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Überreste einer seltsamen Kreatur in Russland angespült: Wal-Baby, Ganges-Delfin, eiszeitliches Seemonster oder sogar ein Mammut?

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Wurde ein "Seemonster" in Russland angespült? (Bild: SakhalinMedia / The Siberian Times)
Wurde ein „Seemonster“ in Russland angespült? (Bild: SakhalinMedia / The Siberian Times)

Der Pazifik hat an den Stand der russischen Insel Sakhalin nördlich von Japan die Überreste einer scheinbar sonderbaren Kreatur angeschwemmt. Der stark entstellte Kadaver mit Fell gibt derzeit den dortigen Bewohnern Rätsel auf. Während einige ihn für einen Baby-Wal halten, denken andere sogar an die Reste eines Mammut.

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Fischinger Online Mystery-Kanal bei YouTube abonnierenVon Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Seemonster, oder solche, die es sein sollen, werden immer wieder an die Stände in aller Welt gespült. Oftmals sind die Kadaver stark verwehst und auch von Meeresräubern angefressen, so dass auf den ersten Blick die Spezies nicht mehr erkannt werden kann. So jüngst auch ganz im Osten von Russland.

Am Strand der Insel Sakhalin spülten die Wellen einen rund vier Meter langen Kadaver an, der scheinbar einen Schnabel und sogar Fell hat. Russische Medien berichteten, dass erste Gerüchte von einem Delfin aus dem Fluss Ganges in Indien sprachen. Dagegen spricht jedoch, dass der Kadaver Fell habe und Ganges-Delfine nicht im salzigen Ozean überlebten können.

Nikolai Kim, der stellvertretende Leiter des Fischerei- und Ozeonographie-Instituts auf der Insel Sachalin, ist ebenso verwundert. Kim vermutet, dass es vielleicht ein Schwarzwal-Baby sein könne. Diese hätten tatsächlich nach der Geburt Fell, was aber im Laufe ihres Wachstums wieder verschwinden würde:

Wir haben alle Versionen untersucht und sind zu dem Schluss gekommen, dass die am Strand gefundenen Überreste zu einem Baby-Wal gehören.

Der Meeresbiologe Professor David Smith (Essex University, Großbritannien) glaubt auch nicht an einen Delfin. Jedoch spekulierte er laut der „Daily Mail“ vom 30. Juni 2015, das der Kadaver ein „urgeschichtliches Exemplar ist, das im Permafrost eingefroren war“. Professor Alex Rogers von der britischen Oxford University sieht das recht ähnlich. Sogar von einem „verfaulten Mammut“ wird spekuliert

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+++YouTube-Video+++ Vortrag von Lars A. Fischinger: „Objekt M“ – Ein UFO aus der Eiszeit? Plus neues zum Aluminium-Objekt von Aiud (2012)

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VORTRAG von Lars A. Fischinger 2012: "Objekt M" - Ein UFO aus der Eiszeit? Und: Neues zum Aluminium-Fund von Aiud. (Bild: M. L. Sievers / Montage: L. A. Fischinger)
VORTRAG von Lars A. Fischinger 2012: „Objekt M“ – Ein UFO aus der Eiszeit? Und: Neues zum Aluminium-Fund von Aiud. (Bild: M. L. Sievers / Montage: L. A. Fischinger)

Was liegt im Erdreich von Tallinn in Estland? Ist der „Objekt M“ genannte Fund tatsächlich ein „UFO aus der Eiszeit“ oder doch nur Metallmüll der ehemaligen UdSSR? Und was ist von den Gerüchten zu halten, dass sich in Estland eine unterirdische UFO-Basis befinden soll? Das mysteriöse Thema des „Tallinn-UFO“ ist unlängst sehr verschwommen, wie in diesem Vortrag vom Oktober 2012 in Dresden dargelegt, der nun auf meinem YouTube-Kanal der Rätsel der Menschheit online ist.

 

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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Im Rahmen des Meetings der A.A.S. („Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI“) im Oktober 2012 hielt ich einen Vortrag, in dem ich von meinen Recherchen zum Thema „Objekt M“ von Estland berichte.

Bis heute ist es offen, was dort in der Erde der Hauptstadt von Estland liegt – und leider sind alle weiteren Recherche-Bemühungen in Estland und Russland (u.a.) aufgrund der dortigen Untätigkeit bisher ergebnislos geblieben. (Nachtrag 12. November 2016: mehr aktuell hier)

Mehr zum angeblich über 10.000 Jahre alten UFO in diesem Vortrag des A.A.S.-Treffen 2012. Ebenso wird darin das Thema „Objekt von Aiud“ angesprochen.

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Das "Extraterrestrische Objekt" aus der Eiszeit: Neues vom Aluminium-Objekt von Aiud

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Es gibt Neuigkeiten: Meine Leser kennen das Rätsel des „Aluminium-Objektes von Aiud“, Rumänien, sicher schon aus meinen Büchern „Historia Mystica“ (2009) und „Verbotene Geschichte“ (2010) oder sogar früheren Veröffentlichungen von mir. Erstmalig berichtete ich bereits 1996 in meinem ersten Buch „Göttliche Zeiten“ darüber. In dem Magazin „Sagenhafte Zeiten“ der A.A.S. habe ich Ende 2009 ebenso den Stand der Dinge zum Thema „Aiud-Fund“ zusammengefasst und diese auch in der Schweiz beim Meeting der A.A.S. 2010 in einem Vortrag dargelegt. Seitdem bereitete mir diese Geschichte immer mehr Kopfzerbrechen. Und ich versprach bei meinem Vortrag vor zwei Jahren im „Jungfrauen Park“ in Interlaken auch, mich weiter um die Recherchen zu kümmern. 

von Lars A. Fischinger

Dies ist mir nun endlich gelungen. Ich werde, wie ich es in einem Video auf meinem „Youtube“-Channel „Rätsel & Mysterien der Welt“ bereits kürzlich erwähnte, in Deutschland neu analysieren lassen. Der Labortermin steht und ich werde auch auf dem Meeting der A.A.S. am 27. Oktober 2012 in Dresden gerne dazu was sagen. Ich gebe dort gerne Auskunft, da bis dahin die Ergebnisse der neuen Analyse vorliegen sollen.

Es bleibt immer mal wieder spannend in der Grenzwissenschaft…

Übrigens: Wenn Ihr bei Wikipedia in den Hintergrunddiskussionen zu diesen Fund gelesen habt – vergesst bitte einige der dortigen Aussagen. Auch wenn ich „Haus & Hof“ eines anonymen User dort eigentlich lange gewonnen habe…

Die Ergebnisse der bisherigen Recherchen findet Ihr umfassend hier:


Links:

Zum Thema:


„Es muss nicht alles so sein, es kann auch ganz anders sein. Manche Rätsel sind Scheinrätsel, manche werden zu welchen gemacht, manche aber widerstehen ziemlich hartnäckig allzu glatten Erklärungsversuchen.“
(Walter-Jörg Langbein, 1993)

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Artikel: "Objekt M" – ein UFO aus der Eiszeit?

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Wenn es vor Jahrtausenden, lange vor der offiziellen Geschichtsschreibung der kulturellen Entwicklung der Menschheit, schon Zivilisationen gab, wo sind ihre Spuren?
Eine gute Frage – vielleicht in Estland? Eine sonderbare Geschichte, der ich bereits vor einigen Jahren auf die Spur gekommen bin …
Ein gut dokumentierter Bericht über einen mehr als rätselhaften Fund ist ebenso erstaunlich wie undurchschaubar. Es scheint, dass vor Jahren im Norden Europas etwas in der Erde gefunden wurde, das nicht nur die Form eines „UFOs“ hatte, offensichtlich künstlich aus Metall geschaffen wurde, sondern noch dazu aus der Eiszeit stammt.
Eine Kultur, die dieses Objekt geschaffen haben könnte, ist bis heute unbekannt. Oder kam die Kultur gar nicht von der Erde?
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Rätsel um den Golf von Khambhat und die Redin der Malediven: 9500 Jahre alte versunkene Städte in Indien – und anderswo? (+ Videos)

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Indiens versunkene Städte: 9500 Jahre alt? (Symbolbild/gemeinfrei)
Indiens versunkene Städte: 9500 Jahre alt? (Symbolbild/gemeinfrei)

Vor über 20 Jahren machten Entdeckungen auf dem Grund des Golf von Khambhat (auch Golf von Cambay) vor Indien Schlagzeilen. Vor allem in Asien. Denn dort wollen Forscher uralte Ruinen von Städten auf dem Meeresgrund gefunden haben, die vor fast 10.000 Jahren im Meer versanken. Doch solche „versunkenen Ruinen“ gibt es auch anderswo. Etwa die angeblichen Ruinen von Yonaguni vor Japan, dem „Atlantis im Pazifik“. Was hat es damit auf sich? Und was wurde aus den versunkenen Ruinen im Golf von Khambhat? Und könnten diese mit einem mythischen Volk auf den Malediven in Zusammenhang stehen?


Atlantis, die ewige Suche und ewiges Rätsel

Bei versunkenen Städten oder Stätten, denken die meisten Menschen direkt an Atlantis. Denn Atlantis als im Meer versunkenes Reich ist weltweit bekannt und längst Teil der Populärkultur geworden. Kinder können sich aufgrund diverser Filme und TV-Serien dafür ebenso begeistern, wie Forscher und Autoren, die hinter dem Mythos einen realen Kern vermuten.

Dieser Kern bestünde in einem Inselreich, dass vor tausenden von Jahren durch eine Katastrophe in den Fluten des Meeres versank. Seit Jahrhunderten suchen diese Forscher nun schon nach den Spuren dieser Welt vor der Sintflut. Und das im wahrsten Sinne des Wortes rund um den Erdball. Vom Nordpol bis zur Antarktis und vom östlichen Mittelmeer bis in das Hochland der Anden von Bolivien.

Einige suchen sogar noch weiter. Sie vermuten das wahre Atlantis außerhalb der Erde. Zum Beispiel auf dem Mars, einen heute längst zerstörten Planeten in unserem Sonnensystem oder sogar als Raumstation von Astronautengöttern aus dem Kosmos, die in ferner Vergangenheit auf die Erde stürzte. Gefunden und bewiesen hat diese versunkene Ur-Kultur der Menschheit bisher niemand. Und so ist man vielfach längst davon abgewichen, dieses Atlantis als den einen geographisch eng umrissenen Ort zu suchen.

Heute sprechen viele Autoren und „alternative Historiker“ von zahlreichen Orten, Plätzen und Stätten, die mit dieser Ur-Kultur im Zusammenhang stehen sollen. Und dies weltweit und damit längst nicht mehr als die eine Insel, die einstmals im Meer verschwand. Hierbei ist ein immer wieder angeführtes Beispiel Yonaguni im Meer vor der Küste Japans. Eine überaus erstaunliche Steinstruktur auf dem Meeresgrund, die seit über 20 Jahren für Diskussionen und Spekulationen sorgt.

Yonaguni: „Atlantis im Pazifik?“

Das Gebilde von Yonaguni im Ostchinesischen Meer ist heute auch als „versunkene Pyramide“ weltbekannt. Obwohl die steinerne Struktur nicht die geringste Ähnlichkeit mit einer Pyramide hat. Doch auch verschiedene Mainstreammedien haben das Thema längst entdeckt und darüber Artikel oder TV-Dokumentationen gebracht. Zum Beispiel das ZDF in Deutschland schon am 17. Oktober 2002 oder auch am 13. August 2003 in den Dokumentationen „Königreiche der Eiszeit“ und „Atlantis im Pazifik?“.

Viele deuten die Struktur als eindeutig von Menschen gemacht. Andere als Laune der Natur und damit als eine reine geologische Formation. Auch der deutsche Geologe Dr. Wolf Wichmann ist sicher, dass Yonaguni natürlich ist – kein „Atlantis des Pazifiks“ und keine Reste einer eiszeitlichen Kultur. Denn auch Wichmann hat die Strukturen intensiv erkundet und ist überzeugt, dass alles natürlich durch Erosion geformt wurde. Doch menschliche Bearbeitungen schließt auch er nicht aus, wie Dr. Wichmann es mir bei meinen Recherchen  zu meinem Buch „Historia Mystica“ (2010) selber mitteilte. Mehr dazu in diesem Interview HIER.

Der bekannte Autor und Forscher alternativer Geschichtsschreibung Graham Hancock sieht das anders. Er verweist beispielsweise auf ähnliche Funde auf dem dortigen Festland. Der heilige Berg Miwa etwa ist seit Urzeiten ein Kultplatz der dortigen Region und weist in der Tat Ähnlichkeiten zu dem Yonaguni-Felsen im Meer auf. Die Menschen haben natürliche Steine bearbeitet und geglättet und diese vergöttlicht, so Hancock zum Beispiel bereits 1998 in seinem Buch „Spiegel des Himmels“.

Auch Professor Masaaki Kimura von der Ryukyus Universität auf Okinawa sieht das ähnlich. Er erkundet das Monument seit 1995 und vermutet, dass es Reste des versunkenen Kontinentes Mu sind. Eine Art Atlantis – das angeblich im Atlantik lag – im Pazifik.

Versunkene Stätte der Eiszeit?

Kimura was schon vor Jahrzehnten überzeugt, dass das Gebilde auf dem Grund des Pazifischen Ozeans uralt sein muss. Und keinesfalls das Ergebnis einer natürliche Erosion des Gesteins sein kann. Vielmehr vermutet er, dass vor 10.000 bis 12.000 Jahren hier eine Hochkultur am Werk gewesen sein muss, dessen Stätte eines Tages vom Meer verschlungen wurde. Sie versank, als der Meeresspiegel durch die Eisschmelze am Ende der letzten Eiszeit stieg, so Kimura.

Dabei ist es auch denkbar, dass Erdbeben den Landstrich versinken ließen oder zumindest den Untergang beschleunigten. Immerhin liegt Yonaguni südlich der japanischen Hauptinseln in einer Region, die stark von Erdbeben gefährdet ist. Nicht minder wie durch Tsunamis, die die Inseln und Länder des westlichen Pazifik bedrohen. Um sich das vorzustellen, muss man sich nur das Erdbeben vom 11. März 2011 vor Japans Küste ins Gedächtnis rufen. Die Bilder des folgenden Tsunami, der Japan überollte, und die anschließende Reaktor-Katastrophe von Fukushima, hat sicher jeder noch vor Augen.

In der Tat werden Erdbeben, Tsunamis und Fluten für den Untergang vieler legendärer Orte und mythischer Reiche verantwortlich gemacht. Inklusive Atlantis vor tausenden von Jahren und der mittelalterlichen Stadt Rungholt, dem „Atlantis der Nordsee“. Hinzu kommen Katastrophen-Szenarien, die durch den Einschlag eines Asteroiden oder Kometen (oder Bruchstücke von diesen) verursacht worden sein könnten. Der dazu im Vergleich extrem langsame Anstieg des Meeresspiegels nach der letzten Eiszeit gehört jedoch weiterhin zu den Untergangs-Szenarien dazu.

Es ist erstaunlich, dass das „Yonaguni-Monument“ bereits 1987 entdeckt und seit dem Ziel zahlreicher Expeditionen wurde, aber bisher eine verbindliche Erklärung aussteht. Weiterhin steht in der Diskussion, dass alles von Menschenhand geschaffen wurde, nur die Natur den Felsen derart beeindruckend formte oder der Mensch hier und da doch einst einmal das Gestein weiter bearbeitet hat.

Für den Taucher Kihachiro Aratake, der Entdecker der Stätte, sowie den lokalen Tauchtourismus ist der zeitweilige Ansturm auf das Monument im Meer ein Glücksfall. Auch wenn der Fels hier und dort von Menschen bearbeitet wurde, muss man sich aber eines vor Augen halten: Er könnte von einer Eiszeitkultur stammen, die man aber wohl kaum als eine Art „Hochkultur“ mit überragenden Fähigkeiten ansehen kann.

Untergegangene Städte in Indien?

Wesentlich spannender als das Gebilde von Yonaguni ist meiner Meinung nach aber eine Entdeckung, über die vor allem 2001 und 2002 gelegentlich in westlichen Medien zu lesen war. Vor allem aber in der Presse in Asien bestimmte es vielfach die Schlagzeilen. Demnach hatten Forscher des indischen „Nationalen Institut für Meerestechnik“ (NIOT) in Madras im Golf von Cambay (Golf von Khambhat) im Arabischen Meer an der Küste Indiens/Pakistan die Spuren einer uralten Kultur auf dem Meeresboden gefunden.

Eine ganze Reihe Meldungen sprachen damals von einer Sensation, da die Ruinen auf dem Grund des Meeres bis zu 9.500 Jahre alt seien! „Versunkene Metropole der Industal-Kultur im Meer entdeckt“, titelte beispielsweise der wissenschaft.de-Newsletter am 5. Juli 2001. „Indian civilisation 9000 years old“ wussten die BBC News am 16. Januar 2002. Und am 23. Mai 2001 berichtete die Zeitung „The Indien Express“ unter dem Titel „Experts skeptical abaot Govt´s claims on Khambat ruins“ von diesen Entdeckungen. Und tatsächlich sind bis heute „Experten skeptisch“ angesichts der mutmaßlichen Funde auf dem Meeresgrund.

Denn den damaligen Berichten nach wurden die Reste von vermutlich zwei uralten Städten in bis zu 40 Metern Tiefe im Meer gefunden. Städte mit umfangreichen Gebäudekomplexen, die mittels Sonaraufnahmen 1999 und 2000 ausgemacht wurden. Eine dieser Städte könnte sogar neun Kilometer lang und zwei Kilometer breit sein und erstreckt sich entlang eines längst versunkenen Flussbettes. Die gesamte Fundstelle vor der Küste Gujarats soll sich sogar über mehr als 90 Kilometer erstrecken und in 30 bis 40 Metern Tiefe liege.

Die Strömung in diesem Meeresgebiet ist enorm stark und die Sicht unter Wasser schlecht. Deshalb haben die Forscher Bagger und Tauchboote für die Erkundung vor nun mehr über 20 Jahren nutzen müssen. Auch das Verfahren „Sub-bottom-profiling“ kam zum Einsatz, mit dem auch Strukturen unterhalb des Meeresbodens nachgewiesen werden können. Zu erkennen waren, in mehr oder weniger guter Bildqualität, zahlreiche (recht)winklige Strukturen oder Linien. Sie erinnern trotz der Undeutlichkeit der Aufnahmen an die Grundmauern eine Stadt mit ihren Gebäuden.

Der Ursprung der Indus-Zivilisation?

Murli Manohar Joshi, indischer Minister für Wissenschaft und Technologie, berichtete am 19. Mai 2001 begeistert, dass man auch tausende Fundstücke bergen konnte. Sie seien, so der Minister weiter, eindeutig von Menschen oder wurden von Menschen bearbeitet. Datierungen mit der Radiokarbonmethode (C14) erbrachten, dass das untersuchte Holz-Material etwa aus dem Jahre 7500 vor Christus stammt. Damit wären die Artefakte rund 9.500 Jahre alt. Doch welche Städte oder welche Orte sollen damals schon existiert haben, die heute auf dem Grund des Meeres liegen?

Deshalb sprachen die indischen Forscher diese Funde der Harappa-Kultur (Indus-Kultur) zu, die erst seit den 1920er Jahren genauer bekannt ist. Sie wird bisher auf das dritte Jahrtausend vor Christus datiert. Bis heute sind Schrift, Sprache und das Verschwinden dieser technologisch fortschrittlichen Kultur nicht vollständig gelöst. Die Entdeckungen im Golf von Cambay nun verlegen die Harappa-Kultur wesentlich weiter in die Vergangenheit. Sofern hier tatsächlich ein Zusammenhang besteht.

Selbst „Die Welt“ berichtete einst über die Spuren im Meer. „30 Kilometer vor der heutigen Küste hatte in prähistorischer Zeit eine Stadt von ungewöhnlichen Ausmaßen gelegen“, hieß es am 16. August 2002 bei „Welt“. Und über die erstaunlich Datierungen erfuhren die Leser damals:

Kopfzerbrechen bereiten den Wissenschaftler indessen zwei runde, bearbeitete Holzstücke, die auf dem Meeresgrund gefunden wurden. Die Radiokarbon-Analyse datiert das eine Holzstück auf die Zeit um 5500, das andere 7500 vor Christus – Jahrtausende vor Beginn der Induskultur.

Die wirklichen Ausmaße der Strukturen sind bis heute noch immer nicht ermittelt worden. Doch schon damals zeigten die Forschungen, dass es sich um riesige Siedlungen handeln könnte. Dichtemessungen der rechteckigen Gebäudereste mit dem umgebenden Meeresboden legen die Vermutung nahe, dass sie aus massiven Steinen errichtet wurden. So konnten sie auch den Meersströmungen trotzen. Auch einen 600 Meter langen Staudamm förderten die Analysen des Meeresbodens innerhalb des ehemaligen Flussbettes zutage.

„Eine bislang unbekannte Zivilisation“

Professor Glenn Milne, Geologe der Universität Durham (Großbritannien), ist sich sicher, dass eben zum Ende der letzten Eiszeit das Gebiet und damit diese Kulturbereiche überschwemmt wurden. Damit sind diese Städte rund doppelt so alt, wie die Zivilisation der Sumerer im Süden von Mesopotamien, die bisher als die älteste Zivilisation der Welt betrachtete wird. Auch Graham Hancock beruft sich beispielsweise in seinem Buch „Underworld“ (2002), in dem er mehrfach diese Funde vor Indien diskutierte, vielfach auf die Forschungen von Milne.

Leider sind exakte Forschungen nicht nur aufgrund der problematischen Eigenschaften des Meeres dort schwierig, sondern auch aufgrund der Nähe zu Pakistan. Doch das NIOT kündigte weitere Untersuchungen an. Vor allem auch, da natürlich Zweifel an den Gesamtfunden an sich bestanden. Die kamen bereits auf, als Minister Joshi die auf Sonar erkennbaren rechtwinkligen Strukturen sehr frei interpretierte. Etwa als Getreidespeicher, Bäder, Entwässerungskanäle und Wohnhäuser.

Weitere Untersuchungen der Unterwasserstrukturen folgten recht zeitnah. So etwa im November 2001, von Oktober 2002 bis Januar 2003 oder auch noch bis Januar 2004. Vor allem bei diesen Untersuchungen wurden die erwähnten Artefakte geboren. Tonscherben, Steine, Ziegel, Süßwassermuscheln und Holzreste, die an verschiedenen Instituten in Indien untersucht wurden. Zu dieser Zeit bekam die Stätte auch ihre Namen „Gulf of Khambhat Cultural Complex“ (GKCC).

Im „Journal of Indian Ocean Archaeology“ hieß es 2004, dass sich heute längst Riffe über einige der Ruinen gebildet hätten. Der Leiter der Expedition, der führende NIOT-Geologe B. Badrinaryan, berichtete 2010 sogar, dass die versunkenen Städte bis zu 400 Meter unter dem Meeresboden liegen. Sedimente und geologische Prozesse hätten diese immer weiter verschüttet und er wehrt sich gegen die Vorwürfe, die Aufnahmen der Expedition seinen gefälscht oder manipuliert. Anhand der geborgenen Funde ist Badrinaryan sogar überzeugt, dass hier „eine bislang unbekannte Zivilisation“ 7.500 Jahre vor den Sumerern blühte, „die in einer Flut unterging, was wiederum durch regionale und globale Flutmythen bestätigt wird“.

„Archäologische Fantasien“

Ein „kultureller Komplex“, der vor 9500 oder noch weit mehr Jahren versunken ist? Demnach wären hier die Spuren einer unbekannten Kultur, die in Form von Ruinen im Meeresboden liegen. Vielleicht sogar von mehr als einer Stadt aus einer fremden Vorzeit der Zivilisationen der Erde. Solche Aussagen der beteiligten Forscher wurden gleich nach Bekanntwerden von vielen Seiten begeistert wie skeptisch aufgenommen. Hierbei ist die Hauptkritik die Datierung der gefunden Holzstücke, sowie die Interpretationen einzelner Artefakte aus dem Gebiet.

Diese wurden nicht mit Tauchern oder Robotern sorgsam vom Meeresboden geboren, sondern von dort heraus gebaggert. Ein Zusammenhang sei damit nicht nachweisbar. Kritiker meinen ebenso, dass entdeckte Artefakte aus Stein überhaupt keine solchen sind, sondern einen natürlichen Ursprungs haben. Und wenn es tatsächlich erkennbare Objekte sind, dann könnten sie durch Zufall sehr viel später hier auf dem Meeresgrund gesunken sein.

Auch die Radiokarbondatierungen von geborgenem Holz mit einem Ergebnis von rund 9500 Jahren ist für skeptische Archäologen nichtssagend. Sie verweisen darauf, dass es vollkommen natürlich ist, das dort Holz zu finden sei. Immerhin lag der Meeresspielgel in der Eiszeit hier wesentlich tiefer und es wuchsen Bäume und andere Pflanzen. Dies würde keineswegs bedeuten, dass Menschen dieses Holz nutzen. So argumentierte beispielsweise schon 2002 D. P. Agrawal, der Gründer der Laboratorien für C14-Dateriungen in Indien in dem Magazin „Frontline“ (März 2002).

„Archäologische Fantasien“ wären hier aus Indien verbreiten worden, glauben die Skeptiker. Tektonischen Aktivitäten wie Erdbeben sowie die starken Strömungen hätten noch dazu die vorgezeigten Tonfragmente hierher befördern können. Durch das Ausbaggern des Meeresbodens bestünde zudem überhaupt keine Möglichkeit mehr, gefundenen Objekte irgendwelchen Sedimentschichten zuzuordnen. Eventuelle echte Artefakte von der Oberfläche kämen so mit weit darunter im Boden liegenden Objekten zusammen an die Oberfläche.

Vor allem der letzten Kritikpunkt der Skeptiker ist sicher auch für den archäologischen Laien leicht nachzuvollziehen. Bis heute hat sich nichts an diesen Kritiken geändert.

Kontroversen

Was sich bis heute ebenso nicht geändert hat, ist das vorhandene Bildmaterial der mutmaßlichen Ruinen im Meer. Es war schon vor rund 20 Jahren (online) ausgesprochen miserabel in undeutlichen Kleinformaten. Die vor allem den indischen Medien zur Verfügung gestellten Aufnahmen, etwa von Scans des Meeresbodens, kursieren bis heute im Netz. Grade Linien oder geometrische Strukturen mit recht exakten Winkeln sind drauf durchaus zu erkennen. Oder zu erahnen. Mehr nicht.

Und dieser Umstand ist bei der Kontroverse um die „Ruinen im Golf von Khambhat“ nicht von der Hand zu weisen. Das erkannte schon Graham Hancock, der wie wohl kein zweiter weltweit versunkene Stätten, Ruinen und Spuren einer eiszeitlichen Ur-Kultur unter Wasser sucht. In seinem Buch „Underworld“ von 2002, das erst 2019 in deutsch erschien, verweist er zum Beispiel auf die extrem schlechte Sicht im Golf von Khambhat. Für Taucher ebenso wie für Tauchroboter.

Vor Ort konnte Hancock im November 2001 auch mit den verantwortlichen Forschern sprechen. Und zwar von der Pro- wie von der Contra-Seite. So seien die Strukturen der Sonar-Messungen nichts weiter als „Artefakte bildgebender Verfahren“ und damit überhaupt nicht real vorhanden. So Archäologen des nationalen Institutes für Ozeanographie (NIO) in Indien, dass ausdrücklich nichts mit dem NIOT zu tun hat, zu Hancock. Ein anderer Archäologe hielt ihm gegenüber die Ergebnisse schlicht für „Halluzinationen“.

Dennoch unterstreicht er, dass die Entdecker der Strukturen mit ihren Deutungen auf „Spott und Ablehnung“ von Seiten der „etablierten Archäologen“ stoßen. Trotz der „Entdeckung von umwerfender Tragweite“, die den NIOT-Forschern hier gelungen sei. Denn diese, die er 2001 vor Ort zu sehen bekam, seien nach Hancock „spektakulär“. Weiter schreibt er resümierend:

Es wird weiterer Forschungsarbeit bedürfen, um genaue Datierungen vorzunehmen und das Rätsel des Golfes von Khambhat vollständig zu lösen. Das Ausmaß der Ruinenlandschaft verrät uns aber schon heute, dass diese Strukturen etwas bezeugen, das Vertreter der etablierten Gesichtswissenschaft und Archäologie bisher nie anerkannt haben: Die Möglichkeit, dass es in der indischen Vorgeschichte eine verlorene Kultur gab (…).“

Festgefahrene Forschungen

Das Thema der Ruinen im Golf von Khambhat hat sich heute längst im Sande auf dem Grund des Meeres verlaufen. Auch wenn es vor Ort ungleich schwerer ist, hier sichere Ergebnisse zu bekommen – etwa im Vergleich zu Yonaguni -, sollte man 20 Jahren später eigentlich mehr wissen. Doch leider ist der Stand der Forschung und Diskussion vor zwei Jahrzehnten quasi festgefahren.

Ob der Widerstand der etablierten Archäologie hiermit zusammenhängt, ist Spekulation. Warum sollten indische Forscher archäologische Beweise, dass die indischen Kultur tausende Jahre älter ist, als bisher bekannt, verhindern oder verschweigen wollen? Wäre es nicht eine Sensation, die den indischen Nationalstolz auf ihr kulturelles Erbe in ungeahnte Höhen treiben würde?

Oder liegt der Grund ganz woanders, in einer mythologischen Richtung? Denn gerade auch Indien hat eine reichhaltige Mythologie und uralte Überlieferungen, die von einer unbekannten Vergangenheit berichten. Von Göttern und Dämonen aus dem Himmel, von Helden, von einer Sintflut, von fliegenden Wagen fremder Wesen und von versunkenen Ländern und Landstrichen. Wären demnach versunkene Orte einer fremden und mythischen Vorzeit plötzlich real – was könnte in diesen alten Überlieferungen noch real gewesen sein?

Zum Beispiel das mythische und verschwundene Volk der Redin? Von diesem wird auf der Inselgruppe der Malediven im Indischen Ozean berichtet und sie könnten durchaus mit dem Golf von Khambhat und Indien in Verbindung stehen.

Rätselhafte Redin der Malediven

Die Malediven liegen grob 2000 Kilometer südöstlich des Golfes von Khambhat und haben eine bis heute wenig bekannte und erforsche Vorgeschichte. Als sicher gilt, dass hier einst eine unbekannte Hochkultur existierte, die auf den Inseln auch Bauwerke nach Art von Tempeltürmen, Stufenpyramiden und großen Erdhügeln erbaute. Sie werden auf den Malediven Hawitta genannt und sind größtenteils zerstört oder durch die später auf die Inseln gelangen Hindus, Buddhisten und Muslime abgerissen worden.

An ihrer Stelle bauten etwa die Hindus und Buddhisten ihre eigenen Sakralbauten. Bis Jahrhunderte später der Islam kam und diese Bauwerke erneut zerstörte und ihre eigenen Heiligtümer darauf errichtete. Zahlreiche Statuen und bereits vorhandene Steine und Platten wurden dabei auch in Stücke geschlagen und als Füllmaterial späterer Bauten genutzt. Wie in so vielen Teilen der Welt trugen auch Einheimischen der Neuzeit einiges dazu bei, diese Monumente der Vorzeit zu zerstören. Erst 1980 wurde dieser Vandalismus von den Behörden verboten.

Kurz danach kam der legendären Entdecker und Forscher Thor Heyerdahl auf die Inseln. Von 1982 bis 1984 forschte er zusammen mit dem Archäologen Arne Skjølsvold aus Norwegen mehrfach auf den Malediven und führte Ausgrabungen durch. Heyerdahl war sicher, wie er später in seinem Buch „Fua Mulaka“ berichtete, dass zumindest einige der Hawitta Stufenpyramiden waren, die an die 20 Meter hoch errichtet wurden. Ähnlich jener, die man aus Mesopotamien kennt. Ebenso wurden zahlreiche Relikte der unbekannten Vorzeit der Inseln entdeckt.

Was Heyerdahl ebenfalls dokumentierte, waren zahlreiche Geschichten und Legenden über das mythische Volk der Redin. Diese Redin waren nach den alten Überlieferungen auf den Malediven die ersten Bewohner der Inseln. Ein fremdes und längst untergegangenes Volk, von dem nur Erinnerungen blieben. Denn sie waren lange vor den ersten bekannten Einwohnern dort. Vermutlich, so Heyerdahl, praktizierten diese Menschen in der Vorzeit einen „Sonnenkult“.

Kamen die Redin vom Golf von Khambha?

Die Redin, so die Überlieferungen, waren ein starkes und fortschrittliches Volk, dass die Malediven in hervorragend konstruierten Booten beziehungsweise Schiffen erreichte. Ihr Ursprung sei nördlich der Malediven gewesen, was geografisch ausgezeichnet zum Golf von Khambha und der mutmaßlich dort versunkenen Kultur passt. Und da das Archipel der Malediven heute aus fast 1200 Inseln sowie zahlreichen Atollen besteht, waren die seemännischen Künste der Redin auch vor Ort von ausgesprochen großem Nutzen.

So schreibt Heyerdahl über die gesammelten Überlieferungen in „Fua Mulaka“ unter anderem:

Die Redin waren lange vor allen anderen Maledivern gekommen. Nach ihnen und vor der jetzigen Bevölkerung waren auch noch andere Volksstämme dagewesen, aber keiner war so einflussreich gewesen wie die Redin. Sie waren zahlreich. Sie verwendeten nicht nur Segel, sondern auch Ruder und waren daher auf dem Meer sehr beweglich. Es kam vor, dass sie auf einer Insel schliefen, zu einer anderen fuhren, um dort Früchte zu holen, und sich ihr Essen auf eienr dritten kochten, und das alles dank der hohen Reisegeschwindigkeiten, die sie erreichten.“

Als später „die ersten Malediver mit ihren Familien kamen“, hätten sich die Redin zurückgezogen. Sie wollten „nichts mit einfachen Menschen zu tun haben“, so Heyerdahl weiter.

Vielfach wird den alten Legenden über die Redin betont, dass sie die Malediven-Inseln von Norden nach Süden besiedelten. „Die Redin seien zuerst auf Ihavandu gelandet, der nördlichsten Inseln der Malediven“, berichtet Heyerdahl. Sein damaliger Führer Ahmed Saib stammte aus den nördlichen Gebieten, „wo noch unzählige Redin-Geschichten lebendig seien“.

Insel-Hopping von Norden her

Auch der Guide Mohamed Loutfi „erinnerte sich mit Bestimmtheit, dass die Redin zuerst auf den Inseln im äußersten Norden der langen Melediven-Kette gelebt hatten“. Er fertigte für Heyerdahl sogar eine Karte der Inseln an, auf der er mit Pfeilen den mythischen Weg der Redin von Insel zu Insel einzeichnete. Bedauerlicherweise hat Heyerdahl diese Karte nicht in seinem Buch „Fua Mulaka“ abgedruckt.

„Von Atoll zu Atoll nach Süden“ zogen diese mysteriösen Seefahrer bis sie eines Tages verschwanden. Wohin ist unbekannt. Dennoch seien zahlreiche Ruinen wie pyramidenartige Bauten eben genau auf diese Redin zurückzuführen. Nur leider blieb nach mehren Eroberungen, Siedlungswellen, Umbauten und Zerstörungen kaum mehr etwas erhalten.

Auch die Natur selber trug ihren Teil dazu bei. So ist die Insel Muna Fushi, auf der sich mächtige Ruinen befanden, in den Jahrzehnten vor Heyerdahls Expedition auf die Malediven, nach und nach ins Meer gespült worden. Von ihr blieb nichts mehr übrig. Da stellt sich die Frage, wie viel Atolle und Inseln der lang gestreckten Kette der Malediven in der Vergangenheit noch vom Meer verschluckt wurden. Was mag auf dem Meeresboden noch auf seine Entdeckung warten?

Spuren dieses Insel-Hopping der Redin als die ersten Siedler könnten überall um die zahllosen Inseln auf dem Grund des Meeres liegen. Und die Malediven sind für ihre Gewässer als Tauchparadies weltweit bekannt. Es sollte mich nicht wundern, wenn eines Tages solche archäologischen Spuren der unbekannten Seefahrer vor Jahrtausenden auf dem Meeresboden entdeckt werden. Vielleicht durch reinen Zufall in der Nähe einer Insel unter Korallen.

Der Islam kam zuletzt

Noch eine andere Insel dort ist in diesem Zusammenhang spannend. Die Insel Isdu, was sowie bedeutet, wie „die erste gesichtete Insel“. Auf ihr steht die größte Hawitta, die heute auf den Malediven erhalten ist. Dieses Bauwerk ragt, von See aus gesehen, derart hoch über den Horizont, dass man es schon von weit draußen auf dem Ozean sehen konnte. Mit einem Feuer auf der Spitze noch ungleich früher. Thor Heyerdahl konnte sich davon selber überzeugen.

Doch Isdu ist die östlichste Insel des Archipel. Von hier seien einst, so wurde Heyerdahl erklärt, die „königlichen Familien“ ausgezogen, um in der maledivischen Hauptstadt Malé zu herrschen. Dies scheint sich auf die Buddhisten zu beziehen. Denn es wurden dort nicht nur Buddah-Statuen gefunden, sondern die buddhistischen Siedler kamen aus dem Nordosten.

Vermutlich starteten sie im Süden Indiens oder von Sri Lanka aus und überquerten die Lakkadivensee im Norden des Indischen Ozeans. Je nachdem, von wo sie genau in See stachen, sind das grob 500 bis 700 Kilometer Luftlinie über das offene Meer. Nach und nach verdrängten sie den dort bereits vorhandenen Hinduismus, bis – nach der Tradition – im Jahr 1153 der Islam auf die Malediven kam. Bis heute die Staatsreligion des Landes.

Wann das mythische Volk der Redin vor tausenden von Jahren die Malediven erreichte, ist fraglich. Vielleicht kamen sie tatsächlich über das Arabische Meer vom Golf von Khambhat aus, nachdem ihre Siedlungen versanken.

Offen ist bis heute auch, wann die ersten Hindus das Archipel erreichten und besiedelten. Im ersten Jahrhundert nach Christus spielten die Malediven jedenfalls schon eine wichtige Rolle. Der römische Historiker und Schriftsteller Plinius der Ältere schrieb in seiner berühmten Enzyklopädie „Naturalis historia“ bereits über diese Inseln, die er als wichtigen Handelsposten und Zwischenstopp zwischen Ägypten und China dokumentierte.

Der Handel mit „Porzellanschnecken“, die Kaurischnecke, die nur im Indischen Ozean lebt, lief über die Malediven. Die Gehäuse dieser Tiere wurden bis zum Polarkreis in Nordeuropa gehandelt, wo sie in Gräbern in Norwegen gefunden wurden.

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Nahuelito, das Monster im Nahuel Huapi-See in Patagonien: In Argentinien lebt angeblich ein Cousin von Nessie – und feiert 2022 sein 100jähriges

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Nahuelito: Nessies Cousin in Argentinien (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Nahuelito: Hat Nessie einen Cousin in Argentinien? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Im Loch Ness in Schottland lebt angeblich das Ungeheuer Nessie. Ein weltberühmtes Monster, ein Wirtschaftsfaktor und ein legendären Mythos. Doch solche Seeungeheuer soll es auch in anderen Gewässern der Erde geben. Und eines davon ist das Biest Nahuelito in dem See Nahuel Huapi in Argentinien. Dort in Patagonien lebe es ebenso unentdeckt wie Nessie in Schottland. Doch Nahuelito kennt fast niemand, obwohl es genau wie Nessie aussehen soll. Da das Seeungeheuer 2022 seinen 100. Presse-Geburtstag feiert, soll an dieser Stelle einmal auf die Jagd nach Nessies Cousin gegangen werden.


Nahuelito, Nessie von Argentinien

„Nahuelito“, so heißt ein Seemonster, das in Argentinien zu hause sein soll. Angeblich handelt es sich hierbei um einen Cousin von Nessie aus dem See Loch Ness in Schottland. Denn Zeugen wollen genau eine solche Kreatur in dem See Nahuel Huapi im nördlichen Patagonien immer wieder gesehen haben. Ein einsames Gewässer im Westen von Argentinien unweit der Grenze zu Chile.

Und diese Kreatur ist längst zu einem lokalen Mythos geworden, von der Einheimische gerne verirrten Touristen erzählen. So beispielsweise der deutschen Weltreisenden Alexandra Frank, die mit ihrem Mann, Kleinkind und sogar ihrem Baby fünf Monate mit dem Rucksack die Welt bereiste. Dabei führte sie ihr Weg auch durch Patagonien beziehungsweise Südamerika, wo ihnen zwei Frauen von Nahuelito erzählten. „Die Indios sagen, dass es Nahuelito heiße“, zitiert Frank sie in ihrem Buch „Vier um die Welt„. Es sei „ein schwanenhalsiges Seeungeheuer mit krokodilähnlichem Leib“. Und damit wohl „eine lateinamerikanische Variante von Nessie“, so Frank.

Tatsächlich soll das „Monster von Loch Ness“ längst nicht allein auf diesem Planeten sein. In verschiedenen Seen rund um die Welt leben angeblich derartige Kreaturen. Doch keine davon hat auch nur annähend die Bekanntheit von Nessie in Schottland erlangt. Im Gegenteil: Die meisten dieser Seeungeheuer sind fast völlig unbekannt. Lediglich Kryptozoologen kennen diese und die entsprechenden Berichte und Aussagen über die jeweiligen Tiere.

Eine Stelldichein der Plesiosaurier

Bei Nahuelito in Argentinien in Südamerika ist es nicht anders. Und das, obwohl mindestens drei Tatsachen alle diese unbekannten Kreaturen in den diversen Seen gemeinsam haben:

  1. Ihre Beschreibungen ähneln sich – sie folgen fast schon dem „klassischen Vorbild“ von Nessie
  2. Keines dieser Ungeheuer wurde jemals eindeutig belegt und nachgewiesen
  3. Fast immer werden sie mit einem Plesiosaurus in Verbindung gebracht

Vor allem der Umstand, dass solche Lebewesen gerne für Plesiosaurier gehalten werden, macht das Thema „Seemonster“ für die etablierte Forschung wenig attraktiv. Denn diese Wassertiere sollen vor rund 66 Millionen Jahren vollständig ausgestorben sein. Zusammen mit den weltweiten Dinosauriern und vieler anderer Tierarten. Wie können dann solche Tiere in diversen Seen noch heute existieren, fragen Biologen zu recht.

Bei solchen Spekulationen darf man auch nicht vergessen, dass diese Urzeit-Tiere im Salzwasser lebten. Seeungeheuer wie Nessie leben aber bekanntlich in Seen, die Süßwasser enthalten. Hinzu kommt, dass es von diesen Kreaturen ganze Publikationen in solchen Seen geben muss. Die genetische Vielfalt ist beispielsweise überlebensnotwendig und kann wohl kaum durch eine handvoll Tiere in einem kleinen See gewährleistet werden.

Meist wird auch vergessen, dass jene Seen, in denen entsprechende Monster leben sollen – eben wie vor allem Loch Ness – erst zum Ende der letzten Eiszeit entstanden. Es sind damit sehr junge Gewässer, die vielleicht erst 10.000 oder 15.000 Jahre existieren. Wo waren die Monster davor? In den Ozeanen, von wo sie zum Ende der Eiszeit und dem Abschmelzen der Eisschichten in solchen Seen „eingeschlossen“ wurden?

1922: Ein Brief an den Zoo-Direktor

Nichtsdestotrotz soll Nahuelito im bis zu 460 Meter tiefen Nahuel Huapi-See leben. Ein malerischer See von rund 530 Quadratkilometern Größe, deren lokales Monster bisher nicht touristisch vermarktet wird. Anders wie Nessie in Schottland, wo die Kreatur am Loch Ness längst ein Wirtschaftsfaktor ist.

Und irgendwie scheint man sich nicht einmal einig zu sein, wie groß Nahuelito genau sein soll. Die Beschreibungen reichen von 5 oder 6 Metern Länge bis sage und schreibe 45 Metern. Und wie bei Nessie kursieren hier die unterschiedlichsten Bilder und Videos, die das Tier im See zeigen sollen.

So hat betreibt beispielsweise Austin Whittall aus Argentinien einen Blog namens „Patagonian Monsters“, auf dem er unter anderem immer wieder über Nahuelito berichtet. Über aktuelle Sichtungen und Bilder ebenso, wie über verschiedene Spekulationen zu diesem Biest. Besonders Augenmerk richtet Whittall hierbei auch auf die historische Entwicklung des Mythos um dieses Seemonster. Vor allem auch durch die Diskussion entsprechender Zeitungsberichte von vor rund 100 Jahren.

Denn Nahuelito ist ein relativ junger Mythos eines Seemonsters, der in diesem Jahr genau 100 Jahre alt wird. Erst ab 1922 wurde das unentdeckte Lebewesen weithin bekannt. Auslöser war unter anderem ein Martin Sheffield, der Clement Onelli, damals Direkter des Zoos von Buernos Aires, über dieses Seemonster informierte. Und bei Onelli traf er damit auf offene Ohren, da dieser seit 1897 immer wieder ein einem rätselhaften Tier in einem See (und anderswo) hörte.

Sheffield stammte aus den USA und lebte in Patagonien als Goldsucher und Jäger in der Wildnis. Und offenbar hat er selber dieses Tier gesehen, was ihn so beeindruckte, dass er am 19. Januar 1922 einen entsprechen Brief an Onelli schickte.

„Ein riesiges Tier“

„Ich bitte Sie, Ihre Aufmerksamkeit auf das folgende Phänomen zu lenken, das sicherlich Ihr lebhaftes Interesse wecken wird“, schrieb Sheffield damals. „Ein bisher unbekanntes Tier“ habe er entdeckt und wollen „nun über diese Tatsache berichten“, wie er Onelli mitteilte. Und weiter schrieb der Glücksritter vor 100 Jahren:

Vor einigen Nächten konnte ich die Spur im Gras in der Nähe der Lagune, wo ich meinen Jagdposten eingerichtet habe, aufzeichnen, die Spur ähnelt einem sehr schweren Pfotenabdruck. Das Gras ist plattgedrückt und richtet sich nicht mehr auf, was mich vermuten lässt, dass das Tier, das dorthin gekrochen ist, von enormem Gewicht sein muss.

 In der Mitte der Lagune konnte ich ein riesiges Tier mit einem schwanenähnlichen Kopf und einer riesigen Gestalt sehen, und die Bewegung des Wassers ließ mich vermuten, dass es der Körper eines Krokodils war.

Onelli tat diesen Brief offensichtlich nicht als Phantasterei irgendeines Verrückten ab. Und so wurde eine Suchexpedition nach diesem gewaltigen, unbekannten und seltsamen Tier ausgeschickt. Gefunden wurde es nicht. Woran sich bis heute nicht viel änderte, auch wenn mehr oder weniger gute Fotos des Tieres immer wieder auftauchen. Selbst verschiedene TV-Sender in Argentinien berichten immer mal wieder von aktuellen Meldungen und Sichtungen des Tieres und zeigen die entsprechenden Aufnahmen.

Erst am 3. Juni 2022 berichtetet der Sender „América TV“ beispielsweise von einer erneuten Nahuelito-Sichtung im See. Wie bei den unzähligen Fotos und Videos von Loch Ness erkennt man aber auch hier fast nichts. Unscharfe Wellen auf dem See, mehr nicht. Doch schon die Expedition von 1922 erregte mediales Interesse. So etwa berichtete die „The New York Times“ am 16. März 1922 von Onellis Expedition nach dem „Anden Plesiosaurus“, wie die „Times“ titelte.

„Nach ein paar Minuten war das Monster verschwunden“

Keine drei Monate, nachdem Sheffield seine Sichtung in einem Brief an Onelli schilderte, machte das Monster bereits im weit entfernten Kanada Schlagzeilen. Am 6. April 1922 erschien dort in der Zeitung „Toronto Globe“ ein Zeugenbericht eines George Garrett. Unter dem Titel „Ein Einheimischer behauptet, einen riesigen Plesiosaurier gesehen zu haben“ zitierte damals die Zeitung Garrett mit den Worten:

Ein Objekt, das einen Durchmesser von 4,5 bis 6 Meter (15 oder 20 Fuß) zu haben schien und sich vielleicht 1,8 Meter (6 Fuß) über dem Wasser befand. Nach ein paar Minuten war das Monster verschwunden. Als ich meinen Nachbarn von meinen Erlebnissen erzählte, sagten sie, dass die Indianer oft von riesigen Wassertieren sprachen, die sie von Zeit zu Zeit gesehen hätten„.

Angeblich war diese unheimliche Begegnung zum Zeitpunkt der Veröffentlichung schon 12 Jahre her. Denn Garrett habe das Wesen bereits im Jahr 1910 gesehen, wie er behauptete. Oder wurde er vielleicht sogar (unter Vorbehalt!) von dem „Times“-Artikel vom 16. März 1922 zu seiner Geschichte „inspiriert“? Denn auch am 8. und 11. März 1922 erschienen bereits in der „Times“ ebenso entsprechende Artikel. Über eine Expedition „um lebende Plesiosaurus“ zu fangen, wie es am 8. März dort zu lesen war. Gemeint war damit die Suche von Onelli in Argentinien.

Wenn laut Garrett in „Toronto Globe“ schon 1910 beziehungsweise 1922 „die Indianer oft von riesigen Wassertieren sprachen“, scheinen Sichtungen von Nahuelito weit in die Vergangenheit zu reichen. Zumindest erweckt diese Aussagen einen solchen Eindruck. Immerhin ist es kein Geheimnis, dass Eingeborene oder Einheimische rund um die Welt den westlichen Entdeckern immer wieder von verschiedenen Tieren berichteten, die ihnen bekannt waren. Erst später fanden dann westliche Forscher tatsächlich diese bisher unbekannten Tiere.

Nahuelito 2022: 100 Jahre argentinische Nessie

Es ist aber offen, ob schon in vergangenen Jahrhunderten im Nahuel Huapi-See irgendwann ein unbekanntes Monster gesehen wurde. Von Ureinwohnern oder etwa von den spanischen Eroberern. Darauf verweist auch Austin Whittall auf seinem Blog.

In einem Beitrag vom 30. September 2009 schrieb er bereits über mutmaßliche Sichtungen der Vergangenheit:

In vielen Büchern und Artikeln wird behauptet, dass die Legende von Nahuelito auf die Zeit vor der Ankunft der Spanier (vor 1540) zurückgeht. Diese Konquistadoren hörten dann von den Eingeborenen am Nahuel Huapi-See davon und schrieben es in ihre Chroniken.

Dies ist falsch. Vor dem frühen 20. Jahrhundert findet sich kein einziger Hinweis auf das Tier in gedruckter Form. Keiner der Chronisten der Kolonialzeit oder der Priester (Laguna, Guglielmo, Mascardi und Menendez), die in den späten 1600er und frühen 1700er Jahren Missionen rund um den See gründeten, erwähnt es. Auch die ersten Entdecker (Moreno, Fonck, Steffen und Cox), die tatsächlich über den See ruderten und seine Buchten, Fjorde und Inseln erkundeten, erwähnten ihn nicht.

Es ist aufschlussreich, dass Onelli während der Plesiosaurier-Welle mehrere angebliche Sichtungen seltsamer Kreaturen in Patagonien erwähnte, aber keine einzige vor den 1880er Jahren datiert wurde; und am Nahuel Huapi-See wurde keine einzige aufgezeichnet.

Das ist eine eindeutige Aussage von Whittall. Es wären seiner Meinung nach „sensationslüsterne Artikel“, die solche Behauptungen verbreiten würden. Ob es deshalb wirklich keine Berichte „vor den 1880er Jahren“ gibt, sei dahingestellt. Vielleicht kennen wir diese nur noch nicht. Denn offenbar hat Mystery-Jäger Whittall die Aufzeichnungen von zahlreichen Entdeckern, Geistlichen und Chronisten genau danach durchsucht. Und fand nichts.

Somit kann – zumindest vorerst – 2022 mit gutem Gewissen als 100jähriges Jubiläum der argentinischen Nessie gefeiert werden. Sofern nicht eine absurde Spekulation in der „New York Post“ vom 17. Februar 1960 zutrifft: Angeblich sei Nessie aus Loch Ness abgehauen und bis nach Patagonien in den Nahuel Huapi-See geschwommen …

Euer Jäger des Phantastischen

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Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren?

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Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren? (Bilder: E. H. Colbert)
Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren? (Bilder: E. H. Colbert)

Jene Forscher, die sich mit der Kryptozoologie befassen, suchen nicht nur heute nach Tieren, die als ausgestorben oder unbekannt gelten. Sie verweise auch immer wieder auf Tierdarstellungen der Vergangenheit, die an ausgestorbene Tiere erinnern. Hierzu gehört eine fast 5000 Jahre alte Bronze-Figur der Sumerer, die vor rund 100 Jahren in den Ruinen der Stadt Kish in Mesopotamien entdeckt wurde. Vergleiche zeigen, dass das dargestellte Tier starke Parallelen zu einer Gattung zeigt, die eigentlich tausende Jahre zuvor schon ausstarb. Wie kann das sein? Oder wurde hier nur ein normaler Hirsch mit Phantasie vermischt?


Kryptozoologie

Die uralte Zivilisation der Sumerer aus Mesopotamien verbindet heute wohl kaum jemand mit der Kryptozoologie. Denn der zoologische Forschungszweig der Kryptozoologie sucht nach Tieren, die als längst ausgestorben gelten. Oder solche, die bisher noch nicht für die Wissenschaft entdeckt wurden.

So hat wohl jeder schon mal von dem Bigfoot und dem Yeti gehört. Große „Affenmenschen“, von denen in vielen Regionen der Erde immer wieder Exemplare gesehen worden sein sollen. Entdeckt, belegt und wissenschaftlich klassifiziert hat diese offenbar nahen Verwandten des Menschen bisher niemand. Und doch sind viele Forscher sicher, dass es sieht gibt.

Tatsächlich wurden und werden immer wieder Tierarten entdeckt, die der Forschung zuvor unbekannt waren. Oder die als unlängst ausgestorben galten. So spektakulär wie ein riesiger behaarter Affenmensch wie etwa der Bigfoot sind diese natürlich nicht.

Kryptozoologen und auch Autoren des Phantastischen verweisen in ihren Veröffentlichungen aber auch immer wieder auf sonderbare Tierdarstellungen aus längst vergangenen Zeiten. Diese scheinen Wesen zu zeigen, die es heute nicht oder nicht mehr gibt. Selbst Darstellungen von Kreaturen oder „Monstern„, die sehr an Dinosaurier erinnern, sind darunter. Und das in aller Welt, wo solche Abbildungen oder sogar Figuren von den unterschiedlichsten Völkern hinterlassen wurden.

Sie alle sind meistens eine Frage der Interpretation und des Deutungs-Willens. Während die einen beispielsweise solche Tiere auf Felszeichnungen als „Fabelwesen“ oder „mythische Tiere“ interpretieren, sehen andere hier Hinweise, dass sie reale Lebewesen zeigen. Zum Beispiel Saurier, die von Menschen selber gesehen wurden und damit nicht vor 65 Millionen Jahren ausstarben.

Andere Funde – vor allem von eindeutigen Dinosaurier-Figuren und –Abbildungen – werden meist pauschal als Schwindel bezeichnet.

Kryptozoologie, Dinosaurier und Huftiere

Und so hat man bei all den mutmaßlichen Hinweisen, dass unsere Ahnen vor zum Teil Jahrtausenden Tiere abgebildet haben, die es eigentlich nicht mehr gegeben haben kann, seit Jahrzehnten eine nie endende Diskussion. Darstellungen von eindeutigen Dinosauriern werden dabei von der etablierten Forschung meist pauschal als Fake beiseite geschoben. Menschen und Saurier verpassten sich um fast 65 Millionen Jahre auf diesem Planeten, so die übliche Lesart der Erdgeschichte.

Damit kann kein Mensch diese Giganten der Urzeit mit eigenen Augen gesehen haben, da diese lange vor den ersten Menschen vom Antlitz der Erde verschwunden waren. Oder überlebten sie doch bis in historische Zeiten, fragen andere Autoren.

Zweifellos sollte jeder skeptisch werden, je spektakulärer die vorgezeigten Funde erscheinen. Vor allem dann, wenn sie als „Beweise“ angepriesen werden – und dann eine mehr oder weniger fragwürdige Fundgeschichte ausweisen. So etwa bei vielen der „Steine von Ica“ aus Peru, zu denen HIER ein Mystery Files-Video eines Vortrages online ist.

Sind also alle angeblichen Beweise, dass Menschen vermeintlich ausgestorben Tiere in der Vergangenheit gesehen haben, hinfällig? Ich denke nicht.

Kryptozoologen dokumentieren immer wieder interessante Tiere und die nicht minder spannenden Hinweise auf diese. Einer von ihnen ist der bekannte Forscher und Autor Dr. Karl Shuker. Er legte unter anderem schon 1995 das Standardwerk „In Search of Prehistoric Survivors“ vor, das seit dem in verschiedenen Auflagen erschien.

In diesem Buch berichtet er unter anderem von einem „rätselhaften Wagenring sumerischen Ursprungs“. Dieser sei „mit der Skulptur eines großen Geweihtieres verziert ist, dass eine verblüffende Ähnlichkeit mit einer sehr großen asiatischen und afrikanischen Sivathere, dem Sivatherium, aufweist“, so Shuker. Dieser Fund sei „fesselnd“ aber auch „umstritten“.

Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren? (Bilder: Field Museum of Natural History/ CC BY-NC 4.0 & deviantart.com/nankeyike)
Rätselhafte Figur: Links die fats 5000 Jahre alte Darstellung der Sumerer, rechts eine Rekonstruktion einer „Rindergiraffe“ (Bilder: Field Museum of Natural History/CC BY-NC 4.0 & deviantart.com/nankeyike)

Vor 8000 Jahren ausgestorben

Hierbei hat Shuker nicht untertrieben. Auch wenn ein Sivatherium alles andere als ein Dinosaurier ist.

Dieses Tier gehört zu den „Rindergiraffen“, die eine Art Mischung aus Giraffe, Kuh und Hirsch waren. Heute gibt es sie nicht mehr, denn diese Huftiere lebten vor etwa 12 Millionen Jahren und starben offiziell vor 8000 Jahren aus. Sie leben in Asien ebenso wie in Afrika und den warmen gebieten Europas. Durchaus beeindruckende Tiere, da sie bis zu drei Meter groß wurden und einige aus der Familie an die 400 Kilogramm auf die Waage brachten. Aktuellere Schätzung sprechen sogar von einem Gewicht von über 1,2 Tonnen.

Unsere Vorfahren haben dieses Tier also noch mit eigenen Augen sehen können. Die genannte Figur von Shuker passt aber ganz und gar nicht zu der üblichen Datierung dieser Tiere. Sie stammt von den Sumerern und heutige Irak und entstand erst tausende Jahre nachdem das Sivatherium angeblich ausstarb.

Deutlich ist nach all den Jahrtausende ein Huftier („Paarhufer“) zu erkennen, dass vier Hörner am Kopf trägt. Zwei große und nach außen abstehende Hörner seitlich am Hinterkopf und zwei kleine direkt über den Augen auf dem Schädel. Seitlich abstehend erkennt man die Ohren und in der Nase so was wie ein Ring mit einem Strick, der zu einem der Vorderbeine führt. Das dargestellte Tier war demnach offensichtlich domestiziert.

Gefunden wurde diese Figur bereits 1928 bei Ausgrabungen des „Field Museum of Natural History“ (Chicago) und der Universität Oxford in der uralten sumerischen Stadt Kish. Vor Jahrtausenden war das rund 18 Zentimeter große Fundstück aus Bronze ein dekoratives Teil eines Schreitwagens der alten Sumerer. Ersten Datierungen nach war das vor 5500 Jahren. Wobei nachfolgende Untersuchungen des Fundes die Figur auf 2800 bis 2750 vor Christus datieren, so David S. Reese 1990 in dem Magazin „Cryptozoology“ (Nr. 9).

Nur ein normaler Hirsch der Sumerer?

Da diese Tierart vor 8000 Jahren ausgestorben sein soll, macht eine jüngere Datierung das Objekt in diesem Fall sogar noch interessanter.

Erstmals beschrieben wurde die Figur schon 1930 und 1931 von den Forschern Dr. Berdhold Laufer („Field Museum News“, Vol. 1, No. 3, 1930) und Henry Field („Art and Archaeology“, Vol. 31, No. 5, 1931). Laufer, der ehemalige Kurator für Anthropologie am „Field Museums“, schrieb damals unter anderem:

„(…) ein langes und schweres Seil von der Schnauzte des Tieres deutet darauf hin, dass Hirsche von den frühen Sumerern lebend gefangen und gezähmt worden sein müssen.“

Somit war die Identifizierung des Tieres mit seinem Geweih als Hirsch beziehungsweise Dammhirsch „in trockenen Tüchern“, wie man so schön sagt.

Jedoch nicht sehr lange, denn bereits 1936 meldete der Paläontologe Edwin H. Colbert in dem Fachmagazin „American Anthropologist“ (Nr. 38) Zweifel an der Deutung als Hirsch an. In seinem Artikel stellte er die Frage ob „existierende Sivatherium den frühen Sumerern bekannt“ waren und listet insgesamt 7 Punkte auf, die seiner Meinung gegen einen Hirsch sprechen. Und damit für eine Darstellung eines Sivatherium.  Er glaubt nicht, dass „der sumerische Künstler seiner Fantasie freien Lauf ließ und zufällig ein Tier schuf, das Sivatherium verblüffend ähnlich sieht“.

Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren? (Bilder: Field Museum of Natural History/ CC BY-NC 4.0 & deviantart.com/nankeyike)
Nur ein Hirsch? (Bilder: Field Museum of Natural History/CC BY-NC 4.0)

Vor allem sind es die vier erkennbaren Hörner der Figur. Kein lebendes Huftier in dieser Größe hat solche Merkmale. Ein Hirsch so oder so nicht. Damit ähnelt das Artefakt in seinen Details weit mehr einem Sivatherium, was kaum Zufall sein kann, so Colbert. Diese Tiere wären folglich noch in den Zeiten der Sumerer, die als erste Zivilisation der Menschheit gelten, über die Erde gestreift. Und von diesem Volk gefangen und domestiziert worden.

Überlebt und vergessen?

Was allerdings wieder erstaunlich ist. Denn egal ob Hirsch oder riesige „Rindergiraffen“: Warum versah man das Tier mit einer „Leine“ und wozu dienten die Geschöpfe letztlich den Menschen? Hielten die Sumerer es in Gehegen, vielleicht als Nahrung?

Colbert verwies schon damals auf Funde in Afrika, die darauf hindeuten könnten, dass diese Sivatherium dort noch in mehr oder weniger historischer Zeit lebten. Eingewandert von Indien über den Nahen Osten beziehungsweise Mesopotamien und damit quer durch das Land der Sumerer. Und so resümiert Colbert am Ende seiner Untersuchung folgendes:

Ist es also nicht möglich, dass irgendwo in Kleinasien Sivatherium bis in die jüngste Zeit überlebt hat? Diese Frage ist gegenwärtig mehr oder weniger im Bereich der Spekulation, aber sie muss nicht als völlig hypothetisch verworfen werden hypothetisch verworfen werden, vor allem angesichts der Beweise, die die kleine Figur, die an einem Zügelring in Kish gefunden wurde.“

„Ob die Ähnlichkeiten echt oder nur zufällig sind, ist eine höchst umstrittene Frage“, unterstreicht Colbert in seiner Untersuchung. Das sieht auch Shuker so, den die Ähnlichkeit dennoch beeindruckt. So schreibt er in „In Search of Prehistoric Survivors“:

„(…) aber die morphologische Übereinstimmung zwischen der Figürchen und der wahrscheinlichen Aussehen von Sivatberium (basierend auf Rekonstruktionen aus fossilen Beweisen) ist überzeugend genug, um diesen Gedanken ernsthafte Erwägung zu ziehen.“

Dann wurde es bis 1977 still um diesen außergewöhnlichen Fund. Bis der Doktorand Michael Miiller-Karpe von der Universität Heidelberg eine „bemerkenswerte Entdeckung“ im „Field Museum“ machte.

„Fabelwesen“ der Sumerer?

So berichtete das „Field Museum of Natural History Bulletin“ (Vol. 48, No. 10, November 1977) in einer kleinen Notiz, dass Miiller-Karpe „in einer kleinen Kiste mit getrocknetem Schlamm in einem Field Museum-Lagerraum“ zufällig bei der Durchsicht von „hunderten Metallgefäßen aus dem Alten Orient“ Stücke der Tierfigur wiederfand. Es war „das korrodierte Geweih des Hirsches“, so das Museum in seiner Mitteilung.

Durch diesen Zufallsfund konnten die Experten die Figur der Sumerer wieder komplettieren. Heraus kam ein Huftier mit einem Geweih, das nicht den meisten früheren Interpretationen und Rekonstruktionen eines Sivatherium entsprach. Diese verzweigten Hörner erinnern nun wieder an einen Hirsch.

Rätselhafte Figur: Kannten die Sumerer vor fast 5000 Jahren Tiere, die damals eigentlich schon längst ausgestorben waren?
Ruinen von Kish und Karte von Mesopotamien (Bilder: gemeinfrei & Archiv Autor)

Die Diskussion war damit aber noch lange nicht beendet.

So erschien beispielsweise 1990 in „Cryptozoology“ (Nr. 9) der Beitrag „Sivatherium defended“ von Christine Janis, in dem sie die Deutung der Figur als ausgestorbenes Vorzeit-Tier verteidigte. Denn der massive Körperbau der Figur entspräche nicht dem eines Hirsches. Und natürlich haben Hirsche keine doppelten Hörner zusätzlich auf dem Schädel über den Augen. Außerdem gab es Variationen der großen Hörner oder des Geweihs von „Rindergiraffen“, wie es Fossilienfunde aus Afrika beweisen.

Auch spätere Veröffentlichungen diskutierten den Fund weiter. Einheitlich und vor allem verbindlich einigen, was man da letztlich sieht, konnte man sich bisher nicht. Auch Argumente wie „künstlerische Freiheiten“ oder einfach „Fabelwesen“ der Sumerer wurden ins Spiel gebracht. Demnach habe der Künstler sich von realen Tieren seiner Umgebung inspirieren lassen und so ein Phantasiewesen erschaffen.

Ob diese Deutung zutreffen ist, bleibt dahingestellt. Nicht weniger wie der Erklärungsversuch, dass der sumerische Schöpfer der Figur von tausenden von Jahren seine Vorlage nicht genau gesehen hat. In diesem Fall also einen Hirsch. Er habe das Tier deshalb mit zwei zusätzlichen Hörnern und einem derart massiven Körper angefertigt.

Vielleicht ja, vielleicht nein …

Was in der Folge bleibt, ist, dass niemand bisher diese Figur erklären kann. Jede Interpretation hat ihr Für und Wider.

Die Figur selber wurde auf etwa 4800 Jahre datiert. Demnach wurde sie rund 3200 Jahre nach dem angenommenen Aussterben der „Rindergiraffen“ in Sumer geschaffen. Sicher muss deshalb die „Geschichte der Menschheit“ nicht umgeschrieben werden, wie es vielfach bei archäologisch sonderbaren Funden heißt. In diesem Fall wäre es so oder so eher die Geschichte der Zoologie.

Eigentlich jedoch klingt es durchaus nachvollziehbar, dass wenige oder kleine Populationen dieser Spezies ihr eigenes Aussterben „verpasst“ haben. Auch das Mammut, ein Gigant der Eiszeit und wohl das bekannteste Tier der damaligen Welt, verpasste in einer einsamen Region der Welt das große Aussterben seiner Art.

Ihr Aussterben begann vor 14.000 Jahren und in den heutigen USA verschwand es vor rund 12.000 Jahren. Ganz anders erging es dem Wollhaarmammut auf der Wrangelinsel im Osten von Sibirien, wie dort gefundene Fossilien belegen. Hier lebten noch vor 3700 bis 4000 Jahren Mammuts. So das Ergebnis einer Studie um Anthony J. Stuart von der Durham University über „die letzten Wollhaarmammuts“, die in „Quaternary Science Reviews“ (Vol. 21. Issues 14-15, August 2002) erschien.

Demnach lebten noch 2000 oder 1700 vor Christus Mammuts in Sibirien, als viele tausend Kilometer weiter in Ägypten die Pharaonen bereits in der 11. und 12. Dynastie herrschten. Und die Pyramiden von Gizeh bereits mindestens 500 Jahre standen. Da erscheint die Szene aus dem Spielfilm „10.000 BC“ von Roland Emmerich von 2008, in der Mammuts beim Pyramidenbau eingesetzt werden, in einem anderen Licht. Auch wenn hier von 10.000 vor Christus erzählt wird …

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Staunen in der Presse und im Netz – seit Jahren: Wurde in der Antarktis eine uralte Pyramide im ewigen Eis entdeckt? (+ Videos)

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Immer wieder Aufruhr in der Presse und im Netz: Riesige Pyramiden im Eis der Antarktis gefunden? (Bilder: Google Earth / Montage: Fischinger-Online)
Immer wieder Aufruhr in der Presse und im Netz: Riesige Pyramiden im Eis der Antarktis gefunden? (Bilder: Google Earth / Montage: Fischinger-Online)

In diversen Medien und in der Netzgemeinde sorgt eine erstaunliche Entdeckung für großes Aufsehen. Und das seit Jahren immer wieder: Das durch die Erderwärmung auch in der Antarktis schwinde Eis habe eine oder mehre Pyramiden „freigelegt“, die auf eine uralte und vollkommen fremde Zivilisation am Südpol hindeuten. Diese Pyramiden in der Antarktis ähneln nicht nur jene berühmten Pyramiden in Gizeh in Ägypten, sondern sind dabei annähernd doppelt so breit. Nachdem auch das bekannte Nachrichtenmagazin „Focus“ online schon 2016 über diese Strukturen in der Antarktis berichtet hat, sorgen diese auch im deutschsprachigen Internet für Staunen – und auch Kopfschütteln. Eine Analyse der „Pyramiden in der Antarktis“ und einige spannende und verblüffende Hintergründe zu diesem Thema erfahrt Ihr in diesem aktualisierten Re-Post.


Pyramiden in der Antarktis

Pyramiden in den eisigen Weiten der unwirklichen Antarktis, kann das sein? Dass es auf unseren Planeten von Pyramiden nur so wimmelt, ist ein offenes Geheimnis. Selbst in China stehen mehr Pyramiden als in Ägypten, an das wohl jeder bei solchen Bauwerken als erstes denken muss.

Auch wenn Skeptiker unermüdlich davon sprechen, dass es „echte Pyramiden“ nur und ausschließlich in Ägypten gibt, faszinieren Pyramiden-Bauten schon immer die Menschen. Selbst wenn sie eben nicht perfekte geometrische Formen wie eben jene in Ägypten haben. Und sogar dann noch, wenn nicht mal annähernd eine eine Pyramidenform zu erkennen ist. So wie es vor allem die „Pyramide vor Japans Küste“ (Yonaguni-Monument) zeigt.

Nachdem seit einiger Zeit in unzähligen (vor allem englischen) Medien über die Entdeckung angeblicher Pyramiden in Antarktis berichtet wurde, hat auch „Focus online“ schon am 22. November 2016 das Thema aufgenommen. „Schneepyramiden in der Antarktis entdeckt – muss die Geschichte umgeschrieben werden?“, fragt das Magazin. Immerhin sollen „Wissenschaftler auf der ganzen Welt“ über diese Fund verblüfft sein, wie es dort noch immer zu lesen ist.

Eine verschwundene Zivilisation?

Die verschiedenen Berichte zu diesen Pyramiden fragen sich nun, ob hier einst Menschen lebten, die diese Monumente erbaut haben. Auch Außerirdisch, die Ancient Aliens der Prä-Astronautik, sind hierbei unlängst im Gespräch. Es gab sogar angebliche „Geheimnisträger“, die beispielsweise 2015 als ebenso angebliche „Whistleblower“ behaupteten, dass sie in der Antarktis UFO-Basen und Alien.-Raumschiffe gesehen haben wollen. Beweise wurde keine geliefert, wie HIER berichtet.

Ebenso wurden udn werden gerne Nazis und irgendwelche Geheimbasen im Sinne von Neuschwabenland & Co. damit in Zusammenhang gebracht.

Vielleicht existierte hier eine Zivilisation, als die Antarktis noch warm und bewohnbar war, so die Spekulationen weiter. Ein Volk, von wir heute nichts mehr wissen. „Focus online“ etwa zitiert dazu Dr. Vanessa Bowmann vom“British Antarctic Survey“ mit den Worten:

Vor 100 Millionen Jahren war die Antarktis mit üppigen Regenwäldern überdeckt, ähnlich denen, die es heute in Neuseeland gibt. Die Temperaturen konnten dort bis auf 20 Grad Celsius klettern. Dass der Klimawandel eine ernste Auswirkung auf die Umwelt hat, steht schon lange fest. Wenn sich diese Pyramiden allerdings als künstlich erweisen, verändert das die Geschichte, wie wir sie kennen.“

„Vor 100 Millionen Jahren“? Also dutzende von Millionen Jahren vor den ersten primitiven Menschen, habe demnach diese erste und unbekannte Menschheit existiert! Das würde selbstverständlich die bekannte Geschichte grundlegend verändern. Wenn denn diese Pyramide der Antarktis auch wirklich eine solche ist.

Ihr könnt Euch mittels Google Earth dieses „Gebilde“ unter den Koordinaten -79.977277 und dem Breitengrad -81.961749 selber einmal ansehen. Achtet dabei auch auf die alles andere als gleichmäßigen Kanten. Gut auch zu erkennen bei diesem Bild (anklicken zur Großansicht):

Ist das wirklich eine Pyramide im Eis der Antarktis? (Bild: Google Earth)
Ist das wirklich eine Pyramide im Eis der Antarktis? (Bild: Google Earth)

Antarktis = Atlantis?

Eine versunkene Kultur am Südpol? Das sind keine neuen Überlegungen.

Nicht wenige Autoren und Forscher, die sich der Suche nach Atlantis verschrieben haben, deuteten bereits unseren Südkontinent als dieses gesucht Reich der Vorzeit. Vor allem die Autoren Rand und Rose Flem-Ath haben diese Idee in ihrem Buch „Atlantis: Der versunkene Kontinent unter dem ewigen Eis“ 1996 weithin bekannt gemacht. Ihre Überlegungen haben später auch andere Autoren aufgriffen oder weiter ausgeführt.

Beispielsweise wurde eine plötzliche Verschiebung der Kontinente als Ganzes als Grund für das Ende der Kultur von Atlantis-Antaktis angeführt. Darum habe man auch alte Landkarten, die die Antarktis zeigen sollen, obwohl man sie damals noch gar nicht gekannt haben soll.

Die Ursache dafür könnte der gewaltige Eispanzer am Nordpol während der letzten Eiszeit gewesen sein. Durch das gigantische Gewicht des Eises und die Rotation der Erde habe dieser Eisschild die gesamte Erdkruste „ruckartig“ und plötzlich als Ganzes verschoben. So eine nicht selten herangezogene Deutung dieser vorzeitlichen Ereignisse.

Die Folgen waren Sintfluten, extreme Klimaveränderungen und letztlich, dass Atlantis zur Antarktis wurde. R. und R. Flem-Ath haben mit diesen Spekulationen vor Jahrzehnten durchaus viel Aufsehen erregt. Etwa zusammen mit dem bekannten Autoren Graham Hancock, die sich dabei beispielsweise auch auf die weltbekannte Landkarte des Piri Reis stützten.

Die Pyramiden sind längst bekannt!

Bei Facebook findet sich die Meldung zu diesen Pyramiden am Südpol in vielen Gruppen und auf vielen Seiten, die sich mit Mystery und Grenzwissenschaft befassen. Was auch nachvollziehbar ist, da in solchen Gruppen eben genau solche Themen zu finden sind. Dafür sind sie schließlich da. Auch ich selber wurde bei Facebook ab 2016 mehrfach auf diese Berichte hingewiesen. Denn das Thema kommt – wie fast alle Themen des Phantastischen, alle paar Monate oder Jahre erneut im Netz auf. Dafür gibt es unzählige Beispiele.

Doch neu ist diese vermeintliche Sensation lange nicht. Nicht nur, dass sie bereits Monate vor „Focus“ und den britischen Medien hier und dort erschienen ist, sondern sogar schon Jahre davor. Inklusive den seit 2016 kursierenden Fotos und YouTube-Videos dazu.

Ein Video bei YouTube mit dem Titel „Ancient Pyramids found in Antarctica?“ stammt sogar schon vom 2. September 2012. Auch die „Sputnik News“ berichteten im Sommer 2013 darüber – und verhalfen so diesen angeblichen Pyramiden zu erster Bekanntheit. Denn längst wird nicht nur der Berg, den auch das Titelbild hier zeigt, als „Antarktis-Pyramide“ bezeichnet.

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Natürlich kann man mit „guten Willen“ hier eine Pyramide erkennen wollen. Etwa 450 mal 420 Meter groß ist dieser „Eisberg“ und nimmt somit mehr Fläche als die Cheops-Pyramide in Gizeh mit rund 230 Metern Seitenlänge ein. Und von der Form her sieht der Berg eben aus wie eine Pyramide, was unstrittig ist. Obwohl schon die Google Earth-Bilder zeigen, dass hier natürlicher Berg zu erkennen ist. Dazu gleich mehr.

Aber der gute Wille hilft eben nicht weiter bei der Jagd nach dem Phantastischen. Man denke dabei an die unzähligen Pyramiden im Meer und Alien-Basen, die angeblich schon mittels Google Earth gefunden wurden. Oder das angeblich in der Antarktis abgestürzte UFO, das sich rund 950 Kilometer von der vermeintlichen Pyramide entfernt befindet (s. 1. Video von 2015 unten). Und von solchen UFOs im ewigen Eis des Südpols gibt es mehr als nur eines, wie erst im Sommer 2021 HIER auf Mystery Files berichtet.

Entdeckung schon vor 60 Jahren

Fraglos lädt die pyramidenförmige Form des Berges in den eisigen Weiten der Antarktis zum Träumen und Spekulieren ein. Doch nur dann, wenn man sich von den Google Earth-Bildern oder auch Fotos von der Oberfläche von dem Berg blenden lässt. Denn die vermeintliche Pyramide ist schon seit vielen Jahrzehnten sehr gut bekannt und heißt „Lippert Peak„.

Es ist ein spitzer Berg, von dem wir nur bis zu 150 Meter über dem Eis sehen können. In Wahrheit ist dieser Gipfel sogar 1.330 Meter hoch und Teil des etwa 160 Kilometer langen Gebirges „Heritage Range“, das wahrscheinlich schon 1935 erstmals gesichtet wurde. Erst Jahre später, vor allem 1959 und 1962 bis 1964, wurde das Gebiet genauer kartiert und erkundet. Vor allem durch das berühmte „Antarctic Program“ der USA ab 1959. Zwischen 1961 und 1966 erfolgte anhand von Luftaufnahme der US-Navy die Kartierung des gesamten Gebirges durch die Geologische Gesellschaft der USA.

Dabei erfolgte auch die Kartierung der „Pyramide“, die 1966 den Namen „Lippert Peak“ bekam. Benannt nach dem Antarktis-Forscher George E. Lippert, der am „Antarctic Program“ 1965 vor Ort beteiligt war. Alles wenig mysteriös und ganz ohne Aliens oder versunkene Ur-Zivilisationen.

Mein Facebook– und Mystery-Kollege Alex Schlee hat mich 2016 während einer Diskussion zu diesem Thema auf ein sehr interessantes Video vom 15. März 2016 hingewiesen. Und zwar auf das YouTube-Video „Gibt es Pyramiden in der Antarktis?“ von ihm selber, dass Ihr auf seinem grenzwissenschaftlichen Kanal „MOHRsrclik“ findet. Schlee nimmt sich darin genau diesen „Pyramiden“ in der Antarktis an. Und das sehr aufschlussreich, wie Ihr im 3. Video unten sehen könnt.

Alien vs. Predator

Pyramiden in der Antarktis als Werk von Ancient Aliens, wie es zu diesen Strukturen auch spekuliert wird? Das hatten wir schon mal im Jahr 2004 in einer durchaus spannenderen Variante.

Damals kam im Internet ein sehr sonderbares Gerücht auf, das von der Entdeckung einer Pyramide im ewigen Eis unseres Südkontinentes sprach. Es war vor der Zeit von Facebook & Co. und so wurde die kurze Meldung vor allen in Diskussionsforen und per E-Mail verbreitet. Das spannende dabei war damals, dass es Fotos von dieser Pyramide bzw. aus deren Inneren gab. Es waren (trotz der mehr als schlechten Qualität der Bilder) darauf eindeutig künstliche Darstellungen zu erkennen, die aus dieser Pyramide stammen sollen. Einer unbekannten und damit rätselhaften Schrift nicht unähnlich.

Auch bei einem Kongress zur Prä-Astronautik wurde damals diese Internet-Meldung in einigen Pausengesprächen teils hitzig diskutiert. Doch, wenn ich mich recht erinnere, stieß diese „Top-News“ auf überaus große Skepsis.

Zurecht, wie sich herausstellte, da sie ein Fake war. Und zwar haben damals die Macher des Hollywood-Filmes „Alien vs. Predator“ dieses Gerücht absichtlich im Internet gestreut, um die Werbetrommel für ihren Science-Fiction-Film zu rühren. Denn die Entdeckung einer uralten Pyramide in der Antarktis ist in „Alien vs. Predator“ von 2004 der Kern oder Aufhänger, um den sich der Film aufbaut …

Dieser Beitrag erschien erstmals 2016 und wurde geringfügig erweitert/bearbeitet.

Video-Auswahl zum Thema

Video vom 1. Oktober 2015 auf Mystery Files

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Video vom 3. Juni 2015 auf Mystery Files

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Video vom 15. März 2016 auf Mystery Files

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Video vom 24. Juli 2021 auf Mystery Files

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Lars A. Fischinger

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Indianische Mythologie: Eine Sintflut in Kalifornien, seltsame Legenden und unheimliche Monster im Tahoe-See (+ Videos)

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Indianische Mythologie: Eine Sintflut in Kalifornien und das Monster im Tahoe-See (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)
Indianische Mythologie: Eine Sintflut in Kalifornien und das Monster im Tahoe-See (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)

Wer als Jäger des Phantastischen die Sagen, Mythen und Legenden verschiedenster Kulturen der Welt durchstöbert, findet immer wieder erstaunliche Ähnlichkeiten und sogar Übereinstimmungen. Egal wo auf der Welt und bei welchen Völkern. Das gilt auch für den Mythos von einer Sintflut, der weltweit in Überlieferungen oft verblüffende Parallelen zeigt. Auch was das Geschehen rund um diese Urkatastrophe der Menschheit betrifft. Eine solche Sintflut-Legende aus Kalifornien soll hier einmal vorgestellt werden, da sie eher weniger bekannt sein dürfte. Dann aber doch wieder einiges darin bekannt erscheint. Und sie der Einstieg in einen Stoff ist, aus dem im wahrsten Sinne des Wortes Legenden sind.


Die Sintflut

Jeder kennt aus der Bibel die phantastische Geschichte von der Sintflut. Einer großen Flut als Katastrophe der Menschheit, die Gott laut dem Buch Genesis als Strafe schickte. Diese Überlieferung ist eine der großen Mythen der Menschheit und fasziniert seit jeher die Menschen. Entweder aus religiösen und theologischen Motiven heraus, oder aber, da sie nach greifbaren Spuren einer solchen Sintflut suchen.

Lange ist bekannt, dass der Mythos von der großen Flut im Alten Testament zum Teil sehr viel älteren Schriften aus dem Mesopotamien entlehnt wurde. Vor allem ist hier das Gilgamesch-Epos zu nennen, das eine recht ähnliche Flut-Geschichte erzählt. Einige Passagen in diesem Epos ähneln oder gleichen der biblischen Geschichte so sehr, dass kein Zweifel bestehen kann, das unter anderem dieses Epos den Autoren des Buch Genesis als Vorlage gedient haben muss.

Als der englische Assyrologe George Smith 1872 den Sintflut-Bericht des Gilgamesch-Epos übersetzte, ging ein Aufschrei durch die bibeltreue Gesellschaft. Schlagzeilen im Sinne von „Ist die Bibel abgeschrieben?“ beherrschten die Zeitungen. Ein Unding für bibelfeste Christen. Ein Beweis für die Wahrheit der Bibel-Erzählung für andere Gläubige. Für Archäologen ganz nüchtern nur ein Beleg, dass die Redakteure und Autoren der Bibel sich bei ihrer Arbeit an älteren Mythen und religiösen Texten benachbarter Völker orientierten. Weltanschauungen von Kulturen aus Mesopotamien wurden von diesen adaptiert. Angepasst an ihre Theologie.

Sintflut und Sintfluten rund um den Erdball

Eigentlich sollte das niemanden wirklich verwundern. Die Kulturen und Zivilisationen im Nahen Osten und damit auch Mesopotamien beeinflussten sich alle untereinander. Direkt oder indirekt durch die Jahrtausende hinweg. Geographisch waren es letztlich auch Nachbarn. Und bekanntlich hielten sich auch Teile der hebräischen Bevölkerung in Babylon auf. Während des sogenannten „Babylonisches Exils“, als auch weite Episoden des Alten Testamentes verfasst worden sein sollen. Inklusive Sintflut-Mythos mit Arche Noah, Rettung auf einem Berg usw. im Buch Genesis.

Solche geschichtlichen Werdegänge von Mythologien und theologischen Weltbildern sind für viele Zweige der Wissenschaft spannend. Ein umfangreiches Betätigungsfeld auf den Spuren der Rätsel der Vergangenheit. Das natürlich auch „alternative Historiker“, Mystery-Jäger und Grenzwissenschaftler in ihren Bann zieht. Hier besteht ein kleiner aber feiner Unterschied darin, dass diese derartige Mythologien global betrachten. Weltweit suchen sie nach Verbindungen in Mythen und alten Überlieferungen. Nicht nur bei der Story der Sintflut. Und immer wieder wird man dabei tatsächlich fündig.

Dass es weltweit Sintflut-Mythen gibt, ist seit Jahrhunderten bekannt. Rund um den Erdball erzählen die Völker solche Geschichten von einer großen Flut und/oder einem Weltenbrand. Erst im 19. Jahrhundert haben einige wenige Forscher ihren Blick genauer auf diese Überlieferungen gerichtet. Es erschienen eine handvoll Bücher, die diese globalen Sintflut-Sagen dokumentierten und diskutierten.

Belegen diese Mythologien aus einer Urzeit der Menschheit rund um den Planeten, dass es ein solche Sintflut gab? Wie sonst sollten man erklären, dass beispielsweise Bewohner des Pazifik (s. a. Artikel HIER) derartigen Stoff überlieferten? Die Autoren der Bibel waren tausende Kilometer entfernt. Gelangte das Wissen erst durch christliche Seefahrer in ihre Mythen? Oder kam es sogar vor tausenden von Jahren durch eine heute vergessene, vorzeitliche Seefahrt in andere Regionen der Erde? Oder sind all diese Überlieferungen auf zahllose unterschiedliche Sintfluten zurückzuführen, die nur lokal zu einem „Weltuntergang“ führten?

Sind es letztlich vielleicht doch Beweise für eine globale Flutkatastrophe vor Jahrtausenden?

Die Washoe-Indianer und die Flut vom „großen Geist“

Diese Fragen sind bis heute unbeantwortet. Doch sie verleiten zu spannenden Spekulationen, Ideen, Thesen und Überlegungen. Nicht nur was die (theologische) Ursache der angeblichen Vernichtung betrifft, die sich in vielen Teilen der Erde erstaunlich ähnelt. Etwa eine Rebellion von Himmelswesen gegen ihren obersten Gott oder Führer, worauf ihre Niederkunft auf die Erde und eine sündige Menschheit folgte. Biblische Motive, die überall zu finden sind!

Eine spannende Legende ist von dem Volk der Washoe (Washo) bekannt. Amerikanische Ureinwohner aus Kalifornien, die im Gebiet des Tahoe-See siedeln. Wiedergegeben hat diese Überlieferung  Prof. Dr. Johannes Riem in seinem beachtenswerten Werk „Die Sintflut in Sage und Wissenschaft“. Ein Buch, das als Band IV der theologischen Reihe „Natur und Bibel in der Harmonie ihrer Offenbarungen“ schon 1925 erschien. Insgesamt 268 Flut- und Katastrophen-Berichte dokumentierte und diskutierte Riem darin. Deren Parallelen ebenso, wie deren Unterschiede.

Über den Flut-Mythos der Washoe schreibt er:

Die dortigen Einwohner wurden von einem fremden Stamme unterjocht und zu Sklaven gemacht. Da kam, vom großen Geist gesandt, eine ungeheure Woge vom Meere über das Land und ertränkte die meisten Menschen, so dass nur wenige übrigblieben.

Schon ist auch hier klar, dass die Flut als Strafe Gottes, des „großen Geist“, gesandt worden sein soll. Interessant ist hier aber, dass die Katastrophe als riesige Welle vom Meer über das Land herein brach. Das klingt sehr nach einem Tsunami. Kalifornien als eine der aktivsten Erdbebengebiete der Welt könnte diese Spekulationen untermauern.

Ein schneller Blick auf die Karte zeigt jedoch, dass das Meer (Pazifik) heute rund 310 Kilometer Richtung Westen vom Tahoe-See entfernt liegt. Zwischen dem Pazifischen Ozean und dem See erstreckt sich noch dazu das Hochgebirge der Sierra Nevada bzw. das Kalifornische Küstengebirge. Über 4.000 Meter reichen hier heute die höchsten Gipfel in den Himmel. Für einen angenommenen Tsunami eine gewaltige Barriere auf dem Weg zum Volk der Washoe. Dazu gleich mehr.

Wobei natürlich nicht zu sagen ist, dass sich diese mythische Flut auch tatsächlich im Gebiet des heutigen Sees ereignete, an dem später die Washoe siedelten.

Ein „amerikanisches Zikkurat“?

Nach dem Mythos der Washoe rafften sich die Überlebenden wieder auf. Eine Verbesserung für ihr Volk gab es aber nicht, sie blieben in der Sklaverei. Riem weiter:

Die Sklaven mussten nun einen großen Tempel bauen, in dem ihre Herren bei Einbruch einer neuen Flut Zuflucht finden konnten. Auf der Spitze des Tempels verehrten sie ein ewiges Feuer.“

So unscheinbar diese Aussage auch klingt, um so interessanter wird sie, wenn man einmal nach Mesopotamien schaut. Jene Region zwischen Euphrat und Tigris, in der die Sintflut-Berichte niedergeschrieben wurden, die den biblischen Autoren als Vorlage dienten. Denn hier, dem heutigen Irak aber auch Iran, bauten die Menschen vor tausenden von Jahren ebenfalls solche Tempel. Sie werden Zikkurat genannt und sind eigentlich nichts weiter als Stufenpyramiden mit einem Tempel an der Spitze. Sehr ähnlich wie jene in Mittelamerika. Der „Turm zu Babel“ ist hierbei sicher jedem ein Begriff.

Archäologen haben für diese in ganz Mesopotamien verstreuten Tempel-Pyramiden eine interessante Deutung ins Spiel gebracht. Diese Bauten könnten einigen Vermutungen nach aus Plattformen entstanden sein, die Menschen zum Schutz vor Fluten errichteten. Vor den immer wiederkehrenden Überschwemmungen der Flüsse Euphrat und Tigris, die teilweise katastrophale Ausmaße annahmen. Zugleich als Sinnbild des „Urhügels“ oder „Himmelshügel“, aus dem die Welt einst entstanden sein soll. Auch so ein weltweit wiederkehrenden Motiv, übrigens …

Dort haben schon vor 100 Jahren Ausgrabungen gezeigt, dass ganze Landstriche von Fluten vernichtetet wurde. Danach bauten die Menschen ihre Siedlungen wieder auf. Ganze Stadtstaaten entstanden und mit ihnen die Zikkurate. Ursprünglich seien dies eher Terrassen mit einem Tempel darauf gewesen, aus denen nach und nach schon ab dem 5. Jahrtausend vor Christus die ersten Stufenpyramiden wuchsen. Die erhöhte Lage bot gleichzeitig Schutz vor Fluten.

Durchaus erkenne ich in dem Washoe-Mythos hier eine Parallele.

Der versunkene Tempel

Die Legende der Washoe geht natürlich noch weiter. Denn während die „Herren“ mit ihrem Tempel fortan einen Schutz vor Wassermassen hatten, waren sie vor einer Katastrophe damit nicht geschützt: Vor Erdbeben. Und die sind in dieser Region nicht gerade selten und können verehrend sein.

So kam es laut Washoe dann auch so, wie es kommen musste. Ein Beben traf die Menschen und ängstlich „flüchteten die Herren in den Tempel“. Die „Erdrevolutuion“, wie sie das Erdbeben nannten, war dabei eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes. Mit nichts zu vergleichen, was wir heute kennen. Es war so stark, „dass die Flammen zum Himmel schlugen und dort die Sterne schmolzen“. Mehr noch, denn im Washoe-Mythos heißt es, „die Sierra erhob sich aus der Ebene“ während dieses Erdbebens.

Geologen werden den Kopf schütteln. Gebirge wachsen in Millionen von Jahren empor. Sie entstehen nicht plötzlich in dieser Größe bei einem Erdbeben, so stark es auch immer sein mag. Zumindest aber haben wir hier eine Art „mythologischer Erklärung“, wie die Sintflut der Washoe als gigantische Welle vom Meer im Westen gekommen sein kann. Die Sierra Nevada des kalifornischen Küstengebirges als Barriere gab es ganz einfach noch nicht.

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Selbstverständlich hatte diese Vernichtung auch Folgen für den Tempel der „Herren“. „Der Tempel versank bis auf seinen Dom im Tahoe-See“, heißt es dazu bei Riem. Auf diesem Dom, die Spitze des von Sklaven erbauten Bauwerkes, kauerten die letzten Überlebenden der „Herren“ zusammen. Ganz zum Missfallen des obersten Gottes, wie es weiter heißt:

„(…) indessen der große Geist war ergrimmt über sie, ergriff sie und warf sie wie Kieselsteine in die Schluchten einer großen Höhle, dort hört man sie noch heulen.“

Damit endet dieser Mythos in der Form, wie ihn Johannes Riem 1925 wiedergegeben hat. Durchaus könnte man ihn mit anderen Indianer-Legenden der Region verglichen, ergänzen und weiter ausbauen. Doch das würde an dieser Stelle zu weit führen. Auch wenn unter anderem Riem selber solche Berichte wiedergibt.

Uralte Spuren

Liegt also im Tahoe-See ein Beweis für diese Erzählung in Form eines versunkenen Bauwerkes? Immerhin soll es in den ganzen USA bzw. Nordamerika in diversen Seen versunkene Ruinen geben, über die auf diesem Blog und auf dem Mystery Files-YouTube-Kanal immer wieder berichtet wurde.

Besiedelt ist dieses Gebiet schon sehr lange. Nur etwas weiter östlich finden sich Felszeichnungen mit einem Alter von bis zu fast 15.000 Jahren. Nahe der Ortschaft Fallon wurde hier auch die älteste bekannte Mumie Amerikas entdeckt. Sie ist als „Spirit-Cave-Mann“ bekannt und wird auf bis zu 10.600 Jahre datiert, so eine am 7. Dezember 2018 in „Science“ (vol. 362, issue 6419) veröffentlichte Untersuchung. Es ist uraltes Land der amerikanischen Ureinwohner in Kalifornien und Nevada, in dem seit Jahrzehnten Archäologen forschen.

Und dieses Land war einst tatsächlich von einer „Flut“ überschwemmt.

Der „Pyramiden-See“

Vor rund 15.000 Jahren bedeckte ein gewaltiger Gletschersee das gesamte Gebiet bis Fallon, der heute Lake Lahontan genannt wird. Nichts als ein paar Seen und erstaunlichen Landschaften blieben von diesem Eiszeit-See übrig. Für heutige Touristen und Indianer-Fans ist das „Große Becken“, wie diese Gegend heißt, ein Highlight jeder USA-Reise. Einer dieser Seen liegt nur rund 80 Kilometer nördlich vom Tahoe-See und heißt heute Pyramiden-See.

Das lässt mit Blick auf die Washoe-Legende aufhorchen. Auch wenn diese klar sagt, dass der Tempel der „Herren“ im Tahoe-See versank. Der „Pyramid Lake“ wiederum hat seinen Namen nicht von archäologischen Spuren, die an seinen Ufern oder sogar auf seinem Grund entdeckt wurden. Namensgeber ist eine sehr auffallende pyramidenförmige Insel im See, die ca. 175 Meter vom Ostufer liegt. Über 100 Meter ragt diese „Pyramide“ aus dem See heraus und misst an der breiteste Stelle mehr als 200 Meter.

Eine mehr als auffällige Formation. Könnte diese Inspiration für den Mythos der Wahsoe von dem versunkenen Tempel gewesen sein, den sie im Tahoe-See lokalisieren?

USOs und ein Seeungeheuer

Der Lake Tahoe lässt sich nicht so einfach nach Beweisen für diesen Flut-Mythos durchsuchen. Er ist bis zu 500 Meter tief (der zweittiefste der USA), rund 500 Quadratkilometer groß und im Durchschnitt geht es dort 300 Meter hinab. Auch nimmt durch eingeschleppte Algen und andere Pflanzen die Sichtweite im See seit vielen Jahren kontinuierlich ab, wie erst im Sommer 2020 Forscher der nahen Universität von Nevada in Reno dokumentierten.

Wo soll man da – wenn man mit einem solchen Gedanken spielt – anfangen nach Belegen für eine indianische Legende suchen?

Ein Problem, dass nicht nur Mythen- und Mystery-Jäger betrifft, sondern auch Kryptozoologen. Denn wie in so vielen Seen der Welt, allen voran Loch Ness in Schottland, soll auch im Tahoe-See ein Monster leben. Dieses Seeungeheuer wird „Tessie“ genannt. Schon Legenden der Wahsoe und der benachbarten Paiute kennen dieses Biest in den Tiefen des Sees. Ähnlich wie Nessie im Loch Ness soll diese Kreatur aussehen und sich in Höhlen verbergen.

Um die Geheimnisse des Sees abzurunden, kursieren hier auch Geschichten über Unbekannten Unterwasserobjekte. Die bekannten USOs als maritimes Gegenstück zu den UFOs am Himmel. Im Januar 2004 wurde deshalb am „Squaw Valley Institute“ unter der Leitung von Dr. Charles Goldman von der „Tahoe Research Group“ eigens eine Konferenz dazu abgehalten. Angeblich hatten sich zu der der Zeit die ungewöhnlichen Sichtungen enorm gehäuft.

Der „Ong“ und der unheimliche Strudel

Die Wahsoe kennen in ihren Mythenschatz aber noch ein weiteres, seltsames Lebewesen, dass in ihrem See hausen soll. Sie nennen es „Ong“. Nach einer Aufzeichnung dieser Legende, die Nonette V. McGlashan am 3. November 1905 im „Sunset Magazine“ veröffentlichte, ist diese Kreatur „ein riesiger Vogel, größer als die Häuser der Weißen“. Er habe den Körper eines Adlers, Flügel länger als Kiefern und das Gesicht eines Indianers. Sein Körper sei „mit harten Schuppen bedeckt, und seine Füße waren mit Schwimmhäuten versehen“.

Sein Nest befindet sich nach dieser Legende „tief unten im Grund des Sees in der Mitte“. Dort stamme auch alles Wasser des Sees her. Alles Leben, dass dem Nest zu nahe kommt, wird hereingezogen und diene dem „Ong“ als Nahrung. Am Liebsten verspeist er dabei Menschen. Legenden berichten davon, wie mutige Krieger den Kampf mit dem Ungeheuer aufgenommen haben sollen:

Hoch am Himmel kreisend wie eine riesige, formlose Donnerwolke, schwarz wie die Nacht, die das Ungeheuer mal hier, mal dort auf der Suche nach Beute fegte.

So sahen die tapferen Indianer laut Sage dieses Fabelwesen aus dem See.

Das „Whirlpool-Loch“ im See

Auch all jene armen Menschen, die im See ertrinken, holt sich der „Ong“ zu sich in die großen, dunklen Tiefen. Wobei sich durchaus die Frage stellt, ob und woher die Wahsoe von der außergewöhnlich großen Tiefe des Sees von bis zu 500 Metern wussten. Maßen sie diesen mit Seilen, an denen Gewichte hingen, einfach aus Neugier aus?

Die Legende, dass ein unheimlicher Strudel Menschen, Tiere und Pflanzen in das Nest des „Ong“ zieht, bekam Mitte des 19. Jahrhunderts neue Nahrung. Ab 1858 brach im nahen Virgina City ein Silberrausch aus und der Bergbau boomte. Lester Williams aus San Francisco fiel dabei eines Tages beim Angeln auf dem mythischen See auf, dass sein Boot sich wie in einem Wirbel zu drehen begann. Ein hineingeworfenes Brett wurde tatsächlich von diesem Wirbel wie durch einen Abfluss in die Tiefe gezogen.

Zusammen mit Williams Speed wollte er diesem „Whirlpool-Loch“ im wahrsten Sinne auf dem Grund gehen. Sie entdeckten, dass der Wirbel mit den nahen „Comstock-Minen“ in Verbindung stand. Diese wurden immer wieder überschwemmt und waren damit eine Gefahr für die Bergleute. Würde es ihnen gelingen, diesen Wassereinbruch zu unterbinden, wären sie reiche Männer geworden. Was sie für einige Zeit auch wurden. Doch sie fanden bei weiteren Versuchen 1869 auf dem See den Tod.

Eine neue Heimat nach der Flut

Kehren wir nochmal zum Sintflut-Mythos der Washoe zurück. Denn die Legende erzählt uns auch, was mit ihnen geschah, als ihre „Herren“ starben und der Rest vom „großen Geist“ vernichtet wurde. Sie hatten damit ihr Dasein als Sklaven überwunden und konnten neu beginnen. Als das Erdbeben kam, flüchteten „die armen Sklaven nach dem Humboldt River“, vermerkt hierzu die Legende.

Dieser gerade mal 483 Kilometer lange Fluss entspringt nahe Wells, rund 500 Kilometer Luftlinie östlich vom Tahoe-See. Er fließt nach Westen in Richtung der „Großen Becken“ und mündest in der „Humboldt Senke“. Einem trockenen Seengebiet, dass einst zum verschwundenen Lahontan-See gehörte. Eine trostlose und öde Gegend heute. Vor 15.000 Jahren jedoch ein Siedlungsgebiet der amerikanischen Ureinwohner, die hier optimale Bedienungen vorfanden.

Die „Humboldt Senke“ liegt nur wenige Kilometer nordöstlich von Fallon mit den dortigen Spuren vorzeitlicher Siedlungen. Und damit keine 130 Kilometer vom Tahoe-See entfernt. Wenn nun aber der Mythos der Washoe sagt, dass ihre Vorfahren nach der Flut und Zerstörung an den Humboldt Fluss wanderten, kann das eine Urerinnerung aus er Eiszeit sein? So wie der gesamte Mythos ans sich? Vor über 10.000 Jahren hätten die Ahnen der Washoe dort ideale und fruchtbare Lebensbedienungen vorgefunden. Mit reichlich Wild, Wasser und Wäldern. Erst der Klimawandel am Ende der letzten Eiszeit zwang sie zur Abwanderung von dort. Ins Gebiet des Tahoe-See, wo sie in alten Legenden ihr Wissen aus der Vorzeit bewahrten.

Der Stoff, aus dem Legenden sind!

Viele Überlegungen, Deutungen und Ideen zu einem einzigen Mythos nur eines Stammes und zu nur einem einzigen See in den USA. Sicher. Würde das Szenario zutreffen, lebte dieses Volk einst in der Sklaverei, wurde von einer Flut heimgesucht, die ihre Peiniger vernichtete (die zuvor einen Tempelturm errichten ließen), und floh dann Richtung Osten. Dort, wo heute Ödnis vorherrscht. Wobei die Legende nicht explizit vom Humboldt Becken als neue Heimat spricht, sondern nur von dem entsprechenden Fluss.

Da der Fluss auch heute weiterhin gemächlich durch Nevada fließt, hätte es aber keinen Grund für die Washoe gegeben, dort wieder zum Tahoe-See zurückzukehren. Wo sie schließlich bei der Ankunft der Europäer bereits (wieder?) lebten. Außer vielleicht aufgrund von kriegerischen Auseinandersetzungen mit anderen Völkern. Auch die genannten Nachbarn der Paiute lagen immer wieder mit ihnen im Konflikt.

Dennoch sehe ich hier ein schönes Beispiel für die Faszination bei der Jagd nach dem Unfassbaren. Uralte Mythen, die in Teilen an biblische Erzählungen und weltweite Legenden erinnern, gepaart mit phantastischen Details. Etwa dem plötzlichen Entstehen der Berge. Hinzu kommen Informationen, die man durchaus in wahre Welt und die Realität der Umgebung übertragen kann. Ob es so oder so ähnlich stimmt, ist natürlich unklar.

Und zu guter Letzt ist dieser „Stoff“ im weiteren Sinn noch mit USOs, einem Seemonster und einem mythologischen Vogelwesen innerhalb dieses mysteriösen Sees gewürzt. Genau der Stoff, aus dem Legenden sind.

Video-Auswahl zum Thema

Video vom 3. April 2020 auf Mystery Files

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Video vom 15. Mai 2018 auf Mystery Files

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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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