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Paranormales im Münsterland? Der WDR unterwegs mit Geisterjägern im Wasserschloss Senden

Paranormales im Münsterland: Der WDR begleitet Geisterjäger im Wasserschloss Senden (Bild: Schloss-Senden.de)
Paranormales im Münsterland: Der WDR begleitet Geisterjäger im Wasserschloss Senden (Bild: Schloss-Senden.de)

Viele Menschen glauben an Phänomene wie Geister, Spuk oder paranormale Erscheinungen. Oftmals in Verbindung mit der Überzeugung, dass es ein Leben nach dem Tod oder schlicht ein “Danach” gibt. Einige von ihnen wollen über solche Phänomene und Erscheinungen aber mehr erfahren und sie dokumentieren und erforschen. Sie nennen sich treffend Geisterjäger und suchen an Spukorten und anderen prädestinierten Plätzen unter anderem mit technischen Hilfemitteln dem Unerklärlichen. So auch kürzlich eine Gruppe aus Nordrhein-Westfalen, die zusammen mit einem Reporter des WDR das Wasserschloss in Senden im Kreis Coesfeld besuchten. Diese WDR-Sendung wurde jetzt online gestellt. Alles weitere dazu erfahrt Ihr hier.


Geisterjäger auf den Spuren des Paranormalen

Alte Burgen, Schlösser, Ruinen oder auch verlassenen Anwesen vielerlei Art gibt es in Deutschland sehr zahlreich. Auch im Münsterland in Nordrhein-Westfalen. Eine Region die aufgrund ihrer zahllosen Wasserschlösser auch weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt ist. Aber gibt es in diesen alten Gemäuern auch Paranormale Phänomene wie Spuk oder Geistererscheinungen?

Solchen Fragen gehen auch hierzulande verschiedene Gruppe und Vereine in ihrer Freizeit nach. Sie besuchen verschiedene historische Orte – mal verlassene und mal weiterhin bewohnte – an denen es angeblich zu solchen Phänomen kommen soll. „Geisterjäger“ nennt man diese Mystery-Interessierten allgemein. Und von denen gibt es auch in Deutschland erstaunlich viele.

Eine dieser Gruppierungen sind die in Wuppertal gegründeten „Ghosthunter-NRWUP & RLP“. Ein Team von rund einem Dutzend Mitgliedern, die sich zum Teil nach eigenen paranormalen Erlebnissen zusammengefunden hatten. Seit dem bieten sie auch all jenen Menschen, die glauben, dass bei ihnen „Seltsames“ vor sich geht, ihre Hilfe an. Wie die meisten Geisterjäger kostenlos.

Auf ihrer Internetseite schreiben sie dazu unter anderem:

Bei unseren paranormalen Untersuchungen kommt qualitativ hochwertiges Fotoequipment zum Einsatz, welches fachmännisch entsprechend unserer Anforderungen modifiziert wurde, so dass wir in unterschiedlichen Wellenbereichen Foto- und Videoaufnahmen machen können. Auch arbeiten wir mit den üblichen Ghosthunter-Gerätschaften (Mess-/Diktiergeräte) und eigenen weiter entwickelten unterschiedlichen Verfahren.

Wir sind Ihr seriöser, offener und erfahrener Ansprechpartner, wenn es um die Aufklärung von möglichen paranormalen Vorfällen in Ihrem Umfeld geht. Vertrauensvolle und diskrete Bearbeitung Ihres ‚Falles‘ ist uns sehr wichtig!

Spuk und ähnliche Erscheinungen sind fraglos das sensibelste Thema innerhalb der Grenzwissenschaften. Wenn Personen „Stimmen und das Lieblingsparfum eines Verstorbenen wahrnehmen“, wie es die NRW-Geisterjäger schreiben, ist Diskretion fraglos ein oberstes Gebot. Immerhin, so eine Studie vor einigen Jahren, “fühlten” 60 Prozent der Probanden, dass sie “Kontakt” mit ihren verstorbenen Partnern hatten.

Das Wasserschloss Senden

Geisterjäger werden aber nicht nur von Betroffenen oder Zeugen gerufen. Sie besuchen in ihrer Freizeit auch all jene Orte, von denen Menschen behaupten, dass es dort spuken soll oder sie einen Geist gesehen haben. Die Leidenschaft für das Thema treibt diese Mystery-Jäger an. Und so besuchte die „Ghosthunter-NRWUP & RLP“ zusammen mit dem Radiosender WDR 5 vor einiger Zeit im Münsterland das Wasserschloss Senden im Kreis Coesfeld. Nicht um dort gemeldeten Spuk zu „vertreiben“, sondern um diesen Ort erstmals zu untersuchen.

Das Wasserschloss in Senden hat dabei eine eher traurige Geschichte. Zumindest was die Historie der Neuzeit betrifft. Ludeke Droste (1405 – 1466), Spross eines adeligen Rittergeschlechts, und sein Sohn Sander II. Droste zu Senden erbauten das später mehrfach erweiterte Wasserschloss vor rund 600 Jahren. Im Laufe der Geschichte widerfuhr dem Anwesenden mehrfach Plünderung, Zerstörung und Brandschatzung. Zuletzt gegen Ende des 2. Weltkrieg, als britische Soldaten es plünderten und zum Teil zerstörten.

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Es folgten Nutzungen als Hotel, Internat, Künsterschule und Altenheim sowie ein Brand des Daches. Fortan verfiel das leerstehende Schloss Senden zusehends, so dass der Eigentümer 2014 drohte es vollständig abzureisen. Die Kosten für den Erhalt und die Sanierung (6 – 9 Millionen Euro!) waren schlicht und einfach nicht zu bezahlen. Private Vereine, Initiativen, Denkmalschutz-Stiftungen und Fördermittel des Landes und Bundes konnten schließlich das Schlimmste verhindern. 2018 wurde es sogar „Denkmal des Jahres“.

Leben nach dem Tod

Ein Wasserschloss diese Art zieht Geisterjäger natürlich magisch an. Ob es dort Geschichten von unerklärlichen Vorgängen gibt oder nicht. Bei den „Ghosthunter-NRWUP & RLP“ war es nicht anders, als ihre Mitglieder Tom O. und Hagen M. die Burg zusammen mit dem WDR 5- Radio-Reporter Jean-Pierre Fellmer besuchten.

Zuvor nur für eine Erstbegehung, um den Ort erst einmal kennenzulernen, wie sie am 31. Oktober 2019 in der Radiosendung „Auf Geisterjagd im Münsterland“ berichten.

Bei einem 2. Besuch in Senden folgte dann eine Art „paranormale Untersuchung“, bei denen zwei weitere Teammitglieder anwesend waren. Mit diversen technischen Hilfsmitteln erkundeten die Geisterjäger daraufhin das Wasserschloss und erklärten ihre Gerätschaften. Reporter Fellmer selber hat keine „Anzeichen für paranormale Aktivitäten bemerkt“. Doch das Thema bzw. diese Phänomene stimmten ihn durchaus nachdenklich, wie er berichtet.

Vor alle als einige Woche später der Geisterjäger Tom sich erneut bei ihm meldete. Auch einem Tonbandmitschnitt aus dem Schloss glauben er und andere Mitglieder des Teams eine Stimme zu hören. Kein Beleg für irgendwelche Geister, wie Tom selber sagt, aber ein Beweis für die Faszination an diesem Thema. Denn auch er ist (wie eigentlich alle Geisterjäger oder jene Menschen, die sich mit dem Thema beschäftigen) davon überzeugt, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. “Es wird von uns irgendwas geben, wenn der leiblicher Körper nicht mehr ist”, so Geisterjäger Tom im WDR.

Ihr findet den Radiomitschnitt des Sendung in der WDR-Mediathek HIER online.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Paranormales aus dem 19. Jahrhundert: Das dämonische Spukhaus von Dublin und die zwei Studenten

Paranormales im 19. Jahrhundert: das Spukhaus von Dublin (Bild: PixaBay/gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Paranormales im 19. Jahrhundert: das Spukhaus von Dublin (Bild: PixaBay/gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Paranormale Phänomene wie Geister-Erscheinungen oder Spukorte sind Klassiker in der Welt der Grenzwissenschaft und Mystery Files. Denn auch der Glaube an solche Phantome, Seelen Verstorbener und übersinnliche Kreaturen an sich ist sie alt wie die Menschheit. Ein interessantes Beispiel einer solchen „Heimsuchung“ wurde im Jahr 1862 in Irland veröffentlicht. Dabei handelt es sich um unheimliche Spuk-Erscheinungen, die zwei Studenten der Universität während ihres Studiums in Dublin selber erlebten. Erlebnisse in einem scheinbar “verfluchten Haus”, die heute bereits in den Bereich der Märchen gefallen sind. Was damals geschehen und was der Auslöser gewesen sein soll, lest Ihr in diesem Artikel.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Die Welt des Unfassbaren

Die Welt des Paranormalen gehört wohl zu den ältesten Themen der Grenzwissenschaft an sich. Egal ob man sie Paranormale Phänomene, Spuk, Geistererscheinungen, Parapsychologie oder kurz PSI nennt, beschäftigen sich seit Jahrhunderten Menschen mit diesen Phänomenen. Lange bevor es die „modernen“ grenzwissenschaftlichen Themen wie Prä-Astronautik, UFOs oder die populäre Form der Esoterik gab.

Geisterjäger“ sind dabei natürlich auch keine moderne Erfindung. Ebenso wie Erscheinungen von mutmaßlichen Geistern, Dämonen oder anderen unheimlichen Wesen und Entitäten. Immer schon gab es Menschen und durchaus auch Orte, die von  solchen Phänomenen und Erscheinungen „heimgesucht“ worden sein sollen.

Ein sehr interessantes Beispiel einer solchen „Heimsuchung“ wurde im Jahr 1862 im „Dublin University Magazin“ veröffentlicht. Dabei handelt es sich um paranormale Ereignisse oder Spuk-Erscheinungen, die nicht genau datiert wurden. Erfahren haben sie zwei Studenten der Universität, die während ihres Studiums in der Aungier Street in Dublin (Irland) lebten.

Das vermeintliche Märchen „Bericht über einige seltsame Turbulenzen in der Aungier Street“ stammt von Joseph Sheridan LeFanu. Er lebte mit seinem Cousin Tom Ludlow während seines Medizinstudiums in einem scheinbar „verfluchten“ Haus in Dublin.

Mehrfach, so LeFanu, erschienen ihm und Ludlow Geister in dem Gebäude, deren Manifestationen von paranormalen Begebenheiten begleitet worden sein sollen. Seltsame Fratzen, „Dämonen“ und erschreckende Erscheinungen spukten hier herum. Und beide Studenten wurden im Schlaf von sonderbaren Träumen und Emotionen geschüttelt. Ein, wie in dem über 20 Seiten umfassenden Bericht betont wird, sehr altes Haus, in dem es offenkundig spukt.

Heimsuchungen!

Eines Tages nahmen die „Heimsuchungen eine regelmäßige Form an“, schreibt LeFanu. Er durchlebte „immer wieder denselben schrecklichen Traum“. „Trotzt tiefster Dunkelheit“ und „mit widerwärtiger Genauigkeit“ erschien permanent eine erschreckende Fratze am Fenster. LeFanu war sich nach einiger Zeit sicher:

Dort ging in unbekannten Räumen, und aufgeführt von unbekannten Wesen, etwas vor sich, was wohl dazu gedacht war, mich zu quälen.

Eines Tages dann konnte der gequälte Zeuge dieses Gesicht am Fenster genauer sehen. Er beschreibt dieses Dämon mit den Worten:

Nach einer Pause von einer bestimmten Länge folgt ein Bild auf das Fenster und blieb dort wie ein Magnet angezogen haften. Bei dem Bild, das auf so geheimnisvolle Weise auf die Scheibe geheftet wurde, handelte es sich um das Porträt eines alten Mannes in einem scharlachfarbenen, mit Blumen bedruckten Morgenmantel. Der Gesichtsausdruck des Mannes stellte eine seltsame Mischung von Verstand, Sinnlichkeit und Kraft dar. Er war düster und voll Bösartigkeit. Die Nase war wie bei einem Raubvogel gebogen. Die Augen, grau und kalt, blickten mit einer tödlichen Grausamkeit drein.

(…) Ich erinnere mich an jede Linie, jeden Schatten, jede Pore dieses steinernen Gesichts. Der Blick dieser höllischen Visage ruhte auf mir, und ich schaute zu dem Gesicht hin, angezogen von der unerklärlichen Faszination, die von solch einem Schreckensbild ausgehen kann.

Was war das für eine „höllische Visage“, nur ein Traum?

Die „höllische Visage“

Diese paranormal anmutende Erzählung erinnert zum Teil durchaus an das bekannte Phänomen der „Bedroom-Visitors“ aus der UFO-Forschung. Das sind jene Berichte aus dem Gebiet der UFO-Entführungen, bei denen mutmaßliche Außerirdische nachts in die Schlagzimmer ihrer Opfer eindringen. Auch sie – die angeblichen Aliens – werden den Berichten/Erzählungen nach häufig als fremdartig-menschlich bis dämonisch geschildert …

Auch LeFanu assoziierte das Gesicht mit etwas Bösem und Sturem, da, so kann man vermuten, die Fratze fremdartig und nicht-menschlich, aussah.

Die seltsame Aussage „angezogen von der unerklärlichen Faszination“ ist heute umso interessanter. Wenn man sich ins Gedächtnis ruft, dass heutige UFO-Entführungsopfer bzw. Zeugen einer nahen Begegnung berichten, sie seien von den Fremden irgendwie „paralytisch“ angezogen worden. Kaum jemand der angeblich in ein UFO verschleppten Menschen konnte sich den hypnotischen Blicken der “Anderen” entziehen.

Am anderen Morgen, so heißt es weiter, sei der Beobachter dieser Fratze „zerschlagen und nervös“ gewesen, was ihm Probleme bereitete „den Pflichten des Tages nachzukommen“. Die Erklärung war für ihn, dass dies wohl irgendwie „mit der Ausstrahlung von Angst zusammenhing, die von diesem seltsamen Phantasiemagorie ausging“.

Und obwohl es zwischen paranormalen Erscheinungen wie eben Geister & Co. und dem UFO-Phänomen Parallelen gibt, entwickelt sich dieser Bericht zu einer klassischen Spuk-Erzählung.

Der skeptische Mitbewohner

Der Mitbewohner Tom Ludlow bekam von diesen schaurigen Erscheinungen udn Phänomenen nichts mit. Allerdings machte er sich „stets über meine Ängste lustig“, wie LeFanu notiert. „Ein Skeptiker, wie er es war, musste einmal ein Lektion erteilt bekommen, und wie das zuging.“ Und die bekam er auch, da auch er das dämonische Wesen sah. Doch, so stellte sich später heraus, nachdem beide das Spukhaus lieber wieder verlassen hatten, es soll der Geist eines Richters Horrock gewesen sein.

Ein Richter, der wie kein anderer Angeklagte zum Galgen brachte und sich letztlich in dem Haus erhängt habe. Durch diesen Suizid wurde das Haus zu einem jener seit undenklichen Zeiten bekannten Spukhäuser. Denn auch nach dem Freitod des Richters hatten zahllose weitere Bewohner und Mieter in der Aungier Street alles andere als Glück. Mehrere Menschen kamen hier ums Leben. Unfälle, Morden und Selbstmorde häuften sich.

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Dreimal will der Skeptiker Ludlow selber den teuflischen Geist gesehen haben, wie er es später erst seinem Cousin umfangreich schilderte. Anders als bei LeFanu war es bei ihm aber so, dass die Gestalt als Ganzes in seinem Zimmer schien. Mal saß sie mit ihrer unheimlichen Fratze nachts in einem Sessel, mal schritt sie für ihn eindeutig und klar erkennbar durch das Zimmer. Ein schreckliches Gesicht, das ich nie vergessen werde“ habe der Geist gehabt. Dieser „teuflische Anblick“ schockierte ihn.

Nach einer Begegnung mit dem „schrecklichen Phantom“ im Treppenhaus, bei dem es eine Galgenschlinge trug, stand fest: In diesem Geisterhaus kann man nicht mehr weiter leben und arbeiten – und so wurde ein neue Wohnung gesucht.

Laut dem Artikel von 1862 haben die beiden erst einige Zeit später erfahren, was es mit dem Haus auf sich hatte. Erst ihre frühere Haushälterin in Dublin erzählt ihr von dem Richter und all den anderen Unglücken, die sich in diesem Anwesen ereignet haben sollen.

Nächtliche und dabei deutliche Schritte, „Monster-Erscheinungen“ (etwa eine riesige „Ratte“ mit menschlichem Gesicht), die Erscheinungen des dämonischen Geistes – all das machte das Haus für die beiden Studenten unbewohnbar.

Gruselhäuser und unruhige Seelen

Die Veröffentlichung mit den Ereignissen ist überaus umfangreich und an dieser Stelle natürlich sehr zusammengefasst. Zweifellos ist sie aber eine klassische Geschichte eines ebenso klassischen Spukhauses. Inklusive unruhiger Seelen, wie Geister-Erscheinung klassische interpretiert werden.

Doch entspricht sie auch der Wahrheit? Das kann niemand sagen. Der Autor des Berichtes betont mehrfach, dass man sie gar nicht beweisen will. Man wolle nur erzählen, was man in diesem Haus als Studenten erlebt habe.

Der Richter, „der in dem Ruf stand, besonders viele Angeklagte zum Galgen geschickt zu haben“, sei hier der Auslöser für all die Ereignisse. „In einem Anfall von geistiger Umnachtung, wie der Leichenbeschauer schrieb“, habe er sich am Treppengeländer des Hauses erhängt. Wurde er so zu einer der viel zitierten  verlorenen Seelen?

Die Geschichte wurde zwar erst vor 157 Jahren von den Augenzeugen selber veröffentlicht, aber eines ist jetzt schon bemerkenswert: In einem Buch mit irischen Sagen und Märchen ist sie wie ganz selbstverständlich neben Erzählungen über Feen, Riesen und anderen Fabelwesen bereits heute zu finden …

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Geister, Spuk und Paranormale Phänomene: Mit Geisterjägern unterwegs und warum “Ghosthunter”-Gruppe mehr schaden als helfen könnten

Mit den Geisterjägern von NRW auf den Spuren des Unfassbaren (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Mit den Geisterjägern von NRW auf den Spuren des Unfassbaren (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

In Deutschland gibt es eine ganze Reihe von Gruppen, Einzelpersonen und Vereinigungen, die sich mit der “Geisterjagd” befassen. Das heißt, dass diese Menschen versuchen Meldungen über Geistererscheinungen, Spuk oder schlicht paranormalen Erscheinungen mit den unterschiedlichsten Methoden auf den Grund zu gehen. Von Untersuchungen bzw. Messungen mit technischem Equipment bis zu medialer Kontaktaufnahme mit den Geistern ist hierbei alles vertreten. Weltweit ist das fast schon als Boom anzusehen. In Nordrhein-Westfalen gibt es beispielsweise die Gruppe der “Ghosthunter NRW”. Ein gutes Beispiel dafür, wie man sich solche Geisterjäger vorstellen kann – denn der Trend ist ungebrochen und kann auch zu ernsthaften Problemen führen.

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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Auf der Internetseite der “Ghosthunter NRW” stellt sich das seit sechs Jahren bestehende Team in knappen und klaren selber vor:

Sie sind der Meinung ein paranormales Phänomen/Spuk zu erleben und möchten dies von einem seriös arbeitendem Geisterjäger Team untersuchen lassen? 

Dann sind Sie bei uns genau richtig. Wir nehmen Sie, Ihre Anfrage und Ihre Schilderungen ernst und stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

Seien Sie sich sicher, wir finden heraus was in Ihren Räumlichkeiten vor sich geht.

Unsere Arbeit ist diskret und kostenlos.”

Das klingt schon mal nach sehr großem Selbstbewusstsein, dass das “starke Geisterjäger-Team in Sachen Spuk und paranormalen Phänomene”, wie es auf deren Webseite zu lesen ist, offenbar besitzt. Immerhin geben diese an, dass sie sicher herausfinden werden, was hinter dem jeweiligen “Phänomen” steckt.

Geisterjäger im Dauereinsatz!

Praktisch kein einziger Geisterjäger ist von Beruf wirklich ein Geisterjäger. Wie auch, da man diese Tätigkeit nicht klassisch im Rahmen einer Berufsausbildung studieren oder lernen kann und sich jeder so nennen darf. Das sieht man auch an der Gründerin der NRW-Gruppe, Melanie Schindler, die ihres Zeichens Bürokauffrau ist. Auch ich selber unterschreibe ja meine Postings auf diesem Blog auch mit “Euer Jäger des Phantastischen”. Auch das ist kein klassischer Beruf, das ist eine Berufung! Das gilt auch für das Team um Schindler und eigentlich für fast alle anderen ähnlichen Gruppierungen überall auf der Welt.

Das solche Tätigkeiten mehr Berufung als Beruf sind, sehen wohl auch die NRW-Spuk-Jäger so, wie es am 10. Mai 2016 die “Rheinische Post” in einem doch sehr umfangreichen Artikel über die Gruppe berichtet hat. Monate im Voraus seien sie ausgebucht und jedes 2. Wochenende auf der Jagd nach dem Paranormalen. Weiter heißt es:

VIDEO auf YouTube: YouTuberin "Noobaffairstalk" im Interview mit Lars A Fischinger Gott, Leben nach dem Tod, Aliens und Geister/Spuk (Bild: Noobaffairs / YouTube-Sceenshot)
VIDEO auf YouTube: YouTuberin “Noobaffairstalk” im Interview mit Lars A Fischinger Gott, Leben nach dem Tod, Aliens und Geister/Spuk (Bild: Noobaffairs / YouTube-Sceenshot)

Schindler und ihr Team sind Selfmade-Geisterjäger. Schon seit ihrer Kindheit interessierte sich die Rheinländerin für ungewöhnliche Phänomene. Geisterjägergruppen gibt es tatsächlich mehrere in Deutschland – nachdem Schindler als Erwachsene in keinem der bestehenden Teams aufgenommen wurde, beschloss sie kurzerhand, selbst eines zu gründen. Seitdem ist sie Pressesprecherin, Managerin und Geisterjägerin in Personalunion. Als erstes offizielles Mitglied folgte Dunja Kutschat, Schindlers langjährige Freundin und Nachbarin, die als Medium Geister im Raum erspüren können will. Schnell bekamen die zwei Spuk-Expertinnen Anfragen von Freunden und Fremden zur Teamerweiterung. Seit 2014 bestehen die ,Ghosthunter NRW’ in ihrer aktuellen Konstellation.

Das könnte man durchaus als einen “klassischen Werdegang” von Geisterjägern bezeichnen. Doch es gibt auch Kritik an solchen Gruppen. Nicht nur von Seiten der Skeptiker, die paranormale Erscheinungen wie eben Spuk oder Geistererscheinungen rund weg für Mumpitz halten, sondern auch von dem einzigen “echten Ghosthunter” Deutschland: Dr. Walter von Lucadou.

Hobbyjäger des Paranormalen vs. Wissenschaft

Die kritischen Einwände des Parapsychologen Walter von Lucadou zum Hobby der Geisterjagd, hat die “Rheinische Post” in ihrem Artikel nicht verschwiegen. So lesen wir dort unter anderem, dass er “für Geisterjäger trotz seines ungewöhnlichen Lebenslaufs kein Verständnis hat”. Von Lucadou wird mit den Worten zitiert:

Wenn man sich an solche Gruppen wendet, dann ist das, als ob man mit einem entzündeten Blinddarm zu jemanden geht, der sich hobbymäßig für Chirurgie interessiert, statt zu einem richtigen Arzt. Diese Menschen sind oftmals psychisch labil oder leiden gar unter einer Psychose. Geisterjäger haben aber keine psychologische Ausbildung und können großes Unheil anrichten.

(…)

Aufruf von Lars A. Fischinger auf YouTube: Habt Ihr bereits paranormale Erfahrungen gemacht? (Bild: S. & L. A. Fischinger)
VIDEO-Aufruf von Lars A. Fischinger auf YouTube: Habt Ihr bereits paranormale Erfahrungen gemacht? (Bild: S. & L. A. Fischinger)

Wenn Menschen ein Problem haben, das sie nicht bewusst wahrnehmen, zeigen sie häufig psychosomatische Reaktionen. Ich glaube, dass ein Spuk ganz ähnlich funktioniert. Nur äußert sich das Problem nicht als Störung des eigenen Körpers, sondern als Störung der Umgebung.

Und jetzt stellen Sie sich vor, jemand glaubt, in seiner Wohnung gibt es Geister. Dann kommen die Geisterjäger und sagen, es handle sich dabei um den verstorbenen Ehemann… Wenn sich das Ehepaar im Leben gut verstanden hat, ist das kein Problem, aber wenn der Ehemann ein Tyrann war, kann das einen enormen Schock auslösen.”

Solche Bedenken sind nicht unbegründet. Nur das Problem ist meiner Meinung auch, dass wohl kaum jemand, der glaubt, dass es bei ihm spukt, damit öffentlich hausieren geht! Hier bekommt man sicherlich genauso schnell den “Spinner-Stempel” aufgedrückt, als würde man herum erzählt, dass man ein UFO gesehen habe.

Was soll der oder die Betroffene also tun?

Gerade die Jagd nach Geistern als mutmaßliche “Verstorbene” oder Seelen aus dem Jenseits ist überaus sensibel anzusehen und anzugehen! Nur leider gibt es hier keine Standards und so wird mit Sicherheit jeder selbsternannte Geisterjäger anders mit sensiblen Themen umgehen. Das gilt ausnahmslos für alle “Ghosthunter-Gruppen” weltweit, die keine psychologisch ausgebildeten Teammitglieder haben. Von daher sind die Bedenken von Walter von Lucadou ernstzunehmen.

Dr. von Lucadou ist übrigens auch am 25. Juni 2016 auf der 2. Tagung der GEgP, der „Gesellschaft zur Erforschung grenzwissenschaftlicher Phänomene“, einer der teilnehmenden Referenten. Sein Vortrag wird den “Stand der parapsychologischen Forschung” zum Thema haben.

Ich danke Euch, Euer Jäger des Phantastischen

Fischinger-Online

(Geschäfts-eMail: FischingerOnline@gmail.com)

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Spontane menschliche Selbstentzündung: Ein ungeklärtes Phänomen des Paranormalen oder “nur” gruselige Unfälle und Missverständnisse? +++Artikel+++

Spontane Selbstentzündung - ein ungeklärtes Phänomen oder nur gruselige Unfälle? (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Wenn Menschen plötzlich brennen: “Spontane Selbstentzündung” – ein ungeklärtes Phänomen oder nur gruselige Unfälle? (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Seit Jahrhunderten rätseln Parapsychologen, Mediziner, Kriminalbeamte  und Mystery-Jäger über das Phänomen der so genannten „Spontaneous Human Combustion“ (SHC ), der „spontanen menschlichen Selbstentzündung“. Einem offenbar überaus seltsamen und (fast) immer tödlichen Rätsel des Menschen, bei dem sich ahnungslose Personen wie aus dem Nichts von selber entzünden. Plötzlich geht ein Mensch in Flammen auf und stirbt! Die Erklärungen für diese “Selbstentzündungen” reichen von Kugelblitzen über zu viel Alkoholkonsum nahe einer offenen Flamme bis hin zu elektrostatische Entladungen oder sogar “chemischen Explosionen” im Inneren des Körpers. Eine wirkliche Erklärung, die von Parawissenschaftlern ebenso wie von Gerichtsmedizinern akzeptiert wird, fehlt bis heute.

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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Man mag der vorsichtigste Mensch der Welt sein, ja, man mag sogar den Straßenverkehr bewusst meiden und man mag auch nicht nicht rauchen oder trinken. Man mag jedwede Gefahr im Haushalt bestmöglich beseitigt haben oder gar sämtliche Tätigkeiten, die irgendwelche Gefahren verbergen könnten, nicht ausführen …

… aber dennoch ist jeder Mensch in jeder Situation einer tödlichen Gefahr ausgesetzt, vor der kein Entrinnen und keinerlei Schutz gibt: Die eigene Verbrennung bei lebendigem Leib durch mutmaßlich “unbekannte Kräfte”.

Spontane menschliche Selbstentzündung

So etwa geschehen in St. Petersburg in Florida, USA,  am 1. Juli 1951:

Am Abend dieses Tages sah Richard Reeser, wie schon unzählige Male zuvor, bei seiner allein lebenden 67 Jahre alten und kerngesunden Mutter Mary Reeser vorbei. Im Nachthemd saß sie in ihrem Sessel und las ein Buch – wie so oft. Aber einen Tag später war sie tot.

John E. Heymer - The entrancing flame
Das Buch von John E. Heymer gilt als ein “Klassiker” zum Thema “Spontane menschliche Selbstentzündung”: “The entrancing flame”

Der Hausmeister und ein Handwerker öffneten die Tür zu ihrem Zimmer und fanden einen seltsamen Anblick vor: Das Zimmer war heiß und der Sessel der alten Damen vollständig verkohlt. Ebenso wie Mary selber, von der nur noch Asche und ein Fuß in ihrem Pantoffel über blieb. Seltsam war am Tatort, dass nur an der Decke über dem Sessel Ruß zu finden und lediglich der Boden unter dem Sessel war verbrannt. Einige Zeitungen nahe dem Brandherd waren unversehrt, aber Mary Reeser war vollständig zu Asche verbrannt.

Der Fall wurde nie eindeutig aufgeklärt, und gilt bis heute als der “Klassiker” dieses “paranormalen Phänomens” (PSI-Phänomene).

Ein anderes Rätsel dieser Art ist der Tod von Henry Thomas aus Ebbw Vale in walischen Gwent vom Januar 1980, den der Kripobeamte John E. Heymer untersuchte. Der Ort des Todes von Thomas bot dem Beamten einen Anblick des Schreckens. Vor ihm auf dem Teppichboden lag eine Anhäufung von weißer Asche. Aus diesem Haufen guckten eine verbrannter Menschenschädel und zwei Füße mit weißen Socken heraus. Die gruseligen Reste von Henry Thomas!

Thomas ereilte das unwirkliche Todesschicksal wahrscheinlich auf seinem Sessel, denn dieser war zu rund zwei Drittel verbrannt. Aber alle anderen Objekte in der Umgebung des Geschehens waren in Ordnung und überall fand sich ein Schmierfilm, der den Raum rötlich erhellte, da er sich auch auf den Lampen befand. Ein fraglos unheimlicher Anblick. Unterhalb der Asche des Verstorbenen waren der Teppichboden und eine Fußmatte vom Feuer zwar angesengt worden, aber nicht verbrannt. Doch welches Feuer, das einen Menschen zu Asche verbrennt, lässt leicht entzündliche Gegenstände annähernd intakt?

Die verantwortlichen Gerichtsmediziner stellten fest, dass der Armsessel nur über so lange Zeit brannte, wie sich der Körper des Henry Thomas auf ihm befand. Auch meinte die Gerichtsmedizin, dass Thomas unglücklich in den Kamin stürzte, sich dann mit brennendem Haar in den Sessel schleppt und dort lebendig verbrannte. Dieser These stimmte auch Kommissar Kenneth Treasure, Leiter der Untersuchung, zu. Ganz zum Ärger von Heymer, der den Fall deshalb wieder aufrollte, und seinen Vorgesetzten abschließend mitteilte, dass der unglückselige Thomas Opfer einer SHC wurde. Kein normales Feuer kann als Ursache in Betracht gezogen werden, da Thomas Asche schneeweiß war Dazu aber bedarf es Temperaturen von rund 2.500 Grad, so John E. Heymer in seinem Buch “The entrancing flame”.

Wenig blieb auch von einem 58 Jahre alten Mann aus New York über, der 1986 in seiner Wohnung verbrannte. Zwei Kilogramm Asche und ein paar Knochen waren alles, was nach dem Ereignis gefunden wurde. Und auch hier war die Wohnung des Opfer fast vollkommen unbeschädigt.

Die “BBC” und “The Telegraph” berichteten am 23. September 2011 von einer Selbstentzündung in Irland. Nach dem Feuertod des Rentners Michael Faherty (76), wurde von Dr. Kieran McLoughlin als Todesursache SHC “diagnostiziert”. Spuren dieses tödlichen Feuer konnten lediglich auf dem Boden und an der Decke seines Wohnzimmers in Galway gefunden werden.

Ganz erstaunlich ist das grausame Ende der 51 Jahre alten Helen Conway aus Pensylvania, USA, die fast vollkommen zu Asche verbrannt war. Lediglich ihre Beine waren erhalten. Erstaunlich gut erhalten sogar, was ein Foto von Larry Arnold vom “Tatort” belegt. Auch sie wurde Opfer einer spontanen Verbrennung. John Heymer meint sogar, dass in Großbritannien jedes Jahr „etwa 20 Menschen an spontaner Selbstentzündung sterben“. Unglaublich, sollten diese Zahlen tatsächlich zutreffen.

Der unheimliche Tod der Gräfin Bandi 1731

Johann Andreas Eerdmann Maschenbauer: "Der aus dem Reiche der Wissenschafften" 1750 (gemeinfrei)
Bericht über die Grafin Bandi in Johann Andreas Erdmann Maschenbauer: “Der aus dem Reiche der Wissenschafften” von 1750 (gemeinfrei)

Einer der ersten Fälle von einer solchen spontanen menschlichen Selbstentzündung betrifft das Ableben der Gräfin Cornelia Bandi aus der Umgebung von Verona. Ein Vorfall, der ebenso in der Mystery-Literatur über derartige Phänomene nicht wegzudenken ist und der bereits 1750 in dem Buch “Der aus dem Reiche der Wissenschafften wohlversuchte Referendarius, oder auserlesene Sammlungen von allerhand vermischten Schrifften und Versuchen aus der Naturlehre, Arzeneiwissenschafft, natürlichen Theologie und Rechtsgelehrsamkeit” geschildert wurde.

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Es geschah am 4. April 1731:

Ein Zeuge berichtet, dass die Gräfin nach dem Abendessen in ihre Gemächer verschwand, wo sie noch eine Weile mit ihrer Zofe plauderte. Dann schlief sie ein und wurde am anderen Morgen von eben dieser Zofe tot aufgefunden. Das Blatt „Gentlemans Magazine“ beschrieb diese unheimliche Entdeckung der verbrannten Gräfin wie folgt:

“Der Boden dick mit klebriger, feuchter Masse verschmiert, die wegzukratzen schwierig war (…) und vom unteren Rand des Fensters tropfte eine fettige, gelbliche, gar widerliche Flüssigkeit herab, die einen höchst ungewöhnlichen Gestank verströmte.”

Auch im oben genannten Todesfall von Thomas wurden Stellen auf dem Teppich gefunden, die von offenbar geschmolzenem Fett durchnässt waren und auch in diesem Fall wurde eine seltsame Masse an den Wänden gefunden. So auch bei dem Tod der Gräfin. Das ganze Gemach der Gräfin war nach den Berichten mit Asche- oder Rußpartikel verschmutzt, die sich auf allen Gegenständen im Raum befanden. Aber die Gräfin Bandi starb nicht in ihrem Bett, denn es heißt weiter:

“Vier Fuß vom Bett entfernt lag ein Aschehaufen, aus welchem zwei Beine ragten, unversehrt, noch mit Strümpfen, dazwischen der Kopf, das Gehirn, die hintere Hälfte der Schädelschale und das Kinn. Ansonsten war alles zu Asche verbrannt, lediglich drei schwarz verkohlte Finger ließen sich noch mit Mühe identifizieren.”

Rund 30 Jahre später, am 3. Juli 1782, ereignete sich ebenfalls ein solch schauriger Tod. Dieser Fall wurde von dem Chirurgen Merille in Caen näher untersucht und später im „Essay on Drunkenness“ erwähnt. Als Merille 1782 von den königlichen Beamten gerufen wurde, um den Tod der Dame Mademoiselle Thaurs zu untersuchen, die nach dem überschwänglichen Genuss von einer Flasche Schnaps und drei Flaschen Wein einer Selbstverbrennung zum Opfer fiel, berichtete er abschließend:

“Der Schädel des Toten befand sich (…) 35 cm von Feuer entfernt; der übrige Körper lag schräg vor dem Kamin, vollständig zu Asche zerfallen. Selbst die härtesten Knochen hatten ihre Form und Konsistenz verloren. Der rechte Fuß war bis auf eine verkohlte Stelle oberhalb des Gelenks unversehrt geblieben, der linke war schwerer verbrannt. Es war ein kalter Tag, aber auf dem Kaminrost lagen nur zwei oder drei 2 cm dicke Holzscheite, die in der Mitte angekohlt waren.”

Auch in diesem ungeklärten Todesfall, war „nicht ein einziges Möbelstück im Zimmer beschädigt“ worden. Dr. Wilton Krogman, ein Kenner der Technologie von Krematorien, meinte, dass er „erst bei 1.500 Grad Celsius (…) jemals einen Knochen verbrennen bzw. so zerschmelzen gesehen (hat), dass er sich auflöste und verflüchtigte“.

Mademoiselle Thaurs Tod reiht sich damit in die Liste der der rätselhaften Selbstverbrennungen ein.

Eine spontane Selbstentzündung überlebt?

"Der Tod - Irrtum der Menschheit" von Lars A. Fischinger (Bild: L. A. Fischinger)
Mehr über paranormale Phänomene auch in diesem Buch: “Der Tod – Irrtum der Menschheit” von Lars A. Fischinger – alle Infos HIER(Bild: L. A. Fischinger)

Einer der interessantesten Fälle der unheimlichen SHC-Vorkommnisse ist ohne jeden Zweifel das Erlebnis von Jack Angel aus Georgia, USA, vom November 1974. Angeles nämlich überlebte eine „angefangene“ oder “wenig intensive” Selbstverbrennung. Es heißt zu diesem Fall, den beispielsweise Joe Nickell in seinem Buch “Real-Life X-Files” (2001) beschreibt, dass Jack Angel wie gewohnt abends in sein Bett ging – und dabei eigentlich nichts Ungewöhnliches bemerkte oder fühlte.

Doch er wachte erst vier volle Tage später wieder auf und bemerkte zu seinem Entsetzten, dass sein rechter Unterarm durch derart intensive Verbrennungen zerstört worden war, dass man ihm diesem amputieren musste. Das Bettlacken und sogar der Schlafanzug von Angel waren unversehrt, keine Spuren einer Verbrennung waren zu sehen und das Opfer selber fehlten jeglicher Erinnerungen an dies Ereignis.

Hatte er Glück im Unglück?

Weniger Glück hatte Dr. John Lea Irving aus Coudersport in Pennsylvania, USA. Der einstige Arzt lebte in einer Erdgeschosswohnung in einem größeren Apartmenthaus und wurde am 5. Dezember 1966 von Don Gosnell von der North Pan-Gasgesellschaft fast vollständig zu Asche verbrannt aufgefunden. Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, dass ein solcher “Feuerunfall” offenbar überall geschehen kann. Und Jack Angel ohne Zweifel enormes Glück hatte. Was immer auch die Ursache für diesen “Brand” war.

Don Gosnell jedenfalls bot sich 1966 ein Bild des Schreckens, als er das Haus betrat, um dort das Gasometer abzulesen. Sofort nach dem Betreten der Wohnung  wurde er von einem sehr seltsamen Rauch und Geruch überrascht, der ihn entgegen schlug. Auch etwas Asche fand er vor. Gosnell suche nun nach Dr. Irving, den er jedoch nirgends finden konnte – vorerst nicht.

Doch auch im Schlafzimmer des Doktors schwebte der unheimliche Rauch, und als Gosnell das Badezimmer betrat, fand er dort die schrecklichen Reste von Dr. Irving: Asche, einen Unterschenkel und ein Loch im Boden, durch das die Balken und Rohre zu sehen waren. Erschrocken beschrieb der Finder Gosnell später, was er dort unter anderem sah:

“(…) ein bräunliches Bein, vom Knie abwärts, wie das von einer Schaufensterpuppe. Weiter hab´ ich nicht hingesehen.”

Die zuständigen Gerichtsmediziner diagnostizierten, dass Dr. Irving erstickt sei, was von vielen Para-Forschern stark in Zweifel gezogen wird. Auch die Idee, dass ein Kugelblitz dem Mann den Tod brachte, wurde in Betracht gezogen. Wobei aber “Tod durch ersticken” die häufigstes Todesursache bei normalen Feuerunfällen ist. Auch bei den mittelalterlichen Hexenverbrennungen starben die vermeintlichen “Ketzerinnen” und “Ketzer” wahrscheinlich überwiegend durch Ersticken.

Ursachen …?!

Spontane Verbrennung von Menschen ist heute, im Gegensatz zu früheren Forschungen, als Tatsache durchaus ernst genommen worden. Was aber die wirkliche und verbindliche Ursache ist, weiß niemand. Ebenso wenig weiß niemand, wie “spontan” eine solche spontane Selbstentzündungen von Menschen sind und ob nicht in jedem Einzelfall eine Erklärung hätte gefunden werden können.

Dr. Mark Benecke (gemeinfrei)
Dr. Mark Benecke (gemeinfrei)

Zu einfach oder besser gesagt ernüchternd sieht der durch das Fernsehen bekannte Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke die spontane Selbstentzündung von Menschen. Dr. Benecke bezeichnet sich in einem interessanten Interview selber als Skeptiker, der die Dinge hinterfragen möchte und er gehört gleichzeitig der Skeptiker-Gruppe “GWUP” an. Einer Vereinigung, die in den Kreisen der Grenzwissenschaft mit Sicherheit vielen Bekannt sein dürfte.

Und so heißt es auf seiner Internetseite von Dr. Benecke zum Thema SHC:

Im vorliegenden Fall wurde in mehreren deutschen und amerikanischen Zeitungen, Zeitschriften und Büchern wiederholt über die angebliche Selbstentzündung von Menschen berichtet. Die Zeugenberichte sind mit augenscheinlich nicht gefälschten Fotos belegt, die in der Regel verkohlte Beine ohne den dazugehörigen Oberkörper bzw. Torso zeigen. Die populären Theorien zur Erklärung des Phänomens reichen von der Entzündung im Körper enthaltenen Alkohols bis hin zu Funkenschlägen angeblicher interzellulärer Mikroströme.

Eine daraufhin angestellte Literaturdurchsicht rechtsmedizinischer und populärer Veröffentlichungen aus den vergangenen 200 Jahren zeigte, dass bereits Justus von Liebig dem Glauben an spontane Selbstentzündungen experimentell begegnete, dass viele der modernen Belegfotografien von (echten) Wohnungsbränden – und hier zum Teil aus rechtsmedizinischen Lehrbüchern – stammen, dass die Interpretation der oft ungewöhnlichen Verbrennungsmuster durch den sogenannten Dochteffekt (Komponenten: Unterhautfettgewebe/Kleidung/Brandrichtung) erklärt werden kann, der bereits von Prokop dargestellt wurde, dass einige Belegfotografien aus dem in der Originalveröffentlichung berichteten situativen Kontext gerissen und dadurch missverständlich wurden, dass insbesondere behauptete Beschädigungen innerer Organe in vielen Fällen nicht mit experimentellen Verbrennungen korrespondieren.

Dieses Problem der fragwürdigen, unzureichenden oder ungenauen Quellenlage zu den SHC, dass Mark Benecke in einem Artikel für das “GWUP”-Magazin “Skeptiker” (4/2000) genauer ausführte, ist auch hier wieder ein Knackpunkt. Ohne eine gut dokumentierte spontane Selbstentzündung, bleiben nur Spekulationen. Und wenn es tatsächlich einen “inneren Auslöser” für solche Feuer/Verbrennungen geben soll, bleibt auch die Frage, wo und was dieser ist. Immerhin besteht der menschliche Körper aus rund 75 Prozent Wasser. Und Wasser brennt bekanntlich schlecht …

Warum brennt mein Hund nicht?

Hier wird oftmals eben der übermäßige Konsum von Alkohol angeführt. Ein Erklärungsvorschlag, der schon lange kursiert. Beispielsweise wird hier der Ritter Polonus Vorstius genannt. Dieser soll im Jahre 1470 in Mailand nach einem ausschweifenden Trinkgelage in Flammen aufgegangen sein.

Supernase HUND: Der beste Freund des Menschen im Einsatz in der Krebs-Früherkennung (Bild: WikiCommons/gemeinfrei / L.A. Fischinger)
VIDEO: Supernase Hund: „Ärzte mit der kalten Schnauze“ – Hunde und ihre Supernasen im Einsatz für die Krebsvorsorge? (Bild: WikiCommons/gemeinfrei / L.A. Fischinger)

Wäre diese Erklärung einer der Auslöser (etwa mit Alkohol durchtränkte Kleidung), würde das auch erklären, warum es keine spontane Selbstverbrennung von Tieren zu geben scheint. Zumindest sind mir solche Fälle unbekannt. Denn eine chemische (Ketten-)Reaktion aus Sauerstoff und Wasserstoff, die den Körper praktisch von innen heraus explodieren lassen, so wie es der oben genannte John E. Heymer in seinem Buch “The Entrancing Flame” schildert, sollte doch auch Tieren heimsuchen können.

Letztlich sei auf den Pharao Tutanchamun hingewiesen, der derzeit wieder in aller Munde ist. Eine Studie aus dem Jahre 2013 spekulierte, dass durch die Einbalsamierung des Tutanchamun sich Harze und Öle im Sarkophag entzündet haben könnten. Dieser “Schwelbrand” der Leichentücher durch eine “unglaubliche chemische Reaktion” habe die Mumie des Königs in seinem Sarg angebrannt. Der Ägyptologen Chris Naunton, der mit seinem Team damals die Untersuchungen an der Mumie des Tutanchamun durchführte, wir hier mit den Worten ziert:

“Die Möglichkeit, dass eine verpfuschte Mumifizierung zur spontanen Verbrennung des Körpers kurz nach seiner Beisetzung geführt hat, ist vollkommen unerwartet. Es handelt sich tatsächlich um eine Offenbarung.

Eine fraglos interessante Überlegung. Aber nicht vergleichbar mit echten SHC – wenn es sie denn im Sinne eines “paranormalen Phänomens” gibt.

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Videos von Lars A. Fischinger aus der Welt des Paranormalen, Phantastischen und Unfassbaren auf YouTube

Videos aus der Welt des Paranormalen und Phantastischen (Bild: L.A. Fischinger / YouTube)
Videos aus der Welt des Paranormalen und Phantastischen

Videos von Lars A. Fischinger aus der Welt des Paranormalen, Phantastischen und Unfassbaren. Von Weltuntergängen über Aliens im Erdinneren bis Verschwörungen und Geister-Phänomenen.

 

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Das Geheimnis der UFOs, der Area 51 und Roswell: Am 16. Mai 2015 wird es gelüftet – in den US-Kinos nach Art von “Paranormal Activity”

Das Geheimnis von AREA 51: im Mai wird es im Kino gelüftet (Bild: L.A. Fischinger / YouTube-Sceenshot/Insurge Pictures)
Das Geheimnis von “Area 51”: im Mai 2015 wird es im Kino gelüftet (Bild: L.A. Fischinger / YouTube-Sceenshot/Paramount Pictures)

In den 1990ger Jahren war die “Area 51” in den USA noch in aller Munde der UFO-Szene. Heute ist es um die unlängst offiziell bestätigte “UFO-Geheim-Basis” in Nevada still geworden. So aber nicht ab dem 16. Mai 2015 in den US-Kinos. Dann startet in den Lichtspielhäusern in Übersee der Kinofilm “Area 51”, der bei den Freundinnen und Freunden des Mysteriösen in Deutschland scheinbar eher unbekannt ist. Eine Dokumentation ist es natürlich nicht, sondern ein Grusel von “Paranormal Activity”-Regisseur Oren Peli, der sein Erfolgskonzept nun in die Wüste Nevadas legte …

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Von Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

“Area 51” soll ja, so munkelt man nicht nur seit dem Alien-Kinokracher “Independence Day” von Roland Emmerich von 1996, keine reine Geheimbasis des Militärs sein. Dort sollen sich reale Aliens aufhalten und UFOs vor der Welt verborgen sein. Auch wenn das Thema “Aliens in der Area 51” im Jahr 2015 in der UFO-Szene eher out zu sein scheint, hat Hollywood nun den Stoff wieder entdeckt. Für einen neuen Gruselfilm, der ab 16. Mai starten soll. Auf die Fortsetzung “Independence Day 2” müssen wir aber noch bis Juni 2016 warten. Immerhin spielt der zweite Teil von Roland Emmerich passend auch 20 Jahre nach dem ersten Teil von 1996.

Horror in der “Area 51”: UFOs und böse Aliens

Zumindest kommt vor Emmerich seinem Alien-Film eine andere Art “Alien-Horror” von Oren Pelis um die “Nellis Air Force Base” in rund einer Woche in die US-Kinos.

Die "Area 51" in Nevada, USA. Was geht da vor sich? (Bild: Space Imaging, München)
Die “Area 51” in Nevada, USA. Was geht da vor sich? Interview auf meinem YouTube-Channel (Bild: Space Imaging, München, / L.A. Fischinger)

Pelis sorgte vor einigen Jahren mit seinem Film “Paranormal Activity” für Begeisterung der Grusel-Spuk-Freunde an den Kinokassen. Nun jedoch verlegte der Regisseur Pelis den Ort und die unheimlichen Akteure seines neuen Filmes. Ob “Area 51” auch die Grusel-Alien-Freunde begeistern wird, wird sich zeigen. Auch wenn die Musikgruppe “U2” nicht die Titelmusik schrieb, sollte man solche Filme natürlich als reine Unterhaltung ansehen. Persönlich mag ich solche Filme. Dabei ist es gleich, ob man hier Mumien aus dem Museum des Unfassbaren holt, um die Kino-Kassen klingeln zu lassen …

In dem Film “Area 51” bekommt es eine Gruppe unerwünschter Eindringlinge in die UFO-Alien-Basis “Area 51” mit schlecht gelaunten Aliens und zahlreichen Unheimlichkeiten zu tun. Ursprung allen Übels ist der UFO-Absturz von Roswell im Jahr 1947. Nun heißt es in dem Film für die Gruppe junger Einbrecher diesen Unholden aus dem All zu widerstehen.  Wobei die angeblichen Außerirdischen von Roswell passend zum Film nach einer “Enthüllung” am 5. Mai in Mexiko-Stadt gerade für Diskussionen in der UFO-Szene sorgen … Vielleicht gibt das “Area 51” ja einen kleinen Schub, da der englische Trailer unten zumindest nach meinem persönlichen Empfinden recht wenig angeschaut wurde.

Der Trailer zu “Area 51” ist seit einigen Wochen online. Ansehen werde ich mir den Film als Jäger des Phantastischen aber sicher:

+++ Nachtrag 31. März 2016: Ich habe heute den Film gesehen: es lohnt sich nicht! +++

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Okkulte DDR: In Ostdeutschland gab es einen “grenzwissenschaftlichen Untergrund”. Ein Forschungsprojekt zum Thema Paranormales in der DDR soll diesen jetzt aufarbeiten

Auch in der ehemaligen DDR gab es Mystery-Interessierte und Paranormale Phänomene. (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei)
Auch in der ehemaligen DDR gab es Mystery-Interessierte und Paranormale Phänomene. (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei)

Der “real existierende Sozialismus” auf deutschen Boden nach dem Vorbild der UdSSR war die staatlich verordnete Weltanschauung in der ehemaligen DDR und anderen Staaten des Ostblock. Doch auch in der “Deutsch Demokratischen Republik” gab es bereits grenzwissenschaftlich Interessierte, die beispielsweise Bücher von Erich von Däniken als Kopien unter der Hand tauschten. Nun ist dieser “okkulte Untergrund” Teil einer Untersuchung des “Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene” (IGPP) in Freiburg.

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Fischinger Online Mystery-Kanal bei YouTube abonnierenVon Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Seit 1950 erforscht das einst von Dr. Hans Bender gegründete “Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene” (IGPP) paranormale Phänome & Co. Der 1991 verstorbenen Parapsychologe Hans Bender gilt bis heute als Wegbereiter dieser Forschung. Heute leitet Prof. Dr. Dieter Vaitl das Institut in Freiburg im Breisgau. Durch seine Medienpräsenz wird vor allem Dr. Dr. Walter von Lucadou mit seiner Parapsychologischen Beratungsstelle der “Wissenschaftlichen Gesellschaft zur Förderung der Parapsychologie” (WGFP) mit parapsychologischer Forschung in Freiburg in Verbindung gebracht.

Im Vorstand der “WGFP” sitzt auch Andreas Anton (Schriftführer), der derzeit an der Doktorarbeit „Im Schatten des Szientismus. Zum Umgang mit heterodoxen Wissensbeständen, Erfahrungen und Praktiken in der DDR“. am “IGPP” arbeitet. Gefördert wird das Projekt von der “deutschen Forschungsgemeinschaft” und läuft rund drei Jahre:

“Das Projekt untersucht mit wissenssoziologischem Fokus das Verhältnis zwischen orthodoxen und heterodoxen Wissensbeständen und Praxisformen in der ehemaligen DDR; insbesondere geht es um die Beziehungen zwischen dem offiziellen Geltungsanspruch des Herrschaftssystems einerseits und der individuell erlebten Wirklichkeit andererseits sowie um entsprechende Strategien der Absicherung der staatlich kontrollierten Wirklichkeitsordnung. Als Exempel dient der weitgehend unerforschte Bereich des so genannten Paranormalen (Astrologie, Wunderheilung, Wünschelruten usw.), namentlich der Konflikt zwischen dem dominanten szientistischen Weltbild auf der einen und davon abweichenden Anschauungen und Lebenspraxen der Bevölkerung auf der anderen Seite. Konkret sind drei zentrale Forschungsaufgaben formuliert:

(1) die Rekonstruktion jenes abweichenden Wissens- und Handlungsfeldes in der DDR

(2) die Analyse der staatlichen Strategien der Absicherung der offiziellen Wirklichkeitsordnung und

(3) die Erforschung des konkreten Umgangs mit ‚Wirklichkeitshäretikern’.

Methodische Zugänge bilden teilnarrative Interviews sowohl mit Akteuren des ‚okkulten Feldes’ als auch mit damaligen Vertretern der Instanzen sozialer Kontrolle sowie eine wissenssoziologische Deutungsmusteranalyse der (massenmedialen und behördlichen) Diskursfragmente der offiziellen politischen Kultur zum Thema.”

Das 2001 zerstörte World Trade Center: Zeugen wollen in dessen Trümmern eine "Geisterfrau" gesehen haben (Bild: WikiCommons/gemeinfrei)
Das 2001 zerstörte World Trade Center: Zeugen wollen in dessen Trümmern eine “Geisterfrau” gesehen haben (Bild: WikiCommons/gemeinfrei)

Tatsächlich ist es schwer, aus den Jahren der DDR hier Quellenmaterial zu finden, wie es auch Andreas Anton in einem Interview mit “Trossinger Zeitung” am 12. Januar 2015 in einem Interview berichtet. So sagt der selber in Trossingen in Süddeutschland geborene Mystery-Jäger zur Frage woher er seine Quellen beziehe:

Zum einem mache ich qualitative Interviews mit Zeitzeugen; also mit Menschen, die sich für paranormale Phänomene interessiert haben, oder selbst aktiv waren, etwa als Astrologen, oder weil sie geglaubt haben, dass sie hellsehen könnten. Eine zweite Säule sind Zeitungen, Bücher, Fernsehsendungen und andere Dokumente des offiziellen Diskurses in der DDR. Und drittens gibt es Archivdokumente, zum Beispiel im Stasiunterlagen-Archiv.”

Von “dummen Ossis” und “schlauen Wessis” in der Welt des Unfassbaren

Umfragen und ähnliche Untersuchungen habe es in der DDR-Tagen nicht gegeben, auf die sich Anton beziehen könnte. So sagte er der “Trossinger Zeitung” gegenüber:

Nur in Bezug auf die DDR gab es keine Daten; das war sozusagen eine Leerstelle. Wir versuchen dies nun rückblickend auch für die DDR aufzuarbeiten. Ich untersuche das ganze aus einer wissenssoziologischen Perspektive. Die Wissenssoziologie beschäftigt sich mit der Frage, warum in bestimmten Gesellschaften und ganz allgemein Gruppen von Menschen gewisse Dinge gewusst werden und andere nicht, beziehungsweise warum bestimmte Vorstellungen von Wirklichkeit herrschen und nicht andere. Der Umgang mit dem Paranormalen in der DDR ist da insofern ein besonders gutes Beispiel, weil zum einen ein gewisses Weltbild – die sogenannte wissenschaftliche Weltanschauung des Marxismus-Leninismus – staatlicherseits propagiert und durchgesetzt wurde, das mit allem ,Paranormalen’ und ,Okkulten’ auf Kriegsfuß stand, zum anderen aber auch Menschen in der DDR entsprechende Erfahrungen machten und paranormale Glaubensinhalte teilten. Wir sprechen deshalb auch von einem ,okkulten Untergrund’ in der DDR.

In der Tat ist das Projekt von Anton nach dem Empfinden vieler an der Grenzwissenschaft Interessierter längst überfällig. Gleich, ob sie aus der ehemaligen DDR stammen oder nicht. die Auseinandersetzung mit Phänomenen und Ähnlichem war in der DDR ebenso “staatlich verpönt” wie in allen anderen “Bruderstaaten” und der UdSSR auch.

Das bedeutete aber nicht, dass kein Interesse bestand oder es sogar Erfahrungen damit in der Bevölkerung gab. Das zeigte sich beispielsweise nach dem Zusammenbruch des Ostblock daran, dass der Buchmark für grenzwissenschatliche und esoterische Literatur in den ehemaligen Warschauer Pakt-Staaten explodierte. Auch in der DDR oder etwa in der ehemaligen Tschechoslowakei. In der jüngeren Zeit sieht man dies anhand von China.

Aufruf von Lars A. Fischinger auf YouTube: Habt Ihr bereits paranormale Erfahrungen gemacht? (Bild: S. & L. A. Fischinger)
VIDEO: Aufruf von Lars A. Fischinger auf YouTube: Habt Ihr bereits paranormale Erfahrungen gemacht? (Bild: S. & L. A. Fischinger)

Selbst in Ungarn, einem zu Sowjet-Zeiten etwas “offeneren Land”, explodierten beispielsweise der Buchmarkt und entsprechende Mystery-Zeitschriften ab 1991/1992. Ohne Zweifel hatte die Bevölkerung hinter dem ehemaligen “Eisernen Vorhang” einen enormen Wissensdurst, da es nun einfach war sich entsprechende Bücher zu besorgen. Wie Schallplatten als Kassettenkopien herumgereicht wurden mussten auch keine Bücher von Däniken & Co. mehr als mühsam mit der Schreibmaschine abgeschriebene Kopien angefertigt werden.

Persönlich finde ich es übrigens erschreckend, dass zum Teil bis heute aufgrund der einst in der DDR nicht umfassend vorhandenen Mysterien-Literatur, den ehemaligen Ossis von ach so schlauen Wessis “Dummheit” vorgeworfen wird! Das erinnert mich an einen grausig-unverschämten TV-Werbespott der Waschmittel-Marke “Persil” (meine ich) nach der Wende. In diesem Spot musste eine “schlaue Wessi-Hausfrau” einer “dummen Ossi-Hausfrau” zeigten und erklären, wie sie das Westprodukt richtig anzuwenden habe …

Aufruf an Mystery-Freundinnen und -Freunde aus der Ex-DDR:

Wie dem auch sei: Speziell die Vergangenheit DDR-Bevölkerung ist für uns Freunde des Phantastischen (aufgrund der selben Sprache) sicher spannend. So sieht es auch Andreas Anton. Anton bittet deshalb auf seiner Projektseite “okkulte DDR” auch ehemalige Bürger der DDR um ihre Mithilfe:

Konkrete Forschungsfragen sind beispielsweise:

  • Wie verbreitet waren individuelle Erfahrungen und soziale Praktiken im hier interessierenden Untersuchungsfeld des Paranormalen?
  • Wie und wo wurden die DDR-Bürger über solche Themen informiert bzw. wo konnten sie selbst entsprechende Informationen einholen?
  • Unter welchen Bedingungen und in welcher Form waren diese Erfahrungen und die entsprechenden Themen Gegenstand öffentlicher Berichterstattung? Aber auch: Welchen Einfluss hatten die (West-)Medien?
    Freuen Sie sich auf Ihren Tod? Neues Buch von Lars A. Fischinger: „Der Tod: Irrtum der Menschheit? – PSI-Phänomene, Nah-Tod-Erfahrungen, UFOs und das Leben nach dem Leben“ (Bild: WikiCommons / L.A. Fischinger
    Buch von Lars A. Fischinger: „Der Tod: Irrtum der Menschheit? – PSI-Phänomene, Nah-Tod-Erfahrungen, UFOs und das Leben nach dem Leben“ (Bild: WikiCommons / L.A. Fischinger
  • Waren Eliten und Staatsorgane involviert? Gab es wissenschaftliche Experten, Forschungseinrichtungen und/oder -projekte, die sich mit den genannten Themen befassten?
  • Wurde der gemeinte Themen- und Akteursbereich als problematisch von staatlichen Instanzen zur Kenntnis genommen?
  • Welche staatlichen Instanzen waren für die Überwachung entsprechender Aktivitäten und für die Sanktionierung entsprechender Praktiken bzw. Akteure zuständig?

Personen, die sich zu DDR-Zeiten mit den genannten Themen beschäftigten und dazu bereit sind, über ihre Erfahrungen Auskunft zu geben, sind hiermit explizit eingeladen, über die Kontaktseite Verbindung zum Projektteam aufzunehmen.” (s. hier)

Fragen, die auch mich persönlich sehr interessieren.

Wenn die ein oder andere Leserin oder der ein oder andere Leser hier helfen kann …

Ich danke Euch Euer Jäger des Phantastischen

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Aufruf an alle Freundinnen und Freunde des Phantastischen: Habt Ihr bereits „paranormale Erfahrungen” gemacht? YouTube-Video

Aufruf von Lars A. Fischinger auf YouTube: Habt Ihr bereits paranormale Erfahrungen gemacht? (Bild: S. & L. A. Fischinger)
Aufruf von Lars A. Fischinger auf YouTube: Habt Ihr bereits paranormale Erfahrungen gemacht? (Bild: S. & L. A. Fischinger)

Aliens & Mystery Files” – der YouTube Channel des Schriftstellers, Journalisten und Phänomene-Jägers Lars A. Fischinger: Heute mit einem Aufruf an alle Freundinnen und Freunde des Phantastischen zum Thema “Paranormal”. Habt Ihr bereits paranormale Erfahrungen gemacht? Kennt Ihr in Deutschland spannende Spukorte oder unheimliche Plätze mit einer gruseligen oder spannenden Historie? Schilder mir Eure Erlebnisse mit dem Unfassbaren. Mehr in meinem Aufruf auf YouTube.

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Aufruf an alle Freundinnen und Freunde des Phantastischen: Habt Ihr bereits „paranormale Erfahrungen” gemacht? YouTube-Video weiterlesen

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Artikel: Über einige unfaire Umgangsweisen gegenüber paranormalen Behauptungen

Weil sich der Begriff “Skeptizismus” korrekterweise auf den Zweifel und nicht auf eine Verneinung (also einen Unglauben anstelle eines Glaubens) bezieht, sind Kritiker, die statt einer agnostischen eine negative Haltung einnehmen und sich trotzdem “Skeptiker” nennen, in Wirklichkeit Pseudo-Skeptiker.

Von Marcello Truzz
 

 Der Umgang der Wissenschaft mit unkonventionellen oder außergewöhnlichen Behauptungen hat zunehmende Aufmerksamkeit bei Soziologen und Historikern gefunden. Wissenschaftliche Anomalien haben wissenschaftliche Revolutionen ausgelöst, aber solche Behauptungen hatten gegen Vorurteile innerhalb der Wissenschaft anzukämpfen. Dieser Aufsatz bietet einige verstreute Überlegungen zum Bewertungsprozess, dem Protowissenschaften ausgesetzt sind, die vom wissenschaftlichen Mainstream akzeptiert werden wollen. Meine Intention ist nicht, Partei für die Vertreter von paranormalen Behauptungen zu ergreifen (ich bleibe ein Skeptiker in dem Sinne, wie ich es noch ausführen werde), sondern dazu zu verhelfen, dass sich ein ausgeglicheneres, von mehr Fairness geprägtes Spielfeld entwickelt, das allen Wissenschaftlern zugutekommen kann. 

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Rückschlag für die “Parapsychologische Beratungsstelle” in Freiburg i. Br.: Das Land Baden-Württemberg hat die Fördergelder gestrichen!

Rückschlag für die "Parapsychologische Beratungsstelle" in Freiburg i. Br.: Das Land Baden-Württemberg hat die Fördergelder gestrichen! (Bilder: gemeinfrei & SWR / Montage: Fischinger-Online)
Rückschlag für die “Parapsychologische Beratungsstelle” in Freiburg i. Br.: Das Land Baden-Württemberg hat die Fördergelder gestrichen! (Bilder: PixaBay/gemeinfrei & SWR / Montage: Fischinger-Online)

Menschen die glauben, dass es bei ihnen spukt, sie von Geistern besucht werden oder sonst etwas “nicht mit rechten Dingen” zugeht, suchen zum Teil Hilfe und Beratung aufgrund dieser Erfahrungen. Neben den unzähligen Geisterjägern und entsprechenden Gruppen, die in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden schossen, gibt es in Deutschland auch “offizielle Ansprechpartner” für solche Fälle: Die “Parapsychologische Beratungsstelle” in Freiburg, deren bekanntester Vertreter Dr. Walter von Lucadou ist. Bezahlt vom Bundesland Baden-Württemberg. Doch jetzt wurde der Beratungsstelle der Geldhahn zugedreht und die Förderung gestrichen. Ein herber Rückschlag für die dortigen “Geisterjäger”, wie Ihr in diesem Beitrag erfahrt. Denn eine solche Institution ist wichtiger denn je!


Geisterjäger

In den letzten Jahren boomen Geisterjäger und “Ghosthunter-Gruppierungen” in den westlichen Ländern. Auch bei uns im deutschsprachigen Raum, wo es unzähliger solcher Geisterjäger-Vereine oder -Gruppen gibt.

Alle diese Gruppierungen bestehen aus Laien und Hobbyforschern, die sich in ihrer Freizeit auf die Spuren von Paranormalen Phänomenen, Spuk und Geistern begeben. Oftmals handelt es sich dabei um mehr oder weniger lockere Zusammenschlüsse von Interessierten, die von solchen Themen aus der Welt der Unfassbaren oer schlicht der Frage nach einem Leben nach dem Tod begeistert sind.

So wollen sie mit ihren “Untersuchungen” den Phänomenen dahinter auf die Spur kommen.

Die Herangehensweise und Untersuchungen der einzelnen Gruppen und Geisterjäger ist dabei teils sehr unterschiedlich. Einige besuchen alte Gebäude, Spukorte und Spukhäuser, um dort mit diversen technischen Instrumenten unerklärlichen Phänomenen oder Erscheinungen auf die Spur zu kommen.

Andere gehen die Nachforschungen eher “spirituell” an. Sie versuchen auf “geistigem Wege” mehr über mögliche Spuk-Erscheinungen oder sogar Geistern zu erfahren. Meistens jedoch bedienen sich die Geisterjäger allen Möglichkeiten, von denen sie sich Ergebnisse versprechen. Von medialen Kontakten mit der Geisterwelt bis zur Messung von Störungen des Magnetfeldes der Erde an einem Spukort mit technischen Messgeräten.

Daran auszusetzen ist grundsätzlich nichts. Und, dass alle diese Erforscher des Paranormalen Laien und Freizeitforscher sind, ist natürlich klar. Eine anerkannte Ausbildung oder ein Studium an einer Universität zum Geisterjäger kann schließlich niemand machen. Ebenso wenig wie zum UFO-Forscher oder Prä-Astronautiker

“Parapsychologische Beratungsstelle”

Die einzigen Geisterjäger, die quasi “staatlich anerkannt” sind, sind die Mitarbeiter der “Parapsychologischen Beratungsstelle” in Freiburg. Eine Institution, die 1989 von der “Wissenschaftlichen Gesellschaft zur Förderung der Parapsychologie e.V.” (WGFP) in Freiburg mit einem klaren Ziel gegründet wurde. Die Beratungsstelle möchte “auf dem Gebiet der Parapsychologie / ungewöhnliche Erfahrungen gezielte und sachgerechte Aufklärung zu betreiben”, wie sie sich auf ihrer Webseite vorstellen.

Weiter heißt es:

Aufgabe der Parapsychologischen Beratungsstelle ist es, Menschen Hilfestellung anzubieten, die durch ungewöhnliche Erfahrungen oder den Umgang mit Psychotechniken, okkulten Glaubenssystemen oder Psychogruppen Probleme bekommen haben. Ziel ist es, sie in die Lage zu versetzen, ihre Probleme selbst zu lösen. Hierzu gehört auch die gezielte psychotherapeutische Beratung von ‘Aussteigern’ aus sogenannte Psychosekten.

Die Beratungsstelle führt Fortbildungsveranstaltungen für psychologische, psychiatrische und pädagogische Fachkräfte durch und unterstützt diese bei ihrer Arbeit. Sie betreibt eine gezielte und breit gefächerte Öffentlichkeitsarbeit und bietet Vorträge und Seminare an Schulen, Volkshochschulen, Fachhochschulen und Universitäten an.”

Damit ist diese Anlaufstelle in Freiburg seit Bestehen weit mehr als nur eine Gruppe von Geisterjägern, die man rufen kann, wenn es bei einem daheim spukt. Das betont auch Dr. Dr. Walter von Lucdadou immer wieder, der durch seine Medienpräsenz das “Aushängeschild” der Beratungsstelle ist. “Deutschlands berühmtester Geisterjäger”, wie ihn die Presse schon mal nennt.

Denn es gibt immer Menschen, die aufgrund ihrer ungewöhnlichen Erfahrungen oder Kontakte zu “alternativen Heimethoden” der Esoterik Rede- und Beratungsbedarf haben:

Die Parapsychologische Beratungsstelle bietet ein umfassendes Beratungsangebot für Menschen, die ungewöhnliche, paranormale, okkulte oder unerklärliche Erfahrungen gemacht haben und kompetente Gesprächspartner brauchen oder Hilfestellung für den Umgang mit ihren Erfahrungen benötigen.

Gleichzeitig berät und informiert die Parapsychologische Beratungsstelle auf wissenschaftlicher Basis über alle Angebote des Marktes der alternativen Heilmethoden und von esoterischen Anbietern.”

Geisterjagd auf Staatskosten

Der Umfang der Tätigkeiten und Beratungen des Teams um den Physiker und Psychologen von Lucadou ist überaus umfangreich. Sie stehen für zahllose Einzelgebiete beratend oder für Veranstaltungen zur Verfügung. Allein 3.000 telefonische Nachfragen erhält die Beratungsstelle nach eigenen Angaben jedes Jahr. Das zeigt deutlich, dass diese Art der “staatlichen Geisterjagd” offensichtlich notwendig ist.

Denn Menschen in “spirituellen Notlagen” oder mit Geistererfahrungen wird es immer geben.

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Dies sieht das Land Banden-Württemberg nach drei Jahrzehnten jetzt allerdings nicht mehr so. Zu Beginn des Jahres 2020 wurde die finanzielle Förderung der Beratungsstelle ersatzlos gestrichen. Es bestünde kein Bedarf, wie es das Land der Beratungsstelle mitteilte. Walter von Lucadou schreibt dazu:

Das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport von Baden-Württemberg hat die institutionelle Förderung der ‘Parapsychologischen Beratungsstelle’ mit Ablauf des Jahres 2019 eingestellt. Als Grund hierfür wurde mitgeteilt, dass keine Haushaltsmittel mehr zur Verfügung stünden, weil eine ‘Ressortzuständigkeit’ für die gegebenen Fragestellungen nicht mehr vorhanden sei.

Alle bisherigen Versuche, die konstruktive und auf gegenseitigem Vertrauen beruhende, erfolgreiche Kooperation mit dem Ministerium, die seit 30 Jahren unzähligen Menschen in schwierigen Lebenssituationen wirkungsvolle Hilfe ermöglichte, aufrecht zu erhalten, hat sich als fruchtlos erwiesen.

Dass kein Bedarf mehr an einer solchen Art Beratungsstelle bestünde, sieht von Lucadou natürlich anders. Und das ist verständlich – nicht nur da er der Leiter des Institutes ist. Auch deshalb, da die dort angebotenen Hilfen, Beratungen, Untersuchungen und Aufklärungen nicht einfach plötzlich nicht mehr benötigt werden.

Allein gelassene “Sinnsuchende”?

Eher ist das Gegenteil der Fall. Die Arbeit der “Parapsychologischen Beratungsstelle” ist in der Vergangenheit offensichtlich wichtiger geworden. Nicht unbedingt deshalb, da es mehr Menschen gibt, die glauben, dass bei ihnen seltsame Dinge vor sich gehen oder sie von Geistern heimgesucht werden. Vielmehr gibt es immer mehr “Sinnsuchende”.  Menschen, die sich in spirituellen Notlagen befinden und damit anfällig für die unterschiedlichsten angebotenen “Lösungen” sind.

Diese “Lösungen” und “Hilfen” können dabei aus den unterschiedlichsten Bereichen kommen, die von “sanfter Esoterik” bis Sekten und Okkultismus reichen. Vor allem leider auch in Negativen. An wen sollen sich diese Menschen wenden?

Eigentlich sind die Kirchen und ihre Geistlichen in solchen Fällen gefragt. Priester und andere Geistliche der Kirche sind die klassischen Ansprechpartner für jede Art von Lebenskrise. Durchaus auch und vor allem in spirituellen Belangen, die auch Spuk oder Geister mit einschließen. Schließlich glauben viele Betroffene, dass diese Erscheinungen in direkten Zusammenhang mit ihnen selber oder nahen (verstorbenen) Angehörigen oder Freunden stehen.

Die letzten Jahre und Jahrzehnte beweisen aber, dass sich die Kirchen selbst in einer deutlichen Krise befinden. Sie verlieren scharenweise ihr Schäfchen, haben mehr und mehr Autoritär verloren und vielfach ihr Vertrauen verspielt. Menschen mit entsprechenden Erfahrungen und Krisen wenden sich überall hin – nur nicht mehr an die Kirche, in denen mehr und mehr Menschen keinen Sinn mehr sehen.

Das große Kirchensterben, das verlorene Vertrauen und natürlich die Tatsache, dass den Lehren der Institution Kirche immer weniger Menschen folgen wollen, beweist dies seit Jahren. Menschen, die nicht oder nicht mehr an irgendwelche angeblich “göttlichen Wege” glauben, suchen sich andere Ansprechpartner im Fall des Falles.

Und jetzt?

Natürlich kann eine Beratungsstelle wie jene in Freiburg keine Kirche ersetzten. Doch sie kann eben diese “verlorenen Schäfchen” oder deren Angehörigen beraten. Typische Geisterjagd ist schließlich nur eine von vielen Angeboten der “Parapsychologischen Beratungsstelle”!

Da aber das Land Baden-Württemberg die Förderung eingestellt hat, wird auch das Institut von Walter von Lucadou in absehbarer Zeit in eine Krise geraten. Dieser Umstand zeichnet sich schon jetzt ab, da von Lucadou dazu schreibt:

Um unsere Beratungsarbeit fortsetzen zu können, sehen wir uns daher leider gezwungen, für die Beratung einen Unkostenbeitrag in Höhe von 60 Euro pro Beratungsstunde zu verlangen. Durch eine Spende, die steuerabzugsfähig ist, können Sie ebenfalls mithelfen, dass die Beratungsstelle weiterhin existieren kann.

60 Euro pro Stunde ist alles andere als wenig. Und bei Geld hört bekanntlich nicht nur die Freundschaft auf. Personen, die sonst vielleicht in Freiburg angerufen und nach Beratung oder einen Termin gebeten hätten, werden sich das jetzt nicht nur zweimal überlegen. Zumal es kaum mit nur einer einzigen Stunde getan sein wird, was aber von Fall zu Fall fraglos variiert.

Im schlimmsten Fall wenden sich die Ratsuchenden dann lieber obskuren und auf den ersten Blick kostenlosen “Experten” zu. Niemand ist leichter zu manipulieren wie Menschen in Lebenskrisen aller Art. Im weniger schlimmen Fall kontaktieren sie dann doch kirchliche Institutionen, die ja kostenlos sind bzw. von den Kirchensteuern getragen werden.

Natürlich ist die Beratungsstelle alles andere als ein Kirchenersatz. Aber doch eine wichtige Anlaufstelle! Übrigens auch für die Forschung im Bereich Paranormale Phänomene & Co. und damit Grenzwissenschaft:

Die Beratungsstelle sammelt für Forschungszwecke Berichte und Erfahrungen aus diesem Gebiet und betreibt eigene parapsychologische Forschungsprojekte.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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