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Stonehenge: Eine „Landerampe für UFOs“? – Seltsame Aussagen von Kritikern der Prä-Astronautik

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Stonehenge: Eine "Landerampe für UFOs"? (Bilder: gemeinfrei / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)
Stonehenge: Eine „Landerampe für UFOs“? (Bilder: gemeinfrei / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)

Bücher rund um Verschwörungstheorien und Fake-News boomen erneut seit einigen Jahren. Entweder als Widerlegung solche Theorien oder als Promoter derselben. In einem solchen Werk las ich jüngst auch einige seltsame Aussagen rund um Erich von Däniken und der Prä-Astronautik, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.


„Die Anhänger der Prä-Astronautik“

„Die Anhänger der Prä-Astronautik“ glauben oder verweisen auf so Einiges. Zumindest wenn es nach der TV-Serie „Ancient Aliens“ geht, in der immer wieder auf diese „Anhänger der Prä-Astronautik“ verwiesen wird. Sie scheinen schon ein lustiges Völkchen zu sein, diese „Anhänger der Prä-Astronautik“. Zumindest wenn man einige Folgen der US-Serie gesehen hat. Auf was diese alles verwiesen oder was sie glauben, ist fraglos erstaunlich.

Aber glauben sie auch, dass die Megalithanlage von Stonehenge einst als UFO-Landeplattform gebaut wurde? Namentlich: Glaubt das Erich von Däniken als bekanntester Vertreter der Ideen rund um Astronautengötter aus dem Kosmos? Denn genau das habe ich vor einigen Tagen in einem kritischen Buch zu Verschwörungstheorien und Fake-News gelesen. Erschienen 2020 unter dem Titel „Fake Facts“ der Autorinnen Katharina Nocun und Pia Lamberty. Ein durchaus interessantes Buch, auch wenn mich persönlich viele der geschilderten „Fake Facs“ der modernen Gesellschaft nicht interessierten.

Spannend waren hingegen die Ausflüge in die Welt der UFOs und UFO-Sekten bzw. einer solchen Sekte, wie es die Autorinnen nennen. Und später ging es dann im dem Werk auf relativ wenigen Seiten um Erich von Däniken und die Prä-Astronautik. Ziemlich allgemein und ohne Tiefe. Bis zu der Aussage: „sogar Stonehenge soll als Landerampe für UFOs gebaut worden sein“. Dies würde angeblich von Däniken behaupten und sei so im „Jungfrau Park“ in der Interlaken dargestellt. Jenem Park, in dem die Ideen der Astronautengötter bekanntlich in einer Art Freizeitpark dem breiten Publikum präsentiert werden.

Der „Götterschock“

Ich selber war mehrfach in dem Park, habe aber nichts dergleichen in Sachen Stonehenge sei eine „Landerampe für UFOs“ gesehen. Haben das wirklich irgendwo „die Anhänger der Prä-Astronautik“ behauptet? Oder eben von Dänikens selber? Habe ich es übersehen? Vorstellen kann ich es mir nicht. Auch die Quellenangaben in dem Buch an diesen Stellen – es sind nur zwei – geben diese Behauptung nicht her. Und es sind beides nur Online-Sekundärquellen.

Diesen scheint jedoch entnommen worden zu sein, dass von Däniken bei einem Vortrag „von einem drohenden ‚Götterschock‚ und massenhaften Selbstmord gewarnt“ habe, „sollten die Aliens Kontakt zu uns aufnehmen“. „Schließlich seinen wir darauf schlichtweg nicht vorbereitet.“ Genauso ist es auch! Nicht nur von Däniken behauptet das, sondern seit wenigen Jahren ist diese Behauptung salonfähig geworden. „Exo-Soziologie“ nennt man das neu-modisch.

Diverse Autoren, die allesamt nicht aus dem Bereich Prä-Astronautik oder UFOs kommen, haben darüber bereits geschrieben. Beispielsweise sind die Soziologen Michael Schetsche und Andreas Anton auf diesen Zug möglicher „Erstkontakte mit Aliens“ aufgesprungen und haben damit mediales Gehör gefunden. Vor allem auch zu der Frage, wie man sich auf einen Kontakt vorbereiten kann. Als jüngstes Beispiel ist sicher der Astronom Avi Loeb mit seinem Buch „Außerirdisch“ zu nennen, das ich Euch in diesem Video HIER vorgestellt habe. Loeb ist jener Astronom, der bei dem extrasolaren Objekt Oumuamua über eine außerirdische Technologie spekuliert. Auch ich selber als Autor des Phantastischen verweise in Bücher, Videos oder Online-Artikeln immer wieder auf solche mögliche Konsequenzen. Selbst von Seiten der Theologie und Kirche wird sich dahingehend längst Gedanken gemacht, was wäre wenn? …

In dem Buch „Fake Facts“ wiederum ist zu lesen, dass von Däniken mit diesen Gefahren eines Erstkontakt mit Außerirdischen eine „Drohkulisse“ aufbauen würde. Wovor „drohen“? Man sieht, dass es darauf ankommt, wer solche Bedenken eines Kontakts mit Aliens ausspricht. Bei Däniken sind es Drohungen – bei etablierten Wissenschaftlern fundierte Szenarien.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Marsmond Phobos und die Götter aus dem All: Eine angebliche Raumstation und sogar ein „Krieg der Sterne“ um den Mars

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Marsmond Phobos und die "Götter aus dem All": Eine Raumstation und ein Krieg der Sterne? (Bilder: NASA & gemeinfrei / Montage: Fischinger)
Marsmond Phobos und die „Götter aus dem All“: Eine Raumstation und ein Krieg der Sterne? (Bilder: NASA & gemeinfrei / Montage: Fischinger)

Der Planet Mars regte schon immer die Fantasie der Menschen an. Nicht minder wie seine beiden kleinen Monde, die erst 1877 entdeckt wurde. Denn vor allem der Phobos genannte Mond sorgte schon vor Jahrzehnten für Spekulationen. Sogar in unter etablierten Astronomen. Denn es wurde aufgrund der seltsamen Eigenschaften des Marsmondes nicht  nur die These aufgestellt, dass er hohl und vielleicht eine Raumstation von Außerirdischen ist. Ebenso wird spekuliert, ob 1989 diese Außerirdischen für den plötzlichen Verlust einer sowjetischen Raumsonde verantwortlich waren, die Phobos erkunden sollte. Kurz vor dem Verlust habe sie mehr als seltsame Fotos von dort zur Erde gesandt.


Mars, Phobos und Deimos

Im August 1877 entdeckte der US-Astronom Asaph Hall zwei winzige Himmelskörper, die den Planeten Mars umrunden. Schnell stellte sich dabei heraus, dass es sich um Monde handelt. Sie bekamen die Namen Deimos und Phobos. Viele Daten konnte Hall damals nicht über dioe beiden neuen Himmelskörper des Sonnensystems ermitteln.

Heute wissen wir mehr über diese Trabanten des Mars, als noch 1877. Deimos, der kleinere der beiden Monde, sieht aus wie eine Kartoffel und ist nur rund 15 x 12 x 10 Kilometer winzig. Auch Phobos ist verhältnismäßig klein und unförmig. Er misst nur etwa 28 x 22 x 18 Kilometer und hat an einer Seite einen gewaltigen Einschlagskrater namens „Stickney“. Neben vielen anderen Kratern auch, die beide Monde tragen.

Mit unserem Erdmond lassen sich die unförmigen, kleinen Himmelskörper nicht vergleichen. Vielmehr wird vermutet, dass es eingefangene Asteroiden sein könnten, die aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter stammen. Auch die These, dass es Reste eines größeren Marsmondes sind, steht im Raum. Vielleicht, so eine weitere Idee, entstanden sie auch, als ein gewaltiger Einschlag auf dem Mars Material seiner Oberfläche in den Orbit schleuderte. Aus diesen Trümmern formten sich dann Phobos und Deimos.

Phobos, ein sonderbarer Mond

Schon bald nach ihrer Entdeckung 1877 sorgten beide Monde des Mars für Erstaunen. Denn verschiedene Autoren hatten zum Teil Jahrhunderte zuvor deren Existenz „vorhergesagt“. Etwa Jonathan Swift bereits 1726 in seinem berühmten Werk „Gullivers Reisen“. Swift wiederum ließ sich wahrscheinlich von dem legendären Astronom Johannes Kepler inspirieren. Dieser schrieb 1610 in „Gespräch mit dem Sternenboten“ von zwei Monden des Mars, die damals niemand kannte. Heute wird meist angenommen, dass Kepler dies vermutete, da für ihn alles im Kosmos einer gewissen „Harmonie“ folge. Da die Erde einen Mond habe und beim Jupiter damals vier Monde bekannt waren, sollte der Mars zwei besitzen.

Solche Umstände verleiten sicher zu mancherlei Spekulationen und Interpretationen. Hinzu kommt, dass beide Mars-Trabanten sehr nahe den Mars umrunden. Der Orbit von Phobos etwa liegt wenige tausend Kilometer vom Mars entfernt. Zum Vergleich: Unser riesiger Mond hat einen Abstand von rund 380.000 Kilometern. Wobei sich der Mond der Erde und der Marsmond Phobos eigentlich grundsätzlich nicht vergleichen lassen.

Derart ungewöhnliche Monde weckten natürlich schnell auch das Interesse der Raumfahrt. Vor allem der Mond Phobos. So wurden schon 1971 erste Fotos von Phobos von der US-Raumsonde „Mariner 9“ der NASA, die den Mars erkunden sollte, zur Erde gesandt.

Die Sowjets wollten zu Phobos

Überaus ehrgeizig ging später die damalige Sowjetunion die Erforschung des Mondes Phobos an. Sie schickte im Juli 1988 die Raumsonden „Phobos 1“ und „Phobos 2“ (auch „Fobos“) auf dem Weg zum Mars und zu seinem seltsamen Mond. Sie sollten nicht nur den Mond fotografieren, sondern sogar Landemodule auf ihn absetzten. Es wäre ein Triumph für die damals bereits im Umbruch befindliche UdSSR gewesen.

Soweit kam es allerdings nicht. Die erste Sonde ging bereits auf dem Weg dorthin durch einen Programmierfehler verloren, während die zweite Sonde Anfang 1989 den Mars und Phobos erreichte. Doch bevor die Sonde „Phobos 2“ endgültig vom Mars in Richtung seines Mondes Phobos fliegen und später dort ein Landegerät absetzten sollte, brach der Kontakt ab. Am 27. März 1989 ging die Sonde beim Anflug auf den Mond verloren. Bis auf 188 Kilometer (hierzu gibt es auch andere Behauptungen) konnte sie sich Phobos dabei nähren und Fotos während des Anfluges zur Erde funken. Bis der Funkkontakt abbrach.

Das sorgte bereits wenige Tage später für erste Spekulationen. Denn es tauchten Fotos der Sonde auf, die sie kurz vor dem Totalverlust zur Erde schickte. Besonders ein Foto, das einen sehr langen leuchtenden und geraden „Strich“ neben dem Mond zeigt, wurde dabei viel diskutiert. Nicht minder wie ein gigantisches Etwas von 20 Kilometern Länge und 1,5 Kilometern Breite, dass am 25. März 1989 von der Sonde über dem Mond Phobos fotografiert wurde.

Ein „Schatten“, der schnell für ein gigantisches zylindrisches Raumschiff von Außerirdischen gehalten wurde. Verschiedene Berichte in der Presse griffen das Thema der seltsamen Bilder und des Verlustes von „Phobos 2“ auf.

Ein „Krieg der Sterne“ am Mars?

Fotos von Raumfahrtmissionen, ob bemannt oder unbemannt, die UFOs zeigen sollen, sind nichts Ungewöhnliches. In diesem Fall jedoch schon. Denn 1989 erschien in den USA das Buch „Genesis Revisited“ des Prä-Astronautik-Autors Zecharia Sitchin.

Sitchin ist jener Autor, der die Idee in die Welt setzte, dass es in unserem Sonnensystem einen weiteren und bisher unentdeckten Planeten namens Nibiru gibt. Auf diesem Nibiru leben intelligente Außerirdische, die er Anunnaki nannte und die schon vor hunderttausenden von Jahren Raumfahrt betreiben konnten. Diese Anunnaki seine nicht nur auf unserer Erde gewesen, sondern auch auf dem Mars. Und wären, so Sitchin nicht nur in diesem besagten Buch, noch immer dort.

Der Mars diene den Außerirdischen als eine Art Basis oder Relaisstation für ihre Raumflüge in unserem Sonnensystem. Gleichzeitig sei der Rote Planet für diese Wesen hervorragend geeignet, um die Menschheit zu beobachten und leichter die Erde zu besuchen. Immerhin, so die Idee von Sitchin, umkreise ihre Heimatwelt Nibiru in rund 3600 Jahren die Sonne und ist hierbei die meiste Zeit weit draußen im äußeren Sonnensystem. Teilweise noch hinter Pluto. Da verkürzt eine Basis auf dem Mars die Reisezeit zu Erde gewaltig. Sofern sie nicht von Raumssonden der Menschen dort entdeckt werden, haben sie dort auch Ruhe.

Und genau das wäre 1989 beinahe durch „Phobos 2“ geschehen, behauptete Sitchin im selben Jahr in „Genesis Revisited“. Er spekulierte hierbei, dass es keine Panne der Sonde war, sondern womöglich ein „Krieg der Sterne“, wie er es nannte. Die Außerirdischen hätten absichtlich „Phobos 2“ zerstört, damit die Sowjetunion und damit die Menschheit sie dort nicht entdeckt. Allerdings konnten die dort stationiert Anunnaki dabei nicht verhindern, dass die Sonde mehr oder weniger im letzten Augenblick noch Bilder machen konnte. Eben jene, die damals für Rätselraten und Spekulationen sorgten.

Eine Weltraumbasis der Anunnaki

Der Autor Zecharia Sitchin verwies in seinem Buch unter anderem auch auf die nach dem Verlust der Sonde folgenden Berichterstattungen in Magazinen und Zeitungen. Er witterte eine Vertuschung, da in Wahrheit „Phobos 2“ von den Anunnaki mit voller Absicht zerstört wurde. „Der Beweis für die Richtigkeit meiner Vermutung, dass Mars in der Vergangenheit den Anunnaki als Raumstation gedient hat, ist erbracht“, war er in der Folge sogar sicher.

Er glaubte auch, dass die Verantwortlichen der Mission sehr wohl wussten oder zumindest ahnten, dass sich hier etwas Außerirdisches verbirgt. Darum wären die „Phobos“-Sonden auch entsprechend ausgerüstet gewesen, um diese Aliens zu finden. Außerdem ist der Mond Phobos aufgrund seiner geringen Schwerkraft und seiner Nähe zum Mars ganz ausgezeichnet als Basis für bemannte Missionen zum Mars geeignet. Das sehen tatsächlich auch etablierte Raumfahrtwissenschaftler bis heute so.

Sitchin wurde schon damals, 1989, sehr viel gelesen. Sein Buch „Genesis Revisited“ erschien in vielen Ländern als Übersetzung und in Deutsch erstmals 1991 unter dem Titel „Am Anfang war der Fortschritt“. Ab 2004 erfolgten Neuauflagen des Buches unter dem Titel „Die Hochtechnologie der Götter“. Und zwar in einem Verlag, der eine große Reichweite mit Büchern aus dem Bereich der Mysterien der Welt hat. Als bekannter Autor der Prä-Astronautik machte er so den Mythos Phobos weithin bekannt. Und doch geht dieser noch viel weiter zurück. Denn auch Sitchin verwies auf die Idee, dass der Mond Phobos es im wahrsten Sinne des Wortes in sich hat: Er wäre möglicherweise hohl und in Wahrheit eine riesige Raumstation.

Science-Fiction-Fans und Raumfahrt-Pioniere sind schon lange von der Idee begeistert, dass man Asteroiden als Raumstationen nutzen kann. Vielleicht sogar als riesige Raumschiffe. Selbst Hollywood hat noch 2022 mit dem Science-Fiction-Film „Moonfall“, in dem unser eigener Mond in Wahrheit eine Alien-Raumstation ist, diese Idee weiter gesponnen.

Ein hohler Mond?

Doch die Behauptung, dass Phobos hohl und vielleicht im Inneren eine Raumstation ist, kam nicht von ungefähr. Hierbei muss man jedoch immer im Hinterkopf haben, dass es sich hierbei um einen ganz anderen und wesentlich kleineren Himmelskörper handelt, der nicht mit unserem Mond vergleichbar ist.

Die Idee stammt von dem russischen Astronom Iosif Shklovsky aus der UdSSR. Ein hoch angesehener Wissenschaftler, der bis zu seinem Tode 1985 zahlreiche Auszeichnungen für seine Arbeiten bekamen. Ebenso war er Mitglied einer ganzen Reihe renommierter wissenschaftlicher Akademien und Gesellschaften und seit einigen Jahren verleiht die „Russische Akademie der Wissenschaften“ sogar einen Preis mit seinem Namen. Das Gelingen der sowjetischen Mond-Missionen „Luna 1“ und „Luna 2“ 1959 war unter anderem maßgeblich sein Verdienst durch eine von ihm entwickelte Technik zur Navigation im All.

Dieser Pionier und Vordenker der Raumfahrt scheute aber auch nicht vor unkonventionellen Ideen zurück. Außerirdische in der Vergangenheit zog er ebenso in Betracht, wie SETI. Mit dem bis heute weltbekannten und bewunderten Astronomen Carl Sagan veröffentlichte Shklovsky 1966 sogar gemeinsam das Buch „Intelligent Life in the Universe“ zu diesen Themen. Eine Pionierarbeit auch im Sinne der Prä-Astronautik, wie Ihr in diesem Mystery Files-Video HIER seht. Ein Buch, in dem sogar Themen von Zecharia Sichtin und Erich von Däniken vorweggenommen wurden.

Ein Wissenschaftler mit tadellosen Ruf und einer großartigen Karriere, was mit dieser Zusammenfassung seines akademischen Lebens unterstrichen werden sollte. Der aber dennoch die Idee in die Welt setzte, Phobos ist eine Raumstation und innen hohl.

Phobos: Eine außerirdische Raumstation?

Darauf kam Shklovsky recht früh in seiner Karriere, als er versuchte herauszufinden, warum sich der Mond Phobos jährlich um einige Zentimeter den Mars nährt. Eines Tages wird der Mond auf die Oberfläche des Mars stürzen. Sofern er vorher nicht im Orbit zerbricht.

Shklovsky war bekannt, dass die ersten Satelliten, die damals in den Erdorbit geschossen wurden, nicht ihre Umlaufbahnen halten konnten. Auch sie nährten sich wieder der Erde und kamen so vom Kurs ab. Nicht anders wie heute. Die Ursache war damals schnell gefunden und lag unter anderem an der Reibung der Satelliten mit der Erdatmosphäre. Diese hört nicht einfach abrupt auf. Noch in großen Abständen um die Erde finden sich Spuren unserer Atmosphäre, die Sonden oder Satelliten abbremsen oder ihre Bahnen stören. Je weiter von der Erde entfernt, je weniger.

Diese Tatsache übertrug Shklovsky von der Erde zum Mars und seinem Mond Phobos. Auch dort vermutete er, dass die Atmosphäre des Mars, so dünn sie auch sein mag, den Mond aus seiner Umlaufbahn lenkt. Zu seinem Erstaunen passte das aber nicht. Die Atmosphäre unseres Nachbarplaneten ist zu dünn, als das sie die gemessene Abbremsung von Phobos hätte verursachen können.

Eine andere Lösung für das Mysterium musste gefunden werden. Und Shklovsky fand sie 1959 darin, dass seine Berechnungen aufgehen würden, wenn Phobos hohl wäre. Und damit der Mond möglicherweise von einer außerirdischen Zivilisation stammt oder von ihnen als Raumstation umgebaut wurde. Vielleicht sogar von früheren Bewohnern des Mars. Denn schon damals war ein hohler Mond oder Asteroid in der etablierten Astronomie kaum vorstellbar.

Offene Wissenschaftler – damals

Darüber berichtete er unter anderem in seinem 1962 in der UdSSR erschienenen Buch „Вселенная, жизнь, разум“ beziehungsweise „Universe, Life, Mind“. Aus diesem Buch entstand 1966 zusammen mit Carl Sagen das oben genannte Werk „Intelligent Life in the Universe“, das schon damals als Standardwerk zu Thema Außerirdische galt.

Bereits 1964 nahm sich der Astronom Ernst Öpik der Phobos-These von Shklovsky in einem Beitrag im „Irish Astronomical Journal“ (vol. 6, September 1964) an, dessen Herausgeber Öpik selber war. Darin diskutierte er die Frage „ist Phobos künstlich?“ und kam zu dem Schluss, dass die Gravitation zwischen Mars und dem Mond für die Umlaufbahn verantwortlich sein könnte. Also keine Raumstation von Aliens?

In dem Buch „Intelligent Life in the Universe“ nahm Shklovsky mit Coautor Sagan das Thema „künstlicher Phobos“ in einem ganzen Kapitel 1966 erneut auf. Shklovsky diskutiert darin verschiedene Erklärungsmöglichkeiten und die Argumente der Kritiker (Öpik allerdings nicht) und verteidigt seine Hypothese. Unter anderem mit zahlreichen Berechnungen zur Umlaufbahn, Dichte des Mondes oder auch der Marsatmosphäre. Zu damaligen Stand der Forschung sei es sehr wohl möglich, das Phobos wie auch Deimos von früheren Marsbewohnern stammen könnten. So schreibt er:

Die Mehrheit der Wissenschaftler war skeptisch, eine Reaktion, die natürlich völlig verständlich ist. Es wurde jedoch kein einziges wissenschaftliches Argument gegen die Hypothese vorgebracht.“

Er verwies sogar auf einen „Artikel des amerikanischen Astronomen G. M. Clemence vom U.S. Naval Observatory in der amerikanischen Presse“, der von fehlerhaften Daten sprach. Es würde neue Phobos-Daten geben, was, wie Shklovsky schnell heraus fand, damalige Fake-News waren.

(Wissenschaftliche) Spekulationen von einst

Natürlich konnte auch Shklovsky damals nicht beweisen, dass es auf dem Mars eine längst versunken Zivilisation gab, und die Marsmonde künstliche oder hohle Körper sind. Er selber verwies auf zukünftige Forschungen und Daten aus der kommenden Raumfahrt. Doch 1966 schrieb er zu seiner Interpretation unter anderem folgendes:

Könnte Phobos tatsächlich äußerlich starr sein – aber innen hohl? Ein natürlicher Satellit kann kein hohles Objekt sein. Daher liegt die Vermutung nahe, dass Phobos – und möglicherweise auch Deimos – künstliche Satelliten des Mars sein könnten.

(…)

Die Idee, dass die Marsmonde künstliche Satelliten sind, mag auf den ersten Blick fantastisch erscheinen. Meiner Meinung nach ist sie jedoch eine ernsthafte Überlegung wert. Eine technische Zivilisation, die unserer eigenen weit voraus ist, wäre sicherlich in der Lage, massive Satelliten zu bauen und zu starten. Da der Mars keinen großen natürlichen Satelliten wie unseren Mond besitzt, wäre der Bau großer, künstlicher Satelliten für eine fortgeschrittene Marszivilisation bei ihrer Expansion in den Weltraum von relativ großer Bedeutung.

Der Start massiver Satelliten vom Mars wäre wegen der geringeren Schwerkraft auf dem Mars etwas einfacher als auf der Erde. Es ist denkbar, dass der Einfang und die Aushöhlung eines kleinen Asteroiden technisch einfacher zu bewerkstelligen ist als der Bau eines künstlichen Satelliten in der Umlaufbahn aus Material, das von der Oberfläche stammt.“

War es so, dann läge das alles schon sehr lange in der Vergangenheit. Und so lehnt er auch den „bizarren Vorschlag“ des sowjetischen Autoren F. Zigel ab. Dieser spekulierte, „dass die Marsmonde zwischen 1862 und 1877 in die Umlaufbahn gebracht wurden“. Also erst wenige Jahre vor ihrer Entdeckung 1877. Denn Zigel wunderte sich, dass die Monde nicht schon 1862 bei einer günstigen Mars-Stellung zur Erde von dem Astronomen John Herschel entdeckt wurden. Erst 15 Jahre später fand diese Hall mit einem kleineren Teleskop.

Neue Missionen, neue Bilder

All das ist Jahrzehnte her. Doch die Überzeugung, dass auf Phobos „irgendwas nicht stimmt“ ist heute noch weit verbreitet. Auch wenn als Erklärung, warum sich der Mond dem Mars immer weiter nährt, in der Astronomie allgemein akzeptiert worden zu sein scheint, dass die Gezeitenkräfte zwischen Planet und Mond dafür verantwortlich sind. Dennoch wollen Weltraumforscher auch weiterhin natürlich mehr über die Phobos (und Deimos) wissen. Erste beeindruckende Bilder von Phobos machte beispielsweise schon 1978 die NASA-Mission „Viking“, die auch zwei Landemodule auf dem Mars absetzte.

2011 wollten Russland und China mit einer Mission auf Phobos sogar landen. Unter anderem sollten Bodenproben des Mondes eingesammelt werden. Doch die Mission „Phobos-Grunt“ schaffte es nicht mal aus dem Erdorbit heraus, da ein Triebwerk versagte. Sie verglühte im Januar 2012 in der Atmosphäre.

Wesentlich erfolgreicher war die 1996 gestartete NASA-Mission „Mars Global Surveyor“ (MGS), die 11 Jahre ihre Arbeit am Mars verrichtete. Sie landete nicht, sondern erkundete den Planeten aus einem Orbit heraus, um ihn unter anderem zu kartieren. Während dieser Mission machte  MGS auch mehrfach Fotos von Phobos und seiner Oberfläche. 2003 sogar hochauflösende Aufnahmen des Mondes in nie gekannter Qualität.

Erst die 2005 gestartete und bis heute aktive NASA-Mission „Mars Reconnaissance Orbiter“ (MRO) übertraf diese Fotos zum Teil. Obwohl Phobos nicht das Ziel der Mission war, sondern der Mond der Sonde zur Orientierung diente (wie auch Deimos). Auch die 2003 zum Mars geschickte Mission „Mars Express“ (MEX) der europäischen ESA lieferte in all den Jahren immer wieder detaillierte Fotos der Marsmonde. Unter anderem in 3D und mit genauen Bahnbeobachtungen und Analysen der Monde. Immerhin plant die ESA eine Mission, die dort landen soll.

Der „Phobos-Monolith“

All diese Phobos-Bilder, ob von „Mariner“, „Viking“, MGS, MEX oder MRO, zeigen einen gewöhnlichen Asteroiden. Nichts ist zu erkennen, dass sich im inneren eine Basis oder Station von Außerirdischen befindet. Ob von einer untergegangen Mars-Zivilisation, den Anunnaki oder anderen. Wobei man aber durchaus annehmen darf, dass es einer solchen Zivilisation nicht schwer fallen dürfte entsprechenden „Eingänge“ zu tarnen. (Warum das eine Mars-Zivilisation vor Urzeiten vor Beginn der Menschheit getan haben sollte, ist eine andere Frage.)

Doch bekanntlich steht das Auge der Phantasten nie still. So auch bei den Bildern von Phobos, auf denen 1998 etwas Merkwürdiges auftauchte. Aufgenommen hatte das Foto der MGS nahe des Kraters „Stickney“ und es zeigt einen deutlich sich von der Umgebung abheben „Monolithen“. Klar erkennt man auf dem Foto, wie dieses winklig erscheinende „Fels“ einen Schatten über die Oberfläche des Mondes wirft. Was könnte das sein? Auswurf aus dem Krater „Stickney“, der mit seiner Größe das Aussehen des Mondes dominiert? Oder doch etwas Künstliches?

Beeindruckend ist zumindest die Größe des Objektes, die vom „Jet Propulsion Laboratory“ (JPL) der NASA mit rund 85 Metern Durchmesser angegeben wird. Damit wäre der „Monolith“ wohl fast 100 Meter hoch. Was dieses Gebilde auf Phobos wirklich ist, ist bisher unbekannt. Zumindest wurde es sogar zweimal fotografiert (MGS-Bilder SPS252603 und SPS255103). Seit dem wird darüber spekuliert, dass es das Werk von Außerirdischen sein könnte, wie zum Beispiel in diesem Mystery Files-Video HIER schon 2020 dargelegt.

Befeuert werden solche Ideen sicher auch durch eine angedachte Landung in der Region um den „Monolithen“. Geplant wird die Mission „Phobos Reconnaissance and International Mars Exploration“ (PRIME) von Kanada, doch es ist bisher offen, ob diese realisiert werden kann. Selbst  NASA-Astronaut Buzz Aldrin, einer der Mondfahrer von „Apollo 11“ 1969, zeigte sich in einem Interview beeindruckt von Phobos und seinem „Monolithen“, wie im oben verlinkten Video gezeigt.

Nach all den Jahrzehnten der Spekulationen und Geheimnisse der Marsmonde, vor allem um Phobos, wird es wohl noch dauern, bis wir alle seine Mysterien ergründet haben. Und wenn eines fernen Tages Menschen dort selber landen und in den Mond hinein bohren – wer weiß, was sie da finden.

Video-Auswahl zum Thema auf Mystery Files

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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„5 Fragen an …“: Facebook-„Interview“ mit Lars A. Fischinger von Mystery Files nun auch hier online

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5 Fragen an ... Interview mit Lars A. Fischinger von Mystery Files (Bilder: NuoFlix/MysteryFiles.de & I. Komuda / Montage: Fischinger-Online)
5 Fragen an … Interview mit Lars A. Fischinger von Mystery Files (Bilder: NuoFlix/MysteryFiles.de & I. J. Komuda / Montage: Fischinger)

Auf Facebook wurde ich kürzlich gebeten für eine dortige Gruppe rund um die Mysterien der Welt ein Interview zu geben. Für eine dortige Rubrik „Fünf Fragen an …“. In diesem Falle also Lars A. Fischinger. Für alle, die keinen Zugang zu Facebook haben, stelle ich Euch dieses Frage-Antwort-Interview rund um die Welt des Unglaublichen auch an dieser Stelle für Euch online.


Mystery auf Facebook

Auf Facebook gibt es zahllose Gruppen und Seiten, die sich mit Themen der Mystery Files, Grenzwissenschaft, UFOs, Aliens, Prä-Astronautik und sehr vielem aus des Phantastischen mehr befassen. Und so findet Ihr eine entsprechende Seite zu diesem Blog und dem Mystery Files-YouTube-Kanal beispielsweise HIER. Ebenso gibt es eine entspreche Facebook-Gruppe, die Ihr HIER findet.

In diesen Gruppen und auf solchen Seiten tummeln sich die verschiedensten Charaktere, die sich aus unterschiedlichen Gründen für derartige Themen interessieren. Dabei stehen die meisten dieser Gruppen jedem User offen und sind nicht etwa „geheime Gemeinschaften“. So wie die 2014 von Hermann Homberg gegründete Gruppe „Prä-Astronautik, UFOs, Dinosaurier und mehr …“, in der auch ich Mitglied bin.

Dort ist der Gruppenname Programm. Und vor einiger Zeit wurde dort eine Rubrik im Sinne von „Fünf Fragen an …“ von dem Kollegen Homberg eingeführt. Dazu erscheinen in unregelmäßigen Abständen Beiträge zu dieser Rubrik, in denen verschiedene Personen aus der Welt der Mysterien und Grenzwissenschaft diese Fragen beantworten. Diese sind:

  • Frage 1: Wie stehst du zur Prä-Astronautik?
  • Frage 2: Was denkst du über heutige UFO-Sichtungen?
  • Frage 3: Was fasziniert dich an Dinosauriern?
  • Frage 4: Werden Kryptozoologen noch Beweise für Bigfoot und Co finden?
  • Frage 5: Verstecken sich hinter Sagen und Legenden teils wahre Geschichten

Kürzlich dufte auch ich diese Fragen für die Gruppe beantworten. Und für alle, die keinen Zugang zu Facebook haben (wollen), stelle ich Euch dieses Frage-Antwort-Interview auch an dieser Stelle online.

Fünf Fragen an … Lars A. Fischinger

Hermann Homberg: Wie stehst du zur Prä-Astronautik?

Ich bin begeistert von der Prä-Astronautik! Und das nun in diesem September seit genau 33 Jahren. Denn im September 1989 sah ich auf dem TV-Sender Pro7 erstmals 2 Dokumentationen über dieses Thema. Ich war fasziniert und begeistert.

Diese Spekulationen über Außerirdische im Altertum schienen fast alle meine Interessen in einem großen Thema zu „komprimieren“. Schon von den kleinsten Kindesbeinen an begeisterte mich das Unbekannte, Alte, Unentdeckte, der Weltraum, Außerirdische, fremden oder versunkene Kulturen und vieles mehr.

Und so wollte ich schon mit 6 Jahren nach dem Film „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ nach dem großartigen Jules Verne diesen ebenso finden. Es war meine erste „Expedition“ auf den Spuren des Unentdeckten.

Jedoch endete diese „bescheidene“ und unternehmerisch nach bestem Wissen und Gewissen vorbereitete „Forschungsreise“, noch bevor sie eigentlich begann … und ich wurde nach nur etwa einem Expeditions-Kilometer mit meinem Kettcar und Reisegepäck von meinen Eltern wieder „eingesammelt“.

Im selben Alter erzählte mir auch ein 2 Jahre älterer Verwandter beim Familienspaziergang von einer (ausgedachten!) UFO-Landung im Wald nahe unserem Dorf. Für ein „Mystery-Jägerchen“ faszinierend. Nicht minder wie all die kindgerechten Bücher, die den Kleinen die Welt und das Universum verständlich machen wollten. Oder archäologische Ausgrabungen im Zentrum unseres Dorfes zu dieser Zeit. Ebenso kam ich recht zeitnah auch mit der Welt von „Star Wars“ (übrigens Prä-Astronautik-Filme) in Berührung, der ich bis heute treu blieb.

Diese kindliche Begeisterung hielt all die Jahre durchgehend an. Selbst einige „Ausgrabungen“ folgten immer mal wieder mit Freunden. Und diese Freude am Unbekannten wurde immer weiter vertieft, wobei Besuche von Burgen oder Museen, die wohl alle Kinder begeistern, nur einen kleinen Teil weiter dazu beitrugen.

Verschlossene Türen in Museen, Burgen, Kellern, alten Scheunen in meinem Dorf und anderswo mussten einfach geöffnet werden. Was mag sich dahinter verbergen – dort, wo der normale Besucher oder Tourist eben nicht hinter schauen kann? Ein Geheimversteck? Ein Schatz? Ist es vielleicht eine Gruseltür? Wohnen dort fremde Gestalten oder sogar unheimliche Gesellen? Wird hier etwas Geheimnisvolles vor uns versteckt?

Zeitgleich zu meinen ersten Prä-Astronautik-Dokus ab Herbst 1989 boomte auch die „UFO-Welle von Belgien“ in den Medien. Und schon damals begann ich sämtliche Zeitungsartikel usw. zu diesen Themen zu Sammeln (Bild HIER). So wurde ich buchstäblich gleichzeitig mit UFOs und der Prä-Astronautik „infiziert“ und sogleich folgten die ersten Bücher dazu. Nur kurz darauf begann ich selber darüber in der Schülerzeitung zu schreiben, bis 1994 mein erster Artikel in einem „Mystery-Magazin“ in der Schweiz erschien. Nur 2 Jahre später folgte ein erstes Sachbuch.

All das ist Jahrzehnte her. Und noch immer bin ich begeistert von der Idee der „Götter der Sterne“. Doch längst nicht mehr mit der „kindlichen Naivität“ wie einst. Denn seit vielen Jahren ist zu beobachten, dass thematisch die Prä-Astronautik immer schlimmer wird! Themen werden wahllos vermischt und zu neuen gerührt. Meist, so hoffe ich, aus Unwissenheit. Das ist nicht immer falsch. Doch leider hat das inzwischen nicht selten groteske Züge angenommen. Und leider werden die Meinungen oder Argumente der Kritiker oder Skeptiker zu wenig beachtet.

Die Prä-Astronautik ist und bleibt reine Spekulation! Es gibt Hinweise – aber keine Beweise. Hinweise, die man so deuten kann, dass einst Götter aus dem All hier waren. Muss man aber nicht. Doch persönlich bin ich überzeugt, dass sie hier waren. Und grundsätzlich entdeckt man immer wieder für sich neues von alten Kulturen, fremden Orten und uralten Stätten. Plötzlich ist man wieder 6 Jahre alt und sucht den Mittelpunkt der Erde, um es einmal überspitzt zu sagen.

(Hinweis: Detailliert findet Ihr diesen „Werdegang“ HIER auf diesem Blog.)

Hermann Homberg: Was denkst du über heutige UFO-Sichtungen?

Hier ist es sehr ähnlich wie mit dem Thema der „Raumfahrt im Altertum“. UFO-Sichtungen sind real, das bezweifelt niemand (hoffe ich). Und persönlich bin ich überzeugt, dass sich hinter diesem Phänomen eine absolut fremdartige und außer-dimensionale Intelligenz verbirgt. Das absolut Fremde. Auch wenn mit Abstand die meisten UFO-Sichtungen rational und ohne Aliens erklärt werden können.

Eine rein persönliche Vermutung, die ebenso niemand beweisen kann. Vor allem, da wohl keine einzige UFO-Sichtung der Moderne sich blitzsauber als „nicht-menschlich“ beweisen lässt. Auch Aussagen irgendwelcher hochrangigen Militärs oder sonst wem „Wichtiges“ zu UFOs im Sinne von ETs sind keine Beweise im eigentlichen Sinn. Noch nicht, wie ich hoffe.

Ich vermute (und nur das), dass es aber mehr als eine fremde Spezies gibt, die hinter all den Mysterien steckt. Und dies seit unbekannten Zeiten.

Hermann Homberg: Was fasziniert dich an Dinosauriern?

 „Alle Kinder lieben Dinosaurier“, sage ich immer gerne. Und im Grundsatz ist das ja auch so. Schon damals – wie unter Frage 1 zusammengefasst – begeisterten mich diese Bestien der Urzeit sehr. Ein Kind in einem Museum voller alter Knochen und Rekonstruktionen von Urzeit-Wesen wird mit genau dem konfrontiert, was mich bis heute antreibt: Versunkene und unbekannte Welten.

Bis heute gibt es kindgerechte Bücher, die in bunten Bildern und auf Zeitlinien die Welt der Urzeit darstellen. Nicht selten sogar bis heute. Und allein anhand solcher Kinderbücher sollte jedem klar werden: Was ist denn da schon diese neumodische Spezies Mensch auf diesem Planeten?

Hermann Homberg: Werden Kryptozoologen noch Beweise für Bigfoot und Co finden?

„Bigfoot & Co.“ ist eine sehr dehnbare Aussage. Auf jeden Fall steht fest, dass „& Co.“ von Forschern wie auch Kryptozoologen ständig entdeckt werden. Immer neue und vor allem noch lebende Arten, die bisher niemand in der akademischen Welt kannte.

Mit dem „Monster von Loch Ness“ zum Beispiel konnte ich mich hingegen nie wirklich anfreunden. Ich glaube nicht, dass es im Loch Ness eine ganze Population von Nessies gibt, die bisher niemand entdeckte.

Bei „Affenmenschen“ wie Bigfoot sieht das anders aus. Ich bin überzeugt, dass irgendwo auf der Welt eines Tages tatsächlich ein „Bigfoot“ gefunden wird. Wie immer man auch diese „Affenwesen“ lokal dann letztlich auch nennt.

Hermann Homberg: Verstecken sich hinter Sagen und Legenden teils wahre Geschichten?

Auf jeden Fall, ganz sicher! Und das sagen nicht nur Phantasten oder Prä-Astronautiker. Legenden, Sagen und auch Märchen haben sehr oft einen realen Kern, der schon lange Gegenstand von Forschern ist, die nichts mit Themen aus der Welt von irgendwelchen Aliens zu tun haben.

Ganze Studien existieren, die solche alten Überlieferungen untersuchen und mit anderen entsprechenden Mythologien und Legenden vergleichen. Wahre Kerne sind bei einigen solcher Sagen sehr schnell zu finden und im Grunde nicht spektakulär. Zum Beispiel wenn es zu einem bestimmten Ort heißt, hier sei einstmals eine „heidnische Burg“ versunken – und dort tatsächlich eine solche nachgewiesen werden kann.

Spannender ist es bei Legenden, Sagen und sogenannten Märchen, wenn es um fremde Wesen geht. Wie immer sie jeweils heißen oder in lokalen Dialekten genannt werden. Immer sind es jedoch Wesen aus einer Anderswelt. Einer anderen Welt, die gleichzeitig zu der unsrigen existiert … aber doch „anders“ ist. Quasi eine Parallelwelt, Überwelt oder ein Teil einer Multiwelt.

Aus genau einer solchen Welt sollen laut so vieler Legenden & Co. fremde Wesen in unsere Welt eingreifen. Und diese Bewohner agieren dabei oft absolut unsinnig, bizarr und oftmals schon Paranormal. Ob sie nun Feen, Trolle, Zwerge, Elfen, Elben, Gnome oder sonst wie genannt werden. Ich sehe hier einen direkten Zusammenhang zu dem, was heute pauschal als Außerirdische oder Aliens bezeichnet wird.

Unzählige dieser Märchen und Erzählungen gehen in Kernen sehr, sehr weit in die Vergangenheit zurück. Das haben Studien unlängst belegt. Doch praktisch alle, nicht nur in Europa, sind mit christlichen Glaubens- und Moralvorstellungen durchzogen. Nicht immer ist es leicht darin den „wahren Kern“ zu finden. Und letztlich bleibt es dann fraglich oder spekulativ, ob der gefundene „wahre Kern“ auch wirklich einer ist.

Problematisch ist es auch, dass viele solcher Geschichten hunderte oder tausende Jahre mündlich weiter erzählt wurden. So finden sich unzählige Varianten ein und derselben Story in ganz unterschiedlichen Regionen (und Religionen). Und ich bin sicher, dass einige dieser Überlieferungen auch aus mehreren „zusammengesetzt“ und dann weiter erzählt wurden.

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Rätsel um den Golf von Khambhat und die Redin der Malediven: 9500 Jahre alte versunkene Städte in Indien – und anderswo? (+ Videos)

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Indiens versunkene Städte: 9500 Jahre alt? (Symbolbild/gemeinfrei)
Indiens versunkene Städte: 9500 Jahre alt? (Symbolbild/gemeinfrei)

Vor über 20 Jahren machten Entdeckungen auf dem Grund des Golf von Khambhat (auch Golf von Cambay) vor Indien Schlagzeilen. Vor allem in Asien. Denn dort wollen Forscher uralte Ruinen von Städten auf dem Meeresgrund gefunden haben, die vor fast 10.000 Jahren im Meer versanken. Doch solche „versunkenen Ruinen“ gibt es auch anderswo. Etwa die angeblichen Ruinen von Yonaguni vor Japan, dem „Atlantis im Pazifik“. Was hat es damit auf sich? Und was wurde aus den versunkenen Ruinen im Golf von Khambhat? Und könnten diese mit einem mythischen Volk auf den Malediven in Zusammenhang stehen?


Atlantis, die ewige Suche und ewiges Rätsel

Bei versunkenen Städten oder Stätten, denken die meisten Menschen direkt an Atlantis. Denn Atlantis als im Meer versunkenes Reich ist weltweit bekannt und längst Teil der Populärkultur geworden. Kinder können sich aufgrund diverser Filme und TV-Serien dafür ebenso begeistern, wie Forscher und Autoren, die hinter dem Mythos einen realen Kern vermuten.

Dieser Kern bestünde in einem Inselreich, dass vor tausenden von Jahren durch eine Katastrophe in den Fluten des Meeres versank. Seit Jahrhunderten suchen diese Forscher nun schon nach den Spuren dieser Welt vor der Sintflut. Und das im wahrsten Sinne des Wortes rund um den Erdball. Vom Nordpol bis zur Antarktis und vom östlichen Mittelmeer bis in das Hochland der Anden von Bolivien.

Einige suchen sogar noch weiter. Sie vermuten das wahre Atlantis außerhalb der Erde. Zum Beispiel auf dem Mars, einen heute längst zerstörten Planeten in unserem Sonnensystem oder sogar als Raumstation von Astronautengöttern aus dem Kosmos, die in ferner Vergangenheit auf die Erde stürzte. Gefunden und bewiesen hat diese versunkene Ur-Kultur der Menschheit bisher niemand. Und so ist man vielfach längst davon abgewichen, dieses Atlantis als den einen geographisch eng umrissenen Ort zu suchen.

Heute sprechen viele Autoren und „alternative Historiker“ von zahlreichen Orten, Plätzen und Stätten, die mit dieser Ur-Kultur im Zusammenhang stehen sollen. Und dies weltweit und damit längst nicht mehr als die eine Insel, die einstmals im Meer verschwand. Hierbei ist ein immer wieder angeführtes Beispiel Yonaguni im Meer vor der Küste Japans. Eine überaus erstaunliche Steinstruktur auf dem Meeresgrund, die seit über 20 Jahren für Diskussionen und Spekulationen sorgt.

Yonaguni: „Atlantis im Pazifik?“

Das Gebilde von Yonaguni im Ostchinesischen Meer ist heute auch als „versunkene Pyramide“ weltbekannt. Obwohl die steinerne Struktur nicht die geringste Ähnlichkeit mit einer Pyramide hat. Doch auch verschiedene Mainstreammedien haben das Thema längst entdeckt und darüber Artikel oder TV-Dokumentationen gebracht. Zum Beispiel das ZDF in Deutschland schon am 17. Oktober 2002 oder auch am 13. August 2003 in den Dokumentationen „Königreiche der Eiszeit“ und „Atlantis im Pazifik?“.

Viele deuten die Struktur als eindeutig von Menschen gemacht. Andere als Laune der Natur und damit als eine reine geologische Formation. Auch der deutsche Geologe Dr. Wolf Wichmann ist sicher, dass Yonaguni natürlich ist – kein „Atlantis des Pazifiks“ und keine Reste einer eiszeitlichen Kultur. Denn auch Wichmann hat die Strukturen intensiv erkundet und ist überzeugt, dass alles natürlich durch Erosion geformt wurde. Doch menschliche Bearbeitungen schließt auch er nicht aus, wie Dr. Wichmann es mir bei meinen Recherchen  zu meinem Buch „Historia Mystica“ (2010) selber mitteilte. Mehr dazu in diesem Interview HIER.

Der bekannte Autor und Forscher alternativer Geschichtsschreibung Graham Hancock sieht das anders. Er verweist beispielsweise auf ähnliche Funde auf dem dortigen Festland. Der heilige Berg Miwa etwa ist seit Urzeiten ein Kultplatz der dortigen Region und weist in der Tat Ähnlichkeiten zu dem Yonaguni-Felsen im Meer auf. Die Menschen haben natürliche Steine bearbeitet und geglättet und diese vergöttlicht, so Hancock zum Beispiel bereits 1998 in seinem Buch „Spiegel des Himmels“.

Auch Professor Masaaki Kimura von der Ryukyus Universität auf Okinawa sieht das ähnlich. Er erkundet das Monument seit 1995 und vermutet, dass es Reste des versunkenen Kontinentes Mu sind. Eine Art Atlantis – das angeblich im Atlantik lag – im Pazifik.

Versunkene Stätte der Eiszeit?

Kimura was schon vor Jahrzehnten überzeugt, dass das Gebilde auf dem Grund des Pazifischen Ozeans uralt sein muss. Und keinesfalls das Ergebnis einer natürliche Erosion des Gesteins sein kann. Vielmehr vermutet er, dass vor 10.000 bis 12.000 Jahren hier eine Hochkultur am Werk gewesen sein muss, dessen Stätte eines Tages vom Meer verschlungen wurde. Sie versank, als der Meeresspiegel durch die Eisschmelze am Ende der letzten Eiszeit stieg, so Kimura.

Dabei ist es auch denkbar, dass Erdbeben den Landstrich versinken ließen oder zumindest den Untergang beschleunigten. Immerhin liegt Yonaguni südlich der japanischen Hauptinseln in einer Region, die stark von Erdbeben gefährdet ist. Nicht minder wie durch Tsunamis, die die Inseln und Länder des westlichen Pazifik bedrohen. Um sich das vorzustellen, muss man sich nur das Erdbeben vom 11. März 2011 vor Japans Küste ins Gedächtnis rufen. Die Bilder des folgenden Tsunami, der Japan überollte, und die anschließende Reaktor-Katastrophe von Fukushima, hat sicher jeder noch vor Augen.

In der Tat werden Erdbeben, Tsunamis und Fluten für den Untergang vieler legendärer Orte und mythischer Reiche verantwortlich gemacht. Inklusive Atlantis vor tausenden von Jahren und der mittelalterlichen Stadt Rungholt, dem „Atlantis der Nordsee“. Hinzu kommen Katastrophen-Szenarien, die durch den Einschlag eines Asteroiden oder Kometen (oder Bruchstücke von diesen) verursacht worden sein könnten. Der dazu im Vergleich extrem langsame Anstieg des Meeresspiegels nach der letzten Eiszeit gehört jedoch weiterhin zu den Untergangs-Szenarien dazu.

Es ist erstaunlich, dass das „Yonaguni-Monument“ bereits 1987 entdeckt und seit dem Ziel zahlreicher Expeditionen wurde, aber bisher eine verbindliche Erklärung aussteht. Weiterhin steht in der Diskussion, dass alles von Menschenhand geschaffen wurde, nur die Natur den Felsen derart beeindruckend formte oder der Mensch hier und da doch einst einmal das Gestein weiter bearbeitet hat.

Für den Taucher Kihachiro Aratake, der Entdecker der Stätte, sowie den lokalen Tauchtourismus ist der zeitweilige Ansturm auf das Monument im Meer ein Glücksfall. Auch wenn der Fels hier und dort von Menschen bearbeitet wurde, muss man sich aber eines vor Augen halten: Er könnte von einer Eiszeitkultur stammen, die man aber wohl kaum als eine Art „Hochkultur“ mit überragenden Fähigkeiten ansehen kann.

Untergegangene Städte in Indien?

Wesentlich spannender als das Gebilde von Yonaguni ist meiner Meinung nach aber eine Entdeckung, über die vor allem 2001 und 2002 gelegentlich in westlichen Medien zu lesen war. Vor allem aber in der Presse in Asien bestimmte es vielfach die Schlagzeilen. Demnach hatten Forscher des indischen „Nationalen Institut für Meerestechnik“ (NIOT) in Madras im Golf von Cambay (Golf von Khambhat) im Arabischen Meer an der Küste Indiens/Pakistan die Spuren einer uralten Kultur auf dem Meeresboden gefunden.

Eine ganze Reihe Meldungen sprachen damals von einer Sensation, da die Ruinen auf dem Grund des Meeres bis zu 9.500 Jahre alt seien! „Versunkene Metropole der Industal-Kultur im Meer entdeckt“, titelte beispielsweise der wissenschaft.de-Newsletter am 5. Juli 2001. „Indian civilisation 9000 years old“ wussten die BBC News am 16. Januar 2002. Und am 23. Mai 2001 berichtete die Zeitung „The Indien Express“ unter dem Titel „Experts skeptical abaot Govt´s claims on Khambat ruins“ von diesen Entdeckungen. Und tatsächlich sind bis heute „Experten skeptisch“ angesichts der mutmaßlichen Funde auf dem Meeresgrund.

Denn den damaligen Berichten nach wurden die Reste von vermutlich zwei uralten Städten in bis zu 40 Metern Tiefe im Meer gefunden. Städte mit umfangreichen Gebäudekomplexen, die mittels Sonaraufnahmen 1999 und 2000 ausgemacht wurden. Eine dieser Städte könnte sogar neun Kilometer lang und zwei Kilometer breit sein und erstreckt sich entlang eines längst versunkenen Flussbettes. Die gesamte Fundstelle vor der Küste Gujarats soll sich sogar über mehr als 90 Kilometer erstrecken und in 30 bis 40 Metern Tiefe liege.

Die Strömung in diesem Meeresgebiet ist enorm stark und die Sicht unter Wasser schlecht. Deshalb haben die Forscher Bagger und Tauchboote für die Erkundung vor nun mehr über 20 Jahren nutzen müssen. Auch das Verfahren „Sub-bottom-profiling“ kam zum Einsatz, mit dem auch Strukturen unterhalb des Meeresbodens nachgewiesen werden können. Zu erkennen waren, in mehr oder weniger guter Bildqualität, zahlreiche (recht)winklige Strukturen oder Linien. Sie erinnern trotz der Undeutlichkeit der Aufnahmen an die Grundmauern eine Stadt mit ihren Gebäuden.

Der Ursprung der Indus-Zivilisation?

Murli Manohar Joshi, indischer Minister für Wissenschaft und Technologie, berichtete am 19. Mai 2001 begeistert, dass man auch tausende Fundstücke bergen konnte. Sie seien, so der Minister weiter, eindeutig von Menschen oder wurden von Menschen bearbeitet. Datierungen mit der Radiokarbonmethode (C14) erbrachten, dass das untersuchte Holz-Material etwa aus dem Jahre 7500 vor Christus stammt. Damit wären die Artefakte rund 9.500 Jahre alt. Doch welche Städte oder welche Orte sollen damals schon existiert haben, die heute auf dem Grund des Meeres liegen?

Deshalb sprachen die indischen Forscher diese Funde der Harappa-Kultur (Indus-Kultur) zu, die erst seit den 1920er Jahren genauer bekannt ist. Sie wird bisher auf das dritte Jahrtausend vor Christus datiert. Bis heute sind Schrift, Sprache und das Verschwinden dieser technologisch fortschrittlichen Kultur nicht vollständig gelöst. Die Entdeckungen im Golf von Cambay nun verlegen die Harappa-Kultur wesentlich weiter in die Vergangenheit. Sofern hier tatsächlich ein Zusammenhang besteht.

Selbst „Die Welt“ berichtete einst über die Spuren im Meer. „30 Kilometer vor der heutigen Küste hatte in prähistorischer Zeit eine Stadt von ungewöhnlichen Ausmaßen gelegen“, hieß es am 16. August 2002 bei „Welt“. Und über die erstaunlich Datierungen erfuhren die Leser damals:

Kopfzerbrechen bereiten den Wissenschaftler indessen zwei runde, bearbeitete Holzstücke, die auf dem Meeresgrund gefunden wurden. Die Radiokarbon-Analyse datiert das eine Holzstück auf die Zeit um 5500, das andere 7500 vor Christus – Jahrtausende vor Beginn der Induskultur.

Die wirklichen Ausmaße der Strukturen sind bis heute noch immer nicht ermittelt worden. Doch schon damals zeigten die Forschungen, dass es sich um riesige Siedlungen handeln könnte. Dichtemessungen der rechteckigen Gebäudereste mit dem umgebenden Meeresboden legen die Vermutung nahe, dass sie aus massiven Steinen errichtet wurden. So konnten sie auch den Meersströmungen trotzen. Auch einen 600 Meter langen Staudamm förderten die Analysen des Meeresbodens innerhalb des ehemaligen Flussbettes zutage.

„Eine bislang unbekannte Zivilisation“

Professor Glenn Milne, Geologe der Universität Durham (Großbritannien), ist sich sicher, dass eben zum Ende der letzten Eiszeit das Gebiet und damit diese Kulturbereiche überschwemmt wurden. Damit sind diese Städte rund doppelt so alt, wie die Zivilisation der Sumerer im Süden von Mesopotamien, die bisher als die älteste Zivilisation der Welt betrachtete wird. Auch Graham Hancock beruft sich beispielsweise in seinem Buch „Underworld“ (2002), in dem er mehrfach diese Funde vor Indien diskutierte, vielfach auf die Forschungen von Milne.

Leider sind exakte Forschungen nicht nur aufgrund der problematischen Eigenschaften des Meeres dort schwierig, sondern auch aufgrund der Nähe zu Pakistan. Doch das NIOT kündigte weitere Untersuchungen an. Vor allem auch, da natürlich Zweifel an den Gesamtfunden an sich bestanden. Die kamen bereits auf, als Minister Joshi die auf Sonar erkennbaren rechtwinkligen Strukturen sehr frei interpretierte. Etwa als Getreidespeicher, Bäder, Entwässerungskanäle und Wohnhäuser.

Weitere Untersuchungen der Unterwasserstrukturen folgten recht zeitnah. So etwa im November 2001, von Oktober 2002 bis Januar 2003 oder auch noch bis Januar 2004. Vor allem bei diesen Untersuchungen wurden die erwähnten Artefakte geboren. Tonscherben, Steine, Ziegel, Süßwassermuscheln und Holzreste, die an verschiedenen Instituten in Indien untersucht wurden. Zu dieser Zeit bekam die Stätte auch ihre Namen „Gulf of Khambhat Cultural Complex“ (GKCC).

Im „Journal of Indian Ocean Archaeology“ hieß es 2004, dass sich heute längst Riffe über einige der Ruinen gebildet hätten. Der Leiter der Expedition, der führende NIOT-Geologe B. Badrinaryan, berichtete 2010 sogar, dass die versunkenen Städte bis zu 400 Meter unter dem Meeresboden liegen. Sedimente und geologische Prozesse hätten diese immer weiter verschüttet und er wehrt sich gegen die Vorwürfe, die Aufnahmen der Expedition seinen gefälscht oder manipuliert. Anhand der geborgenen Funde ist Badrinaryan sogar überzeugt, dass hier „eine bislang unbekannte Zivilisation“ 7.500 Jahre vor den Sumerern blühte, „die in einer Flut unterging, was wiederum durch regionale und globale Flutmythen bestätigt wird“.

„Archäologische Fantasien“

Ein „kultureller Komplex“, der vor 9500 oder noch weit mehr Jahren versunken ist? Demnach wären hier die Spuren einer unbekannten Kultur, die in Form von Ruinen im Meeresboden liegen. Vielleicht sogar von mehr als einer Stadt aus einer fremden Vorzeit der Zivilisationen der Erde. Solche Aussagen der beteiligten Forscher wurden gleich nach Bekanntwerden von vielen Seiten begeistert wie skeptisch aufgenommen. Hierbei ist die Hauptkritik die Datierung der gefunden Holzstücke, sowie die Interpretationen einzelner Artefakte aus dem Gebiet.

Diese wurden nicht mit Tauchern oder Robotern sorgsam vom Meeresboden geboren, sondern von dort heraus gebaggert. Ein Zusammenhang sei damit nicht nachweisbar. Kritiker meinen ebenso, dass entdeckte Artefakte aus Stein überhaupt keine solchen sind, sondern einen natürlichen Ursprungs haben. Und wenn es tatsächlich erkennbare Objekte sind, dann könnten sie durch Zufall sehr viel später hier auf dem Meeresgrund gesunken sein.

Auch die Radiokarbondatierungen von geborgenem Holz mit einem Ergebnis von rund 9500 Jahren ist für skeptische Archäologen nichtssagend. Sie verweisen darauf, dass es vollkommen natürlich ist, das dort Holz zu finden sei. Immerhin lag der Meeresspielgel in der Eiszeit hier wesentlich tiefer und es wuchsen Bäume und andere Pflanzen. Dies würde keineswegs bedeuten, dass Menschen dieses Holz nutzen. So argumentierte beispielsweise schon 2002 D. P. Agrawal, der Gründer der Laboratorien für C14-Dateriungen in Indien in dem Magazin „Frontline“ (März 2002).

„Archäologische Fantasien“ wären hier aus Indien verbreiten worden, glauben die Skeptiker. Tektonischen Aktivitäten wie Erdbeben sowie die starken Strömungen hätten noch dazu die vorgezeigten Tonfragmente hierher befördern können. Durch das Ausbaggern des Meeresbodens bestünde zudem überhaupt keine Möglichkeit mehr, gefundenen Objekte irgendwelchen Sedimentschichten zuzuordnen. Eventuelle echte Artefakte von der Oberfläche kämen so mit weit darunter im Boden liegenden Objekten zusammen an die Oberfläche.

Vor allem der letzten Kritikpunkt der Skeptiker ist sicher auch für den archäologischen Laien leicht nachzuvollziehen. Bis heute hat sich nichts an diesen Kritiken geändert.

Kontroversen

Was sich bis heute ebenso nicht geändert hat, ist das vorhandene Bildmaterial der mutmaßlichen Ruinen im Meer. Es war schon vor rund 20 Jahren (online) ausgesprochen miserabel in undeutlichen Kleinformaten. Die vor allem den indischen Medien zur Verfügung gestellten Aufnahmen, etwa von Scans des Meeresbodens, kursieren bis heute im Netz. Grade Linien oder geometrische Strukturen mit recht exakten Winkeln sind drauf durchaus zu erkennen. Oder zu erahnen. Mehr nicht.

Und dieser Umstand ist bei der Kontroverse um die „Ruinen im Golf von Khambhat“ nicht von der Hand zu weisen. Das erkannte schon Graham Hancock, der wie wohl kein zweiter weltweit versunkene Stätten, Ruinen und Spuren einer eiszeitlichen Ur-Kultur unter Wasser sucht. In seinem Buch „Underworld“ von 2002, das erst 2019 in deutsch erschien, verweist er zum Beispiel auf die extrem schlechte Sicht im Golf von Khambhat. Für Taucher ebenso wie für Tauchroboter.

Vor Ort konnte Hancock im November 2001 auch mit den verantwortlichen Forschern sprechen. Und zwar von der Pro- wie von der Contra-Seite. So seien die Strukturen der Sonar-Messungen nichts weiter als „Artefakte bildgebender Verfahren“ und damit überhaupt nicht real vorhanden. So Archäologen des nationalen Institutes für Ozeanographie (NIO) in Indien, dass ausdrücklich nichts mit dem NIOT zu tun hat, zu Hancock. Ein anderer Archäologe hielt ihm gegenüber die Ergebnisse schlicht für „Halluzinationen“.

Dennoch unterstreicht er, dass die Entdecker der Strukturen mit ihren Deutungen auf „Spott und Ablehnung“ von Seiten der „etablierten Archäologen“ stoßen. Trotz der „Entdeckung von umwerfender Tragweite“, die den NIOT-Forschern hier gelungen sei. Denn diese, die er 2001 vor Ort zu sehen bekam, seien nach Hancock „spektakulär“. Weiter schreibt er resümierend:

Es wird weiterer Forschungsarbeit bedürfen, um genaue Datierungen vorzunehmen und das Rätsel des Golfes von Khambhat vollständig zu lösen. Das Ausmaß der Ruinenlandschaft verrät uns aber schon heute, dass diese Strukturen etwas bezeugen, das Vertreter der etablierten Gesichtswissenschaft und Archäologie bisher nie anerkannt haben: Die Möglichkeit, dass es in der indischen Vorgeschichte eine verlorene Kultur gab (…).“

Festgefahrene Forschungen

Das Thema der Ruinen im Golf von Khambhat hat sich heute längst im Sande auf dem Grund des Meeres verlaufen. Auch wenn es vor Ort ungleich schwerer ist, hier sichere Ergebnisse zu bekommen – etwa im Vergleich zu Yonaguni -, sollte man 20 Jahren später eigentlich mehr wissen. Doch leider ist der Stand der Forschung und Diskussion vor zwei Jahrzehnten quasi festgefahren.

Ob der Widerstand der etablierten Archäologie hiermit zusammenhängt, ist Spekulation. Warum sollten indische Forscher archäologische Beweise, dass die indischen Kultur tausende Jahre älter ist, als bisher bekannt, verhindern oder verschweigen wollen? Wäre es nicht eine Sensation, die den indischen Nationalstolz auf ihr kulturelles Erbe in ungeahnte Höhen treiben würde?

Oder liegt der Grund ganz woanders, in einer mythologischen Richtung? Denn gerade auch Indien hat eine reichhaltige Mythologie und uralte Überlieferungen, die von einer unbekannten Vergangenheit berichten. Von Göttern und Dämonen aus dem Himmel, von Helden, von einer Sintflut, von fliegenden Wagen fremder Wesen und von versunkenen Ländern und Landstrichen. Wären demnach versunkene Orte einer fremden und mythischen Vorzeit plötzlich real – was könnte in diesen alten Überlieferungen noch real gewesen sein?

Zum Beispiel das mythische und verschwundene Volk der Redin? Von diesem wird auf der Inselgruppe der Malediven im Indischen Ozean berichtet und sie könnten durchaus mit dem Golf von Khambhat und Indien in Verbindung stehen.

Rätselhafte Redin der Malediven

Die Malediven liegen grob 2000 Kilometer südöstlich des Golfes von Khambhat und haben eine bis heute wenig bekannte und erforsche Vorgeschichte. Als sicher gilt, dass hier einst eine unbekannte Hochkultur existierte, die auf den Inseln auch Bauwerke nach Art von Tempeltürmen, Stufenpyramiden und großen Erdhügeln erbaute. Sie werden auf den Malediven Hawitta genannt und sind größtenteils zerstört oder durch die später auf die Inseln gelangen Hindus, Buddhisten und Muslime abgerissen worden.

An ihrer Stelle bauten etwa die Hindus und Buddhisten ihre eigenen Sakralbauten. Bis Jahrhunderte später der Islam kam und diese Bauwerke erneut zerstörte und ihre eigenen Heiligtümer darauf errichtete. Zahlreiche Statuen und bereits vorhandene Steine und Platten wurden dabei auch in Stücke geschlagen und als Füllmaterial späterer Bauten genutzt. Wie in so vielen Teilen der Welt trugen auch Einheimischen der Neuzeit einiges dazu bei, diese Monumente der Vorzeit zu zerstören. Erst 1980 wurde dieser Vandalismus von den Behörden verboten.

Kurz danach kam der legendären Entdecker und Forscher Thor Heyerdahl auf die Inseln. Von 1982 bis 1984 forschte er zusammen mit dem Archäologen Arne Skjølsvold aus Norwegen mehrfach auf den Malediven und führte Ausgrabungen durch. Heyerdahl war sicher, wie er später in seinem Buch „Fua Mulaka“ berichtete, dass zumindest einige der Hawitta Stufenpyramiden waren, die an die 20 Meter hoch errichtet wurden. Ähnlich jener, die man aus Mesopotamien kennt. Ebenso wurden zahlreiche Relikte der unbekannten Vorzeit der Inseln entdeckt.

Was Heyerdahl ebenfalls dokumentierte, waren zahlreiche Geschichten und Legenden über das mythische Volk der Redin. Diese Redin waren nach den alten Überlieferungen auf den Malediven die ersten Bewohner der Inseln. Ein fremdes und längst untergegangenes Volk, von dem nur Erinnerungen blieben. Denn sie waren lange vor den ersten bekannten Einwohnern dort. Vermutlich, so Heyerdahl, praktizierten diese Menschen in der Vorzeit einen „Sonnenkult“.

Kamen die Redin vom Golf von Khambha?

Die Redin, so die Überlieferungen, waren ein starkes und fortschrittliches Volk, dass die Malediven in hervorragend konstruierten Booten beziehungsweise Schiffen erreichte. Ihr Ursprung sei nördlich der Malediven gewesen, was geografisch ausgezeichnet zum Golf von Khambha und der mutmaßlich dort versunkenen Kultur passt. Und da das Archipel der Malediven heute aus fast 1200 Inseln sowie zahlreichen Atollen besteht, waren die seemännischen Künste der Redin auch vor Ort von ausgesprochen großem Nutzen.

So schreibt Heyerdahl über die gesammelten Überlieferungen in „Fua Mulaka“ unter anderem:

Die Redin waren lange vor allen anderen Maledivern gekommen. Nach ihnen und vor der jetzigen Bevölkerung waren auch noch andere Volksstämme dagewesen, aber keiner war so einflussreich gewesen wie die Redin. Sie waren zahlreich. Sie verwendeten nicht nur Segel, sondern auch Ruder und waren daher auf dem Meer sehr beweglich. Es kam vor, dass sie auf einer Insel schliefen, zu einer anderen fuhren, um dort Früchte zu holen, und sich ihr Essen auf eienr dritten kochten, und das alles dank der hohen Reisegeschwindigkeiten, die sie erreichten.“

Als später „die ersten Malediver mit ihren Familien kamen“, hätten sich die Redin zurückgezogen. Sie wollten „nichts mit einfachen Menschen zu tun haben“, so Heyerdahl weiter.

Vielfach wird den alten Legenden über die Redin betont, dass sie die Malediven-Inseln von Norden nach Süden besiedelten. „Die Redin seien zuerst auf Ihavandu gelandet, der nördlichsten Inseln der Malediven“, berichtet Heyerdahl. Sein damaliger Führer Ahmed Saib stammte aus den nördlichen Gebieten, „wo noch unzählige Redin-Geschichten lebendig seien“.

Insel-Hopping von Norden her

Auch der Guide Mohamed Loutfi „erinnerte sich mit Bestimmtheit, dass die Redin zuerst auf den Inseln im äußersten Norden der langen Melediven-Kette gelebt hatten“. Er fertigte für Heyerdahl sogar eine Karte der Inseln an, auf der er mit Pfeilen den mythischen Weg der Redin von Insel zu Insel einzeichnete. Bedauerlicherweise hat Heyerdahl diese Karte nicht in seinem Buch „Fua Mulaka“ abgedruckt.

„Von Atoll zu Atoll nach Süden“ zogen diese mysteriösen Seefahrer bis sie eines Tages verschwanden. Wohin ist unbekannt. Dennoch seien zahlreiche Ruinen wie pyramidenartige Bauten eben genau auf diese Redin zurückzuführen. Nur leider blieb nach mehren Eroberungen, Siedlungswellen, Umbauten und Zerstörungen kaum mehr etwas erhalten.

Auch die Natur selber trug ihren Teil dazu bei. So ist die Insel Muna Fushi, auf der sich mächtige Ruinen befanden, in den Jahrzehnten vor Heyerdahls Expedition auf die Malediven, nach und nach ins Meer gespült worden. Von ihr blieb nichts mehr übrig. Da stellt sich die Frage, wie viel Atolle und Inseln der lang gestreckten Kette der Malediven in der Vergangenheit noch vom Meer verschluckt wurden. Was mag auf dem Meeresboden noch auf seine Entdeckung warten?

Spuren dieses Insel-Hopping der Redin als die ersten Siedler könnten überall um die zahllosen Inseln auf dem Grund des Meeres liegen. Und die Malediven sind für ihre Gewässer als Tauchparadies weltweit bekannt. Es sollte mich nicht wundern, wenn eines Tages solche archäologischen Spuren der unbekannten Seefahrer vor Jahrtausenden auf dem Meeresboden entdeckt werden. Vielleicht durch reinen Zufall in der Nähe einer Insel unter Korallen.

Der Islam kam zuletzt

Noch eine andere Insel dort ist in diesem Zusammenhang spannend. Die Insel Isdu, was sowie bedeutet, wie „die erste gesichtete Insel“. Auf ihr steht die größte Hawitta, die heute auf den Malediven erhalten ist. Dieses Bauwerk ragt, von See aus gesehen, derart hoch über den Horizont, dass man es schon von weit draußen auf dem Ozean sehen konnte. Mit einem Feuer auf der Spitze noch ungleich früher. Thor Heyerdahl konnte sich davon selber überzeugen.

Doch Isdu ist die östlichste Insel des Archipel. Von hier seien einst, so wurde Heyerdahl erklärt, die „königlichen Familien“ ausgezogen, um in der maledivischen Hauptstadt Malé zu herrschen. Dies scheint sich auf die Buddhisten zu beziehen. Denn es wurden dort nicht nur Buddah-Statuen gefunden, sondern die buddhistischen Siedler kamen aus dem Nordosten.

Vermutlich starteten sie im Süden Indiens oder von Sri Lanka aus und überquerten die Lakkadivensee im Norden des Indischen Ozeans. Je nachdem, von wo sie genau in See stachen, sind das grob 500 bis 700 Kilometer Luftlinie über das offene Meer. Nach und nach verdrängten sie den dort bereits vorhandenen Hinduismus, bis – nach der Tradition – im Jahr 1153 der Islam auf die Malediven kam. Bis heute die Staatsreligion des Landes.

Wann das mythische Volk der Redin vor tausenden von Jahren die Malediven erreichte, ist fraglich. Vielleicht kamen sie tatsächlich über das Arabische Meer vom Golf von Khambhat aus, nachdem ihre Siedlungen versanken.

Offen ist bis heute auch, wann die ersten Hindus das Archipel erreichten und besiedelten. Im ersten Jahrhundert nach Christus spielten die Malediven jedenfalls schon eine wichtige Rolle. Der römische Historiker und Schriftsteller Plinius der Ältere schrieb in seiner berühmten Enzyklopädie „Naturalis historia“ bereits über diese Inseln, die er als wichtigen Handelsposten und Zwischenstopp zwischen Ägypten und China dokumentierte.

Der Handel mit „Porzellanschnecken“, die Kaurischnecke, die nur im Indischen Ozean lebt, lief über die Malediven. Die Gehäuse dieser Tiere wurden bis zum Polarkreis in Nordeuropa gehandelt, wo sie in Gräbern in Norwegen gefunden wurden.

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Invasion von Aliens: In unserer Milchstraße könnten vier „bösartige außerirdische Zivilisationen“ existieren – so eine Studie (+ Videos)

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Invasion von Aliens: In unserer Milchstraße könnten vier "bösartige außerirdische Zivilisationen" existieren - so eine Studie (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Invasion von Aliens: In unserer Milchstraße könnten vier „bösartige außerirdische Zivilisationen“ existieren – so eine Studie (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Hollywood macht es uns seit Jahrzehnten vor: Eine Invasion von Aliens auf unseren Planeten, die nichts Gutes im Schilde führen. Wie viele solcher boshaften Alien-Zivilisationen in unserer Galaxis aber tatsächlich existieren könnten, versuchte eine wissenschaftliche Studie zu berechnen. Ebenso die Wahrscheinlichkeit, dass diese Außerirdischen uns tatsächlich eines Tages angreifen oder sogar vernichten werden. Ein Thema voller Spekulationen, wissenschaftlichen Theorien und unendlichen Fragen.


Böse Außerirdische

Bösartige Außerirdische, die plötzlich an oder auf der Erde erscheinen, um unseren Planeten zu erobern und die Menschheit zu vernichten, sind seit über 100 Jahren in der Science-Fiction ein beliebtes Thema. Vor allem angefacht durch den Roman „Der Krieg der Welten“ von H. G. Wells aus dem Jahr 1898. Ein Klassiker des Science-Fiction, in dem aggressive Marsmenschen mit ihrem Raumschiffen beziehungsweise UFOs die Menschheit überfallen.

Seit dem ist der erste Kontakt der Menschheit mit den Außerirdischen ein beliebter Stoff. Und fast immer sind sie bösartig und der menschlichen Zivilisation weit überlegen. Gerne gipfelt es in Materialschlachten, die vor allem Hollywood bildgewaltig in Szene setzt. Die Gründe, warum die Aliens die Erde erobern oder unsere Spezies vernichten oder versklaven wollen, sind dabei vielschichtig.

Einige Videos zum Thema findet Ihr am Ende angehangen.

Und trotz der wenigen Ausnahmen von liebevollen oder friedlichen Besuchern aus dem Kosmos, ist das Bild recht einheitlich: Kommen eines Tages die Außerirdischen – steht es um uns schlecht! Stoff, aus dem Aktionfilme sind.

Wie „ticken“ Außerirdische?

Dabei haben vor allem unter etablierten Wissenschaftlern wie auch „Alien-Forschern“ solche Filme, Serien und Bücher durchaus zahlreiche Kritiker. Hauptargument ist hierbei vielfach, dass Außerirdische, die zu interstellare Reisen fähig sind, ihre „Gewalttätigkeit“ im Laufe ihrer Entwicklung längst abgelegt hätten. Sonst wären sie gar nicht im Stande solche Weltraumreisen durchzuführen, die einen gewaltigen Aufwand an Technologie und Ressourcen voraussetzten.

All das aber wissen wir nicht. Wir haben grundsätzlich nicht den Hauch einer Ahnung, wie außerirdische Zivilisationen im Kosmos „ticken“. Wir können nur „von uns auf andere schließen“. Wenn man an dieser Stelle die diversen Thesen, Aussagen und Überlegungen der UFO-Forschung, die hinter dem Phänomen eben solche Intelligenzen vermutet, einmal außen vor lässt. Hinzu kommt, dass vollkommen unbekannt ist, wie viele intelligente Alien-Zivilisationen im Weltraum überhaupt existieren.

Und von dieser unbekannten Anzahl an technologischen Zivilisationen wissen wir noch weniger, welche individuelle Entwicklung diese durchliefen. Oder wann (und ob) sie anfingen das Universum zu bereisen. Die einen vielleicht vor 100 Millionen Jahren – die anderen erst vor 100 Jahren. Im wahrsten Sinne des Wortes ein Universum voller Fragen. Eines scheint aber gewiss. Nämlich, dass diese fremden Spezies im All einen Grund haben müssen, um den Weltraum zu bereisen.

Generationsraumschiffe von Aliens

Genau bei dieser Frage setzt nicht nur Hollywood an, sondern auch die etablierte Wissenschaft. Denn aufgrund der gigantischen Entfernungen im Kosmos würden diese Völker hunderte oder tausende von Jahren im All in ihrem Raumschiffen unterwegs sein. Sofern sie nicht – was ebenso diskutiert wird – die Lichtjahre mit Hilfe „exotischer Antriebe“ in kürzester Zeit überwinden können. Dann kämen die Fremden mal kurz hier vorbei – und reisen dann wieder zurück …

Das gerne gewählte Mittel zur Fortbewegung im Weltraum ist hierbei ein Generationenraumschiff. Gigantische Weltraum-Archen, in denen Generationen von Aliens durch das Universum fliegen, bis sie eines Tages eine neue Welt für sich finden. Selbst „Alien-Forscher“ Erich von Däniken spricht seit Jahrzehnten davon, dass „seine“ außerirdischen „Götter“ auch mit solchen Generationenraumschiffen vor Jahrtausenden längst hier gewesen sein könnten. Theoretisch sogar vor Millionen von Jahren.

Warum aber sollten sie dann wieder verschwinden? Wenn diese Aliens in ihrem Weltraum-Archen hunderte oder tausende Jahre durch den leeren Raum reisen, dann endlich einen für sie attraktiven Planeten finden – würden diese dann wieder verschwinden und weiterziehen?

Es gibt nur sehr wenige Gründe, warum Außerirdische derartige Reisen antreten sollten. Vielleicht ist ihre Welt längst unbewohnbar. Jedenfalls wäre der Hauptgrund die Suche nach neuen Lebensraum und auch Ressourcen. Genau das, wo all die zahllosen Filme über Alien-Invasionen ansetzten. Träfen sie dann eines Tages genau mit solchen Raumfahrzeugen hier ein, dann stünde die Menschheit sicher im Weg.

Wie der Mensch, so der Außerirdische?

All dies sind Spekulationen, die Grenzwissenschaftler, UFO-Forscher, Hollywood wie auch Astronomen und Science-Fiction-Fans seit Jahrzehnten diskutieren. Einfache Forscher, außerirdische Ethnologen, reisen wohl nicht Jahrtausende durch das All. So wird meist argumentiert. Natürlich auch wieder ohne zu wissen, wie diese Wesen fühlen und denken.

Und ignoriert man die Überlegung, dass Aliens so was wie einen „Warp-Antrieb“ haben, um durch Abkürzungen von Raum und Zeit zu reisen, bleiben in der Tat nur Generationenraumschiffe. Und deren Besatzungen würden nicht einfach mal eben die Erde besuchen. Sofern unsere Welt für diese Wesen geeignet ist, würden sie sicher gerne bleiben wollen. Wir als Menschheit hätten das nachsehen. Dazu weiter unten mehr.

Genau diese Fragen stellte sich auch Alberto Caballero von der spanischen Universidade de Vigo in einer Studie. In dieser versucht er zu ermitteln, wie viele „bösartige außerirdische Zivilisationen“ in unserer Galaxis leben. Wie alle Forschern beziehungsweise „Alien-Theoretikern“ nimmt auch Caballero unsere Spezies als eine Art Ausgangspunkt. Er schreibt unter anderem:

In diesem Papier wird versucht, die Häufigkeit feindseliger außerirdischer Zivilisationen abzuschätzen, indem die Wahrscheinlichkeit extrapoliert wird, dass wir als menschliche Zivilisation einen bewohnten Exoplaneten angreifen oder erobern, sobald wir eine Zivilisation vom Typ 1 auf der Kardaschew-Skala geworden sind, die in der Lage ist, interstellare Reisen in der Nähe durchzuführen.

Die Schätzung basiert auf der weltweiten Geschichte der Invasionen im letzten Jahrhundert, den militärischen Fähigkeiten der beteiligten Länder und der globalen Wachstumsrate des Energieverbrauchs.

Nur vier „bösartige außerirdische Zivilisationen“

„Um die geschätzte Wahrscheinlichkeit einer außerirdischen Invasion durch eine Zivilisation“ zu ermitteln, so Caballero, wird also unsere Vergangenheit bemüht. Natürlich auch verschiedene theoretische Berechnungen, wie viele technologischen Zivilisationen es überhaupt gibt. Allen voran werden diese mit der „Drake-Gleichung“ bestimmt. Gleichfalls aber auch unsere Bemühungen Radiosignale ins das All zu senden, um andere auf uns aufmerksam zu machen.

Denn die Ergebnisse seiner Studie „könnten als Ausgangspunkt für eine internationale Debatte über das Senden der ersten ernsthaften interstellaren Funksprüche an nahe gelegene, potenziell bewohnbare Planeten dienen“. Ein Thema, das auf diesem Blog und dem Mystery Files-Video-Kanal bereits viele Male behandelt wurde. Sollen wir Botschaften in das All senden und uns der Gefahr aussetzten, dass die falschen Außerirdischen sie empfangen? Ein Frage mit dem Potential noch über Generationen diskutiert zu werden.

In dem er aggressive und kriegerische Invasionen von Länder hier auf der Erde in andere Staaten in das All überträgt, kommt Caballero aber zu einem durchaus erfreulichen Resultat in seiner Untersuchung. Demnach gäbe es in unserer Galaxis nur vier kriegerische Alien-Zivilisationen, die für unser Spezies zu einer Bedrohung werden können. Und damit ist die Gefahr überaus gering:

Die Ergebnisse zeigen, dass diese Wahrscheinlichkeit um zwei Größenordnungen geringer ist als die Einschlagswahrscheinlichkeit eines Asteroiden, der einen Planeten zerstört.

Damit wäre unsere Existenz also kaum in Gefahr.

Vorsicht bei Signalen ins All!

Ob es nur vier solcher Zivilisationen gibt, oder letztlich doch 40, es wird kaum etwas daran ändern, wohin wir Botschaften in das All senden. Auch wenn Caballero meint, dass sein Ergebnis für eine Kontakt-Aufnahme der Menschheit mittels Funksignalen „an nahe gelegene, potenziell bewohnbare Planeten dienen“ könnte. Das ist mehr als nur vage.

Woher soll man im Vorfeld wissen, ob diese Welt von bösen Wesen bewohnt wird (oder überhaupt wem), um genau dorthin eben kein Signal zu senden? Und wie soll man solche Signale gezielt in den Kosmos senden, damit keine aggressive Spezies sie zufällig empfängt und von uns erfährt? Denn Warnungen, dass man sehr vorsichtig sein soll, was man in das All sendet, sind nicht neu. Und längst auch kein Thema mehr, dem sich nur Phantasten widmen.

Sitzen solche Invasoren in ihrem Generationenraumschiff und reisen durch das All, wissen wir nicht im Geringsten wo sie wann entlang fliegen. Oder ob eine dieser vier „Krieger-Rassen“ nicht längst auf dem Weg zum uns ist. Möglicherweise reist eine dieser Spezies schon seit 10.000 Jahren in ebenso vielen Weltraum-Archen durch unsere Galaxis. Ausgebreitet durch eine ständige Expansion und Invasion. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit enorm, dass an Bord eines dieser Raumschiff durch einen unglücklichen Zufall unsere ins All gesendete Visitenkarte der Menschheit und Erde entdeckt wird.

Auch wenn es nur vier Völker sind und damit wohl die meisten Außerirdischen uns nicht gleich versklaven oder ausrotten wollen, sind solche Spekulationen immer verlockend. Und es ist immer spannend zu sehen, wie immer wieder wissenschaftliche Studien oder Untersuchungen erscheinen, die im Grunde auch nur spekulieren können. Wenn auch auf einer mehr oder weniger wissenschaftlichen Grundlage. Denn ausnahmslos keine einzige solcher Publikationen kann alles berücksichtigen und bedenken.

Wie lang ist eine Generation?

Kommen wir nochmal zurück zu einem Generationenraumschiff.

Sobald eine Spezies den Plan fasst, dass sie ein solches Raumfahrzeug bauen will, steht sie vor einer riesen Aufgabe. Um tausende oder sogar hunderttausende ihrer Art in diesem Raumschiff das Überleben zu sicher, müssen sie quasi ihre Heimatwelt darin im Kleinen nachbauen. Sofern sie nicht alle in Tiefschlafkammern liegen, die man aus diversen Science-Fiction-Filmen kennt. Auch nicht, wenn diese Rasse längst technologische Lebewesen sind. Als „Roboter“ oder „Cyborgs“ wären unendliche lange Raumflüge bei weitem leichter zu überstehen, als für rein biologische Lebensformen.

Hier könnte man leicht spekulieren, dass diese überhaupt kein Interesse daran haben, einen erreichten Planeten als neue Heimat zu erobern. Ihre Welt in einem solchen Raumfahrzeug reicht ihnen. Gleiches gilt durchaus auch für biologische Lebensformen in einer derartigen Arche. Sinn und Zweck eines Generationenraumschiff ist es ja, dass dort Generationen geboren werden. Sie leben und sterben dort und eine neue Generation folgt.

Kommt dann aber eine der unzähligen Folgegenerationen an einer für sie bewohnbaren Welt vorbei, könnten diese längst kein Interesse mehr an einer Invasion oder ähnliches haben. Sie kennen als Heimat nur ihr Raumschiff. Hierbei spielt es auch eine Rolle, wie lange eine solche Spezies lebt. Werden diese Aliens 1.000 Jahre alt, ist es in Sachen „Generationen“ auch schon wieder ganz anders. Würden Menschen so alt und wir hätten ein solches Raumfahrtzeug, dass zum Beispiel mit nur einem Zehntel der Lichtgeschwindigkeit reist, dann wären wir in nur 43 Jahren bei unserem Nachbarsternsystem Alpha Centauri.

Für Aliens könnten derartige Reisezeiten absolut annehmbar sein.

Mehr als zwei Seiten der Medaille

Wenn Außerirdische solche Raumfahrzeuge bauen, da sie das All kolonisieren wollen oder ihre Heimat tatsächlich untergegangen ist, müssen sie dennoch nicht feindselig sein. Trotz dieses enormen Schrittes, den ihre Spezies damit geht.

Ja, sie müssen nicht einmal überhaupt in ihrer Entwicklung jemals aggressiv und feindselig gewesen sein. Krieg und Gewalt haben sie niemals gesehen und erfahren. Was wir Menschen als „Kolonisation“ verstehen, ist leider bekannt. Die Erschließung und Eroberung von neuem Lebensraum und neuen Rohstoffen, muss längst nicht auch hinter ihren Absichten stecken. Vorstellbar wäre es dennoch.

Doch sind sie vielleicht nicht schon lange hier im Sonnensystem angekommen? Einige denken das. Einige sogar, dass eine heimlicher Invasion längst im Gange ist, wie beispielsweise in diesem Mystery Files-Video HIER gezeigt.

Ein derart gigantisches Raumschiff kann sich durchaus seit tausenden oder Millionen von Jahren innerhalb unseres Sonnensystem vor unseren Augen verbergen. Beispielsweise eine Alien-Heimat von 10 Kilometern Länge, dass sich direkt vor unserer Haustür verborgen oder getarnt hält. In diesem Falle wären die Bewohner dieser kosmischen Arche offensichtlich nicht auf die Eroberung unserer Erde aus. Vielleicht könnten sie hier nicht mal dauerhaft überleben.

Oder ganz anders. Sie denken sich, warum sollten wir unser Raumfahrzeug verlassen, um die Menschheit zu beseitigen und auf der Erde zu leben, wenn es uns doch in unserer Archen-Welt glänzend geht? Wir sind Forscher, also bleiben wir und schauen mal, was aus denen da auf der Erde so wird.

Viele Wenns und Abers, was bei diesem höchst theoretischen Thema nicht ausbleibt. Dennoch hat, wie man an der Studie von Caballero erneut sieht, gerade bei diesem Thema die Medaille nicht nur zwei Seiten. Sie hat auch einen Rand, der sich drehen beziehungsweise rollen lässt. Und damit fast unendliche Möglichkeiten, Modelle und Meinungen zulässt.

Video-Auswahl zum Thema auf Mystery Files

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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3. Alien.de-Konferenz am 19. und 20. August 2022 in Frankfurt am Main: Alle Infos und Programm (+ Video)

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3. Alien.de-Konferenz - August 2022 in Frankfurt am Main: alle Infos und Programm (Bild: alien.de / Bearbeitung: Fischinger-Online)
3. Alien.de-Konferenz am 19. und 20. August 2022 in Frankfurt am Main: alle Infos und Programm (Bild: alien.de / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Alien.de ist seit Beginn der 1990er Jahre ein fester Begriff in der Grenzwissenschaft- und UFO-Community. Und so gab es 2018 und 2019 bereits zwei Alien.de-Tagungen in Frankfurt am Main. Nach der „Corona“-Zwangspause wird es 2022 wieder soweit sein. Martin Schädler, Inhaber und Betreiber von Alien.de, lädt am 20. August zur 3. Alien.de-Tagung in die Main-Metropole. Hier findet Ihr alle notwendigen Informationen, das Programm und mehr rund um die Alien.de-Konferenz.


Alien und Alien.de – Tagung in Frankfurt am Main

Die Anfang der neunziger Jahre gestartete Page Alien.de gilt bis heute. Die meistbesuchte deutsche Seite rund UFOs, Außerirdische, Rätsel der Menschheit, Prä-Astronautik und zahlreichen weiteren Gebieten der Grenzwissenschaft. Ein Server, auf dem sich damals alle großen und kleinen Autoren, UFO-Forscher und -Gruppen, Vereine und Jäger des Phantastischen aller Art mit ihren Webseiten versammelten (Details HIER).

Hier versammelte sich die Pro-Seite ebenso wie die Kritiker und Contra-Seite dieser Themen des Phantastischen. Auch die sehr bekannte UFO-Datenbank der deutschen UFO-Forschungsgruppen nahm auf alien.de ihren Anfang. Wie viele andere auch, so hatte auch ich selber dort meine erste mehr oder weniger richtige Webseite mit dem Namen „Rätsel der Welt“.

Marin Schädler war es damals zu verdanken, dass auf alien.de bereits zu Beginn der 1990er Jahre alle an den Themen Interessierte kostenlos(!) ihre Internet-Seiten veröffentlichen konnten. Von UFO-Organisationen über Mystery-Autoren bis hin zu Skeptiker-Gruppen und Geisterjägern. Gleichfalls bot die immer noch existierende Plattform den Unsern Chats, News, Link-Tipps, Buch-Hinweise, Diskussionsforum und einiges mehr.

Bis heute blieb das einmalig und alien.de ist natürlich unlängst auch bei Facebook zu finden.

Wehmütig denken sicher viele „alte Mystery-Netz-Hasen“ an diese frühen Tage des Internet zurück. Doch jetzt hat Martin Schädler die 3.„Alien.de-Konferenz“ im Herzen von Frankfurt am Main geplant, die am Wochenende um den 20. August 2022 stattfinden wird.

Alles zur „Alien.de-Konferenz“

Die Planungen und Vorbereitungen der Tagung laufen auf Hochtouren und richte sich an alle, die Interesse an Themen abseits des Mainstream haben:

Leute treffen und diskutieren! Willkommen sind alle Interessierte, Involvierte, Betroffene und getarnte Aliens. Treffe Leute mit ähnlichen Interessen und komme ins Gespräch. Auf dieser Konferenz gibt es viele gute und interessante Vorträge rund um das Alien-Thema.

Beachtet dazu auch das am Ende eingefügte Video mit dem Veranstalter und Organisator Martin Schädler.

Zu den Themen gehören auch:

  • UFO-Forschung
  • UFO-Entführungen
  • Prä-Astronautik
  • Aktuelle UAPs / UFOs
  • Disclosure
  • Rätsel der Religionen
  • Mystery
  • Menschheitsgeschichte
  • Verschwörungen

Programm

(Änderungen möglich!)

Detaillierte Informationen zu den Inhalten der einzelnen Vortragsthemen findet Ihr auf der Kongress-Webseite von alien.de HIER.

Freitag, 19. August 2022 – Vorabend

Am Abend davor treffen sich die Speaker in der typisch Frankfurter Gaststätte in Alt-Sachsenhausen „Dauth-Schneider“ (Neuer Wall 5-7 60594 Frankfurt am Main). Jeder Interessierte kann sich zu uns gesellen und sich über grenzwissenschaftliche Themen unterhalten. Meist sind die Gespräche sehr spannend.

Samstag, 20. August 2022

  • 09:30 – 09:45 Uhr: Ankommen – Eintritt bezahlen, Karte zeigen, Platz suchen und ankommen.
  • 09:45 – 10:00 Uhr: Martin Schädler: Begrüßung zur Konferenz: Organisatorisches, Agenda des Tages, Vorstellung der Referenten
  • 10:00 – 10:30 Uhr: Lars A. Fischinger: In den Zeiten der Anderswelt und die Zauberer von Oz
  • 10:30 – 10:40 Uhr: Fragen und Antworten
  • 10:40 – 11:10 Uhr: André Kramer: Ungeklärte UFO-Fälle der GEP
  • 11:10 – 11:20 Uhr: Fragen u. Antworten

11:20 – 11:35 Uhr: 15-Minuten-Pause

  • 11:35 – 12:05 Uhr: Gerhard Gröschel: Technik zum Entdecken von UFOs & Forschungsergebnis
  • 12:05 – 12:15 Uhr: Fragen u. Antworten
  • 12:15 – 12:45 Uhr: Daniel Bechmann & Mirko L.: Die Verbindung zwischen UFOs und dem Paranormalen
  • 12:45 – 12:55 Uhr: Fragen und Antworten

12:55 – 14:10 Uhr: Mittagspause

  • 14:10 – 14:40 Uhr: Werner Betz: Neues aus den Pyrenäen
  • 14:40 – 14:50 Uhr: Fragen und Antworten
  • 14:50 – 15:05 Uhr: GPT-3 / Künstliche Intelligenz: 15 Minuten Meditation
  • 15:05 – 15:35 Uhr: Hubert Berghaus: Roswell – Technologiewäsche für Götter
  • 15:35 – 15:45 Uhr: Fragen und Antworten

15:45 – 15:50 Uhr: 5-Minuten-Pause

  • 15:50 – 16:10 Uhr: Martin Schädler: Aliens
  • 16:10 – 16:20 Uhr: Fragen und Antworten

16:20 – 16:40 Uhr: Kaffeepause

  • 16:40 – 17:10 Uhr: Robert Fleischer: Neues aus dem Pentagon über UAPs
  • 17:10 – 17:20 Uhr: Fragen und Antworten
  • 17:20 – 17:40 Uhr: Francis Chirimuuta: UFO Witness
  • 17:40 – 17:50 Uhr: Fragen und Antworten

17:50 – 17:55 Uhr: 5-Minuten-Pause

  • 17:55 – 18:40 Uhr: Große Talkrunde: Alien-Kontakt
  • 19:10 – open End: Abendessen, Diskussionen und gemütliches Beisammensein – erneut im „Dauth Schneider“

Veranstaltungsort

DJH Jugendherberge
Terrassensaal
Deutschherrnufer 12,
60594 Frankfurt am Main

Veranstalter

Alien.de / Martin Schädler
Kontakt und Anfragen HIER

Referenten-Hotels

Hotel Maingau
Schifferstraße 38 – 40
60594 Frankfurt am Main
http://www.maingau.de

Haus der Jugend
Deutschherrnufer 12,
60594 Frankfurt am Main
http://www.jugendherberge-frankfurt.de/

Karten

  • Vorverkauf: 75 Euro
  • Abendkasse: 80 Euro

Karten erhältlich im alien.de-Shop HIER .

Video zum Thema mit dem Veranstalter Martin Schädler

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Video: Spekulation um das Grabtuch von Turin: Ist das Leichentuch Jesu nur eine alte Tischdecke aus einer Abtei in England?

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Video: Das legendäre Turiner Grabtuch - ist es in Wahrheit nur eine alte Tischdecke aus England? (Bild: gemeinfrei)
Video: Das legendäre Turiner Grabtuch – ist es in Wahrheit nur eine alte Tischdecke aus England? (Bild: gemeinfrei)

Unter den zahllosen Reliquien der katholischen Kirche ist sicher das Grabtuch von Turin die bekannteste. Es sei das Leichentuch Jesus Christus und 2000 Jahre alt, sagen die Befürworter der Echtheit des Tuches. Nein, sagen dagegen die Kritiker, und halten es für einen absichtlichen Schwindel aus dem Mittelalter. Jetzt kommt eine neue Spekulation zum Ursprung des Grabtuches hinzu. Denn ein britischer Skeptiker behauptet, in Wahrheit sei das Tuch nur eine Tischdecke eines Klosters gewesen. Durch reinen Zufall habe sich das Abbild darauf abgezeichnet, als es anderweitig verwendet wurde! Eine mehr als erstaunliche Interpretation, wie Ihr hier erfahrt.


Das Grabtuch von Turin

Das Grabtuch von Turin oder Leichentuch Jesus ist die bekannteste Reliquie der Christen. Denn angeblich sieht man darauf den gekreuzigten Jesus Christus. Entstanden sei dieses Abbild durch ein göttliches Wunder, wie es heißt. Was jedoch Kritiker ganz anders sehen, da diese die Reliquie für eine Fälschung aus dem Mittelalter halten. Ein endloser Streit, der nun um eine weitere Erklärung reicher ist.

Denn der Brite David Adkins sieht in dem Turiner Grabtuch nichts weiter als eine alte Tischdecke aus der Burton Abbey in der Grafschaft Staffordshire in Großbritannien. Ein einfaches Tischtuch, dass die dortigen Mönche 1340 nutzen, um eine Statue einzuwirken. Zum Schutz während umfangreicher Renovierungen ihrer Abbtei. Nach Abschluss der Renovierungen stellten sie fest, dass die umwickelte Figur sich in ihrer Tischdecke abgebildet hatte. Und so witterten sie ein Geschäft und fertigen daraus jene Reliquie, die als Leichentuch von Turin weltbekannt wurde.

Eine mehr als ungewöhnliche Deutung, die sogar etwas mit der Bundeslade, dem Heiligen Gral, dem Schatz der Templer und den legendären Orden der Tempelrittern selber zu haben soll. Und sogar mit der Legende um König Artus.

Mehr in diesem Mystery Files-Video vom 22. März 2022.

Mystery Files-Video

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Vimanas im alten Indien: Fliegende Wagen der Götter am Himmel und im All – der ewige Streit um Außerirdische in Indiens Antike

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Vimanas: fliegende Wagen der Götter im alten Indien - der ewige streit (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Vimanas: fliegende Wagen der Götter im alten Indien – der ewige streit (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Mystery-Forscher und Autoren der Prä-Astronautik durchforsten seit Jahrzehnten alte Texte und Schriften nach scheinbar modernen Inhalten. Vor allem auch nach Göttern des Himmels, die in fliegenden Wagen oder Geräten beschrieben werden. Solche Gefährte heißen in den alten heiligen Büchern Indiens nicht selten Vimana. Fluggeräte von fremden Wesen aus ebenso fremden Welten oder vom Himmel. Aber stimmt es, dass solche Flugwagen der indischen Götter, Helden und Dämonen nur reine Phantasie diverser Autoren sind, wie es Kritiker der Prä-Astronautik immer wieder sagen?


Vimanas im Alten Indien

Biblische und verwandte Texte aus alter Zeit berichten von zahlreichen „Himmelfahrten“ und überliefern derartige „Gotteserfahren“. Es sind Beschreibungen des fliegenden „Thronwagen Gottes“. Kein Wunder also, dass die Autoren der „Ancient Aliens“ sich schon vor 60 und mehr Jahren an biblische Schriften heranwagten, um diese „modern“ zu interpretieren.

Es bietet sich ja an, denn eine Bibel hat eigentlich jeder im Haus und auch die nicht-biblischen Texte sind leicht zu bekommen.

Aber in der modernen Prä-Astronautik sind heute auch die uralten Texte aus Indien nicht mehr wegzudenken. Quasi unter dem Ladentisch kursiert zum Beispiel eine 140-seitige Dokumentation über „Vimana in Ancient India“. Unter dem Ladentisch deshalb, da sie im Selbstverlag in winziger Auflage 1985 im indischen Kalkutta erschienen ist. Darin wird die Bezeichnung „Vimana“ aus den alten Schriften als Fluggeräte von außerirdischen Göttern identifiziert.

Autor dieser Zusammenfassung über diese Vimanas war Professor Dileep Kumar Kanjilal von der Universität Kalkutta. Seines Zeichens ein Kenner der altindischen Schriften des Sanskrit. Er übersetzte alte Texte ins moderne Englisch und beim Studium seiner Arbeit scheint es eigentlich keinen Zweifel mehr zu geben: „Die alten Götter Indiens flogen in Raumschiffen herum! Die Vimanas waren Fluggeräte von Außerirdischen!“

Kritiker spotten, wenn sie diese Arbeit überhaupt kennen, bis heute über den Inhalt dieser Broschüre. „Pure Phantasie“ schreien diese und sprechen Professor Kanjilal jegliche Qualifikation ab. Mehr noch, im Internet heißt es unter Skeptikern seit Jahren, dass diese Übersetzungen nur Erfindungen wären. Und zwar auf Wunsch von keinem geringeren als Erich von Däniken selber.

Skeptiker

So schrieb bereits vor mehr als 10 Jahren ein Skeptiker (den ich hier nicht namentlich nennen werde) in seinem Internetforum sogar folgendes:

Dieser Inder, der gute Kanjilal, hat für Erich von Däniken eine Wunschübersetzung angefertigt. Das hat Däniken (…) einem anderen Prä-Astronautik-Autor gestanden. Er hat ihm einfach mit einem mehrfachen Jahresgehalt vor der Nase rumgewedelt, darauf ist er eingeknickt.“

Beweise für diese Unterstellung gab es von Seiten des Kritikers damals nicht.

Was aber ist denn nun ein Vimana, das viele Prä-Astronautik-Autoren als Raumfahrtzeug oder Luftfahrzeug von Außerirdischen betrachten? Ein einschlägiges Sanskrit-Lexikon von 1999 unter dem Stichwort „Vimāna“ verrät es. Demnach ist es ein…

Fahrzeug der Götter, welches sich von selbst bewegen kann; ein Luftwagen; Tempel, Thron; Maß, Proportion; eine Person, die allen Stolz und Egoismus aufgegeben hat und zum Himmel aufsteigt.“

Tatsächlich sollten hier Grenzwissenschaftler aufhorchen. Götterfahrzeuge sind ja für für viele Mystery-Jäger Fahrzeuge von Außerirdischen. Und auch heute noch heißen Flugzeuge in Indien zum Teil „Vimana“. Ebenso Tempel oder Teile der Tempel, wie etwa die Spitze. Pauschal gibt es demnach nicht das oder die eine Vimana. Und Professor Kanjilal übersetzte in seiner „modernen Interpretation“ von 1985 Vimana schlicht mit „Raumschiff“.

Doch auch abseits von „vorbelasteter Literatur“ sind diese indischen Flugwagen der Götter aufzuspüren. Und dies nicht zu knapp.

Ein leuchtender Himmelswagen

Im Jahre 1824 veröffentlichte Professor Franz Bopp seine Arbeit „Ardschuna’s Reise zu Indra’s Himmel nebst drei anderen Episoden des Mahâ-Bhârata“ über die Reise des in Indien legendären Helden Ardschuna in den Himmel. Der Text stammt aus dem berühmten, Jahrtausende alten Nationalepos Mahabharata.

Es handelt sich dabei um genau jenem Text, der auch angeblich das bereits HIER analysierte „Atombomben-Zitat“ enthält. Also Aussagen, die auf den Einsatz von Atombomben vor tausenden von Jahren hindeuten sollen.

Wir lesen bei Bopp Erstaunliches. So erfahren wir, dass der Held Ardschuna sich eines Tages wünschte, dass ein „Wagen“ (Vimana) kommen solle, was er daraufhin auch mit viel Tamtam tat:

Und mit Matali (der göttliche „Pilot“, Anm. LAF) kam plötzlich im Lichtglanze der Wagen an, Finsternis aus der Luft scheuchend, und erleuchtend die Wolken all, Die Weltgegenden anfüllend mit Getöse, dem Donner gleich. Der falben Rosse zehn tausend zogen mit Windeseile ihn. Himmlisch Zaubergebild war es, ein augenraubendes fürwahr. (…)

Auf dem Wagen sodann stieg er (Ardschuna, Anm. LAF), glänzend so wie des Tages Herr. Mit dem Zaubergebild führ er, dem Sonn’-ähnlichen Wagen nun, Dem himmlischen, empor freudig, der weise Spross aus Kuru’s Stamm.“ (nach Bobb, S. 1-3)

Mit diesem fliegenden Wagen nun stieg der tapfere Krieger Ardschuna in den Himmel auf. Dort sollte er den Gott Indra treffen. Und es wird richtig spannend:

Als er nun dem Bezirk nahte, der unsichtbar den Sterblichen, Erdewandelnden, sah Wagen, wunderschön’ er zu Tausenden. Dort scheint Sonne nicht, Mond nicht, dorten glänzet das Feuer nicht, Sondern in eigenem Glanz leuchtet allda, durch edler Thaten Kraft, Was in Sternengestalt unten auf der Erde gesehen wird, Ob großer Ferne gleich Lampen, obwohl es große Körper sind.“

Der biblische Abraham lässt grüßen – wie HIER dargelegt …

Mit einem Vimana zu den Sternen

Es heißt folglich, dass der mutige Held mit einem göttlichen, fliegen Wagen in den Himmel fuhr. Dort erreichte er einen für die Menschen der Erde („Erdenwandlern“) unsichtbaren Bereich. Wie bei Abraham heißt es auch hier, dass es dort kein Feuer gibt. Dunkel scheint es auch zu sein. Aber phantastisch – und wie wir heute wissen richtig – klingt die Aussage, dass Sterne, die von der Erde aus wie „Lampen“ erscheinen, in Wahrheit „große Körper“ sind, die von selber leuchten.

Professor Bobb hat diese Texte aus dem Sanskrit selber übersetzt. Kritiker sagen auch hier, der Herr Professor hat 1824 phantasiert. Nun, auch wenn es vor bald 200 Jahren keinen Erich von Däniken gab, lohnt sich ein Blick in andere Übersetzungen.

Meine fast 5000 Seiten lange englische Übersetzung „The Mahabharata of Krishna-Dwaipayana Vyasa“ von 1883 bis 1896 des Mahabharata von Kisari Mohan Ganguli verrät nach emsigen suchen, wo der Text steht. Er findet sich im dritten Buch, dem Vana Parva, Teil 42, (Indralokagamana Parva). Und vor allem: er stimmt! Sehr kleine Unterschiede der Übersetzungen von Bobb aus dem Original ins Deutsche und von Ganguli ins Englische, sind wie zu erwarten zu finden.

Die fliegenden Vimama-Himmelswagen („celestial car”), das Getöse, die Reise in den Himmel, den man von der Erde nicht sieht, die tausende von Himmelswagen dort und die Aussage über die Beschaffenheit der Sterne sind jedoch vorhanden. Phantasiert hat demnach Bobb vor 100 Jahren nicht!

„Die Wirklichkeit der Götter“

Der Autor Lutz Gentes hat seit 1977 bisher vier spannende Analysen und Interpretationen altindischer Berichte über Flugwagen und ganzen Schlachten am Himmel vorgelegt. Damals erschien eine erste Arbeit mit dem Titel „Zur Frage der Tatsachlichkeit von Kontakten zu Außerirdischen in Altertum und Vorzeit“ als Sonderband der UFO-Forschungsorganisation MUFON.

Eine neue, umfassende Analyse soll folgen, wie ich bereits vor Jahren von ihm erfuhr. Vor allem ist er sicher, dass es ganze Schlachten und Städte im oder am Himmel (Raumstationen?!) gab. Die Schriften der alten Inder sind voll damit und immer wieder reisten Helden in diese Himmelstädte. „Himmlische und großartige Hallen“ im Himmel, die „mit dem Glanz von Feuer“ erbaut waren, oder eine goldene „Stadt in der Luft“ mit Namen Hiranyapura (= „Stadt aus Gold“) überliefern die alten Inder, so Gentes.

Als Autor des Phantastischen legte er beispielsweise auch 1995 seine Arbeit „Der Krieg gegen Dwârakâ: Beschreibung eines Luftangriffs im altindischen Mahâbhârata und Bhâgavata-Purâna“ (Scientific Ancient Skies, Band 2, 1995) vor. Fand damit aber wohl aufgrund mangelnder Reichweite weniger Beachtung. Das änderte sich erst ein Jahr später mit seinem ersten Buch „Die Wirklichkeit der Götter“, in dem er sehr detailliert Flugwagen, Raumstationen und Luftschlachten aus den indischen Texten analysiert. Hier war der Untertitel des Buches Programm: „Raumfahrt im frühe Indien“.

Rund 15 Jahre nach seinem Buch „Die Wirklichkeit der Götter“ von 1996, entdeckten auch Kritiker das umfangreiche Werk. Und so kam schon Ende 2009 im Internet eine Diskussion um genau diese Arbeit auf. Eine Diskussion, in der sich zwei Monate lang hitzig Pro und Kontra ablöste. Um nicht zu sagen: eine explosive Debatte.

„Unhaltbarer Blödsinn“?

Man dürfe den Laien Gentes nicht ernst nehmen, er hat keine Kompetenz und hat sich alles aus den Fingern gesogen und fälsche mit Absicht, waren noch nette Bezeichnungen der Skeptiker. Der „Rädelführer“ unter den Skeptikern gab jedoch in dem damaligen Internetforum „Rätsel der Vergangenheit“ bereits früh zu:

Aber ich muss zugeben, dass ich das Gentes-Buch nicht gelesen habe und auch nicht vorhab, dies zu tun.“

Aha? Alle modernen Deutungen erkenne dieser Kritiker (auch ohne sie gelesen zu haben) direkt als „unter aller Sau“, „völlig bekloppte Versfälschungen“, „unhaltbarer Blödsinn“ und „abstrus“.

Der eifrigste Skeptiker brüstete sich sogar, dass Gentes schon mit „krimineller Dreistigkeit“ „völlig bekloppte Verfälschungen“ veröffentlicht habe. „Wenn ich mit Lutz Gentes fertig bin“, tönte ein Kritiker, „ist er so erledigt, wie man nur sein kann“. Und ein Vertreter der Pro-Seite sei nichts weiter als „aufgeblasener Dummschwätzer“.

Es dauerte nicht lange, und die Befürworter der Prä-Astronautik und der Skeptiker-Rädelsführer drifteten in ihren „Diskussionen“ in die Fäkalsprache ab. Natürlich wurde auch mit dem Staatsanwalt gedroht und nach rechtlichen Konsequenzen wurde gerufen. Beide Seiten warfen der anderen Seite Lug, Täuschung und Betrug vor. Forderungen wurden laut, einen Pro-Vertreter wegen „unzumutbaren Schwachsinn“ aus dem Forum zu werfen was mit einem „Penner“ beantwortet wurde …

Wurde das Thema von dem selbsternannten Experten der Kontra-Seite nun widerlegt? Gab es keine „fliegenden Wagen“ und Schlachten am Himmel im Mahabharata? Ein klares Nein. Nichts wurde entschieden und man trennte sich in Zorn und Feindschaft. „Blutige Nasen“ hätten sie sich geholt, so der Betreiber des Forums auf meine Nachfragen. Das einzige, wohin diese „Debatte“ damals führte, war die Eskalation!

Aber auch das zweitgrößte Epos Indiens, das Rāmayana (viertes Jahrhundert vor Christus), ist voll von Flugwagen der Götter. Der Text des Epos enthält zahlreiche Schilderungen von Schlachten und „fliegenden Wagen“. Eben den Vimanas.

Noch mehr Vimanas

So schildert das Buch etwa die Entführung der schönen Sita, was zahlreiche Kämpfe nach sich zog. In Kapitel 49 (drittes Buch, Aranya Kanda) heißt es, dass der Dämon Ravana mit einem Fluggerät die sanftmütige Sita in den Himmel verschleppte. Als er sie packte, „erschien augenblicklich Ravanas großer Wagen“ und er bestieg den von „schreienden Maultieren“ gezogenen Wagen. „Hoch mit ihr in die Luft“ ging die Reise, während Sita wie wild gegen ihren Entführer kämpfte.

Rāma wollte Sita unbedingt zurück und erfuhr von Kabandha, wie er das schaffen könne. Doch wie genau er ihm dies mitteilte, liest sich spannend:

Und dieser schöne Dämon (Kabandha, Anm. LAF) (…) stieg in die Luft, sitzend auf einem glänzenden Wagen, den Schwäne zogen, und mit seinem Glanz erleuchtete er die zehn Regionen. Am Himmel stehend sprach er zu Rama: (…)“ (drittes Buch, Aranya Kanda, Kapitel 72)

Das müssen sonderbare „Schwäne“ gewesen sein…

Auch in anderen Teilen des Buches wird beschrieben, wie Götter und Dämonen umherfliegen konnten. „Schnell wie Garuda flog er (Hanuman, Anm. LAF) hinweg über das Meer und bahnte sich seinen Weg durch die wolkengefüllte Luft“, heißt es in Kapitel 1 des fünften Buches (Sundara Kana) zum Beispiel. „Durchs Firmament“ soll er geflogen sein und dabei die Wolken wie der Wind zerstreut haben. Denn so ein göttlicher Flugwagen war…

ein unvergleichliches Meisterwerk, denn er vermochte durch den Himmel zu fliegen wie ein Leuchtfeuer im Kreis der Sonne, und strahlte unbeschreiblich“. (fünftes Buch, Sundara Kana, Kapitel 8)

„Fliegende Wagen der Götter“

„Die fliegenden Wagen der Götter“ (Kapitel 8) waren zahlreich im Alten Indien. Ravana, Besitzer des Flugwagens, konnte ihn allein durch die Kraft seiner Gedanken steuern. So sei er in der Lage gewesen, „schnell wie der Wind“ überall hinzukommen, wohin er wollte. Folgende Worte preisen diese Technologie der Götter:

Den Himmel vermochte er zu durchqueren, und er enthielt viele Kammern und unzählige seelenentzückende Kunstwerke. Fleckenlos wie der Herbstmond glich der Wagen einem Berg mit prächtigen Gipfeln.“ (fünftes Buch, Sundara Kana, Kapitel 8)

Bei Tag und Nacht konnte das Luftfahrzeug fliegen. Und es hatte auch einen Namen: „fliegender Wagen Pushpaka“, eben „Pushpakavimana“. „Das Luftfahrzeug Pushpaka“, wie es das Sanskrit-Wörterbuch von Dr. Martin Mittwede sagt. Und ein Pushpaka ist auch ein „fliegender Palast“. Rāma, der Held des Rāmayana, „flog nach gewonnenem Kampf damit zurück in sein Königreich“.

Und Pushpaka waren wirklich Flugwagen, wenn uns die Texte des Rāmayana nicht belügen:

„(sie) begaben sich zum Pushpakawagen und bestiegen ihn. Und die Dämoninnen nahmen diesen fliegenden Wagen und flogen auf Ravans Befehl zu Sita in den Ashokahain“. (sechstes Buch, Yuddha Kanda, Kapitel 47)

An anderer Stelle, so könnte man es interpretieren, fliegt ein solcher Vimana auch durch das All. Es heißt:

Unermüdlich durchtauchte Hanuman diesen Raum, den Sonne und Sterne schmückten, und überflog den König der Planeten. (…) Durch den Himmelsraum wurde er getragen, dieser Sohn des Windes, und er zerteilte beständig die Wolkengruppen und segelte fort und fort, wobei er lautes, donnergleiches Gebrüll ausstieß (…)“ (fünftes Buch, Sundara Kana, Kapitel 57)

Waren die oft genannten Vimanas Indiens nur Phantasie der alten Schreiber? Demnach nur von Prä-Astronautik-Forschern und -Autoren falsch gedeutet und interpretiert? Wenn nicht: wer flog vor Jahrtausenden durch den Himmel; wer waren diese „Götter“ und „Dämonen“ in den Flugwagen?

Götterwagen vs. Phantasie

Das Ramayana besteht aus 24.000 Doppelversen und wurde zum Beispiel von Claudia Schmölders (teilweise) ins Deutsche übersetzt. „Auf eine Eindeutschung der Schreibweise wurde verzichtet“, bemerkte sie explizit zu ihrer Arbeit. Ebenso, dass sie der anerkannten Übersetzung „The Ramayana of Valmiki“ (3 Bände, London 1953 bis 1959) von Hari Prasad Shastri folgte.

Kommt und kam es den Übersetzern der alten Schriften Indiens nicht seltsam vor, dass dort die Götter in fliegenden und leuchtenden Wagen durch den Himmel reisten? Denn einfach und pauschal zu behaupten, dass ein Vimana in den alten indischen Büchern nichts mit fliegenden Fahrzeugen von Himmelswesen zu tun hat, ist offensichtlich nicht weit genug geblickt. Es lassen sich zweifellos solche Fluggeräte darin finden, die sogar außerhalb der Erde operiert haben sollen.

Die alles entschiedene Frage ist hier die, was daran einst eine physische Realität war. Eine immer wiederkehrende Frage in der gesamten Prä-Astronautik, die ohne handfeste Beweise weiterhin ohne Antwort bleiben wird.

Hierbei ist im Fall der indischen Vimanas besonders interessant, dass es angeblich so was wie „technische Rekonstruktionen“ dieser Fluggeräte gibt. Sie kursieren schon viele Jahrzehnte und sind online immer wieder zu finden. Ein Dr. Shivkar Bapuji Talpade aus Bombay soll sogar schon 1895 nach Anweisungen eines Pandit Subbaraya Shastry ein flugfähiges Gerät dieser Art nachgebaut haben.

Hierzu veröffentlichte das „Indian Institute of Science“ bereits  1974 die Untersuchung „A critical study of the work ‚Vymanika Shastra'“. Darin kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass die kursierenden „Rekonstruktionen“ (angeblich von 1904) nicht in der Lage waren zu fliegen. Auch die genauen Textquellen dieser „Rekonstruktionen“ seien unauffindbar.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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„Die Ruinen von Cuicuilco könnten unser Bild des Alten Amerika revolutionieren“: Eine 8000 Jahre alte Pyramide in Mexiko?

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Die Pyramide von Cuicuilco in Mexiko - ist sie 8000 Jahre alt? (Bilder gemeinfrei & Google Earth)
Die Pyramide von Cuicuilco in Mexiko – ist sie 8000 Jahre alt? (Bilder gemeinfrei & Google Earth)

Überall auf der Welt stehen die unterschiedlichsten Pyramiden und verschiedene mehrstufige Plattformen der Vergangenheit. Und einige dieser Monumente, die oft pauschal als „Pyramide“ bezeichnet werden, sind viele tausende Jahren alt. Doch ein Bauwerk dieser Art in Mexiko sorgte vor 100 Jahren für eine Sensation. Es ist die Rundpyramide (also kegelförmig) von Cuicuilco bei Mexiko-City, die damals von den Archäologen auf 8000 Jahre datiert wurde. Zu dieser Zeit habe ein Vulkanausbruch das Bauwerk verschüttet, hieß es in ersten Berichten der Forscher. Was aber wurde aus diesen Ausgrabungen, die das „Bild des Alten Amerika revolutionieren“ würden, wie es damals hieß?


„Planet der Pyramiden“

Überall auf der Welt stehen Pyramiden. Wir finden sie in China, in Ägypten, in Mesopotamien, im Sudan, in Mexiko oder auch in Peru. Die Erde ist ein „Planet der Pyramiden“. Auch wenn viele Bauwerke, die heute als „Pyramiden“ bezeichnet werden, in ihrer Form nur entfernt an „echte Pyramiden“ erinnern.

Doch schon seit Jahrzehnten rätseln Forscher, Autoren und „alternative Historiker“, ob es einen Zusammenhang zwischen solchen weit voneinander entfernten Bauten in aller Welt gibt. Hatten etwa die Baumeister derartiger Monumente Kontakte zueinander, fragen diese. Und das lange, bevor es die angeblich ersten Überquerungen der Ozeane durch Seefahrer der Antike gab?

Kritiker wenden zu Recht ein, dass die Pyramiden überall auf der Welt anders aussehen, zum Teil andere Funktionen hatten und vor allem aus vollkommen unterschiedlichen Epochen stammen. Teilweise liegen Jahrtausende zwischen ihren jeweiligen Erbauungsdatum.

Welche Pyramide ist die älteste?

Doch wo steht die älteste Pyramide der Erde? Wo die „Urmutter aller Pyramiden“? Etablierte Archäologen sagen, sie steht in Ägypten: Die Stufenpyramide von Sakkara südlich von Kairo. Wobei wohl kaum ein Ägyptologe dabei behauptet, dass die Stufenpyramide von Pharao Djoser dort als eine Art Vorlage für ähnliche Sakralbauten auf der ganzen Erde diente.

Andere wiederum sagen, nein, die Pyramiden von Gizeh sind die ältesten der Welt. Sie stammen nicht aus der Zeit um 2500 vor Christus, sondern sind vielleicht sogar schon 10.000 Jahre alt.

Ähnliches wird auch immer wieder von angeblichen Pyramiden auf dem Meeresgrund behauptet. In schöner Regelmäßigkeit erscheinen online Berichte, dass solche Monumente auf dem Meeresboden gefunden worden sein sollen. Beispielsweise im Meer vor Mittelamerika.

Andere pyramidenförmige Funde sprengen indes ganz den Rahmen der anerkannten Geschichtsschreibung. Sofern es sie überhaupt gibt. Hierzu zählen vor allem die legendären Rundpyramiden vom Dongting-See in China. Sie sollen, wie in diesem Buch HIER berichtet, unglaubliche 45.000 Jahre alt sein. Kegelförmige und riesige Monumente, die einst an die 300 Meter in den Himmel geragt haben sollen. Gefunden und belegt hat diese unglaublichen Riesen-Bauten bisher niemand.

Doch eine runde Pyramide bei Mexiko-City steht ebenso zur Diskussion bei der Suche nach der ältesten Pyramide der Erde. Sie soll nicht weniger als 8000 Jahre alt sein.

Die älteste Pyramide der Erde?

Die Rede ist von einer Rundpyramide, die bereits ab 1922 von dem Archäologen Byron Cummings freigelegt wurde. Heute kennt man sie unter den Namen „Pyramide von Cuicuilo“. Es ist eine Pyramide mit vier Stufen und einen Durchmesser von etwa 150 Metern. Die genauen Angaben unterscheiden sich hierbei.

An oder in der Pyramide fanden sich keinerlei Inschriften. Der Zweck und die Herkunft waren vollkommen unbekannt, weshalb die ersten Archäologen damals auch auf vollkommen unterschiedliche Datierungen kamen. Viertes Jahrhundert vor Christus, 900 vor Christus oder auch zwischen 600 und 300 vor Christus waren und sind im Gespräch. Auch Datierungen in das vierte Jahrhundert nach Christus wurden im Laufe der Jahre ermittelt. Vor allem mit der Radiokarbondatierung.

Wobei eine Holzkohle-Probe sogar auf ein Alter von rund 4770 Jahre datiert wurde. Vielleicht eine Hinterlassenschaft von kurzzeitig hier ansässigen Nomaden oder das Ergebnis eines frühen Waldbrandes. So zumindest Robert F. Heizer und James A. Bennyhoff in „Archeological Excavations at Cuicuilco – 1957“ („Science, 31. Januar 1958, vol. 127, issue 3292).

Doch die Pyramide hatte noch eine ganz andere Besonderheit. Sie war teilweise von einer acht Meter dicken Schicht aus Lava und Asche überzogen.

Ein Weltbild gerät aus den Angeln

So kam es, dass auch Geologen sich für das Alter des Bauwerkes interessierten. Der Geologe George E. Hyde aus Neuseeland untersuchte den Fund und war sich sicher, dass die Pyramide mindestens 7000 Jahre alt sein muss. Ein unglaubliches Alter!

Mindestens sieben Jahrtausende? Dies interessierte auch C. W. Ceram, der dazu 1949 in seinem Weltbestseller „Götter, Gräber und Gelehrte“ schrieb:

Sie (die Pyramide, Anm. LAF) steht in einer unheimlichen Landschaft, die aussieht, als sei sie gefroren. Die Vulkane Ajusco und Xitli (vielleicht auch nur der letztere) brachen einst aus und wälzten ihre glühenden Ströme gegen dieses Bauwerk, dem der Gott, der auf ihm wohnte, nur halbe Hilfe zuteil werden ließ – nur zur Hälfte nämlich wurde es vom brodelnden Schlamm überflutet.

Und hier nun riefen die Archäologen ein paar Kollegen von einer anderen Fakultät zu Hilfe: die Geologen. Wie alt ist die Lava? fragten sie. Und die Geologen, nicht ahnend, dass sie mit ihrer Antwort ein historisches Weltbild aus den Angeln hoben, antworteten schlicht: ‚Achttausend Jahre!‘

Hyde war sich nicht im Klaren, dass er mit dieser Altersangabe die archäologische Fachwelt in Aufruhr versetzten würde. Es gab damals keine Zivilisation in Mexiko, die ein solches Monument hätte errichten können. Das sah Ceram in seinem Bestseller ganz richtig.

„vor 8000 oder mehr Jahren“

Denn schon 1923 erschien im „National Geographic Magazine“ (vol. 44) der Artikel „Ruinen von Cuicilco könnten unser Bild des Alten Amerika revolutionieren“. Autor war kein anderer als Cummings, der Ausgräber der Pyramide, selber. Cummings war darin sicher, dass die Erbauer in einer unbekannten Vorzeit Mittelamerikas leben. Er schrieb damals unter anderem:

Diese 15 – 17 Fuß (hohen Ablagerungen, Anm. LAF) von Sand, Lehm und Steinen, die sich über dem umgebenden Pflaster von Cuicuilco angesammelt hatten, bevor der Lavastrom kam, zeigen, dass seine Erbauer Tausende von Jahren vor dem Pedregal gelebt und gearbeitet hatten. Es ist also vernünftig anzunehmen, dass dieser Tempel von primitiven Amerikanern erbaut wurde, die vor 8000 oder mehr Jahren lebten.“

Viele tausend Jahre später erst blühte in dieser Region Mexikos das Reich der Azteken. Ein mächtiges Volk, das ebenso Pyramiden baute. Auch die Kultur der gewaltigen Pyramiden-Stadt Teotihuacán unweit von Mexiko-City lag vor 8000 Jahren noch in ferner Zukunft.

Bereits 10 Jahren nach der Veröffentlichung von Cummings gab es ernsthafte Zweifel an dieser Datierung. Cummings selber berichtete etwa 1933 in einer Veröffentlichung (University of Arizona Bulletin, vol. 4, Nr. 8), dass andere Geologen die Lava auf nur rund 2000 Jahre datierten. All die Datierungen stehen und fallen mit dem Jahr des Ausbruchs des Vulkan Xitle. Heute wird dieser – und damit der Untergang der Stadt – auf das dritte Jahrhundert nach Christus datiert. Flüchtlinge aus Cuicuilcom sollen nach der Katastrophe sogar bis nach Teotihuacán geflohen sein. Das liegt keine 60 Kilometer entfernt.

Um 6000 Jahre verschätzt

In seiner Studie „Age and archaeological implications of Xitle volcano, southwestern Basin of Mexico-City“ (Journal of Volcanology and Geothermal Research, vol. 104, Issues 1–4, 30. Dezember 2000) schreibt C. Siebe über die frühen Datierungen unter anderem:

Vor der Einführung der Radiokohlenstoffdatierung war das Alter der Cuicuilco-Pyramide und der Xitle-Lavaströme Gegenstand intensiver Spekulationen. Seit Cummings den künstlichen Charakter des Cuicuilco-Hügels nachgewiesen hat, ist sein Alter ein Thema von Interesse. Aus geologischen und anderen Gründen vertrat er die Ansicht, dass Cuicuilco vor etwa 8000 Jahren vor Christus verfallen ist.

Über 30 Radiokarbondatierungen seien inzwischen erfolgt, so Siebe. „Und anhand dieser Daten wurden mehrere Altersangaben für den Ausbruch vorgeschlagen.“ Und weiter schreibt er:

Die meisten datierten Proben wurden nicht direkt durch den Ausbruch von Xitle erzeugt, sondern sind Artefakte menschlicher Aktivitäten, die dem Ausbruch vorausgingen.

Daher sind diese Altersangaben (meist um 2000 bp) älter als der Ausbruch. Ein neues Alter von (…) 245 – 315 nach Christus aus Holzkohleproben, die direkt unter der Lava gesammelt wurden, wird für den Ausbruch von Xitle favorisiert. Diese Proben entstanden durch die Entzündung der Vegetation während der Ablagerung der heißen Schlackentephra.“

Stimmen diese neuen Datierungen und Deutungen, dann ging das Monument fast 6000 Jahre später unter, als es noch vor 100 Jahren angenommen wurde. Damals war verständlicherweise die Alterseinschätzung eine Sensation – doch heute spricht kaum mehr jemand über sie.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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