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Der Umgang mit Leben im All und Alien-Zivilisationen: Interessante Richtlinien und Überlegungen im irdischen Paragraphen-Dschungel

Irdische Gesetzte zum "Umgang" mit Leben im All und außerirdischen Zivilisationen (Bilder: NASA / gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Irdische Gesetzte zum “Umgang” mit Leben im All und außerirdischen Zivilisationen (Bilder: NASA / gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Mitte Mai 2018 erschien auf Grenzwissenschaft & Mystery Files derArtikel “Wem gehört eigentlich der Mond?“, in dem es um “lunare Ländereien, irdische Weltraumverträge und Wildwest im All” ging. Vor allem wurde darin auch der Frage nach gegangen, wie und ob die Menschheit ihre Aktivitäten in der Raumfahrt untereinander geregelt und vertraglich abgesichert hat. Und solche Regelungen und Absprachen bestehen durchaus. Aber sie existieren auch für ein anderes Gebiet der Weltraumforschung: Für außerirdisches Leben! Auch hier gibt es Bestimmungen, Konzepte und Vorgaben, wie man sich gegenüber Leben im All verhalten soll. Das gilt für Mikroorganismen innerhalb unseres Sonnensystems ebenso, wie für intelligente Außerirdische aus dem Weiten des Kosmos. Wie sich Wissenschaftler über Verhaltensrichtlinien im Umgang mit außerirdischen Zivilisation und Aliens den Kopf zerbrechen, erfahrt Ihr in diesem Blog-Artikel.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Leben im All

Ob es irgendeine Art von Leben im All gibt, wissen wir nicht mit Bestimmtheit zu sagen und zu belegen. Es ist mehr als Wahrscheinlich, dass es existiert. Und es ist ebenso wahrscheinlich, dass es auch intelligente Zivilisation im Universum gibt. Vielleicht sogar hunderttausende oder Millionen Völker von Außerirdischen im Kosmos.

Gleichfalls besteht sogar die Chance, dass wir innerhalb unseres eigenen Sonnensystems außerirdisches Leben finden könnten. Auf verschiedenen Monden oder auch dem Mars.

Exobiologen und Astronomen sind unlängst von diesen Aussagen überzeugt. Das Thema “Aliens” hat lange schon sein Schattendasein im Bereich der Verschwörungstheoretiker, UFO-Forscher, Science-Fiction und Grenzwissenschaft und Mystery Files verlassen. Es ist in der sogenannten seriösen und etablierten Wissenschaft in sehr weiten Teilen angekommen.

Natürlich war das nicht immer so. Und der Unterschied zu irgendwelchen Mikroorganismen im All und dem Thema UFOs als “Alien-Fahrzeuge” oder Prä-Astronautik ist dabei weiterhin gewaltig.

Trotzdem hat die wissenschaftliche Community zum Teil bereits vor Jahrzehnten Regellungen beschlossen, die man mit diesem Leben im All oder sogar intelligenten Aliens umzugehen gedenke. Das gilt für versehentlich auf der Erde eingeschleppte Bakterien, wie in diesem Posting HIER dargelegt, ebenso wie für Intelligenzen aus dem All.

Sorgen um die Menschheit

Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins wurden am 20. Juli 1969 zu Legenden, als sie mit “Apollo 11” der NASA auf dem Mond landeten. Während Collins im Mutterschiff von “Apollo 11” verblieb, landeten Armstrong und Aldrin der Landefähre “Eagle” auf dem Mond. Am 21. Juli 1969 um exakt 02:56:20 UTC (= koordinierte Weltzeit) betrat dann Armstrong unseren Erdtrabanten. Aldrin folgte etwas später.

Diese offiziellen Fakten werden auch ein halbes Jahrhundert danach noch als Triumph der Menschheit gefeiert. Die Namen Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins brannten sich in das kollektive Gedächtnis der Menschheit.

Was den Amerikanern auf dem Mond erwartete, war der NASA im Vorfeld durch andere Weltraummission weitestgehend bekannt. Zumindest im Groben, denn wirklich zu 100 Prozent konnte das kein Wissenschaftler der Welt sagen. Und hier kommt ein vierter Name der “Apollo 11”-Mondlandung ins Spiel, den heute niemand kennt: General Samuel Choran Phillips.

Ein Mann der NASA, der sich im Zuge der Mondlandungen Sorgen um den Fortbestand des irdischen Lebens machte.

Killerbakterien vom Mond

Obwohl unbekannt, war General Phillips in den Jahren 1964 bis 1969 Direktor des “Apollo Manned Lunar Lander Program”. Und er war nicht nur um das Wohlergehen der Astronauten an sich besorgt, sondern um das der gesamten Menschheit. So verfasste Phillips am 8. Juli 1969 einen 51-seitigen “Mission Operation Report” über die “Apollo 11”-Mission und veranlasste darin unter anderem eine Quarantäne für Besatzung und Material nach der Heimkehr zur Erde (mehr dazu in diesem Blog-Artikel HIER).

Im Report mit der Nummer M-932-69-11 heißt es dazu:

Um das Risiko einer Kontamination der Biosphäre der Erde durch Mondmaterial zu minimieren, werden Quarantäne-Maßnahmen durchgeführt. Die Besatzung wird für etwa 21 Tage nach dem Start von der Mondoberfläche unter Quarantäne gestellt.

Außerdem wird das CM (Kommando-Modul, Anm. LAF) nach der Landung unter Quarantäne gestellt. Die Beendigung der CM-Quarantänezeit hängt von den Ergebnissen der Mondprobenanalyse und den Beobachtungen der Besatzung ab.

“Kontamination der Biosphäre” unseres Planeten durch Killerbakterien vom Mond? Theoretisch: Ja! Damit war diese Vorsichtsmaßnahme 1969 sicherlich mehr als angebracht. Immerhin, so schrieb es beispielsweise “Time” am 25. Juli 1969, besteht “die entfernte Möglichkeit, dass sie unbekannte Mondorganismen beherbergen, die das Leben auf der Erde gefährden könnten”.

Die Quarantäne und Dekontamination begann sofort nach der Landung von “Apollo 11” am 24. Juli. Nachdem die Kapsel mit den Astronauten im Pazifik wasserte wurde noch im Wasser damit begonnen. Danach flog man die Astronauten zu dem 24 Kilometer entfernt wartenden US-Schiff “Hornet”. Hier “sperrte” man sie drei Wochen lang in eine mobile Quarantäneeinrichtung.

Die Erde ist (vorerst) sicher

Heute wissen natürlich, dass all diese Vorsichtsmaßnahmen unbegründet waren, da auf dem Mond keine Mikroorganismen existieren, die hätten unseren Planeten verseuchen können. Aber hätte es sie gegeben – hätten sie im schlimmsten Fall jeden Menschen des Planeten umbringen können (s. a. HIER).

Ende April 1971 gab Dr. George Michael Low von der NASA nach drei erfolgreichen Mondlandungen endgültig Entwarnung. So hieß es im “Albuquerque Journal” am 30. April 1971 dazu:

Auf der Grundlage dieser Analyse [der Quarantäne-Informationen von Apollo 14 sowie der Ergebnisse der Apollo 11- und 12-Flüge] haben wir festgestellt, dass es keine Gefährdung für Menschen, Tiere oder Pflanzen im Mondmaterial (…) gibt. Der Ausschuss hat empfohlen, dass weitere Mondmissionen nicht unter Quarantäne gestellt werden dürfen.

Es mag 50 Jahre später naiv erscheinen, was die NASA im Rahmen ihrer Mondlandungen da für einen Aufwand zum Schutz der Erde betrieb. Doch es war alles andere als naiv, sondern das genaue Gegenteil. Erstaunlich ist jedoch der Umstand, dass die NASA erst nach zwei weiteren Landungen sowie der Untersuchung und Quarantäne der beteiligten Astronauten etc. Entwarnung geben konnte.

Das bedeutet nämlich, dass die Flüge von “Apollo 12”, “Apollo 13” (auch wenn nicht auf dem Mond gelandet) und “Apollo 14” durchgeführt wurden, obwohl man da noch immer nicht sicher war, dass dadurch unser Planet nicht kontaminiert wird. Statt abzuwarten, was die “Apollo 11”-Raumfahrer vom Mond theoretisch mitgeschleppt haben könnten, folgte eine bemannte Mondmission nach der anderen …

Die Gesetzgeber in den USA nahmen einst diesen Kontakt mit außerirdischem Leben (gleich welcher Art) ebenso ernst. Sie nahmen 1969 das “Extra-Terrestrial Exposure Law” in den “Code of Federal Regulations” (14 C.F.R. 1211) auf, und übertrugen der NASA damit weitreichende Befugnisse. Mit dieser Regelung konnten Menschen, Tiere, privates Eigentum, Pflanzen oder ganz einfach alle Dinge, die mit etwas Außerirdischem in Kontakt kamen, unter eine Zwangs-Quarantäne gestellt werden.

Anwendung fand dieses Gesetzt offiziell nie und wurde bereits 1977 außer Kraft gesetzt. Ganz gestrichen wurde es aber erst 1991. Ob aber nicht irgendwann doch die Erde mit außerirdischem Material kontaminiert wird, kann definitiv niemand ausschließen.

Weltraumhygiene

Für “irre Gesetzte” ist die USA durchaus bekannt. Doch verschiedene Regelungen und Vereinbarungen sollen nicht nur das irdische Leben und unseren Planeten von irgendwelchen außerirdischen Einflüssen schützen.

Das bekannte Beispiel ist sicher die “Weltraumhygiene”. Denn so kann man die Abkommen der Raumfahrt betreibenden (und anderer) Nationen durchaus bezeichnen, die Raumsonden auf andere Himmelskörper im All schicken. Im Grunde genommen ist es ein ganz einfacher Kodex, der besagt, dass niemand Sonden oder Raumfahrzeuge auf andere Planeten oder Monde landen darf, die nicht bis in den kleinsten Winkel sterilisiert wurden. Möglichst alle irdischen Mikroorganismen müssen vor dem Start einer solchen Missionen abgetötet werden, um eine irdische Kontaminationen fremder Welten zu verhindern.

Ein überaus nachvollziehbarer Schritt. Wenn beispielsweise der Mars oder der Jupiter-Mond Europa eine Biosphäre und damit Leben beherbergen, können diese durch irdische Mikroben irreparabel zerstört werden. Zumindest aber eben kontaminiert und dadurch auch beeinflusst.

Im eigenen Interesse der Forscher wird das auch getan. Beispielsweise wurden die Mars-Landesonden von den beiden NASA-Missionen “Viking” Mitte der 1970ger Jahre mit größter Sorgfalt steril gehalten. Über Stunden wurden sie unter anderem in Öfen geradezu gebacken. Schließlich will kein Exobiologe nach Jahren der Vorbereitung am Ende bei der Suche nach Leben im All eingeschleppte irdische Bakterien finden.

Erste Hygienevorschriften

Solche Vorkehrungen zur Weltraumhygiene werden in diesem Jahr bereits 55 Jahre alt. Im Jahr 1964 hat das “Komitee für Weltraumforschung (COSPAR) die Resolution Nummer 26 veröffentlicht, in der es unter anderem heißt:

Die Suche nach außerirdischem Leben ist ein wichtiges Ziel der Weltraumforschung. Der Planet Mars bietet in absehbarer Zeit die einzige mögliche Möglichkeit, diese Suche durchzuführen. Eine Kontamination dieses Planeten würde eine solche Suche erheblich erschweren und möglicherweise sogar verhindern. 

(Es müssen) alle praktischen Schritte unternommen werden, um sicherzustellen, dass der Mars bis zu dem Zeitpunkt, an dem diese Suche zufriedenstellend durchgeführt wurde, nicht biologisch kontaminiert ist, und dass die Zusammenarbeit bei der richtigen Planung von Experimenten und dem Einsatz angemessener Sterilisationstechniken für Raumfahrzeuge gewährleistet ist. Dies wird allen Startbehörden für Weltraumsonden vorgeschrieben, um eine solche Kontamination zu vermeiden.

Im Jahr 1964 war zwar an Landungen auf dem Mars technisch noch nicht zu denken, doch sie waren absehbar. Die Raumsonde “Mars 3” der UdSSR schaffte dann auch 1971 die erste Landung auf dem Roten Planten. Fünf Jahre später folgten “Viking 1 & 2” der USA.

Nur drei Jahre nach dieser Resolution wurde auch der schon legendäre Weltraumvertrag der Vereinten Nationen beschlossen. Ein Vertrag, der sämtliche Aktivitäten im Weltraum und auf anderen Himmelskörpern regeln sollte. Von Besitzansprüchen bis zur besagten Weltraumhygiene. Immerhin haben dieses Regelwerk fast 130 Nationen unterzeichnet und knapp über 100 Staaten ratifiziert.

In Artikel IX des Weltraumvertrages heißt es, dass “die Vertragsstaaten nach dem Grundsatz der Zusammenarbeit und gegenseitigen Unterstützung” handeln und “alle ihre Tätigkeiten im Weltraum (…) unter gebührender Berücksichtigung der entsprechenden Interessen aller anderen Vertragsstaaten” ausrichten. Und über den Schutz anderer Welten sowie der irdischen Umwelt selbst heißt es darin:

Die Vertragsstaaten führen Untersuchungen des Weltraums – einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper – durch und erforschen sie. Um ihre schädliche Kontamination und auch nachteilige Veränderungen der Umwelt der Erde infolge der Einführung von außerirdischem Material zu vermeiden, werden alle erforderlichen und geeigneten Maßnahmen getroffen.”

Weltraumethik

Grundsätzlich herrscht in der wissenschaftlichen Community also die Meinung, dass jegliche Art von außerirdischem Leben vor irdischer Kontamination bewahrt werden muss. Für zukünftige Forschungen und Forschergenerationen ebenso wie “aus ethischen Gründen”. Wobei man sich fragen muss, was das für “ethische Gründe” sein sollen. Immerhin sitzt die ethische Messlatte bei Leben aller Art auf unserem eigenen Planeten mehr als nur etwas weit unten.

Mit Blick auf diese Bemühungen ist die Aussage des Physikers Dr. Claudius Gros von der Universität Frankfurt eigentlich sehr erstaunlich. Gros, der sich mit Themen wie Leben im All und interstellare Raumfahrt befasst, sagte Anfang März 2019 in einem Interview unter anderem:

Wenn wir zu einem Planeten, auf dem es nur primitive prokaryotische Bakterien gibt, Bakterien von der Erde bringen, erhöhen wir die Chance, dass sich dort komplexes Leben entwickelt, gewaltig. Das wäre die Sache also wert.”

Mit dieser Aussage warf Dr. Gros einfach mal alle Ansichten und Bemühungen der bisherigen Raumfahrt über den Haufen, wie in diesem Blog-Beitrag HIER dargelegt. Auch wenn man argumentieren kann, dass irgendwelche Bakterien auf dem Mars oder sogar fernen Exoplaneten eben nur Bakterien sind, sollte man mit diesem Thema keinesfalls so leichtfertig umgehen.

Lippenbekenntnisse?

Prinzipiell hat Artikel IX des Weltraumvertrages auch solche Vorhaben geregelt. Denn laut dem Abkommen können die Unterzeichner-Staaten gegen derartige Aktivitäten Beschwerde einlegen. Gleichfalls bei den Vereinten Nationen “eine Konsultation bezüglich der Aktivität oder des Experiments beantragen”, um diese abzuklären. Weiter heißt es:

Wenn ein Vertragsstaat Grund zu der Annahme hat, dass eine von ihm oder seinen Staatsangehörigen geplante Aktivität oder ein von ihm geplantes Experiment im Weltraum, einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper, potenziell schädliche Störungen der Aktivitäten anderer Vertragsstaaten bei der friedlichen Erkundung und Nutzung des Weltraum hervorrufen würde (…), führt sie geeignete internationale Konsultationen durch, bevor sie mit solchen Aktivitäten oder Experimenten fortfährt.”

Vernünftige und mehr als sinnvolle Regelungen. Ob sie aber das Papier wert sind, auf dem diese und andere Regeln des Weltraumvertrages stehen, steht auf einem anderen Blatt. Wohlwollende Lippenbekenntnisse, deren wirkliche Überprüfbarkeit und Durchführung in der Realität schwierig sein dürfte. Zieht man dann noch diverse Verschwörungstheorien hinzu, wäre der Weltraumvertrag an sich schlicht ein Witz.

Immerhin, so die unterschiedlichsten Spekulationen, soll es nicht nur geheime Mondlandungen gegeben haben, sondern es soll längst Mars-Basen und auch Stationen auf dem Mond geben. Einige Spekulationen gehen soweit zu behaupten, dass auch Außerirdische hier ihre Finger mit im Spiel haben. Also, dass Aliens mit Menschen hier gemeinsam geheime Weltraumaktivitäten durchführen. Dadurch wären alle (irdischen!) Vereinbarungen, Verträge und Abkommen hinfällig …

Die Menschenwürde der Außerirdischen

Dass der Mensch nicht möchte, dass außerirdische Mikroben unseren Planeten verseuchen und uns als Spezies dabei vielleicht sogar auslöschen, ist nur allzu verständlich. Nicht minder nachvollziehbar ist es, dass für die zukünftige Wissenschaft und Forschung alle Himmelskörper im Sonnensystem und darüber hinaus vor irdischer Kontamination bewahrt werden müssen. Doch im All gibt es mit Sicherheit weit mehr als als nur Mikroorganismen oder fliegende Schleimpilze. Es wir auch intelligentes Leben geben.

Und auch über deren Schutz wird seit Jahrzehnten debattiert. Vor allem natürlich seit dem sich SETI als Suche nach außerirdischer Intelligenz weithin verbreitet hat.

Der Anwalt Andrew G. Haley war vor knapp 60 Jahren der erste, der “gesetzlichen Regeln, die die Beziehungen zwischen verschiedenen Rassen im Universum regeln”, in einem Gesetzt zusammenfasste, dass als “Metalaw” bekannt ist. Veröffentlicht am 8. November 1956 unter dem Titel “Space law and Metalaw – A Synoptic View” in “Harvard Law Record” Nr. 23, als Außerirdische und Zivilisationen im All eigentlich nur Thema bei UFO-Freaks und Science-Fiction-Fans war.

Auch wenn Haley selber und andere dieses Metalaw immer wieder neu formulierten und in Details umarbeiteten, gelten nach diesem universellen Gesetzt folgende Grundprinzipien “des strengen Konzeptes der absoluten Gerechtigkeit”:

  1. Menschen dürfen Außerirdische keinen Schaden zufügen.
  2. Alle Rassen im Universum haben das Recht auf Selbstverteidigung.
  3. Außerirdische haben das Recht auf einen sicheren Lebensraum im All.

Im Kern soll das Metalaw allen außerirdischen Zivilisationen und Spezies unsere irdischen Menschenrechte zubilligen. Ob diese Außerirdischen sich jetzt in einer Entwicklungsstufe von Höhlenaliens befinden oder unendlich weit voraus sind, spielt dabei keine Rolle. Alle Aliens sind vor dem Meta-Gesetzt gleich und haben alle die gleichen Rechte.

Zum Wohle der Außerirdischen

Selbstverständlich gab und gibt es bis heute Kritiken an diesem Metalaw.

Einige Kritiker bemängeln, dass hier das Konzept von “Gut” und “Böse” auf alle Spezies im All angewandt wird. Andere meinen, dass es unsinnig wäre darüber nachzudenken, da niemand sagen kann, ob sich irgendwelche Aliens auch daran halten. Wieder andere argumentieren, dass diese kosmischen Gesetzte uns und unsere Vorstellungen, Ethik und Weltanschauungen in den Mittelpunkt stellen (Anthropozentrismus).

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Alles sicher nicht zu widerlegende Kritikpunkte. Doch darüber nachdenken und philosophieren ist mit Sicherheit nicht falsch. Obwohl wir auf unserer eigenen Welt solche oder ähnliche Regen nicht einmal Ansatzweise bei unserer eigenen Spezies anwenden. Auch vor dem Hintergrund, dass die Menschen nicht mal wissen, wer bei einem Kontakt mit Aliens für “uns” sprechen wird, scheint so ein Metalaw grotesk. Denn auch das ist eine bisher vollkommen ungelöste Frage, wie in diesem Blog-Artikel HIER und diesem Vortrags-Video bei YouTube HIER dargelegt.

Dennoch wurde bereits 1960 das “Internationale Institut für Weltraumgesetz” (IISL) gegründet. Dieses “International Institute of Space Law” vergibt seit 1961 auch Preise an Personen, die in einem von fünf verschiedenen Bereichen zum Thema Weltraumgesetz Besonders geleistet haben. Und einer dieser Preisträger war 1963 aus Österreich stammende Jurist Dr. Ernst Fasan, der bis heute als Autorität auf dem Gebiet Weltraumrecht gilt.

11 Regeln für alle Alien-Rassen

Fasan hat 1970 das Metalaw von Andrew G. Haley aus dem Jahr 1956 umfangreich neu formuliert, angepasst und erweitert und 11 Kerngesetze ausgearbeitet. Diese diskutiert er in seiner Veröffentlichung “Relations with Alien Intelligences – The Scientific Basis of Metalaw” und fasst sie in folgenden Punkten zusammen:

  1. Jegliche Handlung, die einer anderen Rasse Schaden zufügt, muss vermieden werden.
  2. Jede Rasse hat das Recht, sich gegen jegliche schädliche Handlung einer anderen Rasse zu verteidigen.
  3. Alle intelligenten Rassen im Universum haben prinzipiell die gleichen Rechte und Werte.
  4. Jeder Partner von Metalaw hat das Recht auf Selbstbestimmung.
  5. Das Prinzip, eine Rasse zu erhalten, hat Vorrang vor der Entwicklung einer anderen Rasse.
  6. Es ist kein legaler, sondern ein ethischer Grundsatz, dass eine Rasse der anderen durch ihre eigenen Aktivitäten hilft.
  7. Im Schadensfall hat der Verursacher die Unversehrtheit des Geschädigten wiederherzustellen.
  8. Kein Partner von Metalaw darf eine Unmöglichkeit verlangen.
  9. Es muss keine Regelung des Metalaw eingehalten werden, wenn die Einhaltung zu einem praktischen Selbstmord für die verpflichtete Rasse führen würde.
  10. Metalaw-Vereinbarungen und -Verträge müssen eingehalten werden.
  11. Jede Rasse hat einen Anspruch auf ihren eigenen Lebensraum.

Auch dieser Kodex klingt nicht nur nach Science-Fiction, er ist es auch. Obwohl dahinter keine Science-Fiction-Fans oder UFO-Enthusiasten stecken. Es sind vielmehr ernsthafte wissenschaftliche Überlegungen, die zu derartigen “Gesetzten” führten. Und genauso wie alle anderen Weltraumgesetze, die irgendwelche anderen Spezies im All einschließen, sind sie letztlich doch nur Wunschdenken.

Science-Fiction und Wissenschaft sind natürlich keine sich widersprechende Gebiete, sondern beeinflussen sich gegenseitig. Träumerei und Vordenken ist hier Alltag. Doch ob es jetzt 11 oder 1.111 Regelungen über ein Miteinander der Alien-Rassen mit noch so fundierten, logischen und wissenschaftlichen Argumenten erdacht werden, sind sie wahrscheinlich am Tag X so oder so unnütz …

Interstellare Handesgesetze

Blickt man als an Themen wie Leben im All, Aliens und Grenzwissenschaft & Mystery Files Interessierter auf die etablierte wissenschaftliche Community, wundert man sich nicht selten über deren Arbeiten und Veröffentlichungen. Zynisch ausgedrückt muss man sich teilweise fragen, womit diese eigentlich so alles ihre Zeit und (Steuer-)Gelder verschwenden.

Zum Beispiel auch mit “der Theorie des interstellaren Handel”, deren Regelungen, Besteuerung und Durchführbarkeit. Veröffentlicht hat diese theoretischen Überlegungen der Wirtschaftsprofessor Paul R. Krugman bereits im Juli 1978. Immerhin ein sehr bekannter Experte für Wirtschaft und Handel, der 2008 den Alfred-Nobel-Gedächtnispreises für Wirtschaftswissenschaften verliehen bekam.

In seiner Studie “Die Theorie des Interstellaren Handel” geht Krugman vor allem auch der Frage nach, wie aufgrund der gigantischen Distanzen im Universum ein solcher Handel funktionieren könnte. Viele Lichtjahre müssten hierbei überbrückt werden und damit wäre es “eine sehr zeitaufwändige Investition”. Preis-Leitung eines derartigen Handel wäre innerhalb des Sonnensystems möglicherweise rentabel. “Ist diese Transaktion profitabel”, wenn es um Handel zwischen den Sternen geht, fragt Krugman zurecht.

Handessbeziehungen mit Außerirdischen schloss Krugman vor rund 40 Jahren in seine Überlegungen ebenso mit ein. Er nennt es “Interspezies Transaktionen” von Waren und Kapital. Doch das alles sei “nicht so einfach”, solange wir die Entfernungen im All nicht wesentlich schneller oder mit anderen Technologien überwiesen können. Etwa wie bei “Star Trek”.

Was in seinen Berechnungen und Gedankengängen aber fehlt, sind genaue Ausführungen, ob irgendwelche anderen Zivilisationen mit der Erde überhaupt Handel treiben wollen. Und womit eigentlich. Ebenso, ob Aliens überhaupt Interesse an Kapitel und damit Geld haben. Dies wissen wir heute ebenso wenig wie 1978.

Wenn ich einen Alien töte …

Vor fast fünf Jahren bin ich in diesem Blog-Artikel HIER auf eine andere spekulative aber durchaus spannende Frage eingegangenen: Was droht “gesetzlich gesehen” einem Menschen, der ein UFO mit Aliens landen sieht – und die Außerirdischen daraufhin tötet?

Eine seltsame Frage, die aber letztlich darauf hinauslaufen würde, dass man straffrei davon kommt. Es fehlt ganz einfach in Deutschland die Gesetzesgrundlage, da “die Delikte ‘Mord’ und ‘Totschlag’ jeweils den Tod eines anderen Menschen voraussetzen”, wie damals jemand kommentierte. Außerirdische sind eben keine Menschen und sind im Strafgesetzbuch schlicht und einfach irrelevant. So heiß es damals in einem Kommentar weiter:

Denn tatsächlich gilt, dass eine Strafbarkeit die Existenz eines entsprechenden Gesetzes vor dem Ausüben der Tat voraussetzt.”

So unwahrscheinlich es auch ist, dass jemand gelandete Außerirdische antrifft und dann tötet, es ist ein interessanter Gedanke. Mich erinnert das an “Tötung eines Wirbeltieres” oder auch, dass etwa Hunde juristisch als “Sache” betrachtet werden. Ermorde ich also einen Alien, weil mir zum Beispiel seine ggf. nicht vorhandene Nase nicht passt (juristisch also: “Mordlust”), wäre das Sachbeschädigung?

Auch das ist fraglich, denn muss zur Strafverfolgung eine “Sache” nicht jemanden gehören?

Alien-Invasion und die Folgekosten

Im Juli 2016 befasste sich der Jurist Klaus Hempel für den Sender SWR mit einer nicht minder spekulativen und Frage, wie in diesem Blog-Beitrag HIER berichtet:

Wer zahlt eigentlich wenn Außerirdische angreifen?

Eine Alien-Invasion ist nach den Vorstellungen von Hollywood bekanntlich immer mit enormen bis gigantischen Schäden verbunden. Vermutlich war auch der Film “Independence Day 2: Wiederkehr” der Ideengeber, dass sich der SWR damals die Frage nach den Folgekosten einer solchen Invasion stellte. Zerschießen die Außerirdischen dabei mein Haus oder eines ihrer UFOs stürzt beim Kampf in mein Dach, ist es erstmal ein Fall für die Versicherung, so Hempel.

Weiter schrieb er:

“In Frage kommt zunächst einmal eine Haftung durch die Gebäudeversicherung. Das Problem besteht erst einmal darin, dass es sich bei einem Angriff von Aliens nicht um einen klassischen Fall von Naturgewalt handelt. Insofern bringt es mir nichts, wenn ich mich gegen sogenannte Elementarschäden versichert habe. In den Geschäftsbedingungen der Versicherer ist außerdem vielfach geregelt, dass eine Haftung bei kriegerischen Angriffen von außen nicht besteht, aber: wir haben es hier mit einem Sonderfall zu tun.

Wenn beispielsweise ein UFO versehentlich auf dem Dach landet und dadurch die Immobilie beschädigt wird, liegt ein sogenannter Anprallschaden vor. Der ist in der Regel vom Versicherungsschutz umfasst. Und gleiches gilt auch für den Absturz von unbemannten Flugkörpern. Und im Wege der ergänzenden Vertragsauslegung kann da eigentlich nichts anderes gelten, wenn mein Haus von einem UFO beschossen wird. Für Beschädigungen an der Inneneinrichtung, also Möbel usw., kann man dann konsequenterweise die Hausratversicherung in Anspruch nehmen. Und wer sich voll umfänglich versichert hat, der kann sogar die Kosten für die Aufräumarbeiten geltend machen.”

Wer hätte das gedacht? Ob bei einer unwahrscheinlichen aber theoretischen möglichen Alien-Invasion dann aber wirklich Gelder von den Versicherungen fließen, sei einmal dahingestellt. Sofern diese den Angriff überstanden, wären sie so oder so ruiniert …

Spekulationen und SETI

Viele – sehr viele – Spekulationen. Das steht außer Frage. Aber dieser Ausflug in die Welt der Vorschriften und vertraglichen Regelungen von uns Menschen zeigt mehr als deutlich, dass man sich seit Jahrzehnten Gedanken über so was wie eine einheitliche Richtlinie bei diesen Themen macht.

Diverse Bereiche haben hierbei durchaus konsequente Bestimmungen was Leben  im All betrifft. Allen voran die SETI-Forscher. Also jene Astronomen und Wissenschaftler, die mir Radioteleskopen und anderen Technologien nach Signalen von außerirdischen Zivilisation suchen. Irgendwo und irgendwann muss es andere Intelligenzen im All geben oder gegen haben, davon sind sie überzeugt. Man muss deren Signale und Spuren im Universum “nur” finden.

Auch wenn SETI-Astronomen seit Jahrzehnten vergeblich nach diesen eindeutigen Botschaften von Aliens suchen, haben sie längst Regelungen für den Tag X getroffen. Keiner der Beteiligten darf beim Empfang eines Signales einer Alien-Zivilisation diese Information einfach eigenmächtig an die Öffentlichkeit geben. Erst nach einer mehrfachen Bestätigung des Signals durch weiterer Teleskope und Astronomen und nach Absprache untereinander. Der gesamte Vorgang ist klar strukturiert und gegliedert.

Was aber in unserer Welt wohl nicht zu regeln sein wird ist, wer diesen Aliens in Namen der Menschheit was antwortet. Jeder Staat, jede Gruppe, jede Religion und jede Gesellschaft hat mit Sicherheit hierzu ihre eigenen Ansichten und Wünsche.

Ich denke jedoch, dass ausnahmslos alle Gesetzte, Regelungen und jeder Kodex und jeder guter Wille eines Tages im Sand verlaufen werden …

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Außerirdische Zivilisationen: Wurde den Aliens der Klimawandel zum Verhängnis? Das “Fermi-Paradoxon” und der Nicht-Kontakt

Außerirdische Zivilisationen: Wurde den Aliens Klimawandel und Umweltzerstörung zum Verhängnis? (Bilder: NASA/JPL / Montage: Fischinger-Online)
Außerirdische Zivilisationen: Wurde den Aliens Klimawandel und Umweltzerstörung zum Verhängnis? (Bilder: NASA/JPL / Montage: Fischinger-Online)

Wenn unsere Milchstraße und das Universum von außerirdischen Zivilisationen zumindest nach einigen Berechnungen nur so wimmelt: Wo sind diese dann alle? Warum finden wir sie scheinbar nicht und warum empfängt SETI kein Signal von Außerirdischen? Dazu gibt es einen ganzen Katalog von Erklärungsversuchen. Eine “neue” These zu diesem “Fermi-Paradoxon” genannten Umstand des Nicht-Kontaktes mit Aliens bringt jetzt ein Astrophysiker in Spiel: Klimawandel und Umweltzerstörung auf ihren Planeten würden die Entwicklung der Außerirdischen bremsen oder sogar stoppen. Wie genau das der US-Wissenschaftler meint, welche weiteren Faktoren eine außerirdische Zivilisation bedrohen und ob das als Erklärung des “Fermi-Paradoxon” ausreicht, lest Ihr in diesem Beitrag.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Zivilisationen im All

Seit wenigen Jahrzehnten erst hat sich unter Astronomen und Weltraumforschern die Überzeugung durchgesetzt, dass es im Universum von Leben nur so wimmelt. Intelligentes Leben und außerirdische Zivilisationen ausdrücklich eingeschlossen.

Eine Tatsache, die in der breiten Bevölkerung allerdings noch lange nicht angekommen ist. Außerirdische sind für viele Menschen mangels Bildung und Interesse in diesem Bereich weiterhin ein Thema für “Verrückte”, “Freaks” oder “Spinner”. Vor allem auch aufgrund der allgemeinen und falschen Auffassung, dass das Thema Außerirdische dasselbe wie das Thema UFOs ist. Daran hat das Fernsehen und Hollywood eine erhebliche Mitschuld.

Allerdings haben auch all jene etablierten Wissenschaftler “schuld”, die von eben diesem Leben im All immer wieder sprechen. Seien es jetzt Mikroorganismen auf einem Mond oder dem Mars in unserem Sonnensystem, ferne und mutmaßliche bewohnbare Exoplaneten im All oder technologische Zivilisationen von Außerirdische: Nichts davon kann die Weltraumforschung bisher belegen.

Noch nicht. Denn sicher sind sind eigentlich alle, dass es “Sie” da draußen geben muss. Wir müssen sie nur finden (oder sie uns).

Aliens wie Sand am Meer – wo denn?

Wie viele Planeten und Monde in unserer Galaxis oder im gesamten Universum Leben beherbergen, kann niemand auch nur annähernd seriös sagen. Nichteinmal grob schätzen kann man die Anzahl belebter Welten im All. Und das wird auch in fernster Zukunft aller Wahrscheinlich nach immer so bleiben. Wir kennen nicht alle Monde und Planeten im Kosmos, auf denen Leben entstanden sein könnte. Wir werden sie in der Unendlichkeit des Alls niemals alle kennen können. Gleichzeitig können wir auch nicht alle Kandidaten vor Ort untersuchen, um etwa Mikroben oder Alien-Fische nachzuweisen.

Das Universum ist dafür ganz einfach zu groß.

Bei außerirdischen Zivilisationen ist es zwar nicht ganz so aussichtslos, aber dennoch vergeblich. Doch auch hier sprechen Optimisten von “Aliens wie Sand am Meer” im gesamten Kosmos. Und viele seien eben intelligent und haben eine technologische Zivilisation einwickelt. Einige dieser Spezies sind auf dem Stand von uns Menschen – andere vielleicht Millionen Jahre weiter entwickelt.

So nehmen gerne diverse Wissenschaftler die inzwischen schon sehr alte Drake-Gleichung aus den 1960er Jahren dafür vor. Eine Formel (mehr dazu auch HIER, HIER & HIER), mit der man theoretisch die Anzahl intelligenter Alien-Zivilisationen im All berechnen kann. Einige optimistische Ergebnisse dieser Berechnungen zeigen ein Universum, dass voller Zivilisationen ist.

Aber warum finden wir diese doch angeblich so zahllosen Außerirdischen einfach nicht? Obwohl wir beispielsweise seit rund einem halben Jahrhundert mit Radioteleskopen Signale von ihnen suchen schweigt der Kosmos!

Das “Fermi-Paradoxon”

Ein quasi überall bevölkertes Weltall, ohne, dass wir auf der Erde das mitbekommen? Warum?

Genau das fragte sich schon 1950 der berühmte Atomphysiker und Nobelpreisträger Enrico Fermi, nachdem zahlreiche Begriffe aus Wissenschaft und Forschung benannt sind. So auch das “Fermi-Paradoxon”, das eben genau das Problem des Nicht-Kontaktes mit anderen Zivilisationen beschriebt:

Fermi ging davon aus, dass es intelligentes außerirdisches Leben gibt, das technisch hochentwickelte Zivilisationen über Millionen von Jahren aufrecht erhalten kann. In dieser Zeitspanne sollte es mittels interstellarer und intergalaktischer Raumfahrt möglich sein, ganze Galaxien zu kolonisieren – und der Wahrscheinlichkeit nach sollte dies bereits geschehen sein. Dass dennoch die Suche nach den Spuren von Außerirdischen bisher erfolglos blieb, erschien ihm paradox und als Hinweis darauf, entweder die Annahmen oder die Beobachtungen zu hinterfragen.

Rund 70 Jahre ist dieses “Fermi-Paradoxon” nun bekannt und in der Diskussion. Und es ist und bleibt paradox. Obwohl selbstverständlich in der Astronomie und Alien-Forschung verschiedene Parameter angeführt wurden, warum wir bisher alleine bzw. noch nicht besucht worden sind. Man sollte aber dabei aber auch beachten, dass nicht nur keine Alien-Kollonisten zu uns kamen, sondern diese “Anderen” noch nicht mal irgendwas von sich hören ließen.

Das Problem des Nicht-Kontaktes

Beispiele:

  • Außerirdische betreiben ganz einfach keine oder räumlich nur sehr begrenze interstellare Raumfahrt. Aus technischen, wirtschaftlichen oder anderen Gründen – oder weil es für diese schlicht unnötig ist.
  • Alle außerirdischen Zivilisationen sind schon lange Vergangenheit. Es existieren keine mehr.
  • Die Menschheit ist vollkommen allein im All. Wir wären damit die erste “intelligente Spezies”.
  • Aliens leben von unserem Ort im Kosmos aus betrachtet alle zu weit weg. Sie haben uns als Ziel deshalb “nicht auf dem Schirm”.
  • Natürliche Katastrophen haben sie ausgelöscht.
  • Sie haben sich durch Kriege usw. selber ausgelöscht.
  • Die Planeten der Aliens haben eine derart starke Anziehungskraft (“Super-Erden”), dass sie keine Raumfahrt entwickelt haben. Kosten und Ressourcenverbrauch, um erstmal langsam mit Raumfahrt wie Satelliten usw. zu beginnen, sind viel zu hoch (s. a. Video HIER).
  • Alle außerirdischen Zivilisationen ignorieren uns Erdlinge aus mangelnden Interesse absichtlich.
  • Außerirdische haben uns noch gar nicht entdeckt, und wissen nichts von der Menschheit.
  • Sie waren schon längst hier.
  • Die “Anderen” sind schon längst hier.
  • Ab und zu kommen sie mal vorbei.
  • Außerirdische haben durch Weltraummüll eine “Barriere” um ihre Welt geschaffen, so dass sie auf ihrer Welt “gefangen” sind.
  • Alien-Zivilisationen wissen von uns, haben aber untereinander abgesprochen, dass sie uns in Ruhe lassen.
  • Wir erkennen sie gar nicht.
  • Keine außerirdische Zivilisation hat bisher den Sprung zu einer interstellaren Spezies geschafft.

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Wo die Wissenschaft nicht weiter weiß, beginnen die Spekulationen und Thesen. Die genannten Erklärungsversuche des “Fermi-Paradoxon” zeigen dies sehr eindringlich. Obwohl vieles davon nach Science Fiction klingt, ist es das nicht. Science Fiction wird schließlich immer von der nüchternen Wissenschaft beeinflusst. Dann verpackten Hollywood, Autoren & Co. es für den Konsumenten.

Science Fiction vs. Wissenschaft

In der TV-Serie “Raumschiff Enterprise” existiert beispielsweise eine “Oberste Direktive”. Damit ist in der Serie nichts weiter als eine Nichteinmischungsabsprache der handelnden Spezies gegenüber “primitiven Zivilisationen” gemeint. Etwa wenn diese noch nicht die Technologie der interstellaren Raumfahrt erfunden haben, lässt man sie bei “Star Trek” in Ruhe.

Vorstellbar, dass es so was im All wirklich gibt und wir deshalb vor dem “Fermi-Paradoxon” stehen. Genauso vorstellbar aber auch, dass sie schon vor zum Beispiel 14 Millionen Jahren hier waren. Oder uns in 10, 100 oder 10.000 Jahren erst entdeckten. Vielleicht sind alle Außerirdischen in der Galaxis bisher auch nur Steinzeitaliens oder Mikroben …

Alles Thesen. Alles nicht belegbar. Und doch alles durchaus vorstellbar. Inklusive der mit Sicherheit unbeliebtesten Erklärung, dass wir ganz allein sind. Betrachtet man die Diskussionen um außerirdische Zivilisationen und des Problems, dass wir sie bisher einfach nicht finden, sind einige Hypothesen dabei sehr beliebt. Zumindest in den letzten Jahren. Obwohl auch diese nach irdischen Science Fiction klingen, muss es nicht überall so sein.

Zum wäre da die Annahme, dass sie schon lange hier sind, hier waren oder immer mal wieder hier “vorbei schauen”. Verbunden wird dies gerne auch mit der Überlegung, dass sie sich ganz einfach nicht (direkt) einmischen wollen. Wir Menschen sind vielleicht auch sowas wie ein “komischer Zoo” im All: Hin und wieder interessant und unterhaltsam, letztlich aber doch bedeutungslos und langweilig (s. a. Interview mit Lars A. Fischinger HIER).

Eine andere beliebte Idee ist, dass Außerirdische ganz einfach zu weit weg und die Distanzen zwischen den Sternen auch für sie zu gigantisch sind. Vor allem Kritiker der Prä-Astronautik oder auch der UFOs im Sinne von Alien-Fahrzeugen führen das oft an.

Die dritte und überaus beliebte Erklärung des Nicht-Kontaktes ist, dass alle Alien-Zivilisationen inzwischen untergegangen sind. Wann genau ist dabei eher belanglos. Ob vor 1.000 Jahren die letzten Außerirdischen untergingen oder vor 5 Milliarden Jahren spielt dabei kein Rolle. Wir Menschen haben sie schicht und einfach zeitlich verpasst.

Der “Große Filter”

Theoretisch vorstellbar ist in der Unendlichkeit des Universums auch unendlich viel. Immerhin ist das All, soweit wir heute wissen, rund 14 Milliarden Jahre alt. Viel Zeit für viele Ereignisse und Dinge.

Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen betrachte sehr häufig die Entwicklung von solchen Zivilisationen an sich kritisch. Allen voran ist hier der Physiker Stephen Hawking sicher zu nennen. Sie gehen in ihren Thesen davon aus, dass eine außerirdische Spezies sich technologisch bis zu einer Art Scheidepunkt kontinuierlich weiter entwickelt. Irgendwann steht die technologische und parallel laufende biologische Evolution dieser Zivilisationen jedoch an einer Schelle.

Diese Entwicklungsschwelle gilt es zu überwinden, damit eine solche Spezies überhaupt weiter existieren kann. In der Diskussionen wird hier gerne das Risiko der Selbstvernichtung der Außerirdischen genannt. Durch Krieg, Atomaren Holocaust, Killerviren und zahlreiche andere (menschlich) denkbare Katastrophen. Natürlich auch durch verehrende Naturereignisse. Eine Spezies, die zwar einfache Raumfahrt betreibt, eben wie wir, kann beispielsweise einen Killer-Kometen oder riesigen Asteroiden auf Kollisionskurs nicht abwehren. Auch einem Gammestrahlenausbruch oder Supervulkanen wären diese Aliens schutzlos ausgeliefert.

Erst nachdem eine Spezies technologische all diese Hürden meistern und überwinden kann, ist ihre Überleben sicher. Hausgemachte und natürliche Untergänge müssen überwunden oder überwindbar sein. Wie soll eine Spezies den Schritt in den Kosmos schaffen, wenn sie plötzlich von einem Atomkrieg oder Killer-Asteroiden in die Steinzeit zurückgeworfen wird?

Vollkommen logische Überlegungen, die natürlich auch die Spezies Mensch betreffen.

Auch wenn Kriege aller Art gerade von uns Menschen der Erde überaus gerne geführt werden, kann das bei Aliens durchaus auch so sein. Falls nicht, bleiben die überall im Weltraum vorhandenen natürlichen Gefahren. Forscher sprechen hier auch von einem “Großen Filter” in der Entwicklung von Zivilisationen. Einige Spezies überleben die Kinderkrankheiten ihrer Zivilisation und werden von kosmischen Ereignissen verschont, andere nicht.

Klimawandel bei den Außerirdischen

Haben Außerirdische sich nicht alle selber umgebracht oder in die Steinzeit zurück katapultiert und wurden auch von natürlichen Weltuntergängen verschont, steht ihnen das All offen. So die einhellige Meinung unter den Astronomen. Würde eine technologisch fortschrittliche Spezies dann von einem Kometen oder Asteroiden in ihrer Existenz bedroht, würden diese Aliens es verhindern können.

Um so weiter der Fortschritt, um so mehr können sie sich wehren und dadurch immer weiter entwickeln. Eine Aufwärtsspirale, wenn man so will. Denken wir den Extremfall, dass deren Sonne untergeht und die Atmosphäre ihrer Welt deshalb verbrennt, finden diese Super-Aliens auch dafür eine Lösung.

Der Astrophysiker Adam Frank ist mit seinem Buch “The Light of the Stars” vom Juni 2018 bisher einer der letzten Forscher, die das Thema des “Großen Filters” genauer betrachtet haben. Er führte den Klimawandel als einen weiteren Aspekt an, der allerdings keinesfalls neu ist. Frank beruft sich ausdrücklich auf vorherige Pioniere der Alien-Forschung wie etwa Frank Drake oder Carl Sagen.

Populär brachte Frank vor allem den Klimawandel unserer Erde mit Blick au außerirdische Zivilisationen ins Spiel. Wie es sein Untertitel “Außerirdisch Welten und das Schicksal der Erde” schon verrät, zieht Frank eindeutige Verbindungen zur aktuellen Weltlage und potentiellen Alien-Welten. Denn auch ein Wandel das Klimas kann für die Entwicklung einer Zivilisation auf ihren Planeten ungeahnte und hinderliche Konsequenzen haben. Hier sei die Menschheit “kosmische Teenager”, so Frank.

Verwundern sollte das nicht. Ein Klimawandel, gleich ob von Menschenhand, Alienhand oder natürlich, kann für eine planetar gebundene Zivilisation das Aus bedeuten. Zumindest wird es für die betroffene Spezies weit Wichtigeres geben als groß angelegte Raumfahrt. Durchaus eine Aussage, die man schon heute bei Raumfahrt-Kritikern auf diesem Planeten antrifft.

Wer aber keine oder kaum Energien und Technologien in Raumfahrt & Co. investiert, wird im “Großen Filter” des Kosmos stecken bleiben. Ergebnis mit Blick auf das “Fermi-Paradoxon” wäre, dass diese Zivilisation vor uns verborgen bliebe. Zumindest bis diese vielleicht eines Tages ihren Klimawandel überwunden  oder sich nach einem Ende ihre “kosmischen Teenager-Zivilisation” neu entwickelt hat.

Sind das wirklich Erklärungen?

Jeder einzelne Punkt der Interpretationen des “Fermi-Paradoxon” ist nachvollziehbar und möglich. Und doch erklärt nicht einer davon das Problem des Nicht-Kontaktes und das Schweigen aus dem All wirklich zufriedenstellend.

Auch hier kommt wieder die gewaltige Größe des Weltraum ins Spiel. Niemand kann ernsthaft behaupten, dass alle angeblich so zahllosen außerirdischen Zivilisationen noch zu primitiv sind, sich vernichteten, uns nicht gefunden haben, die Erde ignorieren usw. Auch die Annahme, dass eine Kombination aus allen Punkten für das “Fermi-Paradoxon” verantwortlich ist, ist nicht unbedingt stichhaltig. Zumindest auf den ersten Blick.

Bei Milliarden und Abermilliarden Planeten im All sind die allermeisten unbewohnbare und lebensfeindliche Welten. Planeten deren Klima, Sonnenorbit und zahllose andere damit verbundene Faktoren die Entwicklung einer Zivilisation vollkommen unmöglich machen. Selbst der größte Alien-Fan kann diese Tatsache nicht ignorieren. Zum Glück bleiben aber immer noch genug Welten über, auf denen das sehr wohl möglich war oder ist.

Eine außerirdische Spezies um einen Stern in 10 Millionen oder sogar Milliarden Lichtjahren Entfernung ist für uns unfassbar. Allein den Stern dieser Aliens sehen wir so, wie er vor Millionen oder Milliarden Jahre einmal aussah. Da gab es diese Zivilisation vielleicht noch gar nicht bzw. nicht mehr. Wir haben aber auch Nachbarn im All, die nur einige dutzend oder ein paar hundert Lichtjahre von uns entfernt sind. Warum finden oder besser gesagt hören wir diese nicht?

Da SETI mit Teleskopen seit nunmehr über 50 Jahren das All nach Alien-Signalen vergeblich absucht, kann das nur Folgendes beuten.

Nachbarn im Kosmos und das “Fermi-Paradoxon”

Eine technologische Spezies in unserer Nachbarschaft kann zeitlich und räumlich nicht passend existieren. Wir müssten ihre Signale mit unseren irdischen Radioteleskiepen längst entdeckt haben.

Wären diese Aliens 100 Jahre von uns weg und haben zu dieser Zeit oder auch davor Signale von ihrer Welt in das All abgestrahlt, müssten wir sie längst empfangen haben. Auch unsere irdischen Signale sind bereits Jahrzehnte weit in das all vorgedrungen. Bei einer außerirdischen Zivilisation wäre das nicht anders. Längst hätten wir von diesen kosmischen Nachbarn etwas gehört. Haben wir aber nicht.

Pessimisten und vor allem SETI-Kritiker argumentieren genau so. Demnach wären die Fremden im All einfach viel zu weit weg, als das wir sie finden. Im Prinzip würde das auch das “Fermi-Paradoxon” erklären. Allerdings nur bei oberflächlicher Betrachtung und damit letztlich auch wieder nicht.

Aliens, die nur 100 Jahre von uns weg sind, können sehr wohl unabsichtlich Signale ausgesendet haben, die auch die Erde erreichten. Wir haben sie ganz einfach nicht gehört. Vielleicht da wir auf einer anderen Frequenz gesucht haben. Auch möglich, dass wir überhaupt nicht im passenden Augenblick in deren Richtung lauschten. Immerhin hat SETI dank der rasenden Entwicklung der Technologie heute die Möglichkeit Millionen Frequenzen automatisiert gleichzeitig abzuhören. Das war natürlich nicht immer so.

Raum und Zeit

Bedenken muss man auch Folgendes: Wenn diese Zivilisation bereits seit 1.000 Jahren keine Radiosignale etc. mehr aussendet, da sie vollkommen anderen Technologien entwickelt haben, hören wir sie auch nicht mehr. Sie könnten in 100 Jahren Entfernung leben – uns technologische aber soweit voraus sein, dass wir absolut nichts mehr von ihren hören. Und ein Alien-Signal, dass vor Jahrhunderten unsere Erde erreichte, konnte natürlich auch niemand empfangen.

So kann es in der unmittelbaren Umgebung von uns zwar andere Zivilisationen geben, aber deren Technik können wir heute nicht mehr aufspüren. Existiert deren technologische Gesellschaft schon eine Millionen Jahre, da sie den “Großen Filter” lange überwunden haben, haben wir überhaupt keine Vorstellung mehr, was diese tun und was nicht. Es wäre vermessen anzunehmen, dass alle Alien-Nachbarn Radiosignale zeitlich und räumlich so sendeten, so dass wir sie in den letzten Jahrzehnten auch empfangen konnten.

Und vielleicht sind sie ja schon lange hier und mischen sich nur nicht ein.

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Lars A. Fischinger

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Kanadische Astronomen rätseln über mysteriöse periodische Radiosignale aus dem All

Astronomen rätseln über ein mysteriöses Signal aus dem All (Bild: PixaBay/gemeinfrei)
Astronomen rätseln über ein mysteriöses Signal aus dem All (Bild: PixaBay/gemeinfrei)

Wissenschaftler der Universität Britisch Columbia in Kanada rätseln derzeit über mysteriöse Signale, dass von der kanadischen Radioteleskop-Anlage “Canadian Hydrogen Intensity Mapping Experiment” (CHIME) empfangen wurde. Wie die Astronomen auf einer Tagung der renommierten “American Astronomical Society” am 7. Januar in Seattle und dem Magazin “Nature” berichten, ist der Ursprung der Radioblitze bisher vollkommen unklar. Seit dem überschlagen sich die Berichte in den Medien, denn viele spekulieren, dass die kanadischen Forscher mit ihrem CHIME vielleicht Signale von Außerirdischen empfangen haben könnten. Woher kommen diese zum teil periodischen Signale aus dem All – was sagen die Forscher dazu? Das erfahrt Ihr hier.


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Das belauschte Universum

Astronomen belauschen schon seit Jahrzehnten das Universum. Mit einem ganzen Netz von verschiedenen Radioteleskopen rund um die Erde wollen die Forscher so mehr über unsere Kosmos und all seine Geheimnisse erfahren. Ein Teilbereich dieser Radioastronomie steht dabei immer wieder im Fokus der Presse und Berichterstattungen: SETI – Die Suche nach außerirdischer Intelligenz.

Verwunderlich ist das nicht. Denn bodenständige Astronomen, die mit ihren Radioteleskopen nach Botschaften und Signalen von außerirdischen Zivilisationen suchen faszinieren weite Teile der Öffentlichkeit. Zumindest weit mehr als Radioteleskope, die irgendwelche “nicht fassbaren” kosmischen Strahlungen erforschen. Wenn aber eines dieser Teleskope Signale aus den Weiten des Alls empfängt, die sich die beteiligten Astronomen nicht erklären können, wird die Presse hellhörig.

So auch im aktuellen Fall der zahllosen “Radioblitze”, die in Kanada mit der Anlage CHIME aufgespürt wurden.

Mysteriöse Signale aus dem All

Erstmal empfangen wurden diese “Schnellen Radio-Ausbrüche” (“Fast Radio Bursts”, FRB) genannten Signale bereits vor rund 12 Jahren. Seit dem im Jahr 2007 erstmals in dem Magazin “Science” (vol. 318, 2. Nov. 2007) über diese Radio-Blitze berichtet wurde, kamen einige Dutzend dieser FRB aus dem Kosmos hinzu. Dies war immer mal wieder Anlass für diverse Medienberichte.

Doch seit die Astronomen in Kanada ihr CHIME erstmals aktivierten, haben sie bereits 13 weitere Radiosignal-Ausbrüche dieser Art registriert. Sie dauern nur wenige Millisekunden, stellen die Astronomen bisher aber vor ein Rätsel. Besonders interessant ist für die Forscher dabei das Signale mit der Bezeichnung FRB 180814 (bzw. FRB 180814.J0422+73), wie sie am 9. Januar in “Nature” berichteten. Denn das Signal ist erst das zweite, dass periodisch aus dem All hier auf der Erde empfangen wurde.

In dem Artikel “Eine zweite Quelle für sich wiederholende schnelle Radio-Ausbrüche” schreiben die Astronomin Deborah Good der Universität Britisch Columbia und ihre Kollegen, dass die Natur dieser FRB ihnen schlicht nicht bekannt sei. Rund 50 Wissenschaftler von fünf Forschungseinrichtungen sind an dem Projekt CHIME in Kanada beteiligt, und alle können nur Vermutungen anstellen.

Vielleicht stammen diese kosmischen Signale von Gaswolken in denen Sterne geboren werden, spekuliert zum Beispiel der Astronom Shriharsh Tendulkar von der McGill Universität. Jedenfalls kann die Ursache keine vernichtende Katastrophe im All sein, da sich die Signale wiederholen. Zwei kollidieren und verschmelzen Neunotensterne oder ein Schwarzes Loch, das einen solche Neutronenstern “verschluckt”, können demnach als Ursache ausgeschlossen werden, so Tendulkar.

Signale von Aliens?

Natürlich ist man bei rätselhaften Signalen aus dem Universum sehr schnell bei dem Gedanken, dass es sich um Außerirdische handeln könnte. Immerhin suchen wir ja schon über ein halbes Jahrhundert nach Funksignalen dieser Intelligenzen im All. Ein Erfolg bei der Suche nach dieser Art von Leben im All ist für viele Menschen schon längst überfällig.

Ingrid Stairs, Astrophysikerin von der Universität Britisch Columbia, ist sicher, dass es in den Weiten des Kosmos zahlreiche solche Signale geben muss. Je mehr von diesen gefunden würden, je näher könne man auch der Ursache kommen, erklärte sie “BBC World” am 10. Januar. Von der Spekulation, dass diese FRB ihren Ursprung bei außerirdischen Zivilisation haben, hält sie allerdings nichts:

Es scheint einfach völlig unvorstellbar, dass es so viele verschiedene außerirdische Zivilisationen geben könnte, die alle beschließen, dasselbe Signal auf dieselbe Art und Weise zu erzeugen – das erscheint höchst unwahrscheinlich.”

Vieles im All ist für uns Menschen (noch) unvorstellbar. Allerdings sieht keiner der beteiligten Forscher in diesen Radiosignalen irgendeinen Hinweis auf Außerirdische. Shriharsh Tendulkar:

Als Wissenschaftler kann ich das nicht zu 100 Prozent ausschließen. Aber intelligentes Leben hat kein Astronom als Quelle dieser FRBs im Kopf.

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Und wenn Aliens die Ursache wären, dann würden sie sich nicht gerade vor unserer Haustüre im All befinden. Das erste periodische Signal mit der Bezeichnung FRB 121102 beispielsweise kommt aus 2,5 Milliarden Lichtjahren Entfernung zu uns. Das aktuell in diversen Meldungen genannte Signal FRB 180814 könnte 1,5 Milliarden Lichtjahre von uns seine Quelle haben, heißt es in diversen Veröffentlichungen.

Optimisten im Internet spekulieren dennoch, dass es vielleicht so etwas wie “Signaturen von Alien-Antrieben” sein könnten. Hier denke man die klassische Science-Fiction von “Raumschiff Enterprise“, in denen die Raumschiffe eine “Warp-Signatur” ihres Antriebes im Kosmos hinterlassen. Die Astronomen sind aber optimistisch, dass sie mit Hilfe des “Canadian Hydrogen Intensity Mapping Experiment” noch zahllose weitere FRB finden werden.

“Wenn wir 1.000 Beispiele hätten, könnten wir viel mehr darüber sagen, wie FRBs aussehen”, ist sich beispielsweise Deborah Good sicher. Der Kosmos ist immer für Überraschungen gut. Und sicher wird auch der empirische Beweis für Leben im All ganz plötzlich bei uns “anklopfen” – oder vor der Tür stehen …

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Lars A. Fischinger

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SETI-Forscher: Vielleicht sind Aliens schon hier. Neue Wege bei SETI, die auch das UFO-Phänomen mit einschließt? +++ YouTube-Video +++

VIDEO: NASA/SETI-Wissenschaftler: Vielleicht sind Aliens schon hier gewesen (Bild: NASA/gemeinfrei / Fischinger-Online)
VIDEO: NASA/SETI-Wissenschaftler: Vielleicht sind Aliens schon hier gewesen (Bild: NASA/gemeinfrei / Fischinger-Online)

SETI sucht nun schon seit Mitte der 1960ger Jahre mit Radioteleskopen nach Signalen von außerirdischen Zivilisationen. Bisher ohne durchschlagenden Erfolg – und es wurden bisher keine Aliens in den Tiefen des Alls gefunden. Jetzt wurde ein wissenschaftliches Papier veröffentlicht, in dem ein SETI-Forscher der NASA dafür plädiert neue Ansätze bei der Suche nach (intelligenten) Außerirdischen anzugehen. Auch das UFO-Phänomen sollte dahingehend erforscht worden, heißt es in der Veröffentlichung. Neue Wege und erstaunlich offene Denkansätze bei der NASA bzw. bei SETI also, wir Ihr es diesem Video auf YouTube erfahrt!


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Ganz neue Töne aus der SETI-Forschung! Denn selbst das UFO-Phänomen – die zahllosen UFO-Akten und UFO-Meldungen – sollten genauer untersucht werden. Das zumindest fordert ein Wissenschaftler der NASA.

Vielleicht sind Aliens aber auch längst hier oder hier gewesen, nur erkennen wir sie nicht, so das Papier. Oder das UFO-Phänomen könnte Hinweise auf fremde Intelligenzen aus dem All verbergen …

Neue Wege und erstaunlich offene Denkansätze bei der NASA bzw. bei der Suche nach Leben im All, wir Ihr es diesem YouTube-Video erfahrt!

Bleibt neugierig …

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Lars A. Fischinger

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Neues Geld für SETI und die Suche nach ET: Wird die NASA nach 25 Jahren Pause wieder nach Außerirdischen suchen?

SETI: Wird die NASA nach 25 Jahren Pause bald wieder nach Außerirdischen suchen? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
SETI: Wird die NASA nach 25 Jahren Pause bald wieder nach Außerirdischen suchen? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Die US-Weltraumbehörde NASA sucht seit 25 Jahren nicht mehr nach Außerirdischen? Das mag seltsam klingen, da die NASA in den Augen der meisten Menschen sicher die Institution ist, die nach anderen Zivilisationen im All sucht oder suchen sollte. Immerhin erfahren wir regelmäßig durch die Medien von diversen NASA-Missionen, die irgendwo im All nach Leben suchen oder in naher Zukunft suchen werden. Das ist zwar richtig, aber bereits 1993 hat sie NASA ihre Suche nach außerirdischen Zivilisationen in Form von SETI-Projekten (“Search for Extraterrestrial Intelligence”) eingestellt. Das könnte sich jetzt ändern, denn ein Gesetzentwurf im US-Kongress sieht vor, der NASA wieder Millionen an staatlichen Geldern für die Suche nach ET zur Verfügung zu stellen. Warum es zu diesem “Sinneswandel” kam, erfahrt Ihr hier.


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SETI, NASA und ET

Die “Suche nach außerirdischer Intelligenz” mit Radioteleskopen und anderen modernen Technologien ist im Grunde genommen Jahrzehnte alt (s. a. HIER).

Jeder Weltraum- und Alien-Fan kennt diese Technologie, bei der Astronomen versuchen Signale aus dem All zu empfangen, die eindeutig von Außerirdischen stammen: Radiosignale, die irgendwelche Aliens absichtlich oder unabsichtlich in der Vergangenheit in das All geschickt haben, und die wir mit unseren Teleskopen auf der Erde registrieren können. Diese rasen mit Lichtgeschwindigkeit durch das Universum und könnten einen unumstößlichen Beweis für eine Alien-Zivilisation liefern.

Trotz einer bereits Jahrzehnte andauernden Suche nach diesen Signalen von ET fanden die Astronomen bis heute keinen Beweis für solche künstlichen Botschaften. Und das, obwohl auch unsere Erde unbeabsichtigt und absichtlich solche Radiosignale in das All abstrahlt. Theoretisch könnten diese irdischen “Funkfeuer” von Außerirdischen empfangen werden, die dann wiederum darauf antworten könnten.

Ein Problem ist hierbei natürlich, dass diese Aliens auch noch leben/existieren, sie eine entsprechende technologische Entwicklung beim Empfang haben  und auch “in unserer Nähe wohnen”. Würde beispielsweise eine bewusst an Außerirdische geschickte Nachricht (= “Active SETI“) von heute in 1.000 Jahren eine fremde Intelligenz in 1.000 Lichtjahren Entfernung erreichen – dauert deren Antwort erneut 1.000 Jahre, bis sie an der Erde ankommt.

Auch wenn sich Radiosignale mit Lichtgeschwindigkeit durch das Universum bewegen, würde der Weg zwischen unseren Nachbarsternsystem Alpha Centauri und uns immer noch rund 4,5 Jahre dauern. “Hallo, wie geht es Euch?” – “Danke, gut. Und Euch?” dieses theoretische Gespräch würde neun Jahre mit unseren kosmischen Nachbarn dauern.

Das kling nicht sehr ermutigend. Obwohl der Empfang eines eindeutigen Signals einer außerirdischen Zivilisation fraglos die größte Entwicklung der Menschheit wäre.

Trotzdem hat die NASA seit dem Jahr 1993 keine Gelder mehr für SETI-Projekte ausgegeben. Die Finanzmittel dafür wurden schlicht gestrichen. Das war natürlich lange nicht das Ende von SETI, das sich danach mehr und mehr in private Hände verlagert hat. Immerhin existiert auch das legendäre SETI Institut in den USA bis heute und weltweit suchen Radioastronomen nach diesem Heiligen Gral der Alien-Forschung, wie auf Grenzwissenschaft und Mystery Files immer wieder berichtet.

20 Millionen Dollar für die Alien-Suche?

Der US-Kongress, die Öffentlichkeit sowie Wissenschaftler sahen SETI immer mit gemischten Gefühlen. Warum Millionen für Alien-Projekte ausgeben, deren Erfolg ungewiss und deren Nutzen nicht erkennbar ist? Seit es SETI überhaupt gibt, fragen sich genau das viele Menschen. Und natürlich die Raumfahrtbehörde NASA bei der Festlegung ihrer Prioritäten.

Natürlich sucht die NASA nach Leben im All. Aber in unserem Vorgarten mit Raumsonden und Roboter-Rovern, was ebenso alles andere als günstige Projekte sind. Man denke hier nur an die zahllosen Missionen zum Mars sowie die dortigen Landungen, die in den letzten vier Jahrzehnten ausgesandt wurden.

Die privaten (SETI-)Projekte unter der Bezeichnung “Breakthrough” unter Federfügung des Milliardärs Juri Milner, Facebook-Boss Mark Zuckerberg oder auch dem Physiker Stephen Hawking sind heute die bekanntesten Forschungen nach ET. Etwa das SETI-Forschungsprojekt “Breakthrough Listen” oder auch das mehr als ehrgeizige “Breakthrough Starshot”, bei dem Kleinst-Raumsonden zu Alpha Centauri geschickt werden sollen. Erste Kosten allein dafür: 100 Millionen US-Dollar … (mehr in diesem Video HIER)

Da klingt es geradezu bescheiden, dass der US-Kongress darüber nachdenkt, der NASA 20 Millionen Dollar für neue SETI-Projekte zuzubilligen. Dem Texaner Lamar S. Smith, Vorsitzender des Wissenschaftsausschusses des Repräsentantenhauses der USA, ist es zu verdanken, dass die US-Regierung über diese Finanzmittel für die Alien-Suche debattiert. Verteilt würde das Geld über zwei Jahre, so Jason Davis am 2. Oktober 2018 in einer Meldung der “Planetary Society”.

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Smith ist selber von SETI fasziniert. “Ich denke, ich habe im Laufe der Jahre jedes einzelne Buch zu diesem Thema gelesen”, zitiert ihn die “Planetary Society” aus einem Video von einem NASA-Workshop des”Lunar and Planetary Institute” in Houston, Texas. Da war es für Smith sicher eine Endtäuschung, dass auf die von ihm im Juni 2017 vorlegte Gesetzesvorlage für die Finanzmittel auf taube Ohren stieß. Der Ausschuss habe darauf “nicht reagiert”.

Linda Billings, SETI-Skeptikerin und Beraterin des NASA-Astrobiologie-Programms:

Von dort, wo ich gestanden habe, habe ich beobachtet, dass die SETI-Gemeinschaft die NASA unerbittlich gedrängt hat, wieder in das SETI-Spiel zurückzukehren, seit der Kongress das Programm abgesagt hat.

Vielleicht wird es die NASA ja. Zumindest hat der ebenfalls aus Texas stammende John Culberson einen weiteren Versuch unternommen, SETI-Gelder für die NASA von der US-Regierung zu bekommen. Zumindest diese neue Initiative ist vom Repräsentantenhaus abgesegnet worden.

Jetzt hat der US-Senat das letzte Wort …

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Lars A. Fischinger

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“Deutschland hat keine Pläne bei einem Alien-Kontakt”: Alle Fakten und Hintergründe zu den aktuellen Medienberichten

Deutschland und die nicht vorhandene Alien-Vorbereitung der Bundesregierung: Alle Fakten und Hintergründe (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Deutschland und die nicht vorhandene Alien-Vorbereitung der Bundesregierung: Alle Fakten und Hintergründe (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

In meinem Mystery-Review einer Sendung des WDR-Kinderradios “KiRaKa” zum Thema Leben im All, UFOs und Aliens verwies ich bereits auf den Anlass des WDR, den Kindern diese Themen vorzustellen. Es sind aktuelle Medienberichte über eine Anfrage eines Abgeordneten an die Regierung zum Thema “Alien-Kontakt”. Der Politiker Dieter Janecek (Grüne) wollte darin wissen, ob Deutschland irgendwelche Pläne oder Ähnliches nach erfolgtem Kontakt mit Außerirdische hat. Diese offiziellen Fragen und ebenso offiziellen Antworten der Regierung in Berlin sorgten daraufhin für Schlagzeiten. Vornehmlich in der Boulevardpresse, die dabei die Hintergründe und Fakten praktisch vollkommen außer acht gelassen hat. Die angekündigten Hintergründe und Tatsachen hinter diesen Pressemeldungen lest Ihr deshalb detailliert in diesem Beitrag.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Deutschland und die “UFO-Vorbereitung” der Regierung

In meinem vorherigen Posting über eine Alien-Sendung des WDR-Kinderradio “KiRaKa” wies ich daraufhin hin, dass ich genauer auf den Grund der Sendung eingehen werde bzw. möchte. Denn es war der Grünen-Politiker Dieter Janecek, der in einer Anfrage von der Bundesregierung wissen wollte, ob Deutschland auf Kontakt Aliens irgendwie vorbereitet ist.

In den Medien machte diese Anfrage und die Antwort der Bundesregierung daraufhin Schlagzeilen.

Da andere Länder aktiv und zum Teil intensiv nach Zivilisationen und Leben im All suchen, so hieß es bei “KiRaKa” online weiter, habe der Politiker Dieter Janecek “gefragt, wie weit Deutschland denn da vorbereitet sei”. Und unser Land ist in keinster Weise vorbereitet. Wie es auch schon vor zehn Jahre nicht vorbereitet war, als genau diese Fragen ebenfalls mehrfach an die Regierung gestellt wurden, wie ich es zum Beispiel auch HIER, HIER, HIER , HIER & HIER ausgeführt habe.

Genau die Aussage, dass Deutschland für einen ersten Kontakt mit anderen Intelligenzen “keine Protokolle oder Pläne” habe, wurde dann durch die Presse verbreitet. Allen voran natürlich die Boulevardmedien mit mehr oder weniger “sensationellen Schlagzeilen” dazu. Deutschland muss also bei einem Alien-Kontakt planlos vor einer UFO-Invasion kapitulieren? Eben wie es die Regenbogenpresse gerne auslegte oder subjektiv darlegte?

Im Grunde genommenen ja. Nur mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass der Grünen-Politiker Dieter Janecek überhaupt nicht danach fragte!

Hintergründe und Tatsachen

Wenn die Außerirdischen kommen, sind wir in Deutschland planlos und ratlos. Natürlich wäre wieder Kanzlerin Angela Merkel als Sündenbock der Nation schuld. Könnte man meinen. Allerdings ist es wohl auch bei anderen Nationen so, wenn plötzlich die Aliens nach Hollywood-Art hier auf unserem Planeten erscheinen.

Was aber der Abgeordnete Janecek im Juli 2018 wirklich fragte, und in vielen Presseberichten ausgelassen wurde, ist Folgendes:

Welche Vorkehrungen, Protokolle oder Pläne für einen möglichen Erstkontakt mit außerirdischem Leben gibt es auf Seiten der Bundesregierung und der ihr unterstellten Behörden, und in welchen konkreten Fällen war die Möglichkeit eines solchen Kontaktes Gegenstand eines bi- oder multilateralen Gesprächs mit anderen Staaten.”

Janecek fragte hier nach einem “Erstkontakt” und nicht nach einer Art “UFO-Landung” oder der Ankunft von Aliens in unserem Land. Ein enormer Unterschied, den viele Online-Seiten in ihren Berichten dazu wohl übersehen haben. Hier ist kein physischer “Erstkontakt” gemeint, sondern ganz einfach die Situation, dass ein außerirdisches Radiosignal empfangen wird, und was die Regierung dann zu tun gedenkt. Also ein SETI-Projekt eines Tages Erfolg hat.

Die vollständige Antwort der Regierung erfolgte am  7. August 2018. Nur leider macht sie es nicht besser, im Gegenteil:

Für einen möglichen Erstkontakt mit außerirdischem Leben gibt es keine Protokolle oder Pläne, da die Bundesregierung einen Erstkontakt auf dem Territorium der Bundesrepublik Deutschland nach heutigem wissenschaftlichen Kenntnisstand für äußerst unwahrscheinlich hält. Konkrete Fälle, die Gegenstand eines bi- oder multilateralen Gesprächs mit anderen Staaten hätten sein können, sind nicht bekannt.“

Nach einem “Erstkontakt auf dem Territorium der Bundesrepublik Deutschland” – also die Landung von Aliens in unserem Land – hat der Abgeordnete Janecek überhaupt nicht gefragt. Nach Aussage der Regierung sei das “äußerst unwahrscheinlich” und deshalb habe man dafür auch keine Protokolle. Das ist auch vollkommen richtig. Auch Janecek selber schreibt in einem Artikel vom 18. August zu den Antworten der Bundesregierung:

Wenn man den Begriff Erstkontakt so versteht, dass Außerirdische in der Lüneburger Heide landen, muss man ihr mit dieser Einschätzung auch uneingeschränkt Recht geben.”

Eine Invasion von Aliens in ihren Super-Raumschiffen gehört auch nach Meinung von Janecek ins Kino und nicht in die Wissenschaft. Er schreibt weiter:

Die Erde bekommt Besuch von ihr nicht besonders wohlgesinnten Außerirdischen in Raumschiffen und verfällt in Panik und Chaos, während fiktive US-amerikanische Präsidenten für solche Fälle vorgesehene Notfallpläne aus den Schubladen ziehen und zügig schlagkräftige Sondereinheiten mit mindestens einem bühnentauglichen Helden zusammenstellen.

So interessant ein derartiges Szenario aus subjektiver Sicht im Sinne einer unterhaltsamen Abendgestaltung sein kann, so wenig ist es aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse für realistisch zu erachten.

“Die Angst vor Invasionen durch intelligente und übermächtige Aliens ist irrational”, so Dieter Janecek, obwohl “unzählige Verschwörungstheorien die Runde machen”.

Optimistisch oder auch pessimistisch betrachtet, je nachdem, ob die Ankömmlinge Freunde oder Feinde sind, ist eine eche Ankunft von Aliens auf der Erde theoretisch trotzdem möglich. Aber auf der Erde und nicht auf dem Alexanderplatz in Berlin oder auf dem Oktoberfest in München. Warum sollten sie auch Deutschland auswählen, wenn sie die Menschheit kontaktieren (oder auslöschen) wollen? Letztlich würden da eh keine noch so ausgefeilten Pläne in irgendeinem Land der Erde nützen.

Die Bundesregierung beantwortete zwei Fragen

In den vergangenen Tagen haben Medienberichte sich genau auf diese Antwort der Regierung “gestürzt”. Eine Antwort auf eine Frage, die gar nicht gestellt wurde. Doch Dieter Janecek richte diesbezüglich zwei Fragen an die Regierenden in Berlin. Frage Nummer 2 ging dabei wohl unter, da sie wohl zu wenig Potential für irgendwelche Sensations-Schlagzeilen hat:

Von welchen Institutionen oder Programmen auf nationaler oder europäischer sowie internationaler Ebene hat die Bundesregierung Kenntnis, die sich ganz oder teilweise mit der Suche nach außerirdischem Leben beschäftigen, und rechnet die Bundesregierung damit, von diesen Institutionen oder Programmverantwortlichen im falle eines möglichen Erstkontaktes informiert zu werden?

Die Antwort kennen sicher viele an Aliens und Astronomie interessierte Menschen. Vor allem SETI-Astronomen machten und machen sich darüber Gedanken, was zu tun ist, wenn sie ein intelligentes Signal aus dem Kosmos empfangen. Immerhin ist genau das auch Ziel von SETI: Außerirdische im All finden und wissenschaftlich nachweisen.

„Hierzu verweist die Bundesregierung auf die Nr. 2. der Ausarbeitung des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages ‘Die Suche nach außerirdischem Leben und die Umsetzung der VN-Resolution A/33/426 zur Beobachtung unidentifizierter Flugobjekte und extraterrestrischer Lebensformen’ (AKZ: WD 8 – 3000 – 104/2009).

Inzwischen wurde ein Radioteleskop in Kalifornien, das Allen Telescope Array, zur Suche nach extraterrestrischer Intelligenz (SETI) in Betrieb genommen. Im Falle der Detektion eines künstlichen extraterrestrischen Signals wird die internationale Wissenschaftsgemeinde nach ausreichender Verifikation des Signals informiert.“

Bei dieser Antwort der Deutschen Regierung an den Abgeordneten Janecek fehlt offenkundig das “Schlagzeilen-Potential” für die Massenmedien. Nicht aber unbedingt für grenzwissenschaftlich Interessierte.

Dass SETI-Radioteleskope nach Alien-Signalen suchen, ist selbst Laien durchaus bekannt. Auch, dass ein potentielles Signal von Außerirdischen nach Empfang von anderen Astronomen und Wissenschaftlern bestätigt werden muss. Bei dem im Review-Posting über die Sendung des WDR erwähnten “Wow-Signal” vor ca. 40 Jahren war das beispielsweise nicht so. Es wurde einmal empfangen, konnte aber nicht mehr von anderen Astronomen bestätigt werden …

Das deutsche “UFO-Gutachten”

In der zweiten Antwort wird auch auf die “Ausarbeitung des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages” verwiesen. Darin könne sich der Grünen-Politiker Janecek quasi weiter bezüglich seiner Anfrage informieren. Und das ist die legendäre “geheime UFO-Akte der Bundesregierung”, die erst auf juristischen Klageweg von dieser freigegeben wurde. Inhaltlich ist sie eher belanglos, wie zum Beispiel HIER und HIER sowie in einem Video HIER erläutert.

Allerdings gibt dieses Dokument auch keine wirklichen Antworten auf die zweite Frage von Janecek. Im Gegenteil, da dieses offizielle “UFO-Gutachten” der Regierung von 2009 gerade mal 10 knappe Seiten umfasst. Der Verweis “auf die Nr. 2. der Ausarbeitung” bezieht sich auf das zweite Kapitel oder besser den zweiten Abschnitt darin. Auf gerade mal grob einer Seite geht es darin um “Suche nach Extraterrestrischer Intelligenz – SETI”, wie die Nr. 2 überschrieben ist.

Inhaltlich sind es allgemein zusammengefasste Informationen zu den SETI-Projekten. Die Geschichte, die Finanzgeber, beteilige Astronomen, Institute und anderes dazu mehr. Bei Wikipedia erfährt man über SETI wesentlich mehr, als in der freigeklagten “Ausarbeitung des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages”.

Schaut man sich aber die oben zitierten Antworten der Regierung an Dieter Janecek genauer an, findet man sie auch in der Ausarbeitung des Bundestages zu Aliens & Co. Zum Teil scheint es, als habe man einfach Aussagen und Angaben aus der “UFO-Akte der Regierung” entnommen, und als Antworten auf die beiden Fragen dem Grünen-Politiker übersandt. Zum Teil wortwörtlich.

Und hier ist der Abschnitt Nr. 4 der Ausarbeitung durchaus interessant.

Bekannte Antworten auf bekannte Fragen

Dieter Janecek wird die rund zehn Jahre alte “UFO-Akte” der Regierung mit Sicherheit schon vor seinen Anfragen gekannt haben. Davon darf man ausgehen. In Abschnitt 4, “Die VN-Resolution A/33/426”, geht es um “die Erforschung von unidentifizierbaren Flugobjekten (UFO) sowie außerirdischen Lebensformen”. Eben genau das, was die legendäre Resolution der Vereinten Nationen 1978 in “United Nations General Assembly Decision 33/426” beschlossen hat.

Kompakt gesagt heißt es in diesem Beschluss, dass die Generalversammlung der UN “interessierte Mitgliedstaaten” dazu einlädt sich national mit UFOs und Aliens zu beschäftigen, sie zu erforschen und ihre Arbeiten zu koordinieren. “Wissenschaftliche Forschung und Untersuchung außerirdischen Lebens, einschließlich unidentifizierter fliegender Objekte” ist damit konkret gemeint. Diese Anstrengungen und Ergebnisse sollen dann den Vereinten Nationen mitgeteilt werden.

Für die Deutsche Regierung ist diese Resolution nicht bindet. Sie habe “nur empfehlenden Charakter. Sie sind daher rechtlich nicht bindend und verpflichten nicht zu Umsetzungsmaßnahmen”, so heißt es in der UFO-Ausarbeitung von 2009. Die Länder werden nur “eingeladen” solche Forschungen zu betreiben und damit sei “die Bundesrepublik Deutschland zu keinen Zeitpunkt (rechtlich) verpflichtet (…) UFOs oder außerirdischen Lebensformen zu dokumentieren bzw. zu untersuchen” und es der UN mitzuteilen.

Das enttäuscht sicher viele UFO-Forscher oder Mystery-Jäger. Genauso wie die Tatsache, dass in den Jahren 2008 und 2009 insgesamt vier ähnliche Fragen von Abgeordneten an die Regierung gestellt wurden, wie aktuell jene von Janecek. Die damaligen Fragen und Antworten habe ich 2010 an anderer Stelle zitiert und diskutiert.

So stellte als Beispiel der FDP-Abgeordnete Peter Hettlich von den Grünen schon 2009 folgende Frage:

Wie hoch schätzt die Bundesregierung die Wahrscheinlichkeit der Existenz intelligenter extraterrestrischer Lebewesen ein, und für wie hoch hält sie die Wahrscheinlichkeit, dass Außerirdische auf dem Territorium der Bundesrepublik Deutschland landen?

Der Staatssekretär antwortete darauf am 22. Juni 2009 unter anderem mit den Worten:

Eine Landung Außerirdischer auf dem Territorium der Bundesrepublik Deutschland hält die Bundesregierung nach heutigem wissenschaftlichen Kenntnisstand für ausgeschlossen.“

Sinngemäß bekam zehn Jahre später der Grüne Dieter Janecek auch genau diese Antwort, obwohl er, wie wir gesehen haben, danach gar nicht fragte.

Noch mehr Hintergründe

Schaut man sich das Dokument mit den Antworten an Janecek vom 7. August 2018 einmal etwas genauer an, fällt dem ein oder anderen misstrauischen Menschen vielleicht etwas auf: Absender ist das “Bundesministerium für Wirtschaft und Energie” von Peter Altmaier (CDU). Warum von allen deutschen Ministerin gerade das? Warum nicht das Verteidigungsministerium oder das “Bundesministerium für Bildung und Forschung”?

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Auch wenn es verirrend erscheinen mag, gibt das dafür eine recht einfache Erklärung.

Die beiden “Alien-Fragen” von Dieter Janecek sind nur Zusatzfragen einer sogenannten “Kleinen Anfrage” an die Bundesregierung vom August 20018 (Drucksache 19/3745). Darin finden sich insgesamt 39 Fragen mit den entsprechenden Antworten, die die Grünen und natürlich Janecek zum Thema “Ziele und Zeitplan des angekündigten Weltraumgesetzes und weiterer Vereinbarungen im Bereich Raumfahrt” stellten. Irgendwas mit UFOs oder einem Erstkontakt sucht man darin vergeblich, da diese Fragestellungen praktisch rein wirtschaftliche Interessen Deutschlands berühren (s. auch Dokument HIER).

Denn die aktuell zu beobachtende Kommerzialisierung der Raumfahrt verdient nach Ansicht der Fragestellenden deutlich mehr politische Aufmerksamkeit.

(…)

Diese Entwicklung bietet ganz neue Möglichkeiten für die zivile Raumfahrt und Weltraumforschung, fordert aber auch etablierte Strukturen heraus. Und sie lassen nicht zuletzt eine Überprüfung sinnvoll erscheinen, welche aktuellen staatlichen Investitionen in die zivile Raumfahrt mittel- und langfristig zukunftsfähig sind.”

Heißt es einleitend in dem Dokument zum Beispiel. Ganz profan also Fragen, wie die aktuelle Regierung unseres Landes in Zukunft auf dem Sektor der Raumfahrtindustrie wettbewerbsfähig bleiben will. Oder ob sie es überhaupt sein kann und was sie zukünftig dafür plant. Immerhin hat erst jüngst US-Präsident Donald Trump deshalb die Gründung einer “Space Force” bekannt gegeben. Auch das hat nichts mit einer Alien-Invasion zu tun, sondern hat wirtschaftliche Gründe, wie in diesem Blog-Beitrag nachzulesen ist.

Wer anders als das “Bundesministerium für Wirtschaft und Energie” wäre also dafür zuständig solche Fragen der Grünen-Fraktion zu beantworten?

Fassen wir bis hierher zusammen …

  • Mein Mystery-Review, quasi der Teil 1 dieses Postings, behandelte eine “Alien-Kinderradiosendung” des WDR. Darin erklärten die Moderatoren knapp und einfach unter anderem eben auch, was es mit diesen nicht vorhandenen Plänen Deutschland in Sachen Außerirdischen auf sich hat.
  • Die (Boulevard-)Presse bauschte das Thema vielfach auf. Durch sensationelle Headlines, durch fehlende Hintergrundinfos oder auch durch die Auswahl von Zitat-Stücken usw. Mit guten Willen sage ich einfach mal, die Massenmedien haben online auch nicht genug Platz, das Thema genauer zu beleuchten …
  • Ich schon, weshalb ich mein WDR-Review als Mystery-Interessierter aufteilte, um die Hintergründe genauer darzulegen.
  • Der Abgeordnete Dieter Janecek wollte eigentlich nur wissen, ob es in Deutschland irgendwelche Pläne gibt, wenn man ein außerirdisches Signal findet. Auch wenn man direkt in unserem Land nicht oder kaum an irgendwelchen SETI-Projekten arbeitet.
  • Die Antwort an Janecek war irreführend, da in diese direkt von der Landung von Außerirdischen in Deutschland sprach, was er aber so nicht fragte.
  • Für diesen Fall hat Deutschland keinerlei Masterplan.
  • Janecek wollte ich einer zweiten Fragen wissen, ob die Regierung irgendwie von Projekten usw. weiß, die aktiv nach anderen Wesen im All suchen.
  • Die Regierung verwies auf SETI, was Dieter Janecek mit Sicherheit schon im Vorfeld kannte (hoffentlich).
  • Ebenso verwies die Regierung auf ihre “UFO-Ausarbeitung” des Bundestages, in der mehr allgemeine Informationen zu SETI nachzulesen sind.
  • Nachzulesen ist darin auch die Position Deutschlands zur UN-Resolution von 1978, in der es hieß, man möge sich national mit UFOs und außerirdischem Leben befassen.
  • Dieser Beschluss sei nicht bindend sondern nur eine Einladung der UN – und Deutschland mache es deshalb nicht.
  • Es wurde mitgeteilt, dass bei einem bestätigten außerirdischen Erstkontakt dieser Information an die “internationale Wissenschaftsgemeinde” gegeben wird. Was es dann für Pläne gibt, weiß man offensichtlich nicht. SETI-Astronomen indes schon, auch wenn es beim ersehnten Erstkontakt hier sicher international zu “Reibereien” kommen wird …
  • Die aktuellen Fragen wurden so oder so ähnlich schon vor zehn Jahren gestellt und auch von der Regierung beantwortet. Zum Teil nutze man diese Antworten als “Textbausteine” jetzt erneut.
  • Dieter Janecek und seine Partei haben zuvor 39 Fragen an die Regierenden gestellt, die sich um wirtschaftliche Aspekte der Weltraumforschung für unser Nation drehten. Interessanterweise haben diesen Umstand die Massenmedien eigentlich vollkommen ignoriert. Bis auf eine erstaunliche Ausnahme: Das WDR-Kinderradio “KiRaKa” in deren UFO-Sendung am 21. August.
  • Darum antworte auch das “Bundesministerium für Wirtschaft und Energie” auf die beiden Zusatzfragen von Janecek.

Ganz offiziell bleibt eine Sache “seltsam”

Und doch gibt es bei all den vielleicht etwas verwirrend erscheinenden Fakten noch eine weitere interessante Aussage. Zu finden in dem “UFO-Papier” des Bundestages von 2009, dass bekanntlich eher einer Wikipedia-Zusammenfassung ähnelt. Unter der Nr. 4 zu der UN-Einladung zu nationaler UFO-Forschung lesen wir folgenden Abschnitt:

Die Aussage, dass ,der Bundesregierung … keine Erkenntnisse vorliegen, die eine zuverlässige Einschätzung der Wahrscheinlichkeit extraterrestrischen Lebens erlauben würden (und) eine Landung Außerirdischer auf dem Territorium der Bundesrepublik Deutschland … nach heutigem wissenschaftlichen Kenntnisstand für ausgeschlossen (hält)’, besagt nichts darüber, ob in der Vergangenheit nicht doch entsprechende Untersuchungen gemacht wurden.”

Und da andere Länder zuvor geheime UFO-Dokumente “sogar via Internet veröffentlicht haben” schreibt die Ausarbeitung weiter:

Die Tatsache (…) legt die Vermutung nahe, dass sich auch deutsche Behörden oder Ministerien mit dieser Fragestellung befasst haben bzw. befassen.

Der “Wissenschaftliche Dienst” des deutschen Bundestages schreibt hier eindeutig an die Abgeordneten, dass sie selber nicht wissen:

  1. Ob in Deutschland trotzdem UFO-Untersuchungen durchgeführt wurden, von denen der Dienst nichts weiß, und die folglich geheim sind.
  2. Ob “sich auch deutsche Behörden oder Ministerien” mit UFO-Forschung und der Frage nach Außerirdischen beschäftigten und sogar weiter beschäftigen, auch wenn die Vermutung nahe liegt.

Nachzulesen auf Seite 7 der “Studie“.

Im Klartext: Den Autoren der Ausarbeitung ist also unbekannt, ob es nicht doch geheime UFO-Forschungen der deutschen Regierung oder zugehöriger Behörden gab oder noch gibt. Aber sie selber vermuten es. Wenn das mal nicht letztlich doch Raum für Spekulationen lässt …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Wie erkläre ich Kindern das Thema “Außerirdische”? Aliens, UFOs und Leben im All beim Kinderradiokanal “KiRaKa” des WDR

Aliens UFOs und Leben im All: Als Thema für Kinder beim öffentlich-rechtlichen Radiosender WDR (Bilder: gemeinfrei / Fischinger-Online)
Aliens UFOs und Leben im All: Als Thema für Kinder beim öffentlich-rechtlichen Radiosender WDR (Bilder: gemeinfrei / Fischinger-Online)

Schon viele Jahre debattieren etablierte Wissenschaftler, Laien, UFO- und Alien-Fans oder auch Science-Fiction-Freunde hitzig über Leben im All und Außerirdische. Von sachlichen Diskussionen über Spekulationen bis nüchterne Wissenschaft ist alles dabei.  Aber können unsere Kinder damit überhaupt irgendwas anfangen? Können unsere Kleinen Fakt und Fiktion, Tatsache und Spekulationen, voneinander trennen, nur weil “die Erwachsen das sagen”? Ich denke eher nicht. Das dachte sich auch der öffentlich-rechtliche Sender WDR in einer Sendung zum Thema auf  deren Kinderradiokanal “KiRaKa”. Ich habe mir für Euch die Kindersendung in Sachen UFOs und Aliens einmal genau angehört und online nachgelesen. In diesem Mystery-Review erfahrt Ihr, was der WDR den Kindern zum Thema zu sagen hatte und was eigentlich genau der Anlass war, dass das “KiRaKa” von Außerirdischen & Co. berichtete.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

UFOs, Aliens, Leben im All, Science-Fiction und die Kinder

Grenzwissenschaftler und Mystery Files-Interessierte in aller Welt diskutieren wohl kein Thema und leidenschaftlicher mehr als UFOs und Aliens.

Kein Wunder eigentlich, da in den letzten 20 Jahren auch etablierte Wissenschaftler wie Astronomen und Physiker über Leben im All öffentlich diskutieren. Und – vor zwei Jahrzehnten kaum denkbar! – keine Scheu haben zu sagen, dass es irgendwie Leben im Kosmos gibt. Intelligentes Leben auf fernen Welten inklusive, das wir auch finden werden.

Astronomen, die irgendwo im All andere Zivilisationen oder auch außerirdische Mikroorganismen in unserem eigenen Sonnensystem vermuten, wissen eigentlich sehr genau: UFO-Forschung ist grundsätzlich eine andere Thematik. Auch UFO-Forscher wissen zwischen irgendwelchen fernen Aliens im Kosmos und dem UFO-Phänomen als “Alien-Präsenz” auf der Erde zu unterscheiden. Sollten sie zumindest.

Kinder können das aber nicht unbedingt. Wenn irgendein Erwachsener was von UFOs oder Aliens erzählt, stimmt das schon. Natürlich, keine Frage, es liegt an dem jeweiligen Kind und vor allem auch dessen Alter. Aber grundsätzlich kann man Kindern nicht die gleiche objektive Differenzierung zusprechen, wie erwachsen Menschen. Vor allem dann nicht, wenn diese sich sogar selber mit Aliens, UFOs oder Leben irgendwo im All befassen.

Wie erkläre ich einem Kind “Außerirdische”?

Nicht mit Hollywood-Filmen. Ich weiß aus eigener Erfahrung durch Gespräche mit Kindern, dass vieles am TV und vor allem YouTube in einen Topf geworfen wird. Fakt und Fiktion gehen dann fließend ineinander über.

Genau darum finde ich es spannend, wenn sich der WDR in einer Kindersendung genau mit diesem Thema befasst. Als Erwachsender, der sich selber als Mystery-Jäger bezeichnet, kann man solche “Kinder-UFO-Sendungen” schwer beurteilen. Immer hat man sein eigenes und ganz individuelles Wissen und seinen Standpunkt im Hinterkopf. Ein Kinderpsychologe mit “Alien-Ausbildung” wäre für eine Beurteilung wohl geeigneter …

“Nachrichten für Kinder: Leben aus dem All?” So hieß am 21. August eine Radiosendung des WDR-Kinderradiokanal “KiRaKa”. Es war sogar das “KiRaKa Thema des Tages”. Die Moderatorin (Name ist mir nicht bekannt) fragte in der Radiosendung einleitend ganz einfach:

Gibt es da draußen in den unendlichen Weiten des Universums wohl noch andere Lebewesen? Außerirdische? Aliens? Grüne Männchen? Oder Wesen, die genauso aussehen wie wir – oder ganz anders?

Persönlich meint die Sprecherin: “Ich glaube es gibt Außerirdische!”. Das All sei zu riesig und darum denkt sie, es gibt diese Aliens. Auch wenn es nur irgendwelche Krabbelwesen sind. Nach einem paar minütigen Einleitungs-Talk mit ihrem Co-Moderator Matthias Hof, über das ich in diesem Folgeposting HIER ausführlich berichten werde, geht es um Wissenschaft. Und zwar eben um jene Wissenschaftler, die sich mit der Suche nach Leben im All beschäftigen. Ebenso um angebliche Aliens und UFOs bei uns auf der Erde.

Der Co-Moderator der Sendung, Matthias Hof, hat sich für die kleinen Zuhörer meiner Meinung nach sehr gut vorbereitet. So erklärt er zum Beispiel, dass andere Länder etwa mit Radioteleskopen nach Signalen von Aliens suchen (gemeint ist dabei natürlich SETI) aber wir “keine richtigen Beweise” für solche außerirdischen Zivilisationen haben. Hof erklärt einfach und kompakt, dass es wirklich Wissenschaftler (wie eben Astronomen usw.) gibt, die sich mit diesen Wesen befassen. Auch damit, wie man mit ihnen Kontakt aufnehmen kann, was man machen soll, wenn man sie findet oder ob diese dazu Pläne haben.

“Alte-Alien-Hasen” und junge Kinder

Für die “alten Alien-Hasen” in Sachen Grenzwissenschaft, UFOs, Aliens etc. sind das lange bekannte Fakten. SETI-Projekte als Suche nach intelligenten Wesen im All mittels Radioteleskopen, ist Jahrzehnte alt. Wissenschaftler, wie Exobiologen, die sich mit der Entstehung von Leben auf anderen Monden und Planeten beschäftigen, kennt man auch. Aber wohl nicht die Kinder, die diesen WDR-Sender hören.

UFO-Meldungen und die zahllosen UFO-Fotos hingegen, so Hof, seien im Nachhinein immer als nicht-außerirdisch bewiesen worden. Ob das so stimmt, sei dahingestellt. Immerhin gibt es einige, bei denen man ganz einfach nicht sagen kann, was es sein könnte.

Abschließend erwähnt die Sendung auch das legendäre “Wow-Signal” von 1977. Bekanntlich sorgt dieses vor rund 40 Jahren empfangene Funksignal aus dem All immer wieder für Spekulationen, ob es vielleicht von Außerirdischen stammen könnte. Auch die Raumsonden “Voyager” der NASA spricht Moderator Hof an, und dass diese Botschaften an Aliens an Bord haben (dazu mehr HIER & HIER).

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Nicht ganz sechs Minuten ging die Sendung auf dem Kinderradiokanal. Dass der WDR-Mitarbeiter Matthias Hof trotz guter Vorbereitung den Kinder darin nicht das Universum und seine mutmaßlichen Bewohner erschöpfend erklären konnte, ist sicher jedem klar. Trotzdem hat mir als häufig mehr als kritischer Mystery-Review-Autor auf diesem Blog die Kinder-Sendung gefallen.

In den wenigen Minuten hat Matthias Hof und die Moderatorin kind- und sachgerecht das Alien-Thema den Kindern nahe gebracht. Natürlich hatte “KiRaKa”-Redaktion einen Grund, warum sie ihrem jungen Publikum das Thema “Ist das wer im All?” präsentierten.

Aliens: Deutschland ist planlos

Auslöser dieser Sendung war der Grünen-Politiker Dieter Janecek, der in einer Anfrage von der Bundesregierung wissen wollte, ob Deutschland auf Aliens vorbereitet ist. Also eine Frage eines echten “Grünen Männchen” (das konnte ich mir einfach nicht verkneifen) …

Beim “KiRaKa” heißt es dazu online etwa:

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Außerirdische nach Deutschland kommen.

In den Medien machte genau diese Anfrage und die entsprechende Antwort der Regierung in Berlin vor wenigen Tage die Runde. Denn Pläne hat unser Land nicht, falls UFOs auf einmal hier landen oder auftauchen, heißt momentan oft in der Presse. Denn Berlin antwortet Janecek auf seine parlamentarische Anfrage, dass es “für einen möglichen Erstkontakt mit außerirdischem Leben (…) keine Protokolle oder Pläne” der Regierung gibt.

Doch leider wurde nur genau diese Teil-Antwort wurde jüngst durch die Presse verbreitet. Und zwar nicht gerade objektiv und ohne wirkliche Hintergrundinformationen. Der WDR-Kinderradiokanal hat das Thema dann schlicht übernommen bzw. als nahm es zum Anlass die Kinder über Außerirdische gut zu informieren. Heißt das also, dass Deutschland bei einem Alien-Kontakt planlos dasteht … und wir wehrlos vor einer UFO-Invasion kapitulieren müssen?

Genau dazu erfahrt Ihr in diesem Folgeposting zu diesem Mystery-Review alle Hintergründe und Fakten hinter den oftmals spektakulär aufbauschten Medienberichten!

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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“BILD” berichtet über die “größten Alien-Rätsel auf der Erde” und befragte Experten zum Thema (um deren Antworten selber zu geben?)

Die "BILD-Zeitung" ist auf den Spuren der größten Alien-Rätsel auf der Erde (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Die “BILD-Zeitung” ist auf den Spuren der größten Alien-Rätsel auf der Erde (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

(UPDATE 9. März 2018 HIER) Wenn es in den Medien um die größten Rätsel zu Themen wie Aliens, Mysterien der Vergangenheit, UFOs & Co. geht, werden viele Grenzwissenschaftler hellhörig. Vor allem dann, wenn diese “größten Alien-Rätsel” der Welt in der Mainstreampresse veröffentlicht werden und dadurch eine mediale Reichweite haben. So geschehen jüngst in der Online-Version der Boulevardzeitung “BILD”. Eine Zeitung, die fraglos nicht gerade zu den Fachmagazinen der Grenzwissenschaft & Mystery Files gehört. Was diese Veröffentlichung der “BILD”  jedoch interessant macht, sind “die verblüffenden Antworten” von Experten zu diesen Themen, die das Blatt dazu befragt haben will. Alles zu diesen großen “BILD”-Alien-Rätsel und den durchaus umfangreichen Antworten der Experten, beleuchte ich hier. Und zwar frei nach dem Motto: “BILD” fragt – “BILD” antwortet …?!


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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Best of Alien-Rätsel …

Kurz gesagt, und das zeigt die Erfahrung, sind ausnahmslos alle Zusammenfassungen von irgendwelchen “größten Rätsel” zu Mystery- bzw. Alien-Themen sinnlos. Ein solche Auflistung kann überhaupt nicht erfolgen, da jeder hier seine Rätsel-Favoriten hat, die er bevorzugt.

Diese Bevorzugung gilt für Grenzwissenschaftler – wie eben UFO-Forscher – ebenso, wie für Autoren von derartigen Publikationen. Gleiches trifft auch auf die breite Masse der an den Themen interessierten Menschen zu. Auch hier hat jeder seine Lieblinge unter den Rätseln der Welt. Bei Journalisten und Autoren der Presse und Mainstreammedien ist das vollkommen anders, wie es sich immer wieder zeigt.

Journalisten nehmen einfach irgendwelche Themen, die zum geforderten Artikel redaktionell zu passen scheinen. Gerne auch aus dem eigenen Archiv der Redaktion, sofern diese bereits über solche berichtet hat.

Genau das trifft aktuell bei dem Artikel “Die größten Alien-Rätsel auf der Erde” von einem Autoren namens Ingo Gentner aktuell in der “BILD-Zeitung” zu.

Die größten Alien-Rätsel der “BILD”

Gentner leitet seinen Artikel mit den Worten ein:

Unheimlicher Schwindel oder unglaubliche Realität – was steckt dahinter? BILD beschreibt die größten Alien-Rätsel der Menschheits-Geschichte!

Was laut dem Online-Beitrag der “BILD” in der Menschheitsgeschichte so unfassbar ist, soll an dieser Stelle nicht im Detail ausdiskutiert werden. An anderen  Stellen wurden eine Reihe dieser Alien-Rätsel von mir bereits behandelt. Zusammenfassend sind es aber folgende außerirdische Mysterien der Erde, die angeblich zu den Größten zählen:

Das “Wesen von Metepec”, welches vor rund zehn Jahren in Mexiko in eine Rattenfalle getappt ist. Damals war es vor allem eben die “BILD-Zeitung”, die darüber in Deutschland immer wieder berichtete, und so einen Hype um diesen Kadaver schuf. In meinem Buch “Verbotene Geschichte” habe ich ausführlich darüber (über den Affen) berichtet.

ARTIKEL: Die drei besten Hinweise, dass wir von Aliens und UFOs beobachtet werden – gibt es eine solche “Top 3” tatsächlich? (Bild: WikiCommons/gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
ARTIKEL: Die drei besten Hinweise, dass wir von Aliens und UFOs beobachtet werden – gibt es eine solche “Top 3” tatsächlich? (Bild: WikiCommons/gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

Im besagten Buch habe ich auch umfangreich die angebliche Alien-Leiche des Atacama-Humanoiden, “Ata” genannt, diskutiert. Eine winzige Kreatur aus der Atacama-Wüste in Chile, die laut “BILD” ebenso zu den großen Alien-Rätseln gehört.

Mehr zu “Ata” auf diesem Blog, zum Beispiel HIER und in meinem YouTube-Video HIER.

UFOs gehören nach dem Autoren Ingo Gentner ebenfalls in die Liste der best of Alien-Rätsel. Eigentlich vollkommen klar, und so schreibt er denn auch:

Doch nicht immer können Experten schlüssig erklären, was Menschen am Firmament gesehen und fotografiert haben.”

Das sogenannte “WOW!-Signal” aus dem Jahre 1977 findet sich hier auch gelistet. Ein seltsames Funksignal, dass damals vom Radioteleskop der Ohio State University empfangen wurde und in der Tat bis heute Rätsel aufgibt. Immer wieder wird spekuliert, ob es vielleicht dich ein Signal von Außerirdischen war, das zufällig aufgefangen wurde. Schließlich suchen Wissenschaft mittels Radioteleskopen (SETI) schon jahrzehntelang nach derartigen Signalen als Beweis für außerirdische Zivilisationen!

Kornkreise gehören laut “BILD” auch in die Liste des Unfassbaren, zu denen es im Artikel heißt:

Stellen sie etwa Landebahnen für Aliens dar? Wegweiser für außerirdische Raumfahrer? Botschaften aus dem All?

Als letzten Punkt finden sich bei Gentners großen Alien-Rätsel “Mysteriöse Artefakte”. Hier werden beispielhaft drei ominöse und künstliche Objekte genannt, die scheinbar Millionen von Jahren alt sind und damit nicht von Menschen gemacht worden sein können. Woher möglichen sie stammen, fragt der Autor.

“Von früheren Zivilisationen, die auf unserem Planeten lebten”, so Gentner, “bis hin zu Besuchen aus dem All” würden die Spekulationen über deren Herkunft reichen. Nichts davon sei aber zu belegen.

Ein Fall für (Alien-)Experten, also:

Wir haben Experten gefragt, ob es Aliens überhaupt geben kann! Die verblüffenden Antworten!

“BILD” fragt Alien-Experten

Die Aliens sind unter uns! Die “Top Ten” der spektakulärsten Fälle aus Sicht eines deutschen Nachrichtenmagazins (Bild & Bearbeitung: L. A. Fischinger / Archiv)
Die Aliens sind unter uns! Die “Top Ten” der spektakulärsten Fälle aus Sicht eines deutschen Nachrichtenmagazins (Bild & Bearbeitung: L. A. Fischinger / Archiv)

Die größten Alien-Rätsel auf der Erde” von “BILD”-Autor Ingo Gentner sind vielen Menschen aus der Grenzwissenschaft natürlich bekannt. Obwohl sie zum Teil durchaus spannend sind, sind die “verblüffenden Antworten der von der Boulevardzeitung befragten Experten wesentlich interessanter!

Üblicherweise sind irgendwelche Statements, Kommentare, Antworten etc. in der Mainstreampresse zu diesem oder jenem Thema mehr als knapp. Vor allem auch bei der “Online-BILD“.

Nicht aber in diesem Fall, in dem vier Experten auf drei Fragen zum Thema jeweils teilweise recht umfangreiche Antworten gaben. Nicht wie oftmals üblich zwei oder drei “zerstückelte Sätze”, die irgendwie in dem jeweiligen Artikel zitiert werden.

Aus Erfahrung weiß ich, dass genau diese knappen und zerstückelten Zitate gerade in den Mainstreammedien und vor allem in der “BILD” oftmals heftige Kritiken nach sich zogen.

Die Experten sind in diesem Fall:

  • Ex-Astronaut Prof. Dr. Ulrich Walter
  • Prä-Astronautik-Legende Erich von Däniken
  • Planeten-Forscher Prof. Dr. Tilman Spohn
  • Mystery-Autor Hartwig Hausdorf

Namen, die man durchaus kennt.

Die drei Fragen, die jeder der Experten von “BILD” gestellt bekam, kennt man ebenso. Vor allem, da diese derart einfach und zugleich wieder umfangreich sind, dass eigentlich kein Mensch der Welt diese wirklich beantworten kann:

ARTIKEL: Dr. Steven Greer, die angebliche Alien-Mumie “Ata” aus der Wüste von Chile und das UFO-Filmprojekt “Sirius” (Bild: A. Kramer / Montage: L. A. Fischinger)
ARTIKEL: Die angebliche Alien-Mumie “Ata” aus der Wüste von Chile (Bild: A. Kramer / Montage: L. A. Fischinger)
  1. Gibt es nun Aliens oder nicht?
  2. Waren Außerirdische etwa schon auf der Erde?
  3. Was wartet auf die Menschheit im Universum?

Wenn an ehrlich ist, kann diese einfachen Fragen niemand definitiv und richtig beantworten. Auch die vier Externen nicht, die sich teilweise gegenüber “BILD” recht ausführlich dazu äußerten. Wenn die Antworten überhaupt in der zitierten Form auf zuvor gestellte Fragen von der Redaktion erfolgt sind (sieh unten).

Nicht unbegründet habe ich da Zweifel, was das zitieren von Statements und Aussagen in der “BILD-Zeitung” angeht.

Was wissen die “BILD-Experten” über Aliens?

Zur ersten Frage:

Der ehemalige Astronaut Ulrich Walter, der auch auf diesem Blog bereits öfter Thema war, zweifelt nicht, dass es Aliens gibt. “Jein”, so Walter. Der Kosmos sei so groß, dass es irgendwo in “vielen Millionen Lichtjahren” Entfernung diese fremden Zivilisationen geben könnte. Nichtmal in unserer eigenen Milchstraße würden wir andere Wesen außer uns finden, glaubt Walter …

Erich von Däniken sieht das naturgemäß vollkommen anders. “Es wimmelt von Zivilisationen dort draußen”, da Astronomen immer mehr Exoplaneten finden, wird EvD ziert. Unter diesen fernen Welten befinden sich eben auch solche, die theoretisch Leben tragen könnten. Theoretisch …

Tilman Spohn vom Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) wiederum wäre “verwundert”, “wenn es nicht irgendwo auch belebte Planeten gäbe”. Im All gibt es so viele Milliarden Sterne, dass es auch möglicherweise intelligente Aliens geben könnte. All das sei aber noch immer nicht bewiesen, wie er betont.

Als vierten Alien-Experten hat die “BILD” Hartwig Hausdorf befragt. Auch er ist ein sehr bekannter Prä-Astronautik-Autor und war in den vergangenen Jahrzehnten nicht selten in der Zeitung selber vertreten. Eines seiner Bücher wurde sogar dank großer Berichte in der Print-“BILD” ein Bestseller.

Hausdorf meint, dass es “mittelalterlich” wäre, “noch zu glauben, wir wären die einzigen Intelligenten im All”.

“Waren Außerirdische etwa schon auf der Erde?”, so die zweite und zumindest mich persönlich mehr interessierende Frage:

“Nein”, da ist sicher Ulrich Walter sicher. “Wenn es andere gäbe, die hier in unserer Milchstraße sind, hätten sie schon hier gewesen sein müssen“, so Walter weiter. Er selber hat jedoch bisher keinen getroffen und außerdem seien die Distanzen im All viel zu weit, als das man diese überwinden könne.

Unsere Erde vom Mond aus gesehene: "In unserer Milchstraße sind wir wahrscheinlich die Einzigen", so der Ex-Astronaut und Wissenschaftler Ulrich Walter im Interview (Bild: NASA)
Prof. Ulrich Walter im Interview: “In unserer Milchstraße sind wir wahrscheinlich die Einzigen” (Bild: NASA)

Warum Walter aber die Frage, ob Aliens schon hier waren, mit “Nein” beantwortet, weil “sie schon hier gewesen sein müssen”, bleibt sein Geheimnis. Er geht nämlich davon aus, dass wir in unserer Galaxis vollkommen allein sind. Also war niemand hier …

Prä-Astronautiker Erich von Däniken ist da natürlich ganz anderer Meinung. “Definitiv waren Außerirdische vor Jahrtausenden auf der Erde”, was er in 30 Büchern “sauber belegt” habe. In der von “BILD online” erstaunlich lang zitierten(?) Antwort von EvD verweist dieser auf Beispiele von Himmelswagen, der Herniederkunft von “Gott” und den Himmlischen, dem religiösen Wiederkunftsgedanken usw.

Beispiele, die sicher von diesem Blog und entsprechenden Interviews bekannt sind. Zum Beispiel aus diesem YouTube-Video-Interview mit von Däniken und mir.

Planeten-Forscher Tilman Spohn verweist in seiner Antwort auf astronomischen Fakten. In diesem Fall, dass wir bis dato keine Signale von Aliens gefunden haben, die sich, gesetzt dem Fall, dass es sie gibt, mit Lichtgeschwindigkeit durch das All bewegen würden. Demzufolge waren auch keine Außerirdischen hier “und es wird auch keiner kommen”, so Spohn.

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Hartwig Hausdorf als Mystery- und Prä-Astronautik-Autor wiederum ist überzeugt, “dass Außerirdische auf der Erde waren”. Dies lies “sich anhand etlicher Artefakte belegen”, die nicht in die jeweilige Kultur passen, von der sie stammen oder stammen könnten. Auch verweist Hausdorf auf genetische Anomalien in uns selbst, die bisher “für die Genetiker absolut unerklärlich sind”. Das heißt, dass hier möglicherweise Alien-DNA in uns allen verborgen ist.

Was auf die Menschheit im All wartet, wollte die “BILD” als dritte Frage beantwortet haben.

Der Alien-Experte Ulrich Walter scheint hier irgendwie nicht ganz bei Sache gewesen zu sein. Denn er, zumindest zitiert die “BILD” ihn so, beantwortet die Frage dadurch, dass er über das theoretische Aussehen möglicher Aliens im Sinne der Biologie spekuliert.

Autor von Däniken scheint ebenfalls bei der Beantwortung nicht in dieser Welt gewesen zu sein. Noch nie habe er persönlich ein UFO gesehen, gibt er zu bedenken, und dennoch weiß er, dass “unsere gute alte Erde von Außerirdischen beobachtet wird”. EvD sein Statement ist übrigens nur ein Satz lang und er hat es in der Vergangenheit immer mal wiederholt.

Wissenschaftler senden eine Radio-Botschaft an Außerirdische – und bitten sie um eine Antwort zum 21. Juni 2043 (Bild: SETI Institute / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Wissenschaftler senden eine Radio-Botschaft an Außerirdische – und bitten sie um eine Antwort zum 21. Juni 2043 (Bild: SETI Institute / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

Tilman Spohns Antwort ist vergleichsweise sehr ausführlich. Spohn verweist auf die Vielzahl von Exoplaneten, die bisher gefunden wurden, und einige potentiell irgendwie belebt sein könnten. Man wisse es nicht – und auch nicht, “welche Lebensformen im Weltall möglich wären” oder ob es auf dem Mars Leben gefunden wird.

Für die Menschheit wäre es bedeutsam, da man so beweisen könnte, dass es außerhalb der Erde Leben gibt. Natürlich nur bakterielles, aber immerhin.

Auch Hartwig Hausdorf antwortet dahingehend, dass Astronomen ständig neue Welten im All finden. Wie auch Spohn verweist Hausdorf darauf, dass es unter diesen Exoplaneten auch welche gibt, die in der “bewohnbaren Zone” um ihre Sonne kreisen. Also könnte es dort flüssiges Wasser und damit einfaches Leben geben.

“Ein neues Zeitalter spannender, ja unglaublicher Entdeckungen wartet auf uns”, sagt Hausdorf vollkommen richtig. Er meint, dass es ein der zeit ist, dass “die Verantwortlichen” auch all das öffentlich zugänglich machen müssen, was “bislang geheim gehalten wurde”.

Fake-Antworten in der “BILD-Zeitung”

Vielleicht habe ich die dritte und letzte Frage der “BILD-Zeitung” an die illustre Runde der Alien-Experten falsch verstanden. Trotzdem erscheinen mir ausnahmslos alle hier online zitierten Antworten schon sehr seltsam, um es so zu formulieren. Vor allem eben jene, die auf die Frage “Was wartet auf die Menschheit im Universum?” bei der Boulevardzeitung zu finden sind.

Irgendwie scheinen sicher nicht nur mir die Antworten der Experten gerade bei Nummer 3 vollkommen am Ziel vorbei zu schießen. Sie passen einfach nicht wirklich zur Frage.

Als Jäger des Phantastischen kommen mir grundsätzlich alle von “BILD” zitierten Antworten seltsam bzw. seltsam bekannt vor. Sollte der Autor Ingo Gentner sie erfunden oder via “Google” zusammengesucht haben? Oder anders gefragt, hat die Redaktion hier Zitate aus zum Teil viel frühen Aussagen oder Artikeln der jeweiligen Experte zusammengebastelt?

"Warum wird Erich von Däniken mundtot gemacht?": Interessantes Netzfundstück und das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (Bild: Fischinger-Online)
Erich von Däniken und Lars A. Fischinger im Interview: Wird von Däniken wirklich “mundtot gemacht”? (Bild: Fischinger-Online)

Ich glaube: Ja! (UPDATE beachten!)

Schon, dass hier bei dem Kollegen Hartwig Hausdorf gerade das Buch von ihm erwähnt wurde, mit dem er dank des Massenmediums “BILD” ab 2008 großen Erfolge hatte, spricht dafür. Von Hausdorf erschienen nach diesem Buch vor zehn Jahren noch eine ganze Reihe weiterer.

Grundsätzlich muss das nichts heißen, da beispielsweise in den Medien hin und wieder bei Erich von Däniken sein erstes Buch genannt wird. Und das erschien bekanntlich bereits vor 50 Jahren und diesem folgten dutzende weitere Bücher!

Ob die vier Alien-Experten überhaupt wissen, dass sie der “BILD” drei Fragen beantwortet haben, ist zu bezweifeln. Auch wenn sie inhaltlich zur jeweiligen Person stimmen (mögen), sollte so was im Mainstream nicht vorkommen. Der geflügelte Gag-Slogan “BILD sprach zuerst mit dem Toten” passt hier offenbar erneut vorzüglich.

Zu den Fake-Antworten in dem Artikel erhielt ich heute auf Nachfrage bei Erich von Däniken auch folgende Antwort per E-Mail:

Die Fragen wurden uns tatsächlich nicht explizit gestellt, außer es hat Ihn jemand angerufen, wovon ich nichts wüsste. Aber die Aussagen stimmen grundsätzlich, auch wenn die Antworten schon älter oder aus verschiedenen Interviews zusammengestellt wurden.

“BILD” fragt – “BILD” antwortet …?!

Update 9. März 2018

Wie ich inzwischen durch die “BILD” und den Autoren Ingo Gentner weiß, ich meine oben ausgesprochene Vermutung der “zusammengebastelten Experten-Antworten” wohl falsch! Alles dazu in diesem Update:

UPDATE: Die BILD ist auf den Spuren der größten Alien-Rätsel auf der Erde (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
UPDATE: Die BILD ist auf den Spuren der größten Alien-Rätsel auf der Erde (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Wissenschaftler senden eine Radio-Botschaft an Außerirdische – und bitten sie um eine Antwort zum 21. Juni 2043

Botschaft an die Außerirdischen - Antwort erbeten (Bild: SETI Institute / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Botschaft an die Außerirdischen – Antwort erbeten (Bild: SETI Institute / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

Während derzeit die Presse in aller Welt vor allem online über die Entdeckung einer evtl. belebten “neuen Erde” mit Namen Ross 128b in nur rund 11 Lichtjahren Entfernung berichtet, ist ein anderen Projekt bei der Suche nach Leben im All und Außerirdische bisher eher übersehen worden. Obwohl es sich hierbei um ein SETI-Projekt handelt, das von den beteiligten Wissenschaftlern ganz bewusst  darauf ausgerichtet ist, Kontakt mit intelligenten Außerirdischen herzustellen. Welches das ist und wie hier versucht wird mit einer Alien-Zivilisation in Verbindung zu treten, erfahrt Ihr in diesem Beitrag.


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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Aliens, bitte melden!

Die Suche nach intelligenten Aliens im Kosmos wird seit Jahrzehnten auch durch verschiedene SETI-Projekte betrieben. Dabei belauschen Astronomen mittels Radioteleskopen auf der Erde das All und warten darauf, dass sie so ein Signal einer außerirdischen Zivilisation auffangen.

Ein Verfahren bei der Suche nach ET, über das auf diesem Blog bereits vielfach berichtet wurde.

SETI ist dabei ein vollkommen passives Mittel, bei dem die Astronomen ihre irdischen Radioteleskope in den Himmel ausrichten und dem Universum einfach nur zuhören. Irgendwann, so die Hoffnung der SETI-Forscher, könnte sie dabei ein Signal finden, das Aliens bewusst oder unbewusst in das All gesendet haben und so die Existenz einer fremden Zivilisation beweisen.

Ein weitere Form dieser Radio-Suche nach diesen Fremden ist ein aktives Mittel, das treffen einfach Active SETI genannt wird. Dabei nehmen die irdischen Wissenschaftler die Sache selber in die Hand und sende ganz bewusst Nachrichten und Informationen von der Erde aus in das Universum. Hierbei besteht die Hoffnung, dass eine intelligente Spezies diese Botschaften der Menschheit eines Tages empfangen und darauf auch antworten wird.

Obwohl gerade bei Active SETI immer wieder Bedenken geäußert werden – zum Beispiel, dass diese Aliens bösartig sein könnten und man sie deshalb lieber nicht auf uns aufmerksam machen sollte – haben Forscher erneut Signale an (mögliche) Außerirdisch gesendet. Denn eine Gefahr, die von diesen Aliens für uns Menschen auf Erde ausgehen könnte, sehen diese inzwischen längst nicht mehr …

Hip-Hop Musik für die Außerirdischen

Ein Vorschlag von SETI-Forschern: die Menschheit soll den Inhalt des Internet in das Universum senden (Bild: L.A. Fischinger / NASA/JPL)
Ein Vorschlag von SETI-Forschern: die Menschheit soll den Inhalt des Internet in das Universum senden (Bild: L.A. Fischinger / NASA/JPL)

Angesichts der momentan oft – aber nicht immer – aufgebauschten Berichte über den erdähnlichen Planten “Ross 128b”, verwundert es nicht, dass dieses Active SETI-Projekt in den Medien eher unterging. Obwohl es sich konkret auf intelligente Außerirdische bezieht und damit nicht um einen Planeten, der eventuell lebensfreundlich ist und auf dem es möglicherweise (einfaches) Leben gibt.

Dieses Projekt der aktiven Suche nach Außerirdischen ging von den Wissenschaftlern von “METI International” (Messaging to Extra-Terrestrial Intelligence) aus, die es bereits am am 16., 17. und 18. Oktober 2017 starteten. Und zwar in einer Art Kooperation mit einem Musikfestival für Electronic, Hip-Hop, Indie und Jazz, das zum Beispiel in Barcelona (Spanien) und Reykjavik (Island) stattfindet.

Eine solche Zusammenarbeit mit einem Musikfestival klingt in der Tat sonderbar. Vor allem auch deshalb, da die METI-Astronomen dabei unter anderem 33 kurze Kompositionen der Künstler des “Sónar Music Festival” nahmen, um diese mit einem Radioteleskop als Botschaft in das All zu senden. Auch wenn diese Tatsache für sich allein gesehen wie ein Scherz klingen mag, ist es doch keiner. Dass Menschen Musik für Außerirdische in das Universum schicken, ist auch nicht ungewöhnlich. Das hat schon ganz offiziell die NASA mit ihrer Raumsonde “Voyager” 1977 getan.

Projekt “Sónar Calling GJ 273b”

Das Team von “METI International” und das ebenso beteiligte spanische “Institute of Space Studies of Catalonia” in Barcelona wollten mit ihrem Active SETI-Projekt einen neuen Weg gehen. Die METI-Forscher um Präsident Douglas Vakoch suchten sich als Ziel für ihre Botschaft den den Exoplaneten “GJ 273b” aus, der in 12,25 Lichtjahren Entfernung den Roten Zwergstern Luytens umrundet. Zu diesem Planeten schickten sie mit dem Radioteleskop “European Incoherent Scatter Scientific Association” (EISCAT) in Tromsø (Norwegen) drei leicht unterschiedliche Nachrichten, die von dortigen Außerirdischen verstanden werden sollten.

Getauft haben sie dieses Projekt “Sónar Calling GJ273b“, also (Musikfestival) “Sónar ruft GJ 273b” …

“Active SETI”: Sollten wir wirklich versuchen Kontakt mit Aliens aufzunehmen? (Bild: L.A. Fischinger / Archiv / NASA/JPL [Hubble])
“Active SETI”: Sollten wir wirklich versuchen Kontakt mit Aliens aufzunehmen? (Bild: L.A. Fischinger / Archiv / NASA/JPL [Hubble])
“GJ 273b” wiederum ist einer jener fernen Exo-Welten im All, die gerne als “Zweite Erde” bezeichnet werden, da sich dieser Planet in der lebensfreundlichen Zone seiner Sonne befindet.

Diese Sonne, der Luytens Stern, hat nur bescheidene 0,27 Prozent der Leuchtkraft unseres Stern, hat aber mindestens zwei Planten. Diese beiden Exoplaneten sind “GJ 273c” und eben “GJ 273b”, an dessen mutmaßliche Bewohner sich die Botschaft richtet.

“GJ 273c” hat rund die 1,2-fach Masse unserer Erde und rast in nur 4,7 Tagen einmal um seine Sonne. Die Umlaufbahn des Planeten “GJ 273b” mit etwa der 2,9-fachen Erdmasse ist da “bedeutend” langsamer, da auf diesem Himmelskörper ein Jahr 18,7 Tage dauert.

Der Luytens Stern ist rund 75 Prozent kleiner als unser Stern, leuchtet wesentlich schwächer aber hat mit dem Planeten “GJ 273b” dennoch einen Begleiter, auf dem es Leben geben könnte. Theoretisch, wie bei allen anderen “Zweiten Erde” im Universum, die bisher entdeckt wurden. Ob sich diese theoretische Leben überhaupt aufgrund des Orbits von nur 18,7 Tagen und der Frage, ob es hier wirklich flüssiges Wasser und eine stabile Atmosphäre gibt, auch zu einer Intelligenz entwickelt hat, ist ebenso theoretisch. Angenommen, dass es so ist, ist es weiter nur eine Spekulation, ob dieses Leben dann auch mindestens den technologischen Stand der Menschheit hat und auch Radioastronomie betreibt.

Ohne Radioteleskope können diese Aliens unsere SETI-Nachrichten schließlich überhaupt nicht empfangen. Wären sie nur 200 Jahre vor unserer Technologie zurück, könnten sie es nicht. Ein Antwort würden wird so nicht erhalten. Douglas Vakoch und sein Team sind aber guter Dinge bei ihrem Projekt, da sie “hoffen, dass es für jene Intelligenz, die das Signal entdeckt, verständlich ist”. Hier denken die Astronomen an den kleinsten gemeinsamen Nenner, die sie und wir gemeinsam haben müssen, damit es zu einer Kommunikation kommt: Die Radioastronmie.

Vakoch weiter:

Wir beginnen, in dem wir zeigen, wie wir zählen. Dann führen wir die Grundrechenarten hinzu.

Nach diesem Einstig würden mathematische Beschreibungen den Empfängern weiter erläutern, wer wir sind und das wir eine Intelligenz sind, die Kontakt zu anderen Intelligenzen wünscht. Als ein weiterer Teil der Botschaft an Luytens Stern wäre auch Musik des Sónar-Music-Festivals integriert, um den Fremden zu zeigen, dass wir eine musikalische Rasse sind. Ob diese das dann auch so sehen, sei einmal dahingestellt …

Botschaft an die Aliens, um Antwort zum 21. Juni 2043 wird gebeten!

Als ein wichtiger und entscheidender Teil der Nachricht enthält diese auch ein Uhr. Diese “kosmische Uhr” ist Inhalt aller drei gesendeten Signale an “GJ 273b”, die deshalb zeitlich versetzt verschickt wurden. Der außerirdische Empfänger könne durch diese “Uhr” den zeitlichen Abstand des Absendens ermitteln um mit diesen “Werten” letztlich ein Zeit zu identifizieren, wann wir eine Antwort bekommen und empfangen möchten.

Stephen Hawking fördert die Alien-Suche – und warnt (erneut) vor einer Eroberung der Erde durch bösartige Außerirdische. Da könne auch Gott nicht mehr helfen!
Stephen Hawking sucht nach Aliens – und warnt vor einer Eroberung der Erde durch Außerirdische (Bild: NASA / L.A. Fischinger / WikiCommons/gemeinfrei / Montage: L.A. Fischinger)

Dieser Tag wäre der 21. Juni 2043, was den Außerirdischen natürlich überhaupt nichts sagen wird. Das spielt aber auch keine Rolle, da für die Empfänger nur der zeitliche Abstand zählt. Wenn sie Radioteleskope nutzen wissen sie auch, dass sich Radiosignale mit Lichtgeschwindigkeit durch das All bewegen und so ihr “Rückruf” ca. 12,25 Lichtjahre unterwegs sein würde. Die Luytens-Aliens müssten auf ihre Heimatwelt also den genauen Zeitpunkt Bereichen, wann sie ihre Antwort aussenden, damit diese zu gewünschten Zeitpunkt auch hier ist …

Für Douglas Vakoch selber ist das ein großes Experiment und zweifelt selber, ob es sofort zu einem Erfolg führen wird:

Es ist ein Prototyp für das, was wir wahrscheinlich 100 Mal oder 1000 Mal oder 1 Million Mal machen müssen. Für mich kommt dann der große Erfolg des Projekt, wenn es in 25 Jahren jemanden gibt, der sich erinnert, nach einer Antwort zu suchen. Wenn wir das erreichen könnten, wäre das eine radikale Verschiebung der Perspektive.”

Demnach sollten wir also das Universum mit solchen Botschaften an fremde Zivilisationen inkl. Zeitpunkt der gewünschten Antwort geradezu “zuspammen”. Irgendwann würden zumindest eine dieser Nachrichten schon eine Zivilisation erreichen, so der Gedanke dahinter. Vom Grundsatz her stimmt das ohne Frage und würde damit tatsächlich die zukünftige Arbeit von SETI verändern. “Die Masse macht es” durchaus und in Zukunft könnte ein Bereich von SETI zu den jeweils festgelegten Rückrufterminen lauschen, ob eine solche Antwort auch vom anvisierten Empfänger eingeht.

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Keine Angst vor einer Alien-Invasion – oder doch?

Da man nicht weiß, ob durch solche Avtive SETI-Projekte nicht tatsächlich eines Tages todbringende Außerirdische zur Erde gelockt werden, wird darüber teilt hitzig gestritten. Für Vakoch sind solche Ängste vor einer theoretischen Alien-Invasion aber kein Argument, dass die Menschheit nicht auf sich aufmerksam machen sollte. Wollten uns Außerirdische auf Planeten “GJ 273b” wirklich an den Kragen, wäre es so oder so zu spät:

“Jede Zivilisation, die dort lebt und die Möglichkeit hat, zur Erde zu reisen, um uns zu schaden, wüsste bereits von unserer Existenz.

In der Tat ist die Menschheit auf der Erde alles andere als still. Schon Jahrzehnte senden wir absichtlich und unabsichtlich Radiosignale in den Kosmos, die dabei auch von potentiellen Invasoren aus dem All hätten empfangen werden können. Vielleicht haben sie es ja auch und sind auf dem Weg zu uns. Auch das kann niemand mit absoluter Gewissheit verneinen.

Wenn Außerirdische uns besuchen, wäre die Konsequenz ähnlich wie bei der Landung von Kolumbus in Amerika, was für die amerikanischen Ureinwohner nicht gut ausging. Wir müssen nur auf uns selber blicken, um zu sehen, wie sich intelligentes Leben sich zu etwas entwickeln kann, dem wir nicht begegnen wollen.”

Militärexperten warnen: Außerirdische könnten die nationale Sicherheit bedrohen (Bild: L. A. Fischinger / WikiCommons / NASA/JPL)
Russische Militärexperten warnen: Außerirdische könnten die nationale Sicherheit bedrohen (Bild: L. A. Fischinger / WikiCommons / NASA/JPL)

Wenn also eines fernen Tages oder schon kommenden Freitag aggressive Außerirdische hier angekommen, ist es schlicht um die Menschheit gelaufen. Auch, wenn diese Besucher “in Frieden” kommen sollten, wie eben die Entdecker Amerikas. Trotzdem ist nach Ansicht von Vakoch allein der reine Alien-Kontakt mittels Radioastronomie eine Chance für die Menschheit:

Wir haben viele als Spezies so viele Probleme, mit denen wir zu kämpfen haben. Wir sind uns nicht sicher, ob wir überhaupt als Spezies auf unserem Planeten überleben werden.

Eine intelligente Botschaft aus dem All wäre für Douglas Vakoch Anlass “über einige der Herausforderungen zu sprechen, mit denen wir konfrontiert werden”. Vielleicht also genau der Klebstoff, den die Menschheit als gespaltene Spezies auf diesem Planeten benötigt, um zueinander zu finden und zu einem Ganzen zusammen zuwachsen.

Rein philosophische sieht Francisco López, einer der beteiligten Musiker, das ganze Projekt “Sónar Calling GJ 273b”:

Natürlich liegt eine Gefahr darin, mit außerirdischem Leben Kontakt aufzunehmen. Für mich ist es aber vor allem ein poetischer Akt von ewiger Existenz. Das ist eine phantastische Idee – auch wenn der Planet komplett leer sein sollte.”

Dass am 21. Juni 2043 tatsächlich eine Antwort vom Exoplaneten “GJ 273b” (auf dem zufällig jetzt gerade ein technisch entsprechende Zivilisation existiert) hereinkommen wird, bezweifele ich. Es ist auch mehr als unwahrscheinlich, dass sich von dort eine Armada von außerirdischen Eroberern auf den Weg zur Erde macht, sobald diese die Nachrichten von “Sónar Calling GJ 273b” empfangen haben.

Auch wenn ihnen die mitgeschickte Musik noch so sehr gefallen hat (oder eben nicht) …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Die Suche nach Leben im All: Laut SETI-Astronomen haben wir in nur 20 Jahren Kontakt mit Außerirdischen!

Die Suche nach Leben im All geht voran: Haben wir in nur 20 Jahren mit Außerirdischen? (Bilder: gemeinfrei/NASA / Montage: L. A. Fischinger)
Die Suche nach Leben im All geht voran: Haben wir in nur 20 Jahren mit Außerirdischen? (Bilder: gemeinfrei/NASA / Montage: L. A. Fischinger)

Jahrzehnte schon suchen Astronomen mit dem SETI-Projekt nach Signalen von außerirdischen Zivilisationen, um deren Existenz zu beweisen. Doch gefunden haben sie bisher nichts, dass eindeutig von Aliens aus dem All stammt. Dennoch geben die SETI-Astronomen ihre Suche noch lange nicht auf. Im Gegenteil: der berühmte Astronom Dr. Seth Shostak vom SETI-Institute in Kalifornien würde sogar darauf wetten, dass wir innerhalb der kommenden zwei Jahrzehnte Kontakt mit Außerirdischen haben werden, wie er jüngst in einem Interview erklärte. Wie hoch sein Wetteinsatz ist und warum es an mehr als einem halben Dutzend Orten in unserem eigenen Sonnensystem außerirdischen Leben geben könnte, erfahrt Ihr hier.


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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Seth Shostak vom kalifornischen SETI-Institut ist sicher der bekannteste Astronom, der sich aktiv mit der Suche nach außerirdischen Zivilisationen befasst. Dabei ist SETI als Projekt zur Suche nach Radiosignalen von Außerirdischen mit Hilfe von Radioteleskopen auf der Erde eine durchweg “etablierte Wissenschaft”.

Ein Bereich der Astronomie, der zwar seine Kritiker hat, aber eben nichts mit UFO-Forschung zu tun hat, die bis heute  alles andere als “etabliert” angesehen wird.

Nur noch 20 Jahre!?

Shostak ist nach eigener Aussage sicher, dass es nur noch 20 Jahre dauern wird, bis die Menschheit ein Signal von intelligenten Außerirdischen empfängt. Von Aliens irgendwo in den Weiten des Alls, die zumindest technologisch so weit entwickelt sind, dass sie Radiosignale in das Universum senden können. Oder besser gesagt so weit entwickelt waren.

Würde dieses Signal von einem Stern kommen, der 10.000 Lichtjahre entfernt ist, wäre auch die “Botschaft” 10.000 Jahre alt. So wie wir diesen Stern sehen, wie er vor 10.000 Jahren aussah. Diese Zeitspanne benötigt sein Licht um die Erde zu erreichen und damit wäre auch ein Radiosignal der Aliens so lange zu uns unterwegs. Auch Radiosignale bewegen sich nur mit Lichtgeschwindigkeit durch das All und machen so grundsätzlich eine echte Kommunikation mit Aliens mehr als nur schwierig.

Darum werden wir niemals Kontakt mit Aliens haben: Die Außerirdischen löschen sich vorher alle selber aus! Tatsächlich? (Bild: L. A. Fischinger / NASA / Montage: L. A. Fischinger)
Darum werden wir niemals Kontakt mit Aliens haben: Die Außerirdischen löschen sich vorher alle selber aus! Tatsächlich? (Bild: L. A. Fischinger / NASA / Montage: L. A. Fischinger)

Seth Shostak zu diesem Problem:

Wenn sie 500 Lichtjahre von uns entfernt sind, würden wir ein Signal hören, das 500 Jahre alt ist. Und wenn wir zurücksenden: ‘Hi, wir sind  Erdlinge, wie geht es euch?’, dann würde es 1000 Jahre dauern, bis wir wieder von ihren hören. Falls wir von ihnen hören. Es ist also kein wirklicher Kontakt, aber zumindest wüssten wir, dass sie da sind.

Nach Shostak könnten wir binnen der kommenden zwei Jahrzehnte wissen, “dass sie da sind”. Für alle Astronomen sowie Weltraum- und Alien-Fans eigentlich eine erfreuliche Nachricht des SETI-Astronomen, die allerdings einen faden Beigeschmack hat.

Auch Seth Shostak kann die Zeit des ersten Kontakt mit Außerirdischen nur raten. Obwohl durch den technologischen Fortschritt auch SETI immer effizienter wird, beruhen alle “First Contact-Schätzungen” nur auf Spekulationen. Niemand kann verbindlich sagen, ob es in einem Jahr oder 200 Jahren soweit sein wird.

Und so ist auch der Wetteinsatz von Shostak nicht allzu hoch:

Ich wette mit jedem um eine Tasse Kaffee, dass wir innerhalb der nächsten 20 Jahre intelligentes Leben finden werden.

7 mal Leben in unserer Nachbarschaft?

Wie die meisten Astronomen und Planetenforscher auch, ist auch Shostak überzeugt, dass wir Menschen zuerst Leben in unserem eigenen Sonnensystem finden könnten. Mikroorganismen, die auf Planeten und Monden in unserer Nachbarschaft existieren könnten. Der Mars steht hier beispielsweise hoch im Kurs bei der Suche nach Leben im All.

Aber auch der Zwergplanet Pluto, die Jupiter-Monde Europa, Ganymed und Callisto sowie die Saturn-Monde Titan und Enceladus sind als Kandidaten für Leben in der Diskussion.

Shostak dazu im September 2017:

Es gibt mindestens sieben weitere Orte in unserem Sonnensystem, also praktisch vor unserer Haustür, die man mit einer Rakete erreichen kann und auf denen es mikrobiologisches Leben geben könnte.

SETI und die Suche nach Leben im All: Neue Wege bei der Suche nach Außerirdischen? (Bild: NASA/JPL-Caltech / Montage: L. A. Fischinger)
Wo sind die Aliens? Forscher stellen neue Wege bei der Suche nach Außerirdischen vor (Bild: NASA/JPL-Caltech / Montage: L. A. Fischinger)

Ein verlockendes Ziel für die Suche nach primitiven Aliens ist nach Meinung von Shostak und anderen Astronomen der Saturn-Mond Enceladus mit seinen riesigen Geysiren:

Er schießt Geysire in den Weltraum. Man muss dort also nicht landen und man muss keine Bohrungen durchführen. Man schnappt sich einfach ein wenig von diesem Geysir-Schleim, bringt ihn zurück auf die Erde und vielleicht findet man darin Aliens.”

Doch Leben im All muss es einfach geben, so der SETI-Forscher. Das Weltall sei einfach zu groß, als dass es nicht existiert:

Es gibt eine Menge Grundstücke da draußen, richtig? Es gibt eine Billionen Planeten in der Milchstraße. Wir können eine Billion andere Galaxien sehen, jede mit einer Billion Planeten. Wenn sie nicht da draußen sind, dann sind alle diese Leute hinter uns (die beim Gespräch Anwesenden, Anm. LAF) ganz besonders.”

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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