Bewohnbarer Planet vor unserer kosmischen Haustür gefunden? Die Gerüchte um eine "Erde 2.0" um den Stern Proxima Centauri brodeln ... - Grenzwissenschaft & Mystery Files

Bewohnbarer Planet vor unserer kosmischen Haustür gefunden? Die Gerüchte um eine „Erde 2.0“ um den Stern Proxima Centauri brodeln …

Neue Erde direkt in unserer Nachbarschaft gefunden? (Bild: NASA / Bearbeitung: L. A. Fischinger)
Neue Erde direkt in unserer Nachbarschaft um den Stern Proxima Centauri gefunden? (Bild: NASA / Bearbeitung: L. A. Fischinger)

Das Internet ist fraglos auch die größte Gerüchteküche des Planten – voller Falschmeldungen, Halbwahrheiten und Lügen. Doch seit heute kursiert ein Gerücht im Netz, dass aufhorchen lässt, da es eine sogenannte „seriöse Quelle“ dieses in die Welt gesetzt hat. So berichtet ein deutsches Nachrichtenmagazin, dass Astronomen bei der Jagd nach Exoplanten – und hier speziell nach einer „Erde 2.0“, also einem bewohnbaren Planeten – bei unserem Nachbarstern Proxima Centauri in nur 4,2 Lichtjahren Entfernung fündig geworden seien. Eine Sensation des Jahrhunderts, wie es bereits hieß. Eine Zusammenfassung der bisherigen Gerüchte.

 

Von Lars A. Fischinger

Hallo, liebe Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Eine durchaus erstaunlicher Meldung geht seit dem 12. August 2016 um die Welt: Astronomen und Planeten-Jäger der Europäischen Südsternwarte (ESO) haben eine Exoplaneten um den roten Zwergstern Proxima Centauri gefunden. Einen Planeten, der flüssiges Wasser und außerirdisches Leben beherbergen könnte, da er seinen Mutterstern in genau dem richtigen Abstand umrundet. Also in der lebensfreundlichen oder auch habitalen Zone. Die ungarische Newsseite „24.hu“  weiß dazu sogar zu berichten:

„Das European Southern Observatory (ESO) plant, die wissenschaftliche Sensation Ende August zu verkünden.

Und diese Sensation sei nach „24.hu“ sogar: „Erdähnlicher Planet wurden in der Umgebung des Proxima Centauri entdeckt.“ – doch dabei handelt es sich bisher nur um ein Gerücht und es fehlt die Bestätigung. Selbst von einer „Erde 2.0“ wird dabei bereits gesprochen. Ausnahmslos alle Online-Meldungen dieser oder ähnlicher Art weltweit berufen sich bisher aber nur auf eine einzige Quelle; nämlich einem Artikel in dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Erde 2.0 gefunden? Die Fakten

Eine zweite Erde im All ist der heilige Gral der Astronomie, über die auch auf diesem Blog immer wieder berichtet wurden. Ein Planet wie unsere Erde in den Weiten des Kosmos – es muss sie einfach geben, da sind sich viele Astronomen einig.

Aber auch dieses derzeit kursierende Gerücht über die Entdeckung eines erdähnlichen Planeten ist nach Lage der „Gerüchte-Fakten“ teilweise stark übertrieben. In der entsprechenden News-Meldung des Magazins „Der Spiegel“, die Quelle dieser Spekulationen, heißt es:

Neue Erde im All gefunden? Exoplaneten: Auf der Suche nach Erde 2.0 und Erde 3.0 (Bild: NASA/JPL/DLR / L.A. Fischinger)
VIDEO: Neue Erde im All gefunden? Exoplaneten: Auf der Suche nach Erde 2.0 und Erde 3.0 (Bild: NASA/JPL/DLR / L.A. Fischinger)

Auf der frem­den Welt herrscht ewi­ge Däm­me­rung. Der blut­ro­te Zwerg­stern, der dort am Him­mel glüht, spen­det nur ein Viel­tau­sends­tel des Lichts un­se­rer Son­ne. Den­noch könn­te die Wär­me­strah­lung ge­ra­de so aus­rei­chen, um ein le­bens­freund­li­ches Kli­ma zu schaf­fen.

Schon das klingt eben nicht nach einer „Erde 2.0„. „Es könnte darauf Wasser geben“, heißt es dazu weiter, „und damit auch Leben“. In einer ergänzenden Meldung schreibt „Der Spiegel“:

Der noch namenlose Planet ist mutmaßlich erdähnlich und bewegt sich offenbar in so günstigem Abstand um Proxima Centauri, dass auf seiner Oberfläche flüssiges Wasser vorkommen könnte – was als wichtige Voraussetzung für die Entstehung von Leben gilt.

Nie zuvor sind Wissenschaftler auf eine mögliche zweite Erde gestoßen, die so nahe ist.

Quelle der Informationen des bekannten Nachrichtenmagazins ist ein nicht genannter Astrophysiker. Dieser habe dem „Spiegel“ unter anderem gesagt:

Den kleinen Himmelskörper zu finden, war ein hartes Stück Arbeit. Wir bewegten uns an der Grenze des messtechnisch Machbaren.

Andere Magazine und Webseiten, sprechen schon von einer Entdeckung eines bewohnbaren Planten. Obwohl „Der Spiegel“ immer als Quelle angegeben ist, ist diese „Tatsache“ verfrüht, wie oben gesehen.

Den Aliens so nahe …?

Zwei Fakten aber machen dieses Gerücht überaus spannend.

Erstes, ist der rote Zwergstern Proxima Centauri der nächste Stern von unserer Sonne aus und damit unser direkter Nachbar. Er liegt nahe an dem, berühmten Doppelsternsystem Alpha Centauri und könnte sogar als Teil davon dieses zu einem Dreifachsternsystem machen.

Zweitens, wird in dem nur 4,24 Lichtjahre entfernen Sternsystem seit Anfang 2016 mit dem Projekt „Pale Red Dot“ von der ESO tatsächlich nach Planeten gesucht. Es gab Hinweise, dass es dort tatsächlich einen oder mehrere Planten geben könnte. Auch ein erdähnlicher Planet wurde von der EOS um Proxima Centauri vermutet, wobei die bis dato gewonnenen Daten das jedoch (bisher?) nicht klar bestätigten.

Die Suche nach der Erde 2.0 und Leben im All: NASA gibt neue Ergebnisse der Kepler-Mission bekannt (Bild: NASA)
Die Suche nach der Erde 2.0 und Leben im All – sie macht Fortschritte: Die NASA hat neue Ergebnisse der Kepler-Mission bekannt gegeben (Bild: NASA)

So heißt es etwa auf der Internetseite des Beobachtungsprojektes „Pale Red Dot“ überaus vielversprechend dazu:

Nach Jahren der Datenerfassung durch zahlreiche Forscher und Teams, wurde ein Signal identifiziert, dass auf die Existenz eines erdähnlichen Planeten hinweist. Das Projekt ,Pale Red Dot‘ soll nun durch weitere detaillierte Beobachtungen versuchen, diesen Planeten zu bestätigen oder zu widerlegen.“

Ist es also Ende August soweit, dass die Entdeckung eines theoretisch bewohnbaren und (ebenso theoretisch) bewohnten Planten zu verkünden ist? Wer oder was auf einem solchen Expoplanetren keucht und fleucht ist natürlich Spekulation. Da aber Rote Zwerge wie Proxima Centauri zu jene Sonnen gehören, die im Kosmos am Meisten vorkommen, wäre ein erdähnlicher Planet um einen solchen Fixstern bei der Suche nach Leben im All ein Glücksfall!

Vielleicht hatte Regisseur James Cameron ja eine „prophetische Eingabe“, als er im Jahr 2009 den Kino-Welterfolg „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ in die Kinos brachte. Der Science-Fiction-Film spielt auf dem erdähnlichen Mond „Pandora“ und dieser liegt im Alpha Centauri-System …

Ich danke Euch, Euer Jäger des Phantastischen

Fischinger-Online

(Geschäfts-eMail: FischingerOnline@gmail.com)

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