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Wo ist die Nase der Sphinx wirklich geblieben? (+ Videos)

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Wo ist die Nase der Sphinx wirklich geblieben? (Bild: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)
Wo ist die Nase der Sphinx wirklich geblieben? (Bild: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)

Die riesige Sphinx von Gizeh ist heute eigentlich nur noch ein Schatten ihrer selbst. Trotz vieler Restaurierungen ist deutlich zu sehen, dass der Zahn der Zeit arg an ihr nagte. Aber nicht nur der, denn offensichtlich wurde ihr irgendwann von irgendwem die Nase abgeschlagen. Wer aber war wann genau dafür verantwortlich? Was sagen die Ägyptologen und haben sie Beweise? Eine Spurensuche nach dem berühmtesten, fehlenden Riechorgan der Welt.


Die Nase der Sphinx in französischen Aufzeichnungen

Stolz steht sie dank zahlreicher Ausgrabungen und Restaurierungen vor den Pyramiden von Gizeh: Die große Sphinx! Und groß ist sie mit 73,5 Metern Länge inklusive 15 Metern Vorderbeinen, rund 20 Metern Höhe und ihren etwa 6 Meter breiten Kopf (mit Kopftuch) tatsächlich. Erbaut hat sie, so die übliche Zuordnung der Archäologen, der Pharao Chephren, der die gleichnamige Pyramide von Gizeh baute.

Doch die Statue hat offensichtlich ein Schönheitsmakel, da ihr die Nase fehlt. Wo aber ist die Nase der großen Sphinx von Gizeh geblieben? Wer hat sie wann und warum so entstellt?

Historisch bewanderte Gesichts- und Archäologie-Interessierte kennen die Antwort: Die Sphinx stand mindestens 2.500 Jahre samt ihrer Nase vor den Pyramiden von Gizeh. Unter der legendären Königin Kleopatra kam es jedoch um das Jahr 50 vor Christus auf dem Gizeh-Plateau zu einem Vorfall, der der Statue die Nase kostete. Drei Gallier aus dem Norden Frankreichs erreichten Ägypten, da sie im Auftrag einer verdeckten Operation der berühmten Herrscherin Kleopatra und ihrem Baumeister mit ihrem Können bei einem Bauprojekt helfen sollten.

Diese Fremden waren ein Stammeskrieger, ein Magier, ein sogenannter Druide, der in der weltbekannten Bibliothek von Alexandria heute verschollene Dokumente einsehen wollte, und ein Megalithbauer. Letzterer, der laut den Aufzeichnungen der französischen Chronisten Goscinny und Uderzo den Namen “Obelix” trug, bestieg ohne Erlaubnis die Sphinx – und brach dabei die Nase ab. Eine von dem Megalithbauer vorgeschlagene Reparatur war nicht mehr möglich. Um diese Tat zu vertuschen, verscharrten zwei der nordfranzösischen Germanen die abgebrochene Sphinx-Nase im Sand vor der Statue und behielten es für sich. “Hier macht bestimmt keiner Ausgrabungen”, war man sich sicher.

Kritiker behaupten, dass dieser alten Quelle nicht zu trauen ist, und die Anwesenheit der drei Gallier nicht belegt sei. Sie sehen hier ein Legende.

Zurück zur Wirklichkeit(?)

Mir persönlich ist die oben zusammengefasste Legende die liebste. Und sicher kennt sie jeder Mystery-Fan. Die einzige augenscheinliche Tatsache ist in dieser Geschichte natürlich die fehlende Nase. Dass “bestimmt keiner Ausgrabungen” vor der Sphinx bzw. zwischen ihren Vorderpranken macht, hatte sich natürlich nicht bewahrheitet. Im Gegenteil, denn dort sowie im gesamten Umfeld wird seit jeher gegraben.

Unter anderem tauchte bei diesen Ausgrabungen 1816 bis 1818 ein Stück des Bartes der Sphinx auf, das heute im Britischen Museum in London zu sehen ist. Von der Nase aber keine Spur.

Lange hielt sich der Mythos, dass Napoleon bei seinem Ägyptenfeldzug 1798 bis 1801 für die Beschädigung der Sphinx verantwortlich sei. Seine Soldaten hätten bei “Schießübrigen” mit Kanonen die Nase der Statue abgeschossen. Eigentlich ein Unding, denn bekanntlich war Napoleon ein Freund der Kultur des Alten Ägypten. Nicht nur, dass er zahllose Wissenschaftler und Zeichner mit ins Land brachte, sondern diese “Expedition” gilt heute für viele als der Beginn der Ägyptologie. Das Land am Nil sei die “Wiege der Wissenschaften” der Menschheit, so Napoleon Bonaparte. Letztlich verdanken wir dieser Expedition durch den Fund des Steins Rosette im Sommer 1799 sogar die Entzifferung der Hieroglyphen rund 23 Jahre später. Und einen regelrechten Boom des Interesses an Ägypten in Europa.

Die Nase war zu Napoleons Zeiten aber bereits weg. Christian VI., König von Dänemark und Norwegen, schickte bereits vor Napoleon eine “Expedition” nach Ägypten. Es war der Künstler Frederik Norden, der in seinem Auftrag 1737 und 1738 das Land bereiste und dabei unter anderem zahlreiche Bilder anfertigte. In Band 1 seines Berichtes “Voyage d’Egypte et de Nubie”, der 1752/55 erschien, finden sich auf mehreren Bildtafeln ab Seite XLV auch Zeichnungen der Sphinx. Hier fehlte die Nase bereits, so dass sie unmöglich von Napoleons Truppen zerstört worden sein konnte.

Bilderstürmer

Wo also ist die Nase und wann wurde sie zerstört?

Erstaunlicherweise können das die Ägyptologen nicht mit absoluter Gewissheit sagen. Zumal sie eben nie gefunden wurde oder auch nur Reste von ihr auftauchten. Sie verweisen aber häufig auf einen arabischen Historiker mit Namen al-Maqrizi, den treue Leser dieses Blog sicher kennen werden. Er verfasste unter anderem das mittelalterliche Geschichtswerk “Hitat”, das in Artikeln und YouTube-Videos bereits vielfach thematisiert wurde. Die darin enthaltenen Legenden und Überlieferungen sind, auch wenn das Werk erst rund 600 Jahre alt ist, in der Grenzwissenschaft und “alternativen Geschichtsforschung” immer wieder Thema.

Etablierte Ägyptologen nehmen die Sagen und angeblichen “Märchen aus 1001 Nacht” aus dem “Hitat” nicht wirklich ernst. Ernst nehmen sie aber eine andere Aussage des Historikers al-Maqrizi, in der er über den Verlust der Sphinx-Nase berichtete. Dies sei 1378 geschehen, also zu Lebzeiten des Chronisten al-Maqrizi, als ein vernarrtischer Moslem als “Bilderstürmer” gegen den Kult um diese Statue ankämpfte. Denn diese wurde in der ägyptischen Bevölkerung zum Teil noch damals als Gottheit verhert. Ein Unding für den strenggläubigen Scheich Mohammed Sajim al-Dahr.

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In ihrem Buch “Mythos Ägypten” (2006) schreibt die britische Ägyptologin Joyce Tyldesley zu der Überlieferung des al-Maqrizi:

Er (Pharao Thutmosis IV., dem die Sphinx einst im Traum erschienen sein soll, Anm. LAF) hätte jedoch keinerlei Verständnis für die mutwilligen Attacken des Sufi-Scheichs Sajim al-Dahr, des allzeit Fastenden, gehabt, der 1378 Gesicht und Ohren des Sphinx zu zerstören trachtete. Wiederum griff Horemachet (“Horus im Horizont”, den die Sphinx nach einigen Deutungen verkörpern soll, Anm. LAF) ein, um seine Statue zu schützen, und diesmal ließ er einem Sandsturm über ein benachbartes Dorf hereinbrechen. Die vom Sand heimgesuchten und über diesen Lauf der Ereignisse äußert aufgebrachten Dorfbewohner rächten sich, indem sie den Übeltäter lynchten.

Anders als viele andere Aufzeichnungen des al-Maqrizi wird dieser von vielen Forscher Glauben geschenkt. Auch wenn natürlich wohl niemand annimmt, dass “Horus im Horizont” als Rache einen Sandsturm schickte. Eher scheint es so, dass die lokale Bevölkerung noch damals die Statue ehrte, und diese den religiösen Bilderstürmer aus Wut über seine Tat erschlug. Vielleicht stimmt die Geschichte ja…

Abd al-Latif al-Baghdadi, ein 1163 in Bagdad geborener Gelehrter und Reiseschriftsteller, bereiste ab 1189 mehrere Jahren den Nahen Osten. Unter anderem auch Ägypten, als dieser ein paar Jahre in Kairo zu brachte. Er beschrieb unter anderem die Sphinx wie sie halb im Sand vergraben war und bemerkte nichts von einer fehlenden Nase. Sie schien also damals noch soweit intakt gewesen zu sein.

April, April

Während die Überlieferung des al-Maqrizi vielleicht zutrifft, haben Ägyptologen dafür keinen Beweis. Deshalb sorgte 2010 eine Meldung in ihren Kreisen für (kurzes) Aufsehen, die hierzulande unter anderem von “Spektrum der Wissenschaft” verbreitet wurde. Eine seit Jahrzehnten angesehenes Wissenschaftsmagazin. In dieser Meldung hieß es, dass man die Nase der Sphinx gefunden habe. Und zwar nahezu intakt in der Rosslyn-Chapel bei Edinburgh in Schottland.

Das ist eine weltbekannte Kirche, über die seit Jahrzehnten zahllose Spekulationen kursieren. Von Tempelrittern, einer dort versteckten Bundeslade und christlichen Geheimtexten bis zu der Aussage, dass ihre Gründer von dort später nach Nordamerika segelten. Fast 100 Jahre vor Kolumbus. Hier erreichten sie unter anderem die Insel Oak Island an der Küste Kanadas, in der sie bzw. die Templer ebenfalls Schätze versteckten. Möglicherweise kam letztlich sogar die Bundeslade dorthin. Offenbar ist die Kaptelle ein sehr geeigneter Ort für die Nase der Sphinx.

Denn den Berichten von damals nach befindet sie sich an einer Stelle an der Außenwand als “Nase Gottes” eingebaut und wurde lange Jahre nicht als das erkannt, was sie ist. Erst geologische Untersuchungen und neue Verfahren der Steinanalyse hätten durch einen Abgleich mit entsprechenden Datenbanken ergeben, dass diese Nase in Wahrheit die Sphinx-Nase ist. Herausgefunden habe dase ein Forscherteam um einen Geologen namens Samuel Gawith, wie es 2010 zu lesen war. Die Ergebnisse dieser “induktorhinalen Kernspinresonanzphlogoskopie” wurden damals angeblich auf einer Pressekonferenz von Gawith bekannt gegeben.

Das alles war ein Fake, der zum 1. April erschien. Also ein April-Scherz. Auch das Foto der Nase an der Fassade der Rosslyn-Kapelle war ein Schwindel. Ein Bildvergleich zeigte sehr schnell, dass hier überhaupt keine “Nase Gottes” angebracht ist. Sie wurde mittels Grafikprogramm einfach eingefügt.

Doch wer weiß: Vielleicht findet sich eines Tages das steinerne Riechorgan oder Reste von diesem doch noch. Irgendwo.

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“Die Juden bauten die Cheops-Pyramide!”: Woher kommt diese Idee – was sind die Fakten dahinter?

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Sollen wirklich die Juden die Cheops-Pyramide gebaut haben? Doch wer kommt warum auf diese Idee? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Sollen wirklich die Juden die Cheops-Pyramide gebaut haben? Doch wer kommt warum auf diese Idee? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Viel, sehr viel, wurde schon über die Pyramiden in Ägypten geschrieben und gesagt. Vor allem zur Cheops-Pyramide in Gizeh. Dabei begegnet man immer wieder der Behauptung, dass “die Juden” einstmals die Große Pyramide gebaut haben sollen. In Variationen kursiert diese Aussage seit Jahrhunderten und wird immer wieder aufgriffen. Woher aber stammt diese Behauptung, was steckt dahinter und weshalb äußerte sich sogar der bekannte Ägyptologe Dr. Zahi Hawass als Ägyptens letzter Pharao dahingehend? Und wie sieht es mit den Datierungen dieser Aussagen bzw. Ereignisse aus?


Sklaven für die Cheops-Pyramide

Wer wann und warum die Pyramiden in Ägypten baute, ist zumindest für die etablierten Archäologen klar. Es waren verschiedene Pharaonen vor zum Teil über 4.600 Jahren, die diese Monumente als Grabmal erbauten ließen. So sei die größte unter ihnen, die Cheops-Pyramide in Gizeh, von Pharao Cheops in der IV. Dynastie errichtet worden. Hier habe der Herrscher etwa 2580 vor Christus seine letzte Ruhe gefunden.

Soweit die gängige Lehrmeinung, die heute fast jeder kennt. Und natürlich haben sich schon die antiken Historiker und Chronisten Gedanken über diese Pyramide gemacht. Allen voran der Grieche Herodot, der um 450 vor Christus das Land am Nil bereiste. Ergebnis waren seine “Historien” in neun Bänden, in dessen Band II er ausführlich auch über die Cheops-Pyramide, ihren Bau und Pharao Cheops selber berichtet.

Eine darin enthaltene Aussage von Herodot wurde über 2.000 Jahre lang geglaubt und immer wieder zitiert. Demnach haben 100.000 Sklavenarbeiter im Dienst des Cheops die Große Pyramide erbaut. In Frondienst zwang sie der Herrscher für ihn zu arbeiten. Bis heute findet sich dies Angabe in unterschiedlichen Publikationen zur Cheops-Pyramide. Auch wenn sie längst durch Archäologen widerlegt wurde, uns keine Sklaven die Pyramide bauten.

Interessanterweise – dies am Rande – erfahren aber schon Kinder, dass hier Sklaven schuften mussten. Zumindest in der bei den Kids bis heute beliebten Buch-Serie “Was ist was?” in dem Band über Pyramiden.

Durch Herodot war das Märchen von den unterjochten und versklavten Arbeitern in der Welt. auch wenn er über 2.000 Jahre nach dem Bau der Cheops-Pyramide erst in Ägypten war und seine Geschichtswerke verfasste. Sklaven in Ägypten, da war doch was? So ist es. In Alten Testament im Buch Exodus lesen wir die phantastischen Geschichten rund um das Volk der Hebräer, dem Propheten Moses und dem Auszug des Volkes aus Ägypten. Denn hier haben die Hebräer unter der Knechtschaft des Pharao als Sklaven arbeiten und Städte bauen müssen.,

“Die Kinder Israels” als Sklaven des Pharao

Viele Jahre zuvor wanderten sie von Osten her in Ägypten ein, wo sie letztlich das Los der Fronarbeit traf. Doch die ersehnte Rettung nahte in Form von Moses. Er habe mit Gottes Hilfe (die legendären “Zehn Plagen”) das Volk der Israeliten bzw. Hebräer aus der Sklaverei in Ägypten befreien und in die Freiheit führen können. “Lass mein Volk ziehen!”, so die wiederholte Forderung von Moses gegenüber dem Herrscher von Ägypten. Und letztlich kapitulierte der Pharao vor der göttlichen Macht des Moses und entließ das Volk. Der Exodus begann. Dieses Volk sind die Vorfahren der heutigen Juden, wie wir sie alle kennen.

Also gab es sehr wohl, zumindest laut Bibel, Sklavenarbeiter im Alten Ägypten. Und im weiteren Sinn waren dies eindeutig Juden. Sie mussten unter den unmenschlichsten Bedingungen für den Pharao auf den Feldern arbeiten und Städte wie Ramses und Pitom hochziehen – immer die Peitsche im Rücken, und die Hoffnung ihr “Gott” würde sie bald erlösen. Irgendwann aber sah der ägyptische Pharao mit argen Bedenken auf die Entwicklung des israelitischen Volkes, denn das Haus Israel wuchs derart an, dass Ägyptens Führung einen Aufstand befürchtete. Laut Bibel wollte der Pharao daraufhin diese Sklaven dezimieren, da dieses Volk in seinem Land ganz einfach zu groß wurde (Ex. 1,15-22). Überlebt hat dabei Moses, der spätere Befreier.

Schaut man im 2. Buch Moses, dem Buch Exodus, nach, so erfahren wir aber an keiner einzigen Stelle auch nur eine Silbe davon, dass diese hebräischen Sklaven dieses Stammes Pyramiden gebaut haben sollen. Es ist konkret von zwei Städten die Rede, die sie als Sklaven mit Lehmziegeln errichtet haben sollen. Konkret heißt es – je nach Übersetzung:

Aber die Kinder Israels waren fruchtbar, regten und mehrten sich und wurden so zahlreich, dass das Land von ihnen voll wurde. Da kam ein neuer König auf über Ägypten, der nichts von Joseph wusste. Der sprach zu seinem Volk: Siehe, das Volk der Kinder Israels ist zahlreicher und stärker als wir. Wohlan, lasst uns kluge Maßnahmen gegen sie ergreifen, dass sie nicht zu viele werden; sie könnten sonst, wenn sich ein Krieg erhebt, womöglich zu unseren Feinden übergehen und gegen uns kämpfen und aus dem Land ziehen!

Darum setzte man Sklaventreiber über sie, um sie durch Lasten zu bedrücken; und sie bauten dem Pharao die Vorratsstädte Pitom und Ramses. Je mehr sie aber das Volk bedrückten, desto zahlreicher wurde es, und desto mehr breitete es sich aus, sodass ihnen vor den Kindern Israels graute. Darum zwangen die Ägypter die Kinder Israels mit Gewalt zum Dienst, und sie machten ihnen das Leben bitter mit harter Zwangsarbeit an Lehm und Ziegeln und mit allerlei Feldarbeit, lauter Arbeiten, zu denen man sie mit Gewalt zwang.” (Ex. 1,7-14)

Die Hebräer in Ägypten

Diese Behauptungen des Alten Testamentes sowie der später erfolgte Exodus sind seit hunderten von Jahren umstritten. Es ist unklar, was hier Wahrheit und was religiöse Propaganda ist. Die eindeutigen Fakten und Beweise für die Aussagen im Buch Exodus fehlen bis heute. Einschließlich der Figur des Moses und des Auszuges an sich. Einig ist man sich aber bei der Datierung der mutmaßlichen Ereignisse. Zwar nicht exakt, aber wenn sie so oder so ähnlich geschahen, dann grob um 1500 vor Christus. Oder 480 Jahre vor dem Bau des Tempel des Salomon in Jerusalem (der ebenso unbelegt ist), wie es das 1. Buch der Könige (6,1) behauptet.

Über 1.000 Jahre stand die Cheops-Pyramide zu diesem Zeitpunkt bereits. Die Bibel spart bekanntlich bei keinen Ereignissen mit Jahresangaben und angeblichen Datierungen. So auch in diesem Fall. In den Büchern des Alten und Neuen Testamentes erfahren wir, dass das Volk zum Zeitpunkt des Exodus 400 Jahre bereits in Ägypten lebte. Andere Angaben der Bibel sprechen von “zehn Generationen”, “vier Generationen”, “430 Jahre” und durch Berechnungen der Lebensalter gewisser Protagonisten kann man sogar von nur 215 Jahren ausgehen. Angefangen mit hebräischen Stammvätern wie Joseph, die im Land der Pyramiden siedelten.

Welche Angaben auch zutreffen mögen, bei allen stand die Cheops-Pyramide schon. Wie auch praktisch alle anderen. Die Hebräer, Israeliten oder Juden können sie also überhaupt nicht gebaut haben. Vor allem nicht als Sklaven, da die Arbeiter, wie man heute weiß, keine Sklaven waren, Vielmehr waren es gut versorgte Fachkräfte, wie die Ausgrabungen deren Siedlung und Gräber bei Gizeh zeigen. Und aus Lehmziegeln, die die “Kinder Israels” herstellen und verbauen mussten, sind sie natürlich auch nicht! Dennoch liest man auch aktuell entsprechende Aussagen, wie dieses Beispiel:

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Die Hebräer waren in Ägypten ohne Rechte. Sie mussten in den Steinbrüchen und auf den Baustellen der riesigen Städte und Pyramiden arbeiten.

Nicht vergessen sollte man auch, dass es in dieser Zeit die Juden als solche überhaupt noch nicht gab. Nichteinmal die Zehn Gebote als eine Art “Grundgesetz” hat es da schon gegeben, da diese erst im Verlauf des Auszuges aus Ägypten dem Volk übergeben wurden (s. auch Link HIER).

Der Jude Henoch als Bauherr der Cheops-Pyramide

Legen wir die Texte der Bibel beiseite, so gibt es noch eine andere Schrift, die “die Juden” mehr oder weniger mit dem Bau der großen Pyramiden von Gizeh in Zusammenhang bringt. Es ist das mittelalterliche Buch “Hitat” von al-Maqrizi, der 1364 bis 1442 nach Christus lebte. Über den spannenden Inhalt des “Hitat” habe ich auf diesem Blog bereits eine ganze Reihe von Beiträgen, eine Artikel-Serie sowie Videos auf YouTube für Euch online gestellt: Link HIER.

Eine der unzähligen Aussagen und Behauptungen in diesem Gesichtswerk überliefert etwas mehr als erstaunliches über die Baumeister der Pyramiden. Auch wenn es bei rund 30 der im “Hitat” enthalten Chronisten eine einmalige Ausnahme ist, da in diesem diverse Baumeister der Pyramiden genannt werden. Am häufigsten Pharao Cheops. Dennoch erfahren wir im “Hitat” von dem Chronisten Abu t-Taijib al-Mutanabbi, der übrigen auch davon berichtet, dass bei der “ersten Öffnung” der Cheops-Pyramide in einem verschlossenen Sarg “morsche Knochen” gefunden wurden, folgende Legende:

Es gibt Leute, die sagen: Der erste Hermes, welcher der ‚dreifache‘ in seiner Eigenschaft als Prophet, König und Weiser genannt wurde (es ist der, den die Hebräer Henoch, den Sohn des Jared, des Sohnes des Mahalalel, des Sohnes des Henan, des Sohnes des Enos, des Sohnes Seths, des Sohnes Abraham – über ihm sei Heil – nennen, und das ist Idris), der las in den Sternen, dass die Sintflut kommen werden. Da ließ er die Pyramiden bauen und in ihnen Schätze, gelehrte Schriften und alles, worum er sich sorgte, dass es verloren gehen und verschwinden könnte, bergen, um die Dinge zu schützen und wohl zu bewahren.”

Ob das so war, weiß der Historiker nicht, da es schon im Folgesatz heißt:

Es heißt, der Erbauer der Pyramiden sei ein König mit Namen Saurid b. Sahluk b. Sarjak gewesen, während andere behaupten, die beiden Pyramiden, die al-Fustat gegenüber liegen, habe Saddad b. Ad infolge eines Traumgesichts erbaut.”

Dr. Zahi Hawass

Henoch habe also mehrere Pyramiden vor der Sintflut gebaut. Eindeutig also ein Hebräer und damit ein jüdischer Urahn aus mythischen Zeiten vor der Flut. Aufgezeichnet wurde diese Legende erst rund 3.900 Jahre(!) nach dem Bau der Pyramiden von Gizeh von den Arabern. Dass die lokalen Araber bzw. Muslime diese Behauptung des “Hitat” heute kennen, ist eher unwahrscheinlich. Einer der sie aber kennen muss, ist Dr. Zahi Hawass. In seiner Funktion als Ägyptens letzter Pharao, wie ich ihn gerne nenne, ließ auch er sich zu einer verstörenden Aussage hinreisen, über die ich in diesem Artikel HIER und auch diesem Artikel HIER berichtete.

Gefallen ist sie vor einigen Jahren im Zuge des “Cheops-Skandals” über die Probeentnahmen in der Großen Pyramide durch Stefan Erdmann und Dr. Dominique Görlitz. Darüber wurde auf diesem Blog vielfach berichtet. In der ägyptischen Zeitung “Al Masry Al Youm” wiederum behauptete Hawass, dass Robert Bauval, Autor  einer Reihe umstrittener Bücher über die Rätsel der Pyramiden, eine Verschwörung plane. Er wolle Beweise finden, dass die Pyramide vor 15.000 Jahren von den Juden gebaut wurde, weshalb er eine “Umdatierung” des Monumentes plane. Mit “reichen Juden” zusammen und über dunkle Wege.

Verschiedene internationale Medien griffen diese Aussagen aus. So beispielsweise die “Wiener Zeitung”, in der 2014 die Journalistin Liza Ulizka aus Ägypten berichtete, dass Zahi Hawass den Autor Robert Bauval der Anstiftung beschuldigte:

Auch Zahi Hawass mischte sich in den Skandal ein, obwohl er seit zwei Jahren kein Amt mehr in der Antikenverwaltung innehat. Er beschuldigt den Buchautor Robert Bauval, die Deutschen beauftragt zu haben, weil der beweisen wolle, dass die Pyramiden vor 15.000 Jahren von Juden erbaut wurden. Bauval konnte allerdings glaubhaft machen, dass er mit den beiden Deutschen bisher nichts zu tun hatte. (…).

Ob Hawass klar ist oder war, dass es vor 15.000 Jahre keine Juden gab? Zweifelhaft – da er zumindest im Frühjahr 2015 noch nicht mal die sensationellen Bauten von Göbekli Tepe in Anatolien und deren anerkanntes Alter von 12.000 und mehr Jahren kannte, wie in diesem Video HIER damals berichtet.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Die Cheops-Pyramide: Mumien, Grabräuber und Mysterien – Artikel-Serie von Lars A. Fischinger, Teil #4: DIE ARTEFAKTE

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Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien - Artikel-Serie Teil #4: DIE ARTEFAKTE AUS DER PYRAMIDE
Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien – Artikel-Serie Teil #4: DIE ARTEFAKTE AUS DER PYRAMIDE (Bild: L. A. Fischinger)

Die Cheops-Pyramide von Gizeh – Das letzte und zugleich älteste Weltwunder der Antike, wie es immer wieder gerne betont wird. Ein Bauwerk, das seit rund 4.500 Jahren die Menschen in ihren Bann zieht. Dabei ist eine jener Fragen, die der Pyramide des Cheops immer wieder gestellt werden, jene nach er Mumie des Pharao und der erster Öffnung des Monumentes durch den Kalifen Al-Mamun im Jahre 832. Auf Grundlage einer früheren Veröffentlichung von mir soll in dieser Artikel-Serie der Spur der Plünderung(en) der Cheops-Pyramide, den Funden des Al-Mamun und seiner Entdeckungen genauer nachgegangen werden. Dabei ergeben sich – wie so oft in der Mystery-Forschung – neue Fragen auf alte Antworten …

Von Lars A. Fischinger

Hallo, liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Einleitung

Pyramiden gibt es in Ägypten wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. Doch gerade und vor allem die Pyramide von Pharao Cheops (ca. 2620 bis 2580 vor Christus) aus der 4. Dynastie (2639 bis 2504 vor Christus) in Gizeh nahe Kairo erregt bis heute die Aufmerksamkeit zahllose Touristen und Autoren. (K)ein Wunder: ist sie doch mit ihren einst fast 147 Metern Höhe und einer Länger an der Basis von rund 230 Metern die größte Pyramide der Erde. Die Bauarbeiter des Königs türmten zu seinen Ehren unzählige Steinblöcke in den Himmel. Und so entstand ein Bauwerk, das nicht nur durch seine Wucht und Größe fasziniert, sondern auch vielen Autoren der Grenzwissenschaft durch ihre Rätsel und weiterhin offenen Fragen.

Gerne wird die Pyramide des Cheops als Monument aus fernen Tagen vor einer Sintflut gehandelt. Als eine Art „Wissensspeicher“ oder eine Art „kosmischer Plan“ für das Wissen der Menschheit. Eine „Zeitkapsel“, die die Weisheiten jener Menschen erhalten und schützen sollte, die vor der großen Sintflut bzw. vor Jahrtausenden lebten. Folglich ein Bauwerk, dass die Geheimnisse einer verborgenen Welt enthält. Vielleicht sogar von Atlantis. Eindeutige Beweise für diese Ideen gibt es keine.

Mehr als sonderbar und mysteriös ist, dass nie eine Mumie im Inneren der Steinberges entdeckt worden sein soll. Als das gewaltige Monument vor fast 1.200 Jahren erstmals durch einen Kalifen geöffnet wurde – war es vollkommen leer, wie es heißt.

Auf Grundlage meines Buches „Verbotene Geschichte“ (2010) und eines einstigen E-Book zum Thema soll in dieser kleinen Artikel-Serie speziell genau diesem Mysterium der Cheops-Pyramide nachgegangen werden. Fragen nach der Plünderung der Pyramide werden ebenso dargelegt, wie arabische Überlieferungen über die Öffnung des Bauwerkes sowie die Widersprüche, die sich daraus ergeben. Ebenso eine Spur, wo der mutmaßlich innere Sarkophag einer offenbar tatsächlich gefunden Mumie letztlich gelandet ist.

Alte Fragen, die durch ihre Antworten neue Fragen ergeben.

Zum Abschluss der Reihe plane ich als 5. Teil eine Zusammenfassung in einem YouTube-Video auf meinem Grenzwissenschaft-Channel „Ancient Aliens & Mystery Files“.

Bleibt also neugierig!

 

Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien

Teil #4: DIE ARTEFAKTE AUS DER PYRAMIDE

 

Lars A. Fischinger (mit Sonja Ampssler) vor dem rätselhaften Sarkophag in der Cheops-Pyramide (Bild: L. A. Fischinger)
Lars A. Fischinger (mit Sonja Ampssler) vor dem rätselhaften Sarkophag in der Cheops-Pyramide: Was befand sich hier im Jahre 832 drin? Und von wem? (Bild: L. A. Fischinger)

In den bisherigen Teilen der Artikel-Serie habe ich unter anderem eine ganze Reihe von Chronisten zu Wort kommen lassen, die im „Hitat“ über die „erste Öffnung“ der Cheops-Pyramide im Jahre 832 nach Christus berichtet haben. Selber dabei war – bis auf eine Ausnahme – kein einziger dieser Autoren. Das sollte anhand ihrer genannten Lebenszeiten klar zu erkennen gewesen sein. Dennoch stimmen zumindest alle diese Chronisten darin überein, dass vor rund 1.200 Jahren von den Arabern „etwas“ im Inneren der Cheops-Pyramide entdeckt wurde. Inklusive einer Mumie, einer Leiche oder zumindest Reste mindestens eines dort bestatteten Menschen.

Und, davon bin ich überzeugt, es handelte sich dabei nicht um die Mumie des Pharao Cheops, der seit seinem Tode 2580 vor Christus hier verborgen lag. Die Idee, Aussage oder Spekulation, dass Cheops hier durch Al-Mamun 3.403 Jahre nach seiner Bestattung gefunden wurde, ist meiner Meinung nach absurd. Dennoch scheint der Kalif in der großen Pyramide allerlei zum Teil sehr seltsame Dinge vorgefunden zu haben.

Also sehen wir uns in dieser Folge der Artikel-Reihe einmal näher an, was genau nach diesen Chroniken in der Pyramide entdeckt worden sein soll.

Da wären:

  • Eine „vollkommen wohl erhaltene und trockene“ Mumie/Leiche eines Mannes
  • Eine ebenso erhaltene Mumie/Leiche einer Frau
  • Ein goldener Deckel, mit dem der Sarkophag verschlossen war
  • Ein goldenes Kästchen mit Blut
  • Ein „ganz zerfallendes Gewand“ mit goldenen Fäden
  • Eine grünliche „Bildsäule eines Menschen“, die aus „einer Art Malachit“ bestand
  • Einen Leichnam in dieser „Bildsäule“
  • Einen „Panzer“ um diesen Leichnam mit Gold und Edelsteinen
  • Ein Schwert ohne Griff
  • Eine Frauenstatue mit einem Spiegel mit Metallrand
  • Eine Männerstatue mit einer „beschriebe Tafel“ in der Hand
  • „Morsche Knochen“ unter einem goldenen Deckel im Sarkophag
  • Pech, Aloe, Myrrhe, Edelsteine
Ein fragwürdiges Video zeigt angeblich sogar die Bergung einer Alien-Mumie in Gizeh durch den KGB (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei)
Gerüchte und fragwürdiges Aussagen zu den Pyramiden gibt es genug: Ein Video zeigt angeblich sogar die Bergung einer Alien-Mumie in Gizeh durch den KGB (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei)

Sofort dürfte auffallen, dass die überlieferten Angaben sich eindeutig widersprechen. Denn von „morschen Knochen“ bis zu einer „vollkommen wohl erhaltenen und trockenen“ Mumie ist es ein weiter Schritt.

Grundsätzlich sollte das aber nicht weiter von Interesse sein, da diese Aufzeichnungen in verschiedenen Jahrhunderten verfasst wurden und ausnahmslos auf Hörensagen beruhen. Fast niemand der zitierten Autoren im mittelalterlichen „Hitat“ hat diese Dinge aus der Cheops-Pyramide mit eigenen Augen gesehen. Alle notierten Erzählungen, Geschichten und Überlieferungen über das Reich der Pyramiden, die man sich dort erzählte. Die legendäre „Stille Post“ hat diese zweifellos verfälscht und es sei nochmals darauf hingewiesen, dass das „Hitat“ aus dem Mittelalter stammt.

Aber: Auch die in der Mystery-Forschung sehr bekannte Aussage, dass der biblischen Prophet Henoch die Cheops-Pyramide erbaut habe – da er eine große Flut kommen sah – wurde aus der Textsammlung „Hitat“ von al-Maqrizi abgeleitet. In diesem konkreten Fall sogar von ihm selber, der bekanntlich 1364 bis 1442 nach Christus lebte. Also tausende Jahre nach der Herrschaft des Pharao Cheops oder sogar den Tages den Henoch.

Eine blutige Entdeckung?

Ich wäre kein „Jäger des Phantastischen“, wenn ich nicht die Aussagen der alten Chronisten quasi mit drei Augen lesen würde. Denn so fällt bei den oben aufgelisteten Funden aus der Cheops-Pyramide und den zuvor angeführten Zitaten Sonderbares auf.

Da wäre zum einen das goldene Kästchen, dass der bereits 990 nach Christus verstorben al-Nadim erwähnt hat. Er notierte die Geschichte, dass die arabischen Entdecker in der Grabkammer ein Kästchen fanden, in dem sich wiederum „frisches Blut“ befand. Dieses Blut, so schreibt er weiter, gerann jedoch und trocknete ein, als es der Luft ausgesetzt wurde, eben „wie Blut zu gerinnen pflegt“.

Eindrücke aus der Königskammer - sie ist alles andere als "zierlich". Auf der Leiter zu sehen ist Dr. Dominique Görlitz; bekannt durch das "Cheops-Projekt".<span style="color: #999999;">(Bild: L. A. Fischinger / D. Görlitz)
Eindrücke aus der Königskammer – sie ist alles andere als “zierlich”. Auf der Leiter zu sehen ist Dr. Dominique Görlitz; bekannt auch durch das “Cheops-Projekt“.(Bild: L. A. Fischinger / D. Görlitz)

Wie soll man so eine Aussage verstehen, wenn sie wahr ist? Über 3.000 Jahre nach dem Bau der Pyramide fanden die arabischen Grabräuber dort noch immer ein Kästchen mit „frischem Blut“? Wenn dem so wäre, stammt es aus einer späteren Epoche und von einer viel späteren Bestattung.

Es könnte sich bei diesem „Kästchen“ um eine der sogenannten Kanopen gehandelt haben. Dies sind kleine Gefäße (oft in Form einer Gottheit), in dem die Ägypter die Eingeweide getrennt mit bestatteten, die bei der Mumifizierung dem Leichnam entnommen wurden. Diese kamen ab dem Ende der 4. Dynastie „in Mode“. Also jener Dynastie, in der Pharao Cheops gelebt hat. „Frisches“ Blut enthält aber keine dieser „Vasen“, und so ist es auch Spekulation, was es mit diesem Fund in Wahrheit auf sich hat.

Seltsam auch, dass al-Nadim die Königskammer als „zierlicher, gewölbter Bau“ beschrieben hat. Diese Grabkammer ist alles andere als „zierlich“ und hat auch eine vollkommen flache Decke. Offensichtlich war er nie im Inneren der Pyramide bzw. in der Königskammer. Sonst wüsste er auch, dass im dortigen Sarkophag überhaupt kein Platz für die Mumie einer zweiten Person neben der genannten männlichen Mumie ist. „An seiner Seite ruhte ein Weib“, wie er schreibt, passt wortwörtlich nicht.

Al-Kaisi war offenkundig nie in der Königskammer der Cheops-Pyramide, als er die ihm zu Ohren gekommenen Geschichten notierte. Sonst hätte er den Raum nicht in der vorliegenden Form beschrieben. Immerhin ist diese Kammer ca. 10,49 Meter lang, 5,24 breit und 5,84 Meter hoch und wurde aus zum Teil überaus mächtigen Ganitblöcken erbaut. Das sind übrigens genau jene (Decken-)Monolithen, an denen die Forscher Stefan Erdmann und Dr. Dominique Görlitz Eisen gefunden haben, worüber in diesem Video auf meinem YouTube-Kanal ausführlicher berichtet wird.

Dieser Widerspruch zwischen arabischen Bericht und Realität der Kammer es Königs wirft ein durchaus „fragliches Licht“auf al-Kaisi. Und zwar auf seine Geschichte über die Entdeckungen in dem senkrechten Schacht der Felskammern, die er persönlich gemacht haben will. Diese Funde von Geheimkammern und Mumien durch al-Kaisi kamen im vorherigen Artikel der Reihe zur Sprache kamen ….

Der Chronist Al-Mutanabbi wiederum war hier bei seinen Notizen genauer. Er schrieb von schwer zu erklimmenden Gängen und Treppen sowie einem „würfelförmigen“ Gemach mit einem Sarg darin. Das beschreibt das tatsächliche Aussehen der Königskammer schon recht gut.

Der verlorene Sarkophag – noch im 12. Jahrhundert zu besichtigen?

Der Granit-Sarkophag in der großen Pyramide: Lag in diesem ein weiterer Sarkophag, der noch bis ins 12. Jahrhundert in Kairo zu sehen war? (Bild: gemeinfrei)
Der Granit-Sarkophag in der großen Pyramide: Lag in diesem ein weiterer Sarkophag, der noch bis ins 12. Jahrhundert in Kairo zu sehen war? (Bild: gemeinfrei)

Was beim zitierten al-Kaisi wiederum sehr interessant ist, ist der Umstand, dass er höchstpersönlich die „Steinsäule“ gesehen habe, in der sich letztlich die Mumie befand. Jene „Bildsäule eines Menschen”, die “wie aus grünem Stein, einer Art Malachit, gefertigt“ gewesen sei, wie er sie beschreibt. Nach dem Öffnen genauer dieser „Säule“ erblickte Al-Mamun „darin den Leichnam eines Menschen“ und einige wertvolle Grabbeigaben. Und dieses Götzenbild, „aus dem man diesen Leichnam hervorholte, habe ich neben der Pforte des königlichen Palastes zu Misr liegen sehen“.

Auch wenn al-Kaisi vielleicht die Pyramide von König Cheops niemals selber von innen sah und nur Erzählungen ihres Inneren notierte, ist es bei dieser Bildsäule oder Statue etwas anders. Sie lag in seinen Tagen nicht mehr im Inneren der Pyramide und konnte folgerichtig von ihm auch ohne das Monument zu betreten bestaunt werden. Das heißt, dass al-Kaisi durchaus einen Sarkophag einer Bestattung gesehen haben kann, den die Araber 832 nach Christus aus der Cheops-Pyramide holten.

Ich vermute, dass es sich hierbei möglicherweise um einen „inneren Sarkophag“ gehandelt haben könnte, der sich in dem heute bekannten und für Besucher zu sehenden Sarg in der Königskammer befand. Es ist kein Geheimnis und sicherlich den meisten Menschen bekannt, dass die alten Ägypter ihre verstorbenen Könige nicht selten in einer „Schicht“ ineinander verschachtelter Särge beisetzten. Das bekannteste Beispiel ist hier selbstverständlich der Pharao Tutanchamun.

Interessant ist im Weiteren auch die Aussage, dass al-Kaisi diesen Sarg im arabischen Jahr 511 am Eingang eines Palastes in Misr hat herumliegen sehen. Das war nach christlicher Zeitrechnung 1133 nach Christus und über 300 Jahre nach dem Kalifen. Sollten also wirklich ein Artefakt aus dem Inneren der Pyramide des Cheops in verhältnismäßig junger Vergangenheit noch existiert haben?

Ein Sarg als Palast-Dekoration der Kalifen?

Was aber ist der „königliche Palast zu Misr“ genau?

Misr ist ein Kürzel von Misr al-qadima und liegt im Süden des heutigen Kairo, nur rund 10 Kilometer Luftlinie von den Pyramiden Gizeh entfernt am Ostufer des Nil. Die Nil-Insel Er-Roda gehört zu dem in Deutsch „Alt-Kairo“ bedeutenden Gebiet. (Heute) 400 Meter vom Nil entfernt steht die Festung Per-Ḥapi-n-Iwnw, die unter der Herrschaft der Griechen „Babylon“ genannt wurde.

Der Herausgeber des „Hitat“, al-Maqrizi, selber notierte erstmals auch einen anderen Namen für diesen Ort. Er nannte ihn „Qaṣr asch-Scham“, was in Etwa „Palast“ oder „Festung der Kerzen“ bedeutet. Auch bei der Eroberungen Ägyptens durch die Araber spielte diese Region oder besser gesagt diese heutige Altstadt von Kairo ein große Rolle. Genau hier irgendwo will der Augenzeuge al-Kaisi im Jahr 1133 den mutmaßlich inneren Sarg gesehen haben, der 832 aus der Cheops-Pyramide gestohlen wurde.

Teilansicht des Pyramiden von Abusir, südlich von Gizeh. Auch hier wurden Steine als Baumaterial geplündert. (Bild: L. A. Fischinger)
Teilansicht des Pyramiden von Abusir, südlich von Gizeh. Auch hier wurden Steine als Baumaterial geplündert. (Bild: L. A. Fischinger)

Und das ist auch nicht so unwahrscheinlich.

Vielen an Ägypten interessierten Menschen ist bekannt, dass nach der Gründung der Stadt Kairo durch die Araber im Jahre 969, diese die Bauten des alten Ägypten als „Steinbrüche“ nutzten. Die verschiedenen Pyramiden auf dem nahem Plateau Gizeh wurden dabei ebenso ihrer Steine beraubt, wie andere Heiligtümer des Landes auch. Hierbei wird auch gerne auf die Spitze der Chephren-Pyramide in Gizeh verwiesen, die noch Reste ihrer früheren Verkleidung besitzt. Dieser Steinraub zog sich Jahre hin und reichte bis zum südlich von Kairo gelegenen Pyramidenfeld von Abusir. Auch beim Bau und Ausbau des Kalifenpalast in Misr, oder besser gesagt der Palaststadt der Kalifen dort, kamen solche Bausteine aus dem alten Ägypten zum Einsatz. Im Jahr unsres Augenzeugen, 1133, regierte dort der Kalif Al-Hafiz aus der Dynastie der Fatimiden.

Gab es also unter seiner Regentschaft tatsächlich noch diese „Säule“ aus der Königskammer der Cheops-Pyramide? Nicht weniger wichtig ist aber auch die Frage, wie der Araber al-Kaisi diese steinerne „Bildsäule eines Menschen“ in Misr als genau jene aus der großen Pyramide identifizieren konnte? Es waren zwar „nur“ rund 300 Jahre seit der arabischen Öffnung der Pyramide vergangen – aber die ägyptischen Hieroglyphen konnte schon damals niemand mehr lesen. Sofern dieses Objekt überhaupt solche trug, anhand derer man dieses Objekt irgendwie zuordnen konnte.

Obwohl einer anderer Chronist die Behauptung des al-Kaisi durchaus stützen könnte, da dieser im “Hitat” überliefert:

Einige Geschichtsschreiber Ägyptens berichten, dass dieses grüne Götzenbild, in dem man die Gebeine fand, bis zum Jahre 611 der Higra beständig neben dem königlichen Palaste zu Misr lag.“

Es wäre spannend, ob nach bald 1.000 Jahren ein derartiges (Stein-)Artefakt überhaupt noch wiederzufinden wäre. Und: ob es überhaupt als das erkannt würde, was es ist.

Der grüne Sarkophag

Nische in der Kammer der Königin der Cheops-Pyramide : Stand hier einst ein Statue oder Sarkophag? (Bild: gemeinfrei)
Nische in der Kammer der Königin der Cheops-Pyramide: Stand hier einst ein Statue und/oder Sarkophag einer Frau? (Bild: gemeinfrei)

Wenig beachtet scheint mir bei der „Spurensuche“ aber die Erwähnung, dass dieses ominöse Bildnis mit einer Mumie darin grün gewesen sei. Das Objekt habe aus „grünen Stein“ bestanden, der Malachit ähnlich gesehen haben soll. Malachit ist ein bekannter Schmuckstein von eindringlicher grüner Farbe und auch im Land der Pharaonen sehr beliebt gewesen. Die Ägypter schmückten mit diesem Stein auch Sarkophage, weshalb die Aussagen der “Hitat”-Chronisten durchaus plausibel klingt. Vielleicht waren die in der Auflistung oben genannten Statuen eines Mannes und einer Frau eben solche Särge?! Oder weiter spekuliert, in der „Königinnenkammer“, die ihren Namen tatsächlich erst in der arabischen Zeit Ägyptens bekam und deren wahren Namen heute niemand mehr kennt, fand sich sogar eine solches Bildnis.

In der Kammer der Königin befindet sich in der Tat eine Nische an deren Ostwand, in der eine „Statue“ gestanden haben könnte. Diese Nische ist fast 5 Meter hoch und einen Meter tief und ihre Funktion ist in der Ägyptologie vollkommen unklar. Fragmente von Diorit innerhalb dieses kleinen “Gewölbes” können dafür sprechen, dass hier einstmals eine Statue stand. Und wer weiß, ob die Araber nicht tatsächlich dort (auch) einen Sarkophag vorfanden, der den Leichnam einer Frau enthielt. Diese in unbekannter Zeit nach Cheops erfolgte Beisetzung veranlasste daraufhin die Araber dem Raum den Namen „Königinnenkammer“ zu geben.

Von Vasen und inneren Organen

Auch wenn solche Spekulationen zutreffen, waren die von den Chronisten erwähnten beiden Statuen eines Mannes und einer Frau, die sich gegenseitig ansahen und in der Königskammer gestanden haben sollen, andere Artefakte. Vielleicht waren auch diese Kanopen-Vasen einer Bestattung, da sich das oben erwähnte „Kästchen“ mit dem Blut zwischen diesen Bildnissen befand. So zumindest hat es Ibn-an-Nadim (935 bis 990) vom „Hörensagen“ her notiert. Wenn man sich sein bereits zitiertes „Fundbild“ nochmal vor Augen führt, könnte es so gewesen sein:

„(Neben dem Sarkophag) erheben sich 2 Felsblöcke in vollendeter Sauberkeit und Schönheit und reichen Farben. Auf jedem gewahrt man eine steinerne Statue; die eine stellt einen Mann, die andere eine Frau dar. Die beiden stehen sich Aug in Aug gegenüber

(…)

Zwischen den beiden Blöcken steht ein steinernes Gefäß (…) in diesem fand man beim Öffnen frisches Blut (…)“

Beispiele solcher Kanopen-Vasen (Bilder: gemeinfrei/WikiCommons)
Beispiele solcher Kanopen-Vasen (Bilder: gemeinfrei/WikiCommons)

Die Funde von Edelsteinen sind bei den Schilderungen der arabischen Chronisten nettes aber nicht gerade rätselhaftes Beiwerk. Die „beschriebe Tafel“ hingegen, die die männliche Statue in Händen gehalten haben soll, wäre hier ein wesentlich spannenderes Artefakt. Was mag auf dieser Schrifttafel gestanden haben? Welche Informationen wurden hier überliefert? Würde es sich bei diesen Statuen tatsächlich “nur” um steinerne Kanopen-Vasen gehandelt haben, so wäre es rein religiöse Inschriften gewesen. Zumal wir auch keinerlei Anhaltspunkte haben, wie groß diese beiden Bildnisse eigentlich gewesen sind!

Obwohl schon früh solchen Kanopen beschriftet wurden, wurden diese Vasen erst ab dem sogenannten Mittleren Reich (2137 bis 1781 vor Christus) mit Deckel in Form menschlicher Köpfe geschmückt. Üblicherweise waren es aber Darstellungen von Göttern (den Söhnen des Horus), die Schutz und Sicherheit geben sollten. Und meistens waren es vier Kanopen mit jeweils einem der göttlichen Horus-Söhne für vier entnommene Organe der Mumie.

In der „Dritten Zwischenzeit“ wiederum fertigten die Ägypter diese Beigaben in Form von Mini-Mumien an, die teils auch mit Mini-Totenmasken geschmückt wurden. Und das wiederum fällt zeitlich in die schon bekannte 26. Dynastie, oder besser gesagt, in den Übergang zwischen „Dritter Zwischenzeit“ in die „Spätzeit“ Ägyptens. Damit ist es auch hier mehr als unwahrscheinlich, dass authentische Artefakte aus der Tagen des Pharao Cheops beschrieben worden sind. Stimmt die Vermutung von entdeckten Kanopen, waren es nach den alten Texten aber nur drei – und nicht wie üblich vier für Lunge, Gedärme, Leber und Magen des Bestatteten.

Einen Spiegel oder eine beschriebene Tafel, wie es überliefert ist, hielt aber so oder so keine der heute bekannte Kanopen oder Mini-Mumie in den Händen. Was auch schwerlich möglich wäre, da derartige Vasen überhaupt keine Hände oder Arme haben …

Widersprüche, Unklarheiten und – Klarheiten

Ohne Frage ist in der Phänomene-Forschung und Grenzwissenschaft oft der Wunsch der Vater des Mysteriums. Dennoch aber bleibt „Cheops Vermächtnis“ aufgrund folgender Tatsachen und ihrer Widersprüche weiter nebulös:

  • Es wurde mit Sicherheit eine Mumie (oder sogar mehrere Mumien) in der großen Pyramiden gefunden. Inklusive einige Beigaben.
  • Nichts deutet darauf hin, dass der Pharao Cheops gefunden wurde.
  • Die arabischen Chronisten widersprechen sich teils deutlich.
  • Durch diese Widersprüche ist nicht mal klar festzustellen, was eigentlich genau gefunden wurde.
  • Wann sich wer in der Pyramide des Cheops lange nach ihrer Errichtung beerdigen lies, ist vollkommen unklar.
  • Wenn die Pyramide schon vor Al-Mamun 832 nach Christus offen war oder stand, ist es seltsam, dass trotzdem von ihm Kostbarkeiten wie Edelsteine und ein Sargdeckel aus Gold gefunden wurden.
  • Die bisher einzige bekannte Darstellung der Pharao Cheops (Bilder: L. A. Fischinger)
    Die bisher einzige bekannte Darstellung der Pharao Cheops (Bilder: L. A. Fischinger)

    Das spricht durchaus für eine erneute Versiegelung in unbekannten Tagen, die dann von Al-Mamun aufgebrochen wurde.

  • Noch im 12. Jahrhundert wollen Augenzeugen einen „Sarg“ aus der Cheops-Pyramide gesehen haben.
  • Wie diese Chronisten den im 9. Jahrhundert gefundenen „inneren Sarkophag“ als Entdeckung von Al-Mamun identifizierten konnten, ist offen.
  • Wenn 25 vor Christus die Cheops-Pyramide noch durch eine „Klapptür“ betreten werden konnte (wie der Geschichtsschreiber Strabo berichtet, siehe Teil 1) – dann stammen die Funde von Al-Mamun aus der Zeit danach. Niemand hätte wertvolle Objekte unangetastet gelassen, wäre das Monument nicht nach dem Jahr 25 vor Christus erneut verschlossen worden!
  • Die Vermutung, dass bei Renovierungen Jahrhunderte vor Strabo jemand dort bestattet wurde, könnte stimmen. Aber diese Bestattung(en) blieben nicht bis 832 unangetastet.
  • Die Beschreibungen von Mumien-Funden usw. im Schacht der Felsenkammer aus dem 3. Teil dieser Reihe, sind wohl eher Erfindungen, da der Autor scheinbar nie das Innere der Pyramide betrat.

Möglicherweise haben die Widersprüche und Unklarheiten der arabischen Chronisten über Al-Mamuns Funde folgenden Grund:

Im „Hitat“ des al-Maqrizi werden Erzählungen und Gerüchte aus dem ägyptischen Volksmund überliefert. Auch wenn diese zum Teil Jahrhunderte alt waren, bestätigen sie zumindest Beisetzungen in der Pyramide des Cheops. Die widersprüchlichen Angaben könnten sich dadurch erklären, dass unterschiedliche Funde aus unterschiedlichen Zeiten in einen Topf geworfen wurden. Obwohl Al-Mamun die Cheops-Pyramide nicht als erster Prüderer betrat, sind Geschichten über dort entdeckte Objekte mit ihm verknüpft worden.

Die Ägypter selber wussten von Funden im Inneren der Pyramide, aber schrieben sie alle Al-Mamun zu. Welcher „Einbrecher“ was wann wo genau vorfand, war längst in Vergessenheit geraten. Der eine fand nichts als morsche Knochen im Sarkophag der Königskammer – der andere wiederum vielleicht eine Mumie in recht gutem Zustand. Einer entdeckte Statuen/Kanopen oder sogar mehrere Särge in menschlicher Form – der andere einen kostbaren Sargdeckel aus Gold mit Leichenresten darunter …

Doch Pharao Cheops wurde nach dieser “Analyse” der arabischen Überlieferungen nie in seiner Pyramide gefunden.

Eine abschließende Zusammenfassung als 5. Folge der Artikel-Serie findet Ihr hier in einem YouTube-Video.

 

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Die Cheops-Pyramide: Mumien, Grabräuber und Mysterien – Artikel-Serie von Lars A. Fischinger, Teil #2: ENTDECKUNGEN!

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Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien - Artikel-Serie Teil #2: Entdeckungen!
Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien – Artikel-Serie Teil #2: Entdeckungen!

Die Cheops-Pyramide von Gizeh – Das letzte und zugleich älteste Weltwunder der Antike, wie es immer wieder gerne betont wird. Ein Bauwerk, das seit rund 4.500 Jahren die Menschen in ihren Bann zieht. Dabei ist eine jener Fragen, die der Pyramide des Cheops immer wieder gestellt werden, jene nach er Mumie des Pharao und der erster Öffnung des Monumentes durch den Kalifen Al-Mamun im Jahre 832. Auf Grundlage einer früheren Veröffentlichung von mir soll in dieser Artikel-Serie der Spur der Plünderung(en) der Cheops-Pyramide, den Funden des Al-Mamun und seiner Entdeckungen genauer nachgegangen werden. Dabei ergeben sich – wie so oft in der Mystery-Forschung – neue Fragen auf alte Antworten …

 

 

Von Lars A. Fischinger

Hallo, liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Einleitung

Pyramiden gibt es in Ägypten wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. Doch gerade und vor allem die Pyramide von Pharao Cheops (ca. 2620 bis 2580 vor Christus) aus der 4. Dynastie (2639 bis 2504 vor Christus) in Gizeh nahe Kairo erregt bis heute die Aufmerksamkeit zahllose Touristen und Autoren. (K)ein Wunder: ist sie doch mit ihren einst fast 147 Metern Höhe und einer Länger an der Basis von rund 230 Metern die größte Pyramide der Erde. Die Bauarbeiter des Königs türmten zu seinen Ehren unzählige Steinblöcke in den Himmel. Und so entstand ein Bauwerk, das nicht nur durch seine Wucht und Größe fasziniert, sondern auch vielen Autoren der Grenzwissenschaft durch ihre Rätsel und weiterhin offenen Fragen.

Gerne wird die Pyramide des Cheops als Monument aus fernen Tagen vor einer Sintflut gehandelt. Als eine Art „Wissensspeicher“ oder eine Art „kosmischer Plan“ für das Wissen der Menschheit. Eine „Zeitkapsel“, die die Weisheiten jener Menschen erhalten und schützen sollte, die vor der großen Sintflut bzw. vor Jahrtausenden lebten. Folglich ein Bauwerk, dass die Geheimnisse einer verborgenen Welt enthält. Vielleicht sogar von Atlantis. Eindeutige Beweise für diese Ideen gibt es keine.

Mehr als sonderbar und mysteriös ist, dass nie eine Mumie im Inneren der Steinberges entdeckt worden sein soll. Als das gewaltige Monument vor fast 1.200 Jahren erstmals durch einen Kalifen geöffnet wurde – war es vollkommen leer, wie es heißt.

Auf Grundlage meines Buches „Verbotene Geschichte“ (2010) und eines einstigen E-Book zum Thema soll in dieser kleinen Artikel-Serie speziell genau diesem Mysterium der Cheops-Pyramide nachgegangen werden. Fragen nach der Plünderung der Pyramide werden ebenso dargelegt, wie arabische Überlieferungen über die Öffnung des Bauwerkes sowie die Widersprüche, die sich daraus ergeben. Ebenso eine Spur, wo der mutmaßlich innere Sarkophag einer offenbar tatsächlich gefunden Mumie letztlich gelandet ist.

Alte Fragen, die durch ihre Antworten neue Fragen ergeben.

Zum Abschluss der Reihe plane ich als 5. Teil eine Zusammenfassung in einem YouTube-Video auf meinem Grenzwissenschaft-Channel „Ancient Aliens & Mystery Files“.

Bleibt also neugierig!

 

Die Cheops-Pyramide: Mumien Grabräuber und Mysterien

Teil #2: Entdeckungen!

 

Die Mumie „des Cheops“ – gefunden …?

Der ursprüngliche Eingang in die Cheops-Pyramide / Zeichnung (Bild: gemeinfrei)
Der ursprüngliche Eingang in die Cheops-Pyramide / Zeichnung (Bild: gemeinfrei)

Der erste Teil dieser Artikel-Serie zeigte, dass die allseits bekannte „erste Öffnung der Cheops-Pyramide“ durch die Araber unter Kalif Al-Mamun im Jahr 832 so erstmals gar nicht gewesen ist. Zumindest gibt es ernstzunehmende Hinweise, dass Al-Mamun und seine Leute alles andere als eine jungfräuliche Pyramide öffneten oder aufbrachen.

Aber was genau geschah dann, als die Muslime vor fast 1.200 Jahren das mächtige Monument in Gizeh betraten? Bereits 2010 habe ich in meinem (unlängst vergriffenen) Buch „Verbotene Geschichte“ auf den Umstand verwiesen, dass Al-Mamun damals offenbar doch eine Mumie gefunden hat. Ein zumindest nach arabischen Quellen überlieferte Tatsache, die, wie wir noch sehen werden, aber weitere Fragen aufwirft.

In diesem Teil der Artikel-Reihe sollen genau diese Berichte über die Entdeckungen des Kalifen noch einmal detaillierter beleuchtet werden.

Das legendäre Buch „Hitat“ ist eine Sammlung alter Chronistentexte zum alten Ägypten, die auch weit über „ägyptologische Insiderkreise“ hinaus bekannt ist (s. folgende Teile). In dieser Textsammlung finden wir Aussagen, dass eine Mumie bzw. sterbliche Überreste und sogar Grabbeigaben in der Cheops-Pyramide von Al-Mamun gefunden wurden. Es ist im „Hitat“ keine Rede davon, dass die Pyramide bei ihrer „ersten“ Öffnung durch Kalif Abu al-Mamun (786 bis 833) im Jahr 832 wirklich vollkommen leer war. Es sind scheinbar Quellen, die viele vielen oft übersehen wurden und werden, wie ich es vor nunmehr sechs Jahren darlegte.

Aber schauen wir uns diese ominösen Quellentexte aus dem mittelalterlichen „Hitat“ des Historikers al-Maqrizi (1364 bis 14442) einmal genauer an. Einige Beispiele aus dem Text über die Öffnung der Pyramide durch den Kalifen enthalten eindeutige Aussagen. Aussagen, die im 4. Teil jedoch nochmal genauer betrachtet werden sollen.

Was die Araber noch wussten

Der Schacht, den Al-Mamun nutze (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Der Schacht, den Al-Mamun nutze (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

So etwa jene des Gelehrten Abu Jakub Muhammad Ibn-Ishaq Ibn-an-Nadim (935 bis 990), der über die Öffnung der Cheops-Pyramide durch Kalif Al-Mamun sehr umfangreich schreibt:

In der Mitte dieser Plattform befindet sich ein zierlicher, gewölbter Bau; mitten darin steht etwas wie ein Sarkophag. Zu Häupten desselben erheben sich 2 Felsblöcke in vollendeter Sauberkeit und Schönheit und reichen Farben. Auf jedem gewahrt man eine steinerne Statue; die eine stellt einen Mann, die andere eine Frau dar. Die beiden stehen sich Aug in Aug gegenüber, der Mann hält eine beschriebe Tafel in der Hand, die Frau einen Spiegel, dessen Rahmen aus Gobi besteht, das ein Meißel ziseliert (eine Technik der Metallverarbeitung, bei der mit einem Hammer das Material getrieben/gequetscht wird, Anm. LAF) hat.

Zwischen den beiden Blöcken steht ein steinernes Gefäß, das mit einem goldenen Deckel verschlossen war. Als man den entfernte, entdeckte man eine Art geruchloses, eingetrocknetes Pech und ein goldenes Kästchen; in diesem fand man beim Öffnen frisches Blut, das aber, als es von der Luft getroffen wurde, gerann, wie Blut zu gerinnen pflegt, und eintrocknete.

Auf dem Sarge lagen steinerne Deckel, nach deren Beseitigung man einen schlummernden Mann erblickte, der auf seinem Hinterkopf lag. Er war vollkommen wohl erhalten und trocken, seine Leibesbeschaffenheit war deutlich zu erkennen und sein Haar noch wohl sichtbar. An seiner Seite ruhte ein Weib, das den gleichen Anblick bot.

Der arabische Historiker Ahmad ibn Ali al-Makrizi (1364 bis 1442) weiß hier selber zu ergänzen:

Es heißt, man habe auf dem Körper, der in der Pyramide begraben liegt, ein ganz zerfallenes Gewand gefunden, von dem nur noch die goldenen Fäden übrig geblieben waren; die Dicke der Schicht von Myrrhe und Aloe, mit der der Leichnam überzogen war, soll eine Spanne betragen haben.“

Die Araber Unter Kalif Al-Mamun erkunden 833 die Cheops-Pyramide. Die ersten Entdecker waren sie dabei-wohl eher nicht ... (Bild: gemeinfrei)
Die Araber Unter Kalif Al-Mamun erkunden 833 die Cheops-Pyramide. Die ersten Entdecker waren sie dabei wohl eher nicht(Bild: gemeinfrei)

Der Geograph, Heiler, Botaniker bzw. Arzt und Kartograph mit dem wohlklingenden Namen Abu Abdallah Muhammed bin Abd ar-Rahim al Kaisi (ca. 1100 bis 1166) schreibt:

Es heißt, man sei zur Zeit al-Mamuns dort emporgestiegen, und darauf zu einem gewölbten Gemach geringer Größe gelangt, in dem eine Bildsäule eines Menschen war, die aus grünem Stein, einer Art Malachit, gefertigt war. Man brachte sie zu al-Mamun und es fand sich, dass sie mit einem Deckel verschlossen war.

Als man sie öffnete gewahrte man darin den Leichnam eines Menschen, der einen goldenen, mit allerlei Edelsteinen geschmückten Panzer trug. Auf seiner Brust lag eine Schwertklinge ohne Griff und neben seinem Haupte ein roter Hyazinthestein von der Größe eines Hühnereis, der wie Feuerflammen leuchtete. Den nahm al-Mamun an sich. Das Götzenbild aber, aus dem man diesen Leichnam hervorholte, habe ich neben der Pforte des königlichen Palasts zu Misr liegen sehen im Jahre 511 (Anm. LAF: damit ist die islamische Zeitrechnung „Hidschra“ gemeint, was 1133 nach Christus entspricht.)“

Abu t-Taijib Ahmadal al-Mutanabbi (905 bis 965), ein im arabischen Raum weithin bekannter Dichter, berichtete von der Öffnung der Cheops-Pyramide im Jahr 832:

Drinnen fanden sie grausenerregende Treppen und Schächte, wo man nur unter Schwierigkeiten gehen konnte, und ganz oben fand er (al-Mamun) ein würfelförmiges Gemach; jede Seite hatte eine Länge von etwa 8 Ellen und in der Mitte stand eine marmorne Mulde, die mit einem goldenen Deckel verschlossen war. Als man den heruntergenommen hatte, fand er darin nur morsche Knochen, über die die dahingeschwundenen Jahrhunderte dahingegangen waren.“

Ein im „Hitat“ namentlich nicht genannter Chronist rezitiert auch die oben zitierte Überlieferung des al Kaisi mit der „Bildsäule eines Mannes“ usw. Dieser Autor ergänzte jedoch zu diesem Bildnis:

Einige Geschichtsschreiber Ägyptens berichten, dass dieses grüne Götzenbild, in dem man die Gebeine fand, bis zum Jahre 611 der Higra beständig neben dem königlichen Palaste zu Misr lag.“

Das Objekt sogar nach diesem Text sogar noch mindestens 100 Jahre länger „ausgestellt“ gewesen sein, als es al Kaisi überlieft hat.

Wiederverwendung?

Nach allem, was wir nun wissen, ist die Aussage, in der Cheops-Pyramide sei bei der (Wieder-)Öffnung durch die Araber nichts gefunden worden – falsch! Zumindest nach diesen Texten aus dem „Hitat“. Texte übrigens, die auch immer wieder von Inschriften in und an den Pyramiden berichten. Mal wird von lesbaren Schriften erzählt (etwa Griechisch) und mal von vollkommen fremden Sprachen. Beispielsweise würde allein der fremde Text, der in der Königskammer des Cheops gestanden habe, bei einer Abschrift 10.000 Blätter ergeben.

Das Rätsel der Cheops-Pyramide: Haben Aliens sie gebaut? (Bild: L. A. Fischinger)
Das Rätsel der Cheops-Pyramide: Haben Aliens sie gebaut? (Bild: L. A. Fischinger)

Die zitierten Beschreibungen erzählen klar, dass es menschliche Überreste im Inneren des Monumentes gab, als der Sarkophag geöffnet wurde. Al-Mutanabbi notierte sogar, dass ein goldener Deckel von dem Sarkophag gewuchtet wurde und so die „morschen Knochen“ des Bestatteten zum Vorschein kamen. Nicht erst seit heute ist bekannt, dass der Sarkophag in der Kammer es Königs keinen Deckel hat. War er also tatsächlich aus Gold, sollte man sich nicht wundern, dass er bereits vor rund 1.200 Jahren gestohlen wurde.

Da es trotz allem sehr fraglich ist, dass im 9. Jahrhundert die Pyramide zuvor wirklich noch nie betreten wurde, ist auch die Identität der nach diesen Überlieferungen gefundenen Mumie fraglich. Es erscheint mit sehr unwahrscheinlich, dass Al-Mamun bei seiner Expedition wirklich die Überreste des echten Pharao Cheops gefunden hat. Kaum vorstellbar, dass seine Mumie seit rund 2500 vor Christus trotz bereits geöffneter Pyramide noch in den Tagen der Araber in ihrem Sarkophag lag. Wahrscheinlicher ist es, dass hier – vielleicht während der im 1. Teil genannten 26. Dynastie – jemand ganz anderes seine letzte Ruhe fand. Dieser jemand wurde von Al-Mamun und seinen Arbeitern letztlich entdeckt.

Doch das “Mysterium Cheops-Pyramide” wäre kein Mysterium, wenn es nicht noch weitere Überlieferungen dazu gäbe. Bevor wir im 4. Teil dieser Artikel-Reihe unseren Blick einmal genauer auf die von Al-Mamun angeblich entdeckten Artefakte richten, schauen wir uns im folgenden Teil vorerst weitere Quellen/Aussagen rund um Cheops und seine letzte Ruhestätte an.

Schilderungen wie aus 1001 Nacht, die den Mythos um die Pyramide des Cheops bis heute so faszinierend machen … und um die geht es in hier Teil 3.

 

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