“ und in den Himmel aufgenommen werden. „Bei meinem Sohn und seinesgleichen“ werde er verweilen, versprach Gott ihm.

ARTIKEL: Zeitreisen schon vor 2500 Jahren? Wenn ein Mensch unwissentlich mehr als ein halbes Jahrhundert in die Zukunft reist! (Bild: NASA/JPL / WikiCommons / W.-J. Langbein / Montage: L. A. Fischinger)
ARTIKEL: Zeitreisen schon vor 2500 Jahren? Wenn ein Mensch unwissentlich mehr als ein halbes Jahrhundert in die Zukunft reist! (Bild: NASA/JPL / WikiCommons / W.-J. Langbein / Montage: Fischinger-Online)

Für die Vorbereitung dieser göttlichen Mission und seiner anschließenden Himmelsreise sollte der Prophet sein Haus bestellen und nochmals das Volk zur Treue etc. ermahnen. Auch dürfe niemand den Propheten in den kommenden Wochen irgendwo suchen. So bekam er schließlich die himmlische Anweisung:

„Geh heim! Versammele dir das Volk und sprich zu ihm, es solle vierzig Tage dich nicht suchen! Du aber mache dir viele Tafeln fertig und nimm Saraja, Dabria, Selemia, Ethan und Asiel, fünf Männer! Denn sie verstehen, schnell zu schreiben. Dann komm hierher. Alsdann entzünde ich der Wahrheit Licht in deinem Herzen (…) bis du mit Schreiben fertig bist.

Bist du dann fertig, alsdann veröffentliche das eine! Das andere aber übergib den Weisen insgeheim.“ (12,23-26)

Daraufhin nahm der Gottesmann die fünf ausgesuchten Männer mit, um am Folgetag mit ihrer Arbeit zu beginnen. Hierfür bekam Esra einen wundersamen Kelch mit einem Trunk gereicht, der wie Wasser erschien, „doch seine Farbe glich dem Feuer“. Wie bei anderen Überlieferungen dieser Art (Johannes, Henoch usw.) verlieh ihm das wundersame Getränkt Einsicht und Weisheit, die er den fünf Schreibern in den kommenden 40 Tagen diktierte. In der theologischen Deutung heißt es dazu, „der Becher ist voll des heiligen Geistes; Esra wird inspiriert“ (Dr. Hermann Gunkel, S. 400).

“Der Schreiber der Wissenschaft des Höchsten”

In seltsamen „Zeichen, die sie nicht verstanden“ (12,42), schrieben sie fortan alles nieder. Das Ergebnis der Schreibarbeit: 94 göttliche Bücher! Bedauerlich ist nur, dass die meisten dieser Schriften nicht für das Volk, sondern für die Eliten der damaligen Zeit bestimmt waren. So heißt es in Esra 12,45-47:

Die vierundzwanzig Bücher, die du zuerst geschrieben, sollst du veröffentlichen, den Würdigen und Unwürdigen zum Lesen! Die letzten siebzig aber halte zurück und gib sie nur den Weisen deines Volks. In diesen fließt der Born der Einsicht, der Quell der Weisheit, der Strom der Wissenschaft.

Ein merkwürdiger Auftrag Gottes an seinen treuen Diener, der direkt nach der Erledigung der Arbeit „entrückt und an den Ort zu seinesgleichen aufgenommen“ wurde.

70 Geheimschriften, die nur in die Hände der Weisen gelangen sollten?

Mord und Totschlag im Namen Gottes: Wie das ZDF die Bibel für die Zuschauer schön redet (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Mord und Totschlag im Namen Gottes: Wie das ZDF die Bibel für die Zuschauer schön redet (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Das klingt fast schon so, als habe der Herr hier etwas vor dem einfachen Volk zu verbergen versucht. Wissen, dass nicht in falsche Hände geraten soll. Untermauert wird das nochmal deutlich im letztens Vers des 4. Buch Esra, in dem es heißt, dass Esra bis in alle Ewigkeit den Titel „der Schreiber der Wissenschaft des Höchsten“ tragen solle.

Einen solcher Titel oder Ehre kennt man eigentlich nur von dem Propheten Henoch! So heißt es in 1. Henoch 12,4, dass der Prophet von den Wächtern des Himmels mit den Worten „Henoch, du Schreiber der Gerechtigkeit“, gerufen und angesprochen wurde. Im slawischen Buch Henoch 22,11 ist es sogar ein Engel mit Namen Bretil, „der weise ist und alle Werke des Herrn aufschreibt“. Und obwohl moderne Bibel kein Buch Henoch enthalten, preist ihn die Bibel fast schon über alle Maßen. Beispielsweise im Buch Genesis in 5,24, in dem wir lesen:

Und Henoch wandelte mit Gott und war nicht mehr, weil Gott ihn zu sich genommen hatte.”

Doch auch das Neue Testament huldigt Henoch und seine Taten in Hebräer 11,5 mit den Worten:

Durch Glauben wurde Henoch entrückt, so dass er den Tod nicht sah, und er wurde nicht mehr gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte; denn vor seiner Entrückung wurde ihm das Zeugnis gegeben, dass er Gott wohlgefallen habe.

Solche biblischen Lobpreisungen eines Propheten, der nicht in der Bibel mit einer eigenen Schrift vertreten ist, zeit den enormen Stellenwert des Henoch, des “Schreiber der Gerechtigkeit“.” Esra ist folglich als “Schreiber der Wissenschaft des Höchsten“ Teil dieser ganz besonderen Auserwählten und später “entrückten”.

Es fragt sich nur, ob die technisch anmutenden „Visionen“ des Propheten zu den Büchern für die „Würdigen und Unwürdigen“ oder den im Geheimen den Weisen des Volkes übergebenen gehören. Das wissen wohl nur die Astronautengötter …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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