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Außerirdische: “In unserer Milchstraße sind wir wahrscheinlich die Einzigen”, so Ex-Astronaut und Wissenschaftler Ulrich Walter im Interview

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Unsere Erde vom Mond aus gesehene: "In unserer Milchstraße sind wir wahrscheinlich die Einzigen", so der Ex-Astronaut und Wissenschaftler Ulrich Walter im Interview (Bild: NASA)
Unsere Erde vom Mond aus gesehene: “In unserer Milchstraße sind wir wahrscheinlich die Einzigen”, so der Ex-Astronaut und Wissenschaftler Ulrich Walter im Interview (Bild: NASA)

“Es gibt da draußen keine andere Zivilisationen!” So der bekannte Physiker und ehemalige Astronaut Ulrich Walter im Interview mit Deutschlandfunk zur Frage nach intelligentem Leben im Kosmos. Wir sind, so ist der Wissenschaftler sicher, in unser Galaxis (der Milchstraße) die einzige Zivilisation, auch wenn es primitives Leben und Mikroorganismen durchaus geben könnte. Und wenn, so Waltrer weiter, es irgendwo in anderen Galaxien außerirdische Zivilisation gibt, so werden weder wir sie jemals erreichen können, noch diese Außerirdischen uns. Welche Argumente Walter noch anführt, erfahrt Ihr in dem jetzt vollständig online gestellten Radiointerview.


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Ulrich Walter ist sicher, dass es in einer fernen Galaxie irgendwo intelligentes Leben geben muss. So sagte Professor Walter im Radiointerview mit Deutschlandfunk im Rahmen der Serie “Ferner Welten” unter anderem:

“Eigentlich wissen wir das. Denn wenn wir diese Frage auf das gesamte Universum beziehen, und wir wissen inzwischen seit dem Jahr 2000, dass es praktisch unendlich groß ist, dann verlangt die Logik, dass wir existieren – dass es also einmal passiert ist im gesamten Universum, dass es immer und überall noch mal passiert ist.

Weil nämlich jede noch so kleine Wahrscheinlichkeit mit Unendlich multipliziert eine Zahl größer als eins ergibt.”

Allerdings spielt das für den ehemaligen Astronauten keine Rolle. Denn diese Außerirdischen würden nicht mal in unserer eigenen Milchstraße existierenden, sondern könnten vielleicht sogar Millionen Lichtjahre entfernt leben. Damit werden weder diese Aliens eines Tages uns besuchen können noch wir sie jemals erreichen.

VIIDEO: Ex-Astronaut Prof. Ulrich Walter und die Aliens: Vom Saulus zum Paulus? Oder Paradigmenwechsel in der Wissenschaft? (Bild: gemeinfrei / NASA / Montage: L. A. Fischinger)
VIDEO: Ulrich Walter und die Aliens: Vom Saulus zum Paulus? (Bild: gemeinfrei / NASA / Montage: L. A. Fischinger)

Die Entfernungen im Kosmos zu solchen Alien-Zivilisationen sind einfach zu gewaltig, als das sie zu überbrücken seinen. Und quasi vor unserer Haustür, in unserer eigenen Galaxis, sind wir sicher alle, so der Physiker:

In unserer Milchstraße sind wir wahrscheinlich die Einzigen.”

Walter ist auch sicher, dass durch die schon Jahrzehnte dauernde Suche von SETI, bei der Astronomen nach Radiosignalen von außerirdischen Zivilisationen suchen, seine Überzeugungen untermauern. Da die Such-Projekte von SETI bisher nichts gefunden haben, gibt es keine Aliens in unserer direkten kosmischen Nachbarschaft.

Wenn es sie doch gäbe, wären diese eben viel zu weit weg und damit für die Menschheit bedeutungslos …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Artikel: Die Suche nach der Erde II: 360.000 neue Erden in der Milchstraße unterwegs!

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Wie chinesische Astronomen die Anthropologie aufmischen

Die Suche nach extraterristischem und zugleich erdähnlichem Leben erschien bisher als eine Frage der Entschlüsselung von Codes: Könnten ferne Fremdlinge unsere Zeichen deuten? Wir jedenfalls, das steht fest, können die von ihnen möglicherweise aus der Ferne des Weltalls gesendeten Informationen garantiert nicht lesen. Sie verglühen sozusagen ungelesen in der Erdatmosphäre. Die SETI und SETA Projekte bewegten auch Telepolis-Autoren und Leser. Seitdem ist es ruhiger geworden in den beliebten Disziplinen Raumfahrt, Zeitschleusenjogging und dem Suchen nach einem regelmäßigen Signal von Andromeda & Co.

von Alexander Dill (April 2012)

Nun haben Forscher aus der Volksrepublik China einen völlig anderen Ansatz gewählt: Anhand von Schätzungen über die Anzahl von Planeten mit erdähnlichen Lebensbedingungen, die die Entwicklung intelligenten Lebens, also eine Evolution zulassen, können sie die Zahl von Planeten mit erdähnlichen Lebensformen beziffern. Das Ergebnis vorweg: Allein in der Milchstraße treiben mindestens 360.000 Erden mit intelligenten, höheren Lebensformen um ihre Sonnen.
 

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Erde ist nicht einzigartig: Die Milchstraße wimmelt von erdähnlichen Planeten

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Wo ist die “Erde II”
von FOCUS-Redakteur Michael Odenwald:

Astronomen sind überrascht: Entgegen ihrer bisherigen Annahme sind ausgerechnet Planeten mit erdähnlicher Masse besonders häufig. Vermutlich existiert im All viel mehr Leben als gedacht.
Für die Planetenjäger war 2011 das bislang erfolgreichste Jahr. In diesem Zeitraum erhöhte sich die Zahl der bekannten Exoplaneten von rund 500, die seit 1995 gefunden wurden, auf heute 716. Dazu gibt es über 2300 Kandidaten, also Trabanten ferner Sonne, auf die es Hinweise gibt, deren Existenz aber noch nicht bestätigt wurde. Die aufregendsten Funde verdanken die Himmelsforscher dabei dem Kepler-Weltraumteleskop der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Es nimmt einen Himmelsabschnitt in den Sternbildern Leier und Schwan ins Visier. Seine Sensoren registrieren dabei den leichten Helligkeitsabfall im Sternenlicht, den Planeten verursachen, wenn sie vor der Scheibe ihrer Sonne vorüber ziehen.

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Außerirdische Zivilisationen: Wurde den Aliens der Klimawandel zum Verhängnis? Das “Fermi-Paradoxon” und der Nicht-Kontakt

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Außerirdische Zivilisationen: Wurde den Aliens Klimawandel und Umweltzerstörung zum Verhängnis? (Bilder: NASA/JPL / Montage: Fischinger-Online)
Außerirdische Zivilisationen: Wurde den Aliens Klimawandel und Umweltzerstörung zum Verhängnis? (Bilder: NASA/JPL / Montage: Fischinger-Online)

Wenn unsere Milchstraße und das Universum von außerirdischen Zivilisationen zumindest nach einigen Berechnungen nur so wimmelt: Wo sind diese dann alle? Warum finden wir sie scheinbar nicht und warum empfängt SETI kein Signal von Außerirdischen? Dazu gibt es einen ganzen Katalog von Erklärungsversuchen. Eine “neue” These zu diesem “Fermi-Paradoxon” genannten Umstand des Nicht-Kontaktes mit Aliens bringt jetzt ein Astrophysiker in Spiel: Klimawandel und Umweltzerstörung auf ihren Planeten würden die Entwicklung der Außerirdischen bremsen oder sogar stoppen. Wie genau das der US-Wissenschaftler meint, welche weiteren Faktoren eine außerirdische Zivilisation bedrohen und ob das als Erklärung des “Fermi-Paradoxon” ausreicht, lest Ihr in diesem Beitrag.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Zivilisationen im All

Seit wenigen Jahrzehnten erst hat sich unter Astronomen und Weltraumforschern die Überzeugung durchgesetzt, dass es im Universum von Leben nur so wimmelt. Intelligentes Leben und außerirdische Zivilisationen ausdrücklich eingeschlossen.

Eine Tatsache, die in der breiten Bevölkerung allerdings noch lange nicht angekommen ist. Außerirdische sind für viele Menschen mangels Bildung und Interesse in diesem Bereich weiterhin ein Thema für “Verrückte”, “Freaks” oder “Spinner”. Vor allem auch aufgrund der allgemeinen und falschen Auffassung, dass das Thema Außerirdische dasselbe wie das Thema UFOs ist. Daran hat das Fernsehen und Hollywood eine erhebliche Mitschuld.

Allerdings haben auch all jene etablierten Wissenschaftler “schuld”, die von eben diesem Leben im All immer wieder sprechen. Seien es jetzt Mikroorganismen auf einem Mond oder dem Mars in unserem Sonnensystem, ferne und mutmaßliche bewohnbare Exoplaneten im All oder technologische Zivilisationen von Außerirdische: Nichts davon kann die Weltraumforschung bisher belegen.

Noch nicht. Denn sicher sind sind eigentlich alle, dass es “Sie” da draußen geben muss. Wir müssen sie nur finden (oder sie uns).

Aliens wie Sand am Meer – wo denn?

Wie viele Planeten und Monde in unserer Galaxis oder im gesamten Universum Leben beherbergen, kann niemand auch nur annähernd seriös sagen. Nichteinmal grob schätzen kann man die Anzahl belebter Welten im All. Und das wird auch in fernster Zukunft aller Wahrscheinlich nach immer so bleiben. Wir kennen nicht alle Monde und Planeten im Kosmos, auf denen Leben entstanden sein könnte. Wir werden sie in der Unendlichkeit des Alls niemals alle kennen können. Gleichzeitig können wir auch nicht alle Kandidaten vor Ort untersuchen, um etwa Mikroben oder Alien-Fische nachzuweisen.

Das Universum ist dafür ganz einfach zu groß.

Bei außerirdischen Zivilisationen ist es zwar nicht ganz so aussichtslos, aber dennoch vergeblich. Doch auch hier sprechen Optimisten von “Aliens wie Sand am Meer” im gesamten Kosmos. Und viele seien eben intelligent und haben eine technologische Zivilisation einwickelt. Einige dieser Spezies sind auf dem Stand von uns Menschen – andere vielleicht Millionen Jahre weiter entwickelt.

So nehmen gerne diverse Wissenschaftler die inzwischen schon sehr alte Drake-Gleichung aus den 1960er Jahren dafür vor. Eine Formel (mehr dazu auch HIER, HIER & HIER), mit der man theoretisch die Anzahl intelligenter Alien-Zivilisationen im All berechnen kann. Einige optimistische Ergebnisse dieser Berechnungen zeigen ein Universum, dass voller Zivilisationen ist.

Aber warum finden wir diese doch angeblich so zahllosen Außerirdischen einfach nicht? Obwohl wir beispielsweise seit rund einem halben Jahrhundert mit Radioteleskopen Signale von ihnen suchen schweigt der Kosmos!

Das “Fermi-Paradoxon”

Ein quasi überall bevölkertes Weltall, ohne, dass wir auf der Erde das mitbekommen? Warum?

Genau das fragte sich schon 1950 der berühmte Atomphysiker und Nobelpreisträger Enrico Fermi, nachdem zahlreiche Begriffe aus Wissenschaft und Forschung benannt sind. So auch das “Fermi-Paradoxon”, das eben genau das Problem des Nicht-Kontaktes mit anderen Zivilisationen beschriebt:

Fermi ging davon aus, dass es intelligentes außerirdisches Leben gibt, das technisch hochentwickelte Zivilisationen über Millionen von Jahren aufrecht erhalten kann. In dieser Zeitspanne sollte es mittels interstellarer und intergalaktischer Raumfahrt möglich sein, ganze Galaxien zu kolonisieren – und der Wahrscheinlichkeit nach sollte dies bereits geschehen sein. Dass dennoch die Suche nach den Spuren von Außerirdischen bisher erfolglos blieb, erschien ihm paradox und als Hinweis darauf, entweder die Annahmen oder die Beobachtungen zu hinterfragen.

Rund 70 Jahre ist dieses “Fermi-Paradoxon” nun bekannt und in der Diskussion. Und es ist und bleibt paradox. Obwohl selbstverständlich in der Astronomie und Alien-Forschung verschiedene Parameter angeführt wurden, warum wir bisher alleine bzw. noch nicht besucht worden sind. Man sollte aber dabei aber auch beachten, dass nicht nur keine Alien-Kollonisten zu uns kamen, sondern diese “Anderen” noch nicht mal irgendwas von sich hören ließen.

Das Problem des Nicht-Kontaktes

Beispiele:

  • Außerirdische betreiben ganz einfach keine oder räumlich nur sehr begrenze interstellare Raumfahrt. Aus technischen, wirtschaftlichen oder anderen Gründen – oder weil es für diese schlicht unnötig ist.
  • Alle außerirdischen Zivilisationen sind schon lange Vergangenheit. Es existieren keine mehr.
  • Die Menschheit ist vollkommen allein im All. Wir wären damit die erste “intelligente Spezies”.
  • Aliens leben von unserem Ort im Kosmos aus betrachtet alle zu weit weg. Sie haben uns als Ziel deshalb “nicht auf dem Schirm”.
  • Natürliche Katastrophen haben sie ausgelöscht.
  • Sie haben sich durch Kriege usw. selber ausgelöscht.
  • Die Planeten der Aliens haben eine derart starke Anziehungskraft (“Super-Erden”), dass sie keine Raumfahrt entwickelt haben. Kosten und Ressourcenverbrauch, um erstmal langsam mit Raumfahrt wie Satelliten usw. zu beginnen, sind viel zu hoch (s. a. Video HIER).
  • Alle außerirdischen Zivilisationen ignorieren uns Erdlinge aus mangelnden Interesse absichtlich.
  • Außerirdische haben uns noch gar nicht entdeckt, und wissen nichts von der Menschheit.
  • Sie waren schon längst hier.
  • Die “Anderen” sind schon längst hier.
  • Ab und zu kommen sie mal vorbei.
  • Außerirdische haben durch Weltraummüll eine “Barriere” um ihre Welt geschaffen, so dass sie auf ihrer Welt “gefangen” sind.
  • Alien-Zivilisationen wissen von uns, haben aber untereinander abgesprochen, dass sie uns in Ruhe lassen.
  • Wir erkennen sie gar nicht.
  • Keine außerirdische Zivilisation hat bisher den Sprung zu einer interstellaren Spezies geschafft.

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Wo die Wissenschaft nicht weiter weiß, beginnen die Spekulationen und Thesen. Die genannten Erklärungsversuche des “Fermi-Paradoxon” zeigen dies sehr eindringlich. Obwohl vieles davon nach Science Fiction klingt, ist es das nicht. Science Fiction wird schließlich immer von der nüchternen Wissenschaft beeinflusst. Dann verpackten Hollywood, Autoren & Co. es für den Konsumenten.

Science Fiction vs. Wissenschaft

In der TV-Serie “Raumschiff Enterprise” existiert beispielsweise eine “Oberste Direktive”. Damit ist in der Serie nichts weiter als eine Nichteinmischungsabsprache der handelnden Spezies gegenüber “primitiven Zivilisationen” gemeint. Etwa wenn diese noch nicht die Technologie der interstellaren Raumfahrt erfunden haben, lässt man sie bei “Star Trek” in Ruhe.

Vorstellbar, dass es so was im All wirklich gibt und wir deshalb vor dem “Fermi-Paradoxon” stehen. Genauso vorstellbar aber auch, dass sie schon vor zum Beispiel 14 Millionen Jahren hier waren. Oder uns in 10, 100 oder 10.000 Jahren erst entdeckten. Vielleicht sind alle Außerirdischen in der Galaxis bisher auch nur Steinzeitaliens oder Mikroben …

Alles Thesen. Alles nicht belegbar. Und doch alles durchaus vorstellbar. Inklusive der mit Sicherheit unbeliebtesten Erklärung, dass wir ganz allein sind. Betrachtet man die Diskussionen um außerirdische Zivilisationen und des Problems, dass wir sie bisher einfach nicht finden, sind einige Hypothesen dabei sehr beliebt. Zumindest in den letzten Jahren. Obwohl auch diese nach irdischen Science Fiction klingen, muss es nicht überall so sein.

Zum wäre da die Annahme, dass sie schon lange hier sind, hier waren oder immer mal wieder hier “vorbei schauen”. Verbunden wird dies gerne auch mit der Überlegung, dass sie sich ganz einfach nicht (direkt) einmischen wollen. Wir Menschen sind vielleicht auch sowas wie ein “komischer Zoo” im All: Hin und wieder interessant und unterhaltsam, letztlich aber doch bedeutungslos und langweilig (s. a. Interview mit Lars A. Fischinger HIER).

Eine andere beliebte Idee ist, dass Außerirdische ganz einfach zu weit weg und die Distanzen zwischen den Sternen auch für sie zu gigantisch sind. Vor allem Kritiker der Prä-Astronautik oder auch der UFOs im Sinne von Alien-Fahrzeugen führen das oft an.

Die dritte und überaus beliebte Erklärung des Nicht-Kontaktes ist, dass alle Alien-Zivilisationen inzwischen untergegangen sind. Wann genau ist dabei eher belanglos. Ob vor 1.000 Jahren die letzten Außerirdischen untergingen oder vor 5 Milliarden Jahren spielt dabei kein Rolle. Wir Menschen haben sie schicht und einfach zeitlich verpasst.

Der “Große Filter”

Theoretisch vorstellbar ist in der Unendlichkeit des Universums auch unendlich viel. Immerhin ist das All, soweit wir heute wissen, rund 14 Milliarden Jahre alt. Viel Zeit für viele Ereignisse und Dinge.

Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen betrachte sehr häufig die Entwicklung von solchen Zivilisationen an sich kritisch. Allen voran ist hier der Physiker Stephen Hawking sicher zu nennen. Sie gehen in ihren Thesen davon aus, dass eine außerirdische Spezies sich technologisch bis zu einer Art Scheidepunkt kontinuierlich weiter entwickelt. Irgendwann steht die technologische und parallel laufende biologische Evolution dieser Zivilisationen jedoch an einer Schelle.

Diese Entwicklungsschwelle gilt es zu überwinden, damit eine solche Spezies überhaupt weiter existieren kann. In der Diskussionen wird hier gerne das Risiko der Selbstvernichtung der Außerirdischen genannt. Durch Krieg, Atomaren Holocaust, Killerviren und zahlreiche andere (menschlich) denkbare Katastrophen. Natürlich auch durch verehrende Naturereignisse. Eine Spezies, die zwar einfache Raumfahrt betreibt, eben wie wir, kann beispielsweise einen Killer-Kometen oder riesigen Asteroiden auf Kollisionskurs nicht abwehren. Auch einem Gammestrahlenausbruch oder Supervulkanen wären diese Aliens schutzlos ausgeliefert.

Erst nachdem eine Spezies technologische all diese Hürden meistern und überwinden kann, ist ihre Überleben sicher. Hausgemachte und natürliche Untergänge müssen überwunden oder überwindbar sein. Wie soll eine Spezies den Schritt in den Kosmos schaffen, wenn sie plötzlich von einem Atomkrieg oder Killer-Asteroiden in die Steinzeit zurückgeworfen wird?

Vollkommen logische Überlegungen, die natürlich auch die Spezies Mensch betreffen.

Auch wenn Kriege aller Art gerade von uns Menschen der Erde überaus gerne geführt werden, kann das bei Aliens durchaus auch so sein. Falls nicht, bleiben die überall im Weltraum vorhandenen natürlichen Gefahren. Forscher sprechen hier auch von einem “Großen Filter” in der Entwicklung von Zivilisationen. Einige Spezies überleben die Kinderkrankheiten ihrer Zivilisation und werden von kosmischen Ereignissen verschont, andere nicht.

Klimawandel bei den Außerirdischen

Haben Außerirdische sich nicht alle selber umgebracht oder in die Steinzeit zurück katapultiert und wurden auch von natürlichen Weltuntergängen verschont, steht ihnen das All offen. So die einhellige Meinung unter den Astronomen. Würde eine technologisch fortschrittliche Spezies dann von einem Kometen oder Asteroiden in ihrer Existenz bedroht, würden diese Aliens es verhindern können.

Um so weiter der Fortschritt, um so mehr können sie sich wehren und dadurch immer weiter entwickeln. Eine Aufwärtsspirale, wenn man so will. Denken wir den Extremfall, dass deren Sonne untergeht und die Atmosphäre ihrer Welt deshalb verbrennt, finden diese Super-Aliens auch dafür eine Lösung.

Der Astrophysiker Adam Frank ist mit seinem Buch “The Light of the Stars” vom Juni 2018 bisher einer der letzten Forscher, die das Thema des “Großen Filters” genauer betrachtet haben. Er führte den Klimawandel als einen weiteren Aspekt an, der allerdings keinesfalls neu ist. Frank beruft sich ausdrücklich auf vorherige Pioniere der Alien-Forschung wie etwa Frank Drake oder Carl Sagen.

Populär brachte Frank vor allem den Klimawandel unserer Erde mit Blick au außerirdische Zivilisationen ins Spiel. Wie es sein Untertitel “Außerirdisch Welten und das Schicksal der Erde” schon verrät, zieht Frank eindeutige Verbindungen zur aktuellen Weltlage und potentiellen Alien-Welten. Denn auch ein Wandel das Klimas kann für die Entwicklung einer Zivilisation auf ihren Planeten ungeahnte und hinderliche Konsequenzen haben. Hier sei die Menschheit “kosmische Teenager”, so Frank.

Verwundern sollte das nicht. Ein Klimawandel, gleich ob von Menschenhand, Alienhand oder natürlich, kann für eine planetar gebundene Zivilisation das Aus bedeuten. Zumindest wird es für die betroffene Spezies weit Wichtigeres geben als groß angelegte Raumfahrt. Durchaus eine Aussage, die man schon heute bei Raumfahrt-Kritikern auf diesem Planeten antrifft.

Wer aber keine oder kaum Energien und Technologien in Raumfahrt & Co. investiert, wird im “Großen Filter” des Kosmos stecken bleiben. Ergebnis mit Blick auf das “Fermi-Paradoxon” wäre, dass diese Zivilisation vor uns verborgen bliebe. Zumindest bis diese vielleicht eines Tages ihren Klimawandel überwunden  oder sich nach einem Ende ihre “kosmischen Teenager-Zivilisation” neu entwickelt hat.

Sind das wirklich Erklärungen?

Jeder einzelne Punkt der Interpretationen des “Fermi-Paradoxon” ist nachvollziehbar und möglich. Und doch erklärt nicht einer davon das Problem des Nicht-Kontaktes und das Schweigen aus dem All wirklich zufriedenstellend.

Auch hier kommt wieder die gewaltige Größe des Weltraum ins Spiel. Niemand kann ernsthaft behaupten, dass alle angeblich so zahllosen außerirdischen Zivilisationen noch zu primitiv sind, sich vernichteten, uns nicht gefunden haben, die Erde ignorieren usw. Auch die Annahme, dass eine Kombination aus allen Punkten für das “Fermi-Paradoxon” verantwortlich ist, ist nicht unbedingt stichhaltig. Zumindest auf den ersten Blick.

Bei Milliarden und Abermilliarden Planeten im All sind die allermeisten unbewohnbare und lebensfeindliche Welten. Planeten deren Klima, Sonnenorbit und zahllose andere damit verbundene Faktoren die Entwicklung einer Zivilisation vollkommen unmöglich machen. Selbst der größte Alien-Fan kann diese Tatsache nicht ignorieren. Zum Glück bleiben aber immer noch genug Welten über, auf denen das sehr wohl möglich war oder ist.

Eine außerirdische Spezies um einen Stern in 10 Millionen oder sogar Milliarden Lichtjahren Entfernung ist für uns unfassbar. Allein den Stern dieser Aliens sehen wir so, wie er vor Millionen oder Milliarden Jahre einmal aussah. Da gab es diese Zivilisation vielleicht noch gar nicht bzw. nicht mehr. Wir haben aber auch Nachbarn im All, die nur einige dutzend oder ein paar hundert Lichtjahre von uns entfernt sind. Warum finden oder besser gesagt hören wir diese nicht?

Da SETI mit Teleskopen seit nunmehr über 50 Jahren das All nach Alien-Signalen vergeblich absucht, kann das nur Folgendes beuten.

Nachbarn im Kosmos und das “Fermi-Paradoxon”

Eine technologische Spezies in unserer Nachbarschaft kann zeitlich und räumlich nicht passend existieren. Wir müssten ihre Signale mit unseren irdischen Radioteleskiepen längst entdeckt haben.

Wären diese Aliens 100 Jahre von uns weg und haben zu dieser Zeit oder auch davor Signale von ihrer Welt in das All abgestrahlt, müssten wir sie längst empfangen haben. Auch unsere irdischen Signale sind bereits Jahrzehnte weit in das all vorgedrungen. Bei einer außerirdischen Zivilisation wäre das nicht anders. Längst hätten wir von diesen kosmischen Nachbarn etwas gehört. Haben wir aber nicht.

Pessimisten und vor allem SETI-Kritiker argumentieren genau so. Demnach wären die Fremden im All einfach viel zu weit weg, als das wir sie finden. Im Prinzip würde das auch das “Fermi-Paradoxon” erklären. Allerdings nur bei oberflächlicher Betrachtung und damit letztlich auch wieder nicht.

Aliens, die nur 100 Jahre von uns weg sind, können sehr wohl unabsichtlich Signale ausgesendet haben, die auch die Erde erreichten. Wir haben sie ganz einfach nicht gehört. Vielleicht da wir auf einer anderen Frequenz gesucht haben. Auch möglich, dass wir überhaupt nicht im passenden Augenblick in deren Richtung lauschten. Immerhin hat SETI dank der rasenden Entwicklung der Technologie heute die Möglichkeit Millionen Frequenzen automatisiert gleichzeitig abzuhören. Das war natürlich nicht immer so.

Raum und Zeit

Bedenken muss man auch Folgendes: Wenn diese Zivilisation bereits seit 1.000 Jahren keine Radiosignale etc. mehr aussendet, da sie vollkommen anderen Technologien entwickelt haben, hören wir sie auch nicht mehr. Sie könnten in 100 Jahren Entfernung leben – uns technologische aber soweit voraus sein, dass wir absolut nichts mehr von ihren hören. Und ein Alien-Signal, dass vor Jahrhunderten unsere Erde erreichte, konnte natürlich auch niemand empfangen.

So kann es in der unmittelbaren Umgebung von uns zwar andere Zivilisationen geben, aber deren Technik können wir heute nicht mehr aufspüren. Existiert deren technologische Gesellschaft schon eine Millionen Jahre, da sie den “Großen Filter” lange überwunden haben, haben wir überhaupt keine Vorstellung mehr, was diese tun und was nicht. Es wäre vermessen anzunehmen, dass alle Alien-Nachbarn Radiosignale zeitlich und räumlich so sendeten, so dass wir sie in den letzten Jahrzehnten auch empfangen konnten.

Und vielleicht sind sie ja schon lange hier und mischen sich nur nicht ein.

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Warum es uns alle unendlich viele Male im Universum gibt – und noch viel öfter

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Warum es uns alle unendlich viele Male im Universum gibt (Bild: Pixabay/gemeinfrei)
Warum es uns alle unendlich viele Male im Universum gibt (Bild: Pixabay/gemeinfrei)

Die Existenz von Leben im All – auch intelligentes Leben und technologische Alien-Zivilisationen – wird immer wahrscheinlicher. Selbst die größten Skeptiker, so gut wie alle Astronomen und “Weltraum-Wissenschaftler” sehen das heute so. Uneinigkeit herrscht allerdings darüber, wie viele es von diesen außerirdischen Zivilisationen und Intelligenzen aktuell im Universum gibt. Ebenso darüber, wann wir sie finden und ob wir mit ihnen einen Kontakt herstellen können. Der ehemalige ESA-Astronaut Ulrich Walter ist bei dieser Frage von jeher überaus pessimistisch. Seiner Ansicht nach gibt es Leben im All, aber das sei für die Menschheit vollkommen egal, da wir sie seiner Meinung nach niemals kontaktieren können. In einem Artikel stellt Walter jetzt jedoch die These auf, dass es “unendlich viele” Zivilisationen im All geben muss. Und ebenso “unendlich viele” Duplikate – quasi “Klone” –  von uns selber. Wie er darauf kommt, dass es jeden von uns unendliche Mal im All gibt, warum Walter damit sogar mathematisch recht hat udn warum das überaus gruselig ist, erfahrt Ihr hier.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Wir sind nicht allein – und doch allein

Ulrich Walter, seit März 2003 Leiter des Lehrstuhls für Raumfahrttechnik an der Technischen Universität München, hat in der Vergangenheit mehrfach betont, dass auch  er an außerirdisches Leben glaubt. Er sei sicher, dass es Leben im All gibt und dieses Leben auch intelligent sein wird. Nur spielt für ihn das alles für die Menschheit überhaupt keine Rolle. Energisch betonte er in den letzten Jahren immer wieder, dass Außerirdische im Kosmos für uns Menschen geradezu vollkommen egal, belanglos und gleichgültig sind.

Grund ist für Walter der Umstand, dass es seiner Meinung n ach in unserer Galaxis nur eine einzige intelligente Spezies gibt: Uns Menschen der Erde. Alle andere mutmaßlichen Zivilisationen würden irgendwo in anderen Galaxien sein und damit für die Menschheit unerreichbar sein. Niemals würden wir sie erreichen oder auch nur in Kontakt mit ihnen treten können. Walter sieht das zusammenfassend so:

In unserer Milchstraße sind wir wahrscheinlich allein, aber irgendwo dort draußen in anderen Galaxien, viele Millionen Lichtjahren entfernt, muss es noch andere geben. Aber wegen dieser gigantischen Entfernungen werden wir nie – und ich betone NIE – in Kontakt mit ihnen treten … womit wir dann doch wieder allein wären.

Seit Jahren wiederholt er diese Überzeug in Interviews und TV-Sendungen. Widerlegen kann man seine Behauptung natürlich nicht. Beweisen kann aber auch er sie nicht. Ulrich Walter spricht auch meistens davon, dass wir “wahrscheinlich” in unserer Milchstraße alleine sind und es damit neben uns keine intelligente Spezies in unserer Galaxis geben wird.

Vielleicht in anderen Galaxien, wie etwa in unserem Nachbarn mit Namen Andromeda-Galaxie. Eine wunderschöne Spiralgalaxie, die wir von der Erde aus mit bloßem Auge als “Nebelwolke” von Lichtpunkten am Himmel sehen können. Die auch als “Andromedanebel” bekannte Galaxis ist rund 2,5 Millionen Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt und hat einen Durchmesser von ca. 140.000 Lichtjahren. Zum Vergleich: Unsere Milchstraße hat einen Durchmesser von 170.000 bis 200.000 Lichtjahren.

Und das ist das Problem für Ulrich Walter.

“Es spielt keine Rolle”

Für Professor Walter “spielt es keine Rolle”, dass es in anderen Galaxien außerirdische Zivilisationen gibt, da die Entfernungen zu diesen viel weit sind. So würde ein Funksignal zwischen unserer Erde und der Andromeda-Galaxie 2,5 Millionen Jahre benötigen, bis es dort ankommt. Weitere 2,5 Millionen Jahre würde vergehen, bis wie eine Antwort von dort bekommen würden. Also dauert eine “Kommunikation” zwischen diesen Welten sage und schreibe 5 Millionen Jahre! Und von einem physischen Austausch mittels Raumfahrt ist hierbei gar nicht zu denken …

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Natürlich sind solche Einwände von Walter (und anderen) vollkommen richtig. Niemand käme auf die Idee zu behaupten, dass wir mit Lebewesen im Andromedanebel oder noch weiter entfernten Galaxien Kontakt aufnehmen könnten. Schon vor unserer Haustür, in unserer Milchstraße, wäre ein solcher Kontakt ein gewaltiges Problem. Auch wenn es geschätzte 100 bis 300 Milliarden Sterne in unserer Milchstraße gibt, könnte die nächste Alien-Zivilisation zehntausende oder 100.000 Lichtjahre von uns entfernt liegen.

Mit der oftmals doch sehr überstrapazierten “Drake-Gleichung“, mit der man die Anzahl technischer Zivilisationen im All theoretisch berechnen kann (mehr dazu z.B.  HIER, HIER, HIER & HIER), könnte man noch so viele Aliens im Kosmos berechnen – alle wären für eine Kommunikation zu weit weg. Sagen die Skeptiker. Vor allem natürlich jene Kritiker, die die ganzen SETI-Programme, mit denen Radiosignale von anderen Zivilisationen gesucht werden, für sinnlos halten.

Was ach immer für eine Anzahl von Zivilisationen im All durch die “Drake-Gleichung” herauskommt, das Ergebnis ist immer mindestens 1. Schließlich kennen wir einen von intelligenten Wesen bewohnten Planeten im Universum, und das ist unsere Erde.

Und hier setzte Ulrich Walter in einem jüngst veröffentlichten Artikel an.

Unendliche “Klone” von uns selbst im All

In seiner Veröffentlichung bei “Focus Online” am 3. Januar 2019 beruft sich Walter auf neue Ergebnisse der Astronomie, die den Aufbau des Universums betreffen. Nämlich, “dass unser Universum praktisch flach ist” und damit nicht gekrümmt und damit weiter nicht endlich. Walter:

Genauso wie eine Fläche kann der Raum im Prinzip auch gekrümmt sein, selbst wenn sich das kein Mensch – und ich betone, wirklich keiner – vorstellen kann. Und da gewisse gekrümmte Flächen (siehe Erdoberfläche) nur endlich groß sind, könnte auch ein gekrümmtes Universum nur endlich groß sein. Krümmung null bedeutet aber gerade, dass unser Universum nicht irgendwo weit hinten wieder zusammenkommt, sondern immer schön weitergeht. Eben unendlich weit.

(…)

Der alles erschlagenden Logik von ‘unendlich’ folgend, würde es dann nicht nur unendlich viele Planeten, sondern auch unendlich viele Galaxien und somit auch unendlich viele ETIs geben!

Die Logik von “unendlich” und die Tatsache, dass es uns hier auf der Erde gibt, spricht dafür, so Walter. Mathematisch ergeben sich hier auch endliche Möglichkeiten, die er anschaulich und unterhaltsam im seinem Artikel darlegt. Es ist vollkommen gleichgültig welchen Ausgangswert man als Grundlage nimmt, denn wenn man ihn mit Unendlich multipliziert ist das Ergebnis Unendlich. Selbst eine 100 Prozent exakte “Kopie” der Erde mit 100 Prozent exakt denselben Bewohnern, Städten, Wäldern, Tieren usw. gäbe es unendlich oft im All. Ganz egal wie klein die Zahl des Ausgangswertes auch immer sein mag.

Wie viele darunter mögen in diesem Augenblick diesen Artikel lesen und dabei genau dieselben Eltern, Freunde und Schulkameraden haben wie Sie, überhaupt genau dasselbe Leben führen?

Die Antwort wäre immer dieselbe: unendlich viele! Sie alle würden wirklich und jetzt existieren.

Selbstverständlich sind das nur theoretische Überlegungen mit Hilfe einfachster Mathematik. Aber  “solange diese Vorstellungen nicht gegen naturwissenschaftliche Gesetze verstoßen, gibt es nicht nur einen Planeten im Universum, wo dies genauso stattfindet, sondern unendlich viele”, so Walter weiter.

Individualität adé

Jede x-beliebige Situation eines Menschen müsste bei einem unendlichen Kosmos auch endliche Male im selben Augenblick woanders stattfinden. Ein durchaus gruseliger Gedanke. Immerhin geht der Mensch seit jeher davon aus, dass sein individuelles Ich und sein Tun von dem bestimmt wird, was diese Personen in ihrem Leben machte, lernte, erfuhr, sah, hörte usw. usw.

Der Mensch ist stolz auf seine jeweilige Individualität. Bei einem unendlich großem Universum wäre diese hinfällig, da sie eben unendlich oft im All zu finden ist.

Mathematisch mit dem Multiplikator “Unendlich” zu rechnen widerstrebt eigentlich der menschlichen Natur. Sofern aber das Universum tatsächlich flach und nicht gekrümmt ist, wäre es tatsächlich unendlich groß und damit der Multiplikator darauf anwendbar. Ist es das aber wirklich? Wir können die “Ränder” oder das “Ende” des Kosmos schließlich nicht sehen. Wie auch, da es schließlich ein Blick in die Unendlichkeit ist.

Zieht man die Thesen der Paralleluniversen oder eines Muliversum hinzu, können wir letztlich sogar Unendlich nochmals mit Unendlich multiplizieren. Doch auch ohne ein Muliversum würde es beuteten, dass unendlich viele Lars gerade in ihrem Büro mit unendlich viel Kaffee sitzen und unendlich oft diesen Post für unendliche viele von Euch schreiben …

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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UFOs: Zeitmaschinen aus der Zukunft? Warum die Zeitreisetheorie immer wahrscheinlicher wird (und wie man eine Zeitmaschine baut) +++ Gast-Artikel +++

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UFOs: Zeitmaschinen aus der Zukunft? Warum die Zeitreisetheorie immer wahrscheinlicher wird! Artikel von Ernst Mecklenburg (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
UFOs: Zeitmaschinen aus der Zukunft? Warum die Zeitreisetheorie immer wahrscheinlicher wird! Artikel von Ernst Mecklenburg (Bilder: gemeinfrei & NASA / Montage: Fischinger-Online)

Neben der These, dass sich hinter dem UFO-Phänomen außerirdische oder überdimensionale Erscheinungen (Aliens) verbergen, gibt es noch einige wenige weitere. Auch wenn alle anderen Erklärungsansätze weit hinter der extraterrestrischen These stehen. Sofern man einmal die weit verbreite Erklärung als Unsinn, Irrtum, Lug & Trug, Fehldeutungen etc. außen vor lässt. Eine dieser weiteren Interpretation des UFO-Phänomens ist die der Zeitmaschinen und Zeitreisenden, die verschiedene Forscher immer wieder anführen. Ein Vertreter dieser UFO-Zeitreise-Ideen war der 2008 verstorbene deutsche PSI- und Mystery-Schriftsteller Ernst Meckelburg aus Deutschland. In diesem Artikel schildert Meckelburg, warum seiner Meinung nach UFOs auch “Zeitmaschinen aus der Zukunft” sein könnten. Eine rund 20 Jahre alte Veröffentlichung, die grundsätzlich nichts an ihrer Aktualität verloren hat – eben zeitlos, wie Ihr es hier lesen werdet.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Ernst Meckelburg veröffentlichte diesen Artikel in der von mir mit herausgegebenen Zeitschrift “Unknown Reality” und in meinem einstigen Online-Magazin “PräO”, “Prä-Astronautik Online”, Ausgabe 7, 27. Oktober 2000.

Paranormale Phänomene, Leben nach dem Tod und Zeitreisen waren die drei Kernthemen des jahrzehntelang erfolgreichen aber auch umstrittenen Autos. Thesen und Überlegungen, die ich zum Teil ebenso bzw. sehr ähnlich sehe, wie er (s. HIER & HIER).

Mit seinen beiden ersten Büchern “Der Überraum” (1978) und “Besucher aus der Zukunft” (1980) legte Meckelburg sehr früh den Grundstock seiner Arbeit, als alle Welt nur über Aliens in UFOs und vor allem Prä-Astronautik sprach.

UFOs: Zeitmaschinen aus der Zukunft?

Warum die Zeitreisetheorie immer wahrscheinlicher wird

Von Ernst Meckelburg

Zeitreisen verletzen keine physikalischen Gesetze!

Nachdem sich der Welt bedeutendster Physiker nach Albert Einstein, Professor Dr. Stephen Hawking, Universität Cambridge – man verlieh ihm 1979 den ehrenvollen Titel “Lucasian Professorship” – in seinem viel beachteten Bestseller “Eine kurze Geschichte der Zeit” zum Thema “Zeitreisen” nicht weiter äußerte, von dem man aber weiß, dass er noch vor Jahren deren Durchführbarkeit vehement bestritten hatte, musste es jeden hiermit befassten Wissenschaftler verwundern, als dieser sich im September 1995 in aller Öffentlichkeit zur Machbarkeit von Zeitsprüngen in die Vergangenheit bekannte.

Zu dem verblüffenden Statement der Physik-Koryphäe Hawking heißt es in der „BILD“ vom 2. Oktober 1995 unter anderem:

Die Vision von Hawking – Wir können bei unserer Geburt zugucken, uns im Kindergarten spielen sehen. Wir können unsere Urahnen besuchen, vielleicht sogar Cleopatra beim Baden in Eselsmilch überraschen. Der Zeitreisende kann sogar in der Vergangenheit eingreifen, ein Unglück verhindern. Auch der Blick in die Zukunft wäre möglich: Werde ich reich, mache ich Karriere, wann muss ich sterben?“

Der plötzliche Sinneswandel des berühmten Zeitgenossen erscheint jedoch bei näherer Betrachtung gar nicht so ungewöhnlich, hatten doch drei Astrophysiker des „California Institute of Technology“ (CALTECH) schon am 26. September 1998 in der renommierten amerikanische Physik Fachzeitschrift “Physical Review Letters” in einem aufsehenerregenden Beitrag einer erstaunten Leserschaft unterbreitet, dass in ferner Zukunft Zeitreisen in die Vergangenheit möglich seien, ohne die Kausalität – die gewohnte Abfolge von Ereignissen (Ursache – Wirkung) – zu verletzen. Der Publikation zufolge müsste es einer technischen Hochzivilisation einmal möglich sein, auf künstlichem Wege “Wurmlöcher” – Öffnungen in der Raumzeit – zu schaffen und diese durch Stabilisieren in (wörtlich) “Zeitmaschinen” umzuwandeln.

In Kreisen einschlägig befasster Wissenschaftler fand der Beitrag seinerzeit starke Beachtung. Auch in anderen naturwissenschaftlichen Fachzeitschriften, unter anderem in der englischen “Nature” wurde das Thema lebhaft diskutiert, ohne dass man an den von den CALTECH-Astrophysikern Michael Morris, Kip Thorne und Ulvi Yurtsever vorgelegten Kalkulationen Unkorrektheiten nachweisen konnte.

Zeitreisende UFOs?

Ausgehend von der Zeitreisetheorie dieser Physiker, der schon bald weitere mehr oder weniger verwertbare Realisierungsmodelle folgten und Stephen Hawkings jüngstes Statement, lässt sich ableiten, dass es “Besuche” aus unserer Zukunft und aus anderen virtuellen Realitäten innerhalb des Kosmos der Dimensionen schon längst gibt, dass es sich hierbei um nichts anderes als um die mysteriösen UFOs handelt, die bislang ausschließlich als “Außerirdische” gewertet wurden, obwohl vieles gegen diese Annahme spricht. Wie später noch dargelegt werden wird, entspricht das Verhalten dieser Objekte in geradezu auffälliger Weise dem Idealbild einer “Zeitmaschine”, ganz so, wie sie von Physikern beschrieben werden würde.

Dies zugrundeliegend schrieb ich am 18. August 1997 Prof. Hawking einen kurzen Brief, mit dem ich ihm nur eine einzige Frage stellte:

Halten Sie es für möglich, dass die sog. nicht identifizierbaren Flugobjekte (UFOs) Zeitreise-Vorrichtungen einer zukünftigen Hochzivilisation (womöglich aus unserer eigenen Zukunft) sind, die sich in ihre eigene Vergangenheit projizieren?

Die höfliche Antwort aus dem „Department of Applied Mathematics and Theoretical Physics“ fiel allerdings recht dürftig aus. Es heiß hier:

Professor S. W. Hawking freut sich immer über jeden Brief und schätzt es, dass Sie ihm geschrieben haben. Er hofft auf Ihr Verständnis, dass er Ihnen aufgrund seiner schweren Behinderung nicht persönlich antworten kann. Bitte nehmen Sie unsere Entschuldigung als seine Form der Antwort.“

Vielmehr konnte man sicher nicht erwarten, zeigt dieses Verhalten doch die große Verlegenheit, in der das Department sich befinden muss, die sich aus der Unvereinbarkeit eines berühmten, orthodoxen Lehrstuhls mit der als “unwissenschaftlich” gebrandmarkten UFO-Theorie ergibt.

Sicher wäre es dem Sekretariat nicht schwergefallen, Professor Hawking diese simple Frage zu unterbreiten und mir seine Antwort zu übermitteln. Offenbar wollte oder durfte er sich hierzu nicht äußern, zumal die Antwort womöglich zu einem Politikum hatte ausufern können.

Dennoch: Eine ausweichende Nicht-Antwort ist auch eine Antwort. Dass sich Hawking dessen ungeachtet mit der UFO-Problematik befasst haben muss, erhellt aus seiner Aussage in “Die illustrierte Geschichte der Zeit” (1997):

Außerirdische könnten die Reise zur Erde nur dann in einer vernünftigen Zeit zurücklegen, wenn sie sich mit Überlichtgeschwindigkeit fortbewegten. Insofern wären beide Möglichkeiten (Raumfahrt und Zeitreisen) gleichbedeutend.”

Noch eindeutiger wird es, wenn er in der gleichen Publikation philosophiert:

“Wenn sich (die Zeitreisenden) zu. erkennen geben, warum dann nur gegenüber Leuten, die nicht als glaubwürdige Zeugen gelten?

Keine Chance bei Unterlichtgeschwindigkeit

Dass die unvorstellbar großen Entfernungen allein in unserer Galaxis, der Milchstraße, selbst mit noch so raffinierten exotischen Antriebstechniken, innerhalb vernünftiger Zeitspannen nicht zu bewältigen sind, dass hierfür allemal ein überlichtschnelles oder Hyperraum Engineering jenseits unserer Raumzeit erforderlich ist, wird jedem einleuchten, der sich einmal etwas näher mit Weltraumdistanzen und möglicherweise realisierbaren Antriebstechniken befasst hat. Der Durchmesser unserer Galaxis beträgt 75.000 bis 100.000 Lichtjahre und ihre Tiefe etwa 20.000 Lichtjahre.

Mit den heutigen und den auch in naher Zukunft zu erwartenden Antrieben sind allenfalls “Kurzstreckenreisen” im eigenen Sonnensystem mit Unterlichtgeschwindigkeit möglich. Als nächste Stufe der Antriebstechnik wurden Motoren mit atomarem Antrieb (Kernspaltung) vorgeschlagen. Obwohl es sich hierbei um die derzeit effizienteste beherrschbare Energieform handelt, kann man mit ihr nicht annähernd so viel Energie erzeugen, wie dies für interstellare Flüge erforderlich wäre.

Selbst für interplanetare Reisen innerhalb unseren relativ kleinen Sonnensystems wäre die Menge an mitzuführenden spaltbarerem Material so groß, dass für Besatzung und Nutzlast kaum noch Platz bliebe. Günstiger wäre es, Antriebe auf dem Prinzip der Kernfusion zu entwickeln. Bei den benutzten Fusionsreaktoren wäre allerdings die Abschirmung problematisch. Um die Kernfusion anlaufen zu lassen, würden zudem Temperaturen um 10 Millionen Grad Celsius benötigt werden, was mit einem ungeheuren technischen Aufwand verbunden wäre.

Interstellare Reisen

Eine Variante des Fusionsreaktorantriebs wäre ein Fusions-Ramjet, das heißt ein Staustrahltriebwerk. Dieses würde die im Weltraum dünn verteilten Wasserstoffatome einsammeln, um sie als Fusionsmaterial zu nutzen. Ein solches System könnte sich allenfalls für interplanetare Reisen mit Geschwindigkeiten von etwa 100.000 km/h eignen und zum Beispiel den minimal 56 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Planeten Mars in drei Wochen erreichen.

Um eine Vorstellung von den allein schon in unserer Galaxis mit Unterlichtgeschwindigkeit nicht zu bewältigenden Entfernungen – Reisen zwischen den einzelnen Sonnensystemen – zu bekommen, greifen wir auf ein simples Beispiel zurück: Mit einem fusionsantriebsbestückten Raumfahrzeug, das eine Reisegeschwindigkeit von 100.000 km/h entwickeln soll, wäre man bis zum nächstgelegenen Stern, dem Proxima Centauri, der 40 Billionen(!) Kilometer von uns entfernt ist, fast 46.000 Jahre unterwegs, ein Vorhaben, das selbst mit sogenannten Generationsschiffen, wie sie bisweilen in der SF-Literatur beschrieben werden, absolut illusorisch sein dürfte.

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Antimaterie-Triebwerke

Diskutiert wird auch über Antimaterie-Antriebe, zumal diese mit sehr geringen Treibstoffmengen auskommen würden. Wir wissen: Zu jedem elektrisch geladenen Kernteilchen gibt es entsprechende Partikel mit entgegengesetzter Ladung, sog. Antiteilchen. So existiert zum Beispiel zu den positiv geladenen Protonen im Atomkern ein negativ geladenes Antiproton und zu den negativ geladenen Elektronen auf der Atomhülle ein positives Pendant, das Positron. Gewöhnliche Materie und die in unserem Universum nicht natürlich vorkommende Antimaterie löschen beim Zusammentreffen einander sofort aus. Die freiwerdende Wärmeenergie könnte dann zum Antrieb von Raumfahrzeugen benutzt werden.

Gegen den Einsatz von Antimaterie-Triebwerken sprechen nicht allein die riesigen Kosten zur Bereitstellung des exotischen Anti-Materials, sondern auch enorme Abschirmungsprobleme. Um zu verhindern, dass Materie mit Antimaterie unkontrolliert reagiert, bedarf es spezieller Magnetfeldsysteme, über deren Beschaffenheit man sich heute noch gar nicht im Klaren ist. Außerdem reichen die mit Antimaterie-Triebwerken erzielbaren Beschleunigungen immer noch nicht aus, um zu Welten jenseits unseres Sonnensystems zu gelangen.

Das sogenannte Arche-Prinzip, das “Generationsraumschiffe” vorsieht, die bis zum Ziel Jahrhunderte oder gar Jahrtausende unterwegs sind, erscheint für interstellare oder gar intergalaktische Reisen ebenfalls ungeeignet. Man fragt sich, wie an Bord eines Generationsraumschiffs bei ungewissem Ausgang der Expedition über so lange Zeiträume eine intakte Kommandostruktur aufrechterhalten werden kann, wie man über die langen Zeiträume zehn- oder gar hunderttausend Personen gesund zu ernähren und mit den psychischen Strapazen einer solchen Fahrt fertig zu werden gedenkt.

Pseudo-Zeitreisen: Das “Zwillingsparadoxon“

Viele Wissenschaftler sind auch heute noch der Ansicht, die unvorstellbar großen Entfernungen im Weltraum mit relativistischen Geschwindigkeiten, d.h. mit solchen nahe der Lichtgeschwindigkeit (ca. 300.000 km/s) in kürzeren Zeiten bewältigen zu können. Wenn sich – rein theoretisch – ein Raumschiff auf 99,99999999 Prozent der Lichtgeschwindigkeit beschleunigen ließe, würden nach Einsteins Spezieller Relativitätstheorie an Bord befindliche Uhren, die Aktivitäten der inneren Organe der Astronauten, Verdauungsvorgänge usw. um den Faktor 70.000 verlangsamt werden.

Mit einem derart beschleunigten Schiff könnte man den neun Lichtjahre entfernten Stern Sirius zwar in wenigen Stunden erreichen und auch ebenso schnell wieder zur Erde zurückkehren, ein daheim gebliebener Freund wäre aber inzwischen um 18 Jahre gealtert. Diese Zeitkontraktion – sie wird in der Astrophysik als Zwillingsparadoxon bezeichnet – ist keine Zeitreise im eigentlichen Sinn. Sie ermöglicht weder die Herstellung des ursprünglichen Zeitstatus – die Rückkehr in die Ausgangszeit -, noch Reisen in die Vergangenheit. Diese setzen immer Überlichtgeschwindigkeit voraus, was in unserem Raumzeituniversum praktisch unmöglich ist, da hier, gemäß Einstein, nichts schneller als Licht sein kann.

Die Jahrhunderte, ja sogar Jahrtausende annullierenden Abkürzungen durch den zeitfreien Hyperraum würden Versetzungen selbst innerhalb unserer Galaxis praktisch in Nullzeit ermöglichen. Es wären dies echte Zeitreisen, die nicht nur Entfernungen, sondern auch Reisezeiten gegen Null schrumpfen ließen. Und solche Sofort-Versetzungen in der Raumzeit bedingen, dass in unserem Universum so etwas wie Gleichzeitigkeit herrscht, was nach Einsteins Spezieller Relativitätstheorie von 1905 tatsächlich auch der Fall ist.

Rückwärtsbewegungen in der Zeit sind kein Unding.

Sie sind mit physikalischen Grundprinzipien, auch mit den Regeln der Quantenmechanik durchaus vereinbar. Das hat erst vor wenigen Jahren Professor Dr. Günter Nimtz vom II. Physikalischen Institut der Universität Köln experimentell bewiesen. Bei einem Quantentunnel-Experiment übertrug er Mozarts 40. Symphonie in g-Moll mit der 4,7-fachen Lichtgeschwindigkeit, was von ihm sogar tontechnisch aufgezeichnet wurde. Das Werk musste somit aus der Zukunft kommen, das heißt es wäre hörbar, noch bevor es ausgesendet wurde(!).

Die zur Übertragung benutzten Radiowellen hoher Frequenz (Mikrowellen), denen das Tonwerk aufmoduliert war, wurden von Nimtz durch einen rohrförmigen Hohlleiter geschickt, in dessen Zentrum der Querschnitt eingeengt war. Und an dieser Stelle, auf einer Länge von nur acht Zentimetern, werden die eintreffenden Wellen auf das Mehrfache der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Physiker bezeichnen dies als superluminale Tunnelgeschwindigkeit.

Schleichwege durch die Raumzeit

Im Jahre 1985 erkundigte sich der bekannte Kosmologe und Autor Carl Sagan bei einem befreundeten Astrophysiker, Kip Thorne vom California Institute of Technology (CALTECH), ob überlichtschnelle Weltraumreisen, d.h. Zeitreisen, machbar seien. Thorne entdeckte nach Lösung einiger Einsteinscher Gleichungen, dass es tatsächlich solche “Schleichwege” in vergangene bzw. zukünftige Zeiten gibt, die noch nicht einmal der Überlichtgeschwindigkeit bedürften, um die Zeit zu überholen: sogenannte Wurmlöcher. Es sind dies Transittunnels zwischen unterschiedlichen Bereichen ein- und desselben Universums oder zwischen unterschiedlich-dimensionalen Welten bzw. zwischen ganz verschiedenen Zeiten.

Berechnungen ergaben, dass diese Winzlinge einen Durchmesser von gerade einmal. 10-33 Zentimeter besitzen (Dezimalbruch mit 32 Nullen hinter dem Komma).

Gedankenexperimente mit Zeitreisen durch eben diese Wurmlöcher, das heißt übergeordnete oder Hyperuniversen, lassen erahnen, welch riesige Entfernungen und Zeiträume mittels solcher Abkürzungen überwunden werden können. Gelänge es zum Beispiel durch das “Gewebe” der Raumzeit einen Wurmloch-Tunnel zu bohren, könnte man den nur vier Lichtjahre von uns entfernten Alpha Centauri schon in Sekundenschnelle erreichen. Bewegen sich die Tunnelenden relativ zueinander, ist es sogar möglich, in der Zeit vorwärts bzw. rückwärts zu reisen.

In unserer Jetztzeit ist es allem Anschein nach noch niemand gelungen, ein Wurmloch künstlich zu erzeugen. Dennoch besagt Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie, dass es solche “Schnellstraßen” quer durch die Raumzeit geben muss.

Unlängst äußerte sich eine Gruppe amerikanischer Physiker dahingehend, dass man Wurmlöcher irgendwann einmal entdecken würde. Einer ihrer italienischen Kollegen war noch zuversichtlicher und meinte, dass sich für Zeitreisen nutzbare Wurmlöcher sogar im Labor herstellen ließen.

Paradoxa gibt es nicht

Die Undurchführbarkeit von Zeitreisen wird von einigen “Schubladendenkern” damit begründet, dass bei Zeitreisen sogenannte Paradoxa und Anachronismen entstünden. Paradoxe

Situationen müssten nach Meinung der Kritiker immer dann eintreten, wenn sich Zeitreisende irgendwann einmal einer “jüngeren Version” ihrer selbst in die Quere kommen. Paradebeispiel für durch Zeitreisen angeblich entstehende Paradoxa ist das sogenannte “Großmütterchen-Syndrom”. Hier begibt sich der Zeitreisende in die Vergangenheit, um absichtlich oder auch unbeabsichtigt seine Großmutter zu töten, noch bevor seine Mutter geboren wurde, woraufhin auch er nicht länger existieren würde.

Da er dann auch keine Zeitreise antreten könnte, würde seine Großmutter wieder lebendig und seine Mutter geboren werden. Daraufhin käme auch er wieder zur Welt und könnte in die Vergangenheit reisen, um seine Großmutter umzubringen ad infinitum… eine Kausalschleife ohne Anfang, ohne Ende.

Neue, faszinierende Aspekte der Quantentheorie lassen jedoch darauf schließen, dass zeitliche Widersprüche gar nicht erst entstehen können. So lässt die von den Princeton-Professoren John Wheeler und Hugh Everett entwickelte Theorie eines sich in unendlicher Folge ständig verzweigenden Universums den Schluss zu, dass in einem dadurch entstandenen riesigen Multiversum alle denkbaren Situationen existieren, zum Beispiel auch solches die das Töten der Großmutter vor der Geburt der Mutter des Zeitreisenden erlauben, ohne die Kausalität zu verletzen, also ohne dass er dadurch seine eigene Geburt verhindert.

Die seit Anbeginn unseres Universums durch permanentes Verzweigen der Ausgangssituation entstandenen (und immer weiter entstehenden) parallelen Kopien unserer Welt, stellen ideale “Ausweichgleise” vom Ver- und Abschieben realitätsfremder Ereignisse dar, die die Kausalität in unzulässiger Weise beeinflussen und den folgerichtigen Schicksalsverlauf behindern könnten.

Wie man eine Zeitmaschine baut

Immer wird der Autor gefragt, wie eine Zeitmaschine für problemlose, kausalitätskonforme Expeditionen in die Vergangenheit beschaffen sein müsste – eine Frage, die sich zum jetzigen Zeitpunkt nur theoretisch erörtern lässt. Der deutsche Physiker H.-P. Stricker hat die vom CALTECH-Team konzipierte Technik in einer Art Konstruktionsanleitung für Zeitmaschinen zusammengefasst:

  • man isoliere ein virtuelles Wurmloch, das etwa eine Milliarde mal kleiner als ein Atomkern ist;
  • man besorge sich eine ausreichende Menge an “negativer Masse” oder “exotische Materie”(die einen negativen Druck erzeugt);
  • man stabilisiere das Wurmloch durch Injektion einer kleinen Menge negativer Masse;
  • unter ständigem Nachführen negativer Masse vergrößere man das stabilisierte Wurmloch auf Zeitmaschinengröße;
  • man erzeuge zwischen beiden Enden des Wurmlochs eine Zeitdifferenz, indem man das eine Ende mit hoher Geschwindigkeit für eine entsprechende Dauer auf einen Rundkurs durchs All schickt und das andere stationär hält;
  • um in die Vergangenheit zu gelangen, durchquere man das Wurmloch vom bewegten Ende zum stationären;
  • um in die Zukunft zurückzukehren, durchquere man es vom stationären Ende zum bewegten.

Problematisch ist nur, dass bis jetzt niemand die virtuellen Wurmlöcher nachzuweisen vermochte, offenbar, weil sie gem. Albert Einstein extrem kurzlebig sind. Sie kollabieren sofort nach ihrer Entstehung. Das aber würde einen Hyper-Tunnel in die Vergangenheit bzw. Zukunft sofort einstürzen lassen. Dieser Schwierigkeit will man unter anderem durch den sog. Casimir-Effekt entgegenwirken, durch den man einen negativen Druck erzeugt, der antigravitativ wirken soll.

Der holländische Physiker Hendrik Casimir hatte schon 1948 nachgewiesen, dass es zwischen zwei parallelen Metallplatten eine winzige negative Anziehungskraft gibt, weil diese Platten auf das sog. Quantenvakuum eine Störung ausüben. Baut man ein solches System in ein stabilisiertes Wurmloch ein, würde die Antigravitation des Plattensystems ausreichen, um es nicht kollabieren zu lassen.

Zeitreisende könnten sich nun an den Ein- und Ausgängen des Wurmlochs aufhalten, ohne von den Mini-Schwarzen- bzw. Mini-Weißen-Löchern “verschluckt” zu werden; sie könnten nach dem Aufenthalt in der Vergangenheit bzw. Zukunft auch wieder sicher zurückkehren.

Zusammenfassend wäre zu sagen, dass der Raum um uns herum – das sog. Quantenvakuum – von virtuellen Wurmlöchern nur so wimmelt. Wir müssen nur versuchen, diese winzigen “Zeitmaschinen” einzufangen, sie für unsere Zwecke zu manipulieren.

Wurmlöcher

Im Jahre 1995 hat ein italienischer Physiker namens Claudio Maccone vorgeschlagen, Wurmlöcher mittels Magnetfelder zu erzeugen. Jedes “magnetische Wurmloch” wäre nach Maccones Ansicht so groß, dass nur ein kleiner Teil von ihm im Labor Platz hätte Man müsste schon unvorstellbar starke Magnetfelder erzeugen, um einen in einem Labor normaler Größe ein einsatzfähiges Wurmloch für Zeitreisen installieren zu können. Das bislang stärkste im Labormaßstab erzeugte Feld betrug gerade einmal zehn Tesla. Für die Schaffung eines Wurmlochs müssten jedoch Feldstärken von Billionen Tesla aufgewendet werden. Von allen bislang vorgestellten Zeitmaschinenmodellen erscheint das des israelischen Physikers Professor Yakir Aharonov noch am anschaulichsten.

Seine Vorstellung von einem Quanten-Zeittranslationssystem wurde vor neun Jahren in der angesehenen Fachzeitschrift “Physical Review Letters” veröffentlicht. Die in einem blasen- oder ballonartigen, geschlossenen System untergebrachten Temponauten (Zeitreisende) werden dadurch in die Vergangenheit oder Zukunft (eine von unendlich vielen) versetzt, dass man dieses exotische, hier nicht näher beschriebene Objekt – je nach Zielvorstellung – expandieren oder schrumpfen lässt. Der Aharonow-“Ballon” übt – genau wie kosmische Massen – auf alles hierin Befindliche einen bestimmten gravitativen Einfluss aus. Nimmt sein Volumen zu, wären die Insassen einer schwächeren gravitativen Beeinflussung ausgesetzt.

Lässt man hingegen den Ballon schrumpfen, würde seine Gravitation pro Volumeneinheit zunehmen, das heißt stärker werden. Auf den Zeitverlauf übertragen bedeutet dies: Für die Temponauten in einem expandierenden Ballon würde die Zeit schneller, für die im schrumpfenden Ballon langsamer ablaufen. Durch Überlagern selbst winziger Zeitdifferenzen würden sich, so Aharonov, Reisen in die Vergangenheit bzw. in die Zukunft durchführen lassen.

“Warpen”: Wenn Science-Fiction Realität wird

Yakir Aharonows Idee halten Physiker wie Dr. Miguel Alcubierre, ein früherer Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts, durch die sogenannte Warp-Technik durchaus für realisierbar. Vordenker Alcubierre schlug vor, nicht das als Zeitmaschine umfunktionierte Raumschiff selbst zu beschleunigen, sondern eine künstlich geschaffene Raumzeit-Blase (eben jenen Aharonow-Ballon), in der die zeitmanipulierende Vorrichtung eingebettet ist.

Hohe Energien würden vor dem Schiff ein Gravitationsfeld erzeugen, das den Raum zusammenzieht und hinter ihm steckt. Die Warp-Blase müsste sich, ähnlich einem Surfer, auf einer Welle bewegen, was von Physikern als Spacetime-Hypersurfing bezeichnet wird. Der Raum zwischen Schiff und Zielort würde dadurch extrem verkürzt werden. Die Zeitmaschinen-Besatzung in der Blase wäre überhaupt keiner Bewegung und daher auch nicht den enormen Gravitationskräften ausgesetzt. Auch das zuvor erwähnte Zwillingsparadoxon, das bei Reisen nahe Lichtgeschwindigkeit auftritt, würde sich bei solch echten Zeitreisen nicht bemerkbar machen.

Kürzlich publizierte der belgische Physiker Chris van den Broeck von der Katholischen Universität in Leuven in der Wissenschaftszeitschrift “General Relativity and Quantum Cosmology” einen Beitrag, in dem er feststellt, dass für das Warpen viel weniger Energie benötigt wird, als von Dr. Alcubierre ursprünglich errechnet. Es hat den Anschein, als ob uns die Warp-Technik in ferner Zukunft die Zeitreise bescheren wird.

Nach Aussagen präkognitiv veranlagter US-Medien, die von dem amerikanische Autor Brace Goldberg zusammengetragen wurden, wäre damit zu rechnen, dass die technischen Voraussetzungen für Zeitreisen erst ab dem 3. Jahrtausend gegeben wären. Das könnte auch das Auftreten nicht menschlich wirkender UFO-Insassen – ihre abweichende Körpergröße, Physiognomie, Hautfarbe, Verhaltensweise usw. – erklären. Es könnte auch sein, dass es sich bei UFO/Zeitmaschinen-Besatzungen um Menschen handelt, deren Vorfahren irgendwann einmal in andere Sternensysteme oder Galaxien immigrierten (eigentlich immigrieren werden), wo sie unter veränderten Umweltbedingungen mutierten oder um Bioroboter bzw. Androiden, die aus der Zukunft kommend, “Ahnenforschung” betreiben.

Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt

Mit diesem Beitrag soll dargelegt werden, warum mit konventionellen und sogar mit exotischen Antrieben, wie sie heute diskutiert werden, keine interstellaren oder gar galaktischen Reisen unternommen werden können, warum diese allemal Zeitmaschinen erforderlich machen, die echte Zeitreisen ermöglichen.

Die unvorstellbar großen Entfernungen allein in unserer Galaxis machen Zeitreisen zu einer zwingenden Notwendigkeit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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“BILD” berichtet über die “größten Alien-Rätsel auf der Erde” und befragte Experten zum Thema (um deren Antworten selber zu geben?)

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Die "BILD-Zeitung" ist auf den Spuren der größten Alien-Rätsel auf der Erde (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Die “BILD-Zeitung” ist auf den Spuren der größten Alien-Rätsel auf der Erde (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

(UPDATE 9. März 2018 HIER) Wenn es in den Medien um die größten Rätsel zu Themen wie Aliens, Mysterien der Vergangenheit, UFOs & Co. geht, werden viele Grenzwissenschaftler hellhörig. Vor allem dann, wenn diese “größten Alien-Rätsel” der Welt in der Mainstreampresse veröffentlicht werden und dadurch eine mediale Reichweite haben. So geschehen jüngst in der Online-Version der Boulevardzeitung “BILD”. Eine Zeitung, die fraglos nicht gerade zu den Fachmagazinen der Grenzwissenschaft & Mystery Files gehört. Was diese Veröffentlichung der “BILD”  jedoch interessant macht, sind “die verblüffenden Antworten” von Experten zu diesen Themen, die das Blatt dazu befragt haben will. Alles zu diesen großen “BILD”-Alien-Rätsel und den durchaus umfangreichen Antworten der Experten, beleuchte ich hier. Und zwar frei nach dem Motto: “BILD” fragt – “BILD” antwortet …?!


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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Best of Alien-Rätsel …

Kurz gesagt, und das zeigt die Erfahrung, sind ausnahmslos alle Zusammenfassungen von irgendwelchen “größten Rätsel” zu Mystery- bzw. Alien-Themen sinnlos. Ein solche Auflistung kann überhaupt nicht erfolgen, da jeder hier seine Rätsel-Favoriten hat, die er bevorzugt.

Diese Bevorzugung gilt für Grenzwissenschaftler – wie eben UFO-Forscher – ebenso, wie für Autoren von derartigen Publikationen. Gleiches trifft auch auf die breite Masse der an den Themen interessierten Menschen zu. Auch hier hat jeder seine Lieblinge unter den Rätseln der Welt. Bei Journalisten und Autoren der Presse und Mainstreammedien ist das vollkommen anders, wie es sich immer wieder zeigt.

Journalisten nehmen einfach irgendwelche Themen, die zum geforderten Artikel redaktionell zu passen scheinen. Gerne auch aus dem eigenen Archiv der Redaktion, sofern diese bereits über solche berichtet hat.

Genau das trifft aktuell bei dem Artikel “Die größten Alien-Rätsel auf der Erde” von einem Autoren namens Ingo Gentner aktuell in der “BILD-Zeitung” zu.

Die größten Alien-Rätsel der “BILD”

Gentner leitet seinen Artikel mit den Worten ein:

Unheimlicher Schwindel oder unglaubliche Realität – was steckt dahinter? BILD beschreibt die größten Alien-Rätsel der Menschheits-Geschichte!

Was laut dem Online-Beitrag der “BILD” in der Menschheitsgeschichte so unfassbar ist, soll an dieser Stelle nicht im Detail ausdiskutiert werden. An anderen  Stellen wurden eine Reihe dieser Alien-Rätsel von mir bereits behandelt. Zusammenfassend sind es aber folgende außerirdische Mysterien der Erde, die angeblich zu den Größten zählen:

Das “Wesen von Metepec”, welches vor rund zehn Jahren in Mexiko in eine Rattenfalle getappt ist. Damals war es vor allem eben die “BILD-Zeitung”, die darüber in Deutschland immer wieder berichtete, und so einen Hype um diesen Kadaver schuf. In meinem Buch “Verbotene Geschichte” habe ich ausführlich darüber (über den Affen) berichtet.

ARTIKEL: Die drei besten Hinweise, dass wir von Aliens und UFOs beobachtet werden – gibt es eine solche “Top 3” tatsächlich? (Bild: WikiCommons/gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
ARTIKEL: Die drei besten Hinweise, dass wir von Aliens und UFOs beobachtet werden – gibt es eine solche “Top 3” tatsächlich? (Bild: WikiCommons/gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

Im besagten Buch habe ich auch umfangreich die angebliche Alien-Leiche des Atacama-Humanoiden, “Ata” genannt, diskutiert. Eine winzige Kreatur aus der Atacama-Wüste in Chile, die laut “BILD” ebenso zu den großen Alien-Rätseln gehört.

Mehr zu “Ata” auf diesem Blog, zum Beispiel HIER und in meinem YouTube-Video HIER.

UFOs gehören nach dem Autoren Ingo Gentner ebenfalls in die Liste der best of Alien-Rätsel. Eigentlich vollkommen klar, und so schreibt er denn auch:

Doch nicht immer können Experten schlüssig erklären, was Menschen am Firmament gesehen und fotografiert haben.”

Das sogenannte “WOW!-Signal” aus dem Jahre 1977 findet sich hier auch gelistet. Ein seltsames Funksignal, dass damals vom Radioteleskop der Ohio State University empfangen wurde und in der Tat bis heute Rätsel aufgibt. Immer wieder wird spekuliert, ob es vielleicht dich ein Signal von Außerirdischen war, das zufällig aufgefangen wurde. Schließlich suchen Wissenschaft mittels Radioteleskopen (SETI) schon jahrzehntelang nach derartigen Signalen als Beweis für außerirdische Zivilisationen!

Kornkreise gehören laut “BILD” auch in die Liste des Unfassbaren, zu denen es im Artikel heißt:

Stellen sie etwa Landebahnen für Aliens dar? Wegweiser für außerirdische Raumfahrer? Botschaften aus dem All?

Als letzten Punkt finden sich bei Gentners großen Alien-Rätsel “Mysteriöse Artefakte”. Hier werden beispielhaft drei ominöse und künstliche Objekte genannt, die scheinbar Millionen von Jahren alt sind und damit nicht von Menschen gemacht worden sein können. Woher möglichen sie stammen, fragt der Autor.

“Von früheren Zivilisationen, die auf unserem Planeten lebten”, so Gentner, “bis hin zu Besuchen aus dem All” würden die Spekulationen über deren Herkunft reichen. Nichts davon sei aber zu belegen.

Ein Fall für (Alien-)Experten, also:

Wir haben Experten gefragt, ob es Aliens überhaupt geben kann! Die verblüffenden Antworten!

“BILD” fragt Alien-Experten

Die Aliens sind unter uns! Die “Top Ten” der spektakulärsten Fälle aus Sicht eines deutschen Nachrichtenmagazins (Bild & Bearbeitung: L. A. Fischinger / Archiv)
Die Aliens sind unter uns! Die “Top Ten” der spektakulärsten Fälle aus Sicht eines deutschen Nachrichtenmagazins (Bild & Bearbeitung: L. A. Fischinger / Archiv)

Die größten Alien-Rätsel auf der Erde” von “BILD”-Autor Ingo Gentner sind vielen Menschen aus der Grenzwissenschaft natürlich bekannt. Obwohl sie zum Teil durchaus spannend sind, sind die “verblüffenden Antworten der von der Boulevardzeitung befragten Experten wesentlich interessanter!

Üblicherweise sind irgendwelche Statements, Kommentare, Antworten etc. in der Mainstreampresse zu diesem oder jenem Thema mehr als knapp. Vor allem auch bei der “Online-BILD“.

Nicht aber in diesem Fall, in dem vier Experten auf drei Fragen zum Thema jeweils teilweise recht umfangreiche Antworten gaben. Nicht wie oftmals üblich zwei oder drei “zerstückelte Sätze”, die irgendwie in dem jeweiligen Artikel zitiert werden.

Aus Erfahrung weiß ich, dass genau diese knappen und zerstückelten Zitate gerade in den Mainstreammedien und vor allem in der “BILD” oftmals heftige Kritiken nach sich zogen.

Die Experten sind in diesem Fall:

  • Ex-Astronaut Prof. Dr. Ulrich Walter
  • Prä-Astronautik-Legende Erich von Däniken
  • Planeten-Forscher Prof. Dr. Tilman Spohn
  • Mystery-Autor Hartwig Hausdorf

Namen, die man durchaus kennt.

Die drei Fragen, die jeder der Experten von “BILD” gestellt bekam, kennt man ebenso. Vor allem, da diese derart einfach und zugleich wieder umfangreich sind, dass eigentlich kein Mensch der Welt diese wirklich beantworten kann:

ARTIKEL: Dr. Steven Greer, die angebliche Alien-Mumie “Ata” aus der Wüste von Chile und das UFO-Filmprojekt “Sirius” (Bild: A. Kramer / Montage: L. A. Fischinger)
ARTIKEL: Die angebliche Alien-Mumie “Ata” aus der Wüste von Chile (Bild: A. Kramer / Montage: L. A. Fischinger)
  1. Gibt es nun Aliens oder nicht?
  2. Waren Außerirdische etwa schon auf der Erde?
  3. Was wartet auf die Menschheit im Universum?

Wenn an ehrlich ist, kann diese einfachen Fragen niemand definitiv und richtig beantworten. Auch die vier Externen nicht, die sich teilweise gegenüber “BILD” recht ausführlich dazu äußerten. Wenn die Antworten überhaupt in der zitierten Form auf zuvor gestellte Fragen von der Redaktion erfolgt sind (sieh unten).

Nicht unbegründet habe ich da Zweifel, was das zitieren von Statements und Aussagen in der “BILD-Zeitung” angeht.

Was wissen die “BILD-Experten” über Aliens?

Zur ersten Frage:

Der ehemalige Astronaut Ulrich Walter, der auch auf diesem Blog bereits öfter Thema war, zweifelt nicht, dass es Aliens gibt. “Jein”, so Walter. Der Kosmos sei so groß, dass es irgendwo in “vielen Millionen Lichtjahren” Entfernung diese fremden Zivilisationen geben könnte. Nichtmal in unserer eigenen Milchstraße würden wir andere Wesen außer uns finden, glaubt Walter …

Erich von Däniken sieht das naturgemäß vollkommen anders. “Es wimmelt von Zivilisationen dort draußen”, da Astronomen immer mehr Exoplaneten finden, wird EvD ziert. Unter diesen fernen Welten befinden sich eben auch solche, die theoretisch Leben tragen könnten. Theoretisch …

Tilman Spohn vom Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) wiederum wäre “verwundert”, “wenn es nicht irgendwo auch belebte Planeten gäbe”. Im All gibt es so viele Milliarden Sterne, dass es auch möglicherweise intelligente Aliens geben könnte. All das sei aber noch immer nicht bewiesen, wie er betont.

Als vierten Alien-Experten hat die “BILD” Hartwig Hausdorf befragt. Auch er ist ein sehr bekannter Prä-Astronautik-Autor und war in den vergangenen Jahrzehnten nicht selten in der Zeitung selber vertreten. Eines seiner Bücher wurde sogar dank großer Berichte in der Print-“BILD” ein Bestseller.

Hausdorf meint, dass es “mittelalterlich” wäre, “noch zu glauben, wir wären die einzigen Intelligenten im All”.

“Waren Außerirdische etwa schon auf der Erde?”, so die zweite und zumindest mich persönlich mehr interessierende Frage:

“Nein”, da ist sicher Ulrich Walter sicher. “Wenn es andere gäbe, die hier in unserer Milchstraße sind, hätten sie schon hier gewesen sein müssen“, so Walter weiter. Er selber hat jedoch bisher keinen getroffen und außerdem seien die Distanzen im All viel zu weit, als das man diese überwinden könne.

Unsere Erde vom Mond aus gesehene: "In unserer Milchstraße sind wir wahrscheinlich die Einzigen", so der Ex-Astronaut und Wissenschaftler Ulrich Walter im Interview (Bild: NASA)
Prof. Ulrich Walter im Interview: “In unserer Milchstraße sind wir wahrscheinlich die Einzigen” (Bild: NASA)

Warum Walter aber die Frage, ob Aliens schon hier waren, mit “Nein” beantwortet, weil “sie schon hier gewesen sein müssen”, bleibt sein Geheimnis. Er geht nämlich davon aus, dass wir in unserer Galaxis vollkommen allein sind. Also war niemand hier …

Prä-Astronautiker Erich von Däniken ist da natürlich ganz anderer Meinung. “Definitiv waren Außerirdische vor Jahrtausenden auf der Erde”, was er in 30 Büchern “sauber belegt” habe. In der von “BILD online” erstaunlich lang zitierten(?) Antwort von EvD verweist dieser auf Beispiele von Himmelswagen, der Herniederkunft von “Gott” und den Himmlischen, dem religiösen Wiederkunftsgedanken usw.

Beispiele, die sicher von diesem Blog und entsprechenden Interviews bekannt sind. Zum Beispiel aus diesem YouTube-Video-Interview mit von Däniken und mir.

Planeten-Forscher Tilman Spohn verweist in seiner Antwort auf astronomischen Fakten. In diesem Fall, dass wir bis dato keine Signale von Aliens gefunden haben, die sich, gesetzt dem Fall, dass es sie gibt, mit Lichtgeschwindigkeit durch das All bewegen würden. Demzufolge waren auch keine Außerirdischen hier “und es wird auch keiner kommen”, so Spohn.

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Hartwig Hausdorf als Mystery- und Prä-Astronautik-Autor wiederum ist überzeugt, “dass Außerirdische auf der Erde waren”. Dies lies “sich anhand etlicher Artefakte belegen”, die nicht in die jeweilige Kultur passen, von der sie stammen oder stammen könnten. Auch verweist Hausdorf auf genetische Anomalien in uns selbst, die bisher “für die Genetiker absolut unerklärlich sind”. Das heißt, dass hier möglicherweise Alien-DNA in uns allen verborgen ist.

Was auf die Menschheit im All wartet, wollte die “BILD” als dritte Frage beantwortet haben.

Der Alien-Experte Ulrich Walter scheint hier irgendwie nicht ganz bei Sache gewesen zu sein. Denn er, zumindest zitiert die “BILD” ihn so, beantwortet die Frage dadurch, dass er über das theoretische Aussehen möglicher Aliens im Sinne der Biologie spekuliert.

Autor von Däniken scheint ebenfalls bei der Beantwortung nicht in dieser Welt gewesen zu sein. Noch nie habe er persönlich ein UFO gesehen, gibt er zu bedenken, und dennoch weiß er, dass “unsere gute alte Erde von Außerirdischen beobachtet wird”. EvD sein Statement ist übrigens nur ein Satz lang und er hat es in der Vergangenheit immer mal wiederholt.

Wissenschaftler senden eine Radio-Botschaft an Außerirdische – und bitten sie um eine Antwort zum 21. Juni 2043 (Bild: SETI Institute / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Wissenschaftler senden eine Radio-Botschaft an Außerirdische – und bitten sie um eine Antwort zum 21. Juni 2043 (Bild: SETI Institute / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

Tilman Spohns Antwort ist vergleichsweise sehr ausführlich. Spohn verweist auf die Vielzahl von Exoplaneten, die bisher gefunden wurden, und einige potentiell irgendwie belebt sein könnten. Man wisse es nicht – und auch nicht, “welche Lebensformen im Weltall möglich wären” oder ob es auf dem Mars Leben gefunden wird.

Für die Menschheit wäre es bedeutsam, da man so beweisen könnte, dass es außerhalb der Erde Leben gibt. Natürlich nur bakterielles, aber immerhin.

Auch Hartwig Hausdorf antwortet dahingehend, dass Astronomen ständig neue Welten im All finden. Wie auch Spohn verweist Hausdorf darauf, dass es unter diesen Exoplaneten auch welche gibt, die in der “bewohnbaren Zone” um ihre Sonne kreisen. Also könnte es dort flüssiges Wasser und damit einfaches Leben geben.

“Ein neues Zeitalter spannender, ja unglaublicher Entdeckungen wartet auf uns”, sagt Hausdorf vollkommen richtig. Er meint, dass es ein der zeit ist, dass “die Verantwortlichen” auch all das öffentlich zugänglich machen müssen, was “bislang geheim gehalten wurde”.

Fake-Antworten in der “BILD-Zeitung”

Vielleicht habe ich die dritte und letzte Frage der “BILD-Zeitung” an die illustre Runde der Alien-Experten falsch verstanden. Trotzdem erscheinen mir ausnahmslos alle hier online zitierten Antworten schon sehr seltsam, um es so zu formulieren. Vor allem eben jene, die auf die Frage “Was wartet auf die Menschheit im Universum?” bei der Boulevardzeitung zu finden sind.

Irgendwie scheinen sicher nicht nur mir die Antworten der Experten gerade bei Nummer 3 vollkommen am Ziel vorbei zu schießen. Sie passen einfach nicht wirklich zur Frage.

Als Jäger des Phantastischen kommen mir grundsätzlich alle von “BILD” zitierten Antworten seltsam bzw. seltsam bekannt vor. Sollte der Autor Ingo Gentner sie erfunden oder via “Google” zusammengesucht haben? Oder anders gefragt, hat die Redaktion hier Zitate aus zum Teil viel frühen Aussagen oder Artikeln der jeweiligen Experte zusammengebastelt?

"Warum wird Erich von Däniken mundtot gemacht?": Interessantes Netzfundstück und das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (Bild: Fischinger-Online)
Erich von Däniken und Lars A. Fischinger im Interview: Wird von Däniken wirklich “mundtot gemacht”? (Bild: Fischinger-Online)

Ich glaube: Ja! (UPDATE beachten!)

Schon, dass hier bei dem Kollegen Hartwig Hausdorf gerade das Buch von ihm erwähnt wurde, mit dem er dank des Massenmediums “BILD” ab 2008 großen Erfolge hatte, spricht dafür. Von Hausdorf erschienen nach diesem Buch vor zehn Jahren noch eine ganze Reihe weiterer.

Grundsätzlich muss das nichts heißen, da beispielsweise in den Medien hin und wieder bei Erich von Däniken sein erstes Buch genannt wird. Und das erschien bekanntlich bereits vor 50 Jahren und diesem folgten dutzende weitere Bücher!

Ob die vier Alien-Experten überhaupt wissen, dass sie der “BILD” drei Fragen beantwortet haben, ist zu bezweifeln. Auch wenn sie inhaltlich zur jeweiligen Person stimmen (mögen), sollte so was im Mainstream nicht vorkommen. Der geflügelte Gag-Slogan “BILD sprach zuerst mit dem Toten” passt hier offenbar erneut vorzüglich.

Zu den Fake-Antworten in dem Artikel erhielt ich heute auf Nachfrage bei Erich von Däniken auch folgende Antwort per E-Mail:

Die Fragen wurden uns tatsächlich nicht explizit gestellt, außer es hat Ihn jemand angerufen, wovon ich nichts wüsste. Aber die Aussagen stimmen grundsätzlich, auch wenn die Antworten schon älter oder aus verschiedenen Interviews zusammengestellt wurden.

“BILD” fragt – “BILD” antwortet …?!

Update 9. März 2018

Wie ich inzwischen durch die “BILD” und den Autoren Ingo Gentner weiß, ich meine oben ausgesprochene Vermutung der “zusammengebastelten Experten-Antworten” wohl falsch! Alles dazu in diesem Update:

UPDATE: Die BILD ist auf den Spuren der größten Alien-Rätsel auf der Erde (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
UPDATE: Die BILD ist auf den Spuren der größten Alien-Rätsel auf der Erde (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Die Suche nach Leben im All: Laut SETI-Astronomen haben wir in nur 20 Jahren Kontakt mit Außerirdischen!

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Die Suche nach Leben im All geht voran: Haben wir in nur 20 Jahren mit Außerirdischen? (Bilder: gemeinfrei/NASA / Montage: L. A. Fischinger)
Die Suche nach Leben im All geht voran: Haben wir in nur 20 Jahren mit Außerirdischen? (Bilder: gemeinfrei/NASA / Montage: L. A. Fischinger)

Jahrzehnte schon suchen Astronomen mit dem SETI-Projekt nach Signalen von außerirdischen Zivilisationen, um deren Existenz zu beweisen. Doch gefunden haben sie bisher nichts, dass eindeutig von Aliens aus dem All stammt. Dennoch geben die SETI-Astronomen ihre Suche noch lange nicht auf. Im Gegenteil: der berühmte Astronom Dr. Seth Shostak vom SETI-Institute in Kalifornien würde sogar darauf wetten, dass wir innerhalb der kommenden zwei Jahrzehnte Kontakt mit Außerirdischen haben werden, wie er jüngst in einem Interview erklärte. Wie hoch sein Wetteinsatz ist und warum es an mehr als einem halben Dutzend Orten in unserem eigenen Sonnensystem außerirdischen Leben geben könnte, erfahrt Ihr hier.


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Seth Shostak vom kalifornischen SETI-Institut ist sicher der bekannteste Astronom, der sich aktiv mit der Suche nach außerirdischen Zivilisationen befasst. Dabei ist SETI als Projekt zur Suche nach Radiosignalen von Außerirdischen mit Hilfe von Radioteleskopen auf der Erde eine durchweg “etablierte Wissenschaft”.

Ein Bereich der Astronomie, der zwar seine Kritiker hat, aber eben nichts mit UFO-Forschung zu tun hat, die bis heute  alles andere als “etabliert” angesehen wird.

Nur noch 20 Jahre!?

Shostak ist nach eigener Aussage sicher, dass es nur noch 20 Jahre dauern wird, bis die Menschheit ein Signal von intelligenten Außerirdischen empfängt. Von Aliens irgendwo in den Weiten des Alls, die zumindest technologisch so weit entwickelt sind, dass sie Radiosignale in das Universum senden können. Oder besser gesagt so weit entwickelt waren.

Würde dieses Signal von einem Stern kommen, der 10.000 Lichtjahre entfernt ist, wäre auch die “Botschaft” 10.000 Jahre alt. So wie wir diesen Stern sehen, wie er vor 10.000 Jahren aussah. Diese Zeitspanne benötigt sein Licht um die Erde zu erreichen und damit wäre auch ein Radiosignal der Aliens so lange zu uns unterwegs. Auch Radiosignale bewegen sich nur mit Lichtgeschwindigkeit durch das All und machen so grundsätzlich eine echte Kommunikation mit Aliens mehr als nur schwierig.

Darum werden wir niemals Kontakt mit Aliens haben: Die Außerirdischen löschen sich vorher alle selber aus! Tatsächlich? (Bild: L. A. Fischinger / NASA / Montage: L. A. Fischinger)
Darum werden wir niemals Kontakt mit Aliens haben: Die Außerirdischen löschen sich vorher alle selber aus! Tatsächlich? (Bild: L. A. Fischinger / NASA / Montage: L. A. Fischinger)

Seth Shostak zu diesem Problem:

Wenn sie 500 Lichtjahre von uns entfernt sind, würden wir ein Signal hören, das 500 Jahre alt ist. Und wenn wir zurücksenden: ‘Hi, wir sind  Erdlinge, wie geht es euch?’, dann würde es 1000 Jahre dauern, bis wir wieder von ihren hören. Falls wir von ihnen hören. Es ist also kein wirklicher Kontakt, aber zumindest wüssten wir, dass sie da sind.

Nach Shostak könnten wir binnen der kommenden zwei Jahrzehnte wissen, “dass sie da sind”. Für alle Astronomen sowie Weltraum- und Alien-Fans eigentlich eine erfreuliche Nachricht des SETI-Astronomen, die allerdings einen faden Beigeschmack hat.

Auch Seth Shostak kann die Zeit des ersten Kontakt mit Außerirdischen nur raten. Obwohl durch den technologischen Fortschritt auch SETI immer effizienter wird, beruhen alle “First Contact-Schätzungen” nur auf Spekulationen. Niemand kann verbindlich sagen, ob es in einem Jahr oder 200 Jahren soweit sein wird.

Und so ist auch der Wetteinsatz von Shostak nicht allzu hoch:

Ich wette mit jedem um eine Tasse Kaffee, dass wir innerhalb der nächsten 20 Jahre intelligentes Leben finden werden.

7 mal Leben in unserer Nachbarschaft?

Wie die meisten Astronomen und Planetenforscher auch, ist auch Shostak überzeugt, dass wir Menschen zuerst Leben in unserem eigenen Sonnensystem finden könnten. Mikroorganismen, die auf Planeten und Monden in unserer Nachbarschaft existieren könnten. Der Mars steht hier beispielsweise hoch im Kurs bei der Suche nach Leben im All.

Aber auch der Zwergplanet Pluto, die Jupiter-Monde Europa, Ganymed und Callisto sowie die Saturn-Monde Titan und Enceladus sind als Kandidaten für Leben in der Diskussion.

Shostak dazu im September 2017:

Es gibt mindestens sieben weitere Orte in unserem Sonnensystem, also praktisch vor unserer Haustür, die man mit einer Rakete erreichen kann und auf denen es mikrobiologisches Leben geben könnte.

SETI und die Suche nach Leben im All: Neue Wege bei der Suche nach Außerirdischen? (Bild: NASA/JPL-Caltech / Montage: L. A. Fischinger)
Wo sind die Aliens? Forscher stellen neue Wege bei der Suche nach Außerirdischen vor (Bild: NASA/JPL-Caltech / Montage: L. A. Fischinger)

Ein verlockendes Ziel für die Suche nach primitiven Aliens ist nach Meinung von Shostak und anderen Astronomen der Saturn-Mond Enceladus mit seinen riesigen Geysiren:

Er schießt Geysire in den Weltraum. Man muss dort also nicht landen und man muss keine Bohrungen durchführen. Man schnappt sich einfach ein wenig von diesem Geysir-Schleim, bringt ihn zurück auf die Erde und vielleicht findet man darin Aliens.”

Doch Leben im All muss es einfach geben, so der SETI-Forscher. Das Weltall sei einfach zu groß, als dass es nicht existiert:

Es gibt eine Menge Grundstücke da draußen, richtig? Es gibt eine Billionen Planeten in der Milchstraße. Wir können eine Billion andere Galaxien sehen, jede mit einer Billion Planeten. Wenn sie nicht da draußen sind, dann sind alle diese Leute hinter uns (die beim Gespräch Anwesenden, Anm. LAF) ganz besonders.”

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Gibt es einen bewohnbaren Planeten in unserem Nachbar-Sonnensystem Alpha Centauri? Ein privates Raumfahrtprojekt will ihn suchen

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Gibt es eine "Erde 2.0" im Sonnensystem Alpha Centauri? Ein privates Forschungsprojekt will sie finden (Bild: NASA)
Gibt es eine “Erde 2.0” im Sonnensystem Alpha Centauri? Ein privates Forschungsprojekt will sie finden (Bild: NASA)

Exoplaneten, also Planten, die sich in anderen Sonnensystemen und nicht in unserem befinden, haben Astronomen inzwischen tausende im Weltall gefunden. Doch nicht einer dieser fernen Welten ist eine echte “zweite Erde”, wie wir sie uns vorstellen. Einige Exoplaneten ähneln in ihrer Größe dem unserem, andere könnten flüssiges Wasser besitzen und wieder andere sind eisige oder glühende Riesenplaneten. Aber eventuell muss man nicht weit nach einer bewohnbaren Welt suchen: Nach der Entdeckung eines angeblich “erdähnlichen Planeten” in unserem Nachbar-Sonnensystem Alpha Centauri im Sommer 2016, möchte nun eine private Initiative die Suche wieder aufnehmen. Mittels Spendengeldern und Sponsoren, da die NASA an diesem Projekt kein Interesse hat. Warum sich die NASA sich an dieser speziellen Suche nach einer Erde 2.0 bei unseren Nachbarn nicht beteiligen will und dieses mit privaten Mittel realisiert werden soll, erfahrt Ihr hier.


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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Astronomen in aller Welt sowie die Weltraumbehörde NASA feiern in nicht allzu ferner Zukunft die Entdeckung des 4.000sten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems.

4.000 ferne Welten, die sich um fremde Sonnen drehen und Menschen in aller Welt zu Träumereien um Außerirdische und einer zweiten Erde inspirieren.

Obwohl solche Träumereien eben bisher nur Phantasie sind, sind sie vollkommen gerechtfertigt. Es wurde zwar eindeutig bis heute keine einzige “zweite Erde” im All nachgewiesen, aber das ist sicher nur eine Frage der Zeit. Trotz spektakulärer Pressemeldungen, die vor allem von der Regenbogenpresse aufgebauscht wurden, kennen wir keine Erde 2.0!

Eine zweite Erde um Alpha Centauri?

Alpha Centari, unser kosmische Nachbar im All, besteht aus mindestens zwei Sonnen. Eine davon ist der rote Zwergstern Proxima Centauri, der mit nur 4,24 Lichtfahren Entfernung der nächste Stern von unserer Sonne aus und damit unser direkter Nachbar ist. Genau um diesen Stern brodelte 2016 die Gerüchteküche, da dort eine zweite Erde gefunden worden sein soll, wie in diesem Blog-Beitrag und in diesem Fakten-Check von mir geschildert.

Damals gab die Europäische Südsternwarte (ESO) unter anderem zu diesem Planeten bekannt:

Mit Teleskopen der ESO und anderen Einrichtungen ist es Astronomen gelungen, einen klaren Hinweis auf einen Planeten zu finden, der den nächsten Stern zur Erde, Proxima Centauri, umkreist. Dieser lang gesuchte Planet, genannt Proxima b, umkreist seinen kühlen, roten Mutterstern alle 11 Tage und besitzt eine Temperatur, die Wasser in flüssigem Zustand an der Oberfläche für möglich erscheinen lässt. Dieser Gesteinsplanet hat etwas mehr Masse als unsere Erde und ist der zu uns nächstgelegene extrasolare Planet – vielleicht ist er sogar der nächste Ort außerhalb unseres Sonnensystems, wo Leben existieren kann.

ehlalarm um das mutmaßlich intelligente SETI-Signal aus dem All: es ist “wahrscheinlich terrestrischen Ursprungs” (Bild: Graeme L. White & Glen Cozens [James Cook University] / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Fehlalarm um das mutmaßlich intelligente SETI-Signal aus dem All: “wahrscheinlich terrestrischen Ursprungs” (Bild: Graeme L. White & Glen Cozens [James Cook University] / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Tatsächlich fanden sich bereits 2013 die ersten Hinweise auf diesen Planeten um Proxima Centauri. Doch erst die genaueren Untersuchungen durch die ESO unter Leitung von Guillem Anglada-Escudé sowie die Überprüfung anderer Observatorien erbrachte letztlich im Sommer 2016 den Nachweis.

Weitere Untersuchungen der Bahndaten des Planeten Proxima b wurden am 17. Mai 2017 in dem Magazin “Astronomy & Astrophysics” (Nr. 601) veröffentlicht. Demnach sei die Existenz von flüssigem Wasser auf der Oberfläche unseres Nachbarn möglich.

Das heißt, dass hier in nur ca. 4,2 Lichtfahren Entfernung ein Planet seine Bahnen zieht, der potentiell auch Leben tragen könnte. Primitives Leben allerdings und keine Alien-Zivilisation. Dafür ist der Orbit von Proxima b von nur 11 Tagen um seinen Stern Proxima Centauri ungeeignet. Stabile Verhältnisse über Millionen von Jahren zur Entwicklung von intelligentem Leben sind hier nicht denkbar.

Ebenso ist eine Atmosphäre um diesen Planeten notwendig, um das mutmaßliche Wasser auf diesen auch zu halten. Bisher konnte eine solche Atmosphäre um Proxima b aber noch nicht nachgewiesen werden.

“Projekt Blau”

Die private Weltrauminitiative “Project Blue” möchte genau hier ansetzten und weitere Forschungen realisieren. Die Wissenschaftler des Projektes wollen mit einem eigenen Weltraumteleskop bei den beiden Sonnen von Alpha Centrai überprüfen, ob es dort weitere Planeten gibt. Doch dabei ergeben sich einige Probleme, die “Project Blue” lösen muss.

Das größte davon ist der Umstand, dass der Äquator beider Sterne nicht in Richtung unserer Erde weist. Aber genau auf dieser solaren Äquatorebene würden sich dortige Planeten und damit auch eine Erde 2.0 bewegen. So funktioniert hier die bekannte und bewährte Transitmethode nicht, bei der von der Erde aus die Passage eines kleinen dunklen Planeten vor seiner Sonne zu beobachten wäre. Die minimale Verdunkelung der beobachteten Sonne durch diese Exponaten wäre von der Erde aus messbar.

VIDEO: Mit Facebook Geld ins All: Wissenschaftler wollen tausende Mini-Sonden zu Alpha Centauri senden (Bild: NASA / Montage: L. A. Fischinger)
VIDEO: Mit Facebook Geld ins All: Wissenschaftler wollen tausende Mini-Sonden zu Alpha Centauri senden (Bild: NASA / Montage: L. A. Fischinger)

Am 8. Oktober 2015 präsentierte der Astrophysiker Dr. Ruslan Belikov vom “Ames Research Center” der NASA und seine Kollegen allerdings eine Lösung. Eine “Multi-Star Wavefront Control” (MSWC) genannte Technologie für ein Weltraumteleskop, die genau auf die Anforderungen einer Planetensuche bei Alpha Centari zugeschnitten ist. Die Astronomen würden etwa zwei Jahre lang mit diesen Technologien unser benachbartes Sonnensystem beobachten und auf Planten-Jagd gehen. MSWC wäre in der Lage, um beide Sterne Himmelskörper zu finden. Solche, die sich innerhalb der lebensfreundlichen Zone befinden ebenso, wie Planeten außerhalb der “habitablen Zone ” ihrer Sonnen.

Die “habitable Zone” ist genau jener Bereich um einen Stern, in dem Planeten flüssiges Wasser tragen können. Dort ist es nicht zu heiß und nicht zu kalt und damit theoretisch geeignet für die Entstehung von Leben.

Die NASA lehnte dankend ab

Alpha Centauri liegt nicht nur in unserem kosmischen Vorgarten, sondern eher schon auf der Schwelle unserer Haustür. 4,24 Lichtjahre Entfernung ist im Universum keine wirkliche Entfernung. Zum Vergleich: unsere Milchstraße als eine von Milliarden Galaxien im All, hat bereits ca. 100.000 Lichtjahre Durchmesser.

Diese Nähe zu unserer Heimatwelt ist auch der Grund, warum das Konzept des Weltraumteleskop “Alpha Centauri Exoplanet Satellite” (ACESat) von Belikov und seinem Team so überaus preiswert wäre. Das wissenschaftliche Komitee des “Project Blue” geht davon aus, dass die Weltraumteleskop-Mission ACESat nur zwischen 10 und 50 Millionen US-Dollar kosten würde und 2020 oder 2021 startbereit wäre. Vergleichsweise wenig zu anderen Projekten der NASA. Aufgrund der Nähe von Alpha Centauri wäre auch Weltraumteleskop an sich recht klein.

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Auf der Projekt-Webseite heißt es dazu:

Project Blue will ein kompaktes Weltraumteleskop mit einer Öffnung von 45 bis 50 Zentimeter bauen und starten, um direkte Bilder der bewohnbare Zone des nächsten Sternsystems – Alpha Centauri A und B – zu machen. Mit dem Ziel, den nächstgelegenen und potentiell bewohnbaren Planeten außerhalb unseres Sonnensystems zu entdecken. Das Ziel von Projekt Blue ist es, Fotos von ‘erdähnliche’ Planeten’ zu machen, die den Stern innerhalb der bewohnbaren Zone umkreisen und eine Atmosphäre besitzen, die es ermöglicht, dass flüssiges Wasser auf seiner Oberfläche existiert.

Wenn ein solcher Planet genau wie die Erde wäre, mit Ozeanen und einer solchen Atmosphäre, könnten wir nur ‘blau sehen’“.

175.000 US-Dollar davon will “Project Blue” mit Hilfe der Crowdfunding-Plattform “Indiegogo” sammeln. Mit Stand heute sind hier bisher rund 75.000 US-Dollar zusammen gekommen. Angesichts der Auswirkungen bei Erfolg der Mission, sind die Kosten allerdings mehr als überschaubar. Doch das Interesse an diesen Forschungen fehlt in der Öffentlichkeit, wie sich bereits Ende 2016 zeigte. Da versuchten die Köpfe hinter dem “Project Blue” bereits vergeblich eine Millionen Dollar durch Crowdfunding zu erzielen.

Wieder eine Erde 2.0 im All entdeckt: Planet “Kepler-452b” ist ein “größerer und älterer Cousin der Erde” – aber nicht die Erde 3.0…noch nicht! (Bild: NASA / L. A. Fischinger)
Wieder eine Erde 2.0 im All entdeckt: Planet “Kepler-452b” ist ein “größerer und älterer Cousin der Erde” – aber nicht die Erde 3.0…noch nicht! (Bild: NASA / L. A. Fischinger)

Die NASA als erste Anlaufstelle für solche Ideen und Konzepte lehnte aber das ACESat-Projekt ab. Einen blauen Punkt um Alpha Centauri ist selbstverständlich auch und gerade für die Wissenschaftler der NASA spannend, aber nicht lohnenswert. Die US-Weltraumorganisation hat ehrgeizigere Pläne bei der Suche nach einer zweiten Erde, die Alpha Centauri mit einschließt.

ACESat ist zwar kostengünstig, aber nur auf das Doppelsternsystem Alpha Centauri ausgelegt. Andere und vor allem weiter entfernte Sterne lassen sich mit dieser Technologie nicht nach bewohnbaren Welten absuchen. Würde also die NASA das Programm realisieren und es findet sich keine ferne Welt in der bewohnbaren Zone dort, ist das Teleskop – Weltraumschott.

Die NASA möchte eine eigene Mission für die Suche nach einem solchen Planeten ins Leben rufen, die zahlreiche weitere Sonnensysteme im All absuchen kann. Nicht nur unseren nächsten Nachbarn im Kosmos, der allerdings bei diesem Projekt der NASA auch untersucht wird.

Es soll also wesentlich mehr Geld für wesentlich mehr Unterbringungsmöglichkeiten in die Hand genommen werden. Das ist durchaus nachvollziehbar, sofern man diese Gelder hat. Die NASA-Eigene Mission wäre aber erst in grob acht Jahren soweit.

Für die Forscher des “Project Blue” dauert das einfach zu lange, so das auch Ihr Euch mittels Crowdfunding daran beteiligen könnt …

Ob die Realisierung der ACESat-Mission auch gelingen wird, steht natürlich in den Sternen.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Der Astronom des Papstes würde auch Außerirdische taufen – doch nicht nur er. Aber warum sollte die Kirche das?

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Außerirdische taufen? Der Astronom des Papstes würde es tun - aber nicht nur er (Bilder & Montage: L. A. Fischinger)
Außerirdische taufen? Der Astronom des Papstes würde es tun – aber nicht nur er (Bilder & Montage: L. A. Fischinger)

Das Thema “Kirche und Außerirdische” war in den letzten Jahren bereits häufiger auch Thema auf diesem Blog. Vor allem dahingehend, wie die Kirche heute zur Frage nach Intelligenzen im All steht. Jetzt hat der Jesuit Guy Consolmagno, der Direktor der Vatikanischen Sternwarte in Castel Gandolfo in Italien, in einem Interview gesagt, dass er intelligente Außerirdische auch christlich taufen würde. Der Astronom ist sicher, dass es Leben im All gibt. Doch mit der Aussage, dass er Aliens taufen würde, ist er im Vatikan lange nicht allein. Auch der Papst höchst selbst würde das tun. Nur gibt es bei den vatikanischen Aussagen zu Leben im All und der Taufe von Außerirdischen eklatante Probleme. Welche das warum sind, wieso Aliens keine Juden werden können und wie genau das mit der Taufe von ihnen gemeint ist, erfahrt Ihr erneut hier.


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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Kürzlich berichtete ich über ein Interview des Radios “Deutschlandfunk” mit dem Ex-Astronauten Ulrich Walter. Darin ging es um Leben und Zivilisationen im Universum, wobei Alien-Zivilisationen für Walter zumindest in unserer Milchstraße als mehr als unwahrscheinlich angesehen wurden.

Im Rahmen der Radio-Serie “Ferne Welten” von “Deutschlandfunk” wurde jetzt auch der Astronom Guy Consolmagno interviewt. Er ist der Leiter der Sternwarte des Vatikan, die südlich von Rom im Castel Gandolfo liegt. Eine Sternwarte, die nicht nur im Auftrag des Vatikan und des Papstes das All erforscht, sondern indirekt auch nach Leben darin sucht.

“Ich wäre sehr überrascht, wenn es kein außerirdisches Leben gäbe”

Heute wurde das Interview online veröffentlicht und sorgt dabei bei einigen Medien für erstaunen. Nicht nur, dass Guy Consolmagno sich überzeugt zeigt, dass es außerirdisches Leben geben muss, sondern auch, das solches Leben kein Widerspruch zu seinem Glauben an Gott sei. Eine Aussage, die aber lange nicht neu ist, wie auf diesem Blog immer wieder berichtet wurde.

So etwa sagte Consolmagno im Interview am 5. August zur Frage ob es außerirdisches Leben gibt:

“(…) Aber ich glaube, dass es möglich ist und deshalb forsche ich auch intensiv danach. Und als Direktor des vatikanischen Observatoriums unterstütze ich andere in unserem Observatorium, die auch danach forschen.

VIDEO: Der Vatikan und die Außerirdischen: brauchen wir (eines Tages) Weltraummissionare? (Bild: L.A. Fischinger / WikiCommons/gemeinfrei / NASA/JPL-Caltech)
VIDEO: Der Vatikan und die Außerirdischen: brauchen wir (eines Tages) Weltraummissionare? (Bild: L.A. Fischinger / WikiCommons/gemeinfrei / NASA/JPL-Caltech)

(…)

Ich wäre sehr überrascht, wenn es kein außerirdisches Leben gäbe, zumindest bakteriologisches Leben. Es gibt Hinweise auf bakteriologisches Leben auf dem Titan, dem größten Mond des Planeten Saturn. Und der Titan ist so kalt, dass wir uns dort keine Leben vorstellen könne, wie wir es kennen. Aber organische Verbindungen können seltsame und wunderbare Dinge schaffen und wer weiß, ob sie nicht Leben selbst in der Kälte des Titan erzeugen können.

“Würden Sie einen Außerirdischen taufen?”

Im Interview wurde Guy Consolmagno selbstverständlich auch nach dem christlichen Gott im Zusammenhang mit Außerirdischen gefragt. Ebenso aber auch danach, ob er als Katholik Aliens auch taufen würde. Dazu sagte der vatikanische Astronom:

Nur wenn Sie mich danach fragen würden. Aber diese Frage, danach, ob ich einen Außerirdischen taufen würde, die werde ich immer wieder gefragt und meine schnell dahingesagte Antwort lautete:

Nur wenn sie mich danach fragen würden. Aber in der Tat, das ist eine sehr wichtige Antwort. Denn wenn Sie jemanden taufen wollen, dann müssen sie ihn vor sich haben, sie müssen mit ihm kommunizieren können, sie müssen herausfinden, ob sie ihn verstehen können und ob er Sie verstehen kann. Das alles ist eine Kette von Voraussetzungen. Und wenn dieser Kette irgendwo unterbrochen ist, dann stellt sich diese Frage – ob ich ihn taufen würde.”

Dass Consolmagno als “Astronom des Papstes” diese Frage immer wieder gestellt wurde, liegt nicht zuletzt auch an einem Buch von ihm selber. Denn diese dem Geistlichen immer wieder gestellte Frage wurde auch der Titel eines Buches von ihm und Paul Mueller: “Would You Baptize an Extraterrestrial?“, das unter dem deutschen Titel “Wo war Gott, als das Universum geschaffen wurde?” 2016 erschien.

Aliens – auch der Papst würde sie taufen

Obwohl nach erscheinen des Interviews mit Consolmagno bei “Deutschlandfunk” verschiedene Medien erstaunt darüber berichten, ist diese Aussage nicht neu. Die Presse hat beispielsweise auch nach erscheinen des oben genannten Buches von ihm und Paul Mueller im Sommer erstaunt über diese berichtet.

UMFRAGE: Mehr Deutsche glauben an Außerirdische als an das Jüngste Gericht und ewiges Leben. Über die Karteileichen der katholischen Kirche (Bild: WikiCommons/gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
UMFRAGE: Mehr Deutsche glauben an Außerirdische als an das Jüngste Gericht und ewiges Leben(Bild: WikiCommons/gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Allerdings steht Guy Consolmagno hier in guter (neuer) Tradition zur katholischen Kirche. Auch Jose Gabriel Fundes, der frühere “Astronom des Papstes” an der vatikanischen Sternwarte in Castel Gandolfo, sprach vor fast 10 Jahren in einem Interview umfassend über Leben und Intelligenzen im Kosmos und Gott. Dieses Interview erschien in der angesehenen Vatikan-Zeitung “L Osservatore romano” am 14. Mai 2008 und sorgt damals für viel Wirbel in den Medien.

Wirbel vor allem deshalb, da Fundes einige erstaunliche Aussagen über (intelligentes) Leben im All und die Beziehung des katholischen Glaubens dazu tätigte, die viele Menschen mehr als erstaunten.

Das Zitat “Der Außerirdische ist mein Bruder” (“L’extraterrestre è mio fratello”), so auch der Titel des Interviews, machte 2008 die mediale Runde. Und Funes stellte vor rd. 10 Jahren eindeutig klar, dass der weit verbreitete Glaube an außerirdische Zivilisationen in keinerlei Widerspruch zum Glauben an Gott stehe.

Und der Papst als “oberster Hüter des Glaubens”?

In der Frühmesse im Gästehaus “Santa Marta” im Vatikan am 12. Mai 2014 predigte Papst Franziskus über die katholische Kirche, die ihre Türen immer offen halte. Die Kirche verschließe niemanden die Tore, so der Papst damals. Und das gilt ausdrücklich auch für Außerirdische:

Das ist etwas, was unausdenkbar war. Wenn morgen eine Expedition von Marsmännchen käme, zum Beispiel – grün, mit langer Nase und großen Ohren, so wie Kinder sie malen – und eines von ihnen bittet um die Taufe, was würde dann passieren?

Papst Franziskus bezog sich hier auf die Apostelgeschichte im Neuen Testament. Darin heißt es ab Kapitel 11, ab Vers 1, dass dem Apostel Petrus Vorwürfe gemacht wurden, dass er zum Beispiel “zu unbeschnittenen Männern hineingegangen und (…) mit ihnen gegessen” habe. Ein Problem des aus dem Judentum beginnenden Christentums im 1. Jahrhundert: Dürfen auch unbeschnittene Männer getauft werden? Also auch “Heiden” – Nicht-Juden – Christen werden?

Papst Franziskus dazu weiter:

“Wer bin ich denn, dass ich Hindernisse aufbauen dürfte? Ein schönes Wort für Bischöfe, Priester, auch für Christen im allgemeinen: Wer sind wir denn, dass wir Türen schließen dürften? In der alten Kirche gab es das Amt des Türöffners – der ließ die Leute eintreten. Aber ein Amt des Türschließers hat es in der Kirche nie gegeben!

Und da auch Aliens Nicht-Juden sind, können auch sie die Taufe empfangen. Eben wie die Nicht-Juden im 1. Jahrhundert bei den ersten Christen.

Außerirdische Juden und ein zweiter Jesus Christus?

Wenn Außerirdische zur Erde kommen, können diese zum Judentum konvertieren? Was Rabbiner zu Aliens und Leben im Universum sagen (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Können Außerirdische zum Judentum konvertieren? Was Rabbiner zu Aliens und Leben im Universum sagen (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Fremde Wesen aus dem All sind selbstverständlich keine Juden. Ebenso wenig wie sie irgendeiner anderer Religion der Erde angehören, die wir heute so zur Auswahl haben.

Zumal Außerirdische laut einer umfangreichen Analyse der jüdischen Texte durch den Rabbiner David Geballe in der “Jüdischen Allgemeinen” sowieso keine Juden werden können. Selbst wenn diese es gerne möchten. In meinem Blog-Beitrag “Wenn Außerirdische zur Erde kommen – Was Rabbiner zu Aliens und Leben im Universum sagen” habe ich diese Aussagen des Rabbiner vom 28. Juli 2016 damals einmal genauer dargelegt und hinterfragt.

Immerhin ist Geballe als Rabbiner in seiner Untersuchung zu Frage nach Intelligenzen im All sicher, dass es Aliens geben könnte. Es sei kein Widerspruch zum jüdischen Glauben. Diese Fremden könnten dabei sogar weit intelligenter als wir Menschen sein, unterstrich Geballe 2016 in seinen Ausführungen. Allerdings haben sie keinen freien Willen, da Gott sie für die Menschen erschaffen habe, so der Rabbiner weiter. Kein freier Wille – keine Konvertierung zum  Judentum …

Jose Gabriel Funes, der vatikanische Astronom, der das oben zitierte Interview “Der Außerirdische ist mein Bruder” 2008 gab, legte am 31. Juli 2015 allerdings zu diesem Thema nach. Er erklärte damals, wie ich es HIER kritisch kommentierte, wie es eigentlich mit Aliens und Jesus Christus aussehen würde. Fundes:

Die Entdeckung außerirdischen Lebens heißt nicht, dass es auch einen außerirdischen Jesus gibt. Die Inkarnation von Gottes Sohn ist ein einmaliges Ereignis in der Geschichte der Menschheit, des Universums.”

Wie Ihr HIER von mir nachlesen könnt, ist das Ergebnis von Fundes Überlegungen geradezu erschreckend für uns als Menschheit. Um es milde zu sagen. Es würde nämlich nicht mehr und nicht weniger bedeuten, dass die Menschheit eine Art “Schrecken der Schöpfung” im Kosmos sei. Und zwar nur wir Menschen, niemand anderes im Universum sonst. Nur die Menschheit musste folgerichtig durch Jesus Christus erlöst werden, da er nach dieser Aussage nur einmal in der Geschichte des Universums Inkarnierte. Als Mensch vor 2.000 Jahren.

Wieso dann allerdings Außerirdische die Taufe empfangen sollen, ist ein Rätsel. Die Taufe ist ja der erste Schritt zur Erlösung durch Jesus/Gottes Sohn im Christentum. So gelangt man letztlich zu ewigen Leben. Oder, wie Jesus es im Johannes-Evangelium Kapitel 14, Vers 6 sagte, “niemand kommt zum Vater denn durch mich”.

Und da er ja ausschließlich auf diesem Planten als Erlöser inkarniert sein soll, brauchen  Aliens keine Erlösung und damit keine Taufe, oder?

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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