^

Search Results for: ABORA

Kam Kolumbus 15.000 Jahre zu spät? ABORA-Sonderausstellung in Sassnitz auf Rügen ab Juni 2021

Teilen:
Kam Kolumbus 15.000 Jahre zu spät? ABORA Sonderausstellung in Sassnitz vom 18. Juni bis 19. September 2021 (Bild: D. Görlitz / abora.eu)
Kam Kolumbus 15.000 Jahre zu spät? ABORA-Sonderausstellung in Sassnitz vom 18. Juni bis 19. September 2021 (Bild: D. Görlitz / abora.eu)

Der Experimentalarchäologe Dr. Dominique Görlitz wurde vor allem als “Steinzeit-Segler” bekannt. Mit seinen Schifffahrtsexpeditionen ABORA wollte er aufzeigen, dass es schon in der Vorzeit möglich war mit einfachen Booten die Weltmeere und Ozeane zu befahren. Jetzt platz er zusammen mit der Stadt Sassnitz auf Rügen eine Sonderausstellung zu seinen Forschungen und Expeditionen.


Mit ABORA auf den Spuren vorzeitlicher Seefahrt

Seit Jahren versucht der deutsche Forscher Dr. Dominique Görlitz nachzuweisen, dass vor tausenden von Jahren unsere Ahnen bereits über die Ozeane und Meere hinweg Kontakt hatten. Lange, bevor Christoph Kolumbus die “Neue Welt” entdeckte, waren seiner Meinung nach bereits Seefahrer des Altertums dort. Eine These, die seit Jahrzehnten diskutiert wird.

Seine Expeditionen mit dem “Steinzeit-Booten” ABORA” I bis IV sorgten dabei immer wieder für Schlagzeilen. Im “Fahrwasser von Thor Heyerdahl” sucht Görlitz nach Belegen, dass es Kulturkontakte über die Meere zu einer Zeit gab, als dies nach üblicher Geschichtsschreibung nicht möglich war. Dazu findet Ihr HIER einige Video auf meinen YouTube-Kanal. Auch Videos mit Dominique Görlitz – zum Beispiel HIER.

Jetzt plant der “Seefahrt-Forscher” eine Sonderausstellung auf der Insel Rügen an der Ostsee.  In der Stadt Sassnitz soll diese ab dem 18. Juni ihre Tore öffnen. Görlitz und sein Team von ABORA planen dabei nicht nur eine “trockene Ausstellung”. Die Besucher können bei bestimmten Gelegenheiten auch selber eines der “Steinzeit-Boote” in Aktion auf der Ostsee erleben. Ein Testsegler namens DILMUN S werde dafür in See stecken.

Sonderausstellung zu ABORA in Sassnitz

Dazu heißt es in einer Presseerklärung und der Ausstellungsbeschreibung von Dominique Görlitz unter anderem:

Die Kulturvölker der Frühzeit lebten in einer Welt, die ihnen unendlich erschien. Die Erde als All. Und sie im Mittelpunkt. Die Frage, die sich daraus ergibt, ist: Hatten die Völker untereinander Kontakt?

Alle Funde, wenn wir sie richtig interpretieren, beweisen uns, dass es schon transozeanische Kontakte in der Zeit vor den großen Kulturen des Altertums gab. Die frühen Völker segelten über die Ozeane rund um die Welt, von und nach Amerika – lange vor Kolumbus. Die Ozeane trennten diese Kulturen nicht, sondern verbanden sie miteinander. Dies zeigt die neue ABORA-Sonderausstellung vom 18. Juni bis 19. September 2021 im Molenfussgebäude Sassnitz.

Die Darstellung dieser archäologischen und maritimen Zusammenhänge ist das Ziel dieser neuen Wissensschau. Aus dem hier gezeigten Material ergibt sich zwingend, dass die Neue Welt lange vor Kolumbus entdeckt worden war. Zu bestimmten Events wird auch der Testsegler DILMUN S mit dem ABORA-Team Segel setzen, um die Manövrierfähigkeit eines vorzeitlichen Schilfseglers vor vielen Besuchern zu dokumentieren. Wieder in der Ausstellung integriert ist ein Eventkino, das neben erfolgreichen alten Dokumentationen auch die völlig neue Fahrt der ABORA IV vom Schwarzen ins Mittelmeer präsentiert.

Wir öffnen die Ausstellung in Kooperation mit der Stadt Sassnitz sowie der dem Speedboot Skipper Freiherr Constantin von Hodenberg vom 18. Juni bis 19. September 2021. Kommen Sie vorbei und segeln Sie mit im Kielwasser prähistorischer Seefahrer!

(…)

Die Ausstellung thematisiert Görlitz’ Experimentalreisen im Mittelmeer und auf dem windigen Nordatlantik mit den vorzeitlichen Schilfbooten ABORA I bis IV. Er ist einem der ungelösten Rätsel der Archäologie auf der Spur: Standen die Hochkulturen der Neuen Welt in einem Kulturaustausch?

Mehr Informationen über die kommende Ausstellung findet Ihr auf der Internetseite www.Schilfsegelboot-Sassnitz.de HIER.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Tagged , , , , <

Projekt “Abora IV”: Seefahrt und Handel im Altertum – Interview mit Dr. Dominique Görlitz +++ Video +++

Teilen:
VIDEO: Projekt "Abora IV": Seefahrt und Handel der Steinzeit - Interview mit Dr. Dominique Görlitz (Bild: Fischinger-Online)
VIDEO: Projekt “Abora IV”: Seefahrt und Handel der Steinzeit – Interview mit Dr. Dominique Görlitz (Bild: Fischinger-Online)

Über das Seefahrt-Experiment “Abora IV” von und mit Dr. Dominique Görlitz wurde auf Fischinger-Online bereits mehrfach berichtet. Jüngst hat der Experimental-Archäologe Görlitz diesen Versuch erfolgreich beendet. Ziel war es nachzuweisen, dass uralte Handeswege zwischen den Schwarzen Meer und Ägypten bereits im Altertum über das Meer möglich waren. Ein Handelsnetz von der Ostsee und Skandinavien bis Ägypten und nach Indien. Im Rahmen des Kongresses “Pioniere der Meere” im Galileo-Park Lennestadt traf ich kürzlich für Euch Dr. Görlitz zum Interview, in dem er über die Hintergründe von “Abora IV” berichtet. Ab sofort findet Ihr es auf meinem YouTube-Kanal online.


“Abora IV”: Seefahrt vor Jahrtausenden

Seefahrt im Altertum und sogar der Steinzeit ist ein faszinierendes Thema der Geschichte und Archäologie. Denn unsere “primitiven Vorfahren” hat offenkundig weit bessere nautische Kenntnisse und Fähigkeiten, als man es ihnen einst zutraute.

Das zeigen nicht nur immer neue Funde und Hinweise der Altertumsforschung, die riesige Handesnetze vor Jahrtausenden nachweisen konnten, sondern auch die Projekte “Abora” von Dr. Dominique Görlitz. Der “Steinzeitsegler”, wie ihn die Presse nannte.

Wie HIER berichtet konnte Görlitz kürzlich sein aktuelles Projekt “Abora IV” erfolgreich beenden. Ein Schifffahrt-Experiment mit einem Schilfboot vom Schwarzen Meer bis ins östliche Mittelmeer.

In diesem Interview mit Fischinger-Online berichtet der Experimental-Archäologe über die Hintergründe seines Seefahrt-Experiementes mit “Abora IV”. Ebenso darüber, was in Zukunft mit diesem Boot geschehen soll.

Bleibt neugierig …

YouTube-Video vom 23. Nov. 2019 auf Fischinger-Online

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

+++ Postet mir Eure Fragen, Anregungen, Kommentare & Meinungen dazu bei YouTube. / Abo & Daumen hoch nicht vergessen … +++

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Tagged , , , , , , , , <

Experimentelle Archäologie: Neuer Film über das erfolgreich beendete Seefahrt-Experiment “Abora IV” von und mit Dominique Görlitz online (+ Video)

Teilen:
Abora IV: Muss die Geschichte neu geschrieben werden? (Bild: YouTube-Screenshot eingeschenkt.tv)
Abora IV: Muss die Geschichte neu geschrieben werden? (Bild: YouTube-Screenshot eingeschenkt.tv)

Wie auf Fischinger-Online berichtet hat kürzlich der Experimentalarchäologe Dr. Dominique Görlitz erfolgreich sein Seefahrt-Experiment “Abora IV” beendet. Ziel war es nachzuweisen, dass Seehandel bereits in der Bronzezeit (oder sogar wesentlich früher) im östlichen Mittelmeer für unsere Ahnen technisch sehr wohl möglich war. Ein Handel zwischen dem Schwarzen Meer, der Ägäis und dem alten Ägypten über das Meer. Jetzt entstand daraus ein neuer Film rund um “Abora IV” und dem Seefahrthistoriker Görlitz, der heute erschienen ist. Hier erfahrt die Hintergründe.


“Abora IV”: Muss die Geschichte neu geschrieben werden?

Historiker und Archäologen wissen aufgrund von Ausgrabungen, dass bereits in der Steinzeit umfangreiche Handelswege und Netzwerke existierten. Der Austausch von Ideen, Waren, Techniken und wahrscheinlich auch religiösen Anschauungen war vor Jahrtausenden weit umfassender, als man es einst angenommen hatte. Auch und vor allem über weite Strecke hinweg. Hierbei herrscht jedoch die Meinung vor, dass dieser kulturelle Austausch (fast ausschließlich) über den Landweg erfolgte.

Genau das sehen einige alternative Historiker wie eben Dominique Görlitz anders. Sie gehen in ihren Überzeugungen sogar soweit, dass es Handel und Austausch auch über die Ozeane gegeben haben kann. Zum Beispiel sehr lange vor der Entdeckung Amerikas zwischen Europa und der “Neuen Welt”. Mit Nachbauten primitiver Boote hat auch Görlitz in verschiedenen Versuchen und Experimenten diese Möglichkeit aufgezeigt.

Bekannt sind dabei vor allem seine Schifffahrt-Experimente mit seiner “Abora-Klasse”. Der letzte Versuch dieser Art war mit dem Schilfboot “Abora IV“, das nach rund 3.000 Kilometern Fahrt kürzlich sicher ans Ziel kam. Ein Segelexperiment, dass von Varna am Schwarzen Meer durch den Bosporus, das Marmarameer, die Ägäis und das östliche Mittelmeer führte.

Auch dieses private Experiment von Dominique Görlitz und seiner Crew wurde mit der Kamera begleitet und dokumentiert. Daraus entstand der Film “Abora IV: Muss die Geschichte neu geschrieben werden?”, den Ihr unten angefügt findet.

Neuer Film über “Abora IV” online

Initiator und Leiter Görlitz schrieb am 2. November 2019 auf Facebook dazu:

Experimentelle Archäologie lebt von der audiovisuellen Dokumentation. Nur sie garantiert, dass Rekonstruktionen über technische Prozesse oder Werkzeuge auch von Wissenschaftlern und den Bürgern begutachtet werden können, um die technische Umsetzung nachvollziehen zu können.

So auch im Beispiel unserer ‘Abora IV-‘Expedition von Varna/Bulgarien nach Kaş in die Türkei.

Unser neuer TV-Partner Eingeschenkt TV Chemnitz hat deshalb große Arbeit geleistet, um gemeinsam mit unserem Kameramann Frank Stegmann den gesamten Bau und die gesamte Fahrt zu dokumentieren. Daraus entstand diese neue filmische Reportage, die die Fahrt von Çanakkale über Santorin bis nach Kleinasien spannenden Bildern zusammenfasst.

‘Abora’-Expeditionen und ‘Abora’-Dokumentationen sind zwei Seiten ein und derselben Medaille. Schon seit den ersten Projekten (‘DILMUN I’, 1990) achtete ich stets darauf, dass Fernsehsender und auch Filmteams mit am Start sind. So sind auch etliche Kameraleute, die beim Fernsehen arbeiten (verschiedene Sender), Vereinsmitglieder, um in ihrer Freizeit ihre Fähigkeiten für das Team und die audiovisuelle Dokumentation zur Verfügung zu stellen.

Höhepunkte der Arbeit unseres Teams waren Produktionen mit dem ZDF oder National Geographics, aber auch eigene Produktionen wie die ‘Abora’ Saga oder das ‘Cheops-Projekt‘ von Nuoviso TV.

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Der Film heute und dritter Teil (hier findet Ihr Teil 1 & Teil 2, Anm. LAF) aus der Eingeschenkt TV Sendereihe über ‘Abora’ beleuchtet den letzten und spannendsten Teil unserer Seereise. Eingeschenkt TV kommt aus Chemnitz. Es ist ein mehrköpfiges Team voller engagierter Leute aus dem Bereich Medien, Film, Publikation, Informatik und Journalismus. Sie produzieren für jedermann Interviews, Artikel, Presseanalysen, Dokumentationen.

Sie waren auch viel mit uns unterwegs, so auch in Beloslav, Varna, Çanakkale, Limnos und Santorin, um vor Ort über unser Projekt zu berichten.

Diese Reportage stellt nun die Grundlage für ein weiteres Filmprojekt dar, welches ich mit dem Berliner TV-Produzenten Theodor Baltz auf die Beine stellen werde. Das gesamte, während der Fahrt von verschiedenen Teams produzierte Filmmaterial wird dann in einer großen Dokumentation zusammengefasst, die noch viel tiefgründiger die Hintergründe und Ergebnisse beleuchten wird. Das wird aber noch ein paar Wochen brauchen.

Deshalb genießt dieses erste Zwischenprodukt, was wirklich Lust auf ‘meer’ macht!

Der Experimentalarchäologe Dominique Görlitz sieht auch in seine neuen Seefahrt-Expermiment einen Erfolg. Es zeige unter anderem auch auf, dass sehr wohl über den Seeweg Metalle wie vor allem Eisen aus der Region des Schwarzen Meer bis nach Ägypten gehandelt sein können. Eine These, an der Görlitz bereits seit Jahren arbeitet, wie er es unter anderem in diesem Interview-Video HIER auf meinem YouTube-Kanal ausgeführt hat.

Von Beginn an arbeitete die “Mission Abora IV” auch mit Wissenschaftler und Archäologen zusammen. Denn seit wann im alten Ägypten tatsächlich Eisen genutzt wurde, und wie es woher ins Land gekommen ist, ist in der Archäologie weiterhin umstritten.

Am 23. November 2019 findet dazu im Galileo-Park Lennestadt auch der Kongress “Pioniere der Meere” statt.

Das neue Video zu “Abora IV”

YouTube-Video vom 2. Nov. 2019

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Tagged , , , , , <

Seefahrt in der Vorzeit – “ABORA IV” zurück in sicheren Hafen: Radiointerview mit dem Experimentalarchäologen Dominique Görlitz (+ Video)

Teilen:
Seefahrt in der Vorzeit - ABORA IV zurück in sicheren Hafen: Radiointerview mit dem Experimentalarchäologen Dominique Görlitz (Bild: D. Görlitz)
Seefahrt in der Vorzeit – “ABORA IV” zurück in sicheren Hafen: Radiointerview mit dem Experimentalarchäologen Dominique Görlitz (Bild: D. Görlitz)

Gab es bereits vor Jahrtausenden Hochseefahrt und damit auch Handel weit über die Meere hinweg? Darüber streiten sich die Experten bis heute. Einer der seit rund 30 Jahren diese Möglichkeit praktisch belegen will, ist der Experimentalarchäologe Dr. Dominique Görlitz. Ein “Seefahrthistoriker”, der mit Nachbauten altertümlicher Boote die Weltmeere befährt, um so die Möglichkeit eines internationalen Seehandels praktisch zu untermauern. Er und seine Crew haben jetzt mit dem Papyrus-Boot “Abora IV” erfolgreich ein weiteres Experiment nach rund einem Monat abgeschlossen. Damit wurde gezeigt, dass bereits im Altertum ein Seehandel zwischen dem Schwarzen Meer und Ägypten technisch tatsächlich möglich war. Alles dazu erfahrt Ihr in diesem Beitrag sowie in einem Radiointerview mit dem “Abora IV-Skipper” Görlitz.


Seefahrt in der Vorzeit

Archäologen und Historiker sind sich sicher, dass es bereits in der Steinzeit Seefahrt gab. Zahlreiche Funde und Hinweise sprechen dafür. Doch uneins ist man sich darüber, wie genau diese Seefahrt aussah und wie weit unsere Ahnen mit ihren Schiffen und Booten die Meere befuhren.

Gab es bereits vor Jahrtausenden Hochseefahrt und damit auch Handel weit über die Meere hinweg? Darüber streiten sich die Experten bis heute. Obwohl es auch dafür klare archäologische Hinweise gibt.

Einer der diese Möglichkeit praktisch belegen will, ist der Experimentalarchäologe Dr. Dominique Görlitz. Seit rund 30 Jahren führt Görlitz deshalb Versuche mit Booten bzw. Schiffen durch, mit denen er verschiedene Routen der Meere befährt. Sehr ähnlich wie es bereits der berühmte Thor Heyerdahl mit verschiedenen Bootstypten tat. In „Heyerdahls Fahrwasser“ versucht auch Görlitz durch praktische Experimente und Versuche zu beweisen, dass ein Hochseehandel und damit Schifffahrt in der Vorzeit sehr wohl möglich war.

Jetzt hat Görlitz ein weiteres Experiment dieser Art erfolgreich beenden können. Seine Fahrt mit der „Abora IV“, die ihn und sein Team aus dem Schwarzen Meer durch die Ägais bis an die Südwestküste der Türkei führte. Insgesamt eine Seereise von rund 1.800 Kilometern, die am 16. August in Varna startete. Das Ziel dieser Expedition war klar umrissen. Dazu heißt es auf der Webseite von “Abora” unter anderem:

Das Ziel der Reise besteht im Test der Hypothese, dass es einst uralte Handelsreise zwischen dem Schwarzen und Mittelmeer gab. Aus diesem Grund wollen wir auch nicht unendlich weit Segeln, sondern demonstrieren, dass eine Fahrt über das schwierige Schwarze und Marmarameer möglich war. Wie weit wir letztlich kommen ist deshalb nicht so wichtig. Vielmehr wollen wir ozeanographische Daten mit den archäologischen in Übereinstimmung bringen, damit wir die wenig erforschten Handelskontakte später besser rekonstruieren können.“

Die Zukunft von “Abora IV”

Nach rund einem Monat Fahrt und trotz schlechten Verhältnissen erreichte die „Abora IV“ mit ihrer Crew am 19. September sicher ihren Zielhafen Kas in der Türkei. Hier wurde das Papyrus-Boot inzwischen demontiert und an Land gebracht.

Es soll später in der antiken Stadt Patara im Rahmen einer Ausstellung den „letzten Hafen“ finden. In Zusammenarbeit mit dem Türkischen Ministerium für Altertümer, denn Patara war schon in der Bronzezeit ein wichtiges Handeszentrum im östlichen Mittelmeer. Nach Dominique Görlitz habe das Experiment „Abora IV“ klar aufgezeigt, dass sehr wohl ein Seehandel zwischen den Küsten des Schwarzen Meeres bis nach Ägypten möglich war. Und zwar zu einer Zeit, in der die meisten Geschichtsforscher unseren Ahnen eigentlich in dieser Region nur einen Handel über Land zugestehen.

Wie Görlitz in einem aktuellen Radiointerview mit dem MDR erklärte, sind rund um „Abora IV“ weitere Projekte geplant. So etwa in Zusammenarbeit mit internationalen Archäologen Ausstellungen in der berühmten “Kupferstadt” Stolberg im Erzgebirge. Sie sollen darlegen, dass bereits unsere Vorfahren in einer globalisierten Welt des Handels lebten. Auch und vor allem über die Meere hinweg.

Das Radiointerview mit Dr. Dominique Görlitz findet Ihr HIER online.

Video-Interview mit Dominik Görlitz

YouTube-Video vom 4. Mai 2016 auf Fischinger-Online

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

+++ Postet mir Eure Fragen, Anregungen, Kommentare & Meinungen dazu bei YouTube. / Abo & Daumen hoch nicht vergessen … +++

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Tagged , , , , , , , <

“Die ABORA-Saga – Die wahre Geschichte und wie alles begann”: Kinoabend am 26. Oktober in Wiesbaden mit Dominique Görlitz

Teilen:
"Die ABORA-Saga - Die wahre Geschichte und wie alles begann": Kinoabend am 26. Oktober in Wiesbaden (Bild: D. Görlitz)
“Die ABORA-Saga – Die wahre Geschichte und wie alles begann”: Kinoabend am 26. Oktober in Wiesbaden (Bild: D. Görlitz)

“Die ABORA-Saga” – Dieser Film erzählt die Geschichte des Abenteurers und Experimentalarchäologen Dr. Dominique Görlitz, der schon als Kind die Vision hatte, mit einem Schilfboot die Ozeane zu befahren. Eine Vision, die niemand für möglich hielt. Angetrieben von Forschungsdrang, Neugierde und der Frage nach der Entdeckung der früheren Welt, begibt er sich auf eine Reise, die ihn Jahrtausende zurück in die Vergangenheit brachte. Immer auf den Spuren der ersten Seefahrer der Menschheit. Am 26. Oktober 2016 wird der Film “Die ABORA-Saga” von und mit Dominique Görlitz im großen Saal des Hilde-Müller-Haus in Wiesbaden zu sehen sein.

 

 

Von Lars A. Fischinger

Hallo, liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Dr. Dominique Görlitz zog in die Welt aus, um mit seinen Schilfbootexpeditionen das Vermächtnis des berühmten Forscher und Abenteurers Thor Heyerdahl zu erfüllen. Mit viel Unterstützung durch seinen Freunde hat er das Unmögliche geschafft: ABORA I startete 1999 im zentralen Mittelmeer von Sardinien mit Kurs in Richtung Kanaren. Mit der ABORA II gelang ihm zum ersten Mal in der Neuzeit eine Hin- und Rückreise mit einem Schilfboot. Von Alexandria aus überquerte die Mannschaft das Ostmittelmeer und kreuzte über 600 Kilometer von Zypern zurück zum Ausgangspunkt.

Mit seinem bisher ehrgeizigsten Projekt, der ABORA III, trat er den Versuch an, den für unbefahrbar gehaltenen Nordatlantik mit einem Steinzeitsegler zu überqueren. Diese Expedition wurde zu einem der spannendsten Abenteuer seit Thor Heyerdahl den Atlantik überquerte. Die größte Herausforderung bestand nicht in der Überwindung der zahllosen Stürme, sondern dem Golfstrom mit seinen tückischen Wasserwirbeln in Richtung Europa zu folgen.

Dabei beleuchtet der Film die rätselhaften Tabak- und Kokain-Funde in ägyptischen Mumien ebenso wie das Vermächtnis prähistorischer Felsmalereien, die vermutlich hochseetüchtige und voll manövrierfähige Seefahrzeuge darstellen. Des Weiteren führt Sie der Film die erstaunlichen Navigationsmethoden vorzeitlicher Seefahrer, insbesondere in die Geheimnisse der Astronavigation, mit Hilfe der Sternbilder die Wege über die Ozeane auch ohne Kompass und GPS zu finden.

In der ABORA SAGA werden auch erstmals unveröffentlichte Aufnahmen von Dominique Görlitz und Thor Heyerdahl gezeigt. Auch der Sohn des berühmten Norwegers meldet sich zu Wort und fordert die ABORA Projektgruppe für die Fortsetzung der Hochseeexperimente auf.

Begleiten Sie in diesem 107 min. langen Film von Dr. Dominique Görlitz auf seinen Abenteuern, die Sie zu den Anfängen unserer Zivilisation führen wird.

(Text: Abora.eu)

"Die ABORA-Saga - Die wahre Geschichte und wie alles begann": Kinoabend am 26. Oktober in Wiesbaden (Bild: D. Görlitz)
Filmplakat: “Die ABORA-Saga” (Bild: D. Görlitz)

Termin:

26. Oktober 2016

Hilde-Müller-Haus

Walluferplatz 2

Großer Saal im 2. OG

65199 Wiesbaden

Eintritt: 12 Euro

 

Ich danke Euch, Euer Jäger des Phantastischen

Fischinger-Online

►► Eure Unterstützung: Paypal.me/Fischinger

(Geschäfts-eMail: FischingerOnline@gmail.com)

Interessantes zum Thema:

Tagged , , , , , , , , <

Astronautengötter-Meeting der A.A.S. mit Erich von Däniken 2021 in Legden: Das Programm – aber “warum in der Pampa?”

Teilen:
Das 1-Day-Meeting der A.A.S. am 30. Oktober 2021 in Legden (Münsterland): Das Programm (Bilder gemeinfrei & A.A.S. / Montage: Fischinger-Online)
Das 1-Day-Meeting der A.A.S. am 30. Oktober 2021 in Legden (Münsterland): Das Programm (Bilder gemeinfrei & A.A.S. / Montage: Fischinger-Online)

Wie auf diesem Blog berichtet, findet am 30. Oktober 2021 das diesjährige Jahrestreffen der “Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI” (A.A.S.) in Legden statt. Jetzt steht auch das Programm der Tagung auf den Spuren der Götter aus dem All und der Ancient Aliens fest. In diesem Jahr fällt es sogar umfangreicher aus. Das vollständige Programm und was das Büro von Erich von Däniken dazu sagt, lest Ihr hier.


Jahrestagung der A.A.S. mit Erich von Däniken 2021

Die Jahrestagung der “Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI” (A.A.S.) rund um Erich von Däniken findet in diesem Jahr in Legden im Münsterland (Nordrhein-Westfalen) statt. Im vergangenen Jahr war es, unter erschwerten “Corona-Bedingungen”, im Oktober in Leipzig, wie unter anderem HIER berichtet.

In diesem Jahr ist der Termin der 30. Oktober. Doch die Organisatoren haben für 2021 das Programm erweitern können, so dass schon am Vorabend (29. Oktober) des “One-Day-Meeting” interessante Vorträge bzw. Präsentationen geplant sind. Die Details und weitere Infos rund um den “Astronautengötter-Kongress” findet Ihr zum Beispiel in diesem Blog-Posting HIER vom 11. Mai auf Fischinger-Online.

Jetzt hat die A.A.S. auch das Programm der Tagung online gestellt. Als PDF findet Ihr es auch HIER direkt von der Webseite der A.A.S. zum Download.

Programm

Freitag, 29. Oktober 2021

  • 16:00 – 18:00 Uhr: Erik Ungar: Ancient Colombian Flight Show: “Wir lassen unser Logo fliegen”
  • 19:30 – 21:20 Uhr: Dr. Dominique Görlitz: Das Cheops-Projekt – Das Eisen der Pharaonen
  • 21:30 – 21:45 Uhr: Dr. Dominique Görlitz & Ramon Zürcher: ABORA V – Update zur Vorbereitung der Transatlantik-Expedition

Samstag, 30. Oktober 2021

  • 09:00 – 09:30 Uhr: StD Dipl.-Hdl. Peter Fiebag: Eröffnungsvortrag: Spuren. Undercover.
  • 09:30 – 10:00 Uhr: Armin Schrick: Great Walls of Fire

10:00 – 10:30 Uhr: Pause

  • 10:30 – 11:00 Uhr: Dr. Helen Wider: Von sagenhaften Erdmannlihöhlen zu realen Erdställen
  • 11:00 – 12:00 Uhr: Prof. Dr. Heinrich Kusch: Geheime Unterwelt
  • 12:00 – 12:15 Uhr: Andreas Kirchner: Video: Interview mit Prof. Avi Loeb

12:00 – 14:00 Uhr: Mittagspause – Roboter Vorführung, Ancient Colombian Flight Show

  • 14:00 – 14:30 Uhr: Reinhard Habeck: Ägyptens verborgene Unterwelten
  • 14:30 – 15:00 Uhr: Hansjörg Ruh: Paläo-SETI-Indizien auf Grönland

15:00 – 15:30 Uhr: Pause

  • 15:30 – 16:00 Uhr: Aleksandar Janjic: Was lebt? – Die Grundfrage aller Explorationen
  • 16:00 – 16:30 Uhr: OStR i. R. Peter Kaschel: Thor Heyerdahl und die Paläo-SETI
  • 16:30 – 17:00 Uhr: Luc Bürgin: Vergessene Geschichte(n)
  • 17:00 – 17:30 Uhr: Podiumsgespräch
  • 17:30 – 18:00 Uhr: Dr. h. c. Erich von Däniken: Abschlussvortrag

Durch das Programm führt Andreas Kirchner, der in den vergangenen Jahren bereits mehrfach die Moderation übernahm. Und, wie ich persönlich finde, es jedes mal ausgezeichnet meisterte!

Karten sind ab sofort im Shop der A.A.S. HIER zu bekommen.

Astronautengötter-Suche im Münsterland

Wie berichtet ist der Ort der Veranstaltung das “Welcome Hotel Dorf Münsterland” in dem Dorf Legden. Das liegt, wie unschwer zu erraten ist, im Münsterland in Nordrhein-Westfalen. Nicht weit von der niederländische Grenze entfernt und zu meiner Freude bei mir nebenan. Also “mitten im Nirgendwo”, wie böse Zungen vielleicht sagen würden. Zumal die jährlichen Meetings der A.A.S. meistens recht zentral innerhalb großer oder größerer Städten organisiert wurden. 2020 war es Leipzig, ein Jahr davor Hannover.

Warum dann plötzlich das kleine Legden, das gerade mal zwei Ampeln hat? Die Gründe sind recht einfach. Da die A.A.S. ihre Tagungen immer in verschiedenen Ecken des deutschen Sprachraums veranstaltet, war nach vielen Jahren wieder der Westen Deutschlands an der Reihe. Ins Auge gefasst wurde die Region Düsseldorf, das knapp 110 (Auto-)Kilometer von Legden entfernt liegt. Für 2022 ist übrigens das Gebiet zur Grenze nach Österreich angedacht …

Aus dem Büro von Erich von Däniken und der A.A.S. hieß es dazu, dass es eine “Herausforderung” sei, “im Raum Düsseldorf” ein geeignetes Hotel für das Meeting 2021 zu finden. In dem A.A.S.-Magazin “Sagenhafte Zeiten” (Nr. 3/2021) schrieb dazu Ramon Zürcher, der Sekretär und die Rechte Hand von Däniken:

Die Preise dort sind unverschämt – wir als Schweizer und ehemalige Gastronomen sagen das! -, aber diese Veranstaltung muss für uns einige Mindestanforderungen aufweisen. Das sind dann meist Hotels aus großen Hotelketten.

So stieß man bei der weiteren Suche auf “Welcome Hotel Dorf Münsterland” in Legden.

Ancient Aliens in der Pampa

“Erste Reaktionen gab es schon”, heißt es weiter. “Warum so weit in der Pampa?”

Die Antwort ist ganz einfach: Weil es hervorragend für unsere Bedürfnisse geeignet ist und wir den Ticketpreis von 79 Euro nicht erhöhen müssen. Und es ist mal ein ganz anders, ungewöhnliches Ambiente. (…) Besonderer Pluspunkte: Wir können in diesem Jahr wieder ein Freitagabendprogramm anbieten, das in den letzten Jahren wegen überhöhter Preise nicht realisierbar war.

Deshalb blicke man “guten Mutes” auf das kommende Meeting, so Zürcher weiter.

In der Tat ist es bei dieser Tagung nicht anders, als bei anderen Kongressen oder Meetings. Auch beim ODM der A.A.S. reisen die allermeisten Teilnehmer und Gäste bereits am Vorabend an. Verständlich, da es keine lokale Veranstaltung ist, sondern Referenten wie Besucher aus dem ganzen deutschen Sprachraum anreisen. Dass “gesellige Beisammensein” am Vorabend, nach dem eigentlich Kongress und zwischendurch ist (inoffizieller) Teil solcher Veranstaltungen.

Und da schon am Vortag viele Gäste anwesend sind, bietet sich auch hier Raum für ein Programm. Sofern er sich denn im wahrsten Sinne des Wortes wirklich bietet. In den großen Hotelketten sind diese entweder ausgebucht oder es muss für den Vorabend eine Lokalität hinzu gebucht werden. Das kostet Geld. Immerhin kommen hunderte Interessierte, die Platz brauchen.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Tagged , , , , , <

Landung von “Perseverance” auf dem Mars: Der Fallschirm enthält eine geheime Botschaft (+ Video)

Teilen:
Landung von "Perseverance" auf dem Mars: Der Fallschirm enthält eine geheime Botschaft (Bild: NASA)
Landung von “Perseverance” auf dem Mars: Der Fallschirm enthält eine geheime Botschaft (Bild: NASA)

Seit rund 10 Tagen in die NASA-Mission “Mars 2020” mit dem Rover “Perseverance” jetzt auf dem Mars. Und schon wenige Minuten nach der Landung (eigentlich schon weit davor) machten Verschwörungstheorien die Runde. Allen voran, dass die Mission ein Fake ist und nur “Idioten” glauben, dass die NASA auf dem Mars gelandet sei. Doch tatsächlich enthält die Mars-Mission ein Geheimnis, das in dem ungewöhnlichen Durcheinander des Farbmusters auf dem Landefallschirm von “Perseverance” codiert ist. Diese wurde nun entschlüsselt. Welche das ist, erfahrt Ihr hier.


“Perseverance”, der Mars und Verschwörungen

Sicher haben auch viele der Leser von Mystery Files am Abend des 18. Februar die Landung des Rovers “Perseverance” von “Mars 2020” auf dem Mars verfolgt. Mit Spannung wartete man auf das erste Bild, das dann auch direkt einige Zuschauer enttäuschte. Es kam nur ein unklares Bild in schwarz-weiß, auf dem nichts Spannendes zu sehen war. Futter für all jene Verschwörungstheoretiker, die schon im Vorfeld der Landung glaubten, dass die NASA diese Mission zum Mars gefaket hat.

Warum das erste Bild so aussah, wie es aussah, habe ich in diesem Beitrag HIER erklärt.

In “Wahrheit”, so diese Verschwörungstheorie, habe überhaupt keine Mars-Landung stattgefunden. Alles Betrug, heißt es. Damit auch die Fotos, die wir vom Mars bisher zu sehen bekamen und noch zu sehen bekommen werden. Sie alle sind Computersimulationen bzw. am Computer bearbeitete irdische Landschaften, mit der Absicht Mars-Landungen vorzutäuschen. Nicht nur bei der aktuellen Mission “Mars 2020” sei das so – keine einzige Mars-Mission (oder auch andere Missionen) seien echt. Glauben zumindest die Anhänger solcher Ideen. Warum aber die NASA solche Bilder und damit Missionen fälschen soll, kann bis heute keiner von ihnen wirklich beantworten.

Einige Zeit nach der Landung und des ersten Bildes von der Oberfläche des Mars (oder eines Feldweges kurz hinter Bakersfield…) erreichten weitere Bilder die Interessierten. Jetzt auch hochauflösende Fotos von anderen Kameras des Rovers in Farbe. Unter anderem auch ein Foto vom Abstieg des Rovers  bzw. der Landeeinheit mit “Perseverance” mit dem Landefallschirm. Einige werden verblüfft über das farbliche Design des Fallschirm gewesen sein. Auch ich staunte über das scheinbare Durcheinander von Rot und Weiß auf dem Landeschirm. Machte mir aber wie die meisten anderen sicher auch darüber keine weiteren Gedanken oder schaute genauer hin. Irgendwas mit “Systemüberwachung” des Fallschirms oder der Kameras wird wohl der Grund sein, dachte ich.

Immerhin waren schon die erste Fallschirme der ersten NASA-Missionen “bunt”. So kann man an den Fallschirmen der Rückkehrkapseln von Apollo wunderbar das rot-weißes Streifenmuster erkennen. Es dient vor allem dazu, schnell zu erkennen, ob sich der Schirm ordnungsgemäß und ganz geöffnet hat. Verdreht sich dort etwas, sieht man das daran sofort. Auch “zivile” Fallschirme haben dann und wann solche Art Muster.

Die codierte Botschaft von “Perseverance”

Bei “Perseverance” allerdings sieht das Muster aus Rot und Weiß direkt so aus, als sei hier wirklich alles verdreht und “verheddert”. Oder aus Flicken zusammengeschusters. Auf dem Titelbild dieses Beitrages seht Ihr es ausgezeichnet.

Dahinter steckte eine Absicht der NASA und des bekannten “Jet Propulsion Laboratory” (JPL) der Weltraumorganisation. Das JPL baut und steuert für die NASA Satelliten und Weltraumsonden wie eben bei der Mission “Mars 2020”. Genau dieses “Kuddelmuddel” auf dem Fallschrim wurde jetzt mit einer Aussage der NASA während der Live-Übertragung der Landung in Verbindung gebracht:

Manchmal hinterlassen wir in unserer Arbeit Botschaften für andere. Also laden wir Sie alle ein, sich daran zu versuchen und zu zeigen, was sie gefunden haben.

Damit war keine Plakette auf dem Mond gemeint, sondern eine versteckte, codierte oder verborgene Botschaft, die Fans herausfinden und entschlüsseln können. So stellte ein User auf der Plattform Reddit.com denn auch die Frage, ob der Fallschrim genau diese “Botschaft” enthalten könnte. Sogleich begannen “Hobby-Kryptographen” diese Geheimbotschaft der NASA auf dem Fallschirm zu suchen und vor allem zu knacken. Und wurden gleich zweimal fündig!

Nach diesen sind die Streifen ein Binärcode, den man aus der Computertechnologie kennt. Ohne einen solchen Code, der nur aus Einsen und Nullen besteht, würde in unserer Gesellschaft heute praktisch gar nichts mehr funktionieren. Er ist allgegenwärtig. Im Fall “Perseverance” steht Rot für 1 und Weiß für 0. Die Segmente oder Ringe des Schirmes entsprächen dann je einem Wort oder Codeteil. Diesen Code kann man daraufhin in Zahlenwerte und dann wieder in Buchstaben übersetzten, was sich ASCII-Code nennt. Jedem Computer-Fan ist diese Standart-Codierung von EVD-Systemen ein Begriff.

Decodierungsmöglichkeit Nummer Zwei des Fallschirm-Musters ist uralt und sogar schon bei biblischen Wörtern im Alten Testament zu finden. Hierbei wird der Binärcode einfach in seine Zahlenwerte umgerechnet und jeder Zahl ein Buchstaben zugeordnet. So wäre 7 wäre ein L, 1 ein A und 6 ein F. Beide Möglichkeiten liefern das gleiche Ergebnis bei der Dechiffrierung der “geheimem Botschaft der NASA”:

Dare Mighty Things

Dass bedeutet in Etwa viel wie “mächtige Dinge wagen”, “wage gewaltige Dinge” oder schlicht “Großes wagen”. Das ist das Motto des “Jet Propulsion Laboratory”! Der äußere Ring des Fallschirms, der schon augenscheinlich nach einem Binärcode aus 1 und O, An oder Aus, aussieht, ist der zweite Teil des Rätsels. Es sind keine Worte, sondern die Koordinaten des JPL bei Pasadena in Kalfiformien. Bei “Google Earth” zu finden unter: 34°11’58” N 118°10’31” W.

Video zum Thema “Perseverance”

YouTube-Video vom 18. Januar 2020

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Lasst gerne ein Abo & Daumen hoch da …

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Tagged , , , , , , , , , <

“Highway zu den Sternen”: Tagungsband des Jahresmeeting der “Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI” 2020 erschienen – alles zum Buch und der Tagung

Teilen:
"Highway zu den Sternen": Tagungsband des Jahresmeeting der "Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI" 2020 erschienen - alles zum Buch und der Tagung
“Highway zu den Sternen”: Tagungsband des Jahresmeeting der “Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI” 2020 erschienen

Am Wochenende um den 25. Oktober 2020 fand in Leipzig das alljährliche One-Day-Meeting der “Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI” (A.A.S.) statt. Auch ich war vor Ort und hielt einen Vortrag. Jährlich erscheint nach diesen Tagungen auch der “Tagungsband”, in dem alle Vorträge bzw. entsprechende Buchbeiträge der Forscher und Autoren dazu noch einmal nachgelesen werden können. Dieser ist nun im Ancient Mail Verlag von Werner Betz erschienen. Alle Details und mehr zu der Tagung erfahrt in diesem Beitrag.


Corona versus Ancient Aliens

Das Jahrestreffen der “Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI” (A.A.S.) fand Ende Oktober 2020 in Leipzig unter “erschwerten Bedienungen” statt. Da aufgrund der andauernden Corona-Situation die Teilnehmerzahl begrenzt war und entsprechende Auflagen von Hotel und Veranstalter erfüllt werden mussten. Und wurden. Dennoch war die Veranstaltung bis auf den letzten Platz ausgebucht und verlief reibungslos. Für die Organisatoren im Vorfeld eine zermürbende Arbeit. Wir alle wissen, unter welchen ständig wechselnden und uneinheitlichen Einschränkungen derzeit viele Lebensbereiche zu leiden haben.

Auch beim A.A.S.-Meeting im vergangenen Jahr mussten einige Referenten “wegen Corona” absagen. Zum Teil nur wenige Tage vorher. Für diese sprangen andere Referenten aus dem Bereich Mystery Files und Prä-Astronautik ein. Selbst der Moderator der Tagung, Andreas Kirchner aus Wien, der in den vergangenen Jahren hervorragend durch das Programm der Meetings führte, musste wegen Quarantäne dem Treffen fern bleiben.

Um so erfreulicher war es für die A.A.S., dass am 25. Oktober 2020 das Jahrestreffen dennoch umgesetzt werden konnte. Aktuell wäre das undenkbar. Zugelassen waren aber nur 250 Teilnehmer, weshalb die A.A.S. längst nicht allen Interessierten Karten verkaufen konnte. Unter den “damaligen” Pandemie-Voraussetzung lief der gesamte “Ancient Aliens-Kongress” dennoch reibungslos. Nicht zuletzt haben das die Teilnehmer dem A.A.S.-Team um Erich von Däniken zu verdanken: Ramon Zürcher, Gisela Ermel, Sabine Nass, Ulrich Dopatka, Claudia und Peter Fiebag, Karola July, Pascal Troxler…sind einige von ihnen. “Hinter den Kulissen” weiß man um die Arbeit, die dahinter steckt.

Auch das Team des Penta-Hotel Leipzig hatte alle Hände voll zu tun. Natürlich ist das “deren Job”, doch wie die Pandemie zeigt (und noch lange zeigen wird), erfordern außergewöhnliche Situationen außergewöhnliche Maßnahmen. So verlief auch von Seiten des Hotels zumindest nach meinem Gefühl vor Ort meistens alles rund. Selbst wenn ein Referent, der auf der Tagung einen Vortrag über die “Steine von Ica” hielt, mit den “Spaghetti Bolognese” des Hotels zum Erstaunen der Kellnerin dahingehen nicht so zufrieden war, da sie “nicht wie bei Mutter schmeckten” …

Vorträge des Phantastischen

Die Vorträge selber drehten sich – natürlich – um die Rätsel der Geschichte und die Prä-Astronautik. Insgesamt zehn entsprechende Referate wurden gehalten, wobei Erich von Däniken in alter Tradition den Abschlussvortrag hielt. Der Referent Friedhelm Krämer, der über einen neuen Mini-Roboter sprechen wollte, der die Cheops-Pyramide erforscht, war eine Ausnahme unter den Vortragenden. Er wurde via Livesteam zugeschaltet und zeigte auch einen entsprechend produzierten Film dieses Roboters.

Was wohl niemand der interessierten Teilnehmer direkt oder auf Anhieb bemerkte, war die physische Abwesenheit des Technik-Verantwortlichen Patrick Wenger. Er befand sich in Frankreich und durfte wegen der Pandemie nicht nach Deutschland einreisen. Also steuerte er die Technik und die entsprechenden Präsentationen etc. von dort via Internet aus. Bemerkt hat es wohl niemand, so reibungslos gelang diese “Improvisation”.

Mitgefilmt wurden die Vorträge auch alle. Unter anderem von mir selbst, von denen einige auf meinem Euch wohl bekannten YouTube-Kanal erscheinen werden. Das Team von “Hangar 18b” stellt diese nach und nach vollständig auf deren Video-Channel online, den Ihr HIER finden. Natürlich kostenlos. Die geschätzten Kollegen aus der Schweiz haben bereits eine Reihe der Vorträge hochgeladen. So können auch all jene, die nicht an der Tagung teilnehmen konnten, diese Referate sehen.

Und natürlich kann sie ab jetzt auch jeder nachlesen. Im neuen Tagungsband “Highway zu den Sternen” des Meeting 2020.

Alljährlich erscheinen diese im Verlag Ancient Mail des Verlegers, Autors und Mystery-Jägers Werner Betz. Der übrigens erst kürzlich zusammen mit seiner Coautorin Sonja Ampssler sein neues Buch “Portale” veröffentlichte, das ich Euch HIER vorgestellt habe. Kurz nach dem Meeting erschien bei Ancient Mail übrigens auch mein neues Buch “Nazca und der ‘Flughafen der Außerirdischen’“, das von der A.A.S. als “Research Paper” Nr. 2 herausgegeben wurde (mehr dazu auch HIER).

“Highway zu den Sternen”

Der Tagungsband “Highway zu den Sternen” enthält von allen zehn Referenten die Vorträge. Beziehungsweise Beiträge, die die vorgetragenen Themen behandeln. Zusätzlich ein Vorwort von Peter Fiebag, in dem dieser wunderbar schildert, unter welchen Voraussetzungen das A.A.S.-Meeting 2020 umgesetzt werden musste. Auch ich bin natürlich dort mit dem Beitrag “Das Depot des Dr. Cabrera” vertreten. Darin vertiefe ich mein Vortragsthema (s. Video unten) auf rund 30 Textseiten und führe weitere Details und die genauen Quellen an, was während eines ca. 30-minütiugen Vortrages schwerlich möglich ist.

Für all jene, die sich für die Rätsel der Vergangenheit und speziell die Ideen der Astronautengötter interessieren, ist dieses Buch ein wertvolles Nachschlagewerk in der heimischen Bibliothek.

 

Inhalt von “Highway zu den Sternen”

  • StD Dipl.-Hdl Peter Fiebag: Vorwort
  • StD Dipl.-Hdl Peter Fiebag: “Highway zu den Sternen – Chavín de Huántar und das Geheimnis der Anden”
  • Lars A. Fischinger: “Das Depot des Dr. Cabrera” (s. dazu das Video unten)
  • Hartwig Hausdorf: “Gegenwind für die Paläo-SETI”
  • Dipl.-Ing. Friedhelm Krämer: “Neuer Mini-Roboter erforscht Cheops-Pyramide”
  • Désirée Neff: “Coguiton & Biringan – Die verzauberte und die unsichtbare Stadt”
  • Friedrich Bude: “Katastrophe aus dem All”
  • Dr. Dominique Görlitz: “Schilfbootexpedition ABORA IV – Die Argonauten der Steinzeit”
  • Dieter Bremer: “Atomexplosionen vor Äonen”
  • Ramon Zürcher: “Vergessene Vergangenheit in unseren heimischen Wäldern”
  • Erich von Däniken: “Alles Evolution – oder was? – Intelligent Design versus Mutter Natur”

Highway zu den Sternen: 1Day-Meeting 2020 Leipzig A.A.S. Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI

  • Ancient Mail Verlag
  • ISBN 978-3-95652-296-3
  • Paperback
  • Zahlr. Abbildungen und Fotos
  • 191 Seiten
  • 12,50 Euro

Video zum Thema

YouTube-Video des Vortrags vom 25. Oktober auf Mystery Files

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Tagged , , , , , <

C14-Datierungen und die Cheops-Pyramide: Alles nur eine Frage der Proben? Von flexiblen Radiokarbondatierungen, phantastischen Daten und verlorenen Artefakten (Artikel)

Teilen:
Die C14-Datierung und die Cheops-Pyramide: Alles nur eine Frage der Proben? (Bilder & Montage: Fischinger-Online)
Die C14-Datierung und die Cheops-Pyramide (Bilder & Montage: Fischinger-Online)

Keine Bauten der antiken Kulturen faszinieren mehr, als die Pyramiden in Ägypten. Vor allem um die Cheops-Pyramiden in Gizeh ranken sich dementsprechend zahlreiche Legenden, Spekulationen und Thesen. Sie stammt laut archäologischer Forschung aus der IV. Dynastie und ist damit rund 4.500 Jahre alt. Erbaut eben von Pharao Cheops, dessen Regierungszeit Ägyptologen sehr gut zu kennen glauben. Und dabei werden ihre Forschungen durch moderne C14-Datierungen (Radiokarbondatierung) untermauert, wie es heißt. Doch was genau ergaben wann und wie diese C14-Analysen? Welche Daten, Zeitangaben und Datierungen wurden ermittelt oder liegen bei den Pyramiden vor? Gab es Abweichungen? Und wenn ja, wie werden diese erklärt? Genau diesen und vielen weiteren Fragen soll in diesem Blog-Artikel genauer nachgegangen werden. Sie reichen von mehr als erstaunlichen Aussagen bis zu unglaublicher Schlamperei bei der Erforschung der Cheops-Pyramide, wie Ihr hier lesen könnt.


Die Cheops-Pyramide und der Gizeh-Komplex

Die Pyramiden in Ägypten, allen voran die Cheops-Pyramide in Gizeh, sind wohl die bekanntesten Bauten der Geschichte. Und dank Generationen von Archäologen und Forschern sind heute viele der Mysterien und Rätseln der Pyramiden bekannt oder entzaubert.

Vor allem was das Alter und die Herkunft der Pyramiden von Gizeh angeht, sind sich Ägyptologen scheinbar ihrer Sacher sehr sicher. Eigentlich hat keiner von ihnen Zweifel daran, wann wer und zu welchen Zweck die Monumente unweit von Kairo errichtet hat. Es waren drei mächtige Pharaonen aus einer Familie vor vielen Jahrtausenden, die sich hier ihre letzte Ruhestätten erbauen ließen, sagen die Archäologen.

Namentlich waren es die Herrscher Cheops, Chephren und Mykerinos aus der IV. Dynastie des sogenannten Alten Reich. Somit wären sie auf der Grundlage der von den Ägyptologen ermittelten Zeiten der drei Pharaonen in den Jahren 2620 bis 2503 vor Christus erbaut worden. Diese drei Hauptbauten waren einst 146,6, 143,5 und die kleinste 65 Meter hoch, zu denen sich noch mindestens 7 keine sogenannten Königinnenpyramiden gesellten. Plus eine enorme Anzahl an Gang- und Schachgräbern, die zum Teil jedoch erst nach den drei großen Pharaonen angelegt wurden.

Gegen Ende der IV. Dynastie, um etwa 2500 vor Christus, kam noch das hin und wieder als “vierte Pyramide” bezeichnete Bauwerk der Königin Chentkaus I. in Gizeh hinzu. Eine kleine Stufenpyramide mit einst 18,5 Metern Höhe und mit nur zwei Stufen unweit des Taltempels von Mykerinos. Die Pyramide gilt zwar als größtes Grab einer Königin des Alten Reich, doch sehr viel weiß man über Chentkaus I. nicht. Einig ist man sich dahingehen, dass sie während des Überganges von der IV. zur V. Dynastie großen Einfluss auf das politische und wohl auch religiöse Geschehen in Ägypten gehabt haben muss.

Damit nicht genug. Rund acht Kilometer von den Gizeh-Pyramiden entfernt steht die Pyramide des Pharao Radjedef (Djedefre) aus der IV. Dynastie. “Pyramide” kann man die Ruinen bei Abu Roasch allerdings heute nicht mehr nennen, da unter anderem exzessiver Steinraub sie fast vollständig den Erdboden gleichmachte. Dennoch ist Radjedef alles andere als ein unbekannter Herrscher. Zumindest für Archäologen, denn ein Tourist verirrt sich eigentlich nie hierher.

König Radjedef war ein Sohn von Pharao Cheops und sein direkten Nachfolger. Er bestieg den Thron noch vor dem wesentlich berühmteren Chephren; dem Bauherren der zweiten Pyramide von Gizeh und angeblich auch der großen Sphinx. Radjedefs Pyramide war ursprünglich nur 67 Meter hoch und damit vergleichbar mit der Mykerinos-Pyramide von Gizeh. Lediglich 11 Meter davon blieben allerdings bis heute erhalten. Von den mindestens zwei gleichfalls dort gebauten Königinnenpyramiden ist fast nichts mehr zu sehen.

Gebaut hat sie der Herrscher etwa 2580 bis 2570 vor Christus.

Pyramiden-Wahn

Die Herrscher der IV. Dynastie waren allesamt dem Pyramidenbau-Wahn verfallen. Wahnsinnige auf der Suche nach Unsterblichkeit, könnte man sie guten Gewissens nennen.

Rund zehn Pyramiden plus zahllose Nebenpyramiden wurden in der Zeit geschaffen, die die Ägyptologen auf etwa 2620 bis 2503 vor Christus datieren. Nicht alle lebten bzw. regierten dabei lang genug um sich selber echte Pyramiden bauen zu können. Denn mindestens sieben Pharaonen sollen sich in dieser Zeit das Zepter in die Hand gegeben haben.

Nur die Könige Snofru (der sich gleich drei Haupt-Pyramiden bauen ließ), Cheops, Chephren und Mykerinos gelten hier als relevant. Nur sie herrschten mit jeweils um 20 Jahren lang genug und lebten damit auch entsprechend lange. Was aber schon an dieser Stelle zahllose Fragen aufwirft. Und das beginnt eigentlich schon mit dem Beginn des Pyramidenzeitalters der IV. Dynastie um das Jahr 2620 vor Christus mit Snofru. Denn das ist das Todesjahr des Pharao, der eigentlich schon ab 2670 vor Christus die Herrschaft über Ägypten übernahm. Als Bauherr von drei gewaltigen Pyramiden wird er mit Sicherheit direkt nach seiner Thronbesteigung mit der ersten Grundsteinlegung begonnen haben.

In diesen 50 Jahren baute er seine drei Pyramiden. Die “Pyramide von Meidum”, die “Knickpyramide” und die “Rote Pyramide”, wie sie heute genannt werden. Sie stehen südlich von Gizeh im Bereich der Nekropole von Dahschur und eine in Sichtweite in Meidum. Rechnet man seine anderen Bauvorhaben und die kleinen Pyramiden (zum Beispiel “Kultpyramiden”) hinzu, eine schier übermenschliche Leistung. Auch in “nur” rund 50 Jahren. Wenn er denn so lange regierte.

Der legendäre “Königspapyrus Turin” oder “Turiner Königsliste” besagt nämlich, dass er nur 24 Jahre regierte. Andere Quellen sprechen von 29 Jahren. Und diese “24 Jahre” sollen nach dem für die Chronologie des Alten Ägypten heute so wichtigen “Königspapyrus” auf sogenannte “Zählungen” beruhen. Landesweite Zählungen, die alles andere als regelmäßig und damit auch nicht jährlich stattfanden. Es können Jahren zwischen diesen “Zählungen” gelegen haben …

Ein Dilemma für Geschichtsforscher und Archäologen, die versuchen aus zahllosen Quellen die Geschichte der Pharaonen zu rekonstruieren. Und diese widersprechen sich gerne. Teilweise sogar erheblich, um nicht zu sagen: gewaltig. Welche Angaben und Informationen die Forscher von den antiken Chronisten und Geschichtsschreibern übernahmen und als “wahr” ansehen, ist hierbei durchaus ein Ermessensspielraum.

Man denke, um nur ein Beisiel zu nennen, an Herodot. Einige seiner Aussagen zu Pharao Cheops und seiner Pyramide, wie etwa die Regierungszeit des Königs, akzeptieren die heutigen Forscher. Andere wiederum werden als Fake-News der Antike abgelehnt. Zum Beispiel, dass 100.000 Sklaven die Pyramide bauten, dabei Eisen nutzten oder Cheops selber gar nicht in der Pyramide sondern in dessen Nähe begraben wurde.

Von den oft unglaublichen Pyramiden-Überlieferungen des Hitat aus dem Mittelalter wollen Ägyptologen schon mal gar nichts wissen. Zum Beispiel erfahrt Ihr in dieser Artikel-Serie HIER und auch in diesem Artikel HIER sowie diesem Video HIER dazu mehr.

C14-Datierungen und die Cheops-Pyramide

Kann hier nicht die moderne Wissenschaft Abhilfe schaffen, um dieses Wirrwarr in Sachen Alter und Bauzeiten zu entwirren? Vor allem die C14-Datierung (Radiokarbondatierung)? Obwohl, wie erst kürzlich HIER berichtet, die so gewonnen Daten erneut in der Kritik stehen. Sie seien zu ungenau, hieß es.

Interessant sind derartige Datierungen und vor allen die variierenden Ergebnisse für viele aber erst dann, wenn sie die “großen Bauten” der alten Zivilisationen betreffen. Eben allen voran die Pyramiden in Ägypten, die bereits tatsächlich mehrfach im Fokus von C14-Anaysen standen. Verwundern sollte das aber nicht. Immerhin sind die Pyramiden von Gizeh aufgrund ihrer Einmaligkeit, ihrer Berühmtheit und als letztes der antiken Sieben Weltwunder für jeden Archäologen ein Highlight.

Zum Beispiel die C14-Datierungen von 1984, als Denkmälern aus der III. Dynastie (Djoser-Pyramide) bis zur V. Dynastie (Unas-Pyramide) datiert wurden. Eigentlich sollten die damaligen Ergebnisse noch heute jeden Ägyptologen schockieren, denn sie waren “durchschnittlich 374 Jahre älter als die Daten der Cambridge Ancient History der Könige, mit denen die Pyramiden identifiziert wurden”. So ein Forscherteam um Shawki Nakla und David Koch zum Beispiel in “Archaeology” Nr. 5/1999.

Als Ursache für diese eklatanten Abweichungen der anerkannten Chronologie wird bis heute angenommen, dass die datierten Holzproben und Holzkohlerest unter anderem kontaminiert waren. Kontaminiert durch die Verwendung alten Holzes beim Pyramidenbau. Die Forscher, denen übrigens der damals noch recht unbekannte Dr. Zahi Hawass angehörte, schrieben 1999 zu diesen früheren Datierungen:

Trotz dieser Diskrepanz bestätigten die Radiokarbondaten, dass die Große Pyramide zu der von Ägyptologen untersuchten historischen Ära gehörte. Bei der Bewältigung der 374-jährigen Diskrepanz mussten wir das alte Holzproblem berücksichtigen. 1984 hielten wir es für unwahrscheinlich, dass die Pyramidenbauer durchweg jahrhundertealtes ägyptisches Holz als Brennstoff für die Herstellung von Mörtel verwendeten. (…)

Die Ergebnisse von 1984 ließen uns zu wenig Daten, um den Schluss zu ziehen, dass die historische Chronologie des Alten Reiches um fast 400 Jahre fehlerhaft war, aber wir betrachteten dies zumindest als eine Möglichkeit. Wenn unsere Radiokohlenstoff-Altersschätzungen aus irgendeinem Grund fehlerhaft waren, mussten wir alternativ davon ausgehen, dass viele andere Daten aus ägyptischen Materialien ebenfalls verdächtig waren.”

“Dies führte zu einer zweiten, größeren Studie”, die ab 1995 durchgeführt wurde.

Neue Datierungen, neue Unklarheiten

Material für diese C14-Datierungen wurden vor rund 25 Jahren von Gräbern aus der I. Dynastie und der Stufenpyramide von Sakkara ebenso entnommen, wie von den Pyramiden von Gizeh der IV. Dynastie. Einige entnahmen die Experten Pyramiden der V. und VI. Dynastie sowie aus dem Mittleren Reich (bis ca. 1781 vor Christus). Insgesamt waren es 450 Proben von 33 Monumenten, die beim “Pyramids Radiocarbon Dating Project” schließlich untersucht wurden.

Diese neue Studie des Physikers Professor Dr. Willy Wölfli von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich und vor allem David H. Koch und Kollegen brachte noch mehr Verwirrung in die Kohlenstoffdatierungen (s. a. HIER). Denn nach diesen neuen Resultaten wies die Pyramiden des Cheops ein Alter auf, das 52 Jahre höher war, als es in den Geschichtsbüchern steht. Mindestens, denn die gewonnen Daten schwankten enorm (z. B.: Willy Wölfli: “Archäologie mit einem Schwerionenbeschleuniger”, Nr. 2/1994 & Herbert Haas u.a.: “Radiocarbon Chronology and the Historical Calendar in Egypt”, “British Archaeological Reports”, 1987):

Erstens gibt es zwischen 1984 und 1995 erhebliche Unterschiede zwischen Cheops und Chephren, nicht jedoch zwischen Djoser und Mykerinos. Zweitens sind die Daten von 1995 verstreut und variieren sogar für ein einzelnes Denkmal stark. Für Cheops verteilen sie sich über einen Bereich von etwa 400 Jahren. (…)

Acht kalibrierte Daten auf Stroh aus der Pyramide von Sesostris II. (XII. Dynastie, Mittleres Reich, etwa 1845 bis 1837 vor Christus, Anm. LAF) reichten von 103 Jahren älter bis 78 Jahre jünger als die historischen Daten seiner Regierungszeit, wobei vier Daten nur um 30, 24, 14 und drei Jahre verschoben waren.”

Auch die Pyramide des Chephren zeigte einen Widerspruch, der einige Jahrhunderte(!) Jahre umfasste. Die kleinste und Pharao Mykerinos zugesprochene Gizeh-Pyramide wäre nach den Analysen sogar einige Jahrhunderte jünger, als es die Archäologie sagt. Auch ältere Messwerte von bis zu 557 Jahren vor der angeblichen Erbauungszeit der Monumente lieferten die Datierungen.
Für die Experten gibt es dafür bis heute nur eine ausschlaggebende Erklärung:

Die Pyramidenbauer verwendeten älteres Kulturmaterial, sei es aus Gründen der Zweckmäßigkeit oder um eine bewusste Verbindung zwischen ihrem Pharao und seinen Vorgängern herzustellen.”

Recycling für den Pharao

Als Beispiel für diese Wiederverwendung nennen sie unter anderem die Stufenpyramide von Sakkara des Pharao Djoser aus der III. Dynastie. In diesem Monument entdeckten Archäologen insgesamt über 40.000 Steingefäße, dessen Inschriften die Namen der meisten Könige der I. und II. Dynastie trugen. Der Name von Djoser selber kam dabei nur ein einziges Mal vor. “Vielleicht hat Djoser die Vasen aus den 200 Jahre alten archaischen Gräbern in Nord-Sakkara gesammelt”, so die Archäologen. So konnte ein Bauherr Kosten und Mühen sparen, was auch Holz als Bau- und Brennmaterial mit einschloss, wie die Forscher betonen (“Radiocarbon”, Nr. 3/2001).

Ebenfalls wird darauf verwiesen, dass die Proben der Analysen von 1984/85, insgesamt 85 an der Zahl, inklusive fünf von der Sphinx, von der Außenseite der Cheops-Pyramide entnommen wurden. Winzige Stroh- und Holzstücke, die im Mörtel eingeschlossen waren.

Aufgrund solcher (hier nur zusammengefasster) Ergebnisse von C14-Datierungen dürfte es nicht verwundern, wenn Laien wie Experten dieser Methode immer wieder kritisch gegenüberstehen. Was im Zusammenhang mit dem genannten “Pyramids Radiocarbon Dating Project” allerdings auch sehr interessant ist, ist folgendes.

Durchgeführt wurden die Forschungen von einer Reihe Archäologen und anderen Wissenschaftlern. Mit dabei war natürlich auch Dr. Zahi Hawass, der damals noch aktiv im ägyptischen obersten Rat für Altertümer war. Ebenso beteiligt war der sehr bekannte Ägyptologe und Autor mehrerer Bücher über Pyramiden Dr. Mark Lehner. Koordiniert und verwaltet wurden die Untersuchungen von der “Ancient Egypt Research Associates, Inc.” Und schon damals war Lehner mehr als überrascht über die Ergebnisse:

Die Daten reichen von 3809 vor Christus bis 2869 vor Christus Im Allgemeinen sind die Daten also (…) deutlich früher als das beste ägyptologische Datum für Cheops.

Kurz gesagt, die Radiokarbondaten legen je nach der beachteten Stichprobe nahe, dass die ägyptologische Chronologie zwischen 200 bis 1.200 Jahren schwankt. Ich kann mir vorstellen, dass es einigen stinken wird. Die Pyramide von Gizeh ist 400 Jahre älter als Ägyptologen glauben.”

Eine große mediale Aufmerksamkeit blieb aus. Erstaunlicherweise. Auch sind diese frühen C14-Resultate heute kaum bekannt.

Noch weniger bekannt ist aber, dass das gesamte Projekt von der “Edgar Cayce Foundation” (ARE – korrekter Name: “Association for Research and Enlightenment”) bezahlt wurde. Immerhin 17.000 US-Dollar. Eine Organisation mit Hauptsitz in den USA, denen man zumindest heute keine Zusammenarbeit mit anerkannten Ägyptologen zutrauen würde. Oder besser gesagt umgekehrt.

Spuren von Atlantis?

Denn diese “Edgar Cayce Foundation” ist nach dem Seher Edgar Cayce benannt, der unter anderem in seinen “Weissagungen” von Atlantis und der “Halle der Aufzeichnungen” in Gizeh sprach (mehr dazu findet Ihr z. B. in diesem Video HIER sowie HIER). Über 10.000 Jahre sei nach Cayce und seinen bis heute aktiven Anhängern Gizeh alt. Das heute in der Grenzwissenschaft in aller Munde kursierende Jahr 10.500 vor Christus für eine Art untergegangene Urkultur usw. stammt von genau diesem Cayce. Obwohl der “Wahrsager” und “schlafende Prophet”, wie man ihn bis heute nennt, bereits im Jahr 1945 in den USA starb, sind seine Ideen weiterhin populär.

Genau diese Aussagen von Cayce wollte die ARE mit diesem C14-Datierungs-Projekt belegen. Was augenscheinlich nicht gelang, auch wenn die gewonnenen Ergebnisse überaus interessant sind. Auf ein Alter der Monumente oder der Sphinx von 12.500 Jahren wiesen diese aber nicht annähernd hin.

Bei den neueren Datierungen 1995 war der Lehner-Sponsor David H. Koch erneut dabei. Denn Koch hatte zusammen mit der ARE bereits zuvor die Arbeiten gesponsert.  Darunter auch das sehr bekannte “Giza Plateau Mapping Project” ab 1982 von Lehner.

Dass eine Beteiligung der “Edgar Cayce Foundation” bei Projekten und C14-Datierungen in Gizeh heute von den Ägyptologen lieber “vergessen” wird, sollte nicht verwundern. Mit Atlantis und einer vor mindestens 10.000 Jahren in Gizeh anwesenden unbekannten Kultur, möchte die etablierte Archäologie nicht in Zusammenhang gebracht werden. Obwohl David Koch in seinem Artikel “Dating the Pyramids” in der angesehenen Fachzeitschrift “Archaeology” 1999 noch explizite die “Edgar Cayce Foundation” in diesem Zusdammenhang nennt.

Inzwischen hat sich auch der Ägyptologe Lehner selber unlängst von der ARE mehr und mehr entfernt, wie es der bekannte Autor Robert Bauval schon 2002 in einem Artikel schrieb.

Heute wäre eine Kooperation zwischen der ARE und Ägyptologen vor Ort im Land der Pyramiden schon sensationell. Dazu muss man nur auf die zahllosen Aussagen und Statements von Seiten der etablierten Forscher der letzten Jahrzehnte zu dieser Art “Hobby-Pyramidenforscher” schauen. Etwa von Dr. Rainer Stadelmann, der von 1989 bis 1998 Chef des “Deutschen Archäologischen Institut” in Kairo (DAIK) war. Und natürlich von Dr. Zahi Hawass selber.

10.500 vor Christus vs. C14-Datierungen

Interessant ist bei diesen C14-Datierungen in Zusammenhang mit der ARE natürlich das Ergebnis für die Organisation selbst. Es widerspricht eindeutig den “Lehren” von Edgar Cayce über Alter und Herkunft der Cheops-Pyramide und der Sphinx enorm. Grob 7.000 Jahre liegen zwischen der Angabe um 10.500 vor Christus und den Ergebnissen Radiokarbondatierungen. Und das ist gewaltig, auch für die alternative Geschichtsforschung. Wobei natürlich die Zweifel an den ermittelten Daten auch für die ARE gelten dürfen und sollten.

Allerdings ist es bezeichnet, dass die umfangreiche Internetseite der “Edgar Cayce Foundation” heute nichts von dem damaligen und einmaligen Projekt berichtet.

Private Pyramidenforscher, von der etablierten Archäologie seit dem 19. Jahrhundert auch spöttisch “Pyramidologen” oder sogar “Pyramidioten” genannt, zweifel grundsätzlich. Nicht nur, da zwei, drei Überlieferungen im oben erwähnten Hitat existieren, die den Bau der Gizeh-Pyramiden vor die Sintflut datieren. Viel zitiert wird auch der Priester und Geschichtsschreiber Manetho (um 250 vor Christus). Auch wenn dessen Werke nicht mehr vollständig von ihm selber vorliegen, so wird er doch von anderen Geschichtsschreibern immer wieder zitiert. Etwa von Eusebius im 4. Jahrhundert nach Christus.

Unglaubliche Behauptungen finden sich in diesen Chroniken. Denn darin heißt es, dass nach einer 13.900 Jahre andauernden Herrschaft der Götter über Ägypten, ihnen Halbgötter auf den Thron folgten. Diese regierten nochmals 11.000 Jahre über das Land am Nil, bis ihnen dann die eigentlichen Pharaonen folgten. Zusammen also 25.000 Jahre – erst dann übernahmen die Menschen und mit ihnen die anerkannte Geschichtsschreibung die Macht.

Auch Herodot (ca. 490 bis 430 vor Christus) berichtete vergleichbares in seinen “Historien” über Ägypten. Er habe persönlich vor Ort in Theben von den Priestern erfahren, dass seit 11.340 Jahren die Hohenpriester dort im Amt seien. Dies entspräche 341 Generationen, so Herodot, weshalb man ihm zum Beweis 341 Statuen präsentierte. “Denn jeder Oberpriester stellte dort schon zu Lebzeiten seine eigene Statue auf”, schrieb Herodot bereits im 5. Jahrhundert vor Christus dazu.

Kein Ägyptologe nimmt solche und ähnliche Angaben ernst. Was man sicher mehr als verstehen kann.

Phantastische Daten

Wie gesehen passen aber auch die C14-Datierungen nicht zu diesen unfassbaren Daten. Sofern man sie auf die Cheops-Pyramide übertragen möchte. Hinzu kommt, dass Herodot angeblich nicht nur der “Vater der Geschichtsschreibung” war, sondern gleichfalls ein “Erzähler zahlreicher Märchen”. So schreibt beispielsweise der Geschichtsprofessor Wolfgang Blösel in seiner umfangreichen Untersuchung “Themistokles bei Herodot: Spiegel Athens im fünften Jahrhundert” (2004, S. 45):

Je nach Blickwinkel wurde Herodot schon in der antiken, aber dann auch neuzeitlichen Bewertung entweder als ‘Vater der Geschichtsschreibung’ oder als ‘Vater der Lügen’ apostrophiert. Bezeichnenderweise jedoch trägt schon Ciceros Loblied auf Herodot als pater historiae, in das die Gelehrten verstärkt seit dem 19. Jahrhundert miteinstimmen, diese starke Ambivalenz in die, moniert Cicero doch im gleichen Atemzug bei ihm ‘zahllose Märchen.

Dies veranschaulicht mehr als deutlich das Problem, dass die anerkannte Ägyptologie mit derart aus dem Rahmen fallen Behauptungen und Daten von Herodot und anderen Historikern haben. Was ist Wahrheit, was ist Lüge? Was sollen oder wollen die modernen Forscher glauben, was lieber nicht?

Anders bei den oben genannten C14-Datierungen. Sie passen zwar nicht wirklich zu der anerkannten Chronologie Ägyptens, aber wenigstens so in Etwa. Fehler in den Messergebnissen seien durchaus akzeptabel, solange sie nicht vollkommen aus der Zeit fallen. Kontaminationen, wiederverwendete Materialien, die üblich Toleranz bei C14-Datierungen oder auch natürliche Abweichungen wären halt die Ursache. Das gilt auch für die Kalibrierung und damit Anpassung der Jahreszahlen mit der “Baumringdatierung” (Dendrochronologie). Die allerdings, wie sich kürzlich zeigte (s. Artikel HIER), im Zusammenspiel mit der C14-Methode ebenfalls alles andere als perfekt ist.

Schaut man in die zahnlosen einschlägigen Fachbücher über Pyramiden und das Alte Ägypten, finden sich kaum nennenswerte Kritiken an den C14-Daten. Im Gegenteil. In dem erstmals 1974 erscheinenden Klassiker “Das Rätsel der Pyramiden” von Dr. Kurt Mendessohn (1992, S. 19), heißt es:

Noch vor wenigen Jahrzehnten klafften daher die Ansichten einzelner Ägyptologen über die Regierungszeiten früher Pharaonen bisweilen um mehrere Jahrhunderte auseinander. Inzwischen gelang es jedoch – nicht zuletzt dank naturwissenschaftlicher Methoden (die etwa Radiokarbondatierung), vor allem aber durch sorgfältigsten Vergleich aller verfügbaren Daten -, einen bemerkenswert zuverlässigen Überblick über 3.000 Jahre altägyptischer Geschichte zu gewinnen.”

Raum für Spekulationen

Grenzwissenschaftler und “alternative Historiker” sehen das ganz anders. Wer will es ihnen verdenken, wenn schon die wissenschaftlichen Datierungen durch Radiokarbon um Jahrhunderte schwanken? Wobei man an dieser Stelle erneut unterstreichen muss, dass Altersangaben wie 12.500 Jahre ein Extrem zu den etablierten 4.500 Jahren sind. Das sieht auch der Physiker und Autor des Buches “Pyramiden und Planeten“, Dr. Hans Jelitto, so. Ein privater Pyramidenforscher, der die Form und Anordnung der Gizeh-Pyramiden mathematisch mit den inneren Planeten in Korrelation bring. Er schreibt:

Während die Ägyptologen den Bauzeitpunkt anhand der überlieferten Königslisten auf etwa 2600 bis 2500 v. Chr. festlegen, ergaben vor einigen Jahren Messungen mit einer verfeinerten Radiokarbon-Methode (Beschleuniger-Massen-Spektroskopie bzw. AMS, Accelerator mass spectrometry) den Zeitraum 3030 bis 2905 v. Chr. für den Bau der Cheops-Pyramide mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 %.

Das ist eine Diskrepanz von immerhin ca. 400 Jahren. Diese Messungen stellen eine der modernsten und genauesten physikalischen Methoden zur Altersbestimmung dar.

So Jelitto auf seiner Internetseite. Er hält Messfehler bei den Datierungen “für unwahrscheinlich, da die Messungen sorgfältig an ca. einem Dutzend Bauwerken des Alten Reiches durchgeführt wurden”. Für Jelitto sind solche Forschungsergebnisse ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Pyramiden von Gizeh mehr waren, als nur Gräber mächtiger Pharaonen.

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Dass die zahllosen analysierten Proben aus Gizeh und vielen anderen Orten Ägyptens viel Raum für Spekulationen lassen, steht außer Frage. Nach Meinung der Ägyptologen war es mal nachträglich irgendwie dahin gekommenes Material, oder einfach älteres Recyclingmaterial.  Bei der Cheops-Pyramide beispielsweise zeigt sich das überaus eindeutig, wie Hawass, Lehner, Wölfli und andere in “Radiocarbon Dates of Old and Middle Kingdom Monuments in Egypt” (“Radiocarbon”, Nr. 3/2001) dokumentierten.

Darin listen sie die entsprechenden Radiokarbondatierungen auf, die bei den verschiedenen Projekten in Ägypten an zahlreichen Bauten genommen wurden. Hunderte von Ergebnissen quer durch die Dynastien, die aber keine gewaltigen Überraschungen zeigen. Also beispielsweise keine Probe aus dem Mörtel der Pyramide, die plötzlich mit einem Alter von 10.000 Jahren aus der Reihe fällt. Allein 46 Proben bzw. C14-Datierungen von der Cheops-Pyramide listen die Forscher in ihrer Publikation auf. Bis auf eine aus Schilf war es in allen Fällen Holzkohle.

Ein paar Jahrhunderte Abweichung

Und die Altersangaben bei Cheops?

Sie reichen von zu jung bis zu alt, konkret von 3.810 bis 5.020 Jahre. Und hierbei ist die letzte genannte Datierung, angeben mit einer Fehlerquote von 130 Jahren, doppelt interessant. Nicht nur da sie rund 400 Jahre älter als der angenommene Pyramidenbau selber ist, sondern auch dadurch, wo genau man eben diese Probe entnahm. Es war die Südwestecke des oberen Bereichs der 198. Steinlage. Dort sicherte man die Holzkohle zur Beprobung. In unmittelbarer Nachbarschaft, in der gleichen Ecke der 198. Steinlage, wurde allerdings noch eine weitere Probe entnommen. Sie war mit einer Toleranz von 85 Jahren nur 4.395 Jahre alt.

Seltsam. Hier hätten also die Baumeister Holz bzw. Holzkohle in einem identischen Bauabschnitt und quasi am selben Tag genutzt, deren Bäume als Rohstoffquelle in einem Abstand von rund 700 Jahren gefällt wurden. Theoretisch ist das zwar möglich, aber wie würde sich das belegen lassen?

Man schien bei den C14-Datierungen der “ARCE 10A” und “ARCE 10B” genannten Holzkohleproben damals selber etwas irritiert gewesen zu sein. Zumindest wurde die zweite Probe, jene, die im Labor auf 5.020 Jahre datiert wurde, ein zweites mal untersucht. “Im selben Kontext” wie bei der ersten Untersuchung, wie der Bericht festhält. Diesmal kam man auf ein Alter von nur 4.440 Jahren. Jedoch mit der enormen Toleranz von 320 Jahren. Ungefähr passte dieses Ergebnis nun zum favorisierten Richtfest der Cheops-Pyramide um 2580 vor Christus.

Die Welt war wieder in Ordnung, wie man meinen könnte. Nur leider ist die Welt der Pyramidenforschung alles andere als in Ordnung, wie es weitere Beispiele belegen. So etwa das unrühmliche Ende des Sarkophags aus der Mykerinos-Pyramide. Entdeckt haben ihn 1837 Howard Vyse und John Perring, die sogar mit Sprengungen an der Außenseite der Pyramide nach weiteren Kammern suchten. Zurück blieb “Vyse’s Hole”, ein neun Meter riesiges Loch.

Seltsames aus der Mykerinos-Pyramide

In den Berichten “Operations carried on at the Pyramids of Gizeh in 1837” (1940) und “Appendix to Operations carried on at the Pyramids of Gizeh in 1837” (1942) schildern Perring und Vyse, dass der entdeckte Sarg ein prachtvolles Exemplar aus Basalt ohne Deckel gewesen sei. Gewesen deshalb, da sie ihn aus der Mykerinos-Pyramide stahlen und nach Großbritannien verschiffen wollten. Leider kam er dort nie an, da das Schiff “Beatrice” auf dem Weg 1838 samt Sarkophag und anderer Kostbarkeiten sank. Obwohl die Forschung verständlicherweise über diesen herben Verlust bis heute trauert, wird dabei ein weiterer Fund in der Pyramide gern vernachlässigt.

Perring und Vyse entdeckten bei ihren brachialen Forschungen einen zweiten Sarkophag mit einer Mumie innerhalb der Mykerinos-Pyramide. Dieses Exemplar war nicht nur menschenförmig, sondern auch aus Holz gefertigt. Zudem trug der Sargdeckel den Namen von Pharao Mykerinos.

Eine Mumie bzw. Reste einer Mumie in oder nahe einem Holzsarkophag, der den Bestatteten als Mykerinos ausweist, sind ein mehr als interessanter Fund für die Ägyptologie. So dachte man, denn leider stellte sich diese Bestattung als “Fake” heraus. Als eine sogenannte Sekundärbestattung aus späteren Epochen. So wurde der Sarg selber schnell in die Spätzeit des Alten Ägypten und damit tausende Jahre nach dem Bau der Mykerinos-Pyramide datiert. Entstanden sei er in der saitischen Epoche, die etwa von 664 bis 332 vor Christus ging.

Bei Mumie wurde es noch seltsamer. Denn sie stammt nach C14-Datieungen aus christlicher Zeit. Folglich wurde selbst der vergleichsweise sehr junge Holzsarg in der Pyramide Jahrhunderte später erneut benutzt. Warum aber der Name des Pharao Mykerinos auf dem Sargdeckel geschrieben wurde, bleibt ein Rätsel.

Die Entdeckung des Waynman Dixon in der Cheops-Pyramide

Blicken wir an dieser zurück auf die Große Pyramide von Gizeh. Und zwar etwas ausführlicher auf durchaus erschreckende Vorkommnisse.

Dass Proben, die für eine Altersbestimmung an der Außenseite eines Monumentes dieser Güte entnommen werden, immer Skeptiker auf den Plan rufen, ist verständlich. Es wäre demnach ein unschätzbarere Vorteil, wenn Wissenschaftler ein entsprechend geeignetes Artefakt innerhalb der Pyramide entdecken würden. Am besten sogar noch in einem seit der Erbauung verschlossenen Raum oder einer Kammer. Damit wäre ein späteres Eindringen des Stückes ausgeschlossen. Nicht wie im Fall des seltsamen Sarkophag der Mykerinos-Pyramide.

Und tatsächlich gibt es ein solches Objekt aus dem Inneren der Cheops-Pyramide, das von den Erbauern zurückgelassen wurde. Ober besser gesagt hat es ein solches gegeben, wie zum Beispiel in diesem Video HIER bereits berichtet.

Gefunden wurde es 1872 von Waynman Dixon in einem der kleinen “Lüftungsschächte” in der Königinnenkammer der Cheops-Pyramide. Es sind jene längst legendären Schächte, an dessen Ende sich “Blockiersteine” befinden, die während verschiedener Roboter-Missionen seit 1993 erkundet wurden. Letztlich bohrte man auch durch sie hindurch und schaute auch mit einer kleinen Kamera dahinter. Sie sind nur rund 20 Zentimeter klein, rechteckig und führen rund 65 Meter durch das Pyramiden-Innere. Seit Jahrzehnten sorgen gerade diese winzigen Korridore mit ihre Blockierungen am Ende für Kontroversen und Diskussionen.

Jeder an den Rätseln der Archäologie interessierte Laie kennt sie heute.

Bis in das Jahr 1872 waren die “Gänge” allerdings vollkommen unbekannt. Niemand wusste von ihrer Existenz, da sie in der Kammer der Königin verschlossen und vor allem nicht sichtbar waren. Bis Dixon kam, die Wände abklopfte und dabei bemerkte, dass es an zwei Stellen merkwürdig hohl klang. Daraufhin meißelte er an der Nord- und Südwand der Kammer die Steine an den hohl klingen Stellen auf und fand so die beiden “Luftschächte”.

Er und sein Partner Dr. James Grant entdeckten dabei aber noch mehr. Im Inneren der Schächte lagen einige Objekte, die heute als “Dixon-Relikte” bekannt sind. Eine Steinkugel, einen kleinen Haken aus Metall und ein Stück Holzlatte. Wobei anzumerken ist, dass der Fundort des Metall-Hakens in der Pyramide nicht ganz klar ist. Andere Quellen sprechen davon, dass er an einer ganz anderen Stelle des Bauwerkes verborgen lag, als Dixon ihn aufspürte. Mehr dazu aber weiter unten.

Verschollen und wiedergefunden

Die “Dixon-Relikte” wurden im Dezember 1872 in “Nature” und “The Graphic” sowie im Januar 1873 in “Harper’s Weekly” veröffentlicht. Weitere Publikationen folgten und bis heute ist man sich unter Ägyptologen uneins, was diese Artefakte einst für einen Zweck hatten. Selbst darüber, in welchen der beiden bis 1872 verschlossenen Schächte, dem Nord- oder dem Südschacht, welches Objekt von Dixon genau geborgen wurde, herrscht Unklarheit. Die Angaben wurden im 19. Jahrhundert bis heute immer widersprüchlicher.

Sehr gut hat diesen Umstand Stefan Bergdoll in seiner Untersuchung “Die Dixon-Relikte und die Geheimnisse der kleinen Schächte der Cheopspyramide” (“Göttinger Miszellen: Beiträge zur ägyptologischen Diskussion”, Heft 248, 2016) dokumentiert.

So unscheinbar die Fundstücke auch aussehen mögen, so spannend ist ihre Geschichte seit ihrer Bergung durch Dixon. Kurz gesagt gingen sie verloren, tauchten dann im Nachlass einer Dixon-Nachfahrin wieder auf und kamen daraufhin in das Britische Museum in London. Wo sie dann erneut verloren gingen oder vergessen wurden. Erst als der bekannte Autor und Pyramidenforscher Robert Bauval am 6. Dezember 1993 in “The Independent” über den Verlust der Objekte einen Artikel veröffentlichte, und die Leser nach Informationen über ihren Verbleib bat, suchte man im Britischen Museum nach diesen. Und fand sie auch.

Die 1872 von Waynman Dixon entdeckten Relikte
Die 1872 von Waynman Dixon entdeckten Relikte, Illustration aus “Harper’s Weekly” vom 11. Januar 1873

Allerdings nicht alle, denn das knapp 13 Zentimeter lange Holzstück blieb verschollen. Weitere Recherchen ergaben, dass das Holz 1946 in das Marischal Museum in Aberdeen gelangt sein könnte. Es wurde von den anderen “Dixon-Relikten” getrennt, die in einer Zigarrenkiste verwahrt wurden, und heute im Britischen Museum ausgestellt sind. Leider aber ist auch das Museum in Aberdeen nicht behutsam mit diesem einmaligen Fund umgegangen. Bergdoll dazu:

2001 tauchte dann in einer Inventarliste des Marischal Museums in Aberdeen der vermisste ‘Holzmaßstab’ unter der Objektnummer ABDUA:24358 zwar auf, konnte aber nicht gefunden werden, da das Museum damals im Umzug begriffen war.”

Sehr optimistisch schrieb Michael Haase, Autor zahlreicher Artikel und Bücher über die Pyramiden Ägyptens, noch 2004 in seine Buch “Eine Stätte für die Ewigkeit” (S. 50):

Mittlerweile verdichten sich aber die Vermutungen, dass sich das Holzfragment in den Magazinbeständen des Marischal Museums der Universität von Aberdeen befinden könnte.”

Die 1872 veröffentlichten Zeichnungen dieses “Stock” lassen vermuten, dass es eine Art Messlatte war. Hinterlassen von den Erbauern der Cheops-Pyramide. Auch die Aufzeichnungen aus dem 19. Jahrhundert lassen diese Vermutung zu. Hierzu würde passen, dass auf den Seiten entsprechende “Kerben” eingeschnitten gewesen sein sollen. “Sie tragen parallele Linien wie Markierungen”, hieß es dazu in Nature”, “möglicherweise war es Teil eines Längenmaßes”.

Anhand der dazu damals veröffentlichten Abbildung des mutmaßlichen Messstabes kann man sie allerdings nicht wirklich exakt interpretieren.

Was man aber sehr deutlich sieht, sind die Enden der kleinen und rechtwinkligen Latte. Sie sind gerade und sauber abgeschnitten, so dass die Vermutung, es handelt sich um irgendein abgebrochenes Stück, eher unwahrscheinlich ist. Auf der Zeichnung oben erkennt man allerdings (vorne rechts), dass eine Ecke fehlt.

In der ersten Veröffentlichung in “Nature” vom 26. Dezember 1872 über die Artefakte war in diesem Zusammenhang noch von weiteren Holzfragmenten die Rede. Die Beschreibung damals:

Ein kleiner rechteckiger Zedernstab, an einem Ende gebrochen, und einige Fragmente.”

Schlamperei im Museum

Mit diesem “Stock” aus vermuteten Zedernholz läge der Pyramidenforschung ein einmaliges und unschätzbar wertvolles Fundobjekt vor. Auch wenn es nur “Fragmente” oder Bruchstücke wären. Bedauerlicherweise ging auch das Marischal Museum mit dem Artefakt alles andere als sorgsam um. “Eine Anfrage an das Marischal Museum vom 8. Dezember 2014 brachte folgendes Ergebnis”, so Stefan Bergdoll:

Das Objekt wurde bis heute nicht mehr aufgefunden und entzieht sich somit dem Versuch einer Altersbestimmung nach der C14-Methode. Das Museum beherbergt mehr als 63.500 Objekte, wobei ca. 6.000 Objekte zur ägyptischen Sammlung zählen. Da das Museum über 100 Jahre alt ist, kam es leider dazu, dass einige Objekte ihre Beschriftungen verloren haben oder an der falschen Stelle deponiert wurden, was das Auffinden eines Objekts enorm erschwert oder sogar unmöglich macht.

Für die Ägyptologie und Erforschung der Großen Pyramide ist das niederschmetternd! Ein von den Pyramidenbauern angefertigtes und gesägtes Holzstück, dass bis 1872 seit Jahrtausenden an einem Ort im Inneren der Pyramide unberührt lag, ist heute einfach – weg. Resigniert schreibt auch Bergdoll in seiner Studie:

Was den Verbleib des vermissten Holzstücks angeht, bin ich eher skeptisch, d.h. ich glaube nicht, dass besagtes Stück jemals wieder auftaucht und auch noch zweifelsfrei als solches identifiziert werden kann. Leider ist damit eine Möglichkeit verspielt, das Alter der Cheopspyramide mittels C14-Methode überprüfen zu können.

Natürlich ist es alles andere als ein Einzelfall, dass in Museen antike Artefakte und archäologische Fundstücke “verloren” gehen oder einfach “verschwinden”. Man denke nur das ehrwürdige Ägyptische Museum von Kairo. Auch dort verschwanden unzählige Objekte aus den Kellern. Oder sie werden einfach nicht mehr wiedergefunden, können nicht mehr eingeordnet werden oder irgendwelche Zuordnungen von Inventarbeständen sind überhaupt nicht mehr möglich.

Noch schlimmer ging es in der Vergangenheit zu. Da wurden Artefakte und sogar ganze Mumien aus den Depots des Museums heraus an betuchte Sammler unter der Hand verkauft.

Falsche Angaben, kaputt und verloren!

Stöbert man in den Katalogaufzeichnungen des Marischal Museums der Universität von Aberdeen findet man das gesuchte Holzobjekt weiterhin gelistet. Auch wenn niemand mehr weiß, wo es überhaupt liegt und ob es überhaupt noch im Lager ist. In der Aufzeichnung wiederum heißt es, dass es ein Messinstrument (bzw. ein Teil davon) der Steinmetze war, dass 1946 dem Museum geschenkt wurde. Von E. F. Morice, einer Nachfahrin des Mitentdeckers Grant. Katalogisiert wurde es am 26. November 1946.

So weit, so gut. Denn ansonsten strotzt die Karteikarte des Museums von Fehlern. Angefangen beim dort genannten “Herstellungsdatum des Objekts”, das mit 4000 vor Christus angegeben wird (“4000 BC”). Also fast 2.000 Jahre vor dem Bau der Cheops-Pyramide.

Bei der kurzen aber vielsagenden “Objektgeschichte” stimmt schon fast gar nichts mehr. In nur vier Sätzen sind alle vier Hauptangaben bzw. Daten falsch. Dort heißt es, dass das Objekt 1886 von Dixon in einem der “Ventilationsschächte der Großen Pyramide von Gizeh in der Königinnenkammer” gefunden worde. Die Öffnung der Schächte und die Entdeckung des Artefaktes war aber bereits 1872. Weiter heißt es in der Beschreibung, dass die Cheops-Pyramide aus dem Jahr 400 vor Christus stammt (“400 BC”), was wiederum dem “Herstellungsdatum des Objekts” gewaltig widerspricht.

Hierzu zitiert das Museum die Spenderin selber aus einem Brief vom 18. August 1946. Wobei hier das Datum nicht stimmt, da sie diesen bereits am 18. Juni verfasste. Darin ist in der Tat bereits das falsche Alter der Pyramide genannt, was vom Museum einfach übernommen wurde. Allerdings nannte Morice, dessen Name übrigens im Museumskatalog auch noch falsch geschrieben wurde, in ihrem Brief als Fundjahr korrekt. Um die Verwirrung abzurunden, hat das Museum unter “Notizen” das korrekte Jahr 1872 angeben.

Ignorieren wird die falschen Angaben und deuten sie als Abschreibfehler des Briefes von Morice an das Museum, bleibt noch eine weitere, traurige Aussage. So notierte das Museum 1946 aus dem Schreiben der Schenkerin:

Der Maßstab ist in Fragmente zerfallen, da er der Luft ausgesetzt war.

Also nicht nur verschollen, sondern seit mindestens 1946 auch noch kaputt!

Das kann eigentlich nur als “faule Ausrede” gewertet werden. Immerhin lag das Holz tausende von Jahre unentdeckt und unberührt in einem der “Lüftungsschächte”. Deren beide Ende waren zwar bis Dixons gewaltsamen Öffnung des unteren “Ausganges” verschlossen, aber selbstverständlich voller Luft. Ein Vakuum herrschte darin nicht, weshalb das Artefakt mindestens bereits 4.500 Jahre der Luft ausgesetzt war. Erst dann wurde es in einer Zigarrenkiste mit den anderen Objekte verschickt.

Auch der Umstand, dass die “Messlatte” später (als sie dem Britischen Museum in London angeboten wurde) in einem Glaskolben verwahrt wurde, ändert daran nichts. Bezeichnet ist hierbei auch, dass nach der Entdeckung in entsprechenden Veröffentlichungen über diese Funde der hervorragende Erhaltungszustand des Holzes betont wurde.

Zur Ehrenrettung sollte man aber nicht übersehen, dass das trockene Klima von Gizeh weitaus besser Hölzer jeglicher Art erhält, das jenes in Großbritannien. Oder sind mit dem “Zerfall” die Fragmente gemeint, die laut “Nature” (s. oben) zusammen mit der “Rute” gefunden wurden? Bilder dieser Stücke wurden nie veröffentlicht. Darum ist es wahrscheinlicher, dass es tatsächlich nur kleine Splitter waren, denen schon 1872 keine Bedeutung beigemessen wurde.

Unwahrscheinlich, dass diese in das Museum von Aberdeen gelangten, und dadurch das Objekt als “in Fragmente zerfallen” beschrieben wurde.

Dr. Zahi Hawass sieht es ganz anders

Die von Dixon entdeckten Schächte in der Kammer der Königin werden seit 1993 (inoffiziell) auch als “Gantenbrink-Schächte” bezeichnet. Nach dem Ingenieur Rudolf Gantenbrink, der mit seinem Roboter “UPUAUT 2” damals an den oberen Enden der Schächte die schon legendären kleinen “Türen” entdeckte. Bekanntlich folgten bis heute eine Reihe weiterer Roboter-Untersuchungen der Stollen.

Am bekanntesten dürfte wohl die Untersuchung sein, bei der man ein Loch in den Stein bohrte und eine Kamera hindurch schon. Eine TV-Show, die unter Leitung von Dr. Zahi Hawass am 17. September 2002 von “Nationale Geographic” weltweit “live” übertragen wurde. Heute kennt jeder Archäologie-Interessierte diese Ereignisse, die damals ein großes Medienecho nach sich zogen. Auch unzählige Publikationen dazu erschienen in der Folge, die von Ägyptologen wie von Laien gleichermaßen verfasst wurden.

Eine davon war der Sammelband “The Treasures of the Pyramids” (2003), in dem verschiedene Ägyptologen und Pyramidenforscher über die Rätsel der Pyramiden berichteten. Nicht nur über die neuen Entdeckungen am Ende der “Luftschächte”. Bekannte Namen aus der Ägyptologie wie Günter Dreyer, Mark Lehner oder auch Rainer Stadelmann lieferten Beiträge für diese Anthologie. Und selbst Suzanne Mubarak, die Frau des damaligen Staatspräsidenten Husni Mubarak, steuerte als First Lady Ägyptens ein Vorwort bei.

Wirklich bekannt ist das Buch wahrscheinlich nur im Kreise der Archäologen. Was die enthalten archäologischen Veröffentlichungen an dieser Stelle so interessant machen, sind enthalte Aussagen von Zahi Hawass zu den Dixon-Funden. Hawass schrieb mit Abstand die meisten Beiträge und geht in “The Secret Doors Inside the Great Pyramid” (ab S. 156) auf die geheimnisvollen Schächte genauer ein. Zu dem von Dixon geborgenem Holzstück bemerkt er ganz nebenbei:

Einige schlagen vor, dass eine Kohlenstoffdatierung des Holzes eine genaue Datierung der Pyramide ermöglichen würde, da Holz beim Bau der Pyramide im Schacht belassen worden sein muss (vorausgesetzt, der Schacht war versiegelt) Aber ich behaupte, dass dies nicht absolut sicher ist. Holz kann nach dem Bau über den Schachtausgang in den Schacht eingebracht werden, falls er existiert.”

Die offene Cheops-Pyramide des Hawass

Eigentlich eine unfassbare Aussage, die Hawass nur ein Jahr nach seiner Durchbohrung des Sperrsteins tätigte. Eine C14-Dateiung sei seiner Meinung also sinnlos, da das Holz “nach dem Bau über den Schachtausgang” dorthin gelangt sein könnte.

Ihm war natürlich klar, dass der Schacht unten erst 1872 aufgebrochen wurde, was er in seinem Beitrag auch selber schreibt. Und ihm war seit 1993 durch Gantenbrink auch klar, dass er oben mit einem Stein versperrt wurde. Aufgrund der Durchbohrung 2002 wusste er natürlich auch – er war ja dabei -, dass dahinter eine weitere Steinsperre liegt. Wo ist da Platz für einen Ausgang ins Freie, durch den das Holz hätte in den Schacht fallen können?

Gleichfalls kennt er natürlich die Architektur der Cheops-Pyramide ganz genau. So weiß er auch, dass der Bau der Pyramide auch nach Fertigstellung und Versiegelung der kleinen Stollen der Königinnenkammer noch sehr lange weiter in die Höhe ging. Die “Lüftungsschächte” selber reichen auch bis über die Kammer des Königs im Mauerwerk der Pyramide hinaus. Das heißt, wenn die “Messlatte” in den Schacht gelangte, als dieser am oberen Ende noch offen war, geschah dies trotzdem noch während der Bauzeit der Pyramide.

Danach war er “dicht”. Was Hawass dann wieder nur einen Satz später selber schreibt:

Ägyptologen haben mehrere Erklärungen für diese Schächte. Einige glauben, dass sie zur Belüftung verwendet wurden, aber dies kann nicht wahr sein, da sie sich nicht nach außen öffnen.

Sofern also niemand nach Fertigstellung der Pyramide und der Schächte von Außen durch das Mauerwerk bohrte, dann durch das entstanden Loch die Dixon-Relikte hinfallen ließ, um daraufhin das Loch innerhalb des winzigen Stollens sowie an der Außenseite der Pyramide unsichtbar zu verschließen, bleibt diese Vermutung reine Spekulation von Hawass.

Eine letzte Chance?

Vielleicht gibt es aber noch ein letzte C14-Chance. Auf dem von Dixon 1872 gefunden Metallhaken könnten geringe Holzreste vorhandenen gewesen sein, wie es die Objektbeschreibungen vermuten lassen. So schrieb schon John Dixon, der Bruder des Entdeckers, in einem Artikel über die Funde in “Harper’s Weekly” (11. Januar 1873) zur der Beschreibung des Hakens:

Bronze Instrument, an dem ein Teil des Holzgriffs haftet.

Und in “Nature” heiß es im Dezember 1872 dazu:

Ein kleiner Doppelhaken aus Bronze mit genieteten Stiften zum Befestigen an einem Griff.

Es ist also unklar, ob mit “Teil des Holzgriffs” nicht vielleicht doch nur die Befestigungsstifte oder Nieten gemeint waren. Diese sind klar zu erkennen, und werden bis heute als Halterungen für einen Holzgriff interpretiert. Wie schon damals in “Nature”:

Mit einem Holzgriff, der an den beiden Stiften befestigt ist, kann er als Werkzeug verwendet worden sein.

Wo dieses Fundstück sich heute befindet, ist seit 1993 bekannt. Es schlummert, vollkommen unbeachtet von den üblichen Touristen, in einer Vitrine im Britischen Museum in London vor sich hin.

Ob diese mutmaßlichen Holzreste für eine C14-Datierung ausreichen, ist natürlich offen. Fraglich ist auch, ob sie nach der 2012 durchgeführten Konservierung des Fundes im Britischen Museum überhaupt noch vorhanden oder für eine Kohlenstoffdatierung nutzbar sind. “Stabilisierung” nennt sich diese Aufarbeitung. Es bedeutet nichts weiter, als dass die entsprechenden Experten das Artefakt mit verschiedenen Methoden behandeln, um es auch für zukünftige Generationen zu erhalten.

Hinzu kommt, dass 1877, also nur kurz nach den Dixon-Entdeckungen, James Bonwick in “Pyramid facts and fancies” schrieb, der Haken sei in der Vorkammer der Königskammer gefunden worden. Dort, wo sich die Fallsteine als Sicherung gegen Grabräuber befanden, und damit weit weg von der Kammer der Königin. Folglich auch mehr oder weniger offen im Inneren des Monuments und nicht in einem der erst durch Dixon nach Jahrtausenden geöffneten Schächte. Wobei je nach Aussage der Haken im Nord- oder Südschacht gefunden wurde.Selbst das ist demnach unklar.

Bonwick dazu (S. 36):

Die Höhe des Fallgitters beträgt laut Perring 12 Fuß 5 Zoll. Mr. Waynman Dixon fand dort in der Nähe einen Bronzehaken; er könnte einem alten Schatzsucher gehört haben.

Hätte Bonwick mit dieser Aussage wirklich recht, könnte der Haken damit erst sehr, sehr viel später in die Pyramide gelangt sein. Lange nach dem Richtfest des Bauwerkes. Ein C14-Datierung wäre dann zwar interessant, aber würde nichts über das “wahre Alter” der Pyramide enthüllen.

Ein ernüchterndes Resümee

Auch wenn das Thema “C14-Datierungen und die Cheops-Pyramide” fraglos nicht ausgeschöpft wurde, ist es Zeit für ein Resümee. Leider ein recht ernüchterndes, wie es die wichtigsten Punkte im Folgenden verdeutlichen sollen:

  • Es gab eine große Anzahl von C14-Datierungen bezüglich der Cheops-Pyramide.
  • Die Altersbestimmungen variieren dabei zum Teil durchaus erheblich. Um mehrere Jahrhunderte.
  • Zur Datierung diente meistens Holz bzw. Holzkohlereste aus dem Mörtel der Außenseite der Pyramide.
  • Mal mehr und mal weniger grob stimmen die Datierungen mit den angenommenen Baudaten unter Pharao Cheops überein.
  • Abweichungen gelten als Toleranz und/oder die Wiederverwendung älterer Materialien durch die Baumannschaften.
  • Aufzeichnungen alter Chronisten mit geradezu phantastischen Zeitangaben für das Alte Ägypten, wie etwa von Herodot, werden in Forschung nicht ernst genommen.
  • Die C14-Analysen erbrachten jedoch auch keine gewaltigen Altersangaben, die solche Behauptungen der alten Geschichtsschreiber untermauern. Außer man glaubt an eine Verschwörung der Archäologie, die genau solche Daten unter Verschluss hält.
  • Ein authentisches Stück Holz, das wahrscheinlich Jahrtausende unberührt und unentdeckt in der Cheops-Pyramide lag, noch dazu von den Baumeistern selber stammen muss, ist heute spurlos verschwunden.
  • Holzfragmente, die mit dieser vermuteten “Messlatte” geborgen wurden, sind ebenso verschollen. Ihnen wurde vermutlich schon während der Entdeckung keine Bedeutung beigemessen (an die Möglichkeiten von C14-Datierungen konnte damals auch wirklich niemand denken).
  • Eine in der Mykerinos-Pyramide gefundene Mumie sowie ein entdeckter Sarkophag fallen zeitlich vollkommen aus dem Rahmen der IV. Dynastie. Auch wenn der Name des Pharao Mykerinos darauf steht, reichen die Funde bis in die frühchristliche Zeit.
  • Selbst C14-Datierungen aus der XII. Dynastie schwanken um rund 200 Jahre.
  • Teilweise wurden die Radiokarbondatierungen von einer Organisation ganz offiziell finanziert bzw. mitfinanziert, die in Gizeh inklusive Sphinx Bauten eines Volkes aus Atlantis sieht.
  • Erst kürzlich wurde in einer neuen Studie aufgezeigt, dass die Kalibrierung von C14-Datierungen mit Baumringen weitaus ungenauer ist, als bisher angenommen.
  • Eine der Proben der Cheops-Pyramide fiel besonders aus dem Rahmen der anderen Datierungen. Auch im Vergleich zu einer weiteren und direkt daneben entnommenen und datierten Probe. Erst eine zweite Altersbestimmung wies diesen Ausreißer “in seine Schranken”.
  • Authentische und mittels C14 datierbare Objekte aus dem Inneren der Pyramide(n) liegen – soweit bekannt – nicht vor.
  • An dem 1872 entdeckten Metallhaken waren vielleicht an den Befestigungsstiften Holzreste vorhanden. Ob es so war, und ob sie überhaupt noch vorhanden sind, ist unklar.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Tagged , , , , , , , , , , , , , <

Woher kamen die Ureinwohner der Kanarischen Inseln? (Gast-Artikel + Videos)

Teilen:
Woher kamen die Ureinwohner der Kanarischen Inseln? (Pyramide auf La Palma / Bild: D. Görlitz/Bild-Archiv abora.eu)
Woher kamen die Ureinwohner der Kanarischen Inseln? (Pyramide auf La Palma / Bild: D. Görlitz/Bild-Archiv abora.eu)

Pyramiden stehen nicht nur in Mexiko oder in Ägypten. Man findet sie auch auf den Kanarischen Inseln wie Teneriffa und sogar auf den Azoren. Wer aber hat sie dort wann errichtet? Sind sie ein Werk der Ureinwohner der Kanaren, die man heute zusammengefasst Guanchen nennt? Ein rätselhaftes Volk, deren Herkunft und Geschichte auf den Inseln noch immer Fragen aufwirft. Welche das sind, erfahrt Ihr in diesem Gast-Artikel von Dr. Dominique Görlitz.


Die Guanchen und das Rätsel der Kanaren

Die Geschichte und Herkunft der Guanchen genannten Ureinwohner der Kanaren ist eines der noch ungelösten Rätsel der modernen Archäologie. Die Theorien über deren Ursprung füllen ganze Bibliotheken. Die kulturelle Vielfalt der einzelnen Inseln und der Sachverhalt, dass sie ihre Sprache und ihre materielle Kultur bis zur Ankunft der Spanier beibehalten, machen die Kanaren als “Freilichtmuseum” im afro-europäischen Teil der Alten Welt einzigartig.

Dieser Kurzartikel soll auf das “Kanaren-Problem” aufmerksam machen, wie viel Forschung hier eigentlich noch zu leisten ist, um deren Herkunft zu erleuchten.

Die Historiker können das Dilemma der kanarischen Archäologie im Grund auf drei Problemfelder zurückführen:

  1. Das Fehlen schichtenkundlicher Studien, die das Beobachten einer Kulturabfolge für das vorspanische Teneriffa gestattet hätten.
  2. Das Fehlen einer absoluten und relativen Chronologie.
  3. Die Schwierigkeit, Beziehung zwischen den Altkulturen Teneriffas und der übrigen Kanarischen Inseln sowie die gleichzeitigen Kulturen der nahen Teile des afrikanischen Festlandes zu ermitteln und das Verhältnis der anthropologisch überschaubaren Menschengruppen zu den einzelnen Altkulturen zu klären.

Diese Schwierigkeiten werden noch dadurch verstärkt, dass viele Wissenschaftler immer noch die Kanaren als einen Teil Europas, und nicht Nordafrikas mit den entsprechenden Kulturen ansehen.

Vor etwa 20 Jahren habe ich dazu mit Thor Heyerdahl und Harald Brehm sowie anderen Forschern, auch von der Universität in La Laguna auf Teneriffa, eine Menge Arbeit investiert. Im Zuge der ABORA I (1999) habe ich die Ergebnisse auch in dem Buch “Segeln gegen den Wind im Mittelmeer” DSV Verlag Hamburg veröffentlicht. Heute hat sich die wissenschaftliche Situation nicht wesentlich gebessert.

Woher kamen die Ureinwohner der Kanarischen Inseln? (Bilder: D. Görlitz/Bild-Archiv abora.eu)
Pyramide von Güimar auf Teneriffa / Spiralförmigen Felsbilder von La Zarma auf den Kanarischen Inseln / Abora IV (Bilder: D. Görlitz/Bild-Archiv abora.eu)

Pyramiden auf den Kanaren

So werden die Pyramiden von Teneriffa und auf La Palma (s. Titelbild) immer noch vielfach spanischen Bauern zugeschrieben, obwohl die frühesten Chronisten die Urbevölkerung dafür verantwortlich machen (das Gleiche trifft übrigens auf die Azoren-Pyramiden von Pico zu!).

Ein weiteres Problem für die Klärung des Ursprungs stellen die beiden Floßfahrten mit RA I & II von Thor Heyerdahl dar. Aufgrund der schlechten Segeleigenschaften beider Papyrusboote, die nur direkt, also 180° vor dem Wind segelten, gehen die meisten Archäologen davon aus, dass die Erstbesiedler nur sehr weit nördlich gestartet sein konnten oder dass sie passiv, zum Beispiel von den Phöniziern, auf die Kanaren verschleppt wurden.

Der Kanarenexperte Bruno Schmidt, der ebenfalls eng in Kontakt mit Thor Heyerdahl stand, hat als erster anhand der Segeldaten von RA II versucht, den möglichst südlichen Startort einer Paläo-Besiedlung zu rekonstruierten.

Leider kannte er damals noch nicht das ABORA-Projekt, dessen Schilfboote sogar leicht gegen den Wind mit der Strömung aufkreuzen können.

So sind wir auf unserer letzten Expedition mit ABORA IV von Rhodos sowohl quer zum Wind als auch quer zu einer mäßig starken Strömung ohne Probleme halb am Wind gesegelt. Mit derart gut aufgetakelten Flößen wäre also nach meinen neueren Berechnungen ein Übersetzen selbst südlich von Safi möglich gewesen. Außerdem hätten jene Entdecker auch zwischen den Inseln segeln, und so kulturelle Errungenschaften austauschen können.

Die Pyramiden von La Palma oder Teneriffa sowie die spiralförmigen Felsbilder von La Zarma, La Palma demonstrieren, die Vielzahl der möglichen Herkunftsorte von der Bretagne bis ins Mittelmeer der erste Ureinwohner der Kanaren.

Dieser Artikel erschien ebenso auf der Webseite Atlantisforschung.de.Mit freundlicher Genehmigung. Links von Fischinger-Online.

Video-Auswahl zum Thema auf YouTube

Mehr Videos findet Ihr HIER auf meinem Video-Kanal. Lasst gerne ein Abo & Daumen hoch da …

Video vom 12. Feb. 2019 auf Fischinger-Online

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Video vom 26. Nov. 2019 auf Fischinger-Online

Bitte auf das “Play-Symbol” klicken.
Mehr Videos zur Grenzwissenschaft HIER

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

Interessantes zum Thema bei amazon.de:

Werde auch DU Fan von Grenzwissenschaft & Mystery Files!

Grenzwissenschaft und Mystery Files auf YouTube

Werde Fan von Grenzwissenschaft und Mystery Files auf Facebook+++ Blog-Newsletter HIER abonnieren +++

Tagged , , , , , , , , <
How to whitelist website on AdBlocker?

How to whitelist website on AdBlocker?

  1. 1 Click on the AdBlock Plus icon on the top right corner of your browser
  2. 2 Click on "Enabled on this site" from the AdBlock Plus option
  3. 3 Refresh the page and start browsing the site