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Neues vom “Stonehenge im Bodensee”: Die versunkenen Hügel wurden von Menschen vor 5.500 Jahren gebaut +++ YouTube-Video +++

VIDEO: Neues vom "Stonehenge im Bodensee": Die Hügel haben Menschen vor 5.500 Jahren gebaut (Bilder: PixaBay/gemeinfrei & Amt für Archäologie/Thurgau)
VIDEO: Neues vom “Stonehenge im Bodensee”: Die Hügel haben Menschen vor 5.500 Jahren gebaut (Bilder: PixaBay/gemeinfrei & Amt für Archäologie/Thurgau)

Mehrfach wurde auf diesem Blog bereits über die auf dem Grund des Bodensee entdeckten ca. 170 Steinhügel berichtet (s. HIER). Ein “Stonehenge im Bodensee”, wie es nach der Entdeckung vor einigen Jahren von der Presse genannt wurde. Jetzt gaben die Archäologen bekannt, dass sich die ersten Vermutungen über das Alter der Hügel durch neue Untersuchungen bestätigt haben. Demnach haben Menschen vor rund 5.500 Jahren die sonderbaren Strukturen errichtet. Doch Fragen bleiben offen. Alles dazu erfahrt Ihr in diesem YouTube-Video.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

In diesem YouTube-Video HIER berichte ich im Oktober 2015, dass auf dem Grund des Bodensee rund 170 “Steinkreise” entdeckt wurden, die den Wissenschaftlern Rätsel aufgeben. Strukturen von bis zu 30 Metern Durchmesser, die sich wie die Perlen an einer Schnur 100 bis 200 Meter vom Ufer entfernt in rund 10 Metern Wassertiefe befinden.

Schnell wurde daraus in den Medien das “Stonehenge im Bodensee”. Seit dem erkunden Archäologen vom Amt für Archäologie Thurgau (Schweiz) die sonderbaren Gebilde, wie vielfach auf Grenzwissenschaft und Mystery Files berichtet (s. “Bodensee” HIER). Jetzt sind die Forscher sicher: Menschen der Steinzeit haben vor 5.500 Jahren die Steinhügel errichtet.

Ein “sensationelles Resultat”, so die Archäologen. Alles zu den Ergebnissen in diesem Video bei YouTube.

Bleibt neugierig …

YouTube-Video vom 29. Sep. 2019 auf Fischinger-Online

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Noch immer ungeklärt! Neue Untersuchungen und Datierungen des “Stonehenge im Bodensee” laufen (+ Video)

Noch immer ungeklärt: Neue Untersuchungen des "Stonehenge im Bodensee" (Bilder: gemeinfrei & Echolot-Aufnahme eines der Hügel durch das Fraunhofer-Instituts/Christian Degel)
Noch immer ungeklärt: Neue Untersuchungen des “Stonehenge im Bodensee” (Bilder: gemeinfrei & Echolot-Aufnahme eines der Hügel durch das Fraunhofer-Instituts/Ch. Degel)

Seit rund vier Jahren (wie mehrfach auf Grenzwissenschaft & Mystery Files berichtet) rätseln Forscher über das “Stonehenge im Bodensee”. Auf dem Grund des Bodensee wurden damals über 150 kleine Steinhügel entdeckt, die zuerst für Ablagerungen der letzten Eiszeit vor 18.000 Jahren  gehalten wurden. Seit dem laufen Untersuchungen an den “Hügeli”, die zeigten, dass diese Strukturen auf dem Seegrund von Menschenhand geschaffen wurden.  Doch wann genau und warum Steinzeitmenschen auf dem damals noch trockenen Seegrund diese Gebilde schufen, ist noch immer unklar. Wie das Amt für Archäologie in Thurgau jetzt mitteilte, laufen derzeit weitere Untersuchungen und Tauchhänge, um das Geheimnis der Hügel zu lüften. Alles über die neuen Datierungsversuche erfahrt Ihr in diesem Beitrag.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

“Stonehenge im Bodensee entdeckt!” – so oder so ähnliche titelte die Presse im Herbst 2015 angesichts der im Bodensee gefunden Hügel, wie damals in einem YouTube-Video HIER (s. unten) berichtet. Insgesamt sollen sich 150 bis 170 dieser Hügel auf dem Grund des Sees befinden, die sich inzwischen bei weiteren Untersuchungen als eineindeutig von Menschen gemacht herausstellten.

Mit dem berühmten Stonehenge in Südengland haben diese Strukturen allein von ihrer Bauart her nichts gemeinsam.

Was weiterhin vollkommen unklar ist, ist das Alter der seltsamen Gebilde. Wie in diesem Beitrag HIER berichtet, waren die bisherigen Datierungen fraglich bzw. widersprüchlich. So ergab eine Altersbestimmung von gefundenem Holz ein Alter von bis zu 5.650 Jahren, zu der es Anfang 2017 vom Amt für Archäologie in Thurgau unter anderem hieß:

Die beiden Eschenstämmchen, bei denen bereits die Jahrringanalyse einen ähnlichen Wuchszeitraum vermuten lies, müssen demnach mit hoher Wahrscheinlichkeit zwischen etwa 3650 und 3350 vor Christus geschlagen worden sein, also in der Jungsteinzeit. Das Erlenpfählchen dürfte dagegen aus dem 19. Jahrhundert nach Christus stammen.

Ein datierender Zusammenhang zwischen den Hügel und den Hölzern ist damit nicht gegeben, da wie erwähnt, ein direkter konstruktiver Zusammenhang zwischen den Steinschüttungen und den Hölzern nicht festgestellt werden konnte.”

Dieses Rätsel soll jetzt endgültig gelöst werden, so eine Mitteilung des Amt für Archäologie des Kantons Thurgau vom 7. Juni 2019. In der Pressmitteilung hieß es, dass Sedimentbohrungen bei “Hügel 5” durchgeführt würden, die neues Material für eine sichere C14-Datierung liefern sollen. Zum Beispiel “organisches Material wie Zweiglein, Holzkohle, Samen oder Früchte”.

Weiter heißt es in der Pressemitteilung von Bettina Kunz:

Pressemitteilung des Amt für Archäologie des Kantons Thurgau

Im Rahmen der Erforschung der rätselhaften Steinstrukturen entlang des Bodenseeufers zwischen Romanshorn und Bottighofen führt das Amt für Archäologie des Kantons Thurgau mit weiteren Experten derzeit Bohrungen an ‘Hügel 5’ durch.

Bei der Auswertung der Daten der im Jahr 2015 durchgeführten hochpräzisen Tiefenvermessung des Bodensees durch die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Langenargen (LUBW) wurden von Martin Wessels in der Flachwasserzone zwischen Romanshorn und Bottighofen eine regelmäßige Reihe von über 170 Steinhügeln mit Durchmessern von 15 bis 30 m entdeckt. Diese verteilen sich uferparallel in teilweise auffallend regelmäßigen Abständen. Die Steinanhäufungen liegen heutzutage 3 bis 5 m unter der mittleren Wasseroberfläche (Top Hügel ca. 391,8 m ü.M.; Basis 390,5–390,8 m ü.M.). In der Folge fanden mehrere Tauchgänge unter der Leitung des Amts für Archäologie Thurgau statt. Die Strukturen wurden fotografiert und vermessen.

Zuerst galt es abzuklären, wie die ‘Steinhügeli’ entstanden sind, wobei der Diminuitiv etwas irreführend ist, weil die ‘Hügeli’ im Schnitt Durchmesser von 15 bis 30 m aufweisen. Handelt es sich um natürliche glaziale Ablagerungen (Moränenreste) des Bodenseegletschers vor ca. 18.000 Jahren? Oder wurden die Steine durch den Menschen entlang einer früheren Uferlinie oder sogar im Wasser aufgeschüttet? Anschließend müssen die Fragen geklärt werden, wann und weshalb diese Strukturen gebaut wurden.

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Untersuchungen April 2018

Um die zentrale Frage, ob natürlich oder vom Menschen abgelagert, zu klären, fanden vom 23. bis 27. April 2018 Georadarmessungen statt. Ein Team von Wissenschaftlern untersuchte mit dem Forschungsschiff ‘Kormoran’ des LUBW Steinablagerungen exemplarisch und punktuell zwischen Romanshorn und Güttingen. Dabei kam weltweit erstmals ein Prototyp eines unter Wasser funktionierenden Georadargeräts zum Einsatz. Dieser wasserdichte, GPS-gesteuerte Messschlitten wurde von Jens Hornung von der Technischen Universität Darmstadt entwickelt. Mit hochfrequenten elektromagnetischen Impulsen wurden die im Seeuntergrund versteckten Schichtgrenzen im Umfeld der Steinstrukturen erfasst.

Es ist offensichtlich, dass die bis zu 40 cm großen Steine auf den nacheiszeitlichen, gebänderten Seeablagerungen und deutlich über der darunter verlaufenden Moränen-Oberkante aufliegen. Somit ist mittlerweile naturwissenschaftlich belegt, dass die ‘Hügeli’ nicht natürlich durch den Gletscher entstanden, sondern von Menschenhand aufgeschüttet worden sind.

Oberflächenvermessung Hügel 5

Am 7. November 2018 wurde die Steinanhäufung ‘Hügel 5’ bei Uttwil mit dem Hydrocrawler des Fraunhofer Instituts (St. Ingbert D) unter der Leitung von Christian Degel untersucht. Mit diesem Prototyp konnte die Unterwasser-Oberfläche mit einer Echolot-Antenne präzise abgetastet werden. Das GPS-gesteuerte Gerät (georeferenzierte Genauigkeit 1–2 cm) lieferte 2,5 Messungen pro Sekunde. Das Ultraschallbild hatte eine Auflösung von ca. 5 cm. Auf dem Echolotbild sind die Umrisse der Steinsetzung sowie der Suchschnitt mit Steinaushub klar erkennbar.

Sedimentbohrungen im Bereich von Hügel 5

Die Entstehungszeit der Steinanhäufungen ist immer noch nicht geklärt. Um die Frage des Alters zu klären, führt das Amt für Archäologie Thurgau vom 5. bis 7. Juni 2019 – zusammen mit dem Geologen-Team der Universität Bern unter der Leitung von Prof. Dr. Flavio Anselmetti – fünf Sedimentbohrungen durch. So kann der geologische Schichtaufbau entlang einer Messlinie quer über den Hügel 5 erfasst werden. Die Sedimentkerne werden von einer schwimmenden Plattform ‘Helvetia’ mittels eines UWITEC Kolben-Kerngeräts bis in eine Tiefe von 8 m entnommen. Die Kernsektionslänge beträgt jeweils 3 m, der Kerndurchmesser 6 cm.

Das Forscherteam hofft, im Sediment der Bohrkerne organisches Material wie Zweiglein, Holzkohle, Samen oder Früchte zu finden. Diese organischen Reste können nämlich mit Hilfe der Radiokarbon-Analyse (14C-Messung) datiert werden. So würde sich dann die Bauzeit des ‘Hügels 5’ chronologisch enger eingrenzen lassen.

Nach der Bohraktion werden die Sedimentproben an der Universität Bern untersucht und allfälliges organisches Material 14C-datiert. Mit ersten Resultaten ist bereits im Herbst 2019 zu rechnen.

Das Thema bleibt also spannend. Was eine neue Altersbestimmung der Hügel allerdings nicht erklären kann, ist der Grund für ihre Errichtung. Ein weiteres Steinzeiträtsel?

Was denkst DU darüber? Diskutiere gerne bei Facebook mit.

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YouTube-Video vom 30. Oktober 2015

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Neue Ergebnisse zum sog. “Stonehenge im Bodensee”: 5.650 Jahre alt? “Die Geschichte geht auf jeden Fall weiter” (+ Video)

Taucher untersuchen einen Teil des "Stonehenge im Bodensee" - es bleibt weiterhin ein Rätsel (Bild: Amt für Archäologie/Thurgau)
Taucher untersuchen einen Teil des “Stonehenge im Bodensee” – es bleibt weiterhin ein Rätsel (Bild: Amt für Archäologie/Thurgau)

Bereits mehrfach habe ich über das sog. “Stonehenge im Bodensee” bzw. “Bodensee-Stonehenge” auf diesem Blog berichtet. Jenes sonderbaren und teilweise wie Perlen an einer Schnur aufgereihten “Hügel, die auf dem Grund des Bodensee bei Vermessungen entdeckt wurden. Nach fast einem Jahr haben jetzt die Archäologen um Hansjörg Brem vom Amt für Archäologie des Kantons Thurgau (Schweiz) weitere Forschungsergebnisse dieser Strukturen mitgeteilt. Unter anderem erste Datierungen der Funde am Ufer des Sees, die seit etwa drei Jahren für Rätselraten sorgen. Alle bisherigen Resultate der bis zu 5.650 Jahre alten Funde erfahrt Ihr hier.


Seltsame Hügel im Bodensee

Versunkene Kultur im Bodensee entdeckt?” fragte ich in einem YouTube-Video am 30. Oktober 2015 (s. unten).

Grund waren Funde von Hügeln auf dem Grund des Bodensee, die schnell von den Medien den Namen “Bodensee-Stonehenge” bekamen. Obwohl sie augenscheinlich keinerlei Ähnlichkeiten mit der Megalithanlage im Süden von England haben.

Am 10. März 2016 gab es einen ersten Zwischenbericht der Archäologen um Hansjörg Brem (Amt für Archäologie des Kantons Thurgau), den ich hier diskutierte. Denn ohne Zweifel sieht zumindest die Anordnung dieser sonderbaren Hügel im Bodensee (s. Bild unten) sehr nach einem Werk von Menschenhand aus.

Wann und von wem auch immer …

Unbekannte Kultur im Bodensee? Wer oder was schuf diese “Gebilde”? (Bild: Amt für Archäologie Thurgau)

Altersbestimmung des “Stonehenge am Bodensee”

Nach fast einem Jahr weiterer Untersuchungen der Gebilde auf dem Grunde von Deutschlands Süd-See teilte mir Hansjörg Brem am  6. Februar 2017 mit:

Gerne übersende ich Ihnen die Resultate der Holzaltersbestimmungen aus den ominösen Steinhügeln vor Uttwil und somit den neuesten Stand der Dinge.

Und weiter:

Im Frühjahr 2016 wurden von Tauchern zwischen den Steinen der Hügelschüttungen im Obersee auch zehn verschiedene Holzstücke geborgen. So weit ersichtlich handelt es sich nicht um Teile von Strukturen, sondern um Holz das später zwischen die Steine geriet oder allenfalls sogar mit den Steinen eingebracht worden ist. Die Fragestellung lautete deshalb: Wie alt sind die Hölzer und sind die geläufigen Verfahren für deren Datierung ausreichend?

Brem berichtete weiter, dass vier genommene Holzproben es “Bodensee-Stonehenge” mit der C14-Methode (Kohlenstoffdatierung) auf ihr Alter hin bestimmt werden wollten. “Die Jahrringchronologie erbrachte an den Abschnitten keine Resultate”, so Brem. Auch eine der C14-Proben “ergab ein fehlerhaftes Resultat”. Zwei Holz-Proben aus Esche und eine entnommene Probe aus Erle konnten hingegen von den Wissenschaften datiert werden.

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Hansjörg Brem dazu:

Die beiden Eschenstämmchen, bei denen bereits die Jahrringanalyse einen ähnlichen Wuchszeitraum vermuten lies, müssen demnach mit hoher Wahrscheinlichkeit zwischen etwa 3650 und 3350 vor Christus geschlagen worden sein, also in der Jungsteinzeit. Das Erlenpfählchen dürfte dagegen aus dem 19. Jahrhundert nach Christus stammen. Ein datierender Zusammenhang zwischen den Hügel und den Hölzern ist damit nicht gegeben, da wie erwähnt, ein direkter konstruktiver Zusammenhang zwischen den Steinschüttungen und den Hölzern nicht festgestellt werden konnte.

Natürlich? Uralt? Künstlich? … das Rätsel bleibt!

“Ein datierender Zusammenhang zwischen den Hügel und den Hölzern ist damit nicht gegeben.” Das ist eine überaus wichtige Feststellung. Das heißt, dass bisher nicht mal genau klar ist, ob die datierten Proben, die immerhin bis zu 5.650 Jahre alt sind, überhaupt mit den Hügeln in Zusammenhang stehen! Ein Problem, das sicher auch vielen Mystery-Fans bekannt sein dürfte, da in der Grenzwissenschaft die Kohlenstoffdatierung C14 nicht selten bezweifelt wird. Und zwar genau aus diesem Grund.

Brem ist jedoch weiterhin guter Hoffnung. Auch sieht er die Überlegung, dass dieses “Bodensee-Stonehenge” von Menschen gemacht wurde, als die wahrscheinlichste an. So schrieb mir der Archäologe weiter:

Man kann nun verschiedene Hypothesen aufstellen, wichtig ist im Moment, dass verschiedene Zeitepochen nachgewiesen werden konnten und dass das Verfahren über organisches Material (also kohlenstoffhaltiges Material) zu einer Datierung zu gelangen, erfolgreich war.

Das nächste Ziel wird es sein, weitere Holzproben zu gewinnen und nach genauester Lokalisierung und Schichtbeobachtung erneut zu datieren. Im Moment ist auf jeden Fall das Rätsel um die Hügel – menschliche Bauwerke oder eine Laune der Natur – nicht gelöst, auch wenn die Hypothese ,Menschenwerk’ derzeit wohl die besseren Karten hat.

Was immer diese hügligen Gebilde auch waren und wozu sie einst wann dienten: “Die Geschichte geht auf jeden Fall weiter”, so Hansjörg Brem.

Video zum “Bodensee-Stonehenge” vom 30. Oktober 2015 auf Fischinger-Online bei YouTube:

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Versunkene Hügel im Bodensee: Die ersten Forschungsergebnisse des “Stonehenge im Bodensee” liegen vor – doch das Rätsel bleibt vorerst auch eins. +++Plus YouTube-Video+++

Die "versunkene Kultur im Bodensee: Die ersten Forschungsergebnisse liegen vor (Bild: Amt für Archäologie Thurgau / Montage: L. A. Fischinger)
Die “versunkene Kultur im Bodensee: Die ersten Forschungsergebnisse liegen vor (Bild: Amt für Archäologie Thurgau / Montage: L. A. Fischinger)

Am 30. Oktober 2015 berichtete ich auf diesem BLOG und ein einem Video auf YouTube über “Das Rätsel des ,Bodensee-Stonehenge’ auf dem Grund von ,Deutschlands Südsee’. Verschiedene Medien berichteten damals, dass bei Vermessungen und Scans des Bodensee auf dessen Grund am Südufer seltsame und scheinbar künstliche “Hügel oder Kuppeln” gefunden wurden. Diese sollten, so wurde mir damals von den entsprechenden Forschern mitgeteilt, in Tauchgängen weiter untersucht und erforscht werden. Die ersten Ergebnisse dieser Untersuchungen liegen nun vor. Jedoch konnten diese das Rätsel um die Strukturen noch nicht abschließend klären.

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Fischinger Online Mystery-Kanal bei YouTube abonnierenVon Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Ein deutsches Stonehenge auf dem Grund des Bodensees? Einige Meldungen in der Presse behaupteten das Mitte September 2015. In der Tat scheinen genaue Scans und Sondierungen des gesamten Bodensees versunkene Hinterlassenschaft von Menschenhand gefunden zu haben. Ein „Stonehenge“, wie wir es alle kennen, war aber nicht dabei.

Das schrieb ich vor einigen Monaten auf diesem BLOG. Und, dass sie Sache weiter spannend bleibt. Daran hat sich auch nichts nach der Veröffentlichung der ersten Forschungsergebnisse auf einer Pressekonferenz am 9. März 2016 im Seemuseum Kreuzlingen geändert.

“Hügel unter Wasser am Südufer des Bodensees”

In die Einladung zu Medienkonferenz “Hügel unter Wasser am Südufer des Bodensees” vom 3. März des Kanton Thurgau (Schweiz) hieß es zu den Funden dieser seltsamen Hügel am Grund des Bodensees:

Die Ergebnisse der neuen Tiefenvermessung des Bodensees im September 2015 haben auf eine Reihe von Erhebungen in der Flachwasserzone zwischen Romanshorn und Bottighofen am Südufer des Bodensees aufmerksam gemacht. Wie Perlen auf einer Schnur sind Erhebungen auf dem heutigen Seegrund sichtbar, die zu Spekulationen Anlass gaben und auf größeres Interesse bei Medien und Publikum stießen. Im Zentrum der Diskussionen stand dabei die Frage, ob es sich um natürliche Formationen oder aber von Menschen geschaffene Bauwerke handelt. Sofort war klar, dass genauere Angaben zu diesen Strukturen nur durch direkte Abklärungen auf dem Seegrund zu gewinnen waren. Das Amt für Archäologie hat solche vor der Gemeinde Uttwil in den Wintermonaten begleitet und informiert nun wie folgt gemeinsam mit den beteiligten Spezialisten über die dabei erzielten Ergebnisse.

Die Hügel im Bodensee: Wie Perlen an einer Schnur (Bild: Amt für Archäologie Thurgau)
Die Hügel im Bodensee: Wie Perlen an einer Schnur (Bild: Amt für Archäologie Thurgau)

“Die Arbeiten konnten nur dank der Initiative einer privaten Gruppe von Forschungstaucherinnen und -tauchern überhaupt an die Hand genommen werden”, hieß es weiter. Zusammen mit den Archäologen haben die beteiligten Taucher des “Global Underwater Explorers Switzerland” (GUE) die ersten Resultate ihrer Arbeiten nun zwar öffentlich gemacht, aber sehen sich weiteren Fragen gegenüber:

Die regelmäßigen Erhebungen am nördlichen Rand der Flachwasserzone gegen die Halde gingen als ,Stonehenge am Bodensee“’ in die Medien ein. Wer immer den Begriff erfunden hat (Tagblatt.ch am 17. September 2015, Anm. L.A.F.), er passt nicht so ganz auf die Strukturen. Aber er beflügelt die Phantasie. Und das Projekt ,Tiefenschärfe’ hat ja den klassischen Beweis für die These geliefert, das wissenschaftliche Forschung alte Fragen beantwortet und gleichzeitig neue Fragen stellt.

Vor allem, so betonte der Kantonsarchäologe Hansjörg Brem vom Amt für Archäologie Thurgau, ging es bei den Forschen im Bodensee um Frage, ob diese Hügel künstlich von Menschen geschaffen wurden oder nur eine Laune der Natur sind:

Wir haben den Taucherinnen und Tauchern von GUE zuerst folgende Fragen gestellt:

– Wo liegen die Hügel (dreidimensional), sind sie überhaupt zu finden?
– Wie sehen die Hügel aus, stimmen die Formen der Vermessung?
– Woraus bestehen die Hügel? Gibt es Funde oder weitere Strukturen im Umfeld?

Als diese Fragen einigermaßen geklärt waren, ging es um folgende Fragen:

– Wie sieht das Verhältnis zwischen Untergrund und Hügelschüttung aus?
– Worum handelt es sich beim Hügelmaterial? Gibt es Besonderheiten?
– Erlauben Funde eine Deutung der Strukturen.”

Das Rätsel bleibt bisher ungelöst

Die Forscher und Taucher konnten diese Fragen bisher nicht abschließend beantworten, so Brem.

Angesichts der Menge haben wir zuerst an gezielte Verklappungen gedacht, also Schiffsballast oder Abfall. Das wäre zwar gut möglich, allerdings aus technischen Gründen erst in neuester Zeit. Nachfragen bei Schiffsunternehmen haben keine Aufschlüsse gebracht. Die Idee von geheimen Aktivitäten der Schweizer Armee ist nach den ersten Abklärungen nicht mehr zu halten und es gibt darauf keinen Hinweis. Also scheiden die letzten 100 bis 150 Jahre aus und damit müsste die Entstehung weiter zurückliegen.

Der Bodensee - schlummert eine versunkene Kultur auf seinem Grund? (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
VIDEO: Der Bodensee – schlummert eine versunkene Kultur auf seinem Grund? (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

Die Frage, ob das Gebiet der Flachwasserzone bis auf die Tiefe von 390 m. ü.M. einmal kürzere oder längere Zeit trocken lag, lässt sich nicht mit letzter Sicherheit beantworten. Wir neigen aber zur Annahme, dass der Seespiegel im Obersee nie so tief abgesunken ist, jedenfalls nicht in den letzten 10‘000 Jahren. Wenn es sich denn um Bauwerke handelt, so müssten sie also ins Wasser gebaut worden sein.

(…)

Vielleicht waren es ursprünglich gar keine Hügel, sondern Schüttungen in Holzumfassungen, wie wir sie am See bei Häfen oder Stellinen haben – dann müssten wir allerdings zum Steinmaterial noch Holzpfähle bzw. Resten davon finden. Diese wurden noch nicht entdeckt.

Zumindest, so haben es die ersten Forschungen jetzt gezeigt, scheidet die Möglichkeit von militärischen Anlagen aus. Im September und Oktober 2015 haben die Medien auch diese Erklärung der seltsamen Hügel immer wieder erwähnt. Auch die Frage, ob es eiszeitliche Spuren von Gletscherbewegungen sein könnten, ist noch nicht eindeutig geklärt. Dazu resümierten die Wissenschaftler in ihrem Zwischenbericht auf ihrer Pressekonferenz:

Das Rätsel der Hügel ist noch nicht gelöst, aber wir wissen deutlich mehr als im letzten September. Die wirklich entscheidende Frage, die wir derzeit zu beantworten suchen, ist, ob die Hügel mit der Grundmoräne verbunden oder Teil davon sind – oder ob sie erst nachträglich entstanden sind. Wenn sie nachher entstanden sind, gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass es sich um Bauwerke handelt, die etwas mit dem Gewässer und dessen Nutzung zu tun haben. Um diese zu beschreiben, müssten außer den Steinschüttungen noch mehr Elemente und Hinweise gefunden werden.

(…)

 (Bild: Amt für Archäologie Thurgau)
Unbekannte Kultur im Bodensee – oder natürliche Hügel? (Bild: Amt für Archäologie Thurgau)

Die Klärung der Frage nach der Entstehung dieser Formationen ist sehr interessant und wir wollen natürlich diese auch lösen. Wir hoffen deshalb, die Arbeiten mit der GUE fortsetzen zu können (…)”

Zumindest, so betonten die Archäologen, seinen die mutmaßlich archäologischen Spuren auf dem Seegrund “in ihrem Bestand derzeit nicht gefährdet – dies ist für geologische und archäologische Monumente heute nicht selbstverständlich”. Da das Ökosystem der Fachwasserzone des Sees als überaus empfindlich gilt und die “Saison für den Bootssport” demnächst beginne wird, “sind größere Aktionen in den Sommermonaten nicht sinnvoll”.

Demnach werden wir als Mystery-Jäger wohl noch einige Monate auf weitere Forschungen und Ergebnisse warten müssen. Ob es nun um von Menschenhand errichte Gebilde (welchen Alters auch immer) oder natürliche Strukturen durch Gletscher handelt.

Video zum “Bodensee-Stonehenge” vom 30. Oktober 2015 auf Fischinger-Online bei YouTube:

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Neues YouTube-Video: Versunkene Kultur im Bodensee entdeckt? Das Rätsel des “Bodensee-Stonehenge” auf dem Grund von “Deutschlands Südsee”.

Der Bodensee - schlummert eine versunkene Kultur auf seinem Grund? (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Der Bodensee – schlummert eine versunkene Kultur auf seinem Grund? (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

Scheinbar von der Mystery-Szene recht unbemerkt haben im September 2015 verschiedene Medien berichtet, dass ein „Bodensee-Stonehenge“ entdeckt worden sein könnte. Während einer umfangreichen Untersuchung des Bodensees durch das „Projekt Tiefenschärfe“ entdeckten die Wissenschaftler auf dem Grund des Sees am Südufer seltsame „Hügel“ oder „Kuppen“, die scheinbar von Menschen erbaut wurden. Weitere Untersuchungen sollen folgen. Mehr dazu in einem neuen Video auf meinem YouTube-Kanal.

 

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Ein deutsches Stonehenge auf dem Grund des Bodensees? Einige Meldungen in der Presse behaupteten das Mitte September 2015.

In der Tat scheinen genaue Scans und Sondierungen des gesamten Bodensees versunkene Hinterlassenschaft von Menschenhand gefunden zu haben. Ein „Stonehenge“, wie wir es alle kennen, war aber nicht dabei.

Dennoch ist die Sache sehr spannend, wie Ihr in diesem Video des Unfassbaren erfahrt …

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Fakten und Wahrheiten in der Archäologie: Alles eine Frage der Interpretation

Archäologie und Wahrheit: Alles eine Frage der Interpretation (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Archäologie und Wahrheit: Alles eine Frage der Interpretation (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Emsige Archäologen graben seit Jahrhunderten in aller Welt nach den Spuren der Vergangenheit. Zahllose Funde, Artefakte, Ausgrabungen, Monumente und andere Zeugnisse der Geschichte zeigen uns das Bild unserer eigenen Geschichte. Rekonstruiert aus unzähligen Mosaiksteinchen, die unsere Vorfahren zum Teil vor zehntausenden von Jahren hinterlassen haben. Aber wie “wahr” oder “falsch” ist dieses Bild, dass die Wissenschaftler daraus rekonstruieren und ableiten? Oder ist nicht vielmehr unsere Sicht auf die Vorzeit eine Summe von Interpretationen und Deutungen der Archäologen? Zum Teil ja, sagt eine Archäologin in einer Veröffentlichung. Denn die Forschung steht nicht still!


Archäologie und Wahrheit

Was „die Wissenschaft“ sagt, ist für viele Menschen Gesetzt. „Wissenschaftliche Erkenntnisse“ sind quasi in Stein gemeißelt und damit beweisen oder sogar unfehlbar. Archäologie gehört dazu.

Tatsächlich ist das auch in sehr vielen Fällen so. Wissenschaft, vor allem auch die Naturwissenschaften, haben in Jahrhunderten vieles geleistet. Rund um die Welt haben emsige Forscher in Versuchen, Experimenten oder durch Beobachtungen wissenschaftliche Fakten und Zusammenhänge belegt, die jeden Bereich der Realität einschließen. Von Chemie bis Biologie.

Anders sieht es bei den Interpretationswissenschaften aus, wie ich sie gerne nenne. Vor allem in der Psychologie, die keine empirische Wissenschaft ist, sondern vor allem von Deutungen lebt. Noch deutlicher ist dies bei den Geisteswissenschaften, also der Theologie. Einfach formuliert haben Jahrtausende theologischer Forschung noch immer nicht Gott oder ein Leben nach dem Tod wissenschaftlich bewiesen.

Doch auch die Archäologie lebt von Interpretationen der Vergangenheit. Von der Deutung von Fundstücken, archäologischen Orten und Stätten oder ganzen Ausgrabungen. Und je weiter sich die emsigen Archäologen in die Vergangenheit begeben, umso schwieriger werden diesen Interpretationen. Fehlen dann auch noch schriftliche Quellen und Belege, etwa bei Funden der Steinzeit oder Ausgrabungen bei Völkern ohne Schriftsprache, kommt die Phantasie der Archäologen ins Spiel.

Sie versuchen Fundstücke, Artefakte, Ausgrabungen, Bestattungen, Bauwerke aller Art oder auch einzigartige Objekte der Vergangenheit irgendwie sinnvoll zu erklären. Hinzugezogen wird dabei der sogenannte Fundkontext. Also wie genau, wo und in welcher Position wurde dieses oder jenes Entdeckung aus ausgegraben. Vergleiche mit ähnlichen Funden oder Bauwerken werden gezogen und erleichtern so die Arbeit der Wissenschaftler.

Trotzdem wissen sie sehr oft nicht, was unsere Ahnen damit sagen wollten oder wofür ein Fundstück in Wahrheit diente. Oder wie ein Bauwerk wie ein Haus oder Tempel in der Vergangenheit wirklich einmal ausgesehen hat.

Fakt und Fiktion

Ist ein figürliches Artefakt jetzt ein Gott, ein Spielzeug für Kinder, ein verstorbener Vorfahr, ein “Kutobjekt” oder ein “magisches Symbol”? Oder ist es etwas ganz anderes? Wurde eine in Elfenbein geschnitzte Tierfigur in der Eiszeit in Süddeutschland für “magische Zwecke” und für “Kulthandlungen” angefertigt – oder hat der kKünstler damit nur  seiner Angebeteten eine Freude machen wollen?

Erschwerend bei der suche nach dem Verständnis kommt natürlich auch hinzu, dass immer neue Funde gemacht werden. Die Forschung steht nicht still, sondern sie ist mehr so etwas wie ein lebender Organismus, der sich verändert, wächst und hin und wieder auch Teile abstößt oder ergänzt. Wäre das nicht so, gäbe es schließlich auch keine Archäologie oder Wissenschaften als Ganzes mehr.

Schon der Laie wird sich aber bei den unzähligen TV-Dokumentationen über Archäologie und Spuren der Vorzeit oft die Frage gestellt haben: Woher wissen die Wissenschaftler das alles? Ganz einfach: Sie denken sich das teilweise einfach aus, sie erfinden es. Oder, um es freundlicher auszudrücken, die interpretierten die vor- und aufgefundene Faktenlage so.

Genau zu diesem Umstand erschien jetzt der bemerkenswerte Artikel „Archäologische Wahrheiten: Fakt und Interpretation“ der Archäologin Geesche Wilts. Eine junge Archäologin für Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie von der Universität Hamburg, die auch den Archäologie-Blog „Miss Jones“ betreibt.

In ihrem Artikel führt sie einige bemerkenswerte Beispiele dafür an, wo Forscher mehr als interpretieren als wissen. Vor allem die „Himmelsscheibe von Nebra“ nennt sie hier mit Blick auf eine entsprechen TV-Doku mit entsprechenden Spielszenen über den Fund als Beispiel. Ein „Fund, der tatsächlich mehr Fragen aufwirft, als die Archäologie beantworten kann“, wie Wilts schreibt. Deutungen archäologischer Funde müssen „allerdings nicht richtig sein“, unterstreicht sie und nennt als Beispiel Rekonstruktion von vorzeitlichen Häusern in Freilichtmuseen.

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Diese werden bekanntlich vor allem durch die Luftbildarchäologie anhand von Verfärbungen des Bodens entdeckt und dann im besten Fall ausgegraben. Aber Nachbauten solcher Häuser „sind Großteiles Interpretation“, so Wilts.

Eindrücklich zeigt sich das sicher an den Pfahlbauten am Bodensee.  Im dortigen Freilichtmuseum „Pfahlbaumuseum Unteruhldingen“ errichteten Archäologen mit zahlreiche Helfern mehr als 20 solcher vorgeschichtlichen Häuser. Rekonstruiert wurden sie aus den Funden von Resten solcher Behausungen, die bis in die Steinzeit vor 6.000 Jahren zurückreichen. Ob diese Bauten am Bodensee aber wirklich so aussahen, weiß niemand mit Gewissheit zu sagen.

Forschung steht nicht still

Wilts verweist auch darauf, dass natürlich die Forschung nicht still steht. In aller Welt sammeln Archäologen neue Kenntnisse und Erkenntnisse, die dann im besten Fall in die aktuelle Forschung mit einfließen. Auch wenn sich dadurch vorherige Ansichten als falsch erwiesen, wie Wilts am Beispiel eines Freilichtmuseums in Groß Raden in ihrem Artikel zeigt. Ein solcher Wandel in der archäologischen Faktenlage und Interpretation kann natürlich jede aktuelle Erkenntnis betreffen:

Ein Schicksal, das jeden archäologischen Forschungsstand betreffen kann. Gerade weil die technischen Möglichkeiten in der Archäologie eine rasante Entwicklung durchleben. Im Grunde genommen ist also vieles von dem, was wir als gegebene Wahrheit über die Menschheitsgeschichte ansehen, eine Frage der Interpretation, und diese basiert wiederum darauf, wie wir als Archäologen und Forscher das Hier und Heute wahrnehmen.“

Die „Schulwissenschaft“ ist hier zweifellos besonders betroffen.

Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, da sich die Schulbücher stetig ändern. Wie eben der Stand der Forschung auch. Es wäre auch kaum vorstellbar, dass bei jeder neuen Erkenntnis oder bei jeder Widerlegung althergebrachten Wissens, gleich die entsprechenden Schulbücher eingestampft werden! „Das hat zur Folge, dass jede Schülergeneration mit einem anderen Geschichtsbild im Kopf aufwächst“, so Wilts:

Es ist, als hätte jeder von uns eine Collage im Kopf. Eine Kombination aus den Dingen, die man über die Vergangenheit weiß oder zu wissen glaubt. Ein Informationssammelsurium aus Fernsehdokumentationen, Artikeln in Zeitungen und Zeitschriften, Erzählungen der Großeltern, eventuell sogar Serien oder Filmen wie jenen von Disney, Onlinemedien, Museumsbesuchen und dem Schulunterricht. Letzterer ist besonders glaubwürdig bei der Vermittlung historischer Zusammenhänge, sollte man meinen. Doch in Bezug auf die Vorgeschichte verändert sich der Inhalt dieses Unterrichts genauso wie der Forschungsstand.“

Gute und schlechte Interpretationen

Und welche neuen Forschungsergebnisse, wie und in welcher Form von der Fachwelt als „wahr“ ansehen werden, steht wieder auf einem anderen Blatt. Immer werden andere Experten das eine oder das andere in Frage stellen und auf andere Deutungen oder Ergebnisse verweisen. Dass ein gedrucktes Schuldbuch hier nicht mithalten kann, sollte mehr als deutlich sein. Jedem sollte klar sein, „wie viele der Zusammenhänge gut oder schlecht belegte Interpretationen sind“.

Vor allem im Bereich Grenzwissenschaft und Mystery Files ist das ein Problem. Ein riesiges Problem sogar, wenn man sich nur einmal die Prä-Astronautik anschaut. Nicht nur, da jeder sein eigenes Süppchen kocht und vollkommen individuell die Dinge sieht, sondern auch, da sehr oft Fakten ganz einfach ignoriert werden. Irgendeine Form von einheitlicher These existiert nicht.

Interpretation ist das eine – davon lebt die Prä-Astronautik -, doch man ist weit davon entfernt neue Erkenntnisse auch zu berücksichtigen. Fakten werden allzu oft nicht interpretiert, sondern phantasiert. Forschungen der etablierten Archäologie werden hierbei sogar teilweise verteufelt oder im Extremfall als Lug, Trug und Verschwörung abgelehnt.

Wilts als Archäologin, die mit grenzwissenschaftlichen Themen somit nichts zu tun hat, resümiert für ihr Fachgebiet:

Dadurch ist die Menschheitsgeschichte nicht statisch, sondern verändert immer wieder ihr Gesicht. In der Schule wird unterrichtet, dass Wissenschaft nie relativ ist. Doch es sollte auch unterrichtet werden, dass es Bereiche der Wissenschaft gibt, die im Spannungsfeld zwischen Fakt und Interpretation liegen. Und das nicht, weil wir angelogen werden, sondern weil jede Idee von unserer Geschichte ein Stück von dem enthält, was wir wissenschaftlich gar nicht untersuchen können.“

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Schweizer Archäologen rätseln über einen mysteriösen Steinhügel im Zugersee (+ Videos)

Schweizer Archäologen rätseln über einen mysteriösen Steinhügel im Zugersee (Bild: Kantonsarchäologie Zug/J. Reinhard / Bearbeitung: Fischinger-Online)
Schweizer Archäologen rätseln über einen mysteriösen Steinhügel im Zugersee (Bild: Kantonsarchäologie Zug/J. Reinhard / Bearbeitung: Fischinger-Online)

2015 wurden im Bodensee über 170 seltsame Steinhügel entdeckt, die auf ein Alter um die 5.500 datiert wurden. Auf Fischinger-Online wurde darüber mehrfach berichtet. Mit Blick auf die Entdeckungen im Bodensee herrscht unter Schweizer Archäologen erneut Rätselraten, denn im Zugersee rückte eine kreisförmige Struktur von fast 40 Metern Durchmesser wieder in den Fokus der Forscher. Was könnte hier auf dem Grund des Sees liegen? Und gibt es noch weitere Steinbauten dieser Art?


Steinerne Hügel im Bodensee und anderswo

Nachdem 2015 unweit des Ufers bei Uttwil im Bodensee mehr als 170 Steinhügel in einer Reihe gefunden wurden, sprach die Presse schnell von einem “Stonehenge im Bodensee”. Eine spannende Entdeckung aus der Vorzeit Mitteleuropas, über die auf diesem Blog und in YouTube-Videos mehrfach berichtet wurde (s. Beiträge & Videos HIER).

Dazu sind am Ende Videos eingebunden.

Auch wenn die Bezeichnung “Stonehenge” für diese kleinen Steinhügel im Bodensee natürlich mehr als übertrieben ist, sind Archäologen in der Schweiz von diesen Funden begeistert. Vor allem nachdem weitere Untersuchungen und Datierungen zeigten, dass diese eindeutig von Menschen errichtet wurden und rund 5.500 Jahre alt sind.

Doch solche “Hügel” oder Kreisstrukturen scheint es mehr zu geben, als bisher angenommen wurde. Beispielsweise wurden erst im Sommer 2019 sechs solcher “Steinkreise” im Wörthersee in Österreich gefunden. Es sind Strukturen, die ca. 15 Meter Durchmesser haben und in etwa 4,5 Metern Tiefe liegen, wie ich es in diesem Vortrag HIER im August 2019 berichtet habe.

Spuren der Steinzeit im Zugersee?

Aufgrund der Funde im Bodensee richteten die Archäologen in der Schweiz ihren Blick auch auf den Zugersee. Dort wurde bereits vor 100 Jahren auf dem Grund ein runder Steinhügel gefunden, den man bisher jedoch kaum beachtet hatte. Trotz seiner nicht gerade geringen Größe und seiner Lage 150 Meter vom Ufer des Ortes Cham am Nordufer des Sees entfernt.

Stefan Hochuli, der Leiter des Amts für Denkmalpflege und Archäologie des Kantons Zug, dazu:

Kenntnis von diesem Steinhügel, der bemerkenswerte 36 Meter Durchmesser aufweist, haben wir seit etwa 1920.

Nachdem 2016 neue Messdaten des Seebodens erhoben wurden, wird auch der seltsame Steinhügel bei Cham genauer dokumentiert und untersucht. Auch erste Proben von innerhalb der Struktur gefundenen Holzpfählen konnten inzwischen genommen werden, so Hochuli:

Der Steinhügel wird seit November 2019 in Zusammenarbeit mit Sporttauchern erforscht.

Die Holzproben wurden der ETH in Zürich übergeben, die nun deren Alter bestimmen werden. Im Moment ist alles extrem rätselhaft. Es könnte sein, dass es sich um einen urgeschichtlichen Bestattungsort handelt oder dass der Hügel als Infrastrukturanlage im Zusammenhang mit der Fischerei diente.

Bisher stehe nur fest, dass der Hügel von Menschen errichtet wurde. Was die weiteren Untersuchungen ergeben, sei vollkommen offen, wie der Archäologe betont. Schon jetzt seien aber weitere ähnliche Kreishügel gefunden worden. Und die Forscher schließen nicht aus, dass auch in anderen Seen der Schweiz sich derartige Hinterlassenschaften finden könnten.

Vielleicht ergeben die weiteren Untersuchungen und Datierungen auch im Zugersee eine ähnliche Sensation wie im Bodensee, so Hochuli.

Videos zum “Stonehenge im Bodensee”

Video vom 2. Okt. 2019 auf Fischinger-Online

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Video vom 30. Okt. 2015 auf Fischinger-Online

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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