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VIDEO: Kleiner See, große Legende: Gottes Strafe für einen Heiden und eine verschwundene Burg bei Kiel

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VIDEO: Die versunkene Burg nahe Kiel und die Strafe des Himmels (Bilder: A. Kramer & Google Earth / Montage: Fischinger-Online
VIDEO: Die versunkene Burg nahe Kiel und die Strafe des Himmels (Bilder: A. Kramer & Google Earth / Montage: Fischinger-Online

Nahe Kiel in Schleswig-Holstein findet sich der kleine Borgdorfer See. Und obwohl er nur rund einen Kilometer lang ist, soll sich hier vor vielen Jahrhunderten etwas Unheimliches ereignet haben. Denn an seinem Ufer stand einst eine Burg, eine Ringwallanlage mit Türmen, die im 9. oder 10. Jahrhundert von den „Heiden“ erbaut wurde. Heute ist davon nichts mehr zu sehen. Warum und was hier vor über 1.000 Jahren geschehen sein soll, erfahrt Ihr in diesem Video.


Eine versunkene Burg nahe Kiel

Unweit von Kiel in Schleswig-Holstein liegt der unscheinbare Borgdorfer See, der es im wahrsten Sinne des Worts in sich haben soll. Denn hier versank eine im 9. oder 10. Jahrhundert errichtete Burg, die heute spurlos verschwunden ist.

Diese Befestigung war keine der klassischen Burgen aus dem Mittelalter, wie wir sie alle vor Augen haben. Es war eine befestigte Ringwallanlage mit Palisaden und Türmen, die die heidnischen Sachsen erbauten. Als Teil ihrer Verteidigungsstrategien gegen die Slawen aus dem Osten. Überall in der Region finden sich Megalithanlagen, Hügelgräber und andere archäologische aus dieser und noch viel früherer Zeit. Denn diese reichen bis in die Steinzeit zurück.

Nicht so die verschwundene Burg, von der nur noch eine Legende zu berichten weißt. Sie nennt den angeblichen Grund für den Untergang. Welcher das ist, erfahrt Ihr in diesem Video vom 21. August 2021 …

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Video vom 23. August 2021 auf Mystery Files

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Kiel, 10. Oktober 1717: Feurige Objekte vom Himmel landen auf einem Feld – und fliegen anschließend wieder davon (+ Videos)

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1717 kamen in Kiel feurige Objekte vom Himmel - doch sie flogen auch wieder weg! (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
1717 kamen in Kiel feurige Objekte vom Himmel – doch sie flogen auch wieder weg! (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Wer oder was landetet 1717 auf einem Feld in Kiel an der Ostsee? Nach einer zeitgenössischen Chronik kamen an diesem Tag feurige Objekte vom Himmel auf die Erde herab, die unter den Zeugen große Bestürzung auslösten. Doch anders als Meteore blieben sie nicht liegen – die „Feuerzeichen“ flogen wieder in die Luft und waren fort. Ein ausgesprochen sonderbarer Bericht, der viele Fragen offen lässt, wie Ihr in diesem Blog-Artikel erfahrt!


„Himmelszeichen“, UFOs und feurige Wunder

Schon die frühsten Geschichtsschreiber berichteten in ihren Werken immer wieder von wundersamen Erscheinungen am oder vom Himmel. Solche „Himmelszeichen“ oder „Wunderzeichen“ lassen sich lückenlos durch die Geschichte verfolgen. Vor allem auch römische Chronisten oder mittelalterliche Schriften schildern derartige „Wunder“ am Himmel immer wieder.

Auf diesem Blog, in Büchern und in Videos auf dem Mystery Files-YouTube-Kanal wurden bereits einige dieser durchaus interessanten Sichtungen vorgestellt.

Viele dieser überlieferten „Zeichen am Himmel“ gehören der Kategorie „Feuerbälle“, „Feuerkugeln“ oder ähnlichem an. Es scheint sich dabei sogar um die Mehrzahl der beobachteten Phänomene zu handeln. Fraglos liegt hier der Grund in dem Umstand, dass solche feurigen Objekte natürlicher Herkunft sind: In unsere Erdatmosphäre eindringende Brocken aus dem All, die heute jeder kennt und längst naturwissenschaftlich zu erklären sind.

Einige der von den Chronisten überlieferten „Feuerbälle“ sind allerdings nicht so einfach als natürliche Boliden oder große Meteore zu interpretieren. Zumindest heute nicht mehr auf Grundlage der überlieferten Schilderungen. Einige lassen sogar aufgrund der erhaltenen Beschreibungen auf ein „intelligent gesteuertes Objekt“ schließen. Etwa, wenn diese „Dinger“ Flugrichtungen ändern oder sogar landen und wieder starten. Zum Teil blieben diese „Kugeln“ auch einfach in der Luft als „Luftzeichen“ stehen. (Beispiele die Artikel HIER & HIER und die Videos HIER & HIER)

Interessant ist, dass entsprechende Berichte auch in mehr oder weniger neuerer Zeit diese „Himmelszeichen“ kennen. Selbst Chroniken aus dem 18. Jahrhundert, als man dahinter längst keine Zeichen Gottes mehr vermutete, kennen sie. Auch hier finden sich Schilderungen von „Feuerkugeln“, die vom Himmel hernieder kamen, doch plötzlich wieder in den Himmel entschwanden. Das können folglich keine Meteore aus dem All gewesen sein! Für die moderne UFO-Forschung ein umfangreiches Betätigungsfeld.

Was landete 1717 feurig in Kiel?

So geschehen etwa am 10. Oktober 1717 bei Kiel an der Ostsee. Überliefert ist das Ereignis in dem Werk „Sammlung von Natur- und Medicin wie auch hierzu gehörigen Kunst- und Literatur-Geschichten (…)“, das 1718 in Breslau erschien. Eine Chronik-Reihe, die viele Jahre publiziert wurde. Hier wurde alles damals Nennenswerte und Aktuelle festgehalten. In Artikel IV. finden wir dort das Kapitel „Von dem Feuerzeichen im Holsteinischen, den 10. Oktober“. Inklusive dem einleitenden Vermerk, dass „Feuer- und Luftzeichen, zu allen Zeiten, und in allerhand Ländern eine gewöhnlichere Sache“ wären. In „Vorzeiten“ sah man dies eher mit Angst, so heißt es in der Chronik, doch inzwischen sind sie fast schon Alltag.

Dennoch hielt der Chronist es für wichtig, eine dieser immer wieder zu sehende Erscheinungen gesondert zu überliefern. Geschehen am „10. Oktober in Holstein auf dem Kieler Felde“ seien diese „gesehen worden“. Es heißt weiter:

Am Sonntage, als den 10. Oktober Nachmittags haben  sich auf dem Kieler Felde viele Feuerzeichen am Himmel sehen lassen, so dass zu verschiedenen mahlen etliche Klumpen Feuer aus der Lufft auf die Erde gefallen, welche sich wieder von der Erde hinauff in die Lufft erhoben, und anders wohin begeben haben; wie solches von vielen Menschen, mit großer Bestürzung angemercket  und gesehen worden.“

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Was waren das für „Feuerzeichen am Himmel“, die von zahlreichen Menschen „mit großer Bestürzung“ gesehen wurden? Wie es möglich war, dass sich das „Feuer“ vom Himmel wieder von der Erde erhob, und woanders hin flog, notiert der Bericht indes nicht. Es wird nicht mal gesondert auf diesen Umstand hingewiesen. Vielleicht war aber genau das der Grund, warum dieses Phänomen ein Jahr später in der Chronik festgehalten wurde. Denn schließlich war das Phänomen längst Alltag und bekannt.

Eine Feuersbrunst – aber kein Zusammenhang

An diesem Tag sei aber noch mehr geschehen, so heißt es weiter. Gegen 17 Uhr, also Stunden nach den feurigen Wundern, kam es „in der Kieler Vorstadt, auf dem sogenannten Walcker-Damm“ unverhofft zu einer „Feuersbrunst“.  Drei Häuser fielen dem Feuer zum Opfer. Und hätte „sich der Wind nicht noch gelegt“, hätte vielleicht sogar „die ganze Vorstadt“ zerstört werden können.

Ob die Feuersbrunst mit den feurigen Erscheinungen zuvor in Zusammenhang steht, kann der Chronist nicht sagen. Es wäre nicht „deutlich genug abzuleiten“ und auch zeitlich passe dies nicht, wie er selber schreibt. Demnach sei es „vielmehr in Zweiffel zu ziehen“, worauf er einige frühere Beispiele von plötzlichem Feuer aus dem Nichts anführt. (Dabei ist ein Fall ganz besonders spannend, da er hier eine „Spontane Selbstentzündung“ eines Mannes beschreibt! Ein Phänomen, das vor allem in den sogenannten „Forteanischen Phänomen“ bis heute diskutiert wird.)

Was also kam am 10. Oktober 1717 in Kiel feurig vom Himmel auf die Erde, um von dort wieder woanders hin zufliegen? Beschrieben sind diese Objekte als „Klumpen Feuer“ und „Feuerzeichen“. Und wären sie nicht wieder vom Boden aus zurück in die Luft geflogen, könnte man einfach Geschosse aus dem All vermuteten. Hier muss eine andere Ursache gesucht werden …

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Video: Rätsel im Pazifik: Die Insel der „Grünen Pyramiden“ – auch deutsche Forscher wollen es lüften

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Video: Rätsel im Pazifik: Die Insel der Grünen Pyramiden - auch Deutsche Forscher wollen es lüften (Bild: DAI/Berlin)
Video: Rätsel im Pazifik: Die Insel der „Grünen Pyramiden“ – auch Deutsche Forscher wollen es lüften (Bild: DAI/Berlin)

Auf der kleinen Insel Babeldaob (Palau) in Pazifik versuchen Forscher seit Jahren das Rätsel um die dortigen „Grünen Pyramiden“ zu lösen. Denn hier wurden bereits vor Jahrtausenden Erdbauten errichtet, die man so eigentlich in Amerika oder Europa vermuten würde. Und schon jetzt sprechen unter anderem Archäologen aus Deutschland, dass diese Insel für zukünftige Forschungen „großes Potential“ habe. Was die Forscher bisher fanden und welche Rätsel dort auf sie warten, erfahrt Ihr hier.


Die Insel der „Grünen Pyramiden“

Auf der kleinen Insel Babeldaob (Palau) in Pazifik versuchen Forscher seit Jahren das Rätsel um die dortigen „Grünen Pyramiden“ zu lösen. Denn hier wurden bereits vor Jahrtausenden Erdbauten errichtet, die man so eigentlich in Amerika oder Europa vermuten würde.

Vor rund 2500 Jahren begannen die Bewohner der Insel diese Terrassen, Stufenpyramiden und Erdplattformen überall auf der Insel zu errichten. Dort müssen Millionen Tonnen Material über Generationen hinweg bewegt worden sein. Für heutige Archäologen ein Rätsel, die seit Jahren hier graben und forschen. Unter anderem deutsche Forscher aus Kiel, die diese Monumente „Grüne Pyramiden“ taufen. Denn der Zweck dieser gigantischen Arbeitsleistung ist nicht klar. Von Bauten zum Nahrungsanbau bis zu Verteidigungsanlagen steht vieles zur Diskussion. Vielleicht auch etwas von allem.

Sensationell war eine Entdeckung 2021: Offenbar wurden diese Pyramiden zumindest teilweise auch als Grabstätten für die Elite genutzt. Trotz des alles zersetzenden Bodens und Klimas konnten Wissenschaftler um Annette Kühlem hier Skelette finden.

Ein rätselhafte Insel einsam im Pazifik, auf der es offensichtlich auch ein Megalithkultur gab. Längst ist nicht mehr nur die ferne Osterinsel in den Fokus der Historiker gerückt. „Großes Potential“ haben die neuen Forschungen auf Babeldaob, so die Forscher. Und vielleicht ergeben die Untersuchungen einen neuen Einblicke in die Geschichte der Besiedlung des riesigen Pazifik.

Mehr dazu in diesem Video vom 19. Februar 2022.

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Er glich keinem Menschen, sondern den „Gottessöhnen des Himmels“: Sintflut-Held Noah und seine sonderbare Geburt

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Sintflut-Held Noah und seine sonderbare Abstammung - denn angeblich glich er keinem Menschen! (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Sintflut-Held Noah und seine sonderbare Abstammung – denn angeblich glich er keinem Menschen! (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Die Geschichte über den legendären Noah, seiner Arche und der Sintflut ist sicher eine der bekanntesten der gesamten Bibel. Noah als ein gerechter und gottesfürchtiger Mann, der durch Gottes Hilfe mit seiner Familie in einer Arche die große Flut überleben durfte. Kein Wunder, dass gerade auch über diese biblische Figur zahlreiche ausgesprochen kuriose und rätselhafte Legenden und Überlieferungen existieren. Denn glauben wir diesen, war schon seine Geburt alles andere als normal.


Göttliche Herkunft – Himmlische Abstammungen

In der Mythologie sowie Sagen, Legenden und religiösen Schriften wimmelt es von Helden aller Art. Zu allen Zeiten erzählte man sich in aller Welt Überlieferungen von heldenhaften oder göttlichen Herrschern, Anführern oder Königen. Und deren vorgezeichneter Weg begann oftmals schon mit ihrer Geburt, „himmlischen Herkunft“ oder ihrer Abstammung als ein Mischling aus Mensch und Gottheit.

Es gehört in derartigen und zum Teil uralten Erzählungen fast schon zum guten Ton, dass einer entsprechenden Hauptperson eine fantastische Biographie zugesprochen wurde. Schon Gilgamesch, der mythischen König und Held im nach ihm benannten Gilgamesch-Epos, konnte sich auf eine solche Herkunft berufen. Denn nach dem Jahrtausende alten Epos war er eine genetische Mischung aus Mensch und Gott.

Solche mythischen Ursprünge lassen sich durch die gesamte Geschichte der Menschheit verfolgen. Selbst Figuren aus der Welt der Sagen und Märchen Europas haben in diesen nicht selten „himmlische Teile“ in sich vereint. Und sogar in der Moderne beriefen sich gewissen Kaiser in Asien darauf, dass sie in direkter Linie von nicht-irdischen Wesen abstammen würden. Von Ur-Kaisern, die vom Himmel kamen.

Noah

In einigen Fällen muss man jedoch zweimal hinsehen, um entsprechende Überlieferungen über sagenhafte Abstammungen zu finden. Denn Seltsames berichten alten Schriften auch über die Herkunft von Noah aus der Bibel. Jenem Mann also, der mit seiner Familie auserwählt wurde die Sintflut in seiner Arche zu überleben und die Erde anschließend neu zu bevölkern. Zu finden sind die Legenden seiner rätselhaften Herkunft und Geburt aber nicht in den Büchern des Alten Testamentes.

Hier erfahren wir nur, dass Noahs Vater ein Mann namens Lamech war. Dieser wiederum war der Sohn des Methusalem, der laut dem Alten Testament (Gen. 5,27) stattliche 969 Jahre alt geworden sein soll. Es ist der älteste vorsintflutliche Patriarch der Bibel.

Den Bericht über die eigentliche Geburt des Helden Noah finden wir im 5. Kapitel des Buchs Genesis beschreiben. Hier erzählt die Bibel von den vorzeitlichen Patriarchen vor der Sintflut und bemerkt zur Geburt Noahs folgendes:

Lamech war 182 Jahre alt, da zeugte er einen Sohn. Er gab ihm den Namen Noah; denn, sagte er, dieser wird uns Trost verschaffen in unserer Arbeit und der Mühsal unserer Hände aus dem Ackerboden, den Gott verflucht hat.“ (Gen. 5,28-29)

Lamech, der im wahrhaft biblischen Alter von 777 Jahren das Zeitliche segnete, wird uns in diesen Versen unmissverständlich als Vater Noahs genannt. Über die Identität von Lamechs Frau, der Mutter von Noah, schweigt sich das Buch Genesis aus.

Die biblische Familie des Noah

Wir können aber dem 4. Genesis-Kapitel entnehmen, das es einen weiteren Lamech gab, der zu den Nachkommen Kains gehörte. Diese nahm sich zwei Frauen, die Ada und Zilla genannt werden. Ada bekam zwei Söhne, einen namens Jabel, der ein Stammvater der Nomaden geworden sein soll (Gen. 4,20) und seinen Bruder Jubal. Der Knabe von Zilla war Tubal-Kaijn (Kain), der Stammvater der Schmiede, der eine Schwester mit Namen Naama hatte (Gen 4,22).

Die Arche Noah - hier zwei eher "untypische Darstellungen" (Bilder: gemeinfrei)
Die Arche Noah – hier zwei eher „untypische Darstellungen“ (Bilder: gemeinfrei)

Von Noah leider keine Spur, obwohl er gleichfalls einen Vater namens Lamech hatte. Er entstammte jedoch der Ahnenreihe des Seth, des 3. Sohnes von Adam und Eva. Da Noah aufgrund der Ereignisse mit seiner Arche und der Sintflut wohl der berühmteste Patriarch vor der Flut sein dürfte, verwundert dieses Schweigen der Bibel schon sehr.

Wie sollte es anders sein, die apokryphen Schriften des Alten Testamentes liefern weitere Aussagen über Noahs Abstammung. Auch seine Mutter wird in verschiedenen Texten namentlich genannt. So etwa im Buch der Jubiläen, das auch als „Kleine Genesis“ bekannt ist, in dem wir lesen:

In der dritten Jahrwoche des fünfzehnten Jubiläum heiratete Lamech die Betenos, die Tochter Barakiels und seiner Vaterschwester, und sie gebar ihm in dieser Jahrwoche einen Sohn, und er heiß ihn Noe (…)“ (4,28)

Wer Betenos und Barakiel waren, erfahren wir leider an keiner Stelle. Wohl aber in Vers 4,15, dass Barakiel eine weitere Tochter mit Namen Dina gehabt haben soll, die die Mutter von Jared gewesen sei. Sie habe den auch in der Bibel genannten Mahalalel geehelicht, den Vater Jareds. Durchaus sehr erstaunlich, denn Mahalalel war der Ur-Ur-Großvater von Lamech. Und beide hatten demnach Töchter derselben Mutter zur Gemahlin?!

Märchenhafte Familienverhältnisse und ein Frau namens Bat-Enoch

Eine mehr als verworrene Familiengeschichte, die die alten Überlieferungen hier verkünden. Es wird aber noch verwirrender. So erfahren wir in jüdischen Märchen, dass Lamech eine Enkelin von seinem Großvater Henoch zur Frau nahm. Praktisch also seine Cousine. In diesen Märchen heißt es dazu:

Und Lamech, Methusalahs Sohn, war 181 Jahre alt, da nahm er Esmoah, die Tochter Elisas, des Sohnes Henochs, seines Ohmeis, zum Weibe; und sie ward schwanger (…) Wie Lamechs Weib ausgetragen hatte, gebar sie einen Sohn, als das Jahr zu Ende ging.“

Dieser Knabe war Noah. „Er hieß seine Namen Noah-Menahem“, sagt die Legende hierzu auch. Ein Name für Noah, den so wohl kaum jemand kennt. Schon allein die biblischen Abstammungen und angeblichen Verwandtschaften sind verwirrend und nicht leicht zu überschauen. Deshalb habe ich hier einen entsprechenden biblischen Stammbaum angefügt, der meinem Buch „Rebellion der Astronauten-Wächter“ entnommen und an dieser Stelle gekürzt wurde:

Biblischer Stammbaum (Bild: Fischinger-Online aus "Rebellion der Astronauten-Wächter)
Biblischer Stammbaum (Bild: Fischinger-Online aus „Rebellion der Astronauten-Wächter„)

Im äthiopischen Buch Henoch (auch „1. Henoch“ genannt) lesen wir ab dem Vers 106,1 eine weitere Historie über Noah. Teilweise wird seine Mutter hier Bat-Enoch genannt. Glauben wir den Versen in dieser Henoch-Schrift, war Noah sogar ein völlig fremdartiger Mensch, der den Wesen des Himmels ähnlich sah. Selbst Lamech – immerhin sein eigener Vater – fürchtete sich vor ihm und hatte Bedenken, Noah als eigenen Sohn zu akzeptieren. Wir erfahren beim Propheten Henoch:

Nach einigen Tagen nahm mein (Henoch, Anm. LAF) Sohn Metusala ein Weib für seinen Sohn Lamech; sie ward von ihm guter Hoffnung und gebar einen Sohn.“ (1. Henoch 106,1)

Noah: Ein rätselhaftes Baby

Dieser Spross war Noe (Noah), der Überlebende der verheerenden Flut, dem die Überlieferung schon als Neugeborenen äußerst bemerkenswerte Eigenschaften zuschreibt:

Sein Leib war weiß wie Schnee und rot wie eine Rose, sein Haupthaar weiß wie Wolle und seine Augen wie Sonnenstrahlen. Wenn er seine Augen öffnet, dann erleuchtet er gleich der Sonne das ganze Haus, und das ganze Haus ward sehr hell.“ (1. Henoch 106,2)

Eine sonderbare Beschreibung eines Babys, die uns hier erzählt wird! Selbst heute noch würde jede Mutter, die ein solches Kind das Leben schenkt, sicher starr vor Schreck werden.



Doch zum Beispiel in der Offenbarung (Apokalypse) des Johannes in der Bibel stoßen wir auf eine ähnliche Beschreibung. Dort erfahren wir, wie ein sonderbarer „Thron“, der „Thronwagen Gottes“, mit viel Lärm vom Himmel nieder stieg, in dem sich ebenfalls ein solcher „Typ Mensch“ befand:

Sein Haupt und seine Haare waren weiß wie Wolle, leuchtend weiß wie Schnee, und seine Augen wie Feuerflammen.“ (Off. 1,14)

Noah ähnelte also diesem Himmelswesen aus der Offenbarung, wenn man hier eine Verbindung ziehen mag. Bei Noahs Geburt geschah allerdings noch etwas ganz Außergewöhnliches, was seine „göttliche Herkunft“ weiter untermauert:

Darauf richtete er sich in den Händen der Hebamme auf, öffnete seinen Mund und redete mit dem Herrn der Gerechtigkeit.“ (1. Henoch 106,3)

Ein Abbild „Gottessöhne des Himmels“

Lamech wusste daraufhin nicht, wie ihm geschah. Verständlicherweise hatte er keine Ahnung, was er jetzt unternehmen sollte. Er bekam es angesichts dieses ungewöhnlichen Babys mit der Angst zu tun und eilte zu seinem Vater Methusalem. Ihm offenbarte er seine Sorgen, da vielleicht der weise Methusalem Rat wusste. Sicher sehr aufgeregt sprach Lamech zu seinem Vater:

Ich habe einen merkwürdigen Sohn; er gleicht nicht einem Menschen, sondern den Gottessöhnen des Himmels und seine Natur ist verschieden; er ist nicht wie wir; seine Augen gleichen Sonnenstrahlen und sein Antlitz ist majestätisch. Es dünkt mir, dass er nicht von mir abstammt (…)“ (1. Henoch 106,5-6)

Lamech zweifelt verständlicherweise an seiner Vaterschaft. Er unterbreitete seinem Vater deshalb, dass er mit Sicherheit nicht der tatsächliche Erzeuger eines solchen Kindes sein kann. Und er vermutete schon da, dass wohl „in seinen Tagen auf Erden ein Wunder geschieht“. Nun bat er Methusalem, dass er zum Propheten Henoch gehen möge, denn „er wohnt ja bei den Engeln“. Henoch, der umfangreiche Kontakte mit den Gottessöhnen beziehungsweise Wächtern, wie sie auch genannt werden, pflegte, konnte sicher helfen.

Wie gewünscht wand sich Methusalem Rat suchend an Henoch, seinem Vater, und berichtete ihm die „beunruhigende Erscheinung“ und „beängstigende Sache“ über Noahs Geburt. Noahs „Gestalt und Natur“ widerspreche „der eines Menschen“ und deute eher auf ein „ein Abbild der Engel des Himmels“ hin, so erzählte er es Henoch. Genauso, wie es die die Beschreibung aus der Offenbarung schon vermuten ließ.

Ein verzweifelter Vater

Tatsächlich finden sich an anderer Stelle im 1. Buch Henoch (71,1) Beschreibungen von „Wächtern des Himmels“, dessen Antlitz „leuchtete wie Schnee“. Der Verdacht von Lamech lag demnach auf der Hand, dass Noahs wahrer Vater nicht von dieser Welt war.

Henoch, der zu seiner Zeit ein Mann von unermesslichem Wissen war, prophezeite seinem Sohn Methusalem im Folgenden die kommende Sintflut. Er berichtete ihm auch, dass Gottessöhne des Himmels Kinder mit Menschenfrauen zeugten und der Höchste sie deshalb durch die große Flut vernichten wolle (vergl. Gen. 6). Er sollte seinen Sohn Lamech beruhigen, denn sein Kind wäre auserwählt, die Katastrophe zu überleben, und „die Erde nach all der Vernichtung (zu) trösten“.

Eben das, was auch das Buch Genesis über die Flut und die Arche Noah erzählt. Interessant am Rande ist auch, dass Henoch seinem Sohn nebenbei erzählte, dass vor allem die Sünde durch die Flut vertilgt werden solle. Aber „danach wird die Gottlosigkeit noch weit größer werden als die, die zuerst auf Erden begannen ward“. Folgerichtig war die Sintflut als „Strafe Gottes“ schlichtweg überflüssig, da sie nichts nutzte …

„Wirklich sein Sohn“

Die bereits weiter oben zitierten jüdischen Märchen betonen ebenso, dass Noah bei seiner Geburt irgendwie „anders“ war. So wird dort etwa die Frage, woher Lamech und die anderen Menschen wussten, dass in Noahs Tagen ein Wunder oder ähnliches geschehen werde, damit erklärt, dass er bereits bei seiner Geburt beschnitten gewesen sein soll. Dies sei ein Zeichen Gottes gewesen und die Fragen, „wie wusste Lamech das im Voraus“ und ob er „ein Seher“ war, wäre laut Legende damit beantwortet gewesen.

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An einer anderen Stelle wird sogar behauptet, dass alle Menschen vor Noah mißgestaltete Hände hatten. „Ungestaltig und wie geschlossen, und die Finger waren nicht getrennt voneinander“, seien ihre Hände gewesen, wird darin behauptet. Erst bei Noah „waren die Finger einzeln und jeder für sich“.

Noah – dies lässt sich aus diesen Aussagen entnehmen – war ein Mensch mit ganz außergewöhnlichen Eigenschaften, die ihn eigentlich nicht als richtigen Menschen erscheinen lassen. Zumindest in der Mythologie. Dennoch wies Henoch seinen Sohn an, Lamech zu sagen, dass Noah „wirklich sein Sohn ist“, wie es das 1. Buch Henoch sagt. Wie aber konnten Lamech und seine Frau ein derart fremdes Kind bekommen? Und wieso sollen die Menschen zuvor andere Hände gehabt haben? Wie kommt man auf solche Behauptungen?

Fragen, dessen Antworten wohl für immer in den Fluten der Sintflut versunken sind …

Noah – ein Albino?

Schon vor über 60 Jahren fragte sich das auch der britische Medizinprofessor Arnold Sorsby in einem Artikel im „British Medical Journal“. Nach Sorsbys war der Erbauer der rätselhaften Arche Noah einer jener Menschen, denen der Mangel an Hautfarbstoffen ein ungewöhnliches Aussehen verleiht: Ein Albino. Dazu schrieb damals „Der Spiegel“ (Nr. 17/1959, 22. April 1959) unter anderem:

Noahs Erscheinung bei der Geburt, so wie im Buche Henoch geschildert, ist offensichtlich nicht die eines Wunders, sondern die eines Albinos.“

Professor Sorsbys vermutete, dass der genetische Defekt dadurch ausgelöst wurde, dass Noahs Eltern Lamech und Bat-Enosch Blutsverwandte waren. Hierin sah er 1959 die Ursache für den Albinismus. Einen „Engel“, also einen jener außerirdischen „Wächter des Himmels“, wie Henoch sie nennt, schloss der Mediziner als Vater aus. Zehn Jahre bevor alle Welt von der Prä-Astronautik sprach, zitierte „Der Spiegel“ Arnold Sorsby in dem Artikel „Noah: Weiß wie Wolle“ mit den Worten:

„(Es ergeben sich) erhebliche genetische Schwierigkeiten. Man müsste ja dann voraussetzen, dass Bath-Enosch und der Engel nichtverwandte Träger eines Erbfaktors zu einer Zeit waren, da dieser Erbfaktor noch nicht weit verbreitet sein konnte; oder -, noch weniger plausibel -, dass der Albinismus bei den Engeln dominant ist, nicht rezessiv, wie bei den Menschen.“

Des Rätsels Lösung ist möglicherweise ähnlich gelagert wie bei der Geburt Seths, des dritten Sohnes von Adam und Eva. Oder auch bei den biblischen Schöpfungsmythen nach göttlichem Ebenbilde. Bei Seth als Spross des ersten Menschenpaares der Bibel war es so, dass Eva „fremden Samen“ von den Himmlischen eingesetzt bekam. Als Ersatz für ihren Sohn Abel, da dieser von seinem Bruder Kain erschlagen wurde. Doch das ist wieder eine andere Geschichte.

Noah als alter und weiser Mann unter dem Schutz Gottes (Bilder: gemeinfrei)
Noah als alter und weiser Mann unter dem Schutz Gottes (Bilder: gemeinfrei)

Noah in den Schriften von Qumran

Die sogenannte „Lamech-Rolle“ (auch „1Q Genesis Apokryphe“ genannt), ein fragmentarisches Schriftstück aus den Höhlen von Qumran, enthält ebenfalls einen Bericht über Noahs sonderbare Geburt. Recht ähnlich wie im 1. Buch Henoch. Nach der zweiten Kolumne dieser Qumran-Rolle konnte Lamech gar nicht der Vater Noahs gewesen sein. Denn dieser kam nach einer über neun Monate langen Reise zurück zu seiner Frau Bat-Enoch, wo er dann den ominösen Knaben direkt vorfand.

Sofort beschuldigte er sein Frau, sie sei ihm untreu gewesen und das Kind in seinem Haus wäre nicht das seine. Wie sollte es auch nach seiner langen Abwesenheit? Verbittert kam er zu dem Schluss, dass Bat-Enoch ein Kind der „Wächter des Himmels“ bekommen haben müsse. In den Qumran-Schriftrollen vom Toten Meer liest sich das folgendermaßen:

Dann kam ich zu dem Schluss, dass die Empfängnis das Werk der Wächter war, dass der Same von Engeln oder Nefilim gesät worden war. Ich war wegen dieses Kindes in Aufruhr.“ (1QapGen, Kolumne 3, Verse 1-2)

Umgehend konfrontierte Lamech daraufhin seine Gattin mit seinem Verdacht und stellte sie zur Rede:

Dann ging ich, Lamech, eilends zu [meiner] Frau, Bat-Enosch, [und sagte zu ihr]: [‚Ich beschwöre dich bei…] und beim Höchsten, beim Großen Herrn, beim König der Ewigkeit [hast du empfangen] [von einem der] Himmelssöhne? Berichte mir jede Kleinigkeit wahrheitsgemäß (…) Du musst mir die reine Wahrheit sagen, ohne Lügen (…)“ (1QapGen, Kolumne 3, Verse 3-7)

„Weder ein Fremder noch einer der Wächter, auch nicht einer der Söhne des Himmels.“

Bat-Enoch appellierte an das Herz ihres Gemahls. „An meine Wollust“ solle er sich erinnern, „bevor wir uns liebten“ und „wie leidenschaftlich ich reagierte“, entgegnete sie Lamech. Doch dieser bliebt stur, bis sie ihm schließlich antwortete:

Dann hielt sie ihren Unwillen zurück, sprach mit mir und sagte: ‚O mein Herr, mein [Bruder, erinnere dich…] an mein Vergnügen. Ich schwöre beim Großen Heiligen, beim König des Hi[mmels…], dass der Same von Dir kam, die Empfängnis von dir kam, [diese] Frucht von dir gepflanzt ist […Es war] weder ein Fremder noch einer der Wächter, auch nicht einer der Söhne des Himmels.“ (1QapGen, Kolumne 3, Verse 13-16)

Immer wieder wird es deutlich, dass Noah laut diesen Texten kein Abkömmling der Himmelssöhne war. Seine Mutter stritt das mehr als energisch ab. Und auch Henoch sagte laut Qumran-Rolle zu Methusalem, dass Noah „nicht von den Himmelssöhnen, sondern von Lamech, deinem Sohn“ stamme (1QapGen, Kolumne 6, Vers 3). Ob dies alles nur Ausreden in der Mythologie waren, kann natürlich niemand sagen.

Auch in den Texten von Qumran, den Schriftrollen vom Toten Meer, finden sich seltsame Berichte über die Geburt des nicht-menschlichen Noah (Bilder: Fischinger-Online)
Auch in den Texten von Qumran, den Schriftrollen vom Toten Meer, finden sich seltsame Berichte über die Geburt des nicht-menschlichen Noah (Bilder: Fischinger-Online)

In der Prä-Astronautik hält sich seit Jahrzehnten die Aussage, dass Noah von den Göttern aus dem Himmel gezeugt wurde. Von den Wächtern des Himmels, die fromme Deuter als „Engel“ ansehen. Verwunderlich ist das nicht, denn die Schriften und Überlieferungen schildern sehr umfangreich und im Detail, dass es zu solchen sexuellen Beziehungen zwischen den Söhnen des Himmels und den Frauen der Menschen kam. Und so wurden aus diesen Mischehen auch Kinder auf Erden geboren. Im Buch Genesis ist das in den Versen 6,1-4 sehr knapp angeschnitten.

Eigentlich ist das schon eine Ungeheuerlichkeit, die an anderer Stelle von mir detailliert beleuchtet wurde.

Uralte Vorlagen?

Können wir den überlieferten Beteuerungen von Bat-Enoch und Henoch aber trauen? Immerhin ist Noah der einzige Mensch, der wie die Wächter des Himmels ausgesehen haben soll. Nur „Engel“ oder die Söhne der Götter sahen aus wie er. Haben hier ältere religiöse Weltanschauungen diverser Nachbarvölker als Vorlage der gedient? Ungewöhnlich wäre das nicht.

So etwa die Geschichte des Moses im Buch Exodus, in der es heißt, dass er als Kindlein in einem Körbchen auf dem Nil ausgesetzt und dann wundersam gerettet wurde. Sehr ähnliches wird auch von König Sargon von Akkad in Mesopotamien überliefert. Einen heldenhafter Herrscher, dessen Legenden vor den entsprechenden Aussagen im Alten Testament niedergeschrieben wurden. Er lebte bereits um 2300 vor Christus, damit lange vor Moses angeblicher Lebzeiten und der Niederschrift des Buches Exodus.

Man denke bei solchen himmlischen Abstammungs-Legenden auch an die paarweise durch „Geburtengöttinnen“ erschaffenen Menschen der assyrischen Mythologie. Erzählungen einer Schöpfung von neuen Menschen durch die Kreuzung göttlicher Wesen (deren Blut) mit irdischen Menschen. Diese „Geburtengöttinnen“ waren die Göttinnen der „Doppelsieben“, die Menschen quasi wie aus der Retorte das Leben schenkten. Ein vielfach anzutreffendes Motiv der Menschheitsschöpfung in den Mythen der mesopotamischen Kulturen:

„(Von den) [sieben] und sieben Mutterleibern, brachten sieben männliche Wesen, [sieben] brachten weibliche Wesen hervor. (…) Paarweise vollendete er sie, paarweise vollendete sie vor ihr.“

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Vor 1000 Jahren: Eine rätselhafte Stimme aus der Luft entscheidet eine historisch bedeutende Schlacht der heutigen Niederlande

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Vor 1000 Jahren: Eine Stimme aus der Luft entscheidet eine historisch bedeutende Schlacht! (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Vor 1000 Jahren: Eine Stimme aus der Luft entscheidet eine historisch bedeutende Schlacht! (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Viele Überlieferungen und Legenden berichten von seltsamen Erscheinungen, Phänomenen und Himmelszeichen. Solche Wunderzeichen finden sich in alten Chroniken zeitlich recht gut überliefert. Doch vielfach lassen sich rätselhafte Ereignisse in Sagen überhaupt nicht näher bestimmen. Es scheitert schon bei den Namen der handelnden Personen oder Zeugen. Anders bei einer kleinen niederländischen Sage, in der eine unheimliche Stimme vom Himmel den Ausgang einer Schlacht bestimmte. Und interessanterweise stellten sich bei genauem Hinsehen sämtliche Personen, Ereignisse und Aussagen dieser Sage als real und richtig heraus. Also damit auch die rätselhafte Stimme aus der Luft? Eine Spurensuche in diesem Blog-Artikel.


Rätselhafte Sagen und Mythen und der „wahre Kern“

In Sagen, Legenden und alten Überlieferungen der Vergangenheit allgemein stecken häufig historische Wahrheiten verborgen. Zum Teil uraltes Wissen, das uns von längst vergangenen Zeiten erzählt.

Darin sind sich etablierte Historiker oder auch Sagen-Forscher mit all jenen einig, die noch weit mehr hinter solchen Erzählungen vermuten. Denn Autoren des Phantastischen, der Prä-Astronautik oder allgemein der Mysterien der Welt, blicken vielfach zweimal auf solche alten Geschichten unserer Ahnen. Immer auf der Suche nach überlieferten Ereignissen oder Vorkommnissen, die „nicht von dieser Welt“ gewesen zu sein scheinen.

Dabei ist es mehr oder weniger zweitrangig, ob sich diese Informationen in mündlichen Sagen oder in niedergeschriebenen religiösen Mythologien finden. Überall stößt man auf seltsame Wesen aus anderen Welten oder Ereignisse, die scheinbar aus der Welt des Paranormalen stammen. Ebenso wimmelt es hierin an ungewöhnlichen Erscheinungen am Himmel. Himmelszeichen oder Wunderzeichen, die nicht immer als Naturphänomene zu deuten sind.

Auf Mystery Files wurde dies in unzähligen Beispielen in Artikeln und Videos immer wieder thematisiert.

Lieschen Müller aus Kleinkleckersdorf

Hierbei gibt es oft ein Problem. Vielfach lassen sich solche alten Berichte historisch nicht zuordnen. Rätselhafte Überlieferungen über Begegnungen mit Wesen der sogenannten Anderswelt etwa, wie sie Sagen und Märchen vorkommen, sind nicht fassbar. Auch wenn es Ausnahmen gibt, wie zum Beispiel HIER gezeigt. Solche Ausnahmen gibt es auch bei historischen Himmels-Erscheinungen, die sich zumindest in vielen Fällen lokalisieren und datieren lassen.

Dennoch bleibt der trübe Beigeschmack, dass der viel beschworene „wahre Kern“ grundsätzlich nicht greifbar ist. Was allerdings die Beschäftigung mit solchen phantastischen Storys unserer Vorfahren nicht minder spannend macht.

Nicht wenige dieser Geschichten weltweit kursieren auch in zahllosen Variationen. Vor allem betrifft das neben Details auch sehr oft die Namen der dort erwähnten Personen, die dieses oder jenes gesehen oder erlebt haben sollen. Gerne liest man deshalb einfach über diese hinweg. Vor allem dann, wenn irgendwelche Namen von Menschen in Märchen, Legenden und Sagen auftauche. Also nicht in historischen Aufzeichnungen oder Chroniken. Eine „Lieschen Müller“ aus Kleinkleckersdorf kann in einer abweichenden Erzählung derselben Sage „Erika Mustermann“ aus München sein.

Manchmal sollte man aber genauer hinschauen, wenn in Sagen rätselhafte Vorkommnisse geschildert werden und sich dort offenbar historische Personen ihr Stelldichein geben.

Eine unheimliche Stimme „aus der Luft“

So wie in einer niederländischen Sage, die beispielsweise Johann Wilhelm Wolf 1843 im 1. Buch seiner „Niederländischen Sagen“ veröffentlichte. Wolf berief sich dabei auf eine Chronik aus dem Jahre 1585 und gibt sie wie folgt wieder:


Graf Dirck der Dritte wollte seines Vaters Tod an den Friesen rächen und zog darum mit großer Heermacht gen Ostfrießland. Kaiser Heinrich hatte ihm den Herzog von Lothringen, Gottfried den Bärtigen und viele andere fromme Helden zu Hülfe gesandt.

Als nun von beiden Seiten viel Volkes zusammen stand und zur Schlacht bereit war, da hörte man plötzlich aus der Luft eine gräuliche Stimme, welche rief: ‚Flieht, flieht, flieht!‘ und zur Stunde nahmen die Holländer die Flucht und liefen, ein jeder seines Weges, ohne sich umzusehen.

Und Bischof Adelbold von Utrecht, den Graf Dirck gefangen mit sich geführt hatte, entkam und ging über zu den Friesen, welche er nun noch mehr in ihrem Aufruhr unterstützte.“

Offensichtlich wird hier ein mehr als seltsames Ereignis beschrieben: Während einer großen Schlacht ertönte aus dem Himmel eine warnende Stimme, die in das Geschehen eingriff. Und dadurch wurde diese Schlacht vom Heer eines gewissen „Graf Dirck der Dritte“ gewonnen.

Durchaus kein Einzelfall, dass solche wundersamen Ereignisse im Umfeld einer Schlacht stattgefunden haben sollen. Selbst himmlische Objekte oder Himmelszeichen zeigten sich dann und wann dabei am Firmament. Forscher der Prä-Astronautik und auch UFO-Forscher diskutieren seit Jahrzehnten solche Berichte. Kritiker und „Schulwissenschaftler“ sehen hier nur Unsinn. Religiöse und/oder politische Propaganda, so die lang läufige Deutung. Die mit Sicherheit nicht immer nur als Versuch, diese Berichte wegzudiskutieren, angesehen werden darf.

„Graf Dirck der Dritte“

Was aber war das für eine „gräuliche Stimme“ aus der Luft, die hier den Ausgang der Schlacht manipulierte? Da wir den Urheber nicht mehr fragen können, wird das für immer ein Rätsel bleiben. So wie andere sagenhafte Ereignisse im Vorfeld dieser Kämpfe. Dazu später mehr.

Die ausgesprochen kurze Sage aus den Niederlanden enthält dennoch insgesamt vier Namen. Plus den nicht genannten Vater des Grafen „Dirck“. Und alle diese Personen waren einst ebenso real, wie die hier geschilderte Schlacht, als die Stimme vom Himmel erklang. Selbst der Ausgang dieser Schlacht ist in der Sage richtig wiedergegeben.

Beispiel: Seltsame Objekte flogen als "Wunderzeichen" 1697 über Städte in Norddeutschland (Bild: gemeinfrei)
Beispiel: Seltsame Objekte flogen als „Wunderzeichen“ 1697 über Städte in Norddeutschland – mehr in diesem Video HIER (Bild: gemeinfrei)

Bei dem Grafen namens Dirck III. handelt es sich um Dietrich III., der auch Dirk oder Diederik genannt wurde. „Dietrich der Jerusalemer“ nennt man den frommen Herrscher heute auch, da er von den heutigen Niederlanden eine Pilgerfahrt bis nach Jerusalem auf sich nahm. Er war der Graf von Holland, lebte von 993 bis 1039 und herrschte in Teilen der heutigen Niederlande. Damals nannte man das Gebiet noch Westfriesland und die niederländische Stadt Utrecht war Teil seines Machtbereiches.

Durchaus ein wohlhabendes Gebiet, da seefahrende Händler der Nordsee hier hindurch kamen. Unweit von Rotterdam baute der Graf deshalb auch in Vlaardingen eine Festung zur Sicherung des Handels. Vor allem aber, um dort Zölle zu kassieren. Genau das aber war ihm untersagt, da er dem deutschen Kaiser Heinrich II. unterstand. Der zweite reale Name in dieser Geschichte.

Reale Personen – reale Schlacht

Dieser Kaiser war ein mächtiger Herrscher, der den Beinamen „der Zänker“ trug und unter anderem auch König von Italien war. Ihm gegenüber war Dietrich III. als „Handlanger“ verpflichtet.

Als sich dann aber Kaufleute über die Machenschaften von Dietrich III. beim Kaiser selber beschweren, sah sich dieser zum Handeln gezwungen. Er stellte ein gewaltiges Heer auf, sammelte Soldaten seiner Verbündeten und zog gegen Dietrich III. nach Vlaardingen in den Krieg. Geführt wurde die Streitmacht unter dem Befehl von Gottfried II. Er war der Herzog von Niederlothringen, dem Kaiser treu ergeben und damit die dritte reale Person in dieser Sage. Bekannt ist er, da er keine Nachkommen hatte, eigentlich unter den Namen „Gottfried der Kinderlose“.

Laut Legende zogen „viele andere fromme Helden“ in den Kampf. Auch das stimmt, da verschiedene Bischöfe aus dem Reich des Kaisers ihre Heere schickten. Unter anderem, man ahnt es schon, Adalbald II., der Bischofs von Utrecht, der in der Sage „Adelbold von Utrecht“ genannt wird. Ihm hatte Kaiser Heinrich II. zuvor das Land von Dietrich III. gegeben, um diesen widerspenstigen Vasall vollständig zu entmachten.

Es sah ganz und gar nicht gut aus für die paar Soldaten von Dietrich III. angesichts einer solchen Streitmacht des Kaisers. Doch es kam so, wie es auch die Legende behauptet: Des Kaisers Truppen wurden vernichtend geschlagen und die Kämpfer von Dietrich III. feierten einen grandiosen Sieg. Die meisten kaiserlichen Soldaten und Offiziere starben im Kampf oder wurden anschließend hingerichtet.

Rache für den Vater

Ereignet hat sich all das am 29. Juli 1018 und wurde als „Schlacht von Vlaardingen“ berühmt. Ein historisches Ereignis, das bis heute in den Niederlanden im Gedächtnis blieb. Beispielsweise wird die Schlacht bei mittelalterlichen Veranstaltungen in entsprechend historischen Bekleidungen regelmäßig vor Publikum nachgestellt. Von einer überirdischen Stimme vom Himmel, die laut Überlieferung den Schlachtverlauf beeinflusst haben soll, sprechen dabei wohl die wenigsten. Vielmehr werden für den überraschenden Ausgang der Schlacht das sumpfige Schlachtfeld und die Taktik der Gegner verantwortlich gemacht.

Wahrscheinlich war es genau diese Schlacht, von der hier gesprochen wurde. Denn Dietrich III. war mehrfach in Kämpfe verwickelt. Nicht anders wie andere Herrscher des Mittelalters auch. Und hier kommt sein Vater ins Spiel, von dem die Sage nur berichtet, dass er bereits tot war. Auch hier ist die Geschichte wieder korrekt.

Sein Vater hieß Arnulf von Holland und er war Graf von Westfriesland beziehungsweise Holland. Seine Frau Liutgard war sogar eine Schwester von Kunigunde von Luxemburg, die nicht irgendwer aus dem Adel war. Sie war die Frau von eben genau diesem Kaiser Heindrich II., der später gegen Arnulf seinen Sohn zu Felde zog. Heute sieht die katholische Kirche in ihr sogar eine Heilige.

Im Jahre 993 fand Graf Arnulf tatsächlich einen gewaltsamen Tod. Und zwar so, wie es die Sage behauptet: Bei einem Kampf mit den Friesen bei Winkel fiel er auf dem Schlachtfeld. Das war genau im Jahr der Geburt von Dietrich III., der damit seinen Vater nie kennenlernte.

Der wundersame Graf Arnulf von Holland

Ein Ausflug in die mittelalterliche Geschichte, der so erst mal nichts mit den Mystery Files zu hat. Jedoch zeigte sich, dass ausnahmslos alle Angaben aus der niederländischen Sage den historischen Tatsachen entsprechen. Wie passt da das Wunder mit einer warnenden Stimme vom Himmel hinein?

Wunder oder „Zeichen von Gott“ gehörten hier aber fast schon zur Tradition der Familie, wenn man weitere Legenden aus den Niederlanden studiert. So hat Graf Arnulf kurz vor seinem Tod auf dem Schlachtfeld bei dem Ort Winkel angeblich selber ein Wunder gewirkt. In dieser Sage, die Johann Wilhelm Wolf derselben Chronik-Quelle von 1585 entnahm, erfahren wir dazu Seltsames.

In dieser heißt es, dass er „während der ganzen Zeit seiner Regierung“ in kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Friesen verwickelt gewesen sein. Sie wollten „nicht unter seiner Herrschaft stehen“, weshalb er „alle streitbaren Männer von Holland“ auf einem Feld beim Dorf Winkel versammelte.

Offenbar ohne ausreichende Versorgung, denn alle litten unter großen Durst, da „überall nur Salzwasser zu haben“ war.

Graf Arnulf als „holländischer Moses“

So konnte es nicht weiter gehen, erzählt die Sage weiter:

Der Graf, welcher herzlich Mitleiden mit seinem Volke hatte, fiel in seinem Zelte auf die Kniee und bat inniglich zu Gott, und als er wieder aus seinem Zelte kam, wies er ihnen eine Stelle, welche ihm von Gott in seinem Gebete geoffenbaret war, und da sollten sie graben.

Und das thaten sie und er stach seine Lanze hinein, und da fanden sie frisches, schönes Wasser und tranken alle und wurden gelabt.“

Moses schlägt beim Exodus auf einen Felsen in der Wüste - und dank Gottes Hilfe kommt Wasser hervor (Bilder: gemeinfrei)
Moses schlägt beim Exodus auf einen Felsen in der Wüste – und dank Gottes Hilfe kommt Wasser hervor (Bilder: gemeinfrei)

Es klingt schon fast nach Moses im Buch Exodus, der mit Gottes Hilfe seinem dürstenden Volk beim Auszug aus Ägypten frisches Wasser „herbei zaubern“ konnte. Doch anders als bei Moses ging es für Arnulf alles andere als gut aus, da er auf diesem Schlachtfeld sein Leben ließ. Wie es auch sie Sage zu berichten weiß:

Inzwischen kamen die wilden Friesen mit einer großen Menge Kriegsvolkes und der Graf ging ihnen mit seiner ganzen Macht ritterlich zu Gemüth und schlug sie; ist aber durch Gottes Verhängniß selber in der Schlacht geblieben.“

Also ist auch die Behauptung der Sage mit der Stimme aus der Luft, dass sein Vater von den Friesen getötet wurde, richtig. So, wie die Angabe in dieser zweiten Legende. War Arnulf also ein Wundertäter, dem Gott den richtigen Ort zeigte? Oder hatte er nur ein gutes Gespür dafür, wo er eine Quelle für seine durstigen Soldaten finden kann?

Wahre Ereignisse = ein wahre Erscheinung?

Seine Wunder hielten angeblich noch lange nach seinem Tode an, wie es eine dritte Sage über seine letzte Ruhestätte überliefert. So kam es eines Tages dazu, „als viel Volk in der Kirche von Egmont war“, wo der Graf beerdigt wurde. Doch auf einmal sahen sie …

„… daß der Sarg, in welchem der heilige Graf ruhete, bei Abentheuer (von Ungefähr) sich öffnete, da er durch Alter mürbe und morsch geworden war, und drang aus der Oeffnung ein gar süßer Geruch, wie von Myrrhen und Weihrauch, so daß alle, die herum standen, glaubten, sie wären im irdischen Paradiese.

Das Loch aber konnte man nicht wieder zustopfen, wie oft man es auch versuchte, und ist noch offen bis auf den heutigen Tag.“

Ein sich plötzlich von selber öffnender, in die Jahre gekommener Sarg, klingt nicht sehr spektakulär. Seltsam ist hier die Behauptung, dass ein „süßer Geruch, wie von Myrrhen und Weihrauch“, hervor gekommen sein soll. Bei „süßem Geruch“ mag man an Verwesung denken – aber dann würde sich wohl kaum jemand der Kirchenbesucher vorkommen, als wäre er „im irdischen Paradiese“.

Der Graf war da auch schon „lange gestorben“ und begraben, wie es heißt. Wie lange, wissen wir nicht. Und irgendwer hätte das Loch auch mit Sicherheit auch wieder „zustopfen“ können.

„Die Stimme eines Starken vom Himmel“

Wahrheit und (fromme) Erfindung geben sich immer wieder die Klinke in den Überlieferungen der Welt in die Hand. Die Grenzen scheinen oftmals fließend. Wer mag schon angesichts dieses ausgewählten Beispiels einer „Himmelsstimme“ mit seinem historisch exakten Kontext die Grenzen bestimmen können?

Man mag hier geneigt sein, das Phänomen der „Himmelsposaunen“ als Deutung zu sehen, über die auf Mystery Files schon mehrfach berichtet wurde. Einem weltweiten Phänomen, bei dem davon berichtet wird, dass unerklärliches „Dröhnen“ vom Himmel kommt. Eben ähnlich wie Posaunen. Doch diese Klänge oder Töne vom Himmel oder dieser Krach aus der Luft ist alles andere als eine Stimme. Zumal in der Sage davon gesprochen wird, dass diese Luft-Stimme sogar eine klare Anweisung gab.

Eher könnte man hier an die „Stimme Gottes“ denken, von denen biblischen und außerbiblische Schriften sehr zahlreich berichten. „Die Stimme eines Starken vom Himmel in einem Feuerwolkenbruch“ kam beispielsweise laut der „Apokalypse des Abraham“ (8,2) einstmals vom Himmel, um Abraham Anweisungen zu geben.

Besteht hier ein Zusammenhang …?

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Lars A. Fischinger

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VIDEO: Seefahrt der Steinzeit: „ABORA V – Update zur Vorbereitung der Transatlantik-Expedition“ – Vortrag von Dr. Dominique Görlitz & Ramon Zürcher

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Vortrag/Video vom 29. Oktober 2021 von Dr. Dominique Görlitz & Ramon Zürcher: "ABORA V – Update zur Vorbereitung der Transatlantik-Expedition" (Bilder: abora.eu/D. Görlitz & gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Vortrag/Video vom 29. Oktober 2021 von Dr. Dominique Görlitz & Ramon Zürcher: „ABORA V – Update zur Vorbereitung der Transatlantik-Expedition“ (Bilder: abora.eu/D. Görlitz & gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Waren in der Steinzeit vor Jahrtausenden bereits Seefahrer der Alten Welt in Amerika? Und überquerten vorzeitliche Amerikaner den Atlantik in Richtung Osten? Davon sind viele überzeugt. Christoph Kolumbus kam als Letzter, war nicht nur Thor Heyerdahl sicher. Auch Dr. Dominique Görlitz ist im „Fahrwasser von Heyerdahl“ sicher, dass es diese Kontakte gab. Deshalb plant Görlitz bereits seine 5. Groß-Expedition mit einem Schilfboot. Eine Reise von Nordafrika bis Amerika. Darüber berichtet er zusammen mit Ramon Zürcher in diesem Vortrag.


Entdeckten Seefahrer der Steinzeit Amerika?

Seefahrer der Steinzeit nutzen vor Jahrtausenden den Atlantik als „Autobahn“. Denn der Ozean war kein Hindernis für die Menschen der Vorzeit, um zwischen der Alten und der Neuen Welt zu reisen. Vielmehr war er ein Verbindungsweg der Kulturen in Ost und West nach und von Amerika. Tausende Jahre bevor Kolumbus Amerika erneut entdeckte.

Davon ist auch Dr. Dominique Görlitz überzeugt, der seit Jahrzehnten Seefahrt-Experimente mit einfachen, nach vorzeitlichen Vorlagen nachgebauten Schilfbooten durchführt. Im Kielwasser des legendären Norwegers Thor Heyerdahl, wie der Experimantalarchäologe und Seefahrthistoriker Görlitz es nennt. Bis zum Tode von Heyerdahl verband beide Forscher deshalb eine enge Beziehung.

So hat auch Görlitz bereits in den vergangenen Jahren einige Experimente mit seinen Schilfbooten ABORA durchgeführt. Doch ein neues Projekt steht an: ABORA V.

Mit diesem Boot soll von Nordafrika über die Kanaren und Kuba bis nach Mexiko in Mittelamerika gesegelt werden. Vielleicht von dort sogar weiter bis Miami in Florida. Von den laufenden Vorbereitungen berichtet Görlitz in diesem Vortrag. Zusammen mit Ramon Zürcher von der „Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI“ (A.A.S.).

Wie auf diesem Blog berichtet, fand im Oktober 2021 das Jahrestreffen der A.A.S. in Legden im Münsterland statt. Eine Veranstaltung mit zahlreichen Vorträgen, in denen sich die Referenten mit den großen Rätseln der Welt und den Universum sowie der Idee der Götter aus dem All beschäftigten. Diese Vorträge habe ich vor Ort für Euch gefilmt. So unter anderem diesen Vortrag „ABORA V – Update zur Vorbereitung der Transatlantik-Expedition“ am 29. Oktober 2021 von Görlitz und Zürcher.

Bleibt neugierig …

Video/Vortrag vom 29. Oktober 2021 auf Mystery Files

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Jahrtausende verborgen und erstaunlich gut erhalten: 5.000 Jahre altes Megalithgrab der Steinzeit in Norddeutschland entdeckt (+ Videos)

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Jahrtausende verborgen - 5000 Jahre altes Megalithgrab der Steinzeit in Norddeutschland entdeckt" (Beispielbild von Rügen: Fischinger-Online)
Jahrtausende verborgen – 5000 Jahre altes Megalithgrab der Steinzeit in Norddeutschland entdeckt“ (Beispielbild von Rügen: Fischinger-Online)

Überraschender Fund auf einem Feld in Goosefeld bei Eckernförde an der Ostsee. Bei Routineuntersuchungen fanden Archäologen des Landesamtes für Archäologie von Schleswig-Holstein dort zufällig „ein ungewöhnlich vollständig erhaltenes Großsteingrab“ aus der Steinzeit. Ein ca. 5.000 Jahre alter Zufallsfund, mit dem gerade dort durchaus zu rechnen war.


Spuren der Steinzeit

Die Welt ist voll von Megalithanlagen unterschiedlichsten Alters. Dolme und Großsteingräber aus der Steinzeit finden sich auch bei uns in Mitteleuropa in großer Zahl. Aber auch „Riesenbetten“, Hünengräber und einzeln aufgestellte Megalithen. Errichtet vor vielen Jahrtausenden zeugen diese Hinterlassenschaften bis heute von einer uns fremden, „heidnischen“ Kultur. Bis heute finden wir vor allem auch im norddeutschen Raum diese Art von uralten Spuren der Vorzeit.

Und obwohl Megalitbauten der Vergangenheit scheinbar unübersehbar in der Landschaft herumstehen, finden Archäologen oder Laien immer wieder neue Anlagen. Das hat einfache Gründe: Zum einen wurden im Zuge der Christianisierung zahlreiche solcher „heidnischen“ Anlagen zerstört und abgerissen, so dass ihre Reste heute im Erdreich schlummern. Zum anderen hat die sich ausbreitende Landwirtschaft diese beiseite geschafft, wenn sie im Weg standen. Mit dem gleichen Resultat. Natürlich hat auch die Natur beispielsweise Hügelgräber „verschluckt“, so dass sie heute gar nicht mehr als das erkennt werden, was sie meinst waren.

Für Generationen von Forschern gibt es noch genügend zu tun.

Vor allem die Luftbildarchäologie, die heute auch kostengünstig und bequem mittels Drohen erfolgt, beweist, dass in der Erde Deutschlands noch so manches Geheimnis verborgen liegt. Aus der Steinzeit ebenso, wie aus den Tagen der Römer. Obwohl eine Bildauswertung dann zeigt, dass exakt hier oder genau dort irgendwas im Boden schlummert, kommt es immer wieder zu Zufallsfunden.

Die Steinzeit ist überall

Etwa kürzlich auf der Nordseeinsel Amrum, wie in diesem Video HIER berichtet. Ein längst verschollenes und zerstört geglaubtes Megalithgrab wurde bei Bauarbeiten zufällig wieder gefunden. Und es stellte sich dabei sogar als größer und 1.000 Jahre älter heraus, als zuvor angenommen. Sogar spielende und grabende Teenager können plötzlich einen rund 5.400 Jahre alten Urnenfriedhof der Steinzeit vor der eigene Haustür entdecken. So erging es 1992 einigen Freunden und mir. Und ein Schlossfriedhof aus dem 16. Jahrhundert in Nordrhein-Westfalen kann sich bei Untersuchungen auch mal als 4.300 Jahre älter erweisen, als gedacht. Womit dieser seine Ursprünge in der Steinzeit hat, wie in diesem Video HIER berichtet (für Mitglieder).

Die genannten Beispiele gehören (wie so viele andere auch) zu der sogenannten Trichterbecherkultur. Diese Kultur der Steinzeit reicht bis zu 6.200 Jahre in die Vergangenheit zurück. Ihre Spuren sind weiträumig zu finden. Auf Rügen in der Ostsee ebenso, wie an und in der Nordsee oder im Süden von Nordrhein-Westfalen. So auch in Goosefeld bei Eckernförde nördlich von Kiel unweit der Ostsee.

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Dort stehen heute vier Großsteingräber aus Megalithen, die eben genau dieser Trichterbecherkultur zugeordnet werden. Teilweise sind nur noch ihre Reste vorhanden; auch viele der Megalithen fehlen. Die größte Anlage ihrer Art dort wird als „Grab 3“ bezeichnet und war einst ein „Riesenbett“ von 41 Metern Länge und 7 Metern breite. Ein Hünengrab, in dem sich sogar mehrere Grabkammern befanden.

Zufallsfund in Goosefeld an der Ostsee

Genau in diesem Gebiet machten Archäologen zufällig einen weiteren, spannenden Fund auf einem Acker. Dieser soll einem Baugebiet weichen, weshalb Archäologen des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein dort eine Vorab-Untersuchung des Grundes durchführten. Das ist Routine bei solchen Fällen. Wie sich dabei herausstellte, so der Grabungsleiter Ringo Klooß, war der Acker alles andere als ein unberührtes Stück Land. Im Erdreich lag ein bisher unbekanntes Megalithgrab verborgen, das ebenfalls der Trichterbecherkultur zugeschrieben wird.

Errichtet wurde die Anlage vor rund 5.000 Jahren, so die Forscher. Die Zuordnung erfolgte dabei durch drei Scherben, die bei den Grabungen im Inneren des Großsteingrabes entdeckt wurden. Ein bisher eher spärlicher Fund. Doch die Archäologen wollen bis kurz vor Weihnachten hier weiter graben. Schon jetzt ist der Archäologe Klooß begeistert, dass diese uralte Stätte derart gut erhalten und vollständig sei.

Aufgrund anderer Megalithanlagen in der Umgebung, kann man durchaus in Zukunft mit weiteren Zufallsfunden dieser Art rechnen.

Ob in den kommenden Wochen weitere Funde gemacht werden, kann man nur hoffen. Immerhin zeigt der Befund schon jetzt, dass diese Megalithanlage in der Vergangenheit eher nachlässig zerstört und abgerissen wurde. Sonst wäre sie nicht so vollständig im Erdreich erhalten geblieben. Goosefeld hat damit eine Grabanlage der Steinzeit mehr. Zumindest für kurze Zeit, da wohl kaum der Bebauungsplan des Feldes aufgrund der Entdeckung geändert wird.

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Video vom 8. August 2021 auf Mystery Files

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Video vom 17. August 2019 auf Mystery Files

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Der „Cheops-Skandal“ als Comic erschienen: Höhepunkte der letzten 15 Jahre – positive wie negative (+ Video)

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Der Cheops-Skandal als Comic (Bilder NuoFlix)
Der Cheops-Skandal als Comic (Bilder NuoFlix)

Im Jahre 2013 lösten NuoViso in der Zusammenarbeit mit Dr. Dominique Görlitz und Stefan Erdmann einen internationalen Skandal aus, der es in alle großen Leitmedien weltweit schaffte. Nun wurde die komplette Geschichte in einem Comic verewigt. Während Dominique Görlitz einige Exemplare für eine limitierte Special Edition signierte, sprach er mit Frank Höfer über die Hintergründe des Skandals.


Der Cheops-Skandal

Bald ist der Cheops-Skandal 10 Jahre her. Aber sicher noch lange nicht vergessen. Vor allem im Kreise „alternativer Histotiker“, einiger Archäologen und all jener, die sich für die Welt der Mysterien und Rätsel der Vergangenheit interessieren. Beteiligt an diesem aufgebauschten Skandal waren 2013 neben Dr. Dominique Görlitz und Stefan Erdmann auch NuoViso.tv.

NuoViso bzw. NuoFlix, soder neue Name, ist natürlich auch weiterhin aktiv. Und die treue Community meines YouTube-Kanal „Mystery Files weiß, dass auch ich dort Videos zu den Rätseln der Welt präsentiere. Ihr findet diese direkt unter MysteryFiles.de.

Neben Videos veröffentlicht NuoViso um Frank Höfer aber auch seit geraumer Zeit Comics zu Themen aus deren Sendungen und Videos. Der vierter Comic ist nun erschienen und widmend sich ganz dem damaligen Skandal um die Cheops-Pyramide rund um Görlitz und Erdmann, über den auch auf diesem Blog vielfach berichtet wurde. Dazu schrieb Görlitz auf Facebook:

Der Produzent Frank Höfer veranstaltete einen Nuoviso-Talk (neu unter nuoflix) mit mir, in dem ich mehr als 100 Exemplare unterschrieb. Im Life-Gespräch diskutierten wir über die Highlights aus dem Heft.

Für mich war es auch nochmals ein Déjà-vu über die bitteren Erlebnisse und Erfahrungen des Cheops-Skandals zu erzählen. Das hatte sich als blasser Glanz schon weit in die Echokammern der Erinnerungen zurückgezogen. Aber das, was uns damals widerfuhr, war wirklich für viele Jahre eine Demütigung unseres Anspruchs für eine ideologiefreie Wissenschaft. Umso mehr kommen all diese Details, Intrigen, aber auch seine Auflösung nun allmählich ans Tageslicht.

Als ‚Historien-Wissenschaftler‘ kann ich aber versprechen: Es gibt nur eine Wahrheit, und das sind die Fakten. Sie belegen unverrückbar, dass unsere Analyse in der Großen Pyramide von Gizeh nur einen Zweck hatte – Wissenschaft zu betreiben.

NuoViso veröffentlicht erstes Comic über das ABORA- und Cheops-Projekt

Weiter schreibt Dominique Görlitz:

Die Idee ABORA in einem Comic zu porträtieren ist nicht neu. Schon befreundete Künstler aus Norwegen hatten erste Illustrationen angefertigt, um bei ABORA IV die Erlebnisse in Comic-Form zu veröffentlichen. Am Ende erschien es jedoch zu aufwendig, und deshalb verwarfen wir die Idee.

Vor einem Jahr hatte sich schließlich der Kieler Künstler Daniel Haas bei Nuoviso gemeldet und diese Lücke geschlossen. Seither haben Frank Höfer und Daniel Haas drei Hefte produziert und seit dieser Woche steht nun das vierte Heft zum Kauf bereit!

Unter dem Titel ‚Nuoviso Comics – Kann Fragmente der Wahrheit enthalten!‘ thematisiert das neue Heft viele spannende Anekdoten und Geschehnisse aus meinem Forscherleben. Im Zentrum stehen natürlich meine ABORA III Expedition und das Cheops-Projekt mit all seinen Höhen und Tiefen.

Ob nun diese Bilderzählungen tatsächlich Fragmente der Wahrheit enthalten, möchte ich jetzt nicht Preis geben. Aber als Akteur in diesen Geschichten möchte ich schon verraten, dass sich viele Erlebnisse so oder in ähnlicher Weise abgespielt haben. Wie sich die Geschichte am Ende auflöst finde ich absolut bemerkenswert, denn auf der allerletzten Seite erfahrt Ihr, wer für alles wirklich verantwortlich war!

Mehr dazu erfahrt Ihr auch im besagten Video von Höfer und Görliz, dass ich Euch unten eingebunden habe.

Höhepunkte der letzten 15 Jahre – positive und negative

Dazu schreibt NuoViso:

Wir freuen uns, Euch Ausgabe Nr. 4 unserer beliebten NuoViso Comics präsentieren zu können.

Auf diese Ausgabe haben wir uns ganz besonders gefreut, stellt sie inhaltlich vielleicht den ‚Höhepunkt‘ unserer Arbeit der letzten 15 Jahre dar, im Positiven wie im Negativen. Als wir Anfang 2013 mit dem Experimentalarchäologen Dominique Görlitz, Stefan Erdmann und unserem Kamerateam nach Ägypten reisten, war uns nicht klar, welche Auswirkungen dies haben würde. Auf der einen Seite führten unsere Dokumentations- und Forschungsarbeiten zu völlig neuen Erkenntnissen beim Bau der Cheops-Pyramide, zum anderen endete sie mit mehreren Verhaftungen, Haftstrafen und Interpol-Fahndungen.

Der sogenannte ‚Cheops Skandal‘ schlug international große Wellen, auch in Deutschland berichteten alle Leitmedien. Ursache waren Falschaussagen und Verleumdungskampagnen, welche erst Jahre später gerichtlich festgestellt wurden. Der Schaden war aber bereits angerichtet.

Mit der aktuellen Comic-Ausgabe gewähren wir Euch erstmals Einblick in die vollen Abläufe und Geschehnisse aus der damaligen Zeit rund um das ‚Cheops Projekt‘ und den Skandal. Aber auch über die Ergebnisse der Forschungen und auch weitere Expeditionen von Dominique werden thematisiert, u.a. seine Abora-Expeditionen. Das aktuelle Interview dieser Ausgabe gehört daher natürlich auch Ihm. Natürlich gibt es auch dieses mal wieder eine signierte (Dominique Görlitz) und limitierte Special Edition.

Bestellen könnt Ihr die Comic-Bänder HIER direkt im Shop von NuoViso

Video zum Thema

Video vom 6. November 2021 auf Mystery Files

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Rethra, das Atlantis der Heiden nahe der Ostsee – und die Jahrhundertfälschung in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns (+ Videos)

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Rethra, das Atlantis der Heiden nahe der Ostsee - und die Jahrhundertfälschung in der Geschichte Mecklenburgs (Bilder: gemeinfrei & WikiCommons CCO/RonnyKrüger / Montage: Fischinger-Online)
Rethra, das Atlantis der Heiden nahe der Ostsee – und die Jahrhundertfälschung in der Geschichte Mecklenburgs (Bilder: gemeinfrei & WikiCommons CCO/RonnyKrüger / Montage: Fischinger-Online)

Das versunkene Atlantis ist in der Form, wie sie Platon vor mehr als 2.400 Jahren überliefert hat, einmalig auf der Welt. Doch vielerorts finden sich versunkene Orte oder Städte, die man gerne mit dem Attribut „Atlantis“ belegt. Auch in Deutschland. ein eher weniger bekanntes „Deutsches Atlantis“ ist das untergegangene Rethra in Mecklenburg-Vorpommern. Ein Zentrum der „Heiden“, das bereits an über 30 Orten angeblich lokalisiert oder zumindest gesucht wurde. Und das mangels Beweisen für seine einstige Lage einst zum größten Betrug in der Archäologie Mecklenburg-Vorpommerns führte. Hier erfahrt Ihr die Geschichte und den Mythos hinter dem versunkenen Rethra, dem Betrug aus dem 18. Jahrhundert dazu und was – vielleicht – Platons Atlantis damit zu doch tun hat.


Atlantis und Atlantisse

Atlantis gab es nur ein einziges Mal und es soll vor tausenden Jahren versunken sein. Zumindest hat das der Grieche Platon vor über 2.400 Jahren in seinen Schriften behauptet. Doch so wie Atlantis einst unterging, so gibt es zahlreiche Orte, die im Laufe der Geschichte verschwanden. Oder verschwunden sein sollen, da ihre wirkliche Existenz vielfach unbelegt ist. Einige davon haben die Gemeinsamkeit, dass man sie heute in Anlehnung an Platon „Atlantis von XY“ nennt. Schnell kann so selbst der Laie mit diesem Begriff etwas anfangen.

Auch Deutschland hat solche „Atlantisse“ in der Geschichte vorzuweisen. Bekannt sind hier vor allem Vineta in der Ostsee und Rungholt im Wattenmeer der Nordsee, über die zum Beispiel in den ersten beiden Mystery Files-Videos unten bereits berichtetet wurde (derzeit noch für Fans und Kanalmitlieder!) Diese Ortschaften gingen nicht wie das klassische Atlantis vor vielen tausend Jahren unter, sondern teilweise erst im Mittelalter. Doch auch hier blieben nur Legenden.

Wobei es bei Rungholt als „Atlantis der Nordsee“ etwas anders aussieht. Hier existieren eine ganze Reihe archäologischer Funde und Spuren im seichten Wattenmeer südöstlich der heutigen Insel Pellworm. Und erst kürzlich kamen neue hinzu, wie im 1. Video unten berichtet. Grundsätzlich aber gab es dutzende „Atlantisse“, die hier in Nordfriesland versunken sind. Doch nur Rungholt wurde legendär und bekam die Spitznamen „Atlantis der Nordsee“.

Viele Legenden über solche untergegangenen Orte und Stätten ähneln sich in nicht wenigen Details. Oft sprechen sie vom unermesslichen Reichtum der Bürger, einem daraus resultierenden Sittenverfall und einer um sich greifenden Gottlosigkeit. Das brachte das Ende und damit den Untergang als eine Strafaktion des Herrn. Elemente, die schon bei Platon in der Legende seines Atlantis zu finden sind.

Rethra, die versunkene Stadt der Heiden

Der Laie wird bei (im Meer) versunkenen Städten in Deutschland wohl nicht mehr als Rungholt und vielleicht noch Vineta kennen. Zwei christliche Orte, die damit in historischer Zeit anzusiedeln sind. Aber bekanntlich wird die Geschichtsschreibung immer dunkler, je weiter man in die Vergangenheit geht. Und so ist es auch bei einer anderen Siedlung, die im vorchristlichen Zeitalter in der Ostsee bzw. nahe dem Meer untergegangen ist.

Diese Stadt oder besiedelte Befestigung wird meist Rethra genannt. Von ihr blieben nichts als Legenden, die von ihrer Lage, ihrem Aussehen, ihrem Verschwinden und den einstigen Bewohnern künden. Und sich dabei fast immer widersprechen und unterscheiden. Denn gefunden hat dieses sagenhafte Rethra bisher niemand. Obwohl inzwischen über 30 Orte bekannt sind, an dem dieser gesucht oder vermutet wurde.

Diese Lokalisierungsversuche überziehen fast das gesamte heutige Mecklenburg-Vorpommern und reichen bis in den Norden Brandenburgs sowie bis nach West-Polen (Stargard/Szczecinski). Lediglich zwei Orte, an denen Rethra gelegen haben soll, die Städte Wolgast und Lassan, liegen dabei direkt an der Ostsee. Alle anderen angeblichen Lokalisierungen liegen zum Teil sehr weit im Landesinneren und fernab von jedem Wasser. Die Mehrzahl aber an diversen Seen, an denen es auf der berühmten Mecklenburgischen Seenplatte bzw. in Mecklenburg-Vorpommern an sich nicht gerade mangelt.

Dennoch gibt es seit Jahrhunderten einen Favoriten, wo das heidnische Rethra gelegen haben soll. Es ist der etwa 10 Kilometer lange und bis zu knapp über 30 Meter tiefe Tollensesee mit der darin gelegenen Fischerinsel und dem südlich davon gelegenen See Lieps. Beide Gewässer liegen unmittelbar nebeneinander und sind durch Kanäle miteinander verbunden. Ganz im Norden liegt der Ort Neubrandenburg am Ufer des Tollensesee. Eine heute beliebte Urlaubsregion.

Ein heidnisches „Atlantis“ im Tollensesee und in der Lieps?

Der See Lieps unterscheidet sich mit durchschnittlich knapp über 2 Metern Tiefe und einer Größe von nur 3 x 2,5 Kilometern deutlich vom Tollensesee. Dennoch kann man dieses Gebiet als eine „Einheit“ ansehen, die sicher auch schon in „heidnischer Zeit“ Menschen anzog. Waren unter ihnen auch die Gründer des Ortes Rethra? Lokal ist man davon überzeugt, da 2003 der Name „Rethra“ als Marketingmittel für die Region markenrechtlich geschützt wurde.

Tatsächlich gibt es dort archäologische Funde aus der heidnischen Zeit der Slawen. Unter anderem ein Idol oder eine „Götze“ aus Holz, das auf der Fischerinsel im Tollensesee entdeckt wurde. Ebenso finden sich an und in den Seen Reste von Ringwallanlagen und andere Siedlungsspuren. Seit mindestens dem 7. Jahrhunderten siedelten diesen Funden nach Menschen im südlichen Bereich des Tollensesee inklusive der dortigen Fischerinsel und dem Gebiet Lieps. Aus diesem Grund vermuten viele, dass Rethra einst genau dort gelegen haben muss. An der Spitze der Halbinsel Nonnenhof in der Lieps sind sogar noch heute die Reste einer entsprechenden Burgwallanlage zu sehen. „Bacherswall“ wird diese genannt.

Eine versunkene Insel

Versunken ist dort aber nachweislich tatsächlich eine etwa 3.000 Quadratmeter kleine Insel namens Binsenwerder in dem See Lieps. Das war allerdings erst im 13. Jahrhunderte, als der See aus wirtschaftlichen Gründen absichtlich um 1,5 Meter aufgestaut wurde. Viele archäologische Funde und Spuren ging so verloren oder können heute nur durch Unterwassergrabungen gesichert werden. Unter anderem die Funde von der Fischerinsel beweisen jedoch, dass hier ein bedeutendes Siedlungsgebiet der „Heiden“ lag. Inklusive Kultstätten und archaische Tempel.

Funde von Silber, Keramik, Waffen, Münzen, Äxte, Bauten und nicht zu Letzt Ringwallanlagen deuten sogar darauf hin, dass hier ein wichtiges Zentrum unserer Vorfahren lag. Im Lokalmuseum von Neubrandenburg sind einige diese Objekte heute zu bestaunen.

So verlockend es auch sein mag, Rethra im Bereich südlicher Tollensesee, Fischerinsel und Lieps zu lokalisieren, Belege dafür gibt es nicht. Dafür sind die überliefern Informationen über die Lage des Ortes schlicht zu ungenau und widersprüchlich.

Nichtmal der eigentlich Name der Stadt oder Festung war späteren christlichen Autoren mehr bekannt. Ebenso wenig wie die der dort verehrten Götter, für die eigens Tempel erbaut wurden. Einige sprachen sogar ein zentralen Heiligtümern, was die Bedeutung des Ortes unterstreicht. Einig war man sich nur dahingehend, dass der Ort ein Zentrum von Macht, Politik. Wirtschaft und Glaube der Lutizen war. Ein Verbund vier verschiedener Slawen-Stämme, zu denen auch die Redarier gehörten.

Fantasievolle Beschreibungen

Die Chronik des Geschichtsschreibers und Kirchenmannes Thietmar von Merseburg gilt als ältestes Zeugnis von Rethra. Er lebte von ca. 975 bis 1018 nach Christus und nennt die Ortschaft Riedegost, in der die Gottheit Zuarasici verehrt wurde. Adam von Bremen nennt in seiner zwischen 1070 und 1076 verfassten „Geschichte des Erzbistums Hamburg“ die Gottheit selber Riedegost. Verheert in einem Heiligtum in dem Ort Rethra, der das Zentrum „ihres Teufelsglaubens“ sei. Fantasievoll überliefert der Chronist vor rund 1050 Jahren weiter:

Sein Bild ist aus Gold gefertigt, sein Lager von Purpur. Die Burg selbst hat neun Tore und ist ringsum von einem tiefen See umgeben. Ein Knüppeldamm gewährt Zugang, aber er darf nur von Leuten betreten werden, die opfern oder Orakelsprüche einholen wollen.“

Nach dieser Beschreibung lag der versunkene Ort mitten in einem See auf einer Insel. Und mit angeblich neun Toren war er sicherlich auch keine kleine Ansiedlung. Thietmar von Merseburg sah das in Band VI seiner „Chronik“ ganz anders:

Im Redariergau liegt die dreieckige und dreitorige Burg Riedegost, rings umgeben von einem großen, für die Einwohner unverletzlich heiligen Walde. Zwei ihrer Tore sind dem Zutritt aller geöffnet. Das dritte und kleinste Osttor mündet in einen Pfad, der zu einem nahe gelegenen, sehr düsteren See führt.

In der Burg befindet sich nur ein kunstfertig errichtetes, hölzernes Heiligtum, das auf einem Fundament aus Hörnern verschiedenartiger Tiere steht. Außen schmücken seine Wände, soviel man sehen kann, verschiedene, prächtig geschnitzte Bilder von Göttern und Göttinnen. Innen aber stehen von Menschenhänden gemachte Götter, jeder mit eingeschnitztem Namen.

Das Ende von Rethra

Bis hoch nach Rügen in der Ostsee und weiter nach Osten zum Fluss Oder gibt es gut zwei Dutzend heute bekannter Plätze, die einstmals heidnische Tempel in dieser Art waren. Und sicher waren es vor über 1.000 Jahren noch weit mehr. Auch sie müssen in dieser Form als etwas Besonders im Herrschaftsgebiet der Liutizen gelten. Alle mussten bedeutende und vor allem große Glaubes-Zentren gewesen sein, da um sie herum eine entsprechende Infrastruktur für deren Betrieb funktioniert haben muss. Angefangen bei einer angesiedelten Landwirtschaft und Platz für Pilger, Priester, Wächter/Krieger und Händler bis zu Straßen.

Rethra als machtpolitisches und religiöses Zentrum diente den „Heiden“ auch als Versammlungsort und Aufmarschgebiet bei ihren Kämpfen. Zum Leidwesen der Christen und feindlicher Stämme, wurden von dort Feldzüge und Aufstände begonnen. Ab 1056 kam es erneut zu Kämpfen der Liutizen und der Ort büßte mehr und mehr seiner Bedeutung ein.

Letztlich war es mutmaßlich der christliche Bischof Burchard II. von Halberstadt (1028 – 1088), der Rethra 1068 den Todesstoß versetzte. Der Ort wurde vernichtet, der Tempel zerstört, die Heiligtümer verschleppt. Und letztlich blieb nur eine mythische Erinnerung an das versunkene Rethra. So dokumentierte es es Rainer Szczesiak in seiner Arbeit „Auf der Suche nach Rethra! Ein interessantes Kapitel deutscher Forschungsgeschichte“ schon 2007.

Schon anhand dieser Jahresdaten wir klar, dass der eigentliche Untergang nicht sicher datiert werden kann.

Das man von einem so bedeutenden Ort, der vor gerade mal rund 1.000 Jahren verschwand, nicht mehr weiß, wo er ungefähr lag, ist ebenso ungewöhnlich. Die über 30 Orte, an denen Rethra vermutet wurde, umfassen immerhin über 20.000 Quadratkilometer. Ein deutlicher Beleg, dass man hier die Nadel im Heuhaufen sucht.

Nichts als Legenden blieben

Bekanntlich wandeln sich Legenden, Mythen und Überlieferungen. Sie werden aufgebauscht, verändert oder Namen von handelnden Personen und Göttern sowie Orte und Ortsnamen werden dabei auch mal ausgetauscht. Jeder Mystery-Jäger und Prä-Astronautik-Forscher wie ich kennt das aus der Geschichte zu Genüge. Und am Beispiel Rethra sieht man, dass es dazu nicht mal tausende von Jahren wie beim klassischen Atlantis bedarf. Auch nicht eine mündliche Ausbreitung durch verschiedene Kulturen und in in vollkommen andere Regionen der Erde.

So hat beispielsweise Jodocus Deodatus Hubertus Temme 1840 in seinem Werk „Die Volkssagen von Pommern und Rügen“ folgende Sage über den Ort wiedergegeben:

In den uralten heidnischen Zeiten war in Pommern eine berühmte Stadt, Rethra heißen. Dieselbe war der Hauptsitz des Pommerschen Götter, besonders des Götzen Radigast oder Redigast.

Die Stadt Rethra war groß, von vielen Einwohnern und voller Reichtümer. Man ging durch neun Thore in dieselbe hinein, und sie war rund umher mit Wasser beflossen. Sie hatte viele Tempel, in welche man über köstliche Brücken ging. Der vornehmste Tempel gehörte dem Götzen Redigast, welcher ganz von Gold war, und auf einem Lager von Purpur ruhte.

Diese Stadt ist zuletzt wegen ihres Uebermuthes und Heidenthums gänzlich zerstört. Das ist geschehenen noch lange bevor das Christentum nach Pommern kam. Auf welche Weise aber, das weiß man nicht. Sie ist so ganz zu Grunde gegangen, daß man nicht einmal die Gegend mehr angeben kann, wo sie gestanden hat. Doch glauben die Meisten, sie habe da herum gestanden, wo jetzt die Stadt Treptow am Tollensee liegt.

Offensichtlich diente bei dieser Volkssage die Chronik von Adam von Bremen als Vorlage. Oder vielleicht doch eher umgekehrt? Die Übereinstimmungen sind zumindest offenkundig. Die Zerstörung selber, so schreibt es Ernst Heinrich Wackenroder in seinem Geschichtswerk „Altes und Neues Rügen (…)“ aus dem Jahr 1730, geschah angeblich schon im Jahr 960. Nach langen und blutigen Kriegen in den Jahrzehnten zuvor, in denen zum Teil 200.000 Kämpfer auf Seite der „Ungläubigen“ angetreten sein sollen. Eine sicher weit übertriebene Zahl.

Diente Platons Atlantis als Vorlage?

Mit Wohlwollen könnte man die oben zierte Sage oder Überlieferung mit dem Atlantis des Platon in Verbindung bringen. Möglich, dass hier die Legende aus Griechenland vom atlantischen Kernheiligtum zumindest teilweise Inspiration für die Beschreibung von Rethra war.

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In Seinem Werk „Kritias“ beschreibt Platon das Aussehen von Atlantis. Die Tempel, Wasserwege, Ringe von Land und Wasser um das Zentrum, sein Kernheiligtum im Inneren usw. „Und errichteten bei den Brücken nach beiden Seiten hin Türme und Tore“, heiß es etwa in „Kritias“ 116a. Und im Zentrum „befand sich ein der Kleito und dem Poseidon geweihter Tempel, welcher nur von den Priestern betreten werden durfte und mit einer goldenen Mauer umgeben war“ (116c).

Das war das Allerheiligste der Atlanter für ihren Hauptgott Poseidon. Da ist die Lage mitten im Zentrum der Gesamtanlage gerade angemessen. Wie für die Bewohner Rethras ihr Hauptheilgtum im Zentrum der Stadt.

Ob das versunkene Rethra „nur“ eine Insel war, oder irgendwie Ähnlichkeit in Form eines Ringsystems wie Atlantis hatte, bleibt natürlich Spekulation. Eine heidnische (runde) Ringwallanlage mag zu solchen Ideen sicher gern verleiten. Auch hat Atlantis keine neun Tore gehabt, sondern nur zwei sowie zwei Brücken, wie Platon behauptet. Ringwallanlagen haben indes üblicherweise auch nur zwei Tore. Nicht neun, wie Rethra sie angeblich besaß.

Zwei Tore sind auch bei Weitem leichter zu verteidigen, als gleich neun.

Seltsame Bronzefiguren: Die „Prillwitzer Idole“

Der Mangel an Beweisen für die Lage von Rethra war und ist für die Suchenden ein Dorn im Auge. Da nützt es auch nicht, wenn man sich den Namen schützen lässt und damit quasi dessen Lage am Tollensesee „zementiert“. Ohne belegen zu können, dass die dort vorhanden Funde und Spuren wirklich von Rethra stammen.

Hier sollte man etwas mit „Beweisen“ nachhelfen, dachten sich im 18. Jahrhundert einige gewiefte Neubrandenburger vom Tollensesee. So erschienen 1768 bei der Familie Sponholz in Neubrandenburg, eine eingesessene Familie von Goldschmieden, „plötzlich“ Personen, die ausgesprochene seltsame Funde präsentierten. Es waren Figuren und zahlreiche andere Objekte aus Bronze, die überwiegend menschliche Gestalten zeigen. Augenscheinlich heidnische Götteridole in einer bis dato nie gesehenen Art.

Einige der Idole waren Menschen mit den Köpf eines Löwen. Andere erinnern an Meerungfrauen mit Flossen oder hatte mehre Köpfe. Wieder andere zeigten scheinbar Krieger mit Schwertern, ganz normale Personen, Tiere und bärtige „Priester“ mit „Strahlenkränzen“ um den Kopf oder sogar Körper. Nicht wenige hatte eine Ente auf dem Kopf sitzen. Über 60 dieser Bronzefiguren und Objekte kamen so nach und nach an die Öffentlichkeit. Einige messen rund 20 Zentimeter in der Höhe.

Im Titelbild ist eine Zeichnung eines der Objekte eingefügt.

Ihre Eigentümer gaben an, dass es Zufallsfunde waren, die ein Vorfahre der Familie Spongholz beim Baumpflanzungen machte. Fundort sei der Garten der Pfarrei Prillwitz gewesen. Ein Dorf direkt am Südufer der Lieps und heute Teil der Gemeinde Hohenzieritz. Unverkennbar ähneln die Figuren, bronzenen Scheiben oder „Münzen“ und mutmaßliche Schmuckstücke keiner Kultur in Norddeutschland. Oder überhaupt irgendwo auf der Welt. Sie sind, wenn überhaupt, ein Stilmix.

Ansturm auf die Fundstücke

Die Funde wurden zu einer Sensation und als „Prillwitzer Idole“ bekannt. Denn sehr viele der Objekte waren mit Runen beschriftet und immer wieder war dort „Rethra“ zu lesen. Die Gelehrten waren (teilweise) begeistert, da diese Funde beweisen, dass der gesuchte Ort genau da lag, wo er auch damals schon vermutet wurden. Im Gebiet Lieps und Tollensesee. So erschien bereits drei Jahre später über diese Funde das umfangreiche Werk „Die gottesdienstlichen Alterthümer der Obotriten, aus dem Tempel zu Rhetra am Tollenzer-See“ von Andreas Gottlieb Maschs.

Das Werk illustriere 1771 viele der Artefakte mit detailreichen Zeichnungen und Kupferstichen. Kein geringer als Prinz Carl von Mecklenburg Streliz hatte „befohlen, in übereinstimmiger Größe eine genaue Zeichnung davon zu verfertigen“, wie es der Herausgeber Daniel Woge einleitend schreibt. Immerhin wären die Funde in Zeitungen und anderen Magazinen den Altertumsinteressieren bereits bekannt gemacht worden. Mal am Rande, mal detaillierter. Zeit für ein Buch mit exakten Abbildungen, die „in aller nur möglichen Sorgfalt und Treue“ angefertigt wurden.

Was sicher niemand in Abrede stellen wird.

Weiter schreibt der Herausgeber Woge, dass, nachdem bekannt wurde, dass er solche Zeichnungen anfertige, die Interessierten ihm geradezu die Bude einrannten. Sie wollten Kopien seiner Zeichnungen – entweder gleich alle „oder nur einzelner Stücke“. Schnell merke er, dass er bei der Flut von Anfragen seine anderen Arbeiten „kein Genüge geschehen konte“. Er war ganz einfach überfordert. Heute ein Beleg, welches Echo diese Funde nach sich zogen.

Der Tempelberg von Rehtar

Ebenso schnell wurden aber Zweifel an den Artefakten laut. So schreibt der Herausgeber Woge weiter:

Und als vollends die Authenticität und ächte Beschaffenheit dieser sämtlichen Alterthumsstücke bezweifelt werden wolte, so entschlo0ß ich mich endlich, die für mich genommenen Copenen der gelehrten Welt in genauen Kupferstichen vor Augen zu legen (…).“

Die Kenner und Experten sollten so selber zu einen Urteil kommen. „Ohne sonderliche Kosten“ für die Anfertigung unzähliger Kopien für Einzelanfragen. Von einem Profi in Berlin seien die Kupferstiche deshalb „auf das genaueste gestochen“ worden. Die enormen Kosten für das Buch, den Verlag und Druck sowie den Vertrieb trägt er teilweise selber, unterstreicht er. Es könne folglich nicht seine Absicht sein, „große Reichthümer damit zu gewinnen“, da er nicht mal den vollen Preis für das Buch verlangen würde.

Er wolle keineswegs „an dem gelehrten Publikum (…) wuchern“, unterstreicht der Herausgeber, und er habe die „ungewisse Hoffnung“, dass der künftige Verkauf wenigstens etwas die Kosten deckt. Von den gedruckten Exemplaren wird deshalb „künftig keines unter 3 Thaler 12 Gr. in Golde“ verschickt werden.

Diese einleitenden Aussagen des Herausgebers Daniel Woge sind überaus interessant.

Er sah sich im Mai 1771, als er diese „Vorrede“ des Buches schrieb, bereits dazu veranlasst, darauf zu verweisen, dass das Werk enorme Kosten im Vorfeld verursachte. Er und der eigentliche Autor Masch haben keinesfalls im Sinn, irgendwen „abzuzocken.“ Interessanterweise „müssen“ sich bis heute Sachbuchautoren genauso rechtfertigen, da sie zum Teil enorme (Recherche-)Kosten für ihre Arbeit im Vorfeld haben …

Auch der Autor Masch selber betont: „Meine Absicht ist hiebey ohne Eigennutz“. Auf „dem Tempelberge der Stadt Rhetra“ stünde demnach heute das Wohnhaus von Landrat Asmus Wilhelm von Bredow. Da war er sich nach seinen Recherchen sicher, die zu dem immerhin rund 200 Seiten umfassenden Buch führten.

„Made in Rethra“

Die „Prillwitzer Idole“ tauchten zu dutzenden auf. Allein der Sammler August Friedrich Christian Hempel aus Neubrandenburg erwarb für seine Privatsammlung gleich 35 Exemplare. Die Herzöge von Mecklenburg Strelitz, von denen auch die Illustrationen bzw. Kupferstiche in Auftrag gegeben wurden, erwarben über 20 Objekte.

Gideon Sponholz aus der Neubrandenburger Goldschmiedefamilie nahm die Funde zum Anlass in seinem Ort ein Privatmuseum zu eröffnen. Er wurde so zu einem vermeintlichen „Experten“ für Altertümer und bekam vom Adel sogar die Genehmigung selber nach Schätzen zu graben. Im 18. Jahrhundert ein Privileg der Herzöge und eine beachtliche Ausnahme gegenüber Sponholz. Das einfache Volk durfte nicht mal im Wald jagen.

Auch damals staunten die Experten sehr schnell über die scheinbar willkürlichen Zusammensetzung von verschiedenen Stilelementen an den „Idolen“. Vergleichbares kannte man aus der Archäologie nicht. Der Vorwurf des Betruges stand damit schnell im Raum. Auch sollte man direkt stutzig werden, wenn Funde in so großer Stückzahl auftreten, von denen viele in Runen die Aufschrift „Rethra“ tragen. So, als wollten die Schöpfer klarstellen, woher die Objekte stammen: „Made in Rethra“. Missverständnis? Ausgeschlossen!

Jahrzehnte später war klar, dass die Idole von den Goldschmieden der Sponholz-Familie selber angefertigt wurden. Zumindest der Großteil der Objekte, womit diese Beweise wertlos sind. Auch wenn sie nach dem Zweiten Weltkrieg verschwanden und als Kriegsbeute als gestohlen galten. Erst Ende der 1980er Jahre fand man sie wieder und sie sind seitdem unter anderem im Volkskundemuseum Schwerin-Mueß verwahrt.

Eine Großherzogliche Untersuchungskommission brachte 1827 endlich Klarheit über die „Idole“. Verschiedene ehemalige Mitarbeiter der Familie Sponholz wurden verhört und ein früherer Goldschmied mit Namen Neumann gestand den Betrug. Gideon Sponholz selber war der Urheber des Schwindels und Jakob Sponholz war für Details der Ausarbeitung zuständig. Als unschuldig oder zumindest nicht direkt beteiligt erwies sich nur Jonathan Sponholz, da er damals auf Gesellenwanderung (Walz) war. Neumann selber wiederum fertige die Objekte nach Tonmodellen für die Brüder an.

Die Suche geht weiter

All jene, die gerne an die sensationelle Herkunft der Bronzen glauben wollten, waren enttäuscht. Den Autoren des Werkes „Die gottesdienstlichen Alterthümer der Obotriten (…)“ von 1771 kann man hier weniger einen Vorwurf machen. Sie fielen genauso auf den Betrug der Familie Sponholz herein, sofern sie nicht mit ihnen kooperierten. Was aber weniger wahrscheinlich ist.

Wahrscheinlicher ist es, dass sich die Sponholz-Familie ganz einfach selber an diesem Fake bereichern wollte. Und sie wollten ihre Heimat, ihren lokalen See, berühmt machen. Als Ort des mythischen Rethra und damit als einen wichtigen historischen Platz in der Geschichte Norddeutschlands.

Durchaus sehr menschlich, dass Personen genau ihre Heimat oder ihren Geburtsort historisch irgendwie „aufwerten“ wollen. Wo archäologische Fakten fehlen, hilft man mit fragwürdigen Funden nach. Und so ist plötzlich ein unscheinbarer Ort kulturell und geschichtlich wertvoll. Hier waren es archäologische Fälschungen, woanders erklärt man dafür natürliche Berge zu riesigen, uralten Pyramiden.

Der Suche nach dem wahren Rethra brachte das kein Stück weiter. Und sofern nicht im Bereich südlicher Tollensesee und Lieps eindeutige Belege für dieses „Atlantis“ gefunden werden, die zeigen, dass exakt hier der sagenhafte Ort lag, bleibt auch das Spekulation. Aufgrund der dort bereits gemachten Entdeckungen, ist das in Zukunft tatsächlich nicht ausgeschlossen. Wir werden sehen.

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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