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Die Stufenpyramide von Sakkara und ihre Unterwelt: Jetzt für Touristen (zum Teil) geöffnet (+ Videos)

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Die Stufenpyramide von Sakkara und ihre Unterwelt: Jetzt für Touristen zum Teil geöffnet (Bild: Fischinger-Online)
Die Stufenpyramide von Sakkara und ihre Unterwelt: Jetzt für Touristen zum Teil geöffnet (Bild: Fischinger-Online)

Die Stufenpyramide von Sakkara in Ägypten, zugeschrieben dem Pharao Djoser aus dem Alten Reich, gilt mit einem Alter von rund 4.700 Jahren als älteste Pyramide Ägyptens. Mit ihren knapp 60 Metern Höhe liegt sie südlich von den berühmten Pyramiden von Gizeh und hierher verirren sich vergleichsweise nur wenige Touristen. Das wollten die Verantwortlichen ändern, wie Ihr es Mitte Februar auf meinem YouTube-Kanal in einem Video erfahren habt. Um mehr Besucher anzulocken wollte man die Pyramide erstmals für Touristen öffnen. Jetzt steht sie tatsächlich jedermann offen. Was den Besucher dort erwartet und nicht auch nicht erwartet, erfahrt Ihr in diesem Beitrag.


Die Stufenpyramide von Sakkara

Der Pharao Djoser war ein mächtiger Herrscher der 3. Dynastie im Alten Ägypten. So mächtig, dass er seinen legendäre Baumeister Imhotep beauftragte ihm ein Grabstätte für die Ewigkeit zu errichten, die bis dato seines Gleichen suchte.

Das war vor etwa 4.700 Jahren und entstanden ist so die Stufenpyramide von Sakkara. Einst war sie nur 62,5 Meter hoch und damit mehr als halb so klein wie die weltbekannte Cheops-Pyramide von Gizeh. Doch sie ist zumindest unter Ägyptologen und Geschichtsforscher nicht weniger berühmt. Mehr noch, denn die Archäologie sieht in der Stufenpyramide von Pharao Djoser durchaus ein mindestens ebenso bedeutendes Monument wie in der Pyramide von Pharao Cheops.

Hierfür ist der Grund einfach: Die Djoser-Pyramide gilt als die erste Pyramide Ägyptens (wenn nicht der Welt) und als Beginn des Pyramidenzeitalters im „Land der Pyramiden“ am Nil. Sie steht am Anfang und die über 100 weiteren Pyramiden Ägyptens wurden nach ihr gebaut.

Um aber mehr Touristen auch in die Ruinen von Sakkara zu locken, soll ihnen nach dem Willen der ägyptischen Antikenministerium und der Tourismusbehörde dort auch mehr geboten werden. Man konnte zwar bereits in der Vergangenheit dort Gräber und Pyramiden betreten und innen besichtigen, doch nicht das Grabmal des Djoser. Obwohl das Highlight der Nekropole. Mehr dazu im 1. Video unten.

Im Inneren unterscheidet sich die Stufenpyramide von Djoser von allen anderen Pyramiden Ägyptens. In ihr – oder besser gesagt: unter ihr – befindet sich ein wahres Labyrinth aus Gängen, Korridoren, senkrechten Schächten und Kammern. Ein gefährliche Unterwelt, die längst nicht mehr so intakt ist wie nach ihrer Fertigstellung vor 4.700 Jahren. Deshalb wurde das Monument mit Unterbrechungen 14 Jahre lang renoviert und restauriert. Im Inneren ebenso wie außen an den einzelnen Stufen an sich.

Ziel der Arbeiten war nicht nur der Erhalt des einzigartigen Denkmals, sondern eben auch die Erschließung für den Tourismus.

Touristen in Sakkara

Wie das Antikenministerium am 6. März in Kairo bekannt gab, ist es jetzt sowie. Besucher können erstmals die Pyramide betreten und sich das „Innenleben“ dieses Monumentes ansehen. Allerdings noch immer mit großen Einschränkungen. Aufgrund des Platzmangels in der Unterwelt der Stufenpyramide sollen bisher nicht mehr als 45 Besucher am Tag eingelassen werden.

Das Klingt erstaunlich wenig. Denn wenn man sich sich die im Video unten gezeigten Pläne des Inneren der Djoser-Pyramide ansieht, erkennt man sehr schnell, dass das Schachtsystem darin riesig ist. Nicht nur jenes, das Pharao Djoser anlegen ließ, da auch spätere Generationen dort Tunnel angelegt haben. Vor allem Grabräuber, die zum Teil erst ca. 1.700 Jahre nach der Erbauung dort Tunnel in das Bauwerk trieben.

In den Jahrtausenden sind viele Bereiche der Unterwelt dort eingestürzt und wurde baufällig. Teilweise kann man durch die Gänge nur noch kriechen, wenn man überhaupt irgendwie durchkommen kann. Dass diese gefährlichen Bereiche nicht renoviert und für den Tourismus hergerichtet wurden, ist deshalb verständlich. Allein die Kosten wären ebenso astronomisch wie der Aufwand.

Schon bei den vergangenen Instandsetzungen zeigte sich, dass es alles andere als „leicht“ ist ein solches Monument zu renovieren. Die Außenarbeiten an dem Ziegelbau liefen nicht wie gewünscht. Bei der Reinigung der mit Sand zugewehten Stufen wurde das Mauerwert selbst beschädigt, was sich negativ auf die gesamte Statik auswirkte. Selbst das Kernmauerwerk war dabei Wind und Wetter schutzlos ausgesetzt.

Rund 4.700 Jahre steht die Djoser-Pyramide inzwischen in Sakkara. Ob sie weitere Jahrtausende überdauern wird, wir die ferne Zukunft zeigen.

YouTube-Videos zum Thema

Video vom 13. Feb. 2020 auf Fischinger-Online

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Video vom 4. Dez. 2019 auf Fischinger-Online

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Die Stufenpyramide von Sakkara und ihre rätselhafte Unterwelt: bald Ziel für den Massentourismus?+++ Video +++

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VIDEO: Die Stufenpyramide von Sakkara und die Unterwelt: Bald für Touristen (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
VIDEO: Die Stufenpyramide von Sakkara und die Unterwelt: Bald Ziel für Touristen (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Südlich von Gizeh und der berühmten Cheops-Pyramide liegt die Stufenpyramide von Sakkara von Pharao Djoser. Mit etwa 4.700 Jahren offiziell nicht nur die älteste Pyramide in Ägypten sondern der Welt. Doch nach Sakkara reisen ungleich weniger Touristen wie zu den großen Pyramiden von Gizeh oder in das Tal der Könige bei Luxor. Die ägyptische Altertümerverwaltung möchte das ändern und gibt das Innere der Stufenpyramide jetzt für Besucher frei. Doch sicher nur einen winzigen Teil der riesigen und einzigartigen Unterwelt der Pyramide. Doch in oder besser unter Sakkara sollen sich noch weit mehr Rätsel und Mysterien befinden, wie Ihr in diesem YouTube-Video erfahrt.


Die Geheimnisse von Sakkara

Die Stufenpyramide von Sakkara in Ägypten gehört zu den berühmtesten Monumenten der Welt. Mit rund 4.700 Jahren auch zu den ältesten Bauwerken, die unsere Ahnen erbaut haben.

Und obwohl sie nur etwa 45 Autominuten südlich von Kairo und vor allem den legendären Pyramiden von Gizeh liegt, besuchen ungleich weniger Touristen die beeindruckenden Stätten von Sakkara.

Das will die ägyptische Altertümerverwaltung jetzt ändern. Nach vielen Jahren der Renovierung soll auch erstmals überhaupt das Innere der Stufenpyramide des Pharao Djoser für Besucher geöffnet werden. In der Hoffnung damit den Tourismus anzukurbeln, wie es aus Ägypten hieß.

Doch was dabei übersehen wird ist die Tatsache, dass wohl nur ein winziger Teil der Unterwelt dort für Touristen geöffnet wird. Das unterirdische Kammersystem der Stufenpyramide ist nämlich in ihren Außenmaßen und in ihrer Bauart einzigartig.

Ein wahres Labyrinth, das für normale Touristen zu gefährlich ist! Doch in oder besser unter Sakkara sollen sich noch weit mehr Rätsel und Mysterien befinden, wie Ihr in diesem YouTube-Video erfahrt.

Bleibt neugierig …

Video vom 19. Jan. 2020 auf Fischinger-Online

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Lars A. Fischinger

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Die Pyramide von Austerlitz und ihre (angeblichen) Geheimnisse: Eine „Ägyptische Stufenpyramide“ in den Niederlanden +++ YouTube-Video +++

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VIDEO: Die Pyramide von Austerlitz in den Niederlanden - Ägyptisches in Holland (Bild: Fischinger-Online)
VIDEO: Die Pyramide von Austerlitz in den Niederlanden – Ägyptisches in Holland (Bild: Fischinger-Online)

Pyramiden und pyramidenartige Bauwerke aller Art gibt es weltweit. Zu allen Zeiten haben Menschen solche Monumente errichtet. Und so finden sich „echte“ und „falsche“ Pyramiden von Mexiko über Peru und Ägypten bis nach China und Fernost. Doch nicht alle davon sind Jahrtausende alt. Die meisten dieser Bauwerke halten auch keinem Vergleich mit den uralten Pyramiden in Ägypten stand. Zum Beispiel jenen drei Monumenten in Gizeh. Aber auch in den Niederlanden steht eine Pyramide. Genauer gesagt eine Stufenpyramide aus Erdreich. Diese Pyramide von Austerlitz in Holland ist zwar erst knapp über 200 Jahre alt, aber sie hat mehr mit Ägypten und Gizeh zu tun, als man vielleicht spontan annehmen mag. Ich bin für Euch einmal hingefahren und berichte in diesem YouTube-Video über die Hintergründe – und Verschwörungstheorien


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Eine Stufenpyramide in den Niederlanden?

In der Tat steht auch dort eine moderne Pyramide, die heute restauriert für Besucher freigegeben ist. Ähnlich wie die Pyramide von Rapa in Polen, über die ich Mitte Januar 2019 in diesem Video HIER berichtet habe.

Ich bin einmal für Euch hingefahren und berichte in diesem YouTube-Video von den Hintergründen zu dieser „ägyptischen Pyramide in Holland“.

Aber auch über die Spekulationen und (wilden) Verschwörungstheorien zu diesem Bauwerk bei Austerlitz.

Bleibt neugierig …

YouTube-Video vom 25. April 2019 auf Grenzwissenschaft und Mystery Files

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Seltsame Entdeckung im „Land der Bundeslade“: Riesige Stufenpyramide auf GoogleEarth in Äthiopien gefunden? (Video)

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Sensation in Äthiopien? Eine Stufenpyramide? (Bild: GoogleEarth / L. A. Fischinger)
Sensation in Äthiopien? Eine Stufenpyramide? (Bild: GoogleEarth / L. A. Fischinger)

Sensationelle Entdeckung in Äthiopien – dem „Land der Bundeslade“ der Bibel? Auf Google Earth fand ein Facebook-User eine riesige „Stufenpyramide“ nahe der Grenze zum Sudan. Was mag die riesige Struktur mit bis zu fast 600 Metern Durchmesser bedeuten oder zeigen? Dazu ein neues Video auf meinem Mystery-Kanal des Unfassbaren bei YouTube.

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Von Lars A. Fischinger

HALLO, liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Etwa 290 Kilometer südwestlich der legendären Stadt Axum (Akum) in Äthiopien, dort wo der Sohn von König Salomon und der Königin von Saba angeblich einst die Bundeslade von Jerusalem verborgen haben soll (s. a.hier, hier & hier), liegt eine seltsame „Formation“. Das zumindest zeigen aktuelle Bilder bei Google Earth …

Eine Stufenpyramide, wie bereits vermutet wurde? Was hat es mit dem bis zu ca. 450 Meter langen bewaldeten Gebilde auf sich?

Alles weitere dazu in diesem Video. „Teilen“ und/oder verbreiten ist natürlich erwünscht und Ihr könnte den Kanal unter diesem Link auch gerne abonnieren.

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Also, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen, ran an die Tasten! Postet mir weiter bei YouTube Eure Fragen, Kommentare & Meinungen dazu.

Und schon jetzt danke ich Euch für Eure „LIKEs“ und wenn ihr meinen Kanal weiter empfehlen würdet, ihn abonniert und meine Videos verlinkt.

Ich danke Euch – Euer Mystery-Jäger
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Indianische Mythologie: Eine Sintflut in Kalifornien, seltsame Legenden und unheimliche Monster im Tahoe-See (+ Videos)

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Indianische Mythologie: Eine Sintflut in Kalifornien und das Monster im Tahoe-See (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)
Indianische Mythologie: Eine Sintflut in Kalifornien und das Monster im Tahoe-See (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)

Wer als Jäger des Phantastischen die Sagen, Mythen und Legenden verschiedenster Kulturen der Welt durchstöbert, findet immer wieder erstaunliche Ähnlichkeiten und sogar Übereinstimmungen. Egal wo auf der Welt und bei welchen Völkern. Das gilt auch für den Mythos von einer Sintflut, der weltweit in Überlieferungen oft verblüffende Parallelen zeigt. Auch was das Geschehen rund um diese Urkatastrophe der Menschheit betrifft. Eine solche Sintflut-Legende aus Kalifornien soll hier einmal vorgestellt werden, da sie eher weniger bekannt sein dürfte. Dann aber doch wieder einiges darin bekannt erscheint. Und sie der Einstieg in einen Stoff ist, aus dem im wahrsten Sinne des Wortes Legenden sind.


Die Sintflut

Jeder kennt aus der Bibel die phantastische Geschichte von der Sintflut. Einer großen Flut als Katastrophe der Menschheit, die Gott laut dem Buch Genesis als Strafe schickte. Diese Überlieferung ist eine der großen Mythen der Menschheit und fasziniert seit jeher die Menschen. Entweder aus religiösen und theologischen Motiven heraus, oder aber, da sie nach greifbaren Spuren einer solchen Sintflut suchen.

Lange ist bekannt, dass der Mythos von der großen Flut im Alten Testament zum Teil sehr viel älteren Schriften aus dem Mesopotamien entlehnt wurde. Vor allem ist hier das Gilgamesch-Epos zu nennen, das eine recht ähnliche Flut-Geschichte erzählt. Einige Passagen in diesem Epos ähneln oder gleichen der biblischen Geschichte so sehr, dass kein Zweifel bestehen kann, das unter anderem dieses Epos den Autoren des Buch Genesis als Vorlage gedient haben muss.

Als der englische Assyrologe George Smith 1872 den Sintflut-Bericht des Gilgamesch-Epos übersetzte, ging ein Aufschrei durch die bibeltreue Gesellschaft. Schlagzeilen im Sinne von „Ist die Bibel abgeschrieben?“ beherrschten die Zeitungen. Ein Unding für bibelfeste Christen. Ein Beweis für die Wahrheit der Bibel-Erzählung für andere Gläubige. Für Archäologen ganz nüchtern nur ein Beleg, dass die Redakteure und Autoren der Bibel sich bei ihrer Arbeit an älteren Mythen und religiösen Texten benachbarter Völker orientierten. Weltanschauungen von Kulturen aus Mesopotamien wurden von diesen adaptiert. Angepasst an ihre Theologie.

Sintflut und Sintfluten rund um den Erdball

Eigentlich sollte das niemanden wirklich verwundern. Die Kulturen und Zivilisationen im Nahen Osten und damit auch Mesopotamien beeinflussten sich alle untereinander. Direkt oder indirekt durch die Jahrtausende hinweg. Geographisch waren es letztlich auch Nachbarn. Und bekanntlich hielten sich auch Teile der hebräischen Bevölkerung in Babylon auf. Während des sogenannten „Babylonisches Exils“, als auch weite Episoden des Alten Testamentes verfasst worden sein sollen. Inklusive Sintflut-Mythos mit Arche Noah, Rettung auf einem Berg usw. im Buch Genesis.

Solche geschichtlichen Werdegänge von Mythologien und theologischen Weltbildern sind für viele Zweige der Wissenschaft spannend. Ein umfangreiches Betätigungsfeld auf den Spuren der Rätsel der Vergangenheit. Das natürlich auch „alternative Historiker“, Mystery-Jäger und Grenzwissenschaftler in ihren Bann zieht. Hier besteht ein kleiner aber feiner Unterschied darin, dass diese derartige Mythologien global betrachten. Weltweit suchen sie nach Verbindungen in Mythen und alten Überlieferungen. Nicht nur bei der Story der Sintflut. Und immer wieder wird man dabei tatsächlich fündig.

Dass es weltweit Sintflut-Mythen gibt, ist seit Jahrhunderten bekannt. Rund um den Erdball erzählen die Völker solche Geschichten von einer großen Flut und/oder einem Weltenbrand. Erst im 19. Jahrhundert haben einige wenige Forscher ihren Blick genauer auf diese Überlieferungen gerichtet. Es erschienen eine handvoll Bücher, die diese globalen Sintflut-Sagen dokumentierten und diskutierten.

Belegen diese Mythologien aus einer Urzeit der Menschheit rund um den Planeten, dass es ein solche Sintflut gab? Wie sonst sollten man erklären, dass beispielsweise Bewohner des Pazifik (s. a. Artikel HIER) derartigen Stoff überlieferten? Die Autoren der Bibel waren tausende Kilometer entfernt. Gelangte das Wissen erst durch christliche Seefahrer in ihre Mythen? Oder kam es sogar vor tausenden von Jahren durch eine heute vergessene, vorzeitliche Seefahrt in andere Regionen der Erde? Oder sind all diese Überlieferungen auf zahllose unterschiedliche Sintfluten zurückzuführen, die nur lokal zu einem „Weltuntergang“ führten?

Sind es letztlich vielleicht doch Beweise für eine globale Flutkatastrophe vor Jahrtausenden?

Die Washoe-Indianer und die Flut vom „großen Geist“

Diese Fragen sind bis heute unbeantwortet. Doch sie verleiten zu spannenden Spekulationen, Ideen, Thesen und Überlegungen. Nicht nur was die (theologische) Ursache der angeblichen Vernichtung betrifft, die sich in vielen Teilen der Erde erstaunlich ähnelt. Etwa eine Rebellion von Himmelswesen gegen ihren obersten Gott oder Führer, worauf ihre Niederkunft auf die Erde und eine sündige Menschheit folgte. Biblische Motive, die überall zu finden sind!

Eine spannende Legende ist von dem Volk der Washoe (Washo) bekannt. Amerikanische Ureinwohner aus Kalifornien, die im Gebiet des Tahoe-See siedeln. Wiedergegeben hat diese Überlieferung  Prof. Dr. Johannes Riem in seinem beachtenswerten Werk „Die Sintflut in Sage und Wissenschaft“. Ein Buch, das als Band IV der theologischen Reihe „Natur und Bibel in der Harmonie ihrer Offenbarungen“ schon 1925 erschien. Insgesamt 268 Flut- und Katastrophen-Berichte dokumentierte und diskutierte Riem darin. Deren Parallelen ebenso, wie deren Unterschiede.

Über den Flut-Mythos der Washoe schreibt er:

Die dortigen Einwohner wurden von einem fremden Stamme unterjocht und zu Sklaven gemacht. Da kam, vom großen Geist gesandt, eine ungeheure Woge vom Meere über das Land und ertränkte die meisten Menschen, so dass nur wenige übrigblieben.

Schon ist auch hier klar, dass die Flut als Strafe Gottes, des „großen Geist“, gesandt worden sein soll. Interessant ist hier aber, dass die Katastrophe als riesige Welle vom Meer über das Land herein brach. Das klingt sehr nach einem Tsunami. Kalifornien als eine der aktivsten Erdbebengebiete der Welt könnte diese Spekulationen untermauern.

Ein schneller Blick auf die Karte zeigt jedoch, dass das Meer (Pazifik) heute rund 310 Kilometer Richtung Westen vom Tahoe-See entfernt liegt. Zwischen dem Pazifischen Ozean und dem See erstreckt sich noch dazu das Hochgebirge der Sierra Nevada bzw. das Kalifornische Küstengebirge. Über 4.000 Meter reichen hier heute die höchsten Gipfel in den Himmel. Für einen angenommenen Tsunami eine gewaltige Barriere auf dem Weg zum Volk der Washoe. Dazu gleich mehr.

Wobei natürlich nicht zu sagen ist, dass sich diese mythische Flut auch tatsächlich im Gebiet des heutigen Sees ereignete, an dem später die Washoe siedelten.

Ein „amerikanisches Zikkurat“?

Nach dem Mythos der Washoe rafften sich die Überlebenden wieder auf. Eine Verbesserung für ihr Volk gab es aber nicht, sie blieben in der Sklaverei. Riem weiter:

Die Sklaven mussten nun einen großen Tempel bauen, in dem ihre Herren bei Einbruch einer neuen Flut Zuflucht finden konnten. Auf der Spitze des Tempels verehrten sie ein ewiges Feuer.“

So unscheinbar diese Aussage auch klingt, um so interessanter wird sie, wenn man einmal nach Mesopotamien schaut. Jene Region zwischen Euphrat und Tigris, in der die Sintflut-Berichte niedergeschrieben wurden, die den biblischen Autoren als Vorlage dienten. Denn hier, dem heutigen Irak aber auch Iran, bauten die Menschen vor tausenden von Jahren ebenfalls solche Tempel. Sie werden Zikkurat genannt und sind eigentlich nichts weiter als Stufenpyramiden mit einem Tempel an der Spitze. Sehr ähnlich wie jene in Mittelamerika. Der „Turm zu Babel“ ist hierbei sicher jedem ein Begriff.

Archäologen haben für diese in ganz Mesopotamien verstreuten Tempel-Pyramiden eine interessante Deutung ins Spiel gebracht. Diese Bauten könnten einigen Vermutungen nach aus Plattformen entstanden sein, die Menschen zum Schutz vor Fluten errichteten. Vor den immer wiederkehrenden Überschwemmungen der Flüsse Euphrat und Tigris, die teilweise katastrophale Ausmaße annahmen. Zugleich als Sinnbild des „Urhügels“ oder „Himmelshügel“, aus dem die Welt einst entstanden sein soll. Auch so ein weltweit wiederkehrenden Motiv, übrigens …

Dort haben schon vor 100 Jahren Ausgrabungen gezeigt, dass ganze Landstriche von Fluten vernichtetet wurde. Danach bauten die Menschen ihre Siedlungen wieder auf. Ganze Stadtstaaten entstanden und mit ihnen die Zikkurate. Ursprünglich seien dies eher Terrassen mit einem Tempel darauf gewesen, aus denen nach und nach schon ab dem 5. Jahrtausend vor Christus die ersten Stufenpyramiden wuchsen. Die erhöhte Lage bot gleichzeitig Schutz vor Fluten.

Durchaus erkenne ich in dem Washoe-Mythos hier eine Parallele.

Der versunkene Tempel

Die Legende der Washoe geht natürlich noch weiter. Denn während die „Herren“ mit ihrem Tempel fortan einen Schutz vor Wassermassen hatten, waren sie vor einer Katastrophe damit nicht geschützt: Vor Erdbeben. Und die sind in dieser Region nicht gerade selten und können verehrend sein.

So kam es laut Washoe dann auch so, wie es kommen musste. Ein Beben traf die Menschen und ängstlich „flüchteten die Herren in den Tempel“. Die „Erdrevolutuion“, wie sie das Erdbeben nannten, war dabei eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes. Mit nichts zu vergleichen, was wir heute kennen. Es war so stark, „dass die Flammen zum Himmel schlugen und dort die Sterne schmolzen“. Mehr noch, denn im Washoe-Mythos heißt es, „die Sierra erhob sich aus der Ebene“ während dieses Erdbebens.

Geologen werden den Kopf schütteln. Gebirge wachsen in Millionen von Jahren empor. Sie entstehen nicht plötzlich in dieser Größe bei einem Erdbeben, so stark es auch immer sein mag. Zumindest aber haben wir hier eine Art „mythologischer Erklärung“, wie die Sintflut der Washoe als gigantische Welle vom Meer im Westen gekommen sein kann. Die Sierra Nevada des kalifornischen Küstengebirges als Barriere gab es ganz einfach noch nicht.

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Selbstverständlich hatte diese Vernichtung auch Folgen für den Tempel der „Herren“. „Der Tempel versank bis auf seinen Dom im Tahoe-See“, heißt es dazu bei Riem. Auf diesem Dom, die Spitze des von Sklaven erbauten Bauwerkes, kauerten die letzten Überlebenden der „Herren“ zusammen. Ganz zum Missfallen des obersten Gottes, wie es weiter heißt:

„(…) indessen der große Geist war ergrimmt über sie, ergriff sie und warf sie wie Kieselsteine in die Schluchten einer großen Höhle, dort hört man sie noch heulen.“

Damit endet dieser Mythos in der Form, wie ihn Johannes Riem 1925 wiedergegeben hat. Durchaus könnte man ihn mit anderen Indianer-Legenden der Region verglichen, ergänzen und weiter ausbauen. Doch das würde an dieser Stelle zu weit führen. Auch wenn unter anderem Riem selber solche Berichte wiedergibt.

Uralte Spuren

Liegt also im Tahoe-See ein Beweis für diese Erzählung in Form eines versunkenen Bauwerkes? Immerhin soll es in den ganzen USA bzw. Nordamerika in diversen Seen versunkene Ruinen geben, über die auf diesem Blog und auf dem Mystery Files-YouTube-Kanal immer wieder berichtet wurde.

Besiedelt ist dieses Gebiet schon sehr lange. Nur etwas weiter östlich finden sich Felszeichnungen mit einem Alter von bis zu fast 15.000 Jahren. Nahe der Ortschaft Fallon wurde hier auch die älteste bekannte Mumie Amerikas entdeckt. Sie ist als „Spirit-Cave-Mann“ bekannt und wird auf bis zu 10.600 Jahre datiert, so eine am 7. Dezember 2018 in „Science“ (vol. 362, issue 6419) veröffentlichte Untersuchung. Es ist uraltes Land der amerikanischen Ureinwohner in Kalifornien und Nevada, in dem seit Jahrzehnten Archäologen forschen.

Und dieses Land war einst tatsächlich von einer „Flut“ überschwemmt.

Der „Pyramiden-See“

Vor rund 15.000 Jahren bedeckte ein gewaltiger Gletschersee das gesamte Gebiet bis Fallon, der heute Lake Lahontan genannt wird. Nichts als ein paar Seen und erstaunlichen Landschaften blieben von diesem Eiszeit-See übrig. Für heutige Touristen und Indianer-Fans ist das „Große Becken“, wie diese Gegend heißt, ein Highlight jeder USA-Reise. Einer dieser Seen liegt nur rund 80 Kilometer nördlich vom Tahoe-See und heißt heute Pyramiden-See.

Das lässt mit Blick auf die Washoe-Legende aufhorchen. Auch wenn diese klar sagt, dass der Tempel der „Herren“ im Tahoe-See versank. Der „Pyramid Lake“ wiederum hat seinen Namen nicht von archäologischen Spuren, die an seinen Ufern oder sogar auf seinem Grund entdeckt wurden. Namensgeber ist eine sehr auffallende pyramidenförmige Insel im See, die ca. 175 Meter vom Ostufer liegt. Über 100 Meter ragt diese „Pyramide“ aus dem See heraus und misst an der breiteste Stelle mehr als 200 Meter.

Eine mehr als auffällige Formation. Könnte diese Inspiration für den Mythos der Wahsoe von dem versunkenen Tempel gewesen sein, den sie im Tahoe-See lokalisieren?

USOs und ein Seeungeheuer

Der Lake Tahoe lässt sich nicht so einfach nach Beweisen für diesen Flut-Mythos durchsuchen. Er ist bis zu 500 Meter tief (der zweittiefste der USA), rund 500 Quadratkilometer groß und im Durchschnitt geht es dort 300 Meter hinab. Auch nimmt durch eingeschleppte Algen und andere Pflanzen die Sichtweite im See seit vielen Jahren kontinuierlich ab, wie erst im Sommer 2020 Forscher der nahen Universität von Nevada in Reno dokumentierten.

Wo soll man da – wenn man mit einem solchen Gedanken spielt – anfangen nach Belegen für eine indianische Legende suchen?

Ein Problem, dass nicht nur Mythen- und Mystery-Jäger betrifft, sondern auch Kryptozoologen. Denn wie in so vielen Seen der Welt, allen voran Loch Ness in Schottland, soll auch im Tahoe-See ein Monster leben. Dieses Seeungeheuer wird „Tessie“ genannt. Schon Legenden der Wahsoe und der benachbarten Paiute kennen dieses Biest in den Tiefen des Sees. Ähnlich wie Nessie im Loch Ness soll diese Kreatur aussehen und sich in Höhlen verbergen.

Um die Geheimnisse des Sees abzurunden, kursieren hier auch Geschichten über Unbekannten Unterwasserobjekte. Die bekannten USOs als maritimes Gegenstück zu den UFOs am Himmel. Im Januar 2004 wurde deshalb am „Squaw Valley Institute“ unter der Leitung von Dr. Charles Goldman von der „Tahoe Research Group“ eigens eine Konferenz dazu abgehalten. Angeblich hatten sich zu der der Zeit die ungewöhnlichen Sichtungen enorm gehäuft.

Der „Ong“ und der unheimliche Strudel

Die Wahsoe kennen in ihren Mythenschatz aber noch ein weiteres, seltsames Lebewesen, dass in ihrem See hausen soll. Sie nennen es „Ong“. Nach einer Aufzeichnung dieser Legende, die Nonette V. McGlashan am 3. November 1905 im „Sunset Magazine“ veröffentlichte, ist diese Kreatur „ein riesiger Vogel, größer als die Häuser der Weißen“. Er habe den Körper eines Adlers, Flügel länger als Kiefern und das Gesicht eines Indianers. Sein Körper sei „mit harten Schuppen bedeckt, und seine Füße waren mit Schwimmhäuten versehen“.

Sein Nest befindet sich nach dieser Legende „tief unten im Grund des Sees in der Mitte“. Dort stamme auch alles Wasser des Sees her. Alles Leben, dass dem Nest zu nahe kommt, wird hereingezogen und diene dem „Ong“ als Nahrung. Am Liebsten verspeist er dabei Menschen. Legenden berichten davon, wie mutige Krieger den Kampf mit dem Ungeheuer aufgenommen haben sollen:

Hoch am Himmel kreisend wie eine riesige, formlose Donnerwolke, schwarz wie die Nacht, die das Ungeheuer mal hier, mal dort auf der Suche nach Beute fegte.

So sahen die tapferen Indianer laut Sage dieses Fabelwesen aus dem See.

Das „Whirlpool-Loch“ im See

Auch all jene armen Menschen, die im See ertrinken, holt sich der „Ong“ zu sich in die großen, dunklen Tiefen. Wobei sich durchaus die Frage stellt, ob und woher die Wahsoe von der außergewöhnlich großen Tiefe des Sees von bis zu 500 Metern wussten. Maßen sie diesen mit Seilen, an denen Gewichte hingen, einfach aus Neugier aus?

Die Legende, dass ein unheimlicher Strudel Menschen, Tiere und Pflanzen in das Nest des „Ong“ zieht, bekam Mitte des 19. Jahrhunderts neue Nahrung. Ab 1858 brach im nahen Virgina City ein Silberrausch aus und der Bergbau boomte. Lester Williams aus San Francisco fiel dabei eines Tages beim Angeln auf dem mythischen See auf, dass sein Boot sich wie in einem Wirbel zu drehen begann. Ein hineingeworfenes Brett wurde tatsächlich von diesem Wirbel wie durch einen Abfluss in die Tiefe gezogen.

Zusammen mit Williams Speed wollte er diesem „Whirlpool-Loch“ im wahrsten Sinne auf dem Grund gehen. Sie entdeckten, dass der Wirbel mit den nahen „Comstock-Minen“ in Verbindung stand. Diese wurden immer wieder überschwemmt und waren damit eine Gefahr für die Bergleute. Würde es ihnen gelingen, diesen Wassereinbruch zu unterbinden, wären sie reiche Männer geworden. Was sie für einige Zeit auch wurden. Doch sie fanden bei weiteren Versuchen 1869 auf dem See den Tod.

Eine neue Heimat nach der Flut

Kehren wir nochmal zum Sintflut-Mythos der Washoe zurück. Denn die Legende erzählt uns auch, was mit ihnen geschah, als ihre „Herren“ starben und der Rest vom „großen Geist“ vernichtet wurde. Sie hatten damit ihr Dasein als Sklaven überwunden und konnten neu beginnen. Als das Erdbeben kam, flüchteten „die armen Sklaven nach dem Humboldt River“, vermerkt hierzu die Legende.

Dieser gerade mal 483 Kilometer lange Fluss entspringt nahe Wells, rund 500 Kilometer Luftlinie östlich vom Tahoe-See. Er fließt nach Westen in Richtung der „Großen Becken“ und mündest in der „Humboldt Senke“. Einem trockenen Seengebiet, dass einst zum verschwundenen Lahontan-See gehörte. Eine trostlose und öde Gegend heute. Vor 15.000 Jahren jedoch ein Siedlungsgebiet der amerikanischen Ureinwohner, die hier optimale Bedienungen vorfanden.

Die „Humboldt Senke“ liegt nur wenige Kilometer nordöstlich von Fallon mit den dortigen Spuren vorzeitlicher Siedlungen. Und damit keine 130 Kilometer vom Tahoe-See entfernt. Wenn nun aber der Mythos der Washoe sagt, dass ihre Vorfahren nach der Flut und Zerstörung an den Humboldt Fluss wanderten, kann das eine Urerinnerung aus er Eiszeit sein? So wie der gesamte Mythos ans sich? Vor über 10.000 Jahren hätten die Ahnen der Washoe dort ideale und fruchtbare Lebensbedienungen vorgefunden. Mit reichlich Wild, Wasser und Wäldern. Erst der Klimawandel am Ende der letzten Eiszeit zwang sie zur Abwanderung von dort. Ins Gebiet des Tahoe-See, wo sie in alten Legenden ihr Wissen aus der Vorzeit bewahrten.

Der Stoff, aus dem Legenden sind!

Viele Überlegungen, Deutungen und Ideen zu einem einzigen Mythos nur eines Stammes und zu nur einem einzigen See in den USA. Sicher. Würde das Szenario zutreffen, lebte dieses Volk einst in der Sklaverei, wurde von einer Flut heimgesucht, die ihre Peiniger vernichtete (die zuvor einen Tempelturm errichten ließen), und floh dann Richtung Osten. Dort, wo heute Ödnis vorherrscht. Wobei die Legende nicht explizit vom Humboldt Becken als neue Heimat spricht, sondern nur von dem entsprechenden Fluss.

Da der Fluss auch heute weiterhin gemächlich durch Nevada fließt, hätte es aber keinen Grund für die Washoe gegeben, dort wieder zum Tahoe-See zurückzukehren. Wo sie schließlich bei der Ankunft der Europäer bereits (wieder?) lebten. Außer vielleicht aufgrund von kriegerischen Auseinandersetzungen mit anderen Völkern. Auch die genannten Nachbarn der Paiute lagen immer wieder mit ihnen im Konflikt.

Dennoch sehe ich hier ein schönes Beispiel für die Faszination bei der Jagd nach dem Unfassbaren. Uralte Mythen, die in Teilen an biblische Erzählungen und weltweite Legenden erinnern, gepaart mit phantastischen Details. Etwa dem plötzlichen Entstehen der Berge. Hinzu kommen Informationen, die man durchaus in wahre Welt und die Realität der Umgebung übertragen kann. Ob es so oder so ähnlich stimmt, ist natürlich unklar.

Und zu guter Letzt ist dieser „Stoff“ im weiteren Sinn noch mit USOs, einem Seemonster und einem mythologischen Vogelwesen innerhalb dieses mysteriösen Sees gewürzt. Genau der Stoff, aus dem Legenden sind.

Video-Auswahl zum Thema

Video vom 3. April 2020 auf Mystery Files

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Video vom 15. Mai 2018 auf Mystery Files

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Papst Franziskus in der irakischen Stadt Ur: Dort, wo Stammvater Abraham einst Kontakt zu Außerirdischen hatte? (+ Videos)

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Papst Franziskus in der irakischen Stadt Ur: Dort wo Stammvater Abraham einst Kontakt zu Außerirdischen hatte? (Bilder: WikiCommons & tagesschau.de / Montage: Fischinger-Online)
Papst Franziskus in der irakischen Stadt Ur: Dort wo Stammvater Abraham einst Kontakt zu Außerirdischen hatte? (Bilder: WikiCommons & tagesschau.de / Montage: Fischinger-Online)

Papst Franziskus war wieder unterwegs. Diesmal im Irak, wie es der TV-Zuschauer in verschieden Nachrichten sehen konnte. Eine kurze Reise von vier Tagen, bei der er auch die Stadt Ur besuchte und dort betete. Eigentlich eine uralte Stadt des Kulturlandes Mesopotamien, in der der laut Bibel Abraham geboren wurde. Der Stammvater aller Juden, Christen und Muslime. Doch kam es dort vor Jahrtausenden „klipp und klar“ zu einem Kontakt von Abraham mit Außerirdischen? Denn das schrieb der Prä-Astronautiker Erich von Däniken dazu in einem Tweet, der sicher einige erstaunte. Was aber meinte er damit, wie kommt von Däniken zu dieser Aussage? Das und mehr erfahrt Ihr hier.


Papst Franziskus im Irak

Kürzlich flimmerten in die heimischen Wohnzimmer in den Nachrichten Neuigkeiten über Papst Franziskus. Der „oberste Hirte“ der katholischen Kirche befinde sich derzeit auf einer Reise durch den Irak, träfe sich dort mit verschiedenen Vertretern des Glaubens und feierte mit den dortigen Christen Messen. Alles wie üblich verbunden mit dem Aufruf auf Frieden und einen Dialog zwischen den Religionen. In diesem Fall vor allem Christen und Muslime. Eine sogenannte „Apostolische Reise“, wie es die Kirche nennt, die vom 5. bis 8. März dauerte.

Der TV-Zuschauer oder Nachrichtenkonsument wird sich bei den Berichten über die Irak-Reise des Papstes sicher gedacht haben: „Mutig von ihm.“ Denn die ganze Welt weiß natürlich über die Lage im Nahen Osten und hier speziell den Irak. Vielmehr wird sich der normale News-Konsument wohl nicht dabei gedacht haben. Auch nicht als Papst Franziskus die im Süden des Irak liegende Stadt Ur besuchte und dort bei einem interreligiösen Treffen für die Opfer von Terror und Krieg betete. Eine wichtige Kernaussage war, dass es keinen Frieden geben könne, wenn sich die Völker nicht „die Hand reichen“.

Zuschauer der üblichen Fernsehnachrichten (privat und öffentlich-rechtlich) werden es wohlwollend zur Kenntnis genommen haben. Und der ein oder andere mag sich dabei gefragt haben, was Ur denn für eine Stadt ist, das der „Heilige Vater“ genau dort zu Gebet rief. Immerhin ist Ur in all den Jahren der Berichte aus dem Irak praktisch nie erwähnt worden. Mossul oder Bagdad kennt man – aber Ur?

Geschichtlich Interessierte oder bibelfeste Leser kennen Ur selbstverständlich. Auch die Internetseite der „Tagesschau“ klärt dazu ihr Zielpublikum etwas auf:

Laut biblischer Überlieferung ist der Ort Ur in der Wüste des Südirak die Geburtsstätte Abrahams, des Stammvaters von Juden, Christen und Muslimen.“

Abraham aus Ur

Der Ort Ur ist kein Ort oder keine Stadt im eigentlich Sinn. Es ist eine uralte Stadt der Sumerer und späterer Kulturen Mesopotamiens, die schon vor 6.000 und mehr Jahren besiedelt war. Eine der wichtigsten Ruinenstätte des Landes überhaupt, dessen zentrales Heiligtum eine Zikkurat, eine Art Stufenpyramide, zu Ehren des Mondgottes Nanna bildete. Wie bei vielen uralten Städten im Zweistromland. Am bekanntesten ist hier wohl der „Turm von Babel“, den man unter anderem aus dem Alten Testament kennt.

Aber auch die Stadt Ur ist im Alten Testament zu finden. Hier sei der Überlieferung im Buch Genesis nach der legendären Patriarch Abraham geboren. Der Stammvater von Juden, Christen und Muslimen. Und natürlich ist das auch dem Vatikan bzw. Papst Franziskus bekannt, weshalb genau diese geschichtliche Stätte für einen Besuch ausgesucht wurde. So sagte der Papst in Bezug zu Abraham bei seinem Gebet in Ur auch:

Dass wir uns heute hier auf seinen Spuren befinden, dies möge ein Zeichen des Segens und der Hoffnung sein für den Irak, für den Nahen Osten und für die ganze Welt.

Eine schöne Geste, ein nettes Zeichen, werden die meisten Gläubigen sicher denken. Nicht aber der Religionskritiker und Prä-Astroauntik-Autor Erich von Däniken. Er setzte am 7. März einen auf den ersten Blick sehr seltsam erscheinen Tweet bei Twitter ab:

Mit „Mosur“ meinte Erich von Däniken Ur. Aber wieso soll dort Abraham „klipp und klar Kontakt zu Außerirdischen“ gehabt haben? Und wieso sollen das der Papst und der irakische Ministerpräsident wissen? Was hat das damit zu tun, dass unsere Religionen „auf die Rückkehr der Götter vorbereitet“ werden, womit von Däniken natürlich die antiken Raumfahrer meint? Die Ancient Aliens, wie man sie heute nennt.

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Kontakt zu Astronautengöttern?

Nun, ob „der Papst wie auch Iraks Ministerpräsident wissen“, dass Abraham in Ur einst Kontakt zu Astronautengöttern hatte, wissen wir natürlich nicht. Woher auch, da Papst Franziskus dies bisher nirgendwo kundtat. Ob die heutigen Religionen auf die Wiederkehr dieser Raumfahrer der Antike, die einst für „Götter“ gehalten wurden, „vorbereitet“ werden, wissen wir ebenso wenig. Zu vermuten ist es durchaus. Aber nur dann, wenn wir der Meinung sind, dass die Götter der alten Überlieferungen einschließlich des biblischen „Gott“ auch wirklich Außerirdisch waren. Dann allerdings, davon bin ich überzeugt, reicht es nicht nur die aktuellen Religionen auf deren Rückkehr vorzubereiten.

Von Däniken spricht von „klipp und klar“, was suggeriert, dass es für seine kühne Behauptung Beweise habe. Beweise dafür gibt es aber nicht. Sehr wohl aber finden sich in den alten Texten und Mythen Hinweise darauf, dass Abraham tatsächlich Kontakt mit diesen Außerirdischen des Altertums in Ur gehabt haben könnte. Sehr ausführlich habe ich das schon in meinem Buch „Götter der Sterne“ analysiert und diskutiert.

Denn, wie Ihr in diesem Blog Artikel HIER umfangreich nachlesen könnt (s. zweite Video unten), laut diesen Schriften hatte Abraham einst Kontakt mit fremden Wesen, die ihn mit in den Himmel nahmen. Zu einer Raumstation von Außerirdischen! So erstaunlich das klingt, so ist es eine Tatsache, das die entsprechende Überlieferung über diese „Himmelsreise“ des Stammvaters genauso interpretiert werden kann. Ob es deshalb wahr ist, wissen wir leider nicht.

In der Bibel findet sich dieser Bericht übrigens nicht. Das altjüdische Buch außerhalb der Bibel, ein Apokryph, nennt sich „Apokalypse des Abraham„. Im zweiten Video unten aus dem Jahr 2012 gehe ich auf dieses Thema genauer ein.

Feuer vom Himmel

Unheimliches ereignete sich aber auch bei der Berufung des Abraham durch den angeblichen „Gott“ an sich. Wie im ersten Video unten zusammengefasst, machte hier laut den alten Überlieferungen das Himmelswesen kurzen Prozess mit Terach, dem Vater von Abraham. Dieser war treu des Glaubens seiner Heimat ein Anhänger diverser Götter Mesopotamiens. Er soll sogar seinen Lebensunterhalt damit verdient haben, entsprechende „Götzen“ herzustellen.

Nach der Überlieferung war dieser Mann den Plänen „Gottes“ offenbar im Weg. So wurde er bei der Berufung des Abraham kurzerhand ermordet. Durch Feuer vom Himmel wurden er, sein Haus und seine ganze Habe dem Erdboden gleich gemacht. Nun konnte Abraham seine Heimat Ur verlassen und seine Mission im Auftrag seines himmlischen Herrn erfüllen, wie es auch die Bibel weiter erzählt. Wenig verwunderlich ist hierbei, dass sich diese Episode über die Ermordung des Terach durch „Gott“ nicht in der Bibel erwähnt wird. Dort finden sich – wenn überhaupt – widersprüchliche Angaben über den Tod von Abrahams Vater.

Genau diese nicht-biblichen Überlieferungen aus den sogenannten Apokryphen sind es, auf die Erich von Däniken in seinem Tweet anspielt. Faszinierende Geschichten einer längst vergangenen Zeit.

Videos zum Thema

Video vom 18. Februar 2020 auf Mystery Files

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Video vom 12. Juli 2012 auf Mystery Files

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Lars A. Fischinger

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Archäologen fanden in Sakkara (erneut) dutzende ungeöffnete Sarkophage (+ Video)

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Archäologen fanden in Sakkara dutzende ungeöffnete Sarkophage (Bild: Fischinger-Online)
Archäologen fanden in Sakkara dutzende ungeöffnete Sarkophage (Bild: Fischinger-Online)

Am 3. Oktober gab der ägyptische Antikenminister Khalid al-Anani bekannt, dass Archäologen in der Nekropole von Sakkara fast 60 Sarkophage mit Mumien entdeckt haben. Der zweite Fund dieser Art innerhalb weniger Wochen. Sie waren fast 2.600 Jahre verborgen und ungeöffnet geblieben. Für die Ägyptologen eine Sensation. Was die Entdeckungen so spannend macht, was sie sind und was sie nicht sind, erfahrt Ihr hier.


Die Nekropole von Sakkara

Denkt man an Sakkara, dann denken die meisten Menschen an die dortige Stufenpyramide von Pharao Djoser. Sie gilt als ältestes Monument ihrer Art weltweit und als die erste Pyramide Ägyptens. Vielleicht hat der ein oder andere auch mal etwas vom unterirdischen Serapeum (s. a. Video unten) dort gehört.

Mehr weiß der Laie kaum von der Nekropole von Sakkara.

Sie liegt südlich von Kairo und den Pyramiden von Gizeh und kaum ein normaler Tourist verirrt sich hierher. Zumindest im Vergleich mit Gizeh und den dortigen Pyramiden und der Sphinx verschlägt es ungleich weniger Besucher nach Sakkara. In der Archäologie und der Erforschung der Geschichte Ägyptens wiederum kann diese Stätte nicht hoch genug eingestuft werden. Sie gilt als eine der wichtigsten und herausragendsten Stätten der gesamten Geschichte und Kultur des Landes überhaupt.

Deshalb sind hier seit Jahrzehnten Archäologen am Werk. Emsige Ausgräber, die wissen, dass Sakkara weit mehr zu bieten hat, als „nur“ die dortige Stufenpyramide. Und sie wissen, dass sich die Nekropole in der Wüste vor allem durch Eines in nichts von den zahlreichen anderen Stätten dieser Art in Ägypten unterschiedet: Hier waren die alten Ägypter über Jahrtausende hinweg aktiv. Über Dynastien hinweg.

4.000 Jahre lang Kultstätte

Vor genau diesem Hintergrund muss man die neuen archäologischen Funde betrachten, die jetzt für Furore sorgen. Denn das Hauptgebäude, die eigentliche Stufenpyramide des Herrscher Djoser, stammt aus der 3. Dynastie und wurde um 2650 vor Christus erbaut. Damit ist sie nach Meinung der Ägyptologen die erste Pyramide im ganzen „Land der Pyramiden“ am Nil überhaupt. Erst später folgten die Pyramiden von Gizeh in der darauf folgenden Dynastie.

Dabei wurde Sakkara im Volk jedoch nicht vergessen. Wie auch beispielsweise in Gizeh bauten auch Generationen später die Ägypter hier Gräber und weitere Pyramiden. In Sakkara alleine entstanden so im Laufe der Jahrtausende rund 20 Pyramiden und noch mehr Grabanlagen. Sie reichen vor allem bis in die 19. Dynastie hinein. Also in das sogenannte „Neue Reich“, das Ägyptologen auf die Zeit von ca. 1550 bis 1070 vor Christus datieren. Einige Gräber und einfache Pyramiden sind dort erst erbaut worden, als die Djoser-Pyramide schon rund 1.400 Jahre stand.

Verschiedene Anlagen und Bestattungen in Sakkara sind sogar noch jünger. Zum Teil erst aus der 26. Dynastie (etwa 664 bis 525 vor Christus) und damit aus der Spätzeit des Reiches. Unglaubliche 4.000 Jahre nachdem Djoser dort seine Pyramide bauen ließ.

Aufgrund dieser langen Nutzung des Gebietes sind immer neue Funde dort alles andere als ungewöhnlich. 2009 wurden beispielsweise eine Reihe bisher unbekannter und zum Teil riesiger Gräber der 26. Dynastie dort entdeckt. Erst Anfang 2009 fanden Archäologen 30 Mumien aus dieser Dynastie, die in einer Grabanlage der 6. Dynastie (ca. 2318 bis 2168 vor Christus) lagen. Sie wurden also in eine Grabkammer gelegt, die bereits fast 2.000 Jahre zuvor dort angelegt wurde. Auch das ist nicht ungewöhnlich.

Spektakuläre Mumien-Funde

So machen die Forscher dort immer wieder neue Funde aus verschiedenen Epochen. Wie aktuell jene Entdeckung von 59 Sarkophagen, die am 3. Oktober vom ägyptischen Antikenminister Khalid al-Anani bekannt gegeben wurde. Nach seinen Angaben seien diese etwa 2.500 bis 2.600 Jahre alt und wurden seit dem nicht wieder geöffnet. Er selber war bei der Öffnung eines Exemplars dabei, und zeigte sich sich begeistert über den Erhaltungszustand der darin befindlichen Mumie. „Als wäre sie erst gestern mumifiziert worden“, so al-Anani.

Sie reihen sich in einer ganzen Anzahl ähnlicher Funde ein, die bei aktuellen Ausgrabungen in Sakkara in den letzten Monaten gemacht wurden. Im August und September fanden die Archäologen bereits noch verschlossene Sarkophage aus dieser Zeit. Erst 13 Exemplare, dann weitere 14. Und im November 2019 stießen die Forscher dort auf eine ungewöhnliche Grabanlage, in der sich 75 Statuen von Katzen befanden. Eine ungewöhnlich hohe Anzahl, bei sich auch zahlreiche mumifizierte Tiere fanden.

Die Särge lagen unter fast neun Metern von Trümmern in rund 12 Metern Tiefe. Nach einer ersten Einschätzung der Archäologen könnte es sich um die Mumien von Beamten und Priestern handeln, die in Sakkara als heilige Nekropole die Kulte weiterführten. Bald vier Jahrtausende nach Pharao Djoser. Somit stehen die Funde – so spektakulär sie auch sind – nicht in direktem Zusammenhang mit der noch immer geheimnisvollen Stufenpyramide als das herausragende Monument von Sakkara.

Unendliche Arbeit für die Wissenschaft

Sie zeigen aber mehr als eindrücklich, was im Sand Ägyptens noch alles auf seine Entdeckung wartet. Auch die ägyptischen Archäologen sind mehr als stolz auf diese Funde. Vor allem, wie al-Anani und andere betonen, da sie nur von ägyptischen Wissenschaftlern gemacht wurden. Denn auch sie haben aufgrund von „Corona“ mit weitreichenden Einschränkungen bei ihrer Arbeit zu kämpfen.

Die Zeitung „Arab News“ zitierte am 4. Oktober al-Anani mit den Worten:

Wir hatten seit März aufgrund der COVID-19-Beschränkungen keine Gelegenheit mehr, eine Entdeckung anzukündigen, aber wir haben gegen solche Bedingungen gekämpft und seit August härter gearbeitet, um weitere Geheimnisse dieser großen Zivilisation zu graben und aufzudecken.

Für Ägyptologen bedeuten die neuen Funde noch viel Arbeit. Nicht nur, dass diese zumindest teilweise in das neue Ägyptische Museum bei Gizeh kommen sollen, sondern auch, da nach dem Fund immer vor dem Fund ist. Wie die Geschichte zeigt, haben die Wissenschaftler noch nicht mal genug Zeit alle neuen Funde zu untersuchen etc., bis der Sand Ägyptens schon die nächsten Entdeckungen preisgibt.

Video zum Thema

Video vom 19. Jan. 2020 auf Fischinger-Online

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C14-Datierungen und die Cheops-Pyramide: Alles nur eine Frage der Proben? Von flexiblen Radiokarbondatierungen, phantastischen Daten und verlorenen Artefakten (Artikel)

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Die C14-Datierung und die Cheops-Pyramide: Alles nur eine Frage der Proben? (Bilder & Montage: Fischinger-Online)
Die C14-Datierung und die Cheops-Pyramide (Bilder & Montage: Fischinger-Online)

Keine Bauten der antiken Kulturen faszinieren mehr, als die Pyramiden in Ägypten. Vor allem um die Cheops-Pyramiden in Gizeh ranken sich dementsprechend zahlreiche Legenden, Spekulationen und Thesen. Sie stammt laut archäologischer Forschung aus der IV. Dynastie und ist damit rund 4.500 Jahre alt. Erbaut eben von Pharao Cheops, dessen Regierungszeit Ägyptologen sehr gut zu kennen glauben. Und dabei werden ihre Forschungen durch moderne C14-Datierungen (Radiokarbondatierung) untermauert, wie es heißt. Doch was genau ergaben wann und wie diese C14-Analysen? Welche Daten, Zeitangaben und Datierungen wurden ermittelt oder liegen bei den Pyramiden vor? Gab es Abweichungen? Und wenn ja, wie werden diese erklärt? Genau diesen und vielen weiteren Fragen soll in diesem Blog-Artikel genauer nachgegangen werden. Sie reichen von mehr als erstaunlichen Aussagen bis zu unglaublicher Schlamperei bei der Erforschung der Cheops-Pyramide, wie Ihr hier lesen könnt.


Die Cheops-Pyramide und der Gizeh-Komplex

Die Pyramiden in Ägypten, allen voran die Cheops-Pyramide in Gizeh, sind wohl die bekanntesten Bauten der Geschichte. Und dank Generationen von Archäologen und Forschern sind heute viele der Mysterien und Rätseln der Pyramiden bekannt oder entzaubert.

Vor allem was das Alter und die Herkunft der Pyramiden von Gizeh angeht, sind sich Ägyptologen scheinbar ihrer Sacher sehr sicher. Eigentlich hat keiner von ihnen Zweifel daran, wann wer und zu welchen Zweck die Monumente unweit von Kairo errichtet hat. Es waren drei mächtige Pharaonen aus einer Familie vor vielen Jahrtausenden, die sich hier ihre letzte Ruhestätten erbauen ließen, sagen die Archäologen.

Namentlich waren es die Herrscher Cheops, Chephren und Mykerinos aus der IV. Dynastie des sogenannten Alten Reich. Somit wären sie auf der Grundlage der von den Ägyptologen ermittelten Zeiten der drei Pharaonen in den Jahren 2620 bis 2503 vor Christus erbaut worden. Diese drei Hauptbauten waren einst 146,6, 143,5 und die kleinste 65 Meter hoch, zu denen sich noch mindestens 7 keine sogenannten Königinnenpyramiden gesellten. Plus eine enorme Anzahl an Gang- und Schachgräbern, die zum Teil jedoch erst nach den drei großen Pharaonen angelegt wurden.

Gegen Ende der IV. Dynastie, um etwa 2500 vor Christus, kam noch das hin und wieder als „vierte Pyramide“ bezeichnete Bauwerk der Königin Chentkaus I. in Gizeh hinzu. Eine kleine Stufenpyramide mit einst 18,5 Metern Höhe und mit nur zwei Stufen unweit des Taltempels von Mykerinos. Die Pyramide gilt zwar als größtes Grab einer Königin des Alten Reich, doch sehr viel weiß man über Chentkaus I. nicht. Einig ist man sich dahingehen, dass sie während des Überganges von der IV. zur V. Dynastie großen Einfluss auf das politische und wohl auch religiöse Geschehen in Ägypten gehabt haben muss.

Damit nicht genug. Rund acht Kilometer von den Gizeh-Pyramiden entfernt steht die Pyramide des Pharao Radjedef (Djedefre) aus der IV. Dynastie. „Pyramide“ kann man die Ruinen bei Abu Roasch allerdings heute nicht mehr nennen, da unter anderem exzessiver Steinraub sie fast vollständig den Erdboden gleichmachte. Dennoch ist Radjedef alles andere als ein unbekannter Herrscher. Zumindest für Archäologen, denn ein Tourist verirrt sich eigentlich nie hierher.

König Radjedef war ein Sohn von Pharao Cheops und sein direkten Nachfolger. Er bestieg den Thron noch vor dem wesentlich berühmteren Chephren; dem Bauherren der zweiten Pyramide von Gizeh und angeblich auch der großen Sphinx. Radjedefs Pyramide war ursprünglich nur 67 Meter hoch und damit vergleichbar mit der Mykerinos-Pyramide von Gizeh. Lediglich 11 Meter davon blieben allerdings bis heute erhalten. Von den mindestens zwei gleichfalls dort gebauten Königinnenpyramiden ist fast nichts mehr zu sehen.

Gebaut hat sie der Herrscher etwa 2580 bis 2570 vor Christus.

Pyramiden-Wahn

Die Herrscher der IV. Dynastie waren allesamt dem Pyramidenbau-Wahn verfallen. Wahnsinnige auf der Suche nach Unsterblichkeit, könnte man sie guten Gewissens nennen.

Rund zehn Pyramiden plus zahllose Nebenpyramiden wurden in der Zeit geschaffen, die die Ägyptologen auf etwa 2620 bis 2503 vor Christus datieren. Nicht alle lebten bzw. regierten dabei lang genug um sich selber echte Pyramiden bauen zu können. Denn mindestens sieben Pharaonen sollen sich in dieser Zeit das Zepter in die Hand gegeben haben.

Nur die Könige Snofru (der sich gleich drei Haupt-Pyramiden bauen ließ), Cheops, Chephren und Mykerinos gelten hier als relevant. Nur sie herrschten mit jeweils um 20 Jahren lang genug und lebten damit auch entsprechend lange. Was aber schon an dieser Stelle zahllose Fragen aufwirft. Und das beginnt eigentlich schon mit dem Beginn des Pyramidenzeitalters der IV. Dynastie um das Jahr 2620 vor Christus mit Snofru. Denn das ist das Todesjahr des Pharao, der eigentlich schon ab 2670 vor Christus die Herrschaft über Ägypten übernahm. Als Bauherr von drei gewaltigen Pyramiden wird er mit Sicherheit direkt nach seiner Thronbesteigung mit der ersten Grundsteinlegung begonnen haben.

In diesen 50 Jahren baute er seine drei Pyramiden. Die „Pyramide von Meidum“, die „Knickpyramide“ und die „Rote Pyramide“, wie sie heute genannt werden. Sie stehen südlich von Gizeh im Bereich der Nekropole von Dahschur und eine in Sichtweite in Meidum. Rechnet man seine anderen Bauvorhaben und die kleinen Pyramiden (zum Beispiel „Kultpyramiden“) hinzu, eine schier übermenschliche Leistung. Auch in „nur“ rund 50 Jahren. Wenn er denn so lange regierte.

Der legendäre „Königspapyrus Turin“ oder „Turiner Königsliste“ besagt nämlich, dass er nur 24 Jahre regierte. Andere Quellen sprechen von 29 Jahren. Und diese „24 Jahre“ sollen nach dem für die Chronologie des Alten Ägypten heute so wichtigen „Königspapyrus“ auf sogenannte „Zählungen“ beruhen. Landesweite Zählungen, die alles andere als regelmäßig und damit auch nicht jährlich stattfanden. Es können Jahren zwischen diesen „Zählungen“ gelegen haben …

Ein Dilemma für Geschichtsforscher und Archäologen, die versuchen aus zahllosen Quellen die Geschichte der Pharaonen zu rekonstruieren. Und diese widersprechen sich gerne. Teilweise sogar erheblich, um nicht zu sagen: gewaltig. Welche Angaben und Informationen die Forscher von den antiken Chronisten und Geschichtsschreibern übernahmen und als „wahr“ ansehen, ist hierbei durchaus ein Ermessensspielraum.

Man denke, um nur ein Beisiel zu nennen, an Herodot. Einige seiner Aussagen zu Pharao Cheops und seiner Pyramide, wie etwa die Regierungszeit des Königs, akzeptieren die heutigen Forscher. Andere wiederum werden als Fake-News der Antike abgelehnt. Zum Beispiel, dass 100.000 Sklaven die Pyramide bauten, dabei Eisen nutzten oder Cheops selber gar nicht in der Pyramide sondern in dessen Nähe begraben wurde.

Von den oft unglaublichen Pyramiden-Überlieferungen des Hitat aus dem Mittelalter wollen Ägyptologen schon mal gar nichts wissen. Zum Beispiel erfahrt Ihr in dieser Artikel-Serie HIER und auch in diesem Artikel HIER sowie diesem Video HIER dazu mehr.

C14-Datierungen und die Cheops-Pyramide

Kann hier nicht die moderne Wissenschaft Abhilfe schaffen, um dieses Wirrwarr in Sachen Alter und Bauzeiten zu entwirren? Vor allem die C14-Datierung (Radiokarbondatierung)? Obwohl, wie erst kürzlich HIER berichtet, die so gewonnen Daten erneut in der Kritik stehen. Sie seien zu ungenau, hieß es.

Interessant sind derartige Datierungen und vor allen die variierenden Ergebnisse für viele aber erst dann, wenn sie die „großen Bauten“ der alten Zivilisationen betreffen. Eben allen voran die Pyramiden in Ägypten, die bereits tatsächlich mehrfach im Fokus von C14-Anaysen standen. Verwundern sollte das aber nicht. Immerhin sind die Pyramiden von Gizeh aufgrund ihrer Einmaligkeit, ihrer Berühmtheit und als letztes der antiken Sieben Weltwunder für jeden Archäologen ein Highlight.

Zum Beispiel die C14-Datierungen von 1984, als Denkmälern aus der III. Dynastie (Djoser-Pyramide) bis zur V. Dynastie (Unas-Pyramide) datiert wurden. Eigentlich sollten die damaligen Ergebnisse noch heute jeden Ägyptologen schockieren, denn sie waren „durchschnittlich 374 Jahre älter als die Daten der Cambridge Ancient History der Könige, mit denen die Pyramiden identifiziert wurden“. So ein Forscherteam um Shawki Nakla und David Koch zum Beispiel in „Archaeology“ Nr. 5/1999.

Als Ursache für diese eklatanten Abweichungen der anerkannten Chronologie wird bis heute angenommen, dass die datierten Holzproben und Holzkohlerest unter anderem kontaminiert waren. Kontaminiert durch die Verwendung alten Holzes beim Pyramidenbau. Die Forscher, denen übrigens der damals noch recht unbekannte Dr. Zahi Hawass angehörte, schrieben 1999 zu diesen früheren Datierungen:

Trotz dieser Diskrepanz bestätigten die Radiokarbondaten, dass die Große Pyramide zu der von Ägyptologen untersuchten historischen Ära gehörte. Bei der Bewältigung der 374-jährigen Diskrepanz mussten wir das alte Holzproblem berücksichtigen. 1984 hielten wir es für unwahrscheinlich, dass die Pyramidenbauer durchweg jahrhundertealtes ägyptisches Holz als Brennstoff für die Herstellung von Mörtel verwendeten. (…)

Die Ergebnisse von 1984 ließen uns zu wenig Daten, um den Schluss zu ziehen, dass die historische Chronologie des Alten Reiches um fast 400 Jahre fehlerhaft war, aber wir betrachteten dies zumindest als eine Möglichkeit. Wenn unsere Radiokohlenstoff-Altersschätzungen aus irgendeinem Grund fehlerhaft waren, mussten wir alternativ davon ausgehen, dass viele andere Daten aus ägyptischen Materialien ebenfalls verdächtig waren.“

„Dies führte zu einer zweiten, größeren Studie“, die ab 1995 durchgeführt wurde.

Neue Datierungen, neue Unklarheiten

Material für diese C14-Datierungen wurden vor rund 25 Jahren von Gräbern aus der I. Dynastie und der Stufenpyramide von Sakkara ebenso entnommen, wie von den Pyramiden von Gizeh der IV. Dynastie. Einige entnahmen die Experten Pyramiden der V. und VI. Dynastie sowie aus dem Mittleren Reich (bis ca. 1781 vor Christus). Insgesamt waren es 450 Proben von 33 Monumenten, die beim „Pyramids Radiocarbon Dating Project“ schließlich untersucht wurden.

Diese neue Studie des Physikers Professor Dr. Willy Wölfli von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich und vor allem David H. Koch und Kollegen brachte noch mehr Verwirrung in die Kohlenstoffdatierungen (s. a. HIER). Denn nach diesen neuen Resultaten wies die Pyramiden des Cheops ein Alter auf, das 52 Jahre höher war, als es in den Geschichtsbüchern steht. Mindestens, denn die gewonnen Daten schwankten enorm (z. B.: Willy Wölfli: „Archäologie mit einem Schwerionenbeschleuniger“, Nr. 2/1994 & Herbert Haas u.a.: „Radiocarbon Chronology and the Historical Calendar in Egypt“, „British Archaeological Reports“, 1987):

Erstens gibt es zwischen 1984 und 1995 erhebliche Unterschiede zwischen Cheops und Chephren, nicht jedoch zwischen Djoser und Mykerinos. Zweitens sind die Daten von 1995 verstreut und variieren sogar für ein einzelnes Denkmal stark. Für Cheops verteilen sie sich über einen Bereich von etwa 400 Jahren. (…)

Acht kalibrierte Daten auf Stroh aus der Pyramide von Sesostris II. (XII. Dynastie, Mittleres Reich, etwa 1845 bis 1837 vor Christus, Anm. LAF) reichten von 103 Jahren älter bis 78 Jahre jünger als die historischen Daten seiner Regierungszeit, wobei vier Daten nur um 30, 24, 14 und drei Jahre verschoben waren.“

Auch die Pyramide des Chephren zeigte einen Widerspruch, der einige Jahrhunderte(!) Jahre umfasste. Die kleinste und Pharao Mykerinos zugesprochene Gizeh-Pyramide wäre nach den Analysen sogar einige Jahrhunderte jünger, als es die Archäologie sagt. Auch ältere Messwerte von bis zu 557 Jahren vor der angeblichen Erbauungszeit der Monumente lieferten die Datierungen.
Für die Experten gibt es dafür bis heute nur eine ausschlaggebende Erklärung:

Die Pyramidenbauer verwendeten älteres Kulturmaterial, sei es aus Gründen der Zweckmäßigkeit oder um eine bewusste Verbindung zwischen ihrem Pharao und seinen Vorgängern herzustellen.“

Recycling für den Pharao

Als Beispiel für diese Wiederverwendung nennen sie unter anderem die Stufenpyramide von Sakkara des Pharao Djoser aus der III. Dynastie. In diesem Monument entdeckten Archäologen insgesamt über 40.000 Steingefäße, dessen Inschriften die Namen der meisten Könige der I. und II. Dynastie trugen. Der Name von Djoser selber kam dabei nur ein einziges Mal vor. „Vielleicht hat Djoser die Vasen aus den 200 Jahre alten archaischen Gräbern in Nord-Sakkara gesammelt“, so die Archäologen. So konnte ein Bauherr Kosten und Mühen sparen, was auch Holz als Bau- und Brennmaterial mit einschloss, wie die Forscher betonen („Radiocarbon“, Nr. 3/2001).

Ebenfalls wird darauf verwiesen, dass die Proben der Analysen von 1984/85, insgesamt 85 an der Zahl, inklusive fünf von der Sphinx, von der Außenseite der Cheops-Pyramide entnommen wurden. Winzige Stroh- und Holzstücke, die im Mörtel eingeschlossen waren.

Aufgrund solcher (hier nur zusammengefasster) Ergebnisse von C14-Datierungen dürfte es nicht verwundern, wenn Laien wie Experten dieser Methode immer wieder kritisch gegenüberstehen. Was im Zusammenhang mit dem genannten „Pyramids Radiocarbon Dating Project“ allerdings auch sehr interessant ist, ist folgendes.

Durchgeführt wurden die Forschungen von einer Reihe Archäologen und anderen Wissenschaftlern. Mit dabei war natürlich auch Dr. Zahi Hawass, der damals noch aktiv im ägyptischen obersten Rat für Altertümer war. Ebenso beteiligt war der sehr bekannte Ägyptologe und Autor mehrerer Bücher über Pyramiden Dr. Mark Lehner. Koordiniert und verwaltet wurden die Untersuchungen von der „Ancient Egypt Research Associates, Inc.“ Und schon damals war Lehner mehr als überrascht über die Ergebnisse:

Die Daten reichen von 3809 vor Christus bis 2869 vor Christus Im Allgemeinen sind die Daten also (…) deutlich früher als das beste ägyptologische Datum für Cheops.

Kurz gesagt, die Radiokarbondaten legen je nach der beachteten Stichprobe nahe, dass die ägyptologische Chronologie zwischen 200 bis 1.200 Jahren schwankt. Ich kann mir vorstellen, dass es einigen stinken wird. Die Pyramide von Gizeh ist 400 Jahre älter als Ägyptologen glauben.“

Eine große mediale Aufmerksamkeit blieb aus. Erstaunlicherweise. Auch sind diese frühen C14-Resultate heute kaum bekannt.

Noch weniger bekannt ist aber, dass das gesamte Projekt von der „Edgar Cayce Foundation“ (ARE – korrekter Name: „Association for Research and Enlightenment“) bezahlt wurde. Immerhin 17.000 US-Dollar. Eine Organisation mit Hauptsitz in den USA, denen man zumindest heute keine Zusammenarbeit mit anerkannten Ägyptologen zutrauen würde. Oder besser gesagt umgekehrt.

Spuren von Atlantis?

Denn diese „Edgar Cayce Foundation“ ist nach dem Seher Edgar Cayce benannt, der unter anderem in seinen „Weissagungen“ von Atlantis und der „Halle der Aufzeichnungen“ in Gizeh sprach (mehr dazu findet Ihr z. B. in diesem Video HIER sowie HIER). Über 10.000 Jahre sei nach Cayce und seinen bis heute aktiven Anhängern Gizeh alt. Das heute in der Grenzwissenschaft in aller Munde kursierende Jahr 10.500 vor Christus für eine Art untergegangene Urkultur usw. stammt von genau diesem Cayce. Obwohl der „Wahrsager“ und „schlafende Prophet“, wie man ihn bis heute nennt, bereits im Jahr 1945 in den USA starb, sind seine Ideen weiterhin populär.

Genau diese Aussagen von Cayce wollte die ARE mit diesem C14-Datierungs-Projekt belegen. Was augenscheinlich nicht gelang, auch wenn die gewonnenen Ergebnisse überaus interessant sind. Auf ein Alter der Monumente oder der Sphinx von 12.500 Jahren wiesen diese aber nicht annähernd hin.

Bei den neueren Datierungen 1995 war der Lehner-Sponsor David H. Koch erneut dabei. Denn Koch hatte zusammen mit der ARE bereits zuvor die Arbeiten gesponsert.  Darunter auch das sehr bekannte „Giza Plateau Mapping Project“ ab 1982 von Lehner.

Dass eine Beteiligung der „Edgar Cayce Foundation“ bei Projekten und C14-Datierungen in Gizeh heute von den Ägyptologen lieber „vergessen“ wird, sollte nicht verwundern. Mit Atlantis und einer vor mindestens 10.000 Jahren in Gizeh anwesenden unbekannten Kultur, möchte die etablierte Archäologie nicht in Zusammenhang gebracht werden. Obwohl David Koch in seinem Artikel „Dating the Pyramids“ in der angesehenen Fachzeitschrift „Archaeology“ 1999 noch explizite die „Edgar Cayce Foundation“ in diesem Zusdammenhang nennt.

Inzwischen hat sich auch der Ägyptologe Lehner selber unlängst von der ARE mehr und mehr entfernt, wie es der bekannte Autor Robert Bauval schon 2002 in einem Artikel schrieb.

Heute wäre eine Kooperation zwischen der ARE und Ägyptologen vor Ort im Land der Pyramiden schon sensationell. Dazu muss man nur auf die zahllosen Aussagen und Statements von Seiten der etablierten Forscher der letzten Jahrzehnte zu dieser Art „Hobby-Pyramidenforscher“ schauen. Etwa von Dr. Rainer Stadelmann, der von 1989 bis 1998 Chef des „Deutschen Archäologischen Institut“ in Kairo (DAIK) war. Und natürlich von Dr. Zahi Hawass selber.

10.500 vor Christus vs. C14-Datierungen

Interessant ist bei diesen C14-Datierungen in Zusammenhang mit der ARE natürlich das Ergebnis für die Organisation selbst. Es widerspricht eindeutig den „Lehren“ von Edgar Cayce über Alter und Herkunft der Cheops-Pyramide und der Sphinx enorm. Grob 7.000 Jahre liegen zwischen der Angabe um 10.500 vor Christus und den Ergebnissen Radiokarbondatierungen. Und das ist gewaltig, auch für die alternative Geschichtsforschung. Wobei natürlich die Zweifel an den ermittelten Daten auch für die ARE gelten dürfen und sollten.

Allerdings ist es bezeichnet, dass die umfangreiche Internetseite der „Edgar Cayce Foundation“ heute nichts von dem damaligen und einmaligen Projekt berichtet.

Private Pyramidenforscher, von der etablierten Archäologie seit dem 19. Jahrhundert auch spöttisch „Pyramidologen“ oder sogar „Pyramidioten“ genannt, zweifel grundsätzlich. Nicht nur, da zwei, drei Überlieferungen im oben erwähnten Hitat existieren, die den Bau der Gizeh-Pyramiden vor die Sintflut datieren. Viel zitiert wird auch der Priester und Geschichtsschreiber Manetho (um 250 vor Christus). Auch wenn dessen Werke nicht mehr vollständig von ihm selber vorliegen, so wird er doch von anderen Geschichtsschreibern immer wieder zitiert. Etwa von Eusebius im 4. Jahrhundert nach Christus.

Unglaubliche Behauptungen finden sich in diesen Chroniken. Denn darin heißt es, dass nach einer 13.900 Jahre andauernden Herrschaft der Götter über Ägypten, ihnen Halbgötter auf den Thron folgten. Diese regierten nochmals 11.000 Jahre über das Land am Nil, bis ihnen dann die eigentlichen Pharaonen folgten. Zusammen also 25.000 Jahre – erst dann übernahmen die Menschen und mit ihnen die anerkannte Geschichtsschreibung die Macht.

Auch Herodot (ca. 490 bis 430 vor Christus) berichtete vergleichbares in seinen „Historien“ über Ägypten. Er habe persönlich vor Ort in Theben von den Priestern erfahren, dass seit 11.340 Jahren die Hohenpriester dort im Amt seien. Dies entspräche 341 Generationen, so Herodot, weshalb man ihm zum Beweis 341 Statuen präsentierte. „Denn jeder Oberpriester stellte dort schon zu Lebzeiten seine eigene Statue auf“, schrieb Herodot bereits im 5. Jahrhundert vor Christus dazu.

Kein Ägyptologe nimmt solche und ähnliche Angaben ernst. Was man sicher mehr als verstehen kann.

Phantastische Daten

Wie gesehen passen aber auch die C14-Datierungen nicht zu diesen unfassbaren Daten. Sofern man sie auf die Cheops-Pyramide übertragen möchte. Hinzu kommt, dass Herodot angeblich nicht nur der „Vater der Geschichtsschreibung“ war, sondern gleichfalls ein „Erzähler zahlreicher Märchen“. So schreibt beispielsweise der Geschichtsprofessor Wolfgang Blösel in seiner umfangreichen Untersuchung „Themistokles bei Herodot: Spiegel Athens im fünften Jahrhundert“ (2004, S. 45):

Je nach Blickwinkel wurde Herodot schon in der antiken, aber dann auch neuzeitlichen Bewertung entweder als ‚Vater der Geschichtsschreibung‘ oder als ‚Vater der Lügen‘ apostrophiert. Bezeichnenderweise jedoch trägt schon Ciceros Loblied auf Herodot als pater historiae, in das die Gelehrten verstärkt seit dem 19. Jahrhundert miteinstimmen, diese starke Ambivalenz in die, moniert Cicero doch im gleichen Atemzug bei ihm ‚zahllose Märchen.

Dies veranschaulicht mehr als deutlich das Problem, dass die anerkannte Ägyptologie mit derart aus dem Rahmen fallen Behauptungen und Daten von Herodot und anderen Historikern haben. Was ist Wahrheit, was ist Lüge? Was sollen oder wollen die modernen Forscher glauben, was lieber nicht?

Anders bei den oben genannten C14-Datierungen. Sie passen zwar nicht wirklich zu der anerkannten Chronologie Ägyptens, aber wenigstens so in Etwa. Fehler in den Messergebnissen seien durchaus akzeptabel, solange sie nicht vollkommen aus der Zeit fallen. Kontaminationen, wiederverwendete Materialien, die üblich Toleranz bei C14-Datierungen oder auch natürliche Abweichungen wären halt die Ursache. Das gilt auch für die Kalibrierung und damit Anpassung der Jahreszahlen mit der „Baumringdatierung“ (Dendrochronologie). Die allerdings, wie sich kürzlich zeigte (s. Artikel HIER), im Zusammenspiel mit der C14-Methode ebenfalls alles andere als perfekt ist.

Schaut man in die zahnlosen einschlägigen Fachbücher über Pyramiden und das Alte Ägypten, finden sich kaum nennenswerte Kritiken an den C14-Daten. Im Gegenteil. In dem erstmals 1974 erscheinenden Klassiker „Das Rätsel der Pyramiden“ von Dr. Kurt Mendessohn (1992, S. 19), heißt es:

Noch vor wenigen Jahrzehnten klafften daher die Ansichten einzelner Ägyptologen über die Regierungszeiten früher Pharaonen bisweilen um mehrere Jahrhunderte auseinander. Inzwischen gelang es jedoch – nicht zuletzt dank naturwissenschaftlicher Methoden (die etwa Radiokarbondatierung), vor allem aber durch sorgfältigsten Vergleich aller verfügbaren Daten -, einen bemerkenswert zuverlässigen Überblick über 3.000 Jahre altägyptischer Geschichte zu gewinnen.“

Raum für Spekulationen

Grenzwissenschaftler und „alternative Historiker“ sehen das ganz anders. Wer will es ihnen verdenken, wenn schon die wissenschaftlichen Datierungen durch Radiokarbon um Jahrhunderte schwanken? Wobei man an dieser Stelle erneut unterstreichen muss, dass Altersangaben wie 12.500 Jahre ein Extrem zu den etablierten 4.500 Jahren sind. Das sieht auch der Physiker und Autor des Buches „Pyramiden und Planeten„, Dr. Hans Jelitto, so. Ein privater Pyramidenforscher, der die Form und Anordnung der Gizeh-Pyramiden mathematisch mit den inneren Planeten in Korrelation bring. Er schreibt:

Während die Ägyptologen den Bauzeitpunkt anhand der überlieferten Königslisten auf etwa 2600 bis 2500 v. Chr. festlegen, ergaben vor einigen Jahren Messungen mit einer verfeinerten Radiokarbon-Methode (Beschleuniger-Massen-Spektroskopie bzw. AMS, Accelerator mass spectrometry) den Zeitraum 3030 bis 2905 v. Chr. für den Bau der Cheops-Pyramide mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 %.

Das ist eine Diskrepanz von immerhin ca. 400 Jahren. Diese Messungen stellen eine der modernsten und genauesten physikalischen Methoden zur Altersbestimmung dar.

So Jelitto auf seiner Internetseite. Er hält Messfehler bei den Datierungen „für unwahrscheinlich, da die Messungen sorgfältig an ca. einem Dutzend Bauwerken des Alten Reiches durchgeführt wurden“. Für Jelitto sind solche Forschungsergebnisse ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Pyramiden von Gizeh mehr waren, als nur Gräber mächtiger Pharaonen.

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Dass die zahllosen analysierten Proben aus Gizeh und vielen anderen Orten Ägyptens viel Raum für Spekulationen lassen, steht außer Frage. Nach Meinung der Ägyptologen war es mal nachträglich irgendwie dahin gekommenes Material, oder einfach älteres Recyclingmaterial.  Bei der Cheops-Pyramide beispielsweise zeigt sich das überaus eindeutig, wie Hawass, Lehner, Wölfli und andere in „Radiocarbon Dates of Old and Middle Kingdom Monuments in Egypt“ („Radiocarbon“, Nr. 3/2001) dokumentierten.

Darin listen sie die entsprechenden Radiokarbondatierungen auf, die bei den verschiedenen Projekten in Ägypten an zahlreichen Bauten genommen wurden. Hunderte von Ergebnissen quer durch die Dynastien, die aber keine gewaltigen Überraschungen zeigen. Also beispielsweise keine Probe aus dem Mörtel der Pyramide, die plötzlich mit einem Alter von 10.000 Jahren aus der Reihe fällt. Allein 46 Proben bzw. C14-Datierungen von der Cheops-Pyramide listen die Forscher in ihrer Publikation auf. Bis auf eine aus Schilf war es in allen Fällen Holzkohle.

Ein paar Jahrhunderte Abweichung

Und die Altersangaben bei Cheops?

Sie reichen von zu jung bis zu alt, konkret von 3.810 bis 5.020 Jahre. Und hierbei ist die letzte genannte Datierung, angeben mit einer Fehlerquote von 130 Jahren, doppelt interessant. Nicht nur da sie rund 400 Jahre älter als der angenommene Pyramidenbau selber ist, sondern auch dadurch, wo genau man eben diese Probe entnahm. Es war die Südwestecke des oberen Bereichs der 198. Steinlage. Dort sicherte man die Holzkohle zur Beprobung. In unmittelbarer Nachbarschaft, in der gleichen Ecke der 198. Steinlage, wurde allerdings noch eine weitere Probe entnommen. Sie war mit einer Toleranz von 85 Jahren nur 4.395 Jahre alt.

Seltsam. Hier hätten also die Baumeister Holz bzw. Holzkohle in einem identischen Bauabschnitt und quasi am selben Tag genutzt, deren Bäume als Rohstoffquelle in einem Abstand von rund 700 Jahren gefällt wurden. Theoretisch ist das zwar möglich, aber wie würde sich das belegen lassen?

Man schien bei den C14-Datierungen der „ARCE 10A“ und „ARCE 10B“ genannten Holzkohleproben damals selber etwas irritiert gewesen zu sein. Zumindest wurde die zweite Probe, jene, die im Labor auf 5.020 Jahre datiert wurde, ein zweites mal untersucht. „Im selben Kontext“ wie bei der ersten Untersuchung, wie der Bericht festhält. Diesmal kam man auf ein Alter von nur 4.440 Jahren. Jedoch mit der enormen Toleranz von 320 Jahren. Ungefähr passte dieses Ergebnis nun zum favorisierten Richtfest der Cheops-Pyramide um 2580 vor Christus.

Die Welt war wieder in Ordnung, wie man meinen könnte. Nur leider ist die Welt der Pyramidenforschung alles andere als in Ordnung, wie es weitere Beispiele belegen. So etwa das unrühmliche Ende des Sarkophags aus der Mykerinos-Pyramide. Entdeckt haben ihn 1837 Howard Vyse und John Perring, die sogar mit Sprengungen an der Außenseite der Pyramide nach weiteren Kammern suchten. Zurück blieb „Vyse’s Hole“, ein neun Meter riesiges Loch.

Seltsames aus der Mykerinos-Pyramide

In den Berichten „Operations carried on at the Pyramids of Gizeh in 1837“ (1940) und „Appendix to Operations carried on at the Pyramids of Gizeh in 1837“ (1942) schildern Perring und Vyse, dass der entdeckte Sarg ein prachtvolles Exemplar aus Basalt ohne Deckel gewesen sei. Gewesen deshalb, da sie ihn aus der Mykerinos-Pyramide stahlen und nach Großbritannien verschiffen wollten. Leider kam er dort nie an, da das Schiff „Beatrice“ auf dem Weg 1838 samt Sarkophag und anderer Kostbarkeiten sank. Obwohl die Forschung verständlicherweise über diesen herben Verlust bis heute trauert, wird dabei ein weiterer Fund in der Pyramide gern vernachlässigt.

Perring und Vyse entdeckten bei ihren brachialen Forschungen einen zweiten Sarkophag mit einer Mumie innerhalb der Mykerinos-Pyramide. Dieses Exemplar war nicht nur menschenförmig, sondern auch aus Holz gefertigt. Zudem trug der Sargdeckel den Namen von Pharao Mykerinos.

Eine Mumie bzw. Reste einer Mumie in oder nahe einem Holzsarkophag, der den Bestatteten als Mykerinos ausweist, sind ein mehr als interessanter Fund für die Ägyptologie. So dachte man, denn leider stellte sich diese Bestattung als „Fake“ heraus. Als eine sogenannte Sekundärbestattung aus späteren Epochen. So wurde der Sarg selber schnell in die Spätzeit des Alten Ägypten und damit tausende Jahre nach dem Bau der Mykerinos-Pyramide datiert. Entstanden sei er in der saitischen Epoche, die etwa von 664 bis 332 vor Christus ging.

Bei Mumie wurde es noch seltsamer. Denn sie stammt nach C14-Datieungen aus christlicher Zeit. Folglich wurde selbst der vergleichsweise sehr junge Holzsarg in der Pyramide Jahrhunderte später erneut benutzt. Warum aber der Name des Pharao Mykerinos auf dem Sargdeckel geschrieben wurde, bleibt ein Rätsel.

Die Entdeckung des Waynman Dixon in der Cheops-Pyramide

Blicken wir an dieser zurück auf die Große Pyramide von Gizeh. Und zwar etwas ausführlicher auf durchaus erschreckende Vorkommnisse.

Dass Proben, die für eine Altersbestimmung an der Außenseite eines Monumentes dieser Güte entnommen werden, immer Skeptiker auf den Plan rufen, ist verständlich. Es wäre demnach ein unschätzbarere Vorteil, wenn Wissenschaftler ein entsprechend geeignetes Artefakt innerhalb der Pyramide entdecken würden. Am besten sogar noch in einem seit der Erbauung verschlossenen Raum oder einer Kammer. Damit wäre ein späteres Eindringen des Stückes ausgeschlossen. Nicht wie im Fall des seltsamen Sarkophag der Mykerinos-Pyramide.

Und tatsächlich gibt es ein solches Objekt aus dem Inneren der Cheops-Pyramide, das von den Erbauern zurückgelassen wurde. Ober besser gesagt hat es ein solches gegeben, wie zum Beispiel in diesem Video HIER bereits berichtet.

Gefunden wurde es 1872 von Waynman Dixon in einem der kleinen „Lüftungsschächte“ in der Königinnenkammer der Cheops-Pyramide. Es sind jene längst legendären Schächte, an dessen Ende sich „Blockiersteine“ befinden, die während verschiedener Roboter-Missionen seit 1993 erkundet wurden. Letztlich bohrte man auch durch sie hindurch und schaute auch mit einer kleinen Kamera dahinter. Sie sind nur rund 20 Zentimeter klein, rechteckig und führen rund 65 Meter durch das Pyramiden-Innere. Seit Jahrzehnten sorgen gerade diese winzigen Korridore mit ihre Blockierungen am Ende für Kontroversen und Diskussionen.

Jeder an den Rätseln der Archäologie interessierte Laie kennt sie heute.

Bis in das Jahr 1872 waren die „Gänge“ allerdings vollkommen unbekannt. Niemand wusste von ihrer Existenz, da sie in der Kammer der Königin verschlossen und vor allem nicht sichtbar waren. Bis Dixon kam, die Wände abklopfte und dabei bemerkte, dass es an zwei Stellen merkwürdig hohl klang. Daraufhin meißelte er an der Nord- und Südwand der Kammer die Steine an den hohl klingen Stellen auf und fand so die beiden „Luftschächte“.

Er und sein Partner Dr. James Grant entdeckten dabei aber noch mehr. Im Inneren der Schächte lagen einige Objekte, die heute als „Dixon-Relikte“ bekannt sind. Eine Steinkugel, einen kleinen Haken aus Metall und ein Stück Holzlatte. Wobei anzumerken ist, dass der Fundort des Metall-Hakens in der Pyramide nicht ganz klar ist. Andere Quellen sprechen davon, dass er an einer ganz anderen Stelle des Bauwerkes verborgen lag, als Dixon ihn aufspürte. Mehr dazu aber weiter unten.

Verschollen und wiedergefunden

Die „Dixon-Relikte“ wurden im Dezember 1872 in „Nature“ und „The Graphic“ sowie im Januar 1873 in „Harper’s Weekly“ veröffentlicht. Weitere Publikationen folgten und bis heute ist man sich unter Ägyptologen uneins, was diese Artefakte einst für einen Zweck hatten. Selbst darüber, in welchen der beiden bis 1872 verschlossenen Schächte, dem Nord- oder dem Südschacht, welches Objekt von Dixon genau geborgen wurde, herrscht Unklarheit. Die Angaben wurden im 19. Jahrhundert bis heute immer widersprüchlicher.

Sehr gut hat diesen Umstand Stefan Bergdoll in seiner Untersuchung „Die Dixon-Relikte und die Geheimnisse der kleinen Schächte der Cheopspyramide“ („Göttinger Miszellen: Beiträge zur ägyptologischen Diskussion“, Heft 248, 2016) dokumentiert.

So unscheinbar die Fundstücke auch aussehen mögen, so spannend ist ihre Geschichte seit ihrer Bergung durch Dixon. Kurz gesagt gingen sie verloren, tauchten dann im Nachlass einer Dixon-Nachfahrin wieder auf und kamen daraufhin in das Britische Museum in London. Wo sie dann erneut verloren gingen oder vergessen wurden. Erst als der bekannte Autor und Pyramidenforscher Robert Bauval am 6. Dezember 1993 in „The Independent“ über den Verlust der Objekte einen Artikel veröffentlichte, und die Leser nach Informationen über ihren Verbleib bat, suchte man im Britischen Museum nach diesen. Und fand sie auch.

Die 1872 von Waynman Dixon entdeckten Relikte
Die 1872 von Waynman Dixon entdeckten Relikte, Illustration aus „Harper’s Weekly“ vom 11. Januar 1873

Allerdings nicht alle, denn das knapp 13 Zentimeter lange Holzstück blieb verschollen. Weitere Recherchen ergaben, dass das Holz 1946 in das Marischal Museum in Aberdeen gelangt sein könnte. Es wurde von den anderen „Dixon-Relikten“ getrennt, die in einer Zigarrenkiste verwahrt wurden, und heute im Britischen Museum ausgestellt sind. Leider aber ist auch das Museum in Aberdeen nicht behutsam mit diesem einmaligen Fund umgegangen. Bergdoll dazu:

2001 tauchte dann in einer Inventarliste des Marischal Museums in Aberdeen der vermisste ‚Holzmaßstab‘ unter der Objektnummer ABDUA:24358 zwar auf, konnte aber nicht gefunden werden, da das Museum damals im Umzug begriffen war.“

Sehr optimistisch schrieb Michael Haase, Autor zahlreicher Artikel und Bücher über die Pyramiden Ägyptens, noch 2004 in seine Buch „Eine Stätte für die Ewigkeit“ (S. 50):

Mittlerweile verdichten sich aber die Vermutungen, dass sich das Holzfragment in den Magazinbeständen des Marischal Museums der Universität von Aberdeen befinden könnte.“

Die 1872 veröffentlichten Zeichnungen dieses „Stock“ lassen vermuten, dass es eine Art Messlatte war. Hinterlassen von den Erbauern der Cheops-Pyramide. Auch die Aufzeichnungen aus dem 19. Jahrhundert lassen diese Vermutung zu. Hierzu würde passen, dass auf den Seiten entsprechende „Kerben“ eingeschnitten gewesen sein sollen. „Sie tragen parallele Linien wie Markierungen“, hieß es dazu in Nature“, „möglicherweise war es Teil eines Längenmaßes“.

Anhand der dazu damals veröffentlichten Abbildung des mutmaßlichen Messstabes kann man sie allerdings nicht wirklich exakt interpretieren.

Was man aber sehr deutlich sieht, sind die Enden der kleinen und rechtwinkligen Latte. Sie sind gerade und sauber abgeschnitten, so dass die Vermutung, es handelt sich um irgendein abgebrochenes Stück, eher unwahrscheinlich ist. Auf der Zeichnung oben erkennt man allerdings (vorne rechts), dass eine Ecke fehlt.

In der ersten Veröffentlichung in „Nature“ vom 26. Dezember 1872 über die Artefakte war in diesem Zusammenhang noch von weiteren Holzfragmenten die Rede. Die Beschreibung damals:

Ein kleiner rechteckiger Zedernstab, an einem Ende gebrochen, und einige Fragmente.“

Schlamperei im Museum

Mit diesem „Stock“ aus vermuteten Zedernholz läge der Pyramidenforschung ein einmaliges und unschätzbar wertvolles Fundobjekt vor. Auch wenn es nur „Fragmente“ oder Bruchstücke wären. Bedauerlicherweise ging auch das Marischal Museum mit dem Artefakt alles andere als sorgsam um. „Eine Anfrage an das Marischal Museum vom 8. Dezember 2014 brachte folgendes Ergebnis“, so Stefan Bergdoll:

Das Objekt wurde bis heute nicht mehr aufgefunden und entzieht sich somit dem Versuch einer Altersbestimmung nach der C14-Methode. Das Museum beherbergt mehr als 63.500 Objekte, wobei ca. 6.000 Objekte zur ägyptischen Sammlung zählen. Da das Museum über 100 Jahre alt ist, kam es leider dazu, dass einige Objekte ihre Beschriftungen verloren haben oder an der falschen Stelle deponiert wurden, was das Auffinden eines Objekts enorm erschwert oder sogar unmöglich macht.

Für die Ägyptologie und Erforschung der Großen Pyramide ist das niederschmetternd! Ein von den Pyramidenbauern angefertigtes und gesägtes Holzstück, dass bis 1872 seit Jahrtausenden an einem Ort im Inneren der Pyramide unberührt lag, ist heute einfach – weg. Resigniert schreibt auch Bergdoll in seiner Studie:

Was den Verbleib des vermissten Holzstücks angeht, bin ich eher skeptisch, d.h. ich glaube nicht, dass besagtes Stück jemals wieder auftaucht und auch noch zweifelsfrei als solches identifiziert werden kann. Leider ist damit eine Möglichkeit verspielt, das Alter der Cheopspyramide mittels C14-Methode überprüfen zu können.

Natürlich ist es alles andere als ein Einzelfall, dass in Museen antike Artefakte und archäologische Fundstücke „verloren“ gehen oder einfach „verschwinden“. Man denke nur das ehrwürdige Ägyptische Museum von Kairo. Auch dort verschwanden unzählige Objekte aus den Kellern. Oder sie werden einfach nicht mehr wiedergefunden, können nicht mehr eingeordnet werden oder irgendwelche Zuordnungen von Inventarbeständen sind überhaupt nicht mehr möglich.

Noch schlimmer ging es in der Vergangenheit zu. Da wurden Artefakte und sogar ganze Mumien aus den Depots des Museums heraus an betuchte Sammler unter der Hand verkauft.

Falsche Angaben, kaputt und verloren!

Stöbert man in den Katalogaufzeichnungen des Marischal Museums der Universität von Aberdeen findet man das gesuchte Holzobjekt weiterhin gelistet. Auch wenn niemand mehr weiß, wo es überhaupt liegt und ob es überhaupt noch im Lager ist. In der Aufzeichnung wiederum heißt es, dass es ein Messinstrument (bzw. ein Teil davon) der Steinmetze war, dass 1946 dem Museum geschenkt wurde. Von E. F. Morice, einer Nachfahrin des Mitentdeckers Grant. Katalogisiert wurde es am 26. November 1946.

So weit, so gut. Denn ansonsten strotzt die Karteikarte des Museums von Fehlern. Angefangen beim dort genannten „Herstellungsdatum des Objekts“, das mit 4000 vor Christus angegeben wird („4000 BC“). Also fast 2.000 Jahre vor dem Bau der Cheops-Pyramide.

Bei der kurzen aber vielsagenden „Objektgeschichte“ stimmt schon fast gar nichts mehr. In nur vier Sätzen sind alle vier Hauptangaben bzw. Daten falsch. Dort heißt es, dass das Objekt 1886 von Dixon in einem der „Ventilationsschächte der Großen Pyramide von Gizeh in der Königinnenkammer“ gefunden worde. Die Öffnung der Schächte und die Entdeckung des Artefaktes war aber bereits 1872. Weiter heißt es in der Beschreibung, dass die Cheops-Pyramide aus dem Jahr 400 vor Christus stammt („400 BC“), was wiederum dem „Herstellungsdatum des Objekts“ gewaltig widerspricht.

Hierzu zitiert das Museum die Spenderin selber aus einem Brief vom 18. August 1946. Wobei hier das Datum nicht stimmt, da sie diesen bereits am 18. Juni verfasste. Darin ist in der Tat bereits das falsche Alter der Pyramide genannt, was vom Museum einfach übernommen wurde. Allerdings nannte Morice, dessen Name übrigens im Museumskatalog auch noch falsch geschrieben wurde, in ihrem Brief als Fundjahr korrekt. Um die Verwirrung abzurunden, hat das Museum unter „Notizen“ das korrekte Jahr 1872 angeben.

Ignorieren wird die falschen Angaben und deuten sie als Abschreibfehler des Briefes von Morice an das Museum, bleibt noch eine weitere, traurige Aussage. So notierte das Museum 1946 aus dem Schreiben der Schenkerin:

Der Maßstab ist in Fragmente zerfallen, da er der Luft ausgesetzt war.

Also nicht nur verschollen, sondern seit mindestens 1946 auch noch kaputt!

Das kann eigentlich nur als „faule Ausrede“ gewertet werden. Immerhin lag das Holz tausende von Jahre unentdeckt und unberührt in einem der „Lüftungsschächte“. Deren beide Ende waren zwar bis Dixons gewaltsamen Öffnung des unteren „Ausganges“ verschlossen, aber selbstverständlich voller Luft. Ein Vakuum herrschte darin nicht, weshalb das Artefakt mindestens bereits 4.500 Jahre der Luft ausgesetzt war. Erst dann wurde es in einer Zigarrenkiste mit den anderen Objekte verschickt.

Auch der Umstand, dass die „Messlatte“ später (als sie dem Britischen Museum in London angeboten wurde) in einem Glaskolben verwahrt wurde, ändert daran nichts. Bezeichnet ist hierbei auch, dass nach der Entdeckung in entsprechenden Veröffentlichungen über diese Funde der hervorragende Erhaltungszustand des Holzes betont wurde.

Zur Ehrenrettung sollte man aber nicht übersehen, dass das trockene Klima von Gizeh weitaus besser Hölzer jeglicher Art erhält, das jenes in Großbritannien. Oder sind mit dem „Zerfall“ die Fragmente gemeint, die laut „Nature“ (s. oben) zusammen mit der „Rute“ gefunden wurden? Bilder dieser Stücke wurden nie veröffentlicht. Darum ist es wahrscheinlicher, dass es tatsächlich nur kleine Splitter waren, denen schon 1872 keine Bedeutung beigemessen wurde.

Unwahrscheinlich, dass diese in das Museum von Aberdeen gelangten, und dadurch das Objekt als „in Fragmente zerfallen“ beschrieben wurde.

Dr. Zahi Hawass sieht es ganz anders

Die von Dixon entdeckten Schächte in der Kammer der Königin werden seit 1993 (inoffiziell) auch als „Gantenbrink-Schächte“ bezeichnet. Nach dem Ingenieur Rudolf Gantenbrink, der mit seinem Roboter „UPUAUT 2“ damals an den oberen Enden der Schächte die schon legendären kleinen „Türen“ entdeckte. Bekanntlich folgten bis heute eine Reihe weiterer Roboter-Untersuchungen der Stollen.

Am bekanntesten dürfte wohl die Untersuchung sein, bei der man ein Loch in den Stein bohrte und eine Kamera hindurch schon. Eine TV-Show, die unter Leitung von Dr. Zahi Hawass am 17. September 2002 von „Nationale Geographic“ weltweit „live“ übertragen wurde. Heute kennt jeder Archäologie-Interessierte diese Ereignisse, die damals ein großes Medienecho nach sich zogen. Auch unzählige Publikationen dazu erschienen in der Folge, die von Ägyptologen wie von Laien gleichermaßen verfasst wurden.

Eine davon war der Sammelband „The Treasures of the Pyramids“ (2003), in dem verschiedene Ägyptologen und Pyramidenforscher über die Rätsel der Pyramiden berichteten. Nicht nur über die neuen Entdeckungen am Ende der „Luftschächte“. Bekannte Namen aus der Ägyptologie wie Günter Dreyer, Mark Lehner oder auch Rainer Stadelmann lieferten Beiträge für diese Anthologie. Und selbst Suzanne Mubarak, die Frau des damaligen Staatspräsidenten Husni Mubarak, steuerte als First Lady Ägyptens ein Vorwort bei.

Wirklich bekannt ist das Buch wahrscheinlich nur im Kreise der Archäologen. Was die enthalten archäologischen Veröffentlichungen an dieser Stelle so interessant machen, sind enthalte Aussagen von Zahi Hawass zu den Dixon-Funden. Hawass schrieb mit Abstand die meisten Beiträge und geht in „The Secret Doors Inside the Great Pyramid“ (ab S. 156) auf die geheimnisvollen Schächte genauer ein. Zu dem von Dixon geborgenem Holzstück bemerkt er ganz nebenbei:

Einige schlagen vor, dass eine Kohlenstoffdatierung des Holzes eine genaue Datierung der Pyramide ermöglichen würde, da Holz beim Bau der Pyramide im Schacht belassen worden sein muss (vorausgesetzt, der Schacht war versiegelt) Aber ich behaupte, dass dies nicht absolut sicher ist. Holz kann nach dem Bau über den Schachtausgang in den Schacht eingebracht werden, falls er existiert.“

Die offene Cheops-Pyramide des Hawass

Eigentlich eine unfassbare Aussage, die Hawass nur ein Jahr nach seiner Durchbohrung des Sperrsteins tätigte. Eine C14-Dateiung sei seiner Meinung also sinnlos, da das Holz „nach dem Bau über den Schachtausgang“ dorthin gelangt sein könnte.

Ihm war natürlich klar, dass der Schacht unten erst 1872 aufgebrochen wurde, was er in seinem Beitrag auch selber schreibt. Und ihm war seit 1993 durch Gantenbrink auch klar, dass er oben mit einem Stein versperrt wurde. Aufgrund der Durchbohrung 2002 wusste er natürlich auch – er war ja dabei -, dass dahinter eine weitere Steinsperre liegt. Wo ist da Platz für einen Ausgang ins Freie, durch den das Holz hätte in den Schacht fallen können?

Gleichfalls kennt er natürlich die Architektur der Cheops-Pyramide ganz genau. So weiß er auch, dass der Bau der Pyramide auch nach Fertigstellung und Versiegelung der kleinen Stollen der Königinnenkammer noch sehr lange weiter in die Höhe ging. Die „Lüftungsschächte“ selber reichen auch bis über die Kammer des Königs im Mauerwerk der Pyramide hinaus. Das heißt, wenn die „Messlatte“ in den Schacht gelangte, als dieser am oberen Ende noch offen war, geschah dies trotzdem noch während der Bauzeit der Pyramide.

Danach war er „dicht“. Was Hawass dann wieder nur einen Satz später selber schreibt:

Ägyptologen haben mehrere Erklärungen für diese Schächte. Einige glauben, dass sie zur Belüftung verwendet wurden, aber dies kann nicht wahr sein, da sie sich nicht nach außen öffnen.

Sofern also niemand nach Fertigstellung der Pyramide und der Schächte von Außen durch das Mauerwerk bohrte, dann durch das entstanden Loch die Dixon-Relikte hinfallen ließ, um daraufhin das Loch innerhalb des winzigen Stollens sowie an der Außenseite der Pyramide unsichtbar zu verschließen, bleibt diese Vermutung reine Spekulation von Hawass.

Eine letzte Chance?

Vielleicht gibt es aber noch ein letzte C14-Chance. Auf dem von Dixon 1872 gefunden Metallhaken könnten geringe Holzreste vorhandenen gewesen sein, wie es die Objektbeschreibungen vermuten lassen. So schrieb schon John Dixon, der Bruder des Entdeckers, in einem Artikel über die Funde in „Harper’s Weekly“ (11. Januar 1873) zur der Beschreibung des Hakens:

Bronze Instrument, an dem ein Teil des Holzgriffs haftet.

Und in „Nature“ heiß es im Dezember 1872 dazu:

Ein kleiner Doppelhaken aus Bronze mit genieteten Stiften zum Befestigen an einem Griff.

Es ist also unklar, ob mit „Teil des Holzgriffs“ nicht vielleicht doch nur die Befestigungsstifte oder Nieten gemeint waren. Diese sind klar zu erkennen, und werden bis heute als Halterungen für einen Holzgriff interpretiert. Wie schon damals in „Nature“:

Mit einem Holzgriff, der an den beiden Stiften befestigt ist, kann er als Werkzeug verwendet worden sein.

Wo dieses Fundstück sich heute befindet, ist seit 1993 bekannt. Es schlummert, vollkommen unbeachtet von den üblichen Touristen, in einer Vitrine im Britischen Museum in London vor sich hin.

Ob diese mutmaßlichen Holzreste für eine C14-Datierung ausreichen, ist natürlich offen. Fraglich ist auch, ob sie nach der 2012 durchgeführten Konservierung des Fundes im Britischen Museum überhaupt noch vorhanden oder für eine Kohlenstoffdatierung nutzbar sind. „Stabilisierung“ nennt sich diese Aufarbeitung. Es bedeutet nichts weiter, als dass die entsprechenden Experten das Artefakt mit verschiedenen Methoden behandeln, um es auch für zukünftige Generationen zu erhalten.

Hinzu kommt, dass 1877, also nur kurz nach den Dixon-Entdeckungen, James Bonwick in „Pyramid facts and fancies“ schrieb, der Haken sei in der Vorkammer der Königskammer gefunden worden. Dort, wo sich die Fallsteine als Sicherung gegen Grabräuber befanden, und damit weit weg von der Kammer der Königin. Folglich auch mehr oder weniger offen im Inneren des Monuments und nicht in einem der erst durch Dixon nach Jahrtausenden geöffneten Schächte. Wobei je nach Aussage der Haken im Nord- oder Südschacht gefunden wurde.Selbst das ist demnach unklar.

Bonwick dazu (S. 36):

Die Höhe des Fallgitters beträgt laut Perring 12 Fuß 5 Zoll. Mr. Waynman Dixon fand dort in der Nähe einen Bronzehaken; er könnte einem alten Schatzsucher gehört haben.

Hätte Bonwick mit dieser Aussage wirklich recht, könnte der Haken damit erst sehr, sehr viel später in die Pyramide gelangt sein. Lange nach dem Richtfest des Bauwerkes. Ein C14-Datierung wäre dann zwar interessant, aber würde nichts über das „wahre Alter“ der Pyramide enthüllen.

Ein ernüchterndes Resümee

Auch wenn das Thema „C14-Datierungen und die Cheops-Pyramide“ fraglos nicht ausgeschöpft wurde, ist es Zeit für ein Resümee. Leider ein recht ernüchterndes, wie es die wichtigsten Punkte im Folgenden verdeutlichen sollen:

  • Es gab eine große Anzahl von C14-Datierungen bezüglich der Cheops-Pyramide.
  • Die Altersbestimmungen variieren dabei zum Teil durchaus erheblich. Um mehrere Jahrhunderte.
  • Zur Datierung diente meistens Holz bzw. Holzkohlereste aus dem Mörtel der Außenseite der Pyramide.
  • Mal mehr und mal weniger grob stimmen die Datierungen mit den angenommenen Baudaten unter Pharao Cheops überein.
  • Abweichungen gelten als Toleranz und/oder die Wiederverwendung älterer Materialien durch die Baumannschaften.
  • Aufzeichnungen alter Chronisten mit geradezu phantastischen Zeitangaben für das Alte Ägypten, wie etwa von Herodot, werden in Forschung nicht ernst genommen.
  • Die C14-Analysen erbrachten jedoch auch keine gewaltigen Altersangaben, die solche Behauptungen der alten Geschichtsschreiber untermauern. Außer man glaubt an eine Verschwörung der Archäologie, die genau solche Daten unter Verschluss hält.
  • Ein authentisches Stück Holz, das wahrscheinlich Jahrtausende unberührt und unentdeckt in der Cheops-Pyramide lag, noch dazu von den Baumeistern selber stammen muss, ist heute spurlos verschwunden.
  • Holzfragmente, die mit dieser vermuteten „Messlatte“ geborgen wurden, sind ebenso verschollen. Ihnen wurde vermutlich schon während der Entdeckung keine Bedeutung beigemessen (an die Möglichkeiten von C14-Datierungen konnte damals auch wirklich niemand denken).
  • Eine in der Mykerinos-Pyramide gefundene Mumie sowie ein entdeckter Sarkophag fallen zeitlich vollkommen aus dem Rahmen der IV. Dynastie. Auch wenn der Name des Pharao Mykerinos darauf steht, reichen die Funde bis in die frühchristliche Zeit.
  • Selbst C14-Datierungen aus der XII. Dynastie schwanken um rund 200 Jahre.
  • Teilweise wurden die Radiokarbondatierungen von einer Organisation ganz offiziell finanziert bzw. mitfinanziert, die in Gizeh inklusive Sphinx Bauten eines Volkes aus Atlantis sieht.
  • Erst kürzlich wurde in einer neuen Studie aufgezeigt, dass die Kalibrierung von C14-Datierungen mit Baumringen weitaus ungenauer ist, als bisher angenommen.
  • Eine der Proben der Cheops-Pyramide fiel besonders aus dem Rahmen der anderen Datierungen. Auch im Vergleich zu einer weiteren und direkt daneben entnommenen und datierten Probe. Erst eine zweite Altersbestimmung wies diesen Ausreißer „in seine Schranken“.
  • Authentische und mittels C14 datierbare Objekte aus dem Inneren der Pyramide(n) liegen – soweit bekannt – nicht vor.
  • An dem 1872 entdeckten Metallhaken waren vielleicht an den Befestigungsstiften Holzreste vorhanden. Ob es so war, und ob sie überhaupt noch vorhanden sind, ist unklar.

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Die versunkene Stadt Ur und wie Gott den Vater von Abraham tötete: Was nicht in der Bibel steht +++ Video +++

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VIDEO: Die versunkene Stadt Ur und wie Gott den Vater von Abraham tötete! (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)
VIDEO: Die versunkene Stadt Ur und wie Gott den Vater von Abraham tötete! (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)

Abraham ist eine der bekanntesten Figuren der Bibel. Ein Stammvater, der einst auf Befehl Gottes seine Heimatstadt Ur mit seinem Vater und seiner Familie verließ und so zum „Stammvater vieler Völker“ wurde. Nach der Erzählung im Alten Testament eine schöne und friedliche Geschichte. Doch nur da, denn andere Schriften erzählen eine ganz andere und widersprüchliche Version der Ereignisse, wie Ihr es in diesem Video auf YouTube erfahrt.


Abraham aus Ur: Was die Bibel verschweigt!

Nach dem Buch Genesis im Alten Testament ist Abraham der „Stammvater vieler Völker“. Ein gottesfürchtiger Mann, der einst in der legendären Stadt Ur in Mesopotamien lebte und von dort auf Befehl Gottes mit seiner Familie in ferne Länder zog.

Nachdem Abraham die sumerische Stadt Ur verließ, wurde er Nomade. Begleitet von seinem Vater Terach, der eines Tages friedlich in dem Ort Haran starb, wie es die Bibel erzählt.

Die Stadt Ur gab es tatsächlich und deren Ruinen im Süden des Irak sind weltberühmt. Beispielsweise die dortige Stufenpyramide, die dem Mondgott geweiht war. Wie neue Studien jetzt zeigten, war Ur einst sehr viel größer, als Archäologen bisher angenommen hatten. Es war eine regelrechte Metropole, die Stammvater Abraham einst mit seiner Familie verlassen haben soll.

Doch es gibt bei dieser Geschichte ein mehr als nur dunkles Kapitel, das die Bibel nicht erzählt. Demnach lief die Berufung des Abraham durch Gott alles andere als friedlich ab! Vielmehr mit absichtlich herbeigeführtem Tod und Zerstörung, wie Ihr in diesem YouTube-Video erfahrt.

Bleibt neugierig …

Video vom 20. Jan. 2020 auf Fischinger-Online

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
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Tenochtitlán – Die sagenhafte Hauptstadt der Azteken: Archäologen auf den Spuren ihrer Gründung (Artikel)

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Das Allerheiligste im Zentrum von Tenochtitlan – Der sagenhaften Hauptstadt der Azteken (Bild: Fischinger-Online)
Das Allerheiligste im Zentrum von Tenochtitlan – Der sagenhaften Hauptstadt der Azteken (Bild: Fischinger-Online)

Dort, wo heute die riesige Metropole Mexiko-City liegt, erhob sich einst die Stadt Tenochtitlán. Die längst zerstörte Hauptstadt des mächtigen Reiches der Azteken, das im 16. Jahrhundert von den Spanien vernichtet wurde. Heute ist die versunkene Megacity der Azteken genauso zu einem Mythos geworden, wie die Geschichte über ihre Gründung. Doch jetzt haben Archäologen in Mexiko bekannt gegeben, dass sie Funde gemacht haben, die zumindest einige der Legenden über den Ursprung von Tenochtitlán in einem neuen Licht erscheinen lassen. Welche das sind und was die untergegangene Hauptstadt der Azteken bis heute zu einem Mythos machen, erfahrt Ihr in diesem Artikel.


Versunkenes Tenochtitlán

Mexiko-City und die umliegenden Regionen sind mit über 21 Millionen Einwohnern eine der Riesenstädte der Welt. Ein Moloch von Smog, chaotischen Verkehrsverhältnissen, Kriminalität, Armut, und Menschenmassen und mit einer überaus bewegten Vergangenheit. Denn genau dort lag einst die blühende Stadt Tenochtitlán – die frühere Hauptstadt der Azteken.

Heute tummeln sich an den Treffpunkten der Touristen die Straßenhändler und versuchen ihre Waren an den Mann oder die Frau zu bringen. Überall hupen Taxis und dröhnen Busse und LKWs durch die vollgestopften Straßen. Armut und Reichtum liegen hier, wie in vielen Städten der so genannten dritten Welt, eng beieinander. Die Region von Mexiko-City gehört heute zu den am schnellsten wachsenden Gebieten der Erde. Ein undurchsichtiges Knäuel an Menschenmassen und lärmenden Verkehrsmitteln.

Vom einstigen Glanz der Azteken-Hauptstadt ist nicht mehr viele geblieben.

Das Historische Zentrum der Stadt und der „Platz der Verfassung“ (Zócalo) und die berühmten Wassergärten im Stadtteil Xochimilco. Heute sind es die Touristenattraktionen und stehen seit 1987 auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Dort, wo einst der Königspalast des legendären aztekischen Herrscher Moctezuma II. (1465 – 1520) stand, liegt heute der Verfassungsplatz Zócalo. Überragt von der 1573 und 1667 errichtete und weltbekannte Kathedrale von Mexiko-Stadt. Mexiko-Stadt ist seit den Zeiten von Bischof Juan Zumárraga, dem ersten Bischof Amerikas, auch Bischofssitz.

Doch die Stadt hat historisch sehr viel zu bieten. Nicht nur Museen und historische Schätze warten auf die Touristen, sondern auch Reste aztekischer Tempelbauten und Bauwerke der spanischen Eroberer. Berühmt ist vor allem das „Museo Nacional de Antropología“ im Chapultepec-Park. Es beherbergt die wichtigste Sammlung des präkolumbischen Erbes Mexikos und zählt zu den bedeutendsten archäologischen Sammlungen der Welt überhaupt. Der Besucher dieser Stadt geht im wahrsten Sinne des Wortes auf historischen Boden.

Vor fast 500 Jahren aber sah die Region vollkommen anders aus. Hier standen stolz Tempel, Häuser, religiöse Zentren, Pyramiden-Tempel und Paläste der mächtigen Azteken. Mexiko-City ist heute ein kultureller Schmelztopf der Spaniern und der Kultur der Azteken.

Die Azteken

Als die Azteken von Norden her einwanderten, so besagt es eine Legende, würden sie einen Adler sehen, der auf einem Kaktus sitzt und in seinen Krallen eine Schlange festhält bzw. sie frisst. Genau dort sollten sie ihre Stadt gründen und siedeln. Das war auf der Insel im einstigen, heute längst verschwunden Texcoco-See. Dort gründeten die Einwanderer ihre Hauptstadt. Noch heute ist das Motiv des Adlers auf dem Kaktus mit der Schlange auf dem Münzgeld und der Flagge Mexikos zu finden.

Besiedelt wurde aber auch die kleinere Nachbarinsel mit Namen Tlateloco, auf der sich vor allem die Warenwirtschaft entwickelte. Dort blühten der Markt und der Handel mit weit entfernten Regionen und Völkern. Dieser Markt der indianischen Bewohner begeisterte auch Hernán Cortés (1485 – 1547), der spanische Eroberer Mexikos. An seinen Kaiser Karl V. schrieb er in einem Brief:

Unter uns sind Soldaten, die in der Welt weit herum gekommen sind, in Konstantinopel, in ganz Italien, sogar in Rom, und sie sagen, sie hätten niemals einen so geordneten, großen und so von Waren und Menschen überfüllten Markt gesehen.“

Dieser Markt war der Hauptmarkt der Azteken und zugleich der größte Marktplatz in ganz Mittelamerika. Zur Hauptzeit sollen auf dem Mark bis zu 30.000 Menschen ihren regen Tauschgeschäften nachgegangen sein. Begeistert schilderten die Spanier, dass in ganz Europa nichts Vergleichbares existiert.

Geschickt verstanden es die Azteken durch den Bau von Staudämmen die umliegenden Sümpfe aufzustauen und ihre stetig wachsende Hauptstadt so zu einer uneinnehmbaren Inselfestung zu machen. Mit Kanälen waren die einzelnen Wasserflächen verbunden und durch Zugbrücken konnte man sich vor Angriffen schützten.

Doch es mangelte schon damals an Nutzflächen für die Ernährung der Menschenmassen. So kamen die Azteken auf die geniale Idee Holzflöße in allen erdenklichen Größen zu bauen und mit Erde zu bedecken. Neben Blumen züchteten die Azteken dort auch Gemüse und andere Nahrungsmittel. Noch heute sind die „schwimmenden Gärten“ im Xochimilco-Park bekannt, der 1990 zum Ökologie-Park der Stadt erklärt wurde.

Die meisten der aztekischen Bauten wurden nicht nur durch den Einfall der Spanier zerstört, sondern die Spanier nutzten die Monumente als willkommene Steinbrüche für ihre eigenen Kathedralen und Bauwerke. Erst 1978 wurde bei Erdarbeiten für ein Kabel unweit der berühmten Kathedrale von Mexiko-Stadt der „Templo Mayor“ wieder entdeckt. Heute eine Attraktion für die zahlreichen Touristen in der Stadt.

Beeindruckte Eroberer

Im Zentrum der aztekischen Hauptstadt erhoben sich prachtvolle Pyramiden und Tempeltürme. Weithin sichtbare Zeichen der Macht, Stärke und Größe des aztekischen Imperiums. Der Reichtum der Stadt begründete sich nicht nur darin, dass die Azteken durch kriegerische Handlungen benachbarte Völker beraubten. Sie zwangen die besiegten Stämme, Sippen und Völker auch zu Tributzahlungen und vergrößerten so stetig ihren Reichtum.

Als 1519 Hermán Cortés mit einigen hundert Männern an der Ostküste Mexikos anlandete, befand sich Tenochtitlán auf dem Höhepunkt seiner Macht. Zwar durch innen- und außenpolitische Unruhen nicht gefestigt, aber dennoch die größte Nation auf dem gesamten amerikanischen Kontinent. Etwa 200.000 bis 300.000 Menschen lebt in dieser Stadt und Cortés gelang es durch Strategie, Mord und Verbindung mit den Azteken feindlich gesonnenen Stämmen schon am 13. August 1521 die Stadt einzunehmen.

Überwältigt standen die Spanier in einer gewaltigen Metropole, die den europäischen Städten mindestens ebenbürtig war. Das Zentrum der Stadt war anders als in heutigen Städten ein rein religiöses Zentrum. Kern des rechteckigen Bezirkes war eine Art Doppel-Pyramide, die den Götter Tlaloc und dem wichtigen Gott Huitzilopochtli geweiht war. Es war jener Tempel, zu dessen Einweihung 20.000 feindliche Krieger ihrer Leben in bestialischen Opferzeremonien verloren. Zumindest behauptete das die spanische Propaganda …

Mit 50 Metern Höhe überragte das Bauwerk den heiligen Bezirk von Tenochtitlán. Es waren zwei Stufenpyramiden, die entfernt an die Pyramide in Sakkara, Ägypten, und die Pyramiden in Mesopotamien erinnern. Oben standen auf dem Doppelbauwerk zwei den aztekischen Göttern geweihte Tempel und von der Westseite her führte eine gewaltige Treppe mit 112 Stufen hoch zur Spitze des Monumentes. Vor den Heiligtümer der Götter Tlaloc (Nordseite) und Huitzilopochtli (Südseite) auf der Spitze der Pyramiden stand jeweils ein Opferstein aus Jaspis. Dort vollzogen  die Hohenpriester grausam Menschenopfer.

Der heilige Bezirk von Tenochtitlán, vergleichbar mit der „verbotenen Stadt“ in China, war von der „Schlangenmauer“ umgeben. Etwa 400 Meter lang und 300 Meter breit war der Tempelbezirk, den diese Mauer umgab. Zu sehen ist davon praktisch kaum noch etwas.

Das Allerheiligste der Azteken

Lediglich karge Reste des Heiligtums können heute auf dem Plaza unweit der Kathedrale besichtigt werden. Dort, wo heute das Kreuz des Christentums herrscht, war das spirituelle Zentrum der aztekischen Hauptstadt und des ganzes Reiches. Hier in Mexiko wurde nicht anders verfahren, wie in allen anderen Teilen der Welt in den Jahrhunderten zuvor. Denn christliche Bauten sind in der Vergangenheit sehr oft über „heidnischen Heiligtümern“ errichtet worden. Die Erinnerung an die fremden Religionen und Kulte galt es auszumerzen und die ohnehin schon vorhanden heiligen Plätze für das Christentum zu vereinnahmen.

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Direkt gegenüber dem Doppelheiligtum stand eine sehr außergewöhnliche Pyramide. Ihre Front war wie eine Stufenpyramide errichtet, jedoch wurde die Rückseite rund gebaut. Auf der Spitze fand sich auch kein rechteckiger Tempel, wie bei allen anderen aztekischen Pyramidentempeln, sondern ein konischer Aufbau. Archäologen vermuten, dass dieser ungewöhnliche Bau einst den aztekischen Priestern, die gleichzeitig auch als Astronomen und Sterndeuter fungierten, als Sonnenobservatorium gedient haben könnte.

Tatsächlich wies A. F. Avenie in seinem Buch „Astronomy in Ancient Mesoamerica“ schon 1974 nach, dass an den Tagundnachtgleichen am 21. März und 21. September die Sonne exakt zwischen der Doppelpyramide aufging. Sie konnte so von dem genau gegenüberliegenden Bauwerk und dessen konisch geformter Spitze beobachtet werden. Ein Zufall war diese architektonische Eigenart der Anlage nicht. Die Erbauer haben den Ort ihrer Doppel-Pyramide folglich mit Bedacht gewählt und ausgerichtet.

Bernal Díaz del Castillo (1492 – 1581), ein spanischer Volksheld, der 1514 nach Amerika auswanderte und schon bei den ersten Entdeckungsfahrten nach Mexiko dabei war und der 119 Schlachten und Gefechte überlebte, schrieb ein halbes Jahrhundert nach der Eroberung des Aztekenreiches seine unzähligen Erinnerungen nieder. Er verglich den Grundriss der aztekischen Hauptstadt mit einem Schachbrett und war sprachlos über ihre Schönheit. Er notierte tief beeindruckt in seinen Erinnerungen über die Stadt:

Als wir diesen wunderbaren Anblick gewahrten, standen wir völlig sprachlos da und wussten nicht, ob das, was wir schauten, Wirklichkeit war. Auf der einen Seiten waren auf dem Lande große Paläste und noch mehr draußen aus dem See zu sehen, und es war da ein breiter Damm, unterbrochen von vielen Brücken, und vor uns lag die prächtige Stadt Tenochitlán, gleich der verzauberten Stadt, von der die Sage von Amadis erzählt, die aufsteige aus dem Wasser mit mächtigen Türmen und Steinpalästen.

Große Boote konnten vom See in die Gärten fahren. Alles war aus Stein und prachtvoll geschmückt mit Wandbildern; viele Monumente waren da, und ich dachte, dass nirgends auf der Welt ein schöneres Land wie dieses entdeckt werden würde. Von all diesen Wundern, die ich damals schaute, ist heute nichts mehr geblieben; alles ist vernichtet und verschwunden.

Die Spanier waren beeindruckt und sprachlos angesichts der Pracht der Stadt. Vernichteten und zerstörten letztlich aber doch alles.

Kampf gegen das Heidentum

Natürlich warfen sie im gleichen Atemzug den Azteken vor, sie beten dämonische Kreaturen der Unterwelt an und wissen nichts von dem wahren Gott und Jesus Christus. Deshalb ließ Cortés auf der Hauptpyramide einen steinernen Schrein mit einem Kreuz als Symbol des Christentums und einem Abbild der Madonna errichten.

Doch zur Verwunderung der Spanier war den Azteken das Symbol des Kreuzes als Zeichen göttlicher Herkunft nicht unbekannt. Abbildungen aztekischer Götter zeigen zum Beispiel den Gott Quetzalcoatl mit einem Kreuzsymbol. Auch kannten die Azteken einen allmächtigen Schöpfergott, dem alle anderen Götter unterstanden. Ein Glaube, der in vielen Völkern der Erde nachzuweisen ist.

Eine Parallele mag es auch zur legendären Bundeslade aus dem Alten Testament geben. Jenem tragbaren Heiligtum der Hebräer beim Auszug aus Ägypten, die laut Buch Exodus auf Befehl Gottes von Moses angefertigt wurde. Denn auch die Azteken trugen laut ihren Überlieferungen bei ihrer Wanderung vor der Gründung ihrer Hauptstadt eine solche „Bundeslade“ ihres Hauptgottes bei sich, wie in diesem Video HIER und Artikel HIER berichtet.

Erstaunlich auch, dass die Azteken eine Sintflut als Endpunkt einer vergangenen Zeit und gleichzeitig einem Neuanfang der Welt kannten. Solche Parallelen wurden zum Teil schon im 16. Jahrhundert als Hinweis auf Kontakte zwischen Europa und Amerika von der Vergangenheit gedeutet.

Der Dominikaner-Pater Diego Duran, der bereits 1542 nach Mexiko kam, war überzeugt, dass die Azteken mehr mit der Alten Welt zu tun haben, als angenommen. In seinem Buch „Historia de las Indias de Nueva España“ widmet er sich den scheinbaren Parallelen zwischen der Alten Welt und dem Glauben der Neuen Welt. Er vertrat sogar die Überzeugung, dass die Bewohner Mexikos hebräischer (biblischer) Abstammung sein könnten. Duran schrieb:

Diese Eingeborenen sind Nachkommen der zehn Stämme Israels, die der assyrische König Salmanassar I. gefangen genommen und nach Assyrien verschleppt hat.“

Das es Kontakte zwischen Europa und Amerika gab, ist Thema ungezählter Bücher. Dennoch bleibt die Tatsache, dass Cortés und seine Mannen in Mexiko auf ein hohes Kulturvolk und eine beeindruckende Hauptstadt stieß.

Im „Venedig Mexikos“ blühte Wissenschaft, Religion, Kultur und Handel. Geld jedoch war unbekannt. Die unterworfenen Stämme leisteten ihren Tribut an die Azteken in Waren und Gütern und trugen so maßgeblich zum Wachstum der Hauptstadt bei. Auch eine Art Schrift kannten die Azteken und ihr heiliges Zentrum zierten zahlreiche Symbole. Jedoch handelte es sich nicht um eine Schrift, die die spanischen Eroberer kannten. Es war vielmehr eine Art Comic ohne Sprechblasen. Symbole mit mehrfacher Bedeutung und bis heute befremdlichen Aussehen.

Die Gier nach Gold

Für die Spanier waren nicht nur der Glaube der Azteken und ihre sonderbaren Riten in der Hauptstadt dämonisches Treiben, sondern auch ihre Handschriften. Als „Teufelszeug“ verbrannt man die Dokumente und nahm so einem ganzen Volk ihre Identität.

Die Spanier kamen nicht als friedliche Überbringer des Christentums oder als Freunde nach Mexiko. Der Untergang des riesigen Reiches der Azteken war praktisch beschlossene Sache. Die Gier nach Gold trieb die Spanier immer weiter voran. Auch die Schönheit und Pracht der aztekischen Hauptstadt war dem Untergang geweiht und ein ganzes Volk verschwand von der Bildfläche der Geschichte. Cortés kam als kriegerischer Eroberer.

Das Bild der Spanier in den Augen der Indios war klar. Sie waren eiserne Männer, die nur und ausschließlich auf das Gold der Azteken aus waren. Sahagún, der rund 50 Jahre später die Berichte der Azteken aufschreiben ließ, berichtet dies in klaren Worten:

In Hafen kommen sie, wie ein Strom kommen sie, den Staub wirbeln sie auf (…) Ihr Eisenstab, ihr Fledermausstab gleichsam ein Meer von Glanz; und ihr Eisenschwert wie Wasserwellen und her gebogen (…) und einige bestehen ganz und gar aus Eisen, sind Eisenmänner geworden, glänzen. Darum wurden sie mit großer Scheu angesehen, daher wurden sie sehr gefürchtet, daher erregten sie starkes Entsetzten, (…) und Moctezuma entsendete ihnen (…) das Goldbanner, das Quetzalfederbanner und die goldenen Perlhalskette.

Und als sie es ihnen gegeben hatten, lachten sie Spaniern über das ganze Gesicht, freuten sich sehr; wie Affen griffen sie nach dem Golde, ihr ganzes Herz richtete sich gleichsam darauf, ihr Herz war gleichsam blank, ihr Herz war gleichsam kalt, denn danach dürsteten sie sehr, sie verlangten danach, sie hungern danach, suchen das Gold wie die Schweine.“

Auf der Jagd nach Gold zogen die Invasoren durch das Land. Doch die Zerschlagung des ganzes Reiches begann eigentlich schon mit der Anlandung der Spanier am der mexikanischen Ostküste.

Die erhaltenen Chroniken über die Vernichtung der Azteken und ihrer Stadt Tenochtitlán lassen keinen Zweifel über die Absichten der Spanier. An anderer Stelle wurde darüber bereits umfangreich berichtet.

Tenochtitlán wurde sehr schnell zu einem Mythos. Die Pracht und Größe war zwar vernichtet, doch in den Erinnerungen lebte diese mächtige Stadt weiter. Und immer wieder finden sich im gesamten Stadtgebiet des heutigen Mexiko-City archäologischen Spuren der Azteken. Wann und wie genau die Stadt gegründet wurde, ist allerdings schwer nachzuweisen. Außer in den Mythen der Azteken, die von ihren Wanderungen aus Norden kommend mit ihrer „Bundeslade“ des Gottes Huitzilopochtli erzählen.

Archäologen auf den Spuren eines Mythos

Nach vielen Jahren des Nomadendaseins soll es dann 1325 soweit gewesen sein. Inmitten des Texcoco-See erfüllte sich die Prophezeiung ihres Gottes, als sie dort den Adler mit der Schlange auf dem Kaktus sahen. Ein Gründungsmythos, dem auch auf dem zentralen Platz von Mexiko-City ein Denkmal errichtet wurde.

Ob diese Überlieferung den Tatsachen entspricht, kann natürlich niemand mit Bestimmtheit sagen. Es ist allerdings bezeichnet, dass es weitaus bessere Siedlungsgebiete gegen hätte, als kleine Inseln im See mit sumpfiger Umgebung. Deshalb spekulieren Forscher dahingehend, dass die Einwanderer sich diesen Ort im See nur deshalb aussuchten, da er sich gut verteidigen ließ. An Fisch und Wasser herrschte dabei natürlich auch kein Mangel.

Archäologen sind auch nicht sicher, wo genau die Grundsteinlegung von Tenochtitlan erfolgt sein könnte. Irgendwo unterhalb der Metropole Mexiko-City schlummern dafür die Beweise. Diese Spuren jedoch könnte ein Forscherteam des „Nationale Institut für Anthropologie und Geschichte“ in Mexiko jetzt gefunden haben.

Im heutigen Stadtteil La Meced im Südosten des einstigen Zentrums von Tenochtitlan entdeckten sie Ruinen, die sie auf das 14. Jahrhundert datierten. Hier lag einst der Bezirk Temazcaltitlan der Azteken-Hauptstadt, der sich in unmittelbarer Nähe des einstigen Allerheiligsten befand. Der berühmte „Templo Mayor“ liegt praktisch nebenan und die Archäologen um Víctor Esperón Calleja sind sicher, dass dies der älteste Teil der versunkenen Metropole ist.

Die Forscher sind sicher, dass sie hier unter anderem die Reste von rituellen Bädern gefunden haben. Von genau diesen berichten auch Legenden der Azteken. Nach diesen wurde in Temazcaltitlan ein sogenanntes „Temazcal“ errichtet, um dort das heilige Mädchen Quetzalmoyahuatzin zu waschen und zu baden. Nach dem „Aubin Codex“ von 1576 wurde der Ort in der Folge zu einer Pilgerstätte. Auch und vor allem für schwangere Frauen, die hier ihre Kinder bekommen wollten.

Hernando de Alvarado Tezozomoc, ein Enkel des Aztekenkönigs Moctezuma II., schrieb 1598 in seiner „Crónica Mexicana“ dazu unter anderem:

Deshalb ließen sie sich dort nieder, wo der Tempel von San Pablo Itepotzco steht, wo sie das ‚Temazcal‘ errichteten, in dem sie die Mädchentochter der Mexikaner namens Quetzalmoyahuatzin badeten, die Mutter von Contzallan, weshalb Temazcaltitlan genannt wird. Sie badeten dort und ließen sich dort nieder und blieben dort.“

Dieser bisher als mythisch angesehene Ort der Gründung scheinen die Archäologen nun gefunden haben. Zumindest nach den Interpretationen und Forschungen von Calleja. Denn unter den Straßen von Mexiko-City warten noch unzählige Entdeckungen der sagenhaften Metropolen der Azteken …

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