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Der 10.000 Jahre alte „Mondkalender von Warren Field“ in Schottland: Wirklich der älteste Kalender der Welt?

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Der 10.000 Jahre alte Kalender von Warren Field in Schottland: wirklich der älteste Kalender der Welt? (Bilder: V. Gaffney / Montage: Fischinger-Online)
Der 10.000 Jahre alte Kalender von Warren Field in Schottland: wirklich der älteste Kalender der Welt? (Bilder: V. Gaffney / Montage: Fischinger-Online)

Wann haben unsere Vorfahren wo den ersten Kalender der Menschheit erfunden oder sogar gebaut? Und wofür diente dieser dann unseren Ahnen? Diese Frage ist bis heute nicht eindeutig beantwortet. Es gibt jedoch Kandidaten, die als erste Mondkalender der Welt angesehen werden. Einer davon liegt in Schottland und wurde nach seiner Entdeckung 2004 auf ein Alter von 10.000 Jahre datiert. Wozu dieser Kalender von Warren Field aber genau diente ist unklar. Ebenso, ob die archäologische Stätte tatsächlich der erste Kalender der frühzeitlichen Kultur war. Andere Funde sind bis zu 30.000 Jahre alt und werden unter anderem auch als Mondkalender gedeutet. Wo und warum nahm also die „Zeitrechnung“ ihren Anfang? Eine bis dato noch immer ungeklärte Frage, wie Ihr in diesem Artikel erfahrt.


Wann begann die Zeitrechnung?

Wann begannen unsere Vorfahren die Zeit zu messen und zu erfassen? Und wann wurden die ersten Kalender zur exakten Bestimmung von zeitlichen Abläufen und Zyklen von den Menschen geschaffen?

So einfach wie diese Fragen auch sind, so schwer lassen diese sich eindeutig beantworten. Denn periodische Abläufe der Natur und der Umwelt haben unsere Ahnen sicher schon vor zehntausenden von Jahren beobachtet und auch gekannt. Beobachtungen der Natur, der Sonne und des Mondes sowie der Sterne am Firmament zeigten schon den frühesten Jäger und Sammlern sehr schnell, dass hier regelmäßige Zyklen ablaufen.

Dass die Jahreszeiten immer wieder kommen und gehen, entging auch den primitivsten Vorfahren nicht. Ebenso wenig wie die Bahnen der Sonne und des Mondes. Irgendwann aber begannen unsere Vorfahren damit diese wiederkehrenden Abläufe festzuhalten und aufzuzeichnen. Der Kalender war geboren.

Weshalb genau sie das taten, ist unklar. Warum sie vor Jahrtausenden auch Bauwerke errichteten, die verschiedene Kalenderdaten enthalten, ist ebenso unbekannt. Die einfachste Erklärung ist die, dass die Menschen damit einen „Kalender für die Landwirtschaft“ – für Aussaat und Ernte – schaffen wollten. Oder, dass sie in „kultischen Handlungen“ Sonne und Mond damit verehrten als eine Art frühe Form von Religion.

Solche Interpretationen der Archäologie sind zumindest teilweise falsch. Und zwar deshalb, da die Menschen der Vorzeit derartige „Kalenderbauten“ schon errichteten, als diese noch überhaupt keine Landwirtschaft betrieben. Eher waren es „Kultbauten“ für Jäger und Sammler, die damit die Himmelkörper verehrten.  Spirituelle Zentren, die den Eingeweihten Vorhersagen über die Abläufe des Jahres erlaubten. Damit fraglos auch Zentren der Macht einer Elite.

Der älteste Mondkalender der Menschheit?

Als eine der ältesten Kalender der Menschheit überhaupt gilt eine unscheinbare archäologische Stätte in Schottland. Warren Field nahe Crathes Castle in der Grafschaft Aberdeenshire (s. a. HIER & Video HIER). Hier entdeckten Archäologen der „Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Scotland“ 2004 auf Luftbildaufnahmen eine im Erdreich verborgene Anlage. Daraufhin grub der Archäologe Vincent Gaffney mit seinem Team die aus der Luft gesichteten Überreste auszugraben und zu dokumentieren.

Bei dem Fund handelte es sich um 12 tiefe Löcher oder Gruben von unterschiedlicher Größe. Sie erstrecken sich in einem leichten Bogen über eine Gesamtlänge von rund 50 Metern, wobei die größten Vertiefungen in der Mitte liegen. Schnell ergab die Datierung der Ausgrabung, dass der Fund 10.000 Jahre alt ist. Ein durchaus enormes Alter für eine Anlage, die scheinbar nur aus sinnlosen Löchern in der Erde besteht.

Den Sinn und Zweck der Vertiefungen verstanden die Forscher zuerst nicht. Bis Gaffney die These formulierte, dass dies ein uralter Mondkalender sein könnte. Die 12 entdeckten Gruben würden damit den 12 Zyklen des Mondes entsprechen, so seine Überlegung. Und da die größten Gruben in der Mitte des mutmaßlichen Kalenders liegen, symbolisieren alle Löcher in Reihe betrachtet den zunehmenden bzw. abnehmenden Mond.

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Auch eine „Linie“ innerhalb der Ansammlung der Löcher steht damit im Zusammenhang, so Gaffney. Sie ist auf den Sonnenaufgang der Wintersonnenwende hin ausgerichtet und dienten den Baumeistern als eine Korrektur. Da ein Jahr rund 11 Tage länger als 12 Mondzyklen ist, habe man mit Hilfe dieser Peillinie während der Wintersonnenwende den Kalender „resetet“.

Die Ausgrabungen und Thesen von Gaffney sind überaus interessant. Mit einem Alter von 10.000 Jahren wäre die Anlage von Warren Field etwa doppelt so alte wie Stonehenge in Südengland. Jener legendäre „Kalender der Steinzeit“, der als ein Paradebeispiel entsprechender Bauten gilt. Vergleichen kann man Warren Field und Stonehenge allerdings nur bedingt. Allein die Unterschiede in der Architektur zeigend das überdeutlich. Sofern man bei Warren Field überhaupt von Architektur sprechen kann.

Auch ein Vergleich mit dem rund 7.000 Jahre alten Sonnenobservatorium von Goseck in Sachen-Anhalt (s. Video HIER) hält der Kalender in Schottland nicht stand. Und doch zeigt Warren Field sehr überzeugend, dass bereits um 8.000 vor Christus dort Menschen die Zeit in einem Bauwerk messen wollten. Warum ist auch hier unklar. Landwirtschaft hat es nach der gängigen Geschichtsschreibung in jener fernen Vergangenheit in diesem Gebiet nicht gegeben. Deshalb kann auch ihr Entdecker Gaffney über den Sinn nur spekulieren.

„Kultische Zwecke“, die in der Verehrung des Mondes wurzelten, können der Grund sein. Vielleicht verbunden mit einem spirituellen Treffpunkt der damaligen Menschen. Oder einen reinen gesellschaftlichen Nutzen für die Jäger und Sammler, um dadurch zu bestimmten Zeiten zu Versammlungen zu kommen.

30.000 Jahre alte Kalender der Steinzeit?

Wobei man sich bei der letzteren Idee fragen muss, warum die weit verstreut lebenden Menschen sich zu bestimmten „Mond-Zeiten“ genau an diesem Ort einfanden, an dem sie erst die entsprechende Zeit ablesen konnten. Und ein Blick auf den beispielsweise zunehmenden Mond weit von Warren Field entfernt zeigt ja, dass es „Zeit wird“. Umgekehrt also: Warum dann am Treffpunkt noch einen Kalender anlegen? Unwahrscheinlich ist es auch, dass die vorzeitlichen Bewohner Schottlands vor 10.000 Jahren mal eben zu ihrem Mondkalender liefen, „um auf die Uhr zu sehen“. Ein Blick in den Nachthimmel reicht.

Ob Warren Field aber wirklich der älteste Kalender der Welt ist, ist ebenso unklar. Wie in diesem Blog-Artikel HIER umfangreich dargelegt, gibt es bis zu 30.000 Jahre alte Fundstücke, die als Vorzeit-Kalender interpretiert werden. Zum Beispiel ein gravierter Knochen, der 1950 entdeckt wurde und ca. 20.000 Jahre alt ist. Die dort zu sehenden Einkerbungen werden als Mondkalender interpretiert. Gleiches gilt für ein nur 5 Zentimeter kleine Knochenstück aus Dordogne in Frankreich, das vor 30.000 Jahren jemand mit 69 Zeichen gravierte. Auch das ein Mondkalender, so einige Thesen.

Solche und ähnlich uralte Objekte der frühen Steinzeit könnten in Wahrheit die ersten Kalender der Menschheit sein. Anders als Warren Field wären diese unabhängig von einem festen Ort oder Kultplatz. Jeder frühe Steinzeitmensch konnte sie mit sich führen. Kritiker der Interpretation, dass hier Mondzyklen vor zehntausenden von Jahren eingekerbt wurden, eher „einen Fall von Wunschdenken“. So zum Beispiel Francesco D’Errico in „Current Anthropology“ (Nr. 1/1989). Andere deuten diese Gravuren schlicht als frühzeitliche Kunst oder Verzierungen.

Der wissenschaftlich eindeutige Beweis für einen ersten Kalender der Menschheit steht also noch aus. Dass Warren Field zumindest einer der ersten Mondkalender der Menschheit ist, ist jedoch sehr wahrscheinlich. So lange bis noch ältere Stätten oder Artefakte eindeutig als „erster Kalender der Menschheit“ identifiziert werden.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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„Nessie-Kadaver“ am Strand gefunden? Seltsame Kreatur in Schottland angespült +++ Video +++

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VIDEO: "Nessie-Kadaver" am Strand? Seltsame Kreatur in Schottland angespült (Bild: Facebook/Fubar News)
VIDEO: „Nessie-Kadaver“ am Strand? Seltsame Kreatur in Schottland angespült (Bild: Facebook/Fubar News)

Nessie„, das Ungeheuer von Loch Ness in Schottland, gilt als ein klassisches Thema der Boulevardmedien und des „Sommerlochs„. Doch auch aktuell macht „Nessie“ in de Medien von sich Reden. Denn nach einem Sturm – bei uns als „Sabine“ bekannt – soll  kürzlich am Strand von Aberdeen an der Nodostküste von Schottland ein seltsamer Kadaver eines Tieres angespült worden sein. Direkt nach der Veröffentlichung eines Fotos des Kadavers im Netz folgten die Diskussionen und Spekulationen dazu. Umgehend wurde „Nessie“ aus dem Loch Ness hierbei ins Spiel gebracht. Wovon also stammen diese Überreste? Nur ein Fake? Die Lösung ist erstaunlicher, als es auf den ersten Blick den Anscheint hat, wie Ihr in diesem Video auf YouTube erfahrt.


Ein Kadaver von „Nessie“?

Ein reines Märchen über die Presse ist das sogenannte Sommerloch. Auch bekannt als Saure Gurken-Zeit. Nach diesem Märchen sollen eben zu genau solchen Zeiten die Medien verstärkt auf „alternative Themen“ zurückgreifen, über die sie sonst nicht berichten.

Dazu gehört der Klassiker „Nessie“, auch bekannt als das Ungeheuer von Loch Ness. Jenes seltsame Biest, das in dem See Loch Ness in Schottland leben soll.

Ein Thema aus der Kryptozoologie, das schon Generationen von Forschern begeisterte.

Doch jetzt, Mitten im Winter, ist „Nessie“ Thema in den Medien. In Schottland soll unweit des Ortes Aberdeen an der Nordostküste ein seltsamer Kadaver angespült worden sein. Die Überreste eines mutmaßlich unbekannten Lebewesens, das jener Orkan, der bei uns unter den Namen „Sabine“ wütete, angespült habe. Wiedereinmal „Strandgut“ der besonderen Art.

Soft nach der Veröffentlichung des Fotos im Netz folgten Diskussionen und Spekulationen um diesen Kadaver von Aberdeen. Umgehend wurde „Nessie“ aus dem Loch Ness hierbei ins Spiel gebracht. Wovon also stammt dieser rätselhafte Überrest am Stand? Ist das Bild nur ein Fake?

Die Lösung ist erstaunlicher, als es auf den ersten Blick den Anscheint hat, wie Ihr in diesem Video auf YouTube erfahrt.

Bleibt neugierig …

Video vom 14. Feb. 2020 auf Fischinger-Online

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Fund mit dem Metalldetektor: Streit um den Wikingerschatz von Schottland: Die Kirche möchte ihren Anteil und klagt

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Streit um den Wikingerschatz von Schottland: Die Kirche möchte ihren Anteil und klagt (Bilder: D. McLennan & M. McSweeney / visitgreenland.com / Montage: Fischinger-Online)
Streit um den Wikingerschatz von Schottland: Die Kirche möchte ihren Anteil und klagt (Bilder: D. McLennan & M. McSweeney / visitgreenland.com / Montage: Fischinger-Online)

Tagtäglich sind irgendwo Menschen mit Metalldetektoren unterwegs, um auf Felder, Äckern und Wiesen nach „verborgenen Schätzen“ zu suchen. Sogenannte Sondengänger. Die einen finden rostige Nägel von Weidezäunen, andere mehr oder weniger wertvolle Münzen der jüngeren Vergangenheit und wieder andere tatsächlich wahre Schätze. So geschehen im September 2014 in Schottland, wo der der Sondengänger Derek McLennan einen Wikingerschatz im Welt von über 2 Millionen Euro mit seinem Detektor fand. „Ein äußerst bedeutender Fund“, wie der als „Hort von Galloway“ bekannt gewordene Schatz der Wikinger von Experten bewertet wurde. Doch jetzt ist genau um diesen Schatz eine Streit entflammt. Denn mit dem Finder einst befreundete Mitglieder der Kirche von Schottland möchten ihren Teil des Geldes, der damals angeblich abgesprochen war. Ein Fall für die Gerichte. Details und Hintergründe dazu erfahrt Ihr hier.


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Hobby: „Schatzsucher“

Es wohl der heimliche Traum jedes Sondengängers – einen vergrabenen Schatz finden. Jene Menschen, die mit Metalldetektoren in vielen Teilen der Welt in ihrer Freizeit hinausgehen, um dem Erdreich allerlei Metallobjekte zu entlocken.

Die meisten Funde sind hierbei unspektakulär und keine wirklichen Schätze im klassischen Sinn. Außer für die Sondengänger selber, die sich über jedes ausgegrabene Objekt freuen. Voller Freude werden diese gerne innerhalb der gut vernetzten Sondengänger-Szene präsentiert. Zum Beispiel in Videos auf YouTube, bei denen der neugierige Zuschauer quasi „live“ an der Suche teilhaben kann, oder in entsprechenden Foren.

Wenn vielfach auch nur rostige Metallstücke, Alufolie oder alte Nägel von Weidezäunen gefunden werden, steckt der Boden voller Spuren der Vergangenheit. Für die einen ist es ein Hobby, diese Artefakte ans Tageslicht zu holen. Für Archäologen oder Historiker oftmals ein Ärgernis, da ihnen durch „private Schatzsucher“ fraglos die ein oder andere spannende Entdeckung vorenthalten wird. Das spektakulärste Beispiel ist sicher die „Himmelsscheibe von Nebra“, von der auf Fischinger-Online unter anderem in diesen Videos HIER und HIER berichtet wird.

Es müssen teilweise bestimmte Voraussetzungen, „Schulungen“ oder sogar Genehmigungen für dieses Hobby vorliegen. In Deutschland sind diese von Bundesland zu Bundesland nicht ein einheitlich regelt. Auch nicht was den finanziellen Aspekt von eventuell gefunden „Schätzen“ anbelangt. Sprich: Wer darf was behalten, wer bekommt von wem Geld und wie viel? In den einzelnen Staaten ist natürlich wiederum anders geregelt, als innerhalb der Länder Deutschlands. Und fraglos sind die allermeisten Sondengänger ehrlich und melden ihre Funde. Keine Raubgräber.

Werden rostige Nägel in einer Wiese oder von einem Landwirt auf einem Feldweg „vergrabenes“ Blei von einem Scheunendach ausgebuddelt, ist das kein Problem. Was aber – wenn in dem Haufen ausgegrabener Erde etwas Wertvolles schlummert?

Genau das war in Schottland der Fall.

Schatz der Wikinger

Im Jahr 2014 fand Derek McLennan auf einem Feld unweit von Dumfriesshire im Südwesten Schottlands mit dem Metalldetektor einen Schatz der Wikinger. Verborgen in rund einen Meter Tiefe. Mehr als 100 Objekte aus dem frühen 10. Jahrhundert nach Christus, die als einer der bedeutendsten Wikingerschätze von Großbritannien angesehen wird.

Die Artefakte stammen ursprünglich aus den verschiedensten Gebieten und wurden hier in Schottland als ein Schatz verborgen. Zu einer Zeit als die Wikinger bereits zumindest teilweise christlich waren, worauf ein unter den Objekten geborgenes Silberkreuz hindeutet.

Derek McLennan war mit einem Schlag reich, denn er verkaufte den Schatz an verschiedene Museen in Schottland. Umgerechnet erhielt er dafür ca. 2,2 Millionen Euro.

In den Medien sorgte der als „Hort von Galloway“ bekannt gewordene Fund damals international für Schlagzeilen. Allein der Materialwert des Wikingerschatzes wurde auf mehrere 100.000 Euro beziffert. „Als ich das erste Stück gefunden hatte, wusste ich zuerst nicht, was es war“, erzählte der Finder Derek McLennan am 12.Oktober 2014 der „BBC“. Stuart Campbell vom Schottischen Nationalmuseum war vor fünf Jahren nicht minder begeistert über die Entdeckung des Sondengängers:

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Dies ist ein äußerst bedeutender Fund, der in Bezug auf die Materialvielfalt, die dieser Hort darstellt, in Schottland noch nie zuvor aufgefunden wurde.

Es gibt Material aus Irland, aus Skandinavien, aus verschiedenen Orten in Mitteleuropa und vielleicht aus mehreren Jahrhunderten.

Es hat also einige Anstrengungen gekostet, bis sich Einzelpersonen versammelt haben.“

Damit hätte McLennan mit seinem Fund mehr als zufrieden sein können. Wenn nicht jetzt die Kirche von Schottland den Schatzsucher verklagen würde. Ihr gehört das Grundstück, auf dem damals der Wikingerschatz entdeckt und ausgegraben wurde. Darum möchte sie jetzt ihr Stück vom Kuchen abhaben, wie aktuell verschiedene Medien berichten.

Die Kirche möchte ihren Anteil

Wie in Deutschland auch, so ist es in Großbritannien nicht einheitlich geregelt, wem das Geld für einen solchen Schatz zusteht. In Schottland steht es gesetzlich nur dem eigentlichen Entdecker zu. In anderen Teilen Großbritanniens wiederum hat auch der Besitzer des Landes oder Grundstücks Anspruch darauf.

Zwar könnte man meinen, dass der Fall in Schottland damit eindeutig ist, doch nicht für die Kirche. Den Berichten nach habe es damals eine Abmachung zwischen dem Finder und der Kirche gegeben, dass auch sie am finanziellen Gewinn beteiligt werden solle:

Meines Erachtens gab es immer eine Vereinbarung, dass das Geld mit der Kirche geteilt wird. Die Kirche hat eng mit dem Finder zusammengearbeitet und einen gerechten Anteil ihres Wertes vereinbart.“

Mit diesen Worten zitierte die „Sunday Post“ am 15. September Pastor David Bartholomew von Castle Douglas. „Derek war mein Freund und es ist traurig, dass es dazu gekommen ist“, so der Geistliche gegenüber der Zeitung.

Weiter berichtet er, dass er mehr als überrascht sei, dass McLennan seinen „Deal zurücknehmen würde“, und allein das Geld behalten wolle. Immerhin sei Bartholomew sogar ein „Mitstreiter“ des Sondengängers und auch beim Fund dabei gewesen. Ebenso habe Mike Smith, Pastor einer Elim-Pfingstkirche in Galloway, sie an diesem Tag begleitet. Über ein Jahr lang habe damals McLennan mit seinen Metalldetektor das Gebiet abgesucht. Außerdem sollte das Geld „in erster Linie für das Wohl der örtlichen Gemeinde verwendet werden“, wie damals abgesprochen worden sein soll.

„Sache des Gerichts“

Weder auf E-Mails noch auf persönliche Besuche habe McLennan in der Zeit nach dem Schatzfund reagiert, so Bartholomew. Obwohl „die Kirche nicht vor Gericht gehen“ wollte, gäbe es jetzt keinen anderen Weg mehr. „Es gibt eine ungeschriebene Regel“, dass Funde mit dem Grundbesitzern geteilt werden. Juristen sollen dies nun regeln, so die schottische Kirche:

Es kann bestätigt werden, dass die General Trustees der Church of Scotland eine Klage gegen Derek McLennan erhoben haben. Da dies jetzt Sache des Gerichts ist, wäre es für uns unangemessen, zu diesem Zeitpunkt weitere Kommentare abzugeben.“

Derek McLennan selber schweigt bisher dazu.

Interessant ist aber, dass der Sondengänger offensichtlich ein Glückspilz. In den damaligen Zeitungsberichten über den Fund wurde er meist als „armer Rentner“ dargestellt, der einfach riesen Glück hatte. In Wahrheit jedoch hatte er bereits kurz zuvor einen Schatz in diesem Gebiet gefunden. Einige Monate vor der Entdeckung des Wikingerschatzes schlug hier bereits sein Detektor an und er fand hunderte Münzen aus dem Mittelalter im Erdreich.

Auch ein Blick auf seine Internetseite verrät, dass er alles andere als ein Laie in der „Metalldetektor-Szene“ ist, der vielleicht mal einen krummen Nagel ausgräbt, eine Münze findet oder eine Gewehrpatrone an der Oberfläche findet.

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Lars A. Fischinger

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„Panne“ in der Archäologie: Ein angeblich 3.000 Jahre alter Steinkreis in Schottland ist nur rund 20 Jahre alt (+ Videos)

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Panne in der Archäologie: Ein angeblich 3.000 Jahre alter Steinkreis in Schottland ist nur rund 20 Jahre alt (Bild: Twitter/Aberdeenshire)
Panne in der Archäologie: Dieser angeblich 3.000 Jahre alter Steinkreis in Schottland ist nur rund 20 Jahre alt (Bild: Twitter/Aberdeenshire)

Megalithanlagen wie Steinkreise, Dolmen, Menhire und andere monumentale Bauten aus der Urzeit der Menschheit ziehen viele Menschen in ihren Bann. Tonnenschwere Monolithen, die von Steinzeitmenschen zu noch immer rätselhaften Zwecken in vielen teilen der Welt errichtet wurden, wobei die sogenannten Megalithiker (Megalithkultur) in Europa besonders aktiv waren. Zum Beispiel auf den Britischen Inseln. Jetzt haben sich Archäologen bei einem Steinkreis in Schottland (kurzzeitig) in einen besonders groben „Schnitzer“ erlaubt. Ein auf rund 3.000 Jahre geschätzter Steinkreis in Aberdeenshire stammt in Wahrheit aus den 1990ger Jahren und ist erst rund 20 – 25 Jahre alt! Wie es zu diesem archäologischen „Flop“ kam, wie er aufgelöst wurde und warum man die Sache positiv sieht, lest Ihr hier.


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Megalithiker, Mythen und Monolithen

Im gesamten Gebiet von Nord-West-Europa finden sich Jahrtausende alte Spuren einer lange vergessenen Welt. Zum Teil gewaltige Steine, die vor tausenden von Jahren von uns vollkommen fremden Menschen errichtet wurden, und die Forscher wie Laien bis heute vor zahllose Rätsel stellen. Überall errichteten sie Steinkreise, Hünengräber, Dolme oder einfach nur einzeln aufgerichtete Riesen-Steine (Menhire).

Solche Bauten finden sich in vielen Teilen der Welt und ähneln sich dabei zum Teil sehr. Ein weiterer Grund, warum diese teilweise 5.000, 7.000 und mehr Jahre alten Bauwerke der Megalithkultur – wie sie in Europa genannt wird – bei Archäologen unzählige Frage aufwerfen. Schriftliche Hinterlassenschaften der Erbauer existieren nicht. Ein einheitliches Volk, das über Jahrtausende hinweg solche Monumente der Steinzeit schuf, gab es nicht.

Zu welchem Zweck?

Auch einen Sinn und Nutzen lässt sich bei unzähligen dieser Werke nicht oder nicht immer erkennen.

Vor allen in den weltweit zu findenden Steinkreisen sehen die Forscher aber einen Sinn und Zweck. Also genaue jene Bauten, die eben vor allem aus Europa bekannt sind. Hier lassen sich astronomische Bezüge und Beobachtungspunkte nachweisen, was darauf hinweist, dass sie zumindest irgendwas mit dem Himmel/Firmament/Sternen zu tun hatten. „Kultbauten“, wie es die Forschung lapidar sagt. Ohne aber den eigentlich Kult dahinter wirklich erklären oder verstehen zu können.

Hünengräber und Dome sind nachweislich in weiten Teilen Grabanlagen gewesen. In grauer Vorzeit fanden hier Bestattungen statt, die Archäologen immer wieder ausgegraben haben. Warum solche Anlagen aber von Schottland über ganz Europa und den Nahen Osten bis nach Fernost und sogar Nordamerika erbaut wurden, wissen sie nicht.

Hundetausende große und kleine Steinkreise erbauten die frühen Europäer in der Steinzeit. Von diesen ist heute nur noch ein Bruchteil wirklich erhalten geblieben. Jahrtausende der Landwirtschaft, der Landgewinnung, der wilden Natur und 2.000 Jahre Christentum haben eine Vielzahl solcher Steinzeit-Bauten vernichtet. So erging es sämtlichen Megalithanlagen in Europa und nicht nur Steinkreisen.

Steinkreise in Nord-Schottland

Trotzdem haben sich einige davon bis heute erhalten. So auch im rauen Schottland, wo noch immer dieses Erbe der Giganten zu finden ist. Selbst auf den kargen und von Wind und Wetter gepeitschten Orkney-Inseln im hohen Norden vor der Küste Schottlands sind sie zu entdecken. Auch hier haben Menschen vor über 5.000 Jahren Megalithanlagen errichtet und Steinkreise aus gewaltigen Steinen erbaut. Zum Beispiel den Steinkreis „Ring of Brodgar“ (um 2700 v. Chr.) sowie noch ältere Bauten.

Unter der Bezeichnung „Das Herz des neoliothischen Orkney“ wurden diese Monumente 1999 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Das zeigt eindrücklich, dass selbst die wilden und einsamen schottischen Orkney-Inseln von der europäischen Megalithkultur besiedelt oder beeinflusst war.

Demnach ist es auch nicht verwunderlich, dass auf dem Festland der Britischen Inseln unzählige uralte Megalithanlagen zu finden sind. Nicht nur das Touristenziel Stonehenge im Süden Großbritanniens. So finden Forscher auch immer wieder dort Spuren dieser „Kathedralen der Steinzeit“, die ihnen zuvor entgangen waren.

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Der Steinkreis von Aberdeenshire: Eine Fälschung

Vor diesen Hintergründen muss man das sehen, was aktuell aus dem Ort Leochel-Cushnie in Aberdeenshire im Nordosten von Schottland berichtet wird. Denn dort wurde ein Steinkreis aus der Steinzeit mal eben an die 3.000 Jahre jünger datiert, als es die Experten zuvor annahmen. In Wahrheit haben nicht die rätselhaften Megalithkultur diese Anlage geschaffen, sondern ein lokaler Landwirt in den 1990ger Jahren.

Ereignet hat sich das übrigens nicht weit von dem „Europäischem Nazca“ in Schottland, wo mutmaßlich bisher unbekannte „Bodenzeichnungen“ existieren, wie ich es in diesem Video HIER Anfang 2018 berichtet habe.

Laut „BBC“ am 21. Januar 2018 hat Adam Welfare vom schottischen „Historic Environment“ und des „Aberdeenshire Council’s Archaeology Service“ den Steinkreis ursprünglich als „echt“ und damit Jahrtausende alt angesehen:

Eine Untersuchung der Stätte in der Gemeinde Leochel-Cushnie ergab, dass die Steine etwa 20 Jahre alt waren. Ursprünglich wurde angenommen, dass dort ein Steinkreis liegt.

So die „BBC“ weiter. Dass jetzt der Steinkreis aus der Steinzeit in die Moderne undatiert wurde, „löste bei den Fachleuten Begeisterung aus“, heißt es dazu. Bei den neueren Untersuchungen der Steinanlage habe sich schließlich der ehemalige Besitzer des Landes gemeldet, auf dem der Kreis liegt. Ein Landwirt gab an, dass er selber den Kreis aus Monolithen Mitte der 1990er Jahre aufgestellt habe.

Nicht Jahrtausende sondern Jahrzehnte alt

In der offiziellen Meldung des „Aberdeenshire Council’s Archaeology Service“ hieß es dazu:

Was als ein neu identifizierter Steinkreis angesehen wurde, der Tausende von Jahren alt war, erwies sich nach weiteren Untersuchungen als nur wenige Jahrzehnte alte Nachbildung.

Die Archäologen waren anfangs sehr erfreut über die Aufnahme eines weiteren Steinkreises zu den vielen, die bereits in Aberdeenshire identifiziert wurden.

Bei weiteren Untersuchungen des Ortes in der Gemeinde Leochel-Cushnie stellte sich jedoch heraus, dass es sich nur um eine etwa 20-jährige Nachbildung handelt.“

Gemeldet hat diese vermeintlich archäologische Stätte der aktuelle Besitzer des Landes und der Farm. Ungewöhnlich sei dieser Steinkreis den herbeigeeilten Forschern aber direkt vorgekommen, wie sie schreiben:

Bei der Aufnahme wurden einige ungewöhnliche Merkmale festgestellt. Darunter der kleine Durchmesser, die verhältnismäßig kleinen Steine ​​und das Fehlen eines offensichtlichen zugehörigen Steinhaufens oder Bordsteins.

Zwischen liegenden Steinkreisen gibt es jedoch große Unterschiede, so dass das Auffinden solcher Unterschiede anfangs kein Grund zur Besorgnis war.

Steine an sich lassen sich bekanntlich nicht datieren. Und da Steinkreise in Schottland bis zu 4.500 Jahre alt sind, schätze man diesen Fund vorerst ebenso alt ein. Hätte der Landwirt sich nicht gemeldet,  was wäre dann wohl aus dem Steinkreis von Leochel-Cushnie geworden …?

Aus Rückschlägen lernen

„Archäologisches Wissen verbessert sich ständig und reagiert auf neue Informationen und Erkenntnisse“, so die Experten aus Schottland in ihrer Pressemitteilung. Die hier genannten „neuen Informationen“ waren die Aussagen des Erbauers der Anlage. So sei dieser Vorgang ein „Beispiel für eine gründliche archäologische Forschung, die es erlaubt, die frühe Interpretation abzulehnen“.

In der Tat brachen die Archäologen weitere Untersuchungen des Steinkreises aufgrund der neuen Informationen aus erster Hand ab. Informationen, die ein Forscher bei uralten und damit „echten“ Steinkreisen natürlich niemals hat.

Neil Ackerman vom „Aberdeenshire Council’s Archaeology Service“ sieht die ganze Angelegenheit positiv. Immerhin haben hier die Wissenschaftler – nach der Mekldung des Farmers – herausgefunden, dass es eine Fälschung der Moderne ist. So sagt Ackerman:

Dass ein regionaler Monumenttyp so genau kopiert wird, zeigt das lokale Wissen, die Wertschätzung und die Auseinandersetzung mit der Archäologie der Region durch die lokale Gemeinschaft.

Darum hofft er, dass man sich an dem Fake-Steinkreis in seiner fantastischen Lage und Landschaft dennoch weiterhin erfreut. Auch wenn es für ihn enttäuschend sei, dass die Anlage erst 20 bis 25 Jahre alt ist.

Datierungen mittels Feuerzeug …

Wirklich „reingefallen“ sind die Wissenschaftler bzw. Archäologen in Schottland auf diesen Steinkreis allerdings nicht. Sie bekamen die Meldung über die Steinsetzung und datierten sie auf 3.000 oder mehr Jahre. Doch nur aufgrund ihrer Erfahrung mit eben solchen Bauwerken und durch Augenschein. Immerhin ist Schottland voll von diesen Megalithbauten.

Erst die weiteren Nachforschungen zeigten, dass der Fund aus der Neuzeit stammt. Zum Glück meldetet sich der Bauer, so dass die Untersuchung abgebrochen werden konnte. Wie hätten die Archäologen den Steinkreis wohl datiert, wenn sie mit Grabungen begonnen hätten? Etwa durch irgendwelche Funde, die dort zutage gekommen wären? Beispielsweise mittels C14-Datierung von zufällig dort liegenden Holzkohleresten eines Feuer, dass vor vielen tausend Jahren dort einmal brannte? Oder durch ein verlorenes Feuerzeug?

Damit aber nicht in vielen Jahren andere Archäologen über diesen Steinkreis stolper und ihn erforschen wollen, wurde auch er registriert. Neil Ackerman dazu:

Diese Art von Denkmälern ist bekanntermaßen schwer zu datieren. Aus diesem Grund nehmen wir alle modernen Nachbildungen antiker Monumente in unsere Unterlagen auf, falls sie später falsch identifiziert werden.

Ein sicherlich sehr wohl überlegter Schritt für die Zukunft der Archäologie (s. a. YouTube-Video HIER). Man denke zum Beispiel auch an die (Osterinsel-)Megalithen von Orrius in Spanien aus dem YouTube-Video HIER. Oder an die „versunkene Megalithkultur von New York“ aus diesem Video HIER

Was denkst DU über das Thema? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Video-Auswahl zum Thema auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

YouTube-Video vom 23. Sep. 2018 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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YouTube-Video vom 31. Jan. 2018 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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YouTube-Video vom 3. April 2018 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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YouTube-Video vom 4. April 2017 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Rätselhafte Bodenzeichnungen und Geoglyphen in Schottland: Ein „Nazca Europas“ und ein Rätsel der Archäologie? +++ YouTube-Video +++

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Was bedeuten die Rätselhaften Bodenzeichnungen in Schottland? Ein "Nazca Europas" ...? (Bilder: Google Earth / Montage: Fischinger-Online)
Was bedeuten die Rätselhaften Bodenzeichnungen und Geoglyphen in Schottland? Ein „Nazca Europas“ …? (Bilder: Google Earth / Montage: Fischinger-Online)

Liegt im Nordosten von Schottland ein Rätsel der Archäologie verborgen, dass bisher mehr oder weniger übersehen wurde? Mysteriöse Spuren der Vergangenheit, die aussehen wie die weltberühmten Scharrbilder in der Ebene von Nazca in Peru, die ebenso bis heute ein Mysterium sind? Man könnte tatsächlich daran denken, wenn man sich die zahllosen geometrischen Figuren, Strukturen, Bilder, Kreisformen usw. aus der Luft ansieht, die dort in der Landschaft liegen. Was sich genau kaum beachtet in Schottland befindet, was für Hintergründe, Erklärungen, Deutungen und Spekulationen es dazu gibt, erfahrt Ihr in diesem Video auf meinem YouTube-Kanal der Grenzwissenschaft & Mystery Files


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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Ein „Nazca in Europa“? Ein Mekka für die Luftbildarchäologie und ein Rätsel der Archäologie? Oder nur Wikinger, Holzfäller mit Langeweile, mittelalterliche Bauern, „Barbaren-Stämme“ ?

Zumindest könnte man daran denken, wenn man sich die zahllosen geometrischen Spuren, Bilder, Kreisformen usw. auf der Luft ansieht, die hier in Schottland im Norden Großbritanniens in der Landschaft liegen. Zum Teil überaus sonderbare Bodenzeichnungen, auf die mich über meine Facebook-Seite mein Mystery-Freund André Tetsch vor geraumer Zeit hingewiesen hat.

All das ist sehr gut via Google Earth zu bestaunen (zum Beispiel bei 57°33’6.99″ N / 3°16’28.37″ W).

Aber was mögen alle diese Geoglyphen dort bedeuten? Wie alt sind diese und wer fertigte sie wann in der uralten Kulturlandschaft Schottlands an? Die Experten selber wissen zum Teil nichts von diesen Bildern in der Landschaft – und Anwohner haben teilweise sehr „sonderbare Erklärungen“ …

Was sich hier bisher recht unbemerkt in Schottland befindet und was für Hintergründe, Erklärungen, Deutungen und Spekulationen es dazu gibt, erfahrt Ihr in diesem Video!

Bleibt neugierig …

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Das „Netzwerk für Kryptozoologie“ veröffentlicht das neue „Jahrbuch für Kryptozoologie 2021“

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Das "Netzwerk für Kryptozoologie" veröffentlicht das neue "Jahrbuch für Kryptozoologie 2021" (Bilder: gemeinfrei & NfK / Montage: Fischinger-Online)
Das „Netzwerk für Kryptozoologie“ veröffentlicht das neue „Jahrbuch für Kryptozoologie 2021“ (Bilder: gemeinfrei & NfK / Montage: Fischinger-Online)

Im Herbst 2020 erschien erstmals vom „Netzwerk für Kryptozoologie“ (NfK) ein „Jahrbuch zur Kryptozoologie“. Ein Sammelband mit Fachbeiträgen verschiedener Autoren und Forscher, die sich darin auf Spurensuche nach unbekannten Lebewesen begaben. Jetzt erschien der Folgeband für das Jahr 2021 mit über einem Dutzend Beiträgen, den ich Euch hier vorstellen möchte.


Kryptozoologie: Tiere, die wir nicht (mehr) kennen

Wie HIER berichtet veröffentlichte im September 2020 das „Netzwerk für Kryptozoologie“ (NfK) erstmals ein „Jahrbuch für Kryptozoologie“ in Buchform aus Papier. Jetzt legten die Forscher und Autoren nach und veröffentlichten für 2021 ein weiter Jahrbuch.

Auch darin begeben sich die Autoren auf die Spuren unbekannter oder als ausgestorben geltender Tiere. Dabei handelt es sich um Lebewesen, die weit über die Klassiker Bigfoot, Nessie und Yeti hinausgehen.

Zum neuen Forschungsband schreibt auf der Webseite des Netzwerkes (Text von dort übernommen):

Lang erwartet, jetzt ist es endlich da: Das 2. Jahrbuch für Kryptozoologie 2021. Nachdem die Redaktion mit der Erstausgabe im vergangenen Jahr die Ansprüche hochgeschraubt hat, liefert sie dieses Jahr erneut. Um es direkt zu sagen: Die hoch gesteckten Erwartungen hat die Redaktion aus Natale Guido Cincinnati, Reena Pöschel, André Kramer und Hans-Jörg Vogel nicht nur voll erfüllt, sondern wieder übertroffen.

Mein erster Eindruck war: Das Jahrbuch ist erwachsener geworden. Nachdem die Redaktion im vergangenen Jahr die Beiträge „ins Blaue hinein“ einwerben musste, konnte sie diesmal das Jahrbuch vom letzten Jahr vorweisen. Die Referenz hat einen spürbaren Effekt gehabt. So konnte die Redaktion auch Autoren anwerben, die weit außerhalb der doch recht kleinen „Internet-Kryptozoologie-Szene“ angesiedelt sind.

Auf diese Weise gewinnt die Vielfalt im Netzwerk deutlich.

8 große Beiträge

Beinahe schon abendfüllende Themen haben die Autoren in den „Großen Beiträgen“ behandelt. Jedes Thema reicht aus, sich einen oder mehrere Abende mit weitergehender Recherche und das ein oder andere Getränk bei der anschließenden Diskussion zu leeren:

  • Kramer, André: Der Rattenkönig und die erhaltenen Präparate in Deutschland
  • Muirhead, Richard: The Flying Snake of Namibia: An investigation
  • Hemmler, Markus / Magin, Ulrich: Tiefgefrorene Saurier im Eis – viel Fiktion und ein paar Fakten
  • Pietralla, Arnim / Reischel, Nicole: Existierte das Wollhaarmammut bis in historische Zeit?
  • Meurger, Michel: Die „Wilden“ aus den französischen Alpen. Zwischen Wunder und anthropologischen Fragen
  • Schmied, Hartmut: Das sagenhafte Ungeheuer im Schweriner See
  • Cincinnati, Natale Guido: Forteanisch-zoologische Trouvaillen
  • Ehret, Peter / Möser, Tobias: Der Chichibu-Yaken des Hiroshi Yagi. Eine einmalige Gelegenheit für die Kryptozoologie?

Nicht alle Themen ergeben 20 Seiten und mehr Text. Viele kryptozoologische Topics stehen erst am Anfang der Recherche, andere sind aufgrund ihrer Singularität oder des Hintergrundes nicht so ergiebig. Diese Inhalte stellen:

5 kleine Beiträge

  • Poeschel, Reena: Steinkatz, Bergstutz, Tatzelwurm. Ein Kryptid aus linguistischer Sicht
  • Raynal, Michel: Ein atlantischer Grauwal?
  • Brandstätter, Frank: Landwang – ausgerottet und vergessen
  • Hensiek, Joerg: Wie ein Belgier die Existenz des Elefantenkönigs bewies
  • Abram, Sergio: Nachtrag zu: Der Marderhund Nyctereutes procyonoides (Gray, 1834) in Trentino-Südtirol und Italien. Sichtungen von 1985 bis 2019 (JfK, Jg. 1, Nr. 1 (2020), S. 203-207)

Und auch der „Rest“ ist erwachsen geworden

Das „Netzwerk für Kryptozoologie“ hat sich weiter professionalisiert, nicht nur das Jahrbuch im vergangenen Jahr hat hierzu entscheidend beigetragen. So hat sich hier auch die Korrespondenz zu einem wesentlichen Teil der Arbeit des Netzwerkes entwickelt. Dem entsprechend viel Raum nimmt der Teil der Mitteilungen an und aus dem Netzwerk ein. Doch niemand soll behaupten, es sei langweilig, was dort geschrieben wird.

Ungewöhnliche Sichtungsberichte, von einem unbekannten Caniden über klassische Kryptide bis zu Bären in Schleswig-Holstein stehen ebenso auf dem Plan wie Exkursions- und Tagungsberichte. Hier führten die Reisen nicht nur nach Schottland und Südfrankreich, sondern auch über das Sauerland nach Afrika.

Optisch verfolgt das Jahrbuch den schon im vergangenen Jahr eingeschlagenen Weg. Es ist betont schlicht gehalten und wirkt dadurch wie ein Symposiumsband eines Uni-Institutes. Das lichtgraue Cover und die strenge Zurückhaltung bei der grafischen Gestaltung unterstreichen den hohen Anspruch der Herausgeber an die Seriosität der Publikation.

Das „Jahrbuch für Kryptozoologie 2021″ hat 280 Seiten, ist durchgehend farbig bebildert und ist über das „Netzwerk für Kryptozoologie“ für nur 12,90 Euro (zzgl.. Versand) erhältlich.

Videos zum Thema findet Ihr auch HIER auf dem YouTube-Kanal von Fischinger-Online.

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Schon beim dritten Versuch: Teenagerin aus Großbritannien findet mit ihrem Metalldetektor kompletten Hort von Artefakten aus der Bronzezeit (+ Video)

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Teenagerin aus Großbritannien findet kompletten Hort von Artefakten aus der Bronzezeit (Bilder: Fischinger-Online & instagram/oxfordarchaeology / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Teenagerin aus Großbritannien findet kompletten Hort von Artefakten aus der Bronzezeit (Bilder: Fischinger-Online & instagram/oxfordarchaeology / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Unzählige Hobby-Archäologen und Schatzsucher durchkämmen mit ihren Metalldetektoren Wald und Wiesen. Immer auf der Suche nach wertvollen oder spannenden Artefakten der Vergangenheit. Doch die wenigsten sogenannten „Sondengänger“ können mit ihrem Metalldetektor auch schnell Erfolge feiern. So wie jetzt ein junges Mädchen aus Großbritannien, die als absoluter Neuling direkt eine ganze Sammlung von über 3.000 Jahre alten Artefakten aus der Bronzezeit fand.


Schatzsuche mit dem Metalldetektor

In vielen Ländern strömen am Wochenende und nach Feierabend „Hobby-Schatzsucher“ mit ihren Metalldetektor in der Hand hinaus die freie Natur. Sie nennen sich selber „Sonnengänger“ und ihre Tätigkeit mit dem Metalldetektor „sondeln“. Eine Freizeitbeschäftigung, die von der Lust am Endecken lebt. Unter freiem Himmel schlendern sie mit ihren piependen Detektoren durch Wald und Wiesen. Immer in der Hoffnung bei einem ganz bestimmten „Piep“ etwas Spannendes im Erdboden zu finden.

Wohl die wenigsten von ihnen gehen mit der Absicht hinaus auf die Felder, Wiesen und Äcker, um einen Schatz zu finden. Auch wenn das mit Sicherheit der Traum aller Sondengänger ist. Die Freude etwas Interessantes aus der Vergangenheit zu finden, reich sicher den meisten Freizeit-Archäologen vollkommen. Nicht immer zur Freude echter Archäologen, wie zum Beispiel im Mystery Files-Video unten erst kürzlich berichtet.

Spannung und Nervenkitzel an frischer Luft zählen hier. Und wer weiß, eines Tages …

Hin und wieder schafft es ein Sondengänger mit seinem Fund dann doch in die Schlagzeilen der Presse. Das heißt, sofern er diesen auch meldet und nicht privat verkauft oder seiner heimischen Privatsammlung einverleibt. So kam jetzt auch ein junges Mädchen aus Großbritannien in die Medien. Nicht weil sie den große Schatz fand, sondern da sie erst 13 Jahre jung ist und sie ihren Fund praktisch bereits beim 1. Versuch machte.

3.300 Jahre alt Funde

Amelia „Milly“ Hardwick heißt die glückliche Finderin, die aus Mildenhall in der englischen Grafschaft Suffolk im Südosten Großbritanniens stammt. Durch ihren Vater, selber ein Sondengänger, wurde auch bei ihr das Interesse an diesem Hobby geweckt. Deshalb wollten sie, ihr Vater und ihr Großvater ihr Glück gemeinsam versuchen. Ihre Wahl fiel dabei auf ein Feld in der Nähe von Royston an der Grenze zwischen Hertfordshire und Cambridgeshire.

Hier schlug der Metalldetektor an. Nach kurzem graben kam nach 10 Minuten eine Axt aus der Bronzezeit zum Vorschein und nach weiteren Treffern fanden sie insgesamt 65 Artefakte. Es war ein ganzen Hort, wie man diese Fundsammlungen nennt, der nach ersten Datierungen aus dem Jahre 1300 vor Christus stammen soll. Ein Glücksfall für alle Schatzsucher und vor allem auch für Hardwick selber, wie unter anderem die“ New York Times“ und „People“ berichteten. Es war erst ihr dritter Versuch mit dem Gerät. Andere Sondengänger warten darauf Jahrzehnte oder sogar ihr Leben lang.

Es ist einfach schön, stundenlang auf dem Feld zu sein und man bekommt ein Signal und es könnte buchstäblich alles sein“, zitiert „People“ Milly Hardwick, die offensichtlich vom „Sondeln-Fieber“ gepackt ist. Sie sei geradezu „geschockt“ gewesen, so schnell einen derartigen Fund gemacht zu haben, heißt es weiter. Alle Funden wurden dabei ordnungsgemäß gemeldet, wie es unter anderem in der „New York Times“ heißt. Sonst wüssten wir schließlich auch nichts davon.

200 Artefakte aus der Bronzezeit

Ebenso wenig wie von weiteren Funden auf dem Feld, der direkt in der Nähe gemacht wurden. Nur 2 bis 2,5 Meter vom ersten Axt-Hort entfernt. Insgesamt kamen so etwa 200 Objekte der Bronzezeit nach Jahrtausenden wieder ans Tageslicht. Durch diesen so schnell gemachten Fund ist das Mädchen zu einer lokalen Berühmtheit geworden. Kein Wunder, dass sie Archäologin werden möchte.

Auf der Plattform Instagram schrieb„Oxford Archaeology“ dazu am 2. Dezember:

Die Funde wurden den Archäologen des County Council gemeldet, die mit Oxford Archaeology East zusammenarbeiteten, um eine vollständige und ordnungsgemäße Bergung der Schätze zu gewährleisten. Es gab über 200 Gegenstände, darunter eine Vielzahl unvollständiger Artefakte wie gesockelte Axtköpfe, geflügelte Axtköpfe, Kuchenbarren und Klingenfragmente, die alle aus Kupferlegierungen bestehen. Die Funde warten nun auf weitere Untersuchungen, wonach dem Gerichtsmediziner ein Bericht vorgelegt wird.

Wir freuen uns wirklich sehr, dass wir dabei helfen konnten, so wichtige Entdeckungen zu bergen!

Eine „ordnungsgemäße Bergung“ der Artefakte, das ist für jeden Archäologen das A und O. Sofern diese überhaupt davon erfahren. Hierbei spielt unbedingt die Angst davor, dass diese Objekte zerstört werden könnten, eine Rolle. Das Zauberwort heißt in allen Fällen „Fundkontext„. Gerade aus dem unberührten und damit unverfälschten Zusammenhang archäologischer Entdeckungen (gleich welcher Art) erhoffen sich Forscher eine Fülle an Informationen über unsere Vergangenheit.

Fehlt der Fundzusammenhang, kann ein entsprechendes Artefakt sogar schnell zu eine „Ou-of-Place-Artifact werden. Wie wir sie auch und gerade in der Mystery-Forschung in Mengen haben.

Video zum Thema

Video vom 16. November 2021 auf Mystery Files

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41.500 Jahre alt: Ältester verzierter Schmuck Eurasiens in Polen gefunden – aber ist es wirklich nur Schmuck?

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41.500 Jahre alt: Ältester verzierter Schmuck Eurasiens in Polen gefunden - aber ist es wirklich nur Schmuck? (Bilder: : A. Vazzana & J. Opiola/WikiCommons CC BY-SA4.0 / Bearbeitung: Fischinger-Online)
41.500 Jahre alt: Ältester verzierter Schmuck Eurasiens in Polen gefunden – aber ist es wirklich nur Schmuck? (Bilder: : A. Vazzana & J. Opiola/WikiCommons CC BY-SA4.0 / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Bereits 2010 wurde in einer Höhle im Süden von Polen ein 4,5 Zentimeter kleiner Anhänger mit Gravuren aus Elfenbein entdeckt. Jetzt veröffentlichten die Forscher dazu ihre neuen Ergebnisse. Demnach ist das Objekt rund 41.500 Jahre alt und damit das älteste Schmuckstück seiner Art in ganz Eurasien. Aber war das kleine Kunstwerk der Steinzeit wirklich nur ein schmückendes Objekt unserer Ahnen – oder steckt nicht doch weit mehr dahinter?


Sensationeller Fund in Polen

Im Jahr 2010 fanden Archäologen in der Stajnia-Höhle in Polen einen in zwei Teile zerbrochenen Anhänger aus Mammutelefenbein. Nach einer fachgerechten Reinigung und Konservierung des etwa 4,5 langen, ca. 2 Zentimeter breiten und 0,36 bis 0,39 Zentimeter dünnen Fundes zeigte sich schnell, dass Homo Sapiens der Steinzeit dieses Stück mit Werkzeugen bearbeitet hatten. Auch einige weitere Funde kamen bei den Grabungen zwischen 2006 und 2010 in der Höhle zum Vorschein. Sie werden zum Teil dem Neandertaler zugeschrieben.

Doch dieses Objekt erweckte besonderes Interesse, da zahlreiche kleine Vertiefungen in das Objekt graviert wurden. Sie verlaufen in einer geschwungenen Linie auf der vermuteten Vorderseite entlang. Außerdem war eine Durchbohrung und der Rest eines zweiten Loches an dem zerbrochenem Artefakt erkennbar. Diese beiden Bohrungen haben nur 2,3 Millimeter Durchmesser.

Insgesamt zählten die Forscher auf der gravierten Seite rund 50 winzige Löcher. Sicher waren es einmal mehr, doch das Stück ist an den entsprechenden Stellen zu stark beschädigt. Unter dem Rasterelektronenmikroskop war zu erkennen, dass die 50 noch sichtbaren „Punktierungen“ möglicherweise „alle mit dem gleichen Werkzeug – möglicherweise in relativ kurzer Zeit – gemacht wurden“. So ein Forscherteam um Sahra Talamo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig in einer jetzt veröffentlichen Studie in „Nature“.

In dieser Untersuchung vom 25. November 2021 legen die Forscher vor allem ihre Neubewertung und C14-Datierung der Funde vor. Der Anhänger sei ihrer Meinung nach rund 41.500 Jahre alt und damit der älteste Schmuck dieser Art in Asien und Europa. „Wann die punktförmigen Ornamente in Eurasien auftauchten„, können sie indes nicht genau sagen. Ebenso wenig, was diese geschwungene Linie aus den winzigen, runden Einkerbungen überhaupt bedeuten sollten.

Nur Dekor oder doch mehr?

Hier sollte man bedenken, wie klein diese Löcher auf dem Objekt tatsächlich sind. Zur Erinnerung: Das zu erkennende Bohrloch (s. Titelbild) rechts oben auf dem Fundstück misst gerade mal knapp über 2 Millimeter im Durchmesser. Vermutlich dienten diese Bohrungen dazu, um das Stück mit einem Band als Anhänger um den Hals zu tragen. Ob das stimmt, kann man nicht sagen. Auch nicht, ob die kleinen Löcher wirklich bloßes Zierrat waren. Ornamente als abstrakte Kunst, um den Schmuck zu verschönern.

Der Betrachter, etwa eine andere Person der Sippe, musste da schon ganz genau hinschauen, um diese „Verschönerung“ überhaupt wahrzunehmen. Auch wenn das Schmuckstück vor über 40.000 Jahren natürlich in einem bessern Zustand war. Auch farblich. So schreiben Talamo und ihr Team in ihrer Analyse zu diesen Verzierungen unter anderem:

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Das punktförmige dekorative Motiv ist eine der künstlerischen Innovationen, die sich während des frühen Aurignacian (Jungpaläolithikum, Anm. LAF) in Europa und in den russischen Ebenen entwickelt haben. Bisher wurden diese Markierungen auf mobilen Objekten als Jagdzählungen, arithmetische Zählsysteme oder Mondnotation interpretiert, während andere ästhetische Zwecke nahelegten.

Die auf dem Stajnia-Anhänger dargestellte Schleifenkurve ähnelt den gravierten Mustern der Blanchard-Plakette. Ob diese Markierungen zyklische Notationen oder Tötungsergebnisse anzeigen, bleibt eine offene Frage, obwohl die Ähnlichkeit mit dem Mondanalemma auffallend ist.“

Ob die Kerben „als einfache Dekoration dienen“ sollten, wissen sie nicht. Obwohl die Forscher einen Vergleich mit prähistorischen Steinmalereien aus Südwestfrankreich heranziehen, die sie  „Blanchard-Plakette“ nennen. Hierbei handelt es sich um 37.000 Jahre alte Zeichnungen an den Felsüberhängen von Abri Blanchard bzw. am Abri Castanet. Die weltberühmte Höhle von Lascaux mit ihren prähistorischen Höhlenmalereien befindet sich ganz in der Nähe.

Auch hier fanden sich solche sonderbaren Punkte als mutmaßliche Kunst.

Der älteste Kalender der Menschheit?

Allerdings ist das Phänomen durchaus an sehr vielen verschiedenen archäologischen Funkplätzen und Artefakten vorzufinden. In Europa ebenso wie im Kongo in Afrika. Die Ähnlichkeit dieser Objekt mit dem Fund aus Polen ist erstaunlich und augenscheinlich, wie in diesem Blog-Artikel HIER umfangreich beschrieben.

Vor rund 10.000 Jahren haben unsere Vorfahren den angeblich ältesten Kalender der Welt in Schottland gebaut. Entdeckt wurde er auf einem Feld nahe dem „Crathes Castle“ in Aberdeenshire (s. a. Beitrag HIER) von Forscher der Universität von Birmingham. Dort zeigten sich eine Reihe von dunklen Verfärbungen im Erdreich, die sich nach Ausgrabungen durch Vincent Gaffney und seinem Team schnell als uralte Pfostenlöcher herausstellten. Insgesamt entdeckten sie ein Dutzend Gruben, von denen einige mehr als 2 Meter Durchmesser haben.

Der 10.000 Jahre alte Kalender von Warren Field in Schottland: wirklich der älteste Kalender der Welt? (Bilder: V. Gaffney / Montage: Fischinger-Online)
Der 10.000 Jahre alte Kalender von Warren Field in Schottland: wirklich der älteste Kalender der Welt? (Bilder: V. Gaffney / Montage: Fischinger-Online)

Computersimulationen und eine Überprüfung der Lage der Funde mit der geographischen Umgebung zeigte, dass hier eine „Urzeit-Uhr“ entdeckt wurde. Einen Kalender.

Doch wie der Fund aus der Stajnia-Höhle in Polen zeigt, könnten Kalender (Mondkalender) zehntausende Jahre früher von unseren Ahnen angefertigt worden sein. Eben in Form derartige Objekte, die heute ratlose Archäologen teilweise als bloße Dekoration deuten. Schon 1972 führte Alexander Marshack vom Peabody-Museum der Harvard Universität in seinem Buch „The Roots of Civilization“ eine ganze Liste solcher mutmaßlichen Vorzeit-Kalender auf Kunstwerken auf.

Sie alle waren zehntausende Jahre alt. Sie stammten aus Zeiten, als unserer Vorfahren angeblich nur einfache primitive Jäger und Sammler waren. Der Fund aus Polen wäre mit etwa 41.500 Jahren dann – sofern solche Deutungen zutreffen – der ältisten Kalender der Menschheit überhaupt!

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