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Noch immer ungeklärt! Neue Untersuchungen und Datierungen des “Stonehenge im Bodensee” laufen (+ Video)

Noch immer ungeklärt: Neue Untersuchungen des "Stonehenge im Bodensee" (Bilder: gemeinfrei & Echolot-Aufnahme eines der Hügel durch das Fraunhofer-Instituts/Christian Degel)
Noch immer ungeklärt: Neue Untersuchungen des “Stonehenge im Bodensee” (Bilder: gemeinfrei & Echolot-Aufnahme eines der Hügel durch das Fraunhofer-Instituts/Ch. Degel)

Seit rund vier Jahren (wie mehrfach auf Grenzwissenschaft & Mystery Files berichtet) rätseln Forscher über das “Stonehenge im Bodensee”. Auf dem Grund des Bodensee wurden damals über 150 kleine Steinhügel entdeckt, die zuerst für Ablagerungen der letzten Eiszeit vor 18.000 Jahren  gehalten wurden. Seit dem laufen Untersuchungen an den “Hügeli”, die zeigten, dass diese Strukturen auf dem Seegrund von Menschenhand geschaffen wurden.  Doch wann genau und warum Steinzeitmenschen auf dem damals noch trockenen Seegrund diese Gebilde schufen, ist noch immer unklar. Wie das Amt für Archäologie in Thurgau jetzt mitteilte, laufen derzeit weitere Untersuchungen und Tauchhänge, um das Geheimnis der Hügel zu lüften. Alles über die neuen Datierungsversuche erfahrt Ihr in diesem Beitrag.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

“Stonehenge im Bodensee entdeckt!” – so oder so ähnliche titelte die Presse im Herbst 2015 angesichts der im Bodensee gefunden Hügel, wie damals in einem YouTube-Video HIER (s. unten) berichtet. Insgesamt sollen sich 150 bis 170 dieser Hügel auf dem Grund des Sees befinden, die sich inzwischen bei weiteren Untersuchungen als eineindeutig von Menschen gemacht herausstellten.

Mit dem berühmten Stonehenge in Südengland haben diese Strukturen allein von ihrer Bauart her nichts gemeinsam.

Was weiterhin vollkommen unklar ist, ist das Alter der seltsamen Gebilde. Wie in diesem Beitrag HIER berichtet, waren die bisherigen Datierungen fraglich bzw. widersprüchlich. So ergab eine Altersbestimmung von gefundenem Holz ein Alter von bis zu 5.650 Jahren, zu der es Anfang 2017 vom Amt für Archäologie in Thurgau unter anderem hieß:

Die beiden Eschenstämmchen, bei denen bereits die Jahrringanalyse einen ähnlichen Wuchszeitraum vermuten lies, müssen demnach mit hoher Wahrscheinlichkeit zwischen etwa 3650 und 3350 vor Christus geschlagen worden sein, also in der Jungsteinzeit. Das Erlenpfählchen dürfte dagegen aus dem 19. Jahrhundert nach Christus stammen.

Ein datierender Zusammenhang zwischen den Hügel und den Hölzern ist damit nicht gegeben, da wie erwähnt, ein direkter konstruktiver Zusammenhang zwischen den Steinschüttungen und den Hölzern nicht festgestellt werden konnte.”

Dieses Rätsel soll jetzt endgültig gelöst werden, so eine Mitteilung des Amt für Archäologie des Kantons Thurgau vom 7. Juni 2019. In der Pressmitteilung hieß es, dass Sedimentbohrungen bei “Hügel 5” durchgeführt würden, die neues Material für eine sichere C14-Datierung liefern sollen. Zum Beispiel “organisches Material wie Zweiglein, Holzkohle, Samen oder Früchte”.

Weiter heißt es in der Pressemitteilung von Bettina Kunz:

Pressemitteilung des Amt für Archäologie des Kantons Thurgau

Im Rahmen der Erforschung der rätselhaften Steinstrukturen entlang des Bodenseeufers zwischen Romanshorn und Bottighofen führt das Amt für Archäologie des Kantons Thurgau mit weiteren Experten derzeit Bohrungen an ‘Hügel 5’ durch.

Bei der Auswertung der Daten der im Jahr 2015 durchgeführten hochpräzisen Tiefenvermessung des Bodensees durch die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Langenargen (LUBW) wurden von Martin Wessels in der Flachwasserzone zwischen Romanshorn und Bottighofen eine regelmäßige Reihe von über 170 Steinhügeln mit Durchmessern von 15 bis 30 m entdeckt. Diese verteilen sich uferparallel in teilweise auffallend regelmäßigen Abständen. Die Steinanhäufungen liegen heutzutage 3 bis 5 m unter der mittleren Wasseroberfläche (Top Hügel ca. 391,8 m ü.M.; Basis 390,5–390,8 m ü.M.). In der Folge fanden mehrere Tauchgänge unter der Leitung des Amts für Archäologie Thurgau statt. Die Strukturen wurden fotografiert und vermessen.

Zuerst galt es abzuklären, wie die ‘Steinhügeli’ entstanden sind, wobei der Diminuitiv etwas irreführend ist, weil die ‘Hügeli’ im Schnitt Durchmesser von 15 bis 30 m aufweisen. Handelt es sich um natürliche glaziale Ablagerungen (Moränenreste) des Bodenseegletschers vor ca. 18.000 Jahren? Oder wurden die Steine durch den Menschen entlang einer früheren Uferlinie oder sogar im Wasser aufgeschüttet? Anschließend müssen die Fragen geklärt werden, wann und weshalb diese Strukturen gebaut wurden.

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Untersuchungen April 2018

Um die zentrale Frage, ob natürlich oder vom Menschen abgelagert, zu klären, fanden vom 23. bis 27. April 2018 Georadarmessungen statt. Ein Team von Wissenschaftlern untersuchte mit dem Forschungsschiff ‘Kormoran’ des LUBW Steinablagerungen exemplarisch und punktuell zwischen Romanshorn und Güttingen. Dabei kam weltweit erstmals ein Prototyp eines unter Wasser funktionierenden Georadargeräts zum Einsatz. Dieser wasserdichte, GPS-gesteuerte Messschlitten wurde von Jens Hornung von der Technischen Universität Darmstadt entwickelt. Mit hochfrequenten elektromagnetischen Impulsen wurden die im Seeuntergrund versteckten Schichtgrenzen im Umfeld der Steinstrukturen erfasst.

Es ist offensichtlich, dass die bis zu 40 cm großen Steine auf den nacheiszeitlichen, gebänderten Seeablagerungen und deutlich über der darunter verlaufenden Moränen-Oberkante aufliegen. Somit ist mittlerweile naturwissenschaftlich belegt, dass die ‘Hügeli’ nicht natürlich durch den Gletscher entstanden, sondern von Menschenhand aufgeschüttet worden sind.

Oberflächenvermessung Hügel 5

Am 7. November 2018 wurde die Steinanhäufung ‘Hügel 5’ bei Uttwil mit dem Hydrocrawler des Fraunhofer Instituts (St. Ingbert D) unter der Leitung von Christian Degel untersucht. Mit diesem Prototyp konnte die Unterwasser-Oberfläche mit einer Echolot-Antenne präzise abgetastet werden. Das GPS-gesteuerte Gerät (georeferenzierte Genauigkeit 1–2 cm) lieferte 2,5 Messungen pro Sekunde. Das Ultraschallbild hatte eine Auflösung von ca. 5 cm. Auf dem Echolotbild sind die Umrisse der Steinsetzung sowie der Suchschnitt mit Steinaushub klar erkennbar.

Sedimentbohrungen im Bereich von Hügel 5

Die Entstehungszeit der Steinanhäufungen ist immer noch nicht geklärt. Um die Frage des Alters zu klären, führt das Amt für Archäologie Thurgau vom 5. bis 7. Juni 2019 – zusammen mit dem Geologen-Team der Universität Bern unter der Leitung von Prof. Dr. Flavio Anselmetti – fünf Sedimentbohrungen durch. So kann der geologische Schichtaufbau entlang einer Messlinie quer über den Hügel 5 erfasst werden. Die Sedimentkerne werden von einer schwimmenden Plattform ‘Helvetia’ mittels eines UWITEC Kolben-Kerngeräts bis in eine Tiefe von 8 m entnommen. Die Kernsektionslänge beträgt jeweils 3 m, der Kerndurchmesser 6 cm.

Das Forscherteam hofft, im Sediment der Bohrkerne organisches Material wie Zweiglein, Holzkohle, Samen oder Früchte zu finden. Diese organischen Reste können nämlich mit Hilfe der Radiokarbon-Analyse (14C-Messung) datiert werden. So würde sich dann die Bauzeit des ‘Hügels 5’ chronologisch enger eingrenzen lassen.

Nach der Bohraktion werden die Sedimentproben an der Universität Bern untersucht und allfälliges organisches Material 14C-datiert. Mit ersten Resultaten ist bereits im Herbst 2019 zu rechnen.

Das Thema bleibt also spannend. Was eine neue Altersbestimmung der Hügel allerdings nicht erklären kann, ist der Grund für ihre Errichtung. Ein weiteres Steinzeiträtsel?

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Video zum Thema bei Grenzwissenschaft & Mystery Files

YouTube-Video vom 30. Oktober 2015

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Das Turiner Grabtuch: Wissenschaftliches Bild-Archiv des “Leichentuch Jesus” online gestellt! +++ YouTube-Video +++

Das Turiner Grabtuch: Wissenschaftliches Bild-Archiv des Leichentuch Jesus online gestellt! (Bild: ShroudPhotos.com)
VIDEO: Das Turiner Grabtuch: Wissenschaftliches Bild-Archiv des “Leichentuch Jesus” online gestellt! (Bild: ShroudPhotos.com)

Sogenannte Tuch-Reliquien gibt es in der katholischen Kirche einige. Doch die fraglos bekannteste ist das Turnier Grabtuch oder auch Leichentuch Jesus. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Grabtuch von Turin Mitte des 14. Jahrhundert in Frankreich und niemand weiß, ob es das Grabtuch von Jesus Christus ist. Vielmehr zeigten C14-Datierungen 1988, dass es um 1325 erst “entstanden” sein soll. Doch bei einer umfangreichen Untersuchung des Leichentuch Christi entstanden 1978 unzählige weitere Fotos und Aufnahmen der Ikone des Glaubens. Und genau diese Bilder der berühmten Untersuchungen des “Shroud of Turin Research Projekt” (STURP) sind nun endlich öffentlich für jedermann zugänglich gemacht worden. Alle Details und mehr dazu erfahrt Ihr in diesem YouTube-Video von Fischinger-Online.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Sogenannte Tuch-Reliquien gibt es in der katholischen Kirche einige. Doch die fraglos bekannteste ist das Turnier Grabtuch oder auch Leichentuch Jesus. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Grabtuch von Turin Mitte des 14. Jahrhundert in Frankreich und niemand weiß, ob es das Grabtuch von Jesus ist. Vielmehr zeigten C14-Datierungen 1988, dass es um 1325 erst “entstanden” sein soll.

Bis heute ein sehr umstrittenes Thema zwischen Glauben, Wissenschaft und Forschung! Für die einen der Beweis für Jesus und die Auferstehung – für die anderen nichts als Betrug.

Erst ab 1898 wurde das Tuch zu einer Legende der Christenheit. Denn damals entstand das erste Foto des Turiner Grabtuchs, das als Negativ klar einen Mann auf dem Leinen zeigte. Doch bei einer umfangreichen Untersuchung des Leichentuch Christi entstanden 1978 unzählige weitere Fotos und Aufnahmen der Ikone des Glaubens.

Und genau diese Bilder der berühmten Untersuchungen des “Shroud of Turin Research Projekt” (STURP) sind nun endlich öffentlich für jedermann zugänglich gemacht worden.

Alle Details udn Hintergründe dazu erfahrt Ihr in diesem Video auf YouTube.

Bleibt neugierig …

YouTube-Video vom 15. April 2019 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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“Panne” in der Archäologie: Ein angeblich 3.000 Jahre alter Steinkreis in Schottland ist nur rund 20 Jahre alt (+ Videos)

Panne in der Archäologie: Ein angeblich 3.000 Jahre alter Steinkreis in Schottland ist nur rund 20 Jahre alt (Bild: Twitter/Aberdeenshire)
Panne in der Archäologie: Dieser angeblich 3.000 Jahre alter Steinkreis in Schottland ist nur rund 20 Jahre alt (Bild: Twitter/Aberdeenshire)

Megalithanlagen wie Steinkreise, Dolmen, Menhire und andere monumentale Bauten aus der Urzeit der Menschheit ziehen viele Menschen in ihren Bann. Tonnenschwere Monolithen, die von Steinzeitmenschen zu noch immer rätselhaften Zwecken in vielen teilen der Welt errichtet wurden, wobei die sogenannten Megalithiker (Megalithkultur) in Europa besonders aktiv waren. Zum Beispiel auf den Britischen Inseln. Jetzt haben sich Archäologen bei einem Steinkreis in Schottland (kurzzeitig) in einen besonders groben “Schnitzer” erlaubt. Ein auf rund 3.000 Jahre geschätzter Steinkreis in Aberdeenshire stammt in Wahrheit aus den 1990ger Jahren und ist erst rund 20 – 25 Jahre alt! Wie es zu diesem archäologischen “Flop” kam, wie er aufgelöst wurde und warum man die Sache positiv sieht, lest Ihr hier.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Megalithiker, Mythen und Monolithen

Im gesamten Gebiet von Nord-West-Europa finden sich Jahrtausende alte Spuren einer lange vergessenen Welt. Zum Teil gewaltige Steine, die vor tausenden von Jahren von uns vollkommen fremden Menschen errichtet wurden, und die Forscher wie Laien bis heute vor zahllose Rätsel stellen. Überall errichteten sie Steinkreise, Hünengräber, Dolme oder einfach nur einzeln aufgerichtete Riesen-Steine (Menhire).

Solche Bauten finden sich in vielen Teilen der Welt und ähneln sich dabei zum Teil sehr. Ein weiterer Grund, warum diese teilweise 5.000, 7.000 und mehr Jahre alten Bauwerke der Megalithkultur – wie sie in Europa genannt wird – bei Archäologen unzählige Frage aufwerfen. Schriftliche Hinterlassenschaften der Erbauer existieren nicht. Ein einheitliches Volk, das über Jahrtausende hinweg solche Monumente der Steinzeit schuf, gab es nicht.

Zu welchem Zweck?

Auch einen Sinn und Nutzen lässt sich bei unzähligen dieser Werke nicht oder nicht immer erkennen.

Vor allen in den weltweit zu findenden Steinkreisen sehen die Forscher aber einen Sinn und Zweck. Also genaue jene Bauten, die eben vor allem aus Europa bekannt sind. Hier lassen sich astronomische Bezüge und Beobachtungspunkte nachweisen, was darauf hinweist, dass sie zumindest irgendwas mit dem Himmel/Firmament/Sternen zu tun hatten. “Kultbauten”, wie es die Forschung lapidar sagt. Ohne aber den eigentlich Kult dahinter wirklich erklären oder verstehen zu können.

Hünengräber und Dome sind nachweislich in weiten Teilen Grabanlagen gewesen. In grauer Vorzeit fanden hier Bestattungen statt, die Archäologen immer wieder ausgegraben haben. Warum solche Anlagen aber von Schottland über ganz Europa und den Nahen Osten bis nach Fernost und sogar Nordamerika erbaut wurden, wissen sie nicht.

Hundetausende große und kleine Steinkreise erbauten die frühen Europäer in der Steinzeit. Von diesen ist heute nur noch ein Bruchteil wirklich erhalten geblieben. Jahrtausende der Landwirtschaft, der Landgewinnung, der wilden Natur und 2.000 Jahre Christentum haben eine Vielzahl solcher Steinzeit-Bauten vernichtet. So erging es sämtlichen Megalithanlagen in Europa und nicht nur Steinkreisen.

Steinkreise in Nord-Schottland

Trotzdem haben sich einige davon bis heute erhalten. So auch im rauen Schottland, wo noch immer dieses Erbe der Giganten zu finden ist. Selbst auf den kargen und von Wind und Wetter gepeitschten Orkney-Inseln im hohen Norden vor der Küste Schottlands sind sie zu entdecken. Auch hier haben Menschen vor über 5.000 Jahren Megalithanlagen errichtet und Steinkreise aus gewaltigen Steinen erbaut. Zum Beispiel den Steinkreis “Ring of Brodgar” (um 2700 v. Chr.) sowie noch ältere Bauten.

Unter der Bezeichnung “Das Herz des neoliothischen Orkney” wurden diese Monumente 1999 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Das zeigt eindrücklich, dass selbst die wilden und einsamen schottischen Orkney-Inseln von der europäischen Megalithkultur besiedelt oder beeinflusst war.

Demnach ist es auch nicht verwunderlich, dass auf dem Festland der Britischen Inseln unzählige uralte Megalithanlagen zu finden sind. Nicht nur das Touristenziel Stonehenge im Süden Großbritanniens. So finden Forscher auch immer wieder dort Spuren dieser “Kathedralen der Steinzeit”, die ihnen zuvor entgangen waren.

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Der Steinkreis von Aberdeenshire: Eine Fälschung

Vor diesen Hintergründen muss man das sehen, was aktuell aus dem Ort Leochel-Cushnie in Aberdeenshire im Nordosten von Schottland berichtet wird. Denn dort wurde ein Steinkreis aus der Steinzeit mal eben an die 3.000 Jahre jünger datiert, als es die Experten zuvor annahmen. In Wahrheit haben nicht die rätselhaften Megalithkultur diese Anlage geschaffen, sondern ein lokaler Landwirt in den 1990ger Jahren.

Ereignet hat sich das übrigens nicht weit von dem “Europäischem Nazca” in Schottland, wo mutmaßlich bisher unbekannte “Bodenzeichnungen” existieren, wie ich es in diesem Video HIER Anfang 2018 berichtet habe.

Laut “BBC” am 21. Januar 2018 hat Adam Welfare vom schottischen “Historic Environment” und des “Aberdeenshire Council’s Archaeology Service” den Steinkreis ursprünglich als “echt” und damit Jahrtausende alt angesehen:

Eine Untersuchung der Stätte in der Gemeinde Leochel-Cushnie ergab, dass die Steine etwa 20 Jahre alt waren. Ursprünglich wurde angenommen, dass dort ein Steinkreis liegt.

So die “BBC” weiter. Dass jetzt der Steinkreis aus der Steinzeit in die Moderne undatiert wurde, “löste bei den Fachleuten Begeisterung aus”, heißt es dazu. Bei den neueren Untersuchungen der Steinanlage habe sich schließlich der ehemalige Besitzer des Landes gemeldet, auf dem der Kreis liegt. Ein Landwirt gab an, dass er selber den Kreis aus Monolithen Mitte der 1990er Jahre aufgestellt habe.

Nicht Jahrtausende sondern Jahrzehnte alt

In der offiziellen Meldung des “Aberdeenshire Council’s Archaeology Service” hieß es dazu:

Was als ein neu identifizierter Steinkreis angesehen wurde, der Tausende von Jahren alt war, erwies sich nach weiteren Untersuchungen als nur wenige Jahrzehnte alte Nachbildung.

Die Archäologen waren anfangs sehr erfreut über die Aufnahme eines weiteren Steinkreises zu den vielen, die bereits in Aberdeenshire identifiziert wurden.

Bei weiteren Untersuchungen des Ortes in der Gemeinde Leochel-Cushnie stellte sich jedoch heraus, dass es sich nur um eine etwa 20-jährige Nachbildung handelt.”

Gemeldet hat diese vermeintlich archäologische Stätte der aktuelle Besitzer des Landes und der Farm. Ungewöhnlich sei dieser Steinkreis den herbeigeeilten Forschern aber direkt vorgekommen, wie sie schreiben:

Bei der Aufnahme wurden einige ungewöhnliche Merkmale festgestellt. Darunter der kleine Durchmesser, die verhältnismäßig kleinen Steine ​​und das Fehlen eines offensichtlichen zugehörigen Steinhaufens oder Bordsteins.

Zwischen liegenden Steinkreisen gibt es jedoch große Unterschiede, so dass das Auffinden solcher Unterschiede anfangs kein Grund zur Besorgnis war.

Steine an sich lassen sich bekanntlich nicht datieren. Und da Steinkreise in Schottland bis zu 4.500 Jahre alt sind, schätze man diesen Fund vorerst ebenso alt ein. Hätte der Landwirt sich nicht gemeldet,  was wäre dann wohl aus dem Steinkreis von Leochel-Cushnie geworden …?

Aus Rückschlägen lernen

“Archäologisches Wissen verbessert sich ständig und reagiert auf neue Informationen und Erkenntnisse”, so die Experten aus Schottland in ihrer Pressemitteilung. Die hier genannten “neuen Informationen” waren die Aussagen des Erbauers der Anlage. So sei dieser Vorgang ein “Beispiel für eine gründliche archäologische Forschung, die es erlaubt, die frühe Interpretation abzulehnen”.

In der Tat brachen die Archäologen weitere Untersuchungen des Steinkreises aufgrund der neuen Informationen aus erster Hand ab. Informationen, die ein Forscher bei uralten und damit “echten” Steinkreisen natürlich niemals hat.

Neil Ackerman vom “Aberdeenshire Council’s Archaeology Service” sieht die ganze Angelegenheit positiv. Immerhin haben hier die Wissenschaftler – nach der Mekldung des Farmers – herausgefunden, dass es eine Fälschung der Moderne ist. So sagt Ackerman:

Dass ein regionaler Monumenttyp so genau kopiert wird, zeigt das lokale Wissen, die Wertschätzung und die Auseinandersetzung mit der Archäologie der Region durch die lokale Gemeinschaft.

Darum hofft er, dass man sich an dem Fake-Steinkreis in seiner fantastischen Lage und Landschaft dennoch weiterhin erfreut. Auch wenn es für ihn enttäuschend sei, dass die Anlage erst 20 bis 25 Jahre alt ist.

Datierungen mittels Feuerzeug …

Wirklich “reingefallen” sind die Wissenschaftler bzw. Archäologen in Schottland auf diesen Steinkreis allerdings nicht. Sie bekamen die Meldung über die Steinsetzung und datierten sie auf 3.000 oder mehr Jahre. Doch nur aufgrund ihrer Erfahrung mit eben solchen Bauwerken und durch Augenschein. Immerhin ist Schottland voll von diesen Megalithbauten.

Erst die weiteren Nachforschungen zeigten, dass der Fund aus der Neuzeit stammt. Zum Glück meldetet sich der Bauer, so dass die Untersuchung abgebrochen werden konnte. Wie hätten die Archäologen den Steinkreis wohl datiert, wenn sie mit Grabungen begonnen hätten? Etwa durch irgendwelche Funde, die dort zutage gekommen wären? Beispielsweise mittels C14-Datierung von zufällig dort liegenden Holzkohleresten eines Feuer, dass vor vielen tausend Jahren dort einmal brannte? Oder durch ein verlorenes Feuerzeug?

Damit aber nicht in vielen Jahren andere Archäologen über diesen Steinkreis stolper und ihn erforschen wollen, wurde auch er registriert. Neil Ackerman dazu:

Diese Art von Denkmälern ist bekanntermaßen schwer zu datieren. Aus diesem Grund nehmen wir alle modernen Nachbildungen antiker Monumente in unsere Unterlagen auf, falls sie später falsch identifiziert werden.

Ein sicherlich sehr wohl überlegter Schritt für die Zukunft der Archäologie (s. a. YouTube-Video HIER). Man denke zum Beispiel auch an die (Osterinsel-)Megalithen von Orrius in Spanien aus dem YouTube-Video HIER. Oder an die “versunkene Megalithkultur von New York” aus diesem Video HIER

Was denkst DU über das Thema? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Video-Auswahl zum Thema auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

YouTube-Video vom 23. Sep. 2018 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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YouTube-Video vom 31. Jan. 2018 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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YouTube-Video vom 3. April 2018 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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YouTube-Video vom 4. April 2017 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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YouTube-Video vom 16. Mai 2017 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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YouTube-Video vom 28. Juli 2015 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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Lars A. Fischinger

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Die Alien-Leichen von Nazca in Peru: Ermittlungen wurden eingeleitet. Ist der “Spaß” um die Alien-Mumien bald vorbei?

Die Alien-Leichen von Nazca in Peru: Ist der "Spaß" um Alien-Mumien bald vorbei? (Bilder: Gaia.com / Screenshots YouTube / WikiCommons)
Die Alien-Leichen von Nazca in Peru: Ist der “Spaß” um Alien-Mumien bald vorbei? (Bilder: Gaia.com / Screenshots YouTube / WikiCommons)

Manchmal – und leider viel zu oft – frage ich mich: Was denken sich eigentlich einige “Mystery-Jäger” dabei, die an der Grenzwissenschaft und Aliens Interessierten immer wieder mit Lug und Trug zu foppen? Warum geben sich immer wieder Menschen her, mit offenkundigen Schwindeleien und sogar Betrug vermeintliche Sensationen in die Welt zu posaunen? Genau das geschieht, wie mehrfach auf diesem Blog (HIER, HIER & HIER) und in einem YouTube-Video berichtet, derzeit in Südamerika. Denn dort, in Peru, geht eine “Forschergruppe” seit Monaten mit Alien-Mumien & Co. durch die Medien. Jetzt aber hat sich endlich das peruanische Kultur-Ministerium in die Angelegenheit eingeschaltet und die Staatsanwaltschaft ermittelt. Unter anderem wegen Grabräuberei.


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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Ende 2016 schrieb ich in einem Fakten Check-Artikel auf diesem Blog zu den “sensationellen Alien-Mumien”, die in Peru gefunden sein sollen:

Wer will uns hier wieder einmal einen ,Alien aufbinden’, wie ich denke? Diese Bilder sagen eigentlich alles. Und das sollte auch jeder Mediziner und jeder medizinische Laie in Peru erkennen! Hier ist wohl eher von modifiziert als von mumifiziert zu sprechen.

Wenn man nicht die ganze Welt der Grenzwissenschaft wachsam im Auge behält, immer hinterfragt und sich diverse ,Sensationen’ genau ansieht (wenn man daran überhaupt Lust und Interesse hat) – gibt es bald nur noch Lug und Trug …”

Damals war nicht absehbar, dass die Story um den Fund einer angeblichen Alien-Mumie sechs Monate später in so einem Chaos gipfelt, das augenblicklich aus Südamerika zu erfahren ist. Nachdem in Peru angeblich ein kleine Alien-Mumie und ein kleiner Alien-Schädel gefunden wurden, tauchte alsbald noch eine riesige Alien-Hand mit drei langen Fingern auf.

Scheinbar aber nur, damit die “Mystery-Forscher” in Peru einige Zeit später eine komplette Mumie eines vermeintlichen Außerirdischen der stauenden Welt präsentieren konnten. Ebenso gefunden in Nazca, wie es heißt, und diesmal sogar fast 1,70 Meter groß. Unlängst hat man diese weibliche Alien-Leiche “Maria” getauft.

Röntgenbild der angeblichen nur 21 Zentimeter kleinen Alien-Leiche: Ein Blinder sieht die Manipulationen! – Zur Großansicht anklicken (Bild: YouTube-Screenshot / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Röntgenbild der angeblichen nur 21 Zentimeter kleinen Alien-Leiche: Ein Blinder sieht die Manipulationen! – Zur Großansicht anklicken (Bild: YouTube-Screenshot / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

Doch dieser Alien-Fund war aufgrund der zuvor in Peru präsentierten Riesen-Hand und Mini-Mumie schon längst nicht mehr ernstzunehmen, wie ich es HIER beschrieben habe.

Frankenstein 2.0

Nachdem beispielsweise die erste Mumie dieser Story, der “Mini-Alien”, meiner Meinung ganz eindeutig aus echten Knochen zusammengebastelt war, wäre es bei dem “großen Alien” ebenso möglich. Das heißt, dass hier illegale Grabräuberei eine Rolle spielen würden.

Allerdings wäre das auch der Fall, wenn diese Funde authentisch wären. Denn sie wurden nicht von regulären Archäologen bei offiziellen Grabungen gefunden und geboren. In ersten Videos und Interviews zu der ersten vermeintlichen Alien-Mumie aus Peru war sogar eindeutig von Grabräubern die Rede. Oder, netter ausgedrückt, von “Hobby-Archäologen”.

In Peru ist es nicht anders, als in anderen Ländern der Erde: Archäologische Funde und Grabungen sind Sache der Behörden. In Peru ist es das “Ministerio de Cultura”, in dessen Aufgabenbereich solche Entdeckungen fallen. Wenn aber nun bei der neuen Alien-Mumie echte Knochen von Menschen/Mumien verwendet wurden, muss das peruanische Ministerium reagieren. Diese können nur aus einer Raubgrabung stammen.

Selbstverständlich können man dann auch anhand solcher verwendeten Knochen (der auch in Peru sehr zahlreich vorkommenden Mumien) wunderschön eine C14-Datierung vornehmen. Also mittels der Radiokarbondatierung das Alter der vermeintlichen Alien-Leiche bestimmen. Auch DNA-Analysen sind so möglich. Nimmt ein Betrüger Teile einer 2.000 Jahre alte Mumie, um daraus eine Alien-Mumie zu “basteln”, würde auch die C14-Datierung bestätigen, dass dieser “Außerirdische” eben 2.000 Jahre alt ist. Et voilà – eine Sensation …

Und das wurde auch bei der Mumie gemacht. Die fragwürdige Kreatur soll nach dieser Datierung etwa 1.750 Jahre alt sein, wie Gaia.com in einem Video berichtet. Der Genetiker Dr. Michael Aseev von Institut für Molekular-Genetik der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau wiederum sagte nach der Untersuchung einer Mumien-Probe in einem weitere Video von “Gaia”:

Durch die DNA-Probe der Mumie, die jetzt Marie genannt wird, konnten wir feststellen, dass dies eine Frau ist. Das Y-Chromosom fehlt.

Mystery Files Gerüchteküche, Folge #3: Mini Alien Mumien und UFOs in Peru gefunden? (Bild: gemeinfrei / L. A. Fischinger)
VIDEO: Mystery Files Gerüchteküche, Folge #3: Mini Alien Mumien und UFOs in Peru gefunden? (Bild: gemeinfrei / L. A. Fischinger)

Doch weder das Alter der Probe noch die genetische Analyse dieser sagten irgendwas über eine “außerirdische Natur” der Mumie! Vielmehr zeigen diese, dass die Truppe sowie die fragwürdige Seite bzw. die Video-Arbeit von “Gaia” nicht davor zurück schrecken, echte Menschenteile für ihre Machenschaften zu nutzen. Mit die Ziel…Geld zu verdienen.

Dr. Konstantin Kototkow, der in diesem Zusammenhang ebenso wieder dabei ist, ist auch ganz interessant. Er hat eine Kamera entwickelt, die angeblich die Aura von Menschen, Tieren und Pflanzen fotografieren kann (sog. “Kirlian-Fotografie”). Diese bietet er für rund 850 Dollar an. Neben zahlreichen anderen Produkten, Software, Seminaren, Kursen usw.

Herr Staatsanwalt, übernehmen Sie!

Und so hat auch das “Ministerio de Cultura” von Peru vor einigen Tagen bekannt gegeben, dass Ermittlungen gegen die “Mystery-Forscher” eingeleitet wurden. Aufgrund “krimineller Attentate gegen archäologische Denkmäler” in Peru. Folglich: Beschädigung und Plünderung von archäologischen Stätten und Kulturgütern. Würde die Behauptung der Mumien-Faker, sie würden um die 20 solcher Alien-Leichen besitzen, stimmen, wäre das Ausmaß dieser dreisten Machenschaften kaum abschätzbar.

Ebenso sei bei der ganzen Sache zu bedenken, dass die Beteiligten online, etwa bei Facebook und YouTube, auch mal gerne Pseudonyme nutzen. Zumindest sind nicht wenige Postings und Videos in den Sozialen Netzwerken von anonymen Nutzern online gestellt worden.

Geld für die Alien-Mumien von Nazca in Peru
Geld für die Alien-Mumien von Nazca in Peru …

Das war auch bei einer Crowdfunding-Kampagne Anfang 2017 von Thierry Jamin so. Gesammelt werden sollte bei dieser Kampagne und Untersuchungen wie GEN-Analysen für die erste kleine Alien-Mumie, den kleinen Alien-Schädel und die Hand. Ziel waren 29.000 Dollar und zusammengekommen waren: 39.510 Dollar.

Der Anwalt Alberto Alfredo Urbano Jaciento, der unter anderem für die Verwaltung der archäologischen Bereiche um Nazca zuständig ist, äußerte ebenso bedenken. Es sei, so Jaciento, nicht möglich, diese Mumie einem Fundort auf oder um die Hochebene von Nazca zuzuordnen. Vor allem betonte er, dass die Internet-Videos der Untersuchungen, der Probe-Entnahmen und die Proben an sich etc. keinerlei Beweiskraft hätten.

“Es ist nicht möglich festzustellen”, so Janiento zu den Videos, “dass die Proben oder Artefakte (wenn sie echt sind) den Beweis erbracht haben, dass sie fremdartigen oder überhaupt archäologischen Charakter haben”.

Damit ist der neueste Fall von Alien-Mumien wohl ein Fall für den Staatsanwalt.

Ich frage mich wirklich, wie man mit seinem Namen und Gesicht an die Öffentlichkeit gehen kann, um solche Storys zu verbreiten?!

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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“Alien-Mumie” in Südamerika gefunden: DNA-Untersuchungen sollen Klärung bringen. Ein genauer Fakten-Check

Erneut "Alien-Mumie" in Südamerika gefunden - diesmal in Nazca ... (Bild Thierry Jamin Screenshot facebook.com thierry.jamin)
Erneut “Alien-Mumie” in Südamerika gefunden – diesmal in Nazca … (Bild Thierry Jamin Screenshot facebook.com thierry.jamin)

Wiedereinmal macht eine angebliche Mumie eines Aliens die Runde, die diesmal in Peru gefunden worden sein soll. Zwar ist der Fund bzw. die beiden “Aliens” noch nicht so sehr in der englischen und deutschen Grenzwissenschaft bekannt, aber im spanischsprachigen Internet sehr wohl. Dort sowie in den südamerikanischen Medien werden diese Funde bereits seit einigen Woche diskutiert. Zumal es augenscheinlich erste medizinische Untersuchungen der “Alien-Mumie” in Cusco, Peru, gab (Röntgenaufnahmen), die einen Fake aus anorganischen Materialien ausschließen sollen. Aber wie bei praktisch jeder Entdeckung dieser Art gibt es mehr Fragen als Fakten dazu. Hier sollen deshalb Fakt und Fiktion zu der “Alien-Mumie” und dem dazugehörigen “Alien-Schädel” aus der Wüste von Peru einmal genau vorgestellt werden.

 

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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Spontan fallen mir mehr als ein halbes Dutzend angeblicher “Alien-Mumien” ein, die in den letzten Jahre entdeckt wurden. Mal begleitet von großem Interesse innehab der Grenzwissenschaft und teilweise auch Mainstreampresse, mal standen diese “Wesen” eher beiläufig im Fokus des Mystery-Interesses.

“Stammleser/Innen” dieses BLOG und meiner Veröffentlichungen wissen, dass solche angeblichen Alien-Leichen aus der ganzen Welt durchaus spannendes Themen sein können. So könnte es vielleicht auch bei diesem neuen Fund aus Peru in Südamerika sein, der im spanischen Internet kursiert.

Obwohl ich persönlich, dies sei vorweg deutlich gesagt, auch diese Entdeckung nicht für eine “Alien-Mumie” halte. Ich halte sie nicht mal für eine echte Mumie, da hier wohl eher von modifiziert als von mumifiziert zu sprechen ist …

Riesen Schädel – riesen Augen – mini Füßchen

Die Herkunft der angeblichen Mumie eines fremden Wesens ist (wiedermal) nicht eindeutig. Vor allem auch deshalb, da es mindestens zwei “Alien-Mumien” gibt, die hier in Peru aufgetaucht sind. Ich bin sicher, dass dieser Umstand noch für Verwirrung sorgen wird, sofern diese Funde es  in die deutsche Gemeinde der Grenzwissenschaft schaffen.

Zumindest aber sollen sie in Nazca bzw. “in der Wüste im südlichen Peru” gefunden worden sein. Wobei die Hochebene von Nazca in Peru mit ihren Scharrbildern natürlich jeder grenzwissenschaftlich Interessierte kennt. Bekannt ist diese 21 Zentimeter winzige Mumie (nennen wir sie mal weiterhin so) bisher jedoch nur im spanischen Internet und dort vor allem auf entsprechenden Facebook-Seiten. Hier ist vor allem Thierry Jamin der Mystery-Gruppe “Paititi” zu nennen, der schon seit spätestens 16. November 2016 bei Facebook von dieser “außergewöhnlichen archäologischen Entdeckung” schreibt, die “im Süden von Peru zu Beginn des Jahres 2016” gemacht worden sein soll.

Angeblich, so heißt es auch , seien die Entdeckungen in einer verschlossenen Höhle gemacht worden, in der verschiedene Steinsarkophage standen. In diesen Särgen wiederum befanden sich verschiedene Leichname oder Mumien “unterschiedlicher Größen und Spezies”. Darunter auch der “Mini-Alien” und ein einzelner “Alien-Kopf”.

Auch der peruanische Fernsehsender “CTC” aus Cusco berichtetet in diesem Jahr von den “außergewöhnlichen Entdeckungen” und machte sie so weithin in Südamerika bekannt. Dies geschah bereits in dem “News Report” des Senders am 6. Oktober, in dem sie auch den anonymen Finder/Grabräuber/Archäologe mit dieser Mumie interviewten. Eine Tage später ist dieses Interview auch von “CTC” bei YouTube hier hochgeladen worden.

Die angebliche "Alien-Mumie" aus Peru (Bild CTC Cusco / YouTube-Screenshot)
Die angebliche “Alien-Mumie” aus Peru – Zur Großansicht anklicken (Bild: CTC Cusco / YouTube-Screenshot)

Nur anhand eines TV-Beitrages aus Peru wäre dieser “außerirdische Gnom” an dieser Stelle nicht von Interesse. Doch am 12. Dezember wurde der Winzling in einem medizinischen Labor genauer untersucht. Das heißt, es wurden Röntgenaufnahmen von dem Kopf und der Mumie angefertigt, wie unter anderem Thierrey Jamin auf seiner Facebook-Seite berichtete. Dazu schreibt er:

Die Meinung der radiologischen Ärzte ist klar: Es handelt sich tatsächlich um einen mumifizierten Kopf aus Fleisch und Blut. Es kann sich nicht, in keinster Weise, um Betrug oder einen Kopf aus Holz, Plastik oder Pappe handeln. Die Details der Röntgenaufnahmen gehen in Richtung Echtheit dieses ,Relikt’“.

Weiter heißt es, dass jetzt nicht nur Institute für C14-Untersuchungen des Fundes gesucht werden, sondern auch für DNA-Analysen des Körpers. Diese könnten die Röntgenuntersuchungen des Arztes Dr. Edson Salazar Vivanco weiter führen und so die Echtheit des Fundes bestätigen oder eben widerlegen. Auch der bekannte Mystery-Autor Brien Foerster aus den USA ist in diesem Zusammenhang aktiv, da auch er um eine Untersuchung der Funde bemüht sei.

Tatsächlich hat Dr. Vivanco seit dem 3. Dezember Fotos und Videos auf sein Facebook-Profil hochgeladen, die die Mumie sowie die Röntgenaufnahmen dieser zeigen. Die Mumie sei “wirklich erstaunlich”, so Dr. Vivanco, und habe klar ein humanoides Aussehen. Das seht Ihr ja auch auf dem Bild oben – aber dazu gleich mehr.

Dr. Vivanco schrieb bei Facebook dazu:

“Der Körper befindet sich in mumifizierten Zustand und  hat eine schwammige (oder mürbe, LAF) Struktur. Es sind Details der Haut und der Knochen zu erkennen, die den unseren ähneln, und hat einen überproportionalen Kopf, einen Hals, Brust, Wirbelsäule, drei Rippen, Becken und Extremitäten.”

“Drei Rippen” ist hier eine etwas verwirrende Aussage. Die Röntgenbilder, die etwa in diesem Video zu sehen sind, zeigen drei Rippen auf jeder Seite.

“Zieht Eure eigenen Schlussfolgerung”

Was soll man davon jetzt halten? Dr. Vivanco rät seinen Lesern bei Facebook, selber Schlüsse zu ziehen. Jäger das Phantastischen machen das doch zu gerne.

Bei Facebook und bei YouTube finden sich inzwischen in spanischen Beiträgen eine ganze Reihe von Fotos und Videos dieses angeblichen Außerirdischen (s. auch hier). Dabei fällt schnell auf, dass hier eindeutig zwei unterschiedliche “Figuren” untersucht wurden. Zum einen die nur 21 Zentimeter kleine “Alien-Mumie” oben auf dem Bild, zum anderen nur ein einzelner Schädel ohne Körper. Dieser einzelne Schädel ist es auch, von dem die meisten Details zu sehen sind:

Die angeblichen Alien-Leichen aus Peru - Zur Großansicht anklicken (Bilder: E. Vivanco / Collage: L. A. Fischinger)
Die angeblichen Alien-Leichen aus Peru – Zur Großansicht anklicken (Bilder: E. Vivanco / Collage: L. A. Fischinger)

Schaut man sich die Röntgenaufnahmen der vollständigen Mumie einmal an (siehe unten), dann scheint die mumifizierte “Alien-Leiche” tatsächlich auch Knochen zu bestehen. Doch der Körper erscheint auf den Bildern wie aus verschieden Knochen zusammengesetzt zu sein, was auch die Aufnahmen des Senders “CTC” des Körpers selber nahelegen. Also: gefälscht. Schon allein die “Wirbelsäule” und die beiden “Schlüsselbeine” erwecken zumindest bei mir den Eindruck eines plumpen Schwindels.

Interessant ist natürlich auch der einzelne “Alien-Schädel“, der oben links in der Collage zu sehen ist. In einem YouTube-Video vom 21. November soll zu sehen sein, wie der Schädel aufgefunden ausgesehen hat. Er war dabei von festem Erdreich bzw. Sand umgebenen gewesen und das Video zeigt, wie vollkommen dilettantisch mit einem Zahnstocher (und ohne Handschuhe, wie bei fast allen Fotos/Videos auch zu sehen) der sonderbare Kopf vom Schmutz befreit wird.

Man sieht weiter, dass offenbar mit einem Seitenschneider (“Kneifzange”) und einem Teppichmesser dann die Haut aufgeschnitten wurde und so der eigentlich Knochen zum Vorschein kam. Ebenso wird im Video mit einem Zahnstocher Baumwolle (heißt es) aus dem Schädel entnommen und später zeigt der Film die Röntgenuntersuchungen. Jedoch die Röntgenaufnahmen der vollständigen “Alien-Mumie” und nicht des zuvor “sezierten” Schädels …

Auf eine Einbindung dieses Videos an dieser Stelle verzichte ich mal.

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Eine tote Katze?

Um eventuellen Verwechselungen wirklich vorzubeugen, hier ein Film-Screenshot beider Funde nebeneinander:

Die angeblichen "Alien-Leichen" im Vergleich - Zur Großansicht anklicken (Bild: YouTube-Screenshot)
Die angeblichen “Alien-Leichen” im Vergleich – Zur Großansicht anklicken (Bild: YouTube-Screenshot)

Einweghandschuhe kennt man in Peru scheinbar nicht oder besser gesagt selten. Nicht sehr förderlich, wenn doch eine C14-Datierung und eine DNA-Analyse der seltsamen Funde angedacht ist. Und immerhin sucht selbst Dr. Vivanco auf seinem Facebook-Profil nach Unterstützung, da die Untersuchungen 7.000 Dollar oder mehr kosten würden.

Die Röntgenbilder des einzelnen Schädels, der offenkundig zumindest im Inneren tatsächlich ein Schädel ist, könnten vielleicht ein wenig dieses südamerikanische Mysterium erhellen. Es könnte sich um einen bearbeiteten/manipulierten Schädel einer Katzenart handeln, wenn man einmal die Bildersuche bei Google zum Vergleich bemüht. Vielleicht sogar einer einfachen Hauskatze, bei der der Unterkiefer fehlt. Durch den entfernten Unterkiefer, ein nicht gerade kleiner Knochen im Kopf einer Hauskatze, erscheint ein Katzen-Schädel tatsächlich absurd länglich und “außerirdisch”. Die Haut und das Alien-Gesicht wurden dann um diesen Schädel herum “modelliert”.

Man sollte diesem “Alien-Schädel” auch mal in die Augen blicken: Was sollen diese absurden Querlinien auf oder in den Augen der “Alien-Mumie“?! Ebenso sind die Röntgenaufnahmen des vollständigen Zwerges alles andere als beeindruckend oder beweiskräftig. Selbst die unterschiedlich aussehende Wirbelsäule erscheint hier, als habe man sie aus mindestens zwei Knochen zusammengesetzt – inklusive einem “Gelenk” dazwischen. Da, wo beim Menschen das Steißbein sitzt, ist bei dem “Außerirdischen” übrigens seine Wirbelsäule augenscheinlich abgebrochen.

In diesem Zusammenschnitt aus zwei Bildern habe ich mal die entsprechenden “Stoßkanten” und die “Abbruchkante” der Knochen markiert:

Röntgenbild der angeblichen nur 21 Zentimeter kleinen Alien-Leiche (Bild: YouTube-Screenshot / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Röntgenbild der angeblichen nur 21 Zentimeter kleinen Alien-Leiche – Zur Großansicht anklicken (Bild: YouTube-Screenshot / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

Wer will uns hier wieder einmal einen “Alien aufbinden”, wie ich denke? Diese Bilder sagen eigentlich alles. Und das sollte auch jeder Mediziner und jeder medizinische Laie in Peru erkennen! Hier ist wohl eher von modifiziert als von mumifiziert zu sprechen.

Wenn man nicht die ganze Welt der Grenzwissenschaft wachsam im Auge behält, immer hinterfragt und sich diverse “Sensationen” genau ansieht (wenn man daran überhaupt Lust und Interesse hat) – gibt es bald nur noch Lug und Trug …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Interessantes zum Thema:

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Lloyd Pye verstorben: Das angebliche Alien-Kind “Starchild” und die deformierten Totenschädel der Ancient Aliens (Artikel & Video)

Lloyd Pye verstorben: Das "Starchild" und die Schädel der Außerirdischen (Bild: L. Pye / gemeinfrei / Montage L. A. Fischinger)
Lloyd Pye verstorben: Das “Starchild” und die Schädel der Außerirdischen (Bild: L. Pye / gemeinfrei / Montage L. A. Fischinger)

Vor Jahrtausenden pflegten unsere frühen Vorfahren rund um den Globus einen sehr sonderbaren Brauch. Egal ob im alten Ägypten, China oder bei den frühesten Kulturen in Südamerika vor über 5.000 Jahren – weltweit haben Archäologen menschliche Schädel ausgegraben, die auf unnatürliche und bizarre Art und Weise verformt sind bzw. wurden. Ein unheimliches „Schönheitsideal“, das in der Medizin auch „Schädelasymmetrie“ und umgangssprachlich „Turmschädel“ (Turrizephalis) genannt wird. Zu meinem aktuellen Video auf meinem Grenzwissenschaft-YouTube-Kanal zum Thema „Starchild“ des am 9. Dezember 2013 verstorbenen US-Prä-Astronautiker Lloyd Pye – hier ein ergänzender Artikel (das Video findet Ihr am Ende des Artikels).

Lloyd Pye verstorben: Das angebliche Alien-Kind “Starchild” und die deformierten Totenschädel der Ancient Aliens (Artikel & Video) weiterlesen

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Der Stab des Moses und die Bundeslade: ich habe mir den “echten” biblischen Zauberstab einmal angesehen

Der Stab des Mose und die Bundeslade (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Moses und die Bundeslade aus dem Buch Exodus der Bibel – ein faszinierendes Thema! (Bild: L. A. Fischinger / gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Ich bin heute ein Erbsenzähler! Also einer jener Menschen, von denen die Prä-Astronautik-Legende Erich von Däniken immer sagt, dass nicht sie die Welt verändern, sondern die Phantasten. Von Däniken sagte einst auch “Mythen sind Reportagen” und als Jäger des Phantastischen sehe ich das durchaus ebenso. Und zu einigen dieser Mythen sollen bis heute greifbare Relikte erhalten sein. So auch der “Stab des Moses” oder “Gottesstab”, mit dem er und sein Bruder Aaron laut Bibel Wunder vollbrachten. Dieser Stock soll noch immer in der Türkei existieren, denn laut dem Alten Testament wurde der Stab einst als Andenken in die legendäre Bundeslade gelegt. Aber, da die Maße der Lade Gottes überliefert sind,  passen Lade und der “Türkische Gottesstab” überhaupt zusammen? Ich habe mit den Zauberstab der Bibel in Istanbul einmal angesehen …


Ich habe auf meinen Reisen hin und wieder wirklich “seltsame Dinge” gesehen. Nein, leider nicht die eingangs erwähnte Bundeslade – aber eine Reliquie, die damit im direkten Zusammenhang steht. Und Reliquien gehören zweifellos zu den “seltsamen Dingen dieser Welt”.

Doch der Reihe nach: Moses Berufung

Im der Bibel steht beschrieben, dass der Herr Moses nach Ägypten schickte um dort das Volk der Hebräer aus der Knechtschaft zu befreien. Diese Berufung geschah während der Begegnung am “brennenden Dornbusch” im Buch Exodus. Nach den Schriften war Moses mit dieser göttlichen Mission allerdings so gar nicht einverstanden. Er hielt sich für “unwürdig” oder “unfähig” persönlich nach Ägypten zu gehen, um dort Gottes Auftrag zu erledigen. Immerhin war er einst von dort sogar nach der Ermordung eines Ägyptens geflohen! Nun lebte er in der Fremde mit seiner Familie als Schafhirte und führte ein neues Leben.

Dass ihm dann ein Gott erschien und eine derartige Aufgabe von Moses fordertet, passte ihn nicht wirklich.

Selbstverständlich gehört zu jedem guten Hirten auch ein Hirtenstab – so auch bei Moses. In der epochalen Berufungsgeschichte am “brennenden Dornbusch” heißt es zu diesem Stab des Propheten zum Beispiel:

Da antwortete Mose und sprach (Zum Herrn): Und wenn sie mir nicht glauben und nicht auf mich hören, sondern sagen: Der Herr ist dir nicht erschienen? Der Herr sprach zu ihm: Was hast du in deiner Hand? Er sprach: Einen Stab! Da sprach er: Wirf ihn von dir auf die Erde! Und er warf ihn auf die Erde; da ward er zur Schlange.

Und Mose floh vor ihr. Aber der Herr sprach zu Mose: Strecke deine Hand aus und ergreife sie beim Schwanz! Da streckte er seine Hand aus und hielt sie. Und sie ward zum Stab in seiner Hand. (…) (Der Herr sagte:) Diesen Stab nimm in deine Hand! Mit ihm wirst du die Zeichen vollbringen.” (Ex. 4,1-17)

Mit Stock über Stein zurück nach Ägypten!

Als Moses daraufhin nach Gottes Willen wieder nach Ägypten zog, um seine göttliche Mission zu erfüllen, hatte er den “Gottesstab” – so nennt ihn die Bibel – in den Händen mit dabei (Ex. 4,20). Das sollte man auch erwarten, wenn der Herr es ihm schon persönlich befiehlt.

Berühmt ist hier vor allem die Geschichte, wie der Stab sich vor den Augen des Pharao und seiner Magier in Ägypten in eine Schlange verwandeln konnte. Weniger jedoch, dass, wie oben gesehen, er diesen Zauber von Gott persönlich während seiner Berufung gezeigt bekam. Es war übrigens auch Aaron, der Bruder des Moses, der dieses Schlangenwunder mit dem Zauberstab vor den Augen des Pharao vollbrachte. Nicht Moses selber (z. B. Ex. 7,12).

In dem weltbekannten monumentalen Spielfilm “Die Zehn Gebote” (1956)  mit Charlton Heston als Moses wird sogar gezeigt, dass Moses den Stab von einem ägyptischen Prinzen selber bekommen haben soll. Eine Erfindung von Hollywood.

Aber Gleiches wie bei dem Schlangenwunder durch Aaron gilt auch bei den Plagen im Lande Ägypten, die den König dort zur Freilassung der Hebräer zwingen sollten (und letztlich auch zwangen). Zum Beispiel bei der “Mückenplage”, zu der wir im Alten Testament lesen:

“Da sprach der Herr zu Mose: Sage zu Aaron: Strecke deinen Stab aus und schlage den Staub auf der Erde, dass er in ganz Ägyptenland zu Mücken werde.” (Ex. 8,16)

Auch die beliebte Darstellung, dass Moses beim Exodus aus Ägypten nur seinen Stab erhoben hat, um so einen trockenen Weg durch das Meer zu öffnen, ist eigentlich nicht unbedingt korrekt. Zwar hob er tatsächlich seinen Stab (eigentlich später: “streckte seine Hand”), aber noch im gleichen Vers (Ex. 14,21) erfahren wir, dass der Herr “die ganze Nacht” den Wind schickte und so das Wasser beim Meerwunder zu teilen.

Im weiteren Verlauf des Exodus spielt der Zauberstab immer wieder eine Rolle, was hier jedoch nicht von Interesse sein soll.

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Im 4. Buch Moses (Kapitel 17) dann wird es spannend: Gott sagt zu Moses, dass er von jedem der 12. Stämme der Kinder Israels einen Stab nehmen und diese vor die Bundeslade legen soll. Auch den Stab Aarons. Jener Stab, der dann neue Triebe austreiben würde, den habe der Herr auserwählt. So sagt es die Bibel. Und, oh Wunder, es war der Stab des Aaron. Er hatte frische Blüten, schlug Wurzeln und trug sogar “reife Mandeln” (Lev. 14,8).

Studieren wir die Bibel weiter erfahren wir, dass dieser Stab des Aaron in die Bundeslade gelegt wurde. Etwa heißt es in Hebräer, Kapitel 9, Vers 4:

“(…) und die Bundeslade, allenthalben mit Gold überzogen, und in dieser war der goldene Krug mit dem Manna und die Rute Aarons, die geblüht hatte, und die Tafeln des Bundes.”

Dieser Vers (und ein anderer) ist es übrigens auch, der in dem Bundeslade-Abenteuer-Kinofilm von “Indiana Jones” zu der Aussage führte, dass die Tafeln mit den zehn Geboten in der Lade liegen.

Manna stinkt nicht!?

Einen “Krug mit dem Manna”?

Das ist schon sehr komisch: Manna war laut dem Alten Testament eine wundersame Speise Gottes, die die Hebräer beim Exodus aßen. Beim “Manna-Wunder” im Buch Exodus (Kapitel 16) steht, das Moses seinen Bruder angewiesen habe, dass ein Krug mit dieser göttlichen Speise in die Bundeslade zu tun sei. Als Erinnerung an das Wunder für die Nachkommenschaft (Ex. 16,32-34). Ein “Gomer” Manna soll in diesem Krug gewesen sein, was rund vier Litern entspricht.

Auch hier ein Fall zum “Erbsen zählen”: Seltsam ist nämlich dabei nicht nur, dass Vers 20 klar sagt, Manna sei nach einem Tag schlecht und stinkt, sondern auch, dass die Bundeslade zu dieser Zeit laut Bibeltext noch überhaupt nicht existiert haben soll. Sie wurde angeblich erst später beim Exodus nach einem Modell Gottes am heiligen Berg gebaut. Dort, wo es auch die zehn Gebote gab, die dann in die Lade gelegt worden sein sollen.

Also eine Bundeslade in der Bibel bevor sie laut dem Buch Exodus überhaupt gezimmert wurde.

Einfach phantastisch

Das Thema Bundeslade und die Mysterien der Bibel an sich finde ich seit Anbeginn meiner Beschäftigung mit den Rätseln der Welt mehr als spannend. Das zeigt auch mein zweites Sachbuch zu diesen Themen von 2015. Und darum habe ich bereits 1997 in meinem Buch „Götter der Sterne: Bibel, Mythen und kosmische Besucher“ dem Thema Lade Gottes zwei umfangreiche Kapitel gewidmet.

Darum stand bei einer Reise nach Istanbul wieder ein Besuch des berühmten Topkapi-Palast auf dem Plan. Dort finden sich neben vielen wundervollen Schätzen auch heilige Reliquien der Muslime – von Barthaaren des Mohammed bis zu einigen Waffen von ihm. Ähnlich wie das christliche Abendland voller heiliger Reliquien in Kirchen usw. ist.

Auch die in der Prä-Astronautik berühmte Karte des Piri Reis befindet sich dort. Aber es findet sich in diesem Palast auch jener angeblich “echte” Wunderstab, den Moses bei seiner Berufung am brennenden Dornbusch bekam (oder der von Gott dort “verzaubert” wurde). Auch wenn laut Bibel der Stab Aarons in die Lade gelegt wurde, wie oben zitiert. Nicht der des Moses.

Jedoch nennt der Koran (7. Sure, Vers 107) beim “Schlangenwunder” vor dem Pharao auch den Stab/Stock des Mose. Zumindest aber soll in Istanbul einer dieser Stäbe bis heute, Jahrtausende nach dem Auszug der Hebräer, dieser zu bestaunen sein. Das Thema Reliquien, gleich welcher Religion, ist aber immer so eine Sache. Von “Heikel” über “Heilig” bis “Humbug” ist hier ohne Zweifel alles zu finden.

Passt nicht!

Da die Bundeslade laut dem Buch Exodus (25,10) 2,5 Ellen lang und 1,5 Ellen hoch und breit gewesen sein soll – fand ich es spannend, mal in Istanbul nachzusehen, ob denn der Stab des Aaron und/oder Moses überhaupt in die Lade des Bundes gepasst hätte. So, wie es die Bibel überliefert hat. Vorausgesetzt natürlich, dass in Istanbul auch eine echte Reliquie liegt und das Objekt dort wirklich vom Exodus stammt. Denn nicht nur die einstige Existenz von Moses und Aaron selbst ist alles andere als gesichert, sondern auch der Auszug der Hebräer an sich.

Grob gesagt war eine Elle 45 Zentimeter lang und damit wäre die Bundeslade 1,125 x 0,675 x 0,675 Meter groß gewesen. Vor Ort in der Türkei sieht man schnell, dass der dort als Stab des Moses hinter dickem Panzerglas ausgestellte dünne Ast kaum in die Lade gepasst hätte. Auch sieht er überhaupt nicht gerade wie ein typischer Hirtenstab des Nahen Ostens aus (Moses war Schafhirte bei seiner Berufung). Jedoch ist mir die exakte Länge des ausgestellten Stabes unbekannt. Augenscheinlich aber ist er zu groß.

Ebenso ist natürlich die exakte Größe der Lade unsicher.

Auch wäre es spannend zu erfahren, aus welchem Holz diese Reliquie besteht. Immerhin soll der Stab, wie weiter oben zitiert, aus Mandelholz gewesen sein. Von einer C14-Datierung der heiligen Reliquie ganz zu schweigen. Es ist immer heikel Reliquien auf ihre Authentizität hin zu überprüfen. Immer bleiben Fragen über ihre Herkunft, über ihr Alter oder schlicht und einfach über ihren Sinn.

Man denke an Reliquien wie die Windeln oder Vorhaut von Jesus Christus, das Grabtuch von Turin und der Schleier von Manoppello oder auch die Tilma von Guadalalupe

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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