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Außerirdische Zivilisationen: Wurde den Aliens der Klimawandel zum Verhängnis? Das “Fermi-Paradoxon” und der Nicht-Kontakt

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Außerirdische Zivilisationen: Wurde den Aliens Klimawandel und Umweltzerstörung zum Verhängnis? (Bilder: NASA/JPL / Montage: Fischinger-Online)
Außerirdische Zivilisationen: Wurde den Aliens Klimawandel und Umweltzerstörung zum Verhängnis? (Bilder: NASA/JPL / Montage: Fischinger-Online)

Wenn unsere Milchstraße und das Universum von außerirdischen Zivilisationen zumindest nach einigen Berechnungen nur so wimmelt: Wo sind diese dann alle? Warum finden wir sie scheinbar nicht und warum empfängt SETI kein Signal von Außerirdischen? Dazu gibt es einen ganzen Katalog von Erklärungsversuchen. Eine “neue” These zu diesem “Fermi-Paradoxon” genannten Umstand des Nicht-Kontaktes mit Aliens bringt jetzt ein Astrophysiker in Spiel: Klimawandel und Umweltzerstörung auf ihren Planeten würden die Entwicklung der Außerirdischen bremsen oder sogar stoppen. Wie genau das der US-Wissenschaftler meint, welche weiteren Faktoren eine außerirdische Zivilisation bedrohen und ob das als Erklärung des “Fermi-Paradoxon” ausreicht, lest Ihr in diesem Beitrag.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Zivilisationen im All

Seit wenigen Jahrzehnten erst hat sich unter Astronomen und Weltraumforschern die Überzeugung durchgesetzt, dass es im Universum von Leben nur so wimmelt. Intelligentes Leben und außerirdische Zivilisationen ausdrücklich eingeschlossen.

Eine Tatsache, die in der breiten Bevölkerung allerdings noch lange nicht angekommen ist. Außerirdische sind für viele Menschen mangels Bildung und Interesse in diesem Bereich weiterhin ein Thema für “Verrückte”, “Freaks” oder “Spinner”. Vor allem auch aufgrund der allgemeinen und falschen Auffassung, dass das Thema Außerirdische dasselbe wie das Thema UFOs ist. Daran hat das Fernsehen und Hollywood eine erhebliche Mitschuld.

Allerdings haben auch all jene etablierten Wissenschaftler “schuld”, die von eben diesem Leben im All immer wieder sprechen. Seien es jetzt Mikroorganismen auf einem Mond oder dem Mars in unserem Sonnensystem, ferne und mutmaßliche bewohnbare Exoplaneten im All oder technologische Zivilisationen von Außerirdische: Nichts davon kann die Weltraumforschung bisher belegen.

Noch nicht. Denn sicher sind sind eigentlich alle, dass es “Sie” da draußen geben muss. Wir müssen sie nur finden (oder sie uns).

Aliens wie Sand am Meer – wo denn?

Wie viele Planeten und Monde in unserer Galaxis oder im gesamten Universum Leben beherbergen, kann niemand auch nur annähernd seriös sagen. Nichteinmal grob schätzen kann man die Anzahl belebter Welten im All. Und das wird auch in fernster Zukunft aller Wahrscheinlich nach immer so bleiben. Wir kennen nicht alle Monde und Planeten im Kosmos, auf denen Leben entstanden sein könnte. Wir werden sie in der Unendlichkeit des Alls niemals alle kennen können. Gleichzeitig können wir auch nicht alle Kandidaten vor Ort untersuchen, um etwa Mikroben oder Alien-Fische nachzuweisen.

Das Universum ist dafür ganz einfach zu groß.

Bei außerirdischen Zivilisationen ist es zwar nicht ganz so aussichtslos, aber dennoch vergeblich. Doch auch hier sprechen Optimisten von “Aliens wie Sand am Meer” im gesamten Kosmos. Und viele seien eben intelligent und haben eine technologische Zivilisation einwickelt. Einige dieser Spezies sind auf dem Stand von uns Menschen – andere vielleicht Millionen Jahre weiter entwickelt.

So nehmen gerne diverse Wissenschaftler die inzwischen schon sehr alte Drake-Gleichung aus den 1960er Jahren dafür vor. Eine Formel (mehr dazu auch HIER, HIER & HIER), mit der man theoretisch die Anzahl intelligenter Alien-Zivilisationen im All berechnen kann. Einige optimistische Ergebnisse dieser Berechnungen zeigen ein Universum, dass voller Zivilisationen ist.

Aber warum finden wir diese doch angeblich so zahllosen Außerirdischen einfach nicht? Obwohl wir beispielsweise seit rund einem halben Jahrhundert mit Radioteleskopen Signale von ihnen suchen schweigt der Kosmos!

Das “Fermi-Paradoxon”

Ein quasi überall bevölkertes Weltall, ohne, dass wir auf der Erde das mitbekommen? Warum?

Genau das fragte sich schon 1950 der berühmte Atomphysiker und Nobelpreisträger Enrico Fermi, nachdem zahlreiche Begriffe aus Wissenschaft und Forschung benannt sind. So auch das “Fermi-Paradoxon”, das eben genau das Problem des Nicht-Kontaktes mit anderen Zivilisationen beschriebt:

Fermi ging davon aus, dass es intelligentes außerirdisches Leben gibt, das technisch hochentwickelte Zivilisationen über Millionen von Jahren aufrecht erhalten kann. In dieser Zeitspanne sollte es mittels interstellarer und intergalaktischer Raumfahrt möglich sein, ganze Galaxien zu kolonisieren – und der Wahrscheinlichkeit nach sollte dies bereits geschehen sein. Dass dennoch die Suche nach den Spuren von Außerirdischen bisher erfolglos blieb, erschien ihm paradox und als Hinweis darauf, entweder die Annahmen oder die Beobachtungen zu hinterfragen.

Rund 70 Jahre ist dieses “Fermi-Paradoxon” nun bekannt und in der Diskussion. Und es ist und bleibt paradox. Obwohl selbstverständlich in der Astronomie und Alien-Forschung verschiedene Parameter angeführt wurden, warum wir bisher alleine bzw. noch nicht besucht worden sind. Man sollte aber dabei aber auch beachten, dass nicht nur keine Alien-Kollonisten zu uns kamen, sondern diese “Anderen” noch nicht mal irgendwas von sich hören ließen.

Das Problem des Nicht-Kontaktes

Beispiele:

  • Außerirdische betreiben ganz einfach keine oder räumlich nur sehr begrenze interstellare Raumfahrt. Aus technischen, wirtschaftlichen oder anderen Gründen – oder weil es für diese schlicht unnötig ist.
  • Alle außerirdischen Zivilisationen sind schon lange Vergangenheit. Es existieren keine mehr.
  • Die Menschheit ist vollkommen allein im All. Wir wären damit die erste “intelligente Spezies”.
  • Aliens leben von unserem Ort im Kosmos aus betrachtet alle zu weit weg. Sie haben uns als Ziel deshalb “nicht auf dem Schirm”.
  • Natürliche Katastrophen haben sie ausgelöscht.
  • Sie haben sich durch Kriege usw. selber ausgelöscht.
  • Die Planeten der Aliens haben eine derart starke Anziehungskraft (“Super-Erden”), dass sie keine Raumfahrt entwickelt haben. Kosten und Ressourcenverbrauch, um erstmal langsam mit Raumfahrt wie Satelliten usw. zu beginnen, sind viel zu hoch (s. a. Video HIER).
  • Alle außerirdischen Zivilisationen ignorieren uns Erdlinge aus mangelnden Interesse absichtlich.
  • Außerirdische haben uns noch gar nicht entdeckt, und wissen nichts von der Menschheit.
  • Sie waren schon längst hier.
  • Die “Anderen” sind schon längst hier.
  • Ab und zu kommen sie mal vorbei.
  • Außerirdische haben durch Weltraummüll eine “Barriere” um ihre Welt geschaffen, so dass sie auf ihrer Welt “gefangen” sind.
  • Alien-Zivilisationen wissen von uns, haben aber untereinander abgesprochen, dass sie uns in Ruhe lassen.
  • Wir erkennen sie gar nicht.
  • Keine außerirdische Zivilisation hat bisher den Sprung zu einer interstellaren Spezies geschafft.

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Wo die Wissenschaft nicht weiter weiß, beginnen die Spekulationen und Thesen. Die genannten Erklärungsversuche des “Fermi-Paradoxon” zeigen dies sehr eindringlich. Obwohl vieles davon nach Science Fiction klingt, ist es das nicht. Science Fiction wird schließlich immer von der nüchternen Wissenschaft beeinflusst. Dann verpackten Hollywood, Autoren & Co. es für den Konsumenten.

Science Fiction vs. Wissenschaft

In der TV-Serie “Raumschiff Enterprise” existiert beispielsweise eine “Oberste Direktive”. Damit ist in der Serie nichts weiter als eine Nichteinmischungsabsprache der handelnden Spezies gegenüber “primitiven Zivilisationen” gemeint. Etwa wenn diese noch nicht die Technologie der interstellaren Raumfahrt erfunden haben, lässt man sie bei “Star Trek” in Ruhe.

Vorstellbar, dass es so was im All wirklich gibt und wir deshalb vor dem “Fermi-Paradoxon” stehen. Genauso vorstellbar aber auch, dass sie schon vor zum Beispiel 14 Millionen Jahren hier waren. Oder uns in 10, 100 oder 10.000 Jahren erst entdeckten. Vielleicht sind alle Außerirdischen in der Galaxis bisher auch nur Steinzeitaliens oder Mikroben …

Alles Thesen. Alles nicht belegbar. Und doch alles durchaus vorstellbar. Inklusive der mit Sicherheit unbeliebtesten Erklärung, dass wir ganz allein sind. Betrachtet man die Diskussionen um außerirdische Zivilisationen und des Problems, dass wir sie bisher einfach nicht finden, sind einige Hypothesen dabei sehr beliebt. Zumindest in den letzten Jahren. Obwohl auch diese nach irdischen Science Fiction klingen, muss es nicht überall so sein.

Zum wäre da die Annahme, dass sie schon lange hier sind, hier waren oder immer mal wieder hier “vorbei schauen”. Verbunden wird dies gerne auch mit der Überlegung, dass sie sich ganz einfach nicht (direkt) einmischen wollen. Wir Menschen sind vielleicht auch sowas wie ein “komischer Zoo” im All: Hin und wieder interessant und unterhaltsam, letztlich aber doch bedeutungslos und langweilig (s. a. Interview mit Lars A. Fischinger HIER).

Eine andere beliebte Idee ist, dass Außerirdische ganz einfach zu weit weg und die Distanzen zwischen den Sternen auch für sie zu gigantisch sind. Vor allem Kritiker der Prä-Astronautik oder auch der UFOs im Sinne von Alien-Fahrzeugen führen das oft an.

Die dritte und überaus beliebte Erklärung des Nicht-Kontaktes ist, dass alle Alien-Zivilisationen inzwischen untergegangen sind. Wann genau ist dabei eher belanglos. Ob vor 1.000 Jahren die letzten Außerirdischen untergingen oder vor 5 Milliarden Jahren spielt dabei kein Rolle. Wir Menschen haben sie schicht und einfach zeitlich verpasst.

Der “Große Filter”

Theoretisch vorstellbar ist in der Unendlichkeit des Universums auch unendlich viel. Immerhin ist das All, soweit wir heute wissen, rund 14 Milliarden Jahre alt. Viel Zeit für viele Ereignisse und Dinge.

Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen betrachte sehr häufig die Entwicklung von solchen Zivilisationen an sich kritisch. Allen voran ist hier der Physiker Stephen Hawking sicher zu nennen. Sie gehen in ihren Thesen davon aus, dass eine außerirdische Spezies sich technologisch bis zu einer Art Scheidepunkt kontinuierlich weiter entwickelt. Irgendwann steht die technologische und parallel laufende biologische Evolution dieser Zivilisationen jedoch an einer Schelle.

Diese Entwicklungsschwelle gilt es zu überwinden, damit eine solche Spezies überhaupt weiter existieren kann. In der Diskussionen wird hier gerne das Risiko der Selbstvernichtung der Außerirdischen genannt. Durch Krieg, Atomaren Holocaust, Killerviren und zahlreiche andere (menschlich) denkbare Katastrophen. Natürlich auch durch verehrende Naturereignisse. Eine Spezies, die zwar einfache Raumfahrt betreibt, eben wie wir, kann beispielsweise einen Killer-Kometen oder riesigen Asteroiden auf Kollisionskurs nicht abwehren. Auch einem Gammestrahlenausbruch oder Supervulkanen wären diese Aliens schutzlos ausgeliefert.

Erst nachdem eine Spezies technologische all diese Hürden meistern und überwinden kann, ist ihre Überleben sicher. Hausgemachte und natürliche Untergänge müssen überwunden oder überwindbar sein. Wie soll eine Spezies den Schritt in den Kosmos schaffen, wenn sie plötzlich von einem Atomkrieg oder Killer-Asteroiden in die Steinzeit zurückgeworfen wird?

Vollkommen logische Überlegungen, die natürlich auch die Spezies Mensch betreffen.

Auch wenn Kriege aller Art gerade von uns Menschen der Erde überaus gerne geführt werden, kann das bei Aliens durchaus auch so sein. Falls nicht, bleiben die überall im Weltraum vorhandenen natürlichen Gefahren. Forscher sprechen hier auch von einem “Großen Filter” in der Entwicklung von Zivilisationen. Einige Spezies überleben die Kinderkrankheiten ihrer Zivilisation und werden von kosmischen Ereignissen verschont, andere nicht.

Klimawandel bei den Außerirdischen

Haben Außerirdische sich nicht alle selber umgebracht oder in die Steinzeit zurück katapultiert und wurden auch von natürlichen Weltuntergängen verschont, steht ihnen das All offen. So die einhellige Meinung unter den Astronomen. Würde eine technologisch fortschrittliche Spezies dann von einem Kometen oder Asteroiden in ihrer Existenz bedroht, würden diese Aliens es verhindern können.

Um so weiter der Fortschritt, um so mehr können sie sich wehren und dadurch immer weiter entwickeln. Eine Aufwärtsspirale, wenn man so will. Denken wir den Extremfall, dass deren Sonne untergeht und die Atmosphäre ihrer Welt deshalb verbrennt, finden diese Super-Aliens auch dafür eine Lösung.

Der Astrophysiker Adam Frank ist mit seinem Buch “The Light of the Stars” vom Juni 2018 bisher einer der letzten Forscher, die das Thema des “Großen Filters” genauer betrachtet haben. Er führte den Klimawandel als einen weiteren Aspekt an, der allerdings keinesfalls neu ist. Frank beruft sich ausdrücklich auf vorherige Pioniere der Alien-Forschung wie etwa Frank Drake oder Carl Sagen.

Populär brachte Frank vor allem den Klimawandel unserer Erde mit Blick au außerirdische Zivilisationen ins Spiel. Wie es sein Untertitel “Außerirdisch Welten und das Schicksal der Erde” schon verrät, zieht Frank eindeutige Verbindungen zur aktuellen Weltlage und potentiellen Alien-Welten. Denn auch ein Wandel das Klimas kann für die Entwicklung einer Zivilisation auf ihren Planeten ungeahnte und hinderliche Konsequenzen haben. Hier sei die Menschheit “kosmische Teenager”, so Frank.

Verwundern sollte das nicht. Ein Klimawandel, gleich ob von Menschenhand, Alienhand oder natürlich, kann für eine planetar gebundene Zivilisation das Aus bedeuten. Zumindest wird es für die betroffene Spezies weit Wichtigeres geben als groß angelegte Raumfahrt. Durchaus eine Aussage, die man schon heute bei Raumfahrt-Kritikern auf diesem Planeten antrifft.

Wer aber keine oder kaum Energien und Technologien in Raumfahrt & Co. investiert, wird im “Großen Filter” des Kosmos stecken bleiben. Ergebnis mit Blick auf das “Fermi-Paradoxon” wäre, dass diese Zivilisation vor uns verborgen bliebe. Zumindest bis diese vielleicht eines Tages ihren Klimawandel überwunden  oder sich nach einem Ende ihre “kosmischen Teenager-Zivilisation” neu entwickelt hat.

Sind das wirklich Erklärungen?

Jeder einzelne Punkt der Interpretationen des “Fermi-Paradoxon” ist nachvollziehbar und möglich. Und doch erklärt nicht einer davon das Problem des Nicht-Kontaktes und das Schweigen aus dem All wirklich zufriedenstellend.

Auch hier kommt wieder die gewaltige Größe des Weltraum ins Spiel. Niemand kann ernsthaft behaupten, dass alle angeblich so zahllosen außerirdischen Zivilisationen noch zu primitiv sind, sich vernichteten, uns nicht gefunden haben, die Erde ignorieren usw. Auch die Annahme, dass eine Kombination aus allen Punkten für das “Fermi-Paradoxon” verantwortlich ist, ist nicht unbedingt stichhaltig. Zumindest auf den ersten Blick.

Bei Milliarden und Abermilliarden Planeten im All sind die allermeisten unbewohnbare und lebensfeindliche Welten. Planeten deren Klima, Sonnenorbit und zahllose andere damit verbundene Faktoren die Entwicklung einer Zivilisation vollkommen unmöglich machen. Selbst der größte Alien-Fan kann diese Tatsache nicht ignorieren. Zum Glück bleiben aber immer noch genug Welten über, auf denen das sehr wohl möglich war oder ist.

Eine außerirdische Spezies um einen Stern in 10 Millionen oder sogar Milliarden Lichtjahren Entfernung ist für uns unfassbar. Allein den Stern dieser Aliens sehen wir so, wie er vor Millionen oder Milliarden Jahre einmal aussah. Da gab es diese Zivilisation vielleicht noch gar nicht bzw. nicht mehr. Wir haben aber auch Nachbarn im All, die nur einige dutzend oder ein paar hundert Lichtjahre von uns entfernt sind. Warum finden oder besser gesagt hören wir diese nicht?

Da SETI mit Teleskopen seit nunmehr über 50 Jahren das All nach Alien-Signalen vergeblich absucht, kann das nur Folgendes beuten.

Nachbarn im Kosmos und das “Fermi-Paradoxon”

Eine technologische Spezies in unserer Nachbarschaft kann zeitlich und räumlich nicht passend existieren. Wir müssten ihre Signale mit unseren irdischen Radioteleskiepen längst entdeckt haben.

Wären diese Aliens 100 Jahre von uns weg und haben zu dieser Zeit oder auch davor Signale von ihrer Welt in das All abgestrahlt, müssten wir sie längst empfangen haben. Auch unsere irdischen Signale sind bereits Jahrzehnte weit in das all vorgedrungen. Bei einer außerirdischen Zivilisation wäre das nicht anders. Längst hätten wir von diesen kosmischen Nachbarn etwas gehört. Haben wir aber nicht.

Pessimisten und vor allem SETI-Kritiker argumentieren genau so. Demnach wären die Fremden im All einfach viel zu weit weg, als das wir sie finden. Im Prinzip würde das auch das “Fermi-Paradoxon” erklären. Allerdings nur bei oberflächlicher Betrachtung und damit letztlich auch wieder nicht.

Aliens, die nur 100 Jahre von uns weg sind, können sehr wohl unabsichtlich Signale ausgesendet haben, die auch die Erde erreichten. Wir haben sie ganz einfach nicht gehört. Vielleicht da wir auf einer anderen Frequenz gesucht haben. Auch möglich, dass wir überhaupt nicht im passenden Augenblick in deren Richtung lauschten. Immerhin hat SETI dank der rasenden Entwicklung der Technologie heute die Möglichkeit Millionen Frequenzen automatisiert gleichzeitig abzuhören. Das war natürlich nicht immer so.

Raum und Zeit

Bedenken muss man auch Folgendes: Wenn diese Zivilisation bereits seit 1.000 Jahren keine Radiosignale etc. mehr aussendet, da sie vollkommen anderen Technologien entwickelt haben, hören wir sie auch nicht mehr. Sie könnten in 100 Jahren Entfernung leben – uns technologische aber soweit voraus sein, dass wir absolut nichts mehr von ihren hören. Und ein Alien-Signal, dass vor Jahrhunderten unsere Erde erreichte, konnte natürlich auch niemand empfangen.

So kann es in der unmittelbaren Umgebung von uns zwar andere Zivilisationen geben, aber deren Technik können wir heute nicht mehr aufspüren. Existiert deren technologische Gesellschaft schon eine Millionen Jahre, da sie den “Großen Filter” lange überwunden haben, haben wir überhaupt keine Vorstellung mehr, was diese tun und was nicht. Es wäre vermessen anzunehmen, dass alle Alien-Nachbarn Radiosignale zeitlich und räumlich so sendeten, so dass wir sie in den letzten Jahrzehnten auch empfangen konnten.

Und vielleicht sind sie ja schon lange hier und mischen sich nur nicht ein.

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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(Primitives) Leben auf Exoplaneten mit irdischen Bakterien “befruchten”? “Das wäre die Sache wert”, sagt ein deutscher Physiker

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(Primitives) Leben auf Exoplaneten mit irdischen Bakterien "befruchten" - "Das wäre die Sache wert", sagt ein deutscher Physiker (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
(Primitives) Leben auf Exoplaneten mit irdischen Bakterien “befruchten” – “Das wäre die Sache wert”, sagt ein deutscher Physiker (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Noch wissen wir nicht mit Sicherheit, ob es im Kosmos bewohnte/belebte Planeten gibt. Wir kennen zwar inzwischen tausende von Exoplaneten – haben aber gleichzeitig nicht mal in unserem eigenen Sonnensystem außerirdisches Leben gefunden. Das hindert Forscher wie Laien nicht daran über über Leben auf fernen Planeten zu spekulieren. So auch jüngst ein deutscher Physiker in einem Interview. Darin äußert er sich dahingehend, dass es sich eines sehr fernen Tages lohnen würde primitives Leben auf Exoplaneten quasi mit irdischen Bakterien einen Anstoß für deren Evolution zu geben. Wie er das meint und warum scheinbar “ethische Bedenken” nicht im ganzen Kosmos gelten, erfahrt Ihr hier.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Exoplaneten und die zweite Erde

Tausende Planeten außerhalb unseres Sonnensystems sind heute der Wissenschaft bekannt. Unzählige Welten mehr warten auf ihre Entdeckung. Und so sprechen Weltraumforscher unlängst von einem “goldenen Zeitalter der Entdeckungen” in der Astronomie. Womit sie zweifellos recht haben, denn auch die Entdeckung einer “zweiten Erde” – auch “Erde 2.0” genannt – wird kommen.

Medienberichte in der Vergangenheit haben immer wieder Schlagzeiten verbreitet, dass eine zweite Erde im All gefunden wurde. Ausnahmslos alle diese Meldungen waren natürlich falsch bzw. vollkommen übertrieben! Kein einziger Exoplaneten ist auch nur annähernd eine “Erde 2.0”. Wohl aber haben wir Cousins unserer Erde im Universum gefunden. Ebenso “erdähnliche Planeten”, auf denen theoretisch primitives Leben existieren könnte.

Bei all diesen Meldungen der Mainstreammedien und Regenbogenpresse wird aber immer gerne eines übersehen: Auch der Mars und die Venus sind “erdähnliche Planeten”. Und bei diesen wird niemand von einer “zweiten Erde” sprechen. Von intelligenten Außerirdischen dort so oder so nicht.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass wir bereits Exoplaneten kennen, auf denen möglicherweise flüssiges Wasser und Mikroorganismen existieren. Hier fehlt der Nachweis. Bedenkt man, dass wir seit fast 50 Jahren auf dem vor unserer Haustür liegenden Mars vergeblich nach Leben suchen, wird schnell deutlich, wie schwer diese Belege zu finden sind. Exoplaneten sind milliardenfach weiter von uns entfernt, als der Rote Planet nebenan.

Die Menschheit ist nicht in der Lage mal eben Raumsonden auf Exoplaneten zu senden um dort nach Bakterien zu suchen. Selbst die Suche nach vermuteten Leben auf dem Jupiter-Mond Europa stellt uns vor gewaltige Herausforderungen. Die aber noch im aktuellen “goldenen Zeitalter der Entdeckungen” gemeistert werden.

Irdische Bakterien im All

Vieles in der Raumfahrt und vor allem bei entsprechenden theoretischen Überlegungen klingt für den “Ottonormalverbraucher” wie pure Science-Fiction. Themen wie “Leben auf dem Mars” oder eben auf fernen Exoplaneten sind für sie pure Phantasie, um es freundlich auszudrücken. Wenn dann noch davon gesprochen wird, dass man solches außerirdisches Leben vor irdischen Einflüssen schützen muss, schaltet der “Ottonormalverbraucher” auf taub …

Obwohl seit über einem halben Jahrhundert bodenständige und ernste Wissenschaftler genau davon sprechen. Nicht nur das, denn diese haben auch allerlei Konzepte, Vorschriften und Regelungen auf internationaler Ebene entworfen, um solche Außerirdischen vor irdischen Einflüssen zu bewahren. Allerdings auch umgekehrt, wie man an den ersten Mondlandungen von “Apollo” sehen konnte. Die Mondfahrer mussten bei ihrer Rückkehr vom Mond in Quarantäne. Es galt auf diesem Weg auszuschließen, dass die Männer außerirdische Mikroorganismen auf die Erde bringen (s. a. HIER, HIER & HIER).

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Diese Vorsichtsmaßnahmen waren zum Glück unnötig, wie es sich herausstellte.

“Weltraum-Hygiene” ist aber bis heute ein enorm wichtiges Thema. Zu Beispiel die beiden Lander der NASA-Raumsonden “Viking” Mitte der 1970er Jahre. Die auf dem Mars gelandeten automatischen Labore von “Viking” 1 und 2 wurden vor ihrem Start auf der Erde bis ins Kleinste sterilisiert. Kein einziges Bakterium der Erde sollte mit den beiden Wikingern auf dem Mars gelangen. Nicht nur die Forschungsergebnisse der Lander bei ihrer Suche nach Leben auf dem Mars zu verfälschen, sondern auch um mögliches Mars-Leben nicht zu kontaminieren.

Und so wurden die “Viking”-Lander nicht nur mit allerlei Chemikalien in den Laboren der NASA behandelt, sondern auch in gewaltigen Öfen bei 110 Grad Celsius gebacken. Vorsichtsmaßnahmen, die bis heute alle Lander und auch Rover vor ihrem Start über sich ergehen lassen müssen.

Der Evolution im All einen Schups geben …?

Grundsätzlich herrscht in der wissenschaftlichen Community die einheitliche Meinung, dass jegliche Art von außerirdischem Leben vor irdischer Kontamination bewahrt werden muss. Für zukünftige Forschungen und Forschergenerationen ebenso wie “aus ethischen Gründen”.

Wobei man sich durchaus fragen darf, was das für “ethische Gründe” sein sollen. Immerhin sitzt die ethische Messlatte bei Leben jeglicher Art auf unserem eigenen Planeten mehr als nur etwas weit unten. Was machen da schon ein paar Mikroben aus dem Mars …?

Aufgrund dieser internationalen Bedenken zum Schutz von außerirdischen Leben verwundert ein Interview mit dem Physiker Dr. Claudius Gros. Der Forscher der Universität Frankfurt beschäftigt sich nicht nur mit der Frage nach Leben im All, sondern auch damit, wie man dieses erreichen kann. Genau dazu gab Professor Gros vom Institut für Theoretische Physik dem Magazin “Technology Review” am  8. März 2019 ein Interview.

“Wir sind zwar immer noch weit davon entfernt, Sonden zu anderen Sternen zu schicken, aber das ist keine Science-Fiction mehr”, so der Forscher im Interview.  Allerdings würde ein solche Mission einige Jahrtausende dauern, so dass Prof. Gros “über diesen großen Zeitraum (…) keinen Nutzen für die Wissenschaft definieren” könne. Deshalb meint er:

Wenn wir zu einem Planeten, auf dem es nur primitive prokaryotische Bakterien gibt, Bakterien von der Erde bringen, erhöhen wir die Chance, dass sich dort komplexes Leben entwickelt, gewaltig. Das wäre die Sache also wert.

Damit würde die Menschheit also die Entwickelung des Leben auf anderen Welten anstoßen. Nichts anders bedeutet das. Obwohl das Zukunftsmusik ist, hat Hollywood diese Szenarien unlängst durchgespielt. Man denke an die “Prometeus”-Filme, in denen Aliens die Evolution der Erde mit ihrer DNA befruchten. Oder auch “Star Trek” bzw. “Raumschiff Enterprise”. Hier gibt es eine Episode, in der mehrere Spezies der TV-Serie feststellen, dass sie letztlich von einer “Ur-Alien-Rasse” abstammen, die ihre Gene im All verbreitete.

“Ethisch vertretbar”?

Letztlich erinnert das auch an die (gerichtete) Panspermie-Hypothese des Biologen und Physikers Francis Crick von 1973. Er erhielt 1962 den Medizin-Nobelpreis für die Entdeckung der Molekularstruktur der DNA. Die gerichtete Panspermie-Hypothese besagt grundsätzlich nichts weiter, als dass eine außerirdische Zivilisation absichtlich DNA von ihrem Heimatplaneten im gesamten All verteilt. In der Hoffnung, dass irgendwo im Weltraum dieser Gen-Code auf eine bewohnbare Welt trifft und sich dort entwickelt kann. Hunderte, tausende oder zehntausende mit ihrer (oder anderer) DNA beladene Raumsonden reisen so durch den Kosmos – und wenigstens einige werde an entsprechend lebensfreundliche Welten angekommen.

So die Panspermie-Spekulationen und damit die Hoffnungen dieser theoretischen Aliens.

Doch ist das “ethisch vertretbar” oder “die Sache wert”, wie es Claudius Gros ausdrückt? Auch wenn es Jahrtausende in der Zukunft liegt, würde die natürliche Biologie und damit das Leben dieser Exoplaneten zerstört werden. Eine “reine Zerstörung wäre ethisch natürlich nicht zu verantworten”, so Gros im Interview weiter. Primitives außerirdisches Leben durch irdische Bakterien einen Stoß zur Entwicklung von höherem Leben zu geben demnach schon.

Claudius Gros seine Veröffentlichungen in diesem Bereich der interstellaren Raumfahrt sind natürlich Theorie. Auch wenn – wie in diesem Beitrag HIER berichtet – die Breakthrough-Initiative Raumsonden zu unserem Nachbarnstern Alpha Centauri senden will, wie es auch Gros im Interview erwähnt. Doch nur weil eine Beeinflussung von Leben auf Exoplaneten noch sehr ferne Zukunftsmusik ist … sollten hier nicht die selben “ethischen Bedenken” greifen, die man beispielsweise Mars-Mikroben zugesteht?

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Studie: Weshalb (angeblich) noch keine Aliens bei uns sind: Sie kommen nicht von ihrem Planeten runter +++ YouTube-Video +++

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DARUM sind noch keine Aliens hier: Sie kommen nicht von ihren schweren Planeten runter, sagt eine Studie (Bilder: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)
DARUM sind noch keine Aliens hier: Sie kommen nicht von ihren schweren Planeten runter, sagt eine Studie (Bilder: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)

1950 spekulierte der Physikers Enrico Fermi: Im All gibt es Planeten mit intelligenten Zivilisationen. Diese Aliens könnten durchaus über Millionen Jahre existieren, sich entwickeln und sogar schon lange die ganze Galaxie besiedelt haben. Paradox war für Fermi deshalb der Umstand, dass man diese Außerirdischen trotzdem noch nicht gefunden hat. Es müsste doch überall Hinweise, Beweise und Spuren für sie geben, was nicht nur Fermi sonderbar vorkam. Und warum sind diese Aliens noch nicht bei uns auf der Erde angekommen? Jetzt wurde eine kurze Astronomie-Studie vorgelegt, die dafür eine hypothetische Erklärung liefert. Welche das und warum ist, erfahrt Ihr detailliert in diesem YouTube-Video auf Grenzwissenschaft und Mystery Files.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

“Erdähnliche Planeten” und Exoplaneten gibt es im Kosmos sprichwörtlich wie Sandkörner am Meer. Aber wo sind die intelligenten Außerirdischen, warum sind sie nicht hier? Und warum finden wir paradoxerweise keine Beweise für diese Aliens im All? Diesen Gedankengang des Nicht-Kontaktes mit Außerirdischen von Enrico Fermi nennt man bis heute “Fermi-Paradoxon“.

Im Frühjahr 2018 wiederum erschien eine Studie bzw. Berechnung, die eine theoretische “Erklärung” für dieses Paradoxon lieferte:

Die meisten bisher gefundenen “erdähnlichen” Exoplaneten sind sog. Super-Erden. Das heißt, es sind zum Teil riesige Planeten mit einer enormen Massen und Anziehungskraft. Laut der Studie nun könnte es sein, dass wir die Alien-Zivilisationen eben genau deshalb noch nicht gefunden haben.

Wie und warum – all das erfahrt Ihr in diesem YouTube-Video.

Bleibt neugierig …

Weshalb noch keine Aliens hier sind! YouTube-Video auf Grenzwissenschaft & Mystery Files

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Lars A. Fischinger

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Darum werden wir niemals Kontakt mit Aliens haben: Die Außerirdischen löschen sich vorher alle selber aus! Tatsächlich?

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Darum werden wir niemals Kontakt mit Aliens haben: Die Außerirdischen löschen sich alle selber aus! (Bild: L. A. Fischinger / NASA / Montage: L. A. Fischinger)
Kontakt mit Aliens? Einigen Thesen nach werden wir niemals Außerirdischen begegnen, weil sie sich vorher alle selber ausgelöscht haben! Eine reine Spekulation, die jedoch von Wissenschaftlern schon vor Jahrzehnten diskutiert wurde … (Bild: L. A. Fischinger / NASA / Montage: L. A. Fischinger)

Obwohl die Menschheit genau genommen schon seit Jahrhunderten nach anderen Intelligenzen im Universum sucht, haben wir bisher keine Außerirdischen gefunden. Obwohl quasi täglich die Anzahl von gefundenen Exoplanten steigt, die Technik um Radiosignale von intelligenten Aliens zu finden sich rasant verbessert und teilweise sogar Millionen von außerirdischen Zivilisationen im All vermutet werden, habe wir bisher nichts gefunden. Absolut nicht. Warum das so ist, dafür gibt es verschiedene Erklärungsversuche. Eine davon sagt, dass sich außerirdische Zivilisationen selber vernichteten und vernichten, bevor wir mit ihnen in Kontakt treten können oder ihnen sogar begegnen. Wie ist das zu verstehen und was gibt es sonst noch für Erklärungen für das Schwiegen im Universums?

 

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Von Lars A. Fischinger

Hallo, liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Jahrzehntelange Suche nach intelligenten Signalen von den Sternen (= SETI) und all die andern Bemühungen außerirdische Zivilisationen nachzuweisen sind bis auf den heutigen Tag erfolglos geblieben. Der Beweis, dass es im All noch andere intelligente  Wesen gibt, lässt auf sich warten. Bisher sind wir Menschen auf unserem blauen Planeten Erde vollkommen allein im Universum.

Irgendwie ist das schon sehr “bedrückend”. Ein Kosmos dieser gigantischen Größe – und nur die Menschheit ist die einzige Intelligente Spezies hier? Kann das sein oder warum haben wir noch keine “Nachbarn im All” gefunden? Derzeit macht erneut eine Überlegung dazu Schlagzeilen, über die ich bereits Anfang Januar 2016 hier berichtet. Nämlich, dass sich die Außerirdischen, bevor sie mit uns Kontakt haben, selber aussterben.

Das ist aber nur eine Idee von einer ganzen Liste von Interpretationen über den Nicht-Kontakt zu einer anderen Intelligenz.

Warum es keinen Kontakt mit Aliens geben wird …

Es gibt einige Hypothesen, die erklären können oder sollen, warum die Menschheit bisher so allein im Universum zu sein scheint. Da wären zum Beispiel folgende fünf Erklärungen, Deutungen oder Lösungen:

  1. Es gibt überhaupt keine Aliens –  und wenn, sind es nur primitive Wesen, die keine von uns auffindbare Spuren im All hinterlassen (etwa Radiosignale)
  2. Die Menschheit ist im Kosmos überhaupt die allererste intelligente bzw. technische Spezies – wir sind damit die Nummer 1
  3. Alle anderen Hochzivilisationen von Außerirdischen verstecken sich dezent vor uns
  4. Sie schon schon sehr lange hier, aber im Verborgenen
  5. Außerirdische Zivilisationen gab es zwar, aber alle haben sich selber vernichtet und wurden ausgelöscht (Kriege, Seuchen, kosmische Katastrophen …)
Rätselhaftes Radiosignal: Haben SETI-Astronomen ein Signal von Außerirdischen bei dem Stern HD 164595 empfangen?(Bild: sao.ru/ratan)
VIDEO: Rätselhaftes Radiosignal: Haben SETI-Astronomen ein Signal von Außerirdischen empfangen?(Bild: sao.ru/ratan)

Alle fünf Punkte klingen zwar nach Science-Fiction, sind aber ausnahmslos auch Teil von wissenschaftlichen Überlegungen und Debatten. Eventuell ergänzt durch weitere Hypothesen oder auch miteinander vermischt. Aber grundsätzlich sind diese fünf Einwände die wichtigsten, weshalb wir sie mal etwas genauer hinterfragen wollen.

Primitive Außerirdische und unsere Einsamkeit

Da wäre der Punkt 1. Es gibt Aliens, die aber alle im Vergleich zu uns “dumm” sind? Das ist sehr leicht zu erklären. Wir Menschen können keine Radiosignale von Außerirdischen empfangen, die keine solchen Signale aussenden bzw. deren Heimatwelt keine abstrahlt. Auf diesem Level der Evolution und Entwicklung befanden wir Menschen uns schließen selber einmal und wissen wie, wovon wir reden.

Weder der Homo Erectus, noch die ersten Siedler Amerikas, noch der Neandertaler, noch Tiere oder Einzeller usw. auf anderen Planten nutzen Technologien, die von der Erde aus aufgespürt werden kann. In den Tagen von Karl des Großen hätten auch keine Fremden im All von der Erde aus “technische Strahlungen” auffangen können. Sind also Außerirdische alle technisch noch nicht so weit – finden wir sie mit den Mitteln von heute schlicht nicht. Auch wenn sie da sind.

Punkt 2 ist hier eigentlich ganz ähnlich. Möglich, dass es im All von Leben wimmelt. Aber Intelligenz entstand bisher in unserem ca. 13,7 Milliarden Jahre alten Kosmos nur hier auf der Erde. Es mag Pflanzen und Tiere anderswo im All geben, aber keine außerirdischen Zivilisationen. Wir Menschheit sind der Anfang dieser Art von Leben.

Fehlalarm um das mutmaßlich intelligente SETI-Signal aus dem All: es ist "wahrscheinlich terrestrischen Ursprungs" (Bild: Graeme L. White & Glen Cozens [James Cook University] / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Fehlalarm um das mutmaßlich intelligente SETI-Signal aus dem All: es ist “wahrscheinlich terrestrischen Ursprungs” (Bild: Graeme L. White & Glen Cozens [James Cook University] / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Der 3. Punkt ist ausgesprochen spannend. Es würde quasi im All von intelligenten Aliens wimmeln, aber alle verstecken sich absichtlich vor uns. Sie wollen keinen Kontakt oder warten erst mal ab, bis die Erde “reif” genug ist. Es gäbe demnach unter den anderen All-Bewohnern ein Abkommen oder ähnliches, dass ihnen untersagt mit der Menschheit in Kontakt zu treten.

Obwohl dieser Punkt unglaublich faszinierend klingt, wirft er dennoch mehr Fragen auf, als er beantwortet. Da wäre das Problem, dass wohl kaum anzunehmen ist, dass – wenn es so viele Alien-Völker gibt – die Menschheit die einzige auf einem “primitiven Stand” (in deren Augen) ist. Es müsste demnach von diesen Alien-Zivilisationen verhindert werden, dass wir andere Wesen aufspüren, vor denen sich die Super-Aliens ebenso verstecken. Vielleicht, damit sich diese ungestört entwickeln können. Es ist zwar kaum vorstellbar, dass unsere Gesellschaft die primitivste technische Zivilisation im All ist, aber vielleicht ist das ja tatsächlich so.

Wie können Super-Zivilisationen also verhindern, dass die Menschen Signale von anderen Spezies finden, die von den großen und alten Zivilisationen ebenfalls unter “Kontakt-Quarantäne” stehen? Und sei es nur durch Zufall. Wollen diese zum Beispiel solche Signale”abfangen” bevor diese die Erde erreichen? Angehöriger dieser Super-Zivilisationen wiederum vermeiden dabei natürlich ganz bewusst und in Absprache untereinander jegliche Art von verräterischen Signalen und Hinweisen auf ihre Existenz.

Warum sollten sie das aber überhaupt tun? Warum sollten sie nicht schlicht und einfach an der Erde und ihren Bewohnen kein Interesse haben? Sie könnten zwar von uns wissen uns aber ignorieren. Würde die Menschheit ignoriert, dann kann es aber eigentlich diesen Ignoranten letztlich auch egal sein, ob wir von anderen Welten intelligente Signale empfangen …

Punkt 3 ist offensichtlich eine Hypothese zum Nicht-Kontakt mit den Anderen, die einen überaus weiteren Raum für Spekulationen und Fantasie bietet …

Der Punkt 4 ist durchaus schon in den Bereich der Grenzwissenschaft einzuordnen. Hier speziell der UFO-Forschung, Prä-Astronautik und auch Verschwörungstheorien. Es würde grundsätzlich nichts weiter heißen, als dass Aliens bereits hier auf der Erde sind, und ihre hiesige Präsenz der Menschheit nicht klar ist. Vielleicht schon seit vielen Jahrtausenden (= Prä-Astronautik / Paläo-SETI), vielleicht durch UFOs (= UFO-Forschung) und vielleicht sogar mit dem Wissen einiger weniger Personen wie Regierungsangehörige usw. (= Verschwörungstheorien).

VIDEO: Vortrag von Lars A. Fischinger: "Der ultimative Beweis für die Astronautengötter - wo lässt er sich finden?" (Bild: L. A. Fischinge
VIDEO: Vortrag von Lars A. Fischinger: “Der ultimative Beweis für die Astronautengötter – wo lässt er sich finden?” (Bild: L. A. Fischinger)

Auch das ist nicht belegt, worauf ich immer wieder hinweise. Obwohl ich ich glaube, dass die einstigen “Götter” in Wahrheit Astronautengötter waren, gibt es dafür keinen unumstößlichen Beweis. Gleiches gilt für die UFO-Forschung oder entsprechende Verschwörungen.

Der definitive Beleg lässt weiter auf sich warten, wenn man sich objektiv und sachlich die vorgeblichen “Beweise” ansieht. Auch wenn nicht wenige Grenzwissenschaft-Interessierte das anders sehen, gibt es also für den 4. Punkt nur Hinweise, keine Beweise.

Selbstzerstörerische Aliens

Als 5. Punkt ist kürzlich wieder die Frage in der Presse aufgekommen, ob nicht alle außerirdischen Zivilisationen schon wieder untergegangen sind. Ihre Erfolgsgeschichte endete demnach bereits, bevor wir sie finden oder sogar mit ihnen in Kontakt treten konnten. Dabei ist es unerheblich, ob diese außerirdischen Zivilisationen vor 5.000 oder einer Millionen Jahren untergingen. Wie sagt man so schön? – “Wenn weg, dann weg”.

Brian Cox, Physiker aus Großbritannien, hat diese Überlegung  nun erneut aufgegriffen. Denn neu ist die Idee, dass Aliens sich selber alle vernichten, nicht. Sie stammt von dem Physikers und Nobelpreisträger Enrico Fermi aus den 1950er Jahren, einem der bedeutendsten Kernphysiker des 20. Jahrhunderts, der maßgebliche an der Spaltung des Atoms beteiligt war. So nennt man das Problem eines Nicht-Kontakt mit Außerirdischen und ihre möglichen/spekulativen Ursache seit dem auch nach ihm das “Fermi-Paradoxon”.

Obwohl es für das “Fermi-Paradoxon” eine ganze Palette an Deutungen gibt, wovon oben nur wenige genannt wurde, hat Brian Cox sich jüngst eben jene heraus gesucht, dass die Fremden alle tot sind. Das zu hohe technisches Niveau, dass die Außerirdischen erreicht haben, führte schlussendlich zu ihrem Ende. Das könne man so auch auf die Menschheit übertragen, da wir uns selber durch einen Atomkrieg oder eine selbst gezüchtete Biowaffe vernichten könnten. Im Umkehrschluss würden nach unserem Ende Außerirdische dann natürlich auch nicht mit uns in Kontakt treten können.

VIDEO: Außerirdische haben die Erde vielleicht schon entdeckt und senden uns Signale: Neue Astronomie-Studie mit konkreten Ortsangaben für SETI (Bild: NASA/JPL / L. A. Fischinger)
VIDEO: Außerirdische haben die Erde vielleicht schon entdeckt und senden uns Signale: Neue Astronomie-Studie mit konkreten Ortsangaben für SETI (Bild: NASA/JPL / L. A. Fischinger)

Cox dazu:

Möglicherweise hat das Wachstum von Wissenschaft und Technik die Entwicklung der politischen Expertise (der Aliens, Anm. LAF) überflügelt, was zu einer Katastrophe geführt hat.

Dass sich außerirdische Zivilisationen bereits selber vernichtet haben, weshalb wir sie einfach nicht finden können, ist natürlich eine reine Spekulation. Auch wenn wir wohlwollend ihren Untergang beispielsweise durch eine kosmische Katastrophe (also durch die Natur) wie den Einschlag eines riesigen Asteroiden oder Gammerstrahlenausbrüche annehmen möchten.

Das gesamte “Fermi-Paradoxon” an sich ist spekulativer, philosophischer und theoretischer Natur.

Die Kolonisierung der Galaxis

Da Fermi von nur einer einzigen Zivilisation ausging, die die gesamte Mischstraße besiedelt, hat das “Fermi-Paradoxon” grundsätzliche Schwächen. Etwa 10 Milliarden Jahre ist unsere Galaxis alt und nach diesen theoretischen Gedankenspielen hätte eine außerirdische Zivilisation die Milchstraße in 10, 20 oder 40 Millionen Jahren vollständig besiedeln können. Mit nur einen Bruchteil der Lichtgeschwindigkeit von bis zu 0,1 Prozent und je nachdem, wie lange sich diese kosmischen Kolonisten an den jeweils neuen Planeten aufhalten, bevor es weiter geht.

All das natürlich nur dann, wenn sie sich nicht zuvor selber zerstörten. Doch warum sind sie dann eben nicht hier?

Sämtliche Hypothesen dazu sind aber zum scheitern verurteilt. Man kann annehmen, dass vor Millionen von Jahren Außerirdische die Galaxis begannen zu besiedelten. Man muss es aber nicht. Vielleicht gingen sie vorher unter, vielleicht auch nicht. Vielleicht hatten oder haben sie auch überhaupt kein Interesse daran, das All zu besiedeln. Vielleicht aber gibt es zahllose technisch hoch entwickelte Zivilisationen in unserer Galaxis, von denen die meisten Kolonisten und Entdecker sind. Dann zumindest wäre eine Besiedlung fremder und lebensfreundlicher Welten im All durch diese verschiedenen technischen Völker der Sterne in noch viel kürzerer Zeit möglich. Aber trotzdem haben wir sie immer noch nicht gefunden.

Wissenschaftler der NASA glauben, dass wir in 10 bis 20 Jahren außerirdisches Leben finden werden: „Die Frage ist nicht ob, sondern wann.“ (Bild: Mission zum Saturnmond Europa / NASA)
Wissenschaftler der NASA glauben, dass wir in 10 bis 20 Jahren außerirdisches Leben finden werden: „Die Frage ist nicht ob, sondern wann.“ (Bild: Mission zum Saturnmond Europa / NASA)

Gehen wir von der Voraussetzung aus, dass es nur eine einzige Zivilisation gab, die sich einst aufmachte andere Planten zu besiedeln und zu erkunden, dann sinkt aber auch mit ihrer Ausbreitung die Wahrscheinlichkeit, dass sie ausgestorben ist. Je nachdem, wie viele Welten diese Aliens vielleicht schon vor zehntausenden von Jahren kolonisiert haben, ist es unwahrscheinlich, dass sich alle Kolonien selber unverrichtet haben.

Gibt und gab es eine Vielzahl unterschiedlicher Zivilisationen dieser Art und auch noch zu unterschiedlichen Zeiten, ist die Annahme von vollständig ausgestorbenen Außerirdischen noch unwahrscheinlicher.

Die Überlegungen des Physikers Brian Cox klingen auf den ersten Blick wirklich unheimlich. Eine technische Zivilisation (wir eingeschlossen) erreicht  irgendwann einen Entwicklungsstand, in dem sie sich selber auslöschen wird. Das mag stimmen. Angesichts der irdischer Konflikte der Menschheit und unser Waffentechnologien etc. klingt das sogar stichhaltig. Die Erde ist erst etwa 4,5 Milliarden Jahre und unsere gefeierte Hochtechnologie sagen wir 50 Jahre alt.

Ein Alien-Volk, das sich bereits vor tausenden, zehntausenden oder einer Millionen Jahre sich durch eine Selbstzerstörung auslöschte, mag es gegeben haben. Folgerichtig würden wir mit eben nur dieser einen Zivilisation keinen Kontakt herstellen können.

Wer aber kann guten Gewissens sagen, dass diese nun toten Außerirdischen die einzigen in der Galaxis waren? Wer kann behaupten, dass sie zuvor nicht doch Kolonien gründeten, die es heute noch gibt? Wer will ernsthaften behaupten, dass technische und geistige Evolution im All immer zu Zerstörung führt? Das Verhalten und die Entwicklung der Menschheit als einzige bekannte Spezies auf Außerirdische in der Milchstraße zu übertragen, scheint zumindest mir auch überaus naiv und falsch zu sein.

Hoffentlich …

Ich danke Euch, Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Prä-Astronautik: Religionsgeschichte als unheimliche Begegnung der dritten Art

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Für manche steht Sternenkult am Anfang der Religion. Solche Götter am Himmel sind dann Antwort auf die Frage, ob wir allein sind – auch in den unendlichen Weiten des Alls. Metaphysisch erschaudern lässt sowohl die Vorstellung, dass nach der Rare-Earth-Hypothese sehr viele komplexe Zufälle nötig gewesen seien, damit Vielzeller-Leben auf der Erde entstehen konnte, als auch diejenige der Green-Bank-Formel (oder SETI-Gleichung), nach welcher – je nach dem, welche Zahlen man für ihre Variablen einsetzt – wir uns in einer Masse an außerirdischen Zivilisationen verlieren. Der Physiker Enrico Fermi formulierte 1950 das Paradox, dass, vorausgesetzt Leben wäre kein ungewöhnlicher Vorgang im All, der Weltraum doch eigentlich dicht bestückt mit Raumschiffen, Sonden etc. sein müsste. Unabhängig davon, ob man aktuell an Präsenz von Außerirdischen glaubt, auch ernsthafte Entgegnungen auf Fermi seiner Zeit argumentierten, wir hätten diese Ära der Raumschiffe nur verpasst, Zivilisationen vergehen. Populärer als diese Gedankenspiele von Physikern sind bestimmte “Rätsel” der Archäologie und Geschichte, welche eine Bewegung, die sich Prä-Astronautik oder Paläo-SETI nennt, als Spuren außerirdischer Zivilisationen deutet. Nicht nur zu ihrem bekanntesten Vertreter Erich von Däniken interviewte REMID den Religionswissenschaftler Jonas Richter.
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