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Indianische Mythologie: Eine Sintflut in Kalifornien, seltsame Legenden und unheimliche Monster im Tahoe-See (+ Videos)

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Indianische Mythologie: Eine Sintflut in Kalifornien und das Monster im Tahoe-See (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)
Indianische Mythologie: Eine Sintflut in Kalifornien und das Monster im Tahoe-See (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)

Wer als Jäger des Phantastischen die Sagen, Mythen und Legenden verschiedenster Kulturen der Welt durchstöbert, findet immer wieder erstaunliche Ähnlichkeiten und sogar Übereinstimmungen. Egal wo auf der Welt und bei welchen Völkern. Das gilt auch für den Mythos von einer Sintflut, der weltweit in Überlieferungen oft verblüffende Parallelen zeigt. Auch was das Geschehen rund um diese Urkatastrophe der Menschheit betrifft. Eine solche Sintflut-Legende aus Kalifornien soll hier einmal vorgestellt werden, da sie eher weniger bekannt sein dürfte. Dann aber doch wieder einiges darin bekannt erscheint. Und sie der Einstieg in einen Stoff ist, aus dem im wahrsten Sinne des Wortes Legenden sind.


Die Sintflut

Jeder kennt aus der Bibel die phantastische Geschichte von der Sintflut. Einer großen Flut als Katastrophe der Menschheit, die Gott laut dem Buch Genesis als Strafe schickte. Diese Überlieferung ist eine der großen Mythen der Menschheit und fasziniert seit jeher die Menschen. Entweder aus religiösen und theologischen Motiven heraus, oder aber, da sie nach greifbaren Spuren einer solchen Sintflut suchen.

Lange ist bekannt, dass der Mythos von der großen Flut im Alten Testament zum Teil sehr viel älteren Schriften aus dem Mesopotamien entlehnt wurde. Vor allem ist hier das Gilgamesch-Epos zu nennen, das eine recht ähnliche Flut-Geschichte erzählt. Einige Passagen in diesem Epos ähneln oder gleichen der biblischen Geschichte so sehr, dass kein Zweifel bestehen kann, das unter anderem dieses Epos den Autoren des Buch Genesis als Vorlage gedient haben muss.

Als der englische Assyrologe George Smith 1872 den Sintflut-Bericht des Gilgamesch-Epos übersetzte, ging ein Aufschrei durch die bibeltreue Gesellschaft. Schlagzeilen im Sinne von „Ist die Bibel abgeschrieben?“ beherrschten die Zeitungen. Ein Unding für bibelfeste Christen. Ein Beweis für die Wahrheit der Bibel-Erzählung für andere Gläubige. Für Archäologen ganz nüchtern nur ein Beleg, dass die Redakteure und Autoren der Bibel sich bei ihrer Arbeit an älteren Mythen und religiösen Texten benachbarter Völker orientierten. Weltanschauungen von Kulturen aus Mesopotamien wurden von diesen adaptiert. Angepasst an ihre Theologie.

Sintflut und Sintfluten rund um den Erdball

Eigentlich sollte das niemanden wirklich verwundern. Die Kulturen und Zivilisationen im Nahen Osten und damit auch Mesopotamien beeinflussten sich alle untereinander. Direkt oder indirekt durch die Jahrtausende hinweg. Geographisch waren es letztlich auch Nachbarn. Und bekanntlich hielten sich auch Teile der hebräischen Bevölkerung in Babylon auf. Während des sogenannten „Babylonisches Exils“, als auch weite Episoden des Alten Testamentes verfasst worden sein sollen. Inklusive Sintflut-Mythos mit Arche Noah, Rettung auf einem Berg usw. im Buch Genesis.

Solche geschichtlichen Werdegänge von Mythologien und theologischen Weltbildern sind für viele Zweige der Wissenschaft spannend. Ein umfangreiches Betätigungsfeld auf den Spuren der Rätsel der Vergangenheit. Das natürlich auch „alternative Historiker“, Mystery-Jäger und Grenzwissenschaftler in ihren Bann zieht. Hier besteht ein kleiner aber feiner Unterschied darin, dass diese derartige Mythologien global betrachten. Weltweit suchen sie nach Verbindungen in Mythen und alten Überlieferungen. Nicht nur bei der Story der Sintflut. Und immer wieder wird man dabei tatsächlich fündig.

Dass es weltweit Sintflut-Mythen gibt, ist seit Jahrhunderten bekannt. Rund um den Erdball erzählen die Völker solche Geschichten von einer großen Flut und/oder einem Weltenbrand. Erst im 19. Jahrhundert haben einige wenige Forscher ihren Blick genauer auf diese Überlieferungen gerichtet. Es erschienen eine handvoll Bücher, die diese globalen Sintflut-Sagen dokumentierten und diskutierten.

Belegen diese Mythologien aus einer Urzeit der Menschheit rund um den Planeten, dass es ein solche Sintflut gab? Wie sonst sollten man erklären, dass beispielsweise Bewohner des Pazifik (s. a. Artikel HIER) derartigen Stoff überlieferten? Die Autoren der Bibel waren tausende Kilometer entfernt. Gelangte das Wissen erst durch christliche Seefahrer in ihre Mythen? Oder kam es sogar vor tausenden von Jahren durch eine heute vergessene, vorzeitliche Seefahrt in andere Regionen der Erde? Oder sind all diese Überlieferungen auf zahllose unterschiedliche Sintfluten zurückzuführen, die nur lokal zu einem „Weltuntergang“ führten?

Sind es letztlich vielleicht doch Beweise für eine globale Flutkatastrophe vor Jahrtausenden?

Die Washoe-Indianer und die Flut vom „großen Geist“

Diese Fragen sind bis heute unbeantwortet. Doch sie verleiten zu spannenden Spekulationen, Ideen, Thesen und Überlegungen. Nicht nur was die (theologische) Ursache der angeblichen Vernichtung betrifft, die sich in vielen Teilen der Erde erstaunlich ähnelt. Etwa eine Rebellion von Himmelswesen gegen ihren obersten Gott oder Führer, worauf ihre Niederkunft auf die Erde und eine sündige Menschheit folgte. Biblische Motive, die überall zu finden sind!

Eine spannende Legende ist von dem Volk der Washoe (Washo) bekannt. Amerikanische Ureinwohner aus Kalifornien, die im Gebiet des Tahoe-See siedeln. Wiedergegeben hat diese Überlieferung  Prof. Dr. Johannes Riem in seinem beachtenswerten Werk „Die Sintflut in Sage und Wissenschaft“. Ein Buch, das als Band IV der theologischen Reihe „Natur und Bibel in der Harmonie ihrer Offenbarungen“ schon 1925 erschien. Insgesamt 268 Flut- und Katastrophen-Berichte dokumentierte und diskutierte Riem darin. Deren Parallelen ebenso, wie deren Unterschiede.

Über den Flut-Mythos der Washoe schreibt er:

Die dortigen Einwohner wurden von einem fremden Stamme unterjocht und zu Sklaven gemacht. Da kam, vom großen Geist gesandt, eine ungeheure Woge vom Meere über das Land und ertränkte die meisten Menschen, so dass nur wenige übrigblieben.

Schon ist auch hier klar, dass die Flut als Strafe Gottes, des „großen Geist“, gesandt worden sein soll. Interessant ist hier aber, dass die Katastrophe als riesige Welle vom Meer über das Land herein brach. Das klingt sehr nach einem Tsunami. Kalifornien als eine der aktivsten Erdbebengebiete der Welt könnte diese Spekulationen untermauern.

Ein schneller Blick auf die Karte zeigt jedoch, dass das Meer (Pazifik) heute rund 310 Kilometer Richtung Westen vom Tahoe-See entfernt liegt. Zwischen dem Pazifischen Ozean und dem See erstreckt sich noch dazu das Hochgebirge der Sierra Nevada bzw. das Kalifornische Küstengebirge. Über 4.000 Meter reichen hier heute die höchsten Gipfel in den Himmel. Für einen angenommenen Tsunami eine gewaltige Barriere auf dem Weg zum Volk der Washoe. Dazu gleich mehr.

Wobei natürlich nicht zu sagen ist, dass sich diese mythische Flut auch tatsächlich im Gebiet des heutigen Sees ereignete, an dem später die Washoe siedelten.

Ein „amerikanisches Zikkurat“?

Nach dem Mythos der Washoe rafften sich die Überlebenden wieder auf. Eine Verbesserung für ihr Volk gab es aber nicht, sie blieben in der Sklaverei. Riem weiter:

Die Sklaven mussten nun einen großen Tempel bauen, in dem ihre Herren bei Einbruch einer neuen Flut Zuflucht finden konnten. Auf der Spitze des Tempels verehrten sie ein ewiges Feuer.“

So unscheinbar diese Aussage auch klingt, um so interessanter wird sie, wenn man einmal nach Mesopotamien schaut. Jene Region zwischen Euphrat und Tigris, in der die Sintflut-Berichte niedergeschrieben wurden, die den biblischen Autoren als Vorlage dienten. Denn hier, dem heutigen Irak aber auch Iran, bauten die Menschen vor tausenden von Jahren ebenfalls solche Tempel. Sie werden Zikkurat genannt und sind eigentlich nichts weiter als Stufenpyramiden mit einem Tempel an der Spitze. Sehr ähnlich wie jene in Mittelamerika. Der „Turm zu Babel“ ist hierbei sicher jedem ein Begriff.

Archäologen haben für diese in ganz Mesopotamien verstreuten Tempel-Pyramiden eine interessante Deutung ins Spiel gebracht. Diese Bauten könnten einigen Vermutungen nach aus Plattformen entstanden sein, die Menschen zum Schutz vor Fluten errichteten. Vor den immer wiederkehrenden Überschwemmungen der Flüsse Euphrat und Tigris, die teilweise katastrophale Ausmaße annahmen. Zugleich als Sinnbild des „Urhügels“ oder „Himmelshügel“, aus dem die Welt einst entstanden sein soll. Auch so ein weltweit wiederkehrenden Motiv, übrigens …

Dort haben schon vor 100 Jahren Ausgrabungen gezeigt, dass ganze Landstriche von Fluten vernichtetet wurde. Danach bauten die Menschen ihre Siedlungen wieder auf. Ganze Stadtstaaten entstanden und mit ihnen die Zikkurate. Ursprünglich seien dies eher Terrassen mit einem Tempel darauf gewesen, aus denen nach und nach schon ab dem 5. Jahrtausend vor Christus die ersten Stufenpyramiden wuchsen. Die erhöhte Lage bot gleichzeitig Schutz vor Fluten.

Durchaus erkenne ich in dem Washoe-Mythos hier eine Parallele.

Der versunkene Tempel

Die Legende der Washoe geht natürlich noch weiter. Denn während die „Herren“ mit ihrem Tempel fortan einen Schutz vor Wassermassen hatten, waren sie vor einer Katastrophe damit nicht geschützt: Vor Erdbeben. Und die sind in dieser Region nicht gerade selten und können verehrend sein.

So kam es laut Washoe dann auch so, wie es kommen musste. Ein Beben traf die Menschen und ängstlich „flüchteten die Herren in den Tempel“. Die „Erdrevolutuion“, wie sie das Erdbeben nannten, war dabei eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes. Mit nichts zu vergleichen, was wir heute kennen. Es war so stark, „dass die Flammen zum Himmel schlugen und dort die Sterne schmolzen“. Mehr noch, denn im Washoe-Mythos heißt es, „die Sierra erhob sich aus der Ebene“ während dieses Erdbebens.

Geologen werden den Kopf schütteln. Gebirge wachsen in Millionen von Jahren empor. Sie entstehen nicht plötzlich in dieser Größe bei einem Erdbeben, so stark es auch immer sein mag. Zumindest aber haben wir hier eine Art „mythologischer Erklärung“, wie die Sintflut der Washoe als gigantische Welle vom Meer im Westen gekommen sein kann. Die Sierra Nevada des kalifornischen Küstengebirges als Barriere gab es ganz einfach noch nicht.

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Selbstverständlich hatte diese Vernichtung auch Folgen für den Tempel der „Herren“. „Der Tempel versank bis auf seinen Dom im Tahoe-See“, heißt es dazu bei Riem. Auf diesem Dom, die Spitze des von Sklaven erbauten Bauwerkes, kauerten die letzten Überlebenden der „Herren“ zusammen. Ganz zum Missfallen des obersten Gottes, wie es weiter heißt:

„(…) indessen der große Geist war ergrimmt über sie, ergriff sie und warf sie wie Kieselsteine in die Schluchten einer großen Höhle, dort hört man sie noch heulen.“

Damit endet dieser Mythos in der Form, wie ihn Johannes Riem 1925 wiedergegeben hat. Durchaus könnte man ihn mit anderen Indianer-Legenden der Region verglichen, ergänzen und weiter ausbauen. Doch das würde an dieser Stelle zu weit führen. Auch wenn unter anderem Riem selber solche Berichte wiedergibt.

Uralte Spuren

Liegt also im Tahoe-See ein Beweis für diese Erzählung in Form eines versunkenen Bauwerkes? Immerhin soll es in den ganzen USA bzw. Nordamerika in diversen Seen versunkene Ruinen geben, über die auf diesem Blog und auf dem Mystery Files-YouTube-Kanal immer wieder berichtet wurde.

Besiedelt ist dieses Gebiet schon sehr lange. Nur etwas weiter östlich finden sich Felszeichnungen mit einem Alter von bis zu fast 15.000 Jahren. Nahe der Ortschaft Fallon wurde hier auch die älteste bekannte Mumie Amerikas entdeckt. Sie ist als „Spirit-Cave-Mann“ bekannt und wird auf bis zu 10.600 Jahre datiert, so eine am 7. Dezember 2018 in „Science“ (vol. 362, issue 6419) veröffentlichte Untersuchung. Es ist uraltes Land der amerikanischen Ureinwohner in Kalifornien und Nevada, in dem seit Jahrzehnten Archäologen forschen.

Und dieses Land war einst tatsächlich von einer „Flut“ überschwemmt.

Der „Pyramiden-See“

Vor rund 15.000 Jahren bedeckte ein gewaltiger Gletschersee das gesamte Gebiet bis Fallon, der heute Lake Lahontan genannt wird. Nichts als ein paar Seen und erstaunlichen Landschaften blieben von diesem Eiszeit-See übrig. Für heutige Touristen und Indianer-Fans ist das „Große Becken“, wie diese Gegend heißt, ein Highlight jeder USA-Reise. Einer dieser Seen liegt nur rund 80 Kilometer nördlich vom Tahoe-See und heißt heute Pyramiden-See.

Das lässt mit Blick auf die Washoe-Legende aufhorchen. Auch wenn diese klar sagt, dass der Tempel der „Herren“ im Tahoe-See versank. Der „Pyramid Lake“ wiederum hat seinen Namen nicht von archäologischen Spuren, die an seinen Ufern oder sogar auf seinem Grund entdeckt wurden. Namensgeber ist eine sehr auffallende pyramidenförmige Insel im See, die ca. 175 Meter vom Ostufer liegt. Über 100 Meter ragt diese „Pyramide“ aus dem See heraus und misst an der breiteste Stelle mehr als 200 Meter.

Eine mehr als auffällige Formation. Könnte diese Inspiration für den Mythos der Wahsoe von dem versunkenen Tempel gewesen sein, den sie im Tahoe-See lokalisieren?

USOs und ein Seeungeheuer

Der Lake Tahoe lässt sich nicht so einfach nach Beweisen für diesen Flut-Mythos durchsuchen. Er ist bis zu 500 Meter tief (der zweittiefste der USA), rund 500 Quadratkilometer groß und im Durchschnitt geht es dort 300 Meter hinab. Auch nimmt durch eingeschleppte Algen und andere Pflanzen die Sichtweite im See seit vielen Jahren kontinuierlich ab, wie erst im Sommer 2020 Forscher der nahen Universität von Nevada in Reno dokumentierten.

Wo soll man da – wenn man mit einem solchen Gedanken spielt – anfangen nach Belegen für eine indianische Legende suchen?

Ein Problem, dass nicht nur Mythen- und Mystery-Jäger betrifft, sondern auch Kryptozoologen. Denn wie in so vielen Seen der Welt, allen voran Loch Ness in Schottland, soll auch im Tahoe-See ein Monster leben. Dieses Seeungeheuer wird „Tessie“ genannt. Schon Legenden der Wahsoe und der benachbarten Paiute kennen dieses Biest in den Tiefen des Sees. Ähnlich wie Nessie im Loch Ness soll diese Kreatur aussehen und sich in Höhlen verbergen.

Um die Geheimnisse des Sees abzurunden, kursieren hier auch Geschichten über Unbekannten Unterwasserobjekte. Die bekannten USOs als maritimes Gegenstück zu den UFOs am Himmel. Im Januar 2004 wurde deshalb am „Squaw Valley Institute“ unter der Leitung von Dr. Charles Goldman von der „Tahoe Research Group“ eigens eine Konferenz dazu abgehalten. Angeblich hatten sich zu der der Zeit die ungewöhnlichen Sichtungen enorm gehäuft.

Der „Ong“ und der unheimliche Strudel

Die Wahsoe kennen in ihren Mythenschatz aber noch ein weiteres, seltsames Lebewesen, dass in ihrem See hausen soll. Sie nennen es „Ong“. Nach einer Aufzeichnung dieser Legende, die Nonette V. McGlashan am 3. November 1905 im „Sunset Magazine“ veröffentlichte, ist diese Kreatur „ein riesiger Vogel, größer als die Häuser der Weißen“. Er habe den Körper eines Adlers, Flügel länger als Kiefern und das Gesicht eines Indianers. Sein Körper sei „mit harten Schuppen bedeckt, und seine Füße waren mit Schwimmhäuten versehen“.

Sein Nest befindet sich nach dieser Legende „tief unten im Grund des Sees in der Mitte“. Dort stamme auch alles Wasser des Sees her. Alles Leben, dass dem Nest zu nahe kommt, wird hereingezogen und diene dem „Ong“ als Nahrung. Am Liebsten verspeist er dabei Menschen. Legenden berichten davon, wie mutige Krieger den Kampf mit dem Ungeheuer aufgenommen haben sollen:

Hoch am Himmel kreisend wie eine riesige, formlose Donnerwolke, schwarz wie die Nacht, die das Ungeheuer mal hier, mal dort auf der Suche nach Beute fegte.

So sahen die tapferen Indianer laut Sage dieses Fabelwesen aus dem See.

Das „Whirlpool-Loch“ im See

Auch all jene armen Menschen, die im See ertrinken, holt sich der „Ong“ zu sich in die großen, dunklen Tiefen. Wobei sich durchaus die Frage stellt, ob und woher die Wahsoe von der außergewöhnlich großen Tiefe des Sees von bis zu 500 Metern wussten. Maßen sie diesen mit Seilen, an denen Gewichte hingen, einfach aus Neugier aus?

Die Legende, dass ein unheimlicher Strudel Menschen, Tiere und Pflanzen in das Nest des „Ong“ zieht, bekam Mitte des 19. Jahrhunderts neue Nahrung. Ab 1858 brach im nahen Virgina City ein Silberrausch aus und der Bergbau boomte. Lester Williams aus San Francisco fiel dabei eines Tages beim Angeln auf dem mythischen See auf, dass sein Boot sich wie in einem Wirbel zu drehen begann. Ein hineingeworfenes Brett wurde tatsächlich von diesem Wirbel wie durch einen Abfluss in die Tiefe gezogen.

Zusammen mit Williams Speed wollte er diesem „Whirlpool-Loch“ im wahrsten Sinne auf dem Grund gehen. Sie entdeckten, dass der Wirbel mit den nahen „Comstock-Minen“ in Verbindung stand. Diese wurden immer wieder überschwemmt und waren damit eine Gefahr für die Bergleute. Würde es ihnen gelingen, diesen Wassereinbruch zu unterbinden, wären sie reiche Männer geworden. Was sie für einige Zeit auch wurden. Doch sie fanden bei weiteren Versuchen 1869 auf dem See den Tod.

Eine neue Heimat nach der Flut

Kehren wir nochmal zum Sintflut-Mythos der Washoe zurück. Denn die Legende erzählt uns auch, was mit ihnen geschah, als ihre „Herren“ starben und der Rest vom „großen Geist“ vernichtet wurde. Sie hatten damit ihr Dasein als Sklaven überwunden und konnten neu beginnen. Als das Erdbeben kam, flüchteten „die armen Sklaven nach dem Humboldt River“, vermerkt hierzu die Legende.

Dieser gerade mal 483 Kilometer lange Fluss entspringt nahe Wells, rund 500 Kilometer Luftlinie östlich vom Tahoe-See. Er fließt nach Westen in Richtung der „Großen Becken“ und mündest in der „Humboldt Senke“. Einem trockenen Seengebiet, dass einst zum verschwundenen Lahontan-See gehörte. Eine trostlose und öde Gegend heute. Vor 15.000 Jahren jedoch ein Siedlungsgebiet der amerikanischen Ureinwohner, die hier optimale Bedienungen vorfanden.

Die „Humboldt Senke“ liegt nur wenige Kilometer nordöstlich von Fallon mit den dortigen Spuren vorzeitlicher Siedlungen. Und damit keine 130 Kilometer vom Tahoe-See entfernt. Wenn nun aber der Mythos der Washoe sagt, dass ihre Vorfahren nach der Flut und Zerstörung an den Humboldt Fluss wanderten, kann das eine Urerinnerung aus er Eiszeit sein? So wie der gesamte Mythos ans sich? Vor über 10.000 Jahren hätten die Ahnen der Washoe dort ideale und fruchtbare Lebensbedienungen vorgefunden. Mit reichlich Wild, Wasser und Wäldern. Erst der Klimawandel am Ende der letzten Eiszeit zwang sie zur Abwanderung von dort. Ins Gebiet des Tahoe-See, wo sie in alten Legenden ihr Wissen aus der Vorzeit bewahrten.

Der Stoff, aus dem Legenden sind!

Viele Überlegungen, Deutungen und Ideen zu einem einzigen Mythos nur eines Stammes und zu nur einem einzigen See in den USA. Sicher. Würde das Szenario zutreffen, lebte dieses Volk einst in der Sklaverei, wurde von einer Flut heimgesucht, die ihre Peiniger vernichtete (die zuvor einen Tempelturm errichten ließen), und floh dann Richtung Osten. Dort, wo heute Ödnis vorherrscht. Wobei die Legende nicht explizit vom Humboldt Becken als neue Heimat spricht, sondern nur von dem entsprechenden Fluss.

Da der Fluss auch heute weiterhin gemächlich durch Nevada fließt, hätte es aber keinen Grund für die Washoe gegeben, dort wieder zum Tahoe-See zurückzukehren. Wo sie schließlich bei der Ankunft der Europäer bereits (wieder?) lebten. Außer vielleicht aufgrund von kriegerischen Auseinandersetzungen mit anderen Völkern. Auch die genannten Nachbarn der Paiute lagen immer wieder mit ihnen im Konflikt.

Dennoch sehe ich hier ein schönes Beispiel für die Faszination bei der Jagd nach dem Unfassbaren. Uralte Mythen, die in Teilen an biblische Erzählungen und weltweite Legenden erinnern, gepaart mit phantastischen Details. Etwa dem plötzlichen Entstehen der Berge. Hinzu kommen Informationen, die man durchaus in wahre Welt und die Realität der Umgebung übertragen kann. Ob es so oder so ähnlich stimmt, ist natürlich unklar.

Und zu guter Letzt ist dieser „Stoff“ im weiteren Sinn noch mit USOs, einem Seemonster und einem mythologischen Vogelwesen innerhalb dieses mysteriösen Sees gewürzt. Genau der Stoff, aus dem Legenden sind.

Video-Auswahl zum Thema

Video vom 3. April 2020 auf Mystery Files

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Video vom 15. Mai 2018 auf Mystery Files

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Video: Eine UFO-Entführung in Nordamerika vor 200 Jahren? Was erlebte der Indianer „Kleiner Rabe“ tatsächlich?

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Video: Eine UFO-Entführung in Nordamerika vor 200 Jahren? Was erlebte der Indianer "Kleiner Rabe" tatsächlich? (Symbolbild: gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Video: Eine UFO-Entführung in Nordamerika vor 200 Jahren? Was erlebte der Indianer „Kleiner Rabe“ tatsächlich? (Symbolbild: gemeinfrei / Bearbeitung: Fischinger-Online)

Begegnungen mit UFOs oder sogar angeblichen Außerirdischen gehören wohl zu den sonderbarsten Berichten der Gegenwart. Und doch sind solche Phänomene alles andere als. Zu allen Zeiten begegneten Menschen überall auf der Welt dem Außerirdischen, Rätselhaften, Überirdischen und Unfassbaren. So wie vor rund 200 Jahren in Nordamerika ein Indianer namens „Kleiner Rabe“, der ein ausgesprochen seltsames Erlebnis hatte. Was kann das gewesen sein? Nur eine Illusion oder doch mehr?


UFO – das uralte Phänomen

1859 veröffentlichte der Reiseschriftsteller Johann G. Kohl sein Buch „Kitchi-Gami“ mit Erlebnissen, Lebensweisen und Legenden der Indianer Nordamerikas, die er vor Ort in den USA gesammelt hatte. Und dabei berichteten ihm verschiedene Ureinwohner von überaus bizarren und rätselhaften Erfahrungen.

Es sind Berichte über Erlebnisse, die diese Indianer einst selber hatten. „Abenteuer“ mit anderen Wesen und Welten, bei denen die Betroffenen sicher waren, dass sie – auf die eine oder andere Art! – real waren.

Und diese Schilderungen des Erlebten sind mehr als erstaunlich und sonderbar zugleich! Sie klingen in einigen Details und Elementen nach „modernen“ Berichten über Begegnungen mit UFOs und deren angeblich außerirdischen Insassen. Nach Reisen in die oder eine Anderswelt, von denen zum Beispiel in Europa viele Geschichten aus der Welt der Sagen und Mythen kursieren.

Waren das alles Halluzinationen oder Träume?

So wie das Erlebnis des Indianers „Kleiner Rabe“, dass er als Kind hatte, und beispielhaft für solche Berichte in diesem Mystery Files-Video vom 29. Juni 2022 vorgestellt werden soll.

Denn „Kleiner Rabe“ reiste nicht nur in Windeseile zu einem fremden und strahlenden Ort. Sondern von dort konnte er sogar auf die Erde nieder schauen und die Sterne aus der Nähe sehen. Eine schwebende, schwarze Gestalt habe ihn entführt, so der nordamerikanische Ureinwohner. Eine Erfahrung, bei der sogar die Zeit für ihn anders verlief als auf der Erde. Und die ihn einige Tage körperlich krank werden ließ …

Video auf Mystery Files

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Lars A. Fischinger

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Der Riese von Winnemucca: Angeblich war er über 3,30 Meter groß – Spannende Hintergründe einer Zeitungsmeldung! (+ Videos)

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Der gefundene Riese von Winnemucca: Angeblich war er über 3,30 Meter groß! (Bilder: gemeinfrei [Schädel: Symbolbild] / Montage: Fischinger-Online)
Der gefundene Riese von Winnemucca: Angeblich war er über 3,30 Meter groß! (Bilder: gemeinfrei [Schädel: Symbolbild] / Montage: Fischinger-Online)

Vor fast 120 Jahren erfuhren die Leser einer australischen Zeitung, dass nahe eines Ortes namens Winnemucca in den USA zufällig die sterblichen Überreste eines 3,35 Meter großen Menschen gefunden wurden. Einem wahrlichen Riesen, wie es die knappe Zeitungsmeldung behauptete. Dahinter jedoch verbirgt sich weit mehr, als es auf den ersten Blick den Anschein hat, und wie Ihr es hier erfahrt.


Skelett eines Riesen gefunden

Am 24. Februar 1904 werden die Leser der Zeitung „The Goulburn Herald“ in Australien sicherlich gestaunt haben. Denn auf Seite 4 der Zeitung erfuhren sie in einer kleinen Meldung von einem „riesigen Skelett„, dass in Nevada, USA, von Arbeitern zufällig metertief in der Erde entdeckt worden sein soll.

In der Meldung hieß es weiter, dass ein Dr. Samuels die in fast 4 Metern Tiefe gefundenen Knochen untersuchte, der sie daraufhin einem Mann von „annähernd 11 Fuß“ Größe zuordnete. Damit wäre das Individuum rund 3,35 Meter groß gewesen und zweifellos ein Riese! Einer jener Titanen der Vorzeit, von denen schon das Alte Testament kündet.

Solche frühen Zeitungsmeldungen sind überaus zahlreich und wurden hier auf Mystery Files bereits mehrfach thematisiert. In Blog-Artikeln und YouTube-Videos. Denn in der Vergangenheit sollen diesen Berichten nach unzählige Spuren von Riesen entdeckt worden sein, die bis heute für Spekulationen sorgen. Unter „alternativen Historikern“ ebenso wie in den Reihen der Prä-Astronautiker.

Und derartige Berichte, Spuren oder Funde mutmaßlicher Knochen und archäologischer Relikte von einstigen Riesen gibt es weltweit, wie HIER umfangreich dargelegt und berichtet. Handfeste Beweise fehlen jedoch bis heute. Vielfach wird deshalb vermutet, dass diese Skelette und Knochen von Riesen in diversen Instituten und Museen in dunklen Archiven verschwanden. Wahrscheinlich auch nicht ganz zu unrecht.

Doch hinter der kurzen Meldung im australischen „Goulburn Herald“ verbirgt sich eine spannende wie auch seltsame Geschichte.

Ein 3,35 Meter großer Riese

Die australische Zeitung hatte sich den Bericht nicht ausgedacht, sondern aus den USA übernommen und in Kurzform selber publiziert. Denn ursprünglich erschien diese Meldung am 15. Januar 1904 auf Seite 6 der „The Evening News“ aus den USA. Unter der Überschrift „Knochen eines Riesen werden ausgegraben“ schrieb die kalifornische Zeitung damals folgendes:

Arbeiter, die mit dem Ausgraben von Kies beauftragt sind, haben in einer Tiefe von 12 Fuß (etwa 3,66 Meter, Anm. LAF) eine Menge Knochen freigelegt, die einst Teile des Skeletts eines gigantischen menschlichen Wesens waren.

Joseph Rougon, der die Arbeit leitete, untersuchte die Knochen und befand direkt, dass sie zu einem Mann oder einer Frau gehörten. Sie wurden zu Dr. Samuels gebracht, der sie sorgfältig untersuchte und die Knochen für diejenigen eines Mannes erklärte, der eine Größe von annähernd 11 Fuß (etwa 3,35 Meter, Anm. LAF) gehabt haben muss.

Die Mittelhandknochen messen 4,5 Inches (11,43 Zentimeter, Anm. LAF) in der Länge und haben große Proportionen. Ein Teil der Ulna (Arm-Elle, Anm. LAF) wurde gefunden, die in vollständigem Zustand zwischen siebzehn und achtzehn Inches (rund 43 und 46 Zentimeter, Anm. LAF) in der Länge messen würde. Nach dem restlichen Teil des Skeletts wird gesucht.

Eine mehr als kuriose Story, könnte man meinen. Und doch reiht sie sich nahtlos in die unzähligen Berichte über Riesen-Funde ein, über die frühere Zeitungen und Magazine immer wieder berichteten. Vor allem im 18. und 19. Jahrhundert waren solchen Meldungen alles andere als ungewöhnlich. Und praktisch immer verschwanden die Funde „in dunklen Kanälen“. Was übrigens, wie in diesem Mystery Files-Video HIER in einem Beispiel gezeigt, auch in unseren Breiten geschehen sein soll (1. Video unten).

Die Riesen der „Lovelock Cave“

Der angebliche Fund bei dem Ort Winnemucca in Nevada ist aber in vielerlei Hinsicht interessant. Nicht nur deshalb, da Kalifornien, wo die Zeitung „The Evening News“ in San José erschien, in unmittelbarer Nachbarschaft liegt. Die kleine Ortschaft Winnemucca selber liegt nur rund 120 Kilometer nordöstlich der „Lovelock Cave“ nördlich von Stillwater.

Genau diese Höhle sorgte schon seit über 100 Jahren für Spekulationen um die zahlreichen archäologischen Funde, die in ihr gemacht wurden. Zehntausende Artefakte, die von Tierknochen bis Kunstwerken von Menschheit reichen, die hier vor tausenden von Jahren lebten. Besonders spannend sind hier allerdings jene Funde, die von etablierten Archäologen abgelehnt werden. Denn seit 1911 die Arbeiter David Pugh und James H. Hart dort Reste von Riesen entdeckt haben wollen, steht diese Höhle im Fokus all jener, die nach den Titanen der Vorzeit fahnden.

Trotz mehr als erstaunlicher Funde, die von einem gigantischen, für normal große Menschen nicht nutzbaren Korn-Mahlstein, über einen rund 60 Zentimeter riesigen Mokassin bis zu Skeletten von Riesen reichen, wollen etabliert Archäologen von diesen nichts wissen. Obwohl unter anderem Dr. Eugene M. Hattori, Kurator für Anthropologie des „Nevada State Museum“, schon 2010 bestätige, dass es diese Knochen und Skelette gab (mehr HIER).

Auch der weltbekannte Kryptozoologe und Autor Karl P. Shuker dokumentierte schon 1996 in seinem Standartwerk „The Unexplained“ den zerstörerischen und ablehnenden Umgang der anerkannten Forschung rund um die Funde aus der „Lovelock Cave“. Selbst im „Nevada State Journal“ war 1952 (3. August) und 1953 (22. Februar) zu lesen, dass im „Nevada Historical Society’s Museum“ in Reno 38 Zentimeter riesige Sandalen aus der Höhle zu bestaunen waren.

Si-Te-Cah

Was die Geschichtsforscher und Archäologen sauer aufstoßen dürfte, sind Legenden der Ureinwohner dieser Region. Angeblich nicht reale Mythen, die auch Shuker diskutiert. Denn die Paiute (auch Piute) erzählen in ihren Überlieferungen von genau einem solchen Volk von Riesen, dass hier in grauer Vorzeit gelebt haben soll. Nicht viel anders, wie es auch andere Völker in anderen Teilen der Erde überliefern. Die Paiute nennen dieses verschwundene beziehungsweise ausgerottete Volk Si-Te-Cah.

Die Angehörigen dieses Volkes seien, so die Legenden, riesengroß gewesen und hätten rote Haare gehabt. Wie einige der menschlichen Funde dieses Gebietes ebenso. Wobei die roten Haare auch dahingehend erklärt werden, dass chemische und biologische Prozesse die Haare der Verstorben rot färbten. Die Legenden der Paiute indes beharren darauf, dass es die Si-Te-Cah gab und ihre Ahnen mit diesen Riesen in einer Art Feinschaft lebten.

Mehr noch. Wie Llewellyn L. Loud und M. R. Harrington schon 1929 in ihrem Buch „Lovelock Cave“ berichten, seien diese Si-Te-Cah sogar Kannibalen gewesen. Si-Te-Cah und Paiute bekämpften und schikanierten sich über lange Zeiten hinweg. Bis es eines Tages zu einem entscheiden und letzten Kampf kam. Die letzten der Si-Te-Cah wurden in die „Lovelock Höhle“ getrieben und dort mit Feuer und Rauch im wahrsten Sinne des Wortes ausgeräuchert. Alle kamen um.

Interessanterweise hat schon James H. Hart, einer der beiden Arbeiter, die 1911 die ersten „Riesen-Knochen“ in der Höhle entdeckt haben wollen, in einem Bericht davon gesprochen, dass er rothaarige Mumien vorfand. So Loud und Harrington in ihrem Buch. Nicht minder interessant ist der Umstand, dass 1924 bei Ausgrabungen in der Höhle drei menschliche Knochen entdeckt wurden, die aufgebrochen wurden. Und zwar, „um das Knochenmark zu extrahieren, so wie man Tierknochen spaltet“, so Loud und Harrington. Dies „deutet wahrscheinlich auf Kannibalismus während einer Hungersnot hin“.

Nur Tierknochen und Gerüchte?

In ihrem Buch „Fossil legends of the first Americans“ schrieb Adrienne Mayor 2007, dass es nichts mit diesen Riesen aus der Region auf sich habe. Vielmehr haben windige Geschäftemacher diese Geschichten die Welt gesetzt, um Touristen und damit Geld in die Wüste zu locken. Auch vermutet Mayor, dass gefundene Fossilien von Mammuts und Höhlenbären, die etwa 60 Kilometer nördlich gefunden wurden, zu diesen Berichten über Riesen-Knochen anregten. Durch reine Verwechselungen der gefunden Tierknochen mit jenen von titanenhaften Menschen.

Von der Hand zu weisen ist es nicht, dass entdeckte Knochen von Tieren der Megafauna für Reste von Riesen gehalten wurden. Selbst in Deutschland gibt es dafür Beispiele.

An den Legenden der Paiute über das riesenhafte und feindliche Volk mit den roten Haaren ändert das nicht viel. Ebenso wenig wie an den Relikten, Knochen und Artefakten, mit denen alles andere als sorgsam umgegangen wurde. Am 27. Juni 2002 schrieb Whyte Eagle unter der Überschrift „Die Si-Te-Cah – Die weißen Feinde der Amerikaner nach indianischem Glauben“ auf der Plattform „Ancient Lost Treasures“, dass die Forschung ignorieren würde, dass die Si-Te-Cah nicht zu den indigenen Völkern und Kulturen Amerikas („Amerinden“) gehörten:

Im Museum von Lovelock gibt es heute eine kleine Ausstellung zu den Si-Te-Cah, doch sie ignoriert die Belege, welche anzeigen, dass die Si-Te-Cah keine Amerinden waren. Die Nevada Historical Society stellt ebenfalls einige Artefakte aus der Höhle aus.“

Damit stehen die Si-Te-Cah zumindest in der Mythologie Nordamerikas und vielen Teile der Welt in guter Tradition. Denn solche angebliche Völker oder Stämme von Riesen wurden immer als „nicht-dazugehörig“ beschrieben. Und auch das an dieser Stelle herausgesuchte Beispiel der Funde rund um die „Lovelock Höhle“, dem Ort Winnemucca und diesem Gebiet in Nevada ist nur eines. Reste von Riesen sollen nahezu in ganz Nordamerika (und anderswo) entdeckt worden sein.

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Video: UAP-Anhörung im US-Kongress: DAS sind die gezeigten (nicht viel aussagenden) UFO-Videos der Navy

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Video: UFO-Anhörung in Washington: Diese UAP-Videos bekam der Kongress zu sehen! (Bilder: US-Navy & PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Video: UFO-Anhörung in Washington: Diese UAP-Videos bekam der Kongress zu sehen! (Bilder: US-Navy & PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Als am 17. Mai nach rund 50 Jahren wieder eine Anhörung zu UFOs (UAPs) vor dem US-Kongress stattfand, blickten viele UFO-Forscher aufmerksam nach Amerika. Teilweise war diese Anhörung öffentlich und dabei bekamen die Anwesenden auch zwei UFO-Videos zu sehen. Eines davon habe sich als Drohne herausgestellt, das andere wäre weiterhin ungeklärt, hieß es dazu. Diese Videos könnt Ihr hier auf Mystery Files inklusive einiger Standbilder und Vergrößerungen der „Objekte“ nun sehen. Denn beeindruckt wird wohl niemand sein!


Thema UFOs in der US-Regierung

Mitte Mai fand vor dem Kongress der USA nach Jahrzehnten wieder eine (teilweise öffentliche) Anhörung zum Thema UFOs beziehungsweise UAPs statt. Bei dieser wurden – soweit bekannt – den Verantwortlichen auch zwei Videos von „Unbekannten Flugobjekten“ der Navy gezeigt, die Ihr im Video unten seht.

Und diese sind durchaus sehr erstaunlich! Erstaunlich deshalb, da sie wohl niemanden beeindrucken. Den Laien und Mystery-Forscher ebenso wenig, wie die Anwesenden im Unterausschuss für Terrorismusbekämpfung und Spionageabwehr des Repräsentantenhauses selbst. Auf dem Mystery Files-Kanal findet Ihr dazu HIER ein entsprechendes Video online (derzeit nur für Kanal-Mitglieder).

So sehen wir auf dem ersten UFO-Video vom Juli 2019 vor allem ein leuchtendes Dreieck, dass von Bord eines Schiffes während einer Marine-Übung vor Südkalifornien aufgenommen wurde. Mit einem Nachtsichtgerät, wie man erkennen kann. Spätere Analysen zeigten, so wurde es den Anwesenden mitgeteilt, dass dieses UAP eine Drohe war.

Das zweite UFO-Video wurde aus einem Jet der US-Navy heraus aufgenommen und ist extrem kurz. Zu sehen ist dort der mutmaßliche Vorbeiflug eines weißen oder hellen Balls oder einer Kugel an dem Flugzeug. Das runde „Ding“ ist dabei nur auf zwei Einzelbildern (Frames) des Videos zu sehen. So erstaunlich die Anhörung im Grunde war – da sie eben überhaupt stattfand -, so wenig beeindrucken diese Videos.

Doch immerhin berichteten selbst die Massenmedien über diese Anhörung, da ein Kernaussage war, dass man bei einer Reihe von Sichtungen keine Ahnung hat, wer oder was hinter dem Phänomen steckt. Denn häufig ist die Datenlage für die UFO-Forschung schlicht ungenügend, um ein Objekt oder Sichtung zu identifizieren.

Schaut Euch die bescheiden Videos einmal an. Eingefügt wurden hierzu noch Standbilder sowie Vergrößerungen dieser. Hoffen wir, dass „hinter verschlossenen Türen“ die Verantwortlichen besseres Video-Material zu sehen bekamen. Was immer es letztlich auch zeigt und woher „es“ kam.

Bleibt neugierig …

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Rätselhafte Kugeln und bizarre Götter: Das Mysterium der Steinkugeln von Costa Rica und anderswo

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Rätselhafte Kugeln und Götter: Das Mysterium der Steinkugeln von Costa Rica und anderswo (Bilder: A. Kramer & S. K. Lothop)
Rätselhafte Kugeln und Götter: Das Mysterium der Steinkugeln von Costa Rica und anderswo (Bilder: A. Kramer & S. K. Lothop)

Schon seit Jahrzehnten spekulieren Archäologen wie auch Mystery-Autoren über die rätselhaften Steinkugeln von Costa Rica in Mittelamerika. Hunderte von ihnen sind heute noch bekannt, die über das ganze Land verteilt liegen. Einige mit einem Durchmesser von mehr als 2 Metern und fast perfekt von Menschenhand vor Jahrtausenden geschaffen. Doch die spektakulären Kugeln sind nur ein Teil der Rätsel von Costa Rica und sind nicht unbedingt einzigartig. Denn die Forschung hat im Zusammenhang mit diesen „Bällen“ längst noch andere, überaus bizarre Funde gemacht. Und selbst viele tausend Kilometer von Costa Rica entfernt finden sich Parallelen.


Die Steinkugeln von Costa Rica

Als die UNESCO im Frühjahr 2010 meldete, man erwäge, die Steinkugeln von Costa Rica zu Welterbe der Menschheit zu erklären, witterten viele „alternative“ Historiker Morgenluft. Denn diese zum Teil sehr großen Kugeln aus massivem Stein wecken schon seit Jahrzehnten bei vielen großes Interesse. Wie kann es sein, so fragen schon lange verschiedene Autoren, dass die Ureinwohner in Mittelamerika scheinbar sinnlos hunderte Steinkugeln in mühevoller Arbeit anfertigten? Zu welchem Zweck taten sie das?

Tatsächlich wurden diese erstaunlichen megalithischen Wunderwerke 2014 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Und so wurde auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Deutschland auf dieses Rätsel der Archäologie aufmerksam. In der „Terra X“-Reihe „Ungelöste Fälle der Archäologie“ des Senders ZDF widmete sich Moderator Professor Harald Lesch am 25. März 2018 in der Folge „Verlorenes Wissen“ diesen Kugeln.

Eine Erklärung konnte natürlich auch das ZDF nicht bieten, wozu diese Steinkugeln einstmals dienten. Hier in Costa Rica läge einer „der rätselhaftesten Fälle der Ärchäologie„, wieder der erstaunte TV-Konsument erfuhr. Damit hatte das ZDF sicherlich nicht untertrieben.

Vereinzelte Berichte über diese Steinkugeln sind bereits aus dem 19. Jahrhundert bekannt, doch größeres Interesse erregen die Gebilde erst seit den 1930er Jahren. Waldarbeiter der „United Fruit Company“ rodeten weite Urwaldflächen, um Bananenplantagen anzulegen, und stießen dabei auf diese nahezu perfekt geformten Steinkugeln aus einer Art Granit (Granodiorit), die allem Anschein nach seit Jahrhunderten, wenn nicht Jahrtausenden unentdeckt im Dschungel gelegen hatten. Die Kleinsten sind etwa so groß wie Äpfel, andere aber haben einen Durchmesser von annähernd 2,5 Metern und wiegen an die 13 bis 15 Tonnen. So die Schätzungen.

(Fast) perfekte Riesen-Kugeln

Heute sind etwa 350 dieser Steinkugeln dokumentiert, die meisten davon in Costa Rica, einige auch in Guatemala und anderen Gegenden. Doch viele liegen vielleicht noch immer im Dschungel und Erdreich verborgen. Die Präzision der Bearbeitung – in einigen Fällen weist die Form nur eine 0,2-prozentige Abweichung von der perfekten Kugel auf – zeugt von wahrer Meisterschaft der Steinmetzkunst. Andere sprechen bei Kugeln von über 2 Metern Durchmesser von einer Abweichung von kaum 5 Millimetern.

Genau diese Tatsache macht die Steinkugeln so erstaunlich für etablierte Archäologen wie auch Laien.

Manche Autoren ziehen sogar die Möglichkeit in Betracht, dass hier die Nachfahren des versunkenen Volkes von Atlantis am Werk waren. Oder – als Alternative – eine untergegangene, weltumspannenden Ur-Zivilisation.

Klaus Aschenbrenner zum Beispiel äußert in „Das neue Bild von Atlantis“ (2007) die Vermutung, dass die Atlanter „nach der Zerstörung ihrer Heimatinsel dort Zuflucht suchten“. Auch spekuliert er, dass die Anordnung der Objekte „astronomischen Beobachtungszwecken diente(n)“. Was sich jedoch bislang ebenso wenig bestätigen lässt, wie es eine Antwort auf die Frage gibt, welchem Zweck die Objekte sonst gedient haben könnten.

Rätselhafte Kugeln und Götter - das Mysterium der Steinkugeln von Costa Rica und anderswo - Beispiele (Bilder: S. K. Lothop)
Beispiele der frühen Ausgrabungen (Bilder: S. K. Lothop)

Kurz nach der Entdeckung der Kugeln kam das Gerücht auf, in ihrem Inneren seien Gold- oder andere Schätze verborgen. Aus Neu- und Habgier wurden deshalb viele von ihnen zerstört – vergeblich, denn sie waren massiv und enthielten nichts. Deshalb ist es heute kaum mehr möglich astronomische Ausrichtungen dieser Steinkugeln zu überprüfen. Sie sind entweder zerstört und in sehr vielen Fällen längst nicht mehr an ihrem ursprünglichen Platz. Mit einige Ausnahmen.

Das Material, aus dem die meisten von ihnen bestehen, ist ein granitähnlicher, sehr harter Stein, der in der direkten Gegend, in der die Objekte gefunden wurden, oftmals gar nicht vorhanden ist. Das heißt, sie oder gar die noch schwereren Rohlinge, hätten durch den dampfend-heißen Urwald an ihre späteren Fundstätten gewuchtet werden müssen. Wie? Auch das ist bislang ungeklärt.

Ein Rätsel der Archäologie

Bereits früh wurde auch Doris Stone (auch „Doriz“ in einigen Veröffentlichungen) auf dieses Rätsel der Archäologie aufmerksam. Sie suchte beispielsweise 1940 und 1941 zahllose Dschungelgebiete nach diesen Objekten ab, um sie genauer zu studieren. Im Jahr 1943 berichtete sie nach ihren eingehender Untersuchungen in dem Fachmagazin „American Antiquity“ (Vol. 9, Nr. 1) von ihren ersten Resultaten.

In diesem Artikel dokumentierte sie neben zahlreichen, damals noch auffindbaren, Anordnungen der Stein-Bälle auch von einer Reihe von gefundenen Artefakten in deren Umgebung. Vor allem Keramiken, „Steintische“ und Figuren von seltsamen mythologischen Wesen. Ich komme darauf zurück.

Vielfach wird Stone in diesem Zusammenhang mit folgenden Worten zitiert:

Die Kugeln von Costa Rica müssen zu den ungelösten megalithischen Rätseln der Welt gezählt werden.“

Auch wenn diese Aussage von ihr so nicht 1943 gefallen ist, wurde Samuel K. Lothrop durch ihre Forschungen auf die Steine aufmerksam. So ging auch er vor Ort diesem Geheimnis auf dem Grund und legte in der Folge 1963 seine umfangreiche Arbeit „Archaeology of the Diquís Delta, Costa Rica“ („Papers of the Peabody Museum of Archaeology and Ethnology“, Vol. LI., Harvard University, Cambridge) dazu vor. Beeindruckt hielt Lothrop darin fest (was wohl der Ursprung des angeblichen Stone-Zitates ist):

Die Steinkugeln des Diquís-Deltas aus einer von mehreren gut ausgearbeiteten Gruppen von megalithischen Skulpturen, die heute als Mysterien eingestuft werden müssen.“

Sinn und Zweck: Unbekannt

Lothrop setzte die Steinkugeln schon damals mit megalithischen Hinterlassenschaften auf der Osterinsel oder von den Maya in Mittelamerika gleich. Wozu sie dienten, konnte auch er nicht eindeutig beweisen. Bis heute wird ein Ahnenkult oder ein Kult der Sonne hierzu diskutiert. Da schon Stone nachweisen konnte, dass solche Steinkugeln in verschiedenen Gebieten Amerikas zu finden sind, muss sich dieser Kult, wie auch immer er aussah, von Costa Rica aus verbreitet haben. Denn dort liegt zweifellos das Zentrum dieses „Kugel-Brauchtums“. So schrieb Stone bereits 1943 über eine mögliche Ausrichtung der Stein-Bälle folgendes:

„(Es gibt) natürlich die Möglichkeit einer zeremoniellen oder kalendarischen Verwendung (…). Ein Blick auf die Karten der Fundorte der Steinkugeln zeigt weder eine Ähnlichkeit in der Lage der Kugeln noch eine Einheitlichkeit in der Größe der Kugeln. Am ehesten ist die Anordnung vieler großer Kugeln in Dreier- und Zweiergruppen konsistent.

Aber selbst das kann nicht allzu ernst genommen werden, wenn man sich an die verschiedenen Größen der kleinen Kugeln erinnert, die mit den größeren gemischt gefunden wurden, und an die zehn großen Kugeln, die paarweise und einzeln auf Farm 7 gefunden wurden. Es müssen noch weitere Steinkugelfundstellen untersucht werden, bevor wir einen eindeutigen Hinweis auf ihren Zweck erhalten.“

In der „Terra X“-Doku 2018 erklärte das ZDF dem Publikum, dass es solche Kugeln „so nur in diesem Teil der Erde gibt“. Ähnliche Kugeln an anderen Orten der Erde wären natürlich entstanden, wie es Harald Lesch den Zuschauern erzählte. Tatsächlich findet man solche Natur-Kugeln zum Beispiel an der Pazifik-Küste von Südamerika oder auf Franz-Josef-Land in der Arktis. Dort beeindrucken einige Exemplare dieser „Monster-Kugeln“ in der Tat durch ihre erstaunlich exakte Kugelform.

Steinkugeln auf dem Balkan

Doch über 10.000 Kilometer von Costa Rica in Richtung Osten finden sich in Bosnien (Bosnien und Herzegowina) ebenso derartige Kugel-Steine. Auch hier sind sie zum Teil von einer beachtlichen Größe, wie ich schon 2010 in meinem Buch „Verbotene Geschichte“ berichtete.

Nordwestlich von Sarajevo liegt die Kleinstadt Visoko, die heute vor allem durch ihre Berge bekannt ist, die gerne für Pyramiden gehalten werden. Denn angeblich wären einigen der umliegenden Berge in Wahrheit „Pyramiden“ von gigantischer Größe, die ein uraltes und unbekanntes Volk hinterlassen hat. Vor allem aber wären diese zugleich die ältesten der Welt. So behauptet es vor allem Dr. Sam Osmanagich (Sam Osmanagic), der in den dortigen Bergen seiner Heimat diese „Pyramiden“ vor rund 20 Jahren entdeckt haben will. Nach seinen Spekulationen sind diese „Bauten“ sogar weit über 10.000 Jahre alt.

Doch eben diese Region Südosteuropas hält ein wirklich spannendes Phänomen bereit: Steinkugeln, die mit denen im fernen Costa Rica praktisch identisch sind.

Auch hier unterscheiden sich die Objekte in der Größe. Auch hier sind viele offenbar aus dem harten Stein zu wunderbaren Kugeln gemeißelt und so angeordnet, dass man mit etwas gutem Willen eine bewusste Anordnung erkennen kann.

Für den Forscher Nenad Djurdjevic, der mir damals für mein Buch „Verbotene Geschichte“ freundlicherweise Material über diese Kugel-Funde zur Verfügung stellte, kann kein Zweifel daran bestehen, dass hier ein weiteres Rätsel der Welt seiner Lösung harrt. Für ihn und viele andere sind die Steinkugeln von Bosnien eindeutig künstlich. Und nicht, wie Kritiker sagen, durch eine Laune der Natur entstanden (s. Bilder).

Rätselhafte Kugeln und Götter: Das Mysterium der Steinkugeln von Costa Rica und anderswo - Zwei Kugeln auf dem Balkan (Bilder: N. Djurdjevic)
Zwei Kugeln auf dem Balkan: li. Ozimice bei Maglaj, re. bei Zavidovici (Bilder: N. Djurdjevic)

Jahrtausende alt

Die Einheimischen wissen allerdings schon länger von den Steinkugeln und schreiben ihnen „magische Heilkräfte“ zu. Doch was die Herkunft der Objekte angeht, sind sie auf Legenden angewiesen. Einer zufolge handelte es sich ursprünglich um Menschen, die – aus welchen Gründen auch immer – versteinerten und Kugelform annahmen.

Das erinnert an Legenden über die berühmten megalithischen Steinreihen in der Bretagne in Frankreich. Hier stehen noch heute zahllose Megalithen in mehreren Steinreihen zum Teil über mehrere Kilometer in der Landschaft herum. Mit Sicherheit waren es vor tausenden von Jahren noch weit mehr, als heute beispielsweise noch in Carnac zu sehen sind. Hierzu sagt eine Legende aufgrund ihrer gleichmäßigen Anordnungen in „Reih und Glied“, dass es versteinerte Soldaten Roms sind. Durch einen Zauber bis in alle Ewigkeit zu Stein erstarrt …

Wann aber diese Kugeln in Bosnien geschaffen worden sein könnten, welchen Sinn und Nutzen sie einstmals hatten, ist dort ebenso ungewiss wie in Costa Rica. Sie könnten mutmaßlich mit der Vinča-Kultur auf dem Balkan in Zusammenhang stehen, die bis heute viele Rätsel aufgibt. Diese Kultur der Steinzeit wurde erst vor rund 100 Jahren entdeckt und reicht fast 7500 Jahren zurück in die dunkle Vergangenheit. Bekannt sind vor allem ihren Symbole und Zeichen, die nach einigen Behauptungen sogar die älteste Schrift der Menschheit sein sollen, sowie ihre seltsamen menschenähnlichen Figuren.

Der Anthropologe John Hoppes, Universität von Kansas, der die Costa-Rica-Funde schon lange erforscht, vermutet aufgrund von Radiokarbondatierungen in der Nähe gefundener Objekte, dass die Kugeln dort um die 1000 Jahre alt sind. Verschiedene Funde von Keramiken im Gebiet der Kugeln von Costa Rica, die schon Stone und Lothrop dokumentierten, reichen wiederum bis zu 2200 Jahren in die Vergangenheit.

Allerdings räumt auch Hoppes nach seinen intensiven Forschungen ein, es sei „sehr schwer zu sagen, wann genau sie (die Kugeln, Anm. LAF) hergestellt wurden“. Und eine Erklärung für die wunderbar gemeißelten und geschliffenen Wunderwerke hat auch Hoppes nicht zu bieten.

Phantastische Spekulationen

Anders Götter-Forscher Erich von Däniken. In „Zurück zu den Sternen“ berichtete er schon 1969 von seiner Spurensuche in Costa Rica, zum Beispiel am „Kugel-Hotspot“ des Diquis-Deltas.

Seinerzeit mutmaßte er in „Meine Welt in Bildern“ (1973) auch, die Kugeln könnten Stein gewordene Erinnerungen von Menschen an kugelförmige Raumschiffe Außerirdischer sein. Belegen lassen sich eine solche Interpretation natürlich auch nicht. Und so lehnt auch Hoopes diese Ideen pauschal als „wilde Spekulation“ ab.

Die Funde dieser unter größten Mühen und mit beachtlicher Sorgfalt geformten Kugeln diesseits und jenseits des Atlantiks sprechen aber dafür, dass sie für ihre Schöpfer eine große Bedeutung gehabt haben müssen. Nur welche? Und wieso existieren Zeugnisse eines möglichen Kultes der Steinkugeln sowohl in Mittelamerika als auch in Bosnien? Gab es da einen Kontakt über den Atlantis Ozean und das Mittelmeer?

Oder entwickelten die Menschen einen solchen Kult unabhängig voneinander, vielleicht auch zu unterschiedlichen Zeiten?

In diesem Zusammenhang sorgen auch immer wieder die bereits kurz erwähnten Steinkugeln auf Franz-Josef-Land für Spekulationen. Denn auch dort – vorwiegend am Kap Triest – befinden sich gewaltige Steinkugeln. Einige UFO-Fans sehen darin Hinterlassenschaften von Aliens. Doch diese These ist sicherlich etwas sehr weit hergeholt. Denn zu welchem Zweck hätten Außerirdische dort Steinkugeln von drei Metern Durchmesser anfertigen sollen?

Rätselhafte Kugeln und Götter - das Mysterium der Steinkugeln von Costa Rica und anderswo - Beispiele 2 (Bilder: I. Kapitanj)
Kugeln in Costa Rica – Beispiele (Bilder: I. Kapitanj)

Geologen sehen diese Kugeln nüchtern: Es seien nichts weiter als natürliche Gebilde. Denn man könne vor Ort sogar sehen, wie einige dieser Kugeln aus den Felsen der Insel durch Wind und Wetter kugelförmig herauswittern, wodurch Hohlräume im Gestein (= Geoden) entstehen. Dies würde auch erklären, warum immer wieder neue Fundstücke auftauchen. Eine schlüssige, sehr überzeugende Erklärung für die Kugel-Phänomene auf Franz-Josef-Land, die Kritiker auch bei den Kugeln von Bosnien als Erklärung annehmen. Auch die genannte „Terra X“-Sendung von 2018 erwähnt ganz beiläufig, dass die bosnischen Kugeln eine Laune der Natur sind.

Noch mehr Rätsel

Die Steinkugeln in Costa Rica waren und sind aber nicht die einzigen archäologischen Funde dort. Die Ausgrabungen von Doris Stone und später Samuel Lothrop brachten eine verblüffende Vielzahl an Artefakten zum Vorschein, von denen Stone schon 1943 in „American Antiquity“ einige präsentierte. Wobei sie sich hier auf die Steinkugeln konzentrierte. In ihrer Arbeit „Archaeology of the North Coast of Honduras“, die bereits 1941 erschien, legte Stone einen Grundstein für ihre späteren Forschungen in Costa Rica. Denn archäologische Funde und Befunde in Honduras in Mittelamerika weisen in Teilen durchaus Parallelen zum etwas südlich gelegenen Costa Rica auf.

Hierbei fallen vor allem „gebogene“ Steintische, Schleifsteine und steinerne „Sitze“ auf, die es so auch in Costa Rica in großer Zahl gibt. Auch einige seltsame Figuren in Menschengestalt und mit befremdlichen Aussehen in Honduras zeigen solche Parallelen. Doch offensichtlich war Costa Rica der Ursprung der Idee dieser mythologischen, menschenähnlichen Statuen sowie der Steinsessel, die in beiden Regionen teilweise mit Tieren oder mythischen Wesen geschmückt wurden.

Da in Costa Rica die Anzahl solche Funde weit größer ist, und nur dort auch die bekannten Steinkugeln in so großer Zahl vorkommen, muss hier das Zentrum dieser rätselhaften Kultur gelegen haben. Möglicherweise die Aguas-Buenas-Kultur, wie sie heute genannt wird.

In dem Fachmagazin „Journal de la Société des Américanistes“ (Tome 46, 1957) präsentierte Stone zusammen mit Carlos Balser weitere Forschungsergebnisse zu diesen Tischen, Sesseln, Schleifsteinen und vielleicht sogar Altären. Darin verweisen sie auf einen Zusammenhang mit den Funden in Honduras. Was sie aber nicht eindeutig bestimmen konnten, ist die Funktion dieser Objekte. Fraglos dienten einige zum Mahlen von Getreidekörnern. Doch andere erinnern (auch von ihrer Größe her) eher an Throne von Würdenträgern oder „Priester“ bei unbekannten, längst vergessenen Zeremonien.

Kugeln für die Götter

Ich vermute hier einen direkten Zusammenhang mit den Steinkugeln. Wozu auch immer die Kugeln dienten – die Schöpfer werden sie nicht einfach mühsam geschaffen haben, um sie dann ungenutzt irgendwo herumliegen zu lassen. Sie werden sicher im Zentrum von irgendwelchen religiösen, spirituellen oder auch astronomischen Handlungen gestanden haben. Der spirituelle oder politische Führer nahm auf diesen „Hockern“ Platz, um diesen beizuwohnen. Vielleicht platzierte man auf einigen auch Steinkugeln in kleineren Formaten, die bekanntlich auch überaus zahlreich gefunden wurden.

Und je mehr Steinkugeln für „Kulthandlungen“, je mehr steinerne Sitze. Wie in Costa Rica.

Kultische Handlungen ist eine vieldeutige und sehr überstrapazierte Aussage. Eigentlich sagt das nur aus, dass man nichts weiß. Nur, dass man dabei halt Ahnen, die Kräfte oder Geister der Natur oder himmlische beziehungsweise überirdische Mächte verehrte. Die Geister der Ahnen zu ehren ist die einfachste Deutung. Immerhin machen wir das heute überall auf der Welt tagtäglich noch immer. Und sei es nur, dass Katholiken an bestimmten Tagen eine Kerze auf dem Grab eines Verstorbenen anzünden.

Bauchschmerzen sollte man aus der Sichtweise unserer modernen Welt aber bei mutmaßlichen Ahnen-Kulten immer dann bekommen, wenn entsprechende menschenartige Figuren ebenso gefunden werden. Denn in sehr vielen Fällen sehen diese eher aus wie Monster und überhaupt nicht wie die verstorben Vorfahren aus. Das ist in Costa Rica ebenso der Fall.

Bizarre Götter-Figuren

Mehr noch, denn die dort entdeckte Fülle an seltsamen Steinfiguren lässt den Schluss zu, dass sie ein wichtiger Teil der Gesellschaft waren. Wohl nicht anders wie die Steinkugeln als Meisterleistung der Steinmetze an sich. Diese Figuren waren aber mit Sicherheit keine Ahnen, da ihre „Fratzen“ heute eher an typische Aliens erinnern. Erstaunlicherweise wurde diese Tatsache bisher bei der grenzwissenschaftlichen Diskussion um die Steinkugeln überhaupt nicht beachtet.

Hier lohnt sich vor allem ein Blick in das umfangreiche Buch „Archaeology of the Diquís Delta, Costa Rica“ von Samuel K. Lothrop, der 1963 darin seine Forschungen zu den Kugeln und anderen Artefakten vorstellte und diskutierte. Er dokumentierte eine Vielzahl an entdeckten Statuen und Figurien, die ausnahmslos alle nicht wie Menschen aussehen. Neben unzähligen kleinen Figuren gibt es auch solche, die mehr als 1,20 Meter groß angefertigt wurden.

Rätselhafte Kugeln und Götter - das Mysterium der Steinkugeln von Costa Rica und anderswo - Götter-Figuren von Costa Rica (Bilder: S. K. Lothop)
Götter-Figuren von Costa Rica (Bilder: S. K. Lothop)

Einige sind offensichtlich Mischwesen aus Tieren und Menschen. Andere – sogar die meisten! – sehen von ihren Gesichtszügen eher aus wie die „Kleinen Grauen“ aus der UFO-Forschung.

Eine sehr kleine Auswahl dieser Figuren ist im Bild oben zu sehen.

„Anthropomorphe Gottheiten“

Vor allem die riesigen, schräg stehenden Augen in „Mandel-Form“ sind geradezu charakteristisches und überall genutztes Merkmal dieser Kreaturen von Costa Rica. Einige besitzen dazu Münder von Raubtieren und andere sehen mit ihren exakten Kanten aus wie Roboter der Science-Fiction der 1950er und 60er Jahre. Besonders verblüffend ist eine Ähnlichkeit dieser Darstellungen mit jenen der rätselhaften Sanxingdui-Kultur im weit entfernten China (Bild unten). Hier werden in den letzten Jahren verstärkt solche „Dämonen“ in großer Zahl ausgegraben, wie zum Beispiel in diesen Mystery Files-Beiträgen HIER, HIER und HIER berichtet.

In China gelten diese uralten Funde als archäologische Sensation. Gewisse Ähnlichkeiten erkennt man aber auch zu einigen Figuren der Vinča-Kultur aus Südost Europa. Und natürlich den bereits erwähnten Funden aus Honduras.

Rätselhafte Kugeln und Götter - das Mysterium der Steinkugeln von Costa Rica und anderswo - Sanxingdui-Kultur (Bilder: A. Knörr)
Götter der Sanxingdui-Kultur in China (Bilder: A. Knörr)

Was wollten uns die Vorfahren der Boruca, der Ureinwohner von Costa Rica, die die Steinkugeln geschaffen haben sollen, mit diesen Figuren sagen? Ahnen waren diese fremdartigen Wesen gewiss nicht. Jeder Verstorbene würde sich wohl im Grabe umdrehen, wenn seine Nachfahren ihn in derart befremdlicher Form ihre Ehre erweisen würden. Lothrop selber nennt diese Kreaturen schlicht „anthropomorphe Gottheiten“ oder „Idole“. Demnach also Tier-Mensch-Kreaturen, bei denen die Eigenschaften beider Spezies miteinander verschmolzen wurden. Auch wenn natürlich kein Tier oder Mensch solche Augen hat und viele Figuren überhaupt keine tierischen Merkmale aufweisen.

Götzen aus purem Gold

Überaus interessant sind auch weiter archäologische Entdeckungen im Land der Steinkugeln, die vor allem in Gräbern gefunden wurden. Es sind kunstvolle Objekte aus purem Gold, von denen im „Museo del Oro Precolombino“ in San José eine Auswahl zu bestaunen ist. Einige stellen unverkennbar Tiere dar. Andere wiederum präsentieren sich als geflügelte Wesen oder Mischwesen mit den unterschiedlichsten Details. Neben unheimlichen „Fratzen“ wie bei den Stein-Figuren erinnern einige Körper mit ihren Flügeln und Unterkörpern fast schon an Engel-Darstellungen der christlichen Tradition. Es wären, so Lothrop, Kunstobjekte, die Götter von Fledermaus, Adler und Jaguar darstellen.

Da die Künstler vor Jahrtausenden einigen dieser geflügelten Gold-Objekte einen „Schnabel“ oder eine riesige „Hackennase“ gaben, lag für Lothrop die Deutung als „Adler-Gottheit“ sicher nahe. Obwohl sonst praktisch nichts an einen Adler erinnert. Genauso könnte man sie anhand der Ohren bei einigen Exemplaren auch als „Gremlin“ ansehen. Diese „Adler-Gottheit“ wird auch mit dem himmlischen Schöpfer Sibú oder Sibö gleichgesetzt. Ein überirdisches Wesen der lokalen Mythologie, der auch die Menschen erschaffen haben soll und als ihr Beschützer fungierte.

Doch waren das vielleicht sogar jene Götter oder überirdischen Wesen nach der Interpretation der Ureinwohner, zu deren Ehren sie auch hunderte von Steinkugeln schufen?

Einige der Stein-Bälle tragen abstrakte Gravuren, die an jene Verzierungen erinnern, die auf verschiedenen archäologischen Artefakten dort ebenso zu finden sind. Etwa auf den genannten Stein-Tischen und –Hockern. Auf den Kugeln sind sie seltener nachzuweisen. Und wenn, dann sind sie fast gar nicht zu erkennen. Wobei natürlich spätere Generationen diese Gravuren nachträglich auf längst fertige Steinkugeln hätten anbringen können.

Parallelen in Kolumbien

Warum man sich einst für die Form der Kugel entschied, wird sich wohl niemals mehr klären lassen. Schriftliche Zeugnisse existieren nicht, da die Ureinwohner keine Schriftsprache kannten. Wieso haben sie nicht Form eines Eis gewählt, das in der Natur um sie herum allgegenwärtig war? Die Menschen konnten zusehen, wie aus einem Ei wie durch ein göttliches Wunder ein neues Leben das Licht der Welt erblickt.

Das Gelege von Meisen ist beispielsweise kugelrund. Adler-Eier wiederum sind oval wie bei einem Huhn. Steinkugeln wären dann wohl eher ungeeignet, um den „Adler-Göttern“ nach dieser Spekulation Ehrfurcht zu zeigen. Obwohl man den damaligen Steinmetzen der Kugeln durchaus zubilligen kann, dass sie auch perfekt geformte Stein-Eier hätten schaffen können. Letztlich erzählen Völker rund um die Welt entsprechende Schöpfungsmythologien, die sich um himmlische, göttliche oder kosmische Eier drehen.

Die Kunstfertigkeit der Goldschmiede in Puerto Rico mit ihren seltsamen, fliegenden Wesen hat aber durchaus ein Gegenstück. Und zwar in Südamerika und hier vor allem in Kolumbien. So finden sich unter anderem in den dortigen Goldmuseen „Museo del Oro Zenú“ in Cartagena de Indias sowie dem weltbekannten „Museo del Oro“ in der Hauptstadt Bogotá sehr ähnliche Artefakte aus Gold. Von hier stammen übrigens auch die sogenannten „Goldflieger“ aus der Prä-Astronautik, über die HIER genauer berichtet wurde.

Die reichhaltigen Goldschätze in diesen Museen beeindrucken nicht nur durch ihre Kunstfertigkeit und Anzahl. Auch die offenkundige „künstlerische Freiheit“ der Handwerker vor Jahrtausenden versetzt die Besucher in Staunen. Die gestalterische Ähnlichkeit zu den Artefakten aus Costa Rica ist teilweise so deutlich, dass das kaum Zufall sein kann. Einige der Objekte in den beiden Ländern sehen sich sogar so ähnlich, dass man überhaupt nicht sagen kann, welches woher stammt (Link)!

Einige Beispiele sind im Bild hier zu sehen.

Rätselhafte Kugeln und Götter - das Mysterium der Steinkugeln von Costa Rica und anderswo - Götter-Figuren aus Gold von Costa Rica (Bilder: S. K. Lothop)
Götter-Figuren aus Gold von Costa Rica (Bilder: S. K. Lothop)

Wer verbreitete den „Kugel-Kult“?

Demnach dürfte es zwischen Kolumbien und Costa Rica ein Austausch von weltanschaulichen Ideen gegeben haben. Ob der Kugel-Kult sich aber soweit ausgebreitet hat, wie es schon Stone in ihrer Veröffentlichung 1943 dokumentierte, bleibt fraglich. Denn sie verweist auf solche (kleineren!) „Bälle“ von Patagonien im Süden Südamerikas über Mittelamerika und Mexiko bis nach Tennessee, Kalifornien und Ohio in den USA. Kleine Exemplare fanden die Archäologen auch auf der Insel Puerto Rico und in Haiti, die bis zu 2000 Kilometer über das offene Meer von Costa Rica entfernt liegen.

Wie kam der Brauch dorthin? Durch Seefahrer der Antike, die das Wagnis solcher Reisen nicht scheuten? „In Südamerika sind die Berichte über Steinkugeln zu zahlreich, um sie einzeln aufzuführen“, so Stone 1943. Dort, sowie natürlich in Costa Rica, ist der Ursprung zu suchen. Wobei man bedenken muss, dass viele der Kugeln in all diesen Gebieten sehr klein sind und längst nicht klar ist, wofür sie jeweils dienten. Einige messen sogar nur knapp 3,2 bis 8,4 Zentimeter.

Auch Stone bemerkt, dass einige zum Spielen gedacht waren und es unklar sei, ob und wo genau ein Austausch dieser Ideen stattfand. Dennoch „ist zu bedenken, dass viele der Maya aus Britisch-Honduras (heute Belize, Anm. LAF) seefahrende Händler waren“, merkt Stone an. So könnte auch das bekannte Volk der Maya zur Verbreitung dieses Brauchtums beigetragen haben, wie sie vermutet.

Sonnenkulte und überirdische Wesen

Inzwischen werden die noch existierenden Steinkugeln von Costa Rica rund 80 Jahre genauer erforscht, dokumentiert und diskutiert. Und ausnahmslos niemand kann zufriedenstellend dieses Rätsel der Archäologie bis heute erklären. Vor allen nicht dann, wenn die Kugeln in Südost Europa ebenfalls einen derartigen „Kult“ entstammen sollten. Mutmaßlich waren es Ehrenbezeugungen für die Götter des Himmels. Auch wenn andere Deutungen neben astronomischen Interpretationen von Wegweisern, Landmarken oder reinen Statussymbole sprechen. Vielleicht liegt die Wahrheit in der Mitte oder aus einer Kombination aus mehreren Interpretationen.

Die Geschichte lehrt, dass überall auf der Erde und zu allen Zeiten von allen Kulturen für die Götter nichts zu schwer und mühsam war. Monumente und megalithische Werke von kolossalen Ausmaßen waren praktisch immer zu Ehren überirdischen Wesen und Mächte. Selbst das älteste Monument der Menschheit, die gewaltigen Megalithanlagen von Göbekli Tepe in Anatolien, wurde vor weit über 10000 Jahren zu diesem Zweck erbaut.

Warum sollte es in Costa Rica anders gewesen sein?

Träfe der Erklärungsansatz von einem „Sonnenkult“ zu, den auch das ZDF 2018 in „Terra X“ ihren Zuschauern präsentierte, bleibt offen, woher die Ureinwohner wussten, dass die Sonne eine Kugel ist. Die „Sonnenscheibe“ war bei derartigen Kulten das Maß der Dinge rund um die Welt. Oftmals auch mit Flügeln dargestellt. Scheiben, aber auch runde Gebilde und mutmaßliche Kugeln, waren bei vielen alten Kulturen „Objekte“, die mit den Göttern zu tun haben. Oftmals sitzen diese sogar in solchen Kugeln, Ringen oder Scheiben, die durch angebrachte Flügel offensichtlich fliegen konnten. Auch wenn nicht immer Flügel mit dargestellt wurden.

Vor allem die versunkenen Zivilisationen in Mesopotamien wie auch die alten Ägypter fertigen diese Motive ihrer Götter zu zehntausenden an.

„Intelligenzen, die in einer Kugel auf unseren Planeten gelandet sind“

Das wiederum spielt den Spekulationen von Erich von Däniken aus seinem Buch „Meine Welt in Bildern“ von 1973 sehr in die Hände. In diesem zeigt er dutzende Beispiele und schildert, wie die „Raumschiffe der Zukunft“ zwischen den Sternen aussehen könnten. Wenig verwunderlich favorisiert er dabei aus verschiedenen Gründen eine Kugelform oder zumindest rundlich.

Damit führte von Däniken seine Ideen aus seinem vier Jahre zuvor erscheinenden Buch „Zurück zu den Sternen“ fort. Denn er konnte vor Ort in Costa Rica das Rätsel der Steinkugeln auch nicht lösen, wie er schreibt. Trotz seiner erkennbaren Begeisterung für dieses Mysterium, halfen auch Forscher vor Ort nicht bei der Entzauberung. Dennoch habe sich seine „Vermutung gefestigt, dass die prähistorischen Kugeln (…) in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem Besuch fremder Intelligenzen stehen“. Und weiter schreibt er:

„(…) von Intelligenzen, die in einer Kugel auf unseren Planeten gelandet sind. Sie wussten bereits und hatten es erprobt, dass die Kugel die zweckmäßigste Form für interstellare Raumflüge ist.“

Kann man solche phantastischen Ideen mit Blick auf weltweite Kugeln am und vom Himmel wirklich ganz ausschließen?

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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„Pulverisiere es“: NASA-Pläne für ein Abwehrsystem, um bedrohliche Asteroiden noch kurz vor dem Einschlag zu zerstören – vielleicht sogar vom Mond aus

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"Pulverisiere es": Die NASA plant ein Abwehrsystem um bedrohliche Asteroiden zu zerstören - vielleicht sogar vom Mond aus (Bild: NASA)
„Pulverisiere es“: Die NASA plant ein Abwehrsystem um bedrohliche Asteroiden zu zerstören – vielleicht sogar vom Mond aus (Bild: NASA)

Eines Tages könnten Kometen oder Asteroiden die Erde treffen und Millionen oder sogar Milliarden Menschen töten. Ein Ende der Zivilisation ist ebenso denkbar, wie „nur“ die Vernichtung einer Stadt. Obwohl die Chance gering ist, dass dies noch zu unseren Lebzeiten geschieht, wird es eines Tages geschehen. Und in der Theorie gibt es hierzu schon lange Ideen, wie man solche Bomben aus dem All abwehren könnte. Nun kommt eine neue hinzu, die solche Himmelskörper noch mehr oder weniger kurz vor dem Einschlag vernichten soll.


Asteroiden: Die ständige Bedrohung

Seit Milliarden Jahren schlagen Asteroiden und Kometen auf den Monden und Planeten unseres Sonnensystems ein. Und obwohl solche Einschläge heute ungleich seltener sind, wie noch in der Frühzeit unseres Sonnensystems, bleiben sie auch für die Erde ein ständige Bedrohung. Damit vor allem für das Leben auf diesem Planeten und unsere Zivilisation. Ein solcher Einschlag auf der Erde könnte katastrophale Folgen haben. Darin ist sich die astronomische Forschung schon lange einig.

Kino und Fernsehen haben derartige Szenarien in den letzten Jahrzehnten immer wieder bildgewaltig verfilmt. Oftmals mit viel Aktion, Zerstörung und unermesslichen Leid. Doch fast immer mit einem glücklichen Ausgang, da es der Menschheit letztlich doch gelang das Allerschlimmste zu verhindern. Sehr gerne mit Helden der NASA und damit vor allem aus den USA.

Blendet man das Drumherum solcher Hollywood-Filme aus, bleibt aber eine Tatsache bestehen. Nämlich, dass es eines Tages ganz real zu einer derartigen Bedrohung kommen kann. Denn Brocken aus dem All schlagen noch immer auf der Erde ein. Gewaltige Katastrophen, die beispielsweise eine ganze Großstadt oder Region vernichteten und dabei unzählige Menschenleben forderten, hat die moderne Welt bisher nicht erleben müssen. Noch nicht. Gegeben hat es diese in der Erdgeschichte jedoch in Massen.

„Die Frage ist nicht, ob es wieder geschehen wird, sondern wann“, ist dabei ein beliebter Ausspruch. Da wir unlängst eine technologische Zivilisation haben, wäre unsere Gesellschaft erstmals in der Lage, eine solche Vernichtung abzuwenden. In der Theorie zumindest, da bis heute hierfür die geeigneten Mittel, Technologien und auch Strategien fehlen.

„Pulverisiert es“

In der Theorie haben sich schlaue Köpfe schon vor Jahrzehnten Gedanken darüber gemacht, wie man einen Asteroiden auf Erdkurs ablenken oder vernichten könnten. Seit dem werden immer wieder neue oder bearbeitete Ideen und Konzepte einer derartigen Abwehr veröffentlicht und vorgestellt. Sie alle haben ihr Für und Wider. Und so beschränkt man sich heute zum Beisiel bei der NASA und ihren zugehörigen Einrichtungen auf die Beobachtung von erdnahen Objekten im All. Wird dabei eines Tages eine „Bombe aus dem All“ oder sogar ein riesiger „planetarer Killer“ mit Kurs Erde entdeckt, steht man derzeit mit leeren Händen da.

Weder einen „planetaren Killer“ von zum Beispiel 10 Kilometern Größe, noch ein Objekt von „nur“ 500 Metern Durchmesser, können wir gegenwärtig sicher vom Erd-Kurs abringen oder vernichten. Obwohl die ein oder anderen Technologie hierzu bereits in der Praxis im sehr kleinen erprobt wurde. Die Vorlaufzeit bis zu einem Einschlag, da ist man sich grundsätzlich einig, ist hierbei entscheidet. Je länger das Ereignis noch in der Zukunft liegt, je besser kann man darauf reagieren und die Katastrophe bestenfalls verhindern.

Eine spannende Thematik, die Laien ebenso interessiert oder begeistert, wie Astronomen und andere Wissenschaftler. Denn Gedanken über ein „was wäre – wenn?“ haben immer Konjunktur. Genau das zeigte sich auch bei einem Asteroiden-Abwehrsystem, dass Philip Lubin von der Universität von Kalifornien erdachte, und das die NASA bereits im Februar 2022 vorstellte.

Lubin erdachte sich ein System, ein „Terminal“, dass er schlicht PI nannte. PI für „Pulverize it“ – also „pulverisiert es“. Ein mehr als optimistischer Name, da damit natürlich das Pulverisieren von bedrohlichen Asteroiden in Erdnähe gemeint ist. Solche Asteroiden zu sprengen ist hierbei wohl einer der ältesten Ideen, um solche Brocken unschädlich zu machen. Dabei herrscht aber bis heute die Angst vor, dass der gesprengte Asteroid dann in unzähligen und noch immer gefährlichen Trümmern weiter auf die Erde zu rast. Durch eine Sprengung hätte man so aus einem einzelnen Objekt Geschosse wie aus einem Schrotgewehr gemacht, dass in einem weiten Streufeld auf der Erde Katastrophen verursachen würde.

Asteroiden-Abwehr vom Mond

Nach den Ideen von Lubin würde das System PI so funktionieren, dass entsprechenden Sonden beziehungsweise Raketen die kommenden Killer-Asteroiden durchlöchern würden. Ähnlich wie im Bergbau würde daraufhin in diese Löcher Sprengstoffe gefüllt, die dann den Asteroiden zerstören sollen. Die dabei übrig bleibenden Trümmer, die weiter in Richtung Erde rasen sollten, würden letztlich in der Erdatmosphäre verglühen. Mehr als 10 Meter große Stücke würden nach seiner Einschätzung nicht mehr übrige bleiben. So könnte man die „Gefahr einer Massenvernichtung praktisch eliminieren“, so Lubin.

Es wäre im wahrsten Sinne des Wortes eine „Last-Minute-Verteidigung gegen einen Asteroiden“ bevor dieser eine Stadt zerstört, wie es die Seite „Universe Today“ bezeichnete.

Das System PI wäre dabei nicht auf der Erde stationiert, sondern zahlreiche dieser Abwehr-Sonden stünden rund um die Erde im Orbit bereit. Vielleicht sogar auf dem Mond, da von dort entsprechende Asteroiden noch früher auszumachen wären:

Die vorzeitige Einführung des Systems in die Umlaufbahn oder auf eine Mondbasis ermöglicht bei Bedarf eine schnelle Reaktion in der Größenordnung von weniger als einem Tag. Die Wirksamkeit des Konzepts hängt von der Zeit bis zum Abfangen und der Größe des Asteroiden ab, ermöglicht aber eine wirksame Verteidigung gegen Asteroiden mit einem Durchmesser von mehreren hundert Metern und könnte die von diesen Bedrohungen ausgehende Gefahr der Massenvernichtung praktisch ausschalten.“

Heißt es dazu von Lubin auf der Seite der NASA.

Die Menschheit muss sich vorbereiten

PI wäre in der Lage bis zu 50 Meter große kosmische Bomben im All zu vernichten. Dies entspricht der Größenordnung des Objektes von Tunguska in Sibirien 1908.

Laut NASA-Webseite wäre dies „eine praktische und wirksame Methode der Planetenverteidigung (…), die bei Bedarf eine extrem kurze Zeitspanne zur Schadensbegrenzung ermöglicht“. Außerdem wäre es „eine praktische, kostengünstige Lösung für die Planetenverteidigung unter Verwendung bestehender Technologien“. Bei einer längeren Vorlaufzeit von einem Tag könnten doppelt so große Asteroiden unschädlich gemacht werden. Mit 10 Tagen Vorwarnzeit sogar Objekte, die wie der Asteroid Apophis fast 400 Meter messen. Bei einem Kilometer Größe wären dann schon gut zwei Monate notwendig.

Doch kosmische Winzlinge, die nur 20 Meter messen, wären in nicht mal einer viertel Stunde vom Himmel gefegt, ist sich Lubin sicher. Selbst eine Frühwarnzeit „innerhalb von 2 Minuten vor dem Einschlag ist machbar“, ist er überzeugt. Nicht außer Acht lassen darf man dabei aber auch nicht die Zusammensetzung der Himmelskörper an sich. Ein lose zusammengesetzter Brocken unterscheidet sich sehr von einem massiven Objekt. Somit wäre aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Art der Bekämpfung solcher Himmelskörper unterschiedlich.

Sofern man derartige Killer vom Himmel überhaupt rechtzeitig entdeckt, diese also nicht plötzlich wie aus dem Nichts hier einschlagen, klingt das alles wunderbar. Wer aber soll das bezahlen? Die Bedrohung ist zwar da, aber auf menschliche Lebensspannen und Zeiträume übertragen überaus gering. Und was nicht akut „greifbar“ und in „angemessener Zeit“ zu erfassen ist, findet sicher wenig Unterstützung. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass sämtliche Weltraumforscher und Hobby-Astronomen sehr wohl um diese Gefahren wissen.

Millionen oder sogar Milliarden Menschenleben könnten ausgelöscht werden und unsere Zivilisation könnte sich erst nach vielen Jahren wieder erholen. Ob es in 10 Jahren oder erst in 1000 Jahren soweit ist: Vorbereiten muss sich die Menschheit auf jeden Fall.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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10 (erstaunliche) Dinge, die man wissen muss – über: Den Planeten Nibiru +++ Blog-Serie, Teil #7 +++

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Blog-Serie, Teil #7: "10 (erstaunliche) Dinge die man wissen muss - über den Planeten Nibiru (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Blog-Serie, Teil #7: „10 (erstaunliche) Dinge die man wissen muss – über den Planeten Nibiru (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

„10 (erstaunliche) Dinge, die man über wissen muss“ – siebter Teil meiner Serie auf dem Mystery Files-Blog für Euch. Teil #7 der erstaunlichen „10 Dinge, die man wissen muss„, widmet sich diesmal dem angeblichen Planeten Nibiru. Dieser angeblich unentdeckte Planet unseres eigenen Sonnensystems kam 1976 in die Welt der Prä-Astronautik, da es dort intelligente Außerirdische geben soll. Wesen, die vor fast einer halben Millionen Jahren bereits erstmals auf der Erde waren. So behauptete es sein Erfinder, der US-Autor Zecharia Sitchin. Und prägte mit seinen oft wilden Spekulationen viele Themen der Prä-Astronautik bis heute.

Hier also “10 (erstaunliche) Dinge, die man über Nibiru wissen muss”!


10 (erstaunliche) Dinge, die man über den Planeten Nibiru wissen muss

Wissen zum Angeben, Mitreden, Auffrischen und Nachdenken!

1.:

Mit Stand 19. April 2022 sind offiziell 5.014 Exoplaneten bekannt und nachgewiesen. Hinzukommen noch weit mehr sogenannte „Kandidaten“, die das „NASA Exoplanet Archiv“ führt. Planeten außerhalb unseres Sonnensystems also, die noch nicht eindeutig bestätigt sind.

Der Planet Nibiru findet sich in keiner der dortigen, umfangreichen Datenbanken. Denn dieser soll kein Exoplanet sein, der sich außerhalb unseres Sonnensystems befindet. Vielmehr soll es sich bei Nibiru um einen Planeten handeln, der zu unserem eigenen Sonnensystem gehört. Bisher wäre dieser nur noch nicht (offiziell) entdeckt. Immerhin postulierte sein Promoter oder Erfinder ab 1976, dass sich diese Welt in rund 3.600 Jahren in einer starken Ellipse um unsere Sonnen drehen würde.

Dabei führt ihn sein Orbit weit hinaus hinter Neptun und Pluto, weshalb er so leicht nicht zu finden sei. Außerdem und vor allem wäre Nibiru von einer hochstehenden außerirdischen Zivilisation bewohnt. Dies mag ein Grund sein, warum man ihn bisher nicht entdeckt haben will, so glaubte der „Nibiru-Schöpfer“.

2.:

Dieser Nibiru-Erfinder war der US-Autor Zecharia Sitchin. Ein Autor der Prä-Astronautik, der 1976 sein erstes Buch mit dem Titel „The 12th Planet“ vorlegte. Bis heute ist das Buch ein Bestseller, das in dutzenden Sprachen und Auflagen erschien und dem zahlreiche weitere Bücher folgten. Selbst nach seinem Tode 2010 erschienen postum noch Werke von beziehungsweise über ihn.

Sitchin erschuf in seinen Büchern eine überaus komplexe und phantastische Welt. Kern dieser sind raumfahrende Außerirdische namens Anunnaki, die von eben diesem angeblichen Planeten Nibiru stammen und vor rund 450.000 erstmals auf unserer Erde waren. Diese Wesen beeinflussten hier nicht nur die Kultur und Entwicklung der Menschheit, sondern haben uns Menschen durch genetische Kreuzungen sogar erst „erschaffen“.

Die Spekulationen von Sitchin haben maßgeblichen Einfluss auf zahllose Ideen rund um Ancient Aliens, Prä-Astronautik oder allgemein Götter aus dem All gehabt. Zahllose seiner Behauptungen und Spekulationen um die Anunnaki und Nibiru wurden von nachfolgenden Autoren online wie offline übernommen. Sicher zum Bedauern des Autors Sitchin selber wird dabei seine Person als Erfinder und Urheber all dieser phantastischen Aussagen oft vergessen.

Er als Autor ist vielen jüngeren Interessieren nicht mal mehr ein Begriff.

Die Umlaufbahn des Nibiru wie sie sich Zecharia Sitchin 1976 ausdachte – für eine Großansicht anklicken (Bild: L. A. Fischinger aus dem Buch “Die Akte 2012“)
Die Umlaufbahn des Nibiru wie sie sich Zecharia Sitchin 1976 ausdachte – für eine Großansicht anklicken (Bild: L. A. Fischinger aus dem Buch “Die Akte 2012“)

3.:

Ebenso oft vergessen ist, dass der Planet Nibiru grundsätzlich dafür verantwortlich sein soll, dass es die Pyramiden von Gizeh überhaupt gibt.

Denn nach den Büchern von Sitchin haben die Bewohner des Nibiru regelmäßig unseren Planeten mit ihren Raumfahrzeugen besucht. Immer, wenn dieser sich während seines 3.600-Jahr-Zyklus der Erde nährte. Damit die außerirdischen Anunnaki hier sicher landen konnten, benötigten sie einen Einflugkorridor. Die Pyramiden dienten als Teil dieser Flugschneise. Als eine Art Leitsystem für die Raumschiffe von Nibiru.

In diesem Kontext war es auch Zecharia Sitchin, der in seinem zweiten Buch „The Stairway to Heaven“ im Jahr 1980 zu belegen versuchte, dass die berühmte Cheops-Kartusche in der Großen Pyramide vom Finder Howard Vyse 1837 gefälscht wurde. Diese Kartusche mit dem Namen des Pharao befindet sich in einer der Entlastungskammern in der Cheops-Pyramide und gilt in der Archäologie als einer der Beweise, dass Pharao Cheops (Khufu) dieses Monument erbaute.

Die These einer Fälschung, die bis heute diskutiert wird, geht demnach ursprünglich auf Sitchin und seinem Nibiru zurück. Sitchin selber wollte sogar einst mit Hammer und Meißen brachial eine Probe der legendären Kartusche nehmen, um seine Idee zu beweisen.

Mehr dazu in diesem Blog-Artikel HIER.

4.:

Als Sitchin erstmals seine Nibiru-Welt in Buchform veröffentlichte, nannte er sein Werk „Der 12. Planet“. Das war 1976, als der kleine Pluto hinter dem Gasplaneten Neptun noch als echter Planet geführt wurde. Heute ist der erst 1930 entdeckte Pluto kein Planet mehr, sondern wird seit August 2006 als „Zwergplanet“ gelistet. Bevor die „Internationale Astronomische Union“ Pluto den Planeten-Status aberkannte und ihn degradierte, galt dieser als 9. Planet unseres Sonnensystems.

Mit Sitchin seiner Welt Nibiru wären das aber dennoch nur 10 und keine 12 Planeten in unserem Sonnensystem. Dies erklärte Sitchin damit, dass einstmals der Mond und die Sonne mitgezählt wurden. Bei seinen außerirdischen Nibiru-Göttern ebenso, wie beim mesopotamischen Volk der Sumerer. Unter anderem von diesen will er seine Informationen aus Jahrtausende alten Texten „übersetzt“ haben.

Daher kam es zu seinem „12. Planeten“.



5.:

Die Erde ist der 3. Planet um unseren Fixstern. Nach Merkur und Venus. Daran hatte Sitchin zum Glück zwar nie Zweifel, aber er führte noch eine andere Zählung ein, die er anhand alter Texte über die Bewohner des Nibiru hergeleitet haben will. Denn diese kosmischen Astronautengötter zählten angeblich von ihrer Position auf Nibiru im Sonnensystem aus bis zur Erde hin.

Denn wenn deren Heimatplanet weit außen hinter Pluto und Neptun seine Bahnen zog, war nach deren Blickrichtung zur Sonne die Erde der 7. Planet. Nach Sitchin zählte man auf Nibiru demnach wie folgt:

  1. Pluto
  2. Neptun
  3. Urnaus
  4. Saturn
  5. Jupiter
  6. Mars
  7. Erde

Dass unser Mond, der ja angeblich bei den 12 Planeten als eben solcher mitgezählt wurde, bei seine Umlauf auch mal zwischen Erde und Mars liegt, spielte dabei scheinbar keine Rolle. Und wenn ja, dann gibt es noch das Problem der Zählweise von Nibiru aus, der eigentlich hierbei die Position 1 haben sollte.

6.:

Zecharia Sitchin war überzeugt: Sein bewohnter Planet Nibiru werde alsbald im Weltraum gefunden!

Zecharia Sitchin:" Der zwölfte Planet" - Cover der deutschen Erstausgabe
Zecharia Sitchin:“ Der zwölfte Planet“ – Cover der deutschen Erstausgabe

Nachdem die „New York Times“ am 30. Januar 1983 über die Suche nach einem „Planeten X“ berichtete, also einem bisher unentdeckten Planeten in unserem Sonnensystem, wollte Sitchin deshalb handeln. Denn die Zeitung zitierte einen Astronomen, der darauf verwies, dass dieser Planet ganz sicher sei und nun „nichts mehr übrig (bleibe), als ihm einen Namen zu geben“. Also schrieb Sitchin am Folgetag der „Planetarischen Gesellschaft“ in Pasadena, Kalifornien, einen entsprechenden Brief.

Denn „dem Entdecker eines neuen Himmelskörpers“ werde normalerweise „das Vorrecht eingeräumt, ihm einen Namen zu geben“, so Sitchin. Und da er „Planet X“ als Nibiru entdeckt habe, teilte er der „Planetarischen Gesellschaft“ unter anderem mit:

Nun, die Alten haben ihn bereits benannt: Nibiru aus sumerisch. Marduk aus babylonisch. Ich glaube, ich bin berichtigt, darauf zu bestehen, dass er so genannt wird.

Über diese Bemühungen um „Planet X“ und seinem Nibiru berichtete Sitchin schon 1990 in seinem Buch „Genesis Revisited“.

Gefunden wurde weder der eine, noch der andere Planet. Auch wenn die Suche nach einem weiteren Planeten im Sonnensystem, aktuell schlicht „Planet 9″/“Planet Nine“ genannt, weiterhin in der Astronomie aktuell ist. Dieser hat aber nichts mit Nibiru zu tun, auch wenn das immer wieder behauptet wird.

Mehr dazu zum Beispiel in diesem Mystery Files-Video HIER.

7.:

Wie viele Planeten Sonnensysteme haben können, ist in der Astronomie unbekannt. Wir haben nach dem Stand der Dinge 8 von ihnen und es ist fraglich, ob es eine Art „Obergrenze“ gibt. Doch vor Milliarden Jahren waren es um unsere Sonnen sogar 100 oder mehr. Dies waren kleine sogenannte „Protoplaneten“, aus denen sich durch Kollisionen erst noch unsere jetzigen Planeten bildeten. Unter ihnen war allerdings nicht der Himmelskörper Nibiru.

Nach der astronomischen Weltanschauung von Sitchin kam Nibiru einstmals von außerhalb des Sonnensystems hierher. Nach einem „kosmischen Billard“ und Kollisionen (unter anderem mit der Erde) vor undenklich lagen Zeiten nahm dieser letztlich seinen elliptischen Orbit von 3.600 Jahren ein.

Als Sitchin das 1976 erstmals in seinem Buch „Der 12. Planet“ publizierte, waren noch nicht mal Exoplaneten bekannt. Erst rund 20 Jahren später wurde der erste von ihnen gefunden, da deren Existenz wohl niemand bezweifelte. Woran kaum jemand dachte, waren Welten, die ohne eine Sonne alleine durch das Universum treiben. Einsame Planeten, die sich nicht in einer festen Bahn um ihren Stern drehen. Genau das also, was der Ur-Nibiru einst gewesen sein soll.

Inzwischen jedoch kennt die Astronomie tatsächlich solche Vagabunden im All.

8.:

Nibiru ist wahrlich ein Planet der Extreme, wie ihn Sitchin sich ausmalte. Denn er behauptete, dass sein Anunnaki-Planet in mehr oder weniger historisch greifbarer Zeit bei seinem Umlauf um die Sonne mit dem Riesenplaneten Uranus kollidierte!

Diese Katastrophe habe nicht nur die Umlaufzeit des Nibiru verändert (verkürzt) und die Achse des Uranus extrem gekippt. Vielmehr sei auch der Uranus-Mond Miranda möglicherweise ein Nibiru-Mond gewesen, den dieser bei der Kollision an Uranus verlor. Zumindest aber wurde Miranda bei diesem Ereignis stark beschädigt, wofür gewaltige „Schleifspuren“ auf seiner Oberfläche sprechen würden.

Die Bewohner des Nibiru, die Anunnaki, überlebten übrigens dieses verehrende Ereignis auf ihrer Welt.

Mehr dazu in diesem Blog-Artikel HIER und diesem Mystery Files-Video HIER.

Der Uranus-Mond Miranda und seine "Narben": Spuren einer Kollision mit Nibiru? (Bilder: NASA/gemeinfrei)
Der Uranus-Mond Miranda und seine „Narben“: Spuren einer Kollision mit Nibiru? (Bilder: NASA/gemeinfrei)

9.:

Da sich Nibiru die meiste Zeit extrem weit in den äußeren Bereichen des Sonnensystems bewegen soll, sind deren Bewohner angeblich in Sachen Raumfahrt bestens organisiert. Diese Außerirdischen konnten zwar angeblich schon vor fast einer halbem Millionen Jahren Raumfahrt betreiben, denn damals seien sie erstmals hier gewesen, aber irgendwelche futuristischen Super-Technologien haben sie dennoch nicht.

Die Raumfahrzeuge der Nibiru-Aliens Anunnaki, wie sie Sitchin in mehr als einem Dutzend Büchern schildert, sind den unseren nicht allzu weit voraus. Auch uralte Technik des Raketenantriebs würden diese Wesen nutzen. Für Flüge zwischen den Planeten ist das auch mehr oder weniger ausreichend. Um aber effizient zu sein, haben die Anunnaki auf dem Mars Basen und Zwischenstationen errichtet. Dort agieren sie im Verborgenen als Außenposten des Nibiru.

Selbst das berühmte „Mars-Gesicht“ zeige in Wahrheit das Antlitz eines Herrschers vom Nibiru, so Sitchin.

10.:

Obwohl Zecharia Sitchin der „Gründer“ der Nibiru-Idee ist, folgten ihm zahlreiche weitere Nibiru-Propheten. Denn so kann man es zum Teil durchaus formulieren. Nicht nur die zahllosen und weiter aktuellen Autoren, die Bücher über Anunnaki schreiben.

Vor allem ist hier Nancy Lieder aus den USA zu nennen, die schon Mitte der 1990er Jahre die Website „Zeta Talk“ ins Leben rief. Sie und ihre Anhänger verbreiten seit dem zahllose Botschaften zu Außerirdischen und Nibiru und vor allem über nahende Katastrophen durch diesen Planeten.

Andere setzten Nibiru mit Himmelskörpern gleich, die sie zum Beispiel „Nemesis“, „Tyche“ oder „Hercolubus“ nennen. Oder eben den auch teilweise von etablierten Astronomen gesuchten und vermuteten „Planet 9“. Einige dieser Nibiru-Alternativen werden dabei als Stern angesehen. Als ein Brauner Zwerg, der zu unserem System gehört und periodisch für Katastrophen wie Massenmaussterben auf der Erde verantwortlich ist. Damit wäre unser Sonnensystem also in Wahrheit ein Doppelsternsystem.

Natürlich kann auf einem Braunen Zwerg kein Leben existieren – es ist ja ein Stern. Mit dem Kern der Nibiru-Idee haben solche Spekulationen kaum mehr etwas gemeinsam.

Schon Sitchin selber wehrte sich bis zu seinem Tod gegen die Vereinnahmung seiner Aussagen in diese Richtungen. Vor allem in den Jahren vor dem 21. Dezember 2012 und dem „Ende“ des Kalenders der Maya. Ein Hochzeit für Phantasien um die Wiederkehr des Nibiru, wie in zahllosen Blog-Beiträgen und Mystery Files-Videos dargelegt. Sogar der Ausbruch des Kilauea auf Hawaii wurde später noch (2018) mit dem Kommen des Nibiru in Verbindung gebracht, wie HIER berichtet.

Denn eigentlich soll, nach dem Urheber Sitchin, der Planet erst im Jahre 2894 wieder in Erdnähe kommen, wie HIER und in diesem Video HIER gezeigt. Wenn es ihn geben würde.

Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Heute vor 25 Jahren: Der Selbstmord der UFO-Sekte „Heavens Gate“ – um in das UFO der göttlichen Aliens zu kommen (inklusive 5,75 Dollar Taschengeld)

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Heute vor 25 Jahren: Der Selbstmord der UFO-Sekte "Heavens Gate" um ihren Alien-Guru Marshall Applewhite (Bilder: NASA & gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Heute vor 25 Jahren: Der Selbstmord der UFO-Sekte „Heavens Gate“ um ihren Alien-Guru Marshall Applewhite (Bilder: NASA & gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

26. März 1997, heute vor 25 Jahren: In einer schönen Villa bei San Diego in Kalifornien werden 39 Tote Menschen gefunden. Wie schlafend fand die Polizei die Leichen ordentlich gekleidet in ihren Betten auf und erkannte die Situation sofort: Man hatte es mit einem Massenselbstmord zu tun! Die Toten von 1997 waren fanatische UFO-Fans, die der UFO-Sekte „Heavens Gate“ angehörten, und „die krasseste UFO-New Age-Sekte“ aller Zeiten war. Was war damals geschehen? Ein Rückblick.


UFO-Sekte „Heavens Gate“ und der Komet Hale-Bopp

In den Ostertagen 1997 freuten sich Astronomen, Hobby-Astronomen und zahlreiche Sternenfreunde über den Kometen Hale-Bopp am Himmel. Aufgespürt hatten den Kometen Alan Hale und Thomas Bopp (unabhängig voneinander) bereits am 23. Juli 1995 und sorgten damit für großes Interesse in der Astronomie. Bis zum Sommer 1996.

Denn ab da wurde der Komet mit bloßem Auge von der Erde aus sichtbar. Im damals noch „jungen“ Internet entstand ein regelrechter Hype und eine „Fangemeinde“ rund um den Himmelskörper. Zahlreiche User stellten ihre eigenen Fotos des Kometen online und auf einigen Webseiten konnte der Interessierte sogar die täglichen Bahndaten von Hale-Bopp sehen. Zu bestaunen in einfachen Simulationen am heimischen PC mittels eines damals unvergleichlich langsameren Internet, als heute.

Ab Anfang 1997 erreichte der Brocken aus dem All seine größte Annäherung zur Erde und strahlte hell und prachtvoll am Nachthimmel. Für Sternengucker eine tolle Zeit – doch leider auch für einige UFO-Spinner einer Alien-UFO-Sekte.

Es war die UFO-Sekte „Heavens Gate“ unter ihrem „göttlichen“ Chef-Guru Marshall Applewhite. Eine Gruppe, über die auf Mystery Files zum Beispiel HIER bereits in umfangreich Artikeln deren Anfänge, Entwicklung und Schicksal nachzeichnet wurde. Und deren Ende einer der Anlässe wurde, warum ich zusammen mit dem Autoren Roland M. Horn damals das Standartwerk „UFO-Sekten“ über eben solche Sekten schrieb. Denn diese Sekte war (und ist) nicht allein.

Wiedergeburt in einem UFO

Applewhite und seine Getreuen sahen in den Kometen Hale-Bopp nicht nur einen Kometen. Vielmehr betrachten sie ihn als eine Art „göttliches Alien-Zeichen“. Mit diesem seit die Zeit gekommen. Und zwar dafür gekommen, um sich umzubringen und so in einem angeblich ebenso am Himmel fliegenden UFO wieder geboren zu werden. Es sei, so der Sekten-Führer, die einzige Chance zu überleben und die Erde zu verlassen.

Dies wäre ein unvermeidlicher Schritt, um in das „Königreich des Himmels“ zu Gott zu gelangen. So glaubten sie es. Und so taten sie es, so schlimm es bis heute auch für die Angehörigen ist.

Für die Sekte „Heavens Gate“ waren die Götter ganz einfach Aliens in Raumschiffen.Aber dennoch Götterwesen in hören Welten und spirituellen Sphären. Die Anhänger glaubten, wenn sie sich alle gemeinsam umbringen, werden ihre Seelen bei diesen „göttlichen Aliens“ in einem UFO wieder geboren. Und genau dieses UFO sei nun gekommen, um sie quasi abzuholen. Es verstecke sich im Schweif des Kometen Hale-Bopp und warte nur auf sie.

Sie würden, so lehrte es ihre Guru, durch ihren gemeinsamen Selbstmord nun endlich die ersehnte Unsterblichkeit erreichen. Gleichzeitig aber auch eine höhere Stufe der Entwicklung beziehungsweise Existenz ihrer selbst. Immerhin waren sie sicher, dass der „Planet Erde davor steht recycelt zu werden“, wie es Applewhite in einem Video drei Tage vor den ersten Selbstmorden formulierte. Unser Planet werde dabei, so der Guru weiter, „aufbereitet“ und damit für die Menschheit eine ganz neue Chance bieten.

Aussagen, die man von solchen UFO-Sekten kennt.

Ein UFO kommt mit Hale-Bopp

Die Anhänger der UFO-Sekte brachten für das Kommen der Aliens und dem UFO keinen Beweise. Die Worte ihres manipulativen Gurus Applewhite reichten ihnen. Immerhin hatte er auf diesem Gebiet leider bereits seit Jahrzehnten Erfahrungen gesammelt, wie es in diesem Blog-Artikel HIER zusammengefasst wurde.

Angeheizt wurde das UFO-Thema in Verbindung mit dem Kometen dennoch auch in der „normalen UFO-Szene“. Und zwar durch ein Foto im damaligen Internet, das der Amateurastronom Chuck Shramek aufgenommen hatte. Auf diesem war ein längliches „Etwas“ nahe des Kometen zu sehen, das diesem zu folgen schien. Sehr schnell wurde daraus ein UFO, das im Schutz von Hale-Bopp auf dem Weg zur Erde ist.

Heute vor 25 Jahren: Der Selbstmord der UFO-Sekte "Heavens Gate" - damalige Internetseite der Gruppe (Archiv)
Heute vor 25 Jahren: Der Selbstmord der UFO-Sekte „Heavens Gate“ – damalige Internetseite der Gruppe (Archiv)

Auch wenn sich das „UFO“ auf dem Foto als der Stern SAO141894 herausstellte, ging diese Aufnahme damals durch die UFO-Szene und das Internet. Vor allem, da Art Bell mit seiner bekannten Radiosendung „Coast to Coast“ in den USA, in der nahezu alle Spekulationen und Verschwörungen vorbehaltlos verbreitet wurden und werden, das Thema publik machte.

Das Thema, dass ein außerirdisches Raumschiff im Schweif des Kometen zur Erde kommt, steigerte sich noch, als ein weiteres Bild davon auftauchte. Angeblich von einem Astronomen, der lieber anonym bleiben wollte, aber das „Hale-Bopp-UFO“ damit bestätigte. Die Aufnahme war allerdings eine Fälschung. David J. Tholen und Olivier Hainaut, zwei Astronomen der „University of Hawaiʻi System“, zeigten bereits im Januar 1997, dass diese Aufnahme ein manipuliertes Foto von ihnen selber war.

Hale-Bopp als Vorbote für die Evakuierung durch UFOs

Trotzdem blieb Hale-Bopp ein großes Thema von Spekulationen, Sekten und Verschwörungstheorien. Etwa bei bei der UFO-Sekte „Fiat Lux“ und ihrer Chefin Uriella, über die auf diesem Blog bereits vielfach berichtet wurde (Link HIER). Im Schweizer Fernsehen erklärte sie in einem Interview am 15. April 1997 über den Kometen zum Beispiel folgendes:

Hale-Bopp ist für mich der Vorbote vom Unglücksstern, der bereist auf der Reise ist zu uns. Er bringt enorme Veränderungen in Form von Staatsbankort, Wirtschaftskrise, Erderuptionen, Katastrophen, Fluten in allen Formen. Auch Seuchen und Epidemien.“

Woher Uriella als UFO-Sekten-Führerin ihr Wissen hatte, daraus machte sie nie ein Geheimnis: Gott beziehungsweise Jesus Christus stehe mit ihr in Kontakt und senden ihr regelmäßig Botschaften. So habe sie auch über den Kometen Hale-Bopp diese Informationen vom Himmel erhalten, wie sie behauptete. Auch stünde der Weltuntergang so oder so nahe bevor, wie sie damals vielfach prophezeite. UFOs stehen aber bereit, um die „Getreuen und Gerechten“ zu retten, so Uriella auch in diesem TV-Interview. Gemeint waren natürlich vor allem die Mitglieder von „Fiat Lux“ und alle die „würdig“ sind.

Solche und sehr viele weitere Glaubenslehren der Sekte „Fiat Lux“, die damals noch über 800 Anhänger hatte, waren nicht neu. Wie mein Kollege Roland M. Horn und ich in unserem Buch „UFO-Sekten“ detailliert zeigen konnten, haben Uriella und ihr Mann Icordo sich ausgiebig bei anderen UFO-Kulten und -Esoterikern bedient. Für die Anhänger des „Orden Fiat Lux“ war das alles kein Problem. Auch nicht, als beispielsweise der angekündigte Weltuntergang, die Evakuierung der Gläubigen durch UFOs und die Verwandlung der Erde in ein „Paradies“ 1998 ausblieb.

Wie mir damals von Icordo und Uriella im Auftrag von Jesus mitgeteilt wurde (kein Scherz!) konnte sie den Untergang oder „Wandel“ glücklicherweise nochmal verschieben (lassen). Immerhin bezeichnete sich die inzwischen verstorbene Uriella selber als „Sprachrohr Gottes“.

„Heavens Gate“: UFO-Glaube bis in den Tod

Ganz anders reagierte nur rund drei Wochen vor dem Interview von Uriella der UFO-Kult „Heavens Gate“ um den Guru Applewhite. Diese Sekte war so was wie der traurige Abschluss einer jahrzehntelangen „Sekten-Karriere“ ihres Führers Appelewhite.

Auch die Anhänger von „Heavens Gate“ glaubten, dass sie die Erde mit Hilfe von Außerirdischen als Auserwählte verlassen werden. Ein UFO-Glaube, der bei solchen Gruppen überaus weit verbreitet war und ist. Allerdings unterschieden sich die Mitglieder von „Heavens Gate“ dahingehend, dass ihre „Rettung“ nicht körperlich, also physisch, erfolgen wird. Vielmehr würden sie ganz einfach bei ihren „Götter-Aliens“, wiedergeboren und so in ein kosmisches und ewiges Paradies einziehen.



Den Kern solcher Ansichten hatte ihr Chef Appelwhite bereits in den Jahrzehnten zuvor verbreitet. Hier allerdings noch mit seiner Lebensgefährtin Bonnie Lu Nettles. Sie verstarb schon 1985.

Während die Sekte „Fiat Lux“ sich praktisch nach dem Tod ihrer Führerin auflöste, nahm die UFO-Religion von „Heavens Gate“ 1997 ein jähes Ende. Nachdem das Foto mit dem „UFO“ im Schweif von Hale-Bopp bekannt und verbreitet wurde, glaubten die Anhänger von Applewhite, dass dies endlich das ersehnte Signal der Außerirdischen sei. Die Erde stünde unmittelbar davor gereinigt und erneuert zu werden, wodurch die Sekten-Anhänger endlich ihre höhere Stufen erreichen würden.

Das „Außenteam“ einer UFO-Sekte

Um diese höchste Stufe der Existenz und des Seins erreichen zu können, gab es in deren Weltbild nur ein Weg: Selbstmord! Denn nur so werden ihre Seelen in dem nahenden UFO bei Hale-Bopp gelangen, während die Erde sich „recycelt“, wie sie es nannten. Die „höhere Quelle“ des Selbst könne man so erreichen. Einen anderen Weg gab es in deren Augen nicht.

Bezeichnet ist dabei, dass die Gruppe sich durch eine Webdesign-Firma finanzierte, die „Higher Source“, „Höhere Quelle“, hieß …

Mitte März 1997 drehte Applewhite deshalb ein Abschiedsvideo. In diesem erklärt er nochmals den Glauben der Sekte, und dass man nur durch Selbstmord seine irdische Hülle verlassen kann, um im kommenden UFO neu geboren zu werden. Das geschah drei Tage bevor Hale-Bopp der Erde am nächsten kam. Am 24., 25. und 26. März nahmen sich dann nahe San Diego in Kalifornien er und insgesamt 38 weitere Anhänger mit einem Giftcocktail das Leben.

Direkt am 26. März wurden die 39 Toten in ihrer Villa entdeckt. Alle lagen gut und einheitlich gekleidet in ihren Betten, trugen neuen Schuhe und waren mit purpurroten Tüchern abgedeckt. Jeder hatte dazu einen 5 Dollar-Schein und drei Vierteldollar-Münzen bei sich und trug eigens für diesen Suizid angefertigte Armbänder. „Heavens Gate Away Team“ stand auf diesen.

Eigentlich ein Hohn, den die vernarrtischen UFO-Sekten-Anhänger in ihrem Wahn nicht mal mehr selber erkannten. Erwachsende Menschen, wohlgemerkt. Schon die Aufschrift der Armbänder zeigt deren Realitätsverlust, da sie sich damit als „Außenteam“ kennzeichneten. Ein solches „Away Team“ kennt man aus „Raumschiff Enterprise“ beziehungsweise „Star Trek“, wenn hier der Captain ein solches Team zusammen stellt, dass sich auf einen fremden Planeten umsehen soll.

„Mission erfüllt“: Alle tot

„Mission erfüllt“ schrieben die Sekten-Anhänger in ihren Abschiedsbriefen und trugen dabei Armbänder mit der Aufschrift „Heavens Gate Away Team“. Fraglich jedoch finde ich bis heute, warum alle neue Kleidung und Schuhe in einem Einheitslook trugen, ihre Taschen packten und sogar 5,75 Dollar und ihre Papiere dabei hatten. Sollten „Seelen“ so was wirklich benötigen, auch wenn sie in einem UFO vielleicht körperlich neu geboren werden sollten?!

Als Außenstehender kann dies wohl bis heute – genau 25 Jahre danach – niemand rational mit dem viel beschworenen gesunden Menschenverstand erklären.

Auch das UFO-Thema selber nahm damals in der Öffentlichkeit nicht geringen Schaden. Zumal es auch die Zeit war, in dem „Phantastische Literatur“ im deutschen Sprachraum boomte. Ein berechtigter Schock lief damals durch die UFO-Szene, was von einigen Skeptikern und „Glaubenswächtern“ teilweise begierig aufgenommen wurde, um das UFO-Thema pauschal zu verurteilen und zu verteufeln. Auch für mich war dies der Auslöser das Buch „UFO-Sekten“ zu schreiben, um darin umfangreich zahlreiche solcher Gruppen zu durchleuchten.

Vielleicht ist der „jungen UFO-Community“ das Thema nach einem viertel Jahrhundert fremd – doch „Heavens Gate“ war und ist nicht allein „auf dem Mark“. Und so unglaublich die hier zusammengefasste Geschichte auch heute noch ist, nicht alle Sekten-Mitglieder brachten sich um – und einige davon bereuten es später, dass sie nicht beim „Aufstieg“ dabei waren …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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NASA-Träume: 2076 könnten Menschen den Saturn und 2254 Proxima Centauri erreichen – und 130 Jahre später die Galaxis durchqueren

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Träumereien bei der NASA: Im Jahr 2076 könnten Menschen den Saturn erreichen, 2254 schon Proxima Centauri und nur 130 Jahre später die Galaxis durchqueren (Bilder: Gemeinfrei & ESO/M. Kornmesser / Montage: Fischinger-Online)
Träumereien bei der NASA: Im Jahr 2076 könnten Menschen den Saturn erreichen, 2254 Proxima Centauri und nur 130 Jahre später die Galaxis durchqueren (Bilder: Gemeinfrei & ESO/M. Kornmesser / Montage: Fischinger-Online)

Die NASA, Science-Fiction-Fans und Raumfahrt-Enthusiasten wollen bekanntlich hoch hinaus. Vor allem aber wollen sie weit hinaus in den Weltraum. Eine Studie beschreibt nun, wie sich mit fortlaufender Entwicklung der Technologie auch die Ziele der Raumfahrt bereits immer weiter in die Ferne verschoben. Und rechnet auf dieser Grundlage die Ziele der Zukunft aus. Demnach wären in knapp 230 Jahren schon Menschen in anderen Sonnensystemen. Eine spannende Studie, die gleichzeitig einen großen Schönheitsfehler hat.


Die NASA und der Griff nach den Sternen

Im Galaxien vordringen, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Das wünschen sich zahllose Fans des Science-Fiction seit vielen, vielen Jahren. Und Weltraumforscher oder die NASA schließen sich diesen Träumen gerne an. Immerhin zeigen unsere kühnsten Vorstellungen, dass „da draußen“ alles möglich sein könnte und wohl auch sein wird.

Ferne Welten in unserem Sonnensystem und vor allem darüber hinaus sind die Ziele der Sehnsucht. Nicht nur, dass wir diese mit automatischen Sonden und Robotern erkunden, sondern dass der Mensch selber eines Tages dorthin reist. Grenzen gibt es bei solchen Vorstellungen nicht. Der „Homo Cosmicus“ als raumfahrende Spezies, die zu anderen Sternen reist, neue Welten besiedelt und das Universum erforscht. Genau das gaukeln Film und Fernsehen uns für die Zukunft gerne vor. Gerne in Verbindung mit guten sowie fiesen Aliens.

Und wo stehen wird als Mensch? Fest auf der guten alten Mutter Erde! Lediglich eine handvoll Astronauten umkreist in lächerlichen 400 Kilometern Höhe in der Internationalen Raumstation ISS die Erde. Erfolge in Sache Entfernung feiern nur automatische Raumsonden und Lande-Roboter. Teilweise reisten diese Raumschiffe Jahrzehnte durch unser Sonnensystem um ferne Planeten wie Jupiter oder den Pluto zu erreichen.

Dabei sah es nach dem Start des ersten Satelliten „Sputik“ 1957 und dem Kosmonauten Juri Gagarin 1961 als erster Mensch im All alles ganz prächtig aus. Nur achte Jahre später landete „Apollo 11“ der NASA mit den ersten Menschen auf den Mond. Die Euphorie war immens, der Planet Mars als nächstes Ziel des Menschen wurde immer konkreter ins Auge gefasst. Und selbst Laien wie Phantasten rechneten fest mit Basen auf dem Mond und Mars, Raumstationen sowie einer ganzen Flotte von Space Shuttles, die in den 1980er Jahren längst Alltag wären.

Immerhin waren solche Konzepte und Ideen schon Jahrzehnte vor „Sputnik“ erdacht.

Entwicklung der Raumfahrt

All das hat sich (offiziell) augenscheinlich nicht im Geringsten erfüllt. Aufgegeben wurden diese Träume und Ziele aber nie. Vor allem auch nicht bei Weltraumforschern wie Astronomen oder Physikern, die sich in einer endlosen Fülle an Studien und wissenschaftlichen Publikationen immer wieder den Kopf darüber zerbrechen, wie wir die Sterne erreichen. Oder wie wir wenigstens Menschen zu anderen Himmelskörpern in unserem Sonnensystem schicken könnten.

Genau eine solche Studie legten Forscher um Jonathan H. Jiang vom „Jet Propulsion Laboratory“ (JPL) der NASA in Kalifornien vor. Einen „projizierten Zeitrahmen für die menschliche Expansion außerhalb der Erde“, der auf den bisherigen Erfolgen der bemannten und unbemannten Raumfahrt beruht. Vor allem mit Blick auf die stetige Entwicklung von Technologien, vor allem der Mikrotechnologie, und den damit verbundenen Fortschritt in der Raumfahrt. Angefangen mit dem Start von „Sputnik“ 1957.

Anhand dieser bekannte Daten rechneten die Wissenschaftler die bisherige Entwicklung der Raumfahrt hoch beziehungsweise in die Zukunft. Besondere Berücksichtigung findet dabei das sogenannte „Mooresche Gesetz“ aus dem Jahr 1965. Dies besagt, vereinfachst ausgedrückt, dass damit die Weiterentwicklung komplexer elektronischer Schaltkreise ermittelt werden kann. Und zwar deren Leistungsverdopplung mit der gleichzeitig damit einhergehender Kostensenkung.

Meistens nimmt man hier ein oder zwei Jahre an. In diesem Zeitraum verdoppelt sich die Leistung und halbiert sich der Preis.

Besuch bei Proxima Centauri im Jahr 2254

Mit diesen theoretischen Überlegungen und den realen Daten kommt das Team um Jiang zu erstaunlich exakten Zeitangaben für zukünftige Missionen.

Demnach werde als erster Schritt ein „Basis-Lager“ der Mission „Artemis“ auf dem Mond in den späten 2020er Jahren realistisch. Ein winziger Anfang, der schon nach der ersten Mondlandung 1969 als baldige Realität angesehen wurde. Der Forscherdrang der Menschheit stehe dann aber nicht still, so die Studie weiter. So wird 2038 das Jahr sein, in dem Menschen den Mars betreten und 2076 den Riesenplaneten Jupiter und seine Monde erreichen. Nur zehn Jahre später wären bereits Raumfahrer am Saturn.

Alles nur kleine Etappen, denn das große Ziel sind ferne Sterne im Kosmos. Als nächster Nachbar bietet sich hier das Sternsystem Proxima Centauri mit den dortigen Exoplaneten an. Dieses liegt nur rund 4,3 Lichtjahre von uns entfernt und könnte nach den Berechnungen der Forscher etwa im Jahr 2254 erreicht werden. Nur bescheidene 16 Jahre später würden Menschen bereits das Sternsystem Tau Ceti mit eigenen Augen sehen, das immerhin bereits schon rund 12 Lichtjahre von der Erde weg ist.

Der Theorie-Optimismus der Studien-Autoren geht von dort noch weiter. Und zwar zum berühmten Sternsystem Trappist-1 in rund 40 Lichtjahren Entfernung, in dem bereits 7 Exoplaneten entdeckt wurden. Einige von ihnen sind erdähnlich und könnten sogar Leben tragen, welche Form dieses auch immer haben mag. Nur rund 100 Jahre später, im Jahr 2383, wäre der Mensch bereits 14.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. In einer Region unserer Galaxis, die „durch statistische Modellierung als die Region der Milchstraße vorgeschlagen (wurde), die in der Vergangenheit am wahrscheinlichsten komplexes Leben, einschließlich technologischer Zivilisationen, beherbergt hat“.

„Great Reset“

Selten hat man in einem wissenschaftlichen Theorie-Papier so viel Optimums gelesen. Mathematisch mag das anhand der empirischen Daten sicherlich wunderbar „hochgerechnet“ worden sein, aber wie sieht es in der Realität aus? Das können auch die Autoren der Studie nicht sagen. Es bleibt rein theoretisch und damit Spekulation, ob beispielsweise die ersten Menschen im Jahr 2086 vor Ort die Ringe des Saturn bestaunen können. Oder im Jahr 2064 Asteroiden im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter erkunden, wie es das Papier ebenfalls prognostiziert.

Die Autoren sprechen in ihrer Veröffentlichung auch deshalb von „frühestmöglichen Starttermine für bemannte Missionen“. „Die Erforschung des Weltraums zu rein wissenschaftlichen Zwecken ist zwar ein edles Ziel“ und sicher die gewaltigen Kosten und Opfer wert, schreiben sie, aber Ziel bleibe die Entwicklung der Menschheit zu einer Spezies auf mehreren Welten. Dabei ginge es vor allem um das „langfristige Überleben“ der Menschheit an sich durch „sich selbst erhaltende und genetisch lebensfähige Kolonien außerhalb der Erde“.

Der Schönheitsfehler dieser Studie ist dabei der, dass die Menschheit an einem Strang ziehen muss. Und vor allem auch, dass sie vorher nicht auf diesen Planeten unter geht. Die Gefahren von Atomkriegen, Seuchen, Klimawandel oder auch Sonneneruptionen muss die Menschheit zuvor abwenden. So schreiben es die Forscher um Jonathan H. Jiang selber in ihrem Artikel. „Great Reset“ nennen sie dies.

Durchaus dürfen aber Zweifel erlaubt sein, dass die Menschheit bei solchen Vorhaben an einem Strang ziehen wird. Selbst wenn es um das Überleben unserer Spezies geht.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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