Search Results for: Polen

41.500 Jahre alt: Ältester verzierter Schmuck Eurasiens in Polen gefunden – aber ist es wirklich nur Schmuck?

Teilen:
41.500 Jahre alt: Ältester verzierter Schmuck Eurasiens in Polen gefunden - aber ist es wirklich nur Schmuck? (Bilder: : A. Vazzana & J. Opiola/WikiCommons CC BY-SA4.0 / Bearbeitung: Fischinger-Online)
41.500 Jahre alt: Ältester verzierter Schmuck Eurasiens in Polen gefunden – aber ist es wirklich nur Schmuck? (Bilder: : A. Vazzana & J. Opiola/WikiCommons CC BY-SA4.0 / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Bereits 2010 wurde in einer Höhle im Süden von Polen ein 4,5 Zentimeter kleiner Anhänger mit Gravuren aus Elfenbein entdeckt. Jetzt veröffentlichten die Forscher dazu ihre neuen Ergebnisse. Demnach ist das Objekt rund 41.500 Jahre alt und damit das älteste Schmuckstück seiner Art in ganz Eurasien. Aber war das kleine Kunstwerk der Steinzeit wirklich nur ein schmückendes Objekt unserer Ahnen – oder steckt nicht doch weit mehr dahinter?


Sensationeller Fund in Polen

Im Jahr 2010 fanden Archäologen in der Stajnia-Höhle in Polen einen in zwei Teile zerbrochenen Anhänger aus Mammutelefenbein. Nach einer fachgerechten Reinigung und Konservierung des etwa 4,5 langen, ca. 2 Zentimeter breiten und 0,36 bis 0,39 Zentimeter dünnen Fundes zeigte sich schnell, dass Homo Sapiens der Steinzeit dieses Stück mit Werkzeugen bearbeitet hatten. Auch einige weitere Funde kamen bei den Grabungen zwischen 2006 und 2010 in der Höhle zum Vorschein. Sie werden zum Teil dem Neandertaler zugeschrieben.

Doch dieses Objekt erweckte besonderes Interesse, da zahlreiche kleine Vertiefungen in das Objekt graviert wurden. Sie verlaufen in einer geschwungenen Linie auf der vermuteten Vorderseite entlang. Außerdem war eine Durchbohrung und der Rest eines zweiten Loches an dem zerbrochenem Artefakt erkennbar. Diese beiden Bohrungen haben nur 2,3 Millimeter Durchmesser.

Insgesamt zählten die Forscher auf der gravierten Seite rund 50 winzige Löcher. Sicher waren es einmal mehr, doch das Stück ist an den entsprechenden Stellen zu stark beschädigt. Unter dem Rasterelektronenmikroskop war zu erkennen, dass die 50 noch sichtbaren „Punktierungen“ möglicherweise „alle mit dem gleichen Werkzeug – möglicherweise in relativ kurzer Zeit – gemacht wurden“. So ein Forscherteam um Sahra Talamo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig in einer jetzt veröffentlichen Studie in „Nature“.

In dieser Untersuchung vom 25. November 2021 legen die Forscher vor allem ihre Neubewertung und C14-Datierung der Funde vor. Der Anhänger sei ihrer Meinung nach rund 41.500 Jahre alt und damit der älteste Schmuck dieser Art in Asien und Europa. „Wann die punktförmigen Ornamente in Eurasien auftauchten„, können sie indes nicht genau sagen. Ebenso wenig, was diese geschwungene Linie aus den winzigen, runden Einkerbungen überhaupt bedeuten sollten.

Nur Dekor oder doch mehr?

Hier sollte man bedenken, wie klein diese Löcher auf dem Objekt tatsächlich sind. Zur Erinnerung: Das zu erkennende Bohrloch (s. Titelbild) rechts oben auf dem Fundstück misst gerade mal knapp über 2 Millimeter im Durchmesser. Vermutlich dienten diese Bohrungen dazu, um das Stück mit einem Band als Anhänger um den Hals zu tragen. Ob das stimmt, kann man nicht sagen. Auch nicht, ob die kleinen Löcher wirklich bloßes Zierrat waren. Ornamente als abstrakte Kunst, um den Schmuck zu verschönern.

Der Betrachter, etwa eine andere Person der Sippe, musste da schon ganz genau hinschauen, um diese „Verschönerung“ überhaupt wahrzunehmen. Auch wenn das Schmuckstück vor über 40.000 Jahren natürlich in einem bessern Zustand war. Auch farblich. So schreiben Talamo und ihr Team in ihrer Analyse zu diesen Verzierungen unter anderem:

Werde auch DU Fan von Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Das punktförmige dekorative Motiv ist eine der künstlerischen Innovationen, die sich während des frühen Aurignacian (Jungpaläolithikum, Anm. LAF) in Europa und in den russischen Ebenen entwickelt haben. Bisher wurden diese Markierungen auf mobilen Objekten als Jagdzählungen, arithmetische Zählsysteme oder Mondnotation interpretiert, während andere ästhetische Zwecke nahelegten.

Die auf dem Stajnia-Anhänger dargestellte Schleifenkurve ähnelt den gravierten Mustern der Blanchard-Plakette. Ob diese Markierungen zyklische Notationen oder Tötungsergebnisse anzeigen, bleibt eine offene Frage, obwohl die Ähnlichkeit mit dem Mondanalemma auffallend ist.“

Ob die Kerben „als einfache Dekoration dienen“ sollten, wissen sie nicht. Obwohl die Forscher einen Vergleich mit prähistorischen Steinmalereien aus Südwestfrankreich heranziehen, die sie  „Blanchard-Plakette“ nennen. Hierbei handelt es sich um 37.000 Jahre alte Zeichnungen an den Felsüberhängen von Abri Blanchard bzw. am Abri Castanet. Die weltberühmte Höhle von Lascaux mit ihren prähistorischen Höhlenmalereien befindet sich ganz in der Nähe.

Auch hier fanden sich solche sonderbaren Punkte als mutmaßliche Kunst.

Der älteste Kalender der Menschheit?

Allerdings ist das Phänomen durchaus an sehr vielen verschiedenen archäologischen Funkplätzen und Artefakten vorzufinden. In Europa ebenso wie im Kongo in Afrika. Die Ähnlichkeit dieser Objekt mit dem Fund aus Polen ist erstaunlich und augenscheinlich, wie in diesem Blog-Artikel HIER umfangreich beschrieben.

Vor rund 10.000 Jahren haben unsere Vorfahren den angeblich ältesten Kalender der Welt in Schottland gebaut. Entdeckt wurde er auf einem Feld nahe dem „Crathes Castle“ in Aberdeenshire (s. a. Beitrag HIER) von Forscher der Universität von Birmingham. Dort zeigten sich eine Reihe von dunklen Verfärbungen im Erdreich, die sich nach Ausgrabungen durch Vincent Gaffney und seinem Team schnell als uralte Pfostenlöcher herausstellten. Insgesamt entdeckten sie ein Dutzend Gruben, von denen einige mehr als 2 Meter Durchmesser haben.

Der 10.000 Jahre alte Kalender von Warren Field in Schottland: wirklich der älteste Kalender der Welt? (Bilder: V. Gaffney / Montage: Fischinger-Online)
Der 10.000 Jahre alte Kalender von Warren Field in Schottland: wirklich der älteste Kalender der Welt? (Bilder: V. Gaffney / Montage: Fischinger-Online)

Computersimulationen und eine Überprüfung der Lage der Funde mit der geographischen Umgebung zeigte, dass hier eine „Urzeit-Uhr“ entdeckt wurde. Einen Kalender.

Doch wie der Fund aus der Stajnia-Höhle in Polen zeigt, könnten Kalender (Mondkalender) zehntausende Jahre früher von unseren Ahnen angefertigt worden sein. Eben in Form derartige Objekte, die heute ratlose Archäologen teilweise als bloße Dekoration deuten. Schon 1972 führte Alexander Marshack vom Peabody-Museum der Harvard Universität in seinem Buch „The Roots of Civilization“ eine ganze Liste solcher mutmaßlichen Vorzeit-Kalender auf Kunstwerken auf.

Sie alle waren zehntausende Jahre alt. Sie stammten aus Zeiten, als unserer Vorfahren angeblich nur einfache primitive Jäger und Sammler waren. Der Fund aus Polen wäre mit etwa 41.500 Jahren dann – sofern solche Deutungen zutreffen – der ältisten Kalender der Menschheit überhaupt!

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Tagged , , , , , , , <

VIDEO: Der Schwerkraft zum Trotz? Der „Magnetische Berg“ in Pommern in Polen

Teilen:
VIDEO: Der "magische Berg" in Polen - hier spielt angeblich die Schwerkraft verrückt (Bild: Fischinger-Online)
VIDEO: Der „magische Berg“ in Polen – hier spielt angeblich die Schwerkraft verrückt (Bild: Fischinger-Online)

Spielt hier die Schwerkraft verrückt? In Polen führ in einem Waldgebiet eine Straße über einen kleinen Hügel, der als „magnetischer Berg“ bekannt ist. Denn hier rollen scheinbar die Dinge bergauf – egal ob Flaschen oder Autos. Ich habe für Euch vor Ort den Test gemacht, wie Ihr in diesem YouTube-Video vom 7. Juli 2021 seht.


Magie in Polen?

Mystische Stätte und magische Orte gibt es viele auf der Welt. Bekannte und unbekannte. In Polen gibt es eine Straße über einen Hügel, auf dem scheinbar die Dinge bergauf rollen! Ich war für Euch vor Ort und habe es ausprobiert.

Hügel, an denen Autos, Flaschen, Bälle oder Dosen über eine Straße wie von Geisterhand den Berg hinauf rollen? Die gibt es in überall auf unseren Planeten. Magische Berge, Hexenhügel oder magnetische Hügel werden diese gerne genannt. Und stauend probieren Besucher diese „Magie“ selber mit ihren Autos oder Flaschen aus. Tatsächlich: Sie rollen entgegen aller Erwartung hinauf, nicht hinunter.

Wie bei einem magischen Berg in Pommern in Polen, den ich für Euch besucht habe.

Spielt hier die Schwerkraft verrückt? Ist Magie am Werk? Landete hier einst ein fremdes Raumschiff oder schlug hier ein Asteroid ein, wie einige spekulieren? Verläuft hier eine Art Magnetfeldanomalie, eine Wasserader oder ist alles nur eine optische Täuschung, wie andere glauben?

Ich habe für Euch vor Ort den Test gemacht, wie Ihr in diesem YouTube-Video vom 7. Juli 2021 seht.

Bleibt neugierig …

Video vom 7. Juli 2021 auf Mystery Files

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Lasst gerne ein Abo & Daumen hoch da …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Tagged , , <

Von blutigem Wasser, Schwefel vom Himmel und „fliegenden Kugeln“: Wunder, Phänomene und Erscheinungen an der Marienburg bei Danzig in Polen (+ Video)

Teilen:
Wunder, Phänomene und Erscheinungen an der Marienburg bei Danzig in Polen (Bild: Fischinger-Online)
Wunder, Phänomene und Erscheinungen an der Marienburg bei Danzig in Polen (Bild: Fischinger-Online)

Die Marienburg (Malborg) unweit von Danzig in Polen ist der größte und mit Abstand prachtvollste Backsteinbau Europas. Eine ab dem 13. Jahrhundert von den Rittern des Deutschen Ordens errichtetet Anlage mit einer überaus bewegten Geschichte. Doch wie bei vielen historischen Monumenten gibt es auch hier Geschichten hinter der offiziellen Geschichtsschreibung. Sie finden sich in alten Chroniken und Sagen und lassen die Marienburg teilweise in einem ganz anderen Licht erscheinen. Welche das sind, erfahrt Ihr hier.


Das antike UFO-Phänomen und die Marienburg

Seit der Mensch in den Himmel schaut, erblickt er dort die sonderbarsten Erscheinungen. Nicht nur Naturphänomene, die unsere Vorfahren einst vor ungelöste Rätsel stellten. Meist wurden diese von der Vorzeit über das Mittelalter bis in die frühe Neuzeit mit göttlichen oder auch dämonischen Erscheinungen in Zusammenhang gebracht. Dank zahlreicher historischer Aufzeichnungen, teilweise bebilderter Chroniken und aufmerksamer Geschichtsschreiber sind viele dieser Zeichen am Himmel oder Wunderzeichen heute bekannt. Und auch oft naturwissenschaftlich zu erklären.

Bei anderen Himmelszeichen sind rationale Deutungen als „Laune der Natur“ problematischer. Einer der Gründe, warum moderne Mystery-Forscher einige dieser Erscheinungen mit dem „heutigen“ UFO-Phänomen in Zusammenhang bringen. In der Tat belegen die antiken Schriften und Dokumente, dass es ein UFO-Phänomen durchaus schon vor Jahrhunderten gab. Längst nicht alle Sichtungen oder Objekte am Himmel de Vergangenheit lassen sich aus heutiger Sicht als ein natürliches Schauspiel erklären.

Wieder andere überlieferten Wunder, Erscheinungen oder Himmelsphänomene entziehen sich uns heute vollends einer logischen Deutung. Wobei es gleichgültig ist, ob man die Natur dahinter vermutet, oder eben das UFO-Phänomen. Es bedarf jedoch beispielsweise bei einer Erscheinung von kämpfenden „Rittern in Rüstungen“ am Firmament sicherlich eine gehörige Portion Phantasie dazu, aus diesen UFOs zu machen. Eher könnte man hier religiöse Propaganda hinter solchen Berichten vermuten – und damit Fake-News.

In anderen Fällen ist das nicht unbedingt notwendig. Etwa bei einem Ereignis, dass sich Ostern 1661 bei der Stadt Danzig und der Marienburg im heutigen Polen ereignet haben soll. Eine mittelalterliche Burg des Deutschen Ordens aus dem 13. Jahrhundert, die in Polen heute nach dem Ort Malborg (Zamek w Malborku) heißt. Die gewaltige Burg ist der größte Backsteinbau Europas, um die sich nicht wenige Legenden und Geschichte ranken.

In dem am Ende angefügtem Video berichte ich ebenfalls von einigen dieser Überlieferungen.

Blutiges Wasser, Schwefel vom Himmel und Kugeln am Firmament

Abraham Hartwich hielt 1722 in seinem Werk „Geographisch-Historische Landes-Beschreibung derer dreyen im Pohlnischen Preussen liegenden Werdern, als des Dantziger-Elbing- und Marienburgischen“ unter anderem über die Marienburg diverse seltsame Ereignisse fest. Nicht nur aus dem Jahr 1661.

Hartwich listete darin eine ganze Reihe zum Teil überaus ungewöhnlicher Phänomene auf, die sich rund um die Burg ereignet haben sollen. Längst nicht alle dieser dokumentierten Berichte lassen sich heute erklären. Sie reichen von „Feuer vom Himmel“, das zahlreiche Gebäude nieder brannte (1551), über „Wasser im Stadtgraben“ und später an anderen Plätzen, das sich insgesamt dreimal „in Blut verwandelte“ (1668 und 1684) bis feurigen Kometen (1654 und 1680-81). Sogar Rauch und schwarzer Dampf sei am 14. Juni 1643 mehrfach hintereinander mit „sanften donnern“ aus der Erde in den Himmel bis zu den Wolken geschossen. Erst wie ein scharf umrissener Regenbogen, dann gewunden wie eine Schlange. Drei Tage später sei nach einem Platzregen überall gelben Schwefel gefunden worden, „welcher noch ganz heiß war“.

Als reichen alle diese Wunder noch nicht, habe sogar im Jahr 1629 die Glocke der Marienburg „von sich selbst geläutet“. Und am 17. Dezember 1680 raste eine „feurige Kugel“ so groß wie der Vollmond bei Danzig vom Himmel, so Hartwich.

Im Kontext dieser wundersamen Ereignisse muss man eine Erscheinung sehen, die Hartwich für Ostern 1661 überliefert. Geschehen bei Vollmond und auf den ersten Blick klingt sie nach einem seltenen aber natürlichen Mond-Halo. Dazu schreibt er, was damals neben dem Vollmond beobachtet wurde:

„…und neben demselben auf der rechten und linken Seite schnurrgerade zwei feurige, doch mit allerhand schönen Farben untermischte Kugeln, wie der Mond groß, deren jeder auswärts einen langen Strahl von sich gab. Und waren oberwärts die beiden Kugeln mit einem hellen Zirkel vereinigt, unterwärts aber war ein feuriger Regenbogen, der die Spitze nach dem Zirkel und den Bauch unterwärts hatte. Um 4 Uhr in der Nacht hat die Wacht zu Danzig gesehen, dass die beiden Kugeln zusammenschlugen, und es einen solchen Knall gegeben, als wenn eine Bombe los gebrennet würde.“

Eine Naturerscheinung?

Eine Halo-Erscheinung in der Atmosphäre, die drei Monde erscheinen ließ und halbrunde Lichtbrechungen projizierte? Warum aber beschreibt der Bericht diese dann als „Kugeln“, und warum schlagen sie mit einem lauten „Knall“ zusammen, bevor sie verschwinden? Lichtreflexionen bzw. Lichtbrechungen wie Halos sind still. Sie „knallen“ nicht am Himmel.

Autoren und Forscher, die nach historischen UFOs fahnden oder sich der Prä-Astronautik widmen, verweisen immer wieder darauf, dass man bei derartigen „antiken Begegnungen“ nicht alles wortwörtlich nehmen darf. Vor allem da unsere Ahnen der richtige Wortschatz fehlte, um exakt das zu beschreiben, was sie sahen oder erlebten. Gemeint ist damit ein moderner Wortschatz. Also bediente man sich in der Vergangenheit realen und greifbaren Beschreibungen und Vergleichen mit Alltagsgegenständen. Eine klassische „fliegende Untertasse“ wird so schnell zu einem „fliegenden Schild“. Ein kugelförmiges UFO eben zu einer „fliegenden Kugel“ und ein zylindrisches Objekt zu einem „Speer“, einer „Lanze“ oder einer „Standarte“.

Von all solchen Erscheinungen berichten die überlieferten Aufzeichnungen der Vergangenheit, von denen auf diesem Blog und meinem YouTube-Kanal immer wieder Beispiele vorgestellt wurden.

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Unsere Vorfahren nutzen das „Sieht-aus-wie-Prinzip“, was bis zu einem gewissen Grad sicher auch so war und zutraf. Für heutige UFO-Sichtungen gilt das noch nimmer. Auch hier verwenden die Zeugen Begriffe wie „Ball“, „Kugel“, „Football“, „Scheibe“, „leuchtende Kugel“, „Ball aus Licht“, „Diamant“, „Bumerang“, „Zigarre“ oder „eine in der Mitte abgeflachte Kugel mit zwei hervorstehenden Stücken auf jeder Seite“ („Surrey Advertiser“, 6. Oktober 1962). Ohne an dieser Stelle eine Bewertung über die wahre Natur dieser individuell gesehenen Objekte vornehmen zu wollen.

Wenig verwunderlich ist es demnach, dass in den alten Überlieferungen, Aufzeichnungen sowie Märchen und Sagen nahezu alles irgendwo schon einmal herumgeflogen sein soll. Details oder „Verhaltensweisen“ dieser Objekte machen sie erst zu etwas rätselhaften und damit für die UFO-Forschung interessant. Was hinter dem Ereignis von 1661 stecken mag, bleibt indes offen.

Sagen und „Wunder“ um die Marienburg

Noch seltsamer ist die Behauptung, dass sich das Wasser im Stadtgraben und anderen Plätzen mehrfach in Blut verwandelt haben soll. Handelte es sich um eine Art Algenblüte, die scheinbar Brunnen und möglicherweise die Burg betraf? Auch die Geschichte der 10 Plagen in Ägypten aus dem 2. Buch Moses, als sich der Nil und die Wasser Ägyptens „in Blut verwandelten“, wurde schon mit Algen versucht zu erklären.

Überaus seltsam erscheint auch das Ereignis vom 14. Juni 1643, als schwarzer Dampf donnernd aus der Erde kam und in den Himmel stieg. Hängt der heiße Schwefel, der drei Tage später vom Himmel fiel, damit in Zusammenhang? Wenn ja: Was war die Ursache?

Andere Sagen über die Marienburg sind tief vom Christentum geprägt. Was schon bei der Grundsteinlegung anfing, wie es bereits der bekannte deutsche Märchen- und Sagen-Sammler Ludwig Bechstein 1853 in „Deutsches Sagenbuch“ überlieferte. Nach dieser Sage haben die „Kreuzritter“ in Jerusalem genau aus jenem Gebäude, in dem Jesus mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl beging, einen Stein als Grundstein für die Marienburg mitgenommen. Es heißt:

Da nun die Ritter nach Deutschland heimkehrten, nahmen sie von diesem Hause einen behauenen Stein mit sich über Meer und weiheten ihn zum Grundstein des Ordenshaupthauses Marienburg. Darum segnete der Herr diesen Bau, daß er so groß und fest und herrlich wurde und in all seiner alten Pracht und Schönheit noch steht bis auf den heutigen Tag, während tausend und abertausend Schlösser in Trümmer sanken.“

Eine andere Erzählung nahm für zwei Liebende auf der Burg ein tragisches Ende. Da „das Haus des Ordens ein Haus der Entsagung von irdischer Lust sein sollte, so duldete es nicht der gleichen Gefühle“, so die Sage. So wurde das Pärchen als Strafe in zwei Steine verwandelt, die man lange Zeit auf der Marienburg wohl als Warnung gezeigt hatte. Dabei habe man bei den beiden Steinen „wahrgenommen, dass sie aus Schmerz noch salzige Tränen weinten“, schließt sie Sage.

Die Rache der Mutter Gottes

Unglückselig ging es auch bei einer Schlacht um die Burg und gegen die Deutschritter zu. Die berühmte Marienfigur, die mit acht Metern Größe die Fassade der dortigen Marienkirche schmückt, „ärgerte einen Polenfürsten“ dermaßen, da sie „wie das Symbol des ewigen Sieges des Christentums gegen das Heidentum“ hoch über der Festung thronte. Also befahl er einen seiner Söhne, dass er der Statue mit seiner Armbrust die Augen ausschließen soll. Doch genau in jenem Augenblick, als der Sohn seine Waffe abfeuern wollte, erblindete er auf wundersame Weise. Für seinen Vater ging es ebenfalls nicht gut aus, so die Sage weiter:

Der junge Polenprinz war plötzlich erblindet. Darüber ergrimmt der Fürst, er nimmt selbst die Armbrust, zielt gut und trifft – beinahe – denn vor dem Bilde wendet sich rückprallend der Pfeil und fährt dem Fürsten pfeilgeschwind mitten durch das Herz.“

 Vielfach erkennt man in solchen Sagen um die Marienburg und deren Umgebung den Kampf des Christentums gegen das sogenannte Heidentum. Eine Legende um die Heilige Dorothea von Montau, die Patronin des Deutschen Ordens aus dem nahen Marienwerder (heute Kwidzyn), ist besonders unheimlich. Sie verbrachte ihr Lebensende in der 1343 bis 1384 erbauten Domkirche zu Marienwerder, in der auch mindestens drei Hochmeister des Deutschen Ordens bestattet wurden. Kämpfer des Glaubens, von dem einer 1410 die Belagerung der Marienburg abwenden konnte. In dieser Kirche ließ sich die 1976 vom Vatikan Heilig gesprochene Dorothea in einer Zelle einmauern, wo sie 1394 starb. Zuvor erlebte sie Visionen und Zeichen Gottes oder des Himmels, weshalb sie sogar 1391 fast in Danzig als Hexe auf dem Scheiterhaufen gelandet wäre. Als sie starb sei angeblich folgendes geschehen:

Als die Mitternachtstunde kam, umwogte eine himmlische Helle das enge Gemach der frommen Büßerin, und Engelstimmen erklangen in harmonischen Chören zwei Stunden lang um ihre Zelle. Währenddessen ward Dorotheas Seele zu Gott enttragen, und es fingen des Domes Glocken von selbst zu läuten an, und das dauerte so lange, bis jener himmlische Gesang zu Ende ging.“

„Noch an ihrem Grabe geschahen große Wunder, und Scharen frommer Pilger wallten zu demselben“, schreibt Ludwig Bechstein dazu weiter. Wohl auch einer der Gründe, warum Dorothea von Montau zu einer Heiligen erklärt wurde …

Video zum Thema

Video vom 12. Aug. 2020 auf Fischinger-Online

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Lasst gerne ein Abo & Daumen hoch da …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Tagged , , , , , , , , , , , , , <

5.500 Jahre alt und dutzende Gräber: Bei einem Dorf in Polen wurde ein einmaliger Friedhof der Steinzeit entdeckt

Teilen:
5500 Jahre alt: In Polen wurde einer der größten Steinzeitfriedhöfe entdeckt (Bilder: J. Bulas/Nauka w Polsce)
5500 Jahre alt: In Polen wurde einer der größten Steinzeitfriedhöfe entdeckt (Bilder: J. Bulas/Nauka w Polsce)

Archäologen haben in der Gemeinde Świętokrzyskie in Działoszyce in Polen zufällig auf Luftbildaufnahmen einen riesigen Grabkomplex aus der Steinzeit entdeckt. Nach ersten Grabungen sind sich die Forscher sicher, dass hier dutzende Gräber verborgen liegen, deren Alter mit 5.500 Jahren angeben wird. Ein systematisch angelegter Friedhof-Kompelx, der bisher beispiellos sei. Nähers über den überraschenden Fund erfahrt Ihr hier.


Überraschende Funde der in Polen

Die Luftbildarchäologie und damit die klassische Archäologie an sich feiert seit dem Anbeginn der Fliegerei einen Erfolg nach dem anderen. Unzählige archäologische Stätten, Gebäude und Spuren wurden seit dem in aller Welt aus einem Flugzeug oder Helikopter heraus entdeckt. Heute nutzt man dazu auch Drohnen und Satelliten im All und jeder Hobbyforscher kann daheim mittels „Google Earth“ sich auf die Suche nach uralten, versunkenen Ruinen und Stätten machen. Oftmals sind es nur „Schatten“ im Erdreich, die dem geschulten Auge aber weit mehr verraten, als es zuerst den Anschein hat.

Solche Spuren sind für den Archäologen immer klare Hinweise, dass sich an diesen Stellen im Erdreich versunkene Bauten oder andere künstliche Werke finden. Sie können beispielsweise von den Römern stammen. Etwa die Reste von Häusern, Bauernhöfen oder alte Straßen, die heute niemand mehr kennt. Am Boden selber sieht man davon nichts. Je nach Jahreszeit sowie vor allem Größe und Art der Vegetation erkennt man derartige Spuren mal mehr, mal weniger klar aus der Luft. Beispielsweise wurde so auch das berühmte Sonnenobservatorium von Goseck in Sachsen-Anhalt entdeckt. Eine Ringwallanlage aus der Steinzeit, die später als Rekonstruktion wieder aufgebaut wurde. Archäologen datieren die Kreisgrabenanlage auf rund 7.000 Jahre.

Überraschende Funde sind bei solchen Forschungen von oben immer garantiert. Das Erdreich ist voll mit Hinterlassenschaften unserer Ahnen in jedem Teil der Erde, die bis weit in die Steinzeit zurückgehen. Sie alle archäologisch zu erfassen, zu dokumentieren und letztlich auszugraben ist unmöglich. Hier wägen die Archäologen genau ab, was aktuell ein lohnenswertes Ziel für Grabungskampagnen sein könnte, und was hinten anstehen muss. Genau so geschieht es aktuell bei dem Dorf Dębiany in Provinz Świętokrzyskie im Südosten von Polen. Rund 50 Kilometer nordöstlich von Krakau.

5.500 Jahre alter Steinzeit-Friedhof

Hier fanden sich auf Luftbildaufnahmen von Feldern ungewöhnliche Verfärbungen bzw. Strukturen im Boden. Entdeckt hatte sie der Krakauer Archäologe Jan Bulas auf entsprechenden Aufnahmen, wodurch er schnell sicher war, dass diese „Schatten“ auf archäologische Stätten im Erdreich zurückzuführen sein könnten. Vor allem eine viereckige Verfärbung ließ darauf schließen. Felduntersuchungen vor Ort mit geophysikalischen Messungen bestätigen die Vermutung, dass hier etwas verborgen liegt. Eine steinzeitliche bzw. megalithische Grabstätte, so die ersten Deutungen.

Verblüfft waren die Ausgräber hingegen von dem Ausmaß der versunkenen Konstruktionen, da im Umfeld dutzende weitere Gräber gefunden wurden. Die folgenden Ausgrabungen des Teams um den Archäologen Marcin M. Przybyła übertrafen daraufhin die Erwartungen der Forscher, wie „Nauka w Polsce“ am 2. März in einer Pressemitteilung veröffentlichte. Demnach sei die Anlage nicht nur rund 5.500 Jahre alt, sondern auch recht ungewöhnlich. Anders als in vielen Teilen Polens und Europas wurden die Gräber dort nicht aus Megalithen gebaut, sondern aus Holz.

Jedes Grab wurde mit Holzpfosten ausgekleidet und verstärkt und unter einem Grabhügel in Trapezform verborgen. Um diese Hügel von 40 bis 50 Metern Länge errichteten die Steinzeitmenschen Gräben und eine Palisade aus Holzpfosten, die heute längst verwittert sind. Die Pfostenlöcher selber sind bis heute erhalten und zu erkennen. Nach den ersten Ausgrabungen ist sich Przybyła sicher, dass dieser Friedhof der Steinzeit lange in Gebrauch war, und immer wieder rituell genutzt wurde. Wahrscheinlich sogar bis in das 10. bis 9. Jahrhundert vor Christus, also bis in die späte Bronzezeit.

Eine einmalige Anlage

In dieser Zeit haben die Menschen dort eine quadratische Verteidigungsanlage errichtet, die nach Einschätzung der Archäologen möglicherweise ein vorübergehendes Militärlager war. Ob zu dieser Zeit den dort Bestatteten noch in irgendeiner Art rituellen Kult gedacht wurde, ist natürlich fraglich. Eine solche Anlage an sich sei in Polen aber bisher nicht bekannt, betonen die Forscher:

Es war nicht dauerhaft bewohnt. Vielleicht diente es als Militärlager oder als Gegenstand religiöser oder sozialer Rituale. Es ist erwähnenswert, dass ein ähnlicher Ort in Polen unbekannt ist.“

Wirkliche Grabbeigaben oder wertvolle Artefakte wurden nach Aussage von Marcin M. Przybyła bisher nicht entdeckt. Geplündert seien die Gräber allerdings auch nicht, wie der Forscher betont:

Leider wurden die meisten Überreste des Verstorbenen und die Ausrüstung von diesen Bestattungen entfernt, während der Friedhof in Betrieb war. Es war ein rituelles Verhalten, dem wir auf Friedhöfen aus dieser Zeit häufig begegnen.“

Einige der entdeckten Gräber weichen von den Holzkonstruktionen ab, da sie aus Kalksteinblöcken erbaut wurden. Ebenso würden „die kurzen Ostmauern den Eingang zu einer Art Grabkapelle – einem Vestibül – enthalten“, so Przybyła. Weitere monumentale Grabanlagen wurden bereits vor einigen Jahren nördlich und südlich der Befestigungsanlage nachgewiesen. Bei ersten Ausgrabungen im Sommer 2019 und 2020 mit Geldern des „Landesamtes für Denkmalschutz“ in Kielce wurden diese bereits erstmals untersucht.

Marcin M. Przybyła betont, dass diese einmaligen Steinzeit-Funde von hoher archäologischer Bedeutung sind. Deshalb werden auch in den kommenden Jahren hier noch weitere Ausgrabungen folgen. Mit Unterstützung der Einheimischen und des Grundbesitzers, wie er gegenüber „Nauka w Polsce“ unterstreicht.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Tagged , , , <

Die Marienburg in Polen: Von Deutschrittern, Wundern und sagenhaften Phänomenen +++ Video +++

Teilen:
VIDEO: Die Marienburg in Polen: Von Deutschrittern und sagenhaften Phänomenen (Bild: Fischinger-Online)
VIDEO: Die Marienburg in Polen: Von Deutschrittern und sagenhaften Phänomenen (Bild: Fischinger-Online)

Legenden, Sagen und phantastische Geschichten ranken sich um so manches Bauwerk der Vergangenheit. Nicht nur um solche, deren Grundsteinlegung Jahrtausende zurückreichen und deren Wurzeln sich teilweise im Dunkeln der Geschichte verlieren. Auch um Bauwerke aus dem Mittelalter erzählt man sich so manche sonderbare Legende und Überlieferung. Vor allem um Burgen und Schlösser. Eine solches Baumwerk ist die gewaltige Marienburg bzw. Malbork im polnischen Pommern. Gegründet im aus dem 13. Jahrhundert von den Deutschrittern. Ich war für Euch vor Ort und berichte Euch in diesem Video auf YouTube von genau diesen Legenden, die sich um die Marienburg und vor allem um die dortige Statue der Mutter Maria ranken.


Die Marienburg

In Pommern in Polen steht wohl eine der beeindruckten Burgen Europas: Die Marienburg oder auch Malbork unweit von Danzig.

Ein riesiger Ziegelbau, den die Deutschritter bzw. der Deutsche Ritterorden im 13. Jahrhundert erbaut haben. Als weithin sichtbares Zeichen ihrer Macht im Osten von Europa. Heute steht die gewaltige Burganlage nach den verehrenden Zerstörungen am Ende des 2. Weltkrieges wieder in weiten Teilen in neuem Glanz da.

Wie bei eigentlich allen Bauwerken dieser Art, so ranken sich auch um die Marienburg Sagen, Mythen und Legenden. Das beginnt schon bei der Grundsteinlegung durch die Ritter des Deutschen Orden, die angeblich einen ganz besonderen Stein aus Jerusalem dafür nutzten, und endet bei einem verzauberten Liebespaar.

Ich war für Euch vor Ort und berichte Euch in diesem Video auf YouTube von genau diesen Legenden, die sich um die Marienburg und vor allem um die dortige Statue der Mutter Maria ranken.

Bleibt neugierig …

Video vom 12. Aug. 2020 auf Fischinger-Online

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Lasst gerne ein Abo & Daumen hoch da …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Tagged , , , , , , , , , , , <

Das Geheimnis von Stonehenge: Ein eins zu eins Nachbau der Megalithanlage in Polen +++ Video +++

Teilen:
VIDEO: Das Geheimnis von Stonehenge - Ein eins zu eins Nachbau der Megalithanlage in Polen (Bild: Fischinger-Online)
VIDEO: Das Geheimnis von Stonehenge – Ein eins zu eins Nachbau der Megalithanlage in Polen (Bild: Fischinger-Online)

Denkt man an Megalithanlagen aus der Steinzeit wird vielen Menschen als erstes Stonehenge in England einfallen. Auch wenn man sich nicht mit mit dem Thema beschäftigt, kennt man diesen megalithischen Steinkreis in der ganzen Welt. Ein „Wunder der Vorzeit“, mit dessen Bau vor rund 5.000 Jahren begonnen wurde. Heute ist von der einstigen Gesamtanlage nicht mehr viele in Großbritannien über. Doch einen sehr guten Eindruck des einstigen Stonehenge vermittelt ein maßstabsgetreuer Nachbau der Anlage, der in Polen unweit von Danzig steht. Ich war für Euch vor Ort und berichte Euch in diesem Video auf YouTube von dieser Rekonstruktion und den Rätseln von Stonehenge.


Ein Nachbau von Stonehenge

Megalithanlagen wie Steinkreise, Dolmen oder andere Steinsetzungen der Steinzeit stehen weltweit. Auch wenn nicht alle wirklich tausende von Jahren alt sind und damit wirklich aus der Steinzeit stammen, wie wir sie alle kennen.

Die bekannteste Megalithanlage der sog. Megalithkultur oder Megalithiker ist dabei natürlich das rund 5.000 Jahre alte Stonehenge im Süden von England. Ein rätselhaftes Monument, um das sich viele Spekulationen und Thesen ranken.

Auch wenn heute nicht mehr viel von der eigentlichen udn ursprünglichen Megalithanlage über ist. Doch wusste Ihr, dass es maßstabsgetreue Nachbauten von Stonehenge gibt? Eine solche Rekonstruktion in Maßstab 1 zu 1 steht unweit von Danzig in Pommern im Norden von Polen. (Dieses Stonehenge ist nicht aus massiven Steinen.)

Ich war für Euch vor Ort und berichte Euch in diesem Video auf YouTube von den Rätseln von Stonehenge.

Bleibt neugierig …

Video vom 6. August 2020 auf Fischinger-Online

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Lasst gerne ein Abo & Daumen hoch da …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Tagged , , , , , , <

Von Freimaurern bis Kraftorte: Die seltsame Geschichte und die Geheimnisse der Pyramide von Rapa in Polen +++ YouTube-Video +++

Teilen:
Video: "Die Pyramide von Rapa" - sie verbirgt bis heute viele Geheimnisse und hat eine interessante Hintergrundgeschichte (Bild: WikiCommons/gemeinfrei)
Video: „Die Pyramide von Rapa“ – sie verbirgt bis heute viele Geheimnisse und hat eine interessante Hintergrundgeschichte (Bild: WikiCommons/gemeinfrei)

Pyramiden stehen nicht nur in Ägypten, auch wenn man natürlich beim Stichwort „Pyramide“ sicher als erstes an das Land am Nil denkt. Weltweit stehen Pyramiden, da zahllose Völker und Kulturen zu unterschiedlichen Zeiten pyramidenförmige Bauten errichteten. Doch längst nicht alle dieser Monumente sind auch uralt oder stammen aus einer fernen und dunklen Vergangenheit. So auch eine Pyramide im Osten von Polen. Denn diese „Pyramide von Rapa“ hat eine sehr interessante Geschichte und verbirgt interessante Hintergründe. Welche das genau sind, erfahrt Ihr in diesem Video auf meinem YouTube-Kanal.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Im Osten von Polen findet sich in einem einsamen Waldstück die erst knapp über 200 Jahre alte „Pyramide von Rapa“, die auch unter dem Namen „Mausoleum der Luschnitz“ bekannt ist.

Eine auf den ersten Blick eher unscheinbare Pyramide aus der neueren Zeit. Kaum zu vergleichen mit den gewaltigen Bauwerken in Ägypten oder denen der Maya in Mexiko. Dennoch ist sie nicht minder spannend oder interessant. Es ist das Grabmal einer reichen Familie, dem einst ein wirklich sehr trauriges Schicksal widerfahren ist …

Genau diese polnische „Pyramide von Rapa“ als eine Art „Lost Places“ hat eine interessante Geschichte und verbirgt ebenso spannende Hintergründe. Sie reichen von Kraftorten und Freimaurern über Spukorte, Kraftlinien der Erde und den Sowjets bis zur Cheops-Pyramide in Gizeh und verschollenen Schätzen …

Welche das genau sind erfahrt Ihr in diesem YouTube-Video.

Bleibt neugierig …

YouTube-Video vom 17. Jan. 2019 auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

+++ Postet mir Eure Fragen, Anregungen, Kommentare & Meinungen dazu bei YouTube. / Abo & Daumen hoch nicht vergessen … +++

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Tagged , , , , , , , , , , <

Rätsel um den Golf von Khambhat und die Redin der Malediven: 9500 Jahre alte versunkene Städte in Indien – und anderswo? (+ Videos)

Teilen:
Indiens versunkene Städte: 9500 Jahre alt? (Symbolbild/gemeinfrei)
Indiens versunkene Städte: 9500 Jahre alt? (Symbolbild/gemeinfrei)

Vor über 20 Jahren machten Entdeckungen auf dem Grund des Golf von Khambhat (auch Golf von Cambay) vor Indien Schlagzeilen. Vor allem in Asien. Denn dort wollen Forscher uralte Ruinen von Städten auf dem Meeresgrund gefunden haben, die vor fast 10.000 Jahren im Meer versanken. Doch solche „versunkenen Ruinen“ gibt es auch anderswo. Etwa die angeblichen Ruinen von Yonaguni vor Japan, dem „Atlantis im Pazifik“. Was hat es damit auf sich? Und was wurde aus den versunkenen Ruinen im Golf von Khambhat? Und könnten diese mit einem mythischen Volk auf den Malediven in Zusammenhang stehen?


Atlantis, die ewige Suche und ewiges Rätsel

Bei versunkenen Städten oder Stätten, denken die meisten Menschen direkt an Atlantis. Denn Atlantis als im Meer versunkenes Reich ist weltweit bekannt und längst Teil der Populärkultur geworden. Kinder können sich aufgrund diverser Filme und TV-Serien dafür ebenso begeistern, wie Forscher und Autoren, die hinter dem Mythos einen realen Kern vermuten.

Dieser Kern bestünde in einem Inselreich, dass vor tausenden von Jahren durch eine Katastrophe in den Fluten des Meeres versank. Seit Jahrhunderten suchen diese Forscher nun schon nach den Spuren dieser Welt vor der Sintflut. Und das im wahrsten Sinne des Wortes rund um den Erdball. Vom Nordpol bis zur Antarktis und vom östlichen Mittelmeer bis in das Hochland der Anden von Bolivien.

Einige suchen sogar noch weiter. Sie vermuten das wahre Atlantis außerhalb der Erde. Zum Beispiel auf dem Mars, einen heute längst zerstörten Planeten in unserem Sonnensystem oder sogar als Raumstation von Astronautengöttern aus dem Kosmos, die in ferner Vergangenheit auf die Erde stürzte. Gefunden und bewiesen hat diese versunkene Ur-Kultur der Menschheit bisher niemand. Und so ist man vielfach längst davon abgewichen, dieses Atlantis als den einen geographisch eng umrissenen Ort zu suchen.

Heute sprechen viele Autoren und „alternative Historiker“ von zahlreichen Orten, Plätzen und Stätten, die mit dieser Ur-Kultur im Zusammenhang stehen sollen. Und dies weltweit und damit längst nicht mehr als die eine Insel, die einstmals im Meer verschwand. Hierbei ist ein immer wieder angeführtes Beispiel Yonaguni im Meer vor der Küste Japans. Eine überaus erstaunliche Steinstruktur auf dem Meeresgrund, die seit über 20 Jahren für Diskussionen und Spekulationen sorgt.

Yonaguni: „Atlantis im Pazifik?“

Das Gebilde von Yonaguni im Ostchinesischen Meer ist heute auch als „versunkene Pyramide“ weltbekannt. Obwohl die steinerne Struktur nicht die geringste Ähnlichkeit mit einer Pyramide hat. Doch auch verschiedene Mainstreammedien haben das Thema längst entdeckt und darüber Artikel oder TV-Dokumentationen gebracht. Zum Beispiel das ZDF in Deutschland schon am 17. Oktober 2002 oder auch am 13. August 2003 in den Dokumentationen „Königreiche der Eiszeit“ und „Atlantis im Pazifik?“.

Viele deuten die Struktur als eindeutig von Menschen gemacht. Andere als Laune der Natur und damit als eine reine geologische Formation. Auch der deutsche Geologe Dr. Wolf Wichmann ist sicher, dass Yonaguni natürlich ist – kein „Atlantis des Pazifiks“ und keine Reste einer eiszeitlichen Kultur. Denn auch Wichmann hat die Strukturen intensiv erkundet und ist überzeugt, dass alles natürlich durch Erosion geformt wurde. Doch menschliche Bearbeitungen schließt auch er nicht aus, wie Dr. Wichmann es mir bei meinen Recherchen  zu meinem Buch „Historia Mystica“ (2010) selber mitteilte. Mehr dazu in diesem Interview HIER.

Der bekannte Autor und Forscher alternativer Geschichtsschreibung Graham Hancock sieht das anders. Er verweist beispielsweise auf ähnliche Funde auf dem dortigen Festland. Der heilige Berg Miwa etwa ist seit Urzeiten ein Kultplatz der dortigen Region und weist in der Tat Ähnlichkeiten zu dem Yonaguni-Felsen im Meer auf. Die Menschen haben natürliche Steine bearbeitet und geglättet und diese vergöttlicht, so Hancock zum Beispiel bereits 1998 in seinem Buch „Spiegel des Himmels“.

Auch Professor Masaaki Kimura von der Ryukyus Universität auf Okinawa sieht das ähnlich. Er erkundet das Monument seit 1995 und vermutet, dass es Reste des versunkenen Kontinentes Mu sind. Eine Art Atlantis – das angeblich im Atlantik lag – im Pazifik.

Versunkene Stätte der Eiszeit?

Kimura was schon vor Jahrzehnten überzeugt, dass das Gebilde auf dem Grund des Pazifischen Ozeans uralt sein muss. Und keinesfalls das Ergebnis einer natürliche Erosion des Gesteins sein kann. Vielmehr vermutet er, dass vor 10.000 bis 12.000 Jahren hier eine Hochkultur am Werk gewesen sein muss, dessen Stätte eines Tages vom Meer verschlungen wurde. Sie versank, als der Meeresspiegel durch die Eisschmelze am Ende der letzten Eiszeit stieg, so Kimura.

Dabei ist es auch denkbar, dass Erdbeben den Landstrich versinken ließen oder zumindest den Untergang beschleunigten. Immerhin liegt Yonaguni südlich der japanischen Hauptinseln in einer Region, die stark von Erdbeben gefährdet ist. Nicht minder wie durch Tsunamis, die die Inseln und Länder des westlichen Pazifik bedrohen. Um sich das vorzustellen, muss man sich nur das Erdbeben vom 11. März 2011 vor Japans Küste ins Gedächtnis rufen. Die Bilder des folgenden Tsunami, der Japan überollte, und die anschließende Reaktor-Katastrophe von Fukushima, hat sicher jeder noch vor Augen.

In der Tat werden Erdbeben, Tsunamis und Fluten für den Untergang vieler legendärer Orte und mythischer Reiche verantwortlich gemacht. Inklusive Atlantis vor tausenden von Jahren und der mittelalterlichen Stadt Rungholt, dem „Atlantis der Nordsee“. Hinzu kommen Katastrophen-Szenarien, die durch den Einschlag eines Asteroiden oder Kometen (oder Bruchstücke von diesen) verursacht worden sein könnten. Der dazu im Vergleich extrem langsame Anstieg des Meeresspiegels nach der letzten Eiszeit gehört jedoch weiterhin zu den Untergangs-Szenarien dazu.

Es ist erstaunlich, dass das „Yonaguni-Monument“ bereits 1987 entdeckt und seit dem Ziel zahlreicher Expeditionen wurde, aber bisher eine verbindliche Erklärung aussteht. Weiterhin steht in der Diskussion, dass alles von Menschenhand geschaffen wurde, nur die Natur den Felsen derart beeindruckend formte oder der Mensch hier und da doch einst einmal das Gestein weiter bearbeitet hat.

Für den Taucher Kihachiro Aratake, der Entdecker der Stätte, sowie den lokalen Tauchtourismus ist der zeitweilige Ansturm auf das Monument im Meer ein Glücksfall. Auch wenn der Fels hier und dort von Menschen bearbeitet wurde, muss man sich aber eines vor Augen halten: Er könnte von einer Eiszeitkultur stammen, die man aber wohl kaum als eine Art „Hochkultur“ mit überragenden Fähigkeiten ansehen kann.

Untergegangene Städte in Indien?

Wesentlich spannender als das Gebilde von Yonaguni ist meiner Meinung nach aber eine Entdeckung, über die vor allem 2001 und 2002 gelegentlich in westlichen Medien zu lesen war. Vor allem aber in der Presse in Asien bestimmte es vielfach die Schlagzeilen. Demnach hatten Forscher des indischen „Nationalen Institut für Meerestechnik“ (NIOT) in Madras im Golf von Cambay (Golf von Khambhat) im Arabischen Meer an der Küste Indiens/Pakistan die Spuren einer uralten Kultur auf dem Meeresboden gefunden.

Eine ganze Reihe Meldungen sprachen damals von einer Sensation, da die Ruinen auf dem Grund des Meeres bis zu 9.500 Jahre alt seien! „Versunkene Metropole der Industal-Kultur im Meer entdeckt“, titelte beispielsweise der wissenschaft.de-Newsletter am 5. Juli 2001. „Indian civilisation 9000 years old“ wussten die BBC News am 16. Januar 2002. Und am 23. Mai 2001 berichtete die Zeitung „The Indien Express“ unter dem Titel „Experts skeptical abaot Govt´s claims on Khambat ruins“ von diesen Entdeckungen. Und tatsächlich sind bis heute „Experten skeptisch“ angesichts der mutmaßlichen Funde auf dem Meeresgrund.

Denn den damaligen Berichten nach wurden die Reste von vermutlich zwei uralten Städten in bis zu 40 Metern Tiefe im Meer gefunden. Städte mit umfangreichen Gebäudekomplexen, die mittels Sonaraufnahmen 1999 und 2000 ausgemacht wurden. Eine dieser Städte könnte sogar neun Kilometer lang und zwei Kilometer breit sein und erstreckt sich entlang eines längst versunkenen Flussbettes. Die gesamte Fundstelle vor der Küste Gujarats soll sich sogar über mehr als 90 Kilometer erstrecken und in 30 bis 40 Metern Tiefe liege.

Die Strömung in diesem Meeresgebiet ist enorm stark und die Sicht unter Wasser schlecht. Deshalb haben die Forscher Bagger und Tauchboote für die Erkundung vor nun mehr über 20 Jahren nutzen müssen. Auch das Verfahren „Sub-bottom-profiling“ kam zum Einsatz, mit dem auch Strukturen unterhalb des Meeresbodens nachgewiesen werden können. Zu erkennen waren, in mehr oder weniger guter Bildqualität, zahlreiche (recht)winklige Strukturen oder Linien. Sie erinnern trotz der Undeutlichkeit der Aufnahmen an die Grundmauern eine Stadt mit ihren Gebäuden.

Der Ursprung der Indus-Zivilisation?

Murli Manohar Joshi, indischer Minister für Wissenschaft und Technologie, berichtete am 19. Mai 2001 begeistert, dass man auch tausende Fundstücke bergen konnte. Sie seien, so der Minister weiter, eindeutig von Menschen oder wurden von Menschen bearbeitet. Datierungen mit der Radiokarbonmethode (C14) erbrachten, dass das untersuchte Holz-Material etwa aus dem Jahre 7500 vor Christus stammt. Damit wären die Artefakte rund 9.500 Jahre alt. Doch welche Städte oder welche Orte sollen damals schon existiert haben, die heute auf dem Grund des Meeres liegen?

Deshalb sprachen die indischen Forscher diese Funde der Harappa-Kultur (Indus-Kultur) zu, die erst seit den 1920er Jahren genauer bekannt ist. Sie wird bisher auf das dritte Jahrtausend vor Christus datiert. Bis heute sind Schrift, Sprache und das Verschwinden dieser technologisch fortschrittlichen Kultur nicht vollständig gelöst. Die Entdeckungen im Golf von Cambay nun verlegen die Harappa-Kultur wesentlich weiter in die Vergangenheit. Sofern hier tatsächlich ein Zusammenhang besteht.

Selbst „Die Welt“ berichtete einst über die Spuren im Meer. „30 Kilometer vor der heutigen Küste hatte in prähistorischer Zeit eine Stadt von ungewöhnlichen Ausmaßen gelegen“, hieß es am 16. August 2002 bei „Welt“. Und über die erstaunlich Datierungen erfuhren die Leser damals:

Kopfzerbrechen bereiten den Wissenschaftler indessen zwei runde, bearbeitete Holzstücke, die auf dem Meeresgrund gefunden wurden. Die Radiokarbon-Analyse datiert das eine Holzstück auf die Zeit um 5500, das andere 7500 vor Christus – Jahrtausende vor Beginn der Induskultur.

Die wirklichen Ausmaße der Strukturen sind bis heute noch immer nicht ermittelt worden. Doch schon damals zeigten die Forschungen, dass es sich um riesige Siedlungen handeln könnte. Dichtemessungen der rechteckigen Gebäudereste mit dem umgebenden Meeresboden legen die Vermutung nahe, dass sie aus massiven Steinen errichtet wurden. So konnten sie auch den Meersströmungen trotzen. Auch einen 600 Meter langen Staudamm förderten die Analysen des Meeresbodens innerhalb des ehemaligen Flussbettes zutage.

„Eine bislang unbekannte Zivilisation“

Professor Glenn Milne, Geologe der Universität Durham (Großbritannien), ist sich sicher, dass eben zum Ende der letzten Eiszeit das Gebiet und damit diese Kulturbereiche überschwemmt wurden. Damit sind diese Städte rund doppelt so alt, wie die Zivilisation der Sumerer im Süden von Mesopotamien, die bisher als die älteste Zivilisation der Welt betrachtete wird. Auch Graham Hancock beruft sich beispielsweise in seinem Buch „Underworld“ (2002), in dem er mehrfach diese Funde vor Indien diskutierte, vielfach auf die Forschungen von Milne.

Leider sind exakte Forschungen nicht nur aufgrund der problematischen Eigenschaften des Meeres dort schwierig, sondern auch aufgrund der Nähe zu Pakistan. Doch das NIOT kündigte weitere Untersuchungen an. Vor allem auch, da natürlich Zweifel an den Gesamtfunden an sich bestanden. Die kamen bereits auf, als Minister Joshi die auf Sonar erkennbaren rechtwinkligen Strukturen sehr frei interpretierte. Etwa als Getreidespeicher, Bäder, Entwässerungskanäle und Wohnhäuser.

Weitere Untersuchungen der Unterwasserstrukturen folgten recht zeitnah. So etwa im November 2001, von Oktober 2002 bis Januar 2003 oder auch noch bis Januar 2004. Vor allem bei diesen Untersuchungen wurden die erwähnten Artefakte geboren. Tonscherben, Steine, Ziegel, Süßwassermuscheln und Holzreste, die an verschiedenen Instituten in Indien untersucht wurden. Zu dieser Zeit bekam die Stätte auch ihre Namen „Gulf of Khambhat Cultural Complex“ (GKCC).

Im „Journal of Indian Ocean Archaeology“ hieß es 2004, dass sich heute längst Riffe über einige der Ruinen gebildet hätten. Der Leiter der Expedition, der führende NIOT-Geologe B. Badrinaryan, berichtete 2010 sogar, dass die versunkenen Städte bis zu 400 Meter unter dem Meeresboden liegen. Sedimente und geologische Prozesse hätten diese immer weiter verschüttet und er wehrt sich gegen die Vorwürfe, die Aufnahmen der Expedition seinen gefälscht oder manipuliert. Anhand der geborgenen Funde ist Badrinaryan sogar überzeugt, dass hier „eine bislang unbekannte Zivilisation“ 7.500 Jahre vor den Sumerern blühte, „die in einer Flut unterging, was wiederum durch regionale und globale Flutmythen bestätigt wird“.

„Archäologische Fantasien“

Ein „kultureller Komplex“, der vor 9500 oder noch weit mehr Jahren versunken ist? Demnach wären hier die Spuren einer unbekannten Kultur, die in Form von Ruinen im Meeresboden liegen. Vielleicht sogar von mehr als einer Stadt aus einer fremden Vorzeit der Zivilisationen der Erde. Solche Aussagen der beteiligten Forscher wurden gleich nach Bekanntwerden von vielen Seiten begeistert wie skeptisch aufgenommen. Hierbei ist die Hauptkritik die Datierung der gefunden Holzstücke, sowie die Interpretationen einzelner Artefakte aus dem Gebiet.

Diese wurden nicht mit Tauchern oder Robotern sorgsam vom Meeresboden geboren, sondern von dort heraus gebaggert. Ein Zusammenhang sei damit nicht nachweisbar. Kritiker meinen ebenso, dass entdeckte Artefakte aus Stein überhaupt keine solchen sind, sondern einen natürlichen Ursprungs haben. Und wenn es tatsächlich erkennbare Objekte sind, dann könnten sie durch Zufall sehr viel später hier auf dem Meeresgrund gesunken sein.

Auch die Radiokarbondatierungen von geborgenem Holz mit einem Ergebnis von rund 9500 Jahren ist für skeptische Archäologen nichtssagend. Sie verweisen darauf, dass es vollkommen natürlich ist, das dort Holz zu finden sei. Immerhin lag der Meeresspielgel in der Eiszeit hier wesentlich tiefer und es wuchsen Bäume und andere Pflanzen. Dies würde keineswegs bedeuten, dass Menschen dieses Holz nutzen. So argumentierte beispielsweise schon 2002 D. P. Agrawal, der Gründer der Laboratorien für C14-Dateriungen in Indien in dem Magazin „Frontline“ (März 2002).

„Archäologische Fantasien“ wären hier aus Indien verbreiten worden, glauben die Skeptiker. Tektonischen Aktivitäten wie Erdbeben sowie die starken Strömungen hätten noch dazu die vorgezeigten Tonfragmente hierher befördern können. Durch das Ausbaggern des Meeresbodens bestünde zudem überhaupt keine Möglichkeit mehr, gefundenen Objekte irgendwelchen Sedimentschichten zuzuordnen. Eventuelle echte Artefakte von der Oberfläche kämen so mit weit darunter im Boden liegenden Objekten zusammen an die Oberfläche.

Vor allem der letzten Kritikpunkt der Skeptiker ist sicher auch für den archäologischen Laien leicht nachzuvollziehen. Bis heute hat sich nichts an diesen Kritiken geändert.

Kontroversen

Was sich bis heute ebenso nicht geändert hat, ist das vorhandene Bildmaterial der mutmaßlichen Ruinen im Meer. Es war schon vor rund 20 Jahren (online) ausgesprochen miserabel in undeutlichen Kleinformaten. Die vor allem den indischen Medien zur Verfügung gestellten Aufnahmen, etwa von Scans des Meeresbodens, kursieren bis heute im Netz. Grade Linien oder geometrische Strukturen mit recht exakten Winkeln sind drauf durchaus zu erkennen. Oder zu erahnen. Mehr nicht.

Und dieser Umstand ist bei der Kontroverse um die „Ruinen im Golf von Khambhat“ nicht von der Hand zu weisen. Das erkannte schon Graham Hancock, der wie wohl kein zweiter weltweit versunkene Stätten, Ruinen und Spuren einer eiszeitlichen Ur-Kultur unter Wasser sucht. In seinem Buch „Underworld“ von 2002, das erst 2019 in deutsch erschien, verweist er zum Beispiel auf die extrem schlechte Sicht im Golf von Khambhat. Für Taucher ebenso wie für Tauchroboter.

Vor Ort konnte Hancock im November 2001 auch mit den verantwortlichen Forschern sprechen. Und zwar von der Pro- wie von der Contra-Seite. So seien die Strukturen der Sonar-Messungen nichts weiter als „Artefakte bildgebender Verfahren“ und damit überhaupt nicht real vorhanden. So Archäologen des nationalen Institutes für Ozeanographie (NIO) in Indien, dass ausdrücklich nichts mit dem NIOT zu tun hat, zu Hancock. Ein anderer Archäologe hielt ihm gegenüber die Ergebnisse schlicht für „Halluzinationen“.

Dennoch unterstreicht er, dass die Entdecker der Strukturen mit ihren Deutungen auf „Spott und Ablehnung“ von Seiten der „etablierten Archäologen“ stoßen. Trotz der „Entdeckung von umwerfender Tragweite“, die den NIOT-Forschern hier gelungen sei. Denn diese, die er 2001 vor Ort zu sehen bekam, seien nach Hancock „spektakulär“. Weiter schreibt er resümierend:

Es wird weiterer Forschungsarbeit bedürfen, um genaue Datierungen vorzunehmen und das Rätsel des Golfes von Khambhat vollständig zu lösen. Das Ausmaß der Ruinenlandschaft verrät uns aber schon heute, dass diese Strukturen etwas bezeugen, das Vertreter der etablierten Gesichtswissenschaft und Archäologie bisher nie anerkannt haben: Die Möglichkeit, dass es in der indischen Vorgeschichte eine verlorene Kultur gab (…).“

Festgefahrene Forschungen

Das Thema der Ruinen im Golf von Khambhat hat sich heute längst im Sande auf dem Grund des Meeres verlaufen. Auch wenn es vor Ort ungleich schwerer ist, hier sichere Ergebnisse zu bekommen – etwa im Vergleich zu Yonaguni -, sollte man 20 Jahren später eigentlich mehr wissen. Doch leider ist der Stand der Forschung und Diskussion vor zwei Jahrzehnten quasi festgefahren.

Ob der Widerstand der etablierten Archäologie hiermit zusammenhängt, ist Spekulation. Warum sollten indische Forscher archäologische Beweise, dass die indischen Kultur tausende Jahre älter ist, als bisher bekannt, verhindern oder verschweigen wollen? Wäre es nicht eine Sensation, die den indischen Nationalstolz auf ihr kulturelles Erbe in ungeahnte Höhen treiben würde?

Oder liegt der Grund ganz woanders, in einer mythologischen Richtung? Denn gerade auch Indien hat eine reichhaltige Mythologie und uralte Überlieferungen, die von einer unbekannten Vergangenheit berichten. Von Göttern und Dämonen aus dem Himmel, von Helden, von einer Sintflut, von fliegenden Wagen fremder Wesen und von versunkenen Ländern und Landstrichen. Wären demnach versunkene Orte einer fremden und mythischen Vorzeit plötzlich real – was könnte in diesen alten Überlieferungen noch real gewesen sein?

Zum Beispiel das mythische und verschwundene Volk der Redin? Von diesem wird auf der Inselgruppe der Malediven im Indischen Ozean berichtet und sie könnten durchaus mit dem Golf von Khambhat und Indien in Verbindung stehen.

Rätselhafte Redin der Malediven

Die Malediven liegen grob 2000 Kilometer südöstlich des Golfes von Khambhat und haben eine bis heute wenig bekannte und erforsche Vorgeschichte. Als sicher gilt, dass hier einst eine unbekannte Hochkultur existierte, die auf den Inseln auch Bauwerke nach Art von Tempeltürmen, Stufenpyramiden und großen Erdhügeln erbaute. Sie werden auf den Malediven Hawitta genannt und sind größtenteils zerstört oder durch die später auf die Inseln gelangen Hindus, Buddhisten und Muslime abgerissen worden.

An ihrer Stelle bauten etwa die Hindus und Buddhisten ihre eigenen Sakralbauten. Bis Jahrhunderte später der Islam kam und diese Bauwerke erneut zerstörte und ihre eigenen Heiligtümer darauf errichtete. Zahlreiche Statuen und bereits vorhandene Steine und Platten wurden dabei auch in Stücke geschlagen und als Füllmaterial späterer Bauten genutzt. Wie in so vielen Teilen der Welt trugen auch Einheimischen der Neuzeit einiges dazu bei, diese Monumente der Vorzeit zu zerstören. Erst 1980 wurde dieser Vandalismus von den Behörden verboten.

Kurz danach kam der legendären Entdecker und Forscher Thor Heyerdahl auf die Inseln. Von 1982 bis 1984 forschte er zusammen mit dem Archäologen Arne Skjølsvold aus Norwegen mehrfach auf den Malediven und führte Ausgrabungen durch. Heyerdahl war sicher, wie er später in seinem Buch „Fua Mulaka“ berichtete, dass zumindest einige der Hawitta Stufenpyramiden waren, die an die 20 Meter hoch errichtet wurden. Ähnlich jener, die man aus Mesopotamien kennt. Ebenso wurden zahlreiche Relikte der unbekannten Vorzeit der Inseln entdeckt.

Was Heyerdahl ebenfalls dokumentierte, waren zahlreiche Geschichten und Legenden über das mythische Volk der Redin. Diese Redin waren nach den alten Überlieferungen auf den Malediven die ersten Bewohner der Inseln. Ein fremdes und längst untergegangenes Volk, von dem nur Erinnerungen blieben. Denn sie waren lange vor den ersten bekannten Einwohnern dort. Vermutlich, so Heyerdahl, praktizierten diese Menschen in der Vorzeit einen „Sonnenkult“.

Kamen die Redin vom Golf von Khambha?

Die Redin, so die Überlieferungen, waren ein starkes und fortschrittliches Volk, dass die Malediven in hervorragend konstruierten Booten beziehungsweise Schiffen erreichte. Ihr Ursprung sei nördlich der Malediven gewesen, was geografisch ausgezeichnet zum Golf von Khambha und der mutmaßlich dort versunkenen Kultur passt. Und da das Archipel der Malediven heute aus fast 1200 Inseln sowie zahlreichen Atollen besteht, waren die seemännischen Künste der Redin auch vor Ort von ausgesprochen großem Nutzen.

So schreibt Heyerdahl über die gesammelten Überlieferungen in „Fua Mulaka“ unter anderem:

Die Redin waren lange vor allen anderen Maledivern gekommen. Nach ihnen und vor der jetzigen Bevölkerung waren auch noch andere Volksstämme dagewesen, aber keiner war so einflussreich gewesen wie die Redin. Sie waren zahlreich. Sie verwendeten nicht nur Segel, sondern auch Ruder und waren daher auf dem Meer sehr beweglich. Es kam vor, dass sie auf einer Insel schliefen, zu einer anderen fuhren, um dort Früchte zu holen, und sich ihr Essen auf eienr dritten kochten, und das alles dank der hohen Reisegeschwindigkeiten, die sie erreichten.“

Als später „die ersten Malediver mit ihren Familien kamen“, hätten sich die Redin zurückgezogen. Sie wollten „nichts mit einfachen Menschen zu tun haben“, so Heyerdahl weiter.

Vielfach wird den alten Legenden über die Redin betont, dass sie die Malediven-Inseln von Norden nach Süden besiedelten. „Die Redin seien zuerst auf Ihavandu gelandet, der nördlichsten Inseln der Malediven“, berichtet Heyerdahl. Sein damaliger Führer Ahmed Saib stammte aus den nördlichen Gebieten, „wo noch unzählige Redin-Geschichten lebendig seien“.

Insel-Hopping von Norden her

Auch der Guide Mohamed Loutfi „erinnerte sich mit Bestimmtheit, dass die Redin zuerst auf den Inseln im äußersten Norden der langen Melediven-Kette gelebt hatten“. Er fertigte für Heyerdahl sogar eine Karte der Inseln an, auf der er mit Pfeilen den mythischen Weg der Redin von Insel zu Insel einzeichnete. Bedauerlicherweise hat Heyerdahl diese Karte nicht in seinem Buch „Fua Mulaka“ abgedruckt.

„Von Atoll zu Atoll nach Süden“ zogen diese mysteriösen Seefahrer bis sie eines Tages verschwanden. Wohin ist unbekannt. Dennoch seien zahlreiche Ruinen wie pyramidenartige Bauten eben genau auf diese Redin zurückzuführen. Nur leider blieb nach mehren Eroberungen, Siedlungswellen, Umbauten und Zerstörungen kaum mehr etwas erhalten.

Auch die Natur selber trug ihren Teil dazu bei. So ist die Insel Muna Fushi, auf der sich mächtige Ruinen befanden, in den Jahrzehnten vor Heyerdahls Expedition auf die Malediven, nach und nach ins Meer gespült worden. Von ihr blieb nichts mehr übrig. Da stellt sich die Frage, wie viel Atolle und Inseln der lang gestreckten Kette der Malediven in der Vergangenheit noch vom Meer verschluckt wurden. Was mag auf dem Meeresboden noch auf seine Entdeckung warten?

Spuren dieses Insel-Hopping der Redin als die ersten Siedler könnten überall um die zahllosen Inseln auf dem Grund des Meeres liegen. Und die Malediven sind für ihre Gewässer als Tauchparadies weltweit bekannt. Es sollte mich nicht wundern, wenn eines Tages solche archäologischen Spuren der unbekannten Seefahrer vor Jahrtausenden auf dem Meeresboden entdeckt werden. Vielleicht durch reinen Zufall in der Nähe einer Insel unter Korallen.

Der Islam kam zuletzt

Noch eine andere Insel dort ist in diesem Zusammenhang spannend. Die Insel Isdu, was sowie bedeutet, wie „die erste gesichtete Insel“. Auf ihr steht die größte Hawitta, die heute auf den Malediven erhalten ist. Dieses Bauwerk ragt, von See aus gesehen, derart hoch über den Horizont, dass man es schon von weit draußen auf dem Ozean sehen konnte. Mit einem Feuer auf der Spitze noch ungleich früher. Thor Heyerdahl konnte sich davon selber überzeugen.

Doch Isdu ist die östlichste Insel des Archipel. Von hier seien einst, so wurde Heyerdahl erklärt, die „königlichen Familien“ ausgezogen, um in der maledivischen Hauptstadt Malé zu herrschen. Dies scheint sich auf die Buddhisten zu beziehen. Denn es wurden dort nicht nur Buddah-Statuen gefunden, sondern die buddhistischen Siedler kamen aus dem Nordosten.

Vermutlich starteten sie im Süden Indiens oder von Sri Lanka aus und überquerten die Lakkadivensee im Norden des Indischen Ozeans. Je nachdem, von wo sie genau in See stachen, sind das grob 500 bis 700 Kilometer Luftlinie über das offene Meer. Nach und nach verdrängten sie den dort bereits vorhandenen Hinduismus, bis – nach der Tradition – im Jahr 1153 der Islam auf die Malediven kam. Bis heute die Staatsreligion des Landes.

Wann das mythische Volk der Redin vor tausenden von Jahren die Malediven erreichte, ist fraglich. Vielleicht kamen sie tatsächlich über das Arabische Meer vom Golf von Khambhat aus, nachdem ihre Siedlungen versanken.

Offen ist bis heute auch, wann die ersten Hindus das Archipel erreichten und besiedelten. Im ersten Jahrhundert nach Christus spielten die Malediven jedenfalls schon eine wichtige Rolle. Der römische Historiker und Schriftsteller Plinius der Ältere schrieb in seiner berühmten Enzyklopädie „Naturalis historia“ bereits über diese Inseln, die er als wichtigen Handelsposten und Zwischenstopp zwischen Ägypten und China dokumentierte.

Der Handel mit „Porzellanschnecken“, die Kaurischnecke, die nur im Indischen Ozean lebt, lief über die Malediven. Die Gehäuse dieser Tiere wurden bis zum Polarkreis in Nordeuropa gehandelt, wo sie in Gräbern in Norwegen gefunden wurden.

Video-Auswahl zum Thema auf Mystery Files

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Tagged , , , , , , , , , , <

Papst Johannes Paul II.: Er wurde von mehr Menschen persönlich gesehen, als jede andere Person in der Menschheitsgeschichte

Teilen:
Diese Person wurde von mehr Menschen persönlich gesehen, als jede andere in der Menschheitsgeschichte (Bild: gemeinfrei)
Diese Person wurde von mehr Menschen persönlich gesehen, als jede andere in der Menschheitsgeschichte (Bild: gemeinfrei)

Als vor knapp 100 Jahren im polnischen Ort Wadowice der Knabe Karol Wojtyla das Licht der Welt erblickte, ahnte wohl niemand, was auf dem Jungen eines Tages werden wird. Und vor allem auch nicht, dass er als Papst Johannes Paul II. zu der Person wird, die in der Geschichte der Menschheit „von mehr Menschen persönlich gesehen wurde“, als als jeder andere Mensch. Wie kam es dazu?


Karol Wojtyla, alias Papst Johannes Paul II.

Wer hätte am 18. Mai 1920 in dem kleinen südpolnischen Nest Wadowice gedacht, was aus dem an diesem Tag geborenen Knaben einmal wird? Seine Eltern, ein Schneider und eine Hausfrau, sicher nicht. Sie gaben dem Buben den Namen Karol nach seinem Vater Karol Wojtyla.

Ein ganz normales Kind, dass sich später als Torwart für Fußball begeistern konnte, in der Schule und späteren Universität Theater spielte und bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 in den Untergrund ging. Nur drei Jahre danach begann er im Geheimen in der nahen Stadt Krakau das Priesterseminar und wurde nach Kriegsende am 1. November 1946 zum Priester der katholischen Kirche geweiht.

Ein Mann, der mit der jüdischen Kultur in Krakau und Umgebung stark verbunden war, später Kardinal und Bischof wurde und 16. Oktober 1978 als Johannes Paul II. der 264. Papst im Vatikan wurde. Eine steilere Karriere ist in der Kirche nicht möglich. Die sogar noch nach seinem irdischen Ableben am 2. April 2005 weiter ging. Nur wenige Wochen nach seinem Tod begann der Prozess der Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. im Vatikan.

Und schon am 1. Mai 2011 war es soweit, dass Papst Benedikt XVI. seinen Vorgänger auf dem Petersplatz im Vatikan selig sprach. Was schon damals Kritik hervorrief. Doch die „Blitz-Ehrungen“ gingen noch weiter. Bereits im Juli 2013 ließ der Vatikan unter Papst Franziskus bekannt geben, dass die Kirche ein für eine Heiligsprechung des verstorbenen Papst notwendige zweite Wunder anerkannt habe. So wurde am 27. April 2014 Johannes Paul II. von Papst Franziskus heiliggesprochen.

Auch hierbei ließen die Kritiken nicht nach. So schnell wurde noch niemand in den Stand der Heiligen der katholischen Kirche gehoben. „Die Ehrung spielt sich in Rekordzeit ab, dauern doch Verfahren zur Seligsprechung oft Jahrzehnte“, schrieb etwa der Sender ORF aus Österreich am 14. Januar 2011 dazu. Immerhin hätten „viele Katholiken (…) bereits 2005 nach dem Tod des polnischen Papstes auf eine schnelle Heiligsprechung gedrängt“. Darum sei das Verfahren „beschleunigt“ worden, ließ damals der Vatikan-Sprecher Pater Federico Lombardi verkünden. „Gründlich“ wäre es dennoch gewesen …

Papst Johannes Paul II.: Der „eilige Vater“

Karol Wojtyła, alias Johannes Paul II. - in der Mitte mit seinen Eltern Emilia und Karol (Bilder: gemeinfrei)
Karol Wojtyła, alias Johannes Paul II. – in der Mitte mit seinen Eltern Emilia und Karol (Bilder: gemeinfrei)

Millionen Menschen, vor allem in Polen, feierten die Heilgsprechung von Johannes Paul II. Kaum ein Papst war jemals so beliebt wie er. Bis heute hält diese Verehrung von Johannes Paul II. an. Vielmehr wächst sie weiterhin enorm und bekommt viel Zulauf. In katholischen Wallfahrtsorten wird man beispielsweise von Kitsch und Devotionalien mit seinem Antlitz geradezu zugeschüttet.

Das hat auch einen ganz profanen und handfesten Grund, der in seiner Amtszeit zu finden ist. Immerhin hat diese fast 26,5 Jahre gedauert und war nach Papst Pius IX. (1846 bis 1878), der 31 Jahre und 8 Monate oberster Kirchenhirte war, die zweit längste der Geschichte. Zugleich war es auch die rastloseste Amtszeit der Kirchengeschichte überhaupt. Kein Heiliger Vater der Katholiken reiste mehr um die Welt, als Papst Johannes Paul II.

Dies brachte ihm auch Spitznamen wie „eiliger Vater“ oder auch „der Reisepapst“ ein.

Seine Ziele lagen während seiner Amtszeit in 129 Ländern der Erde, die in 104 Auslandsreisen besuchte. Er war damit die am weitesten herumgereiste Führungsperson in der Menschheitsgeschichte. Auf dem katholischen Nachrichtenportal „Aleteia“ verweist Daniel Esparza noch auf weitere interessante Fakten um Johannes Paul II. Nach Esparza habe er bei seinen Reisen eine Strecke zurückgelegt, die ihn etwa 31-mal um die Erde geführt hätte. 1.640.420 Kilometer (721,052 Meilen) habe der Papst zurückgelegt, was mehr als 4-mal eine Reise zum Mond entspricht.

„Er wurde von mehr Menschen persönlich gesehen als jeder andere in der Geschichte der Menschheit“, schrieb dazu schon ABC am 26. April 2014, dem Tag vor der Heilgesprechung. Das hätte sich der kleine Karol beim Fußballspielen mit den Mitschülern in Wadowice wohl niemals hätte träumen lassen.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Tagged , , , , , , <