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Irlands Herrscher der Steinzeit: DNA-Analysen weisen auf Inzest innerhalb der Eliten hin (+ Video)

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Irlands Herrscher der Steinzeit: DNA-Analysen weisen auf Inzest innerhalb der Eliten hin + Video (Bild: PixaBay/gemeinfrei)
Irlands Herrscher der Steinzeit: DNA-Analysen weisen auf Inzest innerhalb der Eliten hin + Video (Bild: PixaBay/gemeinfrei)

Wie auf Fischinger-Online mehrfach berichtet, haben Genetiker in den letzten Jahren bereits einige male mittels DNA-Analysen versucht den Geheimnissen der Megalithkultur auf die Spur zu kommen. Sei es ihre Ausbreitung und vermeintliche Ur-Heimat/Herkunft oder die Verwandtschaftsverhältnisse der sogenannten Megalithiker in ihren Gräbern. Jetzt haben Forscher eine weitere DNA-Studie vorgelegt, die vorherige Untersuchungen in Irland untermauern. Mehr noch, denn die Ergebnisse deuten darauf hin, dass vor 5.000 Jahren Inzest unter der Herrscherkasten der Steinzeit üblich war.


DNA der Steinzeit

Bereits vor Anfang 2019 haben Genetiker mittels DNA-Analysen aufzeigen können, dass in der Megalithkultur der Steinzeit viele der Megalithanlagen von Familien über Generationen hinweg für Bestattungen genutzt wurden. Nicht nur in Irland, sondern auch in anderen Teilen Europas, wie in diesem Beitrag HIER berichtet.

Wirklich überraschend waren die damaligen Ergebnisse nicht. Denn gleichgültig ob eine Gesellschaft von Landwirten oder Jägern und Sammlern solche Megalithanlagen errichtete, immer war es mit enormen Anstrengungen verbunden. Planung, Zeit, Logistik, Technik und vor allem die Motivation mussten vorhanden sein. Ebenfalls eine ausreichende Anzahl von Arbeitskräften die während der Bauzeit natürlich nicht mehr für andere Aufgaben innerhalb der Gesellschaft zur Verfügung standen.

In einer nur spärlich besiedelten Steinzeit waren derartige Megalithbauten folglich das Privileg der Herrscherfamilien und Eliten. Eine Art Familienangelegenheit. Jahrtausende später war das in anderen Kulturen überall auf der Welt nicht anders. Sie waren Häuptlinge, Könige, Priesterkönige oder schlicht Führer ihre Stämme, die ihre Macht an den Sohn vererbten.

Das bestätigt jetzt eine weitere Studie um den Genetiker Daniel Bradley vom Trinity College Dublin, die in “Nature” veröffentlicht wurde.

Inzest in der Steinzeit

Sein Team untersuchte die DNA von insgesamt 42 Menschen, deren Überreste in den zahlreichen Grabanlagen aus der Megalithkultur von Irland gefunden wurden. Die bekannteste Anlage dieser Art ist dabei sicher Newgrange, die einige sogar mit dem versunkenen Reich Atlantis in Verbindung bringen. Bei den Analysen der aus den sterblichen Überresten gewonnenen DNA stellten die Genetiker fest, dass viele der in den uralten Grabbauten bestatteten Menschen miteinander inzestuös verwandt waren.

Eine Praxis zur Sicherung eines Herrschergeschlechtes, dass man auch von den Pharaonen Ägyptens und anderen Kulturen kennt. In Newgrange fanden die Wissenschaftler ein dort begrabenes Mitglied der Herrscherkaste, dessen Eltern Verwandte ersten Grades waren. Vater und Tochter, Mutter und Sohn oder Geschwister. Für die beteiligten GEN-Forscher ist damit erwiesen, dass die herrschende Elite lieber unter sich blieb und jahrhundertelang die Megalithanlagen für ihre Begräbnisse nutzen konnte:

Das Prestige dieser Bestattungsform spricht für eine extreme Hierarchie, in der die einzigen würdigen Partner der Elite Familienmitglieder waren.

Das sieht nach einer mächtigen, verzweigten Verwandtschaftsgruppe aus, die über mindestens ein halbes Jahrtausend Zugang zu Grabanlagen der Elite in vielen Regionen der Insel hatte.”

Bei Völkern wie den Inka, Maya oder Ägyptern waren solche familiären Beziehungen bereits bekannt. Nun scheint diese Studie einmal mehr zu belegen, dass solche inzestuösen Beziehungen weltweit für den Erhalt einer elitären Geschlechterfolge scheinbar die Regel waren.

Video zum Thema auf Fischinger-Online

YouTube-Video vom 16. Feb. 2019 auf Fischinger-Online

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Lars A. Fischinger

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“So rasch wie der Wind”: Eine UFO-Entführung vor Jahrtausenden in Irland – durch Feenmänner? +++ Artikel +++

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"So rasch wie der Wind": Eine UFO-Entführung vor Jahrhunderten in Irland? (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung & Montage: L. A. Fischinger)
Gab es eine UFO-Entführung vor Jahrhunderten oder Jahrtausenden in Irland? (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung & Montage: Fischinger-Online)

Beim Stichwort “Märchen” denken die meisten Menschen  an “Dornröschen”, “Drei Nüsse für Aschenbrödel” oder verschiedene Verfilmungen der Geschichten der Gebrüder Grimm. Wohl keiner der “Mainstream-Märchen-Konsumenten” denkt dabei an Außerirdische, UFO-Entführungen oder fremde Wesen aus dem All. Anders ist es bei Mystery-Jägern, Prä-Astronautikern oder UFO-Forschern, die teilweise Verbindungen oder Zusammenhänge zwischen Sagen und Märchen und “ihren Mysterien” sehen. Und in der Tat gibt es diese, wie ich in meinen Arbeiten und Veröffentlichungen immer wieder darlege. So auch in einem Märchen aus Westirland, in dem das Feenvolk einen jungen Menschen entführt und das in diesem Beitrag einmal genauer im Sinne der Astronautengötter durchleuchtete werden soll.


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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Wer sich, aus welchen Gründen auch immer, mit Märchen und Sagen unserer Vorfahren befasst, finden darin immer wieder die gleichen „Kerne“. Wiederkehrende Erzählmotive, die im Zusammenhang mit Feen, Elfen oder Zwergenwesen aller Art in einer ganzen Reihe Märchen vorkommen. Für Mystery-Jäger eine Fundgrube des Phantastischen.

Von Feen und UFOs

Beispielsweise die „Musik“, zu der die Feen oder Kobolde in solchen Geschichten „tanzten“. Diese „Musik“ oder der „Gesang“ wird in den Erzählungen etwa dafür verantwortlich gemacht, dass Menschen plötzlich keinen eigenen Willen mehr haben. Personen, die diese Klänge hörten, wurden durch sie praktisch „gezwungen“ sich einer Ansammlung von Wesen aus der Anderswelt zu nähren. Zum Beispiel einen Kreis der Feen zu betreten, durch den diese Menschen dann in ihre fremdartige Welt gelangten.

Eng verknüpft mit einer solchen „Musik“ von einem Feenhügel sind auch nebelartige Beobachtungen, die Menschen in Sagen und Mythen wahrzunehmen glauben. Auch durch diesen „Nebel“ gelangen sie in die Anderswelt der Fremden.

Es könnte sich bei derartigen Elementen in Märchen & Co. durchaus um Erklärungen für das Unerklärliche handeln. Für die „geistige Umnachtung“ jener Personen, denen in solchen Geschichten die verschiedensten Erlebnisse mit diesen fremden Wesen widerfahren sind. Also für den Verlust des Zeitgefühls, der Orientierung und auch der Willenskraft.

Diese Beschreibungen kennt jeder Folklorist. Sie sind unzählige Male in entsprechenden Märchen zu finden.

Dennoch haben die Aussagen auch in der scheinbar „modernen“ UFO-Forschung einschlägige Parallelfälle. Das heißt, dass auch UFO-Forscher durchaus immer wieder auf Ähnlichkeiten zwischen Märchen, Sagen & Co. und dem modernen UFO-Phänomen verweisen. Zweifellos liegen diese auch vor. Aber ein dritter „Kern“ ist dabei vielfach übersehen worden: Partys, Feste und ganze Gelage mit Feen, Kobolden, Elfen und ihren Artgenossen.

Tatsächlich finden sich nicht wenige Märchen die davon erzählen, dass jene Personen, die von fremden Wesen in die Anderswelt entführt wurden, mit diesen aßen, tranken und feierten. Und ein ganz erstaunliches Beispiels einer solcher „Feen-Entführungen in die Anderswelt“ stammt aus dem alten Irland.

„Mitten unter dem Feenvolk“

In diesem speziellen irischen Märchen heißt es, dass einst ein Junge mit Namen Gulisch von Feen entführt worden sein soll. Und zwar bis nach Frankreich.

Gulisch habe nach dieser Erzählung „in Mayo, im Wilden Westen von Irland“ gewohnt haben. Gleich in seiner Nachbarschaft fand sich ein Feenhügel, der „immer grün, Sommer wie Winter“, war. „Das deutet darauf hin, dass im Inneren des Hügels Feen ihre Wohnstätte haben“, beginnt das Märchen.

VIDEO: Henoch und die Astronautengötter: Nichts als Träumereien eines Fantasten vor Jahrtausenden? (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
VIDEO: Henoch und die Astronautengötter: Nichts als Träumereien eines Fantasten vor Jahrtausenden? (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

Eines Tages stand der Junge aus Irland bei seiner Hütte und betrachtete schwermütig den hellen Mond am Himmel. Sehnsüchtig sprach er darüber, dass er gerne mal mit dem Mond seinen Platz tauschen würde, um etwas von der Welt zu sehen. Noch nie sei irgendwo in der weiten Welt gewesen und er „nur einmal an deiner Stelle“ träumte Gulisch vor sich hin.

Und siehe da:

Kaum hatte er diese Worte vor sich hin gemurmelt, da erhob sich vor ihm und hinter ihm, über ihm und unter ihm großer Lärm. Es war, als ob viele Leute beieinander waren, redeten, lachten und ihren Spaß hätten.

Das Geräusch kam heran wie ein Windstoß. Gulisch horchte. Es schien im Inneren des kleinen Hügels nahe seiner Hütte zu verschwinden.“

Schon hier wird es „prä-astronautisch“. Offenbar kam ein Fahrzeug hernieder, da schon diese die Beschreibungen an die biblischen „Visionen“ der Propheten erinnern. Die „Herrlichkeit des Herrn“ oder der fliegende „Thronwagen Gottes“ kündigte in biblischen und verwandten Schriften oft sein Kommen mit dem „Getöse eines Heerlagers“ an. Ähnlich laut und lärmend also, wie in diesem Märchen.

Wenn es ein Objekt war, verschwand es im Inneren des Hügels. Das ist in dieser Geschichte ein spannendes Detail, denn als der Junge, von Neugier getrieben, auf diesen Hügel kletterte, geschah etwas Eigenartiges:

Er kletterte auf die Hügelkuppe. Sogleich gab oben der Boden unter seinen Füßen nach. Und als er wieder wusste, was ihm geschah, befand er sich in einer geräumigen Halle im Inneren des Hügels. Er stand mitten unter dem Feenvolk.“

Ein Objekt ging in einem Hügel nieder, und der Junge „krachte“ dort ein, und gelang so in eine Halle voller Feen.

Vielleicht können wir der Aussage, dass er eine Zeit lang nicht wusste „was ihm geschah“, auch entnehmen, dass der Junge den wahren Weg in das Innere – in die Halle – nicht mitbekam. Quasi so, wie es UFO-Entführungsopfer schildern, wenn sie den eigentlichen Weg in die UFOs, oder in den Raum der „Untersuchung“ im Nachhinein nicht mehr wissen …?

Flug nach Frankreich: „schneller als der Wind und all seine Bräute“

Im Inneren dieses „Hügels“ bemerkte Gulisch „herrschte gerade Aufbruchstimmung“ und alle „Feenmänner liefen aufgeregt durcheinander“ herum. Er bemerkte, „dass die ganze Halle voller Pferde war“ und die Feen mit ihren „Zauberpferden“ verreisen wollten. Nett, wie Feenmänner nun mal so sind, wurde Gulisch gefragt, ob er nicht mitkommen wolle.

Gesagt, getan. Der junge Ire bekam ein eigenes „Zauberpferd“ und flog so mit den Feen zusammen nach Frankreich:

Sie ritten so rasch wie der Wind, schneller als das schnellste Pferd der Sterblichen auf einer Jagd (…)

Bald überholten sie den kalten Herbstwind, der vor ihnen herraste (…) bis sie an die Küste kamen. Da rief einer unter dem Feenvolk: ,Jetzt gibt´s einen großen Sprung! Nur Mut!’ Und im gleichen Moment schwebten sie auch schon durch die Luft über das Meer. Eher Gulisch aber recht bewusst war, wie gefährlich es zuging, ritten sie wieder übers Land dahin, schneller als der Wind und all seine Bräute.“

ARTIKEL: Das uralte UFO-Phänomen! Jahrhundertealte “UFO-Berichte” und Begegnungen mit der Anderswelt (Bild: gemeinfrei / Collage: L.A. Fischinger)
ARTIKEL: Das uralte UFO-Phänomen! Jahrhundertealte “UFO-Berichte” und Begegnungen mit der Anderswelt (Bild: gemeinfrei / Collage: L.A. Fischinger)

Als die die Gruppe der Feenmänner mit Gulisch kurz vor ihrem Zielort landeten, hatte er keine Ahnung, wo er sich befindet. „Der kleine Mann“ erklärte ihm daraufhin, dass sie in Frankreich sein würden und dort die Tochter des Königs rauben wollen wollen: „Wir wollen sie entführen. Sie soll eine der Unsrigen werden.“ Dann stiegen sie vom Pferd…

„… und einer der kleinen Männer sprach ein Wort, das Gulisch nicht verstand. Im Augenblick wurden sie hochgehoben, und kurz darauf fand sich Gulisch samt seinen Gefährten in einem Palast wieder. (…)

Das Feenvolk und Gulisch aber konnte niemand sehen, denn als sie eintraten, hatte einer der Feenmänner ein Wort gesagt, dass sie unsichtbar machte.“

Im Folgenden wird überaus umfangreich das opulente Fest in all seinen Details am Hofe des Königs geschildert. Auch die eigentliche Mission, die Feen-Entführung der Prinzessin wurde beendet. Gulisch und die kleinen Feenmänner verschleppten sie und brachten sie nach Irland. Als er den Namen Gottes pries verwandelten sich beispielsweise auch die Zauberpferde in das zurück, was sie vorher waren. Etwa Äste oder Besen. Wie es sich für ein Märchen gehört, verliebte sich Gulisch auch in die Prinzessin und wollte sie vor den Feen schützen.

Nach und nach verschwanden ebenso die Feenmänner wieder in ihrem Hügel und Gulisch soll später mit der Königstochter zusammengezogen sein. Um der Erzählung ein ordentliches „Ende gut, alles gut“ zu verleihen, rettete der Junge die Prinzessin später aus der Hand der Feenmänner …

Das Christentum und die Feenmänner

Die hier wiedergegebenen (wichtigsten Teile) des alten Märchens aus Irland sind für Mystery-Jäger überaus spannend.

Welche Aussagen in diesem sehr reich ausgeschmückten Märchen (die Speisen des Hochzeitsmahl werden beispielsweise sehr ausführlich beschrieben) für eine sachliche Untersuchung relevant sind, ist fraglich. Wie grundsätzlich bei allen Überlieferungen, bei allen religiösen Mythologien und bei allen Sagen und Märchen. Auch finden sich eindeutig christlich geprägte Elemente in vielen dieser Märchen; vor alle hier bei Gulisch und den Feen.

Eindeutig ist das bei der Lobpreisung Jesus Christus zu sehen, mit der der Junge für seine heile Rückkehr dankt. Aber auch, dass später ein Pfarrer zur Hilfe gerufen wird, da die Feenmänner die Prinzessin verzaubert haben. Dieser christliche Geistliche sollt durch Gottes Kraft den Fluch oder die Verhexung der Dame aus Frankreich beenden, wie es das Märchen im weiteren Verlauf erzählt.

Die Nennung der Region „Mayo, im Wilden Westen von Irland“ als Ort des Geschehens zeigt, dass die Geschichte nach dem 7. Jahrhundert nach Christus angesiedelt ist. Hierbei handelt es sich um Grafschaft Mayo in der Provinz Connacht, die ihren Namen von einem Kloster herleitet, dass im 7. Jahrhundert in Balla von St. Colmán gegründet wurde. Die gesamte Region sowie die ganze Provinz Connacht waren bereits im 4. Jahrtausend vor Christus besiedelt und im 5. Jahrhundert hielt hier nach und nach das Christentum bei den dort lebenden Kelten Einzug.

Das Gebiet war und ist allerdings überaus reich an Sagen, Märchen und Geschichten aus der Anderswelt, in denen das Volk der Feen eine große Rolle spielt. Das Märchen um Gulisch und seine Feenmänner zeigt sehr schön, wie hier vorchristliche Erzählungen mit dem Christentum vermengt wurden.

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Bedenken muss man natürlich auch, dass solche Geschichten über Generationen weitererzählt wurden. Damit änderten sie sich inhaltlich immer wieder, bis sie jemand auf schrieb. Wobei auch das kein Schutz vor Veränderungen ist, da praktisch jeder, der solche Geschichten irgendwann nieder schrieb, andere Versionen des jeweils gleichen Märchens festhielt. Je nachdem wann es wo gehört wurde.

Niemand kann also die Herkunft, das Alter oder die „Ur-Version“ solcher Erzählung der Folklore klar bestimmen. Der keltische und mythologische Kern ist dennoch zu erkennen.

Erstaunliche Folklore!

VIDEO: Von Aliens entführt? UFO-Entführungen heute und in der Vergangenheit (Bild: WikiCommons / L. A. Fischinger)

Es kommt auf die erkennbaren Grundaussagen an, die für einen Jäger des Phantastischen nicht als reine Erfindung abgetan werden! Schließlich sind diese in zahlreichen Sagen und Mythen in aller Welt zu finden und bilden so auch einen der Pfeiler der Idee von den Astronautengöttern aus dem Kosmos.

Die in diesem Märchen direkt erkennbaren Parallelen zu „modernen Mythen“ sind meiner Meinung nach folgende:

  • Die „Feenmänner“ werden mehrfach als „kleine Männer“ beschrieben.
  • Die Wesen waren nicht von dieser Welt.
  • Diese wollen eine Frau entführen.
  • Sie konnten durch einen „Zauber“ sehr schnell fliegen.
  • Die Feenmänner „landen“ oder „erscheinen“ mit einem lauten Objekt.
  • In diese „Ding“ kommt der Junge gegen seinen Willen (er brach durch den Boden des Hügels)
  • Gulisch fand sich in einer (scheinbar sehr großen) „Halle“ wieder.
  • Die Feen konnten sich unsichtbar machen und hatten auch eine andere Sprache.

So erfahren wir hier von mehreren Aspekten der UFO-Forschung und der Prä-Astronautik. Schon die „Halle“, in der der Junge zu Beginn seines Abenteuers kam, könnte mit den UFOs in Verbindung gebracht werden. Ein Objekt, mit dem Gulisch letztlich nach Frankreich kam, um dort eine Frau zu entführen. Die Tatsache, dass alte Überlieferungen vielfach von solchen fliegenden Wesen erzählen, dürfte alle Freundinnen und Freunden des Phantastischen bekannt sein. Auch, dass dann und wann mal ein Sterblicher mitfliegen durfte, habe ich an verschiedenen Stellen dargelegt (z. B. HIER, HIER, HIER & HIER).

Eventuell könnte auch das immer grüne Gras des Feenhügels mit der UFO-Forschung in Verbindung stehen. Tatsächlich existieren inzwischen einige Fälle von UFO-Landungen, bei denen botanische Anomalien registriert wurden. Meist sind diese jedoch auf das versenken von Gras beschränkt. Einige Fälle sind jedoch bekannt, die zum Beispiel der UFO-Forscher Jaques Vallée in seinem Buch „Konfrontation“ schildert, bei der das Gras durch ein UFO zu erhöhtem Wachstum angeregt wurde. Diese physikalischen Wechselwirkungen zwischen UFOs und Umwelt werden zwischen UFO-Forschung und UFO-Kritikern mehr als hitzig debattiert.

Mag auch der Feenhügel ein bereits genutzter „UFO-Landeplatz“ gewesen sein?

Unsichtbare Feenmänner

Interessant ist durchaus die phantastische Aussage, dass die Feenmänner sich während der Entführung für andere Menschen unsichtbar machen konnten. Gulisch hingegen konnten die Feenmänner weiterhin ohne jegliche Schwierigkeiten sehen. Lediglich die anderen bei dem Fest anwesenden Menschen sahen – nichts.

Spontan erinnert mich das an die Begegnung des Propheten Daniel mit fremden Wesen aus dem Himmel, die das Alte Testament beschreibt. So heißt es im Buch Daniel, dass der Prophet einst in Trauer am Ufer des Fluss Tigris (Mesopotamien) weilte, wo er fastete und enthaltsam lebte. Bis er am „24. Tag des 1. Monats“ einen vollkommen seltsam aussehenden „Mann“ vor ihn sah, den nur er allein wahrnehmen konnte.

VIDEO: Das uralte Buch “Die Apokalypse des Abraham” erzählt: Engel brachten Abraham in das All! (Bild: NASA/JPL / L. A. Fischinger / WikiCommons)
VIDEO: Das uralte Buch “Die Apokalypse des Abraham” erzählt: Engel brachten Abraham in das All! (Bild: NASA/JPL / L. A. Fischinger / WikiCommons)

Im Buch Daniel (10,6-7) liest sich das so:

Sein Leib funkelte wie ein Edelstein, sein Gesicht leuchtete wie der Blitz, und seine Augen brannten wie Flammen. Seine Arme und Beine glänzten wir polierte Bronze, und seine Stimme klang wie das Rufen einer vielstimmigen Menschenmenge.

Nur ich allein sah diese Erscheinung; meine Begleiter sahen nichts. Doch packte sie ein großer Schrecken, sie liefen davon und versteckten sich.“

Die Aussage, dass die Menschen in Daniels Umgebung großer Schrecken ergriff, lässt vermuten, dass sie in der Umgebung der Erscheinung irgendetwas „wahrnehmen“. War es auch in der Sagenwelt so, hier speziell bei dem Märchen über Gulisch?

In einem späteren Artikel für diesen Blog werde ich das Thema “Unsichtbarkeit und Sagen” nochmals aufnehmen.

Aber warum die kleinen Feenmänner überhaupt eine Frau entführen wollten, ist fraglich. Die Behauptung der Feen selber, dass die Prinzessin eine von ihnen werden soll, klingt sehr sonderbar. Zumal das Märchen genau in diesem Zusammenhang, das heißt, mit dem Eindringen der Feen in den Palast des französischen Königs, von erzählerischen Motiven durchzogen ist. Die seitenlangen Beschreibungen des Festes in allen Details „verschleiern“ geradezu den erzählerischen Kern. Dieser wäre die Entführung eines Menschen durch die Feenmänner. Das wiederum haben Kobolde, Feen, Elfen, Gnome, Götter, Aliens … gemeinsam, da alle diese „Kreaturen“ eben Frauen, Männer und Kinder entführen sollen.

Von Irland nach Indien

Viele Mystery-Interessierte und Prä-Astronautiker kennen natürlich diverse Überlieferungen von fliegenden Göttern oder Himmelswesen. Nicht-Irdische, die vom Himmel kamen und – zumindest laut den Mythologien unserer Vorfahren – dann und wann auch mal Menschen mitnahmen. Das war also kein Privileg des Gulisch aus dieser Geschichte aus dem 7. Jahrhundert.

Aber etwas anders fand ich persönlich dann doch in dieser Erzählung interessant. So beginnt das irische Märchen mit folgenden Worten:

Eines Abends nun stand Gulisch vor der Hütte und sah hinauf zum Himmel. Er betrachtete den schönen, weißen Mond. Es wurde ihm ganz sehnsuchtsvoll dabei. Nach einer Weile sprach er zu sich selbst: ,Ach wie schade ist es doch, das ich noch nie von hier fortgekommen bin (…) Ich wünschte, ich wäre nur einmal an deiner Stelle.‘

Just als Gulisch voller Sehnsucht und wünschend gen Himmel träumte, kamen die Feenmänner und sein Flug-Abenteuer begann.

Das erinnert an eine überaus spannende Überlieferung aus den alten Indischen Schriften, die ich an anderer Stelle bereits detaillierter durchleuchtet habe. So veröffentlichte 1824 Professor Franz Bopp eine Arbeit über die Reise des in Indien legendären Helden Ardschuna in den Himmel. Einem Text, der aus dem berühmten, Jahrtausende alten indischen Nationalepos Mahabharata stammt und in dem wir Erstaunliches lesen.

Hinweise in Alten Texten: Gab es schon vor Jahrtausenden Atombomben-Explosionen im Alten Indien? (Bilder: gemein frei / Montage: L. A. Fischinger)
ARTIKEL: Hinweise in Alten Texten: Gab es schon vor Jahrtausenden Atombomben-Explosionen im Alten Indien? (Bilder: gemein frei / Montage: L. A. Fischinger)

So heißt es darin, dass sich der Held Ardschuna eines Tages wünschte, dass ein fliegender Wagen (ein Vimana) kommen soll – der auch mit viel Tamtam kam:

Als gegangen die Welthüter, wünschte Ardschunas, der Feine Schreck, dass der Wagen ihm nahen möge, Indra´s des Herrn des Himmlischen. Und mit Matali (der göttliche „Pilot“, Anm. L.A.F.) kam plötzlich im Lichtglanze der Wagen an, Finsternis aus der Luft scheuchend, und erleuchtend die Wolken all, die Weltgegenden anfüllend mit Getöse, dem Donner gleich. Der falben Rosse zehn tausend zogen mit Windeseile ihn. Himmlisch Zaubergebild war es, ein augenraubendes fürwahr.

(…)

Auf dem Wagen sodann stieg er (Ardschuna, Anm. L.A.F.), glänzend sowie des Tages Herr. Mit dem Zaubergebild führ er, dem Sonn’-ähnlichen Wagen nun, Dem himmlischen, empor freudig, der weise Spross aus Kuru’s Stamm.“ (nach Bobb 1824, S. 1-3)

Mit diesem fliegenden Wagen nun stieg der Krieger und Held Ardschuna in dem Himmel auf. Dort – scheinbar außerhalb der Erde – sollte den Gott Indra treffen.

Das Mahabharata und die Ancient Aliens

Wie im irischen Märchen kam also auch in diesem indischen Text quasi „auf Wunsch“ etwas vom Himmel. Ein fliegender Wagen der Götter. Die „Schlüsselwörter“ aus der Sage um Gulisch finden sich auch hier. Es war ein „Zauber“, flog in Windeseile, war laut und lärmend und schlicht atemberaubend. Selbst die Pferde (Rosse) fehlen nicht.

Dieses abschließend knapp erwähnte Beispiel der Himmelsreise des Ardschuna aus Indien ist dem ein oder anderen Prä-Astronautik-Interessierten sicher bekannt. Auch aus diesem Grund soll es hier erwähnt werden. Denn Kritiker der Astronautengötter wenden hier sehr gerne ein, dass der Herr Professor 1824 bei seiner Übersetzung schlicht phantasiert hat. Also, diese Überlieferung mit dem Flugwagen der Götter unwahr sei.

Nun, auch wenn es vor bald 200 Jahren keine Prä-Astronautiker gab, lohnt sich doch ein Blick in andere Übersetzungen. Meine fast 5.000 Seiten lange englische Übersetzung von 1883 bis 1896 des Mahabharata von Kisari Mohan Ganguli ist hier hilfreich. Sie verrät nach emsigen suchen auch, wo der Text genau steht. Er findet sich im dritten Buch, dem Vana Parva, Teil 42, (Indralokagamana Parva). Und vor allem: er stimmt!

Nur kleine inhaltliche Abweichungen zwischen der Übersetzung von Bobb aus dem Original ins Deutsche und von Ganguli ins Englische sind zu finden. Was auch zu erwarten ist. Selbst die fliegenden Wagen („celestial car”), das Getöse, die Reise in den Himmel, den man von der Erde nicht sieht, die tausende von Himmelswagen dort und die Aussage über die Beschaffenheit der Sterne sind vorhanden. Letzteres habe ich weiter oben nicht zitiert.

Alles … “Märchen“?

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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“Ein kosmisches Mysterium”: Astronomen der ESO vermissen plötzlich einen massiven Stern am Himmel! (+ Video)

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"Ein kosmisches Mysterium": Astronomen der ESO vermissen plötzlich einen massiven Stern am Himmel (Bilder: ESO / Montage: Fischinger-Online)
“Ein kosmisches Mysterium”: Astronomen der ESO vermissen plötzlich einen massiven Stern am Himmel (Bilder: ESO / Montage: Fischinger-Online)

“Himmlisch sind Sterne nur, solange sie keiner vom Himmel holt” wusste schon der Autor Raymond Walden. Doch jetzt gaben Astronomen der Europäischen Südsternwarte (ESO) bekannt, dass sie einen massereichen Stern am Himmel vermissen. Eigentlich ging man davon aus, dass dieser kurz davor stünde, in einer gewaltigen Supernova zu explodieren. Bei einem erneuten Blick mit dem “Very Large Telescope” der ESO stellten die Wissenschaftler um Andrew Allan vom Trinity College Dublin (Irland) jedoch fest: Er ist einfach weg.


Ein verschwundener Stern

In den Jahren zwischen 2001 und 2011 untersuchten verschiedene Forscherteams von Astronomen einen rätselhaften Massenreichen Stern in der Kinman-Galaxie. Eine Zwerggalaxie, die rund 75 Millionen Lichtjahre von uns entfernt ist. Ihr Licht zeigte den Wissenschaftlern an, dass hier ein besonders massereicher Stern existiert, der rund 2,5 Millionen Mal heller als unsere Sonne strahlt. Für die Astronomen ein Hinweis, dass diese Sonne kurz davor ist, ihr Leben als Stern zu beenden.

Ein scheinbar perfektes Untersuchungsobjekt um mehr darüber zu erfahren, wie dieser Sternentyp ihr Leben beendet. Eine Sonne vom Typ der “Leuchtkräftigen Blauen Veränderlichen” (LBV). Objekte, die als äußerst instabil gelten und zeitweise dramatische Änderungen der Helligkeit und des Lichtspektrums zeigen. Die Beobachtungen der ESO legten nahe, dass der Stern eine Periode gewaltiger Ausbrüche hinter sich hatte und dabei große Teile seiner Masse verlor. So erwarteten die Astronomen, dass der Stern “bald” in einer Supernova enden werde.

Als die Astronomen 2019 erneut das “Very Large Telescope” der ESO in Chile auf die Kinman-Galaxie ausrichteten, um sich diesen Stern erneut anzusehen, machten sie eine verblüffende Feststellung: Sie fanden keine Spuren mehr von dem Stern. Wobei es nicht da erste mal ist, dass Astronomen Sterne am Himmel vermissen, wie im Video unten gezeigt.

“Stattdessen waren wir überrascht, als wir heraus fanden, dass der Stern verschwunden war”, so Andrew Allan vom Trinity College Dublin (Irland), dessen Team im “Monthly Notices of the Royal Astronomical Society” dazu eine Studie veröffentlichte. “Es wäre höchst ungewöhnlich, dass ein so massereicher Stern verschwindet, ohne eine helle Supernova-Explosion zu erzeugen”, so der Wissenschaftler in einer Pressemitteilung der ESO.

Staub oder ein Schwarzes Loch?

Andrew Allan und sein Team können nur spekulieren, was aus dem gesuchten Stern geworden ist und warum (bisher) keinerlei Signaturen mehr von ihm zu finden sind. Vielleicht sei er sehr dunkel geworden und dazu von Staub und Gasen umgeben, die die Messungen blockieren. Möglicherweise sei er auch direkt zu einem Schwarzen Loch geworden ohne zuvor in einer Supernova zu explodieren. Für sie ist es “ein kosmisches Mysterium”.

Bisher ging man davon aus, dass derartige Sterne in einer gewaltigen kosmischen Explosion enden. Hier konnte nichts dergleichen beobachtet werden. “Wenn das stimmt, wäre das der erste direkte Nachweis eines solchen Riesensterns, der sein Leben auf diese Weise beendet”, unterstreicht Allan. So heißt es in der Pressemitteilung der ESO über die möglichen Ursachen

Auf der Grundlage ihrer Beobachtungen und Modelle haben die Astronomen zwei Erklärungen für das Verschwinden des Sterns und das Fehlen einer Supernova vorgeschlagen, die mit diesem möglichen Ausbruch zusammenhängen. Der Ausbruch könnte dazu geführt haben, dass der LBV in einen weniger leuchtkräftigen Stern umgewandelt wurde, der auch teilweise durch Staub verdeckt sein könnte. Alternativ sagt das Team, dass der Stern möglicherweise in ein Schwarzes Loch kollabiert ist, ohne eine Supernova-Explosion zu erzeugen. Dies wäre ein seltenes Ereignis: Unser derzeitiges Verständnis darüber, wie massereiche Sterne sterben, deutet darauf hin, dass die meisten von ihnen ihr Leben in einer Supernova beenden.

Die Forscher setzten haben aber noch Hoffnung, ihren verlorenen Sterne doch noch wiederzufinden. 2025 soll das “Extremely Large Telescope” der ESO in Chile in Betrieb genommen werden. Dieses Instrument “wird in der Lage sein, Sterne in weit entfernten Galaxien wie der Kinman-Zwerggalaxie aufzulösen und so zur Lösung kosmischer Rätsel wie dieses beizutragen”, so die ESO.

“Zukünftige Studien sind notwendig, um zu bestätigen, welches Schicksal diesem Stern widerfahren ist”, teilten die Astronomen in ihrer Erklärung weiter mit. Es bleibt also erst mal offen, warum das Studienobjekt der ESO-Astronomen so einfach vom Himmel verschwunden ist.

Video zum Thema auf Fischinger-Online

Video vom 19. Dez. 2019 auf Fischinger-Online

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Seltsame Zwergwesen um 1661 in Hamburg-Blankenese: Wirklich nur ein Märchen – trotz realer Augenzeugen?

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Seltsame Zwergwesen um 1661 in Hamburg: Wirklich nur ein Märchen? (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Seltsame Zwergwesen um 1661 in Hamburg: Wirklich nur ein Märchen? (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

In der UFO-Forschung und vor allem der Prä-Astronautik werden die unterschiedlichen Texte und Überlieferungen der Vergangenheit auf “Spuren der Götter” hin untersucht. Religiöse Bücher ebenso wie aufgezeichnete Mythologien sowie die Welt der Märchen und Sagen. Denn auch und vor allem in vermeintlichen “Märchen” wird man fündig, wie in zahlreichen Beiträgen auf diesem Blog gezeigt. So auch bei einer Erzählung aus Blankenese (Hamburg) über rätselhafte Zwergenwesen. Das Besondere hierbei ist aber die Tatsache, dass einige Augenzeugen dieser Begegnungen einst real lebende Personen waren und sich die Erlebnisse recht genau datieren lassen. Es waren Zeugen von tadellosen Ruf, die sich selber auf die Jagd nach diesen fremden Wesen machten. Eine erstaunliche Geschichte, wie Ihr in diesem Artikel lesen werdet.


Götter und Außerirdische

Als Prä-Astronautiker durchforstet man viele religiöse und mythologische Texte, Bücher, Schriften und Überlieferungen. Stets auf der Suche nach Aussagen über die “Götter” oder andere Himmelswesen, die mit der “modernen Brille” als Astronauten der Antike gedeutet werden.

Das Bild dieser mutmaßlichen und hypothetischen Astronautengötter ist dabei in der Prä-Astronautik überaus vielschichtig. Eine Art klassische Darstellung der Götter aus dem All existiert nicht. Ein klarer Unterschiedlich zur UFO-Forschung. Obwohl auch hier die unterschiedlichsten Außerirdischen gesehen worden sein sollen, ist das Bild der “UFO-Aliens” doch eher begrenzt.

Nicht so in der Prä-Astronautik. Durch die Jahrtausende haben unsere Vorfahren in allen Teilen der Erde die unterschiedlichsten “Himmelswesen” beschrieben oder bildlich dargestellt. Deren Aussehen reicht dabei von praktisch menschlich bis zu bizarren Kreaturen mit “Antennen auf den Kopf”, wie man sie auf Höhlenbildern findet.

Was aber immer wieder als Parallele zwischen UFO-Forschung und Prä-Astronautik angesehen wird, sind die Wesen aus der Anderswelt. Jene Geschöpfe, die in der Welt der Sagen und Märchen zu finden sind. Mythologien, die teilweise als eine Ur-Erinnerung der Menschheit angesehen werden und in vielen Varianten existieren. Vielfach sind diese Erzählungen in ihren heutigen Versionen mit sehr deutlichen Einflüssen aus dem Christentum vermengt.

Doch haben diese Berichte der Folklore nicht doch einen wahren Kern? Ein spannendes Thema, das auf diesem Blog bereits in zahlreichen Artikeln und Posting aufgegriffenen wurde.

Seltsame Wesen in Blankenese

Etwa jene Geschichte aus Blankenese (Hamburg), wo am Ende des Dreißigjährigen Krieges eine Gruppe Männer Zeugen eines ungewöhnlichen Besuches von Zwergen oder “Unterirdischen” wurden? Angeblich war es kein Einzelfall dort. Denn das vermeintliche Märchen berichtet ebenso, dass in der Gegend von Blankenese seit geraumer Zeit “in den Bergen viele Unterirdische und Zwerge spukten, sich den Vorübergehenden, auch Schäfern und Jägern zeigten und sie sehr erschreckten”.

“Ihr heimliches Wesen trieben” die “Unnereersche” dabei gerne “auch bei den dortigen heidnischen Opferstätten und Grabhügeln der Hünen”, wie es die 1854 von Otto Beneke aufgezeichnete Geschichte erzählt. Laut “alten Kunden” schienen diese Zwerge an diesen Orten die “Hüter verborgener Schätze und anderer Dinge” gewesen zu sein. Eine Eigenschaft, die Zwergen Gnomen und anderen ähnlichen Kreaturen der Märchenweld vielfach angedichtet wurden.

Während des Krieges, so heißt es weiter, sahen die Bewohner der Gegend kaum oder gar keine dieser fremdartigen Wesen. Erst gegen Ende des Krieges verbreiteten sich wieder Gerüchte, dass die Zwerge und Unterirdischen wieder zurückgekehrt seien und ihr Unwesen trieben. Ähnlich wie vor dem großen Krieg, als die Fremden “oftmals bei Tage wie bei Nacht von Bauern und anderen schlichten Leuten gesehen” wurden.

Eine Gretchen Dütsch aus Blankenese habe dabei eine ganz besondere Begegnung mit diesen Wesen gehabt. Sie berichtete, sie wäre “bei Nacht und Nebel von den Unterirdischen (…) auf Irrwege geführt und geneckt worden” und habe so die Orientierung verloren. Durchaus eine immer wiederkehrenden Aussage in Sagen und Märchen über Begegnungen mit Wesen aus der Anderswelt. In diesem Fall aber wurde die Aussage von Dütsch schon in der Erzählung selber angezweifelt, da sie angeblich so oder so “mehr als billig dem leidigen Branntwein zusprach” …

Der Pastor Johann Rist und Chrysostomus Köhler, Vizekanzler des Herzogs zu Wolfenbüttel, hörten von diesen Gerüchten und zogen aus, “um solch zwergischem Treiben auf die Spur zu kommen”. Sie sollten bald fündig werden, denn um Mitternacht herum tauchten “wie aus einem Fuchsloch” diese Zwerge auf. In der Erzählung heißt es dazu weiter:

“(…) ein Haufe solch unterirdischen Völkleins ist hervorgedrungen, kaum, mit großen Köpfen und Gesichtern wie die alter Männer, mit großen Nasen und kugelnden Augen, braun gekleidet, mit Glöcklein an der Mütze, dass es anmutig klingelte wie sie sind auf- und abgesprungen; die haben da ihr Wesen getrieben und getanzt im Ringelreihen und rundem Kreise beim Glockenspiel.

Eine mehr als sonderbare und interessante Begegnung. Doch interessant sind auch die beiden genannten Zeugen der Ereignisse: Beides waren reale Personen, die gelebt haben.

Real existierende Zeugen!

So ging der erwähnte Vizekanzler Chrysostomus Köhler (Cöler) in Hamburg auf das Gymnasium und wurde ab Oktober 1661 Vizekanzler von August der Jüngere. Dieser war Herzog zu Braunschweig-Lüneburg und Fürst von Braunschweig-Wolfenbüttel, wo Köhler bereits ab 1644 als Dr. jur. Hofrat war. Sein Lebenslauf verrät, dass er 1664 starb.

Zeitlich war das tatsächlich nach dem Dreißigjährigen Krieg, wie es die Erzählung aus Blankenese auch behauptet. Und auch Köhler selber nahm 1648 an den Friedensverhandlungen in Münster und Osnabrück teil, die den Krieg beendeten und heute als “Westfälischer Friede” bekannt sind.

Auch Pastor Johann Rist (Ristius) lebte, ging zur gleichen Zeit in Hamburg auf das Gymnasium und teilte mit Köhler seinen weiteren Lebensweg. Beispielsweise gingen beide ab 1629 für weitere Studien an die Universität Rinteln. 1667 starb Rist in Wedel, wo bis heute verschiedene Orte seinen Namen tragen. Inklusive das dortige “Johannes Rist Gymnasium”.

Für ein “Märchen” ist es mehr als ungewöhnlich, dass sich reale Personen als Zeugen der Ereignisse nachweisen lassen. Gleiches gilt für die Zeit der Ereignisse mit den Zwergenwesen, die sich aufgrund der Lebensdaten auf Oktober 1661 bis zum Tod von Köhler im Mai 1664 eingrenzen lässt.

August der Jüngere als Dienstherr von Köhler runden das Bild dabei weiter ab. Er starb 1666 und galt als einer der gelehrtesten Herrscher seiner Epoche, der in Wolfenbüttel die damals größte Bibliothek Europas schuf. Eine von ihm leidenschaftlich zusammengetragene Sammlung von Büchern und Handschriften, die als “Herzog August Bibliothek” bis heute existiert.

Nicht auszuschließen, dass der wissbegierige August der Jüngere selber den Auftrag erteilte den “zwergischem Treiben auf die Spur zu kommen”.

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Die in dem Bericht beschriebenen Zwerge sind anhand verschiedener Merkmale durchaus mit „heutigen“ UFO-Wesen zu vergleichen. Jedoch ist die beschriebene Nase ein atypisches Merkmal von angeblichen Außerirdischen. Diese werden vielfach vollkommen ohne oder mit kaum hervorstehender Nase beschrieben. Man denke hier an den Typ der “Kleinen Grauen” der UFO-Forschung.

Seltsame Wesen auch in UFOs

Und doch finden sich in der einschlägigen UFO-Literatur Vergleichsfälle. Zum Beispiel ein Fall in Kalifornien, über den der bekannte UFO-Forscher Dr. Jacques Vallée in seinem Buch “Konfrontationen” (1990) schrieb. Vallée untersuchte den Fall zusammen mit seinem Forscherkollegen Mark Uriate, nachdem dieser vom Sheriff des Ortes Colusa in Nordkalifornien davon erfahren hatte. “Die Beamten betonten, der Ruf und die Glaubwürdigkeit der Zeugen stünden außer Zweifel”, so Vallée.

Die Zeugen waren Nachfahren des Indianerstammes der Cortina und verdienten sich als einfacher Farmer. Eines Tages 1977 habe der Augenzeuge Amos seinen Nachbarn erzählt, dass im Sommer immer “ein seltsames ,Flugzeug’ auf der Ranch landen” würde. Aus diesem sei ein “kleiner, menschlich aussehender Insasse” gestiegen und er würde sicher wiederkommen. In der Tat habe der Nachbar daraufhin ein UFO beobachten können, so Vallée. Weiter schreibt er:

Der ,kleine Fremde’ kommt immer allein. Er ist 1,10 bis 1,20 Meter groß und trägt einen einteiligen braunen Anzug. Er riecht unangenehm. Amos Zeichnung zweigt einen Humanoiden mit langem Haar und großer Nase, der keine Maske und kein Atemgerät trägt.

Auffällig an ihm ist vor allem seine Fähigkeit, durch die Wände des Hauses zu gehen und über den Boden zu schweben, ohne ihn zu berühren. Wenn man ihm draußen begegnet, kann er plötzlich davonschießen, ohne wie ein Mensch zu laufen.”

Ein mehr als nur ungewöhnlicher “Alien”, der zweifellos als Zwerge und andere Bewohner der Anderswelt erinnert!

“Mini-Aliens”

Der im Verhältnis immer noch große “Außerirdische” aus Kalifornien ist jedoch ein Riese, verglichen mit denen, die sechs Schuljungen in Malaysia im Jahr 1970 gesehen haben wollen. Sie behauptete, dass sie ein sehr kleines UFO haben landen sehen, dem zehn Zentimeter kleine Wesen entstiegen. Die Winzlinge hatten großen “Ohren” oder “Hörner” und trugen seltsame “Stiefel”, so die Zeitung “The Straits Times” vom 22. August 1970.

Auch wenn solche winzigen “Aliens” in der UFO-Forschung sicherlich sehr selten sind, ist bzw. war das in Malaysia anders. Zahlreiche Berichte aus den Jahren 1969 bis 1985 von dort sprechen von Zwergen, die aus UFOs gestiegen sein sollen. Einige waren dabei nicht mal so groß wie ein Daumen!

Mutmaßliche Begegnungen mit Außerirdische nach irgendwelchen anatomischen Kriterien nach Wahrheit oder Unwahrheit einzuordnen, ist sicher vorschnell. Das sieht auch Jacques Vallée in “Konfrontationen” so:

Die Lektion, die wir aus solchen Fällen lernen können, ist völlig klar: Die UFO-Wesen verhalten sich nicht immer gleich, wie uns manche Ufologen glauben machen wollen. Es sind nicht immer graue Wesen mit Kahlköpfen und großen Augen oder roboterähnliche Ungeheuer.

Stattdessen stehen wir einem komplexen Phänomen gegenüber, dessen Beziehung zu den Zeugen und zur menschlichen Gesellschaft insgesamt wir nicht begreifen. Wir wissen nicht, welche Anteile der Ereignisse durch ein äußeres Phänomen entstehen und wie viel das menschliche Bewusstsein hinzufügt. Wir sollten und dieser Komplikation bewusst sein.

Was aber erlebten und sahen Johann Rist und Chrysostomus Köhler irgendwann zwischen 1661 und 1664 in Hamburg-Bankenese? Zumindest müssen sie die dortigen Berichte soweit ernst genommen haben, dass sich die hochgebildeten Männer aufmachten, um diesem Treiben der Wesen selber nachzugehen. Wie die Geschichte erzählt – wurden die beiden Mystery-Jäger dabei ja auch fündig …

Auf der Jagd nach dem Zwergenvolk

Einfangen oder anderweitig einem der Unterirdischen habhaft werden gelang Rist und Köhler damals nicht, wie der Bericht unterstreicht. Es gelang ihnen nicht einmal mit den Zwergen zu sprechen, obwohl Rist extra “eine schöne Anrede ausgesonnen” hatte. Und er wollte eigentlich so einiges von den Fremden mit dieser Ansprache “bei des Allmächtigen heiligem Namen” erreichen. Sie sollten ihm “Rede und Antwort geben, wer sie wären, und was sie trieben, und wo die großen Schätze lägen, und ob man sie nicht heben könnte.”

Neben dem Forscherdrang spielte hier also auch die Gier nach den Schätzen der Zwerge eine Rolle! Immerhin hatten zuvor “alte Kunden” berichtet, dass diese Wesen der Anderswelt eben solche Kostbarkeiten verstecken und beschützen.

Es kam aber ganz anders. Als Rist gerade die Zwergenwesen ansprechen wollten, fielen er und Köhler von ihrem Stein in ihrem Versteck herunter:

“(…) mitten in den Ringelreihen der Unterirdischen, die davor billig erschrecken, auseinanderfahren und blitzschnell allesammt durch das Fuchsloch wiederum verschwunden sind, zu beider Herren großem Leidwesen.

Trotz oder gerade wegen dieses unglücklichen Fehlschlages gab Johann Rist nicht auf. Deshalb sei er “noch etliche Male wieder hinausgegangen”, um den Unterirdischen zu beizukommen. Vergeblich, denn “er hat ihnen so nahe nicht wieder beikommen können”. Angeblich hätten “die Zwerge wohl bemerkt”, dass Rist ein kluger Mann sei, “der sie auszufangen gedächte”. Aus diesem Grund hätten sie sich “vor ihm mehr denn vor Hirtenbuben und geringem Volke in Obacht genommen”. Sie gingen ihm quasi lieber aus dem Weg.

Das fremde Zwergvolk wusste aber noch mehr über Pastor Johann Rist. Er schien in seiner Freizeit an Archäologie (die es in der heutigen Form damals noch nicht gab) interessiert gewesen zu sein. Oder ein Schatzjäger:

Sie kannten wohl auch Herrn Risten schon, dass er Hünengräber aufdecke, und uralte Urnen, Leichgeschirre und Aschenkrüge daraus nehme, und also fürchteten sie ihn zwiefach vor allen Menschen.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Fund mit dem Metalldetektor: Streit um den Wikingerschatz von Schottland: Die Kirche möchte ihren Anteil und klagt

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Streit um den Wikingerschatz von Schottland: Die Kirche möchte ihren Anteil und klagt (Bilder: D. McLennan & M. McSweeney / visitgreenland.com / Montage: Fischinger-Online)
Streit um den Wikingerschatz von Schottland: Die Kirche möchte ihren Anteil und klagt (Bilder: D. McLennan & M. McSweeney / visitgreenland.com / Montage: Fischinger-Online)

Tagtäglich sind irgendwo Menschen mit Metalldetektoren unterwegs, um auf Felder, Äckern und Wiesen nach “verborgenen Schätzen” zu suchen. Sogenannte Sondengänger. Die einen finden rostige Nägel von Weidezäunen, andere mehr oder weniger wertvolle Münzen der jüngeren Vergangenheit und wieder andere tatsächlich wahre Schätze. So geschehen im September 2014 in Schottland, wo der der Sondengänger Derek McLennan einen Wikingerschatz im Welt von über 2 Millionen Euro mit seinem Detektor fand. “Ein äußerst bedeutender Fund”, wie der als “Hort von Galloway” bekannt gewordene Schatz der Wikinger von Experten bewertet wurde. Doch jetzt ist genau um diesen Schatz eine Streit entflammt. Denn mit dem Finder einst befreundete Mitglieder der Kirche von Schottland möchten ihren Teil des Geldes, der damals angeblich abgesprochen war. Ein Fall für die Gerichte. Details und Hintergründe dazu erfahrt Ihr hier.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Hobby: “Schatzsucher”

Es wohl der heimliche Traum jedes Sondengängers – einen vergrabenen Schatz finden. Jene Menschen, die mit Metalldetektoren in vielen Teilen der Welt in ihrer Freizeit hinausgehen, um dem Erdreich allerlei Metallobjekte zu entlocken.

Die meisten Funde sind hierbei unspektakulär und keine wirklichen Schätze im klassischen Sinn. Außer für die Sondengänger selber, die sich über jedes ausgegrabene Objekt freuen. Voller Freude werden diese gerne innerhalb der gut vernetzten Sondengänger-Szene präsentiert. Zum Beispiel in Videos auf YouTube, bei denen der neugierige Zuschauer quasi „live“ an der Suche teilhaben kann, oder in entsprechenden Foren.

Wenn vielfach auch nur rostige Metallstücke, Alufolie oder alte Nägel von Weidezäunen gefunden werden, steckt der Boden voller Spuren der Vergangenheit. Für die einen ist es ein Hobby, diese Artefakte ans Tageslicht zu holen. Für Archäologen oder Historiker oftmals ein Ärgernis, da ihnen durch „private Schatzsucher“ fraglos die ein oder andere spannende Entdeckung vorenthalten wird. Das spektakulärste Beispiel ist sicher die „Himmelsscheibe von Nebra“, von der auf Fischinger-Online unter anderem in diesen Videos HIER und HIER berichtet wird.

Es müssen teilweise bestimmte Voraussetzungen, „Schulungen“ oder sogar Genehmigungen für dieses Hobby vorliegen. In Deutschland sind diese von Bundesland zu Bundesland nicht ein einheitlich regelt. Auch nicht was den finanziellen Aspekt von eventuell gefunden „Schätzen“ anbelangt. Sprich: Wer darf was behalten, wer bekommt von wem Geld und wie viel? In den einzelnen Staaten ist natürlich wiederum anders geregelt, als innerhalb der Länder Deutschlands. Und fraglos sind die allermeisten Sondengänger ehrlich und melden ihre Funde. Keine Raubgräber.

Werden rostige Nägel in einer Wiese oder von einem Landwirt auf einem Feldweg „vergrabenes“ Blei von einem Scheunendach ausgebuddelt, ist das kein Problem. Was aber – wenn in dem Haufen ausgegrabener Erde etwas Wertvolles schlummert?

Genau das war in Schottland der Fall.

Schatz der Wikinger

Im Jahr 2014 fand Derek McLennan auf einem Feld unweit von Dumfriesshire im Südwesten Schottlands mit dem Metalldetektor einen Schatz der Wikinger. Verborgen in rund einen Meter Tiefe. Mehr als 100 Objekte aus dem frühen 10. Jahrhundert nach Christus, die als einer der bedeutendsten Wikingerschätze von Großbritannien angesehen wird.

Die Artefakte stammen ursprünglich aus den verschiedensten Gebieten und wurden hier in Schottland als ein Schatz verborgen. Zu einer Zeit als die Wikinger bereits zumindest teilweise christlich waren, worauf ein unter den Objekten geborgenes Silberkreuz hindeutet.

Derek McLennan war mit einem Schlag reich, denn er verkaufte den Schatz an verschiedene Museen in Schottland. Umgerechnet erhielt er dafür ca. 2,2 Millionen Euro.

In den Medien sorgte der als „Hort von Galloway“ bekannt gewordene Fund damals international für Schlagzeilen. Allein der Materialwert des Wikingerschatzes wurde auf mehrere 100.000 Euro beziffert. „Als ich das erste Stück gefunden hatte, wusste ich zuerst nicht, was es war“, erzählte der Finder Derek McLennan am 12.Oktober 2014 der „BBC“. Stuart Campbell vom Schottischen Nationalmuseum war vor fünf Jahren nicht minder begeistert über die Entdeckung des Sondengängers:

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Dies ist ein äußerst bedeutender Fund, der in Bezug auf die Materialvielfalt, die dieser Hort darstellt, in Schottland noch nie zuvor aufgefunden wurde.

Es gibt Material aus Irland, aus Skandinavien, aus verschiedenen Orten in Mitteleuropa und vielleicht aus mehreren Jahrhunderten.

Es hat also einige Anstrengungen gekostet, bis sich Einzelpersonen versammelt haben.“

Damit hätte McLennan mit seinem Fund mehr als zufrieden sein können. Wenn nicht jetzt die Kirche von Schottland den Schatzsucher verklagen würde. Ihr gehört das Grundstück, auf dem damals der Wikingerschatz entdeckt und ausgegraben wurde. Darum möchte sie jetzt ihr Stück vom Kuchen abhaben, wie aktuell verschiedene Medien berichten.

Die Kirche möchte ihren Anteil

Wie in Deutschland auch, so ist es in Großbritannien nicht einheitlich geregelt, wem das Geld für einen solchen Schatz zusteht. In Schottland steht es gesetzlich nur dem eigentlichen Entdecker zu. In anderen Teilen Großbritanniens wiederum hat auch der Besitzer des Landes oder Grundstücks Anspruch darauf.

Zwar könnte man meinen, dass der Fall in Schottland damit eindeutig ist, doch nicht für die Kirche. Den Berichten nach habe es damals eine Abmachung zwischen dem Finder und der Kirche gegeben, dass auch sie am finanziellen Gewinn beteiligt werden solle:

Meines Erachtens gab es immer eine Vereinbarung, dass das Geld mit der Kirche geteilt wird. Die Kirche hat eng mit dem Finder zusammengearbeitet und einen gerechten Anteil ihres Wertes vereinbart.“

Mit diesen Worten zitierte die „Sunday Post“ am 15. September Pastor David Bartholomew von Castle Douglas. „Derek war mein Freund und es ist traurig, dass es dazu gekommen ist“, so der Geistliche gegenüber der Zeitung.

Weiter berichtet er, dass er mehr als überrascht sei, dass McLennan seinen „Deal zurücknehmen würde“, und allein das Geld behalten wolle. Immerhin sei Bartholomew sogar ein „Mitstreiter“ des Sondengängers und auch beim Fund dabei gewesen. Ebenso habe Mike Smith, Pastor einer Elim-Pfingstkirche in Galloway, sie an diesem Tag begleitet. Über ein Jahr lang habe damals McLennan mit seinen Metalldetektor das Gebiet abgesucht. Außerdem sollte das Geld „in erster Linie für das Wohl der örtlichen Gemeinde verwendet werden“, wie damals abgesprochen worden sein soll.

“Sache des Gerichts”

Weder auf E-Mails noch auf persönliche Besuche habe McLennan in der Zeit nach dem Schatzfund reagiert, so Bartholomew. Obwohl „die Kirche nicht vor Gericht gehen“ wollte, gäbe es jetzt keinen anderen Weg mehr. „Es gibt eine ungeschriebene Regel“, dass Funde mit dem Grundbesitzern geteilt werden. Juristen sollen dies nun regeln, so die schottische Kirche:

Es kann bestätigt werden, dass die General Trustees der Church of Scotland eine Klage gegen Derek McLennan erhoben haben. Da dies jetzt Sache des Gerichts ist, wäre es für uns unangemessen, zu diesem Zeitpunkt weitere Kommentare abzugeben.“

Derek McLennan selber schweigt bisher dazu.

Interessant ist aber, dass der Sondengänger offensichtlich ein Glückspilz. In den damaligen Zeitungsberichten über den Fund wurde er meist als „armer Rentner“ dargestellt, der einfach riesen Glück hatte. In Wahrheit jedoch hatte er bereits kurz zuvor einen Schatz in diesem Gebiet gefunden. Einige Monate vor der Entdeckung des Wikingerschatzes schlug hier bereits sein Detektor an und er fand hunderte Münzen aus dem Mittelalter im Erdreich.

Auch ein Blick auf seine Internetseite verrät, dass er alles andere als ein Laie in der „Metalldetektor-Szene“ ist, der vielleicht mal einen krummen Nagel ausgräbt, eine Münze findet oder eine Gewehrpatrone an der Oberfläche findet.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Im Bann des Mondes: Die ersten Kalender der Menschheit – Von Steinzeit-Uhren und Taschenkalendern der Steinzeit +++ Artikel +++

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ARTIKEL: Im Bann des Mondes. Wann und warum entstanden die ersten Kalender der Menschheit? (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / A. Marshack)
ARTIKEL: Im Bann des Mondes. Wann und warum entstanden die ersten Kalender der Menschheit? (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / A. Marshack)

Wann und warum entstanden die ersten Kalender der Menschheit? Dienten Megalithbauten oder Ringwallanlagen in Europa (oder anderswo auf der Welt) tatsächlich nur als “Kalender für die Landwirtschaft”? Waren die astronomisch nach den Zyklen von Sonne und Mond ausgerichteten Bauwerke wirklich nichts weiter als “nur” Zeitmesser für die ersten Landwirte und Viehzüchter? Geht es nicht einfacher und steckt nicht weit mehr hinter diesen Hinterlassenschaften der Steinzeitmenschen? Und warum haben unsere Ahnen diese Anlagen über Jahrtausende hinweg immer wieder errichtet und erweitert? Spannende Rätsel unserer Vorzeit, denen in diesem neuen Blog-Artikel einmal genauer nachgegangen werden soll. Denn alle möglichen Antworten führen zu immer neuen Fragen.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Sonne, Mond und Sterne in der Steinzeit

Anhand von Megalithanlagen, Steinkreisen oder auch Ringwallanlagen aus der Steinzeit wissen wir heute, dass die Erbauer dieser Anlage ein enormes Wissen auf dem Gebiet der Astronomie besessen haben müssen. Kenntnisse über die Bewegungen der Sterne, des Mondes und der Sonne sowie deren entsprechende Zyklen. Und das vor vielen Jahrtausenden.

So zum Beispiel ist der in der berühmten Megalithanlage Stonehenge „eingearbeitete“ Mondzyklus zwischen seinem südlichsten und nördlichsten Stand nur durch langwierige Beobachtungen der Gestirne zu ermitteln. Er dauert fast 19 Jahre. Andere Bauten, die noch weit älter als Stonehenge sind, zeigen ganz ähnliche Ausrichtungen. Und diese Kosmologie der Urahnen wurde über Generationen weiter vermittelt. Ohne eine Schrift dieser Steinzeitmenschen, da wird bisher keine eindeutigen Belege dafür haben.

Beispielsweise die weltbekannte „Himmelsscheibe von Nebra“ aus Deutschland vor unserer Haustür. Ihre Entstehung wird offiziell vor 3.700 bis 4.100 Jahren angenommen und gilt als eine der ältesten astronomischen Darstellungen des Himmels überhaupt. Sie datiert stammt natürlich nicht mehr aus der (dortigen) Steinzeit, da sie bekanntlich aus Metall ist. Was bei dieser Bronzeplatte nicht minder erstaunt ist der Umstand, dass dieses Wissens auf der Himmelsscheibe bereits tausende Jahre früher bekannt war. Und zwar findet man dieses bereits in der Ausrichtung der Kreisgrabenanlage von Goseck eingebaut (s. Video dazu HIER).

Diese ausgegrabene Kreisanlage gilt als eines der ältesten Sonnenobservatorien der Welt und soll vor fast 7.000 Jahren erbaut worden sein.

Hier in Mitteldeutschland haben also unsere Vorfahren in der Steinzeit astronomisches Wissen über Jahrtausende weiter gegeben. All dies sei ein „Kult“ gewesen, sagen die Forscher, der in ganz Europa blühte. Prinzipiell sogar weltweit.

Der Kult der Ringwallanlagen

Den Ursprung dieses Kultes um derartige Ringwallanlagen siedeln Archäologen vor fast 7.000 Jahren in Ungarn und der Slowakei an. Von hier haben ihn verschiedene Steinzeit-Kulturen und –Völker übernommen und in ganz Europa verbreitet. Mehre Jahrtausende lang überdauerte diese Epoche der Baumeister, und selbst 5.000 Jahre später errichtete man noch solche Ringanlagen. Wobei aber auch die rätselhafte Megalithkultur Europas diesen Sonnen- und Himmelskult übernahm. Auch zahllose ihrer Bauten aus gewaltigen Megalithen sind astronomisch ausgerichtet worden.

Ein Problem haben die Archäologen mit der Interpretation dieser Anlagen. Nicht nur, dass die gefunden Reste Jahrtausende umspannen, sondern sie hatten nicht alle den gleichen Zweck. Einige dienten als „Sonnentempel“, „Versammlungsplatz“ und „Kalender“ der Steinzeit. Andere Ringwallanlagen scheinen hingegen keine kosmischen Bezüge zu haben. Sie werden deshalb als einfache „Verteidigungsanlagen“ interpretiert. Vielleicht auch als geschützter Handelsplatz oder politischer Versammlungsort von Stammesherrschern und Clan-Chefs. Der Übergang ist dabei aber oftmals wohl fließend.

Belegt ist bei vielen Ringanlagen aber eben auch Megalithbauten der Vorzeit der „Himmels-Kult“. Man verehrte hier offensichtlich den Mond und auch die Sonne, da deren periodische Wenden und Bahnen in den Bauwerken durch sogenannte Visierlinien oder Peilpunkte ermittelt und bestimmt werden konnten. Die vorzeitlichen Priester, Herrscher oder spirituellen Führer konnte anhand dieser Anlagen quasi die Zukunft vorhersagen. Geht die Sonne oder der Mond hier oder dort auf, beginnt ein neuer Zyklus. Ein neuer Monat oder die Tage werden wieder länger und die dunkle Jahreszeit geht zu Ende.

Fraglos ein Machtinstrument für all jene Personen, die die Ausrichtung dieser Bauwerke richtig „lesen“ konnten.

Archäologen sehen das grundsätzlich ebenso. Sie sprechen von einem „Sonnenkult“ als Quelle allen Lebens. Vor allem sprechen sie immer wieder davon, dass die ersten Ackerbauern damit einen verlässlichen Kalender für die Landwirtschaft hatten. Die richtigen Zeiten für Aussaat und Ernte wäre ein elementares Wissen in dieser Gesellschaft gewesen. Sie haben kaum der Kultur der Jäger und Sammler den Rücken gekehrt und waren sesshaft geworden. Also beobachteten sie Jahrzehnte den Himmel, gaben ihr Wissen weiter und errichten letztlich Ringanlagen und Megalithbauten als Vorzeit-Kalender.

Vorzeit-Kalender

Soweit – so schlecht.

Die „Kalender-Theorie“ ist auch unter den Archäologen nicht immer unumstritten. Sie verweisen beispielsweise auch auf den Umstand, dass man nicht weiß, woher dieses Wissen eigentlich ursprünglich stammt. Einige Forscher vermuten sogar das frühzeitliche Mesopotamien als Ursprung. Andere verweisen darauf, dass die schriftlichen Aufzeichnungen über Himmelsbeobachtungen in Mesopotamien viele Jahrtausende jünger als die Bauten in Europa sind. Hier klafft eine zu große Lücke. Ausschließen, dass Einwanderer aus dieser Region im Nahen Osten dieses Wissen und die Fähigkeit zur Bestimmung solcher Himmelsbeobachtungen von dort mitbrachten, kann man aber nicht.

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Vielmehr scheint es aber unabhängig voneinander an verschiedenen Orten eine solche Entwickelung gegeben zu haben. Der Mond als das „Licht in der Nacht“ scheint in der Vorzeit möglicherweise den ersten „Kult“ ausgelöst zu haben. Jäger und Sammler verehrten ihn, da er ihnen in der Nacht Licht für ihre Jagd gab. Auch der Menstruationszyklus der Frau könnte damit in Verbindung gebracht werden, vermuten einige Forscher. Als Symbol für Fruchtbarkeit und das Leben.

Erst später gesellte sich der Sonnenkult dazu, als unsere Vorfahren bereits Ackerbau und Viehzucht betrieben. So zumindest eine These.

Die Venus von Laussel

Interessant ist hierbei die rund 25.000 Jahre alte Venus von Laussel aus Frankreich. Ein Relief einer typischen europäischen Venus von 42 Zentimeter Höhe, die in ihrer rechten Hand einen sichelförmigen Gegenstand hält. Dieses Objekt in der Hand erinnert an die Mondsichel, auch wenn es wahrscheinlich das Horn eines Bisons ist. Auf diesem Horn wiederum finden sich 13 Einkerbungen, die als Mondphasen und/oder die Zahl der jährlichen weiblichen Zyklen interpretiert werden. Da die nackte Venus die linke Hand auf ihrem üppigen Bauch liegen hat, wird die Darstellung als Zeichen der Schwangerschaft gesehen. Eben im Zusammenhang mit einem Mondkalender bzw. mit den Mondzyklen.

Ob diese Interpretation als eine Art „Mondkalender“ zutrifft, bleibt Spekulationen.

Eine andere Deutung geht aber ebenso in die Richtung eines „Kalenders“. Dale Guthrie vermutete 2005 in „The Nature of Paleolithic Art“, dass das Horn in der Venus-Hand das Horn eines Steinbock sein könnte. Die 13 eingebrachten Kerben würden seiner Meinung nach für 13 Jahre stehen. Angeblich wäre dies das beste Alter eines Steinbocks, um ihn zu jagen. Wobei es mehr als fraglich ist, wie Jäger vor 25.000 Jahren bei der Jagd erkennen sollen, dass der erspähte Steinbock das perfekte Bejagungsalter hat.

Und haben sie jünger Tiere dann verschont, um sie erst mit Erreichen des 13. Lebensjahrs wieder zu suchen und letztlich zu erlegen?

Die “ersten Wissenschaftler der Welt” und der Mond

Nicht weniger umstritten sind die Thesen von Dr. Phillip J. Stooke von der Universität von Western Ontario zu der rund 5.000 Jahre alten Megalithanlage Knowth. Sie liegt nördlich von Dublin in Irland. Dort finden sich an den Steinen der fast zwei Dutzend Megalithgräber sonderbare Gravuren in Form von Kreisen, Sicheln und Spiralen, die Stooke als Mondumläufe interpretiert. Ähnliches findet sich auch innerhalb der des magalithischen Ganggrabes von Gavinis in der Bretagne. Stooke glaubt nach einem Abgleich mit modernen Mondfotos sogar, dass die Erbauer von Knowth eine Karte der Mondoberfläche skizziert haben. Zumindest so gut, wie sie es damals mit dem Augen sehen konnten.

In seiner Veröffentlichung „Neolithic Lunar Maps at Knowth and Baltinglass, Ireland“, die am 1. Februar 1994 im renommierten „Journal for the History of Astronomy“ erschien, ist Stooke sicher, dass nicht er Leonardo da Vinci die erste Karte des Mondes zeichnete. Die Steinzeitmenschen von Irland kamen ihm rund 6.500 Jahre zuvor. Es seien damit die „ersten Wissenschaftlern überhaupt“ gewesen, denn „deutlich sind seine Oberflächenstrukturen wiederzuerkennen, vom Mare Humorun bis zum Mare Crisium“, schreibt der Forscher.

Dass im sehr dünn besiedelten Europa der Steinzeit sich die ersten hart arbeitenden Viehzüchter und Bauern zusammen schlossen, um Megalithbauten und Ringwallanlagen zu errichten, ist eine erstaunliche Tatsache. Auch und vor allem jene, die offenkundig als Kalender und der Himmelsbeobachtung dienten. Es kann aber nicht zutreffen, dass diese Bauten der Landwirtschaft dienten, wie es immer wieder angenommen wird. Sinn und Zweck müssen wesentlich tiefer liegen, als nur Kalendarien für Aussaat und Ernte.

“Atomuhren der Steinzeit”

Obwohl selbst Stonehenge als klassisches Beispiel solcher Bauten in seiner ursprünglichen Form lediglich als Holz bestand, bedarf es nicht derart gewaltiger Anlagen. Die zuvor über sehr viele Jahre gemachten Himmelsbeobachtungen kann man wesentlich einfacher festhalten. Wenn man sie denn wirklich für die Landwirtschaft nutzen wollte …

Zum Beispiel könnte jede steinzeitliche Dorfgemeinschaft für ihre Landwirte einfache Stöcke an entsprechende Positionen in die erste stecken. Man muss dafür keine riesigen Anstrengungen unternehmen, um die Zeitmesser aller Art mit teilweise erheblichem Aufwand zu bauen. Noch weniger muss man das Jahrtausende lang. Allerdings könnte man spekulieren, dass Ringwallanlagen und Megalithbauten dieser Natur so was wie die „Atomuhren der Steinzeit“ waren. Verbunden mit einer Verehrung der Gestirne. Das heißt, dass man diese Gemeinschaftsprojekte für die Priesterkaste oder eben Herrscherklasse erbaute, an denen das gemeine Volk ihre Kalender und Zeitmesser mehr oder weniger „stellen“ konnte. Boten – quasi Mitarbeiter der Himmelspriester – brachten von dort aus die Kunde in alle Winkel der Region, um die einzelnen Sippen zu informieren.

Dass die Steinzeit-Ackerbauern den beschwerlichen Weg zu einem solchen Mond- und Sonnenkalender auf sich nahmen, um „mal eben auf die Uhr zu sehen“, ist sehr fraglich. Außer, das wird auch durch archäologische Funde bestätigt, zu festlichen Anlässen und sogar regelrechten Gelagen. Zu Trauerfeierlichkeiten und Bestattungen hochgestellter Persönlichkeiten sicher ebenso.

Die älteste Uhr der Welt

Vor 10.000 Jahren haben unsere Vorfahren den angeblich ältesten Kalender der Welt in Schottland gebaut. Entdeckt wurde er auf einem Feld nahe dem „Crathes Castle“ in Aberdeenshire (s. a. Beitrag HIER) von Forscher der Universität von Birmingham. Dort zeigten sich eine Reihe von dunklen Verfärbungen im Feld, die sich nach Untersuchungen von  Vincent Gaffney und seinem Team mittels Grabungen und Bodenradar schnell als uralte Pfostenlöcher herausstellten. Insgesamt sind es ein Duzend Gruben, von denen die Größten mehr als 2 Meter Durchmesser haben. Computersimulationen und eine Überprüfung der Lage der Funde mit der Umgebung zeigte schnell, dass hier eine Urzeit-Uhr entdeckt wurde.

Unterschiedliche Bahnen und Zyklen von Mond und Sonne wurden hier für die Ermittlung der Zeit verfolgt und markiert, so Gaffney und sein Team in der Veröffentlichung „Time and a Place“ vom Juli 2013. „Als wir merkten, mit was wir es hier zu tun haben“, so der Forscher, „wurde uns schlagartige die Tragweite bewusst“.

Löcher im Erdreich, in denen mal Holzpfosten zur Zeitmessung von Sonne und Mond steckt, sind eine vergleichsweise einfache Technik. Natürlich unter der Voraussetzung, dass vor 10.000 Jahren genügt Experten mit dem Wissen um solche Kalender vor Ort waren.

„Taschenkalender“ für den allgemeinen Bedarf wie eben die Landwirtschaft waren das aber auch nicht. Hier wäre die Himmelsscheibe von Nebra wesentlich geeigneter. Wobei aber auch dieser Fund aufgrund der dafür verwendeten wertvollen Materialien mit Sicherheit der Führungsklasse zuzuordnen ist. Speziell in diesem Fall aus der Region des Fundortes, da die Scheibe an dessen geographische Lage ausgerichtet ist.

Tatsächlich aber gibt es einige Funde, die darauf hindeuten könnten, dass der „Höhlenmensch“ von vor bis zu 38.000 Jahren, die ersten Mondkalender der Welt schuf. Taschenkalender auf Knochen, auf die Alexander Marshack vom Peabody-Museum der Universität Harvard in einer Reihe Veröffentlichungen immer wieder hinwies.

Taschenkalender der Steinzeit

Marshack zählt in seinem Buch „The Roots of Civilization“ (1972) eine ganze Reihe solcher mutmaßlichen Kalender auf. Etwa den Ishango-Knochen, der 1950 in Belgisch-Kongo entdeckt wurde. Ein mindesten 20.000 Jahre alter und nur 10 Zentimeter langer Knochen eines Pavian, auf dem drei Spalten von Einkerbungen zu finden sind. Bei seinen Untersuchungen dieses Artefaktes fand Marshack heraus, dass die Kerben in dem Knochen in unterschiedlicher Tiefe, Art, Richtung und Form eingebracht wurden. Einen Umstand, den er auch an anderen Funden dieser Art aus Europa feststellen konnte.

Für ihn ein eindeutiger Hinweis, dass es sich hierbei um einen Mondkalender handeln muss. Denn auch die Zyklen unseres Trabanten konnte er anhand der Kerben herleiten. Kritiker bezweifeln diese Theorie von einem Urzeit-Kalender. Sie sei nicht nur unwissenschaftlich, sondern die Kerben wären nichts weiter als afrikanische Kunst. So beispielsweise Mark Siegltuch in seiner Studie „Lunar Calendars or Tribal Tattoos?“ (2014) oder Francesco D’Errico in „Current Anthropology“ (Nr. 1/1989). D’Errico bezeichnet die Mondkalender-These von Marshack darin als „einen Fall von Wunschdenken“.

Nichtsdestotrotz hat Marshack in seinen Publikationen zu seinen Untersuchungen eine ganze Sammlung von solchen mutmaßlichen Mondkalendern vorgelegt. Insgesamt mehrere Dutzend.

Ein mit 69 Zeichen oder Symbolen verziertes Knochenstück erwies sich seiner Meinung nach dabei ebenso als Volltreffer. Das nur 5 Zentimeter kleine Stück wurde in der Dordogne in Frankreich gefunden und ist rund 30.000 Jahre alt (s. Titelbild). Die Einkerbungen in diesem Fundstück wurden nach seinen Untersuchungen mit zahlreichen unterschiedlichen Werkzeugen über einen längeren Zeitraum hinweg dort eingebracht. Einige sind deutlich bogenförmig und weisen in verschiedenen Richtungen. Für Marshack ein klarer Hinweis, dass hier von Urmenschen Mondzyklen in den Knochen eingraviert wurden.

Kalender oder sogar Vorläufer der Schrift?

In seiner Veröffentlichung „The Tai Plaque and Calendrical Notation in the Upper Paleolithic“ („Cambridge Archaeological Journal“, April 1991) verweist Marshack auf ein rätselhaftes graviertes Stück eines Rentiergeweihs. Gefunden in der Höhle „La Marche“, Frankreich, in der ab 1937 zahllose Rizzeichnungen von Tieren und gut 155 Menschen entdeckt wurden. Teilweise wirken diese so modern, dass Archäologen sie erst für neuzeitliche Kunst und damit Fälschungen hielten.

Dennoch sind sie bis zu 15.000 Jahre alt. Ebenso wie das Stück Geweih, auf dem neben deutlichen Darstellungen von zwei Tieren eine ganze Reihe von Kerben zu erkennen sind. Auch sie enthalten nach den Interpretationen von Marshack kalendarische Information und stehen mit Mondbahnen in Zusammenhang.

Kritiker, wie der weiter oben bereits erwähnte Francesco D’Errico, sehen das auch hier wieder anders. Sie glauben auch in diesem Fall nicht an die Thesen von den urzeitlichen Zeitmessern und Mondkalendern. Allerdings, und das ist nicht minder spannend, spekuliert D’Errico, dass es sich hierbei vielleicht um den Vorläufer einer Schrift handeln könnte. In seiner Kontroverse mit Marshack im „Cambridge Archaeological Journal“ mutmaßt er über „künstliche Erinnerungs-Systeme“ oder „Speicher-Systeme“, mit denen Informationen weitergegeben werden konnten.

Im Prinzip also der Vorläufer einer Schrift. Vor 15.000 Jahren …

Geheimgesellschaften der Steinzeit

Über den Sinn dieser mutmaßlichen „Kalender“ kann man nur spekulieren. Aber ohne Zweifel lassen diese unsere Vorfahren in einem anderen Licht erscheinen. Primitive Höhlenmenschen, die grunzend mit schwingenden Keulen hinter Tieren her jagten, sind schwerlich mit dem Bild, die uns durch diese Funde vermittelt werden, zu vereinbaren. Dass der Mensch immer den Himmel beobachtete, sollte außer Frage stehen. Ebenso wenig kann man ernsthaft bezweifeln, dass  unsere Vorfahren aus den Zyklen von Sonne, Mond und Sternen versuchten Parallelen für ihre Umwelt abzuleiten. Werden die Tage kürzer – kommt die kalte Jahreszeit. Logisch.

Allerdings konnten das unsere Vorfahren ganz einfach an der sie umgebenen Umwelt ablesen. Kalender in Form von Megalithanlagen oder Ringwallanlagen benötigen sie dafür nicht. Blüht die Natur auf, kommt Frühling. Fällt das Laub, kommt der Herbst bzw. Winter. Dieses Wissen muss kein Steinzeitvolk in Stein meißeln, da es allgegenwärtig zu sehen ist.

Sie musste auch keine gigantischen Arbeitsleistungen für diverse und verstreut errichtete Kalenderbauten vollbringen. Entsprechend gravierte Holzstücke oder Knochen als mobile Taschenkalender funktionieren ebenso. Selbstverständlich nach Unterweisung durch einen kundigen Priester oder Himmelsgucker aus der höheren Gesellschaft. Solche Kalender oder Zeitmesser werden archäologisch heute aber extrem schwer zu finden sein, da der Zahn der Zeit sie zerstört. Anders als entsprechende Bauwerke, die wird heute noch finden oder deren Reste wir entdecken.

Man könnte abschließend aber auch vermuten, dass diese Bauwerke einer Clique von Eingeweihten unterstanden, die ihr astronomisches Wissen nicht weiter geben wollten. Eine Geheimgesellschaft der Steinzeit, die durch ihre Kenntnisse der Gestirne und der Zyklen der Welt sowie deren exakte Vorhersagen ihre Macht festigten konnte. Ziehen wir dann noch die Spekulationen über eine weltweite Ur-Kultur vor 12.000 oder mehr Jahren hinzu, auf die verschiedene Spuren (auch astronomisch ausgerichtete) hindeuten sollen,  passt die “einfache” Kalender-Theorie kaum mehr in diese Überlegung …

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Eine Reise zum Mond: Seltsames Märchen über “kleine Mondmenschlein” aus Indien +++ Artikel +++

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Eine Reise zum Mond: Seltsames Märchen über kleine Mondmenschlein aus Indien (Bild: PixaBay/gemeinfrei)

Der Mensch ist von jeher von den Gestirnen am Himmel fasziniert. Auch und vor allem von dem “kleinen Licht in der Nacht” – dem Mond. Und noch im 19. Jahrhundert glaubten etablierte Astronomen, dass der Mond möglicherweise bewohnt ist. Dort vermutete man eine Zivilisation von “Mondmenschen”, mit denen man vielleicht sogar Kontakt aufnehmen könnte. Nach einem Märchen aus Indien ist dies auch einem Mann gelungen. Von ihm heißt es, dass er auf geradezu wundersame Weise von der Erde zu den “kleinen Mondmenschlein” geflogen sei, da diese seine Hilfe bedurften. Ist es wirklich nur eine sagenhafte Geschichte, oder könnte da doch mehr hinter stecken? Dieser Frage soll in diesem Blog-Artikel nachgegangen werden.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Der Mann im Mond

Heute klingt es eher “niedlich”, doch der mehrfach ausgezeichnete deutsche Mathematiker, Astronom und Physiker Carl Friedrich Gauß meinte es Mitte des 19. Jahrhunderts ernst: Er wollte riesige Bepflanzungen auf der Erde in Form des pythagoräischen Lehrsatzes anlegen, um so Mondmenschen zu zeugen, dass auf der Erde intelligente Lebewesen existieren. Es war quasi ein erster Schritt in Richtung SETI – der Suche nach außerirdischen Intelligenzen im All.

Inzwischen wissen wir, dass auf dem Mond keine Mondmenschen – also Außerirdische leben. Wenn man die Spekulationen um UFO-Basen etc. auf dem Mond einmal außen vor lässt.

Doch in der Welt der Sagen und Märchen spielt der Mond seit jeher eine nicht minder interessante und wichtige Rolle. Zahllose Mondmärchen und Mythologien wurden und werden darüber erzählt. Das beginnt natürlich schon bei den weltweiten Schöpfungslegenden, die selbstverständlich oft auch dem Mond einen wichtigen Platz einräumen. Andere Sagen wiederum erzählen davon, dass es auf dem Mond wundersame Lebewesen geben soll, die dann und wann sogar Menschen der Erde kontaktierten oder sogar zum Mond entführten.

Genau eine solche Sage von Mondmenschen stammt aus Indien. Aufgezeichnet ist sie in dem Buch “Mondmärchen” von Wanda Markowska und Anna Milska, das 1979 in Warschau erschien.

Eine geflügelte Kuh vom Himmel

Leider ist nicht zu erfahren, woher genau aus Indien diese Erzählung stammt, da die Herausgeber nur “aus Indien” als Quelle angaben. In dieser Geschichte wird von dem armen Gärtner Nanawati erzählt, der “für eine kümmerliche Handvoll Reis” für seinen habgierigen Herrn arbeitete. Es reichte gerade so zum Überleben und Nanawati galt als “der beste Gärtner im ganzen Land”. Von weither kamen die Leute um staunend den wundervollen Garten seines Herrn zu bewundern.

Doch das Leben von Nanawati änderte sich plötzlich und unverhofft, als er in dem von ihm liebevoll gepflegten Park seltsame Spuren entdeckte:

Eines Tages bemerkte Nanawati, dass die sorgfältig gepflegten, teppichähnlichen Rasenflächen zerdrückt und zertrampelt waren. Zu seiner Verwunderung entdeckte er im lockeren Erdreich tiefe, merkwürdige Spuren, die sahen nicht aus wie die Abdrücke von Pferdehufen, und Büffelklauen glichen sie auch nicht. Kein Tier der Erde hätte solche Spuren hinterlassen.

‘Was kann denn das nur gewesen sein?’ überlegte Nanawati. ‘Der Park war doch bewacht, kein Fremder konnte hier eindringen, erst recht nicht, wenn er auf einem Pferd, Esel oder Büffel geritten wäre.’

Um dem Verursacher der seltsamen Spuren auf die Schliche zu kommen, versteckte sich der leidenschaftliche Gärtner “in einer Nacht, als gerade Vollmond war und ringsum Stille herrschte” in einem Gebüsch. Dort wollte er den vermeintlichen Übeltäter auflauern. Und er wurde nicht enttäuscht, denn plötzlich “vernahm er ein Geräusch” im Park. Also kroch er auf allen Vieren aus seinem Versteck um nachzusehen:

Nanawati schaute hin und mochte seinen eigenen Augen nicht trauen. Welch ein Wunder! Auf dem Rasen graste eine milchweiße Kuh, und aus ihren Seiten wuchsen riesige Flügel! Nun hob sie den gewaltigen gehörten Kopf, stand unbeweglich und sah zum Mond empor.

Der arme Gärtner war starr vor Schrecken und “wagte kaum zu atmen”, da er die wundersame “Kuh” nicht verschrecken wollte. Plötzlich aber begann die geflügelte Kuh “leicht wie im Tanze” den Rasen zu umrunden und “den Kopf zu wiegen”. Sie wollte davon fliegen:

… dann aber entfaltete sie mit lautem Knattern ihre Flügel und begann sich langsam zur Höhe empor zu heben. Nanawati erwachte aus seiner Erstarrung, rannte aus dem Gebüsch, packte den Schwanz des Wundertieres und flog mit der Kuh davon.

“Kleine Mondmenschlein”

Nanawati flog nun immer weiter, schneller und höher “über das Firmament”. So reiste er bis “ans Himmelgewölbe” und vorbei “an Sternen und Sternbildern jagte” die Wunderkuh mit ihm. Dann erreichten sie das dreifache “silberbeschlagene Mondtor” mit einem riesigen Torrahmen. Überall im Himmel hallte es wieder, als die Kuh mit ihren Hörner an das Tor stieß. Es öffnete die “Führerin des Schloss im Mond“, die von ihm wissen wollte, ob er der “berühmte Gärtner von der Erde” sei.

So betrat der Mondreisende das Schloss auf unserem Trabanten, dass von “kleinen Mondmenschlein” bewohnt war. Freundlich nahmen sie ihn auf, denn sie hatte einen Auftrag von ihn. Die wundervollen Gärten, die er auf der Erde für seinen Herrn anlegte, sahen auch die Mondmenschlein. Sie wollten einen ebensolchen Park für ihr Schloss auf dem Mond. Nanawati war gerne hilfreich, da er eine keine Arbeit scheut. Jedoch hatte er bedenken, dass seine Familie auf der Erde von seinem Herrn verstoße werden, wenn er nicht wieder zurück kommen wird.

Schwerwiegender war nach Ansicht des indischen Landschaftsgärtners aber der Umstand, dass auf dem Mond nicht wirklich etwas wachsen kann:

Euer Licht hier ist kalt, ohne Sonne. Frost und Eis lassen eure Scholle erstarren, Samen können darin nicht keimen.

Das betrübte die Mondmenschlein ungemein. Doch der Gärtner wusste dennoch zu helfen, da er Samen auf der Erde habe, die auch unter den Bedienungen des Mondes wachsen würden. Man müsse sie nur eben holen:

Augenblicklich ließen sich mehrere Mondmenschlein an Lichtstrahlen auf die Erde hinab, sie sammelten die Samen und schöpften Wasser aus der Quelle in ihren silbernen Eimer.

Nach getaner Arbeit – die Blumen und Pflanzen wuchsen inzwischen prächtig auf dem Mond – hieß es Abschied nehmen von den dankbaren Mondbewohnern. Es sammelte noch ein paar Edelsteine als Entlohnung ein, die überall auf dem Mond herum lagen, und flog so mit der Wunderkuh zur Erde zurück. Kraftlos vor Müdigkeit schlief Nanawati hier sofort ein, “während die geflügelte Kuh in den Himmel zurückkehrte”.

Der gierige Herr

Am Folgetag entdeckte der Chef seinen Gärtner schlafen im Gras liegen und wurde wütend auf seinen Angestellten. Er warf ihm vor, dass er sich die ganze Nacht herumgetrieben und schamlos betrunken habe, so dass er jetzt am heiligten Tag bei der Arbeit schlafen müsse. Auch den Erklärungen von Nanawati, dass er mit einer Wunderkuh auf dem Mond war, glaubte er nicht. Verständlicherweise. Hirngespinste seien es, und der Mann wurde immer wütender!

Erst als Nanawati ihn die Edelsteine zeigte, die er vom Mond mitnahm, glaubte sein Herr ihm die seltsame Geschichte. Er drohte ihm allerdings damit, dass er ihn als Dieb vor Gericht stellen und eine Tracht Prügel verabreichen wird. Doch die Gier siegte und der zornige Chef des Gärtners wartete nun selber in der Nacht auf die fliegende Kuh, um mit ihr zum Mond zu reisen. So kam es auch.

Bei den Mondmenschlein angekommen raffte er voller Habgier zwei extra mitgebrachte “gewaltige Säcke” mit den Edelsteinen voll. “Nimm dir, so viel nur dein Herz begehrt”, so die Außerirdischen vom Mond zu dem gierigen Herren des Gärtners Nanawati  Auf dem Mond könne man mit diesen Steinen so oder so nichts anfangen. Gesagt und ohne ein Wort des Dankes getan – und so kam es, wie es kommen musste:

Auf dem Rückflug zur Erde waren die Säcke mit den Kostbarkeiten viel zu schwer und er stürzte ab. “Taub wie ein Baumstmpf” und stumm vor Angst fand ihn sein Gärtner “bis zum Hals im Sumpf” stecken und um Hilfe wimmern. Die Edelsteine aber waren verschollen; wahrscheinlich im Sumpf untergegangen.

Der Gärtner und seine Familie wiederum lebten fortan “glücklich und zufrieden”, da er noch einen Rest Edelsteine besaß, “die ihm der reiche nicht weggenommen hatte”. Wehmütig blickten sie von nun an zum Vollmond, ob sie dort die Gärten sehen können, die Nanawati liebevoll für die Mondmenschlein angelegt hatte. Und vielleicht kommt die Wunderkuh vor seinem Tode nochmals wieder, damit er “noch eine Reise zum Mond unternehmen” könne …

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Habgier und Moral

Die Kernaussage dieses Märchen ist eindeutig zu erkennen: Habgier zahlt sich nicht aus, was “der Reiche” der Erzählung bitter zu spüren bekam. Lässt sich zwischen den Zeilen dieser Geschichte aber vielleicht sogar noch mehr erkennen, wie in so viele Märchen und Sagen auch? Immerhin kann man in einer Vielzahl von derartigen “Berichten” durchaus auch Parallelen zum UFO-Phänomen finden oder ziehen (s. z. B. HIER, HIER, HIER, HIER, HIER und HIER sowie Video HIER)

So auch hier.

Da aber Wanda Markowska und Anna Milska 1979 keine Quelle des Märchen nannten, ist es in diesem Fall schwer moderne Ergänzungen und den alten Kern zu finden. Ließt man dieses Mondmärchen vollständig, finden sich darin Passagen und Aussagen, die womöglich sogar von den Herausgebern selber stammen. Sie scheinen mit ihren Worten dies indischen Märchen nacherzählt zu haben. Wörter wie “Hirngespinst”, “besaufen”, “Spitzbube”, “Gauner” und andere lassen diesen Schluss durchaus zu.

Die fraglose Moral-Erzählung erstaunt aber dahingehend, dass diese Wunderkuh mit Lärm (“Knattern”) ihre Flüge ausbreitet und Spuren hinterlassen haben soll, die sich der Gärtner nicht erklären konnte. Kühe waren und sind in weiten Teilen Indiens “göttliche Tiere”. Sie werden bekanntlich verehrt und geehrt. Warum sollten dann Kuhspuren nicht zu identifizieren sein?

Interessant auch der Umstand, dass in dem Märchen klar auf den kalten, dunklen und eisigen Mond verwiesen wird. Schließlich war das auch der Grund, warum einige Mondbewohner mit ihrem “Lichtstrahl” zur Erde reisten, um geeigneten Samen zu besorgen. Eigentlich ist das Wissen über die Beschaffenheit und Natur unseres Mondes eine Errungenschaft des Raumfahrtzeitalters. Frühere Astronomen haben in den dunklen Flecken des Mondes sogar noch Meere gesehen. Andere ganze Wälder und Landschaften.

Weshalb wird dann in dieser indischen Erzählung die Heimat der kleine Mondmenschlein so trostlos und frostig beschrieben? Wir werden es wohl nie wirklich erfahren …

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