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Video: Sonderbare Sage vom Rhein: Konspirative Treffen „mit Wesen von anderen Sternen“ in den Niederlanden – und in Deutschland

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Video: Sonderbare Sage vom Rhein: Geheimtreffen mit "Wesen von anderen Sternen" in den Niederlanden (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Video: Sonderbare Sage vom Rhein: Geheimtreffen mit „Wesen von anderen Sternen“ in den Niederlanden (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Seit Jahrzehnten vermuten einige UFO-Forscher, dass es bereits Geheimtreffen zwischen Außerirdischen und irgendwelchen „Mächtigen“ oder „Eliten“ der Erde gab. Geheime Meetings, von denen nur Eingeweihte wissen sollen und dürfen. Doch genau das gab es angeblich schon vor Jahrhunderten in verschiedenen Großstädten in Europa. Denn davon berichtet eine Sage aus den Niederlanden, wie Ihr in in diesem Mystery Files-Video erfahrt.


Der Rhein, Fluss der Sagen

Zumindest behauptet das eine Sage, ein Märchen oder eine Legende vom Rhein in den Niederlanden. In dieser Erzählung wird überliefert, dass eine in magischen Künsten eingeweihte Witwe aus Oostbrock bei Utrecht in Holland als Hinterbliebene eines dortigen Gelehrten, regelmäßig zu konspirativen Treffen flog. Dort trafen sich Weise, Denker und – Außerirdische.

Das ging solang gut, bis die angebliche Hexe dabei verfolgt wurde. Was der Zeuge, angeblich ihr eigener Knecht, beinahe mit dem Leben bezahlte. So gab es dieser später dem Bürgermeister von Utrecht, Johannes Culemberg, zu Protokoll, als er von seinem Erlebnis bei diesem Treffen in dem „Spukhaus“ berichtete.

Aber das war den Verantwortlich nicht neu. Denn solche geheimen Häuser für ebensolche Treffen waren aus Orten wie Hamburg und Amsterdam bekannt. „Heimliche Zauberhäuser“, in denen Studien betrieben wurden, bei denen sogar „Gelehrte von anderen Sternen“ teilnahmen. Neudeutsch also: Aliens.

Nur ein schönes Märchen, oder mag hier ein wahrer Kern verborgen sein? Das berühmte Körnchen Wahrheit, das viele Menschen in den Sagen und Überlieferungen der Vergangenheit vermuten. Auch jene, die sich mit Aliens der Antike auseinandersetzten. Entscheidet selbst nach diesem Video vom 28. Dezember 2021.

Bleibt neugierig …

Video auf Mystery Files

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Die „Himmelsscheibe von Nebra“ zieht weiter: von London kommt sie in die Niederlande (+ Videos)

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Die Himmelsscheibe von Nebra zieht weiter: von London kommt sie in die Niederlande (Bilder: gemeinfrei & Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt/J. Lipták / Montage: Fischinger-Online)
Die Himmelsscheibe von Nebra zieht weiter: von London kommt sie in die Niederlande (Bilder: gemeinfrei & Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt/J. Lipták / Montage: Fischinger-Online)

Noch bis Mitte Juli 2022 befindet sich die „Himmelsscheibe von Nebra“ als Teil der Sonderausstellung „Die Welt von Stonehenge“ in Britischen Museum in London. Doch danach kommt sich noch nicht wieder heim nach halle in Sachsen-Anhalt. Ab Anfang August wird sie ein Highlight in einer niederländischen Sonderausstellung im „Drents Museum“ Assen.


Die „Himmelsscheibe von Nebra“ auf Reisen

Derzeit hat das „Landesmuseum für Vorgeschichte“ in Halle die berühmte „Himmelsscheibe von Nebra“ nach Großbritannien verliehen. Wie HIER berichtet befindet sich das wertvolle Objekt sie im Britischen Museum in London als Teil der Sonderausstellung „The World of Stonehenge“. Am 17. Juli diesen Jahren endet dort die Ausstellung.

Doch nach Hause kommt der rund 3600 Jahre alt Fund aus Deutschland dann noch nicht wieder dauerhaft. Die Himmelsscheibe wird in der Folge an das „Drents Museum“ in Assen in den Niederladen verliehen werden. Dort startet am 6. August die Ausstellung „De Nebraschijf – De ontdekking van de hemel“ („Die Himmelsscheibe von Nebra – Die Entdeckung des Himmels“), die bis zum 18. September 2022 ihre Tore öffnet.

Hier wird die Himmelsscheibe ebenso ein Highlight der Ausstellung sein, zu der das Museum schreibt:

Eines der absoluten Spitzenobjekte der europäischen Archäologie kommt in diesem Sommer nach Assen in der Niederlanden. (…) Das einzigartige archäologische Objekt stammt aus der Bronzezeit und wurde 2013 in das Register des UNESCO-Weltdokumentenerbes eingetragen. Die Scheibe gehört zum Bestand des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle (Sachsen-Anhalt) und wird nur sehr selten ausgeliehen. In der Ausstellung ‚Die Himmelsscheibe von Nebra – Die Entdeckung des Himmels‘ ist dieser außergewöhnliche Fund nun erstmals in den Niederlanden zu sehen.

Faszination Himmelsscheibe

Die Ausstellung ist gleichsam eine Reise von den Niederlanden nach Nebra, dem Fundort der Scheibe. Dabei machen die Besucher die Bekanntschaft mit Objekten und Bräuchen aus der Bronzezeit. Gemeinsam mit den Besuchern sucht die Schau nach einer Antwort auf die Frage, warum sich die Menschen schon seit Jahrtausenden für den Sternenhimmel interessieren.

So das „Drents Museum“ weiter. Dass die Scheibe in die Niederlande geht, „ist auch ein Dank für die tollen Objekte, welche die Niederländer für unsere Ausstellung zur Verfügung gestellt haben“, so der Landesarchäologe Dr. Harald Meller.

Genau das können seit März auch die Besucher des Landesmuseums in Halle. Und zwar  in Form eines Virtual Reality-Kunstprojektes (VR), bei dem man mittels VR-Brille eine virtuelle Zeitreise in die Vorgeschichte unternehmen kann. Wie HIER berichtet, sollen die Gäste auf eine „neue und überraschende, emotional ansprechende und eindrucksvolle Weise“ die Himmelsscheibe und ihre Welt erfahren, wie das Museum mitteilte.

Eine Ausstellung rund um „Die Welt der Himmelsscheibe“ ist übrigens unter anderem auch in Braunsbera in Sachsen-Anhalt in Vorbereitung. Und zwar vom ABORA-Team (zu dem auch ich gehöre) um den Experimentalarchäologen und „Schilfboot-Segler“ Dr. Dominique Görlitz. Nähers dazu wird folgen.

Video-Auswahl zum Thema

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Vor 1000 Jahren: Eine rätselhafte Stimme aus der Luft entscheidet eine historisch bedeutende Schlacht der heutigen Niederlande

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Vor 1000 Jahren: Eine Stimme aus der Luft entscheidet eine historisch bedeutende Schlacht! (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Vor 1000 Jahren: Eine Stimme aus der Luft entscheidet eine historisch bedeutende Schlacht! (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Viele Überlieferungen und Legenden berichten von seltsamen Erscheinungen, Phänomenen und Himmelszeichen. Solche Wunderzeichen finden sich in alten Chroniken zeitlich recht gut überliefert. Doch vielfach lassen sich rätselhafte Ereignisse in Sagen überhaupt nicht näher bestimmen. Es scheitert schon bei den Namen der handelnden Personen oder Zeugen. Anders bei einer kleinen niederländischen Sage, in der eine unheimliche Stimme vom Himmel den Ausgang einer Schlacht bestimmte. Und interessanterweise stellten sich bei genauem Hinsehen sämtliche Personen, Ereignisse und Aussagen dieser Sage als real und richtig heraus. Also damit auch die rätselhafte Stimme aus der Luft? Eine Spurensuche in diesem Blog-Artikel.


Rätselhafte Sagen und Mythen und der „wahre Kern“

In Sagen, Legenden und alten Überlieferungen der Vergangenheit allgemein stecken häufig historische Wahrheiten verborgen. Zum Teil uraltes Wissen, das uns von längst vergangenen Zeiten erzählt.

Darin sind sich etablierte Historiker oder auch Sagen-Forscher mit all jenen einig, die noch weit mehr hinter solchen Erzählungen vermuten. Denn Autoren des Phantastischen, der Prä-Astronautik oder allgemein der Mysterien der Welt, blicken vielfach zweimal auf solche alten Geschichten unserer Ahnen. Immer auf der Suche nach überlieferten Ereignissen oder Vorkommnissen, die „nicht von dieser Welt“ gewesen zu sein scheinen.

Dabei ist es mehr oder weniger zweitrangig, ob sich diese Informationen in mündlichen Sagen oder in niedergeschriebenen religiösen Mythologien finden. Überall stößt man auf seltsame Wesen aus anderen Welten oder Ereignisse, die scheinbar aus der Welt des Paranormalen stammen. Ebenso wimmelt es hierin an ungewöhnlichen Erscheinungen am Himmel. Himmelszeichen oder Wunderzeichen, die nicht immer als Naturphänomene zu deuten sind.

Auf Mystery Files wurde dies in unzähligen Beispielen in Artikeln und Videos immer wieder thematisiert.

Lieschen Müller aus Kleinkleckersdorf

Hierbei gibt es oft ein Problem. Vielfach lassen sich solche alten Berichte historisch nicht zuordnen. Rätselhafte Überlieferungen über Begegnungen mit Wesen der sogenannten Anderswelt etwa, wie sie Sagen und Märchen vorkommen, sind nicht fassbar. Auch wenn es Ausnahmen gibt, wie zum Beispiel HIER gezeigt. Solche Ausnahmen gibt es auch bei historischen Himmels-Erscheinungen, die sich zumindest in vielen Fällen lokalisieren und datieren lassen.

Dennoch bleibt der trübe Beigeschmack, dass der viel beschworene „wahre Kern“ grundsätzlich nicht greifbar ist. Was allerdings die Beschäftigung mit solchen phantastischen Storys unserer Vorfahren nicht minder spannend macht.

Nicht wenige dieser Geschichten weltweit kursieren auch in zahllosen Variationen. Vor allem betrifft das neben Details auch sehr oft die Namen der dort erwähnten Personen, die dieses oder jenes gesehen oder erlebt haben sollen. Gerne liest man deshalb einfach über diese hinweg. Vor allem dann, wenn irgendwelche Namen von Menschen in Märchen, Legenden und Sagen auftauche. Also nicht in historischen Aufzeichnungen oder Chroniken. Eine „Lieschen Müller“ aus Kleinkleckersdorf kann in einer abweichenden Erzählung derselben Sage „Erika Mustermann“ aus München sein.

Manchmal sollte man aber genauer hinschauen, wenn in Sagen rätselhafte Vorkommnisse geschildert werden und sich dort offenbar historische Personen ihr Stelldichein geben.

Eine unheimliche Stimme „aus der Luft“

So wie in einer niederländischen Sage, die beispielsweise Johann Wilhelm Wolf 1843 im 1. Buch seiner „Niederländischen Sagen“ veröffentlichte. Wolf berief sich dabei auf eine Chronik aus dem Jahre 1585 und gibt sie wie folgt wieder:


Graf Dirck der Dritte wollte seines Vaters Tod an den Friesen rächen und zog darum mit großer Heermacht gen Ostfrießland. Kaiser Heinrich hatte ihm den Herzog von Lothringen, Gottfried den Bärtigen und viele andere fromme Helden zu Hülfe gesandt.

Als nun von beiden Seiten viel Volkes zusammen stand und zur Schlacht bereit war, da hörte man plötzlich aus der Luft eine gräuliche Stimme, welche rief: ‚Flieht, flieht, flieht!‘ und zur Stunde nahmen die Holländer die Flucht und liefen, ein jeder seines Weges, ohne sich umzusehen.

Und Bischof Adelbold von Utrecht, den Graf Dirck gefangen mit sich geführt hatte, entkam und ging über zu den Friesen, welche er nun noch mehr in ihrem Aufruhr unterstützte.“

Offensichtlich wird hier ein mehr als seltsames Ereignis beschrieben: Während einer großen Schlacht ertönte aus dem Himmel eine warnende Stimme, die in das Geschehen eingriff. Und dadurch wurde diese Schlacht vom Heer eines gewissen „Graf Dirck der Dritte“ gewonnen.

Durchaus kein Einzelfall, dass solche wundersamen Ereignisse im Umfeld einer Schlacht stattgefunden haben sollen. Selbst himmlische Objekte oder Himmelszeichen zeigten sich dann und wann dabei am Firmament. Forscher der Prä-Astronautik und auch UFO-Forscher diskutieren seit Jahrzehnten solche Berichte. Kritiker und „Schulwissenschaftler“ sehen hier nur Unsinn. Religiöse und/oder politische Propaganda, so die lang läufige Deutung. Die mit Sicherheit nicht immer nur als Versuch, diese Berichte wegzudiskutieren, angesehen werden darf.

„Graf Dirck der Dritte“

Was aber war das für eine „gräuliche Stimme“ aus der Luft, die hier den Ausgang der Schlacht manipulierte? Da wir den Urheber nicht mehr fragen können, wird das für immer ein Rätsel bleiben. So wie andere sagenhafte Ereignisse im Vorfeld dieser Kämpfe. Dazu später mehr.

Die ausgesprochen kurze Sage aus den Niederlanden enthält dennoch insgesamt vier Namen. Plus den nicht genannten Vater des Grafen „Dirck“. Und alle diese Personen waren einst ebenso real, wie die hier geschilderte Schlacht, als die Stimme vom Himmel erklang. Selbst der Ausgang dieser Schlacht ist in der Sage richtig wiedergegeben.

Beispiel: Seltsame Objekte flogen als "Wunderzeichen" 1697 über Städte in Norddeutschland (Bild: gemeinfrei)
Beispiel: Seltsame Objekte flogen als „Wunderzeichen“ 1697 über Städte in Norddeutschland – mehr in diesem Video HIER (Bild: gemeinfrei)

Bei dem Grafen namens Dirck III. handelt es sich um Dietrich III., der auch Dirk oder Diederik genannt wurde. „Dietrich der Jerusalemer“ nennt man den frommen Herrscher heute auch, da er von den heutigen Niederlanden eine Pilgerfahrt bis nach Jerusalem auf sich nahm. Er war der Graf von Holland, lebte von 993 bis 1039 und herrschte in Teilen der heutigen Niederlande. Damals nannte man das Gebiet noch Westfriesland und die niederländische Stadt Utrecht war Teil seines Machtbereiches.

Durchaus ein wohlhabendes Gebiet, da seefahrende Händler der Nordsee hier hindurch kamen. Unweit von Rotterdam baute der Graf deshalb auch in Vlaardingen eine Festung zur Sicherung des Handels. Vor allem aber, um dort Zölle zu kassieren. Genau das aber war ihm untersagt, da er dem deutschen Kaiser Heinrich II. unterstand. Der zweite reale Name in dieser Geschichte.

Reale Personen – reale Schlacht

Dieser Kaiser war ein mächtiger Herrscher, der den Beinamen „der Zänker“ trug und unter anderem auch König von Italien war. Ihm gegenüber war Dietrich III. als „Handlanger“ verpflichtet.

Als sich dann aber Kaufleute über die Machenschaften von Dietrich III. beim Kaiser selber beschweren, sah sich dieser zum Handeln gezwungen. Er stellte ein gewaltiges Heer auf, sammelte Soldaten seiner Verbündeten und zog gegen Dietrich III. nach Vlaardingen in den Krieg. Geführt wurde die Streitmacht unter dem Befehl von Gottfried II. Er war der Herzog von Niederlothringen, dem Kaiser treu ergeben und damit die dritte reale Person in dieser Sage. Bekannt ist er, da er keine Nachkommen hatte, eigentlich unter den Namen „Gottfried der Kinderlose“.

Laut Legende zogen „viele andere fromme Helden“ in den Kampf. Auch das stimmt, da verschiedene Bischöfe aus dem Reich des Kaisers ihre Heere schickten. Unter anderem, man ahnt es schon, Adalbald II., der Bischofs von Utrecht, der in der Sage „Adelbold von Utrecht“ genannt wird. Ihm hatte Kaiser Heinrich II. zuvor das Land von Dietrich III. gegeben, um diesen widerspenstigen Vasall vollständig zu entmachten.

Es sah ganz und gar nicht gut aus für die paar Soldaten von Dietrich III. angesichts einer solchen Streitmacht des Kaisers. Doch es kam so, wie es auch die Legende behauptet: Des Kaisers Truppen wurden vernichtend geschlagen und die Kämpfer von Dietrich III. feierten einen grandiosen Sieg. Die meisten kaiserlichen Soldaten und Offiziere starben im Kampf oder wurden anschließend hingerichtet.

Rache für den Vater

Ereignet hat sich all das am 29. Juli 1018 und wurde als „Schlacht von Vlaardingen“ berühmt. Ein historisches Ereignis, das bis heute in den Niederlanden im Gedächtnis blieb. Beispielsweise wird die Schlacht bei mittelalterlichen Veranstaltungen in entsprechend historischen Bekleidungen regelmäßig vor Publikum nachgestellt. Von einer überirdischen Stimme vom Himmel, die laut Überlieferung den Schlachtverlauf beeinflusst haben soll, sprechen dabei wohl die wenigsten. Vielmehr werden für den überraschenden Ausgang der Schlacht das sumpfige Schlachtfeld und die Taktik der Gegner verantwortlich gemacht.

Wahrscheinlich war es genau diese Schlacht, von der hier gesprochen wurde. Denn Dietrich III. war mehrfach in Kämpfe verwickelt. Nicht anders wie andere Herrscher des Mittelalters auch. Und hier kommt sein Vater ins Spiel, von dem die Sage nur berichtet, dass er bereits tot war. Auch hier ist die Geschichte wieder korrekt.

Sein Vater hieß Arnulf von Holland und er war Graf von Westfriesland beziehungsweise Holland. Seine Frau Liutgard war sogar eine Schwester von Kunigunde von Luxemburg, die nicht irgendwer aus dem Adel war. Sie war die Frau von eben genau diesem Kaiser Heindrich II., der später gegen Arnulf seinen Sohn zu Felde zog. Heute sieht die katholische Kirche in ihr sogar eine Heilige.

Im Jahre 993 fand Graf Arnulf tatsächlich einen gewaltsamen Tod. Und zwar so, wie es die Sage behauptet: Bei einem Kampf mit den Friesen bei Winkel fiel er auf dem Schlachtfeld. Das war genau im Jahr der Geburt von Dietrich III., der damit seinen Vater nie kennenlernte.

Der wundersame Graf Arnulf von Holland

Ein Ausflug in die mittelalterliche Geschichte, der so erst mal nichts mit den Mystery Files zu hat. Jedoch zeigte sich, dass ausnahmslos alle Angaben aus der niederländischen Sage den historischen Tatsachen entsprechen. Wie passt da das Wunder mit einer warnenden Stimme vom Himmel hinein?

Wunder oder „Zeichen von Gott“ gehörten hier aber fast schon zur Tradition der Familie, wenn man weitere Legenden aus den Niederlanden studiert. So hat Graf Arnulf kurz vor seinem Tod auf dem Schlachtfeld bei dem Ort Winkel angeblich selber ein Wunder gewirkt. In dieser Sage, die Johann Wilhelm Wolf derselben Chronik-Quelle von 1585 entnahm, erfahren wir dazu Seltsames.

In dieser heißt es, dass er „während der ganzen Zeit seiner Regierung“ in kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Friesen verwickelt gewesen sein. Sie wollten „nicht unter seiner Herrschaft stehen“, weshalb er „alle streitbaren Männer von Holland“ auf einem Feld beim Dorf Winkel versammelte.

Offenbar ohne ausreichende Versorgung, denn alle litten unter großen Durst, da „überall nur Salzwasser zu haben“ war.

Graf Arnulf als „holländischer Moses“

So konnte es nicht weiter gehen, erzählt die Sage weiter:

Der Graf, welcher herzlich Mitleiden mit seinem Volke hatte, fiel in seinem Zelte auf die Kniee und bat inniglich zu Gott, und als er wieder aus seinem Zelte kam, wies er ihnen eine Stelle, welche ihm von Gott in seinem Gebete geoffenbaret war, und da sollten sie graben.

Und das thaten sie und er stach seine Lanze hinein, und da fanden sie frisches, schönes Wasser und tranken alle und wurden gelabt.“

Moses schlägt beim Exodus auf einen Felsen in der Wüste - und dank Gottes Hilfe kommt Wasser hervor (Bilder: gemeinfrei)
Moses schlägt beim Exodus auf einen Felsen in der Wüste – und dank Gottes Hilfe kommt Wasser hervor (Bilder: gemeinfrei)

Es klingt schon fast nach Moses im Buch Exodus, der mit Gottes Hilfe seinem dürstenden Volk beim Auszug aus Ägypten frisches Wasser „herbei zaubern“ konnte. Doch anders als bei Moses ging es für Arnulf alles andere als gut aus, da er auf diesem Schlachtfeld sein Leben ließ. Wie es auch sie Sage zu berichten weiß:

Inzwischen kamen die wilden Friesen mit einer großen Menge Kriegsvolkes und der Graf ging ihnen mit seiner ganzen Macht ritterlich zu Gemüth und schlug sie; ist aber durch Gottes Verhängniß selber in der Schlacht geblieben.“

Also ist auch die Behauptung der Sage mit der Stimme aus der Luft, dass sein Vater von den Friesen getötet wurde, richtig. So, wie die Angabe in dieser zweiten Legende. War Arnulf also ein Wundertäter, dem Gott den richtigen Ort zeigte? Oder hatte er nur ein gutes Gespür dafür, wo er eine Quelle für seine durstigen Soldaten finden kann?

Wahre Ereignisse = ein wahre Erscheinung?

Seine Wunder hielten angeblich noch lange nach seinem Tode an, wie es eine dritte Sage über seine letzte Ruhestätte überliefert. So kam es eines Tages dazu, „als viel Volk in der Kirche von Egmont war“, wo der Graf beerdigt wurde. Doch auf einmal sahen sie …

„… daß der Sarg, in welchem der heilige Graf ruhete, bei Abentheuer (von Ungefähr) sich öffnete, da er durch Alter mürbe und morsch geworden war, und drang aus der Oeffnung ein gar süßer Geruch, wie von Myrrhen und Weihrauch, so daß alle, die herum standen, glaubten, sie wären im irdischen Paradiese.

Das Loch aber konnte man nicht wieder zustopfen, wie oft man es auch versuchte, und ist noch offen bis auf den heutigen Tag.“

Ein sich plötzlich von selber öffnender, in die Jahre gekommener Sarg, klingt nicht sehr spektakulär. Seltsam ist hier die Behauptung, dass ein „süßer Geruch, wie von Myrrhen und Weihrauch“, hervor gekommen sein soll. Bei „süßem Geruch“ mag man an Verwesung denken – aber dann würde sich wohl kaum jemand der Kirchenbesucher vorkommen, als wäre er „im irdischen Paradiese“.

Der Graf war da auch schon „lange gestorben“ und begraben, wie es heißt. Wie lange, wissen wir nicht. Und irgendwer hätte das Loch auch mit Sicherheit auch wieder „zustopfen“ können.

„Die Stimme eines Starken vom Himmel“

Wahrheit und (fromme) Erfindung geben sich immer wieder die Klinke in den Überlieferungen der Welt in die Hand. Die Grenzen scheinen oftmals fließend. Wer mag schon angesichts dieses ausgewählten Beispiels einer „Himmelsstimme“ mit seinem historisch exakten Kontext die Grenzen bestimmen können?

Man mag hier geneigt sein, das Phänomen der „Himmelsposaunen“ als Deutung zu sehen, über die auf Mystery Files schon mehrfach berichtet wurde. Einem weltweiten Phänomen, bei dem davon berichtet wird, dass unerklärliches „Dröhnen“ vom Himmel kommt. Eben ähnlich wie Posaunen. Doch diese Klänge oder Töne vom Himmel oder dieser Krach aus der Luft ist alles andere als eine Stimme. Zumal in der Sage davon gesprochen wird, dass diese Luft-Stimme sogar eine klare Anweisung gab.

Eher könnte man hier an die „Stimme Gottes“ denken, von denen biblischen und außerbiblische Schriften sehr zahlreich berichten. „Die Stimme eines Starken vom Himmel in einem Feuerwolkenbruch“ kam beispielsweise laut der „Apokalypse des Abraham“ (8,2) einstmals vom Himmel, um Abraham Anweisungen zu geben.

Besteht hier ein Zusammenhang …?

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Die Pyramide von Austerlitz und ihre (angeblichen) Geheimnisse: Eine „Ägyptische Stufenpyramide“ in den Niederlanden +++ YouTube-Video +++

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VIDEO: Die Pyramide von Austerlitz in den Niederlanden - Ägyptisches in Holland (Bild: Fischinger-Online)
VIDEO: Die Pyramide von Austerlitz in den Niederlanden – Ägyptisches in Holland (Bild: Fischinger-Online)

Pyramiden und pyramidenartige Bauwerke aller Art gibt es weltweit. Zu allen Zeiten haben Menschen solche Monumente errichtet. Und so finden sich „echte“ und „falsche“ Pyramiden von Mexiko über Peru und Ägypten bis nach China und Fernost. Doch nicht alle davon sind Jahrtausende alt. Die meisten dieser Bauwerke halten auch keinem Vergleich mit den uralten Pyramiden in Ägypten stand. Zum Beispiel jenen drei Monumenten in Gizeh. Aber auch in den Niederlanden steht eine Pyramide. Genauer gesagt eine Stufenpyramide aus Erdreich. Diese Pyramide von Austerlitz in Holland ist zwar erst knapp über 200 Jahre alt, aber sie hat mehr mit Ägypten und Gizeh zu tun, als man vielleicht spontan annehmen mag. Ich bin für Euch einmal hingefahren und berichte in diesem YouTube-Video über die Hintergründe – und Verschwörungstheorien


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Eine Stufenpyramide in den Niederlanden?

In der Tat steht auch dort eine moderne Pyramide, die heute restauriert für Besucher freigegeben ist. Ähnlich wie die Pyramide von Rapa in Polen, über die ich Mitte Januar 2019 in diesem Video HIER berichtet habe.

Ich bin einmal für Euch hingefahren und berichte in diesem YouTube-Video von den Hintergründen zu dieser „ägyptischen Pyramide in Holland“.

Aber auch über die Spekulationen und (wilden) Verschwörungstheorien zu diesem Bauwerk bei Austerlitz.

Bleibt neugierig …

YouTube-Video vom 25. April 2019 auf Grenzwissenschaft und Mystery Files

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Holländer plant mit einem 1 zu 1 Nachbau der Arche Noah von den Niederlanden zu den Olympischen Spielen nach Brasilien zu fahren – und Gottes Worte zu verbreiten

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Mit einem Nachbau der Arche Noah von den Niederlanden zu den Olympischen Spielen nach Brasilien (Bild:_ Ark of Noah Foundation)
Der Nachbau der Arche Noah in  den Niederlanden. Das Schiff soll von Rotterdam zu den Olympischen Spielen 2016 nach Brasilien fahren …  (Bild: „Ark of Noah Foundation“)

Wie auf diesem Blog bereits am 14. Dezember 2012 in einem Artikel berichtet, baute der Niederländer Johan Huibers 20 Jahre an seiner ganz privaten Arche Noah nach den Vorgaben der Bibel. Ein Traum über eine große Flut über den Niederlanden 1992 veranlasste Huibers die Arche „originalgetreu“ in biblischer Originalgröße nachzubauen und seit dem können sich Besucher in seinem Schiff über Themen des Glaubens informieren. Nun aber plant der der Schöpfer der „Arche Johan“ mit seiner Arche zu den Olympischen Spielen 2016 nach Brasilien zu fahren um auch dort das Wort Gottes zu verbreiten. PR oder mehr?

 

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Fischinger Online Mystery-Kanal bei YouTube abonnierenVon Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Die Forschung weiß bis heute nicht, ob es jemals eine globale Sintflut gab, ob ein Mann mit Namen Noah lebte und ob dieser Mann tatsächlich die legendäre Arche Noah baute. Es sind, so die meisten Kritiker und auch Bibelforscher, nur Legenden und ältere Überlieferungen des Nahen Ostens, die hier im 1. Buch Mose verarbeitet wurden. Übernommen von anderen Kulturen und Völkern und im Sinne der biblischen Autoren umgeschrieben und in das Buch Genesis eingefügt.

In meinem Buch „Rebellion der Astronautenwächter“ habe ich 2015 in mehreren Kapiteln über diese Themen detailliert berichtet. Ebenso umfangreich über die Ansichten „religiöser Eiferer“ wie den Kreationisten und weltweiter Flut-Erzählungen. Doch wirklich tief religiöse Menschen im Sinne von „Fundamentalisten“ gibt es nicht nur in fernen Ländern wie den USA oder Australien. Auch in Europa gibt es sie und scheinbar einer davon wohnt in den Niederlanden: Johan Huibers.

Die „Arche Johan“

In einem Artikel vom Dezember 2012 berichtete ich bereits über den Nachbau der Arche Noah des Niederländers Johan Huibers. Denn das 1 zu 1 Replik der biblischen Arche in Dordrecht bei Rotterdam mag zwar korrekt sein, aber es gibt auch Zweifel an dem wahre Aussehen der echten „Ur-Arche“ (s. Bild & Artikel). Sofern es sie den gab.

Rekonstruktion der "Arche Noah" nach den Angaben des Gilgamesch-Epos (Bild: L.A. Fischinger)
Rekonstruktion der „Arche Noah“ nach den Angaben des Gilgamesch-Epos – mehr dazu HIER (Bild: L.A. Fischinger)

Das Schiff von Huibers, der seines Zeichens selber gelernter Schreiner ist, ist dennoch gewaltig. Auf der Internetseite der von ihm gegründeten „Ark of Noah Foundation“ ist zu erfahren, dass seine „Arche Johan“ 125 Meter lang, 23 Meter hoch und 29 Meter breit ist und auf 5 Decks über 5.000 Personen fassen kann. Dazu kommen rund 20 Jahre Bauzeit für das etwa 2.500 Tonnen schwere Boot. Besucher können sich dort seit einigen Jahren über das Alte Testament, Jesus und Glauben informieren und selbstverständlich befinden sich auch Tiere bzw. Tiermodelle in dem Schiff. Auch ein Kino mit 50 Plätzen befindet sich auf der „Arche 2.0“ und eine Vielzahl an thematischen Spielstationen für die Kinder.

Ohne Zweifel sind die Bilder sowie die Videos der niederländischen Arche sehr beeindruckend. Und das soll das Schiff auch sein. So sagte der Schöpfer Huibers bereits 2012 zu seinem Projekt in Holland:

Ich will Menschen dazu bringen, Fragen zu stellen, damit sie nach Antworten suchen. (…) Man kennt vielleicht die Geschichte von Noah, aber wenn man das hier sieht, bekommt man vielleicht eine Vorstellung davon, wie es damals in der Praxis funktioniert haben könnte.

Die Arche in Brasilien

Die „Ark of Noah Foundation“ von Huibers und dem Präsidenten David Rivera, einem Veteranen der Air Force aus den USA, planen nun mit ihrer Arche zu den Olympischen Sommerspielen nach Brasilien zu fahren. Auch dort wollen sie Menschen „die frohe Botschaft verkünden“, den Besuchern des Schiffes die Themen der Bibel bzw. des Alten Testamentes näher bringen und auch auf die Lage der Menschen in Brasilien aufmerksam machen.

Vor allem, so wird betont, sollen die Menschen in Brasilien sich kostenlos die Ausstellungen in der Arche ansehen können. Inklusive neuester Präsentationstechnologien. So heißt es auf der Webseite der Foundation:

Die Arche Noah Foundation möchte tausende von benachteiligten Brasilianer kostenlos in die Arche Noah Ausstellung bringen, um sie zu besichtigen.

In Zusammenarbeit mit Kirchen und Missionsorganisationen, Kinderheimen und sozialen Einrichtungen sind die gesponserten Besucher eingeladen. Abhängig von ihren Bedingungen werden sie von Bussen abgeholt und zur Arche Noah-Ausstellung gebracht.

VIDEO auf YouTube: Noah, der Film (2014) von Darren Aronofsky - Ein Mystery Review von Lars A. Fischinger(Bild: L.A. Fischinger / UPI/Paramount)
VIDEO auf YouTube: Noah, der Film (2014) von Darren Aronofsky – Ein Mystery Review von Lars A. Fischinger (Bild: L.A. Fischinger / UPI/Paramount)

Alles in allem ist das sicherlich eine sehr schöne Idee der Foundation. In Anbetracht der sehr weit verbreiteten Armut und Lebensumstände vieler Menschen dort, sind kostenlose „Ablenkungen“ sicher immer gerne gesehen. Als „Arche der Hoffnung Center“ bezeichnet die „Ark of Noah Foundation“ dieses Projekt auf arkofnoah.org. Auch aus dem diesem Grund soll nach den Plänen der „Arche Johan“-Betreiber das Schiff zwei bis vier Jahre dort bleiben und an verschiedenen Orten wie Rio de Janeiro, Manaus, Belem, Recife, Salvador, Vitoria, Santos-Guaruja, Florianopolis und Porto Alegre ankern.

Die Olympischen Spiele in Brasilien sind natürlich auch ein gut gewähltes Ereignis für die Promotion des religiösen Projektes, da die Augen der Welt dann auf Land, Leute und Südamerika gerichtet sein werden.

All das hat ohne Zweifel einen christlichen Missionshintergrund, wie es schon die religiösen Details der Webseite verraten. So heißt es dort unter anderem auch, dass die kostenlos eingeladen Besucher nicht nur „die Geschichte von Noah lernen“ können, sondern auch „von Christus lernen“ („teaching from Christ“) sollen.

Das alles geht nicht ohne Spenden. Zumal der Bau der holländischen Arche an sich schon über 4 Millionen US-Dollar gekostet habe, wie „Fox News“ am 1. Mai 2016 berichtete. Falls Ihr Euch ein Ticket kaufen möchtet, wünsche ich Euch Mast- und Schotbruch und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel …

Ich danke Euch, Euer Jäger des Phantastischen

Fischinger-Online

(Geschäfts-eMail: FischingerOnline@gmail.com)

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Nach Gottes Plan: Ein Niederländer baute die Arche Noah der Bibel originalgetreu nach – Aber hat er das tatsächlich?

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Nach Gottes Plan: Ein Niederländer baute die Arche Noah der Bibel originalgetreu nach - Aber hat er das tatsächlich? (Bild: gemeinfrei)
Nach Gottes Plan: Ein Niederländer baute die Arche Noah der Bibel originalgetreu nach – Aber hat er das tatsächlich? (Bild: gemeinfrei)

Schiffbau nach biblischem Bauplan: „Die Arche Johan“. Der tief religiöse Niederländer Johan Huibers baut seit Jahren an seiner ganz privaten Arche Noah nach den Vorgaben der Bibel. Touristen können nun das Schiff besuchen, sich über das Alte Testament usw. informieren und sich einen Imbiss gönnen. Aber: ist dies tatsächlich eine 1 zu 1 Kopie der aus dem Buch Genesis bekannten „Arche Noah“?


Die Arche Noah

Seit Jahren baut ein Niederländer die Arche Noah des Alten Testament nach. Aktuell nahm nun „Spiegel Online“ das Thema der „Arche in Holland“ passend zum Weltuntergang am 21. Dezember 2012 wieder auf:

„Es könnte eng werden. Wenn tatsächlich von jeder Spezies auf der Welt zwei Exemplare Platz auf Johan Huibers‘ Schiff finden sollen, müsste er anbauen. Der Niederländer hat zwar eine gigantische Arche Noah gebaut – 130 Meter lang, 29 Meter breit und 23 Meter hoch. Aber für die gesamte Tierwelt reicht das wohl nicht. 

Huibers, ein tief gläubiger Christ, orientierte sich für den Bau exakt an den Vorgaben der Bibel aus dem Buch Genesis. Zwanzig Jahre nahm das Projekt in Anspruch, vor eineinhalb Jahren war es schon weit gediehen. Insgesamt kostete die Arche mehr als eine Million Euro. Nun ist das Schiff für die Öffentlichkeit zugänglich. Bis zu 3000 Besucher täglich darf Huibers empfangen und sie über „Geschichte und Glauben“ unterrichten.“

Nachbau der „Arche Noah“ – aber stimmt das alles so?

Die Maße der Arche Noah wurden von Gott selber im 1. Buch Moses wie folgt festgelegt:

300 Ellen lang, 50 Ellen Breite und 30 Ellen in der Höhe. Es ist heute äußerst schwierig, die genannten biblischen Ellenangaben in heute geläufige Meter und Zentimeter umzurechnen. Eine Elle ist die Länge zwischen der Spitze des Ellenbogens und der Mittelfingerkuppel, also etwa 45 bis 46 Zentimeter. Die so genannte „Königselle“ entspricht sogar 52,5 Zentimetern. Folglich könnte das Rettungsboot der Menschheit zwischen 137 Metern und rund 157 Metern lang gewesen sein. Ihre Breite betrug runde 25 Meter und die Höhe etwa 15 Meter.

Alle genannten Angaben sind also sehr zweifelhaft, aber wir können uns so eine ungefähre Vorstellung von den Proportionen der Arche lau Bibel machen.

Der Name des Rettungsschiffes „Arche“ stammt vom Lateinischen „arca“ und bedeutet schlicht „Kasten“ (wie die Bundeslade aus dem Buch Exodus). Es schreibt sich im Hebräischen „tēbāh“, was ebenfalls „Kasten“ bedeutet. Das ist mit Blick auf das Gilgamesch-Epos und die dortige Arche sehr spannend. Denn in diesem Text finden wir bekanntermaßen ebenfalls die große Flut, die Arche „Noah“ usw. Jedoch lange vor den Autoren des Alten Testaments (mehr dazu HIER und HIER).

Auf der XI. Tafel, einer der Quellen des biblischen Arche-Berichtes, ist ab Vers 57 davon die Rede, dass die Arche die Form eines Würfels von etwa 60 x 60 x 60 Metern hatte, sieben Etagen (inklusive Deck) hoch war, und insgesamt 63 Kammern zu je 20 x 20 Quadratmetern hatte. Auch Vers 30 besagt auf Tafel XI. im Epos, „gleichgemessen seien ihm Breite und Länge“.

Die Arche war ein perfekter Würfel

Das Boot der Rettung müsste demnach so (ca. in Metern) ausgesehen haben:

Die Arche nach dem Epos des Gilgamesch (Bild: Fischinger-Online)
Die Arche nach dem Epos des Gilgamesch (Bild: Fischinger-Online)

Hat es so ein Boot überhaupt gegeben? Fraglich! Einen Holzkasten oder Würfel als Rettung vor dem Untergang? Oder aber war alles völlig anders und die Arche Noah war kreisrund? Diese Idee kursierte zumindest Anfang 2010 in den Medien. So etwa berichtete zum Beispiel „Die Welt“ damals:

Der Nahost-Experte Irving Finkel vom British Museum in London hat jetzt die Schrift auf einer 3700 Jahre alten Tonplatte übersetzt. Dort habe ein – nicht identifizierter – Gott befohlen: ,Konstruiere das Boot kreisförmig, Länge und Breite sei dasselbe.‘ Ein britischer Soldat hatte die Platte in den 40er-Jahren bei Bagdad gefunden. Sein Sohn übergab sie dieser Tage an Finkel, und der findet die Anweisung darauf nur logisch. Schließlich habe Noah die Arche nicht steuern müssen, sie sollte ja nur aufschwimmen, damit ihre vielen Insassen trockenen Fußes und Hufes überleben. Noch heute gebe es im Irak solche Flöße zum Tiertransport über Flüsse.

Der bekannte „The Guardian“ aus Großbritannien ergänzte 2010, dass der Fund der Tafel von einem Leonard Simmons im Nahen Osten gemacht wurde und sein Sohn Douglas Simmons diesen den Kenner Dr. Finkel in London übergab. Dr. Finkel bemerkte dazu auch, dass noch heute (viel kleinere) runde Boote im Iran und Irak verwendet werden. Etwa um Habseligkeiten vor Hochwasser zu retten oder natürlich um Tiere zu transportieren. Sollten diese Vorbild für Noahs Boot gewesen sein?

Das sehen viele gläubige Menschen natürlich ganz anders. Jene auch, die sich seit Jahrzehnten auf die Suche nach der „klassischen Arche Noah“ begeben und zum Teil nach eigenen bekunden auch gefunden haben wollen. Mit sehr oft zweifelhaften „Belegen“. Am Berg Ararat in der Osttürkei soll sie liegen und durch archäologische Spuren noch heute zu sehen sein …

Mehr zum Thema „Suche nach der Arche Noah“ und „Sintflut“ in dem Buch „Rebellion der Astronautenwächter. Gefallene Göttersöhne, die Sintflut und versunkene Ur-Kulturen„.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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„Es sah aus wie ein Raumschiff“: Blitze vom Himmel vernichten russische Panzer in der Ukraine – und sollen ein Werk Gottes gewesen sein! (+ Video)

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"Es sah aus wie ein Raumschiff": Blitze vom Himmel gegen russische Panzer in der Ukraine - sollen ein Werk Gottes gewesen sein! (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
„Es sah aus wie ein Raumschiff“: Blitze vom Himmel gegen russische Panzer in der Ukraine – sie sollen ein Werk Gottes gewesen sein! (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Seit Tagen bestimmt der eskalierte Krieg zwischen der Ukraine und Russland die weltweite Medienlandschaft. Ein Bericht und eine Aussage jagt die andere. Doch der US-Sender CBN fällt dabei mit einem Interview mit deren Chef-Reporter vor Ort aus der Reihe. Demnach habe Gott ein Wunder gewirkt, in dem er Blitze vom Himmel gegen russische Truppen und Panzer schickte. Es habe wie ein Raumschiff ausgesehen, so der Reporter. „Wie ein Angriff von einem Raumschiff.“ Was CBN berichtete, und warum ausgerechnet „der Fürst des Friedens“ ein Wunder getan haben soll, erfahrt Ihr hier.


Ukraine, Russland und „himmlische Hilfe“

„Im Krieg ist die Wahrheit das erste Opfer“, ist sinngemäß ein sehr bekannter Ausspruch. Und in diesen Tagen, in denen der Krieg zwischen Russland und der Ukraine eskalierte, gilt diese Aussage einmal mehr. Denn Kriege werden längst auch in den (Sozialen) Medien geschlagen. Durch bildgewaltige Berichterstattungen, Fake-News, Meinungsschlachten und Propaganda. Das war schon immer so.

„Im Krieg ist die Wahrheit so kostbar, dass sie immer von einer Leibwache von Lügen umgeben sein sollte“, wusste schon Winston Churchill dazu zu sagen. Der übrigens schon vor und 80 Jahren an Aliens und fernen Planeten glaubte.

Doch was jetzt aus der Ukraine bekannt wurde, klingt fast schon zu unglaublich, um wahr zu sein. Demnach habe ein Objekt oder ein Etwas am Himmel, das aussah wie ein Raumschiff, mit „Blitzen“ auf russische Truppen und Panzer geschossen und sie damit geschlagen. Behauptet wurde das nicht auf irgendeiner skurrilen UFO-Internetseite, sondern auf dem Nachrichtensender CBN aus den USA.

Dort wurde ein Interview mit Kostyantyn Lytvynenko, dem Direktor von CBN in der Ukraine, online gestellt, in dem Lytvynenko von diesem Ereignis berichtete. „Himmlische Hilfe für die Ukraine?“, fragte sich CBN am 5. März deshalb nach dem Interview. Denn „Blitze vom Himmel verwirren russische Truppen“ heißt es zu dem Video, das Ihr am Ende eingefügt findet. Fast eine Viertel Millionen Menschen sahen sich diese News aus dem Kriegsgebiet bereits an.

Dazu erfährt der User in der Beschreibung:

Vielleicht geschehen ja Wunder. Eine Feuersäule in der Nacht und verwirrte russische Truppen. Himmlische Hilfe für die Ukraine? Kostyantyn Lytvynenko, Direktor von CBN Ukraine, berichtet von göttlichen Interventionen im ukrainischen Kampf gegen Putin.“

„Es sah aus wie ein Raumschiff“

In dem Interview der Sendung „The Global Lane“ schildert Lytvynenko seine Sicht der Dinge in der Ukraine. Und beschreibt dabei den mehr als seltsamen Vorfall. Hiernach gerieten Soldaten der Ukraine in arge Bedrängnis, als russische Truppen mit „Panzern und Maschinen auf sie zu kamen“. Sie würden „Schwierigkeiten haben, sich zu verteidigen“, waren sie sich schnell sicher. Verzweifelt rief daraufhin einer der ukrainischen Soldaten seinen Vater an und bat ihn, dass er und seine Kirchengemeinde für sie beten sollen.

Was dann geschah, schildert Lytvynenko mit folgenden Worten gegenüber CBN:

Später ruft sein Sohn an und sagt, dass ein Wunder passiert sei. Es sah aus wie ein Raumschiff, wie ein Angriff von einem Raumschiff. Es gab eine Art von Blitzen, die vom Himmel schossen und wie Funken, die sich überall verteilten. Am nächsten Morgen entdeckten sie, dass die ganze Maschinerie zerstört war und sie dachten, dass es vielleicht eine Waffe war, von der wir nichts wussten, oder es war einfach Gottes Eingreifen.“

Eine unglaubliche Story über eine Art „Himmelszeichen„, die aber noch weiter gegangen sein soll. Denn die russischen Soldaten begannen später auf die eigenen Leute zu schießen. „Sie dachten, sie seien Feinde und sie fingen an, aufeinander zu schießen“, so Lytvynenko weiter. Er ist überzeugt, dass Gott hier ein Wunder getan habe. „Der Fürst des Friedens“ sei es, der hier „Frieden schenkt“. Denn „Gottes Geist wird über die Ukraine ausgegossen“ werden.

Die „Hand Gottes“?

Die „Hand Gottes“ für Menschen in Not habe dank der Gebete geholfen, ist sich CBN sicher. Immerhin habe der Herr bereits in biblischen Zeiten immer wieder vom Himmel her eingegriffen. Und so sei es auch hier geschehen.

Zweifellos ist das eine mehr als kuriose Geschichte, die hier aus der umkämpften Ukraine berichtet wird. Und vor allem eine mehr als fromme Story dazu. Denn CBN hat überhaupt keinen Zweifel, dass Gott hier seine Macht gezeigt habe. Auch wenn es aussah „wie ein Angriff von einem Raumschiff“ und auch vermutet wurde,. dass es „eine Waffe war, von der wir nichts wussten“. Selbst später, als die Russen sich angeblich gegenseitig beschossen, soll der Himmel noch dank der Gebete die Finger mit im Spiel gehabt haben.

Warum es unbedingt Gott gewesen sein soll, wird dabei schnell klar, wenn man CBN kennt. CBN ist der Fernsehsender „Christian Broadcasting Network“ aus den USA. Ein rein christlicher Sender mit einem ebensolchen Programm, das in mehr als 70 Sprachen weltweit gesendet wird. In Deutschland kennt man ihn zum Teil von dem TV-Sender BibelTV. Gründet wurde CBN von Marion Gordon „Pat“ Robertson bereits 1961.

Und dieser Robertson gehört zu den Fundamentalisten beziehungsweise Evangelisten in Amerika. Bis heute gilt er als fundamentaler Christ in den USA als einflussreicher Prediger. Dass „sein“ Sender also diesen angeblichen Vorfall als „Wunder Gottes“ ansieht, verwundert da wenig.

Vermutlich war es ein ganz normaler Waffenbeschuss, der hier als Gotteswerk oder sogar Raumschiff fromm interpretiert wurde, da zuvor für die ukrainischen Soldaten gebetet wurde. Und der Beschuss der eigenen Truppen bei den Russen? Das nennt man „Eigenbeschuss“, besser bekannt als „Friendly Fire“, und bezeichnet die irrtümlicher Bekämpfung der eignen Streitkräfte. Dies kam bisher in jedem Krieg vor.

Video-Auswahl zum Thema

Video von CBN News vom 5. März 2022

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Video vom 9. März 2019 auf Mystery Files

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Sintflut: Von Gott zur Vernichtung von Abtrünnigen und Riesen gesandt – warum aber gab es sie danach immer noch? (Artikel)

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Die Sintflut: Von Gott zur Vernichtung der Riesen gesandt - warum aber gab es sie danach immer noch? (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Die Sintflut: Von Gott zur Vernichtung der Riesen gesandt – warum aber gab es sie danach immer noch? (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Laut Bibel und verwandten Schriften schickte Gott einst die Sintflut zur Vernichtung von Abtrünnigen, Menschen und Riesen. Ein faszinierender Mythos – aber warum gab es diese Giganten in der Bibel Jahrtausende nach der Flut noch immer? Wie konnten diese Titanen der Urzeit die Katastrophe und Gottes Plan der Vernichtung überleben? Dazu schweigt die Bibel. Lediglich Sagen und außerbiblisches Schriftgut zur Bibel geben hier mythologische und vor allem überaus erstaunliche Antworten. Welche das sind und was demnach alles geschehen sein soll, erfahrt Ihr in dieser Spursuche eines komplexen Themas.


Die Sintflut

Uralte Mythen in aller Welt überliefern eine verehrende, unfassbare Katastrophe, die heute meist pauschal als „Sintflut“ bezeichnet wird. Sie kam als vernichtende Strafe von Gott oder den Göttern, da sich Angehörige dieser Himmlischen unter das Menschengeschlecht mischten. Was zur Folge hatte, dass sich nicht nur die „Bosheit“ und „Gottlosigkeit“ unter den Menschen ausbreitete, sondern auch ein Mischgeschlecht von Himmlischen und Irdischen.

Eine gottlose Zeit in einer fernen Vergangenheit. Die heute meistens nur aus der Bibel bzw. aus entsprechenden religiösen Lehren bekannt ist.

Und das, obwohl dieser Mythos von der Katastrophe und Flut, den vom Himmel gekommenen, rebellierenden Götterwesen, der um sich greifenden Gottlosigkeit und vieles mehr, rund um die Welt bei nahezu allen Kulturen überliefert ist. Wie umfangreich bereits HIER dargelegt und betrachtet wurde. Deshalb sollen aufgrund des Umfanges der dortigen Darstellungen diese hier nur am Rande erwähnt werden.

Grund für die Sintflut war immer ein Abfall von Gott oder anderen Himmelswesen. Im Alten Testament und verwandten Schriftgut und Überlieferungen schickte Gott die Flut um unter anderem seine eigenen Leute zu töten. Es waren Gottessöhne seines eigenen Hofstaates, die sich gegen ihn auflehnten. Nach einem genau festgelegten Plan kamen diese rebellierenden Wächter des Himmels aus dem „Reich Gottes“ zur Erde und wandten sich den Menschen zu. Nicht nur, um diese zu lehren und ihnen Weisheit und Wissen zu bringen, sondern auch und vor allem, da sie mit den Menschenfrauen Kinder zeugen wollten.

„Übernatürliche Ehen“ nennt beispielsweise „Die Tora in jüdischer Auslegung“ (Band I, 2011) diese ungöttliche Verbindung.

Himmlische Rebellen und Riesen vor der Sintflut

Eine dunkle Epoche in historisch kaum greifbaren Zeiten vor der Sintflut der Bibel. Und genau in diesen Tage habe es Riesen auf der Erde gegeben. Jene Titanen oder Giganten, die in der vermeintlich „aufgeklärten westlichen Welt“ gerne ins Reich der Phantasie geschoben werden. Für unsere Ahnen waren sie hingegen real, weshalb sie auf Mystery Files in Beiträgen und YouTube-Videos vielfach bereits Thema waren (s. a. Videos unten).

Nach dem Buch Genesis (6,1ff.) missfiel dem Herrn im Himmel das, was aus der Menschheit durch seine göttlichen Rebellen geworden war. Nicht nur aufgrund des Umstandes, dass die Menschheit und ihre vorsintflutliche Kultur dadurch mehr und mehr verfiel. Vor allem auch, da es dadurch eben jene Riesen gab, die offenbar aus dieser Vermischung der beiden Spezies hervorgingen. Genau diese galt es durch die Sintflut zu vernichten. Inklusive der widerspenstigen Menschheit und seiner einstigen Getreuen seines „Himmelreichs“.

So brach mit unbändiger Macht und Gewalt die Sintflut über die Menschen und alles Leben herein. „Das Ende allen Fleisches“ habe Gott beschlossen (Gen. 6,13). Wehmütig bereute er es, dass er den Menschen erschaffen hatte (Gen. 6,7f.), da alle Gedanken „seines Herzen nur böse“ seien. Jeden Tag und jederzeit (Gen. 6,5).

Gott zog die Konsequenzen dahingehend, dass selbst alle Tiere sterben mussten. Und der Mensch fortan nur noch 120 Jahre alt werden durfte und wird. Als eine Art von Obergrenze der Lebenszeit der Menschheit, wie es das 1. Buch Moses in 6,3 erzählt. All das geschah, „als die Gottessöhne zu den Töchtern der Menschen eingingen und diese ihnen gebaren“, wie es der Folgevers behauptet.

Schon das klingt sehr seltsam. Wenn alle sterben sollen, warum sollen dann zukünftig Menschen nur noch 120 Jahre alt werden? Es gäbe ja keine mehr. Ebenso wenig wie Riesen, die in diesen Tagen auf Erden wandelten, als die Söhne Gottes mit den Menschenfrauen verkehrten. Hier kommt Noah ins Spiel. Als Gerechter hatte er Gnade gefunden und durfte in der legendären Arche mit seiner Familie und Tieren die kommende Vernichtung überleben. Als Grundstein für eine neue Zivilisation und Menschheit, die scheinbar nach der Hoffnung des Herrn dann eine bessere sein wird …

Ungöttliche Zeiten

Verschiedene außerbiblische Quellen belegen diesen Vernichtungsplan, die Riesen und die gottlose Zeit durch die Herabsteigenden. Keinesfalls haben die Autoren des Buchs Genesis diese selber erfunden. Sie schöpften aus einem bereits vorhandenen Pool an alten Schriften und Überlieferungen, die teilweise von anderen und älteren Völkern übernommen wurden. Einige davon schildern überaus detailliert diese Pläne der Vernichtung ebenso, wie die Pläne der Gottessöhne, Kinder mit Menschen zu zeugen. Gleichfalls auch die Riesen auf Erden, als all das geschehen sein soll.

Wie in „Rebellion der Astronautenwächter“ 2015 dargelegt und diskutiert, gibt es da aber offensichtlich ein großes Problem (eigentlich sogar viele Probleme).

Lars A. Fischinger: "REBELLION DER ASTRONAUTENWÄCHTER. Gefallene Göttersöhne, die Sintflut und versunkene Ur-Kulturen"
Lars A. Fischinger: „REBELLION DER ASTRONAUTENWÄCHTER. Gefallene Göttersöhne, die Sintflut und versunkene Ur-Kulturen“

Denn der Bibelleser weiß aus dem Alten Testament, dass es sehr wohl lange – sehr lange – nach der tödlichen Sintflut von Gott noch Riesen auf diesem Planeten gegeben haben soll. Was auch andere Sagen, Legenden, Mythologien und sogenannte „Märchen“ überliefern. In der Bibel besteht überhaupt kein Zweifel an diesen Umstand. Der eigentlich schon dadurch klar werden sollte, wenn man sich die sogenannte „Einleitung“ zur Flut ab Gen. 6,1 einmal genauer ansieht. Unter Hinzuziehung verschiedener Bibelausgaben- und Übersetzungen, da diese in entscheidenden Details variieren kann. Oder diese ganz fehlt, wie in einer meiner Bibelausgaben im Archiv.

So lesen wir dort in Vers 4 Aussagen wie diese zwei Beispiele:

Damals lebten die Riesen auf der Erde und auch danach noch, als die Gottessöhne Kinder mit den Menschentöchtern hatten. Das wurden die Helden der Vorzeit, berühmte Männer.“

Zu jener Zeit – und auch später noch -, als die Gottessöhne mit den Töchtern der Menschen verkehrten und diese ihnen Kinder gebaren, waren die Riesen auf Erden.“

Riesen nach der Sintflut

Dieser Vers ist bei vielen Mystery-Jägern und Prä-Astronautikern hinlänglich bekannt. Und wiederholt sich auch in apokryphen Schrifttum, wie etwa bei Henoch oder dem Buch der Jubiläen usw. Zu finden sind sie auch bei entsprechenden Überlieferungen in den Schriftrollen vom Toten Meer. Mehr dazu auch in diesem Mystery Files-Artikel HIER.

Auch wenn einige Bibelausgaben das Detail weglassen, erfahren wir dort, dass die Titanen auch danach noch auf der Erde lebten. Damit ging der göttliche Plan der Vernichtung der Riesen inkl. aller Menschen und Tiere offensichtlich nicht auf! Anhand dieser winzigen Feststellung wird auch verständlich, warum noch in den Tagen des Moses und des Exodus Riesen gesehen worden sein sollen. Jahrtausende nach der Sintflut und während des Exodus der Hebräer aus Ägypten.

Nachzulesen ist dieser Umstand etwa im 4. Buch Moses, in dem sich eine beim Thema Riesen oft zitierte Aussage findet. Dort erfahren wir, dass die die Kundschafter des Moses im Lande Kanaan leibhaftige Riesen sahen. Bei ihrer Rückkehr erstatteten sie Moses und dem Volk Bericht und stellte dabei verängstigt fest:

(…) auch die Riesen haben wir dort gesehen, die Enakssöhne vom Geschlecht der Riesen; wir kamen uns selbst gegen sie wie Heuschrecken vor, und ebenso erschienen wir ihnen.“ (Num. 13,33)

Dann war da auch noch der mächtige Riese Og, der von den Israeliten bei der Landnahme Kanaans niedermacht wurde. „Og von Baschan, der noch von den Riesen übrig geblieben war und in Aschtarot und Edrei wohnte“ (Jos. 12,4)“, findet sich mehrfach im Alten Testament erwähnt. Moses habe ihn und die letzten Riesen angeblich mit seinen Leuten ermordet, wie es Deut 3,1ff. schildert. Sein Bett oder, je nach Übersetzung, Sarg war angeblich fast vier Meter lang. „Neun gewöhnliche Ellen lang und vier breit“, heißt es in der Bibel (Deut. 3,11) dazu. Es wurde sprichwörtlich legendär (s. a. Ex. 21,32ff.).



4,09 Millionen tote Giganten

Nicht minder legendär wie später der Riese Goliath zur Zeit des späteren König David. Goliath aus Gat, fraglos der berühmteste aller biblischen Gewaltigen, schien ein wirklich unheimliche Gestalt gewesen zu sein. Unter anderem erfahren wir über ihn:

Und wieder kam es zum Kampfe bei Gat. Da war dort ein riesengroßer Mann, der an den Händen je sechs Finger und an den Füßen je sechs Zehen hatte, zusammen vierundzwanzig.“ (2. Sam. 21,20; s. a. 1. Chr. 20,5ff.)

Nach diesen Schilderungen ist es also absolut zutreffen, dass in der Flut-Einleitung festgestellt wird, dass auch „später noch“ oder „danach“ Riesen existierten. So total war das „Ende allen Fleisches“ offensichtlich nicht, dass nur die Familie Noah in einem Schiff inkl. Tierwelt überlebte. Jedoch war sie katastrophal, wenn man in die griechische Apokalypse des Baruch (auch 3. Baruch genannt) schaut. In dieser außerbiblischen Schrift zur Bibel wird tatsächlich die angebliche Anzahl der getöteten Riesen überliefert:

Es brachte Gott die Sintflut auf die Erde und tilgte alles Fleisch und auch die 4.090.000 Riesen.“ (4,10)

Nach Gottes Plan: Ein Niederländer baute die Arche Noah der Bibel originalgetreu nach - Aber hat er das tatsächlich? (Bild: gemeinfrei)
Arche Noah Nachbau anhand der der Bibel – mehr HIER (Bild: gemeinfrei)

Über vier Millionen „vertilgte“ Giganten behauptet dieses rund 2.000 Jahre alte Buch. Eine seltsam genaue Anzahl der angeblich auf Erden existierenden Riesen und ihrem Ende. Ist diese sehr hohe Zahl nur eine reine Phantasieangabe, fragte ich mich deshalb schon 1997 in einer Publikation hierbei? Und die Frage blieb.

Noah widersetzt sich Gott

Eine unbekannte Anzahl der Gewaltigen hat auf jeden Fall nach den alten Texten das Ende der vorsintflutlichen Zivilisation überlebt. Ein Widerspruch zum Plan Gottes, den diverse Mythen und Legenden zu erklären versuchen, die nicht in der Bibel zu finden sind. Obwohl sie alle durch die Flut ermordetet werden sollten, sei Noah mit seiner Arche selber an deren Überleben schuld, heißt es in diesen Legenden. Er als „Gerechter“ habe bei der Sintflut seinen Gott verraten. Eine jüdische Sage, aufgeschrieben unter anderem von Micha Josef bin Gorion in „Die Sagen der Juden“ (Ausgabe 1919), erzählt:

Auch der Riese Og, einer von dem Heere der gefallenen Engel, kam herbei und setzte sich auf eine Sprosse der Leiter, die zur Arche führte; er gelobte Noah und seinen Söhnen in Ewigkeit ein Knecht zu sein. Was tat Noah? Er machte ein Loch in der Arche und reichte ihm so seine Speise; so blieb Og am Leben.

Andere wiederum sagen: Og rettete sich allein von den Menschen, die in der Sintflut umgekommen waren; er setzte sich rittlings auf das Dach der Arche (…) Doch nicht um seiner Verdienste willen ist er gerettet worden, sondern um darzutun die Größe des Herrn vor den späteren Bewohnern der Erde. Die sollen sagen: Dies ist ein Überlebender von denen, die vor der Sintflut waren, die Aufruhr stifteten wider den Herrn und sie ertrunken sind.“

Ganz klar hat Noah mit dieser Rettung gegen Gottes Vernichtungsplan verstoßen. Oder vielleicht doch nicht?

Glauben wir dem Buch der Jubiläen, ließ sich Gott vor der Vernichtung der Riesen, Menschen und Gottessöhne auf einen Deal ein. Eine Abmachung mit dem Anführer der „Engel“-Rebellen, der heute gerne nur Satan oder Teufel genannt wird. Im Buch der Jubiläen erfährt „der Fürst, der Meister“, – dort Mastema genannt – von der kommenden Vernichtung. Also wand er sich mit einer erstaunliche Bitte an Gott selber:

O Herr, Schöpfer! Lass einige von ihnen vor mir übrig, dass sie auf meine Stimme hören und alles tun, was ich ihnen sage! Denn bleiben nicht für mich einige von ihnen übrig, dann kann ich nicht die Macht meines Willens an den Menschenkindern zeigen. Denn diese sind zum Verderben und Verführen vor meinem Gericht; groß ist die Bosheit der Menschenkinder.“ (10,8)

Gott und Teufel schließen einen Deal

Eigentlich eine ungeheure Forderung. Der Abtrünnige verlangt hier nicht weniger, als dass einige „Dämonen“, wie sie in diesem Buch auch genannt werden, verschont bleiben. Damit der angebliche Satan nach der Flut noch einige unter seiner Herrschaft übrig behält.

Wie zu erwarten, ließ Gott sich auf die Bitte seines Konkurrenten ein. „ Es soll vor ihm der zehnte Teil davon übrigbleiben; neun Teile aber soll man an den Ort der Verdammnis hinabbringen“ (10,9), entschied dieser. Umgehend wurde das Abkommen zwischen dem Herrn und dem Führer der Rebellen in die Tat umgesetzt. Dazu heißt es weiter:

„(…) wir fesselten alle bösen Übeltäter an den Ort der Verdammnis;
nur den zehnten Teil davon ließen wir übrig, damit sie dem Satan auf Erden dienten
.“ (10,11)

Inkonsequent und halbherzig war diesen Überlieferungen nach also Gottes Vorhaben. Diese Inkonsequenz geht soweit, dass Sagen behaupten, dass Og sich ich eine Menschenfrau verliebte. Und zwar in Sarah, die Frau des Stammvaters Abraham. Nach andere Rabbinersagen bekam Abraham Og sogar als Sklaven geschenkt. Von dem legendären Nimrod, der ebenso ein Riese war. Eine mythische Figur, die auch mit dem Turmbau zu Babel, den Gott Baal, den Anführer der rebellierenden Göttersöhne und der Flut in Verbindung gebracht werden kann. Worauf an dieser Stelle jedoch noch nicht genauer eingegangen werden soll.

Erst nach seinen Diensten bei Abraham habe sich Gott seiner angenommen. „Weil er fromm war“, so schreibt beispielsweise Hartwig Hundt-Radowsky 1830 in Band 1 von „Die Juden – wie sie waren, wie sie sind und wie sie seyn werden“, machte ihn Gott „zum Könige von Basan, damit er als ein Gottloser (als ein Nichtjude) seinen Theil an der zukünftigen Welt haben mächte.“

Artikel: Wie die Götter den Bootsbau auf die Fidschi-Inseln brachten – und dann im Zorn die Sintflut (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Die Sintflut auf den Fidschi-Inseln – mehr HIER (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Eine solche Sonderstellung des Riesen Og, angefangen bei der Rettung auf der Arche, mag sich durch andere Legenden und Traditionen der Rabbiner erklären. Nach diesen war Og kein geringerer als der Sohn von Schamchiel, einem der „Engel“, der „Gottessöhne“, die vor der Flut rebellierten, auf die Erde kamen und Chaos verursachten.

„Familienbande“ zwischen Himmel und Erde

Und wer war die Mutter? Das sei die Frau von Ham gewesen, der niemand geringeres als ein Sohn Noahs selber war.

Ein weiteres Kind von diesem Himmlischen und Hams Frau war übrigens Sichon (Sihon, Senir, Sirjon), der König der Amoriter, der mehrfach im Alten Testament zu finden ist. Es war ein feindliches Volk beim Exodus des Moses bzw. seines Nachfolgers Josua in das „gelobte Land“. Gelebt habe dieses in den östlichen Bergen, wie die Bibel vielfach betont. Letztlich wurde es besiegt, obwohl, sicher wenig verwunderlich, auch dieser Herrscher ein Riese gewesen sein soll. Zumindest ein Herrscher eines der Riesengeschlechter, zu dem die Schrift Amos in 2,9 bemerkt:

Und doch habe ich den Amoriter vor ihnen vertilgt, dessen Höhe wie die Höhe der Zedern war, und er war stark wie die Eichen (…)“

Somit scheint die Rettung der Riesen durch Noah auf seinem Schiff schon so was wie eine Familienangelegenheit gewesen zu sein. Wer aber war eigentlich dieser Schamchiel, der in diesem Kontext als Vater erwähnt wird? Er war kein geringerer als der Anführer der Rebellion der Wächter, Gottessöhne oder vermeintlichen „Engel“ im Himmel gegen Gott. Jene also, die den Plan ausheckten und auch ausführten, vor der Flut auf die Erde zu kommen, um mit den Menschentöchtern Kindern zu zeugen. Eine dieser Töchter der Menschen war folglich die Schwiegertochter Noahs.

Schamchiel heißt bei den Rabbinen ein aus dem Himmel verstoßener Engel, der sich mit den Weibern der Menschen vermischt haben (…) soll.“

Klärt hierzu schon das „Allgemeines Lexicon der Religions- u. christlichen Kirchengeschichte für alle Confessionen“ von Christian Gotthold Neudecker aus dem Jahr 1835 auf. Und in dem nicht minder alten Nachschlagewerk „Jüdisches Conversationslexikon für Christen aus allen Ständen“ von Rudolf Giehrl von 1829 lesen wir in Band 2 zu Og:

Sein Vater war der Teufel Schamchiel, seine Mutter lebte zu den verdorbenen Zeiten Nohas, ohne dass die Geschichte ihren Namenaufbewahrt hätte; nur so viel ist gewiss, dass Og noch mehrere Jahre vor der Sündfluth geboren wurde.“

Blut ist dicker als Wasser

„Og (..) war einer dieser Engelskinder, und ward vor der Sündfluth geboren“, notierte schon der oben erwähnte Hartwig Hundt-Radowsky. An dieser Deutung oder Tradition anhand von Sagen und Legenden hat sich bis heute nichts geändert.

Der Vater dieses Gewaltigen namens Og, der nach einigen Legenden hunderte, ja, tausende Kilometer groß war, war also der Teufel persönlich. Damit hatte Noah einen höchst angenehmen Zeitgenossen mehr oder weniger in seiner Familie. Der Spruch „Blut ist dicker als Wasser“ trifft hier hervorragend zu. Sonst hätte er Og nicht vor den Fluten gerettet. Was ja, wie wir gesehen haben, auch Gott so plante, da er nicht alle Riesen bzw. Abtrünnigen ermorden wollte, sondern in der neuen Welt einige weiter leben sollten. Wobei hier natürlich überhaupt keine direkte Blutsverwandtschaft bestand.

Og war der gewaltigste der Riesen. Und unter den „Engeln“ war sein Vater der Gewaltigste, wie es eine jüdische Sage erzählt. Og wiederum war im wahrsten Sinne des Wortes der größte der Großen.

Stammvater Abraham habe angeblich aus seinen Zähnen sogar Schlafkammern gebaut. 60 Städte habe Og errichtet, wobei die kleinste von ihnen bescheidene „sechzig Meilen hoch“ gewesen sei. 1.000 Maß Wein habe er jeden Tag getrunken. Dazu verspeiste er je 1.000 Eber, Rehe und Ochsen täglich. „Ein Tropfen seines Speichels aber wog sechs und dreißig Pfund“, so die von Gabriel G. Bredow 1823 in „Rabbinische Mythen, Erzählungen und Lügen“ rezitierte Legende. Nur bis zur Hüfte habe das Wasser der Sintflut dem Titanen gereicht. Andere Versionen behaupten sogar nur bis zu den Knöcheln.

Gewaltiger geht es wohl kaum.

Noahs unehelicher Enkel: Ein Riese

„Mythen, Erzählungen und Lügen“? Zweifellos extrem ausgeschmückte Überlieferungen, deren mutmaßlich wahren Kern wohl niemand genau bestimmen kann.

Dass der Teufel selbst mit einer Frau der Menschen ein (Riesen-)Kind zeugte, mag erstaunen. Dieser Teufel wird heute unter anderem mit dem Engel Luzifer gleichgesetzt. Dem Obersten und Anführer der „gefallenen Engel“ der christlichen Tradition. Hierbei soll es sich um genau jene Söhne des Höchsten handeln, die in Gen. 6,1ff. und anderen Quellen vom Himmel kam, um Kinder zu zeugen.

Moderne Interpretation von Riesen in der Popkultur (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Moderne Interpretation von Riesen in der Popkultur (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

„Semjasa, ihr Oberster“, nennt ihn das äthiopische Buch Henoch (6,7) in einer Auflistung der Namen der Rebellenführer vom Himmel. „Wächter“ heißen sie dort. Wie auch im Buch der Jubiläen, das vermerkt, dass diese „mit den Menschentöchtern sündigten“. In dem sie „begannen, den Menschentöchtern beizuwohnen, so dass sie befleckt wurden“, so das Jubiläenbuch vorwurfsvoll (4,22). Demnach war der Vater von Og der Chef, Anführer, Oberste oder ganz einfach Hauptverantwortliche der himmlischen Rebellion. Und damit der heutige Satan oder Teufel.

Kein Wunder also, dass er, wie oben gesehen, mit Gott verhandelte, damit einige seiner Getreuen am Leben gelassen werden. Immerhin war sein Sohn Og als Mischwesen aus Mensch (Noahs Schwiegertochter) und Himmlischen unter ihnen. Und dieser wäre somit eine Art von Kuckucks-Enkel des Noah gewesen. Ungeheuerliche Behauptungen …

Obwohl die christliche Tradition sagt, dass es ein „Fall der Engel“ war und diese von Gott aus dem Himmel verbannt wurde, stimmt das so nicht. Diese Angehörigen der „himmlischen Ratsversammlung“, wie die Bibel es auch nennt, kamen freiwillig mit einer festen Abmachung. Sie konnten aber nicht mehr zurück und fanden keine Gnade mehr in Gottes Augen. Sie waren also schon hier, bevor sie Hausverbot auf Lebenszeit im Himmelreich bekamen.

Abraham und Riesen

Das Buch Artapanus, benannt nach einem jüdischen Historiker und Geschichtsschreiber, der im zweiten Jahrhundert vor Christus in Alexandria (Ägypten) lebte, ist dazu ebenso erstaunlich. Artapanus beruft sich in seinem Werk auf scheinbar verschollene Schriften, die er angeblich persönlich einsehen konnte. So erfahren wir bei Artapanus zu dem Sumerer Abraham aus Ur und dem Turmbau zu Babel gleich zu Beginn folgendes:

In namenlosen Schriften finden wir Abraham in Beziehung zu den Riesen gesetzt; diese wohnten in Babylonien, wurden aber wegen der Gottlosigkeit von den Göttern vernichtet.

Einer davon, Bel, sei dem Tod entflohen und habe sich in Babylon angesiedelt, dort einen Turm gebaut und darin gewohnt; dieser wurde dann von seinem Erbauer Bel Belon genannt.“ (1,4-5)

Diese zwei Verse beinhalten bei genauerem Hinsehen wesentlich mehr. Dass die Götter die Riesen (durch die Flut) vertilgen wollten, wissen wir. Nach Artapanus war auch ein gewisser Bel einer dieser Titanen. Aber wer ist oder war dieser Bel, der dem Tode entrinnen konnte?

Bēl ist nur eine Bezeichnung von einer Vielzahl an Namen unterschiedlicher Völker und Kulturen für ebenso unterschiedliche Götter. Bekannt ist er vor allem als Baal aus der Bibel.

Für uns ist interessant, dass der biblische Baal in seiner Funktion als Gottheit der Fruchtbarkeit und des Wetters und sein Kult quasi als Sinnbild der Vielgötterei gilt. Natürlich damit also eine Götze, die später im Christentum sogar zum Dämon wurde. Aus der antiken Stadt Sechem ist bekannt, dass Baal in dem rund 4.000 Jahre alten Handelszentrum „Baal-Zebub“ („Herr der Fliegen“) genannt wurde. Oder besser und genauer ausgedrückt, dass der christliche Aberglaube daraus den berühmten Beelzebub machte. Denn eigentlich war es „Baal-Zebul“, was so viel wie „Erhabener Fürst“ bedeutet.

Baal und Beelzebub

Heute kennt wohl jeder diesen Namen, den wir beispielsweise in 2. Buch der Könige 1,3 als „Beelzebul, den Gott von Ekron“ finden. Aber wieso „Herr der Fliegen“? Gibt es da irgendeinen Zusammenhang, eine Vermischung oder eine verspielte Verballhornung mit der Sintflut-Geschichte aus dem Gilgamesch-Epos?

Die Arche nach den Beschreibungen der XI. Tafel des des Gilgamesch-Epos (Bild: Fischinger-Online)
Die Arche nach den Beschreibungen der XI. Tafel des des Gilgamesch-Epos – mehr HIER (Bild: Fischinger-Online)




Bekanntlich ist diese Überlieferung wesentlich älter als das Alte Testament und diente nachweislich den Autoren der dortigen Flut-Legende als Vorlage. Wie Noah im Buch Genesis ein Dankopfer nach der Flut seinem Herrn dar brachte, tat es auch Utnapischtim im Gilgamesch-Epos. Er ist der Noah des Epos. Es war ein Brandopfer auf einem Altar, dessen Duft zu Gott angenehm zum Himmel emporstieg. Was Gott laut Genesis 8,20ff. derart milde stimmte, dass er versprach, nie mehr die Menschen zu vernichten oder wegen unserer Spezies die Erde zu verfluchen, wie er es vor der Flut tat.

Übrigens auch deshalb, da er feststellte, das alles, von aus den Herzen des Menschen von frühesten Kindertagen an kommt, ganz einfach böse wäre. Und da der Mensch „böse ist von seiner Jugend an“, wie es Genesis 8,21 ausdrückt, scheint für Gott nach der Flut dennoch alles verloren zu sein. Oder ganz einfach egal …

Im Epos des Gilgamesch liest sich diese Szene etwas anders. Vor allem deshalb, da in diesem mesopotamischen Werk von Weltrang von vielen Götter gesprochen wird. Nicht nur von einem, wie meistens in der Bibel. So lesen wir auf Tafel XI hierzu folgende Aussage:

„(…) Götter rochen den Duft,
Die Götter rochen den wohlgefälligen Duft,
Die Götter scharten wie Fliegen sich um den Opferer.“

In verschiedenen Ausgaben des Epos findet sich diese Stelle mit unterschiedlichen Versnummern versehen. Und leicht variierenden Übersetzungen, deren Kernaussage jedoch immer identisch ist: „Die Götter versammelten sich wie Fliegen über dem Opfernden.“

Der „Herr der Fliegen“

Und auch diese Wesen waren sich schnell einig, dass man nie mehr zustimmen werde, die Menschheit zu vertilgen. Der oberste der Götterwesen, hier der Gott Enlil, war in diesem Zusammenhang weniger erfreut, dass noch immer Menschen lebten. Und kam auch nicht zum Opfer des Utnapischtim wie eine „Fliege“ herbei. Vielmehr war es der Gott Ea, sein Bruder und oftmaliger Widersacher, der für die Rettung der Menschen in einer Arche (s. Abb. oben) verantwortlich war. Ea nahm das Opfer an.

Laut jüdischen Mythen war es ebenso ein Widersacher des Höchsten, wie wir gesehen haben, der mit diesem über die Rettung einiger seiner „Artgenossen“ verhandelte: Der „Herr der Fliegen“ – der angebliche Satan.

Ganz interessant ist, dass Gilgamesch nach dem Qumran-Text 4Q531, Fragment 1, oder auch 4Q530, Kolumne 2, als einer der Giganten zu finden ist, die vor der Sintflut versuchten über den Propheten Henoch Gnade bei dem Höchsten zu finden. Offensichtlich lebte der Namensgeber des bekannten Epos und Riese auch noch nach der Flut. Laut Tafel I des Epos war der Held zwei Drittel Gott und ein Drittel Mensch und eindeutig ein Riese (was in einigen Ausgaben des Epos nicht übersetzt ist!).

Um die Verwirrung dieser mythologischen Ereignisse, die sicher nicht erschöpfend in diesem Mystery Files-Artikel dargelegt werden können, zu komplettieren, kommen hier weitere Name und Reisen ins Spiel. So auch der bekannten Nimrod, den „ersten Machthaber auf Erden“ (Gen. 10,8). Er war laut Stammbaum im Buch Genesis der Enkel von Noahs Sohn Ham. Genau jener Spross, dessen Frau angeblich mit einem der vom Himmel gestiegenen Wächter verkehrte und einen Riesen gebar.

Vielleicht einer der Gründe, warum Noah seinen eigenen Sohn Ham nach der Sintflut verfluchte. Quasi als Strafe für die Missetaten seiner Frau.

Nimrod, der gewaltige Herrscher

Wie dem auch sei: Nimrod wird als Herrscher über Babel (Babylon), Akkad und Erech (Uruk) genannt. Alles Orte im Land Sumer (Schinear) im heutigen (Süd)Irak, wie es die Bibel in Gen 10,10f. richtig weiß. Hier wurde auch Abraham in der Stadt Ur geboren. Angeblich erbaute dieser Nimrod sogar die weltberühmte Stadt Ninive. Einige Forscher vergleichen diesen Herrscher mit König Sargon von Akkad (etwa 2334 – 2279 vor Christus), der als großer Krieger galt. Ob dem so war, ist ungewiss. Nimrod wird als Herrscher über Babylon natürlich auch mit dem legendären Turm zu Babel in Verbindung gebracht.

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Nimrod in seiner Eigenschaft als gewaltiger Jäger und Herrscher weist auch Parallelen zum Titan Orion aus der griechischen Mythologie auf. Dieser Orion, Sohn von Poseidon und Euryale, soll ebenfalls ein gewaltiger Jäger gewesen sein. Doch die Mythologie des alten Griechenland kennt auch eine Person mit dem Namen Nimrod, die wesentlich mehr Ähnlichkeit mit der Person in der Bibel aufweist. Der griechische Nimrod ist der Sage nach der Erbauer eines gewaltigen Turmes.

Mit diesem Turm wollten die Giganten oder auch Titanen den Olymp der Götter und des Göttervaters Zeus angreifen. So wie der Turm vom Babel bis zum Himmel (Gottes) reichen sollte, wie es die Bibel überliefert.

Wenn Nimrod als Riese den Turm zu Babel errichtete, wie die Riesen in der Mythologie der Griechen, ist die Deutung von Nimrod als Gigant eine weitere Verbindung. Diese wurde schon dem heiligen Augustinus (354 – 430 nach Christus) vertreten, der zu den vier ganz großen Kirchenvätern zählt.

Der sumerisch-akkadische-assyrische (Wasser- und Krieg-)Gottkönig Ninurta, ein göttlicher Krieger, bewaffnet mit einem Bogen, vergifteten Pfeilen und Keule, der etwa in der Stadt Nimrud am Ostufer des Tigris (Kalach heute) verehrt wurde, scheint ebenso an den biblischen Nachfahren Noahs zu erinnern.

Geschichte und Geschichten?

Ninurta ist in den Hymnen des Zweistromlandes zahlreich zu finden. Als Begründer vieler Städte, Erbauer von Bewässerungskanälen und im Zusammenhang mit der Urbarmachung der Region. Beispielsweise preist ihn der „Hymnus an Ninurta als dem Gott der Vegetation“. Und beide, der biblische Nimrod und der Gottkönig Ninurta traten nach der Sintflut in den Zeiten des Neuanfangs auf.

Man mag geneigt sein, in Ninurta als Ahnherrn der babylonischen und assyrischen Hochkulturen eine geschichtlich reale Person zu sehen. Identisch mit dem biblischen Urenkel des Noah, dem gewaltigen Nimrod. Doch erst später wurde er im mesopotamischen Kulturraum aufgrund seiner enormen und schier unmenschlichen Leistungen zu einem Gott erhoben. So zumindest eine Reihe von Studien über diesen mythischen Helden, die zum Beispiel im „Harvard Theological Review“ (83 / 1990) oder in „I Studied Inscriptions from Before the Flood: Ancient Near Eastern Literary and Linguistic Approaches to Genesis 1-11. (1994) zu finden sind.

All das ist schwere Kost. Ich gebe es gerne zu. Mögliche Wahrheiten, religiöse Propaganda und kulturübergreifende Zusammenhänge geben sich hier die Klinke der Arche Noah in die Hand. Geschichte gepaart mit Geschichten?

Doch allein der Umstand, dass der Herr in seiner Absicht, alles und jeden zu vernichten, mit sich verhandeln lässt, sollte jeden erstaunen. Führt man sich vor Augen, dass der Verhandlungspartner der heutige Satan war, der um das Leben seiner Leute oder deren Kinder fürchte, wird all das noch kurioser. Dass Noah indirekt über die Frau eines seiner Söhne und ihren beiden Riesenkindern mit diesem abtrünnigen Himmlischen zu tun hatte, klingt nicht minder unglaublich.

So aber erklärt sich zumindest aus mythologischer Sicht, warum Gottes Todesplan dermaßen schief ging.

Video-Auswahl zum Thema

Video vom 18. Februar 2020 auf Mystery Files

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Rüdiger Nehberg verstorben: Was der Survival-Experte mit den Themen von Erich von Däniken zu tun hatte – Ein Abenteuer auf der Suche nach den Außerirdischen von Akakor (Artikel)

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Rüdiger Nehberg verstorben: Was der Überlebenskünstler mit der Grenzwissenschaft zu tun hatte (Bilder: gemeinfrei / S. Schmid/Archiv W. Siebenhaar / WikiCommons/Chemikus69/gemeinfrei)
Rüdiger Nehberg verstorben: Was der Überlebenskünstler mit der Grenzwissenschaft zu tun hatte (Bilder: gemeinfrei / S. Schmid/Archiv W. Siebenhaar / WikiCommons/Chemikus69/gemeinfrei)

Der deutsche Abenteurer und Aktivist für Menschenrechte Rüdiger Nehberg ist verstorben. Ein weltbekannter Survival-Expert, den seine zahllosen Fans liebevolle „Sir Virval“ nannten und den viele TV-Zuschauer kannten. Nicht nur deshalb, da er bei seinen Abenteuern und Überlebens-Tipps alles aß, was da irgendwo herumkrabbelte. Auch durch seinen Einsatz zum Schutz indigener Völker und zuletzt vor allem gegen die weibliche Genitalverstümmelung. Doch was die wenigstens wissen: Nehberg hatte einst weit mehr mit Grenzwissenschaft, Erich von Däniken und dem Thema „unbekannte Kulturen“ zu tun, als es heute den Anschein hat. Denn er war maßgeblich an der Aufdeckung eines gewaltigen und vor allem tödlichen Betruges um ein versunkenes Reich namens Akakor in Brasilien beteiligt. Eine Story, die für Aufsehen sorgte und selbst Steven Spielberg seinen Film „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ beeinflusste. Ein Geschichte um Morde, Skandale, Betrug und der Suche nach einem fremden, rätselhaften Volk im Urwald Südamerikas, wie sie kein Autor erfinden könnte. Und dessen Hauptfigur, ein Deutscher, offenbar bis heute nicht von seinen Geschichten abrücken will. Was hinter dieser unglaublichen Geschichte steckt, was Rüdiger Nehberg einst aufdeckte, was die ARD und Erich von Däniken damit zu tun hat und warum die Ereignisse bis heute ohne Konsequenzen blieben, erfahrt Ihr in diesem Artikel.


Versunkene Kulturen und die Suche nach El Dorado

Sind die alten Kulturen und Völker der Vergangenheit von den Archäologen und Forschern in aller Welt bereits entdeckt? Wissen wir heute, wo und wann sich diese oder jene Zivilisation entwickelte und können wir in gerader Linie nachweisen, wie sich die Menschheit auf der Erde entwickelte? Gibt es noch heute unentdeckte Kulturen der Vergangenheit von denen wir – wenn überhaupt – nur in Mythen und Legenden erfahren?

Befasst man sich mit der Vergangenheit, so erscheint es, als sei alles lückenlos geklärt. Doch näher betrachtet streitet heute kein Archäologe der Welt mehr ab, dass es noch viele Fragen und unentdeckte Spuren der Ahnen gibt. Rund um den Erdball machen Wissenschaftler immer wieder neue Entdeckungen und immer wieder muss auch die Geschichte umgeschrieben werden. Ein Bruchteil der uralten Schriften der Vergangenheit ist zum Beispiel erst entziffert. Was mögen sie uns in Zukunft noch offenbaren?

Doch ist es nicht ein faszinierender Gedanke irgendwo auf der Erde neue und bislang unentdeckte Spuren unbekannter Zivilisationen und Völker zu finden? Beispielsweise wie die angeblichen „Bosnischen Pyramiden“, an denen seit Jahren gegraben wird. Oder auch die versunkenen Städte vor der Küste Indiens, die erst vor wenigen Jahren gefunden wurden und 9.000 Jahre alt sein sollen.

Auch Südamerika ist zum Teil noch ein weißes und unbekanntes Terrain. Das alte Kulturland Perus zum Beispiel verbirgt noch viele kulturelle und geschichtliche Fragen. Nicht nur die Inkas lebten hier, sondern vor ihnen bereits andere Zivilisationen. Selbst Pyramiden, die älter sind als die Pyramiden in Gizeh in Ägypten, finden sich in Peru.

Schon die Spanier suchten im 16. Jahrhundert versunkene Städte und Völker in Südamerika. El Dorado, die legendäre Goldstadt voller Reichtümer und Gold, wurde ebenso gesucht wie andere Orte in den Weiten des Kontinentes. Abenteurer und Reisende berichteten in den vergangenen Jahrhunderten auch immer wieder von versunkenen Städten unbekannter Herkunft und unbekannten Alters im riesigen Dschungelgebiet Brasiliens. Gefunden und erforscht wurden sie jedoch bis heute nicht.

Die Chronik von Akakor

Doch im Jahre 1976 erhielt die Suche nach versunkenen Völkern in Südamerika neuen, scheinbar sensationellen Aufwind.

In Deutschland erschien das Buch „Die Chronik von Akakor“ des Journalisten Karl Brugger. Und diese Veröffentlichung schlägt bis heute weite Wogen bei der Leserschaft. Auch über 30 Jahren nach seiner Erstauflage haben das Buch und vor allem die darin erzählte Geschichte ihre Fans. Obwohl schon damals die unglaubliche Geschichte in dem Buch mit keinerlei Beweisen aufwarten konnte. Auch wenn „Die Chronik von Akakor“ vom Verlag als „historisches und kulturelles Dokument“ beworben wurde.

Der Autor Brugger war bei Erscheinen seines Buches auch kein Unbekannter: Der 1942 nahe München geborene Brugger studierte Zeitgeschichte und Soziologie in München und Paris. Er gilt als Experte für Indianerfragen, arbeitete bis 1974 als Korrespondent für Fernsehen und Rundfunk und war außerdem Auslandskorrespondent der ARD in Rio de Janeiro in Brasilien. Folglich sah man in seinem Buch 1976 eine ernsthafte Veröffentlichung eines seriösen Journalisten aus Deutschland.

Doch was erzählte Brugger nun damals in seinem Buch?

Brugger schildert nicht weniger als die Geschichte eines unbekannten Indianervolkes in Südamerika mit einer sensationellen Herkunftsgeschichte. Der „weiße Häuptling“ der Ugha Mongulala genannten Indianer, Tatunca Nara, traf sich am 3. März 1972 mit Brugger und erzählte ihm die phantastische Story seines Indianervolkes und ihrer vor der Zivilisation versteckten Gesellschaft. Die vorrückende Zivilisation bedrohe die Existenz seines Volkes, und so wollte Tatunca Nara nach eigenen Angaben dafür sorgen, dass die Historie seines Volkes nicht untergeht.

Tatunca Nara, der „weiße Häuptling“ der Ugha Mongulala

Angeblich, so schildert es der weißhäutige Häuptling dem deutschen Journalisten, begann die Geschichte seines Volkes vor weit mehr als 13.000 Jahren. Eine Zeit also, in der es nach der allgemeinen Geschichtsschreibung nirgendwo auf der Erde eine Zivilisation gab. Damals, so Nara weiter, kamen die leibhaftigen Götter aus dem Himmel zur Erde und wurden die Lehrmeister der Indianer Südamerikas. Mit glänzenden Raumschiffen seien sie von einem Planeten mit Namen „Schwerta“ gekommen. „In der Stunde Null, 10481 vor Christus in der Zeitrechnung der Weißen Barbaren, verließen die Götter die Erde“, so berichtete es Tatunca Nara.

Im Jahre 3166 vor Christus kamen die außerirdischen Götter wieder auf Erde. Es war die Zeit nach einer verheerenden Katastrophe und das Volk wurde immer kleiner. Die Außerirdischen verschwanden nach diesem Krieg der Sterne wieder und zurück blieb bis ihr Reich mit Akakor als Hauptstadt. Dieses legendäre Akakor liegt, so die Geschichte weiter, in Südamerika teilweise über und teilweise unter der Erde. Bis heute besteht dieses von den Außerirdischen gegründete Reich von Akakor und wird von einigen Tausend Menschen bewohnt. Es handelt sich um 13 unterirdische Städte, die von „künstlichen Licht“ erhellt werden.

Im Zentrum des Reiches liegt Akakor und die unterirdische Welt ist im „Sternbild der Götterheimat Schwerta“ angeordnet. Von hier haben die Götter über 362 Millionen Menschen und die ganze Erde geherrscht, erzählte Tatunca Nara.

Außerdem seien im zweiten Weltkrieg mindestens 2.000 Soldaten des Nazi-Regimes des Deutschen Reiches bis nach Akakor vorgedrungen. Ziel war es, die Akakor-Indianer zu unterstützten und den Kampf gegen Brasilien aufzunehmen. In der Story heißt es, dass der Hohe Rat von Akakor mit Adolf Hitler und dem Regime der Nazis einen Vertrag abschloss. Deutschland sollte nach dem Endsieg die brasilianischen Küstengebiete bekommen und das Volk von Akakor jene Region, die ihm vor Jahrtausenden von den Götter zugesprochen wurde.

Die Nachfahren dieser Deutschen Soldaten leben dort noch heute versteckt vor der Zivilisation des Westens. Auch Häuptling Tatunca Nara hat nach eigenen Angaben eine deutsche Ordensfrau als Mutter.

Da es Tatsache ist, dass die Nazis im Dritten Reich weltweit Expeditionen auf der Suche nach den Nachfahren der so genannten „Arier“ aussandten, wurde diese Behauptung vor 30 Jahren (bis heute) mit großem Interesse aufgenommen. Verantwortlich für derartige Expeditionen im Zeichen des Rassenwahns waren damals das Institut „Ahnenerbe“ in Berlin und die SS.

Tod und Verschwörungstheorien

Brugger nahm die Unterhaltungen mit dem Häuptling damals auf Tonband auf, fasst die sensationelle Geschichte zusammen und veröffentlichte letztlich alles in seinem erstaunlichen Buch über die Chronik von Akakor.

Seit nunmehr 40 Jahren kursiert die Legende von Akakor und den dort vor Jahrtausenden gelandeten Außerirdischen. Auch das Buch von Karl Brugger wurde 2002 neu aufgelegt und mit Verschwörungstheorien beworben. Dafür gab es auch einen triftigen Grund. Im Jahr 1985 wurde nämlich Karl Brugger in Brasilien erschossen. In der Nachrichtensendung „Tagesschau“ der ARD wurde am 3. Januar 1984 um 20 Uhr die Todesmeldung verlesen. Man sprach von einem Überfall auf offener Straße und dass der Zeuge Ulrich Encke, der Nachfolger von Brugger, unversehrt blieb.

Encke berichtete daraufhin in verschiedenen Hörfunksendungen über den Tot von Brugger, dass dieser ein neues Buch schreibe. Auch wusste Encke, dass Brugger sich in naher Zukunft auf die Suche nach einer verborgenen Stadt in Südamerika machen wolle. Was dies Akakor? Wusste Brugger zu viel über das geheime Reich Akakor, fragen sich die Anhänger der Akakor-Legende? Gibt es bei seinem Tod Ungereimtheiten?

Die Neuauflage des Buches wirbt nun damit, dass Brugger bei seinen Recherchen in Brasilien auf offener Straße erschossen wurde. Das gebe der Chronik noch mehr Brisanz. In Wahrheit jedoch wurde der Journalist Opfer eines schlichten Raubüberfalls und nicht von dunklen Mächten beiseite geschafft. Doch fraglich bleibt, warum der Räuber nach seiner Tat Brugger nicht dann doch ausraubte. Vielleicht hat er einfach nur nach dem Schuss Panik bekommen und floh…

Dennoch kann durchaus mehr hinter dem Tod von Brugger stecken, was sie nur noch immer nicht eindeutig belegen lässt!

Da nach der Legende auch einige Tausend Deutsche Soldaten nach Akakor geschickt wurden, nahmen auch gewisse Autoren und Verschwörungstheoretiker die Story auf. So genannte „Flugscheiben“ wie HANEBU oder VRIL, die angeblichen „UFOs“ der Nazis, seien dorthin gebracht worden. Deutsche Top-Wissenschaftler sind nicht nur in den Wirren der letzten Kriegstage nach Akakor geflohen, sondern sie haben dabei auch UFO-Technologie in den Dschungel Brasiliens gebracht. So die aktuellen Thesen diverser Autoren.

Eine Geschichte übrigens, die man sich auch über die Antarktis und das dortige Neuschwabenland erzählt. Ein 600.000 Quadratkilometer großes Gebiet der Südarktis, das von den Nazis bei einer Expedition im Jahre 1938/39 in Besitzt genommen wurde.

Rüdiger Nehberg und Tatunca Nara

Doch die Wahrheit hinter dem Mythos sieht wie so oft ganz anders aus.

Inzwischen ist bekannt, dass es Akakor ebenso wenig gibt, wie den weißen Häuptling Tatunca Nara, der eben ein Herrscher eines verborgenen Indianervolkes gewesen sein will. In Wahrheit hieß er allerdings vollkommen unspektakulär Günther Hauck, wurde am 5. Oktober 1941 in Grub am Forst nahe Coburg, Deutschland, geboren und wanderte Mitte der sechziger Jahre nach Südamerika aus. Nachdem er seine Frau und Familie im Stich ließ.

Er war also tatsächlich deutscher Herkunft – mehr auch nicht. Und sein Volk waren keine verborgenen Indianer in Brasilien. Wenn, dann waren es die deutschen Franken.

Rüdiger Nehberg als Survival-Experte und Abenteuer aus Hamburg nahm bei mehreren Vor-Ort-Recherchen in Brasilien Kontakt mit dem „Häuptling“ auf. Was steckte hinter diesem seltsamen Indianer, wollte er wissen. Und die Ergebnisse seiner Nachforschungen zeigten klar, dass Tatunca Nara ein Märchenerzähler und Betrüger ist!

Ein „Betrüger und mutmaßlicher Mehrfachmörder“ sei Tatunca sogar, so Nehberg zu mir, als ich ihn im Zuge meiner Recherchen zu meinem Buch „Historia Mystica“ (2009) zu befragte. Eine Reihe von Personen, die mit Tatunca auf Expeditionen nach Akakor waren, kehrten nicht mehr zurück. Hat Tatunca mit ihren Verschwinden etwas zu tun? Sogar mit dem Mord an Karl Brugger wurde Tatunca in Verbindung gebracht. Und so fragte sich nicht nur die „BILD-Zeitung“ am 27. April 1989: „3 Morde im Regenwald: War´s der Indianer aus Nürnberg?“

Tatunca wehrte sich gegen die Vorwürfe von Nehberg und bezichtigte ihn, gegen ihn als armer Indianerhäuptling zu hetzen. Das Nehberg für seinen Einsatz in Sachen Menschenrechte und Indianer-Schutz bekannt ist, schien Tatunca nicht zu wissen.

Das ist der wahre Kern der erfundenen Akakor-Geschichte, die Nehberg vor allem in seinem Buch „Der selbstgemachte Häuptling: Tatunca Nara alias Günther Hauck – oder wie man der Welt einen Bären aufbindet: Eine Reportage“ (1991) dokumentierte. Ein Buch, dass als Taschenbuchausgabe 1993 mit dem viel sagen Untertitel „Tatunca Nara alias Günther Hauck oder – Der Mörder im Regenwald“ erschien. Auch eine TV-Dokumentation mit dem Titel „Das Geheimnis des Tatunca Nara“ sendetet 1991 der WDR dazu.

Wir können heute nur raten, was Günther Hauck damals dazu bewegte, einem angesehenen deutschen Journalisten wie Brugger eine solche bizarre und erfundene Geschichte mit Außerirdischen und verborgenen Reichen zu erzählen. Und diese Geschichte bis heute zu erzählen. Dazu am Ende mehr. Hinzu kommt, so Martin Klenke, deutscher Konsul h. c. in Manaus, Brasilien, dass sich Tatunca 2003 „von einem angesehenen Arzt für verrückt erklären ließ“…

Erich von Däniken auf Spurensuche

Auch Bestsellerautor Erich von Däniken, der immer bemüht ist, Beweise für Astronautengötter auf der Erde zu finden, war angesichts der Geschichte begeistert. Er wollte vor Ort in Südamerika mehr über diese geheimnisvolle Welt Akakor erfahren.

In seinem Buch „Beweise“ von 1977 berichtete von Däniken umfassend über die Story von Akakor. Über mehrere Seiten zitiert er die Erzählungen von Tatunca Nara, die erst ein Jahr zuvor in „Die Chronik von Akakor“ von Karl Brugger erschien. Im selben Verlag wie Dänikens Buch „Beweise“, das noch vor dem gewaltsamen Tod Bruggers erschien. Die Aussagen von Tatunca Nara über den Besuch von Außerirdischen vor rund 15.000 Jahren, ihren Fluggeräte, wie sie der Menschheit Wissen und Weisheit brachte und wie sie als „Götter“ verehrt wurden, waren verständlicherweise für von Däniken hoch-spannend.

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Ein Beispiel aus den Erzählungen des „Häuptlings“, wie sie auch von Däniken 1977 zitierte:

Nach den Überlieferungen unserer Vorväter muss es 3.000 Jahre vor der Stunde Null gewesen sein, 13.000 vor Christus. in der Zeitrechnung der Weißen Barbaren. Da tauchten am Himmel plötzlich goldglänzende Schiffe auf. Gewaltige Feuerzeichen erleuchteten die Ebene. Die Erde bebte, und Donner hallte über die Hügel. Die Menschen beugten sich in Ehrfurcht vor den mächtigen Fremden, die kamen, um Besitz zu nehmen von der Erde.

Dass derartige angeblich uralte indianische Überlieferungen jeden Prä-Astronautiker auch heute noch begeistern, dürfte außer Frage stehen. Was aber von Däniken in seinem Buch von 1977 nicht klar mitteilt, ist die Tatsache, dass er selber vor Ort in Brasilien bei Tatunca Nara war. Denn er selber bekam ernsthafte Zweifel an der Geschichte, als er sich bemühte, Akakor persönlich zu besuchen.

Trotz umfassender Vorbereitungen, Kontakten nach Südamerika und großen Geldsummen für eine Helikopter-Expedition scheiterte seine Recherche. Von Däniken traf zu diesem Zweck am 15. Juli 1977 Tatunca Nara im „Sheraton“ Hotel in Rio de Janeiro. Großspurig versicherte der Häuptling bei diesem Gespräch, dass er als Führer Erich von Däniken und eine Expedition in sein geheimes Reich bringen würde. Dort würde er auch außerirdische Relikte zu sehen bekommen.

Für von Däniken der lang gesucht Beweis für seine Thesen.

Viel Geld für leere Versprechungen

Die genannte Expedition bestand aus dem Götterjäger selber, seinem damaligen Sekretär Willi Dünnenberger, dem Schriftsteller Walter Ernsting und dem ehemaligen „Swissair“-Piloten Ferdinand Schmid. Schmid lebte zur damaligen Zeit in Brasilien, wo er mit Tantunca Nara Kontakt hatte. Nach allem, was über Neugierige heute bekannt ist, die mit dem „Häuptling“ Akakor besuchten wollten, kann die Gruppe von Glück reden, dass aus ihre Expedition 1977 nichts wurde …

Erst 2006 hat Wolfgang Siebenhaar in seinem Buch „Die Wahrheit über die Chronik von Akakor“ die Umstände der Recherchen von Däniken in den 1970gern veröffentlicht. Inklusive einer Abschrift des damals auf Tonband aufgenommenen Gespräches zwischen ihm und den Blender Tatunca Nara. Ein sehr langes Gespräch, in dem von Däniken ihn vor allem erst mal nur berichten lassen wollte. Und vor allem wuchsen in ihm mehr und mehr Zweifel an diesem seltsamen „Indianer“ und seiner verrückten Geschichte.

Die genauen Hintergründe seiner Recherchen gab von Däniken erst 2015 in seinem Buch „Was ich jahrzehntelang verschwiegen habe“ preis. Am 18. November 1975 habe er von dem genannten Schmid einen 16seitigen Brief aus Brasilien bekommen, in dem dieser von Däniken über Akakor und die Nara-Story informierte. Von Däniken informierte sich daraufhin über Schmid selber. Ob er beispielsweise wirklich für „Swissair“ arbeitete, was bestätigt wurde.

So folgte eine umfassende Korrespondenz mit ihm. Weitere Informationen zu Akakor folgten. Ebenso ein aufgezeichnetes Gespräch bzw. Interview zwischen Schmid und Tatunca Nara zu von Dänikens Wünschen Beweise für die Geschichte zu sehen und zu dokumentieren. Bereitwillig stimmte der „Eingeweihte“ Nara zu, von Däniken reiste nach Brasilien und so kam es zum Treffen mit dem „Häuptling“. Und zur Absage des Besuches von Akakor durch ihn. Angeblich, da die „Götter“ und „Weisen“ von Akakor damit nicht einverstanden wären, so Tatunca Nara …

Zu diesem Zeitpunkt hatte Erich von Däniken bereits 80.000 Schweizer Franken investiert., Für den Helikopter ebenso wie Flüge nach Südamerika oder Hotels. Großspurig versprach ihn der „Häuptling“ aber einen handfesten und greifbaren Beweis für Akakor zu liefern. Ein außerirdisches Artefakt. „Die Jahre vergingen, der Gegenstand kam nie an“, so von Däniken 2015. Heute wundert er sich darüber nicht mehr.

Dann kamen die verschwundenen bzw. ermordeten Personen im Umfeld des „Indianers“ an Licht. Die Kriminalpolizei der Schweiz und das deutsche Bundeskriminalamt baten ihn „um Auskunft über Tatunca“. „Man machte mir klar, dass er vermutlich ein mehrfacher Mörder ist“, schreibt von Däniken zu den damaligen Ereignissen. Unter den Kriminalfällen, die er selber nochmals auflistet, war übrigens auch eine Bekannte von Däniken selber. Eine brasilianische Ethnologin namens Felicitas Barreto, die er einige Jahre zuvor in Brasilien traf.

Indiana Jones vs. Tatunca Nara

Interessant ist es, was bei meinen Recherchen 2008/2009 zu meinem Buch „Historia Mystica“ über den Verbleib von Tatunca Nara zutage kam.

Eine niederländische Reiseagentur mit Büros in Eindhoven, Amsterdam und Rotterdam bot damals noch Abenteuerreisen in verschiedene Regionen der Erde an. So auch zum Beispiel nach Südamerika, speziell nach Brasilien ins Amazone-Gebiet des Rio Negro. Also exakt in dass „Herrschaftsgebiet“ des Tatunca Nara.

Im Internet pries die Reisegesellschaft einen „einheimischen Indianer“ an, der Touristen tief in den Dschungel führen würde. Und dieser angebliche Indianer war kein anderer als Günther Hauk alias „Tatunca Nara“! Auf den Internetseiten der Agentur war zu lesen, dass der „Indianer“ noch immer in Barcelos am Rio Negro in Brasilien lebe und man seine Frau Anita Nara auf Wunsch kontaktieren kann.

Ob Tatunca Nara noch immer Interessiere auf die Spuren von Akakor bringt, stand dort jedoch nicht. Dass er schon seit Jahrzehnten auch als Führer tätig ist, macht die Sache nicht besser oder glaubhafter. Beispielsweise arbeitete er schon 1983 für den legendären Meeresforscher Jacques Cousteau als Führer, als dieser mit seinem nicht weniger legendären Schiff „Calypso“ die Region erkundete …

Den jetzt verstorbenen Aktivisten und Abenteurer Nehberg ließ der Fall um den selbsternannten Häuptling scheinbar auch Jahre später keine Ruhe. So erschien 2004 erneut ein Buch zum Thema von ihm. In „Abenteuer Urwald“ unterstrich er erneut, dass Tatunca Nara in Wirklichkeit Hansi Richard Günther Hauck sei – und er, trotz Ermittlungen des Bundeskriminalamt Ende der 1980ger Jahre, unbehelligt blieb.

„Die Morde um Tatunca Nara“, so ein Untertitel des Buches, konnte Rüdiger Nehberg hier penibel dokumentieren. Die Ermittlungen wegen Mordverdacht hingegen wurden in Deutschland eingestellt, da der Beschuldigte Hauck abwesend war. Abwesend im Urwald von Brasilien. Letzlich fehlen vor allem auch deshalb die endgültigen, juristischen Beweise in Deutschland.

Tatunca Nara selber gefällt seine wilde Geschichte von Aliens, Nazis und einer geheimen Stadt zweifellos.

Auch Hollywood-Legende Steven Spielberg beeindruckten und inspirierten die Märchen des Deutschen offensichtlich sehr. In seinem Spielfilm „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ aus dem Jahr 2008 sind entsprechende Parallelen zu ihnen unverkennbar. Hier sucht der Held Indiana Jones die am Amazonas verborgene Stadt „Akator“ und das fremde Volk der „Ugha Mogulala“. Wie Tatunca Nara in seinem klassischen Auftreten als „Häuptling“ trägt bei Spielberg der Indianer eine Feder und einen Lendenschurz.

Günther Hauck gibt nicht auf

Erst vor sechs Jahren betrat Hauck erneut die Bühne der Presse. Der „Spiegel“ (Nr. 27/2014) nahm seine Spur in Südamerika wieder auf und besuchte ihn vor Ort. Niemand würde ihn trauen, so erfuhren die Reporter des „Spiegel“, und „die Leute scheinen Angst vor ihm zu haben“. Er habe sogar sein Haus „mit Dynamit gespickt“. „Unheimlich, der Mann“, so der US-Auswanderer Patrick Falterman zu den Journalisten.

Schließlich trafen sie Tatunca Nara in einem Einkaufszentrum in Manaus. Bereitwillig redete er mit den Reportern und beharrte darauf, dass er nicht der Deutsche Hauck sei und selbstverständlich  auch seine Geschichten wahr sind. Umgebracht habe er auch niemanden. Außer als Soldat, wie er betont, nicht aber die im Urwald vermissten Menschen, die unter anderem Akakor besuchen wollten. Nara:

Ich lebe mit meinem Gewissen. Ich habe viele umgebracht, aber als Soldat, die hatten eine Waffe in der Hand – ich bin nicht unschuldig. Aber ich habe die drei nicht umgebracht, wie sie mir vorgeworfen haben.

Zu seiner versunkenen Welt Akakor meine er gegenüber dem „Spiegel“:

Im November habe ich die Häuptlingswürde abgegeben. Der Chefpriester hatte zwei von diesen drei Meter großen Dienern der Götter bei sich. Er sagte, die Altväter kehren zurück, sie haben den Tunnel geöffnet.

Es gibt Deutsche in meinem Volk. Natürlich sind sie nicht mit U-Booten gekommen. Dazu ist das Wasser dort zu niedrig. Sie müssen vorher umgestiegen sein.“

Riesen leben also in dieser geheimen Welt, die den Göttern aus dem All dienen. Und noch wenige Monate zuvor habe er sie selber gesehen! Weiter heißt es:

„‚Wollt ihr nach Eldorado?‘, fängt er an. ‚Das ist keine Legende. Ich habe Mauern gefunden wie die von Machu Picchu. Ich kann euch hinführen.‘

Ohne Zögern nimmt er Stift und Notizblock und beginnt, den Weg nach Eldorado aufzuzeichnen. Es liegt irgendwo auf einem Hochplateau zwischen Rio Araçá und Rio Demini.

Günther Hauck sei auch eine ganz andere Person, wie der „Indianer“ wiedermal betonte. „Ich bin Tatunca. Punkt.“ Außerdem stehe in seinem brasilianischen Personalausweis, dass er „Indianer“ ist. Die Recherchen von Nehberg seien außerdem sowieso alle falsch und erfunden: „Der ist schizophren, der Nehberg. Ein Lügner.“ Nehberg selber schrieb noch im Mai 2014 an den „Spiegel“:

Tatunca will mich persönlich im Rio Negro ersäufen.

Frust bei „Familie Nara“

Was bleibt, außer einem Verdacht, von einem Fantasten, einem Blender und begnadeten Selbsterfinder, einem Menschen, dem seine Geburtsurkunde nicht mehr war als eine bloße Möglichkeit?

Resümieren die Journalisten nach ihren Gesprächen mit dem „weißen Indianer“. Dennoch trafen sie auch Seder Helio, dem Sohn von Tatunca. Er erlangte offensichtlich die nicht Häuptlingswürde als Erbe, nachdem sein Vater sie nach eigenen Angaben „im November abgegeben“ habe. „Vorarbeiter“ sei Helio geworden, der aufgrund seines fairen Umganges mit den Yanomami-Indianern geschätzt würde. „Ganz ohne Kontakt zu Außerirdischen, zu Altvätern und nach Eldorado“, so Alexander Smoltczyk in seinem Bericht für den „Spiegel“.

Trotzdem ist Helio frustriert. Das Gerede um seinen Vater als Mörder habe diesen ruiniert und nicht mal aus Hollywood gab es einen Cent:“

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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