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Astronomen der Steinzeit: Zu Besuch bei der Himmelsscheibe von Nebra und beim Sonnenobservatorium von Goseck +++ YouTube-Video +++

VIDEO: Astronomen der Steinzeit: zu Besuch bei der Himmelsscheibe von Nebra und beim Sonnenobservatorium von Goseck (Bilder: PixaBay/gemeinfrei & Landesmuseum für Vorgeschichte, Halle / Bearbeitung: Fischinger-Online)
VIDEO: Astronomen der Steinzeit: zu Besuch bei der Himmelsscheibe von Nebra und beim Sonnenobservatorium von Goseck (Bilder: PixaBay/gemeinfrei & Landesmuseum für Vorgeschichte, Halle / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Unsere “primitiven Vorfahren” waren bereits in der Vorzeit zu erstaunlichen Leistungen fähig. Astronomen der Steinzeit beobachteten über Generationen hinweg den Himmel, bauten Observatorien und reichten ihr gewonnenes Wissen jahrtausendelang weiter. Nicht nur im dünn mit “Höhlenmenschen” besiedelten Europa. Derartige Hinterlassenschaften unserer Ahnen sind auch die weltberühmte “Himmelscheibe von Nebra” sowie das fast 7.000 Jahre alte Sonnenobservatorium von Goseck. Beide Funde stammen aus  Sachsen-Anhalt. Darum habe ich kürzlich beiden Hinterlassenschaften der frühen Astronomen einmal mehr oder weniger spontan besucht. In diesem YouTube-Video berichte ich Euch darüber.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Sonderbare Bauten der grauen Vorzeit – weltweit sind sie unzählig. Und dazu gehört auch das Sonnenobservatorium von Goseck in Sachsen-Anhalt. Denn diese Anlage gilt mit einem, Alter von 6.900 Jahren als das älteste Observatorium dieser Art überhaupt. Darum wurde die Entdeckung dieser Kreisgrabenanlage bei Goseck auch über Archäologen-Kreisen hinaus zu einer Sensation.

Darüber hinaus wurde auch die “Himmelsscheibe von Nebra” aus der Bronzezeit zu einer Sensation . Jedoch ist sie eine Art mobiler Kalender oder transportables Sonnenobservatorium von 32 Zentimetern Durchmesser. Auch die “Himmelsscheibe” wurde in Sachsen gefunden, wobei sie allerdings mit “nur” 3.600 Jahren als die älteste konkrete Darstellung des Himmels der Welt gilt.

Mehr oder weniger spontan habe ich deshalb diese beiden Hinterlassenschaften der frühen Astronomen einmal besucht. Alles dazu berichte ich Euch in diesem YouTube-Video.

Seht mir bitte nach, dass der Ton aufgrund des Windes zum Teil sehr schlecht ist. Trotz nachträglicher Bearbeitung …

Bleibt neugierig …

YouTube-Video vom 25. Feb. 2019 auf Grenzwissenschaft und Mystery Files

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
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Lars A. Fischinger

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Die Steinzeit Lüge: Megalithen, Malta, Atlantis und versunkene Kulturen / Vortrag von Lars A. Fischinger 2019 +++ YouTube-Video +++

VIDEO: Die Steinzeit Lüge: Megalithen, Malta, Atlantis und versunkene Kulturen, Vortrag 2019 (Bilder & Montage: Fischinger-Online)
VIDEO: Die Steinzeit Lüge: Megalithen, Malta, Atlantis und versunkene Kulturen, Vortrag 2019 (Bilder & Montage: Fischinger-Online)

Die Steinzeit – immer noch eine Epoche der Menschheit voller Geheimnisse, Mysterien, Spekulationen und Widersprüche. Eine längst versunkene Welt, von der heute eindrücklich zahllose Megalithanlagen zeugen. Zum Teil gigantische Steine, die zu “kultischen Zwecken” von unseren Ahnen vor Jahrtausenden errichtet wurden. Eine Zeit, in der nicht wenige Autoren und Forscher auch das legendäre Atlantis datieren bzw. “ansiedeln”. Von Widersprüchen, offensichtlichen Verbindungen, sensationellen Funden und Erkenntnissen bis vollkommen ungelösten Rätseln der Magalithkultur geht es in diesem Vortrag vom 17. August 2019, den ich Euch jetzt als Video neu geschnitten auf YouTube online gestellt habe.


Rätsel der Steinzeit

Die Steinzeit – immer noch eine Epoche der Menschheit voller Geheimnisse, Mysterien, Spekulationen und Widersprüche. Eine längst versunkene Welt, von der heute eindrücklich zahllose Megalithanlagen zeugen. Zum Teil gigantische Steine, die zu “kultischen Zwecken” von unseren Ahnen vor Jahrtausenden errichtet wurden.

Eine Zeit, in der nicht wenige Autoren und Forscher auch das legendäre Atlantis datieren und “lokalisieren”.

Der Vortrag mit dem absichtlich provokant gewählten Titel “Die Steinzeit-Lüge” vom 17. August 2019 gibt einen Einblick in die unbekannte Welt der Steinzeit. Von Widersprüchen, offensichtlichen Verbindungen, sensationellen Funden und Erkenntnissen bis vollkommen ungelösten Rätseln der Magalithkultur.

Ihr findet das Video des Vortrags jetzt auf meinem YouTube-Kanal kostenlos online (Neuschnitt vom 26. Sep. 2019).

Bleibt neugierig …

Video/Vortrag vom 17. Aug. 2019 auf Grenzwissenschaft und Mystery Files

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Im Bann des Mondes: Die ersten Kalender der Menschheit – Von Steinzeit-Uhren und Taschenkalendern der Steinzeit +++ Artikel +++

ARTIKEL: Im Bann des Mondes. Wann und warum entstanden die ersten Kalender der Menschheit? (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / A. Marshack)
ARTIKEL: Im Bann des Mondes. Wann und warum entstanden die ersten Kalender der Menschheit? (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / A. Marshack)

Wann und warum entstanden die ersten Kalender der Menschheit? Dienten Megalithbauten oder Ringwallanlagen in Europa (oder anderswo auf der Welt) tatsächlich nur als “Kalender für die Landwirtschaft”? Waren die astronomisch nach den Zyklen von Sonne und Mond ausgerichteten Bauwerke wirklich nichts weiter als “nur” Zeitmesser für die ersten Landwirte und Viehzüchter? Geht es nicht einfacher und steckt nicht weit mehr hinter diesen Hinterlassenschaften der Steinzeitmenschen? Und warum haben unsere Ahnen diese Anlagen über Jahrtausende hinweg immer wieder errichtet und erweitert? Spannende Rätsel unserer Vorzeit, denen in diesem neuen Blog-Artikel einmal genauer nachgegangen werden soll. Denn alle möglichen Antworten führen zu immer neuen Fragen.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Sonne, Mond und Sterne in der Steinzeit

Anhand von Megalithanlagen, Steinkreisen oder auch Ringwallanlagen aus der Steinzeit wissen wir heute, dass die Erbauer dieser Anlage ein enormes Wissen auf dem Gebiet der Astronomie besessen haben müssen. Kenntnisse über die Bewegungen der Sterne, des Mondes und der Sonne sowie deren entsprechende Zyklen. Und das vor vielen Jahrtausenden.

So zum Beispiel ist der in der berühmten Megalithanlage Stonehenge „eingearbeitete“ Mondzyklus zwischen seinem südlichsten und nördlichsten Stand nur durch langwierige Beobachtungen der Gestirne zu ermitteln. Er dauert fast 19 Jahre. Andere Bauten, die noch weit älter als Stonehenge sind, zeigen ganz ähnliche Ausrichtungen. Und diese Kosmologie der Urahnen wurde über Generationen weiter vermittelt. Ohne eine Schrift dieser Steinzeitmenschen, da wird bisher keine eindeutigen Belege dafür haben.

Beispielsweise die weltbekannte „Himmelsscheibe von Nebra“ aus Deutschland vor unserer Haustür. Ihre Entstehung wird offiziell vor 3.700 bis 4.100 Jahren angenommen und gilt als eine der ältesten astronomischen Darstellungen des Himmels überhaupt. Sie datiert stammt natürlich nicht mehr aus der (dortigen) Steinzeit, da sie bekanntlich aus Metall ist. Was bei dieser Bronzeplatte nicht minder erstaunt ist der Umstand, dass dieses Wissens auf der Himmelsscheibe bereits tausende Jahre früher bekannt war. Und zwar findet man dieses bereits in der Ausrichtung der Kreisgrabenanlage von Goseck eingebaut (s. Video dazu HIER).

Diese ausgegrabene Kreisanlage gilt als eines der ältesten Sonnenobservatorien der Welt und soll vor fast 7.000 Jahren erbaut worden sein.

Hier in Mitteldeutschland haben also unsere Vorfahren in der Steinzeit astronomisches Wissen über Jahrtausende weiter gegeben. All dies sei ein „Kult“ gewesen, sagen die Forscher, der in ganz Europa blühte. Prinzipiell sogar weltweit.

Der Kult der Ringwallanlagen

Den Ursprung dieses Kultes um derartige Ringwallanlagen siedeln Archäologen vor fast 7.000 Jahren in Ungarn und der Slowakei an. Von hier haben ihn verschiedene Steinzeit-Kulturen und –Völker übernommen und in ganz Europa verbreitet. Mehre Jahrtausende lang überdauerte diese Epoche der Baumeister, und selbst 5.000 Jahre später errichtete man noch solche Ringanlagen. Wobei aber auch die rätselhafte Megalithkultur Europas diesen Sonnen- und Himmelskult übernahm. Auch zahllose ihrer Bauten aus gewaltigen Megalithen sind astronomisch ausgerichtet worden.

Ein Problem haben die Archäologen mit der Interpretation dieser Anlagen. Nicht nur, dass die gefunden Reste Jahrtausende umspannen, sondern sie hatten nicht alle den gleichen Zweck. Einige dienten als „Sonnentempel“, „Versammlungsplatz“ und „Kalender“ der Steinzeit. Andere Ringwallanlagen scheinen hingegen keine kosmischen Bezüge zu haben. Sie werden deshalb als einfache „Verteidigungsanlagen“ interpretiert. Vielleicht auch als geschützter Handelsplatz oder politischer Versammlungsort von Stammesherrschern und Clan-Chefs. Der Übergang ist dabei aber oftmals wohl fließend.

Belegt ist bei vielen Ringanlagen aber eben auch Megalithbauten der Vorzeit der „Himmels-Kult“. Man verehrte hier offensichtlich den Mond und auch die Sonne, da deren periodische Wenden und Bahnen in den Bauwerken durch sogenannte Visierlinien oder Peilpunkte ermittelt und bestimmt werden konnten. Die vorzeitlichen Priester, Herrscher oder spirituellen Führer konnte anhand dieser Anlagen quasi die Zukunft vorhersagen. Geht die Sonne oder der Mond hier oder dort auf, beginnt ein neuer Zyklus. Ein neuer Monat oder die Tage werden wieder länger und die dunkle Jahreszeit geht zu Ende.

Fraglos ein Machtinstrument für all jene Personen, die die Ausrichtung dieser Bauwerke richtig „lesen“ konnten.

Archäologen sehen das grundsätzlich ebenso. Sie sprechen von einem „Sonnenkult“ als Quelle allen Lebens. Vor allem sprechen sie immer wieder davon, dass die ersten Ackerbauern damit einen verlässlichen Kalender für die Landwirtschaft hatten. Die richtigen Zeiten für Aussaat und Ernte wäre ein elementares Wissen in dieser Gesellschaft gewesen. Sie haben kaum der Kultur der Jäger und Sammler den Rücken gekehrt und waren sesshaft geworden. Also beobachteten sie Jahrzehnte den Himmel, gaben ihr Wissen weiter und errichten letztlich Ringanlagen und Megalithbauten als Vorzeit-Kalender.

Vorzeit-Kalender

Soweit – so schlecht.

Die „Kalender-Theorie“ ist auch unter den Archäologen nicht immer unumstritten. Sie verweisen beispielsweise auch auf den Umstand, dass man nicht weiß, woher dieses Wissen eigentlich ursprünglich stammt. Einige Forscher vermuten sogar das frühzeitliche Mesopotamien als Ursprung. Andere verweisen darauf, dass die schriftlichen Aufzeichnungen über Himmelsbeobachtungen in Mesopotamien viele Jahrtausende jünger als die Bauten in Europa sind. Hier klafft eine zu große Lücke. Ausschließen, dass Einwanderer aus dieser Region im Nahen Osten dieses Wissen und die Fähigkeit zur Bestimmung solcher Himmelsbeobachtungen von dort mitbrachten, kann man aber nicht.

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Vielmehr scheint es aber unabhängig voneinander an verschiedenen Orten eine solche Entwickelung gegeben zu haben. Der Mond als das „Licht in der Nacht“ scheint in der Vorzeit möglicherweise den ersten „Kult“ ausgelöst zu haben. Jäger und Sammler verehrten ihn, da er ihnen in der Nacht Licht für ihre Jagd gab. Auch der Menstruationszyklus der Frau könnte damit in Verbindung gebracht werden, vermuten einige Forscher. Als Symbol für Fruchtbarkeit und das Leben.

Erst später gesellte sich der Sonnenkult dazu, als unsere Vorfahren bereits Ackerbau und Viehzucht betrieben. So zumindest eine These.

Die Venus von Laussel

Interessant ist hierbei die rund 25.000 Jahre alte Venus von Laussel aus Frankreich. Ein Relief einer typischen europäischen Venus von 42 Zentimeter Höhe, die in ihrer rechten Hand einen sichelförmigen Gegenstand hält. Dieses Objekt in der Hand erinnert an die Mondsichel, auch wenn es wahrscheinlich das Horn eines Bisons ist. Auf diesem Horn wiederum finden sich 13 Einkerbungen, die als Mondphasen und/oder die Zahl der jährlichen weiblichen Zyklen interpretiert werden. Da die nackte Venus die linke Hand auf ihrem üppigen Bauch liegen hat, wird die Darstellung als Zeichen der Schwangerschaft gesehen. Eben im Zusammenhang mit einem Mondkalender bzw. mit den Mondzyklen.

Ob diese Interpretation als eine Art „Mondkalender“ zutrifft, bleibt Spekulationen.

Eine andere Deutung geht aber ebenso in die Richtung eines „Kalenders“. Dale Guthrie vermutete 2005 in „The Nature of Paleolithic Art“, dass das Horn in der Venus-Hand das Horn eines Steinbock sein könnte. Die 13 eingebrachten Kerben würden seiner Meinung nach für 13 Jahre stehen. Angeblich wäre dies das beste Alter eines Steinbocks, um ihn zu jagen. Wobei es mehr als fraglich ist, wie Jäger vor 25.000 Jahren bei der Jagd erkennen sollen, dass der erspähte Steinbock das perfekte Bejagungsalter hat.

Und haben sie jünger Tiere dann verschont, um sie erst mit Erreichen des 13. Lebensjahrs wieder zu suchen und letztlich zu erlegen?

Die “ersten Wissenschaftler der Welt” und der Mond

Nicht weniger umstritten sind die Thesen von Dr. Phillip J. Stooke von der Universität von Western Ontario zu der rund 5.000 Jahre alten Megalithanlage Knowth. Sie liegt nördlich von Dublin in Irland. Dort finden sich an den Steinen der fast zwei Dutzend Megalithgräber sonderbare Gravuren in Form von Kreisen, Sicheln und Spiralen, die Stooke als Mondumläufe interpretiert. Ähnliches findet sich auch innerhalb der des magalithischen Ganggrabes von Gavinis in der Bretagne. Stooke glaubt nach einem Abgleich mit modernen Mondfotos sogar, dass die Erbauer von Knowth eine Karte der Mondoberfläche skizziert haben. Zumindest so gut, wie sie es damals mit dem Augen sehen konnten.

In seiner Veröffentlichung „Neolithic Lunar Maps at Knowth and Baltinglass, Ireland“, die am 1. Februar 1994 im renommierten „Journal for the History of Astronomy“ erschien, ist Stooke sicher, dass nicht er Leonardo da Vinci die erste Karte des Mondes zeichnete. Die Steinzeitmenschen von Irland kamen ihm rund 6.500 Jahre zuvor. Es seien damit die „ersten Wissenschaftlern überhaupt“ gewesen, denn „deutlich sind seine Oberflächenstrukturen wiederzuerkennen, vom Mare Humorun bis zum Mare Crisium“, schreibt der Forscher.

Dass im sehr dünn besiedelten Europa der Steinzeit sich die ersten hart arbeitenden Viehzüchter und Bauern zusammen schlossen, um Megalithbauten und Ringwallanlagen zu errichten, ist eine erstaunliche Tatsache. Auch und vor allem jene, die offenkundig als Kalender und der Himmelsbeobachtung dienten. Es kann aber nicht zutreffen, dass diese Bauten der Landwirtschaft dienten, wie es immer wieder angenommen wird. Sinn und Zweck müssen wesentlich tiefer liegen, als nur Kalendarien für Aussaat und Ernte.

“Atomuhren der Steinzeit”

Obwohl selbst Stonehenge als klassisches Beispiel solcher Bauten in seiner ursprünglichen Form lediglich als Holz bestand, bedarf es nicht derart gewaltiger Anlagen. Die zuvor über sehr viele Jahre gemachten Himmelsbeobachtungen kann man wesentlich einfacher festhalten. Wenn man sie denn wirklich für die Landwirtschaft nutzen wollte …

Zum Beispiel könnte jede steinzeitliche Dorfgemeinschaft für ihre Landwirte einfache Stöcke an entsprechende Positionen in die erste stecken. Man muss dafür keine riesigen Anstrengungen unternehmen, um die Zeitmesser aller Art mit teilweise erheblichem Aufwand zu bauen. Noch weniger muss man das Jahrtausende lang. Allerdings könnte man spekulieren, dass Ringwallanlagen und Megalithbauten dieser Natur so was wie die „Atomuhren der Steinzeit“ waren. Verbunden mit einer Verehrung der Gestirne. Das heißt, dass man diese Gemeinschaftsprojekte für die Priesterkaste oder eben Herrscherklasse erbaute, an denen das gemeine Volk ihre Kalender und Zeitmesser mehr oder weniger „stellen“ konnte. Boten – quasi Mitarbeiter der Himmelspriester – brachten von dort aus die Kunde in alle Winkel der Region, um die einzelnen Sippen zu informieren.

Dass die Steinzeit-Ackerbauern den beschwerlichen Weg zu einem solchen Mond- und Sonnenkalender auf sich nahmen, um „mal eben auf die Uhr zu sehen“, ist sehr fraglich. Außer, das wird auch durch archäologische Funde bestätigt, zu festlichen Anlässen und sogar regelrechten Gelagen. Zu Trauerfeierlichkeiten und Bestattungen hochgestellter Persönlichkeiten sicher ebenso.

Die älteste Uhr der Welt

Vor 10.000 Jahren haben unsere Vorfahren den angeblich ältesten Kalender der Welt in Schottland gebaut. Entdeckt wurde er auf einem Feld nahe dem „Crathes Castle“ in Aberdeenshire (s. a. Beitrag HIER) von Forscher der Universität von Birmingham. Dort zeigten sich eine Reihe von dunklen Verfärbungen im Feld, die sich nach Untersuchungen von  Vincent Gaffney und seinem Team mittels Grabungen und Bodenradar schnell als uralte Pfostenlöcher herausstellten. Insgesamt sind es ein Duzend Gruben, von denen die Größten mehr als 2 Meter Durchmesser haben. Computersimulationen und eine Überprüfung der Lage der Funde mit der Umgebung zeigte schnell, dass hier eine Urzeit-Uhr entdeckt wurde.

Unterschiedliche Bahnen und Zyklen von Mond und Sonne wurden hier für die Ermittlung der Zeit verfolgt und markiert, so Gaffney und sein Team in der Veröffentlichung „Time and a Place“ vom Juli 2013. „Als wir merkten, mit was wir es hier zu tun haben“, so der Forscher, „wurde uns schlagartige die Tragweite bewusst“.

Löcher im Erdreich, in denen mal Holzpfosten zur Zeitmessung von Sonne und Mond steckt, sind eine vergleichsweise einfache Technik. Natürlich unter der Voraussetzung, dass vor 10.000 Jahren genügt Experten mit dem Wissen um solche Kalender vor Ort waren.

„Taschenkalender“ für den allgemeinen Bedarf wie eben die Landwirtschaft waren das aber auch nicht. Hier wäre die Himmelsscheibe von Nebra wesentlich geeigneter. Wobei aber auch dieser Fund aufgrund der dafür verwendeten wertvollen Materialien mit Sicherheit der Führungsklasse zuzuordnen ist. Speziell in diesem Fall aus der Region des Fundortes, da die Scheibe an dessen geographische Lage ausgerichtet ist.

Tatsächlich aber gibt es einige Funde, die darauf hindeuten könnten, dass der „Höhlenmensch“ von vor bis zu 38.000 Jahren, die ersten Mondkalender der Welt schuf. Taschenkalender auf Knochen, auf die Alexander Marshack vom Peabody-Museum der Universität Harvard in einer Reihe Veröffentlichungen immer wieder hinwies.

Taschenkalender der Steinzeit

Marshack zählt in seinem Buch „The Roots of Civilization“ (1972) eine ganze Reihe solcher mutmaßlichen Kalender auf. Etwa den Ishango-Knochen, der 1950 in Belgisch-Kongo entdeckt wurde. Ein mindesten 20.000 Jahre alter und nur 10 Zentimeter langer Knochen eines Pavian, auf dem drei Spalten von Einkerbungen zu finden sind. Bei seinen Untersuchungen dieses Artefaktes fand Marshack heraus, dass die Kerben in dem Knochen in unterschiedlicher Tiefe, Art, Richtung und Form eingebracht wurden. Einen Umstand, den er auch an anderen Funden dieser Art aus Europa feststellen konnte.

Für ihn ein eindeutiger Hinweis, dass es sich hierbei um einen Mondkalender handeln muss. Denn auch die Zyklen unseres Trabanten konnte er anhand der Kerben herleiten. Kritiker bezweifeln diese Theorie von einem Urzeit-Kalender. Sie sei nicht nur unwissenschaftlich, sondern die Kerben wären nichts weiter als afrikanische Kunst. So beispielsweise Mark Siegltuch in seiner Studie „Lunar Calendars or Tribal Tattoos?“ (2014) oder Francesco D’Errico in „Current Anthropology“ (Nr. 1/1989). D’Errico bezeichnet die Mondkalender-These von Marshack darin als „einen Fall von Wunschdenken“.

Nichtsdestotrotz hat Marshack in seinen Publikationen zu seinen Untersuchungen eine ganze Sammlung von solchen mutmaßlichen Mondkalendern vorgelegt. Insgesamt mehrere Dutzend.

Ein mit 69 Zeichen oder Symbolen verziertes Knochenstück erwies sich seiner Meinung nach dabei ebenso als Volltreffer. Das nur 5 Zentimeter kleine Stück wurde in der Dordogne in Frankreich gefunden und ist rund 30.000 Jahre alt (s. Titelbild). Die Einkerbungen in diesem Fundstück wurden nach seinen Untersuchungen mit zahlreichen unterschiedlichen Werkzeugen über einen längeren Zeitraum hinweg dort eingebracht. Einige sind deutlich bogenförmig und weisen in verschiedenen Richtungen. Für Marshack ein klarer Hinweis, dass hier von Urmenschen Mondzyklen in den Knochen eingraviert wurden.

Kalender oder sogar Vorläufer der Schrift?

In seiner Veröffentlichung „The Tai Plaque and Calendrical Notation in the Upper Paleolithic“ („Cambridge Archaeological Journal“, April 1991) verweist Marshack auf ein rätselhaftes graviertes Stück eines Rentiergeweihs. Gefunden in der Höhle „La Marche“, Frankreich, in der ab 1937 zahllose Rizzeichnungen von Tieren und gut 155 Menschen entdeckt wurden. Teilweise wirken diese so modern, dass Archäologen sie erst für neuzeitliche Kunst und damit Fälschungen hielten.

Dennoch sind sie bis zu 15.000 Jahre alt. Ebenso wie das Stück Geweih, auf dem neben deutlichen Darstellungen von zwei Tieren eine ganze Reihe von Kerben zu erkennen sind. Auch sie enthalten nach den Interpretationen von Marshack kalendarische Information und stehen mit Mondbahnen in Zusammenhang.

Kritiker, wie der weiter oben bereits erwähnte Francesco D’Errico, sehen das auch hier wieder anders. Sie glauben auch in diesem Fall nicht an die Thesen von den urzeitlichen Zeitmessern und Mondkalendern. Allerdings, und das ist nicht minder spannend, spekuliert D’Errico, dass es sich hierbei vielleicht um den Vorläufer einer Schrift handeln könnte. In seiner Kontroverse mit Marshack im „Cambridge Archaeological Journal“ mutmaßt er über „künstliche Erinnerungs-Systeme“ oder „Speicher-Systeme“, mit denen Informationen weitergegeben werden konnten.

Im Prinzip also der Vorläufer einer Schrift. Vor 15.000 Jahren …

Geheimgesellschaften der Steinzeit

Über den Sinn dieser mutmaßlichen „Kalender“ kann man nur spekulieren. Aber ohne Zweifel lassen diese unsere Vorfahren in einem anderen Licht erscheinen. Primitive Höhlenmenschen, die grunzend mit schwingenden Keulen hinter Tieren her jagten, sind schwerlich mit dem Bild, die uns durch diese Funde vermittelt werden, zu vereinbaren. Dass der Mensch immer den Himmel beobachtete, sollte außer Frage stehen. Ebenso wenig kann man ernsthaft bezweifeln, dass  unsere Vorfahren aus den Zyklen von Sonne, Mond und Sternen versuchten Parallelen für ihre Umwelt abzuleiten. Werden die Tage kürzer – kommt die kalte Jahreszeit. Logisch.

Allerdings konnten das unsere Vorfahren ganz einfach an der sie umgebenen Umwelt ablesen. Kalender in Form von Megalithanlagen oder Ringwallanlagen benötigen sie dafür nicht. Blüht die Natur auf, kommt Frühling. Fällt das Laub, kommt der Herbst bzw. Winter. Dieses Wissen muss kein Steinzeitvolk in Stein meißeln, da es allgegenwärtig zu sehen ist.

Sie musste auch keine gigantischen Arbeitsleistungen für diverse und verstreut errichtete Kalenderbauten vollbringen. Entsprechend gravierte Holzstücke oder Knochen als mobile Taschenkalender funktionieren ebenso. Selbstverständlich nach Unterweisung durch einen kundigen Priester oder Himmelsgucker aus der höheren Gesellschaft. Solche Kalender oder Zeitmesser werden archäologisch heute aber extrem schwer zu finden sein, da der Zahn der Zeit sie zerstört. Anders als entsprechende Bauwerke, die wird heute noch finden oder deren Reste wir entdecken.

Man könnte abschließend aber auch vermuten, dass diese Bauwerke einer Clique von Eingeweihten unterstanden, die ihr astronomisches Wissen nicht weiter geben wollten. Eine Geheimgesellschaft der Steinzeit, die durch ihre Kenntnisse der Gestirne und der Zyklen der Welt sowie deren exakte Vorhersagen ihre Macht festigten konnte. Ziehen wir dann noch die Spekulationen über eine weltweite Ur-Kultur vor 12.000 oder mehr Jahren hinzu, auf die verschiedene Spuren (auch astronomisch ausgerichtete) hindeuten sollen,  passt die “einfache” Kalender-Theorie kaum mehr in diese Überlegung …

Was denkst DU über das Thema? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Fund mit dem Metalldetektor: Streit um den Wikingerschatz von Schottland: Die Kirche möchte ihren Anteil und klagt

Streit um den Wikingerschatz von Schottland: Die Kirche möchte ihren Anteil und klagt (Bilder: D. McLennan & M. McSweeney / visitgreenland.com / Montage: Fischinger-Online)
Streit um den Wikingerschatz von Schottland: Die Kirche möchte ihren Anteil und klagt (Bilder: D. McLennan & M. McSweeney / visitgreenland.com / Montage: Fischinger-Online)

Tagtäglich sind irgendwo Menschen mit Metalldetektoren unterwegs, um auf Felder, Äckern und Wiesen nach “verborgenen Schätzen” zu suchen. Sogenannte Sondengänger. Die einen finden rostige Nägel von Weidezäunen, andere mehr oder weniger wertvolle Münzen der jüngeren Vergangenheit und wieder andere tatsächlich wahre Schätze. So geschehen im September 2014 in Schottland, wo der der Sondengänger Derek McLennan einen Wikingerschatz im Welt von über 2 Millionen Euro mit seinem Detektor fand. “Ein äußerst bedeutender Fund”, wie der als “Hort von Galloway” bekannt gewordene Schatz der Wikinger von Experten bewertet wurde. Doch jetzt ist genau um diesen Schatz eine Streit entflammt. Denn mit dem Finder einst befreundete Mitglieder der Kirche von Schottland möchten ihren Teil des Geldes, der damals angeblich abgesprochen war. Ein Fall für die Gerichte. Details und Hintergründe dazu erfahrt Ihr hier.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Hobby: “Schatzsucher”

Es wohl der heimliche Traum jedes Sondengängers – einen vergrabenen Schatz finden. Jene Menschen, die mit Metalldetektoren in vielen Teilen der Welt in ihrer Freizeit hinausgehen, um dem Erdreich allerlei Metallobjekte zu entlocken.

Die meisten Funde sind hierbei unspektakulär und keine wirklichen Schätze im klassischen Sinn. Außer für die Sondengänger selber, die sich über jedes ausgegrabene Objekt freuen. Voller Freude werden diese gerne innerhalb der gut vernetzten Sondengänger-Szene präsentiert. Zum Beispiel in Videos auf YouTube, bei denen der neugierige Zuschauer quasi „live“ an der Suche teilhaben kann, oder in entsprechenden Foren.

Wenn vielfach auch nur rostige Metallstücke, Alufolie oder alte Nägel von Weidezäunen gefunden werden, steckt der Boden voller Spuren der Vergangenheit. Für die einen ist es ein Hobby, diese Artefakte ans Tageslicht zu holen. Für Archäologen oder Historiker oftmals ein Ärgernis, da ihnen durch „private Schatzsucher“ fraglos die ein oder andere spannende Entdeckung vorenthalten wird. Das spektakulärste Beispiel ist sicher die „Himmelsscheibe von Nebra“, von der auf Fischinger-Online unter anderem in diesen Videos HIER und HIER berichtet wird.

Es müssen teilweise bestimmte Voraussetzungen, „Schulungen“ oder sogar Genehmigungen für dieses Hobby vorliegen. In Deutschland sind diese von Bundesland zu Bundesland nicht ein einheitlich regelt. Auch nicht was den finanziellen Aspekt von eventuell gefunden „Schätzen“ anbelangt. Sprich: Wer darf was behalten, wer bekommt von wem Geld und wie viel? In den einzelnen Staaten ist natürlich wiederum anders geregelt, als innerhalb der Länder Deutschlands. Und fraglos sind die allermeisten Sondengänger ehrlich und melden ihre Funde. Keine Raubgräber.

Werden rostige Nägel in einer Wiese oder von einem Landwirt auf einem Feldweg „vergrabenes“ Blei von einem Scheunendach ausgebuddelt, ist das kein Problem. Was aber – wenn in dem Haufen ausgegrabener Erde etwas Wertvolles schlummert?

Genau das war in Schottland der Fall.

Schatz der Wikinger

Im Jahr 2014 fand Derek McLennan auf einem Feld unweit von Dumfriesshire im Südwesten Schottlands mit dem Metalldetektor einen Schatz der Wikinger. Verborgen in rund einen Meter Tiefe. Mehr als 100 Objekte aus dem frühen 10. Jahrhundert nach Christus, die als einer der bedeutendsten Wikingerschätze von Großbritannien angesehen wird.

Die Artefakte stammen ursprünglich aus den verschiedensten Gebieten und wurden hier in Schottland als ein Schatz verborgen. Zu einer Zeit als die Wikinger bereits zumindest teilweise christlich waren, worauf ein unter den Objekten geborgenes Silberkreuz hindeutet.

Derek McLennan war mit einem Schlag reich, denn er verkaufte den Schatz an verschiedene Museen in Schottland. Umgerechnet erhielt er dafür ca. 2,2 Millionen Euro.

In den Medien sorgte der als „Hort von Galloway“ bekannt gewordene Fund damals international für Schlagzeilen. Allein der Materialwert des Wikingerschatzes wurde auf mehrere 100.000 Euro beziffert. „Als ich das erste Stück gefunden hatte, wusste ich zuerst nicht, was es war“, erzählte der Finder Derek McLennan am 12.Oktober 2014 der „BBC“. Stuart Campbell vom Schottischen Nationalmuseum war vor fünf Jahren nicht minder begeistert über die Entdeckung des Sondengängers:

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Dies ist ein äußerst bedeutender Fund, der in Bezug auf die Materialvielfalt, die dieser Hort darstellt, in Schottland noch nie zuvor aufgefunden wurde.

Es gibt Material aus Irland, aus Skandinavien, aus verschiedenen Orten in Mitteleuropa und vielleicht aus mehreren Jahrhunderten.

Es hat also einige Anstrengungen gekostet, bis sich Einzelpersonen versammelt haben.“

Damit hätte McLennan mit seinem Fund mehr als zufrieden sein können. Wenn nicht jetzt die Kirche von Schottland den Schatzsucher verklagen würde. Ihr gehört das Grundstück, auf dem damals der Wikingerschatz entdeckt und ausgegraben wurde. Darum möchte sie jetzt ihr Stück vom Kuchen abhaben, wie aktuell verschiedene Medien berichten.

Die Kirche möchte ihren Anteil

Wie in Deutschland auch, so ist es in Großbritannien nicht einheitlich geregelt, wem das Geld für einen solchen Schatz zusteht. In Schottland steht es gesetzlich nur dem eigentlichen Entdecker zu. In anderen Teilen Großbritanniens wiederum hat auch der Besitzer des Landes oder Grundstücks Anspruch darauf.

Zwar könnte man meinen, dass der Fall in Schottland damit eindeutig ist, doch nicht für die Kirche. Den Berichten nach habe es damals eine Abmachung zwischen dem Finder und der Kirche gegeben, dass auch sie am finanziellen Gewinn beteiligt werden solle:

Meines Erachtens gab es immer eine Vereinbarung, dass das Geld mit der Kirche geteilt wird. Die Kirche hat eng mit dem Finder zusammengearbeitet und einen gerechten Anteil ihres Wertes vereinbart.“

Mit diesen Worten zitierte die „Sunday Post“ am 15. September Pastor David Bartholomew von Castle Douglas. „Derek war mein Freund und es ist traurig, dass es dazu gekommen ist“, so der Geistliche gegenüber der Zeitung.

Weiter berichtet er, dass er mehr als überrascht sei, dass McLennan seinen „Deal zurücknehmen würde“, und allein das Geld behalten wolle. Immerhin sei Bartholomew sogar ein „Mitstreiter“ des Sondengängers und auch beim Fund dabei gewesen. Ebenso habe Mike Smith, Pastor einer Elim-Pfingstkirche in Galloway, sie an diesem Tag begleitet. Über ein Jahr lang habe damals McLennan mit seinen Metalldetektor das Gebiet abgesucht. Außerdem sollte das Geld „in erster Linie für das Wohl der örtlichen Gemeinde verwendet werden“, wie damals abgesprochen worden sein soll.

“Sache des Gerichts”

Weder auf E-Mails noch auf persönliche Besuche habe McLennan in der Zeit nach dem Schatzfund reagiert, so Bartholomew. Obwohl „die Kirche nicht vor Gericht gehen“ wollte, gäbe es jetzt keinen anderen Weg mehr. „Es gibt eine ungeschriebene Regel“, dass Funde mit dem Grundbesitzern geteilt werden. Juristen sollen dies nun regeln, so die schottische Kirche:

Es kann bestätigt werden, dass die General Trustees der Church of Scotland eine Klage gegen Derek McLennan erhoben haben. Da dies jetzt Sache des Gerichts ist, wäre es für uns unangemessen, zu diesem Zeitpunkt weitere Kommentare abzugeben.“

Derek McLennan selber schweigt bisher dazu.

Interessant ist aber, dass der Sondengänger offensichtlich ein Glückspilz. In den damaligen Zeitungsberichten über den Fund wurde er meist als „armer Rentner“ dargestellt, der einfach riesen Glück hatte. In Wahrheit jedoch hatte er bereits kurz zuvor einen Schatz in diesem Gebiet gefunden. Einige Monate vor der Entdeckung des Wikingerschatzes schlug hier bereits sein Detektor an und er fand hunderte Münzen aus dem Mittelalter im Erdreich.

Auch ein Blick auf seine Internetseite verrät, dass er alles andere als ein Laie in der „Metalldetektor-Szene“ ist, der vielleicht mal einen krummen Nagel ausgräbt, eine Münze findet oder eine Gewehrpatrone an der Oberfläche findet.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Interview: Lars A. Fischinger im Gespräch mit Robert Stein von NuoViso über die Faszination Grenzwissenschaft +++ YouTube-Video +++

VIDEO: Interview - Lars A. Fischinger im Gespräch mit Robert Stein von NuoViso.tv (Bild: YouTube-Screenshot)
VIDEO: Interview – Lars A. Fischinger im Gespräch mit Robert Stein von NuoViso.tv (Bild: YouTube-Screenshot)

Ende Februar 2019  besuchte ich die archäologischen Stätten von Nebra und Goseck. Unter anderem für ein YouTube-Video über die Himmelsscheibe von Nebra und das Sonnenobservatorium von Goseck, das Ihr HIER findet. Kurz darauf besuchte ich in Leipzig das Studio von NuoViso.tv, da man mich zu einem Interview für die Sendung “Steinzeit” von und mit Robert Stein eingeladen hatte. Entstanden sind dabei gleich zwei Video-Interviews rund um Grenzwissenschaft und Mysterien der Welt. In diesem ausführlichen Gespräch erfahrt Ihr mehr dazu. Ebenso, wie genau ich zu diesen Themen kam, was mit antreibt und was für mich ganz persönlich die Faszination an den Mystery Files ist.


Man glaubt es kaum, aber im September 2019 habe ich – Lars A. Fischinger – persönlich ein Jubiläum.

Denn dann sind es exakt 30 Jahre, in denen ich mich intensiv mit Prä-Astronautik, Mysterien der Menschheit, Rätsel der Welt, Aliens/UFOs und den Themen der Grenzwissenschaft und Mystery Files befasse. Demnach bin ich in diesem Herbst seit drei Jahrzehnten ein Grenzwissenschaftler, wie Ihr es auch detailliert in meiner Autoren-Vita HIER erfahrt.

Prinzipiell ist die Beschäftigung mit solchen Gebieten jenseits der etablierten Wissenschaft und alteingesessenen Meinungen sehr komplex und vielschichtig. Vor allem aus dem Grund, da es nicht die Grenzwissenschaft oder die Prä-Astronautik gibt, wie ich es immer wieder betone. Viele Menschen interessieren sich durchaus für solche Themen. Nicht wenige haben auch darüber publiziert oder schreiben Bücher dazu.

Gleichzeitig verlieren aber offensichtlich auch viele Mystery-Freunde nach mehr oder weniger vielen Jahren das Interesse daran.

Und so sind in den letzten 30 Jahren viele Kollegen, Autoren und Publizisten gekommen und gegangen. Persönlich finde ich es rückblickend schon erstaunlich, dass ich nach all diesen Jahren noch immer “dabei bin”. Vor allem in der digitalen Welt, da man hier weit mehr Menschen erreichen und vielleicht sogar begeistern kann. An YouTube, Blogs, Facebook und überhaupt Internet, E-Books und Sozial Media war vor drei Jahrzehnten überhaupt nicht zu denken!

Und so freue ich mich quasi zu meinem 30sten Euch dieses Interview von Robert Stein von NuoViso mit mit an dieser Stelle vorstellen zu können. Etwa 50 Minuten, in denen ich versucht habe kompakt die für mich noch immer spannende Welt des Unfassbaren zu schildern …

Bleibt neugierig …

YouTube-Video von NuoViso.tv vom 19. April 2019

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Archäologen und Gen-Forscher auf den Spuren der Megalithkultur: Neue Studie veröffentlicht (+ Videos)

Archäologen und Gen-Forscher auf den Spuren der Megalithkultur: Neue Studie veröffentlicht (Bild: PixaBay/gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Archäologen und Gen-Forscher auf den Spuren der Megalithkultur: Neue Studie veröffentlicht (Bild: PixaBay/gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Neues aus der Steinzeit: In einer gemeinsamen Untersuchung haben Gen-Forscher und Archäologen Grabanlagen der europäischen Megalithkultur untersucht, um den Geheimnis der sogenannten Megalithiker auf die Spur zu kommen. Dazu untersuchten die Wissenschaftler die sterblichen Überreste aus Dolmen-Gräber aus Schweden, Irland, Schottland und der Tschechischen Republik und legten ihre Ergebnisse jetzt in einer neuen Studie vor. Die darin vorgestellten Ergebnisse der DNA-Untersuchungen sind wenig überraschend – bestätigen aber langjährige Vermutungen zu diesem Steinzeiträtsel. Welche das genau sind und warum die genetischen Forschungsergebnisse wenig überraschen, lest Ihr in diesem Beitrag.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Steinzeiträtsel überall

Auch wenn es in der Geschichte der Menschheit keine geradlinige Entwicklung von einer Steinzeit bis zur Welt von heute gab, so gab es doch weltweit zu unterschiedlichen Zeiten Steinzeiten. Immerhin bezeichnet man als “Steinzeitmenschen” grundsätzlich schlicht Gesellschaften, die keine Metalle wie Bronze oder Kupfer nutzen und sich deshalb dem Werkstoff Stein bedienen.

Genaugenomen leben in einsamen Regionen dieses Planeten immer noch Menschen und Stämme in der Steinzeit.

Und doch meint vor allem das europäische Steinzeiträtsel “eine” Kultur, die vor bis zu 7.000 und mehr Jahren existierte. Jene frühen Vorfahren, die teilweise gerade sesshaft wurden und Landwirtschaft betrieben, oder noch als Jäger und Sammler durch die Gegend streiften. Sie waren es, die über die Grenzen von Europa hinaus ihre bis heute rätselhaften Spuren in Form von riesigen Steinsetzungen hinterlassen haben: Hünengräber, Steinkreise, Menhire und Dolmen.

Obwohl, wie in diesem Video HIER (s. a. unten) vorgestellt, eine archäologische Studie Anfang 2019 “Belege” gefunden haben will, wo diese Megalithkultur angebliche ihren Ursprung nahm, sind die Rätsel um diese Menschen und ihre Bauten noch lange nicht gelöst!

Ein weiteres Mosaiksteinchen zur Deutung des Steinzeiträtsels um die Megalithiker will jetzt aber ein internationales Forscherteam gefunden haben. Das Team aus Genetikern und Archäologen um Federico Sánchez-Quinto und Mattias Jakobsson veröffentlichte dazu am 15. Mai ihre Ergebnisse in dem Fachmagazin “PNAS”.

Die DNA der Megalithiker

Die Wissenschaftler um Sánchez-Quinto untersuchten dazu die DNA jener Megalithiker, die sie aus den sterblichen Überresten von Dolmen in Schweden, Irland, Schottland und der Tschechischen Republik gewinnen konnten. Insgesamt standen ihnen 24 Skelette bzw. Individuen aus fünf Dolmen-Gräber für ihre Untersuchungen zur Verfügung. Die so erhaltene DNA der darin bestatteten Personen verglichen sie daraufhin mit einer Datenbank aus bereits erfolgten genetischen Untersuchungen anderer vorzeitlicher Europäer.

Wenig überraschend konnten die Forscher so aufzeigen, dass diese europäischen Urahnen eine genetische Vermischung von Jäger und Sammlern mit den ersten Ackerbauern waren. Erstaunlich ist hier allerdings das Ergebnis aus Schweden bzw. von der Insel Gotland in der Ostsee. Hier waren die Megalithiker keine ersten Bauern sondern Jäger und Sammler.

Ebenso wenig überraschen dürften die Resultate der verwandtschaftlichen Zugehörigkeiten der ununtersuchten DNA aus den Dolmen. So konnten die Genetiker bei ihren Analysen nachweisen, dass die Bestatteten miteinander verwandt waren. Ersten und zweiten Grades und auch über verschiedene Dolmen-Gräber einer Region (Irland) hinweg.

Bei zwei Dolmen in Irland zeigten die DNA-Untersuchung zudem, dass die Bestatteten über mindestens 12 Generationen hinweg miteinander verwandt waren. Gleichfalls aber auch, dass es sich um eine väterliche Erbfolge handelte. Für die Autoren der Studie ist dies ein Indiz, dass zumindest in diesem Fall die Menschen in einer patriarchalischen Gesellschaft lebten.

Herrscher der Steinzeit

In ihrer Studie schreiben die Wissenschaftler zu den genetischen Resultaten:

Unsere Ergebnisse zeigen Verwandtschaftsbeziehungen zwischen den begrabenen Individuen und eine Überrepräsentation von Männern, was darauf schließen lässt, dass zumindest einige dieser Grabdenkmäler von patrilinealen Gesellschaften genutzt wurden.

Damit wird im Grunde also das bestätigt, was seit Jahrzehnten und Jahrhunderten vermutete wurde. Nämlich, dass die Megalithkultur solche Steinsetzungen und Dolmen für ihre Herrscher errichte bzw. diese dort beigesetzt wurden. Führende Familien oder Familienclans hatten die Macht innerhalb eines Stammes oder Volkes. Sie waren Häuptlinge, Könige, Priesterkönige oder schlicht Führer ihre Stämme, die ihre Macht an den Sohn vererbten.

Sofern zukünftige Forschungen diese bisher nur in Irland nachgewiesenen undemokratischen Verhältnisse untermauern sollten.

Wirklich verwunderlich ist das nicht. Hierzu muss man sich nur in diese graue Vorzeit zurückversetzten. Denn gleichgültig ob eine Gesellschaft von Landwirten oder Jägern und Sammlern solche Megalithanlagen errichtete, immer war es mit enormen Anstrengungen verwunden. Planung, Zeit, Logistik, Technik und vor allem die Motivation mussten vorhanden sein. Ebenso ausreichend Arbeitskräfte, die während der Bauzeit dann natürlich nicht mehr für andere Aufgaben innerhalb der Gesellschaft zur Verfügung standen.

In einer dünn besiedelten Vorzeit waren derartige Megalithbauten folglich das Privileg der Herrscherfamilien und Mächtigen. Eine Art Familienangelegenheit. Jahrtausende später war das in anderen Kulturen überall auf der Welt nicht anders.

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YouTube-Video vom 23. September 2018 auf Grenzwissenschaft und Mystery Files

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Lars A. Fischinger

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Außerirdische Zivilisationen: Wurde den Aliens der Klimawandel zum Verhängnis? Das “Fermi-Paradoxon” und der Nicht-Kontakt

Außerirdische Zivilisationen: Wurde den Aliens Klimawandel und Umweltzerstörung zum Verhängnis? (Bilder: NASA/JPL / Montage: Fischinger-Online)
Außerirdische Zivilisationen: Wurde den Aliens Klimawandel und Umweltzerstörung zum Verhängnis? (Bilder: NASA/JPL / Montage: Fischinger-Online)

Wenn unsere Milchstraße und das Universum von außerirdischen Zivilisationen zumindest nach einigen Berechnungen nur so wimmelt: Wo sind diese dann alle? Warum finden wir sie scheinbar nicht und warum empfängt SETI kein Signal von Außerirdischen? Dazu gibt es einen ganzen Katalog von Erklärungsversuchen. Eine “neue” These zu diesem “Fermi-Paradoxon” genannten Umstand des Nicht-Kontaktes mit Aliens bringt jetzt ein Astrophysiker in Spiel: Klimawandel und Umweltzerstörung auf ihren Planeten würden die Entwicklung der Außerirdischen bremsen oder sogar stoppen. Wie genau das der US-Wissenschaftler meint, welche weiteren Faktoren eine außerirdische Zivilisation bedrohen und ob das als Erklärung des “Fermi-Paradoxon” ausreicht, lest Ihr in diesem Beitrag.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Zivilisationen im All

Seit wenigen Jahrzehnten erst hat sich unter Astronomen und Weltraumforschern die Überzeugung durchgesetzt, dass es im Universum von Leben nur so wimmelt. Intelligentes Leben und außerirdische Zivilisationen ausdrücklich eingeschlossen.

Eine Tatsache, die in der breiten Bevölkerung allerdings noch lange nicht angekommen ist. Außerirdische sind für viele Menschen mangels Bildung und Interesse in diesem Bereich weiterhin ein Thema für “Verrückte”, “Freaks” oder “Spinner”. Vor allem auch aufgrund der allgemeinen und falschen Auffassung, dass das Thema Außerirdische dasselbe wie das Thema UFOs ist. Daran hat das Fernsehen und Hollywood eine erhebliche Mitschuld.

Allerdings haben auch all jene etablierten Wissenschaftler “schuld”, die von eben diesem Leben im All immer wieder sprechen. Seien es jetzt Mikroorganismen auf einem Mond oder dem Mars in unserem Sonnensystem, ferne und mutmaßliche bewohnbare Exoplaneten im All oder technologische Zivilisationen von Außerirdische: Nichts davon kann die Weltraumforschung bisher belegen.

Noch nicht. Denn sicher sind sind eigentlich alle, dass es “Sie” da draußen geben muss. Wir müssen sie nur finden (oder sie uns).

Aliens wie Sand am Meer – wo denn?

Wie viele Planeten und Monde in unserer Galaxis oder im gesamten Universum Leben beherbergen, kann niemand auch nur annähernd seriös sagen. Nichteinmal grob schätzen kann man die Anzahl belebter Welten im All. Und das wird auch in fernster Zukunft aller Wahrscheinlich nach immer so bleiben. Wir kennen nicht alle Monde und Planeten im Kosmos, auf denen Leben entstanden sein könnte. Wir werden sie in der Unendlichkeit des Alls niemals alle kennen können. Gleichzeitig können wir auch nicht alle Kandidaten vor Ort untersuchen, um etwa Mikroben oder Alien-Fische nachzuweisen.

Das Universum ist dafür ganz einfach zu groß.

Bei außerirdischen Zivilisationen ist es zwar nicht ganz so aussichtslos, aber dennoch vergeblich. Doch auch hier sprechen Optimisten von “Aliens wie Sand am Meer” im gesamten Kosmos. Und viele seien eben intelligent und haben eine technologische Zivilisation einwickelt. Einige dieser Spezies sind auf dem Stand von uns Menschen – andere vielleicht Millionen Jahre weiter entwickelt.

So nehmen gerne diverse Wissenschaftler die inzwischen schon sehr alte Drake-Gleichung aus den 1960er Jahren dafür vor. Eine Formel (mehr dazu auch HIER, HIER & HIER), mit der man theoretisch die Anzahl intelligenter Alien-Zivilisationen im All berechnen kann. Einige optimistische Ergebnisse dieser Berechnungen zeigen ein Universum, dass voller Zivilisationen ist.

Aber warum finden wir diese doch angeblich so zahllosen Außerirdischen einfach nicht? Obwohl wir beispielsweise seit rund einem halben Jahrhundert mit Radioteleskopen Signale von ihnen suchen schweigt der Kosmos!

Das “Fermi-Paradoxon”

Ein quasi überall bevölkertes Weltall, ohne, dass wir auf der Erde das mitbekommen? Warum?

Genau das fragte sich schon 1950 der berühmte Atomphysiker und Nobelpreisträger Enrico Fermi, nachdem zahlreiche Begriffe aus Wissenschaft und Forschung benannt sind. So auch das “Fermi-Paradoxon”, das eben genau das Problem des Nicht-Kontaktes mit anderen Zivilisationen beschriebt:

Fermi ging davon aus, dass es intelligentes außerirdisches Leben gibt, das technisch hochentwickelte Zivilisationen über Millionen von Jahren aufrecht erhalten kann. In dieser Zeitspanne sollte es mittels interstellarer und intergalaktischer Raumfahrt möglich sein, ganze Galaxien zu kolonisieren – und der Wahrscheinlichkeit nach sollte dies bereits geschehen sein. Dass dennoch die Suche nach den Spuren von Außerirdischen bisher erfolglos blieb, erschien ihm paradox und als Hinweis darauf, entweder die Annahmen oder die Beobachtungen zu hinterfragen.

Rund 70 Jahre ist dieses “Fermi-Paradoxon” nun bekannt und in der Diskussion. Und es ist und bleibt paradox. Obwohl selbstverständlich in der Astronomie und Alien-Forschung verschiedene Parameter angeführt wurden, warum wir bisher alleine bzw. noch nicht besucht worden sind. Man sollte aber dabei aber auch beachten, dass nicht nur keine Alien-Kollonisten zu uns kamen, sondern diese “Anderen” noch nicht mal irgendwas von sich hören ließen.

Das Problem des Nicht-Kontaktes

Beispiele:

  • Außerirdische betreiben ganz einfach keine oder räumlich nur sehr begrenze interstellare Raumfahrt. Aus technischen, wirtschaftlichen oder anderen Gründen – oder weil es für diese schlicht unnötig ist.
  • Alle außerirdischen Zivilisationen sind schon lange Vergangenheit. Es existieren keine mehr.
  • Die Menschheit ist vollkommen allein im All. Wir wären damit die erste “intelligente Spezies”.
  • Aliens leben von unserem Ort im Kosmos aus betrachtet alle zu weit weg. Sie haben uns als Ziel deshalb “nicht auf dem Schirm”.
  • Natürliche Katastrophen haben sie ausgelöscht.
  • Sie haben sich durch Kriege usw. selber ausgelöscht.
  • Die Planeten der Aliens haben eine derart starke Anziehungskraft (“Super-Erden”), dass sie keine Raumfahrt entwickelt haben. Kosten und Ressourcenverbrauch, um erstmal langsam mit Raumfahrt wie Satelliten usw. zu beginnen, sind viel zu hoch (s. a. Video HIER).
  • Alle außerirdischen Zivilisationen ignorieren uns Erdlinge aus mangelnden Interesse absichtlich.
  • Außerirdische haben uns noch gar nicht entdeckt, und wissen nichts von der Menschheit.
  • Sie waren schon längst hier.
  • Die “Anderen” sind schon längst hier.
  • Ab und zu kommen sie mal vorbei.
  • Außerirdische haben durch Weltraummüll eine “Barriere” um ihre Welt geschaffen, so dass sie auf ihrer Welt “gefangen” sind.
  • Alien-Zivilisationen wissen von uns, haben aber untereinander abgesprochen, dass sie uns in Ruhe lassen.
  • Wir erkennen sie gar nicht.
  • Keine außerirdische Zivilisation hat bisher den Sprung zu einer interstellaren Spezies geschafft.

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Wo die Wissenschaft nicht weiter weiß, beginnen die Spekulationen und Thesen. Die genannten Erklärungsversuche des “Fermi-Paradoxon” zeigen dies sehr eindringlich. Obwohl vieles davon nach Science Fiction klingt, ist es das nicht. Science Fiction wird schließlich immer von der nüchternen Wissenschaft beeinflusst. Dann verpackten Hollywood, Autoren & Co. es für den Konsumenten.

Science Fiction vs. Wissenschaft

In der TV-Serie “Raumschiff Enterprise” existiert beispielsweise eine “Oberste Direktive”. Damit ist in der Serie nichts weiter als eine Nichteinmischungsabsprache der handelnden Spezies gegenüber “primitiven Zivilisationen” gemeint. Etwa wenn diese noch nicht die Technologie der interstellaren Raumfahrt erfunden haben, lässt man sie bei “Star Trek” in Ruhe.

Vorstellbar, dass es so was im All wirklich gibt und wir deshalb vor dem “Fermi-Paradoxon” stehen. Genauso vorstellbar aber auch, dass sie schon vor zum Beispiel 14 Millionen Jahren hier waren. Oder uns in 10, 100 oder 10.000 Jahren erst entdeckten. Vielleicht sind alle Außerirdischen in der Galaxis bisher auch nur Steinzeitaliens oder Mikroben …

Alles Thesen. Alles nicht belegbar. Und doch alles durchaus vorstellbar. Inklusive der mit Sicherheit unbeliebtesten Erklärung, dass wir ganz allein sind. Betrachtet man die Diskussionen um außerirdische Zivilisationen und des Problems, dass wir sie bisher einfach nicht finden, sind einige Hypothesen dabei sehr beliebt. Zumindest in den letzten Jahren. Obwohl auch diese nach irdischen Science Fiction klingen, muss es nicht überall so sein.

Zum wäre da die Annahme, dass sie schon lange hier sind, hier waren oder immer mal wieder hier “vorbei schauen”. Verbunden wird dies gerne auch mit der Überlegung, dass sie sich ganz einfach nicht (direkt) einmischen wollen. Wir Menschen sind vielleicht auch sowas wie ein “komischer Zoo” im All: Hin und wieder interessant und unterhaltsam, letztlich aber doch bedeutungslos und langweilig (s. a. Interview mit Lars A. Fischinger HIER).

Eine andere beliebte Idee ist, dass Außerirdische ganz einfach zu weit weg und die Distanzen zwischen den Sternen auch für sie zu gigantisch sind. Vor allem Kritiker der Prä-Astronautik oder auch der UFOs im Sinne von Alien-Fahrzeugen führen das oft an.

Die dritte und überaus beliebte Erklärung des Nicht-Kontaktes ist, dass alle Alien-Zivilisationen inzwischen untergegangen sind. Wann genau ist dabei eher belanglos. Ob vor 1.000 Jahren die letzten Außerirdischen untergingen oder vor 5 Milliarden Jahren spielt dabei kein Rolle. Wir Menschen haben sie schicht und einfach zeitlich verpasst.

Der “Große Filter”

Theoretisch vorstellbar ist in der Unendlichkeit des Universums auch unendlich viel. Immerhin ist das All, soweit wir heute wissen, rund 14 Milliarden Jahre alt. Viel Zeit für viele Ereignisse und Dinge.

Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen betrachte sehr häufig die Entwicklung von solchen Zivilisationen an sich kritisch. Allen voran ist hier der Physiker Stephen Hawking sicher zu nennen. Sie gehen in ihren Thesen davon aus, dass eine außerirdische Spezies sich technologisch bis zu einer Art Scheidepunkt kontinuierlich weiter entwickelt. Irgendwann steht die technologische und parallel laufende biologische Evolution dieser Zivilisationen jedoch an einer Schelle.

Diese Entwicklungsschwelle gilt es zu überwinden, damit eine solche Spezies überhaupt weiter existieren kann. In der Diskussionen wird hier gerne das Risiko der Selbstvernichtung der Außerirdischen genannt. Durch Krieg, Atomaren Holocaust, Killerviren und zahlreiche andere (menschlich) denkbare Katastrophen. Natürlich auch durch verehrende Naturereignisse. Eine Spezies, die zwar einfache Raumfahrt betreibt, eben wie wir, kann beispielsweise einen Killer-Kometen oder riesigen Asteroiden auf Kollisionskurs nicht abwehren. Auch einem Gammestrahlenausbruch oder Supervulkanen wären diese Aliens schutzlos ausgeliefert.

Erst nachdem eine Spezies technologische all diese Hürden meistern und überwinden kann, ist ihre Überleben sicher. Hausgemachte und natürliche Untergänge müssen überwunden oder überwindbar sein. Wie soll eine Spezies den Schritt in den Kosmos schaffen, wenn sie plötzlich von einem Atomkrieg oder Killer-Asteroiden in die Steinzeit zurückgeworfen wird?

Vollkommen logische Überlegungen, die natürlich auch die Spezies Mensch betreffen.

Auch wenn Kriege aller Art gerade von uns Menschen der Erde überaus gerne geführt werden, kann das bei Aliens durchaus auch so sein. Falls nicht, bleiben die überall im Weltraum vorhandenen natürlichen Gefahren. Forscher sprechen hier auch von einem “Großen Filter” in der Entwicklung von Zivilisationen. Einige Spezies überleben die Kinderkrankheiten ihrer Zivilisation und werden von kosmischen Ereignissen verschont, andere nicht.

Klimawandel bei den Außerirdischen

Haben Außerirdische sich nicht alle selber umgebracht oder in die Steinzeit zurück katapultiert und wurden auch von natürlichen Weltuntergängen verschont, steht ihnen das All offen. So die einhellige Meinung unter den Astronomen. Würde eine technologisch fortschrittliche Spezies dann von einem Kometen oder Asteroiden in ihrer Existenz bedroht, würden diese Aliens es verhindern können.

Um so weiter der Fortschritt, um so mehr können sie sich wehren und dadurch immer weiter entwickeln. Eine Aufwärtsspirale, wenn man so will. Denken wir den Extremfall, dass deren Sonne untergeht und die Atmosphäre ihrer Welt deshalb verbrennt, finden diese Super-Aliens auch dafür eine Lösung.

Der Astrophysiker Adam Frank ist mit seinem Buch “The Light of the Stars” vom Juni 2018 bisher einer der letzten Forscher, die das Thema des “Großen Filters” genauer betrachtet haben. Er führte den Klimawandel als einen weiteren Aspekt an, der allerdings keinesfalls neu ist. Frank beruft sich ausdrücklich auf vorherige Pioniere der Alien-Forschung wie etwa Frank Drake oder Carl Sagen.

Populär brachte Frank vor allem den Klimawandel unserer Erde mit Blick au außerirdische Zivilisationen ins Spiel. Wie es sein Untertitel “Außerirdisch Welten und das Schicksal der Erde” schon verrät, zieht Frank eindeutige Verbindungen zur aktuellen Weltlage und potentiellen Alien-Welten. Denn auch ein Wandel das Klimas kann für die Entwicklung einer Zivilisation auf ihren Planeten ungeahnte und hinderliche Konsequenzen haben. Hier sei die Menschheit “kosmische Teenager”, so Frank.

Verwundern sollte das nicht. Ein Klimawandel, gleich ob von Menschenhand, Alienhand oder natürlich, kann für eine planetar gebundene Zivilisation das Aus bedeuten. Zumindest wird es für die betroffene Spezies weit Wichtigeres geben als groß angelegte Raumfahrt. Durchaus eine Aussage, die man schon heute bei Raumfahrt-Kritikern auf diesem Planeten antrifft.

Wer aber keine oder kaum Energien und Technologien in Raumfahrt & Co. investiert, wird im “Großen Filter” des Kosmos stecken bleiben. Ergebnis mit Blick auf das “Fermi-Paradoxon” wäre, dass diese Zivilisation vor uns verborgen bliebe. Zumindest bis diese vielleicht eines Tages ihren Klimawandel überwunden  oder sich nach einem Ende ihre “kosmischen Teenager-Zivilisation” neu entwickelt hat.

Sind das wirklich Erklärungen?

Jeder einzelne Punkt der Interpretationen des “Fermi-Paradoxon” ist nachvollziehbar und möglich. Und doch erklärt nicht einer davon das Problem des Nicht-Kontaktes und das Schweigen aus dem All wirklich zufriedenstellend.

Auch hier kommt wieder die gewaltige Größe des Weltraum ins Spiel. Niemand kann ernsthaft behaupten, dass alle angeblich so zahllosen außerirdischen Zivilisationen noch zu primitiv sind, sich vernichteten, uns nicht gefunden haben, die Erde ignorieren usw. Auch die Annahme, dass eine Kombination aus allen Punkten für das “Fermi-Paradoxon” verantwortlich ist, ist nicht unbedingt stichhaltig. Zumindest auf den ersten Blick.

Bei Milliarden und Abermilliarden Planeten im All sind die allermeisten unbewohnbare und lebensfeindliche Welten. Planeten deren Klima, Sonnenorbit und zahllose andere damit verbundene Faktoren die Entwicklung einer Zivilisation vollkommen unmöglich machen. Selbst der größte Alien-Fan kann diese Tatsache nicht ignorieren. Zum Glück bleiben aber immer noch genug Welten über, auf denen das sehr wohl möglich war oder ist.

Eine außerirdische Spezies um einen Stern in 10 Millionen oder sogar Milliarden Lichtjahren Entfernung ist für uns unfassbar. Allein den Stern dieser Aliens sehen wir so, wie er vor Millionen oder Milliarden Jahre einmal aussah. Da gab es diese Zivilisation vielleicht noch gar nicht bzw. nicht mehr. Wir haben aber auch Nachbarn im All, die nur einige dutzend oder ein paar hundert Lichtjahre von uns entfernt sind. Warum finden oder besser gesagt hören wir diese nicht?

Da SETI mit Teleskopen seit nunmehr über 50 Jahren das All nach Alien-Signalen vergeblich absucht, kann das nur Folgendes beuten.

Nachbarn im Kosmos und das “Fermi-Paradoxon”

Eine technologische Spezies in unserer Nachbarschaft kann zeitlich und räumlich nicht passend existieren. Wir müssten ihre Signale mit unseren irdischen Radioteleskiepen längst entdeckt haben.

Wären diese Aliens 100 Jahre von uns weg und haben zu dieser Zeit oder auch davor Signale von ihrer Welt in das All abgestrahlt, müssten wir sie längst empfangen haben. Auch unsere irdischen Signale sind bereits Jahrzehnte weit in das all vorgedrungen. Bei einer außerirdischen Zivilisation wäre das nicht anders. Längst hätten wir von diesen kosmischen Nachbarn etwas gehört. Haben wir aber nicht.

Pessimisten und vor allem SETI-Kritiker argumentieren genau so. Demnach wären die Fremden im All einfach viel zu weit weg, als das wir sie finden. Im Prinzip würde das auch das “Fermi-Paradoxon” erklären. Allerdings nur bei oberflächlicher Betrachtung und damit letztlich auch wieder nicht.

Aliens, die nur 100 Jahre von uns weg sind, können sehr wohl unabsichtlich Signale ausgesendet haben, die auch die Erde erreichten. Wir haben sie ganz einfach nicht gehört. Vielleicht da wir auf einer anderen Frequenz gesucht haben. Auch möglich, dass wir überhaupt nicht im passenden Augenblick in deren Richtung lauschten. Immerhin hat SETI dank der rasenden Entwicklung der Technologie heute die Möglichkeit Millionen Frequenzen automatisiert gleichzeitig abzuhören. Das war natürlich nicht immer so.

Raum und Zeit

Bedenken muss man auch Folgendes: Wenn diese Zivilisation bereits seit 1.000 Jahren keine Radiosignale etc. mehr aussendet, da sie vollkommen anderen Technologien entwickelt haben, hören wir sie auch nicht mehr. Sie könnten in 100 Jahren Entfernung leben – uns technologische aber soweit voraus sein, dass wir absolut nichts mehr von ihren hören. Und ein Alien-Signal, dass vor Jahrhunderten unsere Erde erreichte, konnte natürlich auch niemand empfangen.

So kann es in der unmittelbaren Umgebung von uns zwar andere Zivilisationen geben, aber deren Technik können wir heute nicht mehr aufspüren. Existiert deren technologische Gesellschaft schon eine Millionen Jahre, da sie den “Großen Filter” lange überwunden haben, haben wir überhaupt keine Vorstellung mehr, was diese tun und was nicht. Es wäre vermessen anzunehmen, dass alle Alien-Nachbarn Radiosignale zeitlich und räumlich so sendeten, so dass wir sie in den letzten Jahrzehnten auch empfangen konnten.

Und vielleicht sind sie ja schon lange hier und mischen sich nur nicht ein.

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Lars A. Fischinger

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Wo sind die Aliens? Spannende Spekulationen: Forscher stellen neue Wege bei der Suche nach Außerirdischen vor

SETI und die Suche nach Leben im All: Neue Wege bei der Suche nach Außerirdischen? (Bild: NASA/JPL-Caltech / Montage: L. A. Fischinger)
SETI und die Suche nach Leben im All: Neue Wege bei der Suche nach Außerirdischen? (Bild: NASA/JPL-Caltech / Montage: L. A. Fischinger)

In naher Zukunft, da sind sich viele Wissenschaftler einig, werden wir nicht nur einen zweiten bewohnbaren Planeten im All finden (“Erde 2.0″), sondern auch Außerirdische. Obwohl seit Jahrzehnten zum Beispiel durch Radioteleskope nach den Aliens gesucht wird, herrscht bisher Schweigen im Universum. Eine intelligente Alien-Zivilisation könnte aber auch auf andere Weise nachgewiesen werden, als nur durch Radiosignale: Zwei Forscher haben in jüngst die Idee vorgebracht, dass eine außerirdische Zivilisation vielleicht einen Schutzschild gegen kosmische Gefahren im All geschaffen hat, den wir von der Erde aus finden können. Wie so ein “Schutzschild” aussieht, wie wir ihn finden könnten und wieso und wogegen Aliens so was überhaupt bauen würden, soll an dieser Stelle einmal detailliert durchleuchtet werden. Aber auch die Probleme und Chancen, die sich dabei ergeben …

Wo sind die Aliens? Spannende Spekulationen: Forscher stellen neue Wege bei der Suche nach Außerirdischen vor weiterlesen

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Sensationelle Funde der Archäologie auf der Insel Kreta: Vor 130.000 Jahren gab es offenbar bereits Seefahrt im Mittelmeer! +++Artikel+++

Vor 130.000 Jahren gelangten unsere Ahnen auf die Insel Kreta - per Boot (Bild: Google Earth / The Plakias Project / WikiCommons / Montage: L. A. Fischinger)
Vor 130.000 Jahren gelangten unsere Ahnen auf die Insel Kreta – per Boot (Bild: Google Earth / The Plakias Project / WikiCommons / Montage: Fischinger-Online)

Wann begannen Seefahrt, Handel und Besiedlung der Welt wirklich? Das fragen sich nicht nur verschiedene Autoren, die beispielsweise meinen, dass vor vielen Jahrtausenden schon die Ozeane befahren wurden, sondern immer wieder auch Archäologen. Funde aus der Archäologie auf den Mittelleerinseln Kreta und Zypern scheinen nun die Welt der Geschichtsbücher auf den Kopf zu stellen. Archäologen entdeckten dort Spuren einer Besiedlung, die vor rund 130.000 Jahren stattgefunden haben muss. Und diese frühen Siedler konnten nur auf einem Weg gekommen sein: Per Boote über das Mittelmeer. Alle Details über diese spannenden Entdeckungen erfahrt Ihr in diesem Beitrag.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Jedes Schuldkind kennt Christoph Kolumbus, der 1492 Amerika wieder entdeckte. Diese Leistung des frühen Entdeckers ist gerade erst bescheidene 525 Jahre her und damit im Vergleich zu anderen mutmaßlichen Seefahrten gerade erst gestern gewesen.

130.000 vor Christus: Die ersten Seefahrer?

Hypothesen, dass Jahrtausende vor Kolumbus schon die Menschen die Ozeane der Erde befuhren und sogar Handel trieben, sind längst nicht neu. In der grauen Vergangenheit, als der Mensch noch einfach und primitiv die Erde bewohnte, sollen schon Menschen beispielsweise bis Amerika gefahren sein. Aber auch spätere Kulturen wie etwa den Phöniziern, Europäische Kelten oder sogar Ägypten soll dies gelungen sein. Anerkannt ist davon nur die Entdeckung Nordamerikas durch die Wikinger rund 500 Jahre vor Kolumbus.

Was aber Archäologen seit etwa acht Jahren auf der Mittelleerinsel Kreta ausgraben, katapultiert den Beginn der Seefahrt in eine Vorzeit, die kulturgeschichtlich überhaupt nicht greifbar ist. Steinwerkzeuge von Menschen, die aufgrund ihres Alters so eigentlich nicht auf Kreta gehören, da sie zum Teil über 130.000 Jahre alt sein sollen. Damit wären unsere sehr sehr frühen Vorfahren in Booten von Nordafrika (dem heutigen Libyen) aus in dieser phantastisch lange zurück liegenden Zeit über das Mittelmeer bis auf die Insel Kreta gekommen.

Davon sind Wissenschaftler um Dr. Curtis Runnels, Professor für Archäologie von der Boston University und Teamleiter Dr. Thomas Strasser, Assistenz-Professor für Kunstgeschichte am Providence College überzeugt.

Nicht erst vor rund 8.000 Jahren betraten Menschen die Insel Kreta, wie es allgemein bisher angenommen wird, sondern weit über 100.000 Jahre früher. In einer Zeit also, als unsere frühen Vorfahren gerade einmal Afrika als die Wiege der Menschheit (über den Landweg!) verließen und den Planeten eroberten. Und, da sind sich die Forscher sicher, eine Landverbindung zu der Insel Kreta gab es in jener Epoche der Menschheit nicht, so dass nur der Weg über das Meer blieb.

Diese Verbindung mit dem Festland existierte nur vor über drei Millionen Jahren, als von “Menschen” noch keine Rede sein konnte.

Handel und Kolonisierung der Erde vor der Zivilisation

Die an der Südküste Kretas gefundenen Steinwerkzeuge stammen aus der Altsteinzeit und Mittelsteinzeit und beweisen nach Runnels und Strasser eindeutig, dass unsere Geschichtsbücher umgeschrieben werden müssen.

Der Homo erectus, unser Vorfahre (s. Rekonstruktion im Titelbild), war einer jener Ahnen, die Afrika verließen und bis nach Europa gekommen sind. Er verließ jedoch in Gruppen und Wellen den Kontinent und kam so vor rund 1,5 Millionen Jahren erstmals auch nach Europa. Obwohl dem Homo erectus abgesprochen wird jemals zur See gefahren zu sein, glauben Strasser und sein Team, dass die gefunden Steinwerkzeuge wie Faustkeile und Äxte dieses Bild ändern könnten.

Bis dato haben die Wissenschaftler rund 2.100 Steinartefakte in Plakias am Südufer der Insel seit 2008 ausgegraben. Diese müssen auf dem Seeweg entweder von Süden (Afrika) oder Norden (Europa) vor über 130.000 Jahren nach Kreta gelangt sein.

Doch auch am Nordufer der Insel machten die Forscher in entsprechenden geologischen Erdschichten vergleichbare Funde. So erscheint Kreta geradezu als eine Art “Brücke” zwischen Europa und Nordafrika. Vielleicht gab es sogar Handel, wobei verschiedene Besiedlungen zu unterschiedlichen Zeiten dieser Frühzeit wohl wahrscheinlicher sind.

“Riesiges Handelsnetzwerk in der Ägäis”

Immerhin kann man als Vorzeit-Europäer seine Faustkeile und Steinäxte auch selber auf dem Kontinent anfertigen. Man muss diese nicht extra über das Mittelmeer importieren.

Handel über das Meer hat es aber wesentlich später auf Kreta gegeben, so Strasser. Ab etwa 9.000 vor Christus müssen die Bewohner Kretas Obsidian importiert haben, wie es Funde des vulkanischen Glassteins belegen. Dieses kommt nicht auf der Insel vor und könnte von der 100 Kilometer entfernten Insel Milos stammen. Diese 2011 gefundenen Obsidian-Werkzeuge zeigen einen Seehandel vor “nur” 11.000 Jahren im Mittelmeer. Diese belege nach Strasser, “dass die Menschen auf Kreta Teil eines riesigen Handelsnetzwerkes in der Ägäis waren”.

Ob es solchen Handel schon 120.000 Jahre früher gab oder die Insel besiedelt war, sollen auch Pollenanalysen in Zukunft zeigen. Knochen wurden bisher nicht gefunden, was auf den Säuregehalt des Bodens an den Ausgrabungsstätten liegt, in dem sich diese nicht erhalten. Auch möchten die Forscher wissen, ob der Mensch oder sogar ein Vorfahr wie der Homo erectus mitverantwortlich für das Aussterben lokaler Tierraten sein könnte. Auf Kreta lebten so exotische Tiere wie Zwergelefanten oder auch Riesenhirsche.

Doch man muss klar bedenken, dass die erste Auswanderung des Homo erectus aus Afrika und die Steinwerkzeuge von Kreta bei Weitem zeitlich nicht zusammen passen.

Wirklich gleich ein Handelsnetz?

Auch wenn die Funde von importierten Obsidian auf Kreta deutlich auf einen Import des Glasgesteins hindeuten, gehen Dr. Strasser und sein Team noch weiter. Die 130.000 Jahre alten Kreta-Steinwerkzeuge, die das angesehene Fachmagazin “Archaeology” (Vol. 64, Nr. 1/2011) zu den “Top 10 Entdecken 2010” zählt, könnten nicht allein dastehen. Auch ähnliche Funde auf der Insel Zypern, die bereits 1992 gemacht wurden, wollen die Wissenschaftler in diesem Sinne einer Seefahrt in der Altsteinzeit neu bewerten.

In einer Veröffentlichung in dem Magazin “Antiquity” (Issue 350, April 2016) schreiben Strasser, Runnels und Claudio Vita-Finzi (Naturhistorisches Museum, London), dass die 14 Zentimeter lange Kholetria-Ortos Steinaxt, die auf Zypern gefunden wurde, durchaus mit den Fundstücken auf Kreta im Kontext gesehen werden könnte. Doch ob es tatsächlich gleich ein “Handelsnetz” gab, ist doch fraglich. Immerhin ist die kürzeste Strecke zwischen Kreta und dem östlich gelegenen Zypern über das Mittelmeer (heute) rund 550 Kilometer Luftlinie weit.

Aber auch ohne ein ganzes Netz von Urzeit-Händlern im östlichen Mittelmeer sind Besiedelungen vor 130.000 Jahren mit einem primitiven Boot eine Sensation. Eine Sensation, die uns erneut zeigt, dass die Neugier des Menschen tiefe Wurzeln hat …

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Was wäre wenn – wir intelligente Außerirdische finden? Sind die Religionen der Welt auf die Aliens vorbereitet? Oder wir?

Sind die Weltreligionen auf Außerirdische vorbereitet? (Bild: L. A. Fischinger)
Sind die Weltreligionen auf Außerirdische vorbereitet? (Bild: L. A. Fischinger)

Das Thema außerirdisches Leben und Intelligenzen im All fasziniert die etablierte Wissenschaft ebenso wie Hollywood und die Grenzwissenschaft. Aber was sagen eigentlich die Weltreligionen dazu? Was wäre, wenn morgen Aliens entdeckt werden und den “First Contact” Realität wird? Ein überaus spannendes Thema, das immer wieder für heftige Diskussionen sorgt. Aber spannend ist nicht nur, wie Menschen in der “westlichen Welt” reagieren und wie die Menschen in der “dritten Welt”, sondern auch, was die Weltreligionen dann unternehmen werden, sollen, könnten … Spekulationen.

Von Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Seit einigen Jahrzehnten ist die Frage, ob es andere Zivilisationen im Kosmos gibt, auch von der sogenannten “etablierten Wissenschaft” unlängst keine Science-Fiction mehr. Nicht nur irgendwelche Esoteriker, Grenzwissenschaftler oder UFO-Spinner oder ein Herr Erich von Däniken und seine Leserinnen und Leser beschäftigen sich damit, sondern die heutige Kosmologie ebenso.

In der Prä-Astronautik wird dabei ebenso die frage nach dem “Götter-Schock” gestellt, wie in der Soziologie oder Psychologie. Nicht unbedingt dann, wenn wir einen Beweis für die Ancient Aliens finden würden, sondern wenn  sie eines Tages an unsere kosmischen Haustür klingeln. Ist die Menschheit auf einen Kontakt oder noch besser die physische Ankunft von Fremden aus dem All vorbereitet und wie regiert die Bevölkerung unseres Planten auf den ersten Kontakt? Fragen, die auch mich immer wieder in ihren Bann ziehen und die ich bereits an anderen Stellen darlegte.

Doch wie würden die Weltreligionen eigentlich reagieren? Die Frage, wie die Menschheit einen Kontakt hinnimmt, ist mit Sicherheit auch und vor allem mit den Religionen dieses Planeten verbunden. Fast alle Menschen der Erde glauben das ein oder andere, gehören überwiegend einer Kirche oder einer der Weltreligionen an oder haben ihre eigene spirituelle Weltanschauung.

Ich persönlich war und bin schon immer überzeugt, dass die Ankunft der Aliens auch die Welt der Religionen ins Chaos stürzen wird. Unzählige Menschen würden bei diesem globalen Ereignis mit Sicherheit in ihren individuellen Religionen Rat, Tat und Antworten suchen. Chaos und Tod wären ebenso die Folge, wie wirtschaftliche Zusammenbrüche. Dabei ist es bedeutungslos, ob die “westlichen und aufgeklärten Menschen” sich eher mit Außerirdischen abfinden könnten, als jene in anderen Teilen der Erde, deren Tagesgeschäft andere Prioritäten hat, als die Luxus-Beschäftigung mit der Frage nach Aliens im All. Wobei es auch gleichgültig wäre, ob die Außerirdischen nun friedlich hier herkommen – oder aber unseren Planten gewaltsam überfallen: die Menschheit wäre vollkommen überfordert.

Aber bring die Flucht in Religion, Glauben und Gebet etwas? Seien es selbsternannte Sekten, Endzeit-Gruppen oder das Christentum als größte Religion der Welt, wie mögen diese reagieren? Oder wie sollten sie reagieren?

Der persönliche Background zählt – und die Bildung!

Jerusalem: Wie reagieren die Weltregionen auf Außerirdische? (Bild: L. A. Fischinger)
Jerusalem: Wie reagieren die Weltregionen auf Außerirdische? (Bild: L. A. Fischinger)

“Altbackene Weltanschauungen” werfen wir Menschen der Industrienationen sehr gerne vielen anderen Bevölkerungen in anderen Teilen der Welt vor. Wer nicht so “schlau” ist wie wir, nicht Milliarden und Multimilliarden in Wissenschaft, Forschung und Technologien steckt, ist leider allzu leicht im westlichen Auge “unterentwickelt”. Wobei die Frage erlaubt sein darf, wer wohl die Hände über den Kopf zusammenschlagen würde, wenn zum Beispiel ein europäischen Physiker einem Naturvolk in der Serengeti in Tansania erklärt was der “Large Hadron Collider” bei Genf ist, wozu das dient, was es kostet (3 Mrd. Euro) etc. …

Zweifellos hängt die Reaktion der Menschen in aller Welt auf den Beweis für außerirdisches Leben im All (es muss ja nicht nicht gleich die Ankunft sein) auch stark von deren religiösen Weltanschauungen ab. Innerhalb dieser gibt es dann aber noch Unterschiede, da heute zumindest in den Industrienationen die Menschen gerne ihre eigenen Bilder eines Gottes oder Schöpfers formen. Ebenso ist das Bildungsniveau der Menschen ohne Frage einer der wichtigsten Punkte, wie diese Menschen reagieren. So, wie es oben bereit angeklungen ist. Dazu gibt es einige ganz interessante statistische Erhebungen, wie und unter welchen Hintergründen die Bevölkerung zur Frage nach Gott, Außerirdische, einem Schöpfer im Sinne des “Intelligenten Design” usw. steht, die ich an anderer Stelle diskutierte. Auch die Frage nach den Ansichten zu UFOs im Sinne von Aliens spielt dabei eine Rolle.

Sehr interessant ist auch die neue Arbeit des US-Astronomen David Weintraub von der Vanderbilt Universität in Nashville, Tennessee, in diesem Zusammenhang. In seinem Buch “Religions and Extraterrestrial Life” geht er genau diesen Fragen nach: Wo haben die Religionen ihren Platz, wenn Leben außerhalb der Erde gefunden wird?

Weintraub zeigt darin deutlich, auch durch statistische Erhebungen, dass stark davon anhängt, wie, also in welcher Religion, ein Mensch geboren. In Mitteleuropa werden die meisten Menschen in das Christentum hinein geboren. Der Startschuss ist die Taufe als Baby. Wobei die deutsche Statistik zur “Religionszugehörigkeit Deutschland” zeigt, dass inzwischen rund 37 % (= etwa 30 Millionen) der Bevölkerung als konfessionslos gelten. Weit mehr als doppelt so viele wie noch Mitte der 1980er Jahren. Der Kirchen schwinden hierzulande die Mitglieder:

Der früher überwiegend erklärt christliche Westen befindet sich in einer Phase uneinheitlicher weltanschaulicher Entwicklungen. Während beispielsweise in den USA religiöse Rhetorik öffentlich einen zentralen Stellenwert hat und der Gottesglauben allgegenwärtig scheint, ist in vielen westeuropäischen Ländern eine schwindende Bedeutung von Kirchlichkeit und traditioneller Religiosität diagnostizierbar.” (Quelle: Terwey, Michael: “Kirchen weiter auf der Verliererstraße – Inferno und Aberglauben im Aufwind?” 2003)

Das zeigt sich auch in einem für die “Volkskirchen” hierzulande geradezu dramatischen Rückgang der jährlichen Kirchgänge ihrer “Schäfchen”. Der oben “traditionelle Religiosität” genannte Glaube ist auf einem absteigenden Ast, was sich immer wieder bestätigt. In den Industrieländern siegt der Glaube an Wissenschaft und Technik. Etwa ergab eine Befragung, dass nur 8 % in den Kirchen Hoffnungsträger für die Zukunft sehen, aber 62 % sehen dies in der Wissenschaft. Die Zugehörigkeit zu einer Kirche ist demnach oft nur formal auf dem Papier existent.

Aber blicken wir von außerhalb auf den gesamten Planeten, ist das eben nicht so. Während viele Menschen in aller Welt sich ihre eigenes Bild eines Gottes, Schöpfers oder spirituellen Geistes des Kosmos durch die Vermengung verschiedener Ansichten und Religionen zusammen mischen, ist eine “klassische Religiosität” verschiedener Konfessionen weltweit dennoch sehr sehr stark. Und genau hier ist das Problem der Kirchen, wenn Leben außerhalb der Erde nachgewiesen wird. Obwohl sich selbst UFO-Fans in esoterisch-religiösem Wahn wieder umbringen könnten, wäre die Weltbevölkerung mit dieser Entdeckung überfordert. Wer, wenn nicht auch und vor allem die religiösen Führer, müssten hier reagieren? Aber wie – und wollen sie das überhaupt?

Religionen und ihre spirituellen Führer sind nicht blöd. Hoffentlich!

Der Astronomen David Weintraub hat sich für seine Arbeit über Religion und Aliens zwölf Religionen und deren Ansichten genauer angesehen. Interessant finde ich dabei die Umfragen unter den fünf Weltreligionen, die Weintraub bezüglich “gibt es außerirdisches Leben?” in seinem Buch diskutiert.

Ich habe diese Ergebnisse in folgendem Diagramm einmal dargestellt:

Wer glaubt an außerirdisches Leben (Grafik: L. A. Fischinger)
Wer glaubt an außerirdisches Leben? (Grafik: L. A. Fischinger)

Dass nur 32 % der Christen glauben, dass es Außerirdische im Universum gibt, ist schon verwunderlich. Zumal der Vatikan selber mit der Existenz von Aliens kein Problem hätte, wie ich bereits in einem Artikel auf diesem Blog berichtete. Auch der amtierende Papst würde den kosmischen Besuchern nicht die Tür vor der Nase zuschließen, wie er im Frühjahr 2014 erklärte. Wie die katholische Kirche sieht aber auch der Dalai Lama in den Fremden im All “Schwestern und Brüder”. Zumindest sollte man diese so ansehen und behandeln. Und wie der Vatikan sieht auch er in möglichen Außerirdischen Wesen der Schöpfung. Auch sie haben einen “göttlichen Funken”, der alle Wesen verbindet. Gleich wo im All.

Weniger überraschend ist natürlich, dass die mehr als die Hälfte der Atheisten an außerirdisches Leben glaubt. Sind sie also, die beim Nachweis von Aliens am ehesten “die Ruhe bewahren”? Auch hier liegt die Lösung wieder im Detail.

So ist die Verbindung zur Kirche, der Gottes-Glaube und die Religiosität der Christen in den USA eine andere als bei uns in Deutschland. Das Zitat von Michael Terwey weiter oben beschrieb es sehr treffend. Auch ist etwa der Kreationismus und der Glaube an einen “intelligenten Designer” in den USA wesentlich verbreiteter, als in Europa und Deutschland.

Jede der großen Weltreligionen hat in vielen Teilen der Welt unterschiedliche Ausprägungen, Strömungen und Ansichten. Die immer wieder in den Medien auftauchenden Bibelfundamentalisten der christlich-fundamentalen Sekte der “12 Stämme” zum Beispiel sind auch Christen. Auch muslimische Fundamentalisten sind letztlich Muslime. Und auch vollkommen verrückte Esoterik-Sekten sind in den meisten Fällen christlich orientiert. Das zeigt auf, dass kaum ein Oberhaupt einer Kirche beim Nachweis von Leben auf anderen Welten tatsächlich das eine “Machtwort” sprechen kann, dass für alle der Kirche zugehörigen Menschen Gültigkeit haben wird. Wenn die Nachricht vom Nachweis der Aliens um den Globus geht, muss man sich fragen, was es etwa gläubigen Evangelisten-Kirchen in Patagonien interessiert, wenn etwa der Heilige Stuhl in Rom die Entdeckung gebüßt oder die Aliens als Geschöpfe Gottes ansieht? So ein fach ist das nicht getan.

Ich bin sicher, dass ausnahmslos alle Religionen, Sekten und Kirchen durch eine solche fundamentale Entdeckung der Wissenschaft in eine Sinnkrise stürzen werden. Weiter bin ich auch sicher, dass noch viele Statements der Kirchen dazu daran nichts ändern werden und können. Drittens bin ich aber auch sicher, dass in vielen Teilen der Welt die Gläubigen solche Neuigkeiten ignorieren, nicht interpretieren können oder es ihnen ganz einfach egal ist. Es gäbe ja, von einer direkten Ankunft von Außerirdischen auf der Erde einmal abgesehen, keine unmittelbar spürbaren Konsequenzen und Änderungen für die Menschen. Ebenso muss sich diese Neuigkeit erst einmal um die ganze Erde verbreiten, in allen Winkeln des Planeten, und dann muss diese auch als wahr und nicht gelogen angesehen werden. Wer weiß schon, wo überall die Menschen diese News mit einem Handstreich und einem “ja, ja” ignorieren würden?

E-Mail von Gott - Wo ist die Botschaft der Außerirdischen? (Bild: NASA/ESA/Hubble Heritage Team/STScI/AURA / L. A. Fischinger)
ARTIKEL: E-Mail von Gott – Wo ist die Botschaft der Außerirdischen? (Bild: NASA/ESA/Hubble Heritage Team/STScI/AURA / L. A. Fischinger)

Verstehen diese Menschen aber die gewaltige Tragweite der Entdeckung mit Blick auf ihren Glauben, dann könnte es wieder anders aussehen. Das würde allein schon bei der katholischen Lehre  zur “Erbsünde” und “Erlösung durch Jesus” beginnen: Müssen und wurden die Aliens auch erlöst …?

Die “Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland” veröffentlichte 2013 ein Papier zur Frage, ob es intelligente Außerirdische gibt und wenn, wie man diese finden könne. Darin schreibt Gerhard Vollmer:

Die Entdeckung außerirdischen Lebens würde unser Weltbild sehr verändern. Betrachtet man das Weltgeschehen als eine Folge von Evolutionen, so gibt es zwei Phasen, an denen unser Wissen besonders lückenhaft ist: die Entstehung des Lebens und die Entstehung des Bewusstseins. Beide kennen wir nur von einem einzigen Fall: das Leben nur auf der Erde, das Bewusstsein sogar nur bei höheren Tieren und natürlich bei Menschen. (…) Finden wir jedoch irgendwo eine zweite Form von Leben, die unabhängig vom Leben auf der Erde entstanden ist, so haben wir guten Grund zu der Annahme, dass Leben leicht entsteht und in unserem Universum noch oft vorkommt.

Wenn wir nun nicht nur außerirdisches Leben, sondern sogar außerirdische Intelligenz fänden, so würde sich nicht nur unser Weltbild, sondern auch und vor allem unser Menschenbild verändern.“

Das ist richtig. Aber: es würde eben nicht das Weltbild aller individuellen Menschen sehr verändern. Verändern würde es aber natürlich der Blick auf die Menschheit im All an sich enorm. Mit bisher ungeahnten Konsequenzen von Religion bis Ethik.

Der Frage nach den UFOs als Beleg für Intelligenzen aus dem All geht der Autor Vollmer in seinem Papier übrigens auch in einem winzigen Absatz nach. Darin nennt er UFO-Berichte sogar “Berichte von Psychopathen” und natürlich das Werk “geschäftstüchtiger Autoren” Er ist sicher, “dass uns bisher keine besucht haben – das wissen wir zuverlässig”! Zuverlässig weiß das übrigens auch unsere Regierung in Berlin, die auf mehrere offizielle Partei-Anfragen rund um die Themen “Außerirdische”, deren Suche danach und sogar “was tun bei UFO-Landungen?” im Bundestag durchweg negative Erklärungen abgab. Man wisse nichts davon und sehe auch keine Veranlassung sich auf irgendwas in diese Richtung vorzubereiten, wie ich es in meinem Buch “Verbotene Geschichte” darlegte.

Das wird passieren und das wird man sich fragen. Resümee

Ich bin sicher, dass es intelligente Außerirdische in Massen im Universum gibt. Viel ältere Zivilisationen ebenso wie technologische Neulinge und “Steinzeit-Aliens”. Ich bin auch sicher, dass sie bereits hier waren, wie es die Idee der Prä-Astronautik ja seit Jahrzehnten sagt. Vielleicht finden wir ja sogar eines Tages einen Beweis für die Astronauten der Vorzeit, den diese mit Absicht hier ließen, wie ich es in dem Artikel “E-Mail von Gott: Die Suche nach einer Botschaft der Ancient Aliens” vor exakt einem Jahr ausführte. Aber da müssen wir uns noch gedulden.

Wird nun die unzweifelhafte Entdeckung von intelligentem Leben außerhalb der Erde bekannt gegeben, gibt es abschließend folgende Schlusspunkte zu ziehen. Was würde passieren und welche Konsequenzen würden sich ergeben?

Die 10 wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  1. Praktisch alle Religionen des Planeten müssten die Existenz dieser Wesen in ihre Lehren einbauen. Wenn es ihnen denn überhaupt möglich sein wird!
  2. Sie müssten ihren “Schäfchen” erklären, wie diese Aliens in Bezug zu Gott oder dem Schöpfer stehen.
  3. In vielen Teilen der Erde würden religiöse Konflikte und Kriege ausbrechen.
  4. Viele Menschen in aller Welt würden in ihrer Sinnkrise Selbstmord begehen, da ihr individuelles Weltbild ad absurdum geführt wurde.
  5. Die Menschheit als ganzes müsste sich überlegen, wer (und ob) eigentlich der Sprecher des Planeten sein wird.
  6. Weltweit werden den Religionen und Kirchen die Gläubigen davon laufen.
  7. Sekten jeglicher Art werden gewaltig boomen.
  8. Damit einher wird auch der Terrorismus boomen.
  9. Die Menschheit wird sich die Fragen stellen, ob man hier eine potentielle Gefahr für unseren Planeten aufgespürt hat, da alles Fremde erst einmal böse, schlecht und feindlich ist. Das lehrt uns die Geschichte der menschlichen Natur.
  10. Die Weltwirtschaft wird zusammenbrechen.

Das sind, keine Frage, nicht gerade nette Aussichten. Auch wenn selbstverständlich zahllose Menschen kühl im Sinne von “ich hab es doch gewusst!” reagieren würden. Ganz anders wären die zehn Punkte oben aber dann, wenn plötzlich die Außerirdischen vollkommen real hier an der Erde ankommen.

Da müsste man meiner Meinung nach diese zehn Punkte nehmen und um ein Vielfaches potenzieren …

Ich danke Euch, Euer Jäger des Phantastischen

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