Der Krater von Sibirien: Das Rätsel um das "Sommerloch" scheint gelöst - Grenzwissenschaft & Mystery Files

Der Krater von Sibirien: Das Rätsel um das „Sommerloch“ scheint gelöst

Der rätselhafte Krater in Sibirien - das echte "Sommerloch 2014". Nun ist das Rätsel seiner Herkunft offenbar gelöst. (Bild: Bulka/YouTube)
Der rätselhafte Krater in Sibirien – das echte „Sommerloch 2014“. Nun ist das Rätsel seiner Herkunft offenbar gelöst. (Bild: Bulka/YouTube, Screenshot)

Seit einigen Wochen diskutieren Wissenschaftler und Mystery-Freunde über einen Krater im Permafrostboden im Norden von Sibirien. Das große Loch im Erdreich regte zu vielen Spekulationen an, die sogar ein UFO oder Außerirdische als Ursache für den Krater heranzogen. Russische Wissenschaftler haben nun jedoch die Lösung für das Phänomen gefunden, wie das Wissenschaftsmagazin „Nature“ nun berichtet. Demnach sei eher der Klimawandel als irgendwelche Aliens oder „Geheimwaffen“ schuld.

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Fischinger Online Mystery-Kanal bei YouTube abonnierenVon Lars A. Fischinger

Hallo, Ihr Lieben und Freundinnen & Freunde des Phantastischen!

Mitte Juli 2014 hatten wir es endlich: ein echtes und reales Sommerloch für dieses Jahr. Denn, so meiner festen Überzeugung nach, „Sommerlöcher“ gibt es in der heutigen Medienlandschaft so oder so nicht, wie ich es bereits auf diesem Blog im Sommer 2012 darlegte. Auch wenn „Kritiker“ der Mysterien der Welt irgendwelche im Sommer aufkommende Themen der Grenzwissenschaft oftmals mit dem „Sommerloch-Argument“ beiseite fegen wollen.

Anders bei dem riesigen Krater im Norden von Russland. Am 10. Juli wurde ein Video bei YouTube online gestellt, das von einem Helikopter aus das fast senkrechte Erdloch in Sibirien filmte. Bereits über 9 Millionen Klicks hat der kurze Film dort bekommen. Am 15. Juli nahm nun auch die „The Siberian Times“ das Thema des Kraters auf der Halbinsel Yamal (Jamal) auf und brachte den Stein ins rollen. Zahlreiche andere Online-Medien weltweit nahmen das Thema in der Folge auf und berichteten über das Erdloch „am Ende der Welt“. Ebenso die russischen Nachrichten am 16. Juli, da sich ein Team der „Russischen Akademie der Wissenschaft“ vor Ort befand. Beweise „für die Ankunft eines UFOs“ auf unserem Planeten wollten sie aber nicht suchen, auch wenn es im Internet hier und dort gefordert wurde, so die Forscher.

Weiss Whistleblower Edward Snowden tatsächlich von einer Hoch-Zivilisation im Inneren der Erde? (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei/WikiCommons)
VIDEO: Edward Snowden Fake: „Im Erdinneren gibt es eine Hoch-Zivilisation“ (Bild: L.A. Fischinger / gemeinfrei/WikiCommons)

Das Wissenschaftsmagazin „Nature“ hat nun am 31. Juli von den Ergebnissen der Expedition berichtet. Demnach scheint wohl der Klimawandel zumindest indirekt an dem riesigen Loch im Boden schuld zu sein. Nach den Untersuchungen der Wissenschaftler vor Ort haben diese am Grund des Kraters einen Methananteil von bis 9,6 Prozent in der dortigen Luft gemessen. Der Forscher Andrei Plekhanov vom „Wissenschaftlichen Zentrum für Arktische Studien“ in Russland weißt weiter darauf hin, dass der normale Anteil von Methan in der Luft bei nur 0,000179 Prozent liegt.

Nach den Ergebnissen der Expedition scheinen die warmem Sommer der Jahre 2013 und 2012 die Ursache zu sein. Die ungewöhnlich hohen Temperaturen in diesen Sommermonaten hätten den Permafrostboden weit tiefer und länger aufgetaut, als er eigentlich im Sommer der Fall sei. In den Sommern der letzten beiden Jahre war die Temperatur um rund 5 Grad C° wärmer als sonst, so Andrei Plekhanov. So sei das Erdreich weit tiefer aufgetaut worden und habe eine Methangasblase freigesetzt, die den Krater und auch den Auswurf darum bildete. Der Geochemiker Hans-Wolfgang Hubberten vom Alfred-Wegener-Institut in Potsdam weißt in „Nature“ darauf hin, dass in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Temperatur des Permafrostbodens um 2 Grad C° angestiegen sei. Der Grund sei die globale Erwärmung.

Demnach ist das Rätsel des Kraters von Sibirien offensichtlich gelöst. Das Thema „Methanblasen“ ist aber zumindest noch bei einem anderen Mysterium der Erde recht spannend: Dem Bermuda-Dreick im West-Atlantik. Es gibt Spekulationen, dass die Schiffe, die in dieser Region verschwinden sollen, Opfer von Methanhydrat wurden, dass sich vom Meeresboden löste. Dort ist es üblicherweise in fester Form vorhanden. Aber auch in sehr vielen anderen Teilen der Welt und eben nicht nur im Bermuda-Dreieck:

Bekannte und vermutete Lagerstätten von Methanhydrat. Nicht nur im Bermuda-Dreieck. (Bild: gemeinfrei)
Bekannte und vermutete Lagerstätten von Methanhydrat. Nicht nur im Bermuda-Dreieck. (Bild: gemeinfrei)

Ich danke Euch

Euer Fischinger-Online

(Geschäfts-eMail: FischingerOnline@gmail.com)

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