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Seltsames Märchen aus Russland: “Elena, die Weise” und ihr feuriger Himmelswagen im Reich des Zaren (Artikel)

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Seltsames Volksmärchen aus Russland: Ein feuriger Wagen am Himmel über dem Zarenreich (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Seltsames Volksmärchen aus Russland: Ein feuriger Wagen am Himmel über dem Zarenreich (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

In Mythen, Märchen, sagen und alten religiösen Überlieferungen und Schriften findet sich so manch eine seltsame Geschichte. Erzählungen von fremden Kreaturen, himmlischen Wesen, anderen Welten und sogar fliegenden Wagen dieser unbekannten Lebewesen. Allen gemein ist, dass sie nicht von der Erde kommen bzw. in einer anderen Welt leben. Von dort besuchen und kontaktieren sie dann und wann Menschen, oder nehmen sie sogar mit in “ihre Welt“. Ein weites und nicht immer ganz einfaches Betätigungsfeld für die moderne Deutung solcher Berichte im Sinne der Prä-Astronautik. So wie bei einem rätselhaften russischen Volksmärchen, dass in diesem Blog-Artikel einmal genauer hinterfragt werden soll. Ein Märchen mit fliegenden Wagen, Lehrmeistern aus dem Himmel und offenbar Elementen aus uralten Überlieferungen der Menschheit, wie Ihr es hier lesen werdet.


Sind Märchen keine Märchen?

Märchen und Sagen sind Erzählungen, die zeitlich nicht greifbar sind. Meistens, aber nicht immer, lassen sie sich nicht datieren oder in irgendeine genaue Epoche einordnen. Lokalisieren, also wo genau sich eine solche Erzählung zugetragen haben soll, ist in den meisten Fälle auch nicht möglich.

Sie stammen „irgendwie aus dem Mittelalter“ ist die wohl gängigste Deutung über deren Herkunft. Vielleicht erweitert durch den Umstand, dass Sagen und Märchen in ihren Kernen auf vorchristliche Mythen und Überlieferungen zurückgehen. Sie wurden mündlich weitergetragen, in verschiedenen Gebieten in Variationen weitererzählt und vor allem mit christlichem Gedankengut vermischt.

Gerade diese Tatsachen machen Märchen für viele Menschen so interessant.

Ein ganzer Zweig an Wissenschaftlern widmet sich heute der Märchen-Forschung. Nicht nur den klassischen Erzählungen, die heute jeder mit diesem Thema assoziiert, sondern auch du vor allem unbekannte Sagen. Und solche gibt aus allen Kulturen und in allen Teilen der Erde unzählige. Uralte Religionen, sogenannter „Volksglaube“, Aberglaube und mythologisches Gedankengut aus Zeiten, bevor das Christentum in aller Welt Fuß fasste  sind in ihnen zu finden. Natürlich auch Einflüsse anderer Religionen und Weltanschauungen.

Wie sollen in diesem Schmelztiegel der Einflüsse der Märchen-Forscher die wahren Ursachen ergründen? Daran sieht man deutlich, dass auch der Mystery-Jäger, UFO-Forscher oder Prä-Astronautiker an dieser Art Überlieferung zu knacken hat. Denn schon seit Jahrzehnten sind auch Sagen und Märchen in deren Fokus gerückt. Auch hier vermuten entsprechende Forscher und Autoren „außerirdische Einflüsse“ vor Jahrtausenden.

“Elena, die Weise” vom Himmel

Es müssen aber nicht immer Jahrtausende gewesen sein. Denn ein Volksmärchen aus Russland spielt laut eigener Angabe in der Zarenzeit. Wann genau erfahren wir nicht, aber bekanntlich ist die Zeit des letzten Zaren Russlands gerade mal seit 1917 vorbei.

Um genau zu sein: Die Bezeichnung „Zar“ für den Herrscher von Russland wurde 1478 eingeführt. Doch bereits 1721 wurde dieser Titel durch die Reformationen von Peter dem Großen offiziell in „Kaiser“ unbenannt. Auch wenn bis zum Ende des legendären Herrschers Kaiser Nikolaus II. im Juli 1918 weiterhin die Bezeichnung „Zar“ gebräuchlich war.

Eine geschichtlich sehr bekannte und gut dokumentierte Epoche. Und genau in jenen Tagen „in der ganz alten Zeit, in einem Land, nicht in unserem Reiche“, soll ein Soldat es Zaren etwas Unglaubliches erlebt habe. So zumindest eine von dem russischen Märchen-Forscher Alexander Nikolajewitsch Afanassjew aufgezeichnete Erzählung aus seiner Heimat. Der „russische Grimm“, wie man ihn auch liebevoll nennt, zeichnete sie in seinen acht Bänden „Narodnye russkije skaski“ zwischen 1855 und 1863 auf.

„Jelena, die Allweise“, oder, nach einer zweiten Version von Afanassjew von 1910, „Elene, die Weise“, klingt dabei erst mal wenig verräterisch. Und so beginnt dieses Märchen auch wenig „spektakulär“. Es heißt darin, dass „ein Soldat vor einem steinernen Turme Wache stehen“ musste und plötzlich jemand nach ihm rief. Dieser jemand stellte sich ganz unverhohlen als „ich bin es, der böse Geist“ bei dem Wächter vor. Der Soldat soll ihn rauslassen, da er schon 30 Jahre ohne Nahrung und Wasser eingesperrt sei. Als Dank würde „das Böse“ dem Wachhabenden immer zur Hilfe eilen, sobald dieser in Not sei.

Freiheit für “das Böse”

Der Soldat war von diesen Worten schnell überzeugt. Er ließ den Bösewicht frei:

Der Böse flog aus dem Turme heraus, schwang sich in die Höhe und verschwand schneller als der Blitz.“

Umgehend bereute der Wächter sein Tun. Zehn Jahre habe er nun dem Zaren bereits gedient, habe immer Nahrung gehabt und sei immer zufrieden gewesen. Jetzt aber droht ihm das Kriegsgericht für seine dumme Tat. Also warf er sein Gewehr und Rucksack weg und floh in die Fremde. Drei Tage lief er „immer der Nase nach“ davon und fürchtete, dass er nun bald den Hungertod sterben werde. „Ach, böser Geist, an all dem bist du schuld“, klagte er vor sich hin.

Wie aus dem Nichts stand daraufhin der böse Geist vor ihm. Wie versprochen werde er seinem Befreier helfen, und so „brachte allerhand Weine und Speisen herbei“. Bis der Soldat satt war und der „Böse“ einen interessanten Vorschlag hatte:

‘Komm mit in mein Haus, dort wirst du ein sehr freies Leben haben. Essen, trinken und faul sein kannst du so viel dein Herz begehrt; nur musst du auf meine Töchter aufpassen, mehr verlange ich nicht von dir.‘

Der Soldat war einverstanden. Der Böse nahm ihn beim Arm, erhob sich mit ihm hoch, hoch in die Luft und trug ihn über dreimal neun Lande ins dreimal zehnte Reich in seinen weißsteinernen Palast.“

Hier traf der Soldat die drei wunderschönen Töchter des seltsamen Wesens. Ihnen wurde der Auftrag erteilt, „dem Soldaten zu gehorchen und ihm genügend zu essen und zu trinken zu geben“. Ihr Vater selber hatte nämlich anders zu erledigen:

Er selbst flog wieder fort, Schlechtigkeiten zu verüben, denn er war eben der Böse. Er kann nicht an einem Ort bleiben, er streift immer durch die Welt, verführt die Menschen und verleitet sie zur Sünde.“

Zauberei in der Nacht

Dem Neuankömmling in diesem Palast des „Bösen“ war die Abwesenheit des Vaters ganz Recht. Denn er lebte fortan unbekümmert in Saus und in Braus bei den drei schönen Töchtern und war alle Sorgen los. Fast alle Sorgen:

Nur eines bekümmerte ihn: jede Nacht gingen die Mädchen aus dem Hause und er wusste nicht wohin. Wenn er sie danach fragte, so sagten sie es ihm nicht, sondern leugneten alles ab.“

Wenn sie ihm nichts erzählen wollen, so dachte er sich daraufhin, dann spioniert er ihnen eben nach (s. z. B. Artikel HIER). So tat er eines Abends so, als würde er schlafen und schlich sich genau zu jener Stunde, in der die drei Töchter immer den Palast verließen, zu ihrem Gemach. Durch das Schlüsselloch sah er dann das Unglaubliche:

Die schönen Mädchen nahmen gerade einen Zauberteppich, breiteten ihn auf dem Fußboden aus, schlugen darauf und verwandelten sich in Tauben, flatterten auf und flogen zum Fenster hinaus.“

Ein solches Wunder wollte der Soldat selbstverständlich sofort selber ausprobieren!

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So ging er in das Zimmer, schlug selber auf den „Zauberteppich“ und verwandelte sich dadurch „in eine kleine Grasmücke“. Er war zwar nicht zu einer „Taube“ geworden, aber immerhin konnte er jetzt auch fliegen und den drei Mädchen heimlich nacheilen. So „flog er zum Fenster hinaus“ ihnen hinterher. Bis zu einer Wiese, die als Treffpunkt weiterer „Tauben“ diente, und auf der sich ein überaus seltsamer, leerer „Thron“ stand:

Die Tauben ließen sich auf einer grünen Wiese nieder und die Grasmücke auch. Der Soldat verbarg sich hinter den Blättern eines Johannisbeerstrauches und von dort schaute er hervor. Es kamen noch viele, viele Tauben geflogen und füllten die ganze Wiese, und in der Mitte von der Wiese stand ein goldener Thron.“

Der fliegende Wagen der himmlischen Lehrmeisterin

Es ging dort nicht nur zu, wie im sprichwörtlichen Taubenschlag, sondern die „Tauben“ warteten. Auf ihren himmlischen Lehrmeister, der (bzw. die) auch einige Zeit später mit einem Fluggerät landete:

Nach kurzer Weile erstrahlten Himmel und Erde, und durch die Luft kam ein goldener Wagen geflogen, der war mit sechs feurigen Drachen bespannt; darin saß Elena die Weise. Die war von so unbeschreiblicher Schönheit, dass man sie sich weder vorstellen, noch erfinden, noch im Märchen schildern kann. Sie stieg aus dem Wagen, setzte sich auf den Thron, rief dann die Tauben der Reihe nach auf und lehrte sie verschiedene Weisheiten. Als der Unterricht zu Ende war, sprang sie in ihren Wagen und fort war sie.

Jetzt erhoben alle Tauben ihre Flügel und flogen davon, jede nach ihrer Seite. Die Grasmücke folgte den drei Schwestern und war zu gleicher Zeit mit ihnen wieder in der Schlafkammer. Die Tauben verwandelten sich auf dem Teppich in Mädchen, die Grasmücke in den Soldaten.“

Tief beeindruckt gestand der Soldat direkt den Mädchen, dass er sie verfolgt und alles gesehen habe. Sie aber warnten ihn, dass er das niemals wieder tun solle. „Denn diese Königstochter, Elena die Weise, ist unsere mächtige Gebieterin“, und würde ihn töten. Hätte sie ihr „Zauberbuch“ bei dieser Begegnung bei sich gehabt, hätte sie den Soldaten „sofort erspäht und mit einem harten Tode bedroht“.

Solche eindringlichen Warnungen der drei Töchter des „Bösen“ interessierten den Soldaten nicht. Er war von der Schönheit dieser himmlischen Lehrmeisterin geradezu besessen. Also flog er in der Folgenacht erneut als „Grasmücke“ den Mädchen zur Wiese hinterher. Mehr noch, denn er hatte einen gewagten Plan. Nach der Unterweisung der „Tauben“ war es soweit:

Als Elena die Weise ihren goldenen Thron verließ, ihren Wagen bestieg und durch die Luft in ihren schönen Palast fuhr, flog die Grasmücke hinter ihr drein.

Die Königstochter fuhr in ihr Schloss und Wärterinnen und Ammen eilten ihr entgegen, ergriffen ihre Hände und führten sie ins Schloss.“

Mit List und Tücke

Hier gelang er als „Grasmücke“, „Vogel“ sowie als „Fliege“ mit List und wunderschönen Gesang in das Schlafgemach der Himmlischen. Doch er wurde erwischt, als er sie – jeweils zurückverwandelt als „wacker jungen Mann“ – mehrfach im Schlaf küsste. Da sie etwas ahnte, konnte sie ich mit ihrem „Zauberbuch“ entlarven. Das sollte sein Todesurteil werden: „Ein Riese mit Beil und Richtblock“ wurde gerufen!

Und doch bekam er eine Galgenfrist. Wenn er sich zehn Stunden von der Himmlischen mit ihrem wundersamen Buch verbergen könne, dann werde sie seine Frau. Andernfalls wird sie ihm den Kopf abschlagen lassen.

Natürlich gehört zu einem solchen Märchen ein Happy End. So war es auch hier, denn wieder half „der Böse“ dem Soldaten, als dieser traurig unter einem Strauch saß. Vor dem Zauber der Elena könne er sich nicht verstecken und der Tod sei ihm sicher, klagte er. Doch es kam dank der Hilfe des seltsamen „Bösen“ vollkommen anders. Mit Hilfe seiner Zauberkräfte verwandelte er ihn in eine Stecknadel und sich selbst in eine Maus und versteckte so den verwandelten Soldaten im magischen Buch selbst. Darin konnte sie ihn nicht finden. Erst als sie voller Zorn das Buch verbrennen wollte, fiel die „Nadel“ heraus und der Soldat hatte seine Schonfrist überstanden.

Der Hochzeit stand nun nichts mehr im Wege …

Urwissen der Menschheit in fremden Gewand?

Ein Märchen wie unzählige andere, könnte man auf dem ersten Blick meinen. Doch all jenen, die sich mit der Prä-Astronautik intensiv beschäftigt haben, werden darin bestimmte Motive bekannt vorkommen. Der Umstand, dass die drei Töchter sich verwandeln und dann fliegen konnten, um zu geheimen Treffen zu gelangen, ist dabei eher nebensächlich. Solche Aussagen sind Teil vieler derartiger Sagen und Märchen.

Viel spannender ist die Aussage, dass ein himmlisches Wesen mit einem Fluggerät geflogen kam, dabei den Himmel erleuchtete und inmitten der versammelten „Tauben“ landete. Sicher auf der Erde angekommen stieg die himmlische Lehrmeisterin aus, nahm auf dem Thron Platz und unterrichtete die Schar der „Tauben“ nach und nach in „verschiedenen Weisheiten“. Unter ihnen natürlich auch die drei Töchter des „bösen Geist“, der sich in der Erzählung allerdings alles andere als „das Böse“ zeigte.

Die Weise aus dem Himmel hatte natürlich auch ihre Heimat irgendwo in einer anderen Welt. In einem wunderschönen Schloss oder Palast, von wo aus sie sich regelmäßig zur Erde begab, um die „Tauben“ bzw. Menschen zu unterrichten.

Auch wenn sich dieses Märchen irgendwann in den Tagen eines Zaren ereignet haben soll, kann man hier uralte Mythologien erkennen. Etwa aus Mesopotamien und den späteren jüdischen Überlieferungen über die Rebellion der „Engel“ gegen ihren Höchsten (Gott). In der russischen Sage sind aber die Rollen vertauscht. Das heißt, dass hier eine Frau, die weise Elena, die Menschen Weisheit und Wissen lehrte. Weltweit finden sich in Mythen in diesem Kontext eher männliche Himmelswesen genannt. In der jüdischen Mythologie sind es sogar ausnahmslos Männer, die als Göttersöhne zu den Menschen kommen und ihnen Kenntnisse allerlei Art lehrten.

Spekulationen um die weise Elena

Die russische Erzählung nennt an einer Stelle die weise Elena mit ihrem fliegenden Wagen auch „Königstochter“. Möchte man dieses Märchen im Sinne eines prä-astronautischen Kerns aus uralter Zeit deuten, passt das durchaus ebenso. Denn damit war die Himmlische nicht die Höchste in ihrem fremden Reich, sondern ein Abkömmling davon. Selbst die Bibel nennt die Göttersöhne bzw. „Engel“, die den Menschen das Wissen (vor er Sintflut) gebracht haben sollen, so ähnlich:

Wohl habe ich gesagt: Ihr seid Götter, / ihr alle seid Söhne des Höchsten.“ (Ps. 82,6)

Am Ende des Märchens heiratet der Mensch das himmlische Wesen. Kein Einzelfall in der Märchenwelt, dass ein normaler Mensch eine Prinzessin oder einen Prinzen heiratet. Mit Blick auf die Mythologie des Nahen Ostens und weltweit kann man hier spekulieren, dass dies eine Erinnerung oder Anspielung an die Vereinigung der Söhne des Höchsten mit den Töchtern der Menschen ist. In einer umgedrehten Variation.

Spekulieren kann man viel – und nirgends wird mehr spekuliert und vermutet, wie in der Prä-Astronautik, wenn es um die Betrachtung alter Mythen, Sagen, Legenden und Märchen geht. Auch andere Variationen der Interpretation dieser Geschichte sind denkbar. Vorausgesetzt, davon ist überhaupt irgendwas wahr.

So ist der „Geist“ oder „das Böse“ schon von Anfang an seltsam. Der junge Soldat hat das Wesen – wenn wir es mal so nennen wollen – freigelassen, so dass es davonflog. Nicht jedoch um seinen Befreier vorher zu versichern, dass er fortan immer für ihn da sei, wenn er Hilfe benötigt. Daran hielt sich dieses Wesen auch mehrfach im Verlauf der Geschichte und letztlich hat der Soldat nur dem „Bösen“ zu verdanken, dass er seine weise Elena heiraten konnte.

Dieser „Geist“ war klar erkennbar kein einfacher und böser Mensch. Er konnte zaubern, wohnte in einem seltsamen Schloss, flog in der Welt umher und hatte drei ebenso sonderbare Töchter. Zumindest waren sie keine gewöhnlichen Mädchen, da sie einen „Teppich“ hatten, mit dessen Kraft sie sich verwandeln konnten. Sie wandten diese Macht aber nicht für irgendwelche boshaften Dinge an. Vielmehr nutzten sie diese, um als „Tauben“ zum Unterricht der Himmlischen zu fliegen. So wie eine nicht genannte Anzahl anderer „Tauben“ auch.

Luzifer und die “Engel”

Könnten hier christliche Motive eine Rolle spielen? Zum Beispiel der „böse Geist“ als Sinnbild des Teufels, der in der Bibel als von Gott abtrünniger „Engel“ (Gottessohn) Luzifer zu finden ist? Und waren die angeblichen Töchter dann andere „Engel“, die laut Legende und Tradition des christlich-jüdischen Glaubens mit Luzifer den Himmel verlassen mussten? Wer aber war dann das Himmelswesen Elena, die diesen Wesen Unterricht erteilte? War es Gott selbst?

Ein goldener und leuchtender Wagen vom Himmel, der von feurigen Tieren (Pferden) durch die Lüfte gezogen wurde, klingt sehr nach dem Fluggerät Gottes aus der Bibel und den Apokyphen. Den sogenannten Thronwagen, auch wenn im Märchen der Wagen von sechs feurigen Drachen statt Pferden gezogen worden sein soll. Wobei in der Offenbarung des Johannes der angebliche Teufel auch als „der große Drache“ (Off. 12,9) bezeichnet wird.

Ohne an dieser Stelle zu sehr ins Detail gehen zu wollen, würden sechs feurige Drachen wiederum zu anderen geflügelten Wesen passen, die den Thronwagen Gottes gezogen haben sollen bzw. ihn antrieben. Sie heißen Cherubim und Seraphim. Im Allgemeinen gelten sie als verschiedene Kategorien von „Engel“ im Hofstaat Gottes

Der goldene Thron der weisen Elena fügt sich hierbei ein. Was sich bei dieser Spekulation nicht in Zusammenhang bringen lässt, ist die Tatsache, dass Gott (Elena) die abtrünnigen Engel offensichtlich unterrichtete. Es sei denn, dass all das vor dem eigentlichen „Fall der Engel“ auf die Erde geschah. In jenen Tagen, als der Engel Luzifer noch ohne seine Mitverschwörer das „Böse“ und die „Sünde“ in der Welt verbreitete. Quasi im Alleingang und vor seinem letztlichen Verrat an seinem Befehlshaber Gott.

Tatsächlich soll er als Mitglied des Beraterstabes Gottes genau das getan haben. So findet sich im Alten Testament folgende, aufschlussreiche Passage:

Es kam aber ein Tag, da die Söhne Gottes sich vor dem Herrn zu stellen pflegten; da erschien unter ihnen auch der Satan, um sich vor dem Herrn zu stellen.

Da sprach der Herr zum Satan: Wo kommst du her? Satan antwortete dem Herrn und sprach: Vom Durchstreifen der Erde und vom Umherwandeln darauf. Da sprach der Herr zum Satan: Hast du meinen Knecht Hiob beachtet? (…)“ (Hiob, 2,1-3)

Interpretationen, Spekulationen und viele Vermutungen. Wieder einmal zeigen sie mehr als deutlich, wie schwer Märchen und Sagen zu deuten sind. Egal wie genau man sie und ihr Umfeld beleuchtet.

Was ist schmückendes Beiwerk, und was ein wahrer Kern aus alten Mythen und Überlieferungen? Was kam im Laufe der mündlichen Weitererzählung der Geschichte dazu, und was ging dabei verloren? Wer hat warum das Märchen erfunden oder in die Welt gesetzt? Als reine Phantasiegeschichte ohne die kleinste Spur früherer Legenden? Oder doch ein nur ein Märchen zur Unterhaltung? Zum Beispiel um den Zuhörern zu sagen, dass man alles erreichen kann, wenn man nur will.

So unwahrscheinlich es auch zuerst erscheinen mag – denn schließlich hat auch der Soldat am Ende sein wunderschönes Himmelswesen geheiratet …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Seltsame Zwergwesen um 1661 in Hamburg-Blankenese: Wirklich nur ein Märchen – trotz realer Augenzeugen?

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Seltsame Zwergwesen um 1661 in Hamburg: Wirklich nur ein Märchen? (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Seltsame Zwergwesen um 1661 in Hamburg: Wirklich nur ein Märchen? (Bilder: PixaBay/gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

In der UFO-Forschung und vor allem der Prä-Astronautik werden die unterschiedlichen Texte und Überlieferungen der Vergangenheit auf “Spuren der Götter” hin untersucht. Religiöse Bücher ebenso wie aufgezeichnete Mythologien sowie die Welt der Märchen und Sagen. Denn auch und vor allem in vermeintlichen “Märchen” wird man fündig, wie in zahlreichen Beiträgen auf diesem Blog gezeigt. So auch bei einer Erzählung aus Blankenese (Hamburg) über rätselhafte Zwergenwesen. Das Besondere hierbei ist aber die Tatsache, dass einige Augenzeugen dieser Begegnungen einst real lebende Personen waren und sich die Erlebnisse recht genau datieren lassen. Es waren Zeugen von tadellosen Ruf, die sich selber auf die Jagd nach diesen fremden Wesen machten. Eine erstaunliche Geschichte, wie Ihr in diesem Artikel lesen werdet.


Götter und Außerirdische

Als Prä-Astronautiker durchforstet man viele religiöse und mythologische Texte, Bücher, Schriften und Überlieferungen. Stets auf der Suche nach Aussagen über die “Götter” oder andere Himmelswesen, die mit der “modernen Brille” als Astronauten der Antike gedeutet werden.

Das Bild dieser mutmaßlichen und hypothetischen Astronautengötter ist dabei in der Prä-Astronautik überaus vielschichtig. Eine Art klassische Darstellung der Götter aus dem All existiert nicht. Ein klarer Unterschiedlich zur UFO-Forschung. Obwohl auch hier die unterschiedlichsten Außerirdischen gesehen worden sein sollen, ist das Bild der “UFO-Aliens” doch eher begrenzt.

Nicht so in der Prä-Astronautik. Durch die Jahrtausende haben unsere Vorfahren in allen Teilen der Erde die unterschiedlichsten “Himmelswesen” beschrieben oder bildlich dargestellt. Deren Aussehen reicht dabei von praktisch menschlich bis zu bizarren Kreaturen mit “Antennen auf den Kopf”, wie man sie auf Höhlenbildern findet.

Was aber immer wieder als Parallele zwischen UFO-Forschung und Prä-Astronautik angesehen wird, sind die Wesen aus der Anderswelt. Jene Geschöpfe, die in der Welt der Sagen und Märchen zu finden sind. Mythologien, die teilweise als eine Ur-Erinnerung der Menschheit angesehen werden und in vielen Varianten existieren. Vielfach sind diese Erzählungen in ihren heutigen Versionen mit sehr deutlichen Einflüssen aus dem Christentum vermengt.

Doch haben diese Berichte der Folklore nicht doch einen wahren Kern? Ein spannendes Thema, das auf diesem Blog bereits in zahlreichen Artikeln und Posting aufgegriffenen wurde.

Seltsame Wesen in Blankenese

Etwa jene Geschichte aus Blankenese (Hamburg), wo am Ende des Dreißigjährigen Krieges eine Gruppe Männer Zeugen eines ungewöhnlichen Besuches von Zwergen oder “Unterirdischen” wurden? Angeblich war es kein Einzelfall dort. Denn das vermeintliche Märchen berichtet ebenso, dass in der Gegend von Blankenese seit geraumer Zeit “in den Bergen viele Unterirdische und Zwerge spukten, sich den Vorübergehenden, auch Schäfern und Jägern zeigten und sie sehr erschreckten”.

“Ihr heimliches Wesen trieben” die “Unnereersche” dabei gerne “auch bei den dortigen heidnischen Opferstätten und Grabhügeln der Hünen”, wie es die 1854 von Otto Beneke aufgezeichnete Geschichte erzählt. Laut “alten Kunden” schienen diese Zwerge an diesen Orten die “Hüter verborgener Schätze und anderer Dinge” gewesen zu sein. Eine Eigenschaft, die Zwergen Gnomen und anderen ähnlichen Kreaturen der Märchenweld vielfach angedichtet wurden.

Während des Krieges, so heißt es weiter, sahen die Bewohner der Gegend kaum oder gar keine dieser fremdartigen Wesen. Erst gegen Ende des Krieges verbreiteten sich wieder Gerüchte, dass die Zwerge und Unterirdischen wieder zurückgekehrt seien und ihr Unwesen trieben. Ähnlich wie vor dem großen Krieg, als die Fremden “oftmals bei Tage wie bei Nacht von Bauern und anderen schlichten Leuten gesehen” wurden.

Eine Gretchen Dütsch aus Blankenese habe dabei eine ganz besondere Begegnung mit diesen Wesen gehabt. Sie berichtete, sie wäre “bei Nacht und Nebel von den Unterirdischen (…) auf Irrwege geführt und geneckt worden” und habe so die Orientierung verloren. Durchaus eine immer wiederkehrenden Aussage in Sagen und Märchen über Begegnungen mit Wesen aus der Anderswelt. In diesem Fall aber wurde die Aussage von Dütsch schon in der Erzählung selber angezweifelt, da sie angeblich so oder so “mehr als billig dem leidigen Branntwein zusprach” …

Der Pastor Johann Rist und Chrysostomus Köhler, Vizekanzler des Herzogs zu Wolfenbüttel, hörten von diesen Gerüchten und zogen aus, “um solch zwergischem Treiben auf die Spur zu kommen”. Sie sollten bald fündig werden, denn um Mitternacht herum tauchten “wie aus einem Fuchsloch” diese Zwerge auf. In der Erzählung heißt es dazu weiter:

“(…) ein Haufe solch unterirdischen Völkleins ist hervorgedrungen, kaum, mit großen Köpfen und Gesichtern wie die alter Männer, mit großen Nasen und kugelnden Augen, braun gekleidet, mit Glöcklein an der Mütze, dass es anmutig klingelte wie sie sind auf- und abgesprungen; die haben da ihr Wesen getrieben und getanzt im Ringelreihen und rundem Kreise beim Glockenspiel.

Eine mehr als sonderbare und interessante Begegnung. Doch interessant sind auch die beiden genannten Zeugen der Ereignisse: Beides waren reale Personen, die gelebt haben.

Real existierende Zeugen!

So ging der erwähnte Vizekanzler Chrysostomus Köhler (Cöler) in Hamburg auf das Gymnasium und wurde ab Oktober 1661 Vizekanzler von August der Jüngere. Dieser war Herzog zu Braunschweig-Lüneburg und Fürst von Braunschweig-Wolfenbüttel, wo Köhler bereits ab 1644 als Dr. jur. Hofrat war. Sein Lebenslauf verrät, dass er 1664 starb.

Zeitlich war das tatsächlich nach dem Dreißigjährigen Krieg, wie es die Erzählung aus Blankenese auch behauptet. Und auch Köhler selber nahm 1648 an den Friedensverhandlungen in Münster und Osnabrück teil, die den Krieg beendeten und heute als “Westfälischer Friede” bekannt sind.

Auch Pastor Johann Rist (Ristius) lebte, ging zur gleichen Zeit in Hamburg auf das Gymnasium und teilte mit Köhler seinen weiteren Lebensweg. Beispielsweise gingen beide ab 1629 für weitere Studien an die Universität Rinteln. 1667 starb Rist in Wedel, wo bis heute verschiedene Orte seinen Namen tragen. Inklusive das dortige “Johannes Rist Gymnasium”.

Für ein “Märchen” ist es mehr als ungewöhnlich, dass sich reale Personen als Zeugen der Ereignisse nachweisen lassen. Gleiches gilt für die Zeit der Ereignisse mit den Zwergenwesen, die sich aufgrund der Lebensdaten auf Oktober 1661 bis zum Tod von Köhler im Mai 1664 eingrenzen lässt.

August der Jüngere als Dienstherr von Köhler runden das Bild dabei weiter ab. Er starb 1666 und galt als einer der gelehrtesten Herrscher seiner Epoche, der in Wolfenbüttel die damals größte Bibliothek Europas schuf. Eine von ihm leidenschaftlich zusammengetragene Sammlung von Büchern und Handschriften, die als “Herzog August Bibliothek” bis heute existiert.

Nicht auszuschließen, dass der wissbegierige August der Jüngere selber den Auftrag erteilte den “zwergischem Treiben auf die Spur zu kommen”.

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Die in dem Bericht beschriebenen Zwerge sind anhand verschiedener Merkmale durchaus mit „heutigen“ UFO-Wesen zu vergleichen. Jedoch ist die beschriebene Nase ein atypisches Merkmal von angeblichen Außerirdischen. Diese werden vielfach vollkommen ohne oder mit kaum hervorstehender Nase beschrieben. Man denke hier an den Typ der “Kleinen Grauen” der UFO-Forschung.

Seltsame Wesen auch in UFOs

Und doch finden sich in der einschlägigen UFO-Literatur Vergleichsfälle. Zum Beispiel ein Fall in Kalifornien, über den der bekannte UFO-Forscher Dr. Jacques Vallée in seinem Buch “Konfrontationen” (1990) schrieb. Vallée untersuchte den Fall zusammen mit seinem Forscherkollegen Mark Uriate, nachdem dieser vom Sheriff des Ortes Colusa in Nordkalifornien davon erfahren hatte. “Die Beamten betonten, der Ruf und die Glaubwürdigkeit der Zeugen stünden außer Zweifel”, so Vallée.

Die Zeugen waren Nachfahren des Indianerstammes der Cortina und verdienten sich als einfacher Farmer. Eines Tages 1977 habe der Augenzeuge Amos seinen Nachbarn erzählt, dass im Sommer immer “ein seltsames ,Flugzeug’ auf der Ranch landen” würde. Aus diesem sei ein “kleiner, menschlich aussehender Insasse” gestiegen und er würde sicher wiederkommen. In der Tat habe der Nachbar daraufhin ein UFO beobachten können, so Vallée. Weiter schreibt er:

Der ,kleine Fremde’ kommt immer allein. Er ist 1,10 bis 1,20 Meter groß und trägt einen einteiligen braunen Anzug. Er riecht unangenehm. Amos Zeichnung zweigt einen Humanoiden mit langem Haar und großer Nase, der keine Maske und kein Atemgerät trägt.

Auffällig an ihm ist vor allem seine Fähigkeit, durch die Wände des Hauses zu gehen und über den Boden zu schweben, ohne ihn zu berühren. Wenn man ihm draußen begegnet, kann er plötzlich davonschießen, ohne wie ein Mensch zu laufen.”

Ein mehr als nur ungewöhnlicher “Alien”, der zweifellos als Zwerge und andere Bewohner der Anderswelt erinnert!

“Mini-Aliens”

Der im Verhältnis immer noch große “Außerirdische” aus Kalifornien ist jedoch ein Riese, verglichen mit denen, die sechs Schuljungen in Malaysia im Jahr 1970 gesehen haben wollen. Sie behauptete, dass sie ein sehr kleines UFO haben landen sehen, dem zehn Zentimeter kleine Wesen entstiegen. Die Winzlinge hatten großen “Ohren” oder “Hörner” und trugen seltsame “Stiefel”, so die Zeitung “The Straits Times” vom 22. August 1970.

Auch wenn solche winzigen “Aliens” in der UFO-Forschung sicherlich sehr selten sind, ist bzw. war das in Malaysia anders. Zahlreiche Berichte aus den Jahren 1969 bis 1985 von dort sprechen von Zwergen, die aus UFOs gestiegen sein sollen. Einige waren dabei nicht mal so groß wie ein Daumen!

Mutmaßliche Begegnungen mit Außerirdische nach irgendwelchen anatomischen Kriterien nach Wahrheit oder Unwahrheit einzuordnen, ist sicher vorschnell. Das sieht auch Jacques Vallée in “Konfrontationen” so:

Die Lektion, die wir aus solchen Fällen lernen können, ist völlig klar: Die UFO-Wesen verhalten sich nicht immer gleich, wie uns manche Ufologen glauben machen wollen. Es sind nicht immer graue Wesen mit Kahlköpfen und großen Augen oder roboterähnliche Ungeheuer.

Stattdessen stehen wir einem komplexen Phänomen gegenüber, dessen Beziehung zu den Zeugen und zur menschlichen Gesellschaft insgesamt wir nicht begreifen. Wir wissen nicht, welche Anteile der Ereignisse durch ein äußeres Phänomen entstehen und wie viel das menschliche Bewusstsein hinzufügt. Wir sollten und dieser Komplikation bewusst sein.

Was aber erlebten und sahen Johann Rist und Chrysostomus Köhler irgendwann zwischen 1661 und 1664 in Hamburg-Bankenese? Zumindest müssen sie die dortigen Berichte soweit ernst genommen haben, dass sich die hochgebildeten Männer aufmachten, um diesem Treiben der Wesen selber nachzugehen. Wie die Geschichte erzählt – wurden die beiden Mystery-Jäger dabei ja auch fündig …

Auf der Jagd nach dem Zwergenvolk

Einfangen oder anderweitig einem der Unterirdischen habhaft werden gelang Rist und Köhler damals nicht, wie der Bericht unterstreicht. Es gelang ihnen nicht einmal mit den Zwergen zu sprechen, obwohl Rist extra “eine schöne Anrede ausgesonnen” hatte. Und er wollte eigentlich so einiges von den Fremden mit dieser Ansprache “bei des Allmächtigen heiligem Namen” erreichen. Sie sollten ihm “Rede und Antwort geben, wer sie wären, und was sie trieben, und wo die großen Schätze lägen, und ob man sie nicht heben könnte.”

Neben dem Forscherdrang spielte hier also auch die Gier nach den Schätzen der Zwerge eine Rolle! Immerhin hatten zuvor “alte Kunden” berichtet, dass diese Wesen der Anderswelt eben solche Kostbarkeiten verstecken und beschützen.

Es kam aber ganz anders. Als Rist gerade die Zwergenwesen ansprechen wollten, fielen er und Köhler von ihrem Stein in ihrem Versteck herunter:

“(…) mitten in den Ringelreihen der Unterirdischen, die davor billig erschrecken, auseinanderfahren und blitzschnell allesammt durch das Fuchsloch wiederum verschwunden sind, zu beider Herren großem Leidwesen.

Trotz oder gerade wegen dieses unglücklichen Fehlschlages gab Johann Rist nicht auf. Deshalb sei er “noch etliche Male wieder hinausgegangen”, um den Unterirdischen zu beizukommen. Vergeblich, denn “er hat ihnen so nahe nicht wieder beikommen können”. Angeblich hätten “die Zwerge wohl bemerkt”, dass Rist ein kluger Mann sei, “der sie auszufangen gedächte”. Aus diesem Grund hätten sie sich “vor ihm mehr denn vor Hirtenbuben und geringem Volke in Obacht genommen”. Sie gingen ihm quasi lieber aus dem Weg.

Das fremde Zwergvolk wusste aber noch mehr über Pastor Johann Rist. Er schien in seiner Freizeit an Archäologie (die es in der heutigen Form damals noch nicht gab) interessiert gewesen zu sein. Oder ein Schatzjäger:

Sie kannten wohl auch Herrn Risten schon, dass er Hünengräber aufdecke, und uralte Urnen, Leichgeschirre und Aschenkrüge daraus nehme, und also fürchteten sie ihn zwiefach vor allen Menschen.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Eine Entführung und Zeitreise mit dem Volk der Zwerge: Parallelen zu modernen UFO-Entführungen in Märchen +++ Artikel +++

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ne UFO-Entführung und Zeitreise mit dem Volk der Zwerge ... (Bilder: L. A. Fischinger & gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Eine UFO-Entführung und Zeitreise mit dem Volk der Zwerge … (Bilder: L. A. Fischinger & gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Märchen, Sagen und die Erzählungen der Folklore sind für viele Menschen heute nichts weiter als eben – Märchen. Irgendwelche vermeintlich unwahren Geschichten, die unsere europäischen Vorfahren sich über Jahrhunderte und Jahrtausende erzählten, aber letztlich doch alle nicht wahr sind. Heute würde man sie in unserer digitalen Welt wohl Fake-News nennen. Trotzdem können sich heute nicht nur kleine Kinder für die “klassischen Märchen” begeistern. Auch UFO-Forscher und Grenzwissenschaftler finden derartige Sagen und Märchen zum Teil überaus spannend. Denn fraglos erkennen wir in diesem “Gedächtnis der Vergangenheit” Erzählmotive und Kernaussagen, die heute auch im UFO-Phänomen zu finden sind, wie auf diesem Blog oftmals berichtet. So auch in einem erstaunlichen Märchen aus Brandenburg, in dem Ähnlichkeiten zu “modernen” Phänomenen geradezu heraus stechen, wie Ihr in diesem Blog-Artikel lesen könnt.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Märchen: Erinnerungen der Menschheit

In Büchern, Artikeln und auf diesem Blog habe ich immer wieder das Thema aufgriffen, dass Märchen und Sagen teilweise deutliche Ähnlichkeiten mit dem “modernen” UFO-Phänomen haben.

Das sieht der “Märchen-Laie” sicherlich nicht so. Denn die meisten Menschen kennen Märchen aus ihrer Kindheit und denken bei dem Thema an die Klassiker der Gebrüder Grimm. Obwohl, wie in diesem Blog-Artikel HIER dargelegt, auch die Gebrüder Grimm eine überaus interessante Sage aus dem Böhmerwald überliefert haben.

Nichtsdestotrotz hört das Wissen der meisten Menschen bei den Geschichten über über Dornröschen, Frau Holle, Aschenputtel & Co. auf. Dabei ist das Feld solcher alten und uralten Erzählungen weitaus größer, als man es auch auf dem zwei Blick ahnt. Märchen sind längst Teil einer wissenschaftlichen Forschung geworden, die dabei auch zeigt, dass derartige Überlieferungen in ihren Kernen bis in die vorzeitliche Mythologie der Menschheit zurück reichen.

Märchenforschung

So etwa haben der Anthropologe Jamshid J. Tehrani und die Völkerkundlerin Sara Graça da Silvav am 1. Januar 2016 im Journal der “Royal Society open Science” eine Studie veröffentlicht, die genau das belegt. Die Forscher untersuchten für ihre Arbeit 2.000 Märchentypen aus 200 verschiedenen Gesellschaftskreisen und kamen zu dem eindeutigen Ergebnis:

“Einige dieser Geschichten reichen viel weiter zurück als ihre erste literarische Aufzeichnung und sogar weiter zurück als bis zur klassischen Mythologie. Manche Versionen tauchen in lateinischen und griechischen Texten auf – aber was wir herausgefunden haben, legt nahe, dass sie noch viel älter sind.

Wir finden es bemerkenswert, dass diese Geschichten so lange überlebt haben, ohne aufgeschrieben worden zu sein. Sie wurden erzählt, bevor es Englisch, Französisch und Italienisch überhaupt gab. Möglicherweise wurden sie in einer ausgestorbenen indoeuropäischen Sprache erzählt.

Schon die Gebrüder Grimm haben genau das vermutet. Märchen sind Teil der frühesten Erinnerungen der Menschheit! Auch wenn sie später, was an zahllosen Beispielen deutlich zu erkennen ist, durch das Christentum “verwässert” und beeinflusst wurden.

Archetypen, Aliens und der “rote Faden”

Genre spricht man in der Märchenforschung davon, dass Märchen einem Archetyp des “kollektiven Unterbewusstseins” der Menschheit folgen oder entsprechen. Das heißt, dass in diesen Erzählungen psychische oder psychophysische Erfahrungen und Erlebnisse der Menschen verarbeitet wurden. Diese reichen von Träumen über Visionen bis hin zu spirituellen Erfahrungen oder sogar psychosomatischen Krankheiten mit Halluzinationen. Letztlich sogar bis zum Glauben an Gott.

Fast immer jedoch wird keine reale Ursache angenommen.

Anders in der UFO-Forschung oder zumindest bei einigen Teilen der UFO-Forscher und -Interessierten. Hier wird vermutet, dass, wenn wirklich Außerirdische oder Fremde aus anderen Welten uns besuchen, diese seit Jahrtausenden hier sein könnten. Dann aber müssten sich, so der Gedanken weiter, Hinweise auf diese Aliens quer durch die Geschichte finden lassen. Die grenzwissenschaftlichen Themen UFO-Forschung und Prä-Astronautik/Ancient Aliens wären demnach nicht zwei getrennt zu betrachten Bereiche, sondern stünden in Verbindung.

Und eine Art “Brücke” zwischen diesen Mysterien der Menschheit wären eben Märchen und Sagen von fremden Wesen wie Zwerge, Feen, Trolle und andere mehr. Das sehe ich persönlich genauso.

Allerdings darf man sich hierbei nichts vormachen: Heutige Berichte aus dem Bereich der UFO-Forschung inklusive UFO-Entführungen, Mythologien etc. der Prä-Astronautik und Märchen weisen untereinander auch erhebliche Unterschiede auf. Zugleich existieren natürlich auch Märchen, in denen sich nicht der Hauch einer Spur auf irgendwelche Astronautengötter finden lassen …

Der berühmte “rote Faden” zwischen uralten Überlieferungen von göttlichen Wesen vom Himmel und mutmaßlichen Aliens in UFOs ist lediglich etwas rötlich.

“Die goldene Wiege”

Diese Ausführungen und Argumente muss man immer im Hinterkopf behalten, wenn man sich auf Spurensuche nach den Besucher aus dem All begibt.

Doch ein deutsches Märchen aus Brandenburg (oder woher es ursprünglich auch immer kommen mag) ist bei der Jagd nach dem Unfassbaren bemerkenswert. Gefunden hat es meine Kollegin Kati Pfau in den Aufzeichnungen ihres Heimatdorfes Wünsdorf südlich von Berlin und mich darauf aufmerksam gemacht. So finden sich in der Erzählung “Die goldene Wiege” bereits auf dem ersten Blick Elemente, die aufhorchen lassen.

“Als noch im Mühlenberg bei Wünsdorf die Zwerge wohnten”, beißt es darin, lebte bei Wünsdorf eine junge Magd, die gerade mit der Arbeit beschäftigt war. Doch dann bekam sie unverhofft Besuch:

Da stand plötzlich ein Zwerg vor ihr. Er zog höflich den Hut und bat das Mädchen, es sollte doch um Mitternacht zum Mühlenberg kommen und bei einem kleinen Zwergenkind Gevatter stehen. Die Magd fürchtete sich und erzählte ihrer Herrschaft von der Einladung des Zwerges. Der Bauern und die Bäuerin redeten ihr zu, der Einladung zu folgen.

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Weil der Bauer und seine Frau befürchteten, dass “die Zwerge nicht rächen würden”, wenn die Magd der Einladung nicht folgt, “machte sich das Mädchen auf den Weg und stand kurz vor Mitternacht am Berg”. Punkt Mitternacht “öffnete sich plötzlich der Berg” und gab den Eingang für die Magd frei.

Das Märchen erzählt uns, was dann geschah:

Ein heller Gang führte ins Innere. Zahlreiche Zwerge geleiteten sie in die Tiefe, bis sie endlich in einem großen Saal standen, dessen Wände und Gold und Edelstein funkelten. Mitten im Saal stand eine goldene Wiege, in der ein Zwergenkind lag. Die Magd musste sich auf einen goldenen Stuhl setzen. Eine prächtig gekleidete Zwergenkönigin nahm das Kindlein aus der Wiege und legte es der Magd in den Schoß. Nun musste sie dem Kind einen Namen geben, und dann wurde das Kind wieder in die Wiege gelegt.

Dann wurde es Zeit zu feiern. Ein üppiger Festschmaus wurde serviert und danach “tanzten die Zwerge bis zum frühen Morgen”. Dann wollte die Magd eigentlich wieder heim, aber die Zwerge hatten noch lange genug getanzt und gefeiert und baten die Magd, “dass sie noch drei Tage bleiben sollte”. Schließlich willigte sie ein und “drei Tage feierten die Zwerge” weiter. In der Welt der Sagen und Märchen sind solche Feste mit Feen oder Zwergen nicht ungewöhnlich.

Obwohl ein Tag schöner wie der andere war, hieß es für die Magd dann letztlich doch Abschied nehmen von den Zwergen.

Ein Abschied mit Folgen

Die Magd danke den Zwergen für die vorzügliche Bewirtung und wurde von ihren Gastgebern wieder “aus dem Berg geleitet”:

Schnell eilte sie nach dem Haus, in dem sie diente. Doch es kam ihr alles so fremd im Orte vor. Auch das Haus ihrer Herrschaft war ihr ganz fremd. Sie ging in den Flur, nahm den Reisigbesen und begann den Flur zu fegen.

Nach einiger Zeit kam die Wirtin, aber das war ja nicht mehr die Frau, von der sie vor drei Tagen weggegangen war. Auch der Wirt und die Knechte und Mägde waren ganz anders. Das Mädchen erkannte keinen von ihnen, sie schauten die Magd auch ganz erstaunt an.

Überall im Ort sprach es sich daraufhin wie ein Lauffeuer herum, dass dieses Mädchen ins Dorf gekommen sein. “Doch niemand hatte das Mädchen je gesehen”, heißt es dazu. Der alte Schäfer des Ortes war schließlich der einzige Bewohner, der sich zumindest entfernt einen Reim über das fremde Mädchen machen konnte:

Der wusste sich zu erinnern, dass ihm seine Urahn in seiner Kindheit erzählt habe, dass, als sein Vater noch Kind war, einmal eine Magd zu den Zwergen gegangen und nie wiedergekommen sei. Das müsse mindestens 200 Jahre her sein. Da wurde aus der schönen jungen Magd ein uraltes Mütterlein. Es fiel um und war tot.

Die Zwerge sind längst fortgezogen. Doch die goldene Wiege haben sie im Berg gelassen. Schon viele haben danach gesucht, doch keiner hat sie gefunden.

Von einem guten und märchenhaften Ende der Geschichte kann hier wohl kaum eine Rede sein.

Erstaunliche Erlebnisse

Was die Magd in Wünsdorf erlebt haben soll, ist mit der moderne Brille gelesen erstaunlich. Dass hier tagelang mit den fremden Wesen gefeiert und geschlemmt wurde, allerdings weniger. Erzählungen dieser Art rund um Zwerge und Feen beinhalten diesen Kern erstaunlich oft! Nicht minder häufig anzutreffen ist auch die Aussage, das sich all das in einen “Hügel”, “Berg” oder “Feenhügel” abgespielt haben soll, wozu auf diesem Blog eine Reihe Beispiele zu finden sind. Sie waren so was wie der Einstieg in die Anderswelt der Anderen.

Vielfach wird dieser Eingang in diese fremde Welt als leuchtend beschrieben. Wie Gold, Silber, Edelsteine oder die Sonne seine diese gewesen, erzähl die Sagenwelt. Das aber erzählen auch Menschen, die von UFO-Entführungen sprechen. Auch sie erinnern sich an helle leuchtende Räume oder Hallen, die heute auch mit OP-Räumen verglichen werden. Verglichen mit der früheren dunklen Welt des Alltags ohne unser heute allgegenwärtiges Kunstlicht war diese Welt geradezu strahlen oder blendend.

Was in dem Beispiel “Die goldene Wiege” besonders heraus sticht ist aber eben genau diese Wiege!

In dem Märchen soll ein Magd ein darin befindliches Zwergenkind bemuttern und einen Namen geben. Eine Reihe derartiger Erzählungen kennt dieses Element mit Babys oder Kindern der Fremden. Diesen Mythos nennt man “Wechselbalg” und ist in diversen Variationen in der Folklore bekannt. Kurz gesagt ist es bei diesem Wechselbalg-Geschichten so, dass Menschen die Kinder von Feen oder Zwergen pflegen, bemuttern, stillen oder sogar austragen müssen. Oder – in der männlichen Version – zum Teil sogar zeugen sollen.

In einer verbreiteten Variante tauschen die fremde Wesen auch ihre Nachkommen mit denen von Menschen aus, um sie später wieder zurück zu tauschen. Eben ein “Wechsel-Kind”. Ebenso bekannt sind Geschichten, bei denen Menschen von den Bewohnern der Anderswelt lediglich ihre Kindlein gezeigt bekommen. Vergleichbar mit diesem Märchen von der goldenen Wiege.

Mischwesen

UFO-Forscher kennen seit Jahrzehnten exakt dasselbe aus den Berichten von UFO-Entführten. Auch hier finden solche Erlebnisse mit Kindern und Babys statt. Abgesehen davon, dass erzählt wird, dass Aliens Frauen künstlich schwängern oder ihre Embryonen bzw. Eizellen stehlen, schildern auch männliche UFO-Entführte vergleichbare Erfahrungen. Zum Beispiel die Entnahme von Sperma durch fremde Kreaturen.

Weiter heißt es bei solchen UFO-Phänomenen, dass Entführte bei einer später erneut erfolgten Entführung Babys oder Kinder von den Aliens gezeigt bekommen. Diese werden dabei als deren Nachkommen bezeichnet – aber als Mischwesen, als Hybride, zwischen Mensch und Alien. Bei den UFO-Entführungen wird hierzu auch geschildert, dass die Entführten diese Hybride auch auf den Arm oder Schloss nahmen oder ihnen sogar einen Namen gaben.

Ungeachtet was bei diesen Phänomen physisch wahr ist, was Einbildung und was vielleicht sogar absichtlich von den Fremden suggeriert wurde, ist das Thema auch unter UFO-Forschern sehr umstritten. Solche pseudomedizinischen Experimente oder sogar Genmanipulationen mit Menschen sind aber seit Jahrzehnten fester Bestandteil der UFO-Thematik.

Für einige Forscher sind es klare Hinweise, dass hier eine Hybridrasse durch Außerirdische gezüchtet oder erschaffen werden soll. Andere lehnen das Thema UFO-Entführung grundsätzlich ab. Wieder andere vermuten rein psychische Ursachen bei den Betroffenen selbst. Einige glauben sogar an reine Sex-Phantasien dieser Personen (und verbreiten dies zur besten Sendezeit am öffentlich-rechtlichen TV, s. HIER).

Es bleibt die Tatsache, dass auch das Märchen genau dieses Element enthält. Entführungen durch Feen, Zwerge und Elfen sind gleichsam Teil zahllosen Märchen.

Zeitreisen

Spannend ist für einen Mystery-Jäger auch das Motiv der Zeitreise in diesem Märchen aus Brandenburg. Auch das findet sich in Sagen und alten Überlieferungen immer wieder in den unterschiedlichsten Ausprägungen, wie zum Beispiel HIER, HIER, HIER und HIER berichtet.

Im Fall der unbescholtenen Magd waren es angeblich 200 Jahren, die sie in nur drei Tagen in die Zukunft reiste. Niemand habe sie mehr im Dorf erkennt, als sie aus der Anderswelt der Zwerge heim kam. Das erinnert sehr Stark an ein anderes Märchen, in dem ein Mädchen nicht minder verwirrt von einem Zwerg in die Zukunft versetzt wurde und orientierungslos wieder in ihr Heimatdorf kam. Ebenso an “meinen Klassiker” mit Abimelech aus biblischen Tagen, der von Gott nahe Jerusalem 66 Jahre in die Zukunft versetzt wurde.

Aber es erinnert auch an die Berichte von UFO-Entführten über Zeitverluste und Zeitanomalien während des Geschehens. “Fehlende Zeit” nennt die Forschung dieses heute, wobei der Name hier Programm ist. Wirklich in die Zukunft reist dabei jedoch kein Mensch. Schon gar nicht Jahrhunderte, wie in dieser Geschichte. Die UFO-Forschung bezeichnet dabei lediglich den Zeitverlust von UFO-Zeugen, den sie während ihrer Begegnung erfuhren. Fehlende Stunden, an die sich die jeweiligen Personen nicht mehr erinnern können.

Fehlende Zeit

Ihnen wird also keine Zeit geschenkt, sondern eher genommen. Eine zeitliche Lücke, die sie sich nicht erklären können, und in denen nach der klassischen Vorstellung das UFO-Erlebnis oder die Entführung stattfand. Auch der sogenannte “Oz-Faktor”, der ein Art Verzerrung der Wahrnehmung von Zeit, Umgebung und Raum bei einer UFO-Begegnung bezeichnet, gehört grundsätzlich thematisch dazu.

Schilderungen von Zeitreisen oder Zeitdehnungen in der Märchenwelt könnten sehr wohl mit dieser fehlenden Zeit der UFO-Forschung in Zusammenhang stehen. Sie sind auch nicht immer gradlinig in diesen Erzählungen zu finden, sondern auch umgekehrt. Das heißt, dass die Person in dem Märchen nicht nur kurze Zeit bei den Anderen verbringt und dann in der Zukunft wieder heim komm. Sie glaubt in diesen Fällen Tage, Wochen oder Monate bei ihnen gewesen zu sein, um dann bei der Rückkehr aus der Anderswelt festzustellen, dass vielleicht sogar nur wenige Minuten vergangen sind.

Auf das UFO-Phänomen übertragen hieße das, dass aus der “modernen” unerklärlich fehlenden Zeit bei unseren Vorfahren und im Volksmund derartige Zeitreisen wurden.

Als noch Zwerge lebten

Natürlich ist vieles Spekulation und Vermutung und kann nicht belegt werden. Wie auch, da wir die Magd noch sonst jemanden aus der Wünsdorfer Sage befragen können. Es ist nicht mal sicher, dass der in dem Märchen genannte Ort auch der wirklich ursprüngliche Ort des Geschehens war. Und wann es sich ereignet haben soll, ist nicht minder fraglich.

Die Kollegin Kati Pfau schrieb mit zu dieser Sage aus ihrer Heimat, dass es dort überhaupt keinen Mühlberg gibt, den die Geschichte nennt. Wohl einen “Mühlenweg” und in unmittelbarer Nähe die Straße “Am Mühlberg” nahe von zwei Seen. Die Märchenkennerin Pfau meint auch, dass Sagen “oft nur noch Bruchstücke” seien und eher “ausgeschmückte Historie überliefern” darstellen. Dennoch sei eine Besiedlung des heutigen Wünsdorf “seit mindestens 20.000 Jahren gesichert”. Im Zweiten Weltkrieg seien durch die Kriegsschauplätze dort rund um Berlin auch vielen Spuren verloren gegangen.

Seit der Kaiserzeit über die Wehrmacht bis zu den Russen in Zeiten der DDR sei das Gebiet militärisch genutzt worden. “Der Wald ist untertunnelt und überall findet man Reste von militärischen Anlagen”, so Pfau, und “keiner weiß so genau, was wo ist und vor allem, wie alt es ist”. Das Oberkommando der sowjetischen Ost-Truppen hatte dort seinen Sitz und bis 1994 war es Sperrgebiet.

Dennoch standen wohl bis zum Zweiten Weltkrieg Mühlen an diesem Ort.

Zwerge brauchen kein Gebirge

Mit Blick auf Erzählungen über Zwerge ist die geografische Lage aber durchaus interessant. “Keine Berge, kein Bergbau, kein Gebirge, keine Höhlen” finden sich dort. Nur Sand, Wald, Seen und Moor. Das ist nicht gerade das, was man als typisches Gebiet für Sagen und Märchen von kleinen fremdartigen Zwergenwesen betrachtet! Eher das Gegenteil.

Eine Legende aus einer dunklen Vergangenheit, als an verschiedenen Orten in der Welt “noch die Zwerge wohnten”. Vielleicht hat die UFO-Forschung tatsächlich recht, wenn sie Zwergenwesen aller Art mit den “Kleinen Grauen” Aliens des UFO-Phänomen in Zusammenhang bringt. Allerdings macht ein anders vermeintliches Märchen genau das ebenso, wenn es darin heißt, dass “Wichtel” die Kunde von “Wesen von einem anderen Stern” den Menschen überbracht haben. Nachlesen könnt Ihr das in diesem Artikel HIER.

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Lars A. Fischinger

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Märchen oder mehr? Ein Geschenk des Himmels, unsichtbare Menschen und rätselhafte Flugreisen zu Feen-Festen in eine fremde Welt

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Ein Geschenk des Himmels, unsichtbare Menschen und rätselhafte Flugreisen zu Feen-Festen in einer anderen Welt (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Die einen nennen sie schlicht Sagen und Märchen. Andere Mythen oder einfach (europäische) Folklore. Wieder andere verborgene Wirklichkeiten und Erinnerungen aus einer längst vergangenen Zeit. Recht haben sie dabei alle. Die meisten Märchen und Sagen beinhalten “versteckte Wahrheiten” aus grauer Vorzeit, die heute immer wieder in den entsprechenden Überlieferungen aus aller Welt gesucht werden. Eingehüllt in einem Schleier von Symbolen, Gleichnissen und  Metaphern suchen nicht nur Märchen-Forscher diesen wahren Kern hinter den Geschichten. Auch Grenzwissenschaftler und Mystery-Forscher fahnden nach diesen und werden dabei nicht selten fündig. So auch bei einem überaus sonderbaren Märchen aus Ungarn, das an dieser Stelle vorgestellt werden soll. Auch in dieser Sage finden sich Kern-Elemente, die im Sinne der Prä-Astronautik vielleicht wahr sein könnten. Welche das sind, lest Ihr in diesem Artikel.


Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Vorab: Etwas geschichtlicher Kontext

Im Jahr 1850 veröffentlichte Heinrich Christoph Gottlieb Stier seine Sammlung “Ungarische Sagen und Märchen” in Berlin. Stier hatte diese Erzählungen aus dem Erdelyischen selber ins Deutsche übertragen.

Erdelyischen? Erdelyisch, in ungarisch Erdély, ist eine Region im heutigen Rumänien. Genauer gesagt im legendären Gebiet von Transsylvanien in den südlichen Karpaten, wo einst der Roman-Graf Dracula gelebt haben soll. Siebenbürgen ist ein weiterer bekannter Name der rumänischen Region, in der in der Mitte des 19. Jahrhunderts die berühmten Habsburger herrschten.

Weite Gebiete des südlichen Nachbarlandes Ungarn waren einst Teil dieses Großfürstentum Siebenbürgen. Um 1848 kam es in Ungarn und auch Rumänien zu Revolutionen, die sich gegen die Vorherrschaft von Österreich(-Ungarn) und damit der Habsburger wandten. Ein Land und eine Region mit einer überaus wechselhaften Geschichte, weshalb wir in Rumänien beispielsweise bis heute deutschsprachige Ortsnamen etc. finden.

In Ungarn wiederum leben bis heute Nachfahren aus dieser österreichisch-ungarischen Epoche, die selbst Jahrzehnte des Kommunismus mit ihren Familien überstanden haben. Andere Konflikte sowie die beiden Weltkriege natürlich ebenso.

Genau jene Jahre in der Mitte des 19. Jahrhunderts waren auch die Jahre einer gewissen Elisabeth Amalie Eugenie, Herzogin von Bayern. Sie wurde nach der Hochzeit mit ihrem Cousin Franz Joseph I. aus dem Haus Habsburg-Lothringen im Jahre 1854 Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn. Heute kennt Elisabeth Amalie Eugenie in Deutschland wohl jeder unter ihrem Kino-Namen: “Sissi”.

Rumänien, Österreicher und Ungarn langen im Jahr der Veröffentlichung des Märchens von Stier längst im Streit. Die “Ungarnesierung” des Landes, nach dem ungarischen Wort für ihr Land Magyarisierung genannt, erregte landesweit Widerstand und Unruhe. Die mehr als wechselvolle Geschichte dieser Regionen wirft auch ein etwas anders Licht auf das Märchen. Es stammt nicht aus dem Land Ungarn, so wie wir es heute kennen, sondern aus den Karpaten bzw. Transsylvanien.

Eine gebirgigen Region, mit teils schroffen, hohen und schwer zugänglichen Bergen und schier endlosen und undurchdringlichen Wäldern. Das Gegenteil des heutigen Ungarn. Aber für den Verlauf der folgenden Erzählung ein interessanter geographischer und landschaftlicher Kontext.

Der fromme Schafhirte und der Zauber-Pelz

Heinrich Stier sein “ungarisches” Märchen erzählt, wie ein armer Mann einen frommen Sohn hatte, der seinem Tagewerk als Schafhirte nachging. Irgendwie war der Hirte aber mit sich und der Welt unzufrieden und “stieß er tiefe Seufzer gegen den Himmel aus”. Die blieben nicht ungehört:

Auf ein leises Geräusch sah er hinter sich, und der heilige Petrus trat ihm entgegen als ein alter grauer Mann.

“Petrus”, also eine Figur, die christlicher kaum sein könnte, fragte dem seufzenden Schäfer, was er sich wünschen würden. “Einen Pelz, in dem man einen nicht sieht, wenn man sich drein wickelt”, war einer seiner Wünsche, die ihn der “alte graue Mann” gerne erfüllte. Auch einen gewünschten Ranzen bekam er geschenkt, vermehrt das Märchen. “Und der graue Petrus verschwand” so plötzlich, wie er aus dem Nichts gekommen war.

Der fromme Hirtenjunge lies seine Arbeit hinter sich und machte sich auf dem Weg in die Hauptstadt. Dort wollte er sein Glück versuchen. Nicht in einem neuen Beruf, sondern sogleich beim König selber. Von diesem Herrscher wird in der Geschichte erzählt, dass er 12 Töchter habe, “von denen 11 alle Nacht mindestens sechs Paar Schuhe verbrauchten”. Niemand konnte bisher hinter das Mysterium der Prinzessinnen kommen, so dass die Leute schon zu reden begannen. Mehr noch, denn der gewaltige Schuh-Verschleiß seiner Töchter verzehrte “einen guten Teil seiner Einkünfte”.

Wie es sich für ein anständiges Märchen gehört, versprach der König “seine jüngste Tochter dem, der das Geheimnis ans Tageslicht brächte”. Mit allerlei List hatten es unzählige Männer bereits versucht. Keiner konnte das Geheimnis lüften. Alle wurden nur von den Töchtern verlacht, weshalb sie “beschämt wieder abzogen”. Hier sah der Schäferjunge die Gunst der Stunde gekommen und meldetet sich “im Vertrauen auf seinem Pelz” beim König.

Nächtliche Aus-Flüge

Der Ex-Schäfer schlich sich nun – unsichtbar durch seinen Zauber-Pelz – nachts mit den 12 Töchtern in ihr Schlafgemach und wartetet einfach ab. Tatsächlich geschah es zur Mitternachtsstunde:

Es war Mitternacht geworden, da kam ein Geist, ging bei ihnen herum und weckte sie. Jetzt war große Tätigkeit; sie zogen sich an, putzten sich und stopften einen Reisesack voll Schuhe. Die Kleinste aber wusste von all diesem Getreibe nichts. Darum weckte der unsichtbare Schäferjunge unvermerkt auch diese, was die übrigen Schwestern mit Schrecken wahrnahmen. Da es aber nun einmal geschehen war, hielten sie es für das Beste, sie auch zu sich zu locken, wozu sich das Mädchen auch nach einigem Zögern verstand.

Als so alles fertig war, stellte der Geist ein Becken auf den Tisch, jede bestrich daraus ihre Schultern und alsbald wuchsen ihnen Flügel an. Der Schäferjunge tat desgleichen, und wie sie alle zum Fenster hinaus flogen flog er ihnen nach.

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Ohne Frage ein sehr interessanter “Geist”, der da mit einer Art magischen “Becken” zu den 12 Königstöchtern kam. 11 der Hofdamen waren offensichtlich mit diesem “Geist” bekannt, nur die 12. nicht, da sie erst von dem unsichtbaren Jungen geweckt wurde. Dem Anschein nach dufte sie gar nicht mitfliegen. So war es auch, denn die 12. Tochter war in dieser Nacht zum ersten Male dabei:

Nachdem sie einige Stunden geflogen waren, kamen sie in einen großen kupfernen Wald und darin an einen Brunnen mit kupferner Einfassung, auf der zwölf kupferne Becher standen. Hier erfrischten sie sich und die Mädchen tranken, aber die Jüngste, die die Reise zum ersten Male mitmachte, sah sich immer ängstlich um.”

Der unsichtbare Verfolger “steckte einen Becher und etwas abgestreiftes Laub in seinen Ranzen” und wurde dabei von der jüngsten Königstochter gehört. “Da klirrte der Baum und zuletzt zog ein Klang durch den ganzen Wald”, so das sie ihre 11 Schwestern drauf aufmerksam machte, dass sie offenbar jemand verflog. Sie lachten ihre kleine Schwester aber nur aus, hielten den Weg für sicher und alle flogen weiter. Natürlich auch der unsichtbare Emitter im Auftrag des Königs.

Zweimal wiederholte sich exakt das gleiche Geschehen in zwei weiteren, ähnlichen Wäldern, in dem die Flugreise-Gruppe jeweils eine Pause machte. Einmal allerdings statt Kupfer ein Wald mit mit Silber und bei der dritten Rast mit Gold. Auch hier sammelte der unsichtbare Reisende entsprechende Souvenirs wie bei der ersten rast im “Kupfer-Wald”.

Feier mit den Feen-Jünglingen

Nach den drei Abstechern in den Wäldern aus Metall war die Flug-Gruppe um den “Geist” im Ziel. In der Sage heißt es zu den weiteren wundersamen Ereignissen:

Als sie aus dem Wald heraus waren, kamen sie an einen ungeheuren Felsberg, dessen moosige Gipfel mit entsetzlicher Steile gen Himmel ragten. Hier machten sie alle Halt, der Geist schlug mit einer goldenen Rute an den Felsen, worauf er aufsprang und alle durch die Öffnung hinein gingen, aber auch der Jüngling mit ihnen.

Jetzt traten sie in ein prachtvolles Zimmer, welches sich in einen Saal öffnete, der mit noch weit feenhafterem Glänze ausgeschmückt war.

Wirklich ein mehr als seltsamer Berg oder Felsen, zweifellos. Aber in diesem wundersamen Saal im Inneren ging die Party erst richtig los, wie man salopp sagen würde. Wir erfahren weiter:

Von hier kamen ihnen 12 wunderschöne Feenjünglinge entgegen. Die Dienerschaft vermehrte sich von Minute zu Minute und war eifrig beschäftigt, alles einzurichten, was zu einem prächtigen Balle gehört. Jetzt ertönte eine zauberische Musik, die Türen eines ungeheuer großen Tanzsaales öffneten sich und nun floss die rauschende Lust ohne aufhören.

Erst gegen Morgen machte sich die adelige Truppe und der unsichtbare Schäfer wieder auf dem Heimweg. Dass er bei diesem unheimlichen Gelage in einem verzauberten “Berg” die ganze Zeit anwesend war, wusste niemand von ihnen. Zuhause taten sie Prinzessinnen so, als sei in der Nacht nichts vorgefallen. “Was aber die ganz zerlumpten Schuhe widerlegten”, wie es im Märchen heißt. Gleichfalls natürlich die Zeugenaussage des Schäferjungen, denn “alles was vorgefallen war” schilderte er dem König. Auch die jüngste der 12 Töchter, die eigentlich gar nicht mitfliegen sollte, zeugte gegen ihre 11 Schwestern. Und “die Becher und Baumzweige” aus Kupfer, Silber und Gold, die der Hirtenknabe bei den drei Pausen mitnahm, bewiesen letztlich eindeutig, dass die Prinzessinnen gelogen hatten.

Es kam, wie es kommen musste: Der arme Schäfer bekam die jüngste Prinzessin zur Frau, “die 11 Mädchen aber wurden als Zauberinnen verbrannt”.

Christliche Moral und mythische Orte

Was sind schon Märchen? – denken viele Menschen heute. Für Mystery-Jäger, Prä-Astronautiker und auch UFO-Forscher waren und sind sie immer mehr als nur Phantasie. So auch möglicherweise in dieser Geschichte, die ohne Frage stark vom Christentum geprägt ist.

Diese Prägung zeigt sich gleich zu Beginn durch die Identifizierung des “altern grauen Mann” als den heiligen Petrus. Weiter auch durch die Anzahl der Schwestern in dieser Erzählung. Zwölf ist in der Bibel eine der bekannten heiligen Zahlen; etwa wie auch die Sieben oder die Vierzig. Vor allem aber Jesus Christus laut dem Neue Testament 12 Apostel als Kern seiner Anhängerschaft, die er selber als Verkünder seiner Lehren auserwählte.

(Simon) Petrus war dabei wohl der wichtigste unter allen Jüngern, der im Neuen Testament als die “Säulen” der ersten Christen dargestellt wird. Bis heute sehen sich die katholischen Päpste im Vatikan als die direkten Nachfolger Petrus (Petri) und damit als erste Verkünder der Lehren Jesus. Einen wichtigeren Jünger als Petrus gab es nicht. Genau dieser 1. Papst oder 1. Verkünder des Glaubens soll dem Märchen nach also dem armen Hirtenjungen erschienen sein, um ihn unter anderem den Zauber-Pelz zu schenken.

Unter den 12 Aposteln befand sich letztlich natürlich auch ein (angeblicher) Verräter mit Namen Judas Iskariot. Wie bei den 12 Prinzessin im Märchen, die von einer der ihren an den Vater (König) verraten wurden. Warum wurden sie verraten? Weil sie sündigten! Sie feierten nachts wilde Feste in einer anderen und wundersamen Welt, zu der sie mit Hilfe eines Geistes flogen. In einem verzauberten “Berg” lag diese Anderswelt mit ihrem “Ballsaal”, in dem sich gleich passend 12 fremde Wesen befanden. Männliche Feen.

Ein fliegender “Geist” wiederum hatte allein die Macht, “mit einer goldenen Rute” diese Anderswelt für die Schwestern zu öffnen. Die dort mit ihrer Dienerschaft lebenden “Feenjünglinge” verbrachten nicht nur diese eine Nacht mit den Schwestern in “rauschende Lust ohne aufhören”. Immerhin soll es jede Nacht zu diesen Gelage gekommen sein – was ja auch den König veranlasste, den unsichtbaren Spion zu engagieren.

Mehr christliche Moralvorwürfe und “Teufelszeug” in einem so kurzem Märchen gehen kaum. Nur was ist daran wahr und was nicht?

Märchenhafte Wahrheiten …

Heidnische Vorstellungen von Geistern, fremden Wesen und einer Anderswelt dieser Kreaturen sind hier klar als “Teufelszeug” verurteilt. Die 11 sündigen Schwestern wurden schließlich auch “als Zauberinnen verbrannt” und nur die “Verräterin” unter den Zwölf durfte weiterleben. Sie ist in der Geschichte aus christlicher Sicht ja auch die gute Verräterin, da sie sich nie an diesen heidnischen Festen beteiligte, bis der unsichtbare Hirte das Mädchen quasi irrtümlich weckte.

Eine Warnung von heidnischen, unsittlichen und vermeintlich ungöttlichen Verhalten und Bestrebungen im Gewand eines moralisch korrekten Märchens. Angesiedelt in den weiten Wäldern und schroffen, unwegsamen Bergen Rumäniens. Ein durchaus üblicher und oft wiederzufindender Kern solcher Geschichten unserer Ahnen. Was aber auch immer wieder zu finden ist, und das sogar nicht selten, ist das Erdzählmotiv von Festen, Bällen oder gleich ganzen Gelagen in der Anderswelt. In einigen Beiträgen auf Grenzwissenschaft und Mystery Files wurde darauf bereits verwiesen.

Das heißt, dass Menschen von fremden Kreaturen wie Feen oder schlicht Geistern in der Märchen- und Sagenwelt immer wieder zu solchen Orten gebracht worden sein sollen. Häufig ging es ihnen da gut und es gefiel ihnen sogar in der Anderswelt genannten Umgebung. Nicht selten bemerkten die Entführten dabei nicht einmal, wie schnell die Zeit in ihrer normalen Welt in ihrer Abwesenheit verging. Auch dieses Märchen um die 12 Schwestern scheint das durchaus anzudeuten.

Immerhin dauerte der Flug “einige Stunden”, bis sie eine erste Pause machten. Und der “Geist” weckte die Prinzessinnen auch erst um Mitternacht, woraufhin sie sich erst zurecht machten und ihre Sachen für die Reise packen, wie es das Märchen sagt. Erst “gegen den Morgen machten sich die Mädchen auf den Weg” zurück, heißt es, und daheim angekommen taten sie so, “als wäre gar nichts vorgefallen”. Die Prinzessinnen waren auch nicht müde oder erschöpft von ihrem Ausflug und dem Fest mit den Feen-Männern, sondern “standen zur gewöhnlichen Zeit auf”.

Märchen und Aliens

Modern UFO-Forscher sehen in derartigen Märchen und Sagen schon lange mögliche Hinweise auf frühe UFO-Entführungen. Inklusive der fremdartigen Umgebung (Oz-Faktor), rätselhafter “Flüge” (schweben), Zeitverlusten oder sogar Zeitanomalien und natürlich die fremden Wesen selbst, in diesem Falle Feen. Zweifellos ist dieser Kern in alten Erzählungen der Folklore immer wieder zu finden!

Der “Pelz”, den der junge und betont fromme Schafhirte von “Petrus” als Geschenk bekam, ist ein weiterer Kern des Phantastischen in diesem Märchen. Tarnkappen, Mäntel oder Umhänge in Sagen, die ihren Träger unsichtbar machen konnten, kennen heute sogar Menschen, die sich überhaupt nicht mit derartigen Geschichten auseinander setzten. Interessant ist in diesem Zusammenhang ein anders Märchen, dass ausführlich im Posting HIER behandelt wurde. Darin heißt es nämlich klipp und klar, dass diese “Technik” der Unsichtbarkeit von Außerirdischen (“Wesen von anderen Sternen”) zur Erde gekommen ist …

Natürlich kann niemand beweisen, dass dieses Märchen – oder andere Geschichten dieser Art – irgendwas mit Außerirdischen zu tun haben. Es lässt sich nicht mal belegen woher genau aus Rumänien das “ungarische” Märchen stammt und wie alt es sein mag. Oder auch, ob es ältere Versionen und variierende Erzählungen von diesem gibt. Bei Sagen und Märchen, die über Jahrhunderte wenn nicht Jahrtausende nur mündlich weitergegeben wurden, ist das sehr wahrscheinlich.

Man muss sich aber immer wieder fragen, warum unsere Ahnen solche “Phantasiegeschichten” mit vielfach sogar identischen Kern-Aussagen erzählten. Dienten sie wirklich nur der Unterhaltung oder der Warnung vor diesem und jenem? Und enthalten sie vor allem mehr Wahrheiten, als jene, die Märchen-Forscher so oder so hinter vielen dieser Erzählungen sehen? Nicht nur in einem historischen Kontext, sondern auch in einem Phantastischen …?

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Lars A. Fischinger

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Wozu benötigen Wesen aus der Anderswelt eigentlich fliegende Fahrzeuge? Eine Feen-Sage über die Entführung eines Menschenkindes, die viele Fragen aufwirft!

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Warum brauchen Feen und Wesen aus der Anderswelt eigentlich Fluggeräte( Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Warum brauchen Feen und andere Wesen aus der sogenannten “Anderswelt” eigentlich Fluggeräte? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Feen kennt heute jedes Kind. Emsige Marketingstrategen haben schon lange Feen, Elfen oder andere Fabelwesen aus der Welt der Märchen und Sagen für sich entdeckt. Ein florierender Markt. Vor allem eben für die Kinder, die so seit Jahrzehnten ein vollkommen verdrehtes Bild von Feen & Co. haben, das nicht mehr viel mit der eigentlichen Folklore zu tun hat. In der Grenzwissenschaft werden allerdings solche Wesen seit langer Zeit auch immer wieder diskutiert. Und zwar in dem Sinne, dass in den Geschichten über sie vielleicht “verzerrte Hinweise” auf die Astronautengötter zu finden sind. Spannend wird es dabei unter anderem auch, wenn man auf Erzählungen über diese angeblich so lieblichen, geflügelten und kleinen Feen stößt, die ein ganz anders Bild zeigen. Zum Beispiel, dass diese engelhaften Feen alles andere als lieblich und nett sind und sogar Flugwagen zur Fortbewegung benötigen. Von genau solch einer überaus rätselhaften Sage erfahrt Ihr in diesem Artikel …


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Dämonische Sylphen und Entführungen nach „Magonia“

Ab dem ersten Jahrtausend nach Christus kamen Erzählungen und Berichte auf, die von angeblichen Dämonen in Frankreich sprachen. Fremde Wesen aus dem Himmel, die angeblich im ganzen Land ihr Unwesen trieben und vor allem auch Menschen entführte.

Es waren die sogenannten „Sylphen“, die den Überlieferungen nach unbescholtene Menschen in ein außerirdisches „Himmelreich“ mit Namen „Magonia“ mitnahmen. Hier, in diesem Reich außerhalb der Menschenwelt, zeigten diese Sylphen den entführten Franzosen allerlei scheinbar alltägliche Dinge aber auch „Wunder“, um sie dann wieder zurück auf die Erde zu bringen.

Diese Berichte über die fremde Welt Magonia und ihre nicht-menschlichen Bewohner sind überaus spannende Quellen für die Prä-Astronautik. Vor allem auch aus dem Grund, da sie im deutschen Raum bisher eher wenig in dieser Hinsicht betrachtet wurden. Aber auch, da diese Sylphen den Aufzeichnungen und Erzählungen nach in Luftschiffen bzw. Fluggeräten umher flogen, wie ich es in einem Buch bereits vor Jahren ausführlich darlegte.

„Liegen die Parallelen zu bestimmten Aspekte der UFO-Forschung nicht wie ein offenes Buch dar?“ So die weiterhin aktuelle Frage angesichts solcher seltsamen Geschichten.

Sylphen und ihr nicht-irdisches Reich Magonia stechen unter den unzähligen Sagen, Legenden und Märchen noch aus einem weiteren Grund heraus: Den Geschichten und Aufzeichnungen aus Frankreich nach, besaßen diese „Dämonen“ fliegende Wagen. Andere Wesen aus der Anderswelt, von denen uns die vielen alten Überlieferungen des Mittelalters erzählen, konnten damit meistens nie beeindrucken.

Ob Feen, Zwerge oder Elfen, ihnen alle sprach man keine derartigen Fluggeräte zu. Obwohl sie natürlich auch vielfach fliegen konnten, was aber eher durch „Zauberei“, „verzauberte Alltagsgegenstände“ oder Tiere geschehen sein soll.

Doch es gibt auch in der Märchen- und Sagenwelt phantastische Ausnahmen. Zum Beispiel bei einer Geschichte aus Irland.

“Eine sehr alte Straße” in Irland

Schon allein der Umstand, dass das besagte Märchen an einem bestimmten bzw. nachvollziehbaren Ort angesiedelt wird, macht es zu einer Ausnahme:

VIDEO: Erschien nicht die “Mutter Gottes” 1917 in Fatima sondern Aliens? (Bild: gemeinfrei / L.A. Fischinger)
VIDEO: Die Erscheinungen von Fatima 1917: Kamen die Ancient Aliens schon vor rund 100 Jahren zurück? Oder waren sie nie fort? (Bild: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Auf der Insel Irland befindet sich im Südwesten die Provinz Munster mit der Grafschaft Limerick. Benannt nach ihrer Hauptstadt Limerick (Luimneach), die heute in Irland als eine Hauptstadt des Drogenschmuggels bekannt ist. Aber auch einigen als Geburtsort von Mary Jane Kelly, die 1888 das fünfte Opfer von „Jack the Ripper“ in London wurde.

Eine alte Stadt, die bereits 812 eine Siedlung der Wikinger war. Und genau in dieser Region soll sich die seltsame Entführung durch Feen zugetragen haben, wie es die Sage erzählt. Auf einer Straße bei Limerick, die von dort weiter über Tipperary in das grob 180 Kilometer entfernte Dublin an der Ostküste Irlands führte.

Eine „sehr alte Straße“, die durch Sumpflandschaften, Berg und Tal und Wald und Wiesen führen würde. Etwa 10 „irische Meilen“ östlich von Limerick passiert diese dann eine hügelige Landschaft, die als „Die Slieveelim Hügel“ bekannt sei.

Man könnte hier beinahe an eine romantische Gegend auf der der grünen Insel Irland denken. Nur heiß es in der Sage dazu weiter, dass ein „Feen-Wagen“ und eine sehr seltsame Frau, die plötzlich genau dort erschienen, bei der Entführung eines Menschenkindes beteiligt waren.

Mit Gottes Schutz gegen „außerirdische Mächte“

„Mary Ryan“ heißt in dem Feen-Märchen die Mutter des entführten Kindes. Eine verarme Witwe aus Limerick sei sie gewesen, die sich alleine um insgesamt vier Kinder kümmern musste. Ryan war aber auch eine sehr gläubige Frau, die nicht nur an den Gott der Bibel glaubte, sondern auch an Hexen und böse Mächte. Darum hatte sie ihr Haus mit allerlei Talismanen und christlichen Zeichen wie Rosenkränze, Weihwasser und Dingen gegen Hexen, das Übel und gegen die „Machenschaften des Bösen“ abgesichert.

Immerhin lauerte das Böse überall und diese Objekte …:

„… waren Bollwerke gegen das Vordringen außerirdischer und böser Mächte, an die man in der Familie ständig durch die Silhouette des Lisnavoura erinnert wurde, eines einsamen Hügels, den das ‚gute Volk‘, wie die Feen nicht ganz zu Recht genannt werden, bewohnte.“

"So rasch wie der Wind": Eine UFO-Entführung vor Jahrhunderten in Irland? (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung & Montage: L. A. Fischinger)
ARTIKEL: “So rasch wie der Wind”: Eine UFO-Entführung vor Jahrhunderten in Irland? (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung & Montage: L. A. Fischinger)

Dass Feen „nicht ganz zu Recht“ als gutes Volk angesehen werden, wie das Märchen warnend bemerkt, wird die Witwe noch leidlich erfahren müssen. Die außerirdischen oder übernatürlichen Mächte lauern schließlich überall.

„Außerirdisch“ wird übrigens nur in deutschen Übersetzungen des Märchens geschrieben. Im Englischen steht an dieser Stelle „unearthly“, was auch „überirdisch“, „übernatürlich“ oder „gespenstisch“ heißen kann. Hier ist also nicht von Außerirdischen nach unserem heutigen Verständnis die Rede!

Lisnavoura, der Feenhügel, der nicht weit von dem Hause entfernt stand, schien aber auch irgendwie nicht von dieser Welt zu sein. Es heißt über diesen Hügel:

Der seltsame, kuppelartige Hügel erhob sich etwa eine halbe Meile vom Haus entfernt und wirkte wie eine Festung in der Gebirgslinie.“

Allen Schutzmaßnahmen gegen das überirdische Böse zum Trotz, kam es eines Tages zu einer Tragödie innerhalb der Familie der Mary Ryan.

Spurlos verschwunden?

„Arm war die Frau in einem armen Land“, und so ging sie eines Tages hinaus ins Moor, „um dort eine Last Torf zu holen“. Ihre älteste Tochter Nell arbeitete derweil daheim in der Küche, während ihre drei kleinen Kinder Con, Bill und Peg vor dem Haus auf der Straße spielten.

Mit dem Torf beladen und „gebeugt von der Last“ kam Ryan nach getaner Arbeit wieder zurück zu ihrer Hütte. Doch etwas stimmte hier nicht, da sie nur ihr ältestes Kind Nett zu hause antraf. Sie vermisste sie ihre drei jüngsten Kinder und fragte Nett wo diese seien:

„,Die spielen auf der Straße, Mutter. Hast du sie nicht gesehen, als du hereingekommen bist?‘

,Nein. Es war niemand vor mir auf der Straße‘, sagte sie beunruhigt, ‚nicht eine Seele, Nell, warum hast du nicht mal ein Auge auf sie gehabt?‘

Die Flugwagen des König Salomon
ARTIKEL: Die Flugwagen von König Salomon aus der Bibel: Spannende Märchen ohne Wahrheit? (Bilder: gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Also begann Nett ihre Geschwister zu suchen, „aber ihre zwei kleinen Brüder, Con und Bill, und ihre kleine Schwester Peg waren nirgends zu sehen“. Überall wurde nachgesehen, alles wurde abgesucht, aber keine Spur von den Kindern. Auch die Sonne ging bereits unter „aber nichts als das Gezwitscher der Vögel in den Bäumen“ war zu hören.

Es wurde langsam unheimlich:

„Wie oft hatte sie am Feuer während des Winters Geschichten von Kindern gehört, die bei Einbruch der Nacht an abgelegenen Orten von Feen gestohlen worden waren! Sie wusste auch, dass diese Furcht ihre Mutter immer wieder plagte. (…) Bei alledem ist es kein Wunder, dass sich auch Nell besonders vor den Feen fürchtete.“

Mary Ryan betete, dass die drei Kleinen bald wieder heim kommen, und machte ihrer Tochter Nell große Vorwürfe, dass sie nicht aufgepasst habe. Nell beschwichtigte ihre Mutter immer wieder, dass die Kids sicher gleich zurück sind und wohl nur „ein Stück die Straße entlanggegangen“ wären. Immerhin sind es Kinder, „sie springen hierhin und springen dahin“.

Endlich dann die Erlösung – so dachte Mutter Ryan zumindest …

Ein fliegender Feen-Wagen aus Glas

Ryans vermisste Kids kamen endlich zurück, aber:

Sie kamen jetzt aus westlicher Richtung näher, von dort her, wo der gefürchtete Hügel von Lisnavoura lag. Aber es waren nur zwei Kinder, und eines von ihnen, das kleine Mädchen, weinte.“

Bill war nicht dabei. Wo der erst fünfjährige Junge geblieben sei, wollte die Mutter verständlicherweise von ihren zwei Kindern wissen. Und so erzählte Con unter Tränen:

„,Er ist fort. Sie haben ihn mitgenommen. Aber sie haben gesagt, er wird bald wieder zurück sein‘, antwortete der kleine Con (…)

,Er ist fort mit den großen Damen‘, plapperte des kleine Mädchen.“

"Missing Time" bei den Gebrüdern Grimm: Ein seltsames Märchen und Männchen (Bilder: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)
ARTIKEL: Astronautengötter und die Gebrüder Grimm: Ein seltsames Zeitreise-Märchen und ein noch seltsameres “Zwerglein” aus dem Böhmerwald (Bilder: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: Fischinger-Online)

Mary Ryan war außer sich und verstand die Welt nicht mehr. Welche Dame meinen ihre Kinder überhaupt und wohin soll Bill mit ihr gegangen sein!?

Nachdem sich die beiden Kinder etwas beruhigt hatten, erzählte sie der Mutter eine wundersame Geschichte:

Als sie auf der Straße spielten, „wurden sie von einer aufgeregten Stimme in schrillem Tonfall von hinten angerufen“, das sie aus dem Weg gehen sollen.

Sie wandten sich um. Sie blickten auf etwas, das sie nie zuvor gesehen hatten. Es war ein Wagen, bespannt mit vier Pferden, die schnaubten und ungeduldig wieherten, während sie herankamen.“

Prachtvoll und herrlich sei die Kutsche  gewesen, wie es das 1870 aufgezeichnete Märchen weiter erzählt. Die Männern auf diesem Gefährt „wirkten sehr klein und irgendwie unpassend“, „hatten scharfe Gesichtszüge“ und „kleine, ruhelose, wild dreinblickende Augen, und um ihre Münder spielte ein schlaues, boshaftes Lächeln, vor dem die Kinder Angst bekamen“. Auch der Kutscher selber machte den Kindern Angst:

Der kleine Kutscher schimpfte. Seine kleinen wütenden Perlaugen schienen aus ihren Höhlen herausspringen zu wollen, während er die Peitschenschnur um den Kopf der Pferde wirbeln ließ, bis es aussah, als sei da ein Feuerstrahl in der Luft .“

Wie es sich für ein anständiges Märchen gehört, saß in dieser prunkvollen Kutsche eine „Prinzessin“. „Eine schöne und sehr vornehm aussehende Dame“, deren „Licht dieses Lächelns als angenehm“ von den beiden Kindern beschrieben wurde. Begleitet wurde diese Dame von einer weiten Frau:

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Das Oberteil der Kutsche war fast völlig aus Glas, und so konnten die Kinder sehen, dass drinnen noch eine andere Frau mitfuhr, die ihnen nicht so gut gefiel. Es war eine schwarze Frau, mit einem wundervollen langen Hals (…)

Das Gesicht diese schwarzen Frau sah fast aus wie bei einem Totenkopf, hohe Wangenknochen, große starre Augen, bei denen das Weiße, gleich der Farbe ihrer Zähne, einen strahlenden Kontrast zu ihrer Haut bildete. Sie lehnte sich zu der schönen Frau hinüber und schien ihr etwas zuzuflüstern.“

Die beiden fremden Passagiere der wundervollen Kutsche führten allerdings nichts Gutes im Schilde. Sie wollten den hübschen blonden Bill entführen!

Entführt von Feen

Die Kleinen bekamen Angst.

VIDEO: Von Aliens entführt? UFO-Entführungen heute und in der Vergangenheit (Bilder: gemeinfrei / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)
VIDEO: Von Aliens entführt? UFO-Entführungen heute und in der Vergangenheit (Bilder: gemeinfrei / Bearbeitung/Montage: Fischinger-Online)

„Eine süße Stimme“, die aus dem Inneren des Genährtes kam, und ihnen „wie der Klang einer Silberglocke“ erschien, beruhigte sie jedoch schnell wieder. „Wie das Licht einer Zauberlampe“ habe die vermeintliche Prinzessin gelächelt, als die den kleinen Bill voller Wohlgefallen in Augenschein nahm.

Nun begann die Fee Äpfel auf die Straße zu werfen. Doch die Äpfel verschwanden immer dann, wenn die Kinder danach griffen, in einem Loch oder Graben. Es war jedoch nur ein Trick der Fee oder Feen, um die arglosen Kinder zu täuschen und wegzulocken.

Als ihnen der Betrug klar wurde, und sie bereits ganz woanders waren war es längst zu spät:

Es hatte den Anschein, dass dort die Pferdehufe und das Gefährt einen wunderbaren Staub aufwirbelten, und eine Staubwolke, wie sie auch an ruhigen Tagen manchmal entsteht, schien sich zu bilden. Sie hüllte die Kinder für einen Moment ein und trieb dann wirbelnd gegen den Lisnavoura hin. Inmitten dieses Wirbels aber fuhr die Kutsche.

Plötzlich aber war statt ihrer nur noch Stroh in der Luft, und einige welke Blätter segelten über das Straßenpflaster. Im selben Augenblick verschwand der obere Rand des untergehenden Sonnenballs hinter dem Hügel von Knockdoula, und es wurde Zwielicht. Die Kinder spürten die Veränderung wie einen Schock (…)“

Der Junge Bill war weg. „Geht heim“, forderte eine dunkle Stimme die beiden Kinder auf. Sie sahen aber niemanden, der mit ihnen sprach und so liefen sie weinend und voller Angst schnell heim zu ihrer Mutter.

Der Knabe war und blieb verschwunden. Offensichtlich war er von den Feen verschleppt worden.

Manchmal, so heißt es weiter, sah die Familie Bill noch nachts am Fenster stehen. Jedes Mal aber, wenn sie schnell raus liefen und nach sahen, war er fort. „Molly Ryan sah ihren Sohn nie wieder“ und auch „seine früheren Spielgefährten bekamen ihn wieder zu Gesicht“ …

Wie deuten, was zitieren?

Kaum etwas ist für einen Mystery-Forscher wie mich schwerer, als solche Berichte aus der Anderswelt im Sinne der Prä-Astronautik oder dem UFO-Phänomen zu interpretieren. Einmal liegt es daran, dass derartige Märchen und Sagen immer nur auszugsweise zitiert werden können. Hier stellt sich naturgemäß die Frage, welche Passagen man auswählt, um die Überlieferung nicht zu verfälschen.

Ein weiteres Problem ist natürlich hier Herkunft, das Alter und der Kern der Geschichte. Letzteres ist es ja, was einige Autoren des Phantastischen „modern deuten“ und so mit Themen wie eben Astronautengötter oder UFO-Aliens in Verbindung bringen. In diesem Fall ist es besonders schwer, weshalb ich auch gerade diese Geschichte als Beispiel aus meinem Buch „Begleiter aus dem Universum“ ausgesucht habe.

ARTIKEL: Das uralte UFO-Phänomen! Jahrhundertealte “UFO-Berichte” und Begegnungen mit der Anderswelt (Bild: gemeinfrei / Collage: L.A. Fischinger)
ARTIKEL: Das uralte UFO-Phänomen! Jahrhundertealte “UFO-Berichte” und Begegnungen mit der Anderswelt (Bild: gemeinfrei / Collage: L.A. Fischinger)

Es ist ein „typischer“ Fall von Kindesraub durch eine Fee oder zwei eben Feen, der aber nie in der erzählten Form stattgefunden hat. Doch auch wenn spätere Erzähler allerlei „wundersame“ Ereignisse um den hier relevanten Kern herum gesponnen haben, so bleibt dennoch diese Tatsache erkennbar. Nämlich, dass hier ein Knabe von fremden Wesen verschleppt worden sein soll.

Interessant ist, dass europäische Feen-Märchen die Erlebnisse der Feen-Entführten in der Anderswelt gerne mit Festen und in paradies-ähnliche Gegenden beschreiben. Oft  -sehr oft – durch christliche Elemente ausgeschmückt. Hier aber verschwindet ein Kind für immer, nachdem ein schöne „Prinzessin“ in einer herrlichen Kutsche daher kam.

Wiederum diese „Kutsche“ ist es, die bei dieser Sage nicht ganz „normal“ erscheint. Gleiches gilt für die „Männer“ bei oder auf dieser. Neben den Beschreibungen, wie schön und prunkvoll das Fahrzeug der Fee war, scheint es allerdings auch so, dass sie fliegen konnte. Zumindest könnte man es so anhand des oben zitierten Verschwinden des Vehikels interpretieren.

Aliens, Feen, Geister und … Rassismus?

Ausgelassen wurden bis hierher die umfangreichen Beschreibungen, wie schön die Kutsche, dessen Pferde und all das Zubehör war. Schmückendes Beiwerk ist grundsätzlich Teil ausnahmslos aller Geschichten aus der Folklore! In diesem Feen-Märchen finden sich trotzdem einige deutliche Auffälligkeiten, die nicht ausgelassen werden dürfen.

Auch die Details der Kleidung der zweiten Fee an Bord, der schwarzen Frau, wurden oben weggelassen. Diese habe „viele Ketten aus Perlen verschiedener Farbe“ getragen und „einen Turban aus Seide, die in allen Farben des Regenbogens changierte“. „Zusammengehalten wurde dieser Kopfputz von einem goldenen Stern“, wie es die Kinder gesehen haben wollen. Alles in allem gefiel diese Dame im Wagen den Kindern „nicht so gut“.

Ein rassistisches Märchen?

Im heutigen Zeitalter des grenzenlosen medialen Nazi-Wahn und der wie durch Zauberhand an allen möglichen und unmöglichen Stellen gefundenen Rassismus-Vorwürfe, trifft das mit Sicherheit zu. Es ist schließlich kein Geheimnis, dass „die Gesellschaft“ hierzulande unlängst ganz schnell mit irgendwelchen Aussagen, dass man „keine Toleranz vor Fremden“ hat etc., daher kommt.

Im Märchen des von Feen geraubten Jungen ist es scheinbar ebenso. Nur: umgekehrt.

Verdächtig oft wird in der Sage über den entführten Bill erwähnt, dass er wundervoll blond war. Golden seien seine Haare gewesen, während die Erzählung nebenbei an keiner Stelle vergisst zu erwähnen, welche Haarfarben die anderen Beteiligten hatten. Alle andern hatten nämlich dunkle oder schwarze Haare. Ganz deutlich wird an mehreren Stellen, dass Bill offenbar eben aufgrund seiner Haarfarbe von den Feen verschleppt wurde.

Wie es zu der Wahl kam, gerade Bill zu entführen, wird auch klar gesagt. Die schwarze und nicht so schöne Fee mit dem Turban kam auf die Idee:

Sie lehnte sich zu der schönen Frau hinüber und schien ihr etwas zu zuflüstern.“

Erst daraufhin begann die schöne „Prinzessin“ sich für „den Jungen mit dem goldenen Haar“ genauer zu interessieren, um ihn letztlich zu rauben.

Nie wieder war Bill daraufhin gesehen. Vielleicht aber dann und wann als Geist am Fenster seiner Familie, da dieses Märchen auch als Geistergeschichte bezeichnet wird.

Was kann man da noch glauben?

VIDEO: UFOs und fremde Wesen im Mittelalter und seit Jahrtausenden: Das UFO-Phänomen ist uralt … und keine moderne Erfindung einer “Phantasten”! (Bild & Montage: L. A. Fischinger)
VIDEO: UFOs und fremde Wesen im Mittelalter und seit Jahrtausenden: Das UFO-Phänomen ist uralt … und keine moderne Erfindung einer “Phantasten”! (Bild & Montage: L. A. Fischinger)

Abgesehen davon, dass sowohl Haarfarben wie auch die vielen anderen Details der Geschichte für Mystery-Jäger Beiwerk sind, ist die „Rassismus-Frage“ nicht unberechtigt.

Es scheint, als könne dieses Märchen als eine Art Warnung der damaligen Zeit vor schwarzen Menschen verstanden werden. Schließlich war es auch die schwarze Fee, die scheinbar erst die schöne andere Fee mit ihren blauen Augen (wie es betont wurde) zu der Entführung „anstachelte“. Das Böse ging demnach von ihr aus.

Um das Jahr 1870 wurde „Das Kind, das mit den Feen ging“ von dem irischen Autoren Joseph Thomas Sheridan Le Fanu veröffentlicht. Der 1873 verstorbene Joseph Fanu gilt als Autor von Schauergeschichten und seine Vampir-Erzählung „Carmilla“ von 1872 bildete die Grundlage für Bram Stokers Roman „Dracula“ (1897).

Heute würde die Veröffentlichung eines solchen Märchens mit Sicherheit einen Rassismus-Aufschrei nach sich ziehen. Vor fast 150 Jahren natürlich nicht, da in jenen Tagen eine eine Teilung der Welt in Schwarz und Weiß vollkommen normal war.

Was kann man als Grenzwissenschaftler hier noch „glauben“? Ist die Sage tatsächlich in einer solchen rassistischen Art entstanden? Oder hat Fanu sie sogar als Teil seiner Gruselgeschichten vollständig im Geist seiner Zeit erfunden? Oder kann es sein, dass sich eine entsprechende ursprüngliche Feen-Legende der Folklore durch den irischen Volksmund in eine derart verzerrte Form wandelte?

Obwohl Entführungen von Menschen und deren Kindern durch Wesen aus der Anderswelt fester Bestandteil der Sagenwelt ist, stößt man hier an die Grenzen der Deutungen. Zumindest wenn man bemüht ist, in deren Kernaussagen Spuren von Astronautengöttern zu ermitteln.

Auch auf ein anderes Märchen trifft das zu, das ich vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt auf diesem Blog bzw. bei Grenzwissenschat & Mystery Files einmal vorstelle. Denn die Spuren dieser Feen-Saga führen bis zu den Freimaurern, dem Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart und der der damaligen High Society von Wien am Ende des 18. Jahrhunderts …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Unsichtbare Riesen und „Wesen eines anderen Sterns“: Neue Spuren der Prä-Astronautik in der Sagenwelt und ein Whistleblower +++ Artikel +++

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Unsichtbare Riesen und die Wesen eines anderen Sterns (Bild: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Unsichtbare Riesen und die “Wesen eines anderen Sterns” (Bild: gemeinfrei / Montage/Bearbeitung: L. A. Fischinger)

Prä-Astronautik-Autoren wie ich suchen schon Jahrzehnte nach Spuren mutmaßlicher Astronautengötter in alten Schriften und Überlieferungen. Der Schwerpunkt liegt hier auf religiösen Mythen, die von “Wesen aus dem Himmel” erzählen. Aber auch Berichte über Riesen oder Giganten der Vorzeit, die laut weltweiter Mythologie einstmals auf der Erde lebten, finden in diesem Zusammenhang Beachtung in der Prä-Astronautik. Von dem nordischen  Gott Thor mit seinem Hammer “Mjölnir” über die Gewaltigen der Bibel bis zur Welt der Märchen und Überlieferungen verschiedenster Völker rund um den Erdball – überall wird von Riesen erzählt. Doch besonders spannend wird es für einen Mystery-Jäger, sobald diese Recken in der Sagenwelt konkret mit Außerirdischen in der Verbindung gebracht werden. Von genau solchen angeblichen “Märchen”  über Wesen von anderen Sternen und Riesen, die sich sogar unsichtbar machen konnten, sowie von einem “Whistleblower der Folklore” erfahrt Ihr in diesem Artikel …


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Liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Am 15. September 2017 veröffentlichte ich auf diesem Blog den Artikel „So rasch wie der Wind“. Darin geht es um mutmaßliche Zusammenhänge zwischen Geschichten von Feen und anderen Wesen aus Sagen und Märchen und der Prä-Astronautik bzw. UFO-Forschung. Konkret im genannten Artikel um ein Beispiel einer „Entführung“ eines Menschen durch Feenmänner.

Ich hatte das Thema „Unsichtbarkeit“ in Sagen, Mythen und Märchen darin bereits angesprochen und auch mit einem biblischen Beispiel etwas erweitert. Doch wie im Artikel bereits angekündigt, möchte ich an dieser Stelle daran anknüpfen.

Zumal auch der spätere Blog-Artikel „Die Wunder von Fatima 1917: Marienerscheinungen die (fast) keiner sah“ genau dies zum Thema hatte.

Unsichtbar

Sicher hat jeder Mensch sich schon einmal gewünscht unsichtbar zu sein. Einige wären gerne für andere nicht zu sehen um „Mäuschen zu spielen“ und wieder andere Menschen wären es gerne, um kriminellen Machenschaften nachzugehen. Auch Hollywood hat natürlich dazu mehr oder weniger schlechte Filme und Serien produziert, die mit diesen Träumereien spielen. Keine Person kann sich einfach so „unsichtbar“ machen; zumindest habe ich noch keinen Unsichtbaren gesehen …

Für das Militär wäre eine solche „Tarnkappe“ von ungeahntem Nutzen. Tatsächlich forscht man an derartigen Techniken, die nicht nur auf „feindlichem Radar“ Kriegsgerät unsichtbar machen sollen. Vielmehr soll eine optische Unsichtbarkeit eines physisch vor einem stehenden Objektes erreicht werden. Beispielsweise durch die Projektion der Rückseite auf die Vorderseite des Objektes, auf die gerade geschaut wird.

Das alles ist bis heute noch Utopie bzw. befindet sich in primitiven Anfangsstadien der Entwicklungen und theoretischen Überlegungen. Wie so oft war es aber in der Vergangenheit vollkommen anders. Da war diese „Technik“ fast schon alltäglich und wohl bekannt, da sich die unterschiedlichsten Wesen unsichtbar machen konnten. Die Wesen der Folklore konnten das ebenso wie Götter, Engelwesen oder Dämonen. Zumindest erzählen das unsere Vorfahren in ihren Mythologien und Überlieferungen.

Wunschdenken der Vergangenheit?

Unsichtbarkeit in alten Berichten vergangener Völker und Kulturen?! Warum, so kann man hier fragen, sollten unsere Vorfahren sich nicht auch wünschen, dass sie sich unsichtbar machen können?

VIDEO: Monster, Mythen und Mysterien: Urlaubsinsel Sylt jenseits von Promis, Party & Prosecco (Bild: L.A. Fischinger)
VIDEO: Monster, Mythen und Mysterien: Urlaubsinsel Sylt jenseits von Promis, Party & Prosecco (Bild: L. A. Fischinger)

Das ist eine berechtigte Frage und bestimmt haben sich Menschen vergangener Tag das auch mal gewünscht. Eben nicht anders als heute.

Dabei gibt es aber ein Problem: Durchforstet man all die Sagen und Märchen über Feen, Elfen, Trolle etc., in denen Unsichtbarkeit vorkommt, waren es genau diese Wesenheiten, die diese Fähigkeit bessern haben sollen. Bei Mythen oder religiösen Schriften der Vergangenheit sieht nicht anders aus. Auch hier waren es nicht Menschen, die sich unsichtbar machen konnten, sondern Gott & Co. Es gibt Ausnahmen, aber in der Regel war diese „Begabung“ ausschließlich ein Privileg von Wesen, die nicht von der Erde kamen oder besser gesagt keine Menschen waren.

Warum also sprechen solche Geschichten in den allermeisten Fällen diese Fähigkeit ausnahmslos anderen Wesen und nicht irgendwelchen Menschen zu? Es wäre eigentlich zu erwarten, wenn sich Menschen immer mal wieder gerne vorstellen, dass man sie nicht sehen kann …

Riesen und Außerirdische

Erzählungen und Texte über Riesen, Titanen, Hünen oder Giganten gibt es in allen Teilen der Erde und aus allen Zeiten der Menschheit. Geschichten über Riesen finden sich zahlreich in der Märchenwelt, sie finden sich in der Bibel, in skandinavischen Mythologien, in südamerikanischen Überlieferungen, im Glauben afrikanischer Völker oder auch in religiösen Erinnerungen der Griechen und Bewohner Ozeaniens. Selbst historische und reale Menschen wollen sie gesehen haben. Zum Beispiel Seefahrer und Entdecker.

In der Prä-Astronautik sind solche Recken der Urzeit immer wieder Thema der hitzigsten und wildesten Kontroversen. Grund dafür sind auch die immer wiederkehrenden Fotos von gefundenen Riesen, die allesamt nicht echt sind. Bilder, die oft schon rund 15 Jahre kursieren und mit denen ich mich bereits häufig befasst habe (z. B. HIER, HIER, HIER, & HIER). Gleiches gilt für das Thema „Gab es Riesen in der Vorzeit?“, wie Ihr beispielsweise HIER, HIER , HIER & HIER erfahrt.

Kern- oder Grundaussage beim Thema Riesen der Vergangenheit ist in der Prä-Astronautik, dass diese „irgendwas“ mit den Astronautengöttern zu tun haben. Ich selber teile diese Ansichten.

VIDEO: “Auf der Jagd nach den Nephilim” – Von Ancient Aliens, Riesen, Anunnaki und Göttersöhnen (Bild: L.A. Fischinger)
VIDEO/VORTRAG: “Auf der Jagd nach den Nephilim” – Von Ancient Aliens, Riesen, Anunnaki und Göttersöhnen (Bild: L.A. Fischinger)

Ist man (wie ich) Prä-Astronautiker und Jäger des Phantastischen, kennt man viele der ungezählten Geschichten der Vergangenheit über Titanen. Fast immer sollen sie böse gewesen sein und Angst und Schrecken verbreitet haben. Sünde und grob-dumme Gesellen, denen man nicht begegnen mag. So kann man das „klassische Bild“ von Riesen in der Sagenwelt umreißen.

Im Alten Testament werden im 1. Buch Moses unter anderem Riesen sogar für die Schlechtigkeit der gesamten Menschheit mit verantwortlich gemacht. Auch mit dem „Fall der Engel“ stehen diese im Zusammenhang und selbst Moses und die Hebräer sollen noch leibhaftige Riesen getötet haben.

Kein Wunder also, dass in der biblisch und jüdisch geprägten Welt diese Giganten den Ruf als „Bestien“ haben, die es auszurotten gilt.

Interessant ist aber, dass das in aller Welt so ist, in denen man Mythen über sie findet. Beispielhaft soll hier der nordische Gott Thor der skandinavischen Mythologie erwähnt werden. Thor hat nach Texten wie der Edda immer wieder gegen Riesen gekämpft oder die versucht zu töten. Wie in diesem Beispiel aus der Snorra-Edda aus dem 13. Jahrhundert (Gylfaginning, Kapitel 45, 279):

Aber um Mitternacht hörte Thor den Skrymir im Schlafe so laut schnarchen, dass der Wald widerhallte. Da stand er auf und ging zu ihm, schwang den Hammer hastig und heftig und schlug ihn mitten auf den Wirbel, so dass er merkte, wie das Hammerende ihm tief ins Haupt sank. In dem Augenblick erwachte Skrymir und fragte: Was ist mir? Ist mir eine Eichel auf den Kopf gefallen? Oder was ist mit dir, Thor?

Auch wenn die Giganten der Mythologie zum Beispiel eine außerirdische Herkunft haben sollten (zumindest zum Teil), wird ihnen eine Fähigkeit nicht zugesprochen: Sich unsichtbar machen.

Aber eine bemerkenswerte Sage aus dem Gebiet zwischen Emmerich und Düsseldorf macht genau das.

Unsichtbare Titanen der Urzeit

ARTIKEL: Stonehenge und das “Erbe der Giganten” in aller Welt (Bild: gemeinfrei)
ARTIKEL: Stonehenge und das “Erbe der Giganten” in aller Welt (Bild: gemeinfrei)

Eigentlich bringt kein Ancient Alien-Autor Riesen mit Unsichtbarkeit in Verbindung. Eher sollen Feen und ihren Kollegen solche Fähigkeiten besessen haben. Doch in der folgenden Geschichte finden sich dazu einige spannende Details.

So wird in dieser Rhein-Sage erzählt, dass ein Zwerg, ein „Wichtelmann“, sich einst nett mit einem Riesen unterhalten haben soll. Dabei beschlossen die beiden ihre Gestalt zu tauschen, nachdem sie „viel über die Menschen und über Unterschiede zwischen ihren Völkern und den Irdischen geredet“ hatten. Der Titan wiederum wird in der gesamten Erzählung als nett oder umgänglich beschrieben. Alles andere also, als man es aus Märchen gewohnt ist.

Erstaunlich ist dabei allerdings, woher die Informationen über den Wichtel und den Riesen eigentlich stammen sollen:

Es ist übrigens eine der Geschichten, die uns die Wichtelmänner selbst auf einem der kleinen, weißen Blätter hinterbracht haben, die das Völkchen mitunter in unseren großen Bibliotheken in alte Bücher legt.“

Wesen aus der Anderswelt geben Informationen an die Menschen? Unglaublich!

Das Märchen zieht inhaltlich konkret eine Verbindung zu einem anderen netten Riesen, dem ein Geistlicher begegnet sein soll. Auch dieser Recke war freundlich und damit keine boshafte Erscheinung, wie es die Erzählung herausstellt. Seine zweite Besonderheit wiederum war das Wissen über die „Technik“ sich unsichtbar machen zu können.

So heißt es zu der Begegnung mit dem Gewaltigen:

Ein Pfarrer am Niederrhein schildert, wie er einst einen solchen Riesen gewahr wurde. Er geht zu einer Abendstunde am Rheinuferentlang, um noch ein wenig frische Luft zu genießen, denn am anderen Tag heißt es früh aufstehen. Da sieht er auf einige Entfernung an einem Baum einen Mann lehnen, der ihm den Rückenzuwendet. Nun, der Pfarrer stapft weiter, obwohl ihm sehr unheimlich zu Sinn wird, und ihn dünkt, dass der Unbekannte bei jedem Schritt, den er ihm näher kommt, um zwei Ellen wächst.

Schließlich ist der Fremde groß wie ein junger Eichbaum. Gerade will der wackere geistliche Herr mit einem Stoßgebet an ihm vorüber, da wendet der Riese sich zu ihm um, schiebt sich ein Käppchen auf den Kopf, lächelt freundlich und ergeben, als bäte er um Entschuldigung, dass er sich sehen ließ, und zergeht langsam in Unsichtbarkeit.

(…) Bösartig sei der Hüne nicht gewesen, das hätte er an seinem Lächeln gesehen, sagt der Pfarrer.“

Die „Wesen eines anderen Sterns“

"So rasch wie der Wind": Eine UFO-Entführung vor Jahrhunderten in Irland? (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung & Montage: L. A. Fischinger)
ARTIKEL: “So rasch wie der Wind” – Eine UFO-Entführung vor Jahrhunderten in Irland? (Bild: gemeinfrei / Bearbeitung & Montage: L. A. Fischinger)

Ein Riese, der sich mit einem „Käppchen“ unsichtbar machen kann? Noch dazu einer, der offensichtlich alles andere als ein bösartiges Wesen beschrieben wird. Nur: Was war diese Kappe, die den Hünen im Nichts verschwinden ließ?

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Solche „Tarnkappen“ oder „Tarnumhänge“ kommen in der Märchenwelt öfter vor. Beispielsweise bei diversen Helden, die derartige Tarn-Techniken von den verschiedensten Fabelwesen bekommen haben sollen. In dieser Sage vom Niederrhein nutzt sie jedoch ein Hüne höchst-selbst um sich vor dem nahenden Pfarrer unsichtbar zu machen.

Das Märchen lässt uns aber auch über die Herkunft dieses Unsichtbarkeits-Zaubers nicht im Unklaren. Nicht nur, dass angeblich Zwergenwesen Informationen in Bibliotheken bringen, sondern Außerirdische brachten die Tarn-Techniken zu den Riesen. Es heiß:

Zwischen Düsseldorf und Emmerich sind die Riesen noch nicht ausgestorben, aber sie haben es von den Zwergen mitbekommen, dass sie sich unsichtbar machen können. Sie vermeiden gern, dass die Menschen sie erkennen, weil sie fürchten, dass sie ihnen hinter ihre Schliche kämen. Vielleicht haben die Hünen auch ihre Fähigkeit von den Wesen eines anderen Sterns erhalten und hüten sich deshalb, etwas zu verraten.“ (Unterstreichung von mir)

Was soll man hierzu sagen? Waren „Wesen eines anderen Sterns“ in jenen Tagen also bekannt? Nicht Elfen, Unterirdische oder Feen in ihren Feenhügeln, sondern klar Lebewesen von außerhalb der Erde.

Aber die Sagenwelt legt genau bei diesen außerirdischen Wesen sogar „noch eine Schippe drauf“, wie es umgangssprachlich gerne heißt …

Konspirative Treffen mit Aliens „von anderen Sternen“

Wesen von anderen Sternen sind schlicht und einfach Außerirdische. Daran gibt es nichts herumzudeuteln.

Die Frage nach (intelligentem) Leben im All ist heute ein alltägliches Thema, das auch für die Mainstreammedien unlängst salonfähig geworden ist. Daran war bei den Menschen vor Jahrhunderten eigentlich nicht zu denken. Wobei Leben im All und Außerirdische hier auf der Erde, wie es die Sage von den Hünen oben behauptet, zwei verschiedene Paar Schuhe sind. Im Mainstream heute wird da ebenso scharf unterschieden, ob es irgendwo im Universum Leben oder Intelligenzen gibt, oder ob solche Aliens hier auf der Erde waren/sind. Auch die Astronomie zieht hier eine klare Trennlinie.

VIDEO/VORTRAG: Der ultimative Beweis für die Astronautengötter – wie lässt sich die Prä-Astronautik unwiderlegbar beweisen? (Bild: L.A. Fischinger / Tatjana Ingold)
VIDEO/VORTRAG: Der ultimative Beweis für die Astronautengötter – wie lässt sich die Prä-Astronautik unwiderlegbar beweisen? (Bild: L.A. Fischinger / Tatjana Ingold)

Die Prä-Astronautik geht davon aus, dass diese Aliens hier waren und in den alten Berichten und Aufzeichnungen Spuren hinterlassen haben. Eben exakt so, wie die genannten „Wesen von anderen Sternen“, die vielleicht den Riesen die Fähigkeit des „Unsichtbarmachens“ gebracht haben.

Und diese Außerirdischen haben in einem weiteren angeblichen Märchen eine nicht minder spannende Spur hinterlassen. In dieser überlieferten Geschichte vom Rhein bzw. aus dem Mündungsgebiet des Rheins (Niederlande) wird von einer Witwe nahe der niederländischen Stadt Utrecht erzählt. Eine unheimliche Witwe, die „in vielen Dingen der schwarzen Kunst wohlbeschlagen war“. Sie war also eine Hexe.

Ihrem treuen Knecht wiederum wurde die Zauberin irgendwann doch zu unheimlich, da er „über die Gewohnheiten seiner Herrin Bescheid“ wusste. Vor allem da sie „zu bestimmten Nächten in jedem Jahr aus ihrem Haus verschwand“ und der Knecht eines Tages sie dabei heimlich beobachtete. Sie sei durch die Luft mit Hilfe einer Handvoll Heu aus einer ganz bestimmten Pferdekrippe weg geflogen!

Nun nahm auch der „getreue Knecht“ dieses Zauberheu und flog seiner Meisterin damit heimlich nach. So reiste er „im nächsten Augenblick durch die Lüfte nach der Stadt Wyk, die nahe der Mündung des Rheins“ und landete dort in einem Keller. Eine Menge Leute hielten sich in diesem Kellerraum auf, die der Knecht bereits durch Besuche dieser Menschen bei seiner Herrin daheim kannte. Willkommen war er in der Runde aber nicht:

Dann sah er auch seine Meisterin. Die meisten Besucher schalten und waren ungehalten, dass ein Fremder unter ihnen war und dass die Frau auf ihre Pferdekrippe nicht acht gegeben hatte. Aber mit dem Knecht selbst hatten sie allesamt Mitleid, und als die Herrin vorschlug, ihn umzubringen, waren sie dagegen. Sie legten der Witwe von Oostbrock vielmehr auf, wenn der Mann Schweigen verspräche, ihn sicher heimzuführen.“

Es kam aber anders. Die Hexe warf ihren Knecht auf dem Rückflug niederträchtiger Weise in den Rhein, wo er später verletzt von einigen Bauern aufgefunden wurde. Die Retter des Mannes „horchten ihn aus und fuhren gleich bis Utrecht“, wo er diese Geschichte dem Bürgermeister berichten musste:

Der Knecht hat erlaubt, die Sache aufzuschreiben, und das ist geschehen.“

“Wir sahen kleine Leute im Wollaton Park”: Angebliche Begegnung mit “Gnomen” im Jahr 1979 soll erneut hinterfragt werden (Bild: Archiv Nottingham Post / WikiCommons/gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
“Wir sahen kleine Leute im Wollaton Park”: Die angebliche Begegnung mit “Gnomen” im Jahr 1979 (Bild: Archiv Nottingham Post / WikiCommons/gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Obwohl er zum Stillschweigen verpflichtet war, packte er also letztlich doch über das „Spukhaus in Wyk“ aus. Ein Whistleblower der Folklore, der eher versehentlich oder aus Neugier auf einem solchen konspirativen Treffen landetet. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Über solche Art von Geheimtreffen in ebenso geheimen Häusern waren die Menschen laut dem Ende der Sage aus Holland aber informiert. Man wusste von diesen Geheim-Meetings von Denkern und Gelehrten aus anderen Städten. Und man wusste auch, dass auch Außerirdische im Verborgenen daran teilnehmen. Das Märchen schließt mit den Worten:

Man hatte damals und vielleicht noch jüngst in allen großen Städten, wie Amsterdam und Hamburg, solche heimlichen Zauberhäuser, und es gibt Weise und Dichter, die dort gern gesehene Gäste waren und in den Büchern studierten und Gelehrte aus anderen Schichten und sogar von anderen Sternen empfingen. Dass auch in Wyk solch Haus bestand, hat man freilich erst aus dem Bericht des Bürgermeisters Culemberg erfahren.“ (Unterstreichung von mir)

Es klingt wie eine moderne Verschwörungstheorie: Eine Geheimgesellschaft aus vollkommen unterschiedlichsten Menschen, die sich im Geheimen an versteckten Orten treffen, um Wissen und Weisheit zu studieren … und an dem als „Krönung“ sogar „Gelehrte von anderen Sternen“ teilnehmen.

Also genau jene Wesen, die angeblich den Riesen der Urzeit die Fähigkeit gaben, sich unsichtbar zu machen, wie es die das andere Märchen vom Rhein weiß ….

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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Strafe aus der “Anderswelt”? Elfen auf Island wehrten sich gegen unachtsame Bauarbeiten – und die Straßenbaubehörde musste reagieren

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Elfen wehren sich auf Island gegen unachtsame Bauarbeiten in ihrer "Siedlung" (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
Elfen wehren sich auf Island gegen unachtsame Bauarbeiten in ihrer “Siedlung” (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Die Insel Island im Nordatlantik gilt als “Insel aus Feuer und Eis”. Gletscher, Vulkane und ein raues Klima, daran denken die meisten Menschen wenn sie von diesem dünn besiedelten Eiland hören. Andere wiederum verbinden die Insel mit einer Art “romantischen Glauben” an Wesen der Folklore, die bis heute dort leben sollen. Denn Feen, Gnome und andere Kreaturen der Sagen- und Märchen-Welt leben nach Ansicht von Teilen der einheimischen Bevölkerung bis heute ganz real auf Island unter ihnen. Nach einem Bericht einer isländischen Zeitung haben unachtsame Bauarbeiten an einem von Elfen bewohnten Ort im August 2015 die Wut eben dieser Fabelwesen nach sich gezogen. Das isländische Straßenbauamt musste in diese Woche darauf reagieren …

 

 

Von Lars A. Fischinger

Hallo, liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Für den ein oder anderen Menschen ist beim Stichwort “Island” vielleicht noch seit der  Fußballeuropameisterschaft die isländische Nationalmannschaft im Gedächtnis. Seefahrthistoriker, Wikinger-Freunde und Fans der sogenannten “Sagas“, “Wotanisten” und Geschichtsinteressierte kennen Island vor allem aufgrund der Besiedlung durch die Wikinger, denen die Insel vor rund 1.000 Jahren als Zwischenstopp auf dem Weg nach Nordamerika diente. Und Naturliebhaber preisen die Schönheit der Landschaft und auch die dort lebenden Pferde.

Romantikern wird beim Namen der kalten Insel aber warm ums Herz: Auf der Vulkaninsel im Atlantik zwischen Schottland und Grönland ist bis heute bei Teilen der Einheimischen der Glaube an Fabelwesen vollkommen real und alltäglich. Gnome, Zwerge aller Art und Unart, Feen und andere Märchen-Gestalten sollen demnach bis heute auf Island vollkommen real quasi Tür an Tür mit den Menschen wohnen. Eine Folklore, die auf auf dem europäischen Kontinent fast ausgestorben ist.

Island – Insel der Elfen

Kontinental-Europäer blicken oft mit gerunzelter Stirn staunend drein, wenn sie erfahren, dass es auf Island Menschen gibt, die fest an die Existenz von Elfen und Naturgeistern glauben. Einem Aberglauben, den die Kirche in Jahrhunderten eigentlich ausgerottet hatte. Nicht aber auf Island, wo Menschen nicht nur an diese Wesenheiten glauben, sondern wo die Einheimischen auch um den Erhalt der vermeintliche Wohnstätten der Elfen und ihrer Freunde aus der sogenannten “Anderswelt” bemüht sind.

ARTIKEL: Das uralte UFO-Phänomen! Jahrhundertealte „UFO-Berichte“ und Begegnungen mit der Anderswelt (Bild: gemeinfrei / Collage: L.A. Fischinger)
ARTIKEL: Das uralte UFO-Phänomen! Jahrhundertealte „UFO-Berichte“ und Begegnungen mit der Anderswelt
(Bild: gemeinfrei / Collage: L.A. Fischinger)

Die Eigenart, noch heute fest an die Realität von solchen Fabelwesen zu glauben, ist tief im kulturellen Erbe der Isländer verankert. Und wie ganz selbstverständlich gibt es Reiseführer, Wanderrouten und Karten zu den Wohnstätten, Plätzen und Versammlungsorten der dort lebenden Trolle, Elfen & Co.

Trotz unseres High-Tech-Zeitalters hat sich im kalten Nordatlantik auf dieser kargen (unlängst christlichen) Vulkaninsel diese Weltanschauung gehalten. In Zentraleuropa finden sich derartige Vorstellungen – wenn überhaupt – nur noch in der Esoterik und/oder individuell gestalteten persönlichen “Naturreligionen”. Das ist einer der Gründe, warum Island dieses Erbe pflegt und bemüht ist, Rücksicht auf die (meist?!) unsichtbaren Mitbewohner nimmt. Auch wenn diese in der “Anderswelt” leben, wie es seit Jahrhunderten in ganz Europa erzählt wurde.

Der Zorn der Elfen von Siglufjörður

Nach einem Zeitungsbericht vom 30. August 2016 der isländische Zeitung “Morgunbladit” ging diese Rücksicht auf die lokalen Elfen jedoch bei einem Bauvorhaben gründlich schief. Das Unglück auf Island begann bereits im August 2015 bei Bauarbeiten in Siglufjörður im Norden der Insel. Dort hatten Arbeiter beim Straßenbau unachtsam einen sogenannten “Elfen-Stein”, nach der Folklore eine Art Heimstätte oder Wohnort von Elfen, unter einer Ladung Sand, Dreck, Schutt und Erde verschüttet. Nicht wissend, was es mit diesem speziellen Felsen auf sich hat, sahen die Bauarbeiter in diesem nur einen gewöhnliches Hindernis. Jedoch begann damit “die Rache der Elfen” für diesen Frevel.

Die Zeitung “Morgunbladit” berichtet weiter,

Die in Siglufjörður letzten Sommer gebaute Straße nahe dem Elfen-Felsen “Álfkonusteinn” (“Elfen-Damen-Stein”) brachte der Insel kein Glück. Sveinn Zóphóníasson von der zuständigen Baufirma “Bass” erzählte, dass sich nach einem starken Regen im vergangenen Sommer eine Schlamm- und Gerölllawine an einem Hang der Straße löste und sie streckenweise verschüttete.

ARTIKEL: Johann Wolfgang von Goethe: er sah scheinbar ein UFO - und glaube auch an Naturgeister (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)
ARTIKEL: Johann Wolfgang von Goethe: er sah scheinbar ein UFO – und glaube auch an Naturgeister (Bild: gemeinfrei / Montage: L. A. Fischinger)

Bei den darauf folgenden Instandsetzungsarbeiten der Straße, so Zóphóníasson weiter, haben die Bauarbeiter auch versehentlich den Elfen-Felsen “Álfkonusteinn” verschüttet. Wohl unwissend, dass dort Elfen wohnen sollen, wie es die lokale Bevölkerung wusste. In der Folge kam es zu “mysteriösen Vorkommnissen” rund um den Felsblock. Die Straße sei überschwemmt worden, einer der Bauarbeiter stürzte und verletzte sich schwer, Maschinen und Bulldozer funktionierten plötzlich nicht mehr und sogar ein neugieriger Journalist des Fernsehsenders “RÚV” versank bis zum Bauch im Morast und musste befreit werden.

“Niemand hatte an den Felsen Álfkonusteinn gedacht”, sagte Zóphóníasson der Zeitung “Morgunbladit”. Obwohl es seit 2012 auf Island ein Gesetzt gibt, dass solche Plätze und magische Ort als “kulturelles Erbe” der Insel unter Schutz stellt. Das betonte beispielsweise auch 2014 Pétur Matthíasson von der isländischen Straßenbaubehörde, als Bauarbeiten eine “Elfen-Kirche” bedrohten „Das ist einfach Teil unseres kulturellen Erbes”, so Matthíasson damals.

Der Elfen-Wohn-Felsen wurde diese Woche im Auftrag des isländischen Straßenbauamts wieder freigelegt, damit es keine weitere Probleme mit den Naturwesen gibt. Nach der Freilegung, so eine weitere Meldung der Zeitung “Morgunbladit”, habe man den Elfen-Stein “Álfkonusteinn” von 10. bis 12.000 Kubikmeter Schlamm und Geröll bereit und anschließend durch die Feuerwehr mit Hochdruck-Löschwasser gereinigt.

Hoffen wir, dass die dort lebenden Elfen dadurch wieder besänftigt wurden …

Ich danke Euch, Euer Jäger des Phantastischen

Fischinger-Online

(Geschäfts-eMail: FischingerOnline@gmail.com)

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