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ABORA-Kongress am 10. und 11. Juni 2022: Auf den Spuren uralter Seefahrer – Alle Infos und das Programm

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Abora Kongress am 10. und 11. Juni 2022: Alle Infos und Programm (Bilder: Abora.eu & nuoflix.de)
Abora Kongress am 10. und 11. Juni 2022: Alle Infos und Programm (Bilder: Abora.eu & nuoflix.de)

Das Warten hat ein Ende: Am 10. und 11. Juni 2022 findet in Braunsbedra unweit von Leipzig der nächste ABORA-Kongress statt. In Zusammenarbeit mit NuoFlix (NuoViso) geht es an diesem Wochenende um die Frage, ob schon vor Jahrtausenden verschiedene Völker die Meere und Ozeane als „Autobahnen“ nutzten. Handel und kulturellen Austausch zwischen den Kontinenten – lange bevor Kolumbus kam. Alle Infos und das Programm findet Ihr hier.


ABORA-Kongress: Auf den Spuren der Seefahrer der Antike

In Kooperation zwischen ABORA und NuoFlix (vormals NuoViso) findet unser erster Kongress nun endlich nach langer Wartezeit statt. Am 10. und 11. Juni könnt Ihr zahlreiche hochkarätige Referenten, Filmvorführungen, Podiumsdiskussionen und ein Get-Together mit dem gesamten NuoFlix und ABORA-Team erleben.

Durch den Kongress führen die Moderatoren Robert Stein und Frank Stoner, welche Euch ebenso wie Dr. Dominique Görlitz, die Referenten und alle anderen aus dem NuoFlix Team für Gespräche und ein gemütliches Zusammensein zur Verfügung stehen.

Referenten und Moderatoren:

  • Dr. Dominique Görlitz, Biogeograph und Experimentalarchäologe
  • Prof. David Rohl, Historiker und Ägyptologe
  • Prof. Hans Giffhorn, Kulturhistoriker
  • Dale Bell, TV Produzent und Oscar-Preisträger
  • Robert Stein, Moderator
  • Frank Stoner, Moderator

Programm

Freitag, 10. Juni:

  • 16.45 Uhr – Einlass
  • 17.30 Uhr – Eröffnung und Vorstellung der Referenten
  • 18.15 Uhr – Film 1 mit Prof. Hans Giffhorn: Krieger aus Spanien in den Anden Perus – vor über 2000 Jahren?
  • 18.50 Uhr – Hans Giffhorn stellt seine Hypothese vor
  • 19.15 Uhr – Film 2 mit Dr. Dominique Görlitz: Dare to Voyage (=  „13 Stürme“)
  • 20.15 Uhr – Get together mit allen Gästen und Referenten

Samstag, 11. Juni:

  • 09.00 Uhr – Einlass
  • 10.00 Uhr – Eröffnung durch Gastgeber
  • 10.15 Uhr – 1. Vortrag: Kam Kolumbus 6.000 Jahre zu spät? (Deutsch) – Dr. Dominique Görlitz, Biogeograph und Experimentalarchäologe
  • 11.30 Uhr – 2. Vortrag: The Phönix and the West (Englisch) – Prof. David Rohl, Historiker und Ägyptologe

12.45 Uhr – Mittagessen mit Ausstellungsbesuch

  • 14.30 Uhr – 3. Vortrag: Krieger aus Spanien in den Anden Perus – vor über 2000 Jahren (Deutsch) – Prof. Hans Giffhorn, Kulturhistoriker

15.30 Uhr – Pause zum Wechseln

  • 16.00 Uhr – 4. Vortrag: The Ocean as a Highway for Cultural Transfer (Englisch) – Dale Bell, TV Produzent und Oscar-Preisträger

16.40 Uhr – Pause zum Wechseln

  • 17.00 Uhr – Zusammenfassung mit Podiumsdiskussion
  • 17.45 Uhr – Kongressende und anschließend Get together mit allen Gästen und Referenten

Details und Veranstaltungsort

Veranstaltungsort:

Zentralwerkstatt Pfännerhall
Grubenweg 4
06212 Braunsbedra
Telefon: +49 (0)3463390825
E-Mail: info@pfaennerhall.de

  • Parkplätze stehen vor Ort zur Verfügung.

Catering und Versorgung:

  • Für das Mittagessen am Samstag wird durch den Betreiber vor Ort ein Buffet zur Verfügung gestellt. Dieses beinhaltet auch kostenfreie Softdrinks während des Mittagessens. Die Kosten hierfür betragen 20 Euro und können gleich mit dem Ticket zusammen gebucht werden, was wir auch aufgrund der zeitlich begrenzten Mittagszeit dringend empfehlen. Auch aus Kalkulationsgründen ist eine Zahlung vor Ort wahrscheinlich nicht mehr möglich.
  • Unabhängig des Mittagessen am Samstag ist während des gesamten Kongresses die Verpflegung sichergestellt. Getränke und kleinere Snacks stehen jederzeit gegen Bezahlung zur Verfügung.

Tickets:

Sonstiges

  • In den Pausen und während der Vorträge stehen die Ausstellungen in der „Zentralwerkstatt Pfännerhall“ für alle Kongressteilnehmer kostenfrei zur Besichtigung bereit
  • Bitte beachten Sie, dass ein Teil der Vorführungen und Vorträge in englischer Sprache sind. Eine Simultanübersetzung findet nicht statt, daher sind grundlegende Englischkenntnisse sicherlich kein Nachteil.
  • Übernachtungsmöglichkeiten in Braunsbedra sind begrenzt. Bei Bedarf finden Sie Hotels im nahegelegenen Merseburg oder in den Großstäden Leipzig und Halle (Fahrtzeit etwa 30 bis 45 Minuten).

Text vom NuoViso-Shop/NuoFlix übernommen und leicht geändert.

Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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VIDEO: Seefahrt der Steinzeit: „ABORA V – Update zur Vorbereitung der Transatlantik-Expedition“ – Vortrag von Dr. Dominique Görlitz & Ramon Zürcher

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Vortrag/Video vom 29. Oktober 2021 von Dr. Dominique Görlitz & Ramon Zürcher: "ABORA V – Update zur Vorbereitung der Transatlantik-Expedition" (Bilder: abora.eu/D. Görlitz & gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)
Vortrag/Video vom 29. Oktober 2021 von Dr. Dominique Görlitz & Ramon Zürcher: „ABORA V – Update zur Vorbereitung der Transatlantik-Expedition“ (Bilder: abora.eu/D. Görlitz & gemeinfrei / Montage: Fischinger-Online)

Waren in der Steinzeit vor Jahrtausenden bereits Seefahrer der Alten Welt in Amerika? Und überquerten vorzeitliche Amerikaner den Atlantik in Richtung Osten? Davon sind viele überzeugt. Christoph Kolumbus kam als Letzter, war nicht nur Thor Heyerdahl sicher. Auch Dr. Dominique Görlitz ist im „Fahrwasser von Heyerdahl“ sicher, dass es diese Kontakte gab. Deshalb plant Görlitz bereits seine 5. Groß-Expedition mit einem Schilfboot. Eine Reise von Nordafrika bis Amerika. Darüber berichtet er zusammen mit Ramon Zürcher in diesem Vortrag.


Entdeckten Seefahrer der Steinzeit Amerika?

Seefahrer der Steinzeit nutzen vor Jahrtausenden den Atlantik als „Autobahn“. Denn der Ozean war kein Hindernis für die Menschen der Vorzeit, um zwischen der Alten und der Neuen Welt zu reisen. Vielmehr war er ein Verbindungsweg der Kulturen in Ost und West nach und von Amerika. Tausende Jahre bevor Kolumbus Amerika erneut entdeckte.

Davon ist auch Dr. Dominique Görlitz überzeugt, der seit Jahrzehnten Seefahrt-Experimente mit einfachen, nach vorzeitlichen Vorlagen nachgebauten Schilfbooten durchführt. Im Kielwasser des legendären Norwegers Thor Heyerdahl, wie der Experimantalarchäologe und Seefahrthistoriker Görlitz es nennt. Bis zum Tode von Heyerdahl verband beide Forscher deshalb eine enge Beziehung.

So hat auch Görlitz bereits in den vergangenen Jahren einige Experimente mit seinen Schilfbooten ABORA durchgeführt. Doch ein neues Projekt steht an: ABORA V.

Mit diesem Boot soll von Nordafrika über die Kanaren und Kuba bis nach Mexiko in Mittelamerika gesegelt werden. Vielleicht von dort sogar weiter bis Miami in Florida. Von den laufenden Vorbereitungen berichtet Görlitz in diesem Vortrag. Zusammen mit Ramon Zürcher von der „Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI“ (A.A.S.).

Wie auf diesem Blog berichtet, fand im Oktober 2021 das Jahrestreffen der A.A.S. in Legden im Münsterland statt. Eine Veranstaltung mit zahlreichen Vorträgen, in denen sich die Referenten mit den großen Rätseln der Welt und den Universum sowie der Idee der Götter aus dem All beschäftigten. Diese Vorträge habe ich vor Ort für Euch gefilmt. So unter anderem diesen Vortrag „ABORA V – Update zur Vorbereitung der Transatlantik-Expedition“ am 29. Oktober 2021 von Görlitz und Zürcher.

Bleibt neugierig …

Video/Vortrag vom 29. Oktober 2021 auf Mystery Files

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Schilffboot ABORA IV in Patara in der Türkei auch nach Jahren „strukturell noch intakt“! (+ Videos)

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Auf der 1.550 km langen Seereise musste das Schilfboot so manches Hindernis durchsegeln. Dabei überstand es auch zwei Starkwindsysteme und bewies dabei seine Hochseetauglichkeit. (Bild: D. Görlitz / Abora.eu)
Auf der 1.550 km langen Seereise musste das Schilfboot so manches Hindernis durchsegeln. Dabei überstand es auch zwei Starkwindsysteme und bewies dabei seine Hochseetauglichkeit. (Bild: D. Görlitz / Abora.eu)

Im Jahr 2019 fuhr das Schilfboot ABORA IV über 1.500 Kilometer durch das Schwarze Meer und das Mittelmeer. Ein „steinzeitlicher Experimental-Segler“, mit dem vorzeitliche Handelsruten rekonstruiert werden sollten. Seit dem erfolgreichen Ende der Expedition ist das Segelboot der Steinzeit aus südamerikanischen Schilf in der Türkei auf dem Trockenen ausgestellt. Und noch nimmer intakt.


Seefahrt in der Steinzeit

Dienten die Weltmeere schon in der Steinzeit als Handesswege? Das Schilfboot-Projekt ABORA IV um den Experimental-Segler Dr. Dominique Görlitz wollte unter anderem genau dieser Frage nachgehen. Und konnte bereits vor rund zwei Jahren einen erfolgreichen Abschluss feiern (s. a. Videos unten). Seit dem liegt es quasi im Trockendock. Touristen und Interessierte können es sich in der Türkei anschauen. Ein Nachbau oder eine Rekonstruktion eines Wasserfahrzeuges, wie es vor tausenden von Jahren die Meere befahren haben könnte.

Schilf ist bekanntlich ein vergänglicher Rohstoff aus der Natur. Doch wie das ABORA-Team und Görlitz jetzt bekannt gaben, ist das Schilfboot ABORA IV weiterhin „strukturell noch intakt“. Ein Beleg für die Nutzbarkeit solcher „Steinzeit-Segler“ für Handel und Seefahrt unserer Ahnen. Dazu gab Dominique Görlitz kürzlich folgende Mitteilung heraus.

Schilfboot ABORA IV in Patara noch intakt

Nach zwei Jahren Ausstellung im Freien in Patara in der Türkei macht die ABORA IV noch einen recht ordentlichen Eindruck. Das Schilfboot segelte im Jahr 2019 vom bulgarischen Varna durch die beiden türkischen Meeresengen in die Ägäis, um schließlich von Santorin quer zu den Elementen zurück an die lykische Küste nach Kaş zu navigieren. Das Ziel war der experimentelle Nachweis, dass frühgeschichtliche Schilfsegler ab der Jungsteinzeit über diese Routen regelmäßig Fernhandel betrieben.

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Am Wochenende erhielt ich eine Bildersammlung des deutschen Archäologen und Leiter der Winkelmann-Gesellschaft Stendal von Prof. Dr. Max Kunze. Er arbeitet seit vielen Jahren mit den türkischen Archäologen zusammen, die auch unser Schilfboot betreuen. Die Bilder stimmen mich optimistisch, dass unser Schilfsegler wenigstens noch ein bis zwei Jahre durchhält.

Dabei muss man bedenken, dass das Schilf für die ABORA IV bereits 2018 am Titikakasee in Bolivien geerntet und erst 2019 in Bulgarien zum Rumpf zusammengeschnürt wurde. Damals hatte es am Ufer des Varnasees ungewöhnlich starke Regelfälle gegeben, die den Bootsbau trotz großer Hilfe durch die Bulgaren negativ beeinflusste. Mit mehr als zwei Monaten Verspätung im Gepäck startete das Schilfboot dann seine mehr 1.550 km lange Seereise. Im Herbst 2019 wurde sie ebenfalls bei ungewöhnlich heftigen Regenfällen geborgen und im Archäologie-Park Patara wieder aufgestellt.

Dank der engen Zusammenarbeit mit Prof. Havva İşkan und ihren Kollegen wird das Schilfboot regelmäßig konserviert und betreut. Die Bilder aus Patara bezeugen, dass der Bootskörper mit den Aufbauten zwar eingesackt, aber strukturell noch intakt ist. So können sich in den nächsten ein bis zwei Jahren noch viele Besucher unser Replika anschauen und die technischen Entwicklungen am Ende der Jungsteinzeit bestaunen. Die Fahrt der ABORA IV hat demonstriert, dass das technische Vermögen der frühen Kulturen sehr groß war.

Neuere archäologische Funde untermauern, dass es zwischen Europa, Kleinasien und selbst nach Ägypten einst einen regen Handelsverkehr gegeben haben musste.

Bilder von ABORA IV

Schilffboot ABORA IV in Patara in der Türkei auch nach Jahren noch intakt (Bild: D. Görlitz / Abora.eu)
Gebaut wurde ABORA IV zwischen 2018 und 2019 im bulgarischen Beloslav. Die Seereise begann am 16. August 2019 von Varna in Richtung Bosporus. (Bild: D. Görlitz / Abora.eu)
Schilffboot ABORA IV in Patara in der Türkei auch nach Jahren noch intakt (Bild: D. Görlitz / Abora.eu)
Schilffboot ABORA IV in Patara in der Türkei auch nach Jahren noch intakt (Bild: D. Görlitz / Abora.eu)
Schilffboot ABORA IV in Patara in der Türkei auch nach Jahren noch intakt (Bild: D. Görlitz / Abora.eu)
Das Schilfboot macht mit seinen Aufbauten immer noch einen imposanten Eindruck, besonders wenn es nachts mit farbig beleuchtet wird. (Bild: D. Görlitz / Abora.eu)
Schilffboot ABORA IV in Patara in der Türkei auch nach Jahren noch intakt (Bild: D. Görlitz / Abora.eu)
Im Kielwasser der „Argonauten der Steinzeit“ konnte ABORA IV sowohl für die bulgarischen als auch türkischen Archäologen viele wichtige Fragen beantworten, die auf dem Festland nicht zu lösen waren. (Bild: D. Görlitz / Abora.eu)

Video-Auswahl zum Thema

Video vom 12. August 2021 auf Mystery Files

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Video vom 30. Juli 2021 auf Mystery Files

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Video vom 26. November 2019 auf Mystery Files

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Segeln wie die alten Ägypter in Sassnitz: Das ABORA-Team testet erfolgreich auf Felsbildern dargestellte Steinzeit-Segel vor Rügen (+ Video)

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Trainingsboot "DILMUN S" in der Ostsee vor Rügen: "Segeln wie die alten Ägypter in Sassnitz" (Bild: R. Zürcher)
Trainingsboot „DILMUN S“ in der Ostsee vor Rügen: „Segeln wie die alten Ägypter in Sassnitz“ (Bild: R. Zürcher)

Wie gut war die Segeltechnik in der Steinzeit? Das fragte sich Anfang August auch das ABORA-Team um Dr. Dominique Görlitz in Sassnitz auf Rügen. Auf Grundlage von 5.500 Jahre alten Felsbildern mit Segelbooten aus Ägypten wurde unter anderem ein Dreieck-Quersegel getestet, das alle Erwartungen übertraf!


Segeln wie die alten Ägypter in Sassnitz

Anfang August wurde in Sassnitz echte Seefahrtgeschichte geschrieben. Das ABORA-Team baute mehrfach ihr klobiges Rahsegel um. Damit wurden nach Überlieferungen oder Steinzeitvorlage neue Segeltypen im Experiment auf ihre Segelfähigkeit gegen den Wind geprüft. Die Ergebnisse waren erstaunlich, fast sogar sensationell!

Das spannendste Ergebnis lieferte das nach prädynastischen Felsbildern aus Oberägypten gefertigte Dreieck-Quersegel. Die vorägyptische Negade-Kultur nutzte diesen Segeltyp etwa vor 5.500 Jahren. Für unser Experiment wurde das Segeltuch von beiden Seiten her zur Mitte eingerefft. Es sah in dieser „Origami-Falttechnik“ fast wie eine Zuckertüte aus. Umso überraschender waren im Test jedoch die Segeleigenschaften.

Erste Prüfungen ergaben nach Abrechnung der Seitabdrift einen durchschnittlichen Amwindkurs von 77° bis 85° über Grund – für einen Steinzeitsegler ein fantastisches Ergebnis. Damit hätten die Negade-Leute ein hochleistungsfähiges Segelfloß zur Verfügung, um ihre transozeanischen Reisen sowohl auf dem Indischen Ozean als auch auf dem Mittelmeer zu realisieren.

In anderen Experimenten wurden ein antikes Segel der alten Minoer und das arabische Dau-Segel erprobt. Das Dau-Segel erreichte bei richtiger Bedienung ebenfalls hervorragen Kurse am Wind, die wir im Kontrolltörn mit dem altertümlichen Rahsegel nicht erreichten.

Mehr Infos dazu finden sich auch in der Sonderausstellung in Sassnitz, die noch bis zum 19. September im Stadthafen von Sassnitz läuft.

Dominique Görlitz, 7. August 2021

Kontakt:

Dr. rer. nat. Dominique Görlitz / +49 163 511 57 66 / dominique.goerlitz@t-online.de

Video

Video vom 10. August 2021 auf Mystery Files

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Bilder

Felsbilder der Negade-Kultur zeigen ab und zu das Dreieck-Quersegel. Das sind dreieckig geschnittene Rahsegel, die im Grund den Prototypen des Lateinsegels bzw. des Dausegels zeigen
Felsbilder der Negade-Kultur zeigen ab und zu das Dreieck-Quersegel. Das sind dreieckig geschnittene Rahsegel, die im Grund den Prototypen des Lateinsegels bzw. des Dausegels zeigen
Hart am Wind! Dieser Segeltyp saugt sich sofort auf Kurs und bringt die DILMUN S ordentlich auf Fahrt. Eine weitere Beobachtung ist die erstaunliche Kursstabilität.
Hart am Wind! Dieser Segeltyp saugt sich sofort auf Kurs und bringt die DILMUN S ordentlich auf Fahrt. Eine weitere Beobachtung ist die erstaunliche Kursstabilität.
Die Crew hat wenig Mühe, das Segelfloß auf Kurs zu halten. Für Fahrten zwischen Inseln und hart am Wind ist dieser Segeltyp bestens geeignet.
Die Crew hat wenig Mühe, das Segelfloß auf Kurs zu halten. Für Fahrten zwischen Inseln und hart am Wind ist dieser Segeltyp bestens geeignet.
Das schwere Rahsegel in ein Dausegel umzuwandeln, gelang auf Grund des schweren Stoffes und Segelschnitts nur bedingt. Auch die Bedienung war sehr anspruchsvoll. Aber mit einem Vorhaltewinkel von 60° gelangen auch gute Kurse ähnlich wie beim Dreieck-Quersegel.
Das schwere Rahsegel in ein Dausegel umzuwandeln, gelang auf Grund des schweren Stoffes und Segelschnitts nur bedingt. Auch die Bedienung war sehr anspruchsvoll. Aber mit einem Vorhaltewinkel von 60° gelangen auch gute Kurse ähnlich wie beim Dreieck-Quersegel.

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Kam Kolumbus 15.000 Jahre zu spät? ABORA-Sonderausstellung in Sassnitz auf Rügen ab Juni 2021

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Kam Kolumbus 15.000 Jahre zu spät? ABORA Sonderausstellung in Sassnitz vom 18. Juni bis 19. September 2021 (Bild: D. Görlitz / abora.eu)
Kam Kolumbus 15.000 Jahre zu spät? ABORA-Sonderausstellung in Sassnitz vom 18. Juni bis 19. September 2021 (Bild: D. Görlitz / abora.eu)

Der Experimentalarchäologe Dr. Dominique Görlitz wurde vor allem als „Steinzeit-Segler“ bekannt. Mit seinen Schifffahrtsexpeditionen ABORA wollte er aufzeigen, dass es schon in der Vorzeit möglich war mit einfachen Booten die Weltmeere und Ozeane zu befahren. Jetzt platz er zusammen mit der Stadt Sassnitz auf Rügen eine Sonderausstellung zu seinen Forschungen und Expeditionen.


Mit ABORA auf den Spuren vorzeitlicher Seefahrt

Seit Jahren versucht der deutsche Forscher Dr. Dominique Görlitz nachzuweisen, dass vor tausenden von Jahren unsere Ahnen bereits über die Ozeane und Meere hinweg Kontakt hatten. Lange, bevor Christoph Kolumbus die „Neue Welt“ entdeckte, waren seiner Meinung nach bereits Seefahrer des Altertums dort. Eine These, die seit Jahrzehnten diskutiert wird.

Seine Expeditionen mit dem „Steinzeit-Booten“ ABORA“ I bis IV sorgten dabei immer wieder für Schlagzeilen. Im „Fahrwasser von Thor Heyerdahl“ sucht Görlitz nach Belegen, dass es Kulturkontakte über die Meere zu einer Zeit gab, als dies nach üblicher Geschichtsschreibung nicht möglich war. Dazu findet Ihr HIER einige Video auf meinen YouTube-Kanal. Auch Videos mit Dominique Görlitz – zum Beispiel HIER.

Jetzt plant der „Seefahrt-Forscher“ eine Sonderausstellung auf der Insel Rügen an der Ostsee.  In der Stadt Sassnitz soll diese ab dem 18. Juni ihre Tore öffnen. Görlitz und sein Team von ABORA planen dabei nicht nur eine „trockene Ausstellung“. Die Besucher können bei bestimmten Gelegenheiten auch selber eines der „Steinzeit-Boote“ in Aktion auf der Ostsee erleben. Ein Testsegler namens DILMUN S werde dafür in See stecken.

Sonderausstellung zu ABORA in Sassnitz

Dazu heißt es in einer Presseerklärung und der Ausstellungsbeschreibung von Dominique Görlitz unter anderem:

Die Kulturvölker der Frühzeit lebten in einer Welt, die ihnen unendlich erschien. Die Erde als All. Und sie im Mittelpunkt. Die Frage, die sich daraus ergibt, ist: Hatten die Völker untereinander Kontakt?

Alle Funde, wenn wir sie richtig interpretieren, beweisen uns, dass es schon transozeanische Kontakte in der Zeit vor den großen Kulturen des Altertums gab. Die frühen Völker segelten über die Ozeane rund um die Welt, von und nach Amerika – lange vor Kolumbus. Die Ozeane trennten diese Kulturen nicht, sondern verbanden sie miteinander. Dies zeigt die neue ABORA-Sonderausstellung vom 18. Juni bis 19. September 2021 im Molenfussgebäude Sassnitz.

Die Darstellung dieser archäologischen und maritimen Zusammenhänge ist das Ziel dieser neuen Wissensschau. Aus dem hier gezeigten Material ergibt sich zwingend, dass die Neue Welt lange vor Kolumbus entdeckt worden war. Zu bestimmten Events wird auch der Testsegler DILMUN S mit dem ABORA-Team Segel setzen, um die Manövrierfähigkeit eines vorzeitlichen Schilfseglers vor vielen Besuchern zu dokumentieren. Wieder in der Ausstellung integriert ist ein Eventkino, das neben erfolgreichen alten Dokumentationen auch die völlig neue Fahrt der ABORA IV vom Schwarzen ins Mittelmeer präsentiert.

Wir öffnen die Ausstellung in Kooperation mit der Stadt Sassnitz sowie der dem Speedboot Skipper Freiherr Constantin von Hodenberg vom 18. Juni bis 19. September 2021. Kommen Sie vorbei und segeln Sie mit im Kielwasser prähistorischer Seefahrer!

(…)

Die Ausstellung thematisiert Görlitz‘ Experimentalreisen im Mittelmeer und auf dem windigen Nordatlantik mit den vorzeitlichen Schilfbooten ABORA I bis IV. Er ist einem der ungelösten Rätsel der Archäologie auf der Spur: Standen die Hochkulturen der Neuen Welt in einem Kulturaustausch?

Mehr Informationen über die kommende Ausstellung findet Ihr auf der Internetseite www.Schilfsegelboot-Sassnitz.de HIER.

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Lars A. Fischinger

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Projekt „Abora IV“: Seefahrt und Handel im Altertum – Interview mit Dr. Dominique Görlitz +++ Video +++

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VIDEO: Projekt "Abora IV": Seefahrt und Handel der Steinzeit - Interview mit Dr. Dominique Görlitz (Bild: Fischinger-Online)
VIDEO: Projekt „Abora IV“: Seefahrt und Handel der Steinzeit – Interview mit Dr. Dominique Görlitz (Bild: Fischinger-Online)

Über das Seefahrt-Experiment „Abora IV“ von und mit Dr. Dominique Görlitz wurde auf Fischinger-Online bereits mehrfach berichtet. Jüngst hat der Experimental-Archäologe Görlitz diesen Versuch erfolgreich beendet. Ziel war es nachzuweisen, dass uralte Handeswege zwischen den Schwarzen Meer und Ägypten bereits im Altertum über das Meer möglich waren. Ein Handelsnetz von der Ostsee und Skandinavien bis Ägypten und nach Indien. Im Rahmen des Kongresses „Pioniere der Meere“ im Galileo-Park Lennestadt traf ich kürzlich für Euch Dr. Görlitz zum Interview, in dem er über die Hintergründe von „Abora IV“ berichtet. Ab sofort findet Ihr es auf meinem YouTube-Kanal online.


„Abora IV“: Seefahrt vor Jahrtausenden

Seefahrt im Altertum und sogar der Steinzeit ist ein faszinierendes Thema der Geschichte und Archäologie. Denn unsere „primitiven Vorfahren“ hat offenkundig weit bessere nautische Kenntnisse und Fähigkeiten, als man es ihnen einst zutraute.

Das zeigen nicht nur immer neue Funde und Hinweise der Altertumsforschung, die riesige Handesnetze vor Jahrtausenden nachweisen konnten, sondern auch die Projekte „Abora“ von Dr. Dominique Görlitz. Der „Steinzeitsegler“, wie ihn die Presse nannte.

Wie HIER berichtet konnte Görlitz kürzlich sein aktuelles Projekt „Abora IV“ erfolgreich beenden. Ein Schifffahrt-Experiment mit einem Schilfboot vom Schwarzen Meer bis ins östliche Mittelmeer.

In diesem Interview mit Fischinger-Online berichtet der Experimental-Archäologe über die Hintergründe seines Seefahrt-Experiementes mit „Abora IV“. Ebenso darüber, was in Zukunft mit diesem Boot geschehen soll.

Bleibt neugierig …

YouTube-Video vom 23. Nov. 2019 auf Fischinger-Online

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Experimentelle Archäologie: Neuer Film über das erfolgreich beendete Seefahrt-Experiment „Abora IV“ von und mit Dominique Görlitz online (+ Video)

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Abora IV: Muss die Geschichte neu geschrieben werden? (Bild: YouTube-Screenshot eingeschenkt.tv)
Abora IV: Muss die Geschichte neu geschrieben werden? (Bild: YouTube-Screenshot eingeschenkt.tv)

Wie auf Fischinger-Online berichtet hat kürzlich der Experimentalarchäologe Dr. Dominique Görlitz erfolgreich sein Seefahrt-Experiment „Abora IV“ beendet. Ziel war es nachzuweisen, dass Seehandel bereits in der Bronzezeit (oder sogar wesentlich früher) im östlichen Mittelmeer für unsere Ahnen technisch sehr wohl möglich war. Ein Handel zwischen dem Schwarzen Meer, der Ägäis und dem alten Ägypten über das Meer. Jetzt entstand daraus ein neuer Film rund um „Abora IV“ und dem Seefahrthistoriker Görlitz, der heute erschienen ist. Hier erfahrt die Hintergründe.


„Abora IV“: Muss die Geschichte neu geschrieben werden?

Historiker und Archäologen wissen aufgrund von Ausgrabungen, dass bereits in der Steinzeit umfangreiche Handelswege und Netzwerke existierten. Der Austausch von Ideen, Waren, Techniken und wahrscheinlich auch religiösen Anschauungen war vor Jahrtausenden weit umfassender, als man es einst angenommen hatte. Auch und vor allem über weite Strecke hinweg. Hierbei herrscht jedoch die Meinung vor, dass dieser kulturelle Austausch (fast ausschließlich) über den Landweg erfolgte.

Genau das sehen einige alternative Historiker wie eben Dominique Görlitz anders. Sie gehen in ihren Überzeugungen sogar soweit, dass es Handel und Austausch auch über die Ozeane gegeben haben kann. Zum Beispiel sehr lange vor der Entdeckung Amerikas zwischen Europa und der „Neuen Welt“. Mit Nachbauten primitiver Boote hat auch Görlitz in verschiedenen Versuchen und Experimenten diese Möglichkeit aufgezeigt.

Bekannt sind dabei vor allem seine Schifffahrt-Experimente mit seiner „Abora-Klasse“. Der letzte Versuch dieser Art war mit dem Schilfboot „Abora IV„, das nach rund 3.000 Kilometern Fahrt kürzlich sicher ans Ziel kam. Ein Segelexperiment, dass von Varna am Schwarzen Meer durch den Bosporus, das Marmarameer, die Ägäis und das östliche Mittelmeer führte.

Auch dieses private Experiment von Dominique Görlitz und seiner Crew wurde mit der Kamera begleitet und dokumentiert. Daraus entstand der Film „Abora IV: Muss die Geschichte neu geschrieben werden?“, den Ihr unten angefügt findet.

Neuer Film über „Abora IV“ online

Initiator und Leiter Görlitz schrieb am 2. November 2019 auf Facebook dazu:

Experimentelle Archäologie lebt von der audiovisuellen Dokumentation. Nur sie garantiert, dass Rekonstruktionen über technische Prozesse oder Werkzeuge auch von Wissenschaftlern und den Bürgern begutachtet werden können, um die technische Umsetzung nachvollziehen zu können.

So auch im Beispiel unserer ‚Abora IV-‚Expedition von Varna/Bulgarien nach Kaş in die Türkei.

Unser neuer TV-Partner Eingeschenkt TV Chemnitz hat deshalb große Arbeit geleistet, um gemeinsam mit unserem Kameramann Frank Stegmann den gesamten Bau und die gesamte Fahrt zu dokumentieren. Daraus entstand diese neue filmische Reportage, die die Fahrt von Çanakkale über Santorin bis nach Kleinasien spannenden Bildern zusammenfasst.

‚Abora‘-Expeditionen und ‚Abora‘-Dokumentationen sind zwei Seiten ein und derselben Medaille. Schon seit den ersten Projekten (‚DILMUN I‘, 1990) achtete ich stets darauf, dass Fernsehsender und auch Filmteams mit am Start sind. So sind auch etliche Kameraleute, die beim Fernsehen arbeiten (verschiedene Sender), Vereinsmitglieder, um in ihrer Freizeit ihre Fähigkeiten für das Team und die audiovisuelle Dokumentation zur Verfügung zu stellen.

Höhepunkte der Arbeit unseres Teams waren Produktionen mit dem ZDF oder National Geographics, aber auch eigene Produktionen wie die ‚Abora‘ Saga oder das ‚Cheops-Projekt‚ von Nuoviso TV.

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Der Film heute und dritter Teil (hier findet Ihr Teil 1 & Teil 2, Anm. LAF) aus der Eingeschenkt TV Sendereihe über ‚Abora‘ beleuchtet den letzten und spannendsten Teil unserer Seereise. Eingeschenkt TV kommt aus Chemnitz. Es ist ein mehrköpfiges Team voller engagierter Leute aus dem Bereich Medien, Film, Publikation, Informatik und Journalismus. Sie produzieren für jedermann Interviews, Artikel, Presseanalysen, Dokumentationen.

Sie waren auch viel mit uns unterwegs, so auch in Beloslav, Varna, Çanakkale, Limnos und Santorin, um vor Ort über unser Projekt zu berichten.

Diese Reportage stellt nun die Grundlage für ein weiteres Filmprojekt dar, welches ich mit dem Berliner TV-Produzenten Theodor Baltz auf die Beine stellen werde. Das gesamte, während der Fahrt von verschiedenen Teams produzierte Filmmaterial wird dann in einer großen Dokumentation zusammengefasst, die noch viel tiefgründiger die Hintergründe und Ergebnisse beleuchten wird. Das wird aber noch ein paar Wochen brauchen.

Deshalb genießt dieses erste Zwischenprodukt, was wirklich Lust auf ‚meer‘ macht!

Der Experimentalarchäologe Dominique Görlitz sieht auch in seine neuen Seefahrt-Expermiment einen Erfolg. Es zeige unter anderem auch auf, dass sehr wohl über den Seeweg Metalle wie vor allem Eisen aus der Region des Schwarzen Meer bis nach Ägypten gehandelt sein können. Eine These, an der Görlitz bereits seit Jahren arbeitet, wie er es unter anderem in diesem Interview-Video HIER auf meinem YouTube-Kanal ausgeführt hat.

Von Beginn an arbeitete die „Mission Abora IV“ auch mit Wissenschaftler und Archäologen zusammen. Denn seit wann im alten Ägypten tatsächlich Eisen genutzt wurde, und wie es woher ins Land gekommen ist, ist in der Archäologie weiterhin umstritten.

Am 23. November 2019 findet dazu im Galileo-Park Lennestadt auch der Kongress „Pioniere der Meere“ statt.

Das neue Video zu „Abora IV“

YouTube-Video vom 2. Nov. 2019

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Seefahrt in der Vorzeit – „ABORA IV“ zurück in sicheren Hafen: Radiointerview mit dem Experimentalarchäologen Dominique Görlitz (+ Video)

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Seefahrt in der Vorzeit - ABORA IV zurück in sicheren Hafen: Radiointerview mit dem Experimentalarchäologen Dominique Görlitz (Bild: D. Görlitz)
Seefahrt in der Vorzeit – „ABORA IV“ zurück in sicheren Hafen: Radiointerview mit dem Experimentalarchäologen Dominique Görlitz (Bild: D. Görlitz)

Gab es bereits vor Jahrtausenden Hochseefahrt und damit auch Handel weit über die Meere hinweg? Darüber streiten sich die Experten bis heute. Einer der seit rund 30 Jahren diese Möglichkeit praktisch belegen will, ist der Experimentalarchäologe Dr. Dominique Görlitz. Ein „Seefahrthistoriker“, der mit Nachbauten altertümlicher Boote die Weltmeere befährt, um so die Möglichkeit eines internationalen Seehandels praktisch zu untermauern. Er und seine Crew haben jetzt mit dem Papyrus-Boot „Abora IV“ erfolgreich ein weiteres Experiment nach rund einem Monat abgeschlossen. Damit wurde gezeigt, dass bereits im Altertum ein Seehandel zwischen dem Schwarzen Meer und Ägypten technisch tatsächlich möglich war. Alles dazu erfahrt Ihr in diesem Beitrag sowie in einem Radiointerview mit dem „Abora IV-Skipper“ Görlitz.


Seefahrt in der Vorzeit

Archäologen und Historiker sind sich sicher, dass es bereits in der Steinzeit Seefahrt gab. Zahlreiche Funde und Hinweise sprechen dafür. Doch uneins ist man sich darüber, wie genau diese Seefahrt aussah und wie weit unsere Ahnen mit ihren Schiffen und Booten die Meere befuhren.

Gab es bereits vor Jahrtausenden Hochseefahrt und damit auch Handel weit über die Meere hinweg? Darüber streiten sich die Experten bis heute. Obwohl es auch dafür klare archäologische Hinweise gibt.

Einer der diese Möglichkeit praktisch belegen will, ist der Experimentalarchäologe Dr. Dominique Görlitz. Seit rund 30 Jahren führt Görlitz deshalb Versuche mit Booten bzw. Schiffen durch, mit denen er verschiedene Routen der Meere befährt. Sehr ähnlich wie es bereits der berühmte Thor Heyerdahl mit verschiedenen Bootstypten tat. In „Heyerdahls Fahrwasser“ versucht auch Görlitz durch praktische Experimente und Versuche zu beweisen, dass ein Hochseehandel und damit Schifffahrt in der Vorzeit sehr wohl möglich war.

Jetzt hat Görlitz ein weiteres Experiment dieser Art erfolgreich beenden können. Seine Fahrt mit der „Abora IV“, die ihn und sein Team aus dem Schwarzen Meer durch die Ägais bis an die Südwestküste der Türkei führte. Insgesamt eine Seereise von rund 1.800 Kilometern, die am 16. August in Varna startete. Das Ziel dieser Expedition war klar umrissen. Dazu heißt es auf der Webseite von „Abora“ unter anderem:

Das Ziel der Reise besteht im Test der Hypothese, dass es einst uralte Handelsreise zwischen dem Schwarzen und Mittelmeer gab. Aus diesem Grund wollen wir auch nicht unendlich weit Segeln, sondern demonstrieren, dass eine Fahrt über das schwierige Schwarze und Marmarameer möglich war. Wie weit wir letztlich kommen ist deshalb nicht so wichtig. Vielmehr wollen wir ozeanographische Daten mit den archäologischen in Übereinstimmung bringen, damit wir die wenig erforschten Handelskontakte später besser rekonstruieren können.“

Die Zukunft von „Abora IV“

Nach rund einem Monat Fahrt und trotz schlechten Verhältnissen erreichte die „Abora IV“ mit ihrer Crew am 19. September sicher ihren Zielhafen Kas in der Türkei. Hier wurde das Papyrus-Boot inzwischen demontiert und an Land gebracht.

Es soll später in der antiken Stadt Patara im Rahmen einer Ausstellung den „letzten Hafen“ finden. In Zusammenarbeit mit dem Türkischen Ministerium für Altertümer, denn Patara war schon in der Bronzezeit ein wichtiges Handeszentrum im östlichen Mittelmeer. Nach Dominique Görlitz habe das Experiment „Abora IV“ klar aufgezeigt, dass sehr wohl ein Seehandel zwischen den Küsten des Schwarzen Meeres bis nach Ägypten möglich war. Und zwar zu einer Zeit, in der die meisten Geschichtsforscher unseren Ahnen eigentlich in dieser Region nur einen Handel über Land zugestehen.

Wie Görlitz in einem aktuellen Radiointerview mit dem MDR erklärte, sind rund um „Abora IV“ weitere Projekte geplant. So etwa in Zusammenarbeit mit internationalen Archäologen Ausstellungen in der berühmten „Kupferstadt“ Stolberg im Erzgebirge. Sie sollen darlegen, dass bereits unsere Vorfahren in einer globalisierten Welt des Handels lebten. Auch und vor allem über die Meere hinweg.

Das Radiointerview mit Dr. Dominique Görlitz findet Ihr HIER online.

Video-Interview mit Dominik Görlitz

YouTube-Video vom 4. Mai 2016 auf Fischinger-Online

Bitte auf das „Play-Symbol“ klicken.
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Euer Jäger des Phantastischen

Lars A. Fischinger

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