Search Results for: Fossilien

Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren?

Teilen:
Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren? (Bilder: E. H. Colbert)
Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren? (Bilder: E. H. Colbert)

Jene Forscher, die sich mit der Kryptozoologie befassen, suchen nicht nur heute nach Tieren, die als ausgestorben oder unbekannt gelten. Sie verweise auch immer wieder auf Tierdarstellungen der Vergangenheit, die an ausgestorbene Tiere erinnern. Hierzu gehört eine fast 5000 Jahre alte Bronze-Figur der Sumerer, die vor rund 100 Jahren in den Ruinen der Stadt Kish in Mesopotamien entdeckt wurde. Vergleiche zeigen, dass das dargestellte Tier starke Parallelen zu einer Gattung zeigt, die eigentlich tausende Jahre zuvor schon ausstarb. Wie kann das sein? Oder wurde hier nur ein normaler Hirsch mit Phantasie vermischt?


Kryptozoologie

Die uralte Zivilisation der Sumerer aus Mesopotamien verbindet heute wohl kaum jemand mit der Kryptozoologie. Denn der zoologische Forschungszweig der Kryptozoologie sucht nach Tieren, die als längst ausgestorben gelten. Oder solche, die bisher noch nicht für die Wissenschaft entdeckt wurden.

So hat wohl jeder schon mal von dem Bigfoot und dem Yeti gehört. Große „Affenmenschen“, von denen in vielen Regionen der Erde immer wieder Exemplare gesehen worden sein sollen. Entdeckt, belegt und wissenschaftlich klassifiziert hat diese offenbar nahen Verwandten des Menschen bisher niemand. Und doch sind viele Forscher sicher, dass es sieht gibt.

Tatsächlich wurden und werden immer wieder Tierarten entdeckt, die der Forschung zuvor unbekannt waren. Oder die als unlängst ausgestorben galten. So spektakulär wie ein riesiger behaarter Affenmensch wie etwa der Bigfoot sind diese natürlich nicht.

Kryptozoologen und auch Autoren des Phantastischen verweisen in ihren Veröffentlichungen aber auch immer wieder auf sonderbare Tierdarstellungen aus längst vergangenen Zeiten. Diese scheinen Wesen zu zeigen, die es heute nicht oder nicht mehr gibt. Selbst Darstellungen von Kreaturen oder „Monstern„, die sehr an Dinosaurier erinnern, sind darunter. Und das in aller Welt, wo solche Abbildungen oder sogar Figuren von den unterschiedlichsten Völkern hinterlassen wurden.

Sie alle sind meistens eine Frage der Interpretation und des Deutungs-Willens. Während die einen beispielsweise solche Tiere auf Felszeichnungen als „Fabelwesen“ oder „mythische Tiere“ interpretieren, sehen andere hier Hinweise, dass sie reale Lebewesen zeigen. Zum Beispiel Saurier, die von Menschen selber gesehen wurden und damit nicht vor 65 Millionen Jahren ausstarben.

Andere Funde – vor allem von eindeutigen Dinosaurier-Figuren und –Abbildungen – werden meist pauschal als Schwindel bezeichnet.

Kryptozoologie, Dinosaurier und Huftiere

Und so hat man bei all den mutmaßlichen Hinweisen, dass unsere Ahnen vor zum Teil Jahrtausenden Tiere abgebildet haben, die es eigentlich nicht mehr gegeben haben kann, seit Jahrzehnten eine nie endende Diskussion. Darstellungen von eindeutigen Dinosauriern werden dabei von der etablierten Forschung meist pauschal als Fake beiseite geschoben. Menschen und Saurier verpassten sich um fast 65 Millionen Jahre auf diesem Planeten, so die übliche Lesart der Erdgeschichte.

Damit kann kein Mensch diese Giganten der Urzeit mit eigenen Augen gesehen haben, da diese lange vor den ersten Menschen vom Antlitz der Erde verschwunden waren. Oder überlebten sie doch bis in historische Zeiten, fragen andere Autoren.

Zweifellos sollte jeder skeptisch werden, je spektakulärer die vorgezeigten Funde erscheinen. Vor allem dann, wenn sie als „Beweise“ angepriesen werden – und dann eine mehr oder weniger fragwürdige Fundgeschichte ausweisen. So etwa bei vielen der „Steine von Ica“ aus Peru, zu denen HIER ein Mystery Files-Video eines Vortrages online ist.

Sind also alle angeblichen Beweise, dass Menschen vermeintlich ausgestorben Tiere in der Vergangenheit gesehen haben, hinfällig? Ich denke nicht.

Kryptozoologen dokumentieren immer wieder interessante Tiere und die nicht minder spannenden Hinweise auf diese. Einer von ihnen ist der bekannte Forscher und Autor Dr. Karl Shuker. Er legte unter anderem schon 1995 das Standardwerk „In Search of Prehistoric Survivors“ vor, das seit dem in verschiedenen Auflagen erschien.

In diesem Buch berichtet er unter anderem von einem „rätselhaften Wagenring sumerischen Ursprungs“. Dieser sei „mit der Skulptur eines großen Geweihtieres verziert ist, dass eine verblüffende Ähnlichkeit mit einer sehr großen asiatischen und afrikanischen Sivathere, dem Sivatherium, aufweist“, so Shuker. Dieser Fund sei „fesselnd“ aber auch „umstritten“.

Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren? (Bilder: Field Museum of Natural History/ CC BY-NC 4.0 & deviantart.com/nankeyike)
Rätselhafte Figur: Links die fats 5000 Jahre alte Darstellung der Sumerer, rechts eine Rekonstruktion einer „Rindergiraffe“ (Bilder: Field Museum of Natural History/CC BY-NC 4.0 & deviantart.com/nankeyike)

Vor 8000 Jahren ausgestorben

Hierbei hat Shuker nicht untertrieben. Auch wenn ein Sivatherium alles andere als ein Dinosaurier ist.

Dieses Tier gehört zu den „Rindergiraffen“, die eine Art Mischung aus Giraffe, Kuh und Hirsch waren. Heute gibt es sie nicht mehr, denn diese Huftiere lebten vor etwa 12 Millionen Jahren und starben offiziell vor 8000 Jahren aus. Sie leben in Asien ebenso wie in Afrika und den warmen gebieten Europas. Durchaus beeindruckende Tiere, da sie bis zu drei Meter groß wurden und einige aus der Familie an die 400 Kilogramm auf die Waage brachten. Aktuellere Schätzung sprechen sogar von einem Gewicht von über 1,2 Tonnen.

Unsere Vorfahren haben dieses Tier also noch mit eigenen Augen sehen können. Die genannte Figur von Shuker passt aber ganz und gar nicht zu der üblichen Datierung dieser Tiere. Sie stammt von den Sumerern und heutige Irak und entstand erst tausende Jahre nachdem das Sivatherium angeblich ausstarb.

Deutlich ist nach all den Jahrtausende ein Huftier („Paarhufer“) zu erkennen, dass vier Hörner am Kopf trägt. Zwei große und nach außen abstehende Hörner seitlich am Hinterkopf und zwei kleine direkt über den Augen auf dem Schädel. Seitlich abstehend erkennt man die Ohren und in der Nase so was wie ein Ring mit einem Strick, der zu einem der Vorderbeine führt. Das dargestellte Tier war demnach offensichtlich domestiziert.

Gefunden wurde diese Figur bereits 1928 bei Ausgrabungen des „Field Museum of Natural History“ (Chicago) und der Universität Oxford in der uralten sumerischen Stadt Kish. Vor Jahrtausenden war das rund 18 Zentimeter große Fundstück aus Bronze ein dekoratives Teil eines Schreitwagens der alten Sumerer. Ersten Datierungen nach war das vor 5500 Jahren. Wobei nachfolgende Untersuchungen des Fundes die Figur auf 2800 bis 2750 vor Christus datieren, so David S. Reese 1990 in dem Magazin „Cryptozoology“ (Nr. 9).

Nur ein normaler Hirsch der Sumerer?

Da diese Tierart vor 8000 Jahren ausgestorben sein soll, macht eine jüngere Datierung das Objekt in diesem Fall sogar noch interessanter.

Erstmals beschrieben wurde die Figur schon 1930 und 1931 von den Forschern Dr. Berdhold Laufer („Field Museum News“, Vol. 1, No. 3, 1930) und Henry Field („Art and Archaeology“, Vol. 31, No. 5, 1931). Laufer, der ehemalige Kurator für Anthropologie am „Field Museums“, schrieb damals unter anderem:

„(…) ein langes und schweres Seil von der Schnauzte des Tieres deutet darauf hin, dass Hirsche von den frühen Sumerern lebend gefangen und gezähmt worden sein müssen.“

Somit war die Identifizierung des Tieres mit seinem Geweih als Hirsch beziehungsweise Dammhirsch „in trockenen Tüchern“, wie man so schön sagt.

Jedoch nicht sehr lange, denn bereits 1936 meldete der Paläontologe Edwin H. Colbert in dem Fachmagazin „American Anthropologist“ (Nr. 38) Zweifel an der Deutung als Hirsch an. In seinem Artikel stellte er die Frage ob „existierende Sivatherium den frühen Sumerern bekannt“ waren und listet insgesamt 7 Punkte auf, die seiner Meinung gegen einen Hirsch sprechen. Und damit für eine Darstellung eines Sivatherium.  Er glaubt nicht, dass „der sumerische Künstler seiner Fantasie freien Lauf ließ und zufällig ein Tier schuf, das Sivatherium verblüffend ähnlich sieht“.

Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren? (Bilder: Field Museum of Natural History/ CC BY-NC 4.0 & deviantart.com/nankeyike)
Nur ein Hirsch? (Bilder: Field Museum of Natural History/CC BY-NC 4.0)

Vor allem sind es die vier erkennbaren Hörner der Figur. Kein lebendes Huftier in dieser Größe hat solche Merkmale. Ein Hirsch so oder so nicht. Damit ähnelt das Artefakt in seinen Details weit mehr einem Sivatherium, was kaum Zufall sein kann, so Colbert. Diese Tiere wären folglich noch in den Zeiten der Sumerer, die als erste Zivilisation der Menschheit gelten, über die Erde gestreift. Und von diesem Volk gefangen und domestiziert worden.

Überlebt und vergessen?

Was allerdings wieder erstaunlich ist. Denn egal ob Hirsch oder riesige „Rindergiraffen“: Warum versah man das Tier mit einer „Leine“ und wozu dienten die Geschöpfe letztlich den Menschen? Hielten die Sumerer es in Gehegen, vielleicht als Nahrung?

Colbert verwies schon damals auf Funde in Afrika, die darauf hindeuten könnten, dass diese Sivatherium dort noch in mehr oder weniger historischer Zeit lebten. Eingewandert von Indien über den Nahen Osten beziehungsweise Mesopotamien und damit quer durch das Land der Sumerer. Und so resümiert Colbert am Ende seiner Untersuchung folgendes:

Ist es also nicht möglich, dass irgendwo in Kleinasien Sivatherium bis in die jüngste Zeit überlebt hat? Diese Frage ist gegenwärtig mehr oder weniger im Bereich der Spekulation, aber sie muss nicht als völlig hypothetisch verworfen werden hypothetisch verworfen werden, vor allem angesichts der Beweise, die die kleine Figur, die an einem Zügelring in Kish gefunden wurde.“

„Ob die Ähnlichkeiten echt oder nur zufällig sind, ist eine höchst umstrittene Frage“, unterstreicht Colbert in seiner Untersuchung. Das sieht auch Shuker so, den die Ähnlichkeit dennoch beeindruckt. So schreibt er in „In Search of Prehistoric Survivors“:

„(…) aber die morphologische Übereinstimmung zwischen der Figürchen und der wahrscheinlichen Aussehen von Sivatberium (basierend auf Rekonstruktionen aus fossilen Beweisen) ist überzeugend genug, um diesen Gedanken ernsthafte Erwägung zu ziehen.“

Dann wurde es bis 1977 still um diesen außergewöhnlichen Fund. Bis der Doktorand Michael Miiller-Karpe von der Universität Heidelberg eine „bemerkenswerte Entdeckung“ im „Field Museum“ machte.

„Fabelwesen“ der Sumerer?

So berichtete das „Field Museum of Natural History Bulletin“ (Vol. 48, No. 10, November 1977) in einer kleinen Notiz, dass Miiller-Karpe „in einer kleinen Kiste mit getrocknetem Schlamm in einem Field Museum-Lagerraum“ zufällig bei der Durchsicht von „hunderten Metallgefäßen aus dem Alten Orient“ Stücke der Tierfigur wiederfand. Es war „das korrodierte Geweih des Hirsches“, so das Museum in seiner Mitteilung.

Durch diesen Zufallsfund konnten die Experten die Figur der Sumerer wieder komplettieren. Heraus kam ein Huftier mit einem Geweih, das nicht den meisten früheren Interpretationen und Rekonstruktionen eines Sivatherium entsprach. Diese verzweigten Hörner erinnern nun wieder an einen Hirsch.

Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren?
Ruinen von Kish und Karte von Mesopotamien (Bilder: gemeinfrei & Archiv Autor)

Die Diskussion war damit aber noch lange nicht beendet.

So erschien beispielsweise 1990 in „Cryptozoology“ (Nr. 9) der Beitrag „Sivatherium defended“ von Christine Janis, in dem sie die Deutung der Figur als ausgestorbenes Vorzeit-Tier verteidigte. Denn der massive Körperbau der Figur entspräche nicht dem eines Hirsches. Und natürlich haben Hirsche keine doppelten Hörner zusätzlich auf dem Schädel über den Augen. Außerdem gab es Variationen der großen Hörner oder des Geweihs von „Rindergiraffen“, wie es Fossilienfunde aus Afrika beweisen.

Auch spätere Veröffentlichungen diskutierten den Fund weiter. Einheitlich und vor allem verbindlich einigen, was man da letztlich sieht, konnte man sich bisher nicht. Auch Argumente wie „künstlerische Freiheiten“ oder einfach „Fabelwesen“ der Sumerer wurden ins Spiel gebracht. Demnach habe der Künstler sich von realen Tieren seiner Umgebung inspirieren lassen und so ein Phantasiewesen erschaffen.

Ob diese Deutung zutreffen ist, bleibt dahingestellt. Nicht weniger wie der Erklärungsversuch, dass der sumerische Schöpfer der Figur von tausenden von Jahren seine Vorlage nicht genau gesehen hat. In diesem Fall also einen Hirsch. Er habe das Tier deshalb mit zwei zusätzlichen Hörnern und einem derart massiven Körper angefertigt.

Vielleicht ja, vielleicht nein …

Was in der Folge bleibt, ist, dass niemand bisher diese Figur erklären kann. Jede Interpretation hat ihr Für und Wider.

Die Figur selber wurde auf etwa 4800 Jahre datiert. Demnach wurde sie rund 3200 Jahre nach dem angenommenen Aussterben der „Rindergiraffen“ in Sumer geschaffen. Sicher muss deshalb die „Geschichte der Menschheit“ nicht umgeschrieben werden, wie es vielfach bei archäologisch sonderbaren Funden heißt. In diesem Fall wäre es so oder so eher die Geschichte der Zoologie.

Eigentlich jedoch klingt es durchaus nachvollziehbar, dass wenige oder kleine Populationen dieser Spezies ihr eigenes Aussterben „verpasst“ haben. Auch das Mammut, ein Gigant der Eiszeit und wohl das bekannteste Tier der damaligen Welt, verpasste in einer einsamen Region der Welt das große Aussterben seiner Art.

Ihr Aussterben begann vor 14.000 Jahren und in den heutigen USA verschwand es vor rund 12.000 Jahren. Ganz anders erging es dem Wollhaarmammut auf der Wrangelinsel im Osten von Sibirien, wie dort gefundene Fossilien belegen. Hier lebten noch vor 3700 bis 4000 Jahren Mammuts. So das Ergebnis einer Studie um Anthony J. Stuart von der Durham University über „die letzten Wollhaarmammuts“, die in „Quaternary Science Reviews“ (Vol. 21. Issues 14-15, August 2002) erschien.

Demnach lebten noch 2000 oder 1700 vor Christus Mammuts in Sibirien, als viele tausend Kilometer weiter in Ägypten die Pharaonen bereits in der 11. und 12. Dynastie herrschten. Und die Pyramiden von Gizeh bereits mindestens 500 Jahre standen. Da erscheint die Szene aus dem Spielfilm „10.000 BC“ von Roland Emmerich von 2008, in der Mammuts beim Pyramidenbau eingesetzt werden, in einem anderen Licht. Auch wenn hier von 10.000 vor Christus erzählt wird …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Tagged , , , , , , , <

Verletzter Weißer Hai gefilmt – und nicht nur einer: Spekulationen über einen überlebenden Megalodon (+ Video)

Teilen:
Verletzter Weißer Hai gefilmt: Spekulationen über einen überlebenden Megalodon (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Verletzter Weißer Hai gefilmt: Spekulationen über einen überlebenden Megalodon (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Vor über 2 Millionen Jahren starb der Megalodon aus. Ein riesiger Hai, für den der heutige Weiße Hai nur ein Häppchen wäre. Dennoch wird gerne spekuliert, dass dieses Tier noch immer leben könnte. Und, dass man Spuren seiner Angriffe auf oder an anderen Haien findet. So wie in zwei Videos von verletzten Weißen Haien aus dem Jahr 2021, die millionenfach geklickt wurden. Aber kann das überhaupt passen? Oder hat hier Hollywood mal wieder das Bewusstsein für diese Urzeit-Riesen geschärft?


Megalodon – Gigant der Meere

Hat ein Megalodon in den Tiefen der Meere zugeschlagen?

Bereits vor einem Jahr stellte „Sea Dragon Films“ auf YouTube ein Video online, das mehr als beeindruckt. Es zeigt in gestochen scharfer Auflösung mit 4K-Qualität einen verletzten Weißen Hai in den Gewässern der Neptun-Inseln vor Süd-Australien. Aufgenommen während der „Rodney Fox Shark Expeditions“ aus einem Käfig unter Wasser heraus. Beim sogenannten „Käfigtauchen“.

Das Video findet Ihr am Ende angefügt.

Sehr deutlich sieht man, dass das Tier zahllose Verletzungen aufweist. Der gesamte Körper ist mit Kratzer übersät und scheint auch einige Bisswunden zu tragen. Ein Beispiel dafür, dass die Natur unerbittlich ist. Aber auch dafür, dass selbst Weiße Haie als die „Räuber der Meere“ Feinde in den Tiefen der Ozeane haben. Wer aber war in diesem Fall der Angreifer? Ein „Killerwal“, also ein Orca (Schwertwal), von denen bekannt ist, dass sie auch Weiße Haie angreifen? Oder ist der Mensch schuld, da das Tier einer Schiffsschraube zu nahe kam?

Mehr als 1,1 Millionen Klicks erreichte das gestochen scharfe Video bisher. Über 1.300 User hinterließen Kommentare und spekulierten dabei auch über die Ursache der Verletzungen. Sollte hier ein Riesenhai zugeschlagen haben? Denn eigentlich gilt der legendäre Megalodon seit rund 2,6 Millionen Jahren als ausgestorben. Diese Haiart gilt bis heute als die größte, die jemals auf der Erde existierte.  Ein echter Riese, denn anhand der zahlreichen Fossilien rekonstruierten Forscher, dass das Tier angeblich knapp über 20 Meter lang wurde. Und mehr als 100 Tonnen wog. Größer als der berühmte Saurier T-Rex.

Durchschnittlich sei dieser gigantische Hai jedoch „nur“ rund 15 Meter lang gewesen. Einst wurde dieses Tier sogar anhand der Fossilien und entdeckten Zähne auf 30 Meter geschätzt. Durch gefundene Zähne des Megalodon konnten Forscher auch das Gebiss rekonstruieren. Ein Fressapparat, mit dem ein aufrecht stehender Mensch in einen Haps verspeist werden konnte: 3 Meter breit, mehr als 2,5 Meter hoch. Das Titelbild soll in etwa den Größenvergleich veranschaulichen.

„MEG“ und der Hai-Happen

Beweise, dass diese Giganten der Urzeit noch immer existieren, gibt es nicht. Auch wenn einige das Tier immer wieder gesehen haben wollen. Vor allem Hollywood machte das Tier wieder berühmt, vermute ich. Durch den Film „MEG“ von 2018. In diesem entdeckten Meeresforscher im Marianengraben im Pazifik, dass dort der Megalodon überlebt hat. Was in dem Aktionfilm natürlich für nicht minder große Probleme sorgt. Auch anderer Spielfilme thematisierten dieses Tier.

Gefunden wurde in diesem Hollywood-Film das Tier genau dort, wo es noch viele Geheimnisse der Tiefsee gibt. Der Marianengraben im Pazifik ist mit dem legendären „Challengertief“ sowie dem „Witjastief 1“ mit je fast 11 Kilometern Tiefe der tiefste Punkt des Planeten. Ich bin sicher, dass „MEG“ ein neues Interesse und Bewusstsein an diesem Urzeit-Hai weckte. Und er deshalb immer wieder thematisiert oder sogar verantwortlich gemacht wird.

Auch nach dem Video von Januar 2021 tauchten immer wieder Aufnahmen von verletzten Haien auf. Etwa am 23. Dezember 2021 auf Instagram. Auf dieser sieht man einen Hai mit einer eindeutigen, halbkreisförmigen Bissverletzung mitten auf dem Oberkörper. Ebenfalls ein „Hai, der den Angriff eines Megalodon überlebt hat“, wie schnell spekuliert wurde. Wie bei dem Video unten.

Weiße Haie werden maximal 7 Meter lang. Die Männchen sogar „nur“ 5 Meter. Wesentlich größer werden allerdings Walhaie, die 14 Meter Länge erreichen können. Die größten Fische in den Ozeanen der Welt, die heute bekanntt sind. Angeblich haben Augenzeugen sogar schon Exemplare von 18 Metern Länge beobachtet. Sie sind trotz ihrer Größe aber harmlos, da sie Meerwasser durch ihr Maul einsaugen und so Plankton und kleine Fische herausfiltern, von denen sie sich ernähren. Ähnlich wie einige Walarten.

Für einen Megalodon von 15, 20 oder mehr Metern Länge wäre ein Weißer Hai ein leichte Beute. Sofern es diese Art noch gäbe. Ein Weißer Hai wäre ein Hai-Happen für einen Megalodon, der ein solchen Angriff wohl kaum überleben würde. Auch ist der gefilmte Hai vor Australien offensichtlich nur leicht verletzt. Zumindest zu leicht, als dass er von einem Megalodon bei der Suche nach einem Imbiss angegriffen wurde.

Video

Video vom 30. Januar 2021

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Tagged , , , , <

Ein rätselhafter Sprung des Lebens in der Urzeit: Ist die Erde seit Millionen von Jahren ein Laborexperiment Außerirdischer? (Artikel)

Teilen:
Die Erde: Seit Millionen von Jahren ein "Großraumlabor" von Außerirdischen? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Die Erde: Seit Millionen von Jahren ein „Großraumlabor“ von Außerirdischen? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Manipulierten Außerirdische schon vor tausenden von Jahren die Entwicklung der Menschheit? Das ist eine Grundidee der Prä-Astronautik. Was aber wäre, wenn diese Fremden aus dem All schon vor Millionen von Jahren hier waren, als es noch lange keine Menschen gab? Das ist zwar möglich – aber haben sie schon in Urzeit der Erde eingriffen? Außerirdische, die den Planeten als eine Art „Großlabor“ nutzten? Tatsächlich ist diese Idee alles andere als neu. Und erstaunlicherweise könnte es dafür in der Entwicklung des Lebens in der Urzeit Hinweise geben, wie Ihr in diesem Blog-Artikel erfahrt.


Außerirdische und die Rätsel der Menschheit – und davor

Außerirdische vor Millionen von Jahren? Möglich. Je weiter wir uns zurück in das Dunkel der Geschichte unserer Welt wagen, desto unheimlicher wird die historische Finsternis, die uns umgibt. Während die aktuellen Geschichtsbücher die letzten Jahrhunderte und Jahrtausende der Menschheit mehr oder minder genau zu dokumentieren scheinen, je dünner wird aber unser gesichertes Wissen über die Vergangenheit vor Millionen oder sogar Milliarden Jahren.

All die modernen Erkenntnisse über den Ursprung des Lebens und den Beginn der Welt selber, sind Resultate langjähriger und penibler Forschung. Dabei hat es den Anschein, dass unsere hervorragenden Wissenschaftler offenbar ein lückenloses Bild der Geschichte der Erde vorweisen können. Sie zeigen uns heute anhand erstaunlicher und beeindruckender Rechenbeispiele, Computeranimationen und ausgeklügelter Modelle, was Sekundenbruchteile nach dem Urknall geschehen sein soll. Sie können mit Hilfe erstaunlicher Simulationen die Entstehung unserer Welt nachvollziehen. Und sie können den langsamen Beginn des Lebens bis zum Menschen verständlich erklären.

Genau dieses Bild vermitteln uns unzählige TV-Dokumentationen und Schulbücher wunderbar seit Jahrzehnten.

Mainstream-Dokumentationen am Fernsehen sind zweifellos leichte Kost für das breite Publikum. Sie sind wichtig und vielfach auch sehr spannend gemacht. Wirkliche Tiefe vermitteln sie dabei meist nicht. Und das sollen sie auch nicht. Es sind Dokus, keine Fachbücher. Genau deshalb erfährt der Konsument darin oft nur am Rande von den Lücken in der Geschichte unserer Welt. Sie werden von der etablierten Wissenschaft dort nicht absichtlich verschwiegen oder sogar vertuscht. Nein, vielmehr betont die Forschung immer wieder, dass es hier und dort Rätsel gibt. Es wird eingestanden, dass man bei verschiedenen Dingen ganz einfach nicht weiß, was, wie und wodurch geschah.

Vor allem das Universum und Außerirdische/Leben im All betreffend, sowie die Frage nach der Entstehung des Lebens an sich. Bei historisch mehr oder weniger „greifbaren Zeitaltern“ – da ist man sich meist recht sicher. Ob das immer stimmen mag, sei einmal dahingestellt.

Außerirdische vor Millionen von Jahren

Irgendwelche Lücken in der Urgeschichte der Welt lange – sehr lange! – vor den ersten Menschen mit phantastischen Ideen zu füllen, das trauen sich die wenigsten. Hier springen die Phantasten und Mystery-Jäger seit Jahrzehnten ein. Unter anderem jene, die vermuten, dass Außerirdische die Menschheit in ihrer Entwicklung (gezielt) beeinflusst haben. Und es vielleicht sogar noch heute tun, wenn wir den Thesen einiger UFO-Forscher glauben wollen. Diese spreche davon, dass Fremde aus dem Kosmos aktuell und in der Vergangenheit uns geradezu als Versuchskaninchen benutzen. Zu irgendwelchen obskuren Zwecken verschleppen sie Menschen, um an ihnen „genetische Experimente“ durchzuführen. So, als sei die Erde ein gigantisches Versuchslabor einer überlegenden, außerirdischen Spezies.

Das mag stimmen. Denn glauben wir entsprechenden UFO-Berichten und vor allem auch Überlieferungen der Vergangenheit, ist das so. „Moderne“ Aliens, Götter und Himmelswesen griffen immer wieder in die Menschheitsentwicklung ein. Aber seit wann? Könnten sie nicht schon vor einer Milliarde Jahre hier gewesen sein?

Theoretisch steht dieser ungeheuerlichen Annahme absolut nichts entgegen. Selbst etablierte Wissenschaftler können das nicht ausschließen. Vor dutzenden Millionen Jahren könnten sich auf anderen und vielleicht älteren Planeten längst außerirdische Zivilisationen entwickelt haben. Obwohl es nach Science-Fiction klingt, ist das sehr gut möglich. Ebenso wie der Umstand, dass schon vor beispielsweise 500 Millionen Jahren diese Aliens unsere Welt besuchten und diese heute vielleicht gar nicht mehr existieren.

Was aber könnten sie auf der Urerde gewollt haben? Haben sie damals in die Entwicklung ebenso eingegriffen, wie es angebliche UFO-Aliens noch heute tun sollen?

Die Erde als Großlabor der Aliens

Kann man ihre Spuren finden, abgesehen von künstlichen Artefakten, die angeblich „uralt“ sein sollen? Wie etwa ein 1981 gefundenes Metallobjekt in über drei Kilometern Tiefe in der Erde, das angeblich 200 oder mehr Millionen Jahre alt ist. Ich lies es 2021 in Deutschland analysieren, wie in diesem Mystery Files-Video HIER erst kürzlich berichtet.

Dieses Metallobjekt soll angeblich 200 oder sogar 250 Mio Jahre alt sein - ich ließ es 2021 in Deutschland analysieren (Bild: Fischinger-Online)
Dieses Metallobjekt soll angeblich 200 oder sogar 250 Mio Jahre alt sein – ich ließ es 2021 in Deutschland analysieren. Mehr dazu HIER (Bild: Fischinger-Online)

In der Tat könnte ein ganz spezielles Rätsel der Evolution ein Hinweis sein: Die sogenannte Ediacara-Fauna und die „kambrische Explosion“. Einen plötzlichen und vollkommenen Wandel des irdischen Lebens vor Jahrmillionen. Dieser könnte auf den direkten Einfluss einer außerirdischen Spezies zurückzuführen sein. Und in diesem Fall ist es so, dass sich nicht irgendwelche „Alien-Freaks“ ein vermeintliches Rätsel der Welt ausdachten, sondern dieses ist der etablierten Wissenschaft sehr wohl bekannt. Diverse Dokumentationen über die Entwicklung des irdischen Lebens erwähnen genau dieses Mysterium immer mal wieder. Jedoch eher am Rande.

Eine Erklärung, warum es damals einen „Austausch“ des irdischen Lebens gab, gibt es bis heute nicht. Fast nicht.

Schon vor Jahrzehnten hat zum Beispiel der UFO-Forscher und Geologe Dr. Johannes Fiebag in einem Bericht auf „Das Rätsel der Ediacara-Fauna“ hingewiesen. Genau jenes Zeitalter, in dem sich auf bis heute unerklärliche Art und Weise die Tier- und Pflanzenwelt unseres Planeten schlagartig änderte. Aber aus welchem Grund? Das wissen Evolutionsbiologen bis heute nicht, weshalb Fiebag dieses Phänomen mit Außerirdischen in Verbindung brachte. Dazu schrieb er 1989:

Ich habe (…) die Möglichkeit vertreten, dass außerirdische Intelli­genzen unseren Planeten seit langer Zeit (und nicht erst seit Auf­treten des Menschen) als biologisches ,Großlabor‘ betrachten und die Entwicklungsgeschichte des Lebens gezielt und bewusst gesteuert haben. Dies muss nicht permanent geschehen sein.

Rätselhafte Kreaturen in der Ediacara-Fauna

Johannes Fiebag bezieht sich bei seiner Vermutung auf genau diese absonderliche Zeit zwischen den Erdzeitaltern Kambrium und Präkambrium (vor grob 560 Millionen Jahren). Aus dem Kambrium sind heute vor allem die berühmten Trilobiten bekannt. Bis zu dieser Wende lebten in den Ozeanen und Weltmeeren unserer Erde kleine ein- oder vielzellige Weich­tiere, deren  Entwicklungsformen vor allem denen der heutigen Quallen und Plattwürmer entspro­chen haben sollen.

Millionen Jahre hatten diese „Edicaras“ – wie man diese Kreaturen auch nennt – Zeit, um sich evolutionär weiter zu entwickeln. Offenbar taten sie es nicht.

Doch fossile Funde lassen darauf schließen, dass zu Anfang des Kambriums fast alle wichti­gen Grundstämme, auf denen sich das spätere Leben aufbauen sollte, auf unserem Planeten plötzlich vorhanden waren: Schwämme, Hohltiere, Würmer, Ar­chäocyathiden, Gliederfüßer etc. Ohne einen ersichtlichen Übergang und wie aus dem Nichts wimmelte es auf einmal auf der Erde von komplexeren Le­bewesen, die sich grundlegend von den Wesen der Ediacara-Fauna unterschieden. Wo kamen diese her?

Werde auch DU Fan von Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Lässt sich daraus bereits schließen, dass himmlische Besucher – Außerirdische – die Erde, nach einem missglückten „Experiment“, mit neuem Leben befruchte­ten, wie Fiebag es einst vermutete?

Einige dieser Urtiere waren völlig fremdartig aufgebaut, sie scheinen so gar nicht in die irdische Evolution des Lebens passen zu wollen. Dies veranlasste Adolf Seilacher, Professor an der Univer­sität in Tübingen, bereits 1984 zu der erstaunlichen Aussage:

Das Konstruktionsprinzip dieser Ediacara-Wesen ist so wenig vergleichbar mit dem Bauprinzipien aller späteren und heutigen Vielzeller, dass sie eigentlich eher die Lebensform dar­stellen könnten, die wir immer auf irgendwelchen Planeten im All vermuten.

Professor Seilacher hielt folglich diese Wesen der sonderbaren Fauna keineswegs für die Grundsteine der nachfolgenden Geschöpfe. Also auch nicht des Menschen. Oder waren die Edicaras die eigentliche „Bevölkerung“ der Erde, die dann von diesen Superintelligenzen gegen „brauchbare“ ausgetauscht wurden? Das ist und bleibt ein Denkspiel.

Eine rätselhafte Tierwelt

Die Spekulationen über Rätsel oder eben nicht Rätsel in der seltsamen Ediacara-Fauna (benannt nach dem Ediacara-Platteau in Australien, wo man diese Fossilien fand) können sich nur und ausschließlich auf auffindbare Fossilien berufen. Es mag sein, dass neue Forschungen in der Naturwissenschaft ebenso neue Resultate erbringen, die dem Rätsel ein Ende bereiten.

Erste Funde, die dem als „kambrische Explosion“ bekannten Phänomen etwas von ihrem Mythos nahmen, wurden an der Küste des Weißen Meeres gefunden. Dort entdeckten Wissenschaftler Fossilien der Gattung „Kimberella“, Quallen der Ediacara-Welt. Ihr Alter wir durch Untersuchungen der Wissenschaftler Michail Fedonkin von der Russischen Akademie der Wissenschaften, Moskau, und Benjamin Waggoner, University of Central Arkansas, auf ca. 550 Millionen Jahre beziffert. Waggoner ist sich nach seinen Analysen sogar sicher, dass es keine „kambrische Explosion“ gegeben hat. Fiebag zitierte ihn 1989 mit folgenden Worten:

Kimberella ist komplexer als eine Qualle oder ein Plattwurm. Sie wirft erstmals Licht auf die Zeit vor der kambrischen Explosion und zeigt, dass die Weichtiere nicht aus dem Nichts entsprungen sind.“

Seit dem sind Jahrzehnte vergangen, doch der vollständige Wandel des Lebens der Ediacara-Fauna gibt noch immer Rätsel auf. „Die Ediacara-Fauna war vor allem eines: ziemlich fremdartig“, hieß es zu diesem Phänomen erst 2019 in einem Artikel bei Scinexx. Und weiter:

Mit dem Beginn des Kambriums verschwand die Ediacara-Fauna nahezu vollständig – nicht einmal Nachfahren dieser Organismen lassen sich unter den Fossilien finden. An ihre Stelle traten ganz neue Lebewesen, aus denen sich später alle modernen Tiergruppen entwickelten. Was jedoch aus der Tierwelt des Ediacariums wurde, ist bis heute rätselhaft.“

Woher kam dieses irdische Leben?

Vor etwa „540 Millionen Jahren tauchten plötzlich unzählige neue Mehrzeller-Formen auf“, berichtet Scinexx. „Scheinbar aus dem Nichts entwickelten sich damals nahezu alle Grundbaupläne des Tierreichs.“ Hat die Evolution hier etwas ausprobiert und sich dann gesagt, das müssen wir wieder ändern?

Es wurde tatsächlich schon spekuliert, dass Aliens für den Untergang der Saurier verantwortlich sind! (Bild: Fischinger-Online)
Es wurde tatsächlich schon spekuliert, dass Aliens für den Untergang der Saurier verantwortlich sind! (Bild: Fischinger-Online)

Oder kam dieser rätselhafte Sprung doch im wahrsten Sinne des Wortes „von außen“? Denn es gibt sogar „Ancient Aliens-„Spekulationen, dass Besucher aus dem All für das Aussterben der Dinosaurier vor rund 65 Millionen Jahren verantwortlich sind! So verrückt sie auch sind, wäre die Ursache demnach kein Komet oder Asteroid gewesen …

Auf Scinexx lesen wir weiter:

Ein weiteres Rätsel der Ediacara-Fauna ist die Frage, woher diese Wesen so plötzlich kamen und was aus ihnen wurde. Was war der Auslöser dafür, dass sich plötzlich aus mikroskopisch kleinen, einzelligen Lebensformen größere, komplexere Organismen entwickelten?

Jennifer Hoyal Cuthill von der University of Cambridge betont, dass diese Lebewesen „mit einem Knall“ urplötzlich auf der Erde waren. Zufall oder „die direkte Folge von Veränderungen in der Meereschemie“, fragt sich deshalb die Forscherin. Aber es sei noch „zu früh um zu sagen, welche geochemischen Veränderungen in den Ozeanen des Ediacariums für den Wechsel zu größeren Lebensformen verantwortlich waren“, so Cuthill.

Ein rasend schneller Wandel des Lebens

Der Wechsel oder Austausch des irdischen Lebens damals dauerte nur 410.000 Jahre. „Das ist aus geologischer Sicht ein echter Sprint“, so Ulf Linnemann von den „Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen“ in Dresden. Und dieser „Sprint“ des Lebens war radikal, grundlegend und vollständig. Zuvor gab es fast nur die Ediacara-Fauna auf der Erde, danach war sie praktisch spurlos verschwunden. Auch Parallelen in der darauf folgenden Tierwelt lassen sich nach dieser „Evolutions-Explosion des Lebens“ praktisch nicht mehr finden.

Mark McMenamin, Geologe am „Mount Holyoke College“ im US-Bundesstaat Massachusetts, ließ dieses Wunder des Lebens in seinem Buch „The Garden of Ediacara“ (1998) nicht mehr los. Am 16. August 1998 zitierte ihn „Der Spiegel“ mit den Worten:

Hier ist eine Form von Intelligenz ausgelöscht worden, die sehr, sehr anders war als heutiges Leben. Die Ediacara-Wesen sind ein zweites Experiment des Lebens. Diese Formen erhöhen dramatisch die Möglichkeit intelligenter Organismen auch auf anderen Planeten.“

Über den dramatischen Wandel und Untergang des existierenden und fremdartigen Lebens wird bis heute spekuliert. Zahlreiche Thesen wurden inzwischen als Ursache angeführt. Diese Wesen seien ganz einfach den dramatischen Änderungen der Erde im Kambrium nicht gewachsen gewesen, heißt es dazu grundsätzlich.

Warum ein Experiment durch Außerirdische?

Zerbrechen der Landmassen, Änderung der Meereschemie sowie der Atmosphäre und giftige Vulkanausbrüche werden hier vielfach angeführt. Ein Klimawandel, der für diese fremden Lebewesen das Aus bedeutete. Vielleicht gingen auch katastrophale Vereisungen der Erde und geologische Zerstörungen der Meeresböden damit einher. Vielleicht durch das Auseinanderbrechen des damaligen Superkontinentes, in dessen Verlauf sich die Böden der Ozeane quasi umpflügten.

Die Folge wäre eine neu durchmischte chemische Zusammensetzung des Wassers in den irdischen Ur-Ozenen gewesen. Und die schmeckte dem damaligen Leben gar nicht mehr – es verschwand. Es wurde von daraufhin in vollkommen anderer Form erneuert.

Die Spekulation, dass hier ein Eingriff von Außerirdischen vor Millionen von Jahren geschehen sein könnte, diskutieren die etablierten Wissenschaftler verständlicherweise nicht. Nur die Jäger des Phantastischen. Fraglos ist es interessant, sich mit solchen Gedanken und Ideen zu befassen. Zumal naturwissenschaftlich und kosmologisch nichts dagegen spricht, es aber auch nicht bestätigt. Science-Fiction, die an den Prä-Astronautik-Spielfilm „Prometheus“ aus Hollywood erinnern.

Folgen wir aber diesen Gedankengängen über ein „Großlabor Erde“ von Außerirdischen, stellt sich sehr schnell die Frage nach dem Warum. Welche Beweggründe mögen diese hypothetische Außerirdische überhaupt gehabt haben, auf der Erde einen derart radikalen Wandel herbeizuführen? Was brachte ihnen dieses Experiment letztlich?

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Tagged , , , , , <

Das erste Leben auf der Erde? 3,42 Milliarden Jahre alte fossile Mikroben in Südafrika entdeckt!

Teilen:
Fossile Mikroben: 3,42 Milliarden Jahre altes Leben entdeckt! (Bilder: B. Cavalazzi & WikiCommons/Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen, CC-BY 4.0 / Montage: Fischinger-Online)
Fossile Mikroben: 3,42 Milliarden Jahre altes Leben entdeckt! (Bilder: B. Cavalazzi & WikiCommons/Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen, CC-BY 4.0 / Montage: Fischinger-Online)

Wann gab es das erste Leben auf der Erde? Nach einer aktuellen Studie war das vor (mindestens) 3,42 Milliarden Jahren. Denn so alt sind Spuren in einem Gestein in Südafrika, die die Wissenschaftler als Mikrofossilien von frühen Mikroorganismen deuten. Die bisher ältesten bekannten Bewohner der Erde. Wie die Forscher diese Entdeckungen deuten und was das mit der Suche nach Leben im All und auf dem Planeten Mars zu tun hat, erfahrt Ihr hier.


Erde, Planet des Lebens – aber seit wann?

Unsere Erde ist fast 4,6 Milliarden Jahre alt und präsentiert sich seit Milliarden von Jahren als der berühmte „baue Punkt im All“. Doch wie jedes Schulkind lernt, war die Erde nicht immer ein so einladender Ort, wie er heute ist. In der Frühzeit zeigte er sich als glühende Feuerkugel im All – ohne wirklich feste Oberfläche und ohne Meere und Ozeane. Ein Ball aus geschmolzenem Gestein, der sich nach und nach verfestigte, später Ozeane bekam (und auch hielt) und auf der sich noch viel später auf der festen Oberfläche Leben in einer schier unendlichen Vielfalt ausbreitete.

Milliarden Jahre durch die Erdzeitalter seit Anbeginn unseres Sonnensystems, die uns in unzähligen TV-Dokumentationen und Büchern so plastisch und anschaulich präsentiert werden. Mit zwei großen und bisher ungelösten Problemen gleich zu Beginn von dem, was wir heute unseren Heimatplaneten nennen. Erstens die Frage, wie überhaupt das ersten Leben auf der Ur-Erde entstehen konnte. Und zweitens, wann und wo das war.

Die erste Frage ist und bleibt unbeantwortet. Niemand weiß es genau, wie das erste Leben aus toter Materie entstand. Ein Wunder des Universums – selbst dann, wenn das Leben aus dem Kosmos zu uns gelangt sein sollte. Etwa durch Kometen. Was die Frage nach der Entstehung des Lebens an sich nicht beantwortet, sondern nur an einen anderen und uns fremden Ort verlegt. Ein weites Feld der Forschung, der Wissenschaftler seit Jahrzehnten auf der Spur sind.

Der zweiten Frage jedoch nähren sich Wissenschaftler immer mehr und genauer. Lange schon wird angenommen, dass relativ kurz nach Entstehung und Abkühlung der Erde sich die ersten Mikroorganismen entwickelten. Möglicherweise schon nach rund einer haben Milliarde Jahren.

Das älteste Leben auf der Erde

Hoch im Kurs stehen bei dieser Fragestellung schon seit längerer Zeit hydrothermale Quellen und Schlote auf dem Meeresgrund. Heiße Schlote voller Nährstoffe und chemischer Bausteine, die die Entstehung primitiven Lebens in Gang gesetzt haben könnten. Auch auf anderen Himmelskörpern, wie diversen Monden in unserem Sonnensystem. Auch dort werden solche Schlote und damit auch Leben vermutet.

Wann das auf der Erde geschah, versuchen Forscher durch Mikrofossilien herauszufinden. Keine Fossilien im klassischen Sinn, sondern winzige Rillen in uraltem Gestein. Diese Spuren werden auf ihre chemische Zusammensetzung hin untersucht, um so schlussfolgern zu können, ob diese „Risse“ von einst lebenden Mikroorganismen stammen. 1996 wurde auf diesem Wege sogar in dem Meteoriten ALH 84001 mutmaßliche Lebensspuren nachgewiesen. Ein Gesteinsbrocken, der vom Mars kam und in der Antarktis einschlug.

Wie bei dem Mars-Meteoriten sind auch die Nachweise von Mikrofossilien in irdischem Gestein nicht immer unumstritten. Nicht alles, was nach einstigem Leben aussehen soll, war auch welches. Eine lang anhalte Diskussion unter den Forschern, die aktuell neue Nahrung bekommen hat. Denn Wissenschaftler um Barbara Cavalazzi von der Universität Bologna (Italien) haben nun genau solche Mikrofossilien entdeckt, die ihrer Meinung nach belegen, dass es vor 3,42 Milliarden Jahren bereits Leben auf unserem Planeten gab.

Bei ihrer Untersuchung griffen sie auf Proben zurück, die aus dem „Barberton Greenstone Belt“ in Südafrika stammen. Sie gelten als eine der ältesten Gesteine der Erde, die durch Sedimentablagerungen entstanden sind. Hier nutzten die Forscher Proben aus einem Bereich, in dem vor Milliarden von Jahren sich kaltes Meerwasser mit durch Vulkane erhitztes Wasser vermischte. Ein Cocktail für Chemikalien und Nährstoffe für die Entstehung von Leben, so die Forscher in ihrer aktuellen Studie in „Science Advances„.

Auswirkungen bei der Suche nach Leben auf dem Mars

Hier fanden die Forscher winzige Spuren, sogenannte Filamente, die ihrer Ansicht nach nur von Lebewesen stammen können. Die gemessene Nickel-Konzentration in diesen Spuren ähnelt dabei sogar denen, „die sich bei heute lebenden Mikroben finden, die Methan verstoffwechseln“. Außerdem würden die angenommenen Mikrofossilien eindeutig eine kohlenstoffreiche Außenhülle aufweisen, die in ihrer Struktur und Chemie klar einen inneren Kern abgrenzt. Die Verteilung dieser Ur-Organismen in den früheren Höhlungen zeige außerdem, dass es sich um Leben handeln würde. Cavalazzi:

Wir haben außergewöhnlich gut erhaltene versteinerte Mikroben gefunden, die offenbar an den Wänden von Hohlräumen gediehen, die durch warmes Wasser aus hydrothermalen Systemen einige Meter unter dem Meeresboden entstanden sind. Unterirdische Lebensräume, die durch vulkanische Aktivität aufgeheizt wurden, haben wahrscheinlich einige der frühesten mikrobiellen Ökosysteme der Erde beherbergt, und dies ist das älteste Beispiel, das wir bisher gefunden haben.“

Damit wäre es ihnen erstmals gelungen solche Fossilien in eine Zeit zu datieren, „in der das Leben erstmals auf der Erde entstand“, so Cavalazzi weiter. Und das habe direkte Auswirkungen auf die Suche nach Leben im All bei unserem Nachbarn Mars:

Da wir ähnliche Umgebungen auch auf dem Mars finden, hat die Studie auch Auswirkungen auf die Astrobiologie und die Chancen, Leben außerhalb der Erde zu finden.

Mit einem Alter von 3,42 Milliarden Jahren wären diese Organismen die bisher ältesten, die auf unserer Erde nachgewiesen wurden. Und sie fallen in eine Epoche unseres Sonnensystems, in der auch der Mars aller Wahrscheinlichkeit nach lebensfreundlich war. Auf ihm gab es Meere, Ozeane, fließendes Wasser und vermutlich auch Leben. Der genannte Mars-Meteorit ALH 84001 wird übrigens auf ein Alter von rund 4,09 Milliarden Jahren datiert. Nur rund 0,67 Milliarden Jahre älter als die Spuren aus dem „Barberton Greenstone Belt“ in Südafrika.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Tagged , , , , <

Lars A. Fischinger im Interview mit Roland M. Horn: „Wir waren in uralter Zeit schon einmal auf dem Mars!“

Teilen:
Lars A. Fischinger im Interview mit Roland M. Horn: „Wir waren in uralter Zeit schon einmal auf dem Mars!“ (Bilder: NASA & R. M. Horn / Montage: Fischinger-Online)
Lars A. Fischinger im Interview mit Roland M. Horn: „Wir waren in uralter Zeit schon einmal auf dem Mars!“ (Bilder: NASA & R. M. Horn / Montage: Fischinger-Online)

Auf diesem Blog oder in Videos auf meinem YouTube-Channel fällt immer mal wieder der Name Roland M. Horn. Mit ihm veröffentlichte ich 1999 gemeinsam ein Buch. Doch wer genau  steckt hinter den Namen „Roland M. Horn„? Womit beschäftigt sich der Sachbuchautor und Mystery-Forscher noch? Da erst vor einiger Zeit das neue Buch „Die UFO-Fallakten“ von Horn erschien, möchte ich ihn in diesem Interview selber einmal zu Wort kommen lassen.


Interview mit Roland M. Horn

1999 veröffentlichte ich mein Buch „UFO-Sekten“, das ich in Videos auf YouTube oder auch auf diesem Blog immer mal wieder erwähne. Ein Standartwerk rund um „UFO-Gurus“, bei dem der bewusst provokant gewählte Titel Programm ist. Dabei fällt auch immer der Name Roland M. Horn, mit dem ich damals das Buch geschrieben habe. Aber wer verbirgt sich hinter den Namen und womit beschäftigt sich der Sachbuchautor und Mystery-Forscher Horn noch?

Da kürzlich das neue Buch „Die UFO-Fallakten“(s. HIER) von Roland M. Horn erschien, möchte ich ihn in diesem Interview selber einmal zu Wort kommen lassen.

„Wir waren in uralter Zeit schon einmal auf dem Mars!“

Roland, wir kennen uns schon eine gefühlte Ewigkeit. Als ich 1989/90 in die Materie der „Rätsel der Welt“ und  Grenzwissenschaft einstieg, warst Du schon als Autor dabei. Wie kam es dazu, dass Du Dich solchen fraglos umstrittenen Themen zugewandt hast?

Oh je, das ist ja schon eine gefühlte Ewigkeit her.

Schon als Kind habe ich mich insbesondere für Astronomie interessiert und in ziemlich frühen Alter meine Mutter gefragt, warum der Mond nicht vom Himmel fällt. Später versuchte ich das und mehr zu ergründen. Übers Astronomie-Thema kam ich dann zum UFO-Komplex, angeregt durch einen Anhang in einem Astronomie-Buch. Dann begann ich mich mit Parapsychologie zu beschäftigen und so ging es immer weiter. Was mich dazu veranlasst, mich so sehr der Grenzwissenschaft zu verschreiben, weiß ich letztlich nicht. Vielleicht ist es meine ADHS, vielleicht mein Sternzeichen…

Vor einiger Zeit erschien ein Buch von Dir, das den provokativen Titel „Hitler – UFOs – Okkultismus: Die unheilvolle Verbindung“ trägt. Was haben diese Begriffe Deiner Meinung nach miteinander zu tun?

Im Laufe meiner Ermittlungen bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass wir nicht allein auf dieser Erde sind, sondern außer uns eine okkulte Macht existiert, die von jeher verantwortlich ist für eine große Zahl der UFO-Sichtungen und die Entstehung von Kulten, die sich z. T. um UFOs und angebliche Außerirdische drehen, aber auch für Kulte anderer Art. Kulte sind in der Regel irrational, irgendjemand oder irgendetwas wird angebetet, und eine Gesellschaft bildet sich um diesen Fokus. (Über das Thema Kulte im UFO-Bereich haben wir beide ja vor nun bereits 22 Jahren (!) zusammen das Buch „UFO-Sekten“ geschrieben.)

Okkultismus wird generell als etwas Negatives gesehen, und einige religiöse Zeitgenossen sehen hier den Satan und seine Dämonen wirken, während andere hier eine unbestimmte unheimliche dunkle Kraft wittern. Zu diesen Kulten gehören auch die Ariosophie und der aus ihr hervorgegangene Hitlerismus. Diese okkulte Macht ist weiter verantwortlich für die Entstehung der NWO, die ihrerseits wieder Hitler und andere Persönlichkeiten beeinflusst. So sind die Komponenten „Hitler“, „UFOs“ und „Okkultismus“ Teile einer unheilvollen Verbindung …

Ein weiteres Buch von Dir heißt „Die Rückkehr zum Mars“. Was ist an diesem Thema so reizvoll, da Du Dich mit diesem „Marsgesicht“ und anderen Rätseln des Roten Planeten schon in verschiedenen Büchern auseinander gesetzt hast? Ist das Thema „Marsgesicht“ nicht schon lange ausgelutscht, und hast Du selbst die Künstlichkeits-These nicht zwischenzeitlich verworfen?

Ja, das hatte ich, aber da wusste ich auch noch nicht, dass eines der neueren Bilder, auf dem das Marsgesicht für mich wie ein Schotterhaufen aussieht, in Wirklichkeit von der NASA gewissermaßen manipuliert wurde, in dem es verkehrt herum und leicht winkelverändert ins Internet gestellt wurde. Wenn die Absicht dieser Manipulation es war, die Betrachter des Bildes und Leser des Begleittextes von der Künstlichkeitsthese abzubringen, dann hat es zumindest bei mir funktioniert … Aber das Marsgesicht und die umliegenden Strukturen, die im Übrigen weit mysteriöser sind, als es ursprünglich den Anschein hatte, sind nur ein Teil, genauer gesagt: ein Kapitel des Buchs.

Interessant sind vor allen Dingen die Funde von technischen Artefakten, fließendem Wasser und Seen auf dem Mars und und und, die ich in diesem Buch auf über 100 Bildern dokumentiere. Letztlich aber enthüllt das Buch die letzten großen Geheimnisse des Roten Planeten: Eine uralte menschliche Zivilisation war schon einmal auf dem Mars. In einer Zeit, in der wir beginnen, selbst (wieder) Raumsonden zum Mars zu schicken, stellen wir fest, dass allem Anschein nach ein zweites verborgenes Raumfahrtprogramm läuft, das uns verheimlicht wird. Während wir unentwegt Beweise für flüssiges Wasser, Spuren von Vegetation, Fossilien und biologisches Leben auf dem Roten Planeten finden und auf Geschehnisse in der fernen Vergangenheit des Mars wie eine einstige dichtere Atmosphäre, deutliche Hinweise auf eine einstige Verschiebung des Marsäquators und sogar einen Atomkrieg auf dem Mars stoßen, beschleicht das unheimliche Gefühl des Déjà-vu: Wir waren schon einmal dort!

Thematisch bist Du mit Deiner Arbeit weit aufgestellt. So geht es in weiteren Büchern von Dir um die UFO-Forscher John A. Keel und Jacques Vallée und deren Thesen sowie um Reinkarnation. Also die Wiedergeburt. Was gibt es dazu zu sagen?

Ja, bei „Angriff aus das Superspektrum: John A. Keel und der Stein der Weisengeht es zum Einen um das Theoriengebilde von Keel – dem enfant terrible der UFO-Forschung, wie er in den USA genannt wird, der aber in deutschsprachigen Raum weitgehend unbekannt ist. Er hat eine Alternative zur Extraterrestrier-These vorgestellt, nachdem die UFOs – und nicht nur die – vereinfacht ausgedrückt aus dem für uns nicht zugänglichen Bereich des elektromagnetischen Spektrums stammen. Diese Lebensform nennt Keel die „Ultraterrestrier“. Darüber hinaus analysiere ich in diesem Buch auch klassische UFO-Sichtungen, die ich auf die von Keel angebotenen Erklärung abklopfe.

In „UFOs, Roswell und der letzte Vorhang: Jacques Vallée auf der Spur des UFO-Phänomens“ geht es weitgehend um drei Bereiche: Den Großteil des Buches nehmen die Thesen und Untersuchungsergebnisse des genialen Querdenkers der UFO-Forschung, Jacques Vallée, ein. Der stellt zahlreiche Argumente in den Raum, die nahelegen, dass die Annahme UFOs seien materielle außerirdische Raumschiffe schlicht zu einfach und die These, dass es in Wirklichkeit gar keine UFOs gibt, schon gar nicht zu halten ist.

Im zweiten Schwerpunkt des Buchs geht es um Enthüllungen zum Roswell-Fall, die erschütternd sind und nicht verschwiegen werden dürfen, auch wenn sich herausstellt, dass keine Aliens hinter dem Ereignis standen – die Enthüllungen sind weitaus spannender und brisanter: Allem Anschein nach basiert die Legende vom UFO-Absturz bei Roswell auf Experimente inklusive Menschenversuche, auch an behinderten Menschen, die in der Nachkriegszeit durchgeführt wurden. Möglicherweise bedarf es nicht nur einer Erklärung für das UFO-Phänomen, und vielleicht sind insbesondere die bekannten UFO-Sichtungen aus den Jahren 1947 und 1948 – einschließlich Kenneth Arnolds berühmter Sichtung der „Fliegenden Untertassen“, die das „moderne UFO-Zeitalter“ einleitete – letztendlich auf geheime Experimente zurückzuführen.

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Der dritten Säule des Buches liegt die verblüffende Erkenntnis zugrunde, dass die Themen „UFOs“ und „Nahtod-Erfahrungen“ unmittelbar miteinander verbunden zu sein scheinen und wir dadurch möglicherweise einer Antwort auf die Frage nach dem „Leben nach dem Tod“ näherkommen. Das Thema „Zeitreisen“ wird auch kurz gestreift, aber darüber habe ich ja bereits früher zwei Bücher geschrieben: „Sie kamen aus der Zukunft“ und „Geheimagenten aus der Zukunft“.

Bei „Reinkarnation –Kommen wir mehrmals auf die Welt?“ handelt es sich um eine Bestandsaufnahme zum Thema, aus der hervorgeht, dass es ein Leben nach dem Tod und die „Seelenwanderung“ tatsächlich zu geben scheint. Weiter wird die Frage erörtert ob, und wenn ja, wie, die im Westen vorherrschende Lehre von der Auferstehung von den Toten mit der ursprünglich hauptsächlich im Osten geprägten Reinkarnationsthese in Einklang gebracht werden kann.

Das Thema „Leben nach dem Tod“ bzw. „Nahtod-Erfahrungen“ im Kontext mit dem UFO-Phänomen sehe ich sehr ähnlich. Etwa in meinen Büchern „Der Tod – Irrtum der Menschheit“ oder „Begleiter aus dem Universum“. Siehst Du in diesem Zusammenhang auch Parallelen zu sogenannten Geistererscheinungen oder allgemein angeblichen Kontakten mit dem Jenseits, sofern Du Dich damit auseinander gesetzt hast?

Ich habe eine Menge von Ideen, aber keine konkrete Antwort. Grundsätzlich halte ich es für denkbar, dass die „Außerirdischen“ oder vielleicht eher „Außerzeitlichen„, „Ultraterrestrier“, „Außerdimensionale“ oder was sie auch immer sein mögen, auf einer irgendwie „höheren“ Existenzebene als wir existieren und auch nach unserem Tod noch mit uns interagieren können und ihre Spielchen mit uns danach immer noch weiter treiben. „Ultraterrestrier“ könnten sowohl für Geistererscheinungen als auch für UFO-Sichtungen verantwortlich sein. Doch dies ist nur eine meiner Ideen…

Was hat es mit Deinem Buch „Menschheitsrätsel reloaded“ auf sich?

Bei diesem Buch geht es um die ganze Palette von Menschheitsrätseln, über die ich bereits vorher hier und dort geschrieben habe: Das UFO-Phänomen, Spukerscheinungen, Atlantis, Lemuria, das Bermuda-Dreieck, das Sirius-Rätsel, Das Geheimnis alter Zivilisationen und der Pyramiden, das Philadelphia-Experiment, das Marsgesicht, die Frage nach der Reinkarnation, aber auch „moderne“ Themen: Die rasante Zunahme von Erdbeben in unserer Zeit, Klimaänderungen und die Frage nach einer nahenden Polverschiebung.

Aber auch zu den „alten“ Themen erhielt ich kurz vor Fertigstellung des endgültigen Manuskripts noch äußerst interessante neue Informationen und glaubhafte Theorien!

Dein Buch „Blauer Stern auf weißem Grund – Die Wahrheit über Israel“ weicht ziemlich von Deinen vorherigen Publikationen ab, und außerdem ist es provokativ ausgesprochen pro-zionistisch. Was macht dich so sicher, dass du mit Deiner Sicht richtig liegst?

Sowohl aus historischer als auch auf biblischer, archäologischer und politischer Sicht muss gesagt werden, dass Israel eine Herzensangelegenheit ist, die polarisiert. Kaum jemand kann ohne Emotionen an dieses Thema herangehen. Entweder man ist Israel-Gegner oder -Befürworter. Israel-Gegner treten oft scheinheilig auf. Sie akzeptieren großzügig das „Existenzrecht“ des jüdischen Staates. Während eingefleischte Israel-Hasser und ganze Staatsregierungen wie die des Iran ganz offen die Auflösung des Staates Israel fordern, gestehen andere dem jüdischen Staat nur eine Art „Minimal-Existenzberechtigung“ mit starken Einschränkungen zu. Schließlich sei ja der Staat Israel ein künstliches von den bösen Zionisten, die bekanntlicherweise die ganze Welt beherrschen, in einem arabischen Land namens Palästina gegründetes Gebilde, dessen „ursprüngliche Bevölkerung“ bestialisch vertrieben worden sei, die seither auf den Tag der Rückkehr in „ihr“ Land warte, das ihnen weggenommen worden sei.

Viele versuchen ihre Meinung so zu kaschieren, dass beide „Völker“ in dieser Frage gleichberechtigt seien und sich einigen müssten, wie das Staatsgebiet Israels zwischen diesen beiden Völkern aufzuteilen ist. Zu dieser Frage äußern sich quasi alle Staaten und Institution der Welt. Das Schicksal des „palästinensischen Volkes“ (das es in Wirklichkeit gar nicht gibt!) scheint allen am Herzen zu liegen. Und wenn Israel von sogenannten Palästinensern angegriffen wird und es wagt, sein Gebiet zu verteidigen, wird Zeter und Mordio geschrien. Aber an Holocaust-Gedenkstätten wird Mitleid geheuchelt, bis der Arzt kommt!

Sowohl die dargelegten Beweise als auch meine Intuition sind es, die mich so sicher machen, dass ich mit dem Inhalt dieses Buches richtig liege!

Ein weiteres  Buch von Dir trägt den erstaunlichen Titel „Freimaurer im Weltraum“. Freimauer kennen wir natürlich alle – aber wie kommen Freimaurer in den Weltraum und was haben sie dort zu suchen?

Ein Teil dieses Buches ist quasi die Fortsetzung von Die Rückkehr zum Mars. Ich lege Bilder mit glasklaren Beweisen dafür vor, dass es auf dem Mars einst menschliche Aktivitäten gab und scheinbar z. T. heute noch gibt.

So findet sich im marsianischen Gebiet Aram Chaos auf einem hochauflösendem Bild ein Torbogen, der die Aufschrift „Atlas“ trägt – und laut Plato war Atlas einer der ersten Herrscher von Atlantis. Intuitiv überkommt mich der Gedanke, dass die Anbringer dieser Aufschrift sagen wollten: „Wir sind wieder da. Grüße aus Atlantis.“

Aber um auf Deine Eingangsfrage zurückzukommen, muss festgestellt werden, dass die NASA offensichtlich von Mitgliedern eines Freimaurer-Ordens unterwandert wurde und spätere Raumfahrer dieses Ordens bestimmte dort übliche Riten auf dem Mond ausführten. Ganze Manöver hatten offensichtlich mit freimaurerischem Gedankengut zu tun! Darüber hinaus konnte ich Whistleblower interviewen, die angeblich im Rahmen eines geheimen militärischen Programms im Weltraum gewesen waren und nach ihrer Mission wieder in die Zeit vor ihr zurückversetzt wurden.

An diesen ganzen Unternehmungen sollen verschiedenen Rassen von Außerirdischen beteiligt gewesen sein. Klingt absolut unglaubwürdig, doch die Zeugen machten einen glaubwürdigen Eindruck auf mich. Bei einem besonders interessanten Skype-Interview mit einem solchen angeblichen Agenten hatte ich Schwierigkeiten, ihm zu folgen: Er sprach sehr schnell und in einem typisch amerikanischen Slang. Er sagte mir zu, mir das Ganze noch einmal schriftlich zukommen zu lassen, doch kurz nach dieser Zusage verstarb er unerwartet…

Ein weiterer Schwerpunkt dieses Buches sind Hinweise darauf, dass es tatsächlich lange vor der NASA eine gewissermaßen hoch entwickelte (Flug)-Technologie auf der Erde gab, die bis ins Preußen des 19. Jahrhunderts zurückreicht! Ich versuche in diesem Buch herauszufinden, was wirklich hinter dem allem steckt.

Dann hast Du erst vor kurzem noch ein Buch mit dem Titel „Die UFO-Fallakten“ auf den Markt gebracht. Ich hatte es auf meinen Blog bereits HIER vorgestellt. Worum geht es dabei, was sind das für Fallakten?

Hier geht es einmal um einige erstaunliche UFO-Fälle, die ich in meiner „Endzeit“ in der deutschen UFO-Szene untersucht und zum zweiten über klassische Entführungsfälle, mit denen ich mich ausführlich beschäftigt habe.

Insbesondere um Travis-Walton-Fall habe ich einige Menge Material gesammelt. Einiges scheint gegen die Authentizität seiner Aussagen zu sprechen, einiges aber auch dafür. Letztlich komme ich zu einem Urteil, dass man mit „im Zweifel für den Zeugen“ umschreiben könnte, doch damit ist noch nicht gesagt, WER KONKRET hinter der Entführung – und anderen – steckt. Der erste Teil enthält Fälle, die ich noch für die GEP e. V. (in der ich sehr lange Mitglied und Falluntersucher war) und ich der DEGUFO (in der ich kurzzeitig 2. Vorsitzender war) untersucht habe.

Mittlerweile habe ich mich enttäuscht aus der deutschen UFO-Szene zurückgezogen, was ganz und gar nicht heißt, dass ich mich aus dem UFO-Feld zurückziehe. Im ersten Teil des Buches werden Fälle beschrieben, mit denen ich mich z. T. selbst persönlich getroffen habe, und in einem der Fälle könnte der berühmte Oz-Faktor beschrieben sein. Der persönliche Kontakt mit einem anderen Zeuge führen mich auch die Spur der „Freien Energie“.

Zu den von mit untersuchten Fällen, kommt einer, der einst von Illobrand von Ludwiger untersucht wurde – Der Langenargen-Incident. Der Debunker Rudolf Henke meinte im „Journal für UFO-Forschung“ der GEP die Sichtung auseinander nehmen zu müssen, und ich führe seine Argumentation ad absurdum.

Ich habe Signale dafür, dass der gleiche Verlag, in dem „Die UFO-Fallakten“ erschienen sind, auch ein Buch aus meiner Feder zum Thema „Lemuria“ veröffentlicht wird. Neben eigenen Ideen und Kommentaren entstammt der Inhalt des Buches in der Hauptsache dem Erbe des jüngst verstorbenen Atlantis- und Lemuria-Forschers Bernhard Beier.

Bernhard Beier ist ein gutes Stichwort, denn er ist leider kürzlich verstorben. Auch ihn kannte ich viele Jahre und schätzte seine Arbeit sehr. Vor allem als Redaktionsleiter von Atlantisforschung.de, dessen Herausgeber Du ja bist. Wie geht es dort nach dem viel zu frühen Tod des Kollegen Bernhard weiter? Immerhin ist Atlantisforschung.de ein Mammutprojekt nach Wikipedia-Art.

Zunächst habe ich kommissarisch die Redaktionsleitung selbst übernommen. Ich hoffe, dass ich irgendwann einen ambitionierten Atlantisforscher finde, der sich mit der Wiki-Software auskennt oder bereit ist, sich darin einzuarbeiten und bereit ist, für Bernhard in die Bresche zu springen, doch ehrlich gesagt habe ich da wenig Hoffnung.

Ich hoffe, dass unsere Gastautoren in der nächsten Zeit vermehrt Artikel schicken, denn Bernhards Schreibwut kann ich allein bei weitem nicht kompensieren!

Anfang 2019 hast du neben Deinen bereits bestehenden verhältnismäßig vielen Webseiten noch einen Blog online gestellt, der zunächst aus ziemlich lockeren, man könnte sagen, fast schon umgangssprachlich geschriebenen, Beiträgen bestand. Das Profil hat sich inzwischen aber etwas geändert. Wie kam es dazu?

Auf meinem neuen Blog auf https://blog-roland-m-horn.de mit dem ungewöhnlichen Namen „Der Papa bloggt das schon“ wollte ich mich ursprünglich hauptsächlich meinen potentiellen Lesern von einer anderen, persönlicheren, Seite zeigen. Bisher kennen mich die meisten meiner Leser nur aus Fachartikeln und Büchern und wissen nicht, wie der Typ, der dahinter steckt, ansonsten so tickt.

Dieses Wissen versuchte ich auf diesem Blog dem Leser zu vermitteln. Mittlerweile ist es aber tatsächlich so, dass der Blog beinahe ausschließlich aus Fachartikeln besteht, von denen nur ein Teil grenzwissenschaftlicher Natur ist. In den meisten Beiträgen geht es um Israel und den Zionismus, und zwangsläufig fühlte ich mich genötigt, mich auch in die Corona-Thematik einzuklinken. Insbesondere zu den letzten beiden Themen stammen die meisten Artikel von anderen Autoren, die ich freundlicherweise übernehmen durfte. Dazu kommen aber auch Auszüge aus meinen Büchern, insbesondere „Blauer Stern auf weißem Grund – Die Wahrheit über Israel“, aber auch zu anderen Werken.

Vorhin erwähntest Du beiläufig „Lemuria“ und dass dazu in Zukunft wohl ein Buch von Dir kommen wird. Ich kenne Lemuria und Dich als Atlantis-Autor natürlich. Dich was hat es mit diesem „Lemuria“ auf sich?

In dem Buch spielen die Arbeiten von Bernhard Beier eine wichtige Rolle. Meine Beweisführung fußt größtenteils auf seinen Artikeln zu Themen wie den naturwissenschaftlichen Ursprung und die mythologischen Grundlagen der Lemuria-Hypothese sowie die geologischen, ozeanischen und archäologischen Grundlagen der These. Dazu kommt eine ausführliche Betrachtung der esoterischen Darstellungen zum Thema. Doch zumindest eine in dem Buch genannte Idee stammt von mir selbst und ist meine Herleitung aus Otto Mucks weithin unbekannten Buch „Geburt der Kontinente“.

Einiges spricht dafür, dass der „Lemuria-Gegner“ Muck Lemuria selbst entdeckt, aber nicht als solches erkannt hat. Weiter setze ich mich mit dem Mythos vom „verlorenen Kontinent Pan“ auseinander, der ebenfalls im Pazifik verortet wird. Die Argumente dazu stammen zwar von einer Anthropologin, fußen jedoch auf dem ominösen Buch „Oaspe – The New Bible“, das 1882 durch die Technik des Automatischen Schreibens entstand. Auch die wissenschaftliche Beweisführung der Autorin haut hinten und vorne nicht hin.

Weiter kommt in dem Buch Yonaguni zur Sprache, jüngst gefundene Hinweise auf einstigen uralten bisher unbekannten Kontinent um Mauritius und das Kasskara der Hopis, das ja ebenfalls in Pazifik gelegen haben soll. Letztlich bleibt als Resümee die Aussage, dass es Lemuria gegeben haben muss, nur Lage und Größe sowie die Art seines Untergangs bleiben weitgehend im Dunkeln.

Hier kann ich nur mehrere Ansatzpunkte geben.

Danke, Roland. Ich wünsche ich Dir viel Erfolg mit Deinen Büchern, Projekten und Webseiten!

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Tagged , , , , , , , , , , , <

Das Rätsel des Phobos Monolithen: Seltsamer „Turm“ auf einem der Monde des Mars +++ Video +++

Teilen:
Das Rätsel des Phobos Monolithen: Seltsamer "Turm" auf einem der Monde des Mars (Bilder: NASA / Montage: Fischinger-Online)
Das Rätsel des Phobos Monolithen: Seltsamer „Turm“ auf einem der Monde des Mars (Bilder: NASA / Montage: Fischinger-Online)

Mystery-Jäger oder UFO-Fans entdecken immer wieder auf NASA-Fotos aus dem All seltsame Anomalien. Auf Aufnahmen von Raumsonden aus dem All ebenso wie auf Fotos, die beisppielsweise Rover auf dem Mars gemacht haben. Dabei gibt es durchaus sehr interessante Anomalien im All und auf den Himmelskörpern in unserem Sonnensystem. Beispielsweise ein riesiger „Monolith“, der senkrecht von der Oberfläche des Mars-Mond Phobos in den Himmel ragt. Der „Phobos Monolith“, wie man ihn inzwischen nennt. Es ist ein Turm, der sich klar von seiner Umgebung abhebt und den jetzt ein mittels Computer dreidimensional „rekonstruiert“ wurde. Ein spannendes Objekt – und ein spannender Mond, wie Ihr in diesem YouTube-Video vom 1. September 2020 erfahren werdet!


Anomalien auf Mars-Mond Phobos?

Auf Fotos von Raumsonden, Landern oder Rovern entdecken emsige Mystery-Jäger immer wieder (vermeintliche) Anomalien. Irgendwelche Objekte, die beispielsweise auf Bildern vom Mars oder Mond zu sehen sind. Und die eigentlich nicht dahin gehören.

Die Palette solcher angeblichen Anomalien ist lang. Sehr lang, wie in einigen Videos auf meinem YouTube-Kanal sowie Postings auf diesem Blog vielfach berichtet. Auch wenn der Klassiker sicher das sogenannte „Mars-Gesicht“ der 1970ger Jahre auf dem Mars ist. Da unlängst unzählige Fotos vom Mars etc. heute für jedermann zur Verfügung stehen, werden auch immer wieder entsprechende Anomalien entdeckt.

Geht es nach diesem – ist gerade der Mars geradezu von Objekten, Artefakten und Dingen, die da nicht hingehören, zugemüllt! Von Pyramiden und Städten über Knochen und Tierfossilien bis Roboter, UFOs und Alien-Schädel wurde auf entsprechenden Fotos schon alles „identifiziert“. Vor allem auf Fotos der NASA, die dann diese außerirdischen Anomalien und „Belege“ wohl vergessen hat zu retuschieren …

Dennoch gibt es durchaus interessante Anomalien im All und auf den Himmelskörpern in unserem Sonnensystem. So etwa auf dem winzigen Mars-Mond Phobos. Schon lange ist Phobos – wie auch der zweite Mars-Mond Deimos – für Mystery-Jäger ebenso interessant, wie für Astronomen. Selbst ein UFO soll 1989 bereits dort von einer Sonde der UdSSR gesichtet worden sein. Kur bevor diese auf „unerklärliche Weise“ verschwand.

Gesichtet wurde aber durch eine Raumsonde der NASA etwas sehr seltsames. Ein riesiger Monolith, der senkrecht von der Oberfläche des Phobos in den Himmel ragt. Der „Phobos Monolith“, wie man ihn inzwischen nennt. Es ist ein Turm, der sich klar von seiner Umgebung abhebt und den jetzt ein mittels Computer dreidimensional „rekonstruiert“ wurde.

Ein spannendes Objekt – und ein spannender Mond, wie Ihr in diesem YouTube-Video vom 1. September 2020 erfahren werdet!

Bleibt neugierig …

Video vom 1. Sep. 2020 auf YouTube

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Lasst gerne ein Abo & Daumen hoch da …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Tagged , , , , , , , <

Mythische Monster im Alten Testament: Werden in der Bibel von Gott geschaffene Dinosaurier erwähnt?

Teilen:
Werden in der Bibel Dinosaurier erwähnt? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger)
Werden in der Bibel Dinosaurier erwähnt? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger)

In der Bibel findet der Leser eigentlich alles zu allem – man muss nur genau nachlesen und danach suchen. Das behaupten in der Hauptsache natürlich die Gläubigen, die in den beiden Testamenten der Bibel Antworten auf nahezu alle Belange des Lebens – und darüber hinaus – suchen. Jahrtausende der Interpretationen mit den unterschiedlichsten Strömungen hatte das zur Folge. Finden sich aber in der Bibel auch Dinosaurier beschrieben? Immerhin glauben Millionen Menschen der Schrift Wort für Wort, eingeschlossen der Schöpfungsgeschichte. Und da es Saurier gab, müssen sie von Gott geschaffen worden sein. So deren Argumente. Gibt es aber tatsächlich Belege oder Hinweise dafür in den Büchern der Bibel? Vielleicht, wie Ihr in diesem Artikel erfahrt.


Die Bibel: Märchen und Geschichte?

Als „Märchenbuch für Erwachsene“ werden das Alte und Neue Testament der Bibel sehr gerne belächelt. Es wären Schriften, deren zahlreiche Bücher nichts weiter als Unwahrheiten und Märchen erzählen. Selbst von reiner Propaganda wird in diesem Zusammenhang gesprochen, die sich irgendwelche findigen Autoren ausdachten.

Dass das nicht stimmt, haben Bibelforscher und Archäologen schon sehr lange belegt! Die Schriften der Bibel enthalten historisch verbürgte Berichte und Erzählungen, die durch externe Quellen nachgewiesen sind. Ein Buch also, das historisch korrekt ist.

Ganz so einfach ist es denn dann doch wieder nicht. Denn neben realen Ereignissen, Daten und Personen beinhalten die biblischen Bücher unzählige nicht fassbare Aussagen, Behauptungen und Geschichten. Häufig entsprungen aus Mythologien anderer Völker im Nahen Osten, die von den Autoren der Bibel umgeschrieben und umgedichtet wurden. Man denke nur – als bestes Beispiel – an die Geschichte der Sintflut oder Legenden der Urzeit. Das Neue Testament macht da keine Ausnahme. Auch in den dortigen Büchern rund um die Figur Jesus Christus finden sich Wahrheit und Fiktion vermischt.

Zum Teil handelt es sich bei solchen Schilderungen der Bibel auch ganz einfach um (theologische) Erfindungen. Fake-News im Namen Gottes.

Das hören vor allem Bibelfundamentalisten und Kreationisten nicht gerne.

Die Bibel als Gottes wahres Wort

Im Gegensatz zu „normalen Gläubigen“ aus Christentum und Judentum sind sie mit ihrem Glauben und Ansichten zur Bibel fundamental. Sie nehmen sie wortwörtlich. Alles geschah, wie es die Bibel erzählt, und sei damit Wahr und von Gott gegeben. Ausdrücklich schließt das die Schöpfung der Welt inklusive Gottes Erholungspause am siebten Tag mit ein. Somit sei alles gleichzeitig von Gott erschaffen worden. Mit nur wenigen Tagen Abstand bei seinem Werk, während er das Universum, die Erde, den Mond, die Tiere, den Menschen usw. „bildete“.

Nicht vor Urzeiten und Milliarden von Jahren soll das gewesen sein, so die Bibelfundamentalisten, sondern vor wenigen tausend Jahren. Vielleicht vor nicht mal 10.000 Jahren. „Die Erde ist jung!“ lautet diese fundamentale Weltanschauung. Naturwissenschaftliche Datierungen sind Teufelswerk und falsch, sind diese Gläubigen überzeugt. Nichts als Blasphemie in den Augen all jener, die unbeirrbar an die biblischen Botschaften glauben.

Auch Fossilien von Sauriern sind für sie nicht Millionen Jahre alt, sondern erst wenige Jahrtausende. Gott habe diese Kreaturen genauso und gleichzeitig wie alle anderen Tiere des Planeten geschaffen. In der Sintflut kamen diese dann (fast?) alle um, weshalb wir heute ihre Überreste in aller Welt finden.

Möglicherweise auch nicht alle. Zum Beispiel gibt es, wie unter anderem in diesem Video HIER berichtet, in den USA angeblich authentische Nachbauten der Arche Noah, in denen auch Saurier in Käfigen zu sehen sind. Noah habe auch diese gerettet – zumindest teilweise. Kein Problem für das fundamentale Christentum. Wissenschaftler, die behaupteten, dass der Mensch fast 65 Millionen Jahre nach den Urzeit-Wesen die Bühne der Weltgeschichte betrat, verbreiten ihrer Meinung nach Irrlehren. Immerhin sei allein schon die Evolutionstheorie Gotteslästerung, falsch und  anti-christlich.

Das biblische Monster Behemoth

Nun ist es aber so, dass die fundamentalen Bibelextremisten für die Behauptung, dass Gott vor ein paar tausend Jahren auch die Saurier schuf, im „Buch der Bücher“ auch nach vermeintlichen „Beweisen“ dafür suchen. Es genügt ihnen nicht, anzuerkennen, dass es diese Kreaturen einstmals auf unserem Planeten gab. Sie müssen ja irgendwo hergekommen sein (also von Gott) und damit in der Bibel zu finden sein. Als unverfälscht wahres und einziges Geschichtsbuch von Gott wird dieser diese Information ihnen sicher nicht vorenthalten.

Da ist es wenig verwunderlich, dass die Bibelfundamentalisten längst auch fündig geworden sein wollen. Vielleicht sogar zu einer Zeit, die noch gar nicht so lange her ist. Was aber nichts mit Kryptozoologie zu tun hat, deren Forscher bekanntlich nach unbekannten oder angeblich bereits ausgestorben Tieren und Pflanzen suchen. Selbst nach einem bis heute noch existierenden Saurier, der sich in den Urwäldern Zentralafrikas herumtreiben soll, und der als Mokele-Mbembe bekannt ist (mehr dazu HIER).

Der angebliche Dinosaurier der Bibel heißt Behemoth. Ein Lebewesen, dass im Hebräischen der Bibel bəhēmôth genannt wird und als Pluralform des Wortes für „Tier“ angesehen wird. Durch die Nutzung dieser Schreibweise soll dieses „Tier“ oder „Raubtier“ verdoppelt werden, was seine Stärke, Größe und Stellung betrifft. Damit wird es zu einem „Monster„, das auf dem Land lebte. Zu finden ist diese Kreatur an mehreren Stellen im Alten Testament. Zumindest das Wort im Sinne eines Tieres, das beispielsweise auf dem Felde grast (z. B. Ps 8,8 & Joel 22,2).

Schon hier kommt es zu ersten Problemen. Möchte man mehr über dieses Tier oder Monster erfahren, könnten vielleicht die gewöhnliche Hausbibel in einer „Einheitsübersetzung“ oder andere vorhandene Ausgaben nicht weiterhelfen. Diverse Bibelausgaben nennen das Tier einfach „Nilpferd“ oder interpretieren es als ein solches. Ein Nilpferd ist zwar überaus gefährlich aber alles andere als ein Dinosaurier oder ein vor vielen Millionen (oder einigen Tausend) von Jahren ausgestorbenes „Monster“.

Behemoth: Ein Dinosaurier?

Nicht alle Bibelleser und Bibeldeuter sehen in Behemoth ein „normales Tier“. In Wahrheit handelt es sich bei diesem Monster eben doch um einen Saurier, da das Buch Hiob eine genauere Beschreibung von diesem liefert. Dort heißt es, hier in der Übersetzung von Martin Luther:

Siehe da den Behemot, den ich geschaffen habe wie auch dich! Er frisst Gras wie ein Rind. Siehe, welch eine Kraft ist in seinen Lenden und welch eine Stärke in den Muskeln seines Bauchs! Sein Schwanz streckt sich wie eine Zeder; die Sehnen seiner Schenkel sind dicht geflochten. Seine Knochen sind wie eherne Röhren, seine Gebeine wie eiserne Stäbe. Er ist das erste der Werke Gottes; der ihn gemacht hat, gab ihm sein Schwert.

Denn die Berge bringen ihm Tribut, und alle wilden Tiere spielen dort. Er liegt unter Lotosbüschen, im Rohr und im Schlamm verborgen. Lotosbüsche bedecken ihn mit Schatten, und die Bachweiden umgeben ihn. Siehe, der Strom schwillt gewaltig an: er dünkt sich sicher, auch wenn ihm der Jordan ins Maul dringt. Kann man ihn fangen Auge in Auge und ihm einen Strick durch seine Nase ziehen?“ (Hiob 40,15ff.)

„Sieh doch das Nilpferd …“ geben die meisten „modernen“ Bibel die fragliche Stelle heute leider wieder. Augenscheinlich kann das in keinem Fall zu der Beschreibung des Tieres passen. Vor allem ist der Schwanz wie eine Zeder am Auffälligsten. Eine Zeder ist ein Baum, der in der Antike weithin bekannt und geschätzt war. Vor allem die berühmten „Zendernwälder des Libanon“ sind heute legendär. Dorthin reiste nicht nur der Held und König Gilgamesch laut dem Gilgamesch-Epos, sondern auch die Pharaonen importieren dieses Holz. Selbst König Salomon soll das wertvolle Holz zum Bau seines Tempels in Jerusalem genutzt haben.

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Jeder weiß, dass ein Nilpferd keinen Schwanz wie ein Baum hat. Ein Saurier aber sehr wohl, während ein Nilpferd einen „Stummelschwanz“ hat. Gleichzeitig hatten Saurier auch stabile Beine wie „Stäbe“. Aber natürlich nicht aus „Eisen“, wie es das Buch Hiob schildert. Auch keine Knochen aus Bronze („Seine Knochen sind Röhren aus Bronze“), wie es in einigen Übersetzungen zu lesen ist. Problematisch ist jedoch die Tatsache, dass sämtliche Verwendungen des Wortes Behemoth außerhalb von Hiob immer ein reales Tier meinen. Darauf verwies schon 1976 G. S. Cansdale in seinem Buch „All the Animals of the Bible Lands“.

Ein reales Tier, ein Saurier?

„Denn die Berge bringen ihm Tribut, und alle wilden Tiere spielen dort“, heißt es bei Hiob in der Version von Luther. Statt „Tribut“ findet sich in anderen Bibeln meist die Aussage, dass die Berge sein „Futter tragen“. Zugleich wird darin von „Tieren“ und nicht von „wilden Tieren“ gesprochen, die dort in oder an den Bergen „spielen“. Der Behemoth isst also dort, wo auch die anderen Tiere ihr Futter suchen oder sich friedlich aufhalten.

Irgendwie sehr unpassend für ein „Monster“ oder eine wilde Bestie, wie es gedeute wird und auch in Apokyphen anklingt. Im äthiopischen Buch Henoch (ab 60,6) ist nämlich Behemoth ein wildes Ungeheuer, dass die Menschen strafen soll. Ebenso wie sein Gegenstück Leviathan als Meeresungeheuer, über das gleich noch zu sprechen sein wird.

Bibelfundamentalisten und jene, die überzeugt sind, dass die Erde jung ist, vermuten, dass Behemoth eine Art Sauropode war. Sicherlich mit die bekanntesten Urzeitwesen, die in der Tat gewaltige Schwänze und mächtige Beine hatten. Hier wird ein Iguanodon gerne ins Spiel gebracht, der zu den Iguanodontiae gehört. Iguanodons lebten vor rund 139 bis 113 Millionen Jahren auf der Erde und damit endlos lange vor den ersten Hominiden überhaupt. Was bekanntlich für Fundamentalisten keinerlei Problem darstellt. Letztlich soll Hiob das Wesen selber gesehen haben, nachdem der Herr ihn dies zeigte bzw. ihn darauf hinwies (Hiob 40,15f. & 40,19).

Es scheint sich demnach um ein real existierendes Tier gehandelt zu haben. Ausschließen, das hier eine „Vision“ oder sogar Fiktion vorliegt, kann guten Gewissens eigentlich niemand, der kritisch an Bibeltexte herangeht. Zumal gerade das Buch Hiob für seine verborgenen und kryptischen Botschaften und Aussagen schon legendär ist.

Etwa acht Meter lang und aufgerichtet fünf Meter hoch waren ein Iguanodon, wobei es mehr als vier Tonnen auf die Waage bringen konnte. Sicher ein „Monster“ (s. Titelbild) im weitesten Sinne des Wortes. Aber meint das Buch Hiob wirklich so ein Tier oder überhaupt einen gewaltigen Saurier? Auch wenn Fundamentalisten dies immer wieder annehmen, übersehen sie doch die Widersprüche im Text.

Die Bestie Leviathan

Das Fabelwesen Behemoth kann kein Saurier gewesen sein.

Schon gar nicht ein Riese wie ein Iguanodon oder irgendeine Art von Sauropoden, die noch weit größter werden konnten. Das Buch Hiob beschreibt eindeutig, dass sich das Tier unter Lotosbüschen legte und diese ihm Schatten spendeten. Es konnte sich im „Rohr“, also „Schilf“, am Fluss verstecken und „Bachweiden“ umgaben das Tier dabei. Behemoth war demnach also ein mehr oder weniger kleines Tier und kein gewaltiger Saurier mit einem Schwanz wie ein Baum!

Was aber ist mit dem zweiten „Monster“, das bei Hiob mit dem Namen Leviathan umfangreich beschrieben ist (Hiob 40,16ff. & 41,1ff.)? Auch bei diese Kreatur wird versucht es mit einem Saurier oder vorzeitlichen Reptil zu erklären, dass Hiob ebenso real sah, wie andere. Den Beschreibungen nach war es ein sehr großes und fast schon riesiges Meereslebewesen, das sogar Feuer spuken konnte. Geradezu unbesiegbar verbreite es Angst und Schrecken. „Trifft man ihn mit dem Schwert, so richtet es nichts aus, auch nicht Spieß, Geschoss und Speer“, heißt es bei Hiob 41,18 über diese Bestie. Weiter lesen wir dort in der Luther-Version:

Aus seinem Rachen fahren Fackeln, und feurige Funken schießen heraus. Aus seinen Nüstern fährt Rauch wie von einem siedenden Kessel und Binsenfeuer. Sein Odem ist wie lichte Lohe, und aus seinem Rachen schlagen Flammen. (…)

Kein Pfeil wird ihn verjagen; die Schleudersteine sind ihm wie Spreu. Die Keule achtet er wie Stoppeln; er spottet der bebenden Lanze. Unter seinem Bauch sind scharfe Spitzen; er fährt wie ein Dreschschlitten über den Schlamm. Er macht, dass die Tiefe brodelt wie ein Topf, und rührt das Meer um, wie man Salbe mischt. Er lässt hinter sich eine leuchtende Bahn; man denkt, die Flut sei Silberhaar. Auf Erden ist nicht seinesgleichen; er ist ein Geschöpf ohne Furcht. Er sieht allem ins Auge, was hoch ist; er ist König über alle Stolzen.“ (Hiob 41, 11-13 & 41,20ff.)

„Sein Atem entzündet Kohlen“ gibt zum Beispiel „Elberfelder Bibel“ hier wieder. Ein feuerspeiender Drache, wie er in unzähligen Mythen und Geschichten Niederschlag gefunden hat. Im Fall des Leviathan besteht der große Unterschied darin, dass dieses Monster im Meer leben soll. Kein Tier, dass man mit der Angel einfach fangen kann, wie es Hiob 40,25 vermerkt.

Schlangenmonster der Meere

Leviathan findet sich mehrfach im Alten Testament erwähnt. Und mit jeder Beschreibung wird diese Kreatur seltsamer. So heißt es in den Psalmen über ihn bei Luther:

Da ist das Meer, das so groß und weit ist, da wimmelt’s ohne Zahl, große und kleine Tiere. Dort ziehen Schiffe dahin; da ist der Leviatan, den du gemacht hast, damit zu spielen.“ (Ps. 104,25f.)

Die Meere sind der Lebensraum des „ungeheuren Leviatan“ oder des „Ungeheuers Leviatan“, wie es andere Bibelausgaben nennen. Während in einigen das Wesen schlicht als „Wal“ wiedergeben wurde, was natürlich in keinster Weise den Beschreibungen entspricht. Ein Wal hat weder „scharfe Spitzen“ am Bauch, noch kann er Feuer spuken. Riesig indes ist er zweifellos.

Schaut man noch genauer in die biblischen Texte, so wird dieser Leviathan immer bizarrer. Als sei die Eigenschaft des Feuerspeisens nicht bemerkenswert genug, so heißt es ab Pslam 74,13:

Du hast das Meer aufgewühlt durch deine Kraft, zerschmettert die Köpfe der Drachen über den Wassern. Du hast die Köpfe des Leviatan zerschlagen und ihn zum Fraß gegeben dem wilden Getier.“

„Die Köpfe des Leviata“? Hatte das Biest etwa mehr als nur einen Kopf? Auf welchen Saurier oder überhaupt irgendein Tier träfe das zu? Auf keines. Die Bibel wäre nicht die Bibel, wenn man solche Aussagen nicht noch steigern könnte. So geschehen im Buch Jesaja, in dem sich Leviathan als Seeschlange wiederfindet:

Zu der Zeit wird der Herr heimsuchen mit seinem harten, großen und starken Schwert den Leviatan, die flüchtige Schlange, und den Leviatan, die gewundene Schlange, und wird den Drachen im Meer töten.“ (Jesaja 27,1)

In der Übersetzung „Hoffnung für Alle“ wurde dieser Vers noch deutlicher formuliert. Hier heißt es:

In dieser Zeit wird der Herr mit dem Leviatan abrechnen, diesem schnellen Ungeheuer, das sich windet wie eine Schlange. Gottes mächtiges, scharfes Schwert wird ihn treffen, diesen Meeresdrachen, und wird ihn töten.

Theologische Interpretationen und Bibelforscher sehen hier ein Sinnbild des Satans, des Teufels. Die „Schlange“ als Symbol für das Böse und Gottes Widersacher. Gleichzeitig vermerken verschiedene Bibel-Lexika vor allem zu diesem Vers, dass hier auf „heidnische Mythologien“ von Drachen und ähnlichen Monstern angespielt wird, gegen die außerbiblischen Götterfiguren kämpften. Da Mythen früherer Religionen an vielen Stellen des Alten Testaments nachweisbar sind – warum nicht auch hier?

Meeresleuchten …

Zumindest aber kann Leviathan keinesfalls als Saurier angesehen werden. Erst recht nicht mit einem Spinosaurus, der sogenannten „Dornenechse“, wie es versucht wurde. Dennoch wurde immer wieder der Versuch unternommen diese Kreatur mit einem echten Lebewesen von heute zu vergleichen oder es als real darzustellen. Die einfachste Deutung ist dabei die Annahme, dass es ein Krokodil sei. Was natürlich unsinnig ist, wie die Beschreibungen belegen.

Gerne zieht man auch den „Bombardier-Käfer“ heran. Dieses kleine Tier ist in der Lage heißes Gas zur Verteidigung auf seine Fressfeinde zu sprühen. Damit soll untermauert werden, dass es „feurspukende Tiere“ in Gottes Schöpfung sehr wohl gegeben haben könnte. Vielleicht taten sie dies durch einen Gasausstoß, wobei sich dieses Gas bei Kontakt mit Sauerstoff von selbst entzündete. Womit man wieder bei der Drachen-Mythologie wäre. In diesem Fall ein Drache als Seemonster.

Bibelgläubige führen hierbei ein weiteres Argument an. Sie verweisen auf den Fakt, dass es in der Natur tatsächlich leuchtende Tiere gibt. Solche Lebewesen tummeln sich interessanterweise vor allem in den Meeren der Erde, wo sie meistens in der Tiefsee zu finden sind. Die Aussage der Bibel, „Er lässt hinter sich eine leuchtende Bahn, man denkt, die Flut sei Silberhaar“, klingt in diesem Sinne durchaus sehr treffend. Solche Fische, die in den dunklen Tiefen der Ozeane ihr eigenes Licht erzeugen, sind aber relativ kleine Zeitgenossen. Keine „Monster“ und keines dieser Tiere hat auch mehrere Köpfe oder spukt Feuer. Unter Wasser schon gar nicht.

Diese chemischen Prozesse nennt man im Allgemeinen „Biolumineszenz“. Fraglich, wie Menschen in biblischen Zeiten Kenntnis von solchen kleinen Tieren der Tiefsee gehabt haben sollen. Sie „leuchten“ nur dort und niemand kann sie ohne U-Boote sehen. Und angeschwemmte tote Exemplare geben wohl kaum mehr Licht mehr ab. Leuchtende Algen und andere Fische bzw. Lebewesen wie die Einzeller „Pyrocystis lunula“ könnten hier als Vorlage gedient haben. Deren Lichter kann man an der Oberfläche sehen. Von diesen zu einem Monster wie Leviathan ist es aberr noich ein sehr, sehr weiter Schritt.

So spannend diese Fabelwesen oder Monster auch sind, sie eignen sich nicht als Beleg, dass die Bibel von Sauriern spricht, die noch vor kurzen lebten …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Tagged , , , , , , , , , <

Das Rätsel der gravierten Muschel von Red Crag: Stammt das älteste Kunstwerk der Menschheit aus Großbritannien? +++ Artikel +++

Teilen:
Stammt das älteste Kunstwerke der Menschheit aus Großbritannien? (Bilder: gemeinfrei / H. Stopes)
Stammt das älteste Kunstwerke der Menschheit aus Großbritannien? (Bilder: gemeinfrei / H. Stopes)

Die Entwicklung der Menschheit ist ein Stammbaum von Irrungen und Wirrungen. Von Fakten, Vermutungen, neuen und verworfenen Erkenntnissen und Entdeckungen und Spekulationen. Einig ist sich die Wissenschaft dabei, dass die ältesten Kunstwerke unserer Urahnen vor bis zu 100.000 Jahren in einer Höhle in Südafrika gefertigt wurden. Ältere Funde künstlerischer Art sind bisher unbekannt bzw. noch nicht entdeckt. Doch ein Fund aus dem Südosten von Großbritannien, der bereits 1881 bekannt gemacht wurde, sprengt solche Datierungen. Es handelt sich um eine einfache kleine Muschel, auf der ein ebenso einfaches Gesicht geritzt wurde und bis zu 2,5 Millionen Jahre alt sein soll. Zu dieser Zeit gab es nach der etablierten Lehrmeinung weder in Großbritannien Menschen, noch irgendwo anders auf unseren Planeten eine entsprechen Spezies. Wie passt das zusammen? In diesem Artikel soll der Geschichte um diese Muschel mit dem „Smilie-Gesicht“ vom Red Crag genauer nachgegangen werden. Denn dieses Fundstück wirft weit mehr Fragen auf, als es beantworten könnte!


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Der Stammbaum der Menschheit

Wie alt „die“ Menschheit an sich wirklich genau ist, kann bis heute niemand verbindlich sagen. Die Forschung auf dem Gebiet der Archäologie und Anthropologie steht bekannt niemals still. Und so machen emsige Forscher seit Jahrhunderten immer wieder Funde und Entdeckungen, die die Geschichte der Menschheit neu schreiben. Zum Beispiel durch Ausgrabungen von spektakulären Objekten kaum geahnten Alters. Aber auch durch Fundobjekte, die die Entwicklung unseres Spezies sowie unserer Ahnen in einem neuen Licht erscheinen lassen.

Bei diesen Forschungen werfen die Wissenschaftler mit Millionen von Jahren um sich. Von den frühsten primitiven Vorfahren bis zum heutigen Menschen liegen viele Millionen Jahre. So wird die Gattung Orrorin (entdeckt in Kenia) zu einem der frühsten Vorfahren der Hominden gezählt und mit einem Alter von bis zu über 6 Millionen Jahren angegeben. Die afrikanische Gattung Australopithecus wiederum existierte vor rund  4 bis 2 Millionen Jahren. Und auch diese affenähnlichen Wesen reihen sich in den Stammbaum des Menschen ein. Eben sowie der berühmte Homo Erectus oder der Homo Rudolfensis.

„Intelligenz-Sprung“

Irgendwann, Forscher sprechen hier von einem Zeitraum von vor 300.000 bis 200.000 Jahren entwickelte sich letztlich auch der Homo Sapiens. Also wir. Von Ostafrika machten sich unsere Urahnen schließlich auf, den gesamten Planeten zu besiedeln. Vor mindestens 1,2 Millionen Jahren erreichten erste Siedler der Gattung Homo auch Europa (Spanien) und der Homo Sapiens hatte vor mindestens 45.000 Jahren ganz Europa erobert. In Nachbarschaft mit dem berühmten Neandertaler.

Natürlich steht die Erforschung unserer Herkunft nicht still. Von affenartigen Urahnen bis zum Menschen von heute sind es gigantische Schritte, die von Wissenschaftlern immer wieder neu bewertet oder durch neu Funde ergänzt und undatiert werden. Ganz ohne Streitigkeiten und zum Teil hitzige Debatten geht es dabei natürlich nicht zu

Bei einer Sache innerhalb der Entwicklung des modernen Menschen sind sich die Experten jedoch einig: Irgendwann wurden unsere Ahnen zu dem, was wir menschlich nennen. Sie fertigen Kunst und Schmuck in vielerlei Art und Form an, beerdigten ihre Toten und entwickelten dazu einen „Jenseitsglauben“ und sie kümmerten sich um ihre kranken und verletzten Sippen-Mitglieder.

Dieser „Intelligenz-Sprung“ ist durch zahllose Funde recht gut belegt. Die Ursache wiederum kennt niemand.

Die älteste Kunst des Menschen?

Nichtsdestotrotz können die emsigen Forscher diesen „Klick“ in den Gehirnen unserer Ahnen ihrer Meinung nach recht gut datieren. Und zwar durch eine Vielzahl von zweifellos erstaunliche Ausgrabungen den der „Blombos-Höhle“ in Südafrika. Hier haben die Ausgräber seit 1991 zahlreiche Spuren der ersten menschlichen Kunst überhaupt gefunden. Vor allem die Forschungen und Veröffentlichungen von Christopher S. Henshilwood und seinem Team sorgten in Forscherkreisen immer wieder für Sensationen.

In einer Veröffentlichung („Science“, Bd. 295, 2002) berichtete Henshilwood von solchen spektakulären Funden, die erstmals die Fachwelt elektrisierten. Kunstwerke, die auf ein Alter von 77.000 Jahre datiert wurden, haben er ein Team in der Höhle gefunden, so Henshilwood 2002. Damit waren diese Funde wesentlich älter als alle, die man zuvor entdeckt hatte.

Weitere Funde und Veröffentlichungen von  Henshilwood und anderen Forschern folgten (z. B. in „Journal of human Evolution“, Nr. 1/2009 & „Nature“, 12. September 2018), die von den ersten Kunstobjekten der Menschheit sprachen. Unter anderem fanden sich darunter Gehäuse von Meeresschnecken, die vor 75.000 Jahren absichtlich durchbohrt wurden. Sie dienten wahrscheinlich als Ketten oder Anhänger. Diese Funde waren eine Sensation, da die früheren Belege dieser Art Urzeit-Kunst bis zu dieser Entdeckung erst 20.000 Jahre alt waren!

Im Jahr 2011 veröffentlichten die Forscher um Henshilwood eine erneute Sensation („Science“, Bd. 334, 2011). Darin hieß es, dass es ihnen gelungen sei 100.000 Jahre alte Schneckenschalen zu identifizieren, die einst als Behältnis für Ockerfarbe gedient haben. Auch dies gilt als Nachweis für frühe Kunst bei unseren Ahnen in Südafrika. Es ist der (bisher) älteste Fund dieser Art überhaupt.

Stimmt das alles so?

In der Grenzwissenschaft und „alternativen Geschichtsforschung werden solche Funde und Datierungen wie aus der „Blombos“ vielfach belächelt. Was sind schon 100.000 Jahre Kunstgeschichte der damit abstrakt denkenden Menschheit, wenn es Millionen Jahre alt Funde von Menschen gibt? Zum Beispiel angeblich versteinerte Fußspuren von Humanoiden in geologischen Schichten, die eigentlich aus den Tagen der Dinosaurier stammen. Denn vor dutzenden Millionen Jahren hat es offiziell keine Menschen oder menschliche Vorfahren gegeben. Die Saurier starben vor rund 65 Millionen Jahren aus. Da existierte nichts auf diesen Planten, was auch nur irgendwie menschlich aussah. Was sind da im Vergleich 100.000 Jahre?

Das gilt auch für immer wieder in der grenzwissenschaftlichen Diskussion auftauchenden künstlichen Objekte, die Millionen Jahre alt sein sollen oder könnten. Beispielsweise gefunden in Bergwerken, worüber ich an anderen Stellen berichtet habe (s. z. B. HIER, HIER & HIER).

Die etablierte Wissenschaft lehnt diese Themen oder Diskussionen rund weg ab. Erst der Untergang der Saurier bahnte bekanntlich nach der Lehrmeinung den Weg für die Entwicklung des Menschen. Und doch wurde ein Fund auch von der anerkannten Forschung durchaus diskutiert. Auch wenn die meisten Forscher diesen ablehnten und er nur bis zu 2,5 Millionen Jahre alt zu sein schien.

Die Muschel vom Red Crag

Es handelt sich hierbei um eine vollkommen unspektakulär aussehende Muschel, die in der „Red-Crag-Formation“ bei dem Ort Walton-on-the-Naze an der östlichen Nordseeküste von England 1880/1 entdeckt wurde. Ein Gebiet, das bis heute vor allem bei schönen Wetter und nach Sturmfluten von Fossiliensammlern geradezu überrannt wird.

Auf dieser Muschel kann man ein einfaches aber klar zu identifizierendes Gesicht erkennen, dass jemand in die kleine Muschel geritzt hat. Eine primitive Schnitzerei, die an einen modernen Smilie oder eine Halloween-Fratze in einem Kürbis erinnert. Oben sieht man ein kleines Loch, welches vermuten lässt, dass das Objekt irgendwo dran befestigt wurde. Vielleicht als eine Art Kettenanhänger, wie die Meeresschnecken aus der „Blombos-Höhle“.

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Aufgrund des Fundortes „Red Crag“ wäre sie 2 bis vielleicht sogar 2,9 Millionen Jahre alt. Das hätte ungeahnte Folgen für die Geschichte der Menschheit. Nicht nur, da dieses Kunstwerk damit mindestens 20-mal älter als die Funde in der „Blombos-Höhle“ im fernen Südafrika wäre. Das Objekt würde auch die Besiedlungsgeschichte Europas vollkommen über den Haufen werfen. Von der Tatsache, dass es vor 2 Millionen Jahren keine Menschen in England gab, die solche Kunst hätten schaffen können, einmal ganz zu schweigen.

Bekannt machte die Muschel 1881 Henry Stopes, ein Mitglied der „Geological Society“, auf einem Meeting der „British Association for the Advancement of Science“. Doch statt Anerkennung oder wenigstens eine offene Diskussion wurde die gravierte Muschel von der damaligen Fachwelt abgelehnt. Da es in derart ferner Vergangenheit noch keine Menschen mit solchen Fertigkeiten gab, so hieß es damals, können auch die Muschel mit dem Gesicht nicht aus dieser Zeit stammen. Vielleicht, so wurde auch argumentiert, kam sie später „irgendwie“ in die „Red-Crag-Formation“.

Möglich sei aber ebenfalls, dass die Muschel zwar so alt sei, aber das Gesicht später von irgendwem dort hinein gebracht wurde …

Dem Spott zum Trotz

Dr. Marie C. Stopes, die Tochter von Henry Stopes, die als Geologin und Paläobotanikerin ab 1902 eine zur damaligen Zeit einmalige wissenschaftliche Karriere machte, vergeigte die Entdeckung ihres Vaters vehement. Die international beachtete und ausgezeichnete Forscherin verwies in verschiedenen Veröffentlichungen darauf, dass die Muschel keine Fälschung sei und enorm alt sein muss. So schrieb sie im Juni 1912 in einem Artikel in „The Geological Magazine“ (vol. 9, Nr. 6) unter anderem:

Es ist zu beachten, dass die eingeritzten Stellen ebenso tief rotbraun gefärbt sind wie der Rest der Oberfläche. Dies ist ein wichtiger Punkt, denn wenn die Oberflächen der Red Crag-Muscheln zerkratzt sind, zeigen sie darunter einen weißen Untergrund. Es sollte auch beachtet werden, dass die Muschel so empfindlich ist, dass jeder Versuch, sie jetzt zu schnitzen, sie zerbrechen würde.“

Auch rund 150 Jahre nach der Entdeckung dieser seltsamen und mutmaßlichen viel zu alten Muschelschale ist das Rätsel darüber noch immer nicht gelöst. Obwohl Dr. Stopes vor einem Jahrhundert das Fundstück ihres Vaters und seine Interpretation verteidigte, wird es bis heute kaum beachtet. Erschwerend kommt hinzu, dass die Herkunft des umstrittenen Objektes nicht eindeutig dokumentiert ist. Eine ordentliche Dokumentation ist fraglos eine Voraussetzung, wenn irgendwas die Geschichte der Menschheit umschreiben soll.

Selbst eine fast schon besessene Leidenschaft für eine Menschheit in dieser Epoche der Erdgeschichte spricht man Henry Stopes heute zu.

Ein Entdecker „wie Kapitän Ahab“

So zumindest der Archäologe Dr. Francis Wenban-Smith von der Universität von Southampton in einer umfangreichen Veröffentlichung im „Journal of the Lithic Studies Society“ („Lithics“, Nr. 30, 2009):

Wie bei Kapitän Ahab scheint es jedoch einen besonderen Wahnsinn gegeben zu haben – seine Sammelleidenschaft und seine Leidenschaft für seinen eigenen Weißen Wal des Tertiären Menschen (…)“

Wenban-Smith ist in seinem Artikel überzeugt, dass die Muschel erst nach der Versteinerung bearbeitet worden sein. Er widerspricht damit also klar den Aussagen von Stopes und seiner Tochter. Nach Einschätzung von Wenban-Smith stamme das Objekt zwar tatsächlich aus der „Red-Crag-Formation“, sei aber viel später dort hinein gelangt. Das Material habe sich seiner Meinung nach in einem sogenannten Talus Millionen Jahre später um die Muschel gelegt. Das erkläre die typischen Spuren des Materials innerhalb der Gravur oder Ritzung.

Mehr noch, denn der Forscher geht in seinem, Bericht soweit zu vermuten, dass die Muschel vielleicht von einem mittelalterlichen Christen angefertigt wurde. Eine Art Pilgerobjekt, das er mit Jakobsmuscheln vergleicht, die von mittelalterlichen Pilgern auf ihre Kleidung genäht wurden. Hier nennt Wenban-Smith als Beispiel die frommen Pilger auf dem bekannten Jakobsweg. Er betont auch, dass die Gläubigen solche Talismane mit Absicht so vergruben, dass sie auf das Meer blicken. „Red Grag“ liegt bekanntlich an der Küste von Essex.

Ob seine Analyse zutrifft, weiß aber auch Wenban-Smith am Ende seiner detaillierten Untersuchung zu sagen. Die einfache und fast schon kitschige Darstellung des Gesichtes könnte auch für eine schlichte Fälschung sprechen, glaubt er. Vielleicht von Stopes selber, vielleicht von dem ominösen Sammler, von der er das Objekt bekommen haben will. Vielleicht auch von einer ganz anderen Person. Ob irgendwer damals den Stammbau der Menschheit „manipulieren“ wollte, ist natürlich nicht weniger unklar.

Dass die umstrittene Muschel gefälscht sein soll, nur da das Gesicht darauf zu kindlich dargestellt erscheint, ist wohl kein Argument. Immerhin haben unsere urzeitliche Vorfahren zu allen Zeiten und in allen Teilen der Erde einfache, primitive und „kindliche“ Kunstwerke und Bildnisse geschaffen.

Ein Fake oder ein Irrtum?

Gleichzeitig kann Wenban-Smith nicht belegen, dass die Muschel von Stopes so was wie ein frommer Talisman war. Weder von Christen aus dem Mittelalter – noch von irgendwelchen Menschen, die beispielsweise in der Steinzeit Großbritanniens lebten.

Nach heutigen Maßstäben hat aber weder Henry Stopes noch seien Tochter Jahrzehnte später wissenschaftlich belegt, dass die gravierte Muschel Millionen von Jahre alt ist. Besser gesagt, dass die Gravur des Gesichtes darauf ein derart enormes Alter hat.

„Die ersten Menschenarten kamen vor über 700.000 Jahren nach Großbritannien“, schreibt zum Beispiel „GeoEssex“ auf deren Webseite. Erste Beweise für menschliche Aktivitäten in der fraglichen Region stammen „aus einer Zeit vor etwa 400.000 Jahren“. Verschiedene Eiszeiten und Kälteperioden „führten dazu, dass sich die Menschen aus Großbritannien zurückzogen und zurückkehrten, als sich das Klima verbesserte“. Feuersteinwerkzeuge und „wunderschön gefertigte Handäxte“ seien Belege für diese menschlichen Besiedelungen. In dem rund 2 Millionen Jahre alten „Red Crag“ wiederum finden sich keine Spuren von Menschen. Zumindest werden keine erwähnt, wenn es von „GeoEssex“ zum Beispiel heißt:

Der rot gefärbte Sand, der kurz vor der heutigen Eiszeit abgelegt wurde, strotzt nur so vor fossilen Muscheln und bildet spektakuläre Schichten auf dem Londoner Lehm.

Im Roten Fels gibt es auch die Zähne von Haien, von denen Carcharodon megalodon mit einem Gewicht von rund 65 Tonnen die größte jemals lebende Haiart ist. Diese Zähne, die aus Gesteinen des Miozäns stammen und in den Roten Felsen eingearbeitet wurden, sind äußerst selten. Aber im Laufe der Jahre sind Exemplare davon am Strand aufgetaucht.“

Und so scheint die Entdeckung von Henry Stopes unlängst mehr und mehr in Vergessenheit zu geraten. Ob sie wirklich die Geschichte der Menschheit umschreiben könnte, bleibt weiter vollkommen offen.

Oder sogar eine Verschwörung?

Zumal nach Recherchen der Autoren Michael A. Cremo und Richard Dullum die seltsame Muschel heute scheinbar nicht mehr aufzufinden ist. So berichtete Cremo vor einigen Jahren in einem Artikel („Atlantis Rising Magazin“, Nr. 3/2010), „dass eine Kollektion von Artefakten aus der Sammlung von Henry Stopes einem Museum in Cardiff, Wales, übergeben worden war“. Diese Sammlung wurde später von einem Archäologen-Team der Universität von Southampton unter Francis Wenban-Smith katalogisiert.

Wenban-Smith stützt sich in seiner oben zitierten Veröffentlichung unter anderem auf Material aus dieser Sammlung von Stopes. Doch die gesuchte gravierte Muschel mit dem „Smilie“ habe sich nicht in der Sammlung befunden, wie der Forscher Cremo mitteilte.

Dullum wiederum versuchte mit Harry V. Stopes-Roe, ein Sohn von Marie Stopes, über die „International Humanist and Ethical Union“ (IHEU) in Kontakt zu kommen. Stopes-Roe war bei dem britischem Ableger der humanistische Organisationen von Menschenrechtlern, der „British Humanist Association“ (BHA), wie sie heute heißt, Vizepräsident. Doch er starb im Mai 2014, ohne dass er zuvor eine Antwort zum Verbleib der Muschel gab. Optimistisch schrieb Cremo in seinem Artikel 2010 noch:

Angesichts seiner Bedeutung für Henry Stopes und seine Tochter Marie Stopes sind wir zuversichtlich, dass die beschnitzte Muschel irgendwo im Besitz der Familie Stopes ist. Bis zu diesem Zeitpunkt hat Richard jedoch keine Antwort von Harry Stopes-Roe erhalten.

Und da Dr. Francis Wenban-Smith das Objekt nach seiner Aussage nicht in der hinterlassenden Sammlung von Henry Stopes gefunden haben will, ist sie heute schlicht verschollen. Natürlich könnte man hier schnell eine Verschwörung der Archäologie vermuten. Der ein oder andere mag dies sogar in Betracht ziehen. Immerhin hatte Wenban-Smith die Möglichkeit diesen unliebsamen Fund verschwinden zu lassen, als dieser mit seinem Team die Sammlung katalogisierte. Doch auch das wäre eine reine Spekulation …

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Tagged , , , , , , , <

Das Phantom aus dem Dschungel von Afrika: Der Mythos vom Mokele-Mbembe +++ Artikel +++

Teilen:
Dinosaurier im Dschungel Afrikas – noch heute? Der Mythos vom Mokele-Mbembe (Bild: Mystikum Magazin)
So etwa soll er aussehen: Der Mokele-Mbembe aus Zentralafrika (Bild: Mystikum.at)

Meldungen, dass irgendwo in Nordamerika wieder ein Bigfoot gesehen worden sein soll, kommen regelmäßig an die Öffentlichkeit. Und Videos bei YouTube, die angeblich Filme oder Bilder von solchen Wesen präsentieren, erreichen die Interessierten beinahe täglich. Viele Kryptozoologen, die auf der Suche nach unbekannten Lebewesen sind, ermüden solche „Belege“ inzwischen nicht selten. Doch in vielen Regionen der Erde soll es angeblich Lebewesen geben, die aus grauer Vorzeit stammen können. In diesem Beitrag, der 2010 in ähnlicher Form in einem Buch von mir erschien, soll es genau um so eine Kreatur gehen: Den Mokele-Mbembe aus Zentralafrika, den viele für einen leibhaftigen noch lebenden Dinosaurier aus der Urzeit halten …


+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

„Kryptozoologie“ ist die Suche nach Tieren, die als ausgestorben gelten oder heute schlicht (noch) nicht bekannt sind. Eine durchaus seriöse und ernstzunehmende Wissenschaft, die sich eben keineswegs nur auf den Bigfoot beschränkt.

Auch wenn Bigfoot, Nessie und der Yeti in der Öffentlichkeit als die Top drei der unbekannten „Monster“ der Welt gelten, so gibt es eigentlich hunderte weiterer Wesen, die die Kryptozoologie kennt. „Kennt“ ist vielleicht das falsche Wort, da man sie eben nicht kennt. Lediglich Berichte und Erzählungen über diese fremdartigen Geschöpfe kursieren und faszinieren so die Jäger des Phantastischen.

Eines dieser Lebewesen ist der Mokele-Mbembe aus Afrika.

Mokele-Mbembe: der lebende Dinosaurier

Anders als der Bigfoot oder der Schneemensch, die vielfach als eine voreiszeitliche Menschenaffen-Art gedeutet werden, handelt es ich bei diesem Mokele-Mbembe um etwas vollkommen anderes. Denn im Dschungel Zentralafrikas soll es Berichten nach noch heute einen leibhaftigen und quicklebendigen Dinosaurier geben. Eine Kreatur, die das Aussterben seiner Art vor etwa 65 Millionen Jahren damit verpasst hat und im Bereich des Kongo eine Lebensraumnische gefunden haben soll. Und das, obwohl das Tier groß wie ein Elefant sei!

Im undurchdringlichen Dickicht des afrikanischen Dschungels entdeckten Zoologen zwar immer neue Lebewesen, aber diese sind wenig spektakulär. Spektakulär sind allerdings die abenteuerlichen Legenden der lokalen Bewohner und einiger Forscher, die beweisen sollen, dass dort eine Art Saurier lebt. Eine dieser Kreaturen, so heißt es, wurde sogar getötet und verspeist.

Das große Tier habe nach den Schilderungen einen sehr langen und etwa 30 Zentimeter dicken Hals und darauf einen recht kleinen Kopf. Wie die bekannten Sauropoden der Urzeit habe auch der Mokele-Mbembe einen langen Schwanz und läuft auf vier stämmigen Beinen. Die männlichen Mokele-Mbembe haben außerdem auf ihren Köpfen so etwas wie ein Horn.

Ein Brontosaurus: so ähnlich (nur kleiner) soll der Mokele-Mbembe in Zentralafrika aussehen (Bild: gemeinfrei)
Ein Brontosaurus: so ähnlich (nur kleiner) soll der Mokele-Mbembe in Zentralafrika aussehen (Bild: gemeinfrei)

Ein Tier also, das fraglos einem längst ausgestorbenen Dinosaurier ähnelt. Und ein Tier, dass zum Beispiel für die Bangombe, einem dort lebenden Pygmäenstamm, vollkommen real ist. Aber ist es auch real?

Aber von Anfang an, denn die Geschichten um den „Nyamala“, wie Ortsansässige diese Kreatur auch nennen, könnten tatsächlich einem Abenteuerroman entsprungen sein.

Der Mythos vom Mokele-Mbembe

Es dauerte Jahrzehnte, Jahrhunderte, bis das Phänomen dieser zentralafrikanischen Sumpfgegend auch bis in die zoologische Gilde Europas drang.

Die vermutlich erste Erwähnung eines „unbekannten Wesens“ in den Sümpfen Zentralafrikas (Kongo-Becken) stammt wahrscheinlich von dem Franzosen Abbe Liévin Bonaventure Proyart. Dieser hat 1776 berichtet, dass in den Likouala-Sümpfen gigantische, nicht erklärbare Fußabdrücke gefunden wurden, die von einem unbekannten Riesentier stammen sollen.

Stütze seiner Behauptung waren vor allem Berichte von Missionaren, die den Urwald durchzogen um Eingeborene zum Christentum zu bekehren. In diesen einsamen Gebieten lagen im feuchten Boden (Fuß?)Abdrücke von fast einem Meter Umfang in einem Abstand von rund 2,50 Metern. Keiner der Missionare konnte damals diese Spuren deuten. Selbst eine Höhlenzeichnung wurde bei diesen Expeditionen entdeckt, die eine fremdartige Kreatur mit ihrem langen Hals zeigt. Diese Abbildung habe Ähnlichkeit mit den „Drachen“, die das Ischtar-Tor aus Babylon, Irak, (heute in Berlin) schmücken. Und tatsächlich sind Abbildungen und Figuren solcher „Drachen“ praktisch aus allen Teilen der Welt bekannt. Aber wurden diese Kreaturen auch von Menschen wirklich gesehen?

Drache“ ist ein gutes Stichwort:

Die berühmte Zoolegende und Tierfänger Carl Hagenbeck (1844 bis 1913) berichtet in seinem Tier-Buch „Von Tieren und Menschen“ 1909 von dem Untier in Afrika. Hagenbeck, der zahllose exotische Wildtiere nach Europa holte, schreibt darin, dass er und Kollegen oft von Eingeborenen Berichte von unbekannten Tieren bekam. Das führte nach „gewissenhafter Prüfung ihrer Berichte häufig zu neuen Entdeckungen“. Ab 1871 erhielt er auch von europäischen Reisenden Berichte, die von Eingeborenen Afrikas stammen. Sie handelten von einem Ungeheuer, „halb Elefant, halb Drache“, das „in den unzugänglichen Sümpfen hauste“. Der Zoologe berichtete auch, dass Eingeborene zahlreiche Bilder davon „auf die Wände von Höhlen gemalt“ hätten.

Hagenbeck glaubte aufgrund der Vielzahl der Berichte, dass das Biest wirklich dort lebt. Weiter schrieb er, dass „es sich nur um eine Art Brontosaurus handeln“ könne. Unter enormen Kosten sandte er eine Expedition aus, um den von ihm vermuteten afrikanischen Dinosaurier zu fangen. Doch „Fieberanfälle“ und „sehr tückische Eingeborene“ ließen das Vorhaben scheitern.

Das war sicher spannend für den Abenteurer, der weltweite Expeditionen durchführte um wilde Tiere zu fangen.

In den Jahren vor dem ersten Weltkrieg war der Lebensraum des Monsters die belgischen Kolonie Kamerun (heute gehört dies Gebiet zum Norden und Westen des Kongo). Der der deutsche Offizier Ludwig Freiherr von Stein zu Lausnitz (1868 bis 1934) führte in den Jahren 1913 und 1914 eine Expedition an, die den Auftrag hatte, die lebensfeindliche Region näher zu erkunden.

Artikel: Sind die Wikinger “Dinosauriern” begegnet? Seltsames Fundstück gibt Anlass zu Spekulationen über Menschen und Saurier … (Bild: gemeinfrei / F. Calvo/Terra-Mystica.jimdo.com / Montage: L. A. Fischinger)
Artikel: Seltsames Fundstück: Sind die Wikinger “Dinosauriern” begegnet? (Bild: gemeinfrei / F. Calvo/Terra-Mystica.jimdo.com / Montage: L. A. Fischinger)

Er verfolgte dabei im Flussgebiet des Likouala-aux-herbes bewusst auch Hinweisen auf Mokele-Mbembe, die er von den einheimischen Pygmäen bekam. Sein in die Hauptstadt Berlin geschickter Bericht enthält einige interessante Punkte. So berichtet zu Lausnitz, dass zwischen den Flüssen Sangha und Likouala-aux-herbes ein großes und rätselhaftes Tier lebe, das von den Eingeborenen immer wieder gesehen wurde.

Das Wesen, so Lausnitz, wird von den Einheimischen „Mokele-Mbembe“ genannt und soll mindestens so groß wie ein Elefant sein. Darauf deutet auch der Name hin, der soviel wie „Der den Lauf des Flusses anhält“ in der Sprache des Stammes der Bangombe bedeutet. Der Mokele-Mbembe habe sogar zahlreiche Menschen angegriffen und getötet, diese jedoch nie gefressen. Auch berichteten die Einheimischen, dass das Untier dann und wann ihre Kanus umwirft und so für Angst und Schrecken sorgt.

Vor allem nach diesem Bericht mit seinen phantastischen Erzählungen, haben sich zahlreiche Expeditionen auf die Suche nach dem letzten noch lebenden Dinosaurier gemacht. Fast alle mit unterschiedlichen Ergebnissen.

Wo ist der „Der den Lauf des Flusses anhält“?

In den Jahrzehnten nach Freiherr von Lausnitz wurde es vorerst mehr oder weniger still um die monströsen Kreaturen in Zentralafrika. Hin und wieder wurden aber aus verschiedenen Teilen der Region erneute Begegnungen mit dem unerklärlichen Saurier gemeldet. So berichtet zum Beispiel der Kryptozoologe Karl P. N. Shuker in seinem 1996 veröffentlichten Buch „In Search of Prehistoric Survivors: Do Giant ‚Extinct’ Creatures still exist?“ („Auf der Suche nach prähistorischen Überlebenden: Haben riesige ,ausgestorbene‘ Kreaturen überlebt?“) über verschiedenen Berichte aus den vergangenen Jahrzehnten.

Im Mai 1954 etwa verbrachte ein englischer Arbeiter aus dem heutige Sambia seinen Angelurlaub am Bangweulu-See, als er plötzlich einen langen, rund 30 Zentimeter starken Hals aus dem Wasser ragen sah, der einen schlangenähnlichen Kopf trug. Andere Zeugen gaben an, sie konnten beobachten wie langhalsige Wesen aus dem Wasser stiegen.

Ein mehr als erstaunlicher Bericht besagt, dass etwa 1959 die lokalen Fischer die ewigen Störungen durch das Biest nicht länger hinnehmen wollten. Es galt dem Wesen eine Falle zu stellten. Man errichtete um eine Lagune, in der die Kreaturen lebten, eine Palisade aus angespitzten Baumstämmen, so dass die Mokele-Mbembes am Verlassen ihres Quartiers gehindert wurden. Als eines dennoch versuchte, sein Gefängnis zu verlassen, wurde es mit Lanzen erstochen und – verspeist.

Keiner derer, die von seinem Fleisch aßen, habe dies überlebt. Heißt es…

In den 20ger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde ebenfalls im heutigen Sambia ein Monster mit dicken Beinen, langem Hals und großen Körper beobachtet, das größer als ein Mann war. Die prähistorisch erscheinende Kreatur befand sich nahe eines Sumpfes, wo später tatsächlich seltsame Fußstapfen und eine etwa 1,50 Meter breite Schneise im Dickicht gefunden wurden. Shuker vermutet, dass es sich bei diesen Beobachtungen durchaus um den Mokele-Mbembe gehandelt haben könnte.

Aufregung und Panik in einem Dorf in Indien über nachts aufgetauchte Fußspuren - waren es Aliens oder der Bigfoot? (Bild: WikiCommons / Archiv / L. A. Fischinger)
Video: Aufregung und Panik in Indien: waren es Aliens oder der Bigfoot? (Bild: WikiCommons / Archiv / L. A. Fischinger)

Vor fast 40 Jahren startete die ehrgeizigste Expedition, die sich auf die Suche nach Mokele-Mbembe und dem (wahrscheinlichen identischen) „Nyamala“ aus Gabun machte. Der „Monsterjäger“ Professor Roy P. Mackal lernte nach einem Vortrag über die kryptozoologische Forschung James Powell kennen, der ihm von den afrikanischen Sauriern berichtete. Mackal war fasziniert. James Powell, der 1976 in Gabun lebte und dort die Geschichten aus erster Hand von den Einheimischen erfuhr, und Mackal beschlossen gemeinsam eine Forschungsreise in die Gegend der mutmaßlichen Saurier zu unternehmen. James Powell reiste im Januar 1979 vorerst alleine zurück nach Gabun, von wo er interessante Neuigkeiten für seinen Kollegen mitbrachte.

So gelang es Powell einen Schamanen kennenzulernen, dem er eine Reihe von Bildern von verschiedenen Tieren des Urwalds vorlegte. Ganz ähnlich, wie man heute Bilder unserer humanoiden Vorfahren mutmaßlichen Yeti-Zeugen im Himalaja vorlegt. Der Schamane erkannte alle, bis auf einen Bären, denn dieser lebt nicht in der Gegend. Doch ein Bild des Saurier Diplodocus identifizierte er als – „Nyamala“.

Andere Bilder mit anderen Saurier der Urzeit konnte der Ureinwohner jedoch nicht zuordnen. Powell wiederholte diese Versuche an verschiedenen Orten mit verschiedenen Zeugen, immer mit denselben Ergebnissen. Auch wurde Powell bei seinen Recherchen gesagt, dass Tier sei zehn Meter lang, lebe in Flüssen oder Seen und ernähre sich von den Früchten des Waldes. Mokele-Mbembe wären demnach ein Pflanzenfresser.

Der Fall war für Powell und Mackal klar: Man wollte den mysteriösen Mokele-Mbembe finden, ihn fangen oder wenigstens ein Foto von ihm schießen. So machten sich beide mit einem Team am 30. Januar 1980 von Chicago aus auf die Suche im Dschungel des Kongos. Die Expedition der beiden überzeugten Kryptozoologen erbrachte leider nicht den Beweis für die Existenz des Sauriers. Aber Powell und Mackal konnten eine Reihe zum Teil faszinierender Zeugenaussagen sammeln und auswerten. Deutlich zeigten ihre Auswertungen, dass sich zahlreiche der Aussagen der angeblichen Zeugen glichen.

Waren es wirkliche Augenzeugen? Oder waren es nur „Ohrenzeugen“, die lokale Geschichten über die Kreatur hörten und weitererzählten? Mokele-Mbembe – nichts als ein Wandermärchen?

Rund 30 Zeugenaussagen wurde von Mackal und seinem Team 1980 gesammelt. Die Forscher sichteten Spuren und notierten penibel, was die Eingeborenen in Afrika ihnen erzählten. Immer wieder war von Fußspuren wie die eines Elefanten die Rede und man beschrieb das Wesen immer sehr ähnlich. Handfeste Beweise gab es keine und Mackal selber hat den Mokele-Mbembe nie selbst gesehen. Nur einmal fast. Da war er mit einem Kanu auf dem Fluss Likouala unterwegs, als er ein lautes „Plop“ neben ihm Wasser vernahm. Sein einheimischer Begleiter schrie sofort „Mokele-Mbembe! – Mokele-Mbembe!“ und tatsächlich konnte Mackal „etwas“ unter der Wasseroberfläche erkennen. Aber: was?

Ebenfalls 1980 berichte das Ehepaar Kia und Herman Regusters, dass sie von Oktober bis Dezember seltsame Laute und Bewegungen des Wassers sahen. Ein großes Tier war ihrer Meinung nach die Ursache, von dem sie einen langen Hals aus dem Wasser ragen sahen.

Auf Dino-Jagd

Inzwischen folgten der Suche von Mackal und seinen Leuten mehr als ein Dutzend weitere Expeditionen.

Mokele-Mbembe, das Phantom Zentralafrikas: Neue Suchexpedition geplant (Bild: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: L. A. Fischinger)

So etwa unternahm der aus dem Kongo stammende Biologe und einst Begleiter vom Mackal, Marcellin Agnagna, 1983 seine eigene Forschungsreise auf der Suche nach dem „Urvieh“ des Urwaldes. Dabei will er im Tele-See das Wesen für 20 Minuten selber gesehen haben. Obwohl er eine Kamera dabei hatte und auch Fotoapparate (schließlich befand er sich auf eine Suchexpedition nach dem angeblichen Tier), konnte er später nichts vorzeigen. Kritiker unterstellen ihm deshalb, er habe überhaupt nichts gesehen. Angeblich seien die Einstellungen seiner Kameras falsch gewesen, argumentierte Agnagna dagegen. Der noch dazu mehrfach seine Aussagen änderte. Beweise? Also keine! Man kann ihm glauben oder nicht.

Die Expedition „Operation Kongo“ brachte von Januar bis Juni 1986 tatsächlich Beweise für fremde Tiere im Tele-See. Doch dies waren große Schlangen und Krokodile sowie Schildkröten. Den mutmaßlichen Saurier fand die Expedition auch nicht.

Die Japaner haben bis heute mehrere Expeditionen unternommen. So machte sich beispielsweise auch 1992 eine japanische Filmcrew um Tatsuo Watanabe auf die Suche nach dem Ding aus dem Sumpf. Auch diese Expedition wurde am Tele-See mutmaßlicher weise fündig. Mit einem kleinen Flugzeug kurvten sie über dem Gewässer, um Aufnahmen für ihre Dokumentation zu machen. Plötzlich sahen sie einen großen „Körper“ im Wasser und der Kameramann belichtete 15 Sekunden Film, bevor das Etwas für immer im See verschwand. Was es war, weiß man nicht.

Das Filmmaterial an sich ist sehr ruckartig und unscharf, scheint aber mit gutem Willen ein Wesen mit langem Hals zu zeigen. In einer Sequenz glaubt man auch einen Schwanz zu erkennen und die Geschwindigkeit der Bewegung entspricht in keinem Fall einem Boot ohne Motor, wie etwa einem Kanu. Irgendwie erinnerte mich der Film an die zahllosen Filme mit Nessie – kurz, unscharf, mehrdeutig, verschwommen…irgendwie nichtssagend.

Das Rätsel um dieses „saurierähnliches Urvieh“ ist bis heute nicht wirklich gelöst.

Auch eine Expedition von 2009 unter Leitung von Bill Gibbons für die „History Channel“-Serie „Monster Quest“ und wieder mit Professor Dr. Roy Mackal, blieb den Beweis schuldig. Obwohl zahlreiche Augenzeugen von ihren Erfahrungen mit dem Mokele-Mbembe berichten, gibt es keine Beweise. Daran ändern auch Gipsabdrücke angeblicher Fußspuren des Monsters nichts, wie sie zum Beispiel auch die Kryptozoologen Milt Marcy, Peter Beach und Rob Mullin bei ihren Nachforschungen 2006 im Kongo genommen haben.

Mokele-Mbembe vs. Nessie

Einige Kryptozoologen lehnen die Existenz der Kreatur nicht kategorisch ab. Doch es fehlten, wie bei vielen anderen „Rätsel“ oder „Entdeckungen“ in der Welt des Unerklärlichen, auch hier eindeutige Belege. Zeugenaussagen sind Hin-weise aber keine Be-weise.

Die Beschreibungen der einheimischen Ureinwohner erinnern durchaus an einen Sauropoden. Wenn auch in einer kleineren Version, da diese Urzeit-Geschöpfe zum Teile riesig wurden. Geschätzt mehr als 30 Meter Länge und 73 Tonnen Gewicht erreichte zum Beispiel die Art Argentinosaurus, die vor knapp 95 Millionen Jahren ausstarb. Sie waren die größten Landlebewesen, die jemals über unseren Planten streiften.

Popobawa - Das Batman-Monster von Afrika
Artikel: Der Mothman und das „Batman-Monster“ Popobawa von Sansibar (Bilder: gemeinfrei / mothmanfestival.com / CNN.com / Montage: L. A. Fischinger)

Auch wenn die Wissenschaft inzwischen über 150 Arten solcher Sauropoden kennt, waren es alle Tiere, die das Aussterben der Dinosaurier vor rund 65 Millionen Jahren eigentlich nicht überlebt haben sollten. Kein Mensch kann demnach eigentlich jemals einen lebenden Sauropoden gesehen haben. Unsere Spezies betrat erst dutzende Millionen Jahren später die Bühne des Lebens auf der Erde.

Fossilienfunde belegen aber, dass auch in Afrika diese Urzeitgattung vor Jahrmillionen heimisch war. Allerdings ist Afrika da keine Ausnahme, da auf der ganzen Welt ihre Fossilien gefunden werden. Sauropoden waren eine weltweite Gattung, die etwa in der Zeit vor 228 bis 65 Millionen Jahren lebten und am Ende der Kreidezeit vom Antlitz des Planeten verschwanden.

Wenn man einen leibhaftigen Dinosaurier in Zentralafrika vermutet, muss man auch folgendes bedenken. Es kann nicht nur einen solchen Mokele-Mbembe in den Urwäldern Mittelafrikas geben. Es muss dort eine ganze Population solcher bisher unbekannter Tiere leben, damit die genetische Vielfalt gegeben ist. Wäre es tatsächlich eine kleine Dinosaurier-Gruppe, wäre diese ganz einfach von Inzucht und ihrem genetischen Ende bedroht. Sie würden aussterben. Also würde diesen Lebewesen in Afrika genau das widerfahren, dass eigentlich allen Sauropoden am Ende der Kreidezeit widerfahren ist.

Dieses Problem wird bei fast allen Tieren aus dem Bereich der Kryptozoologie oft vollkommen übersehen. Zum Beisiel auch bei Nessie, dem Ungeheuer von Loch Ness in Schottland. Auch Nessie, wäre es ein überlebender Saurier oder ein bisher unentdecktes Lebewesen der Vorzeit, würde als Population im Loch Ness genetisch kaum überlebensfähig sein.

Große Populationen von Nessies und natürlich von Mokele-Mbembes müssten aber auch Knochen und Kadaver in ihrem Lebensraum hinterlassen. Da sollte man meinen, dass solche längst gefunden wurden. Sie sind es aber bisher nicht. Skeptiker denken eher an Verwechslungen mit Nashörnern, Flusspferden, Elefanten oder afrikanische Seekühen (Manati genannt). Solche Berichte vermischten sich im afrikanischen Aberglauben, vielleicht vermengt durch schlechte Sicht bei der Beobachtung und Weitererzählungen, zum Mokele-Mbembe.

Ob aber das stimmt, wissen wir auch nicht. Bereits vor über 100 Jahren hatte schon Hagenbeck die Hoffnung, dass die Zoologie den Beweis eines Tages erbringen wird.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema:

Tagged , , , , , , , , , , <